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Alt 12.10.2009, 17:39   #21
Hyuuga Saki
 
Benutzerbild von Hyuuga Saki
 
Genin
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Standard

Geninprüfung

Prüfer:

- Kenji
- Ayaka

Saki: reden~denken~Jutsu~NPC/anderer Spieler

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Saki rührte unbeeindruckt in ihrer Suppe herum. Es war immer dasselbe, nicht einmal an dem Tag vor IHRER Prüfung konnten sie es unterlassen. Wütend knallte Yuma erneut die Fäuste auf den Tisch, „NEIN, das lasse ich nicht mit mir machen, ich habe schon tausendmal gesagt dass DAS nicht so läuft…“ Mit neutraler Miene schob sich die kleine Hyuuga einen Löffel der nun schon fast kalten Suppe zwischen die Zähne. Sowas war im Hause Hyuuga fast alltäglich. Yuma der Streithahn der alles haben musste und bereit war auch keine Mühen zu scheuen, die Eltern die den Rebell immer wieder zur Ordnung rufen mussten und klein Saki die immer und immer wieder nur den stillen Beobachter spielte. Aber irgendwann reichte es auch ihr. Plötzlich fiel ihr der Löffel aus der Hand und schlug mit einem lauten Schlag und viel Sauerei in die Suppe zurück. Die nun eintretende Stille war fast schon erdrückend. Saki starrte in die Suppe, ihre Eltern starrten sie etwas entgeistert an und Yuma hatte die Augenbrauen nach oben gezogen. Ohne ein Wort zu sagen erhob sich die jüngste und verschwand die Treppen hinauf in ihr Zimmer. Oben knallte sie ihre Zimmertür zu. Schwer seufzend schritt sie in die Mitte ihres doch recht kleinen, dennoch gemütlichen Zimmers. Es war bereits dunkel draußen, doch sie verzichtete darauf ein Licht anzuschalten, stattdessen schritt sie zum Fenster und riss es auf. Leichtfüßig schwang sie sich auf das Fensterbrett und setzte sich. Aus luftiger Höhe schaute sie nach unten, es war aufregend, immer wenn sie das tat bekam sie feuchte Hände und ein unbeschreibliches Kribbeln durchzog ihren Körper.
Die kleine Hyuuga schloss ihre Augen, ihr warmer Atem kondensierte an der eiskalten, sternenklaren Nachtluft. Es war Vollmond, unbeschreiblich schön, doch heute Abend hatte sie einfach keine Augen dafür. Sie hatte noch nichts für Morgen vorbereitet, ihre Gedanken waren überall nur nicht da wo sie sein sollten, mal ganz abgesehen von dem ständig andauernden, zittrigen Gefühl. Nannte man das Nervosität? Saki öffnete die Augen und starrte in die Dunkelheit. Ihr wurde klar das es nicht förderlich war jetzt hier rumzusitzen und zu versuchen ihre verwirrte Gefühlswelt zu ordnen. Die Hyuuga verdrängte also ihren Unmut und betrat wieder das Zimmer. Schnell schaltete sie das Licht ein und schloss das Fenster. Mit ebenso flinken Bewegungen wurde der Schrank geöffnet, Klamotten für den nächsten Tag raus gezerrt und die gesamte Ausrüstung, sprich die Taschen mit unvollständigem Inhalt. Das erste an was sie wohl denken müsste wenn sie erst einmal Genin ist: die Ausrüstung muss nach jeder Mission wieder vervollständigt werden, je nach Bedarf auch ergänzt. Mit jetzt schon recht geübtem Auge überflog sie den Inhalt. Ein paar Kunais und Rauchbomben und die Tasche war voll, ihre Ausrüstung bestand nun also aus folgendem: 3 Kunais, 4 Shuriken, 4 Explosionstags, 2 Rauchbomben, 7 Senbon (zu einem Bündel verknotet). Seufzend warf sie dann die Ausrüstung auf das Bett und sich daneben. Ihre Nervosität lies sich zum ersten mal nicht richtig verdrängen.



Saki kauerte auf dem Bett, schlafend und noch immer in den Sachen des Vorabends. Das Licht brannte schon längst nicht mehr, Mutter Hyuuga hatte ihrer Tochter noch einen Besuch in der Nacht abgestattet, von welchem sie natürlich nichts mitbekam. Neben dem Mädchen lagen noch haufenweise, aufgeschlagene Bücher, welche sie sich in jener Nacht noch zu Gemüte geführt hatte. Somit dürfte die Theorie kein Problem sein, ein photographisches Gedächtnis war manchmal echt hilfreich. Die kleine Hyuuga war in dieser Nacht Saki-untypisch eingeschlafen, doch trotz Müdigkeit hatte sie einfach keine Ruhe gefunden. Als aber plötzlich ihr Wecker klingelte gelangte sie ausgesprochen schnell in die Senkrechte und schaute etwas verdutzt drein. Prüfend betrachtete sie die Uhrzeit, nur um festzustellen das sie viel zu früh dran war. Doch schlafen ging nicht mehr. Leicht seufzend schnappte sie sich also ihre Sachen, knipste den Wecker aus und tapste mehr oder weniger erfreut Richtung Bad. Alles in dem Haus schlief noch und Saki war wirklich dankbar dafür, insgeheim hoffte sie sogar keinen ihrer Familie heute früh über den Weg zu laufen. Im Bad angekommen hopste sie unter fix unter die Dusche. Im Anschluss daran wurde die alltägliche Morgenhygiene abgehandelt, ehe sie sich ihr blaues Stirnband wieder in die Haare Band. Zufrieden nickend verließ sie dann das Bad wieder und begab sich schleichend in ihr Zimmer. Zügig legte sie die Ausrüstung an, öffnete das Fenster und verschwand in der Morgendämmerung…

Unterwegs aß Saki im selben Eiltempo Kuchen mit Puderzucker bestreut und Vanille- oder Marmeladenfüllung, je nach dem was man erwischte. Ganz klar hatte sie sich da ein Beispiel an ihrem früheren Sensei Tenchiro genommen. Aber diese Dinger waren auch wirklich köstlich, zudem erinnerten sie an die unbeschwerten Zeiten an der Akademie!
Auch wenn sie noch sehr viel Zeit hatte, so wollte sie dennoch schnell zur Akademie. Im Gegensatz zu Gestern war sie Heute aber kein Stück nervös, was sie selbst jedoch als selbstverständlich abtat. Ein kurzer Blick auf die Uhr und sie entschied sich kurzer Hand einen kleinen Umweg zu laufen. Die kühle Morgenluft fühlte sich ausgesprochen gut an.
Nach einem Umweg von etwa einer halben Stunde kam sie an der Akademie an. Heute war keiner hier außer den Prüflingen und Prüfern, es war auch unwahrscheinlich das ein Schüller zum Samstag einen Fuß hier rein setzte. In aller Seelenruhe betrat sie das Gebäude und suchte sich zielstrebig den Prüfungsraum. Vor ihm angekommen Klopfte sie und eine zarte Stimme rief „Herein.“ Vorsichtig öffnete der Geninanwärter die Tür und trat selbstbewusst ein. Nur eine Frau saß bereits da und musterte sie ausgesprochen kleinlich. Saki verbeugte sich kurz und suchte sich dann ebenso selbstbewusst einen Platz fast ganz vorn. Die Hyuuga war tatsächlich die erste, was sie fast ein wenig verwunderte. Noch immer ruhten die Augen der Frau auf ihr, ob es daran lag das sie Hyuuga war und diese einfach damit nicht vertraut war? Unwahrscheinlich, aber so etwas sollte es wirklich geben.

1. Aufgabe "Oh wie schön: Die berühmte Theorie"

Im Laufe der Zeit fanden sich immer mehr Genin ein und auch irgendwann der zweite Prüfer. Die Anzahl der Prüflinge war sehr mager, entweder kamen die anderen zu spät oder konnten nicht. Tja, oder es gab dieses mal einfach zu wenig fähige Geninanwärter. Die Frau, welche übrigens Ayaka hieß, ging kurz eine Liste durch um sich zu vergewissern das es alle waren. Fast im selben Atemzug nickte sie dann dem anderen Prüfer Kenji zu und jener erhob die Stimme. „Gut wir werden jetzt ohne lange Vorrede mit der Geninprüfung beginnen. Die Prüfung besteht aus 2 Teilen, der Theorie und der Praxis. Jeder von euch wird einzeln geprüft. Mehr sollte euch vorerst nicht interessieren. Der erste Prüfling ist…“, Kenji legte seinen Finger auf die nicht unbedingt lange Liste. „…Hyuuga Saki“. Saki hätte jetzt am liebsten „verdammt, warum ich?“ gesagt, doch einerseits hatte das Mädchen genügend Selbstbeherrschung um ihren neutralen Gesichtsausdruck zu waren und zum anderen hätte das eh nichts daran geändert. Ein wenig verwundert war sie schon das sie die erste war, aber sie nahm es recht gelassen. Die Nervosität war zwar ansatzweise wieder vorhanden, aber nicht unbedingt der Rede wert. Die Hyuuga stand also auf und folgte Kenji. Ayaka blieb in diesem Zimmer bei den restlichen Prüflingen.
Im Nachbarraum angekommen legte der Mann seine Unterlagen auf den Tisch und setzte sich hinter eben diesen. Saki blieb vor ihm stehen und beäugte seine Bewegungen aus 3 Meter Entfernung. „Gut Hyuuga Saki, dann zeige wie gut du gelernt hast, bzw. verinnerlich hast was ihr an der Akademie gelernt habt. Also, deine Aufgabe besteht darin mit etwas über Taijutsu und Waffen zu erzählen, sowie eventuelle Vor- und Nachteile.“ Saki schluckte kaum merklich. Dieses Thema war recht komplex, gerade als Hyuuga hatte man da Schwierigkeiten nur das nötigste zu erzählen. Das Mädchen brauchte aber nur einen Moment um sich die genauen Definitionen beider Dinge vor das innere Auge zu rufen und gleich drauf los zu erzählen. „Nun ja, Taijutsu ist der waffenlose Nahkampf bei dem weder Chakra noch demzufolge Fingerzeichen benötigt werden, wobei dies nicht immer der Fall ist.“ , Saki hielt kurz inne und grübelte ob das genug zum Taijutsu war, oder ob sie das ganze mehr ausbauen sollte. „Es gibt unterschiedliche Stile. Beim Hyuuga-Clan ist es das Jyuuken, bei diesem wird zum Beispiel Chakra benötigt.“ Eine Vorführung widerstrebte der kleinen Geninanwärterin. Das war der theoretische Teil, nicht der praktische. So redete sei einfach weiter. „Waffen wiederum können sowohl im Nahkampf als auch im Fernkampf verwendet werden, meist hat man hier auch keinen direkten Körperkontakt mir dem Gegner. Beispiele für Nahkampfwaffen wären zum Beispiel das Katana, Äxte, Bo und für den Fernkampf ganz klar Pfeil und Bogen. Für nah so wie fern kann man auch Kunais und andere Waffen benutzen.“, sie machte eine kurze Kunstpause. „Was die Vor-und Nachteile betrifft muss man wohl in der jeweiligen Situation sehen. Pfeil und Bogen nützen gegen einen Taijutsuspezialisten nichts, vorausgesetzt man drängt ihn in den Nahkampf, schlechte Karten hat der Taijutsuspezi dann aber im Fernkampf, wenn er einfach nicht an den Gegner ran kommt. Im Großen und Ganzen besteht aber immer die Gefahr für den der eine Waffe führt, eben diese Waffe zu verlieren und ohne sie kämpfen zu müssen. Entweder bleibt er dem Tajutsuspezi dann fern oder er hat ein Problem.“, wieder eine Pause. „Zusammenfassend: es kommt darauf an wie man seine Fähigkeiten nutz und das was einem zur Verfügung steht, denn Vor- und Nachteile zeigen sich oft erst im Kampf, diese gilt es letztendlich zu nutzen oder zu vermeiden.“ Saki schaute Kenji mit großen Augen an, sie wusste das alles etwas wirr klang und das sie wiedermal keine wirkliche Stellung bezogen hatte, aber so war das eben mit Vor- und Nachteilen. Der Mann nickte nur und schrieb etwas auf einen Zettel. „In einer halben Stunde treffe ich dich unten auf dem Trainingsplatz, dort wartet der zweite Teil auf dich.“ Die Hyuuga verbeugte sich und verließ dann den Raum und kurz darauf die Akademie.

2. Aufgabe: "Mirror's Edge"

Eine einfach abgegrenzte Arena, Bäume, Büsche und viel staubiger Boden. So sehr die Sonne auch knallte, es war recht kalt. Saki war bereits 2 Runden gelaufen und hatte sich schon warm gemacht, denn hatte man schon mal so viel Zeit konnte man sie wenigstens nutzen. Und das hatte sie wirklich getan. Unterwegs hatte sie bereits 2 Explosionstags befestigt, sie wusste nicht was kommen würde, aber hey das hier war eine Arena und zudem noch der praktische Teil, was sprach also dagegen? Wenn ein Ninja die Zeit hatte Fallen zu legen dann würde er diese auch ganz sicher nutzen.
Kenji und Ayaka kamen beide zu der Arena, die Frau setzte sich und Kenji begann wieder zu schildern was nun kam. „Du wirst nun gegen mich kämpfen, du hast 10 Minuten Zeit mich zu besiegen.“ Kenji betrat die Kampffläche während Ayaka eine Stoppuhr zückte. In diesem Moment war Saki heilfroh wenigstens etwas Vorsorge geleistet zu haben. Auch sie betrat das Kampffeld etwa in der Mitte. „Und…LOS“ Fast schon panisch schlug Saki die Hände zusammen als sie sah wie Kenji einen Schritt in ihre Richtung machte. Byakugan. Und somit sah der Geninanwärter die Welt mit ganz anderen Augen, eine erhebliche Erleichterung und in diesem Kampf mehr als eine Notwendigkeit. Saki liebte den Anblick der Keirakukei, es erfüllte sie mit einem gewissen Gefühl der Überlegenheit, oder in diesem Fall dem Wissen nicht schutzlos ausgeliefert zu sein. Doch es galt schleunigst eine Taktik zu entwickeln. „Fassen wir zusammen, ich weiß nicht wie stark er ist oder wo genau seine Stärken und Schwächen liegen, Fakt ist er wird nicht so dumm sein in den Nahkampf zu gehen und wenn doch ist das meine Chance. Vielleicht halte ich mich einfach an die übliche Hyuuga-Strategie…hrm…in abgewandelter Version.“ Wie so oft griff der Genin in die Tasche und zückte ein Kunai, an jenem befestigte sie ein Explosionstag und warf es Kenji direkt vor die Füße. Saki klatschte in Windeseile die Hände aneinander, doch hatte sie andere Pläne. Kenji sprang ein Stückchen zurück und war somit außer Reichweite(jeder würde in diesem Moment an die typische Akademie Strategie denken und glauben man lies das Siegel explodieren). Die Hyuuga bereitete augenblicklich das das Kawarimi no Jutsu vor und tauschte fast genauso schnell den Platz mit dem Kunai. Nun Kenji etwas näher und während sie erneut auf ihn zulief zückte sie ein Kunai und eine Rauchbombe, wobei nur das Kunai zu sehen war. Wie zu erwarten tat auch Kenji etwas, er formte in Windeseile Fingerzeichen, während sie das Kunai erneut nach ihm warf, diesmal auf das rechte Bein (von ihr aus), dann flog die Rauchbombe nach links und explodierte. Kenji war wie erwartet dem Kunai nach links ausgewichen und hatte die Rauchbombe zu spät entdeckt, doch was wäre er für ein Prüfer und gleichzeitig Chuunin wenn er sich davon beeindrucken lies. Er vollendete sein Jutsu und schleuderte ihr eine klebrige Substanz entgegen. Mizuame Nabara. Als Saki dies sah blieb ihr nicht genug Zeit auszuweichen, sie hätte mit allem gerechnet, nur nicht damit. Die Sirup ähnliche Masse erwischte ihren linken Fuß vollständig und das ganze umliegende Umfeld von etwa 3 Metern. Ihr Fuß klebte fest, zum Glück nur ihr Fuß, sie konnte ihn aber nicht befreien. Der Rauch der Rauchbombe breitete sich aus und hüllte die beiden im Radius von 7 Metern ein. „Nun hast du deine Prüfung in den Sand gesetzt wegen so einer Lappalie!“ Durch ihr Byakugan erkannte sie wie der Prüfer ihr immer näher kam, sie war leichte Beute. Saki zog an der Masse, kam aber letzten Endes zu dem Entschluss die Schuhe aufzugeben. Kurzer Hand schnallte sie sich beide ab( ein hoch auf Einheitskleidung und hohe, hässliche, blaue Schuhe) und schlich wie auf Samtpfötchen durch den Nebel. Saki sah nur noch wie er ganze 3 Kunai an die Stelle warf wo sie eben noch stand. Der Mann hätte durch den Nebel gar nicht sehen können ob er sie erwischt hatte oder nicht, somit ihr Vorteil. Ohne zu zögern warf sie ganze 5 Senbon, sie wusste nicht ob überhaupt eines treffen würde, aber sie hatte es versucht. Senbon fliegen nahezu lautlos, nur in diesem Fall bewies das junge Mädchen mindere Treffsicherheit und Kenji ein verdammt gutes Gehör. Alle gingen daneben…
Aus einiger Entfernung hallte eine Stimme „Noch 3 Minuten.“ Der Prüfling für seinen Teil war froh noch nicht aufgespießt zu sein, ein Sieg war in weite Ferne gerückt. „Reiß dich zusammen Saki, du bist eine Hyuuga…“ Das kleine Mädchen war völlig durch den Wind und das wurde ihr jetzt erst bewusst. Wäre sie aufmerksam geblieben und hätte sich davon nicht verunsichern lassen, so wäre ihr aufgefallen das ihre panische Atmung kaum zu überhören war und Kenji bereits erfasst hatte. Der Nebel lichtete sich etwas und plötzlich stand er hinter ihr. „Game Over…“, murmelte der Mann und setzte zum finalen Schlag an. Doch wenn die Hyuuga eines über die Jahre hinweg perfektioniert hatte und wenn ihr eines wirklich in Fleisch und Blut über gegangen war, dann das folgende. Ihre Hände wanderten panisch zusammen. Kawarimi no Jutsu. Saki tauschte den Platz mit einen der Explosionstags hinter einem Baum, gerade noch rechtzeitig wenn man so wollte. Wie schon erwähnt war Saki vollkommen durch den Wind, wäre sie kühl wie sonst Herr der Lage geblieben, so hätte sie Kenji damit ausgeknockt. Aber zu spät, gerade als sie das Kassei vollendete war Kenji bereits weit genug weg um gerade so etwas Staub von der folgenden Explosion abzubekommen.

10 Minuten konnten im Leben oft genug fast unendlich wirken, in manchen Situationen vergehen sie zu schnell, doch gerade hier waren diese 10 Minuten perfekt bemessen um Saki vor schlimmeren Dingen zu bewahren. Ayaka pfiff ab, der Rauch und Staub hatte sich gelegt und der Prüfling lugte hinter dem Baum vor. Sie war enttäuscht von sich selbst, sehr enttäuscht und sie war der Meinung ein durchfallen wäre hier mehr als gerechtfertigt gewesen. Die Hyuuga trat langsam an ihre Prüfer heran welche sich noch eben absprachen. Ayaka nickte nur und Kenji sprach zu leise als das sie etwas hätte verstehen können. Das Gespräch an sich verlief aber recht schnell und so blieb sie barfuß vor den beiden stehen und der Prüfer begann gleich zu sprechen. „Also, deine Ausführungen im theoretischen Teil fand ich recht eigen. Am Anfang hast du mit einem fast genauen Zitat aus einem der Lehrbücher angefangen, im Laufe deines Vortrages hat man gemerkt das du wir wirklich Gedanken über das Thema gemacht hast, wenn auch etwas wirr, so erkenne ich dennoch den Willen der dahinter steckte. Eigentlich geht es um das sture lernen bei solchen Aufgaben, dennoch fand ich deine Überlegungen nicht schlecht und denke du solltest eben dies beibehalten, auch für den Fall das du Genin werden solltest…38 von 40 Punkten.“, auch Kenji machte diesmal eine kurze Kunstpause. „Was die Praxis betraf war ich ein wenig überrascht. Bei deinem selbstbewussten auftreten habe ich gleich an Überschätzung gedacht, dies war nicht so, die Aufregung hat dir aber einiges kaputt gemacht wie man an deinen Füßen erkennen kann. Später wird es solche Situationen öfter geben, Saki-chan vielleicht solltest du daran denken deinen Gegner auch niemals zu überschätzen. An sich fand ich den Schluss gar nicht mal so schlecht, auch wenn deine Aufregung wie gesagt einiges zerstört hat. Wie dem auch sei, du hast mich nicht besiegt was Punktabzug gibt, da du aber weder Zeit zu Vorbereitung einer Taktik, noch größeren Schaden erlitten hast gibt es 53 Punkte.“ Kenji zog den Protektor hinter dem Rücken vor. „Du bist die erste gewesen da es bei dir wie erwartet weder zu größeren Verletzungen kam, noch zu ewigem rumgeeier bei der Theorie. Du hast mit 91 Punkten diese Prüfung bestanden.“ Er drückte ihr den Protektor in die Hand. „Dir wird ein langer Weg bevor stehen, dir wird auch eine rasante Entwicklung wiederfahren, doch ich bin mir sicher du schaffst das. Glückwunsch.“ Saki hielt also ihr Stirnband in den Händen, doch sie war alles andere als erfreut. Nach außen hin strahlte ein Lächeln, doch innerlich wusste sie, dass sie diese Prüfung total versaut hatte. Sie hatte sich zu schnell zu sehr aus der Ruhe bringen lassen, etwas das später mal tödlich enden konnte. Aber wenn der Hitzkopf und das andere Mädchen damals bestanden hatten, so konnte sich die Ninjawelt glücklich schätzen einen weiteren ehrgeizigen und zielstrebigen Genin aus seinen Reihen hervorgebracht zu haben. Die kleine Hyuuga verbeugte sich und machte dann auf der Stelle kehrt. Kenji hatte recht, ein langer Weg lag vor ihr, viel Arbeit und noch mehr Training. Erst einmal würde sie sich neue Schuhe besorgen, dann vielleicht heute schon mit dem Training beginnen. Sie wollte top fit sein und vorbereitet auf alles was kommen würde…
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reden
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Alt 03.12.2009, 21:39   #22
Sakkaku Kouhei
 
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Geninprüfung: Sakkaku Kouhei

Prüfer:
- Ayaka
- Tenchiro

Endless Wait I


"Vier Kunai, vier Senbon, ein zwölf Meter langer Draht, drei Explosionssiegel und zwei Rauchbomben."
Kouhei wusste selbst nicht mehr zum wievielten mal er in den dreissig Minuten, die er in der Klasse saß, die Vollständigkeit seiner Ausrüstung überprüfte. Nach aussen hin wirkte er ziemlich ruhig und gelassen und es erweckte auf die wenigen Mitschüler die, neben ihm, noch nicht aufgerufen wurden den Nebenraum zu betreten den Anschein, als würde er sich keinerlei Sorgen machen diese Prüfung zu vergeigen.

Wie zu jedem Unterricht war Kouhei auch zur heutigen Prüfung nicht einfach nur pünktlich, sondern vielmehr überpünktlich erschienen. Selbst Ayaka-sensei war erst sieben Minuten nach ihm den Flur hinab geeilt und hatte in ihrer Eile sogar seinen ruhigen Morgengruß überhört.

Einen anderen Lehrer hatte er in all der Zeit jedoch nicht gesehen. Es war Ayaka, die einige Minuten später die Tür zum Klassenraum geöffnet hatte, damit die Schüler im Inneren warten konnten und sie war es auch die alle fünf oder sechs Minuten aus dem Nebenraum kam, einen Namen aufrief und sich dann wieder in den kleinen Prüfungsraum begab, um auf den oder die Aufgerufene/n zu warten. Da keiner der Prüflinge wieder zurück in den Klassenraum kam konnten die Schüler also nur raten, welchen Prüfern sie sich noch zu stellen hatten.
Auch Kouhei hatte sich in den ersten Minuten mit dieser Frage beschäftigt, gab sich nach einer Weile aber damit zufrieden es zu erfahren, wenn er an der Reihe war. Und es sollte gar nicht mehr so lange dauern, bis es so weit war. Selbst wenn er in seiner unterdrückten Nervosität vielleicht vergessen hätte, dass er als nächster aufgerufen werden würde, taten die drei übrigen Mitschüler ihr bestes ihn mit ihren mitleidigen Blicken daran zu erinnern. Alle Schüler waren in alphabetischer Reihenfolge aufgerufen worden und zwischen dem Namen der letzten Schülerin, Ryoma Ina, und dem seinen lag nun mal kein weiterer.

Genau deshalb sah er davon ab den Inhalt seiner Hüfttasche noch ein weiteres mal zu überprüfen, sondern legte seine Ausrüstung zurück in diese und befestigte die Tasche anschließend an seinem Hosenbund, um danach aus dem Fenster zu schauen und ein Blatt zu beobachten, das vom Wind in die Höhe getragen wurde. „Was hatte Reiji noch gleich gesagt? Der Satansbraten wird mich daheim erwarten, um mich zu beglückwünschen, wenn ich von der Prüfung zurück komme?“ Mit Satansbraten meinte sein Ziehvater und Reiji wie immer Kouheis Tante Fumiko, die Reiji regelmäßig in den Wahnsinn getrieben hatte, als sie noch eine Genin und er ihr Ausbilder war. Allein die Art und Weise in der Reiji diese Worte am Morgen ausgesprochen hatte, machte klar, dass er es als selbstverständlich betrachtete, dass Kouhei die Prüfung bestehen würde. Nicht einmal Glück hatte er dem jungen Prüfling gewünscht, auch wenn das Kouhei nicht wirklich überraschte. Schließlich kannte er die Einstellung des Mannes, der vor dreissig Jahren selbst Lehrer an der Akademie gewesen war, nur zu gut: Bei Prüfungen und in der Schlacht existiert so etwas wie Glück nicht.
Selbst unter Kouheis Mitschülern schien es niemanden zu geben, der annahm der Sakkaku könne die Prüfung versieben. Dafür war er einfach zu lange der Streber, oder vielmehr der Musterschüler, gewesen, der nie zu spät kam, sich im Unterricht nicht von anderen ablenken ließ und sich bei jedem Test im oberen Fünftel der Klasse wiederfand. Also gab es heute scheinbar nur einen der in Erwägung zog, dass Kouhei die Prüfung nicht schaffen würde, und das war er selbst.
Einerseits war er selbstbewusst genug zu wissen, dass er im Unterricht nichts verpasst und sich auch selbst weitergebildet hatte und ging deshalb nicht davon aus, dass er auf dem Glatteis landen würde, aber andererseits war Kouhei schon immer ein wenig zu perfektionistisch und selbstkritisch. Wenn andere bei etwas das er tat schon keine Fehler mehr fanden, war er in der Regel immer noch nicht zufrieden und korrigierte so lange herum, bis wirklich auch die kleinste Kleinigkeit ausgebessert war. Für einen solchen Menschen war eine Prüfung wie die heutige ein Alptraum. Es gab ganz einfach nicht die Möglichkeit nach Fehlern zu suchen und sie zu korrigieren. Er ging rein, tat was man ihm auftrug und wenn er es schlecht machte war‘s das.

"Kurz einatmen, nochmal einatmen, lange ausatmen, lange einatmen, kurz ausatmen, nochmal ausatmen." Man konnte es den krampfhaften Versuch nennen sich auf andere Gedanken zu bringen, aber der Junge der trotz seiner wilden, schwarzen Mähne immer einen ernsten und distanzierten Eindruck machte, hatte gelernt, dass diese Atemtechnik oder vielmehr der Gedanke daran die Atemtechnik beizubehalten immer hilfreich gewesen war, wenn er sich beruhigen wollte.
Und doch stockte ihm der Atem, als sich die Tür zum Prüfungsraum wieder öffnete und Ayaka ein weiteres mal heraus kam. Wie sie es am heutigen Tag bereits sechsmal getan hatte sah sie auch diesmal auf ihr Schreibbrett und verkündete lächelnd den nächsten Namen. "Sakkaku Kouhei." Kurz wurde Kouhei dabei von ihrem Blick erfasst, als wollte sie sicher gehen, dass er anwesend war und gleich darauf ging sie auch schon wieder zurück und ließ die Tür nur einen Spalt weit offen.

Für einen Augenblick fühlte sich Kouhei, als wollte ihm sein Schulterteufel einreden einfach schleunigst den Klassenraum zu verlassen und abzuhauen und als würde der Schulterengel daraufhin rufen, er solle lieber das Fenster nehmen, weil das schneller ginge, aber als der Junge aufstand war von dem Chaos in seinem Inneren natürlich nichts zu sehen, sondern jeder Schritt wirkte wie gewohnt kontrolliert und flüssig.
Beiläufig wurde der mitternachtsblaue Mantel noch zurecht gestrichen und gleich darauf steuerte er geradewegs auf die Höhle des Löwen zu.


1. Aufgabe "Oh wie schön: Die berühmte Theorie"

Als Kouhei den Prüfungsraum betrat wurde eine seiner Fragen sogleich beantwortet, denn der Lehrer der bereits vor ihm erschienen war, war allem Anschein nach Tenchiro. Neben ihm und Ayaka, die beide vor einem Pult saßen und ihn ungewohnt streng und distanziert anblickten, war jedoch kein weiterer Lehrer im Raum.

Ohne Umschweife schob sich der junge Sakkaku durch die Tür, schloss diese hinter sich und ging in die Mitte des Raumes, wo er die beiden Lehrer mit einer leichten Verbeugung und einem "Guten Tag, Ayaka-sensei, Tenchiro-sensei." begrüßte. Sein Blick war wie bei jedem Unterricht ernst und gefasst, aber anders als sonst musste er sich diesmal wieder auf seine Atmung konzentrieren, um seine Nervösität zu verbergen.

Ayaka erwiderte seinen Gruß lediglich mit einem Nicken, zog es aber fürs erste vor zu schweigen, während Tenchiro sich recht schnell zu Wort meldete. Allein sein genervt-gelangweilter Tonfall machte schon klar, dass er die folgenden Ausführungen schon viel zu oft hatte wiederholen müssen, aber im Grunde half es Kouhei, dass er nicht gegrüßt wurde, sondern der Lehrer gleich zum Punkt kam. Schließlich würde es dem Sakkaku dadurch auch leichter fallen sich sofort auf das wesentliche zu konzentrieren.

"Wie du bereits wissen wirst findet heute deine Geninprüfung statt. Diese Prüfung besteht aus zwei Teilen: der Theorie und der Praxis. Hier und jetzt werden wir uns erst einmal dem theoretischen Teil der Prüfung widmen, um einzuschätzen wie viel von dem, was du im Unterricht gelernt hast auch wirklich haften geblieben ist. Solltest du dich aus irgendeinem Grund nicht dazu in der Lage fühlen die Prüfung abzulegen, solltest du es uns also jetzt sagen."


Vielleicht lag es daran, dass das Warten mit den Worten Tenchiros endlich ein Ende fand, aber die Nervosität des Prüflings wich ein wenig und machte stattdessen der gleichen Angespanntheit Platz, die er in jeder Unterrichtsstunde an den Tag legte. Immerhin machte er sich auch vor Tests häufig Sorgen, aber in genau dem Moment in dem er den Stift ergriff zwang er sich auch bei diesen zur Ruhe. Da er schwieg und sich somit nicht vor der Prüfung drücken wollte, fuhr der Lehrer wenig später mit einem knappen Nicken fort.

"Als erstes möchten wir von dir wissen, was du uns über Bluterben erzählen kannst. Als Beispiel kann dabei sowohl dein eigenes, als auch jedes andere dir bekannte Bluterbe dienen. Gibt es Unklarheiten?"

Die Antwort "Nein, Tenchiro-sensei." kam wie gewohnt sehr schnell und mit einem kleinen Nicken verdeutlichte Ayaka ihm darauf hin, dass er anfangen durfte.

Statt sofort los zu plappern atmete Kouhei allerdings noch ein mal tief ein, schloss für einen Moment die Augen und atmete laut hörbar aus, nur um dann die rechte Hand, die durch die viel zu langen Ärmel nicht sichtbar war, vor den Mund zu nehmen, die Augen zu öffnen und sich zu räuspern.

"Bluterben, gemeinhin auch als Kekkei Genkai bekannt, sind Techniken, anatomische Besonderheiten oder elementare Kombinationen die nicht von jedem Shinobi erlernt werden können, sondern, wie der Name schon andeutet, genetisch vererbt werden.
Einige Kekkei Genkai werden rezessiv vererbt, was dazu beigetragen haben soll, dass alte Erben ausstarben, während wieder andere dominant vererbt werden und dadurch heute stärker denn je vertreten sind."
Es mochte vielleicht so klingen, als handle es sich dabei, um den genauen Wortlaut eines Buches und als er noch frisch in der Akademie war kam es nicht selten vor, dass Lehrer und Schüler Bücher durchstöberten, um ihm das nachzuweisen, aber irgendwann hatte man sich ganz einfach daran gewöhnt, dass Kouhei sich möglichst gewählt ausdrückte und seine Erklärungen deshalb häufig so klagen, als könnten sie aus einem Buch stammen, obwohl er den Inhalt in eigenen Worten wiedergab.
"Mir bekannte Unterteilungen sind die Doujutsu - die Augentechniken - und die Mischerben - bei denen bekannte Chakraelemente zu gänzlich neuen kombiniert werden-, allerdings gibt es auch Genkai, wie das des Hinketsu Clans, die keiner dieser beiden Kategorien angehören.
Bei dem Doujutsu meines Clans, dem Yume Utsutsu..."
An dieser Stelle unterbrach Kouhei seinen Vortrag einen Augenblick, aber nicht etwa, um Luft zu holen, oder seine nächsten Worte zu überdenken, sondern weil er sich für eine praktische Demonstration entschied. Mit einem kurzen Anspannen der Gesichtsmuskulatur nahmen seine Augen, die ernst und konzentriert auf seine Lehrer gerichtet waren, einen minimal helleren Orangeton an und die Pupillen wurden schwarz umrandet.
"...handelt es sich um ein Erbe, dass es dem Anwender erlaubt Genjutsu zu wirken, ohne zuvor Siegel geformt zu haben. Das einzige was wir benötigen, um ein Ziel in einer Illusion zu fangen ist der direkter Augenkontakt zu diesem."

Auch wenn das ungenutzte Yume ihn nicht wirklich auslaugte und er sich nur ein klein wenig darauf konzentrieren musste, zog er es an dieser Stelle vor das Doujutsu wieder zu deaktivieren, um sich voll und ganz auf seinen Vortrag konzentrieren zu können.
"Die Dauer, die wir einem Ziel in die Augen blicken müssen, um diese Illusionen wirken zu können variiert je nach Stärke des Genjutsus, allerdings dauert es in der Regel länger, als man gebraucht hätte, um ein ähnliches Genjutsu mit Hilfe von Fingerzeichen zu erschaffen. Der eigentliche Vorteil des Yume Utsutsu liegt vielmehr darin, dass eine Illusion die erschaffen wurde jederzeit durch erneuten Augenkontakt verlängert werden kann und es nicht nötig ist ein Fingerzeichen zu halten."

Wieder legte Kouhei eine kurze Pause ein, die diesmal eher rhetorischer Natur war, da er nicht drauf los plappern wollte, wie ein Wasserfall. Dann räusperte er sich noch einmal und legte sich schließlich seinen letzten Satz zurecht.
"Was die Genjutsu die mit Hilfe des Yume Utsutsu gewirkt werden zusätzlich von den allgemein zugänglichen Genjutsu unterscheidet ist, dass ein Yume-Genjutsu einzig und allein die Sinne des Opfers manipuliert und nicht etwa eine neue Umgebung, um es herum aufbaut. Jede gefühlte Umgebungsveränderung entspringt also dem Verstand des Opfers und wird nicht gezielt herbeigeführt.

Wie genau ein solches Doujutsu entsteht, weiss ich nicht, oder es sind mir vielmehr nur Hypothesen bekannt, die allesamt nicht bewiesen sind, weshalb ich davon absehen werde sie aufzuzählen."

Er wusste zwar, dass man ihm daraus einen Strick drehen konnte und er ein oder zwei Thesen hätte anschneiden könnte, allerdings hatte Tenchiro danach gefragt was Kouhei über Bluterben wusste und wenn es um Wissen ging waren Vermutungen, der Meinung des jungen Mannes nach, fehl am Platz und würden seinen Vortrag nur unnötig in die Länge ziehen.Sein abschließender Tonfall machte zwar schon deutlich, dass er fertig war, allerdings bestätigte er das noch einmal mit einem kurzen Nicken und ohne die geringste Reaktion, wenn man einmal von den gelegentlichen Notizen beider Lehrer absah, musterten ihn die Prüfer eingehend und als nächstes sprach Ayaka.
"Als zweiten Teil der theoretischen Prüfung sollst du uns nun eine der Techniken, mit Ausnahme der Grundtechniken, die du bereits beherrschst, kurz und bündig erklären und demonstrieren. Du hast dafür genau zwei Minuten Zeit. Ab jetzt."

Wahrscheinlich hätte Kouhei sich nun Gedanken darüber gemacht, ob die fehlende Rückmeldung der Lehrer bedeutete, dass er beim ersten Teil etwas vergessen, sich zu kurz oder zu lang gefasst hatte, aber das Zeitlimit verhinderte recht gut, dass seine Gedanken in diese Richtung hätten abdriften können.
Die Anzahl der Nicht-Grundtechniken die er beherrschte belief sich nur auf drei. Darunter war ein mal das Kai, das sich nicht besonders gut vorführen ließ, wenn man nicht in einer Illusion gefangen war und natürlich eine claneigene Technik. Die würde zwar gut zum Thema seines Vortrags passen, musste aber auf eine Person angewandt werden und er hatte keine große Lust ins Fettnäpfen zu treten, weil er seine Lehrer angriff. Blieb also nur ein Jutsu.

Ohne ein Wort sah sich Kouhei kurz im Raum um und steuerte dann geradewegs auf eine Wand zu, während er seine Hände vor sich zusammenlegte, um ein Fingerzeichen zu formen. Zumindest konnte man davon ausgehen, dass es nur ein Fingerzeichen war, denn auch wenn die Ärmel seines Mantels so lang und breit waren, dass seine Hände in ihnen verschwanden hätte sich der Stoff bewegt, wenn er weitere Siegel geformt hätte.
Kurz vor der Wand begann der junge Prüfling erst zu sprechen, ohne dabei das Tempo zu reduzieren.

"Kinobori, der Baum- oder auch..." Dabei setzte er den ersten und kurz darauf auch den zweiten Fuß an die Wand und ging diese im gleichen Tempo wie zuvor hinauf, während seine Haare und sein Mantel hinabhingen. "...Wandlauf. Ein D-Rang Ninjutsu bei dem der Shinobi sein Chakra in den Füßen bündelt und es diesen ermöglicht an soliden Flächen haften zu bleiben. Eine Technik die zumeist gelehrt wird, um Shinobi darin zu trainieren ihr Chakra nach Belieben durch den Körper zu leiten und somit der Grundstein für viele andere Jutsus ist." Erst nachdem er ausgesprochen hatte fanden seine Füße zur Decke, da er schon einmal hatte merken dürfen, dass es sich kopfüber nicht besonders gut sprach. Für einen kurzen Augenblick blieb er an der Decke stehen und erst danach ging er auf die gleiche Art und Weise hinab, wie er hoch gelaufen war. Er hätte zwar gerne versucht sich einfach fallen zu lassen, aber bei etwas so wichtigem wie seiner Prüfung wollte er doch lieber nicht riskieren, eine unschöne Landlung hinzulegen.

Unten angekommen begab er sich wieder in die Mitte des Raumes und versuchte seine wilde Mähne einigermaßen zu ordnen, bis Ayaka nach einem kurzen Blickwechsel mit Tenchiro ihr Schreibbrett auf das Pult legte und aufstand.
"Deine praktische Prüfung findet um punkt 12:15 Uhr auf dem Trainingsgelände statt. Zu spät erscheinen kann Punktabzug oder den Ausschluss von der Prüfung bedeuten. Und benutze bitte diese Tür, um den Raum zu verlassen."
Dabei deutete sie mit einer Hand zur zweiten Tür des Raumes, was wohl erklärte wieso kein Prüfling in den Klassenraum zurück gekehrt war, und wartete noch bis er tat wie ihm geheissen. Erst danach ging sie wieder in den Klassenraum, um den nächsten Akademieschüler aufzurufen.


Endless Wait II


Etwas mehr als zwei Stunden hatte sich Kouhei die Zeit vertreiben müssen, da die praktische Prüfung der Schüler in der gleichen Reihenfolge stattfand wie die theoretische. Zunächst hatte der Sakkaku überlegt so lange nach Hause zu gehen, aber letztlich entschloss er sich doch, die ersten ein und halb Stunden in den Wäldern der vierten Plattform zu verbringen und lag die ganze Zeit nur still in dem weichen Gras, starrte zu den Wolken hinauf und sammelte seine Gedanken. Mal zog er eine genervte Miene, weil er sich einbildete, er hätte einen Satz in der theoretischen Prüfung besser formulieren müssen und mal schossen ihm eher nebensächliche Fragen, wie die, wann es endlich wieder regnen würde, durch den Kopf.

Erst nach etwas mehr als neunzig Minuten war er aufgestanden und wieder zur Akademie zurück gekehrt, weil er nicht riskieren wollte, dass ihn irgend etwas aufhielt und er zu spät käme. Die nächsten vierzig Minuten hatte er nach einer Pinkelpause also wieder einmal im Klassenraum verbracht in dem auch ein anderer Schüler auf seinen Einsatz wartete. Da beide keine große Lust zu haben schienen darüber zu sprechen was sie wohl in der praktischen Prüfung erwarten könnte und jeder der beiden auch im theoretischen Teil eine andere Aufgabenstellung erhalten hatte, ließen sie sich alle paar Minuten ein anderes, eher sinnfreies, Thema einfallen, um sich gegenseitig auf andere Gedanken zu bringen. Erst um Punkt zwölf Uhr erhob sich der junge Genjutsuka und machte sich auf den Weg zum Übungsgelände, das er etwa acht Minuten später, also wie immer etwas zu früh, erreichte.


2. Aufgabe: "Hindernis Ahoi"

Seine beiden Lehrer schienen nicht wirklich überrascht davon, dass Kouhei nicht auf sich warten ließ und hatten sich schon vor einem nicht all zu großen Waldstück positioniert von dem aus Ayaka Kouhei mit einem Lächeln zu sich wank und auch Tenchiro ein spöttisches „Pünktlich wie eh und je, was?!“ zum Besten gab. Beide schienen deutlich entspannter als während der theoretischen Prüfung, was wohl nicht nur an der frischen Luft, sondern vor allem daran lag, dass der praktische Teil lebendiger und unterhaltsamer war, als die theoretische Routine.
Kaum war Kouhei bei ihnen angekommen hielt Tenchiro erwartungsvoll die offene Hand in die Richtung des Prüflings und machte diesem recht schnell klar, worauf er hinaus wollte. „Deine Tasche.“
Kouheis Augenbrauen senkten sich zwar zunächst zu einem skeptischen Blick, allerdings zögerte er nicht lange und ließ eine Hand unter seinen Mantel wandern, nur um sie gleich darauf mit seiner Hüfttasche wieder zum Vorschein kommen zu lassen. Das Behältnis landete in Tenchiros Hand und noch ehe Kouhei hätte beobachten können was nun damit geschah, verschaffte sich Ayaka Aufmerksamkeit indem sie sich vor ihrem Schüler positionierte.
„Also dann wollen wir mal. Das Waldstück das du hier vor dir siehst ist 200 mal 200 Meter lang, allerdings befinden sich, wie beispielsweise dort drüben…“ dabei deutete sie mit einer Hand zu einem recht weit entfernten Baum an dessen Stamm Kouhei eine rötliche Schleife ausmachen konnte „…Markierungen an einigen Bäumen, die das Gebiet eingrenzen. Du wirst dich also in einer Fläche von 200 mal 50 Metern bewegen, und kannst nicht den ganzen Wald nutzen.
Deine Aufgabe ist es dich innerhalb von fünfzehn Minuten bis zum anderen Ende des Waldes vorzuarbeiten und dabei drei Markierungen einzusammeln. Übertrittst du den abgesperrten Bereich endet damit deine Prüfung, kommst du zu spät am anderen Ende des Waldes an bedeutet das Punktabzug und…“
Ohne ihren Satz fortzuführen sah sie zu Tenchiro der sich bis kurz zuvor noch an Kouheis Tasche zu schaffen gemacht hatte, die er ihm nun zuwarf. Schon als Kouhei sie fing fiel ihm auf, dass sie nun deutlich leichter war als zuvor und als Tenchiro Ayakas letzten Satz beendete, wurde die Vermutung des Sakkaku bestätigt. „Und du solltest ein jedes deiner Utensilien nur ein mal nutzen.“
Der Prüfling konnte sich zwar schon denken, dass man ihm nur jeweils ein Werkzeug übrig gelassen hatte, um das sicher zu stellen, nahm sich aber vor das später zu überprüfen und hakte die Tasche erst einmal wieder in den Hosenbund ein.
„Bist du so weit?“ Ein Windhauch zog an Kouhei vorbei und wirbelte einige Grashalme auf, als der Junge sich wieder zu seiner Lehrerin umwandte und mit einem knappen „Ja.“ bestätigte.
„Dann läuft deine Zeit ab…jetzt!“ Augenblicklich verschwanden die beiden Prüfer mit einem solchen Tempo, dass Kouhei nicht einmal sagen konnte in welche Richtung sie liefen und auch er fasste gleich darauf den Entschluss sich in Bewegung zu setzen.

„Zweihundert Meter in fünfzehn Minuten?“
Das wäre selbst für seine kleine Schwester mit ihren 5 Jahren kein Problem, also musste es einen Haken geben. „Vielleicht sind die Markierungen versteckt, oder…“ Eventuell lag es daran, dass er so sehr in Fallen vernarrt war, dass er sich auch in seiner Freizeit mit ihnen beschäftigte, vielleicht aber auch daran, dass Tenchiro einer der Prüfer war, aber er hatte schon so eine vage Vorstellung weshalb er für eine kurze Strecke so lang brauchen sollte.
Deshalb nahm er im Wald zunächst einmal ein etwas langsameres Schritttempo an und suchte Boden und Bäume nach Hinweisen ab, die auf eine Falle hindeuten könnten. Erst als fünfzehn Meter und nicht einmal eine halbe Minute später noch nichts dergleichen in Sicht war zog Kouhei wieder seine Tasche hervor und öffnete sie – allerdings nicht, um sich zu vergewissern, dass tatsächlich nur noch ein Senbon, ein Kunai, ein Explosionssiegel, eine Rauchbombe und sein Draht darin waren, sondern, um zu überprüfen, ob die Tasche auf irgendeine Art und Weise präpariert worden war. Dabei nahm er ein etwas schnelleres Tempo an und sah sich immer wieder hektisch um, um keine gespannten Drähte zu übersehen, falls es doch welche gab. Die Inspektion der Tasche auf eventuelle Siegel, Löcher oder ähnliches blieb ebenfalls ergebnislos, aber als Kouhei gerade dabei war sie wieder zurück zu stecken und sich hinter dem kühlen und konzentrierten Gesichtsausdruck Verwirrung darüber breit machen wollte, dass die Prüfung wirklich so leicht sein sollte, wurde er auch schon mit einem ersten Problem konfrontiert und machte erschrocken einen Satz zurück. „Was zur…?“
Er war sich sehr sicher, nein eigentlich war er sich sogar absolut sicher, dass er unentwegt geradeaus gegangen war, aber die roten Schleifen an den Bäumen vor ihm erzählten da eine ganz andere Geschichte. „Sie sagte doch zweihundert mal fünfzig, oder?“ Die rechte Augenbraue hob sich sacht und Kouhei sah sich perplex um. Er war mit Sicherheit noch nicht in der Nähe des Ziels, also konnten diese Schleifen im Grunde nur bedeuten, dass er schräg gelaufen und bei der seitlichen Abgrenzung angekommen war. Aber wenn es etwas gab was Kouhei niemals tat, dann war das torkeln. Mit einem verächtlichen Schnauben griff der Akademist zu einem der kleineren Äste am markierten Baum vor ihm und knickte diesen ab, um zu wissen, wenn er wieder an diesem Punkt ankäme. Aus der Befürchtung heraus zu viel Zeit zu verschwenden ging er nach rechts und lief in moderatem Tempo neben den markierten Bäumen her bis er etwas sah, was ihn nun, beim zweiten mal, nicht mehr ganz so sehr überraschte. Wieder war die Baumkette vor ihm mit Schleifen markiert und die Tatsache, dass sich die Markierungen überschnitten bedeutete wohl, dass er doch nicht schräg gelaufen war, sondern es tatsächlich vor ihm eine Absperrung gab. Sofort machte er kehrt und lief die kompletten fünfzig Meter in die entgegengesetzte Richtung, um zu überprüfen, ob es vielleicht ein oder zwei Bäume gab an denen sich keine Schleifen fanden – eine Art Durchgang. Dem war jedoch nicht so und schon bald kam er am westlichen Ende des Waldes an. Statt ihn noch mehr verzweifeln zu lassen beruhigte ihn die Tatsache jedoch, da einige Buchstaben in seinem Verstand hin und her sprangen und ein Wort ergaben, das das alles erklären konnte.
„Area-Genjutsu.“
Das hieß also, dass er sich einfach nur aus dem Einflussbereich der Illusion begeben musste. Dazu musste er aber erst einmal abschätzen wie weit sich dieser erstreckte, ohne dabei die tatsächliche Abgrenzung zu übertreten. Schnurstracks steuerte er auf einen der Bäume neben sich zu und kletterte diesen in der Hoffnung hinauf, von der Baumkrone aus mehr erkennen zu können, allerdings was dieser Versuch vergebens und er sprang wieder hinab, um noch einmal die Markierungen entlang zu laufen, bis er an dem abgeknickten Ast vorbei kam, der seine erste Markierung darstellen sollte. Dieser hing noch genau so da, wie er ihn gelassen hatte, und schien sich nicht einmal einen Millimeter bewegt zu haben. Und gerade das war es, was Kouhei abrupt stoppen ließ, als er keine fünf Meter weiter gelaufen war. Der Ast hatte sich nicht bewegt, weil es hier oben auf Soragakure selten windig war. Unten in Getsurin hatte man immer mit den Winden zu kämpfen, die das Meer in die Stadt trug, aber so weit oben war es immer vergleichsweise Windstill.
„Idiot!“
Wie ein Schleier der ihm von den Augen fiel erinnerte er sich an den einzigen Windstoß den er heute gespürt hatte. Den, als er sich nach der Aufgabenstellung zu Ayaka umgedreht hatte. Den ganzen Tag kaum Wind und dann ein Hauch der so stark war, dass er Gräser und Blätter aufwirbelte. Wohl kaum. Eine sehr viel bessere Erklärung war da wohl eine Technik mit der er schon einmal im Unterricht konfrontiert wurde, als es um Illusionen ging. Magen – Narakumi no Jutsu. Ein Genjutsu, dass dem Anwender eine schreckliche Vision schickt und jetzt im Moment war das schrecklichste was Kouhei sich vorstellen konnte wohl, zum Scheitern verurteilt zu sein, ehe er die Prüfung richtig begonnen hatte.
Zügig wurden die Hände unter seinen Ärmeln zusammen gelegt und er konzentrierte sich darauf seinen Chakrafluss für einen Moment zu unterbrechen, wobei sich auch sein Yume Utsutsu für einen Augenblick manifestierte. Kai.
Just in diesem Moment verschwanden die roten Schleifen an den Bäumen vor ihm und während Kouhei weiterlief schossen ihm unzählige Beleidigungen durch den Kopf, die allesamt ihm selbst galten und nichts für Kinderohren waren. „Wie lange hat das gedauert? Drei, vier, vielleicht fünf Minuten? Wenn du dich beim Rest des Weges auch so dämlich anstellst brauchst du nach der Prüfung gar nicht erst nach Hause zu gehen.“

Die Zähne fest zusammen gebissen und darum bemüht sich wieder auf seine Umgebung zu konzentrieren lief er in moderatem Tempo weiter durch den Wald und nahm sich vor wirklich auf jedes Detail zu achten, um nicht wieder ins Fettnäpfen zu treten und noch mehr Zeit zu verschwenden. Und dieser Vorsatz sollte schon einige Meter später belohnt werden, denn auch wenn er die gut sichtbare blaue Schriftrolle etwa fünf Meter vor ihm sofort erkannte, war es nicht das, was seine Aufmerksamkeit beanspruchte, sondern der Boden davor.
Fallgruben die nicht durch Genjutsu getarnt wurden hatten eine große Schwäche, denn vor allem in einem fruchtbaren Wald wie diesem fiel es ganz einfach auf, wenn einige Grashalme heller waren als die anderen. Ein klares Zeichen dafür, dass sie schon eine Weile keine Flüssigkeit mehr aufnehmen konnten und keinerlei Verbindung mehr zum Erdreich hatten. Mit einem Schmunzeln ging Kouhei in die Hocke und tippte einem Finger in genau diese Fläche, nur um zu beobachten, wie ein etwa einen Meter langes und sechs Meter breites Stück des Bodens nachgab und kurz davor stand in die Tiefe zu segeln. „Die Falle ist viel zu kurz. Wenn man da rein tritt, kann man sich problemlos noch am Boden festhalten und sich raufziehen. Und überspringen könnte man sie auch ohne Probleme.“ Dennoch ging Kouhei nicht davon aus, dass Tenchiro, auf dessen Mist die Fallgrube sicher gewachsen war, sie aus reiner Faulheit so klein ausgegraben hatte. „Wie hieß es doch immer so schön im Grundkurs? Wenn eine Falle offensichtlich und ineffektiv ist, dann ist ihr einziger Effekt…“ Noch immer mit einem Schmunzeln auf den Lippen griff er in seine Hüfttasche, holte ein Kunai heraus und warf es behutsam und der Breite nach auf den Boden hinter der Fallgrube. Sofort schnellte einer der großen Äste weit über Kouhei hoch, das Kunai wurde wie von Geisterhand einige Zentimeter nach rechts gezogen und einen Augenblick später baumelte ein Seil den Baum in der selben Richtung runter und verdeutlichte Kouhei wo er nun hängen würde, wenn er einfach auf die Schriftrollte zu gesprungen wäre.
„…dann ist ihr einziger Effekt, das Opfer von der wirklichen Falle abzulenken.“

Jetzt erst machte Kouhei einen Satz über die Fallgrube und Steckte die erste Schriftrolle ein, während er weiter lief. Auch das nächste Hindernis bereitete keine wirklichen Probleme, denn die klebrige Substanz auf dem Boden wurde ganz einfach dadurch umgangen, dass er Kinobori nutzte, um von einem Baumstamm zum nächsten zu springen und den Boden gar nicht erst berühren zu müssen.
Die vierte Etape kostete Kouhei allerdings wieder zwei Minuten, da die in den Boden gerammte Schriftrolle über Drähte mit mehreren Fallen verbunden war. Zu vielen, als das Kouhei es riskiert hätte sie eine nach der anderen kontrolliert auszulösen. Stattdessen schob er ein Senbon durch die Öffnung in der Mitte der Schriftrolle und drückte es so tief in das Erdreich, wie es ihm möglich war, nur um danach mit einer ruckartigen Bewegung die Schriftrolle aus dem Boden zu ziehen. Beinahe alle Baumkronen in seiner Nähe raschelten zwar, als sich die Schlaufen aus Draht, die um die Schriftrolle gewickelt waren, öffnen wollten, da das Senbon aber die vollständige Öffnung der Schlaufen verhinderte konnte man lediglich dank dem metallischen Klappern in den Baumkronen vermuten, dass zahlreiche Kunai auf den Sakkaku zugeschossen gekommen wären, wenn er versucht hätte die Schriftrolle einfach so heraus zu ziehen.

Dank seiner typischen Geduld die ihn auch nach der Zeitverschwendung beim ersten Hindernis nicht überstürzt handeln ließ war Kouhei also körperlich noch nicht wirklich ausgelaugt, als er im letzten Drittel des Waldstücks ankam. Die geistige Erschöpfung war dafür umso größer. Er war es einfach nicht gewohnt sich gleichzeitig schnell aber auch so übervorsichtig voran zu bewegen, dass ihm keine Kleinigkeit entging und die Anspannung machte sich bemerkbar indem allmählich ein Pochen in seinen Schläfen begann, das baldige Kopfschmerzen einläutete. Wohl auch deshalb fiel es ihm deutlich schwerer das nächste Waldstück nach Fallen oder ähnlichem abzusuchen und er bemerkte zwar, dass wieder einmal der Boden durchnässt und diesmal eher extrem rutschig und mit zahlreichen Shuriken gespickt war und sprang deshalb wieder auf einen Baum, erkannte das Explosionssiegel, das zwischen den Blättern des Baumes hing aber erst, als er es herunterbrennen hörte. Ausweichen konnte er der Explosion, die den Baum ein wenig in Mitleidenschaft zog, zwar noch mit einem Sprung zum großen Ast eines anderen Baumes, aber es schien fast als wäre das letzte Hindernis durch den Krach geweckt worden. Und bei diesem Hindernis handelte es sich um eines, bei dem dem Schüler seine Faszination für Fallen nicht wirklich helfen konnte.

Blitzschnell, aber nicht so schnell wie nach der Prüfungserklärung, schoss Tenchiro aus einem nahen Buch und warf Kouhei drei Shuriken entgegen von denen zwei in Richtung seines Kopfes und eines in Richtung Hals flog. Mehr intuitiv, denn alles andere lies Kouhei den Ast los und ließ sich zu Boden sinken, um seinen Kopf zu schützen. Als seine Füße den Boden berührten wäre er zwar fast am Gras ausgerutscht und zu Boden gefallen, konnte sich aber noch mit Mühe am Baumstamm abstützen.
„Das ist doch wohl nicht ernst gemeint. Wie zur Hölle soll ich an einem erwachsenen Shinobi vorbei kommen, der das Gebiet in- und auswendig kennt?“
Dies war einer der Momente in denen eine von Kouheis Schwächen sich am besten zeigte. Er plante und taktierte zwar gern, aber er brauchte Zeit und konnte nicht damit umgehen, wenn er blitzschnell reagieren sollte. Wohl auch deshalb konnte der Akademist die vielen Ideen die ihm nicht durch den Kopf gingen nicht sortieren und lediglich ein Gedankengang setzte sich durch, als die nächsten Shuriken auf ihn zu geflogen kamen. Er musste fliehen.
Mit plötzlich sehr viel schwerem Atem und einem Blick der nicht mehr ganz so ruhig und seriös sondern eher panisch wirkte stieß er sich an dem Baum ab, sprang zum Ast eines weiteren und zog sich an diesem Hoch, damit der Baumstamm zwischen ihm und Tenchiro war und den direkten Blickkontakt verhinderte. Sofort wurden die Hände aneinander gelegt und ein weiteres Siegel geformt. Bunshin no Jutsu.

Gerade als Tenchiro, ganz ohne unter dem rutschigen Boden zu leiden, auf Kouhei zulaufen wollte schoss dieser aus der Baumkrone und sprang geradewegs auf den Lehrer zu, dessen gelangweilter Gesichtsausdruck nur durch ein hämisches Grinsen aufgelockert wurde. Ein Laie hätte vielleicht angenommen, dass der Schüler wirklich versuchte seinen Prüfer frontal anzugreifen, aber Tenchiro wusste es nun einmal besser. Ohne zu zögern schlug er mit dem Handrücken nach dem Doppelgänger, bevor dieser ihn erreichen konnte und der falsche Kouhei löste sich augenblicklich auf. Somit wunderte den Prüfer das was folgte nicht wirklich. Wieso nur versuchten es Schüler immer mit so simplen Tricks? Der Doppelgänger war natürlich nur eine Ablenkung gewesen und der echte Kouhei, der von Baum zu Baum in Richtung Zielbereich springen wollte fiel Tenchiro nicht nur sofort auf, sondern er wurde von einem Shuriken getroffen, noch bevor er den zweiten Baum erreichen konnte. Nein, eigentlich war es besser zu sagen, dass er vom Shuriken getroffen worden wäre, hätte es sich wirklich um den echten Kouhei gehandelt. Stattdessen löste auch diese Gestalt sich auf, als sie von der Wurfwaffe getroffen wurde und tatsächlich hoben sich Tenchiros Augenbrauen zu einem skeptischen Blick. „Oh?“ Ein kurzer Ton, der nicht wirklich verwirrt oder überrascht klang. Für den Lehrer der zunächst einen simplen Trick durchschaut zu haben glaubte war das nur ein simpler Trick der aus zwei, statt nur einem Trick bestand. Ein Doppelgänger kam auf ihn zu, der andere versuchte in Richtung Zielbereich zu fliehen, also musste das Original noch immer hinter dem Baum sein.
Augenblicklich verschwamm die Gestalt des Erwachsenen und er erschien beinahe im selben Moment auf dem Ast, auf dem er seinen Schüler vermutete, nur um dann mit einem breiten Grinsen ein „Verstehe.“ hinzuzufügen. Denn tatsächlich war Kouhei nicht dort wo er erwartet wurde und nur ein Rascheln im Dickicht verriet, dass er einen ganz anderen Fluchtweg eingeschlagen hatte. Zurück in den Teil des Waldes aus dem er eben erst gekommen war.

„Verdammt, das war knapp. Drei Sekunden später und Tenchiro-sensei würde mich nun kopfüber vom Ast baumeln lassen.“
Krampfhaft versuchte der Schüler, der eher aus Panik diesen Weg eingeschlagen hatte seinen schweren Atem zu unterdrücken und einen brauchbaren Plan zu schmieden, bis er an einer Baumpartie vorbei kam, die ihm bekannt vorkam. Seine Augen weiteten sich, als er den Boden in der Nähe nach seinem Senbon absuchte und sofort griff er hektisch nach seiner Tasche um ein weiteres Utensil heraus zu holen, das er im Vorbeilaufen an einem sicken losen Ast anbrachte.

Als Tenchiro seinen Schüler einholte musste er nicht lange suchen, um Kouhei versteckt in einem Gebüsch auszumachen und ein spöttisches „Du weisst aber schon, dass du in die falsche Richtung läufst, oder?“ zum Besten zu geben, nur um gleich darauf auf den Sakkaku zu zu springen und ihn dazu zu bewegen, sich aus dem Dickicht zu wagen.
Noch immer war Kouheis Atem schwer, als er aus dem Busch sprang und sich zwischen einigen Bäumen in Deckung bringen wollte und Tenchiro musste nicht einmal hinsehen, um zu wissen, wo sich der schwarzhaarige Junge befand. „So nah am Ziel und doch so fern.“
Ohne ein Wort ließ sich Kouhei weiter zurück drängen, indem er immer wieder versuchte Tenchiros Schlägen mit kleineren Sprüngen auszuweichen und erst als er stolperte, schien es so, als würde er die Faust seines Lehrers geradewegs in die Magengrube bekommen. Doch auch wenn das ein oder andere Ausweichmanöver eher aus der Panik heraus entstand war zumindest dieses Stolpern geplant und nach einem schnellen Zusammenlegen der Finger, war da kein Kouhei mehr, der von dem Schlag getroffen wurde, sondern durch ein Kawamiri no Jutsu erschien stattdessen ein dicker, morscher Ast vor dem Lehrer an dem das zuvor angebrachte Explosionssiegel nur zu gut sichtbar war.
Tenchrio war gerade im Begriff sich, enttäuscht darüber, dass Kouhei das Siegel nicht sofort gezündet hatte, von dem Ast abzuwenden und sich in Sicherheit zu bringen, als sein Blick auf den Boden unter dem Ast fiel und ihm schlagartig bewusst wurde, wo er sich hier befand.
Kouhei wusste, während er in Richtung Ziel sprintete nicht genau wie lange er warten musste, aber ihm war klar, dass er das Siegel nicht sofort zünden durfte, wenn er sein Ziel erreichen wollte und so formte er erst dann ein Kassei, als der Ast schon fast zu Boden gefallen war. Innerhalb eines Augenblickes explodierte zunächst das Siegel und während der Ast auf das, im Boden angebrachte, Senbon fiel durchriss die Explosion die vielen Drähte, die mit der Wurfwaffe verbunden waren und löste damit die Falle aus, die man zuvor als Hindernis für Kouhei platziert hatte. Eine Heerschar an Kunai schoss aus den Baumkronen und genau auf den Punkt zu an dem sich Kouhei und Tenchiro kurz zuvor noch befunden hatten.

Der Schüler musste nicht hinsehen, um zu wissen, dass sein Lehrer weder von der Explosion noch von seiner eigenen Falle getroffen worden war, denn auch wenn er die Sorge nie wirklich los wurde, hatte man ihm doch oft genug demonstriert, dass die Lehrer sehr gut auf sich aufpassen konnten. Ohne zurück zu blicken sprang er deshalb auf den gleichen Ast an dem er gehangen hatte, als Tenchiro erschien und sprang von diesem aus weiter in Richtung Waldausgang. Es waren vielleicht noch zwanzig Meter und er konnte von seiner Position sogar schon die letzte Schriftrolle sehen, die auf dem Boden kurz vor dem Ende des Waldes lag, aber als kleine Rückversicherung nahm er noch das vorletzte Utensil aus seiner Tasche und warf im Sprung eine Rauchbombe hinter sich, damit die Sicht des eventuellen Verfolgers getrübt wurde.
Sein Herz wollte ihm vor Aufregung schon aus der Brust springen, als er die Schriftrolle an sich nahm und gleichzeitig Bewegungen hinter sich hörte.
Tenchiro ließ sich nicht von dem Rauch aufhalten, schoss geradewegs durch diesen hindurch und als sich Kouhei bei seinem letzten Schritt vor dem Ziel umdrehte und rückwärts weiterging war die, mit einem Kunai bewaffnete, Faust des Lehrers nur Zentimeter von seinem Gesicht entfernt.
Alles wurde still und Kouhei fühlte sich, als säße er in einem Standbild fest, das sich in alle Ewigkeit als sein „Scheitern auf dem Weg des Shinobi“ in den Verstand brennen würde. Nicht einmal Tenchiro schien sich noch zu bewegen und der junge Sakkaku fragte sich, ob das wirklich einer dieser berüchtigten Momente sein sollte, in denen das Leben an einem Vorbeiziehen müsste. Er hatte es immer für Unsinn gehalten, dass jemandem der versagte dafür genug Zeit gegeben wurde.
Erst als der schwarzhaarige Fallennarr das Klicken einer Stoppuhr hinter sich hörte begriff er, dass nicht die Welt stehen geblieben war, sondern einzig und allein Tenchiro. Dieser schien noch einen Augenblick lang den erschrockenen Gesichtsausdruck Kouheis genießen zu wollen und steckte erst danach sein Kunai mit einem enttäuschten Zischen weg. Auch Ayaka, die sich hinter Kouhei reichlich ignoriert vorkam, wedelte mit einer Hand vor seinen Augen herum, während sie um ihren erstarrten Schüler herum ging, vor ihm stehen blieb und mit einem Finger auf den Boden deutete. Zögerlich folgte der Sakkaku diesem Finger mit seinem Blick und als er sah, dass er die Zielmarkierung übertreten hatte brachen Erleichterung und Erschöpfung gleichzeitig über ihn herein und er ließ sich zurück fallen.
Nicht einmal Ayakas „Ruh dich ein wenig aus. Wir werden uns so lange über deine Leistung beraten.“ nahm er wahr, als er rücklings im weichen Gras landete und schwer atmend zum Himmel hinauf sah.

Das Gespräch der beiden Prüfer fand einige Meter entfernt statt und dauerte kaum mehr als fünf Minuten, in denen Kouhei zumindest wieder die Energie sammeln konnte, um aufzustehen.
Als Ayaka schließlich auf ihn zu kam und Tenchiro ihr mit wenig Abstand folgte waren die Blicke der beiden wieder so ernst und distanziert wie bei der theoretischen Prüfung und Kouhei meinte allein daran schon abschätzen zu können, dass er durchgefallen sein musste. Er hatte sicher viel zu lange für die praktische Prüfung gebraucht und immerhin hatte er eine Falle ausgelöst und auch die theoretische Prüfung hätte er sicher noch viel besser abschließen können. Ein simples „Du bist durchgefallen.“ Hätte der Junge, der absolut nicht mit seiner Leistung zufrieden war, also stillschweigend und ohne Widerworte hingenommen. Dennoch ließ er sich von seiner Resignation nicht viel anmerken und versuchte die Abreibung die nun sicher folgen würde einfach irgendwie zu überstehen.

Ayaka seufzte zunächst und warf noch einen Blick auf das Clipboard in ihrer Hand, bevor sie Kouhei ansah und mit ihren Ausführungen begann.
„Sakkaku Kouhei-kun, deine Ausführungen zu den Bluterben im Allgemeinen und dem Yume Utsutsu waren klar gegliedert, wurden sicher und nicht zu hektisch, sondern mit rhetorischen Pausen und in einem angenehmen Tempo geschildert. Auch inhaltlich fanden wir nichts zu bemängeln. Das Entstehen der Doujutsu hast du zwar angeschnitten, aber nicht weiter ausgeführt, was dir ebenfalls positiv zu Gute gehalten werden muss. Schließlich hatten wir nach deinem Wissen und nicht etwa nach Thesen und Vermutungen gefragt, die ein Fall für die Wissenschaft und nicht etwa für den Akademieunterricht wären.“
Trotz der bisher eher positiven Kritik klang die hübsche Lehrerin die ganze Zeit über ein wenig enttäuscht.
„Was die Demonstration einer Technik betrifft hätten wir beide uns mehr darüber gefreut, wenn du uns, passend zu deinem Vortrag, ein Jutsu deines Bluterbes gezeigt hättest, allerdings war das nicht die Aufgabe und das Jutsu, für das du dich entschieden hast, entsprach ebenfalls den Kriterien und wurde kurz und knapp geschildert und erfolgreich ausgeführt.
Somit sehen wir keinen Grund, wieso wir dir für den theoretischen Teil der Prüfung nicht die volle Punktzahl von 40 Punkten geben sollen.“

Ein anderer Schüler hätte sich an diesem Punkt wohl schon innerlich gefreut, oder gelächelt, aber Kouhei war trotz dem gesagten beunruhigt, weil Ayakas Tonfall nicht darauf schließen ließ, dass sie wirklich zufrieden war. Es musste noch einen Hakten geben. Und um diesen zu erfahren rang sich der junge Geninanwärter ein vorsichtiges „Aber…?“ ab, das sofort von seiner Lehrerin aufgenommen wurde, die mit einem milden Lächeln verkündete. „Aber…kein aber.“ und sich gleich darauf lachend Tenchiro zuwandte. „Süß, wie schnell sich die Kleinen verunsichern lassen, oder? Das klappt doch wirklich immer wieder.“

Tenchiro schüttelte zunächst einfach nur resigniert den Kopf, musste aber ebenfalls Grinsen, als er das Zucken im rechten Auge seines Schülers sah, und daraus schloss, dass der Sakkaku sich mehr als nur ein wenig veralbert vorkam.
Ohne all zu große Umschweife konzentrierte er sich allerdings wieder auf seine Aufgabe und begann mit der Auswertung des zweiten Teils.
„Sag mal, wie kann es sein, dass gerade du als Genjutsuka beinahe fünf Minuten brauchst, um zu erkennen, dass du durch eine Illusion läufst? Du hast bei diesem Hindernis sehr viel unnötige Zeit verschwendet, allerdings bist du nicht verzweifelt und bist auch bei den nächsten Hindernissen nicht hektisch geworden, sondern hast sie so geduldig und – vor allem bei meiner Drahtkonstruktion – kreativ bewältigt, wie man es von einem Schüler erwartet, der den Inhalt jedes Fallenkurses geradezu in sich aufsaugt.
Erst beim fünften Hindernis hast du scheinbar dem Zeitdruck nachgegeben und hast eine Falle ausgelöst, statt dich so behutsam vorzutasten wie zuvor. Manchmal spart man mehr Zeit indem man geduldig und vorsichtig vorgeht.
Bei dem letzten Hindernis – mir selbst – muss ich zugeben, dass ich anfangs ein wenig enttäuscht war. Du bist ziemlich erschrocken und das hat man vor allem daran bemerkt, dass dein zuvor ruhiger Atem völlig ausser Kontrolle geriet.“ Erst jetzt lächelte auch Tenchiro und nahm dabei eine Hand hinter den Rücken.
„Allerdings hast du erkannt, dass du dich, so verwirrt und laut wie du Dank deines Atems warst, nicht an mir hättest vorbei schleichen können und hast mich nicht nur bewusst in eine Falle gelockt, sondern dir sogar eine meiner eigenen Fallen zu Nutze gemacht. Die Rauchbombe hätte mir in einer reellen Situation zwar einen Hinweis darauf gegeben, wo du dich befindest, da dein Ziel jedoch von vornherein klar war, war es ein logischer Versuch, mein Tempo dadurch zu drosseln.
Jedoch trat etwas ein, was ich von einem Schüler der in drei Jahren nie unpünktlich zum Unterricht erschienen ist, nicht erwartet hätte und du wirst wohl das erste mal die folgende Aussage im Bezug auf deine Person hören: Du bist zu spät!
58 Sekunden zu spät, um genau zu sein. Das sind zwei Punkte Abzug. Das Überwinden jedes weiteren Teilbereiches hätte dir jeweils bis zu zehn Punkte eingebracht und da du im vorletzten Bereich eine von drei Explosionsfallen ausgelöst hast sind das weitere drei Punkte Abzug. Somit hast du in der praktischen Prüfung 55 von 60 möglichen Punkten erreicht.“

Sofort ergab sich daraus das Gesamtergebnis für Kouhei, aber für einen Jungen der stets die Perfektion anstrebte waren fünf Punkte Abzug schon eine Menge. Selbst jetzt hätte es ihn nicht überrascht, wenn man ihm gesagt hätte, dass er 96 oder 97 Punkte brauchte, um zu bestehen, oder sich nur knapp durchgemogelt hatte. Umso überraschender waren daher Tenchiros nächste Worte.
„Damit hast du 95 von 100 möglichen Punkten erzielt. Um die Prüfung zu bestehen waren mindestens 80 Punkte nötig, also freut es uns beide dir an dieser Stelle mitteilen zu dürfen, dass du bestanden hast.“

Noch bevor der Anwärter die Worte verdauen konnte kramte Ayaka einen Protektor mit vier vertikal eingravierten Strichen – dem Symbol Amegakures – aus einer kleinen Tasche und hielt es ihm hin.
„Herzlichen Glückwunsch Kouhei-kun und ich hoffe, dass du uns auch auf deinem übrigen Weg keine Schande machen wirst.“
Statt den Protektor anzunehmen sah Kouhei diesen einfach nur fassungslos an und schien nicht wirklich begreifen zu wollen, dass er bestanden hatte, sodass Ayaka mit den Fingern der freien Hand schnippte, um ihn wach zu rütteln. „Weisst du, das ist für gewöhnlich die Stelle, an der sich ein Anwärter freut…“
Tatsächlich entlockte diese Aussage dem jungen Mann ein Lächeln und er verbeugte sich, wie schon zur Begrüßung, vor seinen Lehrern und gewann sich ein zögerliches „Danke Ayaka-sensei und danke Tenchiro-sensei.“ ab, während er nach dem Protektor griff.
Er würde sich natürlich noch darüber freuen können bestanden zu haben, später, wenn er es wirklich verdaut hatte, aber jetzt in diesem Moment schoss ihm ein ganz anderer Gedanke durch den Kopf, der jedem, der ihn noch nicht so lange kannte wie seine Lehrer banal erschienen wäre. „Zu spät. Ich beginne meine Laufbahn als Genin mit einem…zu spät.“
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Alt 04.12.2009, 08:24   #23
Kaishira Asuka
 
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Prüfung: Kaishira Asuka

Prüfer: Kenji, Tenshiro


Ein Normaler Morgen!

Die Sonne stand gerade so am Horizont, also noch irgendwo unter den Wolken verborgen die man von Sora aus sah. So schätze zumindest Asuka, natürlich bedeckten Wolken die Aufgehende Sonne nicht, die Wolken erschafften in Sora einen eigenen Horizont an dem die Sonne aufging. So erkannte sie es zumindest bei einem Blick aus dem Fenster. Dabei überlegte sie wie jeden Morgen an dem sie sich weit über die Brüstung lehnte um draußen zu rauchen, wie lange man wohl fallen würde bis man im Meer oder einer Straße von Getsurin aufschlug. Warum draußen? Weil Reika es nicht mochte wenn sie in ihrem Zimmer rauchte. Man hatte es einfach nicht leicht als Raucherin. Asuka brauchte aber gerade an diesem Morgen die Kippe, denn es stand ihre Geninprüfung bevor. Eigentlich stand die Genin Prüfung mehr oder weniger sogar direkt vor der Tür. Ein lautes Gähnen riss Asuka aus ihren Gedanken. „Um wie viel Uhr ist die Prüfung?“,fragte kurz darauf die selbe Stimme. „Guten Morgen Reika“, erwiderte Asuka neutral und lies die Zigarette aus dem Fenster fallen. Ob die Glut wohl aus ging bevor sie Getsurin erreichte? Oder steckte sie gerade die Haare von jemanden in Brand setzte? Nicht zu vergessen was wohl war sollte die Zigarette durch den Fall so schnell wurde, dass sie den Kopf von jemandem durchschlug? Asuka fühlte sich fast etwas schuldig... „Um zehn“, antwortete sie ihrer Schwester. „Wie unfair, Schule ist schon um acht!“, antwortete Reika und warf sich von hinten auf ihre Schwester, umschloss diese mit beiden Armen und begann in Asukas Schlafanzug nach deren Brust zu suchen! „Für meine Zwillingsschwester hast du aber viel kleinere Brüste.“ „Das liegt sicher daran, dass wir nicht eineiig sind“, meinte Asuka dazu kühl. „Auch wieder wahr!“, erkannte Reika, drückte und rieb weiterhin einigen unspezifischen Stellen unter dem Pyjama, bis Asuka sie endlich zurück lehnte und zusammen mit ihrer Schwester im Bett landete oder besser auf dieser landete. Dann richtete sie sich einfach wieder auf und war Reika los. TADAA!! Wie immer war Asuka stolz auf ihre Genialität wenn es darum ging ihre Schwester davon abzuhalten sie sexuell zu missbrauchen. Als etwas anderes konnte man das doch wohl kaum bezeichnen! Vielleicht kam Reika da auch einfach mehr nach ihren Müttern? Denn durch die dünnen Wände hörte man diese auch diesen Morgen, weshalb Asuka wohl nicht mit einem Frühstück rechnen konnte zumindest nicht die nächste Stunde. Dennoch führte Asukas Weg sie zuerst einmal in die Küche, wo sie das einzige Gericht zubereitete, dass sie beherrschte: Kakao. Nichts ging über einen warmen Kakao am Morgen, dazu eine weitere Zigarette und so lies es sich am Küchentisch erst einmal aushalten.
Ein wenig später kam Reika, schon geduscht und angezogen und bereits natürlich mit Kopfhörern um den Hals. Asukas Kopfhörer setzte sie dieser direkt auf den Kopf beim vorbei gehen und schnappte sich auch ein Kakao. „Wenn du nun auch Ninja wirst, werde ich dann Co-Co-Co-Leiterin?“ „Ein Co zu viel...“ „Also Co-Co-Leiterin?“ Asuka nahm einen Schluck und legte den Kopf leicht schief, während sie ihre Kopfhörer etwas richtete und kurz etwas über ihre Antwort nach dachte. Die einfachste Antwort wäre „Nein“, aber Reika könnte beleidigt sein. Vielleicht wäre daher „Nein, weil Hiro und ich sicher abwechselnd genug Zeit finden um als Leiter zu arbeiten.“ Oder vielleicht einfach auf Hiro schieben und sagen: „Das muss Hiro entscheiden, als Co-Leiterin kann ich das nicht entscheiden.“ Als letzte Alternative wäre es auch möglich sie zu Prüfen und zu sagen „Wenn du dein erstes Event organisiert hast vielleicht“ und dann erst danach „Nein“ sagen? So hätte Asuka zumindest das Problem etwas auf Eis legen können. Denn wenn sie so ihre Schwester ansah, war sie zwar super darin für Stimmung zu sorgen oder alle Hinter der Bühne mit Essen zu versorgen, aber wirklich eine Halle buchen oder für Dekoration sorgen, dazu noch die Titelliste auf zu stellen, Elektronik an zu schließen und dafür sorgen, dass auch wirklich nichts schief ging... das alles konnte sie nicht. (Hiro übrigens auch nicht. Bis jetzt war Asuka das einzige Multitalent gewesen.) Aber wie sollte sie das sagen ohne ihre Schwester zu verletzten? Am frühen Morgen schon mit solchen Problemen belastet zu werden war zu hart...
„Nein!“, war die einfache Antwort die Reika letztendlich bekam und aus Asukas Mund zusammen mit etwas Rauch entwich. Man konnte sehen dass Reika etwas beleidigt war. „Mama Asuka raucht schon wieder in der Küche!!“ Ja man konnte es sehen und hören... Das einzige das man in diesem Moment tun konnte war ausweichen. Denn nur knapp verfehlte das Kunai ihrer Mutter Asukas Kopf und durchtrennte die Zigarette in Asukas Mund. „In der Küche wird nicht geraucht!“, meckerte Saiki und baute sich nur in ein Bettlaken gehüllt so sehr auf wie man sich nun mal nur in ein Bettlaken gehüllt aufbauen konnte. Direkt hinter ihr kam auch Mama Nr.2 und hatte noch sichtlich mit ihren langen wirren Haaren zu kämpfen, während sie versuchte sich selbst eine Zigarette an zu zünden, ohne sich selbst die Haare an zu zünden. Das alle vollkommen ohne Laken, sprich nackt!

Saiki: „Hach ich liebe es, wenn du meine Tadel unterbrichst!“
Saiki fällt Muramasa um den Hals.
Muramasa: „Asuka hol mir ein Bier.“
Asuka geht ein Bier holen.
Saiki: „Aber denk daran nicht in der Küche zu rauchen!“
Asuka übergiebt das Bier an Muramasa die es mit einem Schluck leert.
Muramasa: „YOOOOSH!!“
Saiki sieht böse zu Asuka.
Muramasa zuckt mit den Schultern.
Abgang, Saiki & Muramasa.

So endete das Schauspiel und hinterließ eine etwas verwirrte Asuka und zumindest war Reika wieder gut gelaunt. „Musst du nicht los?“, folgte Asukas Counter. „Oh Mist!“
Ruhe kehrte wieder in die Küche ein und nach einem kurzen Blick den Flur herab zündete Asuka erneut eine Zigarette an. Ob der Rauch von ihr oder von Muramasa-Mama stammte würde niemand merken. Langsam musste sie sich aber auch den Vorbereitungen für die Genin Prüfung denken.


Step 1: Duschen

Asuka wie fast jedes Mädchen ihres Alters, aber besonders Asuka die gerne ihren ganzen Tag durch plante um Überraschungen möglichst aus dem Weg zu gehen, setzte ihren Tag auch diesen Tag mit einer einfachen Dusche fort. Das launwarme Wasser tat gut. Den Körper unter fließendem Wasser zu reinigen ähnelte irgendwie einer Meditation. Es wusch Körper und Geist rein. Vielleicht trainierten Mönche daher unter Wasserfällen. Dann mussten Mönche aber sehr unreine Körper und ein unreinen Geist haben. Es war wohl eher zum steigern der Ausdauer oder ähnliches. Asuka wollte keinerlei Ausdauer vom Duschen, weshalb dieses auch nach genau zehn Minuten zu Ende ging. Haare und Körper dufteten beide nach Jasmin, sehr dezenter Jasmin. Ja wie Tee...


Step 2: Anziehen

Asuka, anders als die meisten Mädchen, hatte für jeden Tag des Monats ein extra Fach für ihre Kleidung. Die meisten sortierten da sicher nach Unterwäche, Socken, Jacken, Pullovern usw. aber nicht sie, so eine Anordnung machte gar kein Sinn! Es gab übrigens auch extra Fächer dafür falls es Regnen sollte, was es in Sora eher weniger Tat. (Bitte versucht nicht euch diesen Schrank vor zu stellen.) Für den Tag der Geninprüfung hatte sie auch extra ihre Kleiderstücke zurecht gelegt, ordentlich von oben nach unten in der Reihenfolge in der sie, sie anzog. Also lag ganz oben das Höschen: weiß mit einem Muster aus roten Sternen. Darüber der BH: selbe Farbe, selbes Muster. Okay das war gelogen, Asuka war so flach sie brauchte kein BH. Auf das Höschen folgte somit ein weißes Trägertop mit Sternenmuster, was als Unterwäsche diente. Dazu um ein kontrast zu setzen eine kurze, eng anliegende, schwarze Hose, ohne Muster, eine schwarzes Sweatshirt mit Reisverschluss, welches ein roten Stern auf dem Rücken trug und lange schwarze Strümpfe, die fast bis zur Hose reichten. Alles in Schwarz, denn es eignete sich gut zum verstecken, sollte dies wichtig sein. Dazu Sneaker in Schwarz!


Step 3: Ausrüstung Überprüfen

Weiter ging der Tag erst einmal mit einer Zigarette vorm Fenster, sprich erneut mehrere hundert Meter über dem Erdboden. Es war gut sich Zeit zu nehmen bei den meisten Sachen die man tat, so konnte man diese Zeit in unruhigen Momenten wieder gut machen und fühlte sich dennoch nicht gehetzt. „Wieder gut machen“ hieß so viel wie, dass in ruhigen Momenten die Zeit langsamer lief und in hektischen die Zeit schneller, hatte man beide lief die Zeit im Schnitt relativ konstant. Dabei war Ruhe sich auf nur eine Sache konzentrieren zu müssen, in diesem Fall die Form die der Rauch machte den Asuka ausblies. Wirklich konnte man darin nicht viel sehen, doch zu behaupten man sei fantasievoll war eine gute Ausrede für ein Kind das an einem Morgen schon drei Zigaretten geraucht hatte. Aber auch was Rauchen anging funktionierte das „Wieder gut machen“-Prinzip.
Als die Zigarette endlich ihren Weg ging um der nächsten Person den Kopf zu durchschlagen wand sich das Mädchen wieder der Arbeit für ihre Vorbereitung zu. Der Blick durch das große Zimmer, geschmückt mit Postern und der unordentlich zurück gelassenen Kleidung ihrer Schwester endete am Schreibtisch, wo auch ihre Füße endeten. Beide teilten sich einen Schreibtisch, aber jede hatte ihr eigenes Fach für Ausrüstung und andere ninjabezogne Sachen. In Reikas fand man Kekse. Die ordentlichere Schwester nutzte ihres zum aufbewahren einiger Explosionstags, Kunai und Shuriken, alle wie neu. Außerdem war etwas dabei das Asuka sich selbst ausgedacht hatte, aber sicher viele Ninja schon kannten: Explosionskonfetti, tausende Miniexplosionstags in einem Glas, einzeln fehlte ihnen sicher der Bumms aber zusammen konnten sie ein großes Feld bedecken. All dies fand irgendwie platz in ihrem Sweatshirt oder einem Halter am ende ihrer Strümpfe oder über ihrem Po.


Step 4: Frühstücken

Der letzte Schritt der Vorbereitung für die Prüfung war ein nahrhaftes Frühstück und da fiel der Fehler in der Planung auf. Sie hätte das Frühstück zu einem Zeitpunkt planen sollen als Reika noch da war und es zubereiten konnte. Doch ein hungriger Wolf hatte keine Probleme mit schwarzem Toast und angebrannten Eiern, also auch nicht Asuka! Mehr schlingend als genießend fand diese Mahlzeit seinen Platz in ihrem Magen und füllte sie mit etwas mehr Ausdauer für den bevorstehenden Tag, wie auch immer diese aussehen würde. Eier waren generell ein guter Start in den Tag. Aber Zähne putzen nicht vergessen!

Gegen kurz vor Halbzehn war sie also mit ihrem Vierschritteprogramm durch und konnte sich auf den Weg machen. Ihre Eltern nicht erneut stören hinterließ sie nur einen Zettel. Sie wusste ja das diese ihr Glück wünschen würden und andere wichtige Sachen, somit reichte der Gedanke daran um sie mit Zuversicht zu versehen.


Theorie

Um punkt-10 saß Asuka den beiden Prüfern Kenji und Tenshiro gegenüber. Einer ein eher langweiliger und auch einsam wirkender Kimonoträger der andere das genaue Gegenteil. Das konnte ja lustig werden. Tenshiro begann mit der Einleitung: „Erst einmal guten Morgen...“ „Guten Morgen Tenshiro-sensei, guten Morgen Kenji-sensei.“ Er stutze, vermutlich hatte er nicht erwartet schon unterbrochen zu werden, doch das Mädchen sah gar nicht mehr zu ihm sondern zu Kenji, von dem sie natürlich auch ein „Guten Morgen“ erwartete und nach einem kurzen Moment der Verwirrung auch bekam. Erst dann sah Asuka wieder zu Tenshiro. Sie war froh das alle so höflich waren und es lockerte die Atmosphäre. Nicht das Tenshiro es ihr hätte ansehen können, denn dieser musste einen vollkommen starren Blick über sich ergehen, während er endlich seine Worte wiederfand und die Einleitung fortsetzte: „Willkommen bei der Genin Prüfung...“ Gut sie unterbrach ihn nicht, es hätte ja so etwas wie, „Danke das ihr mir diese Chance bietet“, kommen können. „... Heute testen wir dein Wissen und deine allgemeinen Fähigkeiten, als Ninja. Der erste Teil ist ein Vortrag über die Einzelnen Ränge die es unter Ninja gibt.“ „Also Genin, Chuunin, Jounin, ANBU, Kage... ist der Kurokage eigentlich im Rang höher, als die anderen Kage?“ Ihr Blick driftete ab. So wirklich klar war das ja nicht, eigentlich müsste er dann stärker, als die anderen sein, aber er war ja nur ein Zwischenmann zwischen den Dörfern und hielt die Allianz zusammen... Vermutlich war er im Rang gleich, hatte nur zusätzliche Aufgaben, aber das würde ja wieder heißen, dass er zumindest wichtiger wäre, als die anderen Kage denen man diese Aufgabe anvertraute. „Das ist egal!“ Tenshiro wusste also auch keine klare Antwort. Lehrer antwortete immer mit: „Das tut nichts zur Sache“, oder ähnlichem, wenn sie etwas nicht klar wussten. Asuka sollte es recht sein, immerhin verkürzte das den Vortrag. „Soll ich anfangen?“ „Ja bitte“, antwortete Kenji.
Direkt wand sich Asuka der Tafel hinter ihr zu und begann etwas darauf zu Zeichnen. Eine Art Pyramide, daneben ein Kreis. Dann kamen in die Pyramide von oben nach unten die Zeichen für Kage, Jounin, Chuunin und Genin. Vom Kreis ging ein Strich direkt zum Kage und in ihn schrieb sie ANBU. Dazu zeichnete sie dann noch ein zweiten Balken in einzelne Felder geteilt wobei jedes einen Buchstaben bekam, D, C, B, A, S. Nachdem das alles fertig war begann sie ohne weitere Alüren ihren Vortrag. Die Zeit in der sie das Bild gemalt hatte, hatte sie dabei genutzt um sich diesen zurecht zu legen. „Als Genin bezeichnet man die niedersten Ninja, die direkt aus der Akademie sind. Sie erhalten meist einfache Aufgaben, bei denen man nicht auf gegnerische Ninja treffen kann. Das sind D und manchmal C Rang Missionen.“ Sie zog einen Strich von Genin nach C und D. „Dennoch sind sie immerhin besser als Akademieschüler. Noch besser sind dann Chuunin, die für die regulären Missionen zuständig sind, C und B.“ Ein Strich ging von Chuunin zu eben diesen Buchstaben. „Außerdem leiten sie viele Missionen. Das beste sind die Jounin. Sie kümmern sich um B, A und S Missionen.“ Erneut die Striche. „Es gibt auch Spezial Jounin einige sind z.B. Lehrer. Sie sind besonders gut in einem Gebiet oder erfüllen besondere Aufgaben.“ Irgendwie klang das alles mehr und mehr wie aus dem Buch, wie konnte man dieses blöde Thema nur etwas aufpeppen? „Der Obermotz über all diesen ist der Kage, obwohl er super stark ist, erledigt er keine Missionen sondern verteilt diese und verwaltet das Dorf. Für ganz besondere Missionen hat er die ANBU direkt unter sich, diese sind für alles was Geheim ist und das ausschalten, sprich töten von Nukenins zuständig. Das sind übrigens abtrünnige Ninja.“ Nun wurden die Redeschwall auch noch immer länger und nicht interessanter. „Um im Rang zu Steigen gibt es Prüfungen, bis zum Jounin Rang. ANBU werden nur wenige Ninja, aber diesen Rang können schon Chunin erreichen. Natürlich gibt es keine Prüfung.“ Sie pausierte kurz und überlegte. „Es ist außerdem zu erwähnen, dass Chu- und Jounin oft als Teamleiter für unerfahrene Genin eingesetzt werden um diesen etwas bei zu bringen.“ Das war es also schon... langweilig, aber wenigstens hatte sie ein Bild dazu gemalt. „Ganz okay“, meinte Kenji, „Gibt es sonst noch etwas besonderes darüber zu sagen?“ „Ich wäre gerne Genin“, konnte Asuka nur noch sagen, was die Lehrer etwas schmunzeln ließ. „Weil wenn nicht, bringt meine Mutter mich sicher um, wirklich.“ Das stoppte das Schmunzeln und Kenji setzte wieder ein ernsteres Gesicht auf um fortzufahren: „Gut dann kommen wir zum zweiten Teil.“


Praktische Prüfung

Beide Lehrer geleiteten Asuka zu einer kleinen Arena außerhalb der Schule. Solche Arenen gab es viele im ganzen Schulgelände. Diese überzeugte vor Allem dadurch das sie bis auf einen staubigen Boden und steile Wände um sie herum. Wirklich hervorragend für jemanden der gerne ohne Finten und Tricks kämpfte, aber wirklich schlecht für jemanden der genau diese nutzte. Asuka gehörte eher zu den letzteren, weshalb sie die Wald Arena voller Bäume, aber besonders die Fellsarnea mit mehreren Ebenen und natürlich Felsen hinter denen man sich verstecken konnte. „Darf ich eine andere Arena wählen?“,fragte sie direkt und die einzige Antwort darauf war, „Nein.“ Vermutlich um sicher zu Stellen, dass Ninja auch in für sie nachteiligen Gebieten kämpfen konnten. „Darf ich dann einige Vorbereitungen treffen?“ „Zehn Minuten, dann fangen wir an.“ Zehn Minuten waren gerade genug für eine Zigarette, wie Asuka es hasste während dem Rauchen auch zu Arbeiten, aber sie wollte sich die Arena ansehen und schauen was sie damit machen konnte. Die Wände hatten schon einige Risse, der Boden sah aber noch ganz plausibel aus, also hatte hier wohl lange kein Kampf mehr stattgefunden. Asuka konnte sich auch nicht daran erinnern je dort geübt zu haben. Unter den wachsamen Augen der Sensei untersuchte sie die Arena etwas weiter. Es war klar was hier geschehen würde, sie musste vermutlich gegen einen ihrer Sensei kämpfen, hoffentlich Kenji, der sah schwächlich aus. Da sie ja die zehn Minuten Zeit hatte, schreckte sie aber nicht davor zurück die Arena etwas für sich zum Vorteil zu verändern. Sie grub kleine Löcher und legte Papierstücke oder Explosionstags hinein. Was davon genau übersahen sicher auch die Lehrer, dabei legte sie auch unter einige leere Papierstücke Explosionstags. Darauf folgten die Wände und das selbe verfahren. Alles gut sichtbar für die Lehrer. Nachdem sie nur noch einige Tags übrig hatte überprüfte sie noch ein letztes Mal all ihre Waffen, mit dem Rücken zu den Lehrern, so dass diese dabei nicht wirklich zu sehen konnten. Zu verstecken hatte sie allerdings nichts, nur befand sich in der Mitte der Arena nach ihrer Aktion plötzlich ein kleiner Maulwurfshügel, den auch Kenji sah, als er nach genau zehn Minuten zu ihr kam und ihr die Prüfung erklärte. „Es ist einfach, du kämpfst gegen mich, wenn du mich besiegst erhältst du die volle Punktzahl.“ „Und dann bestehe ich bestimmt!“, dachte sie angespannt. Beinah zitterte sie schon etwas. Kenji stellte sich einige Meter von ihr entfernt, etwas weiter weg von einer Stelle in der sie Papier vergraben hatte auf. Sie war verwundert, dass er dabei so locker blieb immerhin hatte er gesehen was sie getan hatte. Vielleicht hatte Kenji das ganze aber schon durchschaut? Ein Gedanke der sie noch unruhiger machte. „Der Kampf wird übrigens auch nur genau 10 Minuten dauern!“ Eine Ansage die sie noch viel unruhiger machte. Wie sollte man ein Lehrer in zehn Minuten besiegen? Asuka hatte aber ihren Plan schon seit zehn Minuten fertig, da gab es kein zurück gehen mehr! Tenshiro sah auf seine Uhr und gab das Start Signal. Sofort schleuderte Asuka so gut sie konnte ein Kunai, welches Kenji mit ebenfalls einem Kunai leicht abblockte und auf sie zu kam. Asuka wich dabei sofort zurück und legte die Hände auf den Boden. „Doton: Shouhen Daichi“ Um sie herum begann der Boden zu zittern, was Kenji zumindest in seinem Ansturm stoppte. Um ihn herum brach gleichzeitig die Erde auf und gab den Blick auf einige Explosionstags, aber auch leeres Papier preis. Reflexartig wich Kenji in Richtung leeres Papier aus und entging der Explosion nur knapp. „So einfach, dann doch nicht“, dachte Asuka, griff in ihre Tasche und schleuderte ein weiteres Kunai, diesmal ebenso mit Explosionstag. Kenji tat es ihr erneut gleich und blockte das Kunai noch in der Luft wo es explodierte. Sobald Kenji wieder festen Boden unter den Füßen hatte setzte lief er weiter und erneut wich Asuka zurück, legte die Hände auf den Boden und lies diesen Erzittern und aufbrechen. Zwei Explosionstags kamen frei und explodierten gerade, als Kenji zu dem leeren Stück Papier ausweichen konnte. Worauf Asuka es wieder mit einem Kunai probierte, welches wieder geblockt wurde. Bis jetzt schien ihre Taktik sehr einseitig. Kenji stoppen, in eine Richtung treiben und versuchen dadurch seine Bewegung vorher zu sehen. Doch klar war Kenji schneller und erfahrener, als die Schülerin. Der Kampf ging weiter und die Zeit schritt voran, Asuka hatte es irgendwie in die Mitte der Arena zum Maulwurfshügel geschafft, wo sie kurz nach Luft schnappen musste. Es war ihre Aufgabe Kenji zu besiegen, doch sie wusste nicht einmal wie sie in die Offensive gehen sollte. Auch wenn er recht schwächlich aussah, war er doch der Kaishira bei weitem überlegen. Sie musste sich darauf einlassen ihn etwas dichter kommen zu lassen. Auch Kenji hatte mit der sich immer wiederholenden Abfolge etwas zu kämpfen, er wusste aber nun, dass seine Gegnerin absichtlich Ausweichmöglichkeiten eingebaut hatte um dann gezielt anzugreifen. Der nächste Angriff sollte um das Erdbeben zu umgehen ein Sprung sein. Etwas womit Asuka gerechnet hatte. Da ihr Element Doton war, war sie ihm in der Luft unterlegen. Auch setzte Kenji nun da er die Zeit dafür hatte zum selbst ein Jutsu ein. Nur knapp konnte sein Ziel dem Wasserball ausweichen und dabei selbst wieder den Boden berühren um eine kleine Erdwelle ein zu setzen. „Doton: Tsuchinamí no Jutsu“ Es schickte nicht nur eine kleine Erdwelle unter Kenji hindurch sondern warf gleichzeitig die Lockere Erde des Haufens empor um ihm kurz die Sicht zu nehmen. Genug Zeit, dass seine nächste Wasserkugel nur ins Leere traf und Asuka zur Wand der Arena ausweichen konnte. Die Wände boten zwei Vorteile, aber auch einen Nachteil. Einmal waren sie voller Explosionstags, außerdem gehörten sie zum Doton. Der Nachteil war, das sie weniger Chancen hatte auszuweichen. Doch das musste gar nicht sein, die Schülerin hatte ihre eigene kleine Idee. Bevor der Lehrer überhaupt zu ihr kam sprengte sie ein Stück der Wand ab und schnappte sich zwei etwa Hand große Stücke. Etwas armselig wirkte es schon, dass sie den ersten Stein als Wurfgeschoß nutze, welches Kenji noch im Lauf abwehrte. Damit hatte sie aber auch gerechnet, weshalb nun der zweite Wurf kam. Dafür leitete sie noch etwas Chakra in den Arm und kurz bevor sie den Stein los ließ setzte sie das Doton: Shouhen Daichi auf ihn ein. Noch im Flug verursachte die Erschütterung im Stein, das er zerbarst, als Kenjis Kunai ihn traf und ein Hagel aus Steinchen ging auf ihn ein. Der erste Treffer war geschafft und direkt griff Asuka wieder nach einem Stein und schleuderte ihn zusammen mit Doton: Shouhen Daichi auf Kenji welcher diesmal gekonnt auswich und erneut eine Wasserkugel ausspuckte. Wie beneidenswert doch die Suitonnutzer waren, sie konnten ihr Element selbst erschaffen, statt auf die Umgebung angewiesen zu sein.
Endlich griff aber auch Asuka an, sie formte einige Handzeichen und stürmte zusammen mit zwei Bunshin ihrem Gegner entgegen, welcher sofort ebenso Bunshin einsetzte. Der Schlagabtausch ging beidseitig ins Leere, aber wieder war sie von der Wand weg. Und sie freute sich schrecklich über ihren ersten Treffer, was noch fehlte war nun der Finale Treffer. Entgangen war ihr dabei nicht das Tenshiro immer öfter auf die Uhr sah, also musste das Ende nah sein. Sicher mit selbst nicht besiegt werden gab es zumindest ein paar Punkte, doch sie wollte ganz sicher Genin werden! Kenji wartete aber nun selbst ab. Immerhin musste er auch nicht die Schülerin besiegen, es war umgekehrt. Ein weiteres Mal wollte Asuka daher das Doton: Shouhen Daichi nutzen, diesmal in ihrem Angriff! Sie legte die Hände auf den Boden leitete Chakra hinein und löste eine kleines Erdbeben aus, begleitet von mehreren Explosionen durch die sie hindurch gesprungen kam. Diese Attacke wehrte Kenji leicht ab und verpasste dem zierlichen Mädchen selbst einen Kraftvollen Tritt der sie einige Meter weit auf dem Boden landen ließ. Sich so sicher es noch vor Zeit ende zu beenden setzte er zur nächsten Attacke an, doch ihre Hände lagen bereits erneut auf dem Boden und ein letztes Mal setzte sie mit aller Kraft ihr wohl Lieblingsjutsu ein. Die Erde zerbarst, zwei Explosionstags wurden frei und wie geübt wich Kenji zu der Stelle an der er nur ein leeres Stück Papier vermutete aus, gerade als eben dieses auch explodierte und ihn weg schleuderte.
„Die Zeit ist um!“, ertönte Tenshiros Stimme. Noch etwas benommen vom Tritt richtete Asuka sich auf und sah zu ihrem Lehrer, der genau das gleiche Tat. Also hatte sie es nicht geschafft ihn zu besiegen. Etwas enttäuschend war das Ergebnis schon. Andererseits war es das erwartete Ergebnis. Sie war nun mal nicht die Sorte die einen Kampf unbedingt gewinnen musste. Sie hatte klar abgeschätzt was die beste Chance war einige Treffer zu landen, dabei im Hinterkopf wo ihr Limit lag. So zu sagen gab es eine gute Chance einige Treffer mit dieser Taktik zu landen, wohingegen eine andere Taktik in ihren Augen den vollen Sieg mit einer geringeren Chance gebracht hätte. Hoffentlich war ihre Entscheidung in den Augen der Lehrer die richtige. „Iwagakure oder?“,frage Tenshiro. Asuka nickte nur und ohne weitere Worte legte Tenchiro ihr das Stirnband mit dem Symbol von Iwagakure auf die Schulter. Beinah wäre sie daraufhin vor Freude laut jauchzent in die Luft gesprungen, ein zurückhaltendes Lächeln reichte, aber als Gefühlsausbruch vollkommen aus.
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Alt 03.02.2010, 13:14   #24
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Geninprüfung von Ikari Yukiko

Prüfer:
- Kenji
- Ayaka

Yukiko denkt | Yukiko spricht | Geräusche/ Schrift | Jutsus

Piep, piep……. Piep, piep.
Gähnend streckte sich die Elfjährige, nachdem sie ihren Wecker etwas zu heftig zum Schweigen gebracht hatte, sodass er nun leicht lädiert auf dem Boden lag. Yukiko verließ sich ungern auf ihren Bruder oder Vater oder gar auf das Licht, wenn es darum ging, sie zu wecken- die ersten zwei würden es mit großer Sicherheit verpeilen und das dritte drang im Normalfall viel zu spät durch die kleinen Fenster des noch kleineren Zimmers, das Yukiko ihr eigen nannte. Sie rieb sich die Augen und gähnte erneut ausgiebig. Zwar galt es als Unhöflich, dies all zu offen zu tun, aber sie war ja alleine. Außerdem verbesserte es ihre Sauerstoffzufuhr und Sauerstoff konnte sie im Moment wirklich gut gebrauchen. Etwas unsicher auf den Beinen tapste sie aus dem Bett auf den mit Tatamimatten ausgelegten Boden und schlurfte zum Fenster um es zu öffnen. Einen herrlichen Moment streckte sie die Nase in die angenehm kühle Morgenluft, dann machte sie sich leise auf denn Weg ins Bad. Würde sie jemand nach der Definition für Langschläfer fragen, hätte sie ihren Vater und Tai als Beispiele genannt. Aber ich fürchte, dass sie mich das heute nicht abfragen werden…
Im Bad angekommen tauchte sie ihr Gesicht erst einmal in das kalte Wasser, das aus dem Wasserhahn sprudelte. Tatsächlich! Tai hatte das Badezimmer geputzt. Diese Tatsache grenzte an ein Wunder, wenn man bedachte, dass dies ansonsten immer ihr Vater machte und Tai sich immer weigerte mit der Begründung, das sei Frauenarbeit. Yukiko schüttelte den Kopf und langte nach einem kleinen blütenweißen Handtuch, das in einer Halterung an der Wand hing. Gerade wollte sie sich damit das Gesicht abtrocknen, als sie einen durchdringenden Gestank wahrnahm, dessen Quelle offenbar das Handtuch war. Ihre Euphorie über ihren reinlichen Bruder verschwand sofort. Tai hatte doch wohl nicht ihr Handtuch zum wischen des Klos verwendet?! Doch, das hatte er. Mit einigen schnellen Schritten huschte Yukiko zu Tais eigenem Handtuch und roch daran. Es war frisch gewaschen. Ohne eine weitere Regung im Gesicht des jüngsten Mitglieds der Familie Ikari tauschte Yukiko die Handtücher und wusch sich erst einmal ausgiebig. Mal sehen, ob Tai bemerkt, dass sein Handtuch dreckig ist. Aber das bezweifle ich. Es wird seine Pickel jedenfalls zum Sprießen bringen… Dann ist er immerhin für seine Zielgruppe Mädchen absolut unattraktiv… hat doch auch was.
Wieder im Zimmer angekommen trat sie vor ihren Winzkleiderschrank und sah hinein. Spontan entschied sie sich für einen nachtschwarzen Kimono, da der am unauffälligsten war und sie keinen blassen Schimmer hatte, was sie bei der Prüfung, die sie zum Genin machen würde, zu erledigen haben würde. Leise huschte sie die Treppe zum Erdgeschoss des Hauses herunter und machte sich am Kühlschrank zu schaffen. Nachdem sie sich einen Joghurt herausgeholt hatte, fläzte sie sich mit dazugehörigem Löffel auf das Sofa und öffnete den Deckel ihres Frühstücks. Ihr Vater hasste Joghurt. Warum, das hatte er ihr nie erklären können, mal konnte er den Geschmack nicht leiden, mal den Geruch, mal die Verpackung…
Sie hatte noch eine Stunde, bevor sie sich auf den Weg zur Akademie machen musste, also trat sie vor das Bücherregal im Wohnzimmer und pickte sich einen Band über Taijutsu heraus. Zwar hoffte sie nicht, dass gerade DIESES Thema abgefragt werden würde, aber es wäre besser, wenn sie auf alles vorbereitet wäre. Die nächste Dreiviertelstunde verbrachte sie mit dem Wiederholen der Theorie über verschiedene Kampfstile, Waffen und deren Gebrauch und wie man am besten gegen physisch fixierte Gegner vorging. Alles außer den letzten Punkt würde sie niemals praktisch brauchen, Waffen wie eine Katana könnte sie bestimmt nicht einmal hochheben. Waffen… Waffen… ach ja, ich muss ja auch noch mein Zeug zusammen packen!
Die Ikari sprang auf, stellte das Buch zurück, nachdem sie ein Lesezeichen in das Kapitel „Kriegswaffen“ gelegt hatte und hetzte zurück in ihr Zimmer. Dort angekommen füllte sie die Taschen ihres Kimonos (ja doch, ihr Kimono besaß tatsächlich Taschen!) mit dem am Vortag zurecht gelegten Haufen, der auf ihrem Schreibtisch lag: Sechs Senbon, drei Explosionstags, eine Rauchbombe, einen vier Meter langen Fallendraht (säuberlich auf einer Spule aufgewickelt) und drei Kunai, die sie zur besseren Aufbewahrung in einer Schriftrolle transportierte. Ansonsten mussten natürlich auch ihr Fächer und die Querflöte mit- als Glücksbringer. Oder aber auch um im Notfall dem Gegner das Blechinstrument auf den Kopf zu schlagen.
Gut gelaunt verließ Yukiko das Haus und machte sich auf den Weg zur Akademie, wobei sie sich um die ganzen Pfützen schlängeln musste, die der gestrige Wolkenbruch hinterlassen hatte. Sie wollte schließlich einen guten Eindruck hinterlassen und der wäre durch einen schlammbespritzten Kimono sicherlich ruiniert.

Ftsch, Ftsch…
Ihre Schuhe machten ein seltsam schmatzendes Geräusch, als das Mädchen das Akademiegebäude betrat. Worauf man in angespannten Situationen doch so alles achtete… Schon am Vortag hatte sie sich informiert, wo die Geninprüfung stattfinden würde, der theoretische Teil wurde einzeln in den Räumen 35 und 36 abgehalten. Das hieß Treppensteigen. Yukiko machte sich an den Aufstieg und begann die Stufen zu zählen. Solch sinnlose Tätigkeit befreite sie im Normalfall von ihrer Angst oder Nervosität und so auch heute.
1045, 1046, 1047…
Nach Stufe Nummer 1333 betrat sie den Korridor, in welchem sich die Prüfungsräume befanden und erschrak. Ich hatte nicht erwartet, dass so viele Akademieschüler zu den Prüfungen zugelassen werden. Der gesamte Gang war mit laut plappernden, schwatzenden oder einfach nur ängstlich in der Ecke hockenden Schülern vollgestopft. Offenbar war noch kein Lehrer anwesend. Sollte hier doch irgendwo eine einsame Lehrgestalt herumgeistern, dann besaß diese entweder keine Durchsetzungskraft oder hatte Sorge, zerquetscht zu werden. Yukiko blieb etwas abseits stehen, da sie weder Lust hatte, sich ins Gedränge zu stürzen, noch sich von der Hektik anstecken zu lassen. Doch zu ihrer großen Erleichterung erschienen dann alsbald vier Lehrer und machten dem bunten Treiben ein Ende. Tenchiro und Kenshin verschwanden in Raum 35, während Kenji in Zimmer 36 ging. Ayaka jedoch stand noch kurz unschlüssig da, bevor sie den schreienden Schülern Ruhe gebot und verkündete: „Also: Wie werden euch aufrufen… Und weil sonst immer dieselben Schüler zuerst drankommen und danach deswegen immer gemeckert wird…fangen wir vorne im Alphabet an- bei euren Vornamen!“
Yukiko starrte die junge Frau einige Sekunden einfach nur an. Das hieß also, dass sie als letzte drankommen würde? Waren die denn noch ganz dicht? Alle anderen Reihenfolgen hätten sie nicht so doof dastehen lassen. Was solls…, beruhigte sie sich, immerhin kann ich dann noch ein wenig dösen.
Die nächsten Stunden (bemessen an ihrer wachsenden Ungeduld wohl eher Jahre) verbrachte die Ikari damit, dem ein- und ausströmenden Schülerfluss zuzusehen und darüber nachzudenken, wie die Prüfung für die einzelnen wohl so ausgefallen war. Einige krochen beinahe aus dem Raum heraus, aber wirklich glücklich wirkten selbst die nicht, die noch zuvor mit ihrem Wissen angegeben hatten. War die Theorie denn wirklich so schwer? Sie hatte sich genug darauf vorbereitet und wusste über jeden Aspekt des Kampfes oder des Ninjalebens Bescheid, insofern dies denn ein Akademieschüler von sich behaupten konnte. Aber würde dies denn auch genügen?
Nach einigen weiteren endlos scheinenden Minuten saß außer ihr selbst nur noch eine andere Schülerin auf den Bänken, die man im Flur aufgestellt hatte. Yukiko machte erst gar nicht den Versuch von Konversation. Schließlich öffnete sich die Tür vom Zimmer 35 und das Mädchen wurde hereingebeten, sodass die Ikari jetzt wirklich alleine war. Sie starrte auf die Wand vor ihr und hoffte inständig, dass auch sie endlich drankäme, bevor sie eines schrecklichen und langweiligen Todes starb. Tod durch Langeweile…, schoss es ihr durch den Kopf, Das macht sich bestimmt auch gut auf einem Totenschein…

Krtsch, knrts… (Oder: „Oh wie schön: Die berühmte Theorie“)
Sie Holztür von Zimmer 36 öffnete sich knarzend und der ein Schüler wankte heraus. Er drehte kurz den Daumen zur Erde und schüttelte enttäuscht den Kopf. Ayaka kam heraus und wollte gerade Yukikos Namen verkünden, als die Ikari auch schon an ihr vorbeihuschte. Sonderlich viel Auswahl an Schülern gab es da draußen nun auch nicht mehr. Der Akademieleiter saß hinter einem Tisch, an den sich nun auch Ayaka setzte. Yukiko stand davor und ließ ihren Blick über die Gegenstände auf dem Tisch gleiten. Notizpapier, Blöcke, Stifte, Gummibärchen. Gummibärchen?
„Gut… Ikari Yukiko. Dies hier ist der theoretische Teil der Geninprüfung. Ein paar kleine Informationen vorneweg: Solltest du durchfallen, musst du ein weiteres Jahr der Akademie wiederholen. Willst du trotzdem daran teilnehmen?“, sprach der Akademieleiter und sah Yukiko an. Sie starrte zurück. Der Kerl mag Fangfragen. Wenn ich zurücktrete, dann muss ich doch auch ein Jahr wiederholen, bis die nächsten Prüfungen anstehen. Ich wäre reichlich dumm, jetzt Nein zu sagen.
„Natürlich werde ich an der Prüfung teilnehmen, Kenji-sama. Sonst wäre ich ja nicht hier.“, meinte sie tonlos und wandte beim Sprechen den Blick nicht von seinen braunen Augen. Seltsam, es wollte ihr einfach nicht gelingen zu erraten, was er gerade dachte.
„Nun gut, Yukiko-chan, dann gebe ich dir deine theoretische Frage, die du nach bestem Wissen beantworten solltest. Erzähle uns doch etwas über den Gebrauch von Taijutsu und Waffen.“
Imaima shi i!, fluchte Yukiko innerlich. Entweder die Prüfer mochten sie nicht oder sie hatte einfach nur Pech. Sie hätte einen Vortrag über Genjutsu halten können, über Fallen, über Ninjutsu… und über Taijutsu auch!, beschloss die Ikari und legte sich schnell einen Plan zurecht.
„Taijutsu bezeichnet im Allgemeinen den waffenlosen Nahkampf meist ohne Chakraeinsatz, es erfordert aber im Gegensatz zu den meisten Nin- und Genjutsu gewisse körperliche Voraussetzungen. In verschiedenen Ländern und Gesellschaften gibt es natürlich ebenso unterschiedliche Taijutsustile, beispielsweise Konoha Taijutsu, welches aus Konoha stammt und vor allem auf Kraft und Geschwindigkeit setzt und Taiji, welches ursprünglich von Mönchen entwickelt wurde und auf Geschwindigkeit und einem gewissen Geschick aufbaut. Allerdings gibt es ebenso Taijutsuarten, die die Zuhilfenahme von Chakra und dessen Kontrolle fordern. Ein gutes Beispiel hierfür wäre Medic-Ken. Bei diesem Stil geht es darum das eigene Wissen über den menschlichen Körper zu nutzen und ähnlich dem Juuken des Hyuugaclans zuzuschlagen und den Körper in seiner Funktion zu stören. Wo ich auch schon beim nächsten Punkt wäre: Manche Clans haben eigene Stile entwickelt, die das Kekkei Genkai oder andere Besonderheiten des Clans ausnutzen: Die Hyuuga entwickelten das Juuken, welches die Chakrabahnen und –knotenpunkte des Gegners attackiert, da sie durch ihr Byakugan diese sehen können. Die Inuzuka erfanden einen wilden Taijutsustil um ihre Stärken und die ihrer tierischen Partner perfekt auszuspielen. Die Nekoyami erfanden einen eleganten Stil, Neko no Kiyô, der ihre Clanphilosophie widerspiegelt. Kurzum, es gibt eine große Vielzahl an unterschiedlichen Arten des Taijutsu.“
So… das müsste reichen. Solange es sie nicht erschlägt… Die Ikari machte eine kurze Pause, damit ihre Zuhörer verstanden, dass sie das erste Thema beendet hatte. Nun kamen also die Waffen an die Reihe.
„Zu meinem nächsten Thema: Den Waffen. Waffen unterstützen den Ninja beim Kampf, aber man sollte sich nie nur darauf verlassen. Zunächst gibt es natürlich gewisse Standardwaffen, zum Beispiel Metalldraht“ Sie zog die Drahtspule aus dem Ärmel des Kimonos, „Senbon“, sie förderte eine der Nadeln ans Licht, die sie zuvor eingepackt hatte, „und Kunai.“ Yukiko zog die Schriftrolle aus ihrem Kimono, rollte sie auf und löste das Siegel, das die Kunai darin hielt. „Natürlich erfordert vor allem der Draht eine gewisse Fertigkeit vom Anwender, um ihn im Kampf sinnvoll einsetzen zu können, aber zum Fallenstellen reicht er allemal. Senbon sind ähnlich wie Kunai Wurfgeschosse, allerdings können Kunai auch im Nahkampf eingesetzt werden. Auf dem Gebiet des Taijutsu bewanderte Shinobi können sich ebenso für den Gebrauch höherrangiger Waffen entscheiden. Jene sind in vier grobe Kategorien eingeteilt. Die wohl am einfachsten zu erlernende Form sind die traditionellen Ninjawaffen, die oftmals aus bloßen Alltagsgegenständen weiterentwickelt wurden. Zu diesen gehören zum Beispiel ein Regenschirm, ein Fächer und ein Bo, der eigentlich nur ein langer Stock ist. Eine andere Kategorie sind die Kriegswaffen, Waffen, die ebenso von Samurai eingesetzt werden. Sie sind meist schwerer zu führen. Ich fürchte, ich könnte die meisten dieser Waffen nicht einmal tragen.“ Yukiko machte eine kleine Pause und lächelte leicht. Es machte ihr Spaß, ihr Wissen vorzutragen, besonders, wenn es für sie absolut unnütz erschien, sich mit Dingen auszukennen, die sie nie gebrauchen würde.
„Die eleganteste Form der Waffen sind die Mönchswaffen, die einst zur Verfeinerung von Meditationstechniken dienten. Sie wiederum verlangen eher eine hohe Körperbeherrschung. Neben diesen Nahkampfwaffen existieren ebenso Fernkampfwaffen, die wie Bögen darauf abzielen, den Gegner aus der Ferne zu verwunden.“ Nachdem sie diesen Satz vollendet hatte, zog sie ihre Flöte aus dem Kimono und hielt sie vor sich. „Dies ist auch eine Art Waffe, welche man allerdings zum Spinnen von Genjutsu verwenden kann. Musikinstrumente würden somit die erste Art der Spezialwaffen ausmachen. Die zweite Art sind die Chakrametallwaffen, die von dem weit fortgeschrittenen Shinobi mit seinem Chakra geladen werden können. Je nach Chakraaffinität entwickeln sich dabei unterschiedliche Schichten. Katon bildet eine glühende Schicht, Fuuton schärft die Waffe extrem, Raiton bildet ein statisch aufgeladenes Feld um die Waffe, Doton raut die Oberfläche extrem auf, sodass sie wie eine Art Raspel wirkt und Suiton überzieht die Waffe mit einer glitschigen oder klebrigen Schicht. Chakrametallwaffen können auf entladen werden, bei Katon geschieht dies in einer normalen Explosion, Fuuton setzt einen heftigen Wind frei, Raiton erzeugt eine gewaltige Schockwelle, Doton lässt es spitze Steine regnen und Suiton erzeugt eine undurchschaubare Nebelwand.“
Yukiko atmete tief durch. Von außen schien sie völlig ruhig. Doch in ihrem Kopf schossen die Gedanken herum. Hatte sie alles gesagt, was gesagt werden musste. Nein. Da war noch eine Kleinigkeit. „Natürlich gibt es auch noch Mischelemente, welche ebenfalls ihre ganz persönlichen Eigenschaften auf das Chakrametall haben, aber diese weiter aufzuführen würde den zeitlichen Rahmen zu arg strapazieren.“
Sie machte eine leichte Verbeugung in Richtung der Prüfer und begann dann, ihre Vorzeigewaffen wieder einzupacken. Die Kunai versiegelte sie mit Tobidôgu, bevor sie sie zurücklegte. Nun wartete sie voller Spannung auf die Bewertung. Aber die kam nicht.
„Sehr gut…“, meinte der Akademieleiter nur und fuhr sofort fort: „Der praktische Teil der Prüfung findet für dich in zwanzig Minuten statt, in dem Canyon am Rand des Dorfes, da die liebe Ayaka die Reihenfolge wieder umgestellt hat und diesmal von hinten anfängt. Also bist du die erste.“
Yukiko hob fast unmerklich eine Augenbraue und sah zu der Lehrerin hinüber, die das Mädchen vergnügt ansah. Die Frau hat aber auch Spaß, oder?

Krach…Splitter (Oder: „End with a Bang“)
Der Canyon, den Kenji gemeint hatte, erstreckte sich neben dem Dorf und führte einige hundert Meter in die Tiefe. Auf seinem Boden war es am Tag heiß wie in der Sauna und in der Nacht sanken die Temperaturen weit unter den Nullpunkt. Als Yukiko am Boden angekommen war splitterte ein Fels von der Wand ab und stürzte in die Tiefe. Zum Glück landete er weit entfernt von der Ikari. Im Schatten eines Überhanges erwarteten sie auch schon ihre beiden Prüfer. Neben ihnen stand ein Junge, der etwa zwei Jahre älter als sie schien, aber schon ein Stirnband mit dem Symbol seines Dorfes trug.
„Alles klar, Yukiko-chan! Deine praktische Aufgabe ist relativ einfach erklärt: Einen Kilometer Luftlinie von hier entfernt liegt eine Schriftrolle versteckt, auf der ein Rätsel geschrieben steht. Du musst die Schriftrolle finden und das Rätsel lösen. Eine Minute nach Öffnung jagt sich die Rolle selbst in die Luft. Allerdings wird dich Sai hier davon abhalten, an dein Ziel zu gelangen. Du musst uns am Ende die richtige Lösung des Rätsels sagen. Alles verstanden? Dann los!“, erklärte Ayaka und gab das Startsignal.
Yukiko begann loszurennen und konzentrierte ihr Chakra gleichzeitig in ihren Beinen um an Schnelligkeit zu gewinnen. Anstatt seine gesamte Aufmerksamkeit auf seine Geschwindigkeit zu konzentrieren begann ihr Rivale allerdings, sie anzugreifen. Mit mehr Glück als Können gelang es Yukiko einem gut gezielten Tritt auszuweichen. Sie biss die Zähne zusammen und legte noch einen Zahn zu. Doch der andere war schneller als sie und hatte sie schon bald überholt.
Oh nein, das tust du nicht!
Yukiko konzentrierte sich noch stärker und leitete einen Teil ihres Chakras in ihre Hand, wo sie es mit der Luft, die an ihr vorbeirauschte, verband. Kaze no Senbon! Sie warf die feinen aber spitzen Luftnadeln auf ihren Gegner und schaffte es, ihn direkt in den Unterschenkel zu treffen. Das verletzte ihn nicht besonders, aber genügte, um ihn ins Stolpern zu bringen. Er fiel zwar nicht hin, aber Yukiko war es möglich, ihn wieder ihrerseits zu überholen. Das nächste Hindernis, einige Felsen, die im Weg lagen, überquerte sie mit dem Kinobori. Gerade als sie die Füße wieder auf ebene Erde stellte, wandte ihr Rivale, der immer noch ein Stück hinter ihr war irgendein Erdjutsu an, das sie nicht identifizieren konnte, jedenfalls sprossen Steinnadeln aus dem Boden.
Wenn nicht auf dem Boden, dann eben an der Wand!, beschloss die Ikari kurzerhand und wechselte an die Felsenwand, an der sie mit im 90° Winkel abstehenden Haaren weiter rannte. Ihr Rivale hatte sich nachträglich mit seinem Erdjutsu ins eigene Fleisch geschnitten, da er beinahe selbst hineinrannte. Er kam allerdings auf die Idee, es Yukiko nachzutun und rannte an der anderen Wand der Schlucht entlang. Die Ikari drehte rasch den Kopf zu ihm und sah, dass er einige Kunai auf sie abgeworfen hatte, an deren Ende etwas papierenes flatterte. Explosionstags. Gerade noch rechtzeitig wendete Yukiko eine simple aber effektive Kunst an. Kawarimi no Jutsu! Sie tauschte den Platz mit einem lose auf einem kleinen Überhang liegenden Felsen, der, nachdem sie die Kunst ausgeführt hatte, auf dem Boden zerschellte.
Nur noch ein paar Meter!, dachte sie verzweifelt, als sie spürte, wie ihr Chakra langsam nachließ. Die Schriftrolle war nirgends zu sehen, als die Ikari am Ende der Schlucht ankam und ihr Gegner kam langsam näher. Also musste sie sich noch etwas anderes einfallen lassen um ihn aufzuhalten. Sie drehte sich um und konzentrierte ihren letzten Rest Chakra. Magen - Narakumi no Jutsu! Die Illusion traf ihren Gegner, als dieser noch fünf Meter von ihr entfernt war. Er spürte, das wusste sie, wie der Erdboden unter ihm nachgab und ihn langsam verschluckte, beinahe wie Treibsand. Doch die Tatsache, dass Yukiko eigentlich keinen blassen Schimmer hatte, wie sich ein solcher Prozess in Wirklichkeit anfühlte, würde wohl die Wirkung des ohnehin schwachen Genjutsu abschwächen. Sie hatte also nicht viel Zeit.
Jetzt aber schnell, Yukiko!
Sie blickte sich rasch um und entdeckte schließlich die Schriftrolle, die unter einem Steinhaufen versteckt gewesen war, der aber offenbar durch die Erschütterung des Erdjutsus in sich zusammengefallen war. Zur Sicherheit zog sie die Rauchbombe, die sich noch in ihrer Reserve befand und zündete sie, sodass sich ein schwarzer undurchdringlicher Rauch um sie bildete. Würde ihr Gegner aus dem Genjutsu frei kommen, hätte er zunächst Probleme, sie zu orten.
Rasch friemelte Yukiko die Schriftrolle mit vor Anstrengung zitternden Fingern auf und las:
Setze folgende Reihe logisch fort:
M.D.M.D._._._.
In ihrem Rücken schien sich ihr Gegner gerade aus dem Genjutsu gelöst zu haben und stürmte auf sie zu, also tat sie das, was ihr als erstes einfiel: Sie schmiss ihm die Schriftrolle entgegen, die gerade sowieso erste Anzeichen eines Verbrennens zu zeigen begann. Er schaffte es zwar, das Geschoss abzuwehren, doch erlitt dafür Verbrennungen an der Hand.
In diesem Moment tauchten Kenji und Ayaka auf. Ayaka kümmerte sich rasch um den Verletzten, während Kenji fragte: „Und? Was ist des Rätsels Lösung?“
Yukiko dachte einen Moment nach. Dies war ebenso eine Fangfrage wie die Frage, die er ihr bei der theoretischen Prüfung gestellt hatte.
Sie lächelte den Akademieleiter an und antwortete selbstsicher: „Die nahe liegendste Lösung wäre MDM, aber diese ist falsch. Aufgefallen ist mir dies, weil es eine ungerade Zahl von Freistellen gibt. Die richtige Lösung der kompletten Reihe ist also vielmehr M.D.M.D.F.S.S. Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag. Die Tage einer Woche in ihren Anfangsbuchstaben dargestellt.“
Kenji nickte und zog einen Zettel von irgendwoher, wo genau, das konnte, aber wollte Yukiko in diesem Moment gar nicht erraten.
„Nun kommen wir zu deiner Auswertung. Im ersten Teil gab es vierzig, im zweiten Teil sechzig Punkte maximal zu holen. Fangen wir mit dem ersten Teil an. Du darfst es jetzt ausspucken.“ Yukiko zog eine Augenbraue hoch und sah Kenji-sama fragend an. „Na, das Lexikon. Wir konnten in deinem ausführlichen Vortrag keinen Fehler erkennen und du hast das Thema ebenso im historischen, wie im thematischen Kontext erklärt. Deswegen sind wir überein gekommen, dir für die Darstellung des Themas volle Punktzahl zu geben. Noch dazu wo uns im Nachhinein aufgefallen ist, das du gerade mit diesem Thema eigentlich wenig zu tun hast.“
„Bei deinem praktischen Teil müssen wir dir leider fünf Punkte dafür abziehen, dass du die Rolle hast explodieren lassen.“, setzte Ayaka ein, „Das sollte eigentlich nicht passieren. Allerdings hast du deine Jutsus und Waffen optimal eingesetzt und obwohl du augenscheinlich eine Menge Chakra verbraucht hast, hast du die Prüfung zum Abschluss gebracht. Dazu hast du Kenjis Rätsel gelöst, das einfacher schien, als es wirklich war. Zusammen macht das also 95 von 100 Punkten. Und damit hast du locker bestanden.“ Sie lächelte Yukiko an und streckte ihr etwas entgegen. Einen Protektor mit dem Symbol… Konohas?
„Ich komme aus Iwa.“, merkte Yukiko leise an und sofort tauschte Ayaka das Stirnband gegen das richtige. „Das war nur, um dich zu testen!“, versicherte sie ihr in einem Brustton der Überzeugung, den Yukiko nicht ganz Ernst nehmen konnte.
Als sie sich den Protektor um den Hals gebunden hatte, wäre sie vor Glück am liebsten hinweg geschwebt. Sie hatte es geschafft! Ihre stundenlangen Lektüren über das Leben des Ninja hatten ihr also doch geholfen, denn nun könnte sie weiter fortschreiten und die Auflagen der Akademie hinter sich lassen. Mit ihrem Ergebnis war sie zufrieden. Sie konnte zwar nicht behaupten, dass es soooo überragend war- schließlich bedeuteten fünf Punkte Abzug, dass sie noch nicht perfekt war, aber sie musste wohl damit zurecht kommen. Wie mit dem Rest des Lebens.
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Geändert von Ikari Yukiko (03.02.2010 um 13:38 Uhr)
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Alt 07.03.2010, 00:50   #25
Ryuugu Inoue
 
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Geninprüfung von Ryuugu Inoue


[ Anmerk.: Es sind einige Wörter mit 's' dabei, die man normalerweise groß schreibt, das weiß ich, aber ich habe auf meinem Laptop eine kaputte 's'-Taste... d.h. ich muss das s copy-pasten, um überhaupt was schreiben zu können. Ich bitte daher um Nachsicht o: Mit Katsumi ist das übrigens abgesprochen, sie weiß, dass ich sie für die Prüfung ausgesucht habe. ]


Prüfer:

Kenji
Tenchirou
Nekoyami Katsumi

Prüfling:

Ryuugu Inoue


Kapitel 1.) w00t? Ein fettes 'G' in meine Kalender. o: ...

"...was hatte das noch mal zu bedeuten?",
murmelte die dunkelhaarige Inoue zu sich selbst und stand ahnungslos vor ihrem Kalender. Heute war Montag, das Datum irrelevant, aber ein dickes, rotes 'G' nahm fast den ganzen Platz in dem Informationskästchens ein. Naja, in der rechten Ecke stand 'Zimmer aufräumen', hat gerade noch so hingepasst. Trotzdem lenkte das 'G' eigentlich die meiste Aufmerksamkeit auf sich. Inoue, die vor allem am frühen Morgen nicht richtig wusste, was sie für Pläne geschmiedet hatte, konnte auf die schnelle leider nicht sagen, was es bedeutete. Irgendetwas wichtiges auf jedenfall, sonst wäre der Buchstabe nicht rot. Hatte sie etwas verpasst? "Mhm, anscheinend nicht, sonst könnte ich mich dran erinnern." Achselzuckend kräuselte sie ihre Lippen, ignorierte ihren Kalender und stolzierte zum Teil wach aber auch noch etwas schlaftrunken aus ihrem Zimmer, um ihre Familie zu begrüßen und dieser beim Frühstück Gesellschaft zu leisten. Kaum kam sie die Treppe herunter, wurde sie auch schon von ihrem Bruder empfangen, der ihr kommentarlos und mit einer aufmunternden Geste auf die schulter klopfte, ehe er breit grinsend in sein Zimmer zurückging. Was war denn mit dem los? Okay, Jun hatte oft seine fünf Minuten, gerade am Morgen, aber das verwirrte sie trotzdem. Den Kopf schüttelnd ignorierte sie das seltsame Benehmen ihres Bruders und pflanzte sich mit einem leisen 'Guten Morgen' auf ihren Platz, um zu frühstücken. Ihre Eltern würdigte sie anfangs keines Blickes, denn das Omelett auf ihrem Teller sah einfach viel verlockender aus. Beim Anblick des Frühstücks knurrte ihr augenblicklich der Magen, doch ehe sie anfangen konnte, das Omelett genüsslich zu verspeisen, rief das aufgebrachte Räuspern ihres Vaters das Ryuugu-Mädchen zurück in die Realität. "Du scheinst ja heute sehr gelassen zu sein, Tochter," erwiderte er nach seinem Räuspern, was das Blut in Inoues Adern gefrieren ließ. Wenn ihr Vater so anfing, dann hatte er gleich vor, irgendein wichtiges Thema in die Runde zu werfen... vor allem Inoues Zukunft und Karriere waren Dinge, die ihr neugieriger Vater einfach nicht ignorieren konnte. "Wie jeden Tag, Pa," gab das Mädchen trocken als Antwort zurück und schnitt ein stück ihres Omeletts ab. Warum sollte sie nicht gelassen sein? Immerhin handelte es sich heute um einen Tag wie jeder andere: Aufstehen, frühstücken, fertigmachen, zur Akademie gehen, den langweiligen Unterricht überleben und danach nach Hause gehen. Fertig. Mehr kam da nicht und es gab auch nichts, weswegen man nervös werden musste ... oder? "Ach... das ist mir bisher gar nicht aufgefallen." Nachdenklich tippte sich der gutaussehende Familienvater mit dem Zeigefinger an sein Kinn, doch erinnerte er sich nicht daran, dass seine Tochter vor wichtigen Angelegenheiten je die Ruhe bewahrt hätte. "Bist du krank? Hast du Fieber?" Augenblicklich schob sich die kühle Hand ihres Vaters auf ihre stirn, doch wurde diese auch gleich schon mit einem genervten seufzer entfernt. "Ich bin definitiv nicht krank und wenn ich Fieber hätte, säße ich garantiert nicht bei euch am Frühstückstisch, sondern würde noch immer leise vor mich hinschlummern und diesen ganzen, verdammten Tag verfluchen!" Okay, das saß. Der besorgte Ausdruck im Gesicht ihres Vaters wandelte sich zu einer undefinierbaren, leicht ängstlichen Fratze um, als er seine immer noch angewinkelte Hand wieder zurückzog. "Nee-chan hat ihre Tage!", kam die provokante Stimme ihres Bruders aus dessen Zimmer gehallt, die Inoue sogleich zur Weißglut brachte. Die Antwort, die Inoue gerade auf der Zunge gehabt hatte, wurde jäh runtergeschluckt und sich verkniffen, da das Mädchen heute Morgen eigentlich keinen Zank mit ihrem Zwillingsbruder anfangen wollte. Ganz ruhig, dachte sie sich, als sie ihre Lungen mit Luft füllte und sich dabei langsam wieder beruhigte. Zum Glück hatte das Mädchen ihr Omelett schnell hinuntergeschluckt, sodass sie nicht mehr bei ihren Eltern sitzen musste, sondern sich für den heutigen Akademieunterricht fertig machen konnte. Angezogen hatte sie sich schnell, denn die Kleidung für heute hatte sie sich schon am vorherigen Tag bereitgelegt. Das machte sie immer, damit sie morgens nicht hetzen musste. Auch das Waschen, Duschen und schminken ging heute recht zügig voran, sodass sie sogar fünf Minuten früher als gewohnt das Haus verließ. Trotzdem machten die besorgten Gesichter und der hoch erhobene Daumen ihres Bruders dem Mädchen irgendwie sorgen. Heute Morgen waren alle seltsam, ohne Ausnahme, selbst ihre Mutter, die am Tisch lediglich geschwiegen hatte. Man würde denken, dass das ja sehr normal war, aber da kannte man Inoues Mutter nicht. Diese redete nämlich normalerweise wie ein immer fließender und tosender Wasserfall, ohne eine Pause einzulegen, aber an diesem Morgen war es so, als habe sie ihre stimme verloren. Komisch. War heute doch irgendetwas, woran sie sich erinnern sollte? Und was hatte das fette 'G' in ihrem Kalender eigentlich verloren? "Grr, das kommt davon, wenn man den Mist nicht ausschreibt !", stieß sie laut über die Lippen und stampfte einmal leicht angenervt den Kies zusammen, der so schön unter ihrer schuhsohle knirschte. Warum musste sie eigentlich nur so vergesslich sein? Und warum zur Hölle haben ihre Eltern sich so seltsam benommen? Fragen über Fragen füllten den Kopf des Mädchens und sie schienen sich partout nicht beantworten zu wollen... zumindest so lange nicht, als sie das Akademiegelände betrat...


Kapitel 2.) ...holy shit...

".............." Ihre Lippen hatte sie zusammengekniffen, die Augen zu schlitzen verengt, als Inoue die große Kindertraube am Eingang der Akademie aufspürte, die sich gegenseitig ihre Protektoren zeigten und damit angaben. Warte, warte.... wie konnte sie diesen Tag bitte vergessen?! Wie konnte das möglich sein, dass Inoue das fette, rote, unterstrichene, gottverdammte 'G' in ihrem Kalender nicht mit diesem wichtigen Tag in Verbindung bringen konnte? WIE ?! .... in ihr brodelte die Wut. Die Wut auf sich selber.. und auch irgendwo auf ihre Eltern, die heute Morgen ja so freundlich waren, zu diesem Thema gar nichts zu sagen. Ja, lassen wir die Tochter einfach unwissend aus dem Haus gehen, sie hat sich ja sicherlich gut auf die Prüfung vorbereitet. Von wegen ! Inoue hatte nicht ein bisschen für die Prüfung gelernt, sich körperlich nicht vorbereitet und auch gar nicht mehr daran gedacht ! Was sollte sie jetzt machen? Naja, zurückgehen konnte sie jetzt nicht, ihre Familie würde ihr den Hof deswegen machen. Das Einzige, was dem Mädchen übrig blieb, war die Tatsache, dass sie improvisieren musste. Und wer weiß, vielleicht kamen ja Themen dran, an die sie sich noch erinnern konnte...? Hoffentlich, dachte sich Inoue, denn sie war eine der Kandidaten, die im Unterricht andauernd schliefen oder anderweitig beschäftigt waren. Das sah man natürlich auch an ihren Noten, aber dumm war sie keinesfalls. Nur faul und demotiviert. Eigentlich konnte der Tag nicht mehr schlimmer werden... wobei, doch... er konnte. Wenn sie jetzt durchfiel, dann wäre das das zweite Mal in ihrem Leben und darauf hatte sie weißgott keine Lust. Nicht noch einmal wollte sie in die Akademie geheen, nicht noch einmal wollte sie dene ganzen Lernstoff wiederholen... und auch wollte sie nicht noch mal eine dritte Geninprüfung antreten ! Das ging unter die Gürtellinie. Das war wie ein Faustschlag direkt ins Gesicht. Oh, ja, das war es. Als sie an den kichernden, frisch gebackenen Genin vorbeilief und deren Erlebnisse mitbekam, wurde ihr plötzlich ganz mulmig im Bauch. Nervosität? Jep. Angst war natürlich auch dabei, wie zu erwarten bei Inoue. Man würde ihr äußerlich zwar nicht viel Angst und Panik ansehen, doch wer sie kannte und sich in sie hineinversetzte, der merkte schnell, dass dem nicht so war. Nach dreizehn graduierten Genin wandelte sich die Angst plötzlich in Wut um, da jeder x-beliebige, schwächlich und dümmlich aussehende Ex-Akademieschüler diese poplige Prüfung bestanden hatte und mindestens ein Jahr jünger war als sie.. wenn nicht noch jünger ! Diese kleinen Kartoffelkinder waren Genin.. das musste man sich mal vorstellen. Wenn dieser blöde Vorfall damals nicht gewesen wäre, dann wäre alles anders verlaufen. Aber nööö~ ... so war das gottverdammte Leben nun mal. Gerade, als das schwarzhaarige Mädchen weiter durch den proppenvollen Gang schlendern wollte, wurde sie plötzlich von jemanden aufgehalten, der sie mit sanfter Gewalt zu sich hinter zog. "Was?!", glitt es zischend über die trockenen Lippen des Mädchens, als sie in zwei große, braune Augen blickte. Als sie realisierte, dass es sich hierbei um einen Lehrer handelte, verschluckte sie sich an ihrer unfreundlichen Reaktion und verbeugte sich entschuldigend. "Gomenasai... ich wusste nicht, dass...," stammelte sie mit gespielter Freundlichkeit, doch der Lehrer unterbrach sie, "...ist vollkommen in Ordnung, ich verstehe ja, dass ihr heute alle ein bisschen aufgeregt und reizbar seid. Ich wollte dir lediglich sagen, dass du in den Klassenraum 2-B gehen musst, denn dort findet die Theorie statt." Der Lehrer lächelte aufmunternd und deutete zusätzlich mit dem Zeigefinger in die entgegengesetzte Richtung, woraufhin sich Inoue freundlich bedankte. Das konnte ja nur ihr passieren! ...Orientierung hatte sie nämlich nicht, sie verlief sich andauernd, egal wo sie sich befand. Einmal kräftig ein- und ausatmend, sammelte Inoue ihren Mut und schlenderte dann weiter in die Richtung, in die der Lehrer gezeigt hatte, um nach geschlagenen zwei Minuten den besagten Raum zu erreichen. Es standen komischerweise keine Akademieschüler davor, was das mulmige Gefühl in ihrer Magengegend nur verstärkte. War sie nun auch zu spät? Inoue beschloss, ein paar Minuten zu warten, vielleicht tat sich ja was, doch das einzige, was sie erntete, waren komische Blicke den herumstehenden Genin. Ein paar lachten sogar. "...sagt, habt ihr kein Leben?", brüllte das Mädchen in die Menge, die sofort verstummte. Hä? Eigentlich war sie es gewohnt, dass ihre Mitschüler nicht auf so etwas hörten und direkt weitermachten, aber irgendwie schien es heute anders zu sein. Inoue hatte lediglich einmal den Mund aufgemacht und das sollte dann direkt ein Erfolg werden? Das Gefühl der Panik ebbte ab und eine gewisse stärke kam in ihr hoch. Hatten diese kleinen Idioten endlich Respekt vor ihr? "...die Frage ist wohl eher... hast DU kein Leben, Ryuugu Inoue, dass du zu so einem wichtigen Tag zu spät erscheinst und die Wichtigkeit dieser Prüfung nicht zu schätzen weißt?" Am liebsten wäre sie sogleich im Erdboden versunken, als sie die ruhige, aber doch strenge stimme Kenjis vernahm, der mit verschränkten Armen hinter ihr stand und anscheinend lautlos die Türe geöffnet hatte. "...Kenji-sensei...," schluckte Inoue, bekam aber keine anständige Entschuldigung heraus, da sie viel zu geschockt war. Zum Glück wollte Kenji auch keine hören, da er sofort ansetzte und ihr befehligte, den Raum zu betreten und ordnungsgemäßg die Türe hinter sich zu schließen. Gesagt, getan, zu etwas anderem wäre die Ryuugu jetzt ohnehin nicht mehr fähig gewesen. Trotzdem musste sie sich zusammenreißen, um wieder ihre gewöhnliche Ruhe zurückzubekommen, die ihr zumindest den Ausdruck verleiht, von dem kleinen Missgeschickt total unberührt zu wirken. Irgendwie klappe es, aber erst, nachdem sie ihre berühmten Atemübungen vollzogen hatte und mit steifen Gliedern vor den Prüfern stand. Ihre sonderbaren Augen glitten einmal kurz über die Gesichter aller Anwesenden, doch hielt sie inne, als sie das kleine Katzenmädchen erblickte, das ihr kindisch zuwinkte und dabei kicherte. War Inoue im falschen Film? Das Mädchen da passte überhaupt nicht in die Reihe... und das sollte eine Prüferin sein? "Ich träume noch...," dachte Inoue und wand ihre Augen von dem lebhaften Katzenmädchen ab, um nicht noch deprimierter und demotivierter zu werden. Dass sie die Geninprüfung vergessen hatte, reichte ja schon als guten start in den Tag, oder? "Na, ausgeschlafen?", meldete sich nun ein anderer Lehrer zu Wort, den Inoue zwar nie im Unterricht gehabt hatte, ihr dennoch bekannt vorkam, da er ihr öfter im Flur über den Weg gelaufen war. Wie hieß er gleich noch mal? Grübeln brachte da ohnehin nichts, der Name würde dem Mädchen sowieso nicht einfallen. Was eine nervtötende, schlechte Eigenschaft das doch war, sich nie Namen merken zu können ! "...es tut mir leid," brachte sie über die Lippen und hoffte, den Zorn einiger anwesender Prüfer damit ein wenig zu zurückzuschrauben. Ob es ihr gelang, war nicht klar, aber zumindest war Kenji derjenige, der aufstand und nun zum richtigen Thema kam: "Verschlafen hin oder her... da ich kein schlechter Mensch bin und ich einigermaßen verstehen kann, dass ihr alle aufgeregt seid, gebe ich dir noch eine Chance. Ich rede hier jetzt auch nicht um den heißen Brei herum, sondern sage dir gleich, was deine Aufgabe in der Theorie sein wird, bist du bereit?" ...hatte sie denn eine andere Wahl? Inoue nickte auf seine Frage, konnte das unaufhörliche und immer weiter ansteigende Gefühl in ihrer Magengegend aber nicht ignorieren. Warum war sie denn nur so nervös? Es war doch bloß eine mündliche Abfrage, das bekam sie doch locker hin ! ... "Wir möchten von dir zu allererst kurz und sachlich ein Bluterbe der bekannteren Konoha-Clans beschrieben haben, das uns deutlich macht, um was es sich bei Bluterben handelt. Des weiteren eine ausführliche Erklärung und Vorführung eines D-Rang-Jutsu, welches du dir antrainiert hast. Das wäre für die Theorie alles. Noch Fragen?" Als all die Informationen ihr Gehör erreicht hatten, schüttelte Inoue den Kopf. Das waren klare Anweisungen, die Kenji erteilte und Inoue hatte alles verstanden. Im Großen und Ganzen war sie erleichtert, denn es hätte sie viel schlimmer treffen können. Doch welchen Clan sollte sie nehmen? sie selber war kein Teil eines Clans und in ihrer Familie war ihr auch kein Fall eines Bluterbes bekannt, deswegen fiel das schon mal flach. Über die Uchiha wusste sie zu wenig, auch die Hyuuga waren mehr oder weniger ein Clan, der das Geheimnis um ihr Doujutsu nicht unbedingt überall herumposaunt. Inuzuka, Aburame und Akimichi hatten nicht wirkliche Bluterben, lediglich Clantechniken, die sich jeder aneignen konnte, wenn er nur wollte. Was blieb dann übrig? Vielleicht... vielleicht... ja, die Senju ! Die senju waren zumindest früher mal ein sehr bekannter Clan gewesen, auch wenn es sie heute nicht mehr in Konoha gab. Aber die könnte Inoue nehmen, denn das Bluterbe zu beschreiben war ja nicht sonderlich anspruchsvoll. Ein breites Grinsen bildete sich auf ihrem hübschen Gesicht, als sie sich in einer geraden Position aufstellte und zu einer Antwort ansetzte: "...ich nehme das Bluterbe des bekannten Senju-Clans, der zwar heutzutage nicht mehr in Konoha existiert, die Geschichtsbücher aber mit Informationen fast zum überquellen bringt. Kurz gesagt ist das Bluterbe, dass der Senju-Clan besaß ein Mischelement, das den Namen Mokuton trägt. Produziert wird es durch die Kombination suiton und Doton, mit deren Hilfe es dem Nutzer möglich ist, Holz zu erschaffen und im Kampf zu nutzen. Im Großen und Ganzen bezeichnet man Fähigkeiten, die von Generation zu Generation innerhalb eines Clans weitergegeben werden und nicht von Außenstehende erlernt werden können. Die Gene müssen dafür sozusagen bereits vorhanden sein. In meinem Beispiel sind nur die senju in der Lage, die beiden genannten Elemente zu kombinieren und ein neues zu erschaffen." Die große Pause, die nach ihrem kurzen Vortrag folgte, signalisierte den Prüfern, dass sie fertig war. Augenblicklich wurde geschrieben, gekritzelt und geräuspert, ehe alle drei Prüfer wieder gerade auf ihrn Plätzen saßen und darauf warteten, dass Inoue mit der nächsten Aufgabe fortfuhr. "...dann komme ich zu meinem D-Rang-Jutsu, dass ich nun erklären und vorführen werde...," leitete sie ihren zweiten Vortrag ein, befand sich aber zu allererst noch in Gedanken, welches Jutsu sie denn nehmen sollte. Bekannt waren ihr zwei, die ihr Bruder ihr gezeigt hatte, da die beiden Zwillinge glücklicherweise dieselbe Elementaffinität besaßen: suiton. Welches war denn am angebrachtesten? Als sie sich für eines entschieden hatte, begann sie, Fingerzeichen zu formen und das gewählte Jutsu auszuführen, welches sogleich seine Wirkung entfaltete und den ganzen Klassenraum mit dickem Nebel einhüllte, sodass man alles, was sich in diesem Raum befand, nur noch schemenhaft erkennen konnte. "Kirigakure no Jutsu, eine Nebeltechnik, die eher unterstützend anstatt offensiv wirkt. Wie man sehen kann, deckt sie ein kleines Gebiet vollkommen ein und man kann nicht mehr allzu genau erkennen, was in seiner Umgebung passiert bzw. wo sich Kontrahenten aufhalten. Für den Nutzer ist dies natürlich die perfekte Gelegenheit, aus dem Hinterhalt anzugreifen oder aus einem anspruchsvolleren Kampf zu fliehen. Man kann natürlich selbst entscheiden, wie man sich diese Technik zu Nutze macht." Auch diesen Teil hatte sie sicher und ohne Probleme bewältigen können. Okay, die Aufgaben waren nicht schwer und Inoue besaß ein gesundes Allgemeinwissen, um zumindest ein Bluterbe aufzählen und eines ihrer eigenen Jutsu erklären und vorführen zu können. Der Rest lag jetzt bei den Prüfern, die erneut Notizen auf ihre Papiere kritzelten, die wahrscheinlich Kritik oder Lob enthielten. Das würde Inoue spätestens am schluss der Prüfung erfahren. "Vielen Dank. Die Theorie wäre hiermit beendet. Für die praktische Prüfung folge bitte Tenchirou in den Vorhof, da wird dir dann die nächstee Aufgabe erklärt," sprach Kenji ruhig, würdigte das Mädchen aber keines Blickes, da seine Notizen vor ihm wichtiger zu sein schienen. Mit einem leichten Kopfnicken zeigte Inoue, dass sie verstanden hatte und folgte dem muskulösen Tenchirou nach draußen...


Kapitel 3.) ....Nya? D:


Zum Glück war das Wetter heute einigermaßen schön, sodass es dem Mädchen nicht allzu viel ausmachte, einen Teil der Geninprüfung außerhalb des stickigen Akademiegebäudes auszuführen. Eigentlich kam ihr das gerade recht, denn die frische Luft hatte die Ryuugu dringend nötig gehabt. Während sie also mit Tenchirou auf die anderen beiden Prüfer wartete, genoss Inoue die leichte Brise, die ihr durch die Haare wehte und versuchte, ein paarmal tief durchzuatmen, um die Nervosität in ihrem Körper loszuwerden. Klappte auch einigermaßen, wie sie feststellen konnte. Was kam wohl auf sie zu? Letztes Jahr war es eine Art Partnerprüfung gewesen und sie hatte sich ihre Ex-beste-Freundin dafür ausgewählt, die sie hinterlistig innerhalb der Prüfung ausgenutzt hatte, nur damit sie bestehen konnte und Inoue durchflog. Danach hatte Inoue ihr die Freundschaft gekündigt und ihr einmal richtig deftig in den Ausschnitt gespuckt. Ende der Geschichte. Dieses Jahr sollte es aber anscheinend nicht so sein, da sie alleine geprüft wurde... umso besser, dann gab es wenigstens niemand, der sie manipulierte, außer die Lehrer hatten etwas gegen sie. Wobei.. sie würden sich damit sozusagen ans eigene Bein pissen, wenn sie sie noch einmal durchfallen lassen, denn dann müssen sie die Ryuugu noch ein weiteres Jahr im Unterricht ertragen. Ob die das wollten? Wahrscheinlich nicht. Glücklicherweise dauerte es nicht lange, bis Kenji und auch das seltsame Katzenmädchen das szenario erreicht hatten und sich planmäßig nebeneinander aufstellen. Zu allererst sagte niemand was, bis schließlich erneut Kenji den Mund öffnete und etwas fragte: "Kannst du dir in irgendeiner Weise vorstellen, warum wir so stehen und was wir eventuell von dir erwarten?" War die Praxis so offensichtlich, dass Kenjis Frage zu einer Fangfrage ummontiert wurde oder erwartete er jetzt ernsthaft von ihr, dass sie sich eigenhändig Gedanken darüber machen sollte, was sie nun machen musste? Ganz ehrlich? Inoue hatte nicht den blassesten schimmer, warum die sich so aufstellten bzw. was nun geprüft wurde. "Eventuell ein Trainingskampf...? Keine Ahnung." Leicht genervt dreinblickend, verschränkte die Ryuugu die Arm vor ihrer Brust und betrachtete die Prüfer einen nach dem anderen mit einem fragenden Blick. "YAY-nya!", sprudelte es plötzlich aus dem Katzenmädchen heraus, die sofort anfing, hysterisch zu klatschen. "100000 Punkte, nya!" Okay, anscheinend hatte Inoue irgendwie richtig gelegen, wobei eigentlich jeder dasselbe gedacht hätte in dieser situation, oder? "Richtig. Es wird sich um eine Art Trainingskampf halten, in dem du dir selber deinen Gegner aussuchen kannst. Zur Wahl stehen Katsumi, Tenchirou und selbstverständlich ich, jeder auf einem anderen Niveau. Du kannst entweder versuchen, einen Gegner zu bekämpfen, der ungefähr auf deiner Linie ist," er hielt kurz inne und zeigte auf das Katzenmädchen, die gut gelaunt den Daumen dabei anhob, "...oder du kannst versuchen, einen Gegner zu bekämpfen, der dir überlegen ist, "...diesmal mit seitenblick auf Tenchirou, "...oder aber du wählst einen Gegner, der dir haushoch überlegen ist." Meinte er damit sich selbst? Wahrscheinlich, einen anderen Prüfer gab es hier schließlich nicht, also musste er damit großzügigerweise sich selbst meinen. Einen normalen Menschen hätte sie jetzt ausgelacht, aber da es sich hierbei um einen Lehrer UND einen Prüfer handelte, hielt Inoue den Rand. Nichts verspielen, bloß nichts verspielen, dachte sie sich und schluckte ihren Kommentar hinunter. "Wie entscheidest du dich?", hörte sie noch die ruhige Frage Kenjis, als sie begann, sich über alle drei ihre Gedanken zu machen. Kenji war zu hart und sie hatte keinen Bock, sich zum Affen zu machen und von ihm verprügelt zu werden. Auch Tenchirou war mit seinem muskelbepackten Körper und seiner protzigen Gestalt ein ZU heftiger Gegner für das zarte Mädchen, weshalb eigentlich nur eine Wahl angemessen erschien: "..." Der Blick war auf das Katzenmädchen gerichtet, deren Name der Ryuugu nicht einfallen wollte. Ein paar Momente verstrichen. "....." Warum wollte ihr der Name nicht einfallen? Kenji hatte ihn vor zwei Minuten erwähnt ! "....die Mieze da," kam nun aus ihrem Mund, als sie das Mädchen unhöflich addressierte, weil ihr der Name nicht mehr einfiel. Katsumi aber ignorierte dies und sprang einmal in die Höhe, als sie realisierte, dass Inoue sich für sie entschieden hatte. Eventuell hatte sie Chancen bei dem Mädchen, denn die Kitty wirkte irgendwie naiv und unbeholfen... aber man sollte einen Gegner nicht auf das Aussehen reduzieren, da konnte viel mehr drinstecken als man dachte. Mit übertriebener Fröhlichkeit hüpfte das Katzenmädchen in Inoues Richtung und stellte sich direkt vor ihr auf, das breite Grinsen konnte sich Inoue denken, auch wenn man von dem seltsamen Mädchen lediglich die Augen erkennen konnte. Rote Augen. Okay... rote Augen waren vielleicht selten, aber Inoue konnte ein Lied davon singen, da sie mit ihren unterschiedlichen Augenfarben auch mehr oder weniger aus dem Rahmen fiel und ungewollt Aufmerksamkeit bekam. Gehänselt wurde sie deswegen auch noch, aber konnte ein Mensch etwas für seine erblichen Defizite? Nein. "Ich bin Katsumi-nya!", stellte sie sich lebhaft vor und hüpfte einmal auf der stelle, wodurch etwas kleines, graues aus ihrer Tasche gekullert kam und wie ein Ball zusammengerollt auf dem Gras lag. Inoue machte große Augen als sie das sah und auf das unidentifizierbare Ding starrte. Was zur Hölle?, dachte sie sich stumm, als das graue Paket plötzlich zuckte und sich entrollte. Ein leises Miauen entwich seinem Mäulchen, als es langsam aufstand, sich streckte und Inoue mit großen, runden Augen anblickte. Leider konnte man nicht feststellen, ob das Kätzchen dort freundlich oder feindlich gesinnt war... denn es machte einen sonderbaren Eindruck auf den Betrachter. Es sah zwar äußerst niedlich aus, ZU niedlich für Inoue, da sie niedliche Dinge hasste, aber dennoch hatte die Ryuugu das Gefühl, dass das Teil beißte. Nein, es tötete. "Mein Partner-nya ! Ich hoffe, dass geht in Ordnung, nya." Warum nicht? Als ob eine so kleine Katze gefährlich sein konnte. Mit einem leichten Achselzucken bejahte Inoue stumm die Frage des Katzenmädchens und würdigte die beiden danach keines Blickes mehr. Auf so einen Kindergarten hatte sie eigentlich keine Lust, sie nahm auch nicht ihren Plüschteddy mit, um das Mädel zu bekämpfen... naja, aber wenn sie es so wollte und gewohnt war, die Katze dabei zu haben, dann sollte Katsumi mit diesem Kitten auch kämpfen. War Inoue eigentlich relativ egal. Als Katsumi dann noch begann, mit dem Kätzchen zu spielen, verlor Inoue allmählich die Geduld... "Können wir anfangen oder hast du vor, noch länger mit deinem Kätzchen zu spielen? Ich für meinen Teil stecke hier mitten in meiner Geninprüfung und habe keine Lust, nach einer Woche immer noch hier zu stehen, wenn's genehm ist. Also reiß dich mal zusammen, pack' dein Kätzchen weg und sag' den Prüfern, dass du verdammt noch mal bereit bist, damit wir das hier endlich hinter uns bringen können !" Für einen Moment herrschte stille. Das Einzige, was noch zu hören war, war das monotone Räuspern Kenjis und das aufgebrachte Fauchen der kleinen Mieze, die gerade äußerst aufmuckte, weil Inoue ihr Frauchen harsch angegangen war. "Ui, du hast sie verärgert, Inoue-chan-nya.... ich wäre dann bereit, nya !", gab Katsumi das Zeichen an die restlichen beiden Prüfer und drehte sich wieder zu der Ryuugu um, die ein herablassendes Grinsen auf ihre Lippen gezaubert hatte. "Na endlich," dachte sie sich, als Katsumi bereit zu sein schien und nahm mehr oder weniger eine Art Kampfposition ein, um zu signalisieren, dass es losgehen konnte. Die Blicke von Inoue waren hierbei lediglich auf Katsumi beschränkt, die Katze vollkommen ignorierend, da sie ihrer Meinung nach keine Gefahr darstellen sollte. Ob sich Inoue da geirrt hatte? Bestimmt nicht. "Mhm.....nya!" Das Katzenmädchen schien gleich offensiv zu werden, da sie heftig begann, irgendwelche Fingerzeichen zu formen, deren dazugehöriges Jutsu der Ryuugu leider nicht bekannt war, bevor es ausgeführt wurde. "Fuuton: Renkugan!" Danke, es war ein Fuuton-Jutsu, dachte Inoue, als sie in Deckung ging und eine leicht gebückte Haltung annahm, jederzeit bereit, der Attacke auszuweichen. Eigentlich hatte die Ryuugu ja ein weniger heftiges Jutsu erwartet, aber als plötzlich eine Luftkugel mit 5 Meter Durchmesser auf sie zuflog, weiteten sich ihre Augen überrascht. Gerade noch rechtzeitig sprang die Ryuugu in das nächstgelegene Gebüsch und konnte so der Luftkugel ausweichen, die glücklicherweise nur in eine Richtung flog und heftig an einem Baum abprallte, der sofort in tausend stücke zersplitterte. Das hätte Inoue sein können..... Glück gehabt. "Inoue-chaaaaan-nyaaa~....", rief das Katzenmädchen und hatte anscheinend keine Ahnung, dass sie in einem der Gebüsche versteckt war, da sie schnurstracks ihre Deckung offen ließ und sich umdrehte, um an anderen stellen nach Inoue zu suchen. Das war die Chance! Ein Kunai zückend, stürmte die schwarzhaarige Inoue aus ihrem Versteck, nahm den Rücken des Mädchens scharf ins Visier und hatte nur Augen dafür, weil sie sich bereits ausmalte, dass Katsumi hart getroffen wurde... das wäre es gewesen! ....Denkste. Kurz bevor Inoue das Mädchen erreichen konnte, kam auf einmal etwas graues, haariges aus den Baumkronen gesprungen und heftete sich an den freiliegenden Hals der Ryuugu. scharfe Krallen und spitze Zähnchen rammten sich unschön in ihre Haut und ein stechender schmerz durchzuckte sie. Wie konnte ein kleines Ding wie das hier solche schmerzen verursachen?! "Kch... geh... runter, du kleine... nervtötende Mieze...!" Die Hand um den dünnen Körper der Katze legend, riss sie das Tier von ihrem Hals und warf es in eine x-beliebige Richtung, bloß weg von ihrem Hals ! Etwas Blut floss aus den Wunden, die das Drecksvieh ihr zugefügt hatte, behinderten die Ryuugu aber keineswegs beim bevorstehenden Kampf gegen Katsumi. Diese schmerzen konnte Inoue perfekt ignorieren, da sie nicht schlimm waren, also war es vollkommen in Ordnung, weiterzukämpfen. "1 zu 0 für uns, nya !", lobte das Mädchen ihre Katze, die daraufhin glücklich miaute. Inoue musste höllisch aufpassen, denn ein erneuter, hinterhältiger Angriff der Killerkatze würde jegliche Pläne komplett durcheinander bringen und as Duell nur unnötig in die Länge ziehen, bis es schlussendlich von einem der übrigen Prüfer für beendet erklärt wurde. "Ha-nya!", erklang plötzlich ein Kampfesruf seitens Katsumi, die mit übler Geschwindigkeit auf Inoue zulief und die Hand zur Faust geballt hatte. Eines musste man ihr lassen, sie war schnell ! "Ich schlage dich nun von rechts, nya!" ... Lol? Es konnte ein Trick sein, aber nach dem Winkel ihres Unterarmes zu urteilen, schlug sie tatsächlich nach rechts! Einfach mal auf die Dummheit ihrer Kontrahentin vertrauent, neigte Inoue ihren Körper einmal nach rechts und tatsächlich ! - der Faustschlag traf ins Lehre und gab der Inoue zum zweiten Mal die Gelegenheit, das Mädchen direkt anzugreifen und die offene Deckung auszunutzen. Ohne groß darüber nachzudenken, zog die Ryuugu ihre Handfläche nach oben und legte diese mit schneller und präziser Bewegung auf das verhüllte Gesicht des Katzenmädchens, um diese mit voller Wucht gegen den nächstbesten Baumstamm zu drücken. Wie erwartet knallte Katsumi direkt mit dem Hinterkopf dagegen und sackte für einen Moment in sich zusammen. War's das? Dem Anblick zu urteilen schien Katsumi ohnmächtig geworden zu sein, da sie sich partout nicht rühte und auch keinen Mucks von sich gab. Leider konnte Inoue das Gesicht nicht erkennen, sonst hätte sie es an ihrem Gesichtsausdruck ablesen können. Vorsichtig wurde Inoue, als die kleine, graue Katze an die seite ihres Frauchens sprang und den Blick starr auf die Ryuugu richtete. Ein komisches Gefühl überkam das schwarzhaarige Mädchen, doch ließ sie sich von dem Kätzchen nicht einschüchtern... es war bloß so groß wie ein Fußball, also bitte ! ...das, was Inoue erst zu spät bemerkte, war, dass die Kleine Leben in ihren Händen bekam und schnell einige Fingerzeichen formte, ehe Katze UND Anwendeer laut fauchten, dass der Ryuugu bis ins Mark ging. "Argh..." ... damit hatte Inoue nicht gerechnet, das Mädchen war unheimlich gewitzt! Kurz wurde ihr schwindlig, doch das Gefühl hielt nicht lange an. Das, was sie verwirrte, war, dass sie nichts hörte ! Inoue hörte nichts ! Ihre Kontrahentin bewegte die Lippen, auch die Prüfer schienen etwas zu tuscheln, aber Inoue konnte nicht hören, um was es ging. Auch die Bewegungen der Katze und des Mädchens waren lautlos, sodass die Ryuugu einzig und allein mit ihren Blicken folgen konnte. Da die beiden richtig schnell waren, war es nicht einfach für Inoue, aber dank der Naivität des Katzenmädchens war die Taubheit erträglich und nur eine kleine Behinderung. Lediglich die Geschwindigkeit nervte erheblich. Wieder schnellte Katsumi auf Inoue zu, versuchte es mit einem schlag und dank der Taubheit war es für Inoue sogar schwer, zu erraten, wo der schlag hintreffen sollte, doch der Winkel des Armes und die Augen des Mädchens, die sich offensichtlich auf Inoues Magen gerichtet hatten, verrieten der Ryuugu, wo der Faustschlag hingehen sollte. Auf gut Glück wich Inoue aus, Katsumis schlag ging daneben, doch erneut hatte sie nicht bemerkt, wie das Kätzchen wieder angeschossen kam, sich fest in ihre Hand hineinbiss und dadurch nervige schmerzen verursachte. "Argh! Nicht schon wieder!" Damit beschäftigt, dass festgebissene Kätzchen zu entfernen, verlor Inoue die Konzentration und ließ ihre Deckung offen, sodass der Tritt des Katzenmädchens sie heftig in die seite traf und zusammensacken ließ. Als Inoue so auf den Knien saß und ihre Hüfte hielt, bemerkte sie langsam, wie die Taubheit aus ihren Ohren kroch und sie einigermaßen wieder etwas hören konnte. Es konnte so nicht weitergehen ! Bisher hatte Katsumi immer die Oberhand über sie gehabt und Inoue kam nicht einmal dazu, einen ihrer Angriffe auszuführen, da dieses Katzenviech andauernd im Weg war. Inoue war sauer, richtig sauer! Mit einem seltsamen Glanz in den Augen, richtete sie ihre zu schlitzen verengten Augen auf das graue Knäul und packte es erneut mit den Händen, jetzt jedoch fester, sodass das Kätzchen freiwillig von ihrer rechten Hand abließ. "Wäre ich ein Teufel, so würde ich dich jetzt einfach herzlos in meiner Hand zerquetschen, die Kraft dazu hätte ich durchaus. Da ich aber ein Herz habe, hast du Glück gehabt. Das nächste Mal kann ich es dir nicht versprechen." Und wieder schleuderte Inoue die Katze von sich weg, ihre letzte Warnung kund getan. Danach richtete sie sich auf, ignorierte ihre Kontrahentin vollkommen, die verwirrt in der Gegend herumstand und konzentrierte sich, um daraufhin einige Fingerzeichen zu formen, die sie in der Prüfung ebenfalls geformt hatte. Wenn das Mädchen ein gutes Gedächtnis besaß, so wusste sie, was nun folgte. "...jetzt drehen wir den spieß mal um..." Ein weiter, dichter Nebel bildete sich um Katsumi, der die sicht vollkommen einschränkte und nur noch schemenhaft die Umgebung erahnen ließ. Auch für Inoue war es schwer, da sie aber wusste, wo sich Katsumi mehr oder weniger aufhielt und diese auch keine Anstalten machte, sich in irgendeiner Weise wegzubewegen, schien es wieder ZU leicht. Einen Moment wartete Inoue ab, ob sich seitens Katsumi was tat, aber irgendwie bewegte sie sich nicht vom Fleck. "Lächerlich..." Einige Fingerzeichen formend, erschienen ein Doppelgänger der Ryuugu, der an ihrer stelle auf die Nekoyami zulief und so tun sollte, als attackiere er sie... Inoue wählte stattdessen die Baumkronen, bis sie den Baum direkt hinter Katsumi erreicht hatte und das verwirrte Mädchen mit scharfen Augen beobachtete. Der Doppelgänger hatte seinen Weg erfolgreich durch den Nebel gemacht und hob seine Faust so, als ob er Katsumi gleich schlagen würde... perfekt ! Als Katsumi in Kampfposition kam, nahm Inoue an, dass Katsumi den Doppelgänger für das Original hielt, was natürlich für den Plan der Ryuugu ausreichte. schnell zückte sie einige Kunais und shuriken aus ihrer Beuteltasche, fixierte sie zwischen ihre Finger und warf sie mit einem satz auf das kämpfende Mädchen herunter. Der Bunshin verpuffte beim Aufprall der Wurfgeschosse, aber Katsumi wurde von einigen fies getroffen, was sie leicht zum aufheulen brachte. Ein Kunai steckte ihr in der rechten schulter, ein shuriken in der linken Wade. Die anderen verloren sich im Nebel. Wenigstens ein direkter Treffer, dachte Inoue und jubilierte innerlich für den gelungenen schachzug. "Auaaaaa, nya !", jammerte das Katzenmädchen und zog sich langsam die Waffen aus dem Körper, ehe sie auf die Knie ging und von ihrem Kätzchen Gesellschaft bekam. "Wäääh, nya ! Ich mag' nicht mehr ! Die hat mein Jäckchen kaputtgemacht !" Was sollte das jetzt bedeuten? Gab sie auf? Inoue jedoch hatte keine Zeit mehr zum reagieren, da Kenji und Tenchirou dazwischengingen und den Kampf für beendet erklärten. Hallo? Es gab doch überhaupt kein Ergebnis ! ... leicht angenervt verließ die Ryuugu die Baumkrone und kam geschickt auf ihren Füßen auf. Das Katzenmädchen schmollte immer noch, doch auf Anforderung Kenjis, erhob sie sich und gesellte sich zu Tenchirou, damit die drei das Ergebnis besprechen konnten, das für Inoue natürlich am gravierendsten war. Wie würde es wohl ausgehen?


Kapitel 4.) Let's get ready to rumble ! o:

"Nun... wir sind zu einem klaren Ergebnis gekommen was dich betrifft, Ryuugu Inoue," ließ Tenchirou verkünden, als er zusammen mit Kenji und Katsumi zurückkam und die drei sich erneut vor Inoue aufstellten, diesmal mit einigen Notizen in den Händen. "Zum Bestehen brauchst du mindestens 80 von 100 Punkten, die du hier in den beiden Prüfungen ergattern konntest." Danach gab Tenchirou das Wort an Kenji ab, der den Verlauf der Theorie schilderte und sein Feedback dazu abgab. "Fangen wir ganz von vorne an. Wir haben bei der theoretischen Prüfung von dir erwartet, dass du uns anhand eines Konoha-Clans ein Bluterbe deutlich machst, was du in unseren Augen sehr gut hinbekommen hast. Leider war deine Ausführung ein wenig zu schnell dahergeredet und ein Unwissender hätte von deinem Vortrag vielleicht nur 10 % behalten, was dir von möglichen 30 Punkten abgezogen wird. Das D-Rang-Jutsu war jedoch sauber ausgeführt und sehr gut erklärt, was zeigt, dass du genau weißt, wie du deine gelernten sachen in einen Kampf einbringen kannst. Hier hatten wir nichts zu bemängeln. Die schnelle Vortragung des Bluterbes kostete dich 5 von 30 Punkten, sodass du hier insgesamt 25 Punkte erreicht hast." Die kleine Katzengöre klatschte einmal fröhlich in die Hände und freute sich für Inoue. Hatte sie die Auseinandersetzung von vorhin etwa schon vergessen? schließlich hatte Inoue ihr Jäckchen beschädigt. Komisches Mädchens. "Ich muss echt sagen, dass ich überrascht bin, was deine Theorie anbelangt, da ich ja von Anfang an den Gedanken hatte, dass du zu der faulen und inwissenden sorte gehörst. Wenn du wirklich mehr lernen würdest und dich mit der Theorie befasst, dann könntest du eine sehr talentierte Kunoichi sein, da du dein Wissen mit deinen Fähigkeiten gut kombinieren könntest." Das Lob, das von Kenji kam, traf sie irgendwie. Hatte der Kerl jemals einen schlechten schüler richtig gelobt? Dass sie diesen Tag noch miterleben durfte, glich einem Wunder. Aber irgendwie war sie auch stolz auf sich, dass sie bei der Theorie so gut abgeschnitten hatte, da sie daran anfangs eigentlich nicht dachte. Und was war mit der Praxis? Die übernahm Tenchirou, der nun vor ihr stand und die stimme erhob: "Kommen wir nun zur Praxis. Hier gab es insgesamt 70 Punkte, was wohl zeigt, welcher Teil die meisten Punkte brachte und gleichzeitig der wichtigste war." Er räusperte sich kurz, ehe er weitermachte. "Wir waren erstaunt, zu was du alles fähig bist, hätten uns aber mehr Offensive von dir gewünscht, da du im Kampf eher etwas zurückgezogener agiert hast und erst aus dir rauskamst, als du schon mehr als einmal schaden erlitten hast. Dies kann dir in mancher Hinsicht sehr zum Verhängnis werden, aber es kommt natürlich auch drauf an, wie du deine Defensive im Kampf einbaust. In diesem Fall aber warst du oft zu unvorsichtig und du hast gesehen, dass Katsumi eine Gegnerin war, die oft ihre Deckung fallengelassen hat. Ein paarmal hast du es genutzt, aber einige Male sind an dir vorbeigehuscht und haben ihr eine Chance gegeben, dich zu attackieren. Daran müsstest du noch feilen. Ansonsten hast du gut agiert, dir immer etwas Neues einfallen lassen und nicht sinnlos irgendwelche Attacken ausgeführt, das hat uns gefallen, denn ein gut durchdachter Angriff ist meist effektiver als eine undurchdachte Attackenparade, nicht wahr? Wir haben uns darauf geeinigt, dir für diesen Teil 60 Punkte zu geben." 60 Punkte? ... warte... 25 + 60, ergibt doch...? "Glückwunsch, nya! 85 Punkte, du hast die Geninprüfung bestanden, nya !" ... im Ernst? Inoue konnte es noch gar nicht richtig realisieren, aber es stimme ! sie war 5 Punkte über dem Minimum. 5 Punkte ! Ein breites Grinsen zierte ihr Gesicht, als Katsumi ihr den Protektor überreichte, der sie nun offiziell zu einem Genin machte.

Was konnte sie dazu sagen?

VICTORY ! ^_^V
Ryuugu Inoue ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.03.2010, 13:04   #26
Fumiko Aiko
 
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Geninprüfung von Fumiko Aiko


Prüfer:
- Kenji
- Tenchiro
- Mufu Katsumi



<<Aiko/Hibiko redet>> <<Aiko denkt>> <<Hibiko denkt>><<NPCs/andere Spieler>><<Jutsus>>

Der frühe Vogel….konnte wahrscheinlich nur nicht schlafen!

Es war kurz nach fünf Uhr morgens und der Sonnenaufgang war längst überfällig als Sakomoto, ein alter Mann, der vor wenigen Minuten noch in der Narkose lag in sein Zimmer im dritten Stock des Krankenhauses geliefert wurde. Er dankte der Schwester und richtete sich dann auf, um den Fensterblick genießen zu können. Draußen war vielleicht nicht gerade viel zu sehen außer der anstehende Sonnenaufgang aber das Schwindelgefühl – verursacht durch Morphium und andere Schmerzstiller und Narkotika - kann ihn eh nicht schlafen lassen. Zudem hatte er immerhin für diesen Fensterplatz viel Geld gezahlt also warum sollte man das nicht ausnutzen.
Abgesehen vom Krankenhaus gab es auf Plattform fünf nur wenige Wohnhäuser und in diesen schien sich noch niemand geregt zu haben. Außer… Da vorne… Im Fenster eines Hauses bewegte sich irgendwas. Der alte Mann dachte an einen Einbrecher, weil kein Licht an war aber die schwarzen Schatten erinnerten ihn eher an die zarte Gestalt eines jungen Mädchens. Was auch immer es war, durch die ersten Sonnenstrahlen, die von der weißen Krankenhauswand reflektiert wurden bekam es auf jeden Fall etwas Konturen und Farbe. Der alte Mann konnte es natürlich nicht wissen aber es war Aiko, die mit einem geschlossenen und einem offenen Auge schlaftrunken durch die dunkle Wohnung torkelte. Mehr schlafend als wach setzte sie sich auf die Bettkante und wartete bis plötzlich der Wecker wild blinkte und Geräusche in den Raum kreischte. Nun öffnete sich auch das andere Auge und nach einem kurzen Gähnen schlug eine Hand den Ruhestörer aus. Die Fumiko schaltete das Licht ein und nun konnte der Mann im Krankenhaus alles sehen. Natürlich war es für ihn eine Art Stummfilm aber das störte ihn nicht. Was er sah war ein kleiner gedeckter Tisch mit Brötchen, Marmelade und einer Kanne frisch aufgesetzten Tees. Was er allerdings nicht hörte war: „Überraschung! Ich hab uns schon mal Frühstück gemacht während du noch geschlafen hast. Heute ist immerhin unser großer Tag nicht wahr?“ Aiko strahlte über das ganze Gesicht beim Anblick dieses Festmahls. Es gab einfach alles was ihr Herz begehrte. „Danke Hibiko-neesan! Woher wusstest du nur, dass ich heute Morgen Lust auf Himbeermarmelade hab? Kannst du etwa Gedanken lesen?“ HYA-HYA-HYA, naja, also wenn ich ehrlich bin… Genieß es einfach!“ Der kleine Frühstückstisch stand direkt vor ihrem Bett und war wie ein Ziegelstein in einer Mauer, wobei die restlichen Steine Bücherstapel waren. Manche Bücher waren bereits verstaubt während andere gerade frisch aus der hauseigenen Bibliothek geholt waren. Darunter Titel wie: „How to survive a Geninexam?“ oder „Geninprüfung für Dummies Band 1, Auflage 16“ oder „Die Psychologie eines Prüfers – So wissen sie die Frage bevor er ein Wort gesagt hat!“. Ob sie wirklich hilfreich sein sollten wird sich noch zeigen aber es war auf jeden Fall eine Abwechslung zu dem trockenen Schulstoff. Die Sonne war mittlerweile vollständig aufgegangen und Aiko machte sich im Bad zurecht. Zähne putzen nicht vergessen und dann noch der obligatorische Haarreif. Fertig. Sie warf sich selbst ein unwiderstehliches Lächeln zu und posierte ein wenig für Hibiko. Antworten tat diese nicht. Man hörte nur ein einsames langsames Klatschen in ihrem Kopf – fast schon sarkastisch. Sie verdrehte den Arm und begutachtete ihre Armbanduhr. Es war sechs und die Geninprüfung begann um acht. Auf jeden Fall blieb noch genug Zeit, um den alten Momiji von nebenan zu besuchen.
Ihr Weg nach unten war eine Art Hindernisparcour vorbei an Bücherstapeln, die es – warum auch immer – nicht ganz bis in die Bibliothek zurück geschafft haben und merkwürdigen Konstruktionen, die einst zum Fangen von Katzen oder sonstigem gebraucht wurden. Als ihre Hand den Holzgriff der Eingangstür berührte traf es sie wie ein Schlag. „Warte! Wir haben die Schriftrollen und Kunais vergessen!“ Also wieder nach oben und es hieß: Schriftrollen finden. Das nervige an diesen Dingern ist, dass sie gerne mal vom Wind getrieben, wegrollten unter das Bett oder gar aus dem Zimmer, bis sie an irgendeinem Bücherhaufen hängen blieben. Das passierte dauernd, wenn das Haus gelüftet wurde. Also wie findet man sie am besten? Wahrscheinlich gab es eine geschickte Lösung für dieses Alltagsrätsel aber warum sollte Aiko sich dafür interessieren, immerhin waren es nur dumme Schriftrollen?
Die Hüfttasche mit den Rauchbomben, einigen Senbon Nadeln, den sehr wichtigen Kunais und Bandagen war schnell gefunden, denn sie lag da wo sie schon immer lag – im Waschbecken der Küche, neben dem dreckigen Geschirr. Die Schriftrollen – es waren drei an der Zahl – fand sie nach einigen Minuten unter dem Bett, neben dem Klo und wie erwartet zwischen ein paar Büchern auf der Treppe. Wieder an der Haupttür des Hauses angekommen ging die Fumiko noch einmal die Liste an benötigten Gegenständen durch. Diesmal hatte sich nichts ihrer Aufmerksamkeit entzogen also los! Über die alte knarrende Holzveranda ging es zu einem Seiteneingang, wo der Momiji wohnte. Nach mehrmaligem Klopfen öffnete der Greis und empfing Aiko mit einem herzlichen Lächeln. „Masao!“, rief sie in einer übertriebenen Lautstärke. „Ich wollte nur kurz vorbeikommen bevor ich zur Geninprüfung muss. Ohne deinen Rat kann ich sie doch unmöglich bestehen!“, kicherte das Mädchen. Ho-ho-ho…ich wollte dir auch noch etwas geben…also außer einen guten Ratschlag.“ Masao holte einen alten Brustpanzer hinter einer Ecke hervor. Es war einer dieser alten Panzer aus irgendeinem Metall, wie die Shinobi vor 300 Jahren sie schon trugen. Die Fumiko schüttelte ihren Kopf ablehnend. „Ich fühle mich geehrt alter Mann aber erstens ist der viel zu schwer und zweitens ist das ein Brustpanzer für Männer. Wo sollen meine Brüste da drin Platz finden? Aber es war trotzdem ein nettes Angebot.“ Ihre Brüste? Das Aiko noch immer flach wie ein Brett war erwähnte der Greis nicht. Stattdessen wünschte er ihr viel Glück und verabschiedete sie. Sein Rat für sie war: „Egal wie schlecht oder gut du abschneidest…Hauptsache du findest überhaupt hin!“ Sehr hilfreich…
Noch blieb eine Stunde bis zum Beginn des theoretischen Teils der Prüfung und daher war Hetzen noch nicht angebracht. Langsamen Schrittes ging sie vorbei an wunderschönen Häusern, dummen Katzenbiestern, die wie immer den Müll durchwühlten und einem stark duftenden Blumenladen. An dieser Stelle inhalierten alle Passanten und so auch die Fumiko. Schöner könnte ein Tag wie dieser nur sein, wenn man keine Prüfung zu bestehen hat. Aber da war das Gebäude des Schreckens auch schon. Die Nervosität kroch langsam ihre Speiseröhre hoch während ihre Füße sie durch die Gänge der Akademie trugen. Laut Armbanduhr noch 15 Minuten. Im letzten der vielen Gänge saßen mehrere Schüler, die ein ständiges lautes Prusten von sich gaben und das obwohl sie erst nach Aiko an der Reihe waren. Noch ein wenig schneller und diese Schisser würden hyperventilieren. Die Angst der anderen gab ihr aus einem unerfindlichen Grund Kraft. HYA-HYA-HYA! Schau dir nur diese Trottel an, wie nervös sie dasitzen. Ich sag´s dir Aiko, wir beide werden aus diesem Raum mit Bestnote rausgehen! Die Welt wird sich in Ehrfurcht verneigen und selbst die Götter werden keine Worte für diesen Triumpf finden. Versprochen!“ Plötzlich öffnete sich die Tür und ein blasser Akademieschüler trat vor, gefolgt von Kenji, welcher Aiko´s Blick aufnahm und kalt sagte: „Bei diesem Schüler brauchen wir gar nicht erst zum praktischen Teil kommen also bist du jetzt dran.“ Ihre Knie zitterten wieder ein wenig vor Aufregung und Hibiko schien sich bereits verabschiedet zu haben…


Warum muss Theorie nur immer so theoretisch sein?


Hier wären wir also. In einem gut beleuchteten Raum mit weißer Wand- und Deckenfarbe. Gegenüber den Fenstern hingen bunte Bilder, die wohl von den jüngeren Akademieschülern gezeichnet wurden und die Tafel - an der sonst langweilige Theorie stand - befand sich direkt hinter dem Prüfling. Umzingelt von Fenstern, der Tafel, schlechten Bildern und den drei Prüfern – eine unangenehme Situation – saß Aiko. Die allgemeine Nervosität wich allerdings schnell der Frage: Wer zur Hölle ist das? Zum einen war da Tenchiro, ein durchtrainierter Taijutsuka und erfahrener Lehrer, der von Hibiko während der Akademiezeit folgende Spitznamen erhalten hatte: „Meister der blauen Augen“, „Prügelmaschine“ und „Mr. Sexy“. (Der letzte Spitzname entstand auf einem Schulausflug zum Strand als Tenchiro sich in zu knapper Badehose präsentierte. Irgendwie gruselig.) Zum anderen war da Kenji, ein eher schmächtiger Mann, der allerdings Leiter der Akademie war, was wiederum für seine enormen Fähigkeiten sprach. Seine Spitznamen: „Herr über alles“ und „Bücherwurm“, aufgrund seiner Brille. Der letzte im Bunde war jedoch ein Fremder. Bei der Vorstellung der Prüfer, die Kenji durchführte, wurde er Mufu Katsumi genannt. Noch schien er keinen Unterricht gegeben zu haben, weil niemand jemals über ihn gesprochen oder ihn an der Akademie gesehen hatte. Ein Mysterium dieser Mufu und besonders freundlich sah er auch nicht aus. „Also…“, sprach der Herr über alles. „Fühlst du dich im Stande an der Geninprüfung teilzunehmen?“ Aiko nickte deutlich und atmete tief durch. Unerwarteter weise fing der Mufu nun an die Aufgabe zu verlesen: „Wir möchten nun gerne etwas über die verschiedenen Ränge wissen, die ein Shinobi innehalten kann. Zudem erwähne bitte ihre Aufgaben im Dorf. Aber merke dir vorher: Es gibt für die korrekte Bearbeitung dieser Aufgabe und der möglichen Nachfragen insgesamt 40 Punkte zu verdienen.“ Seine Betonung lag eindeutig auf Nachfragen und insgesamt und verdienen. Während des Lesens bewegten sich nur seine Lippen, selbst die Mundwinkel blieben weit nach unten gedrückt und der Körper war stocksteif. Wenn sich etwas bewegte, dann tat es dies mit einer erstaunlichen Eleganz. Noch einmal holte die Fumiko tief Luft, denn nichts ist jetzt wichtiger als das Hirn weiterhin mit Sauerstoff zu versorgen. „Ein Shinobi kann Genin, Chuunin, Jounin und Kage sein aber seine oberste Pflicht – und die ist rangunabhängig – ist es seine Missionen mit Herz und Verstand anzugehen und auf seine Teammitglieder acht zu geben. Iryōnin und ANBU sind hierbei speziell zu behandeln aber dazu später mehr. Fangen wir bei dem Rang des Genins an. Er ist der niedrigste aller Ränge und daher so gut wie nie Teamcaptain. Seine Aufgaben liegen deutlich in der Erfüllung von D-Rang Missionen, wobei er unter der Leitung eines höherrangigen Anführers an C-Missionen teilnehmen kann. Der nächsthöhere Rang wäre der Chuunin. Er ist befähigt Gruppen zu leiten und nimmt vor allem an C- und B -Rang Missionen teil. Als nächstes kommt der Jounin, wobei man hier zwischen den normalen Jounin und Spezial-Jounin unterscheiden muss. Letztere sind im Gegensatz zu den normalen nur auf einem Gebiet auf dem Level eines Jounin. Natürlich sind sie auch befähigt ein Team zu leiten und A- und S-Rang Missionen sind ihnen vorbehalten. Der höchste Rang ist der Kage. Ihn gibt es nur einmal pro Ninjadorf und er ist ein unschlagbarer und erfahrener Meister in allen Kategorien. Seine Aufgabe ist es Missionen an andere Shinobi zu verteilen, das Dorf zu beschützen und es auch zu repräsentieren.“ Hatte das Mädchen irgendwas vergessen? Laut Hibiko, die wiedergekommen war – sie behauptete mal kurz aufs Klo gegangen zu sein – fehlte nichts. Und auch die Lehrer schienen durchaus zufrieden zu sein. Mr. Sexy …nein wartet, der Meister der blauen Augen lächelte während er ein paar Notizen niederschrieb und auch der Herr über alles nickte leicht und zustimmend. Nur Katsumi hatte denselben gruseligen Blick wie vorher. „Wolltest du nicht noch die ANBU und Iryōnin extra erwähnen?“, der Mufu wurde von Wort zu Wort lauter und grimmiger, sofern es möglich war, da er von Anfang an schrie. „Oh nein ein Fehler! Ich bin verloren! Hilf mir Hibiko, bitte!“ „Lass ihn mich abfertigen, Süße!“ Sie knackte mit ihren imaginären Fingern und sprach: HYA-HYA-HYA, wie konnte ich das nur vergessen! Also die ANBU sind mindestens auf Jouninlevel und eine Spezialeinheit, die im verdeckten arbeitet und ab und zu Polizeiaufgaben erledigt. Sie unterstehen dem Kage. Sie sind also speziell zu behandeln, weil sie mehr eine Organisation darstellen, als einen eigenen Shinobirang. Die Iryōnin oder auch Medicnin sind mindestens auf dem Level eines Chuunin oder höher, da die medizinischen Jutsus einen hohen Grad an Wissen und Erfahrung voraussetzen. Sie unterstehen dem Dorfrat und dem Kage gleichermaßen. Als unabdingbare Komponente sind sie bei allen Missionen mit hohem Schwierigkeitsgrad vertreten, weil da die Verletzungswahrscheinlichkeit am höchsten ist. Zufrieden? HYA-HYA-HYA!“ Es wurde Zeit Hibiko wieder wegzusperren beschloss Aiko und übernahm die Kontrolle. Innerlich dankte sie ihrer verwirrteren Hälfte noch einmal, bevor sie äußerlich ein freundliches Lächeln aufsetzte. Nach kurzer Beratung und weiterem Gekritzel auf den Notizblöcken gab Kenji bekannt, dass der nächste Teil der Prüfung draußen stattfinden würde, am kleinen Waldstück hinter der Akademie. Der nächste Teil? Sie hatten es also geschafft genug zu überzeugen, um zum nächsten Teil zugelassen zu werden? Perfekt! „Ich hab´s dir doch gesagt, ich bring uns mit einem Augenzwinkern durch diese läppische Prüfung!“
Wieder ging es durch die schier unendlich langen Gänge der Akademie bis zum Hintereingang. Beim Öffnen der großen Tür schmerzten die Sonnenstrahlen in Aiko´s Augen, sodass sie ihre Hand schnell zum Schutz vor ihr Gesicht hob. Scheinbar ging es den Begleitern auch so, denn Tenchiro und der Bücherwurm machten dieselbe Bewegung. Nur der Mufu bewegte sich kein Stück aus seiner eleganten Haltung. Er ertrug den Schmerz wie ein Mann, ein bestimmt bald blinder Mann. Das dachte das Mädchen zumindest als sie über den Schulhof ging. Hier fanden bestimmt schon Übungskämpfe anderer Geninanwärter statt. Wenn man die Spuren deuten konnte, dann sah man sich umkreisende Füße, wenige Tropfen Blut und im Sand versickerte Tränen der Freude oder des Versagens. Der perfekte Ansporn…oder nicht?


Wer suchet, der findet.


Die berühmte Ruhe vor dem Sturm. Das Mädchen wärmte sich ein wenig auf und checkte ihr Equipment während sie die Prügelmaschine beobachtete, der wiederum den grimmigen Katsumi beobachtete, der wiederum grimmig seine Uhr betrachtete. Grund für diese Verzögerung war Kenji, der irgendwas Wichtiges im Raum vergessen hatte. Wahrscheinlich seinen Stift oder den Notizblock. Vielleicht war er aber auch nur auf dem stillen Örtchen und es war ihm zu peinlich dies im Vorfeld zu sagen. Wenn man ihn etwas kennt – und das tut jeder, der die Akademie besuchte – dann weiß man, dass er verdammt schnell war also warum kam er nicht schon nach einer Minute wieder? Männer und ihre falsche Scham.

Ein paar Hampelmänner und Kniebeugen später erreichte der Herr über alles wieder die Gruppe. „Entschuldigt die Verzögerung.“, sagte er. „Wir haben genug Zeit vertrödelt, also lasst uns gleich beginnen.“ Ein kurzes Nicken in Richtung Tenchiro, der daraufhin einen Schritt nach vorne machte und die Aufgabe verlas: „Aiko, du hast jetzt 30 Minuten Zeit drei Schriftrollen zu finden. Es gibt aber mehr als nur diese Drei, daher der Tipp: Die Echten tragen jeweils die Ziffer eins, zwei und drei während die Falschen unbeschrieben sind. Die Zeit läuft ab…jetzt!“ Und los ging es für die Fumiko! Mit Volldampf in Richtung Wald und durch das Geäst raste sie bis zu einer kleinen Lichtung, an der sie halt machte als sie eine Schriftrolle an einem Faden baumeln sah. „Auf den ersten Metern schon?“, dachten sich beide gleichzeitig. Die Rolle hing an einem langen dünnen Ast in ca. 1,5m Höhe über der Lichtungsmitte. Der Boden war mit Blättern, sowie Tannennadeln bedeckt und wirkte Belastungsfähig – eine perfekte Falle. Wer auch immer sie ausgelegt hatte war sich scheinbar nicht bewusst, dass es in diesem Waldstück - indem die Akademieschüler oft Pausen verbracht hatten – keine Tannen gab und somit die Tannennadeln die Falle verrieten Die schmale Mädchenhand tastete den Boden nach einem Stein ab bis ein geeigneter gefunden war, der dann mit voller Wucht auf die mögliche Falle geworfen wurde. Wie erwartet verschwand das Wurfobjekt im Nichts nachdem es die Blätterdecke durchschlagen hatte. Jetzt wo die Falle eindeutig ausgemacht war musste nur noch die Rolle irgendwie besorgt werden. Das ganze Szenario erinnerte sie ein wenig an heute Morgen als die Schriftrollen durch das ganze Haus gekullert sind und es galt sie wiederzufinden. Um an die erste Rolle zu kommen suchte sie kurzerhand einen langen Stock und schlug damit gegen das Stück Papier. Während es in einer weiten Pendelbewegung hin und her schwang ging Aiko einfach ein wenig am Rand der Falle entlang und griff zur rechten Zeit zu als es zu ihr pendelte. „Wunderbar!“, dachte sie sich aber ihre Freude war nur von kurzer Dauer, denn erst als sie die Schriftrolle genauer untersuchte stellte sie fest, dass gar keine Zahl auf ihr war und sie zehn Minuten damit verschwendet hatte. Die Prüfer die sich irgendwo unsichtbar in den Baumwipfeln befanden vernahmen das laute Fluchen und notierten leise weiter.
Nun galt es Zeit aufzuholen. Aber wie? Das war die Frage, die es in den nächsten Minuten – nein – Sekunden zu beantworten galt. „Irgendeine Idee Neesan?“ „Na sicher aber ich denke nicht das mehrere Packungen Eier und ein Katapult die Antwort auf alles sind, oder?“ Langsam begann das Mädchen wieder nervös zu werden aber das durfte sie sich nicht erlauben, denn Nervosität führte zu Kurzschlussreaktionen und die wiederum führten oft noch schneller zum Versagen. Ein Plan musste her, irgendein Plan. „Sag mal… Warum war diese Schriftrolle eigentlich von einer Falle umgeben, wenn sie wertlos ist?“ „Was meinst du?“ „Naja, Prüfer sind – im Gegensatz zu mir, meine Liebe - ziemlich kirre im Kopf und denken sich vielleicht was dabei, wenn sie eine so große Falle für etwas scheinbar Wertloses aufstellen. Ich wette, wenn wir etwas weiter suchen, dann finden wir noch eine Menge Schriftrollen, die auch keine Bedeutung haben aber die sind dann nicht von einer Falle umgeben. Öffne sie doch einfach mal, dann sehen wir ob ich richtig liege.“ Hastig fummelten die schmalen Finger der Fumiko an der Rolle herum, bis sie ein Ende erwischt hatten und das Schriftstück ausbreiten konnten. „Du bist unglaublich Hibiko! Ich liebe dich einfach!“ Dort stand es geschrieben, schwarz auf weißem Grund:



Oh, wie clever! Ihr habt meine geheime Schriftrolle, welche die Standorte meiner Schätze preisgibt gefunden! Dennoch müsst ihr erst drei Rätsel lösen, die euch dorthin führen! Erstens: Vor tausend Jahren war er klein, doch jetzt ist der groß aber achte drauf, sein Norden ist voller Moos!



Der Text kam bestimmt vom Mufu oder Kenji. Wäre er von Tenchiro, dann würden viel mehr „Yo“ oder andere verrückte Hiphop-Ausdrücke das Schriftbild verunstalten. Wahrscheinlicher wäre bei ihm eigentlich ein Demotape statt eines Textes…aber egal, denn es wartete ein Rätsel, das gelöst werden wollte. Hmmm, erst klein, dann groß und im Norden ist Moos. Die alte Eiche!“ Es könnte sich nur um einen Baum handeln also wurde nicht lang gefackelt und losgerannt. Die kleinen Füße stießen sich immer wieder von Ästen und Stämmen ab, die Atmung beschleunigte und der Herzschlag wurde lauter und lauter, bis er nur noch ein Dröhnen in den Ohren war. Immer wieder trafen kleine Dornen und die Wangen und Arme des Mädchens aber Rücksicht konnte sie sich nicht leisten. Alles musste schnell gehen.
Vor dem Baum angekommen nahm sie sich zwei Kunai und hackte sie tief in die Rinde, um sich schließlich an ihnen hochzuziehen - wie ein Bergsteiger. Mit zunehmender Höhe und zunehmender Erschöpfung kam sie ihrem Ziel immer näher. Oben angekommen war aus der beschleunigten Atmung ein Hecheln geworden. Es lag ein großes Nest mit mehreren Eiern und einer Schriftrolle vor, an die sie sich langsam ran tastete. Vorsicht schien angebracht, denn ein großes Nest hatte auch einen großen Papa oder Mama Vogel. Und dieser würde nicht zögern seine Brut zu beschützen. „Hab dich…“, dachte Aiko sich als hinter ihr ein Krächzen erklang. Ohne zu zögern benutzte sie einen Kunai als Wurfgeschoss, welchem der Vogel aber spielend ausweichen konnte. Schnell wurde die Schriftrolle mit der Nummer drei am Gürtel befestigt und ein Rückwärtssprung gemacht. Für den Vogel musste es so aussehen als ob das Mädchen sich durch die Äste Richtung Boden fallen ließ, was ihn aber nicht daran hinderte hinterher zu stürzen. Auf halbem Weg durchs Geäst schnappte sie den Ast vor sich und schwang mit einer 360 Grad Drehung rum, sodass sie dem Federvieh, das vorbeischnellte in den Rücken sprang. Scheinbar unkontrolliert fiel es zu Boden also wurde noch schnell das Kunai hinterher geworfen und siehe da: Volltreffer. Mitten im dicken Körper steckte das Stück Metall, welches aber nicht die Flugfähigkeit beeinträchtigte. Bevor der rabenartige Vogel wieder hochkam musste Aiko etwas einfallen und so war es auch. Mit Hilfe eines Drahtes schnürte sie eines der Rieseneier auf ihren Rücken und begann vorsichtig den Abstieg. Anstatt gleich wieder auf das wehrlose Mädchen zu stürzen kreiste das Mistviech nun über ihr bis für sein Sohn oder seine Tochter keine Gefahr mehr bestand und das Kind gerettet werden konnte vor der bösartigen Aiko.
Die Erschöpfung war extrem, so extrem, dass ihre Hände beim Entfalten der Schriftrolle mit den Standorten zitterten. Das zweite Rätsel:



Die zweite Rolle liegt versteckt tief in einer Grotte aber habe keine Angst, außer vor der Riesenmotte.



Verdammt schon wieder so ein Monster schien sie zu erwarten. Aber was war eigentlich mit Grotte gemeint? Es gab in diesem Waldstück kein Loch im Boden oder eine Klippe oder sonst was. „Vielleicht gibt es ein Loch in einer Wand oder dem Boden und es ist nur zugewachsen?“ „Nein, das kann nicht sein. Wenn es ein Loch im Boden wäre, dann hätten sie es schon lange zugeschüttet oder Warnungen aufgestellt, weil sie genau wissen das die Akademieschüler hier oft in der großen Pause spielen und zugewachsen kann etwas nicht sein, wenn erst vor wenigen Stunden einer der Prüfer eine Schriftrolle darein gebracht hat. Es muss also ein Loch in der Wand sein und es muss gut wieder zu tarnen sein, sonst wäre es zu leicht zu finden.“ Diese Nuss war wirklich schwer zu knacken. Ein Blick auf die Uhr verriet, dass es nur noch zehn Minuten waren bis zum Ende der Prüfung. Als jedoch das Herzklopfen in ihren Ohren leiser wurde vernahm sie das Geräusch des Windes und des Wassers. Des Wassers? „Ich hab´s! Die Höhle muss sich hinter dem Wasserfall befinden!“ Und wieder rannte Aiko bis Säure in ihre Muskeln schoss. Ohne nachzudenken sprang sie ins Dunkel hinab und landete in Wasser, das sich über die Zeit hier gestaut hatte. Es ging ihr nur bis zu den Knien, war aber dank mangelndem Licht schwarz wie die Nacht. Da keiner der Prüfer so schien als wäre er im Dreck gewatet musste die Schriftrolle irgendwo am Anfang liegen und so war es auch. Nach einer Minute des Suchens ertastete die mittlerweile eiskalte Hand etwas, was sich nicht wie ein Stein anfühlte. Prompt wurde die Rolle am Gürtel verstaut und das Loch in der Wand angesteuert. Kurz bevor der hell erleuchtete Ausgang erreicht war merkte sie ein Ziehen. Irgendwas zog das erschöpfte Mädchen langsam zurück. Es konnte sich nur um diese verfluchte Motte handeln! Plötzlich wurde sie ruckartig am Gürtel in die Luft gehoben. HYA-HYA-HYA, friss das du Nachfaltermonster!“ Während sie wie wild lachte griff sie in die Hüfttasche und holte eine Rauchbombe hervor. Insekten hassen Rauch einfach, deswegen ließ sie Aiko auch quietschend los und flog in irgendeine der dunklen Ecken, in der man sie nicht mehr sehen würde. Nachdem der zweite Anlauf in die Freiheit geglückt war hielt sie kurz inne um zu verschnaufen. Die Uhr sagte noch drei Minuten bis zum Ende an. Noch blieb genug Zeit wenigstens das dritte Rätsel anzugehen während sie sich wieder mit schnellen Schritten an den Ausgangspunkt begab. Zur dritten Rolle:



Yo, die liegt da, wo die Suche begann….Yo.



Es war schwer zu glauben, dass dieser Part nicht von Tenchiro geschrieben wurde aber man könnte nicht behaupten, dass er sich keine Mühe gegeben hat.
Zerkratzt und nach Luft ringend stand die hoffentlich angehende Medic-Nin am Ausgangspunkt und hielt Ausschau nach der letzten Rolle. Es war weites offenes Gelände also gut überschaubar aber nichts war zu sehen. „Komm schon Hibiko die Zeit läuft ab! Ich brauch deine Hilfe! Bitte!“ „Tut mir leid aber ich kann auch nicht mehr sehen als du…“ Der Herr über alles und seine geschätzten Kollegen kamen hervor und zählten die letzten Sekunden ab. Die Fumiko wusste, dass sie nicht bestehen würde, wenn sie die letzte Rolle nicht finden würde, denn wenn wir mal ehrlich sind ist der Theorieteil nicht wirklich gut gelaufen. Verzweifelt ließ sie sich zu Boden fallen - die Tränen im Anschlag – und da sah sie es. Umso näher sie ihren Kopf auf den Rasen drückte desto mehr wurde eine Wölbung unter dem Gras sichtbar. „Zehn, neun, acht,…“ Wie vom Tod selbst verfolgt rannte Aiko in Richtung Delle und riss die Grasdecke mit einem Schrei weg. „Fertig.“, sagte Kenji in dem Moment in dem Aiko die Rolle berührte.
Der Herr über alles zerriss die Drähte, die das Riesenei auf dem Rücken hielten wie Kaugummi und der Vogel nahm es aus seiner Hand wieder in Richtung Nest mit. „Ab heute können wir ihn auch der Vogelflüsterer nennen. Wie findest du das?“, scherzte Hibiko während ihre normalere Hälfte vor Erschöpfung immer noch keine Worte finden konnte.


Der Moment der Entscheidung!

„Kommen wir zur Bewertung!“, sagte der Herr über alles. Langsam stemmte Aiko sich auf die Beine. „In der Theorie lief es nicht ganz so rund für dich. Man hätte vielleicht noch erwähnen können, was der entsprechende Missionstyp, also D- oder eine der anderen für ein Gefahrenpotential bietet. Außerdem hättest du fast vergessen die ANBU und Medicnin zu erwähnen. An dieser Stelle solltest du Katsumi wohl danken, dass er nochmal nachgefragt hat. Letztendlich lässt sich noch vielleicht ein Wort über den Akademieschüler verlieren, auch wenn er noch kein anerkannter Shinobi ist und keine Missionen absolvieren darf. Wir geben dir daher nicht die volle Punktzahl. Insgesamt kommst du hier auf 30 von 40 möglichen Punkten.“ Der Vortrag stimmte Aiko fröhlich und dankend nickte sie dem Mufu, dem sie scheinbar einiges zu verdanken hatte, zu. Dieser revanchierte sich indem er wie immer grimmig guckte ohne eine menschliche Regung zu zeigen. Oder hatte er dem Mädchen wirklich gerade zugezwinkert? „Was den praktischen Teil angeht kann ich dich wirklich nur loben und ich glaube die anderen Prüfer sehen das genauso. Hier hast du alle drei Schriftrollen gefunden obwohl ich zugeben muss, dass sie echt nicht leicht zu finden waren. Dein logisches Denken ist wirklich beeindruckend. Es ist fast so als würde dir jemand die Lösung ins Ohr flüstern“ Was man an dieser Stelle nicht hörte war das Schulterklopfen, das Hibiko sich gerade selbst verpasste. „Du scheinst das Prinzip verstanden zu haben. Obwohl wir dir anfangs gesagt haben, dass es nutzlose Rollen gibt hast du über deren Bedeutung nachgedacht sonst hättest du nie die erste Rolle geöffnet. Wie dem auch sei: Volle Punktzahl.“ Die Worte gingen runter wie Butter. Sie hat es tatsächlich geschafft. Sie war Genin geworden und dem Traum eine gute Medic-Nin zu sein einen Schritt näher. „Insgesamt 90 von 100 Punkten. Eine beachtliche Leistung. Ab jetzt darfst du dich offiziell Genin nennen!“ Aiko umarmte Kenji aus heiterem Himmel und zerknitterte damit seine Robe etwas bevor sie ihren Stirnschutz in Empfang nahm. Nun war es an der Zeit die Wunden zu versorgen und ein großes Eis zu essen.
__________________
<<Aiko/Hibiko redet>> <<Aiko denkt>> <<Hibiko denkt>> <<NPCs/andere Spieler>> <<Jutsus>>

"She’s in a state of total paranoia, and total paranoia is total awareness. " - Charles Manson

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Geändert von Fumiko Aiko (19.03.2010 um 23:24 Uhr)
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Alt 20.03.2010, 21:50   #27
Kajiya Kei
 
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Geninprüfung von Fumikazu Yuuma

Prüfer:

-Ayaka


"Sprechen" ~ Denken ~ NPC's/Andere Spieler




Es war einmal... gestern Abend.

Der junge Shinobi rannte wie ein Wahnsinniger durch die Wohnung, während er zu seinem Vater stürmte, um ihm den Brief unter die Nase zu halten, den er soeben erhalten hatte. Dieser las ihn lächelnd durch und je weiter er las, desto breiter wurde das Lächeln. Yuuma hüpfte währenddessen von einem Bein aufs andere, weil er das Schriftstück auch unbedingt seinen Geschwistern zeigen wollte. Wie ein Kleinkind grinste er und wartete ab, bis sein Vater endlich zuende gelesen hatte. Gerade wollte dieser den Mund öffnen, um seinem Sohn zu gratulieren, als der Akademieschüler auch schon verschwunden war – natürlich mit dem Brief. Danjuro lächelte nur verständnisvoll und erinnerte sich an damals, als er in diesem Alter gewesen war. Er war zwar nicht wie ein Wirbelsturm durch die Gegend gerast, aber gefreut hatte er sich – war tat dies nicht?
Als Yuuma bei seinen Geschwistern angekommen war, die gerade die Köpfe zusammen steckten und irgendetwas tuschelten, machte er sich so groß und breit wie nur möglich und hielt ihnen dann stolz das Stück Papier vor die Nase. Beide lasen es sich rasch durch, aber ihre Reaktionen konnten kaum unterschiedlicher sein. Chikuma zog eine Schnute, vermutlich war sie eifersüchtig auf ihren großen Bruder, Orichi hingegen grinste beinahe genauso breit wie sein Bruder. Als wäre es abgesprochen, ballten die beiden ihre Fäuste und stießen sie einmal sachte gegeneinander – ein rein emotionales Ritual, welches für die beiden allerdings sehr bedeutsam war. “Herzlichen Glückwunsch, Yuu-hime, wird auch Zeit dass du in der Rangfolge ein wenig aufsteigst. Kann ja nicht sein, dass du mit unserer Kleinen noch ewig auf einer Stufe bleibst.“ Ein freches Grinsen lag auf den Gesichtern der Buben, während Chikuma nur verächtlich die Nase rümpfte. “Wären wir gleich alt, Yuuma, wäre ich schon zwei Jahre vor dir Genin geworden und das weißt du auch. Ganz davon abgesehen, scheinst du ja dieses mal vielleicht sogar ein kleines Lob verdient zu haben. Also Glückwunsch.“ Der Bursche kicherte und konnte nicht anders als seiner Schwester die Haare zu verwuscheln, was wiederum sofort mit einem boshaften Fluch kommentiert wurde. Sie waren wirklich ein merkwürdiges Trio, aber sie verstanden sich großartig, wenn auch auf eine sehr merkwürdige Art und Weise.
Plötzlich klopfte es hinter ihnen an der eigentlich offen stehenden Tür, aber zumindest drehten sich die drei Kinder in die Richtung, aus der das Geräusch kam und erblickten dort ihren Vater, der noch immer sein sanftes Lächeln auf den Lippen hatte. “Yuuma... herzlichen Glückwunsch, ich weiß du kannst es schaffen. Gib alles was du hast.“ Das Gesicht des Jungen zeigte keine Dankbarkeit, sondern Erstaunen. War das etwa die unausgesprochene Erlaubnis, alles zu zeigen was er konnte? Bedeutete das, wer durfte vor den Augen anderer alles zeigen was er konnte und wirklich sein Bestes geben?! Sein Erstaunen wandelte sich in pure Freude und fast augenblicklich hing er seinem Vater um den Hals, um seine Dankbarkeit auszudrücken. Dieser tätschelte nur den Kopf seines Sohnes, da er schon verstand, was dieser ausdrücken wollte. Immerhin wurde jedem Nutzer des Kapoeira-Taijutsu-Stils schon zu Beginn seiner Ausbildung eingetrichtert, dass man nur in lebenswichtigen Situationen sein volles Potenzial entfalten darf, oder wenn es anderweitig wichtig ist. Aber dass eine Geninprüfung, die er rein theoretisch so oft er wollte wiederholen konnte, zu solch einer Situation zählte... Yuuma war froh, alles aus sich herausholen zu können. Ich werde euch nicht enttäuschen! Dieser Satz hallte in seinen Gedanken wider und baute ihn immer weiter auf. Den ganzen Abend konnte er an nichts anderes mehr denken und zu seinen Ehren zauberte sein Vater sogar ein halbes Festmahl, was allerdings eher Orichi zu gefallen schien, denn dieser schlang die Köstlichkeiten nur so hinunter und er brach sogar seinen Rekord im Fast-Ersticken: Fünf Mal fast erstickt und davon einmal leicht blau angelaufen. Aber das sorgte mehr für Lachen als für Sorgen, denn das war man von dem Jungen schon gewöhnt. Selbst die Dame des Hauses ließ sich irgendwie dazu erweichen mal offen und herzlich zu sein. Yuuma genoss die Stimmung und wenn man den Worten seines Vaters Glauben schenken konnte, dann würde es morgen, sollte er denn Genin werden, ein noch größeres Essen geben. Schon jetzt freute der Junge sich auf die dann herrschende Stimmung. Und mit genau dieser Vorfreude und der Zuversicht, dass er es schaffen würde, ging er ungewöhnlich früh ins Bett, auf raten der restlichen Familienmitglieder. Auf dem Tischchen neben seinem Bett lag noch immer der Brief, den er am Nachmittag erhalten hatte: „Fumikazu Yuuma, hiermit wird bekannt gegeben, dass du offiziell zur Geninprüfugn zugelassen bist. Finde dich morgen um punkt 9 Uhr im Prüfungsraum der Ninjaakademie ein, ansonsten bist du automatisch durchgefallen. Weitere Details erhältst du vor Ort.“


Alsbald begab es sich dass... es los ging. Fast.

Ungewöhnlich früh wurde der Fumikazu wach, aber das störte ihn nicht. Für ihn war das irgendwie logisch, schließlich war er extrem angespannt. Dennoch konnte er nicht anders, als für einen Moment noch an die Decke zu starren und im Halbschlaf zu verweilen. Er ließ seinen Gedanken freien Lauf, wohl wissend, dass nichts Erstrebenswertes dabei raus springen konnte. Er hatte seine Geschwister vor Augen, die seltsam lachen miteinander tanzten, als es plötzlich anfing zu regnen und sie ausrutschen und ertranken. Dann stellte sich jedoch heraus, dass die beiden eigentlich Fische gewesen waren, die sich nur verkleidet hatten. Denn in Wahrheit wollten die Fische Yuuma fressen, weswegen er so schnell es ging wegschwamm, was aber nicht ging, da er in einem Suppentopf schwamm. Langsam öffnete der Junge seine Augen, die ihm tatsächlich wieder zugefallen waren, um dieser irren Welt zu entkommen. Er erhob sich langsam und schleppte sich in Richtung Badezimmer, wo er erstmal kühl duschte. Es gab nichts besseres als eine kühle Dusche am Morgen um wach zu werden. Nackt wie Gott ihn schuf wanderte er durchs Badezimmer, putzte sich die Zähne und kämmte sich die Haare. Dann ging er zurück in sein Zimmer und stellte sich vor den Kleiderschrank. Im Hintergrund schnarchte Orichi leise und Chikuma drehte sich auch noch einmal um. Sehr gut, denn sonst würde zumindest sein Schwesterchen wieder einen Schreikrampf kriegen, wenn er nackt durch die Gegend rannte. Besonders wenn er dabei noch einen Handstand machte und doppeldeutige Kommentare vom Stapel ließ. Nicht dass sich das Mädchen schämte, nur war sie eben sehr eitel und gab ihm jedes Mal mit Nachdruck zu verstehen, dass auch er, Yuuma, endlich mal ein wenig Anstand lernen sollte. Ein leichtes Kichern entfuhr ihm, als er darüber nachdachte, wie vielen Mädchen er schon das Herz gebrochen hatte. Sie unterstützte das und sagte ihm gleichzeitig, er solle anständig sein?
Breit grinsend blickte der Junge seine Schwester an und in seinem Hirn wurde soeben ein fast schon teuflischer Plan entwickelt. Er griff sich rasch ein paar Klamotten aus dem Schrank und legte sie griffbereit, bevor er sich sich schließlich, noch immer nackt, an seine Schwester kuschelte – die Decke noch zwischen den Beiden. Dann strich er ihr sanft mit dem Handrücken über die Wange und legte die Lippen an ihr Ohr. “Nee-chan... aufwachen...“ Langsam regte sich das Mädchen und öffnete die Augen einen Spalt breit. “Es war wirklich schön mit dir...“ Die Augen Chikumas waren sofort auf und sie blickte ihren Bruder direkt in die Augen. Dann erst sah sie an ihm hinunter und noch bevor sie anfangen konnte zu schreien sprang Yuuma vom Bett und schnappte sich das Bündel Klamotten. Sie setzte ihm mit lauten und wilden Flüchen nach, während Yuuma ins Badezimmer rannte und sich dort verbarrikadierte. Seine Verfolgerin hämmerte wie ein Berserker gegen die Tür, während der Gejagte sich in aller Seelenruhe anzog. Im Zimmer zurück geblieben war Orichi, der scheinbar immer noch schlief, aber merkwürdig breit grinste.
Ein paar beruhigende Worte das ebenfalls durch den Lärm wachgewordene Familienoberhaupt später hatte sich die Stimmung wieder beruhigt und es konnte gemeinsam gefrühstückt werden. Man sah dem Mädchen die Wut immer noch an und sie ließ sich auch nicht dazu herab in irgendeiner Form mit Yuuma zu kommunizieren. Stattdessen schilderte dieser seinem Bruder die Einzelheiten seines Plans mitsamt dem Gesichtsausdruck Chikumas solange, bis das Besteck durch die Luft flog und nur gefährlich knapp das Ohr des Jungen verfehlte. Von diesem Moment an herrschte Ruhe und Chikuma aß ganz genüsslich ihr Frühstück. Sie hatte ihre Überlegenheit bewiesen und war zufrieden. Ihretwegen konnten die Jungs jetzt machen was sie wollten, solange sie sie nicht mehr nervten.
Nach dem Frühstück ging Yuuma noch einmal kurz in sein Zimmer um seine Ausrüstung zu holen und überprüfte ob auch alles richtig saß. Ein Blick in den Spiegel, ein wenig strecken und ein Anstand und danach noch ein Blick – perfekt. Alles saß wie und wo es sitzen sollte, nichts klimperte oder fiel auf den Boden. So musste das sein. Zufrieden mit sich selbst machte er sich auf den Weg, kam aber nicht drum herum, sich von seiner Familie noch ein paar Glückwünsche anzuhören. Er wusste diese Geste zwar zu schätzen, aber er wollte endlich los! Also befreite er sich mit freundlichen Worten und verließ dann schnell die Wohnung. Zeit zu trödeln hatte er leider nicht mehr, weswegen er schnellen Schrittes den Weg ging, den er die letzten paar Jahre fast jeden Tag gegangen war. Heute würde er ihn vielleicht zum letzten Mal gehen. Ein Grund zu feiern! Denn wenn er darüber nachdachte, wie viel Stress er in der Vergangenheit mit der Akademie gehabt hatte, war er wirklich froh endlich da weg zu kommen. Die vielen Stunden Nachsitzens, die schier endlosen Hausaufgaben und der langweile Unterrichtsstoff – er hatte heute die Chance das alles ein für alle mal hinter sich zu lassen. Vielleicht sollte ich mir zur Feier des Tages ne neue Freundin gönnen. Wäre eigentlich mal wieder ganz nett... Er grinste in sich hinein und beschleunigte noch mal ein wenig. Ja, in seinen Augen hatte er diese Prüfung schon in der Tasche. Keine Spur von Nervosität, als er das Akademiegebäude betrat und in Richtung Prüfungsraum lief. Auch nicht als er sich den Plan neben der Tür durchlas und auf die Uhr die daneben hing sah. Er war pünktlich also kein Grund zur Sorge. Selbstbewusst klopfte er schließlich an die Tür und trat ein.


Sodann betrat der Held die Höhle... des Prüfers.


Der Junge ließ den Blick ein wenig schweifen, während er eintrat und die Tür hinter sich schloss. Es war ein schlichter, aber relativ großer Raum, in dem er sich nun befand. Keine Fenster, keine großartige Innenausstattung. Nur ein Tisch und dahinter saß eine Frau. Eine wirklich gutaussehende Frau. Ein wenig zu alt für ihn, aber heilige Scheiße sah die gut aus! Nur leider, leider war klar wer das war, insofern musste er seine Pfoten bei sich lassen. An dem Tisch saß seine Prüferin, die ihnen völlig teilnahmslos ansah und scheinbar auf irgendetwas wartete. Oh natürlich, er musste sich ja vorstellen! “Fumikazu Yuuma, ich bin hier um die Geninprüfung abzulegen.“ Eine leichte Verbeugung, um Respekt zu zeigen und mehr kam nicht von dem Jungen. Nun wartete er ab, was seine Prüferin ihm sagen würde. Zuerst schien sie ihn nur zu mustern, dann jedoch nickte sie. “Ich bin, wie du dir vermutlich denken kannst, deine Prüferin, Ayaka. Ich denke wir sollten nicht allzu viel Zeit verschwenden, sondern direkt anfangen. Die erste Prüfung ist theoretisch.“ Ein Schlag ins Gesicht war nichts gegen das, was Yuuma gerade fühlte. Das hatte ihm niemand gesagt! Eine theoretische Prüfung... das könnte wirklich eng für ihn werden, wenn er so darüber nachdachte. Aber vielleicht war es ja etwas über Taijutsu, da würde ihm schon was Gutes einfallen. Mit Sicherheit! Mit seinem erneut gepushten Ego sah er seine Prüferin an und nickte. “Ich bin bereit Ayaka-Sensei“ Die junge Frau nickte und lächelte ihm ermutigend zu. “Okay, deine Aufgabe wird darin bestehen... einen Vortrag über Bluterben zu halten und noch dazu ein Beispiel zu nennen. Den Rest erzähle ich dir später.“
Lag es an Yuuma, oder war es hier gerade wirklich mehrere Grad kälter geworden? Und warum fing er trotzdem an zu schwitzen? Oh natürlich, jetzt fiel es ihm ein... ER HATTE SO GUT WIE KEINE AHNUNG VON BLUTERBEN! Okay, ganz ruhig Yuuma, was würde Chi-chan jetzt tun? Seine Gedanken wanderten zu seiner Schwester, die diese Aufgabe vermutlich im Handumdrehen gelöst hätte. Sie konnte immerhin viel reden, aber meist hörte Yuuma gar nicht zu, wenn es um irgendwelche langweiligen Infos ging. Vielleicht sollte ich einfach improvisieren, sagen was ich weiß und nebenbei zu irgendwas beten... da fällt mir ein von Religionen habe ich auch keine Ahnung... Er räusperte sich, um sich selbst aus diesen nutzlosen Gedankengängen zu befreien und atmete tief durch.“Bluterben... sind einzigartige Fähigkeiten, die in einer Familie von Generation zu Generation weitergegeben werden... sie sind oft sehr stark und werden sogar von einigen Leuten gefürchtet.“ Denk nach Yuuma, wer hat ein Bluterbe, suche ein Beispiel, ein Beispiel... Plötzlich machte es *klick* und er erinnerte sich an ein wirklich erschreckendes Erlebnis, welches er mal beim Flirten gehabt hatte. Ein Mädchen ohne richtige Augen. Sie hatten sich darüber unterhalten und Yuuma war zwei Wochen mit ihr zusammen gewesen. Wie hieß sie nur, wie war das...? “Die... Hyuuga! Die Hyuuga sind ein gutes Beispiel für Bluterben. Sie besitzen eine besondere Augentechnik, das... Byakugan!“ Yuuma war stolz auf sich, denn jetzt wo er die Schlüsselwörter Hyuuga und Byakugan wieder wusste, kamen noch viel mehr Informationen aus den hintersten Ecken seines Hirns anmarschiert und wollten der Prüferin entgegen gespuckt werden. Manchmal hatte Yuuma auch wirklich einfach Glück. “Es gibt noch andere Augentechniken auf dieser Welt, doch die meisten Clans, die solche besaßen, sind inzwischen ausgestorben, wie die Uchiha mit ihrem Sharingan. Außerdem gibt es da noch... spezielle Elemente. Genau, Mischelemente! Diese entstehen dadurch, dass man zwei der normalen Elemente mischt und was neues daraus macht, wie zum Beispiel...! Ehm...“ Der Junge hörte sein eigenes Hirn rattern, als er überlegte was mit was gemischt wurde und was dann dabei rauskam. Schließlich überlegte er, was er aus seinem eigenen Element machen konnte. Wasser plus... Feuer? Niemals! Blitz? Auch nicht... Erde? Klar, dann kommt da Matsch raus... also Wind... aber was soll da rauskommen? Ehm... Seine Augen weiteten sich. “Ein Beispiel wäre es, wenn man Wasser mit Wind mischt, dann kommt da nämlich Eis raus! Hyouton heißt es dann.“ Und damit war eine weitere innere Blockade zerstört worden. “Diese Mischelemente sind meistens nicht an einen Clan gebunden, da sie sich über die gaaaanze Welt verteilt haben. Aber sie existieren immer noch. Hrm... ja... also jedes Bluterbe hat ganz eigene, spezielle Fähigkeiten, die auch niemand anderes erlernen kann. Schon allein deswegen sind die so stark und so. Und mehr... fällt mir nicht ein.“
Er schluckte. Hoffentlich hatte das gereicht. Die Tatsache, dass Ayaka auf ihrem Zettel rum kritzelte machte die Situation nicht gerade besser. Ihrem Gesichtsausdruck nach schien sie aber nicht wegen seiner Unwissenheit heulen zu müssen – ein gutes Zeichen. Gleichzeitig fiel von Yuumas Schultern eine unglaubliche Last, als ihm bewusst wurde, dass zu jedem theoretischen Teil auch ein praktischer Teil kam. Bei einem praktischen Teil konnte er immerhin gar nicht versagen und wenn doch, dann könnte er das Leben als Shinobi eh aufgeben.
“So..“, hörte er plötzlich Ayaka sagen. “...dann kommen wir mal zum zweiten Teil der ersten Aufgabe. Erkläre mir kurz eine deiner D-Rang-Techniken und führe sie mir vor." Bitte was? Ich soll... oh man, einfacher konnte es ja nicht mehr werden, oder? Yuuma kicherte leise und baute sich zu seiner vollen Größe auf. Dann setzte er seine Hände auf den Boden, zog ohne Probleme die Beine hoch und machte einen Handstand. “Dies ist die Technik Toritsu aus dem Kapoeira-Taijutsu-Stil. Er sieht recht simpel aus, allerdings ist es einem Könner durch beherrschen dieser Technik möglich, sich aus jeder nur erdenklichen Position in einen Handstand zu begeben und sich so zu bewegen, als stünden sie auf den Beinen. Die Kunst hierbei ist, zu lernen, das Gleichgewicht auf den Händen genauso zu verlagern, wie man es normalerweise auf den Füßen tut.“ Er stand vollkommen ruhig und unbewegt da. Nichts ungewöhnliches, wenn man davon absah dass er auf Händen stand. Kein Wackler, keine unnötigen Bewegungen. Er stand dort, als wäre es das Normalste von der Welt. Nun, für Yuuma war es das ja auch, aber das musste die Dame da vorne ja nicht wissen.
Schließlich ließ er sich wieder elegant auf die Füße fallen und stellte sich aufrecht hin. Er blickte Ayaka an, welche immer noch stumm auf ihrem Papier kritzelte und den Akademieschüler keines Blickes würdigte. Gutes Zeichen? Yuuma wusste es im Moment wirklich nicht. Urplötzlich stand die junge Frau auf und hob die Stimme. “Gut, dann kommen wir jetzt zum zweiten Teil der Prüfung. Folge mir bitte.“


So kam es, dass der... Parcour begann.

Yuuma folgte seiner Lehrerin brav auf Schritt und Tritt und fragte sich schon, wo das Ganze hinführen sollte, als die junge Frau plötzlich Halt machte und er fast in sie hinein gelaufen wäre. Verwundert blickte er an ihr vorbei und sah zwei breite Streifen auf dem Boden – eine Rennstrecke? Sollte er vielleicht ein Rennen gegen seine Lehrerin laufen? Das war doch wohl ein schlechter Scherz, obwohl... ihre Oberweite würde beim Rennen sicherlich ein Bild für die Ewigkeit abgeben. Allerdings wurde er enttäuscht durch die Worte Ayakas. “Du hast bestimmt schon begriffen, dass dies eine Rennstrecke ist. Allerdings geht es hier nicht um ein Wettrennen, sondern um ein Hindernis-Parcour. Auf dem Weg zum Ziel wirst du exakt sechs Hindernissen begegnen, denen du ausweichen musst. Dabei kann es sich um alles mögliche handeln. Es spielt sich alles innerhalb dieser Linien ab, wenn du sie verlässt gibst du automatisch auf. Beim Ausweichen solltest du uns nach Möglichkeit zeigen, wie gut du deine Jutsus beherrschst und nicht dauernd das Gleiche benutzen. Es geht los, sobald du über die Startlinie getreten bist.“
Yuuma kratzte sich am Kopf. Ausweichen konnte er, aber dabei bevorzugt Jutsus einzusetzen war eigentlich nicht so sein Ding. Aber nun ja... er hatte noch Zeit, also dachte er erstmal nach. Was könnten für Hindernisse erscheinen? Ein prüfender Blick auf die Grenzen der Strecke und er schätze die Breite auf circa zehn Meter. Bei zehn Metern Breite konnte viel passieren, er sollte sich also auf einiges gefasst machen. Vorsichtshalber griff er in seine Taschen, um alles zu überprüfen und nickte dann zufrieden. Er hatte heute sogar extra mehr mit, da ihm sein Vater noch einiges auf den Weg gegeben hatte. Als nächstes ging er sein Jutsuarsenal durch und seufzte. Sollte er unter Beschuss geraten, würde ihm sein Taijutsu noch nicht viel nutzen. Dennoch, was brachte es jetzt schon großartig darüber nachzudenken? Er sollte lieber loslegen und schauen, was sich machen ließ. Noch einmal atmete er tief durch, dann lief er einfach los. Ohne ein weiteres Wort an Ayaka zu richten. Er rannte nicht so schnell er konnte, es war eher so etwas wie laufen. Immerhin war er nicht so bescheuert all seine Energie gleich am Anfang zu verschwenden, um dann, schon im Mittelteil, keine Kraft mehr übrig zu haben. Also joggte er schon fast die Strecke entlang und wartete aufmerksam auf das erste Hindernis. Lange ließ es auch nicht auf sich warten. Aus den Augenwinkeln sah er von beiden Seiten Kunais auf sich zufliegen und zwar nicht wenige. Ein leichtes Grinsen tauchte auf seinen Lippen auf, denn es gab noch einen Grund, warum er nicht mit Höchstgeschwindigkeit gelaufen war. Anstatt weiter zu laufen, drückte er sich plötzlich vom Boden ab und machte einen Satz nach hinten, sodass die Kunai weit vor ihm einschlugen. Yuuma grinste zwar noch immer, allerdings war ihm ein wenig flau im Magen, denn bei so einer Geschwindigkeit sich sofort in die entgegengesetzte Richtung zu bewegen mochte der Gleichgewichtssinn gar nicht.
Etwas langsamer als zuvor setzte er sich wieder in Bewegung. In seinen Augen, hatte er das erste Hindernis gut gemeistert, aber was wollte man von einem König des Ausweichens schon erwarten? Dennoch machte ihn die Umgebung ein wenig nervös. Wo vorher links und rechts nur Büsche gestanden hatten, waren inzwischen schon hohe Bäume und einige von ihnen wuchsen sogar mitten auf der Strecke. Immer häufiger musste er nach links und rechts ausweichen, um nicht gegen diese hölzernen Riesen zu stoßen. Diese Umgebung war bestimmt für Leute aus Konoha gedacht... nun ja, wenigstens besser als wenn ich durch Sand rennen müsste... Da kam auch schon das zweite Hindernis in Sicht und Yuuma merkte, dass es hier nicht nur ums Ausweichen ging. Er stoppte, als er sich mit einem Loch im Boden konfrontiert sah. Einem sehr langen Loch. Einem Loch, das nur innerhalb der Strecke den Boden verschlungen hatte, während außerhalb der Linien alles ganz normal war. “Wollt ihr mich verarschen?“ Er durfte nicht um das Loch herum gehen. Andererseits war es zu lang, um die Distanz einfach zu überspringen. In ihm kam eine leichte Wut und Verzweiflung hoch und am liebsten hätte er gegen einen dieser Bäume getreten, um diese Gefühle loszuwerden. Da kam ihm der rettende Einfall. Wie schon bei der Theorie-Prüfung schien es ihm fast so, als hätten zufällige Gedanken ihm eine Tür zu komplett neuen Ideen geöffnet – herrlich. Er zog ein paar Kunai, ein wenig Schnur und einige Jibaku Fuda hervor und bastelte ein wenig an ihnen herum, bis die Explosionssiegel durch die Schnur mit den einzelnen Kunai verbunden waren. Sechs dieser Kunai hatte er, aber wollte lieber so wenig wie möglich benutzen, wer wusste schon, ob er sie nicht nochmal gebrauchen konnte. Gezielt warf er einen nach dem anderen vor einen Baum in der Nähe der Strecke. Dann formte er einige Fingerzeichen und konzentrierte sich. Jibaku Fuda – Kassei! Drei der vier von ihm benutzten Siegel explodierten und die Bäume, vor denen sie lagen fielen. Alle genau so, wie er es brauchte. Er nahm Anlauf und sprang schnell über die noch fallenden Bäume. Er spürte das Adrenalin, das in diesem Moment durch seine Adern gepumpt wurde, denn die Bäume waren nicht unbedingt lang genug, um auf dem Boden liegen zu bleiben, wenn sie ihn erreicht hatten. Genauso gut konnten sie durchbrechen und gen Nirgendwo fallen. Deswegen musste er es irgendwie schaffen, sich über die noch fallenden Gewächse zu bewegen. Auf dem dritten fallenden Baum stehend rannte er noch schnell zum höchsten Punkt und fiel dabei sogar fast herunter, konnte jedoch noch rechtzeitig sein Gleichgewicht wiederfinden und beschloss einfach zu springen. Den vierten Baum hatte er total vergessen, weswegen ihm auch im Flug erst klar wurde, dass die ganze Angelegenheit sehr, sehr eng wurde. Dennoch er schaffte es, auch wenn er nicht auf den Füßen landete, sondern eher auf dem Gesicht. Ein wenig schmerzhaft, aber wenigstens hockte er jetzt nicht irgendwo in der Nähe des Erdmittelpunktes herum.
Er verschnaufte kurz und machte sich dann weiter auf den Weg. Plötzlich stand Ayaka mitten auf dem Weg und sah ihn besorgt an. Er blieb vor ihr stehen und blickte sie fragend an. “Ayaka-Sensei? Was ist los?" “Deine Schwester liegt im Krankenhaus, sie hat sich schwer verletzt. Komm mit, ich bringe dich zu ihr.“ “Meine Schwester? Wie ist das passiert? Und was wird eigentlich aus der Prüfung?“ Seine Gedanken drehten sich im Kreis. Seine Schwester sollte im Krankenhaus liegen, weil sie schwer verletzt war. Aber wie sollte das passiert sein? Und wieso wusste Ayaka davon? “Komm schon, ich bringe dich zu ihr.“ Sie ging los, verließ die Strecke und winkte ihm, ihr zu folgen. Geistesabwesend machte er einige Schritte in ihre Richtung, als er plötzlich stehen blieb. “Aber was wird aus meiner Prüfung?“, wiederholte er seine Frage. “Komm her, ich sage dir auf dem Weg alles.“ Yuumas Gedanken rasten, wie hatte seine Schwester ich verletzen können? Niemand auf der Akademie legte sich freiwillig mit dieser Kratzbürste an, ein Unfall auf dem Weg konnte es wohl auch nicht gewesen sein und... woher wusste Ayaka davon? Plötzlich ging ihm ein Licht auf. Bunshin no Jutsu Ein Bunshin, wenn auch kein perfekter, erschien neben ihm und ging zu Ayaka. “Sagt mir jetzt endlich was mit ihr ist, immerhin bin ich zu euch gekommen.“ Ein Lächeln erschien auf Ayakas Gesicht und sie nickte. “Ihr geht es gut, keine Sorge.“ Mit diesen Worten verpuffte Ayaka und ließ Yuuma und seinen Bunshin zurück. Logisch, denn wie konnte die Lehrerin auch mitten im Wald davon erfahren haben, dass Yuumas kleine Schwester im Krankenhaus lag? Gar nicht. Ein Trick um ihn von der Strecke zu locken. Dieser Parcour war wirklich mit allen möglichen Arten von Hindernissen gespickt. Der Bunshin verschwand und er ging weiter.
Langsam aber sicher spürte er ein wenig die Erschöpfung in sich aufkeimen, auch wenn er noch lange nicht am Ende seiner Kräfte war. Aber immerhin hatte er auch schon drei von sechs Hindernissen hinter sich gelassen, also würde das wohl kein Problem mehr werden. Oh wie sehr er sich täuschte. Beim nächsten Hindernis musste er schon wieder stehen bleiben und sich das Ganze erst einmal in Ruhe angucken. Vor ihm stand eine gewaltige Mauer, die mal wieder, wie konnte es auch anders sein, nur den Bereich der Strecke ausfüllte. Springen? Würde knapp werden. Zum Klettern ist die Mauer zu glatt... aber vielleicht... ein Versuch ist es zumindest wert. Er nahm Anlauf, sprang so stark er konnte ab und griff mit den Händen nach der Kante des Walls. Bitte, bitte, bitte, HAB SIE! Ganz knapp hatte er die Kante greifen können. Nun nutze er den Schwung nach vorne, den er noch hatte, um sich mit den Füßen abzustoßen. Sein ganzer Körper rebellierte, als er seine Muskeln anspannte und mit dem Schwung seine Beine über seinen Körper zog. Er kicherte, als er über seine eigenen Worte nachdachte. Dies ist die Technik Toritsu aus dem Kapoeira-Taijutsu-Stil. Er sieht recht simpel aus, allerdings ist es einem Könner durch beherrschen dieser Technik möglich, sich aus jeder nur erdenklichen Position in einen Handstand zu begeben.... hab ich getan. Während er so da stand, auf den Händen, und sich umsah, spürte er, wie übel sein Körper ihm diese Aktion eigentlich nahm. Er mochte zwar gelenkig sein, aber im Punkt der Kraft schien das doch sehr an seiner Grenze gewesen zu sein. Morgen würde er wohl mit Muskelkater aufwachen. Ganz vorsichtig ließ er sich auf die Füße sinken und sprang dann von der Mauer hinunter. “Nummer vier ist geschafft.“
Er musste erstmal durchatmen und seinen Arme beruhigen die den Schmerzen nach zu urteilen immer noch ziemlich zornig auf Yuuma waren. Aber immerhin hatte er es geschafft. Also lieber weiter im Text. Inzwischen ging er wirklich nur noch, anstatt zu laufen. Alles in ihm begann zu rebellieren und er wusste, dass er wirklich noch am Anfang seines Trainings stand. Deprimierend und gleichzeitig anspornend. Er überlegte sich schon, wie er sein Training in Zukunft gestalten sollte, immerhin konnte er nicht ewig so luschig weiter machen wie bisher. Ohne Akademie gab es keine Hausaufgaben mehr, keine Theorie, sondern nur noch knallharte Praxis. Also musste es in Zukunft schneller gehen. Das nahm er sich zumindest fest vor. Bis zu dem Moment als er von vorne einen gewaltigen und zwar WIRKLICH gewaltigen Baumstamm auf sich zufliegen sah. Hindernis fünf und keine Zeit zum Nachdenken, denn das Ding kam schnell. Yuuma rannte los, ohne Rücksicht auf Verluste holte er alles aus seinen Beinen heraus und rannte, doch er sah schon dass er seinen Kopf verlieren würde, wenn er nichts unternahm. Der Stamm kam näher und er tauchte plötzlich ab. Ein Ausweichschritt und innerlich brüllte er den Namen der Technik, die ihn hoffentlich vor der Kopflosigkeit oder einfach nur Matschigkeit bewahrte Kaihi! Es war ein schrecklicher Moment, als das Holz über ihn hinweg sauste, einen ohrenbetäubenden Lärm machte und schließlich alles wieder vorbei war, als wäre nichts gewesen. Yuuma erhob sich wieder und tastete seinen Kopf ab. Er war kreidebleich, aber froh, dass er kein Fleisch spüren konnte, sondern nur Haut und Haare. Dann beeilte er sich weiter zu kommen, bevor der Stamm den höchsten Punkt im Schwungbogen erreicht hatte und zurück kam.Woran war dieses Monsterteil überhaupt aufgehangen worden?
Das war es also, das vorletzte Hindernis. Aber warum sah er dann schon die Ziellinie? Beunruhigend, besonders weil Ayaka dort stand. Sie faltete die Hände und lächelte ihm zu. Er hingegen sah nur die Gefahr, die sie offensichtlich darstellte und blieb stehen. Pause. Er brauchte dringend eine Pause. Doch die konnte er sich nicht nehmen, denn plötzlich formte seine Prüferin Handzeichen und schoss einen Feuerball auf ihn. Knapp konnte er zur Seite springen und sich so retten, doch schon kam das nächste Geschoss angeflogen. Diesmal war er vorbereitet gewesen, sodass er besser hatte ausweichen können, aber gefährlich war es trotzdem. Ein paar Mal ging dieses Fast-Treffen noch so, bevor es Yuuma zu bunt wurde. Er hatte nicht mehr viel Kraft übrig; die letzten beiden Hindernisse hatten zu viel gezehrt. Er nahm sein letztes bisschen Kraft zusammen und rannte los. Vorwärts, in Richtung Ziel. Einem Feuerball wich er durch einen Seitwärtssprung aus, bevor er im nächsten Moment eine Rauchbombe warf. Vom Rauch geschützt formte er die Fingerzeichen, die er heute schon mal geformt hatte, doch diesmal würde es ihn etwas mehr Kraft kosten. Bunshin no Jutsu Aus dem Rauch kamen nun ganze zehn Yuumas, die die komplette Strecke ausfüllten und in einer Reihe in Richtung Ziel liefen. Jetzt brauchte das Original einfach Glück, dass er nicht als erstes abgeschossen wurde. Der erste Feuerball Ayakas räumte da zwei Bunshin weg, wo er hingesprungen war, bevor er die Rauchbombe gezündet hatte. Der zweite räumte rechts am Rand drei weg. Der Fumikazu legte einen Zahn zu und sprang und erkannte seinen Fehler zu spät: die Bunshin hatten keinen Schatten. Ayama grinste und sah ihm direkt in die Augen. Yuuma hingegen schloss seine und hielt sich die Arme schützend vors Gesicht. Das würde die Hitze zumindest von seinem Gesicht fern halten.


Und wenn er nicht gestorben ist, dann... ist er Genin.

Die Hitze blieb aus. Dafür kam ein unerwartet harter Aufprall mit dem Unterkiefer auf den Boden. Was war los? Er öffnete die Augen und sah sich um. Keine Linien. Er sah nach hinten und musste feststellen, dass er es tatsächlich rechtzeitig geschafft hatte über die Ziellinie zu springen. Dafür hatte er jetzt Kopf-, Kiefer und Gelenkschmerzen. Ein Preis, den er allerdings bereit war zu zahlen. Langsam richtete er sich auf und blickte sich um. Seine Bunshin waren verschwunden und er selbst war unverletzt. Allerdings zitterte ein wenig, aufgrund der Überanstrengung und des Adrenalins, was noch bis eben fast vollständig sein Blut ersetzt zu haben schien. “Alles klar?“, fragte eine sanfte Stimme neben ihm, sodass er sich umdrehte. Dort stand seine Prüferin und blickte ihn lächelnd an. “Hab schon Schlimmeres durchgemacht...“ Glatte Lüge, aber wen interessierte das schon? Das einzige was ihn jetzt noch interessierte war das Ergebnis. Weil wenn er jetzt nicht bestanden hatte, könnte er auch zurück gehen und in dieses tolle Löchlein hopsen. Genau dies schien sein Blick auch auszudrücken, denn Ayaka zog ein Klemmbrett hervor, überflog es kurz und räusperte sich dann. “Deine Bewertung... Dein Vortrag hätte etwas ausführlicher sein können, außerdem hast du oft lange Pausen gemacht und rumgestammelt. Im Großen und Ganzen war er aber gut. Dafür war die Vorführung deines Jutsus umso besser und präziser. Deswegen bekommst du hier 34 von 40 Punkten. Nun zum praktischen Teil. Du hast alle Hindernisse hinter dich gebracht und es erfolgreich ins Ziel geschafft. Außerdem bist du meistens sehr geplant vorgegangen und hast lediglich das Bunshin no Jutsu doppelt eingesetzt. Allerdings warst du durch das ständige Abwarten und Nachdenken ein wenig langsam. Deswegen gibt auch hier einigen Punktabzug. Hier hast du 50 von 60 Punkten bekommen. Das macht also insgesamt 84 von 100 Punkten.“ Sie schwieg und sah ihn an, während er fast starb. Selten war er so nervös und am liebsten würde Ayaka erwürgen, wenn sie ihm dadurch schneller das Ergebnis mitteilen würde, immerhin konnte er ja nicht riechen, ab wie viel Punkten man bestanden hatte. “Also... 84 von 100 Punkten... nun ich würde sagen, da man ab 80 Punken bestanden hast, dass du hiermit Genin bist.“ Mit diesen Worten zog sie einen Suna-Protektor hervor und drückte ihn dem Jungen in die Hand. “Herzlichen Glückwunsch.“ Er hatte es geschafft. Nun war er also Genin. Aber irgendwie konnte er sich gerade überhaupt nicht freuen, viel lieber wollte er einfach nur noch in sein Bett und sich erstmal ausruhen.
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Kajiya Kei ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.05.2010, 01:06   #28
Yukihiro Azuki
 
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Standard Geninprüfung: Yukihiro Azuki

Geninprüfung
Yukihiro Azuki

Prüfer:
- Ayaka
- Iwamoto Yuto

1. Aufgabe "Oh wie schön: Die berühmte Theorie"

Yukihiro Azuki war wie jeden Morgen früh aufgestanden, so etwa bei Sonnenaufgang, als die ersten Sonnenstrahlen durch das Fenster auf ihre blasse Haut schienen. Doch trotz allem war es kein Morgen wie jeder andere. An diesem besagten Morgen sollte sie nämlich an der Geninprüfung teilnehmen, auf die sie Jahre hingearbeitet und für die sie schon seit Wochen intensiv gelernt hatte. Auch war sie an jenem Morgen müder als sonst. Warum? Sie hatte die Nacht nur wenig schlafen können, da sie die Zeit genutzt hatte, um noch einmal etwas zu lernen, zudem war sie sehr aufgeregt gewesen, und das ja auch nicht ohne Grund – ihr Traum ein Ninja zu werden, wie ihr Vater es gewesen war, hing von der Prüfung ab. Nun war sie zwar wach, doch trotzdem nicht fit und die Aufregung saß ihr noch in den Knochen. Sie hatte kaum etwas gegessen, bevor sie aus der Tür gegangen war, obwohl ihre Mutter sie beinahe mit dem üblichen „Du musst aber etwas essen!“ dazu gezwungen hatte. Durch die Fürsorge ihrer Mutter war in ihrer Schultasche nun außer Büchern und Heften auch ein großes Bento. Anders als an jedem andren Morgen war ihr sonst immer perfektes Aussehen; sie war etwas länger unter der Dusche gewesen, um die Müdigkeit zu vertreiben, was allerdings nicht ganz funktioniert hatte, und hatte dafür weniger Zeit gehabt sich hübsch zu machen, weswegen ihre Haare noch nicht so aussahen, wie sie es normalerweise taten, und wie sie es wollte. Natürlich wollte sie auch nicht unordentlich zu einer Prüfung erscheinen, und so hatte sie eine Haarbürste mitgenommen, um sich davor nochmal schnell im Bad der Akademie schick zu machen.
Glücklicherweise kam sie früh genug an, um dies zu tun, woraufhin sie schnurstracks ins Klassenzimmer ging. Die Plätze waren den Personen durch kleine Namensschilder zugeteilt worden. Sie setzte sich auf den für sie bestimmten und holte einen Stift aus ihrer Schultasche, die sie danach unter dem Tisch verstaute. Etwas nervös spielte sie mit dem Schreibgerät herum, bis sie Ayaka durch die Tür und zu ihrem Pult gehen sah. Die gerade Angekommene klopfte sanft mit einem Buch auf den Tisch, und in Sekundenschnelle war der ganze Raum still. Man konnte die Anspannung jedes Einzelnen spüren und den Atem desjenigen, der neben einem saß hören.
„Ich wünsche euch allen einen wunderschönen Morgen.“ „Guten Morgen, Sensei!“ „Ich hoffe ihr seid gut vorbereitet?“ „Ja, Ayaka-sensei!“ Sie lächelte in die Runde. „Das ist gut. Dann werde ich euch jetzt erstmal den Ablauf erklären. Zuerst kommt eine schriftliche Abfrage, die über zwei Stunden geht. Danach gebt ihr alle diese Blätter ab -“ Sie hob einen dicken Stapel an Papier hoch, und wedelte kurz damit herum. „Und dann werdet ihr einzeln aufgerufen und euch wird die nächste Prüfung erklärt. Nach all dem gibt es eine einstündige Mittagspause und dann einen praktischen Teil. Aber kommen wir zuerst zum schriftlichen. Ihr bekommt für die Erfüllung der gesamten Aufgaben zehn Punkte. Sie sollten für euch alle kein Problem darstellen. Ich wünsche euch viel Glück dabei.“ Lächelnd ging Ayaka durch die Reihen und verteilte die Aufgaben.
Azuki sah auf das so eben bekommene Blatt, das vor ihr auf den Tisch lag. Fünf Aufgaben waren darauf: die ersten zwei reine Abfragen über Gelerntes, wie zum Beispiel verschiedene Waffenarten oder allgemeine Jutsu, die dritte und vierte waren Situationen, die man einschätzen und beurteilen sollte, so beispielsweise Kämpfe oder Spionageaufgaben, und die letzte Aufgabe bestand darin, dass man die wichtigsten Dinge, die ein Ninja beachten muss, aufzählen und erklären sollte. Über diese recht leicht zu lösenden Aufgaben lächelte Azuki nur, bevor sie anfing diese zu beantworten. 'Wie gut, dass ich ausreichend gelernt hab. Wenn ich die Aufgaben alle richtig mache, dann hab ich schon mal zehn Punkte sicher.' Der Stift huschte leise über das Papier und bald war es gefüllt mit ihrer feinen, schönen Handschrift. Durch das viele Schreiben etwas verspannt, schüttelte Azu ihre Hand aus, und beobachtete derweil ihre Nebensitzer. Zu ihrer Rechten saß ein braunhaariges Mädchen, das tief über das Blatt gebeugt schrieb, und hin und wieder nervös mit ihrer Zunge über ihre rosa Lippen fuhr. Links saß ein kleiner Junge, der ebenfalls etwas unruhig an seinen Daumennägeln knabberte und ein bisschen schwitzte. 'Hätte ich nicht gelernt, wär mir das auch schwer gefallen. Aber ich bin schon gespannt auf den nächsten Teil beziehungsweise die nächste Aufgabe. Wenn wir einzeln aufgerufen werden, könnte es spannend werden.' Sie hob den Kopf und sah nach vorne. Am Pult stand Ayaka-sensei, die einen scharfen Blick durch die Reihen wandern ließ. Schnell senkte Azuki ihren Blick wieder und las sich erneut das Geschriebene durch, um es auf Fehler zu überprüfen. 'Ich glaub, wenn ichs noch einmal durch lese, dann -' „Gut, zwei Stunden sind um! Gebt bitte ab.“ Die Stimme der Lehrerin erklang, und sofort wurden alle Stifte zur Seite gelegt, wodurch eine kleine Unruhe entsand. Wieder ging Ayaka durch die Reihen und sammelte dies mal die Bögen wieder ein. 'Gut, das hat mein erneutes Lesen verhindert. Aber irgendwie ging die Zeit schnell vorbei. Bin schon gespannt was als nächstes kommt.'
In alphabetischer Reihenfolge wurden nun die Schüler aus dem Raum gerufen. Etwa alle halbe Stunde der darauf folgende. 'Wieso ist mein Name bloß so weit hinten im Alphabet? Ich sterbe noch vor Aufregung, wenns noch sehr lange dauert... Sie hätten uns doch wenigstens die Aufgabe schon mal sagen können, dann könnte ich mich mental darauf vorbereiten.' Zunehmend leerte sich der Raum, bis nur noch drei Schüler, darunter Azuki, darin saßen. „Yukihiro Azuki!“ Freudig erhob sich das so eben aufgerufene Mädchen. Sie strich ihren Rock glatt, fuhr sich noch einmal mit der Hand durch ihr Haar und lief dann zur Türe und in das nächste Zimmer hinein. Dort stand ein Pult, an dem Ayaka mit einem wie immer wunderschönen Lächeln saß. „Yukihiro Azuki, bist du für den nächsten Teil der Prüfung bereit? Es ist eine teilweise praktische Abfrage.“ „Ja, Sensei!“ „Dann erzähle mir doch bitte etwas über einen bekannten Klan aus Konohagakure und dessen Kekkei Genkai; um genauer zu sein, dem Hyuuga-Klan. Für den gesamten Vortrag hast du zehn Minuten und du kannst dir zehn Minuten Zeit nehmen zu überlegen, was du sagen willst. Das Ganze gibt dir zehn Punkte, wenn du alle wichtigen Dinge erwähnst. Sag Bescheid, sobald du bereit bist, den Vortrag zu halten.“
Der Vortrag dauerte nicht sehr lange, da Azuki vor Aufregung recht schnell sprach. Während des Vortrages blickte sie immer wieder unruhig zu Ayaka, um daraufhin vor deren strengen Blick auszuweichen. Glücklicherweise erwähnte sie trotz ihrer anfänglichen Angst alle Punkte, die es zu nenne gab: das Byakugan, dessen Fähigkeit Chakrabahnen und auch einzelne Chakrapunkte zu sehen, um diese dann mit dem Jyuuken zu blockieren, und das man damit durch verschiedene Dinge sehen kann, durch die man üblicherweise nicht sehen kann. Ayaka betrachtete die gesamte Vorstellung schweigend. Ihr Blick wanderte von ihrem Papier, auf das sie hin und wieder etwas notierte, zu dem Prüfling und wieder zurück.
„Nun gut, jetzt, da du deinen Vortrag beendet hast, bitte ich dich mir eines deiner Jutsu vorzuführen, und es danach auch zu erklären. Welches du nimmst, bleibt dir überlassen. Für die Erklärung und die Vorführung gibt es je zehn Punkte. Bitte fange nun an.“ „Jawohl, Sensei. Ich werde Ihnen das 'Shunshin no Jutsu' zeigen. Shunshin ist eine Technik, bei der man sich selbst beziehungsweise sich selbst und eine andere Person von einem Ort zu einem anderen bewegen kann, und das mit einer enormen Geschwindigkeit, die es beinahe unmöglich macht, ihr mit dem bloßen Auge zu folgen. Für wirkliche Kampfsituationen ist sie nicht bedeutend, da die Technik insgesamt zu lange braucht, um ausgeführt zu werden. Zusätzlich kann man seine Bewegungen, mit etwas zum Beispiel Blättern oder Staub tarnen, und den Feind so zusätzlich zu verwirren. Der Chakraverbrauch ist proportional zu dem zurückgelegten Weg.“ 'Kann ich noch irgendwas sagen? Wenn ja, was? Mir fällt nicht mehr ein, aber das war bestimmt zu wenig. Und die zehn Punkte will ich.' „Bist du fertig?“ „Ähm, ja...“ 'Mir fällt wirklich nichts mehr ein!' „Ich führe die Kunst nun aus.“ Shunshin no Jutsu! Mit wehendem Haar kam Azuki am anderen Ende des Raumes an. Shunshin no Jutsu! Sie erschien wieder vor dem Pult, wo sie Ayaka fragend ansah. „Das war eine schöne Vorführung. Dafür bekommst du zehn Punkte. Für deinen Byakugan Vortrag bekommst du nur fünf Punkte, für deinen Vortrag von Shunshin jedoch auch die vollen zehn. Das macht zusammen 25 Punkte. Dein geschriebener Test wird noch ausgewertet, und solange darfst du dir eine Pause gönnen. Sei in einer Stunde an dem hier beschriebenen Ort.“ Ayaka reichte Azuki einen kleinen Zettel. „Ja ich werde da sein, Ayaka-sensei!“ „Gut, dann werden wir uns in einer Stunde dort treffen.“ „Ja.“ Azuki drehte sich um und ging in die Pause, in der sie das Bento, dass ihr ihre Mutter eingepackt hatte, verspeiste.


2.Aufgabe: "Hindernis Ahoi"

Nach der einstündigen Erholungs- und Mittagspause kam Azuki mit etwas vollerem Magen und etwas weniger Aufregung an dem kleinen Waldstück, dass ihr zuvor schriftlich zugeteilt worden war, an. Die Bäume standen dicht zusammen, und alle Baumkronen leuchteten in verschiedensten Grüntönen, während zwischen den Stämmen Schatten vorherrschte; jedenfalls soweit Azuki aus dieser Entfernung sehen konnte. Ein Zaun umgab das Wäldchen. Als Azuki näher kam, erkannte sie Ayaka-sensei und einen jungen, rothaarigen Mann, die vor einem hölzernen Tor standen. Die Pforte war merkwürdigerweise aus einem einzigen Stück hellen Holzes gemacht, das einen seltsamen rötlichen Glanz hatte. Im Gegensatz zu dem Zaun, der an einigen Stellen verbogen und verrostet war, war das Holz neu; es sah zumindest so aus. Azuki verbeugte sich höflich vor den zwei Personen die vor dem Eingang warteten. „Guten Tag, Sensei. Ich hoffe ich bin pünktlich?“ Ayaka lächelte höflich, bevor sie auf ein Papier sah, das an dem Klemmbrett, welches sie in der Hand hielt, befestigt war. Ohne auf Azukis Frage zu antworten sagte die hübsche Frau: „Du bist Yukihiro Azuki?“ Azuki errötete leicht, als ihr Blick den Ayakas traf, woraufhin sie schnell wieder zu Boden sah. Leicht zögerlich antwortete sie dann mit „Ja“. Immer noch mit einem zuckersüßen Lächeln im Gesicht fing Ayaka an Azuki das Kommende zu erklären. „In Ordnung, Azuki-chan. Vor dir liegt die praktisch orientierte Prüfung, auf deinem Weg zum Genin. Die schriftliche hast du ja ausgezeichnet und mit den vollen zehn Punkten abgeschlossen.“ Azuki errötete erneut und lächelte dann stolz. 'Ausgezeichnet?! Das hätte ich nicht erwartet. Jetzt nur noch bei dieser Prüfung mein Bestes geben und ich habs endlich geschafft!' „Nun, diese Prüfung besteht aus sechs Teilen. Für jeden Teil gibt es fünf Punkte für das Bestehen des jeweiligen Teiles und fünf Punkte für die Ausführung. Für den gesamten Verlauf also ingesamt 60 Punkte. Solltest du einen Teil nicht sehr gut ausführen, kannst du trotz allem noch die volle Punktzahl bekommen, da dein Prüfer dir Punkte geben darf, wenn er extrem zufrieden war. Dein Prüfer ist der junge Mann hier neben mir. Ich muss los, die anderen Prüflinge einweihen, und ihnen mitteilen, was zu tun ist. Den Rest wird er dir erklären und falls du Fragen hast wende dich an ihn. Ich wünsche dir viel Glück und streng dich an.“ Ayaka winkte kurz, bevor sie davon ging. Der Chuunin der mit Azuki zurück blieb begann zu reden. „Also, Azuki-san. Ich bin Iwamoto Yuto und hier dein Prüfer. Sobald du dieses Tor hinter mir durchquerst, hast du genau 90 Minuten für die gesamte Prüfung. Solltest du es unter 30 Minuten hinbekommen, bekommst du Zusatzpunkte, aber versuche das lieber nicht, den diese 30 Minuten schafft auch ein Chuunin nur mit Mühe.“ Sie lächelte, dachte jedoch 'Wieso erklärt er mir Dinge, von denen ich nicht mal Gebrauch machen kann? Das hätte er sich echt sparen können. Er will mich doch nur dazu bringen, dass ich es versuche so schnell zu beenden, und dadurch mehr Fehler mache. Als ob ich auf sowas reinfallen würde. Obwohl er eigentlich gar nicht so aussieht...' Er fuhr fort: „Achte am Besten nur auf exzellente und gleichzeitig schnelle Ausführung und Bewältigung der Aufgabenbereiche, damit du dort Punkte sammeln kannst. Für die Prüfung stehen dir zehn Wurfwaffen deiner Wahl und fünf Kibaku-Fuda (Papierbomben) zur Verfügung. Ich werde dir folgen, und dir, falls du zwischendurch noch Fragen hast, etwas helfen. Zudem gebe ich dir alle 30 Minuten ein Zeichen, damit dir die verbleibende Zeit bewusst ist. Und falls du bis jetzt keine Fragen mehr hast, bitte ich dich anzufangen.“ Azuki atmete tief durch, sah Iwamoto Yuto kurz an, und schritt dann zögerlich zur hölzernen Pforte. 'Kein Griff zum Öffnen? Keine Scharniere? Also kann ich diese Tür nicht normal auf bekommen... Okay, dann hilft nur eins -' Azuki holte zum Schlag gegen das Holz aus, doch ihr Handgelenk wurde von hinten festgehalten. Halb wütend, halb fragend wandte sie den Kopf zu ihrem Prüfer um. Er lächelte freundlich. „Das Holz ist sehr speziell. Gewalt ist hier nicht angebracht. Erstens würdest du dir wahrscheinlich deine Hand brechen, wodurch diese Prüfung für dich zu Ende wäre, und zweitens würde das Holz nicht einmal durch ein S-Rang Taijutsu zerstört werden.“ Er ließ ihre Hand wieder los. Mit fragendem und zudem zweifelndem Blick fokussierte sie das rot schimmernde Holz. 'Taijutsu bringt hier also nichts. Und die Waffen wahrscheinlich auch nicht, außerdem sollte ich die für die Prüfung selbst aufbewahren. Also Ninjutsu? Aber welches bloß? Na da bleibt ja nur -' Doton: Tsuchinamí no Jutsu! Ihre Hände waren fest auf dem Boden, und eine kleine Welle ging unter der Tür hindurch. Die Tür zerbrach. „Glückwunsch. Das erste Hindernis wurde beseitigt. Du hast nun 90 Minuten für alles weitere. Viel Glück, Azuki-san.“ „Danke, Yuto-san.“
Azuki trat mit festen Schritt, entschlossen diese Prüfung mit der höchsten Punktzahl abzuschließen, durch den Eingang, den das Tor verschlossen gehalten hatte. Sofort umschloss sie das dunkle, warme Grün des Waldes. Hier und da kam ein schmaler Sonnenstrahl durch das Blätterdach. Der Boden war moosbedeckt und an einigen der kleinen, sonnigen Plätzchen wuchsen Waldblumen in den verschiedensten Farben. Leider hatte Azuki nicht die Zeit, die Ruhe und den Frieden, die diese Landschaft zu dieser Jahreszeit bot, zu genießen. Ihr Schritt beschleunigte sich und sie drang weiter in den Wald ein. Die begrenzte Strecke, die vor ihr lag, lief einige Zeit gerade aus, und bog dann links ab. Azuki zog ihr Tempo weiter an und ging in ein schnelles Laufen über. Die Pflanzen verschwammen in ihren Augenwinkeln, ihr Blick war starr auf das Ende der Strecke gerichtet. Die Biegung kam näher, und Azuki fing langsam an sich zu fragen, was denn das nächste Hindernis beziehungsweise die nächste Prüfung sein könnte. Unglücklicherweise erfuhr sie das, als sie um die Kurve rannte. In der Erde war eine Falle, die zwar gut versteckt war, der Azuki aber trotz allem, durch schnelles darüber springen noch ausweichen konnte, jedoch war direkt dahinter eine weitere Falle. Durch eine Konstruktion aus Draht ausgelöste Kunai flogen rasant auf Azukis Körper zu. Nach einer kurzen Schrecksekunde reagierte das Mädchen dann reflexartig. Das erste Kunai wehrte sie mit einem präzisen Kunai ihrerseits ab. Es folgten einige Fingerzeichen. Kawarimi no Jutsu! Nicht einmal einen Augenblick später trafen die Wurfmesser den falschen Körper, eine zusammengerollte Decke, die mit einem dumpfen Aufschlag auf dem Boden aufkam. Mit einem tiefen Atemzug dachte Azuki, die kurz daneben auf der Erde aufgekommen war: 'Grade nochmal Glück gehabt... Hätte auch anders laufen können. Wer stellt einem noch nicht mal Genin solche Fallen? Also echt! Aber aufregen bringt wohl nichts; weiter geht’s Azu!' Ihr Blick richtete sich wieder nach vorne. Eine weitere schnurgerade Strecke lag geradeaus. Etwas langsamer als zuvor, jedoch immer noch zügig, lief sie erneut los in Richtung Ziel.
Einige Zeit später kam sie am Fuß einer langen Treppe an. Viele hundert, teilweise verfallene, steinerne Treppenstufen führten hinauf. Das Ende war auf Grund der Sonneneinstrahlung nicht deutlich erkennbar. Azuki begann den Aufstieg, wurde jedoch mit zunehmender Höhe auch zunehmend langsamer. Allmählich löste sich ein erkennbares Ende aus der Helligkeit heraus, was Azuki kurz aufatmen ließ. Ein heller, klarer Pfiff ertönte. 'Jetzt sind wohl 30 Minuten um. Noch 60 weitere. Hoffentlich hört diese Treppe bald auf, lange halt ich das wahrscheinlich nicht mehr durch. Wenn dann die nächste Prüfung kommt, bin ich total fertig.' Stufe um Stufe kam Azuki dem nicht definierten Endpunkt näher. Endlich oben angekommen stützte sie sich kurz auf ihre Knie um durch zu atmen, da sie nach dem langen Aufstieg recht schwer keuchte, trotz ihrer sonst ausgezeichneten Ausdauer. 'Was für eine Mördertreppe. Und ich hab noch nicht mal die Hälfte von dem Ganzen hier gemacht. Das Niveau auf der Akademie war nie so hoch.' Sie richtete sich wieder auf. Das Steinplateau ging noch etwa 20 Meter flach weiter, bevor ein großer Fels den Weg versperrte. Rund um den Stein war ein dichtes Netz von dünnen Drähten, unter denen sich womöglich auch Chakrafäden befanden, wodurch das Gebilde unmöglich zu durchdringen war. Der einzige Weg führte also über die Beseitigung dieses massiven Blockes. 'Wieder ein Jutsu anwenden... Das wird mich noch mehr ermüden. Oder ich könnte dieses Steinchen auch einfach weg schlagen. Hoffen wir, dass das nicht auch so ein besonderes Etwas ist, dann hab ich nämlich ein echtes Problem. Aber einen Versuch ist es wert, ohne Chakra kann ich die Prüfung ja auch vergessen.' Wie schon am Anfang holte sie wieder zu einem präzisen Schlag aus, der den Stein sehr zentral traf und in einige mehr oder minder große Splitter zerlegte. Manche musste sie von ihrem Körper fernhalten, da die Stückchen in alle möglichen Richtungen davon flogen, trotz allem konnte sie sich ein stolzes und siegessicheres Grinsen nicht verkneifen. 'Sehr gut, das hat funktioniert. Jetzt aber nichts wie weiter!' Azuki wollte gerade weiter, als sie nach vorne sah und die gähnende Schlucht vor ihren Füßen bemerkte, auf deren anderer Seite der Weg weiterführte. Sie machte zwei kleine Schritte rückwärts, um vorerst aus der Gefahr abzustürzen heraus zu sein. „Was soll das jetzt schon wieder?! Und hier soll ein noch nicht Genin lebend wieder raus kommen?“ Ohne es zu bemerken hatte sie ihre Gedanken laut ausgesprochen. Sie schaute sich halb verlegen um, ob ihr Prüfer sie gehört hatte, aber da weder eine Antwort kam, noch sie ihn sehen konnte, ging sie von einem klassischen 'Nein, nichts gehört' aus. 'In Ordnung, immer mit der Ruhe. Nochmal tief durchatmen und überlegen was zu tun ist. Springen? Zu weit. Shunshin? Zu hoher Chakraverbrauch. Plan C? In Arbeit. Am besten schnell Azu. Denk nach, denk nach!' Sie sah sich um. Einige Bäume standen, wie in den meisten Wäldern üblich, herum. Sonst war außer Erde und Stein nichts vorhanden, geschweige denn etwas nützliches. 'Verdammt, und jetzt? Ich hab nichts Brauchbares dabei... oder vielleicht doch?' Sie kramte in ihrer Tasche, in der sie zuvor ihre Waffen verstaut hatte. Heraus holte sie zwei der drei Papierbomben, die sie fragend betrachtete. 'Damit sollte es gehen, falls nicht, weiß ich auch nicht weiter.' Ihr Blick wanderte wieder über die Bäume, bis sie einen geeigneten, nicht allzu dicken gefunden hatte, an dem sie das Papier geschickt anbrachte. Sie ging einige Schritte zurück, um nicht getroffen zu werden. Jibaku Fuda: Kassei! Mit einer lauten Explosion flogen Teile des Stamms fort, wieder wich sie Stückchen aus oder wehrte diese ab, sobald sie ihrem Körper zu nahe kamen. Zurück blieb ein, am Fuß des Baums instabiler, Stamm, zu dem Azuki nun wieder zurück ging. 'Hätte nie gedacht, dass es so gut klappt, aber das freut mich ja. Okay jetzt weiter im Konzept.' Sie stemmte ihre Hände gegen das Überbleibsel, wendete etwas Kraft an, und der Baum viel Krachend über den Abgrund und landete auf der anderen Seite; die Brücke war fertig. Sofort begann sie den Übergang. Auf dem relativ dünnen, aber dennoch festen Stamm balancierte sie auf die andere Seite. 'Vielleicht hätte ich einen dickeren Stamm nehmen sollen. Der hier ist echt ziemlich schmal. Und schön nicht nach unten sehen, Azu. Immer geradeaus, das Ziel im Auge.' Sobald sie angekommen war, sprang sie auf den festen Grund. Sie war froh, diesen Teil geschafft zu haben, und auch sicher über den Baumstamm gekommen zu sein. 'Wie viel Zeit ich jetzt wohl noch habe? Dieses Hindernis hat ja echt lange gedauert. Ich sollte mich ab jetzt beeilen.' Sie sah noch einmal auf den umgestürzten Baum, bevor sie ihren Blick nach vorne wandte. Wir schon die Male zuvor nach einer Aufgabe lief sie los. Langsamer als zuvor, trotz dass sie sich beeilte. Man merkte, dass sie erschöpft war und langsam müde wurde.
Es folgte eine sehr kurvige Strecke, die aber überwiegend flach war, sodass Azuki doch noch einmal an Geschwindigkeit zulegen konnte. Etwa zehn Minuten, nachdem der 60-Minuten-Pfiff gegeben wurde, konnte Azuki einen großen Banner sehen, auf denen in großen, roten Buchstaben das Wort 'Ziel' zu sehen war. Erleichtert setzte Azuki zum Endspurt an, man könnte fast sagen, sie rannte so schnell wie nie zuvor. Durch ihre Raserei vollkommen aus der Puste ließ sie sich direkt hinter der Ziellinie ins Gras fallen. Sie atmete schwer; ihr Brustkorb hob und senkte sich schnell. 'Schon geschafft? Ich hoffe ich habe alles gut gemacht.' Azuki hörte eine helle, klare Stimme von etwas weiter weg. „Azuki-san! Komm doch bitte hier her zu mir.“ Die Angesprochene hob den Kopf und sag in einiger Entfernung die rötlichen Haare von Ayaka, die mit erhobenem Arm winkte. „Ayaka-sensei!“ Erfreut sprang Azuki wieder auf die Füße. Sie ging ihrer Lehrerin entgegen. Da die Entfernung jedoch nur langsam kleiner wurde, beschleunigte sie trotz ihrer Müdigkeit. 'Wie weit steht Ayaka-sensei denn weg? Sie könnte mir ja auch entgegen kommen, jedenfalls ein bisschen... Sie kommt mir wirklich nicht entgegen? Sie kommt nicht mal näher. Das ist doch nicht normal. Oder kann das sein?! Ein Genjutsu? Also ist die Prüfung nicht vorbei? Was soll ich tun? Genjutsu lösen kann ich nicht.' „Hallo? Yuto-san? Wie soll ich aus einem Genjutsu raus kommen, das ich nicht lösen kann?“
Die Umgebung verschwamm und Azuki erblickte sich auf einer grünen Wiese mit einem kleinen Bach stehend, Iwamoto Yuto gegenüber. Er lächelte freundlich. „Ich habe es für dich gelöst, da es wichtiger war, das erst einmal zu erkennen. Vorallem auf das schnelle Erkennen kommt es an. Du hast im Übrigen noch zehn Minuten für die sechste Prüfung. Wenn du die fertig hast, wirst du erstmal bewertet. Möchtest du beginnen?“ „Ja, sehr gerne, Yuto-san!“ „In Ordnung. Die Prüfung ist: Du musst gegen mich kämpfen.“ Sein Grinsen wurde etwas breiter, während Azukis Lächeln eher schwächer wurde. 'Gegen ihn kämpfen? Aber er ist doch viel stärker. Ich kann da ja nicht gewinnen. Außerdem ist meine übrige Chakramenge nicht sehr groß. Das ist ein ziemlich ungerechter Kampf.' „Bist du bereit, Azuki-san?“ „Ähm, ja.“ 'Was soll ich auch anderes sagen. Wenn ich nein sage, ist die Prüfung vorbei.' „Dann fang nun bitte an.“ „Ja!“
'Ja, leichter gesagt als getan. Wie soll ich denn anfangen? Was wäre sinnvoll? Ich hab nur noch für ein oder zwei Techniken Chakra. Erschöpft bin ich auch, und nur wegrennen, ist ganz sicher nicht der Sinn eines richtigen Kampfes. Also wie soll ich vorgehen?' Noch während Azuki dachte, formte Yuto einige Fingerzeichen. Namida Seki Tenshi – Kanpai! Drei Wasserkugeln erhoben sich aus dem kleinen Fluss, wodurch der Wasserspiegel stark sank. Azuki befestigte die Letzte Papierbombe an einem Kunai, und formte danach mit eben diesem Messer in der Hand das Fingerzeichen für die Doppelgängerkunst. Bunshin no Jutsu! Zwei weitere Azukis erschienen, jeweils mit einem der Wurfmesser in der Hand. Sofort schossen zwei der drei Wasserkugeln auf die Doppelgänger, die sich in Luft auflösten. Azuki warf im nach links laufen das präparierte Kunai, gefolgt von einem normalen. Das mit der Bombe wurde von der dritten Wasserkugel aufgehalten, explodierte in ihr, und für kurze Zeit entstand ein kleiner Regen mitsamt farbenfrohem Regenbogen. Dem zweiten Kunai wich Yuto aus, und fing es mit seiner rechten Hand hinter seiner linken Schulter, wodurch er es sofort am Griff hatte und zurückwerfen konnte. Mit einer kleinen Vorwärtsrolle wich Azuki dem Wurf aus. Mizu no Muchi! Mit der gebildeten Peitsche jagte er sie weiter über das Gras. Sie wich aus und rannte. 'Was soll das? Diese Technik ist viel zu stark. Wie soll ich da was dagegen machen? Mehr als wegrennen kann ich ja wohl auch nicht. Vor allem... er verfehlt mich absichtlich? Was ist dann der Sinn?' Azuki wich weiter aus, bis er urplötzlich aufhörte und die Peitsche zerfließen ließ. Wieder formte er sehr schnell Fingerzeichen. 'Was wird das jetzt? Sind ziemlich viele, wird bestimmt ne große Technik. Vielleicht sollte ich aufgeben, aber das wäre jetzt nicht gut. Aber was sonst? Erstmal aus der Reichweite und dann weiter überlegen.' Sie lief los, und sah nebenher über ihre Schulter. Mit großen Augen blieb sie stehen und drehte sich um. Suiryuudan no Jutsu! Ein großer Wasserdrache erschien hinter Yuto. 'Oh. Das übersteigt eigentlich das, was ich mit groß meinte. Das Ding ist riesig! Er will mich doch nicht etwa damit angreifen?' Der Drache stürzte auf Azuki nieder. 'Er will! Jetzt ist es zu spät zum Ausweichen.' Sie blieb stehen, doch kurz bevor der Drache Azuki wirklich erreichte zersprang er in viele tausend Wassertröpfchen, die einen kurzen Moment wunderschön glitzernd, wie kleine Kristalle, in der Luft schwebten, bevor sie der Schwerkraft folgten und zu Boden prasselten. Den erneut erzeugten Regenbogen konnte Azuki jedoch wieder nicht genießen, da viel Wasser über ihr gewesen war, wodurch sie eine kalte Dusche abbekam. „Zehn Minuten sind um. Zeit ist abgelaufen. Da hattest du wohl grade noch Glück was?“ Yuto kam freundschaftlich lächelnd auf die tropfende Azuki zu. „Kommen wir zur Auswertung. Die erste Prüfung, die dein Ninjutsu testen sollte, hast du sehr gut gemacht, also zehn Punkte, trotz meiner kleinen Hilfe. Die nächste war auch gut, obwohl du etwas voreilig gehandelt hast. Hier gebe ich dir acht Punkte. Die Treppe und Stein Aufgabe hast du gut gelöst, auch hier zehn Punkte. Den Abgrund hast du auch überwunden, wenn auch etwas eigenwillig, trotzdem zehn Punkte. Für das Genjutsu hast du sehr lange gebraucht, und konntest es nicht lösen, was nicht sehr verwunderlich ist. Hier gebe ich dir nur vier Punkte. Und im Kampf gegen mich, hast du dich zu Anfang noch tapfer geschlagen, aber gegen Ende -“ „Was sollte ich denn tun? Das waren extrem starke Techniken! Ihr könnt nicht erwarten, dass man sowas abwehren kann.“ „Erstmal solltest du mich ausreden lassen. Aber naja, kämpfen in dem Sinn... Das war nicht die Aufgabe. Du solltest erkennen, dass du keine Chance hast, und dich nicht in Gefahr begeben. Du musst deinen Gegner schon einschätzen, doch trotz allem gebe ich dir acht Punkte dafür. Insgesamt macht das dann 50, wenn ich mich nicht verrechnet habe.“ „Vielen Dank, Yuto-san.“ Azuki verbeugte sich tief und lächelte.


Der Protektor:

Klatschend trat Ayaka aus dem Hintergrund. „Herzlichen Glückwunsch, Yukihiro Azuki-chan. Mit deinen 35 Punkten von dem theoretischen Teil macht das insgesamt 85 Punkte, oder irre ich mich? Und das wiederum bedeutet, dass dir nun das hier gehört.“ Mit dem schönsten Lächeln, dass Azuki den ganzen Tag über von Ayaka bekommen hatte, streckte die Lehrerin dem jungen und immer noch nassen Mädchen den Protektor entgegen. „Du hast ihn wirklich verdient, Azuki-chan.“ „Viele Dank, Sensei.“ Erneut verbeugte sie sich, abermals leicht errötend, bevor sie das Stirnband mit einer erneuten, allerdings kleineren Verbeugung entgegen nahm. „Ich wünsche dir alles Gute in deinem weiteren Ninjadasein. Und für heute verabschiede ich mich. Mich brauchen noch andere Schüler. Auf Wiedersehen, Azuki-chan.“ „Auf Wiedersehen, Ayaka-sensei.“ „Ja, machs gut, Azuki-san. Trainier schön weiter.“ Iwamoto Yuto lächelte noch einmal, zwinkerte ihr zu, und verschwand dann mit Ayaka.
Azuki ließ sich nass wie sie war auf die ebenfalls nasse Wiese fallen. Die schon untergehende Sonne beleuchtete den Ort mit einem schönen Orangerot. Sie schloss die Augen und genoss die Sonnenstrahlen auf ihrer Haut. Das Stirnband noch immer in der Hand, lag sie ausgestreckt da, einfach rundum zufrieden, lächelnd, und durch und durch glücklich. „Endlich! Ich habs geschafft! Ich bin jetzt ein Ninja genau wie mein Vater! Yay!!“ Sie flüsterte diese Worte der Abendsonne entgegen, bevor sie sich schon etwas fröstelnd erhob, und den Heimweg antrat. 'Wie es wohl jetzt weiter gehen wird?'
__________________
Azu spricht, Azu denkt, Jutsu

Geändert von Yukihiro Azuki (28.05.2010 um 15:33 Uhr)
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Alt 19.06.2010, 17:31   #29
Sakaida Mai
 
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Geninprüfung

Prüfer:

- Katsumi
-Tenchiro



Prüfling:

- Sakaida Mai ~ Reden, Denken, Jutsu


Das große Flattern


Es war bereits der Abend vor dem alles entscheidenden Tag, dem Mai schon so lange entgegen fieberte. Die letzten Wochen hatte sie nur mit trainieren verbracht, um ihre noch fehlerhaften Jutsus möglichst perfekt anwenden zu können. Zwar konnte sie ihre Fortschritte erkennen, aber an diesem besagten Abend konnte sie wohl gar nichts beruhigen. Wippend saß sie auf ihrem Bett, schlafen hatte sie schon lange aufgegeben. Sie wollte eigentlich extra früh die Augen schließen, um auch fit zu sein. Aber das war leichter gesagt, als getan. Vielleicht sollte ich noch mal die ganzen Jutsus durchgehen, nur zur Sicherheit. Angestrengt blickte sie auf die Zimmerdecke. Mal sehen.. Kawarimi no Jutsu.. Es war immer dasselbe. Wenn es drauf ankam, fiel ihr nichts mehr ein. Sie kniff die Augen zusammen. „Ah, verdammt!“, rief Mai genervt. Sie hüpfte hektisch vom Bett, um noch einen letzten Blick in ihr Schulbuch zu werfen, als sie sich mit dem Fuß im Teppichrand verfing und erst mal fluchend auf dem Boden landete. Erst blieb sie eine Weile reglos liegen, als wäre sie daran gestorben, doch dann sagte sie zu sich selbst: „Was soll’s, wenn der Tag heute so mies ist, wird er morgen umso besser, hoffentlich.“ Stöhnend und auf allen vieren, kroch sie zum Schreibtisch und schnappte sich das Buch. Sie blieb lieber auf dem Boden liegen, um weiteren Missgeschicken vorzubeugen und studierte ein letztes Mal die Grundtechniken, da diese in der Prüfung gefragt werden könnten. Eigentlich konnte sie Auswendiglernen sehr gut, aber unter Druck ging oft gar nichts. Erst als Mai sich ihrer Sache wieder sicherer war, gab sie sich damit zufrieden und kroch wieder ins Bett. Wenn ich morgen auch einen Blackout habe, bin ich echt erledigt. Allein der Gedanke daran verursachte bei Mai Bauchweh. Sie zog sich die Decke über den Kopf und bemerkte nach einiger Zeit ziemlich müde zu werden.
Das Nächste was sie wahrnahm, war das unangenehme, grelle Geräusch ihres Weckers, worauf sie sofort von der Matratze sprang um sich für den Tag zu richten. Dass sie gleich so wach war, wunderte sie zwar, aber immerhin war es nicht zu ihrem Nachteil. Die Aufregung machte sich im Bauch breit und wurde von einem Gefühl der Übelkeit begleitet. Gequält schluckte sie den letzten Bissen ihres Frühstücks runter, welches sowieso schon klein ausfiel. Dann sollte es endlich losgehen. Mai befand sich im Laufschritt auf dem Weg in die Akademie. Jetzt bloß nicht wieder aufs Knie legen! Im Gegensatz zu ihrem ersten Tag dort, kannte Mai die Räumlichkeiten der Akademie und wusste wo sie hin musste. Vor dem Raum, worin ein Teil der Prüfung stattfand, war nur ein menschenleerer Gang. Daraus schloss sie, sich wohl noch eine Weile gedulden zu müssen und nahm vorerst in dem Warteraum platz, wo auch andere Anwärter bereits warteten. Diese ignorierte sie nach einer kurzen Begrüßung. Mai musste jetzt erst mal mit allen Mitteln versuchen, ruhiger zu werden. Ihre Blicke wanderten von ihrer Uhr zur Tür, welche sie dann nicht mehr aus den Augen ließ, als könne sie dadurch schneller reagieren, wenn sie an der Reihe wäre. Nervös spielte sie an einer ihrer langen Haarstränen herum, bis sie Schritte vom Gang hörte. Es wurde allgemein stiller im Raum.
Ihre Augen waren noch immer auf die Tür gerichtet, starr saß sie auf dem Stuhl und rührte sich nicht mehr. Die Schritte wurden lauter, bis sie schließlich kurz inne hielten und sich die Tür öffnete. Die Aufregung raste durch ihren ganzen Körper. Jemand trat ein. In dem Raum stand nun ein Mann, die braunen Haare teilweise von einer weißen Mütze verdeckt. Tenchiro. Mehr konnte Mai gerade nicht denken, so übel war ihr. Der Prüfer blickte zuerst an Mai vorbei, als suche er jemand. Erst jetzt fiel ihr auf, dass sie das einzige Mädchen hier war. Auch Tenchiro wurde das nach dem Blick in die Runde bewusst und richtete den Blick nun auf das Mädchen, das eine Hand in den Haaren hatte und sich mit der anderen am Stuhl festkrallte. „Sakaida Mai?“, fragte er sie. Sofort sprang sie vom Stuhl auf, nickte heftig und hauchte ein „Ja.“ Daraufhin verbeugte sie sich – ziemlich unbeholfen. „Ohio Sensei.Oh je, was war das denn? Nach einer kurzen Überlegung über ihre Verbeugung kam sie zu dem Entschluss, dass es wohl die unästhetischste und dürftigste ihres Lebens war. Tenchiro schien sich nicht viel dabei zu denken und sagte: „Ohio Mai. Du bist die Nächste.“ Mit diesen Worten drehte er sich um und ging aus dem Raum, sie ihm hinterher.


1. Aufgabe "Oh wie schön: Die berühmte Theorie"


Der offizielle Prüfungsraum lag fast gegenüber dem Warteraum, weshalb der Weg nur aus wenigen Schritten bestand. Jede Bewegung wurde von ihren weichen Knien erschwert. Tenchiro öffnete die Tür, wandte sich Mai zu und deutete ihr mit einer Handbewegung, dass sie zuerst eintreten solle. Sie nickte und ging einen Schritt schneller, um ihn nicht warten lassen zu müssen. An einem Ende des Raumes waren zwei Pulte gestanden, während am anderen Ende nichts außer einem alten Schrank stand. Tenchiro setzte sich auf den Stuhl, der hinter dem Pult stand und neben ihm saß ein weiterer Prüfer. Traditionell gekleidet und mit aufmerksamen Blick saß Katsumi vor Mai, die sich in die Mitte des Raumes begeben hat. „Ohio Sensei Katsumi.“, begrüßte sie ihn mit einer weiteren, erfolgreicheren Verbeugung. Erwartungsvoll blickte Mai die beiden Männer an. Katsumi nickte ihr zu und begann, eine kleine Ansprache zu halten, in der alles gesagt wurde, was Mai wissen musste. „Ohio, Mai. Wie du bereits weißt, findet heute die Genin-Prüfung statt. Diese besteht aus zwei Teilen, Theorie und Praxis. Insgesamt kannst du 100 Punkte erreichen, 40 im theoretischen Teil und 60 im praktischen Teil. Um zu bestehen, benötigst du mindestens 80 Punkte. Zu der Praxis kommen wir allerdings erst später. Vorerst die Theorie: Deine Aufgabe besteht darin, die drei Grundtechniken Kawarimi no Jutsu, Henge no Jutsu und Bunshin no Jutsu vorzustellen. Erst erzählst du uns darüber, was du weißt und danach führst du sie uns vor. Zum Schluss wird dir noch eine andere Frage gestellt, aber dazu kommen wir nach den Jutsus. Damit richte ich das Wort an dich, es sei denn, Tenchiro möchte noch etwas anmerken.“ Katsumi wandte sich seinem Kollegen zu, dieser verneinte und ließ Mai seine volle Aufmerksamkeit zukommen. Die Aufregung, die Übelkeit und die zitternden Knie waren weg. Mit jedem Wort, welches Katsumi sprach, wurde ihr wohler. Auch wenn sie nicht wusste, was die ‚geheime’ Frage nach ihrer Darbietung war oder sie die Praxis noch nicht erahnte, so war sie sich bei der ersten Teilaufgabe sicher, zumindest halbwegs. Nach Tenchiros „Nein.“, auf die Frage des anderen Prüfers, überlegte Mai kurz, mit welchem Jutsu sie anfangen sollte. Um einen guten, ersten Eindruck zu erwecken, begann sie mit dem für sie einfachsten Jutsu und wollte mit dem schwierigsten aufhören. Sie setzte zum Reden an, zwar deutlich, aber mit zitternder Stimme: „Gut, alles verstanden.“, sie räusperte sich kurz, sie wollte selbstsicherer klingen, aber ein leichtes Zittern blieb. „Als erstes werde ich das Kawarimi no Jutsu vorstellen. Dabei handelt es sich um die Körpertauschtechnik, die keinem Element angehört, vom Typ her ein Ninjutsu ist und auf dem E-Rang ist.“ Sie hielt eine kurze Sekunde inne. Man, ich kann das ja wirklich.Durch dieses Jutsu kann man mit einem Gegenstand im Umkreis von ca. 50 Metern den Platz tauschen. Zu diesen Gegenständen zählen verschiedene Arten von Pflanzen oder einfache Dinge, wie Möbel oder Steine. Es ist auch möglich mit Menschen den Platz zu tauschen, aber dafür muss man sein Chakra sehr gut kontrollieren können. Außerdem müssen die jeweiligen Personen entweder viel schwächer sein als man selbst oder bereits schwer zugerichtet worden sein.“ Das war soweit alles, was ihr zu dieser Technik einfiel. Sie wartete erneut auf eine Reaktion der Senseis, doch diese starrten sie nur still an. „Bei welchem Objekt soll ich das Jutsu anwenden?“, fragte Mai. Tenchiro antwortete ihr sofort: „Nimm den Schrank, hinter dir im Eck.“ Mai sah sich um und erblickte den besagten Gegenstand. „Alles klar.“ Konzentration, Fingerzeichen – Kawarimi no Jutsu! An zwei Stellen im Raum kam Rauch auf. In der Ecke und in der Mitte des Raumes. Beide, Tenchiro und Katsumi blickten nun nicht mehr in das Gesicht von Mai, sondern auf die Schübe des Schrankes. An dessen ehemaligen Platz, der staubigen Ecke, stand das Mädchen und blickte drein, als könne sie ihr Glück kaum fassen. Juhu, es hat echt geklappt! „Gut, und wieder rückgängig.“ Erneut setzte Mai das Jutsu ein, welches ihr ein zweites Mal gelang. Als der Rauch sich verzogen hatte, war sie wieder in der Mitte des Raumes zu erkennen. „Also dann, die nächste Technik.“, forderte Katsumi. Das Henge no Jutsu lag ihr mehr, weshalb sie damit weitermachen wollte. Mit jedem Erfolg würde es ihr besser gehen. „Okay, dann das Henge no Jutsu. Die Verwandlungstechnik gehört, wie auch das Kawarimi no Jutsu, keinem Element an und ist ein Nin-Jutsu auf dem E-Rang. Der Unterschied ist, dass es an sich selbst angewandt wird, und nicht an Gegenständen in der Umgebung. Das heißt, man hat mit diesem Jutsu die Möglichkeit, sich in einen Gegenstand, in ein Tier oder auch in einen Mensch zu verwandeln. Aber die Äußerlichkeiten sind das Einzige, was man damit ändern kann. Man wird also nicht stärker, wenn man sich in eine stärkere Person verwandelt oder auch nicht härter, wenn man sich in einen Fels oder so verwandelt.“ Ihre Sendepause bestand aus einem Blick zu Tenchiro. Zuvor hatte er ihr gesagt, mit was Mai den Platz tauschen solle, also erhoffte sie sich auch von ihm zu erfahren, in wen oder was sie sich verwandeln musste. Er gab ihr zunächst keine Antwort auf ihren fragenden Blick, stattdessen lächelte er sie leicht verschmitzt an. Dieses Lächeln hatte genug Aussagekraft, sie wusste was er meinte. Er bestätigte ihre Vorahnung: „Ich bin die Aufgabe.Jetzt bloß nicht lachen! Mai dachte an den Tag in der Akademie, als sie sich in ihre Lehrerin Ayaka verwandelt hatte. Das Ergebnis war eine blauhaarige, flachbusige Lehrerin. Um einer zweiten Blamage vorzubeugen, hatte sie dieses Jutsu bis zum Erbrechen geübt. Ihr kurzer Aussetzer, bei dem ihr fast ein Schmunzeln auskam, hatte sich gelegt und war nicht aufgefallen. „Dann versuche ich die Aufgabe mal zu lösen.“, murmelte Mai. Wieder konzentrierte sie sich allein auf das Anwenden des Jutsus, erst auf Tenchiro, wie er zuvor im Warteraum vor ihr stand, dann auf die Fingerzeichen – Henge no Jutsu! Wieder kam der Rauch nach einem Puffen auf. Das Erste, was Mai in dem Moment merkte, in welchem sie noch im Qualm verborgen war, waren die Haare, die nicht mehr locker auf ihrem Rücken lagen und zugleich über ihre Ellbogen strichen. Die Frisur sitzt schon mal! Endlich herrschte wieder klare Sicht. Sofort musterte Mai ihren ‚neuen’ Körper. Hautfarbe, Körperbeschaffenheit, Kleidung.. soweit so gut. Leider wusste sie nicht, wie es um ihr Gesicht stand. Verunsichert blickte sie Tenchiro an. Dieser betrachtete sein Ebenbild erst misstrauisch, blickte Mai dann erlösend an und hielt den Daumen hoch. „Glück gehabt.“, zischte er gespielt. Zu gern hätte Mai in einen Spiegel geblickt, um sich selbst vergewissern zu können, aber dem Anschein nach hatte sie eine exakte Kopie hinbekommen. „Du kannst das Jutsu wieder auflösen, danach stellst du uns noch die Letzte der drei Techniken vor.“, sagte Katsumi. Gesagt getan, Mai stand wieder in ihrer wahren Gestalt vor den beiden Prüfern. Bisher hatte sie sicherlich punkten können. Sowohl ihr Vortrag, als auch die Vorführung der Jutsus hatte geklappt. Aber das Schlimmste stand ihr noch bevor. Gen-Jutsu war einfach nicht ihre Stärke, während ihr Nin-jutsu viel leichter fiel. Aber auch die letzte Technik musste sie können, egal ob sie diese mochte oder nicht. Wieder begann Mai zu sprechen: „Das letzte Jutsu, also das Bunshin no Jutsu, ist dafür da, einfache Doppelgänger von sich selbst zu erstellen. Es gehört keinem Element an und auf dem E-Rang. Im Gegensatz zu den beiden anderen Jutsus, ist dieses ein Gen-Jutsu. Wie bereits gesagt, erschafft man bei diesem Jutsu eine Kopie von sich selbst. Aber diese sind nicht so beschaffen wie der Anwender selbst. Sie geben nur vor, etwas zu tun, aber in Wirklichkeit sind sie nicht in der Lage anzugreifen und besitzen keinen Körper, sind eben nur eine Illusion. Deshalb lösen sie sich auch bei Berührungen, wie beispielsweise mit der Faust des Feindes, gleich wieder auf. Im Idealfall kann man das Original nicht von der Kopie unterscheiden.“ Und es kam, wie es kommen musste. „Mal sehen, ob bei dir der Idealfall vorliegt.“, sagte Tenchiro fordernd. Diese Aussage hätte sie ihm auch ohne eine Vorführung belegen können. Aber wer weiß, bis jetzt hat alles gut geklappt, vielleicht sollte es ihr jetzt auch gelingen. Schließlich hatte sie ja schon Erfolge beim Training gehabt, wenn auch nicht oft. Ein letztes Mal konzentrierte sich Mai auf die bevorstehende Anwendung eines Jutsus. Die Fingerzeichen wurden ausgeführt, Bunshin no Jutsu! Der Rauch erschien und verging nach kurzer Zeit auch wieder. Sie wagte es kaum, blickte aber dennoch neben sich. Scheiße, die Haare! Man, du Erbsenhirn, wann kriegst du das endlich mal auf die Reihe?! Sie war furchtbar wütend auf sich. Ihr Doppelgänger war eigentlich eine exakte Kopie, bis auf die Haarfarbe. Mai hatte dunkelblaue bis schwarze Haare, aber die ihres Doppelgängers waren heller. Zwar mit einem Blaustich, aber dennoch heller, fast schon Himmelblau. Enttäuscht blickte sie zu ihren Prüfern. Tenchiro musterte die Kopie noch immer. Wahrscheinlich suchte er sie nach einem weiteren Fehler ab. Katsumi war bereits wieder dem Original zugewandt. „Du kannst es wieder auflösen.“ Mai gehorchte ihm und ließ ihre hellhaarige Enttäuschung verschwinden. Er sprach daraufhin weiter: „Das wäre es soweit mit den Jutsus gewesen. Nun kommen wir zu der einen Frage, die wir bereits angekündigt haben. Es handelt sich dabei um eine Situation, in der du dich befindest. Wir möchten wissen, wie du in diesem Fall reagieren würdest. Soweit verstanden?“ Mai nickte nur. Wirklich komisch, aber die Prüfer werden sich schon was dabei denken. Katsumi sprach weiter. „Dann folgendes: Dein Team wurde nach einer einfachen Mission auf dem Heimweg in einen Hinterhalt gelockt, du entkommst als Einzige. Alle anderen werden geschnappt. Was tust du?
Wow, wie haben die Angreifer das geschafft? Ihr erster Gedanke, aber den konnte sie wohl kaum preisgeben, sonst würde sie noch, wegen mangelnder Ernsthaftigkeit, ermahnt werden. Sie wollte nicht allzu lange nachdenken, schließlich sollte sie in einer solchen Situation schnell handeln und keine Zeit verlieren. „Als erstes würde ich schnell schauen, in welche Richtung die Angreifer mit meinem Team hinrennen, um später genaue Angaben machen zu können. Dann würde ich den restlichen Weg zurück ins Dorf sprinten, um den Kage zu alarmieren. Daraufhin würde ich warten, ob dieser mir irgendwelche Anweisungen gibt und diese je nach dem befolgen.“ Tenchiro fragte Mai gleich darauf etwas misstrauisch: „Und du würdest die Angreifer aus den Augen lassen und ins Dorf flüchten?“ Hatte sie wirklich so falsch gelegen? Sie dachte, das wäre wenigstens ungefähr das angebrachte Verhalten in solchen Situationen. Moment mal, war das eine Fangfrage? Jeder weiß doch, dass es unverantwortlich wäre, jemand alleine zu verfolgen, gegen den man selbst im Team nicht ankam. Ja, das muss wohl eine Falle sein, um mich zu verunsichern. Mai antwortete ihm selbstgefällig: „Ganz genau. Ich würde ihnen zwar hinterher sehen, um zu wissen wo sie ungefähr hinwollen, sie aber nicht verfolgen. Ich hole lieber Hilfe.“ Tenchiro schien sich mit dieser Antwort zufrieden zu geben und lehnte sich in seinem Stuhl zurück. Kaum zu glauben, dass war’s schon mit der Theorie, außer es kommt noch eine geheime Frage aus dem Hinterhalt. Sie wandte sich Katsumi zu, welcher wieder zu einer kleinen Ansprache ansetzte: „Also gut, dass war dann der erste Teil der Genin-Prüfung. Die Auswertung wirst du erst nach der Praxis erfahren. Für den praktischen Teil der Prüfung werden wir nun das Gebäude verlassen. Näheres erklären wir dir, wenn wir an dem Zielort angekommen sind. Lasst uns keine Zeit verschwenden.“ Damit stand Katsumi auf, Tenchiro tat es ihm gleich und Mai schloss sich hinten an. So verließen die drei im Entenmarsch den Raum.


2. Aufgabe: "Hide and Seek"


Der Weg führte durch die Gänge der Akademie, über einen Teil des dazugehörigen Geländes, zu den Trainingsplätzen. Als sie ihres Weges gingen, dachte Mai besonders an den vergangenen Teil. Eigentlich hatte alles recht gut geklappt, bis auf das letzte Jutsu. Bei der Frage konnte sie sich nicht einschätzen. Insgesamt war ihr die Nervosität bestimmt anzumerken. Vor allem ihre zitternde Stimme, die sich bis zum Schluss durchzog, hatte sie verraten. Aber immerhin hatte sich Mai die ganze Zeit zusammengerissen, was ihre Haare betrifft. Nicht einmal griff sie nach einer Strähne um damit zu spielen. Dafür holte sie das auf dem Weg zum Zielort gehörig nach. Es war ein angenehmer Tag, zwar waren Wolken am Himmel, die die Sonne verdeckten, aber es deutete nicht auf Regen hin. Von brennender Hitze war auch keine Spur. Plötzlich blieben die Prüfer stehen. Mai war so in Gedanken, dass sie fast gegen den Rücken von Tenchiro gerannt wäre, aber sie konnte in letzter Sekunde bremsen, so dass keiner etwas merkte. Katsumi erklärte Mai nun die zweite Aufgabe: „Dann kommen wir zum zweiten Teil. Dieser stellt eine Situation dar, in welcher ich ein Feind bin, der aus dem Dorf flüchten will. Das Dorf ist in diesem Fall das gesamte Gelände der Akademie, auch das Gebäude selbst. Deine Aufgabe ist es, den Feind, also mich, einzufangen. Du musst mich nicht außer Gefecht setzen, nur fangen. Allerdings mache ich von all meinen Fähigkeiten gebrauch, was auch für dich gilt. Also zeig, was du kannst. Der Haken an der Sache ist, dass du nur 10 Minuten Zeit hast, ansonsten wäre ich als Feind schon über alle Berge. Wenn du mich erwischst, bekommst du 60 Punkte. Ansonsten gibt es Punktabzug für alles, wodurch du dich selbst bei der Mission behindert hast.“ Erst mal musste Mai schlucken. Da stand sie nun, als kleines, junges Ding, vor diesem erfahrenen Ninja. Egal, dass haben schon andere geschafft und ich bin ja relativ schnell und flink. Ich muss mich einfach volle Kanne anstrengen. Tenchiro ergriff das Wort wieder: „Ich werde darauf achten, dass du nicht zu unfairen Mitteln greifst oder die Zeit überschritten wird.“ Sie blickte instinktiv auf ihre Uhr. „Dann viel Erfolg, ran an den Feind!“, rief Tenchiro.
Jetzt gleich? Wollte Mai noch fragen, aber das hatte sich bereits mit dem Verschwinden von Katsumi erübrigt. Sofort machte auch sie sich aus dem Staub, um ihren Prüfer ausfindig zu machen. 10 Minuten.. gut, dass ich ziemlich schnell bin, aber das hilft mir auch nur, wenn ich ihn auch finde. Während sie das Gebiet nach ihm absuchte, überlegte sie sich, wie Katsumi am besten zu fangen war. Er könnte überall sein, im Gebäude würde sie ihn von hier aus nicht sehen und das Gelände um es herum, ist ziemlich groß. Hoffentlich hat er sich nicht verwandelt, dann wird die ganze Sache um ein vielfaches verzwickter. Mai war gerade an dem Trainingsplatz angekommen, welcher dem Eingang der Akademie am nächsten war. Würde er hier nicht sein, müsste sie im Gebäude weiter suchen. Ein Blick auf die Uhr verriet, dass die zweite Minute bereits lief. Plötzlich erkannte sie ihn, wie er an den Mauern der Akademie gelehnt war und seine Umgebung prüfte. Schnell, leise und so unauffällig wie nur möglich, verkroch sie sich in einem Busch. Es hatte den Anschein, als hätte Katsumi sie nicht bemerkt, auch wenn ihr das etwas komisch vorkam, aber um ihn lange zu beobachten, hatte sie nicht genug Zeit. Mai musste schnell handeln, da sie schließlich damit rechnen musste, ihn nicht gleich beim ersten Versuch zu erwischen. Noch immer schlich er sich an der Wand entlang in Richtung Eingang der Akademie. In Sekundenschnelle ging sie ihre Möglichkeiten durch: Kawarimi no Jutsu.. das wäre zu auffällig, er hätte genug Zeit, um sich wieder zu verstecken, außerdem finde ich hier keinen geeigneten Gegenstand, mit dem ich den Platz tauschen könnte. Doppelgänger.. lieber nicht. Einen kurzen Moment wandte er sich von Mai’s Busch ab und blickte in die andere Richtung. Jetzt wäre der beste Augenblick, um etwas zu machen, aber was? In diesem Moment ging ein kleiner Junge mit einem Kunai in der Hand auf einen anderen Trainingsplatz. Katsumi schien ihn nicht weiter zu beachten, nachdem auch er ihn bemerkt hatte. Er wandte sich wieder ab und musterte weiter die Richtung des Geländes, in der Mai sich nicht befand. Klasse, du kleiner Furz, du kommst mir gerade recht! Henge no Jutsu! Langsam kroch Mai, in Gestalt des Jungen, aus dem Busch und ging pfeifend in Richtung Prüfer. Dieser entschied sich, nun in das Gebäude zu schleichen. Als sie sich an der Tür begegneten, grüßte sie ihn ehrfürchtig. Der Prüfer musterte sie erst so misstrauisch, dass Mai befürchtete, ihre Tarnung wäre aufgeflogen. Doch nickte er ihr grüßend zu. Wer sagt’s denn? Der Mann schlich sich in die Akademie. Mai, in Gestalt des Jungen, schlenderte ihm nach ein Paar Sekunden unauffällig nach und bog um eine Ecke, wo sie sich vergewisserte, dass Katsumi ihr nicht nachstellte. Sie löste das Jutsu wieder auf und war nun wieder in ihrem richtigen Körper anzutreffen. Wie sollte es jetzt weiter gehen? Sie blickte auf die Uhr. Die vierte Minute war bereits angebrochen. Diese verdammte Zeit! Sie hörte Katsumis Schritte, die immer leiser wurden. Er ging also in die andere Richtung. Mai verfolgte ihn wieder, als sie der Meinung war, er könne sie nicht mehr wahrnehmen. Aber sie hatte die Fähigkeiten ihres Prüfers unterschätzt, aus seinem Laufschritt wurde regelrecht ein Sprint. Auch sie beschleunigte ihre Bewegungen, konnte auch eine Weile mithalten, aber plötzlich verschwand er wieder. Es sah so aus, als hätte er irgendein Jutsu oder so eingesetzt. Er kann nicht weit sein, er ist bestimmt in meiner Nähe! Erst machte sie sich nicht viel daraus, die Fährte erneut verloren zu haben. Dieses Gebäude hat bloß einen Eingang. Das einzige Problem ist, dass es Fenster gibt, aus denen man flüchten könnte. Naja, und dann wäre da noch die Tatsache, dass ich nicht weiß, in welchem Stockwerk er sich befindet. Eventuell ist er auch wieder draußen. Na gut, vielleicht ist das doch ein Problem. „Nicht jetzt.“, hörte Mai plötzlich Katsumis Stimme von draußen. Das ging ja schnell. Sofort hechtete sie zu einem Fenster und spickte unauffällig raus. Der Junge, in den sich Mai zuvor verwandelt hatte, wollte anscheinend mit Katsumi reden oder ihn was fragen, da er unmittelbar bei ihm stand. Doch auf dessen Abweisung hin, ging der Junge traurig weg. Das Gute ist, dass ich jetzt wieder weiß wo er ist. Aber ich kann mich jetzt nicht in den Jungen verwandeln, das würde Katsumi sicherlich auffallen. Ein weiterer Blick auf die Uhr verriet, dass die sechste Minute angebrochen war. Jetzt musste Mai sich beeilen, viel Zeit blieb nicht mehr. Zum Glück bin ich noch im Erdgeschoss, von hier aus dürfte es kein Problem sein, den Platz mit etwas in Katsumis Nähe zu tauschen. Und zwar schnell, da der Prüfer sich erneut aus dem Staub machen wollte. Da! Die Holzscheite! An der Mauer der Akademie war ein ganzer Stapel aufgerichtet, der oberste der Scheite wurde auserwählt. Kawarimi no Jutsu! Ehe sich der Prüfer, aber auch Mai selbst versah, stand sie wackelig auf dem restlichen Stapel Holz, sprang in die Luft und schleuderte einen Kunai nach dem Mann. Katsumi war wohl überrascht gewesen, er schaffte es nicht mehr der Waffe auszuweichen. „Getroffen!“, rief sie freudig. Doch in dem Moment erkannte Mai, dass auch Katsumi von dem Holz Gebrauch gemacht hatte. Der Kunai steckte in einem der Scheite und lag daraufhin im Gras. Wieder den Boden unter den Füßen wandte sich Mai um und suchte ihn. Das gibt es nicht! Ich werde ihn schon noch kriegen.. und wehe nicht! Sie rannte zum Baum, schwang sich auf einen relativ hohen Ast um mehr sehen zu können. Kurz darauf entdeckte sie noch einen kleinen Stofffetzen von Katsumis Kimono, der im Eingang um die Ecke wehte. Endlich hatte sie den Prüfer wieder gefunden, er flüchtete erneut in das Gebäude. Jetzt habe ich keine Lust mehr auf das Versteckspiel! Angespannt verfolgte sie Katsumi. Dieser war bereits in den Gängen der Akademie verschwunden. Mai folgte seiner Spur und dem Geräusch seiner Schritte. Sie erblickte ihn wieder vor sich in einem, vom Sonnenlicht kaum beleuchteten, Flur. Das Licht! Endlich hatte Mai die Idee, mit der sie eine gute Chance und genügend Zeit hatte, Katsumi endgültig in Ketten zu legen – oder ähnliches. Erst einmal brauchte sie seine Aufmerksamkeit, er sollte wenigstens halbwegs in ihre Richtung sehen. Mai war nicht sicher, ob ihr Jutsu ansonsten auch den gewünschten Effekt hätte. Sie war sich sicher, dass es aber besonders in diesem schwachen Licht wirken würde. Im Laufen blickte sie an Katsumi, der noch immer vor ihr war, vorbei. Im Gang stand, etwas weiter weg, ein einfacher Stuhl. Der Prüfer war noch nicht an diesem vorbei gerannt. Henge no Jutsu! Dank dieser Technik stand Mai nun vor Katsumi. Dieser bremste ab, um irgendwie wieder zu entkommen. Aber Mai hatte zum Glück einen Schritt voraus geplant. Sie konnte nun von ihrer liebsten Fähigkeit gebrauch machen. Fingerzeichen und Reiki Ryou Seiteki! Dank diesem Nin-Jutsu vom Element Blitz konnte Mai Katsumi ein paar Sekunden außer Gefecht setzen, also genug Zeit um sich auf ihn zu stürzen und sich die 60 Punkte zu holen. Das Jutsu hatte seine Wirkung nicht verfehlt, er wurde von den kleinen Blitzen um sie herum geblendet und konnte sich daher auch kurz nicht mehr bewegen. Mai griff sofort nach dem Anwenden der Technik nach einem Kunai, setzte zum Sprung an, wollte sich gerade in die Luft stoßen um danach auf ihrem Prüfer zu landen und – „Die Zeit ist um!“, rief Tenchiro, der plötzlich aus dem Nichts hinter Katsumi erschien. Wie angewurzelt blieb Mai stehen. Mit großen, erschrockenen Augen starrte sie Tenchiro an. Sie hatte die Zeit völlig vergessen. Es hätte nur noch eine Sekunde gedauert. „Aber.. Ich hätte..“, sie hielt inne, auf keinen Fall wollte sie jetzt auf die Tränendrüse drücken, da sie sowieso kein Mitleid bekommen würde. Bedauernd schüttelte Tenchiro den Kopf. Ich dreh gleich voll durch, ich hätte ihn doch jetzt gehabt! Mittlerweile hatte Katsumi wieder klare Sicht. Er stand nun wieder aufrecht, die Augen auf Mai gerichtet, vor ihr. Tenchiro brach die Stille: „Tja, das nenne ich Pech. Aber jetzt kommen wir erst mal zur Auswertung.“ Noch immer stand Mai wortlos da, aber immerhin waren die blauen Augen nicht mehr so weit aufgerissen, dass man befürchten musste, sie bekäme einen Krampf. Nun ergriff Katsumi das Wort: „Komm in ungefähr zehn Minuten in den Prüfungsraum, wir werden uns in der Zeit beraten und die Punkte auswerten.“ Sie nickte seufzend. „Alles klar.“ Die beiden Prüfer kehrten ihr den Rücken zu und gingen in den Prüfungsraum. „Ich hätte auf die Zeit achten sollen..“, murmelte sie niedergeschlagen, als sie außer Hörweite war. Sie wusste zwar nicht, ob sie ihn auch wirklich mit diesem Plan gefangen hätte, aber dass war wohl die beste Chance, die Mai gehabt hatte. Und jetzt schon wieder.. 10 Minuten. Was haben die bloß mit dieser Zahl? Diesmal würde sie die Aufgabe in der Zeitvorgabe aber ausführen, auch wenn diese nur darin bestand, pünktlich in den Prüfungsraum zu kommen. Langsam und mit deprimiertem Gesichtsausdruck ging sie wieder raus. Die Wartezeit, die bevorstand, wollte sie draußen verbringen. Sie setzte sich unter einen Baum und ließ diesmal die Uhr nicht aus den Augen. Das Herz pochte heftig. Zum einen, da sie außer Atem war, weil die Verfolgung doch auf ihre Weise anstrengend war. Und zum anderen, da sie in kurzer Zeit erfahren würde, ob sie ihr Stirnband bekommen würde oder nicht.

Das große Finale

Schließlich stand Mai auf und machte sich auf den Weg zum Prüfungsraum, wo sie von ihren beiden Prüfern, Katsumi und Tenchiro, bereits erwartet wurde. Vor der Tür klopfte sie anstandshalber erst an und wartete auf die Erlaubnis, eintreten zu können. Wie auch zuvor, bewegte sie sich in Richtung Mitte des Raumes und blieb vor den beiden Männern stehen. Das Zittern, die Übelkeit und die weichen Knie holten Mai wieder ein. Nun fangt schon an. Ungeduldig blickte sie die Prüfer an, die noch einen letzten Blick austauschten. Dann begann Tenchiro zu sprechen: „Gut, Mai. Kommen wir zuerst zur Theorie. Die ersten beiden Jutsus, die du uns vorgestellt und vorgeführt hast, waren fehlerfrei. Das dritte, Bunshin no Jutsu, war vom Vortrag her zwar auch richtig, allerdings fehlte es an der Anwendung. Das Problem war, dass dabei ein ziemlich auffälliges Merkmal nicht mit dir übereingestimmt hat. Jeder hätte sofort gewusst, dass es sich um einen Doppelgänger handelt. Als wir dir die Frage gestellt haben, wie du in dieser bestimmten Situation reagieren würdest, hast du richtig geantwortet und dich von mir nicht aus dem Konzept bringen lassen. Von den möglichen 40 Punkten hast du 35 bekommen.Wow, ganze fünf Punkte wurden mir abgezogen.. zu Recht, es war wirklich ein auffälliger Fehler bei meinem Doppelgänger. Nun musste sie mindestens 45 Punkte in der Praxis bekommen, um zu bestehen. Katsumi setzte zum Reden an: "Den praktischen Teil übernehme ich. Am Anfang warst du etwas unbeholfen. Das habe ich daran gemerkt, dass du lange irgendwo auf mich gelauert hast, ohne zu handeln. Ich wusste nicht genau wo du warst, aber ich war mir darüber im Klaren, dass du mich beobachtest. Tenchiro hatte mir danach gesagt, dass du dich in den Jungen verwandelt hast, um mir unbemerkt zu folgen. Ab diesem Zeitpunkt bist du relativ gut in Fahrt gekommen, auch wenn du insgesamt zu auffällig warst. Leider ist es dir, trotz deinem statischen Feld, nicht gelungen, mich zu fangen. Aber insgesamt war deine Verfolgung relativ erfolgreich und um ein Haar hättest du mich erwischt. Dir werden 12 Punkte abgezogen, dass macht also 48 im praktischen Teil.“ Noch stand sie wortlos da. 35 plus 48.. ähm..Also hast du insgesamt 83 Punkte erreicht und hast somit die mindest Anzahl leicht überschritten und bestanden. Gratuliere!“, sagte Tenchiro. Sie hatte es also tatsächlich geschafft, wenn auch knapp. „Vielen Dank!“, stieß Mai hervor, während sich ein breites Grinsen in ihrem Gesicht bildete. Katsumi öffnete einen Schub des Pultes, an dem er saß und kramte etwas raus, was er Mai hinhielt. „Mein Stirnband, genau!“, fiel ihr wieder ein und lief etwas holprig zu dem Prüfer. Als er es ihr übergab, gratulierte auch er der frischgebackenen Genin. Nach der Verbeugung und dem Abschied verließ sie den Raum und machte sich auf den Heimweg. Zu gerne hätte sie jetzt das Gesicht ihres Bruders gesehen, wie sie vor ihm stand mit dem Band in der Hand. Die ganze Zeit betrachtete sie das wolkenartige Symbol, welches Kumogakure auszeichnet. Ich muss es erst noch eine Weile begutachten, bevor ich es umbinde. Ich bin schon auf meine erste Mission gespannt! Zuhause angekommen, warf sie sich glücklich ins Bett und ließ den erfolgreich abgelaufenen Tag noch mal an sich vorbeiziehen. Morgen muss ich unbedingt diesen kleinen Jungen aufspüren, den ich heute so schamlos für meine Zwecke benutzt habe. Dem habe ich viel zu verdanken.
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Reden - Denken - Jutsu


Hebt man den Blick, sieht man keine Grenzen.



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Alt 01.07.2010, 19:19   #30
Ryuugu Jun
 
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Geninprüfung: Ryuugu Jun

Prüfer
-Mufu Katsumi-
-Iwamoto Yuto-

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die Ruhe
Jun wusste schon seit Monaten den Termin für seine Geninprüfung, schon zum Anfang seines letzten Jahres in der Akademie hatten die Lehrer die Termine mitgeteilt und alle Anwärter intensiv darauf vorbereitet. Sie hatten Prüfungen vergangener Jahrgänge durchgespielt und jeden noch so kleinen Fehler systematisch Eliminiert. Aber trotzdem musste er feststellen dass es jetzt irgendwie seltsam war, Morgen würde sich alles entscheiden, mit dem morgigen Tag stand oder fiel seine Zukunft. Es war nicht so das man nur einen versuch hatte, aber wer wollte schon mit der Blamage leben seine Geninprüfung versaut zu haben? Im Lauf des letzten Akademiejahres wurde die Prüfung immer wieder erwähnt, sie war praktisch allgegenwärtig, aber auch irgendwie abstrakt und schwer greifbar. Jun fragte sich manchmal ob man in dem Moment in dem man Genin wurde schlagartig stärker und besser würde. Er wusste natürlich dass das eigentlich unmöglich war, immerhin veränderte man sich ja auch nicht plötzlich über Nacht wenn man Geburtstag hatte und ein Jahr älter wurde.
Obwohl es bereits spät in der Nacht war und der Regen beruhigend monoton gegen das Fenster prasselte lag Jun auf dem Rücken und starrte stumm seine Zimmerdecke an. Er selbst kam sich nicht wirklich aufgeregt vor, aber unterbewusst schien ihn die ganze Sache doch auf trab zu halten, anders konnte er sich nicht erklären dass er noch wach war. Allerdings war ziemlich klar dass er Morgen keine besseren Karten hatte wenn er wenig schlief, also blieb ihm nur den Schlaf mit allen Mitteln zu erzwingen. Er drehte sich auf den Bauch, verschränkte die Arme unter seinem Kopf und schloss die Augen. Es dauerte einige Minuten, in denen Jun sich alle Mühe gab nicht mehr nachzudenken, aber dann siegte der Schlaf doch endlich und Juns letzte Nacht vor dem entscheidenden Tag hatte begonnen.

Am nächste Morgen erwachte Jun erst spät, immerhin hatte er fast bis Mitternacht wach gelegen und gegrübelt, aber zu seinem Glück war das egal, denn seine Prüfung war erst für 13:00 Uhr angesetzt. Mit der überragenden Geschwindigkeit eines Faultiers kroch Jun aus dem Bett und Richtung Dusche. Im Bad angekommen drehte er das kalte Wasser auf, verschloss den Abfluss und lies das Waschbecken voll laufen. Als das Wasser fast den Rand erreicht hatte drehte er das Wasser wieder ab, atmete ein paar mal so tief ein dass er glaubte seine Lungen würden gleich platzen und tauchte schließlich den ganzen Kopf in das eiskalte Wasser. Jun verharrte fast eine halbe Minute mit dem Kopf im Waschbecken, dann riss er ihn hoch und schnaufte deutlich hörbar. Jeder Anflug von Müdigkeit war aus seinem Gesicht verschwunden und er musste feststellen dass er, wieder einmal, den ganzen Spiegel vollgespritzt hatte. Jun senkte leicht schuldbewusst den Kopf und murmelte. "Oh man, Mama wird mich umbringen, sie flippt jedes mal aus wenn ich das mache." Jun nahm ein Handtuch und wischte den Spiegel so gut er konnte ab, allerdings hinterließ er deutliche Schlieren auf dem Glas und unterbrach seine Reinigungsaktion schließlich eh er alles noch schlimmer machte.
Den Spiegel ignorierend drehte Jun die Dusche auf und stellte sich sofort in den wohlig warmen Wasserstrahl. Er genoss das leichte Prickeln auf der Haut und stand fast 15 Minuten nur da und lies sich, mit geschlossenen Augen, umspülen. Er wusch sich mit dem Shampoo seines Vaters die Haare und nutze den Schaum gleich um auch den Rest seines Körpers zu waschen, so konnte er sicher gehen nichts zu verschwenden, außerdem rochen auf diese Weise nicht nur seine Haare nach Zitronen.

Als Jun sich fertig gemacht hatte war es bereits kurz nach 11 Uhr, also blieb ihm kaum noch zeit etwas zu essen eh es los ging. Glücklicherweise war er allein zuhause und konnte sich daher an den Vorräten bedienen ohne sich vor jemandem rechtfertigen zu müssen. Jun schnappte sich eine Schüssel Reis die noch vom Vorabend übrig war, schlug ein paar Eier hinein und warf das ganz in die Pfanne. Schon nach wenigen Minuten war der Eierreis fertig und Jun lies es sich schmecken, abgesehen von Chili und Sojasoße brauchte er nichts weiter zu dem Reis dazu.
Eine ganze Pfanne reis später seufzte Jun zufrieden und beschloss dass es Zeit war sich auf den weg zu machen, immerhin wollte er mit vollem Magen nicht zur Akademie rennen müssen.


der Gedanke
Jun erreichte die Akademie kurz vor 13 Uhr und vermied so unnötige und nervenaufreibende Wartezeiten. Im Vorhof der Akademie feierten ein paar seiner Klassenkammeraden bereits, während einige andere ziemlich deprimiert aussahen. Was sie beschäftigte war leicht zu erraten, die einen waren nun Genin, die anderen würde noch mindestens ein Jahr in der Akademie bleiben. Er ging wortlos an ihnen vorbei, im Moment brauchte er seine Ruhe mehr als alles Andere mund wollte daher keine unnötigen Unterhaltungen anfangen.
Schließlich stand Jun vor seinem Klassenraum, in dem die Prüfung abgehalten werden sollte, und wartete darauf dass er dran kam. Im inneren hörte er Stimmen und fragte sich ob das seine Prüfer waren oder ob noch eine andere Prüfung lief. Doch er hatte nicht lange Zeit sich darüber Gedanken zu machen, denn plötzlich öffnete ein junger Mann, mit roten Haare und Augen, die Tür. Sofort ging Jun in Gedanken alle Lehrer durch die er je in der Akademie gesehen hatte, das brachte aber nicht viel, er kannte den Mann nicht und konnte ihn somit auch keinem Namen zuordnen. Jun verbeugte sich leicht und schaute den Fremden an, allerdings beschloss er dass es besser war nichts zu sagen. Der junge Mann musterte Jun genau und lächelte dann leicht. "Du bist sicher Ryuugu Jun-chan." Jun war kurz davor sich über die Anrede mit 'chan' zu beschweren, allerdings war der Mann sicher deutlich Älter als Jun selbst und so war es durchaus nachvollziehbar dass er Jun so ansprach. Außerdem musste Jun zugeben dass es sicher alles andere als klug war einen potentiellen Prüfer direkt zu verärgern. also entschloss sich Jun ruhig zu bleiben und schluckte jede unangebrachte Bemerkung herunter. "Ja, ich bin Jun." Der Mann nickte, trat zur Seite und gab Jun den Weg in den Raum frei. Ruhig ging er an den fremden vorbei und betrat so den Ort an dem sich sein weiteres Schicksal maßgeblich entscheiden sollte.
Jun erkannte den zweiten Prüfer der am Lehrertisch saß, es war Mufu Katsumi, einer der bekanntesten Lehrer der Akademie, ob seine Anwesenheit aber gut oder schlecht für ihn war, darüber wollte er sich kein Urteil erlauben. Der Junge Mann der eben die Tür geöffnet hatte stellte sich neben Katsumi und dieser begann zu sprechen. "Ryuugu Jun, mich kennst du ja sicherlich." Jun nickte leicht. "Ja, Mufu-Sensei." "Gut, das neben mir ist Iwamoto Yuta, er stammt aus Kirigakure und wird heute mit mir zusammen deine Geninprüfung abnehmen." "freut mich dich kennen zu lernen Jun-chan." Jun verbeugte sich vor Yuto und Katsumi und atmete dann tief durch, jetzt wurde es ernst.
Katsumi riss einen Umschlag auf, zog ein Blatt heraus und las es langsam sich durch. Jun trat aufgeregt von einem Bein auf das Andere und erwartete die Verkündung seiner Aufgabe. Schließlich legte Katsumi das Aufgabenblatt vor sich auf den Tisch und faltete die Hände. "Jun, du wirst uns jetzt als Erstes ein Kekkei Genkai deiner Wahl näher beschreiben." Einige Augenblicke lang herrschte Stille und Jun glaubte er würde sein Herz schlagen hören wie eine Trommel.
Jun sog die Luft langsam ein und sein Verstand begann zu arbeiten. "Ein Kekkei Genkai, etwas worüber wir in der Schule viel gelernt haben. Hmm... das einzige was mir einfällt ist Mukuton. Darüber haben wir uns fast einen ganzen Tag lang im Geschichtsunterricht unterhalten. Ich hoffe nur ich krieg noch alles zusammen." Jun räusperte sich und schaute Katsumi dann ruhig an. "Ähm, ok. Ich würde zuerst gern etwas zu Kekkei Genkais allgemein erzählen und dann auf ein konkretes Beispiel zu sprechen kommen." Jun fuhr sich mit der Hand übers Gesicht und durch die Haare um seine Unsicherheit regelrecht weg zu wischen. "Also gut, ein Kekkei Genkai, oder auch Bluterbe, ist eine spezielle angeborene Fähigkeit. Die Bandbreite reicht dabei von Mischelementen über Doujutsus bis hin zu einzigartigen Fähigkeiten die mit nichts anderem zu vergleichen sind. Beispiele für diese Dinge sind das Holzelement Mukuton, das Shinshin Seki der Yuudari und die Blutjutsus der Hinkètsu. Kekkei Genkai sind meist sehr mächtig und bieten ihrem Nutzer einen erheblichen Vorteil gegenüber einem Gegner, daher hüten die Clans die solche Fähigkeiten besitzen deren Geheimnisse oft sehr streng und beschützen sie mit allen Mitteln. Es gibt zwar auch Kekkei Genkai die scheinbar zufällig auftreten, aber sie sind selten und wenige an der Zahl." Jun atmete tief durch und suchte in den Gesichtern seiner Prüfer nach Anzeichen ihrer Meinung, aber Katsumi trug sein normales Pokerface und Yuto grinste nur leicht, was er aber schon die ganze Zeit tat. "Ok, als nächstes erklär ich das Holzelement Mukuton etwas genauer. Ähm, ja. Der Erste bekannte Träger dieses berühmten Kekkei Genkai war der erste Hokage von Konohagakure, Senju Hashirama. Unter seiner Führung führten die Senju und die Uchiha das 'ein Land, ein Dorf' System ein. Der Legende nach erschuf Hashirama mit deinem Mukuton den Wald der Konohagakure verbirgt. Beim Mukuton verwendet man gleichzeitig Suiton- und Dotonchakra, so entsteht dann Mukuton. Jutsus des Holzelementes sind sehr mächtig da sie Vorteile von Suiton und Doton vereinen. Das Mukuton kommt scheinbar zufällig vor und wird nur sehr selten direkt vererbt. Alles in Allem kann man sagen dass ein Kekkei Genkai sehr mächtig sein kann, es aber keine Garantie ist dass jemand ein guter Shinobi wird." Katsumi schaute zu Yuto und sie schienen sich per Telepathie darüber zu unterhalten was sie nun mit Jun machen sollten, schließlich kritzelte Katsumi ein paar Strich auf das Aufgabenblatt und schaute Jun dann ruhig, beinahe gleichgültig, an. "Alles klar, dann zeig uns doch bitte ein Jutsu des D-Ranges und erkläre uns dessen Ablauf." Jun überlegte kurz und schaute sich um. "Ähm, könnte ich bitte eine Strohpuppe, oder so was haben? Ich würde gern ein Taijutsu vorführen." Katsumi nickte und schaute Yuto fordern an, dieser schüttelte allerdings nur den Kopf. "na gut, dann werd ich das wohl übernehmen müssen." mit einem deutlich hörbaren Seufzen kreuzte Katsumi die Finger und neben ihm erschien ein Doppelgänger. "Das ist ein Schattendoppelgänger, er wird den Zweck erfüllen. Führ das Jutsu einfach an ihm vor." Jun nickte und räusperte sich. "Das Jutsu das ich vorführen will ist der Yû-ni Ashige. Als erstes werde ich den Schattendoppelgänger mit einem Tritt in die Luft befördern, dann springe ich über ihn, drehe mich in der Luft und schmettere ihn mit einem Tritt gegen den Brustkorb zu Boden." Jun nickte abschließend und winkte den Schattendoppelgänger zu sich.
Als Beide auf Position waren spannte Jun seinen ganzen Körper an, ging leicht in die Hocke und machte einen weiten Schritt nach vorn. als nächstes Schlug er aus dem Stand einen Salto rückwärts und traf dabei mit dem Fuß das Kinn des Schattendoppelgängers. Beinahe in Zeitlupe wurde der Doppelgänger ausgehoben und schien dann für einige Sekunden zu schweben. Jun nutzte diese Zeit, sprang nach seiner Landung direkt nach vorn und gelangte so über den Doppelgänger. als sie genau auf Augenhöhe waren drehte Jun seine Hüfte ein und zog sein rechtes Bein hinter sich her durch die Luft. Mit einem dumpfen Geräusch schlug Juns Bein in die Brust von Katsumis Schattendoppelgänger ein und schickte ihn zu Boden. Während Jun sicher, in geduckter Haltung, landete, schlug der falsche Katsumi flach auf dem Boden auf und verpuffte in einer weißen Rauchwolke. Yuto nickte leicht und Katsumi kritzelte wieder auf dem Blatt umher. dann schaute er Jun wieder kühl an und deutet nach draußen. "Als nächstes kommt der praktische Teil deiner Prüfung."


die Tat
Jun folgte Katsumi und Yuto nach draußen und gerade als sie das Gebäude der Akademie verlassen hatten öffnete Katsumi einen weiteren umschlag mit einem vermeintlichen Aufgabenblatt darin. Er nickte zufrieden und schaute Jun an. "auf dich wartete jetzt der Hindernissparcour. Allerdings erfordert das eine kurze Vorbereitung." Jun wusste nicht was das bedeuten sollte, hatte aber auch keine Zeit mehr zu fragen. Katsumi formte schnell ein paar Fingerzeichen und berührte kurz Juns Stirn. Zuerst bemerkte Jun gar nichts, doch dann verschwamm seine Sicht und für einen kurzen Moment wurde alles schwarz, doch als nur Sekundebruchteile später die Welt wieder auftauchte war alles wie zuvor. Jun kratzte sich an der Stirn unds chaute Katsumi fragend an. "was war denn das jetzt?" "Ein Genjutsu dass verhindert dass du direkt den ganzen Parcours siehst. Du wirst immer nur das aktuelle Hindernis sehen, erst wenn du es überwunden hast siehst du das Nächste." Jun war nicht wohl bei dem Gedanken halb Blind durch eine potentiell tödliche Hindernisbahn zu rennen, aber er wusste dass er keine Wahl hatte.
Die Drei gingen weiter und erreichten nach wenigen Minuten die Hindernisbahn. Jun konnte tatsächlich nur das erste Hindernis sehen und sofort fragte er sich was da wohl für Überraschungen auf ihn warteten. Katsumi holte tief Luft und begann direkt den Ablauf der Prüfung zu erklären. "Also gut Jun, du musst einfach nur über die Bahn. Die Mittel sind dir völlig frei gestellt, aber du musst jedes Hindernis überqueren, wenn du Eins auslässt bist du durchgefallen. Das Ziel befindet sich in einem Gebäude am Ende der Bahn, dass du jetzt natürlich noch nicht siehst, wen du im Zielkreis, innerhalb dieses Gebäudes stehst löst sich das Genjutsus auf und die Prüfung ist beendet. Das Ganze geht nicht nach Zeit, es gibt allerdings eine Obergrenze von 15 Minuten, brauchst du länger bist du ebenfalls durchgefallen. Es geht los." Jun war ein wenig überrascht, er hatte eigentlich auf einen längeren Countdown gehofft, allerdings war das Zeitlimit anscheinend sehr großzügig bemessen.
Das erste Hindernis war ein kleiner Wald aus drei Meter Pfählen die in einer mindestens fünf Meter tiefen Grube standen, offensichtlich musste man darüber balancieren. Jun streckte sich kurz, machte sich locker und trat dann auf den ersten Pfahl. Es hatte letzte Nacht geregnet und die Spitzen der Pfähle waren ein wenig schmierig, allerdings machte das Jun keine großen Probleme. Er achtete darauf immer möglichst kleine Schritte zu machen und überquerte den Pfahlwald auf diese weise schnell und leichtfüßig. Noch während er die letzten Pfähle hinter sich brachte hoffte er dass die anderen Hindernisse ebenfalls so leicht waren, aber wirklich glauben konnte er das nicht.
nachdem er wieder festen Boden unter den Füßen hatte tauchte, wie angekündigt das zweite Hindernis vor ihm auf. Es war eine einfach Holzwand, knapp zwei Meter und fünfzig hoch. Jun grinste zufrieden und rannte auf die Wand zu. Knapp einen Meter vor der Wand sprang er ab versuchte ein paar Schritte an der Wand nach oben zu machen und packte schließlich die Oberkante. Er Schwang sich geschickt und schnell über das Hindernis, musste dabei allerdings feststellen dass das ihm hier eine kleine falle gestellt worden war. Direkt hinter der Wand tat sich eine tiefe Grube auf, deren Boden matschig vom Regen der letzen Nacht war. Jun hielt sich mit aller Kraft am Rand der Holzwand fest, wenn er von hier oben in die Grube fiel konnte er sich ernsthaft verletzen und dann wäre die Prüfung sicher gelaufen. Nach einigen Sekunden in denen Sein Körpergewicht schmerzhaft an seinen Armen zog stoppte seine Vorwärtsbewegung und Jun hing an der Oberkante der Holzwand. er zog sich langsam nach oben, stellte die Füße gegen die Wand und schaute hinter sich. "Die Grube ist knapp vier Meter lang, das müsste ich eigentlich schaffen." Jun dachte nicht weiter über das nach was er vor hatte und stieß sich mit einem Schrei von der Wand ab. Er flog einige endlose Augenblicke über die Grube, dann senkte sich sein Körper langsam. Kurz hinter dem Rand der Grube kam er auf, rollte sich geschickt ab und seufzte erleichtert. Ein paar Sekunden später aber raffte Jun sich schon wieder auf, er wollte hier so schnell wie möglich durch.
Als Drittes Hindernis offenbarte sich ihm ein langer Tunnel der innen rot gestrichen war und in dem hunderte, wenn nicht tausende, hauchdünne Seile gespannt waren. Plötzlich hörte er die Stimme von Yuto hinter sich. "Du darfst die Seile nicht berühren." Es war im Prinzip wie das Netz einer Spinne und Jun war die fliege die da durch musste ohne gefressen zu werden. er atmete tief durch, versuchte sein herz zu beruhigen und betrat den Tunnel langsam. Er lies sich Zeit, sehr viel Zeit, das einzige was ihm wichtig war dass er keines dieser Seile berührte. Schritt für Schritt arbeitete Jun sich vor und mehr als ein Mal fehlten nur Millimeter und er hätte eines der hauchdünnen Seile zerrissen. Fast drei Minuten brauchte Jun für dieses verdammte Ding, aber schließlich tauchte er unter dem letzten Seil hindurch und atmete sichtlich auf.
Plötzlich zischte etwas links von Jun und als er hinsah flog ein Kunai auf ihn zu. Reflexartig schoss seine hand nach vorn und pflückte das Messer mit einem gezielten Griff aus der Luft. Aber damit war es noch nicht vorbei, links und rechts von Jun standen auf einmal dutzende Abschussanlagen für Kunai und Shuriken. Ohne zu zögern rannte Jun los und nur Sekunden später schlugen dutzende Shuriken dort ein wo er eben noch gestanden hatte. Jun duckte sich unter den ersten geschossen Weg, doch plötzlich fegte ein langer Eisenstab kurz über den Boden heran. "Verdammte Scheiße, wie Geschosse sollten mich am Boden halten damit das Ding mich erwischt." Jun streckte sich und hechtete über den Stab weg, dabei rollte er sich so ab dass er einfach weiter rennen konnte ohne an Geschwindigkeit zu verlieren. Am Ende der bahn tauchte auf einmal ein Art Kanone auf in der dutzende Kunai steckten. Ohne Verzögerung schossen die Kunai, getrieben von einem lauten Knall, heraus und auf Jun zu. Dieser griff in seine Beintasche, zog eine Schriftrolle heraus und öffnete sie blitzschnell, aber nicht mit der beschrifteten Seite zu sich sondern zu den anfliegenden Kunai. Er legte seine Hand auf die Rückseite der Schriftrolle und atmete tief ein. Als die Kunai das Papier berührten verpufften sie in vielen kleinen weißen Rauchwolken und Jun steckte die Schriftrollen grinsend wieder weg. "Wer hätte je Gedacht dass die Waffenversigelung per Tobidogu mal für so was gut sein könnte."
Noch während Jun sich über seinen Triumph freute tauchte vor ihm das fünfte Hindernis auf. Nur ein kurzes Klicken verkündete dass Jun auf etwas getreten war dass er besser in Ruhe gelassen hätte. Ohne weitere Vorwarnung schoss ein massiver Metallbügel etwas auf Hüfthöhe auf Jun zu. Ohne dass Jun selbst etwas dazu tun musste übernahmen seine Reflexe sein Handeln. Er sprang leicht ab, genau auf die Metallstange zu und holte mit den Armen weit aus. "Yû-ni Zudon" Wie ein Hammer fuhren Juns Hände auf die Stande herunter, allerdings war diese zu stabil um nachzugeben, stattdessen katapultierte die Wucht von Juns angriff ihn ein wenig nach oben und hob ihn so über die Bedrohung hinweg. Jun landete sicher hinter der überdimensionalen Mausefalle und betrachtete das Ding skeptisch. Sein Atem ging schnell, aber regelmäßig, so langsam kam Jun an seine Grenzen, er hoffte dass es bald vorbei war.
Das Genjutsu zeigte wieder seine Wirkung und vor Jun tauchte das sechste Hindernis aus dem Nichts auf. Vor ihm standen dicht gedrängt Trainingspuppen an denen man normalerweise Schlagkombinationen und Blocks trainiert. Jun kannte die Dinger gut und bewegte sich vorsichtig auf sie zu und zwischen den ersten Beiden hindurch. Plötzlich kam ein surrendes Geräusch von Rechts und Jun konnte sich nur knapp unter dem hölzernen Arm einer der Puppen wegducken. Doch auch andere Puppen fingen an sich zu drehen und während Jun sich unter einem Holzarm wegduckte traf ihn ein Holzbein in den Magen und warf ihn ein paar Meter zurück. Jun schaute sich das Spektakel ein paar Sekunden lang an und schließlich schüttelte den Kopf. "Das sind viel zu viele einzelne Bewegungen da komm ich nie direkt durch." Jun rieb sich das Kinn und grübelte. Doch da fiel ihm eine der Puppen ins Auge die etwas weiter hinten stand. Ein grinsen schlich auf Juns Gesicht und er rannte los. Er riss die Hände hoch und formte ein paar kurze Fingerzeichen und als er in den rotierenden Arm der ersten Trainingspuppe rannte verpuffte Jun und an seiner Stelle bekam eine andere Trainingspuppe den Schlag ab. Jun hatte mit der hintersten Puppe den Platz getauscht und stand nun entspannt grinsen hinter den Puppen die seinen Weg versperrt hatten.
Endlich tauchte vor Jun das Gebäude auf das Katsumi angekündigt hatte. Allerdings gab es ein Problem, es handelte sich um einen fensterlosen Betonwürfel der nur eine einzige Stahltür besaß, welche zusätzlich noch mit einigen offensichtlichen Fallen gespickt war. Jun ging langsam auf den Würfel zu und überlegte wie er da ab besten rein kam. Er zog ein Kunai und warf es kurz vor die Tür des Bunkers. Zu seiner Überraschung explodierte das Kunai heftig, offensichtlich gab es auch noch unsichtbare Fallen, der Haupteingang schied also definitiv aus. Jun griff in die große Gürteltasche die er hinten an seiner Hose trug und wühlte darin umher. Plötzlich nickte Jun und rannte auf eine der Betonwände des Bunkers zu, als er die Wand erreichte sprang er hoch, kletterte auf das flache Dach des Gebäudes und grinste Siegessicher. Er zog alle Exploding tags die er hatte heraus und klebte sie in die Mitte des Daches. Der letzte Tag den Jun anbrachte fing sofort Feuer und Jun brachte sich mit ein paar schnellen Schritten und einem weiten Sprung vom Dach in Sicherheit. Kaum hatte Jun das Dach verlassen zerfetzte eine heftige Explosion das Dach des Betongebäudes und schleuderte Trümmer in hohem Bogen über das Akademiegelände. Jun kletterte sofort wieder auf das Dach und bewunderte das Loch das er hinein gesprengt hatte. Er sprang in das Gebäude und landete sicher im Zielkreis.


das Ende/der Anfang
Der Test war vorbei und wie aus dem nichts tauchten Katsumi und Yuto auf, beide nickte ihm zu und wieder ergriff Yuto das Wort. "Gar nicht schlecht Jun-chan, sehr kreative Anwendung deiner Jutsus das muss man dir lassen. das mit dem Tobidogu werde ich mir merken. Aber nun genug geschmeichelt, kommen wir zu deiner Auswertung." "Deine theoretischen Ausführungen waren in Ordnung, nicht besonders gut, aber man sieht das du ne Menge im Kopf hast. Für die Theorie bekommst du von mir 32 von 40 Punkten." "Dein Praktischer Teil war da schon deutlich besser. Ich sagte ja schon dass du sehr kreativ vorgegangen bist und wirkliche Probleme hattest du auch mit keinem Hindernis. Zwei Punkte muss ich dir abziehen weil du von den Trainingspuppen getroffen wurdest, aber der Rest war absolut einwandfrei. Also 58 von 60 möglichen Punkten." Yuto zog ein Soragakurestirnband hinter seinem Rücken hervor und hielt es Jun hin. "Das macht zusammen 90 Punkte, ein wirklich sehr gutes Ergebnis wenn du mich fragst. Damit bist du ab heute offiziell ein Genin von Soragakure" Jun starrte das glänzende Stirnband ungläubig an, berührte er vorsichtig mit den Fingerspitzen und griff es erst nach einigen Sekunden nach dem Symbol dass zeigte dass er nun Genin war.
Jun hielt das Stirnband mit aller Kraft fest, lies sich auf den Hintern fallen und grinste einfach vor sich hin, Worte fand er im Moment einfach nicht.
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Alt 10.07.2010, 19:14   #31
Ren Ryo
 
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Standard Geninprüfung - Ren Ryo


Geninprüfung Ren Ryo

Prüfer:
Kenji
Mufu Katsumi

Kapitel
I. Die Räder der Zeit.
II. Aus den Steinen die dir in Weg gelegt werden, kannst du dir auch einfach eine Brücke bauen.
III. Dreimal Kuckkuck schlägt der Hasenfuß.
IV. Nur wer aufgibt, verliert!
V. Unverhofft kommt oft.


I. Die Räder der Zeit.

Ihr Hinterkopf ruhte an dem inzwischen abgekühlten Holz des Fensterrahmens, die Kälte durchdrang ihren Körper und strömte in ihre Gliedmaßen. Mit leicht geöffneten Mund nahm sie tiefe Atemzüge, während sie ihre Hände behutsam in regelmäßigen Abständen öffnete und wieder schloss. Es war eine angenehme Nacht, die Luft war vom vorherigen Regen rein gewaschen. Dennoch war kein Licht in der tiefen Dunkelheit zu sehen. Der Vorhang aus Wolken war so dicht, dass weder ein Stern, noch der Mond selbst hindurch dringen konnten. Gerade in dieser Nacht, in der sie den Schlaf so nötig hätte, konnte sie kein Auge zu machen. Wie immer. Sobald sie die Augen schloss durchströmten noch mehr Gedanken als sonst ihren Kopf und die Bilder der Vergangenheit blitzen unaufhaltsam in ihr auf. Begleitet von einem leichten Seufzen neigte sie ihren Kopf wieder dem Inneren ihres Zimmers zu, dass ihr noch immer so fremd war, wie am ersten Tag. Spielerisch tippte sie mit der Spitze ihres rechten Zeigefingers gegen eine der vielen geöffneten Schriftrollen. In dieser Dunkelheit waren die Schriftzeichen darauf nicht mehr als schemenhafte schwarze Flecken ohne jede Bedeutung. Hatten sie nicht auch ihre Bedeutung für Ryo an dem Tag verloren, an dem sie zu spüren bekam, wie hilflos man dem Schicksal gegenüber stehen konnte? Es war eine Frage vor dessen Antwort sich die junge Anwärterin fürchtete. Ergab es noch Sinn für sie, eine Kunoichi zu werden? Die Geninprüfung abzulegen? Der Vorhang lichtete sich für einen kurzen Augenblick, sodass leichter Mondschein in ihr Zimmer und auf die Bilder ihrer verlorenen Familie fiel. Leise zischend wandte sie sich weder dem Garten zu. Flüchtig strich sie dabei das Haar ihres Ponys zurück, wobei ihre Fingerspitzen über die leichten Erhebungen ihrer Narbe strichen. So konnte es nicht weitergehen. Doch wie sollte sie vorwärts schreiten, wenn sie nicht daran glauben konnte ohne ihre Familie weiter zu leben? Die restliche Nacht hindurch beobachtete sie den Machtkampf zwischen den Himmelsgestirnen und der Übermacht an Wolken, während ihre Gedanken sich um diese eine Frage drehten: War der Weg des Shinobi der richtige für sie?

Der Mond hatte den Kampf gewonnen, nur um nun der aufgehenden Sonne zu weichen. Gefolgt von einem Gähnen erhob sich das Weißhaarige Mädchen, in dessen Augen sich das sanfte Rot des Sonnenaufgangs reflektierte. Den fehlenden Schlaf spürte sie deutlich, ihr Körper fühlte sich schwer an, fast wie ein Fremdkörper, den sie mit sich tragen musste. Wie sollte sie in dieser Verfassung eine Prüfung bestehen? Sie entledigte sich ihrer Kleidung, die sie achtlos auf ihr Bett schmiss und trat an ihren Kleiderschrank heran. Die Schiebetür des gigantischen Wandschrankes gab selbst beim ruckartigen Öffnen keinen Ton von sich. Gefolgt von ihrer Unterwäsche zog sie eine kurze schwarze Hose und ein schlichtes, schwarzes Top mit Spaghettiträgern über. Nach einigem Wühlen fand sie schließlich auch ein paar ihrer zahlreichen schwarzen Strümpfe, wo diese immer hin verschwanden war ihr ein Rätsel. War ihr Kleiderschrank vielleicht in Wahrheit ein Strümpfe fressendes Ungetüm? Leicht schmunzelnd über diesen Gedanken zog sie die Strümpfe hoch, ehe sie in ihre Stiefel schlüpfte. Da es eine ganze Weile dauerte, bis sie diese zu geschnürt hatte, setzte sie sich zwischenzeitlich auf ihrem Bett nieder nur um sich nach vollendeter Tat wieder auf zu schwingen und sich geplagt von Zweifeln an den Gemächern ihrer Cousinen vorbei in das Bad zu schleichen um sich frisch zu machen. Das kalte Wasser perlte von ihrer Haut ab und fiel von ihrem Kinn abwärts in das Waschbecken, über das sie sich beugte um sich im Spiegel zu betrachten. Welche Bedeutung hatte diese Prüfung für sie? Bisher hatte sie diese Frage, ja – allein jeden Gedanken daran erfolgreich, wenn auch mühsam, verdrängt. Doch jetzt, an dem Morgen vor der Prüfung konnte sie es nicht mehr weg schieben. Mit dem übrigen Wasser vermischten sich einzelne Tränen, die sie leise weinte. Welche Bedeutung hatte es, wenn sie die Prüfung bestand und weder ihre Mutter noch ihr Bruder es miterleben konnten? Welche Bedeutung hatte es dann? Welchen Sinn? Einen Moment schloss sie die Augen um sich zu sammeln, als sie die Augen wieder aufschlug, schlug sie sich leicht gegen die Wangen um wach zu werden. Ihre Hände ruhten noch auf ihren Wangen, während ihr Blick auf ihren Augen ruhte: „Ich werde heute Genin und einen neuen Lebensabschnitt beginnen!“ sprach sie entschlossen und strich sich ihr Haar zurück, ehe sie ihr Gesicht abtrocknete. Ich hatte Angst mir einzugestehen, dass ihr tot seid...dass ich euch nie wieder sehen könnte. Ich wollte nicht vorwärts gehen, weil ich Angst hatte, euch dann zu verlieren. Für euch ist die Zeit stehen geblieben, aber für mich drehen sich die Räder der Zeit weiter. Egal wie ich mich entscheide, sie werden sich weiterdrehen. Ein leichtes Lächeln schlich sich auf ihre bleichen Lippen. „Ich weiß noch nicht, wohin mich dieser Weg führen wird...aber ich werde ihn gehen!“ sie grinste aus Vorfreude. Sie würde alles daran setzen ihren Weg zu gehen auch wenn sie sich noch nicht sicher war, wohin er sie führte. Jeder Schritt ist wichtig, auch wenn er noch so klein ist. Zum ersten Mal seit ihrer Heimkehr konnte sie Lächeln, einfach für sich selbst. Für niemanden sonst. Leise fiel die Badezimmertür hinter ihr ins Schloss, sie hatte den Blick leicht gesenkt und wollte sich gerade einen einfachen Zopf binden, als sie aus dem Augenwinkel eine Bewegung sah. Reflexartig fuhr sie herum, ihren Körper angespannt und in Kampfhaltung. Yume quiekte vor Schreck leise auf. Ryo atmete unmerklich leise auf. Es war nur eine ihrer Cousinen. Gerade wollte sie beginnen das kleine Mädchen zu tadeln, was sie so früh morgens auf dem Flur machte, doch Yume legte ihren winzigen Finger auf ihre schmalen Lippen. Verwundert hielt Ryo inne und betrachtete ihre kleine Cousine skeptisch. Lächelnd nahm das kleine Mädchen ihre ältere Cousine, die für sie wie eine große Schwester war, an die Hand und führte sie in das Zimmer, dass sie sich mit ihrer Zwillingsschwester teilte. Auch Hana war bereits auf, die Hände hinter dem Rücken versteckt wartete sie aufgeregt auf dessen Bett. Vorsichtig schloss Yume die Tür ihres Zimmer ohne Geräusch zu machen. Ohne Frage hatte sie Übung darin. Ryo konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen, was hatten ihre Cousinen nur vor?

„Komm schnell her!“ flüsterte Hana lächelnd. Yume kam gerade so an den Saum von Ryos Top, an dem sie nun zog um sie mit sich zu zerren. „Was habt ihr Beide vor?“ Die Zwillinge saßen zuckersüß lächelnd nebeneinander auf dem Bett. Es war ein Bild, dass sich Ryo ins Gedächtnis brannte und ihr Herz erwärmte. Waren sie für sie extra früh aufgestanden? Neben den Schwestern lagen zwei Bürsten. Wollten sie ihr die Haare machen? Lächelnd setzte sich zu den Beiden, die sie sogleich auf die Knie stellten um behutsam die langen Haare ihrer Cousine zu kämmen. „Du musst hübsch aussehen!" erklärte Yume grinsend. „Mama sagt immer, Männer freuen sich über schöne Mädchen.“ bemerkte Hana kichernd. Ryo lächelte, zweifelte dabei jedoch die Erziehung ihrer Tante schwer an. Für die Prüfung, die Ryo bevorstand, würde ihr ein hübsches Aussehen nicht weiterhelfen. Doch sie freute sich zu sehr über die Gedanken, die sich ihre lieblichen Cousinen für sie machten um zu widersprechen. Also hielt sie still und ließ den Beiden ihren Spaß. Sie flechteten ihr auf der rechten Seite einen Zopf, den sie mit einem Haarband verschlossen, dass Ryo noch nie gesehen hatte. Es war mit weißen Perlen und roten Perlen verziert, die die Form von Rosen hatten. Nachdenklich hielt sie das Ende des Zopfs in ihrer Hand und betrachtete das kleine Kunstwerk. „Habt ihr das gemacht?“ fragte sie verwundert, denn die Qualität wies auf laienhafte Handarbeit hin. Stolz grinsend nickten die Beiden: „Gefällt es dir?“ fragte Yume. „Es soll auf dich aufpassen!“ erklärte Hana. „Und dir Glück bringen!“ fügte Yume eilig hinzu. Ein Schauer durchfuhr den baldigen Prüfling. Was für eine Idee! Als ob ein Haarband...sie sah von dem Band auf in die strahlenden Augen ihrer Cousinen. Es war der Gedanke, der zählt nicht wahr? Ihr Körper begann zu kribbeln, sie grinste, packte die Beiden und drückte sie fest an sich: „Ich danke euch.“ Ich werde stark werden, damit ich euch beschützen kann. Ich werde euch beschützen! Ich werde nicht zulassen, dass euch etwas geschieht. Vorsichtig ließ sie wieder von ihnen ab und strich ihnen durch das dicke aber dennoch überraschend weiche Haar. Die Geninprüfung ist der erste Schritt. Sie lächelte und stand auf. „Gehst du schon?“ fragten die Zwillinge im Chor. Ryo lachte leise, darauf bedacht nicht zu laut zu werden und niemanden zu wecken. „Ich darf nicht zu spät kommen.“ erklärte sie mit sanfter Stimme, ehe sie von beiden die Stirn küsste: „Legt euch noch etwas schlafen. Wir sehen uns heute Abend.“ fügte sie mit ebenso sanfter Stimme hinzu, jedoch war der strenge Unterton nun deutlich hörbar. Die Zwillinge verkrochen sich zufrieden wieder unter ihrer Decke. Bevor sie das Zimmer verließ, sah sie noch einmal zu den Beiden und wiederholte ihr Versprechen in Gedanken, ehe sie den Flur betrat und die Tür ebenso geräuschlos schloss wie Yume.

In ihrem Zimmer zog sie noch die Armstulpen über, ehe sie aus dem Schrank ihre geliebte graue Strickjacke holte. Durch die Tür das Haus zu verlassen würde zu viel Lärm machen, also sprang sie durch das noch immer offen stehende Fenster in den großen Garten, der von einer ebenso weißen Mauer wie ganz Jôsei umschlossen war, wenn auch bei weitem nicht so hoch. Es war darauf geachtet worden, dass kein Ast der zahlreichen Bäume über die Mauer ragte. An einem der Bäume kletterte sie geschickt hinauf, auch wenn er mit etwas Abstand zu der Mauer stand, war er für Ryo durch einen Sprung zu überwinden. Sie landete auf dem weißen Gemäuer, das gerade so breit war wie ihr Fuß und sprang von dort ab um auf der Straße zu landen, die direkt daran anschloss. Ihre Hände in den Taschen ihrer Jacke vergraben spazierte sie durch die grüne Parkanlage und genoss den Anblick der Morgensonne, wie sie durch die Blätter der Kronen hindurch schien. Aufgrund der noch frühen Tageszeit waren noch viele Tiere unterwegs, die es gewohnt waren um diese Zeit noch ungestört zu sein und sich vor Ryos Anwesenheit erschreckten. Die Sonne erkämpfte sich zunehmend ihren Platz am Himmel, als sie den Markt erreichte. Die Händler hatten bereits ihre Waren aufgedeckt und fälschten mit ihren Kunden. Früher war auch ihre Mutter eine von den ersten Gästen des Marktes gewesen. Sie seufzte und sah kurz in Erinnerung an ihre Mutter gen Himmel, ehe sie ihren Weg zielstrebig durch das Eingangstor nach Shirogakure fortsetzte. Ihr Ziel war das schlichte Gebäude der Akademie, besser gesagt, der Prüfungsraum, wo sie ihre Prüfung abzulegen hatte.


II. Aus den Steinen die dir in Weg gelegt werden, kannst du dir auch einfach eine Brücke bauen.

Unsicher wechselte ihr Blick zwischen der Beschriftung der Tür: „Prüfungsraum“ und dem Innenleben des Raums. Das konnte nicht richtig sein. Statt anderen Prüflingen, war der Klassenraum von jungen Akademieschülern, die zweifelsohne neu waren, bis oben hin zugestopft. Bis auf zwei Plätze in der Mitte und einem vorn, war alles belegt. Was zum...?! Sie schloss die Tür wieder und ging einen Schritt zurück, prüfend betrachtete sie die anderen Türen. Nur diese war als Prüfungsraum ausgeschildert. Aber das konnte doch nicht...? „Was starrst du hier Löcher in die Luft?“ spottete ein kleiner schwarz haariger Junge, der Ryo prüfend musterte. „Wegen dir Spitzgesicht mussten wir alle früher aufstehen nur um uns deinen Vortrag anzuhören! Wehe du verkackst ihn!“ drohte er, ehe er die Tür öffnete und in den Klassenraum schritt. Plötzlich tauchte Ryo vor ihm auf, sie war um einiges schneller als der kleine Wicht und packte ihm beim Kragen, an dem sie das Fliegengewicht vor Wut scheinbar mühelos empor hob, woraufhin einige kleine Mädchen begannen schrecklich zu kreischen. Verdammt! Von der kleinen Made lass ich mir meine Prüfung nicht versauen! Sie ließ von dem Knaben ab, der unsanft auf dem Po landete: Henge no Jutsu! Und verwandelte sich in einen kleinen Jungen, dem sie mal auf der Straße begegnet war. Geschockt war schweigend eingekehrt und wie auf den Plan gerufen tauchten die beiden Prüfer auf: Kenji – san, Leiter der Akademie und Mufu Katsumi, über den unter den Schülern diverse Gerüchte umher gingen, von denen nicht eins bestätigt war. Tatsächlich war er auch für Ryo ein Buch mit sieben Siegeln. Kenjis strafender Blick traf sogleich die verwandelte Ryo und den Knaben auf dem Boden. „Wenn ihr meint, dass ihr euch kloppen müsst, tragt das vor der Tür aus.“ sprach der mit scharfer Stimme und wies hinter sich auf die Tür. Ohne zu zögern huschte Ryo zwischen den Beiden hindurch und hoffte, dass sie nicht aufgeflogen war. Der Knabe richtete sich ebenfalls auf und folgte ihr auf den Flur. In der Klasse herrschte Stille, als Kenji die Tür hinter ihnen schloss. Ryo rutschte an der Wand entlang zum Boden und atmete auf, ehe ihr Blick auf den Knaben fiel. Ich bring dich um! Fluchte sie in Gedanken und richtete sich auf. Der junge Knabe lachte. „Hervorragend gelöst!“ lobte er, bevor er sich in einen Jugendlichen zurückverwandelte, dessen rotes Haar bis zu seinen Schultern reichte. Er schien geschminkt, sein rechtes Auge war grün, das linke braun. Wer war dieser Kasper im blauen Kimono? Auch Ryo verwandelte sich zurück und stellte den Fremden zur Rede: „Was sollte das?“ Doch anstatt ihr zu antworten, war er plötzlich verschwunden. Wohin ist er?! Im Nacken verspürte sie einen leichten Luftzug, sodass sie herum fuhr. Er stand plötzlich grinsend hinter ihr und riss die Tür auf: „Der Prüfling ist da.“ verkündete er stolz, als sei es sein Verdienst und winkte Ryo rein, die sich vor Wut auf die Lippe biss. War es eine Falle, in die sie achtlos hinein gestolpert war? Oder einfach nur ein schlechter Scherz? Sie richtete sich, ehe sie wieder in den Klassenraum eintrat. Dabei ließ sie den rothaarigen Fremden nicht aus den Augen, ehe er die Tür von Außen verschloss. Sie ließ ihren Blick durch die Klasse wandern, wobei sie finster drein sah, sodass sich keines der Kinder traute etwas zu sagen. Dass sie so finster drein schaute lag jedoch daran, dass sie nach dem Fremden lauschte. Was hatte er bezweckt? Ihr Blick fiel auf Mufu Katsumi und Kenji-san, die beide auf den leeren Plätzen in der Mitte des Raumes Platz genommen hatten. Von dort aus konnten sie die Klasse unter Kontrolle halten und Ryo bequem lenken. Doch was hatte es mit dieser Klasse auf sich? Nun. Sie würden es ihr sicher noch erklären. Sie verbeugte sich, atmete tief ein und aus und sprach mit ruhiger Stimme: „Prüfling, Ren Ryo.“ Sie sah wieder auf, sah zu Kenji-san, verbeugte sich kurz vor ihm: „Guten Morgen Kenji-sensei.“ Richtete sich wieder auf, wandte sich Mufu Katsumi zu und verbeugte sich auch vor ihm noch einmal: „Ihnen auch einen schönen guten Morgen, Katsumi-sensei.“ Gefolgt von einem leichten, aber freundlichen Lächeln. Sie hatte eine gerade Haltung und zeigte volle Präsenz, wie man es von ihr gewohnt war. Sie war vorbereitet, die Prüfung konnte beginnen.

„Wie du siehst, haben wir einige wissbegierige Neulinge eingeladen, die planen dieses Jahr in die Akademie ein zu treten. Um einen Eindruck von dem bekommen, was sie durch uns erreichen können, sollst du ihnen heute einen Vortrag halten.“ Ihr stockte der Atem. „Selbstverständlich den Umständen angepasst. Also: kurz und prägnant informativ.“ Durch ein Nicken signalisierte sie, dass sie Verstanden hatte. Sie würde sich kurz halten und es auf den Punkt bringen. „Über was soll ich den Vortrag halten?“ Sie sah hilfesuchend zu Kenji-san auf, doch es war Katsumi-sensei, der ihr antwortete: „Über Chakra und alles was damit zu tun hat.“ Na Großartig! War ja klar, dass es einen Haken gab! Einen kurzen Vortrag über das Thema, über das man am meisten erzählen konnte und bei dem es leicht war, sich in Einzelheiten zu verlieren oder zu weit aus zuschweifen bei den Erklärungen. Sie schloss die Augen und konzentrierte sich, sammelte ihre Gedanken. Leicht war das nicht. Als sie die Augen wieder öffnete, trafen die Blicke der Kinder sie hoffnungsvoll. Das sah dem Akademieleiter ähnlich. Ryo war bisher eine hervorragende Schülerin gewesen und hatte stets die volle Punktzahl erreicht, sie so vor zu führen! Doch – sie musste sich eingestehen, dass er Recht hatte. Wenn sie Genin werden wollte, lastete auf ihren Schultern auch eine große Verantwortung, die sie nicht unterschätzen durfte. Wieder lächelte sie leicht, sie würde die Hoffnungen der Kinder nicht enttäuschen und ihnen ein Vorbild sein.

Sie legte eine Hand auf ihr Herz und eines auf ihren Bauch, während sie tief ein und aus atmete: „Macht es bitte genauso. Legt eine Hand auf euer Herz und eine auf euren Bauch. Schließt eure Augen und horcht nach eurem Herzschlag, nehmt tiefe Atemzüge und konzentriert euch ganz auf eure Atmung.“ Sie sah auf, die Kinder folgten ihren Anweisungen. Ryo war sichtlich erleichtert, bis sie die skeptischen Blick der Prüfer spürte, doch davon ließ sie sich nicht nun nicht ablenken. Sie fuhr fort: „Spürt ihr es? Mit jedem Atemzug, mit jedem eurer Herzschläge durchströmt Energie euren Körper." Sie hielt einen Moment inne und lauschte den tiefen Atemzügen der Kinder, bis sie wieder die Stimme erhob: „Öffnet eure Augen bitte wieder.“ Die Kinder sahen fragend zu ihr auf, sie hatte ihr Aufmerksamkeit gewonnen. „Diese Energie ist ein Teil des Chakras: die körperliche Kraft. Sie steckt bereits in euch, ihr könnt und müsst sie sogar durch Training vermehren, um stärker zu werden.“ Nun legte sie beide Zeigefinger an ihre Schläfen: „Der andere Teil des Chakras, ist die geistige Energie. Sie könnt ihr nur durch Erfahrung und ein vermehrtes Wissen erweitern, was einiges an Zeit in Anspruch nimmt.“ Sie ließ ihre Arme wieder zu den Seiten locker hinab fallen: „Durch eure Ausbildung als Shinobi lernt ihr, diese beiden Kräfte, die körperliche ebenso wie die geistige, zusammen zu setzen und somit eine neue, mächtige Energie zu erschaffen: Chakra. Nur durch die Ausbildung zu einem Shinobi erhaltet ihr Zugriff auf euer Chakra.“ Sie sah durch die Reihen, alle Augen ruhten auf ihr. Gut so. „Ihr braucht diese gebündelte Energie namens Chakra um verschiedene Techniken ausführen zu können.“ Ein kleines Mädchen rief aufgeregt dazwischen: „Jutsus!“ und fing sich sogleich einen tadelnden Blick von Kenji-san ein, während Katsumi Ryo beobachtete. Sie blieb ruhig und zuckte mit den Schultern: „Mehr noch. Mit eurem Chakra könnt ihr nicht nur verschieden Jutsus ausführen, zu denen ich später noch komme, nein, nein! Ihr könnt noch mehr.“ Die Augen der Kinder wurden größer. „Was?! Noch mehr?!“ Ryo nickte und fuhr fort: „Dafür müsst ihr mir aber gut zuhören.“ Alle nickten angestrengt. „Ein Shinobi, der Zugriff auf sein Chakra hat, kann auch seine körperlichen Eigenschaften mit seinem Chakra beeinflussen: die Stärke eines Schlags oder auch die Geschwindigkeit kann erhöht werden. Geübte Shinobi können auch andere Objekte und Gegenstände verändern, aber das ist äußerst anspruchsvoll.“ Sie nickte um ihre Aussage zu unterstreichen: „Mithilfe von Chakra könnt ihr aber noch mehr, ihr könnt zum Beispiel über Wasser laufen...“ passend zu den Augen wurden nun auch die Münder der Kinder immer größer, sodass Ryo leicht grinsen musste: „Oder an Bäumen und Wänden schräg empor laufen.“ Passend dazu, hatte sie ihren linken Arm im 90° Winkel angewinkelt und schritt mit ihrem rechten Zeigefinger und Mittelfinger den Arm empor, als sei es ein Mensch, der eine Wand hinauf läuft. Sie stemmte ihre Hände wieder in die Hüfte um zu zeigen, dass es weiterging: „Aber wie kann man dieses Chakra bilden?“ fragte sie. Die Kinder sahen ratlos zueinander und zuckten mit den Achseln. Ryo legte ihre Hand wieder auf den Bauch: „Wenn ein Shinobi die körperlichen und geistigen Kräfte zusammen presst, werden sie im Inneren unseres Körpers im Keirakukei zusammen gewirbelt und zu Chakra umgesetzt, das durch die Chakrabahnen, die durch unseren gesamten Körper fließen, zu den Tenketsu geleitet wird.“ Sie strich sich vom Kopf ausgehend über den Körper, behielt dabei jedoch den Kopf gehoben um die Kindern in den Augen zu behalten: „Von den Tenketsu, den Chakraaustrittspunkten besitzen wir Menschen 361. Durch sie geben wir unser Chakra ab um es für Jutsus zu nutzen.“ Ihr Gesichtsausdruck wurde ernst und auch ihre Stimme gewann an Strenge: „Jede Technik, jedes Jutsu verbraucht jedoch Chakra, die einen mehr, die anderen weniger.“ Sie sah durch die Reihen, als würde sie eine Gruselgeschichte bei einem Lagerfeuer erzählen und auf die Pointe zusteuern: „Wenn eine der Energien verbraucht es, sei es die körperliche oder die geistige, stirbt der Anwender.“ entsetzen ging durch die Reihen. „Es ist also wichtig, dass man seine Grenzen kennt und diese nicht überschreitet. Zudem zerrt die Chakraproduktion auch an der Ausdauer des Shinobi, das heißt, dass, selbst wenn ihr noch Energien übrig habt, ihr ohne eine entsprechende Ausdauer kein Chakra mehr produzieren könnt.“ Sie lächelte leicht und legte den Kopf schief: „Ihr seht also, Chakra ist eine sehr kostbare, lebenswichtige, aber auch sehr flüchtige Energie. Wenn es dementsprechend im Kampf angewendet werden soll, muss verhindert werden, dass es ziellos durch die Tenketsu den Körper verlässt. Um das Chakra zu kontrollieren, nutzen die Shinobi daher die Fingerzeichen. Sie helfen das Chakra zu bündeln und zu fokussieren. Es in die gewünschten Wege zu leiten.“ Sie seufzte leise und wechselte das Standbein: „Wie stark ein Jutsu ist, hängt davon ab, wie gut ihr euer Chakra kontrollieren könnt.“ Sie verschränkte die Arme hinter dem Oberkörper und lächelte leicht. „Soweit die Grundlagen verstanden?“ fragte sie wieder mit gewohnt freundlicher Stimme nach. Hoffentlich lasse ich nichts aus... Die Kleinen widersprachen nicht, also fuhr sie fort: „Nun, wenn ein Shinobi Chakra ausströmen lässt und es schafft, es in eine bestimmte Form zu bringen und diese sogar bei zu behalten, nennt man diesen Vorgang schlicht und einfach Gestaltmanipulation." Nun grinste sie leicht und atmete tief ein und aus: „Aber! Das wirklich interessante, ist die zweite Form der Manipulation von Chakra: die Elementmanipulation.“ Fragend sahen die Kinder erst zu Ryo und dann zu den Lehrern. Der Prüfling versuchte weiter zu machen ohne sich etwas von ihrer Nervosität anmerken zu lassen. Wie sollte sie etwas so komplexes wie die Elementmanipulation erklären? Wie sollte sie es so erklären, dass es auch für die Kinder verständlich sein könnte? Ihre Nervosität wurde immer mehr zu purer Verzweiflung, die sie sich mit größter Anstrengung versuchte, nicht anmerken zu lassen: „Um die Elementmanipulation zu erlernen ist ein sehr langes, ausgedehntes Training von Nöten, dass dem jeweiligen Element angepasst ist, da jedes Element sich in seinen Eigenschaften unterscheidet.“ sie atmete tief durch und wandte sich herum zur Tafel um mithilfe der Kreide ein Schaubild an die Tafel zu bringen. Es zeigte die fünf Elemente, in einem Kreis angeordnet. „Zur Elementmanipulation stehen uns die fünf Elemente Katon (Feuer), Futon (Wind), Raiton (Blitz), Doton (Erde) und Suiton (Wasser) zur Verfügung. Die Jutsus, deren Grundlage eines dieser Elemente ist, nehmen auch dessen Eigenschaften an. Als Beispiel: Katonjutsu, also Jutsu auf Feuerbasis sind stark gegenüber Futonjutsu, Windjutsus, sind dafür aber anfällig gegenüber Suitonjutsu, also Jutsus auf der Grundlage des Elements Wasser.“ Sie griff zu einem Stück roter Kreide und verband die Elemente Wasser und Erde miteinander. „Jeder von uns trägt zwei Elemente in sich, deren Eigenschaften sich manchmal sogar in unseren Persönlichkeiten oder sogar in unserem Äußeren niederschlagen können. Das können auch zwei gänzlich unterschiedliche Elemente sein.“ Ihr Blick wechselte zwischen dem Tafelbild, den Lehrern und den Schülern hin und her, deren Auffassungsgabe bereits nachgelassen hatte. Irgendwie musste sie sie wieder wach bekommen. Sie schmunzelte, gut, dass sie bei diesem Thema angekommen war: „Damit Jutsu auf elementarer Basis überhaupt möglich werden, muss der Shinobi sein Chakra entsprechend manipulieren. Mehr beschreibt die Elementmanipulation nicht.“ Sie lächelte und atmete erleichtert aus. Hoffentlich habe ich nichts vergessen oder... Eines der Kinder hob die Hand und sah angestrengt zu Ryo. Sie schluckte und nickte ihr zu. „Wenn wir zwei Elemente benutzen können, können wir die dann nicht auch verbinden?“ Sie deutete auf die Tafel. Ryo nickte. „Das ist möglich, jedoch nur für Shinobi mit entsprechendem Kekkei Genkai. Solchen Shinobi ist es zum Beispiel möglich, durch die gleichzeitige Nutzung von Doton und Suiton, ein drittes Element zu schaffen: Mokuton (Holz) und es als Grundlage ihrer Jutsus zu nutzen. Was sie dementsprechend stark macht.“ erklärte sie und konzentrierte sich darauf, möglichst ruhig zu atmen. Hoffentlich reicht es als Antwort...mir fällt nichts mehr ein, was ich noch sagen könnte... „Wie wäre es mit einem praktischen Beispiel eines Jutsus, das auf Elementmanipulation beruht?“ bemerkte Kenji-san. „Eh?“ Bevor Ryo sich großartig Gedanken machen konnte, wie sie das anstellen konnte, schoss bereits ein Kunai auf sie zu, zweifelsohne von Katsumi-sensei geworfen. Reflexartig nahm Ryo Stellung ein, nahm einen tiefen Atemzug und formte das entsprechende Fingerzeichen um ihr Chakra zu sammeln. Fuuton: Kisoku no Jutsu! Der Windhauch blockte den Kunai gerade noch rechtzeitig und ließ ihn einen halben Meter vor Ryo zu Boden fallen. Die Kinder klatschten vor Freude, als sie ihren ersten Schock überstanden hatten. Dem weißhaarigen Mädchen standen hingegen alle Haare zu berge. Sie hatte nicht damit gerechnet, dass er eine Waffe werfen würde – nicht bei der Anzahl von Kindern! Sie sah zu den beiden Prüfern auf, die da saßen, als sei nichts geschehen. Sie seufzte und lockerte ihre Haltung wieder. Es wäre leichter gewesen, einfach aus dem Weg zu springen, doch dann hätte sie der Aufgabenstellung nicht entsprochen. „Das war Kisoku, ein auf dem Windelement Fuuton basierendes Jutsu zur Verteidigung. Wie ihr seht, konnte ich damit den Kunai blocken.“ erklärte sie noch einmal vorsichtshalber. Plötzlich erhob sich Kenji-san und wies die Kinder an, den Raum zu verlassen. Eine junge Lehrerin, die sie noch nie gesehen hatte, kam in den Raum und führte auch die letzten hinaus, ehe sie sie alle nach draußen begleitete und letzte Fragen beantwortete. Ryo schluckte. War es vorbei? Die Prüfer kamen ihr nun entgegen, voran schritt Kenji-sensei. Er sah ernst drein, wie immer. Sie wagte nicht einmal zu deuten, wie er sie bewerten würde. „So viel zum theoretischen Teil, wie du abgeschlossen hast, erfährst du zum Schluss bei der Gesamtbewertung.“ Er musterte die Schülerin seiner Akademie, die seinem Blick stand hielt, wenn auch mit einem mulmigen Gefühl. „Kommen wir zum zweiten Teil der Prüfung.“ Katsumi-sensei schmunzelte leicht. „Der zweite Teil deiner Prüfung besteht aus einer Suche. Katsumi-san und ich werden uns innerhalb von Shirogakure versteckt halten.“ Der Blick von Kenji-sensei glitt auf die Wanduhr, dessen Ticken Ryo durch Mark und Bein ging. „Du hast zwei Stunden, viel Erfolg.“ sprach der Shinobi aus Kirigakure und schon hatten sich Beide in Luft aufgelöst.


III . Dreimal Kuckkuck schlägt der Hasenfuß.

Vom Dach der Akademie aus hielt Ryo Ausschau nach ihren Prüfern, wie zu erwarten war, konnte sie allerdings keine Spur von den Beiden entdecken. Mit verschränkten Armen sah sie in den Himmel und schloss einen Moment die Augen um sich zu sammeln. Sie hatte ein schlechtes Gefühl in der Magengrube, nicht wegen der Prüfung, sondern wegen dem rothaarigen Störenfried, der sie heute Morgen beinahe rein geritten hätte. Sie konnte es nicht richtig erfassen, aber irgendwas an ihm gefiel ihr ganz und gar nicht. War es einfach nur, weil sie wütend auf ihn war? Nein, da war mehr. Er hatte irgendwas vor, nur was, darauf konnte sie sich keinen Reim machen. Sie setzte Stück für Stück ihre Erinnerungen an ihn wieder zusammen, er hatte sich benommen wie ein Prüfungshelfer – aber dennoch, etwas an ihm war suspekt. „In den Wolken wirst du sie nicht finden.“ bemerkte plötzlich die spöttische Stimme, die ihr bekannter war, als ihr lieb war. Sie fuhr herum – es war der Rotschopf! Er grinste selbstgefällig und hatte die Hände in die Hüfte gestemmt. War er nur ein einfacher Prüfungshelfer? Sein Auftritt heute Morgen sprach dafür, immerhin hatte er verkündet, dass sie angekommen war. Aber warum hatte sie ihn noch nie gesehen? Die junge Shinobi hatte ihren Körper angespannt und alle Sinne auf ihren Gegenüber geschärft. Sein Grinsen, dass sich über sein Gesicht ausbreitete und zu einem höhnischen Lachen wurde, erinnerte an das Lachen des Teufels selbst. Wer auch immer dieser Kerl war, er war sicherlich kein gewöhnlicher Prüfungshelfer. Plötzlich sah er wieder ernst drein und zeigte auf den großen Wald: „Mufu Katsumi befindet sich im Waldgebiet und nutzt die Zeit um zu trainieren.“ Er schmunzelte und legte den Kopf leicht schief: „Wenn du ihn nach so kurzer Zeit findest, wird sich das sicher gut für deine Bewertung machen und du bestehst deine Prüfung ganz leicht, ein echtes Kinderspiel für die Tochter von Ren Kai.“ Sein Unterton gefiel ihr ganz und gar nicht. Sie wandte ihre Augen nicht von ihm ab und blieb aufmerksam, auch wenn es bedeuten würde, dass sie die Prüfung nicht bestehen würde – sie würde es nicht auf sich beruhen lassen, dass eine so suspekte Person wie er in Shirogakure herum spuckte. Er wirkte unberechenbar und seine kindliche Art schien nur eine Maskerade, was sich hinter seiner Maske verbarg wollte das junge Mädchen lieber nicht wissen.

Sie konzentrierte Chakra um es in ihre Füße zu lenken und ihre Geschwindigkeit beziehungsweise Sprungkraft zu erhöhen. Auch wenn sie nicht viel Chakra besaß, da es ihr an der nötigen Erfahrung und am entsprechenden Training fehlte, war sie sehr gut darin es zu kontrollieren: „Dir scheinen diese Spielchen ja wirklich Spaß zu machen.“ bemerkte sie. Er legte seinen Kopf leicht in den Nacken und grinste unheimlich: „Spielchen? Du glaubst gar nicht, wie ernst es ist.“ Dabei sah er sie durch seine schmalen Augen an, sodass ein Schauer ihren Körper durch fuhr. Er war gefährlich – ohne Zweifel. Sie sollte Recht behalten, denn plötzlich setzte er zum Angriff an und warf ihr einige Shuriken entgegen. Es gelang ihr jedoch rechtzeitig durch einen Sprung in die Höhe auszuweichen. Es war offensichtlich, dass sie keine Chance gegen ihn haben würde, also sammelte sie erneut Chakra, es war das letzte, was sie noch entbehren konnte, wenn sie noch beweglich bleiben wollte, für den heutigen Tag hatte sie bereits zu viel verbraucht, und formte die Fingerzeichen für: Fuuton: Reppushou no Jutsu! Sie nutzte dieses Jutsu weniger um einen weiteren Angriff von ihm zu blocken, als ihn viel mehr abzulenken, was ihr auch durchaus gelang. Aufgrund der plötzlichen, kräftigen Windböe, schützte er einen Moment sein Gesicht mit seinem Kimonoärmel, woraufhin sie ihre Chance nutzte um vom Dach zu springen und sich an einer der Fensterbänke festzukrallen um zu dem darunter liegenden Fenster zu gelangen, dass zu ihrem Glück sogar geöffnet war. Eigentlich war es ihr Plan gewesen, sich an das Fenster an zu schmiegen, doch so war es ihr auch Recht. Verwundert sah sich der rote Kauz nach seiner jungen Gegnerin um, die scheinbar verschwunden war. Er trat an den Rand des Daches und sah hinunter, von ihr fehlte jede Spur. „Wie auch immer. Ich habe wichtigeres zu tun.“ und schon löste er sich in Luft aus. Ryo lehnte an der Innenwand von einem der Klassenräume, in dem sich bereits einige Schüler eingefunden hatten, die sie verwundert anstarrten. Ryos junges Herz raste und sie atmete schwer. Zu viel Chakra in zu kurzer Zeit. Aber sie hatte nicht die Zeit sich ausruhen, stöhnend erhob sie sich, auch wenn sie noch leicht wackelig auf den Beinen war, setzte sie sich schnellen Schrittes wieder in Bewegung, sie musste mit jemanden über die Geschehnisse sprechen, immerhin hatte dieser angebliche Prüfungshelfer sie angegriffen!

Doch bereits auf dem Flur erstarrte sie wieder. Vor ihr stand der rothaarige Kobold, neben ihm eine jugendliche Frau, die den Stirnschutz von Shirogakure trug. Ryo glaubte ihren Augen kaum, denn der Kauz der vor ihr stand, wirkte mehr trottelig und etwas hilflos, ganz anders als der Kerl vom Dach. Mit scharfen Blick betrachtete die jugendliche Shinobi die Beiden, ehe sie abfällig bemerkte: „Kennt ihr euch, Hime-kun?“ Hime-kun? Wiederholte sie in Gedanken. Der Rotschopf schüttelte den Kopf: „Keine Ahnung, ich habe sie noch nie gesehen.“ Erklärte er und zuckte mit den Schultern. Er schien es ernst zu meinen. „Bist du kein Prüflingshelfer und...“ die jugendliche Ninja schüttelte den Kopf: „Hime-kun wäre heute tatsächlich für eine Geninprüfung als Helfer eingeteilt gewesen...aber.“ Dem besagten Hime-kun schoss das Blut in den Kopf: „Ich war verhindert.“ erklärte und nun schoss auch dem Mädel an seiner Seite das Blut in den Kopf. Schon klar, verhindert. So nennt man das heute. „Wir müssen sofort zum Hikarikage und ihr Beide müsst mit!“ Die Beiden verstanden nicht: „Wovon redest du?“ Sie packte das scheinbare Liebespärchen an den Händen und zog sie mit sich: „Ich erkläre es euch auf dem Weg dahin, wir dürfen keine Zeit verlieren.“ Gesagt, getan. Die Drei stürmten zu der Stadtverwaltung, wobei die beiden Älteren ihre jüngere Gesellin schon bald hinter sich ließen, nicht nur, dass sie schneller waren, Ryos Körper war durch den Chakra Verbrauch sehr geschwächt. In der Stadtverwaltung angekommen traf Ryo auf ihre Großmutter, die gerade in ein Gespräch vertieft war und überrascht ihre Enkelin bemerkte: „Was treibst du dich hier herum? Bist du nicht gerade mitten in deiner Geninprüfung?“ fragte sie eher besorgt als vorwurfsvoll. „Wir müssen mit dem Hikarikage sprechen.“ Die ehrenwerte Shinobi legte den Kopf leicht schief und betrachtete ihre Enkelin: „Was ist passiert? Du siehst nicht gut aus.“ Ryo berichtete von dem Fremden, der sich als Hime – kun ausgegeben und versucht hatte, Ryos Prüfung zu boykottieren. „Ich verstehe nicht, welches Ziel dieser Kerl verfolgt, aber ich war mir sicher, dass es besser wäre, es an einen erfahrenen Shinobi heran zu tragen.“ Die besorgte Großmutter nickte: „Ich werde mich um alles kümmern.“ Sie entließ die Jugendlichen und führte ihre Enkelin mit sich. „Du bleibst bei mir, bis diese Dinge geklärt sind.“ Ryo hielt inne. „Was ist mit der Prüfung?“ Ihre Großmutter schüttelte leicht den Kopf: „Ich werde die Geschehnisse an deine Prüfer weiterleiten, deine Sicherheit und die Sicherheit des Dorfes haben Vorrang.“ Sie lächelte und strich ihrer Enkelin über die Schulter: „Das hast du gut gemacht.“ Ryo seufzte. Sie hatte die richtige Entscheidung getroffen, immerhin konnte es sein, dass der Knabe dem Dorf schaden wollte. Aber warum wusste er so gut Bescheid? Er musste sie beobachtet haben. So oder so birgte es zu viele Gefahren. Nachdem Ryo bei dem Hikarikage persönlich vorgeladen worden war, an ihrer Seite ihre Großmutter, wurde sie ins Ninja-Krankenhaus von Shirogakure gebracht. Sie sollte untersucht werden und sich ausruhen, während der Fremde gesucht und Nachforschungen angestellt wurden.


IV. Nur wer aufgibt, verliert!

Flüchtig fiel ihr Blick auf die weiße Uhr des Warteraums. Noch verblieben ihr 45 Minuten, vielleicht konnte sie die Prüfer doch noch finden. Heimlich schlich sie sich aus dem Wartezimmer. „Wo willen sie hin, Fräulein Ren?“ fragte eine Krankenschwester. „Ich geh nur auf Toilette.“ log sie und bat gedanklich um Verzeihung, ehe sie sich davon stehlen wollte. Sie wollte gerade das Krankenhaus verlassen, als sie aus dem Augenwinkel Kenji-san entdeckte, der durch die Vorhalle des Krankenhauses schritt. Ob er nach ihr sehen wollte? Sie hielt einen Moment inne und ließ sich noch einmal die Worte des Hikarikages durch den Kopf gehen, ehe sie sich sicher war, dass er nicht gesagt hatte, dass ihr Prüfung abgebrochen werden musste. Grinsend sah sie ihre Chance, sie schmiegte sich an die Wand der ersten Durchgangstür, durch die man nach der Empfangshalle schreiten musste um in das Krankenhaus zu gelangen und wartete auf ihren Sensei, gerade als er an ihr vorbei schreiten wollte - er hatte sie tatsächlich nicht bemerkt! - Tippte sie ihm leicht auf die Schulter, woraufhin er sich umdrehte. „Hab sie gefunden, Kenji-sensei.“ Sie lächelte. Er sah sie zunächst überrascht an, ehe er Kopfschüttelnd die Arme verschränkte: „Was denkst du dir?“ mahnte er. Doch Ryo sprach ruhig weiter: „Ich nehme an, dass sie bereits über die Geschehnisse in Kenntnis gesetzt wurden?“ Er nickte, die Augen schmal und ernst dreinschauend. Ryo streckte den Arm und zeigte auf die tickende Wanduhr: „Ich habe noch 40 Minuten.“ Seine Augenbrauen zogen sich tief in sein Gesicht, war das ihr ernst? Oh ja! Es war ihr voller ernst. Sie hatte aufgehört zu lächeln und ihre Augen glänzten fest entschlossen, ihre Hand, mit der sie ihren Lehrmeister vorher noch leicht berührt hatte, hatte sie inzwischen zu einer Faust geballt. Kenji-san seufzte, ehe er ihr zu nickte: „Wir sehen uns um 10:00 Uhr im Prüfungsraum.“ Sie nickte und eilte an ihm vorbei aus dem Krankenhaus.

Sicher war auch Katsumi-sensei über alles benachrichtigt worden. Doch wo konnte er sich nun herum treiben? Das einzige, was ihr als Möglichkeit einfiel, waren die Trainingsplätze der Akademie und dass er die Zeit nutzte um zu trainieren oder den nächsten Unterricht vorzubereiten. Soviel sie wusste, wurde er von Kenji-san fest mit eingeplant bei den Unterrichtsstunden. Wenn sie ihn dort nicht finden würde, wüsste sie keinen Ort mehr, an dem er sich herum treiben konnte. Ihr blieb nichts anderes übrig, als zu hoffen, dass er sich dort herum trieb. Eine herbe Enttäuschung ereilte sie, als sie die Trainingsplätze nach ihm abgesucht habe, er war nicht vor zu finden. Was sollte sie nun machen? Erschöpft ließ sie sich auf den Hintern fallen, setzte sich in den Schneidersitz und stütze ihr Kinn auf ihren Händen ab. Kenji-san war zu ihr gekommen, warum ließ sie dann nicht auch Katsumi-san zu sich kommen? Sie grinste und eilte ins Gebäude der Akademie zurück. Um zu dem Prüfungsraum zu gelangen, musste man in den zweiten Stock und dafür musste man durch das Treppenhaus. Also war es doch am besten, hier auf ihn zu warten? Aber wenn sie einfach nur auf ihn warten würde, würde der Überraschungseffekt verloren gehen. Und gerade darauf kam es doch bei Shinobi an – oder? Dass sie den Gegner überraschen konnten, oft genug konnte das entscheidend für den Ausgang eines Kampfes sein. Sie konzentrierte sich. Von ihrer Großmutter hatte sie etwas Chakra erhalten um sie zu stabilisieren, auch wenn sie sich undankbar dabei vor kam, entschied sie sich dazu, es zu nutzen. Ein letztes Mal für den heutigen Tag. Jedoch würde sie nicht in der Lage dazu sein, es lange zu halten, daher musste sie den richtigen Moment abwarten. Fünf Minuten vor zehn und tatsächlich! Katsumi-sensei trat die Treppe hinauf, an seiner Seite Kenji-sensei. Sie atmete tief ein und aus, ehe sie ihr Chakra sammelte: Henge no Jutsu! Sie verwandelte sich in die jugendliche Shinobi von Hime-kuns Seite und lehnte sich lässig an das Treppengelände. Es brauchte ihre volle Konzentration diese Gestalt beizubehalten, doch es lohnte sich. Kenji-sensei trat an ihr vorbei, dicht gefolgt von Katsumi-sensei, den sie am Arm packte! „Hab ich sie! Und es ist noch innerhalb der Zeit...“ noch während sie sich wieder in Ryo zurückverwandelte, verlor sie das Bewusstsein. Sie hatte ihrem Körper heute eindeutig zu viel zugemutet.


V. Unverhofft kommt oft.

Ihr Kopf dröhnte schrecklich und ihr Körper fühlte sich an, als hätte sie den Muskelkater ihres Lebens. Sie konnte sich kaum noch bewegen. Ein Zustand, den sie nur all zu sehr gewohnt war, da sie sich oft verausgabte. Das erste was sie sah war ihre Großmutter, die sie strafend ansah. „Ich habe dir gesagt, dass du dich ausruhen sollst!“ tadelte sie. Ryo seufzte. „Ich bin soweit gekommen... da wollte ich nicht aufgeben, nur weil irgend so ein Kerl meint, mir dazwischen funken zu müssen.“ bemerkte sie, ihre Stimme zitterte, was sie selbst erschrak. „Sein Name ist Iyazawa Amano. Er ist ein Nuke-nin aus Shirogakure und wird bereits verfolgt.“ Sie neigte den Kopf leicht zur Seite, am Fenster standen ihre beiden Prüfer. Um ihnen Respekt zu zollen, versuchte das junge Mädchen verzweifelt sich aufzurichten, wurde jedoch von ihrer Großmutter wieder ins Bett zurück gedrückt. „Du bleibst liegen.“ mahnte sie mit so erbarmungsloser Stimmlage, dass sich Ryos Nackenhaare aufstellten. Also gab sie sich geschlagen, gegen ihre Großmutter würde sie sich im Traum nicht stellen. „Welchen Sinn macht es für ihn, sich der Gefahr auszusetzen in das Dorf zurückzukehren, nur um mir ein paar Streiche zu spielen?“ Das machte doch keinen Sinn. Kenji-san schüttelte leicht den Kopf, sodass sein schwarzer Haarschopf leicht hin und her schwang: „Die Nachforschungen laufen.“ Damit wollte er wohl sagen, dass sie nicht weiter nach harken sollte.

Ryo schloss einen Moment die Augen und atmete tief ein und aus, ehe Katsumi-sensei an ihr Bett herantrat: „Wir kommen jetzt zur Bewertung deiner Geninprüfung.“ sprach er mit ruhiger Stimme. Kenji-san nickte: „In dem theoretischen Teil, in dem du der Klasse einen Vortrag über Chakra halten solltest, konntest du maximal 40 Punkte erreichen.“ erklärte er, während seine Augen über das Papier huschten, dass er auf einem kleinen Brettchen vor sich hielt. „Die du auch erreicht hast. Glückwunsch.“ Ryo fiel ein Stein vom Herzen. „Auch wenn du manche Dinge...“ doch bevor er weiter sprechen konnte, bekam er von Katsumi-san einen leichten Schubser in die Seite, woraufhin er zwar mit seinem berühmt, berüchtigten strafenden Blick antwortete, aber seine Kritik auch nicht weiter ausführte. „Kommen wir zum praktischen Teil, in dem du uns innerhalb von 2 Stunden in Shirogakure finden solltest.“ Kenji-san räusperte sich: „Du hättest hierbei 60 Punkte erreichen können.“ Hätte...? „Um die Geninprüfung bestehen zu können, musst du mindestens 80 von den möglichen 100 Punkten erreicht haben. Nun...“ er pausierte kurz um seine Brillengläser zurecht zu schieben. „Den Teil der Prüfung, hast du mit 30 Punkten bestanden.“ Ryo verschlug es die Sprache, nur 30 Punkte? Aber sie hatte sie doch gefunden! Und sie hatte sich währenddessen noch mit diesem Nuke-nin auseinander gesetzt und den Hikarikage informiert. „Das heißt, du hast anhand der Aufgaben von den nötigen 80 Punkten nur 70 Punkte erreicht.“ Das konnte es doch nicht sein! Nur wegen zehn Punkten?! „Da du jedoch nicht aufgegeben hast und so geschickt warst uns zu dir kommen zu lassen, bekommst du Zusatzpunkte.“ „Zusatzpunkte?“ wiederholte sie ungläubig. So etwas gab es? „Exakt. Zehn Zusatzpunkte, das macht dann 80 Punkte.“ Kenji-san senkte das Brettchen wieder und lächelte leicht: „Dafür dass du das Wohl des Dorfes über deine eigenen Interessen gestellt hast, verleiht der Hikarikage dir weitere 30 Punkte.“ Die Großmutter quiekte vor Freude auf. „Herzlichen Glückwunsch, damit hast du die volle Punktzahl erreicht.“ „Respekt, junge Dame.“ Ryo wusste gar nicht wie ihr geschah, bis Kenji-sensei den Stirnschutz mit dem Lotus-symbol von Shirogakure ihre Großmutter überreichte, da Ryo sich noch nicht rühren konnte. „Ich danke ihnen.“ sprach Ryo glücklich lächelnd, ihre Großmutter drückte ihre Hand so fest, dass sie glaubte, sie würde sie jeden Moment zerquetschen. „Du hast es dir verdient – aber wehe du vernachlässigst dein Training, dass du hier liegst zeigt, dass du...“ „Ist ja gut Kenji-san, können sie ihr etwas Ruhe.“ lachte Ren Ito, Ryos Großmutter, woraufhin auch Ryo lachen musste. Ruhe konnte sie nun wirklich gebrauchen, es würde einige Zeit dauern, bis sie alles verarbeitet und wirklich verstanden hatte, dass sie nun eine echte Genin war.
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Alt 15.07.2010, 12:28   #32
Hiragana Akane
 
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Geninprüfung: Hiragana Akane

Prüfer:
- Tenchiro
- Katsumi



Die letzte Trainingseinheit

Es war der letzte Tag vor der Geninprüfung und Akane gab noch einmal alles. Schon zum Frühstück schnappte sie sich ein Buch und las sich Informationen zu den Besonderheiten von bestimmten Jutsus durch. Als das Mädchen dann fertig war mit essen, ging es raus und übte die Jutsus auch noch einmal für den praktischen Teil. Außerdem durchlief sie einen Hindernispacours, den ihr Bruder für sie schon am vorigen Abend aufgebaut hatte, bevor er auf eine Mission musste. Das Mädchen wollte wirklich auf alles vorbereitet sein. So übte Akane sogar das Zielen, indem sie Kunai auf Zielscheiben warf. Wenn eines der Kunai nicht die richtige Richtung einschlug, benutzte die junge Hiragana Fuuton: Reppushou um das Wurfgeschoss umzulenken. Manchmal nutzte sie das Jutsu aber auch nur um den Kunai mehr Geschwindigkeit zu geben. Und natürlich trainierte sie auch mit dem Okazegan, sie wusste schließlich nicht, was auf sie zukam.
Als es dann draußen dunkel wurde und am Himmel schon der Mond und ein paar Sterne zu sehen waren, ging Akane völlig fertig zurück ins Haus. Zum Abendbrot schmierte sie sich nur zwei Stullen, die sie mit auf ihr Zimmer nahm. Dort las sich das Mädchen -während es die Stullen aß- nochmal ein paar Beschreibungen zu allem möglichen durch und als es dann schon fast zwölf Uhr abends war legte sich die Hiragana-Kunoichi in ihr Bett und versank sofort ins Reich der Träume.
Mit dem ersten Piepen ihres Weckers stand Akane förmlich in ihrem Bett, da sie ihn so laut wie möglich gestellt hatte, um ihn ja nicht zu überhören und dadurch zu verschlafen. Sie beeilte sich das Gerät so schnell wie möglich auszuschalten, ging danach duschen und zog sich frische Kleidung an. Nachdem das erledigt war ging das Mädchen in die Küche und aß ein ausgewogenes Frühstück, das aus einem Kaffee, zum schneller wach werden, einem gekochten Ei, zwei Schrippen mit Wurst und Käse, einer Orange und einem Apfel bestand. Schließlich wusste das Mädchen nicht genau wie lange diese Prüfung dauerte und sie wollte natürlich die ganze Zeit über bei Kräften sein. Akane hatte noch eine ganze Stunde Zeit, sodass ihr das Essen also während der Prüfung auch nicht zu schwer im Magen liegen konnte. Die Kunoichi nutzte die Zeit um noch einmal ihre Ausrüstung zu checken und ein, zwei Jutsus zu üben, dabei achtete sie aber darauf, nicht zu viel Chakra zu verschwenden, da sie dies später noch brauchte.
Endlich ist es soweit. Dachte Akane, als es dann langsam Zeit für sie wurde, loszugehen. Sie benutzte den Weg, der über die Dächer führte, da sie so schneller war und gleichzeitig noch trainieren konnte. Geschickt sprang die junge Hiragana von einem Dach zum anderen und war nach kurzer Zeit an ihrem Ziel, der Akademie, angekommen. Dort ging sie in eine Art Warteraum, in dem schon andere Anwärter auf den Genin-Rang saßen. Akane setzte sich auf einen leeren Platz in der hintersten Ecke des Raumes und wartete. Immer wieder wurden Schüler von ihren Sensei aufgerufen, mitzukommen. Manche von ihnen kamen wieder und präsentierten vor stolz geschwellter Brust ihre neuste Errungenschaft, den Protektor mit dem Zeichen ihres Dorfes. Doch diese Typen interessierten das Mädchen weniger, denn in Gedanken ging es nochmal alles durch, um sich zu vergewissern, dass es nichts vergessen hatte. Schließlich nickte sie zufrieden und wartete dann darauf, aufgerufen zu werden. Akane musste auch nicht sehr lange auf sich warten lassen. Sensei Tenchiro stand in der Tür, sah sich kurz um und als er das Mädchen in der Ecke erkannte, sagte er: „Hiragana Akane, wenn du mir bitte folgen würdest.“ „Hai, Sensei.“, antwortete Akane, die nun aufgestanden war. Nachdem sie das gesagt hatte, war der Mann auch schon wieder aus dem Türrahmen verschwunden und das Mädchen folgte ihm schnell in einen Raum, in dem auch schon Sensei Katsumi auf die beiden wartete. Die Hiragana-Kunoichi stellte sich in die Mitte des Raumes, während Tenchiro sich neben seinen Kollegen setzte.

1. Aufgabe "Oh wie schön: Die berühmte Theorie"

Kurz nachdem sich Tenchiro gesetzt hatte, ergriff Katsumi das Wort. „Na gut, dann fangen wir mal gleich an. Also, wie du vielleicht schon weißt, ist die Genin-Prüfung in zwei Teile unterteilt. Für den ersten, den theoretischen Teil gibt es 40 Punkte und für den zweiten, den praktischen Teil 60 Punkte. Das heißt, dass du insgesamt 100 Punkte erreichen könntest, jedoch reichen dir zum bestehen auch nur 80. Da wir das geklärt hätten, kommen wir gleich zum Theorieteil der Prüfung. Deine Aufgabe besteht darin uns einen nicht all zu langen, aber dennoch ausreichend Informativen Vortrag über Bluterben zu halten. Dabei solltest du dir ein Beispiel an bekannteren Konoha-Clans oder an deinem eigenen Clan nehmen. Danach musst du uns noch eine D-Rang Technik, die du dir selbst aussuchen kannst, kurz, aber gleichzeitig präzise erklären und vorführen. Verstanden?“ „Hai.“ „Gut, dann kannst du anfangen.“ Na schön so schwer sollte das doch nicht sein. Mit diesem Gedanken im Kopf begann Akane zu sprechen. „Ich werde das Bluterbe meines Clans vorstellen, das Okazegan.“, schon an diesem Satz allein konnte man merken, dass sie sehr selbstbewusst war, denn ihre Stimme zitterte, während sie sprach kein bisschen und ihr Körper genau so wenig. Außerdem sprach sie nicht zu schnell, aber auch nicht zu langsam, sondern genau im richtigen Tempo. „Das Okazegan gehört unter die Gruppierung Doujutsu und kann nur vom Hiragana-Clan angewandt werden. Mit dieser Augentechnik ist es für die Clanmitglieder möglich Windfeldlinien und -ströme zu sehen. Dadurch kann man Personen selbst dann erkennen, wenn sie sich getarnt oder versteckt haben, da der Wind eine andere Richtung einschlagen muss, um an dem Körper vorbeizukommen. Natürlich benötigt es Übung solche Veränderungen erkennen zu können. Dazu kommt noch das man sich in gewissem Maße mit dem Wind auskennen muss, da man sonst hinter jedem Baum einen Feind sieht oder hinter gar keinem. Das Doujutsu ist nicht für den Permanentgebrauch geeignet, da es wie jedes andere Chakra verbraucht. Und ein weiterer Nachteil, mit dem wir am Ende meines Vortrages angelangt wären, ist, dass man vollständig das Farbsehen verliert, da man Zapfen auf der Netzhaut vorübergehend „abschaltet“, da nur so die Windfeldlinien sichtbar gemacht werden können, die man sonst nicht erkennen könnte.“ , nachdem Akane all das gesagt hatte, sah sie ihre Sensei in der Hoffnung an, dass sie irgendetwas sagten, was sie jedoch nicht taten. Na schön. Dachte das Mädchen und fuhr fort. „Na gut, dann komm ich jetzt mal zu der D-Rang Technik. Dabei habe ich mich für das Jutsu Fuuton: Reppushou entschieden. Durch diese Technik kann man Wurfgeschosse mit einer kurzen Windböe umlenken, dadurch kann man sich verteidigen oder die Flugbahn eines, von einem Verbündeten geworfenen Wurfgeschosses verändern. Eine 180° Wendung ist hier bei nicht möglich. Aber mit dieser Kunst kann man auch eigene Geschosse beeinflussen oder beschleunigen.“, nun trat die Kunoichi zurück, bis an die Wand hinter sich. „Für die Ausführung würde ich einen von ihnen bitten ein Kunai oder Shuriken in meine Richtung zu werfen.“ Daraufhin zögerte Katsumi nicht und ehe sie sich’s versah, war auch schon ein Kunai auf dem Weg zu Akane. Schnell formte sie die nötigen Zeichen und sagte dann Fuuton: Reppushou. Mit der entstandenen Böe änderte die junge Hiragana die Flugrichtung des Geschosses. So machte es vor ihrem Kopf eine Biege und landete kurz neben ihr in der Wand. „Sehr schön. Das war es erst mal für den theoretischen Teil. Wie du abgeschnitten hast, erfährst du nach dem praktischen Teil, zu dem wir nun kommen. Aber dafür müssen wir erst raus, zu diesem Waldstück dort hinten.“, Katsumi hielt inne und deutete aus dem Fenster auf einen kleinen Wald. „Wir treffen uns dort in zehn Minuten.“, sagte Tenchiro und war gemeinsam mit ihrem anderen Prüfer verschwunden. Gut, den ersten Teil habe ich überstanden und ich war gar nicht mal so schlecht. Und mit diesem Gedanken machte Akane sich auf den Weg zum Wald.


2. Aufgabe: "Ein kleines Suchspiel"


Genau pünktlich kam Akane beim Wald an und dort warteten auch schon ihre Sensei auf sie. „So weit so gut Akane. Nun kommen wir zum praktischen Teil, zur Erinnerung, für diesen Teil gibt es insgesamt 60 Punkte, also streng dich an.“ Als wenn ich das nicht selbst wüsste. „Naja, jedenfalls wird dieser Teil der Prüfung eine Art Suchspiel. In diesem abgegrenzten Waldstück hinter mir liegen Schriftrollen versteckt, die es einzusammeln gilt. Die richtigen sind mit den Zahlen 1, 2 und 3 beschriftet. Die falschen sind blank. Natürlich wirst du nicht den ganzen Tag Zeit hab. Das Zeitlimit liegt bei 30 Minuten. Wenn du alles verstanden hast, können wir anfangen.“, erklärte Sensei Tenchiro dem Mädchen. Das heißt ich muss die drei richtigen Schriftrollen besorgen. Jedoch gibt es auch falsche Duplikate, dazu kommen bestimmt noch irgendwelche Fallen, die er bewusst nicht erwähnt hat, um mich im Gauben zu lassen, dass das alles ganz einfach sei. Naja und dann hab ich auch nur begrenzt Zeit. Das könnte knapp werden. Nach diesen Überlegungen nickte Akane. „Ich werde die Zeit stoppen.“, meinte Tenchiro und begann mit dem Countdown. „3…..2…..1…..Los!“ und schon als sie das Signal hörte, rannte die Hiragana-Kunoichi los.
Die ersten fünf Minuten war das Mädchen mehr oder weniger umher geirrt und hatte nur zwei blanke Schriftrollen gefunden, die sie in eine Tasche ihres Mantels gesteckt hatte. Nun stand sie vor einem Laubhaufen, der aus Blättern bestand, die an diesen Bäumen gar nicht wuchsen. Ziemlich schlampig gemacht. Diese Falle erkennt doch jeder. Dachte das Mädchen selbstsicher und ging an dem Haufen vorbei, wobei sie auf einen, für sie nicht sichtbaren Draht trat. Mist! Ein Hagel von Kunai kam auf das Mädchen runter, und es konnte nur knapp ausweichen. Jedoch war das letzte Kunai, was auf sie zuflog einfach zu schnell, sie konnte ihm nicht ausweichen. Akane reagierte schnell und begann Fingerzeichen zu formen. Fuuton: Reppushou, rief das Mädchen und lenkte das Wurfgeschoss mit einer Windböe ab. Danach stolperte sie und fiel mit dem Kopf vorn zu Boden. Den Sturz konnte Akane noch gut mit einer Rolle abfangen, doch als sie auf dem Boden hockte bemerkte sie, dass da unter dem Strauch vor ihr etwas Orangenes lag. Es war eine der Schriftrollen, Akane griff danach und stellte fest, dass es eine der richtigen war. Schnell stand sie auf und steckte die Rolle weg. „Na komm, nicht schwächeln. Du hast noch 20 Minuten.“, erklang eine Stimmer hinter dem Mädchen. Die junge Hiragana drehte sich um, doch da war der Besitzer der Stimme schon verschwunden. Jedoch war Akane klar, dass es Tenchiro gewesen war. Das Mädchen klopfte noch etwas Staub von seiner Kleidung und rannte dann weiter.
Auf ihrem weiteren Weg fand sie noch zwei blanke Rollen, aber keine beschriftete und langsam wurde die Zeit knapp. Schließlich kam Akane zu dem höchsten Baum des Waldes und sie war sich sicher, dass in der Krone dieses Baumes noch eine weitere nummerierte Schriftrolle steckte. Na super. Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht. Ich meine Hallo?! Im echten Leben würde doch nie jemand eine Schriftrolle in einem Baum verstecken! Aber in dieser Situation bin ich mir eigentlich ziemlich sicher, dass dort oben eine Schriftrolle ist. Etwas sauer begann Akane den Baum hochzuklettern. Jedoch stellte sich das noch schwieriger als erwartet heraus, da an manchen Stellen des Baumes Briefbomben angebracht waren. Einer konnte die junge Hiragana nur knapp entgehen, indem sie sich auf einen weiter oben hängenden Ast rettete. Sie hatte Glück, das der Stamm des Baumes ziemlich dick war und die Explosion aushielt. In den -von Sensei Tenchiro angesagten- letzten fünf Minuten legte Akane noch einmal zum Endspurt an und erreichte die Spitze. Dort fand sich auch die von ihr erwartete Schriftrolle. Da sie auf dem Weg nach oben noch eine blanke Rolle gefunden hatte, waren es nun insgesamt sieben Schriftrollen, die sie gesammelt hatte. Den Weg nach unten machte sich das Mädchen leicht. Sie warf ein Kunai in die Erde unter dem Baum, formte ein paar Zeichen und sagte dann: Kawarimi no Jutsu. Somit hatte sie die Plätze mit dem Kunai getauscht. Und auch kurz nachdem sie unten war, tauchte Tenchiro vor ihr auf und sagte: „Die Zeit ist um. Zeig mal was du so alles eingesammelt hast.“, darauf hin holte Akane ihre Schriftrollen heraus und zeigte sie dem Sensei. „Also, du hast die Schriftrollen 1 und 2 und außerdem noch fünf blanke gefunden. Nicht schlecht. Wir treffen uns in 15 Minuten wieder in der Akademie, dort gibt es dann die Auswertung.“ Und schon war der Mann wieder verschwunden und die Kunoichi stand allein im Wald.

Lorbeeren ernten

Zwar war Akane diesmal nicht so schnell wie vorher, aber sie schaffte es noch rechtzeitig zur Akademie. Das ganze hatte sie ziemlich fertig gemacht. Im Raum warteten schon ihre Prüfer auf sie. Das Mädchen stellte sich wieder in die Mitte des Raumes und wartete darauf, dass einer der beiden etwas sagte. Schließlich ergriff Katsumi das Wort. „Na dann, fangen wir mal mit der Auswertung an. Zum theoretischen Teil: die Vorstellung des Bluterbes und des Jutsus waren sehr gut und auch die Ausführung des Jutsus. Jedoch habe ich dir vier Punkte dafür abgezogen, dass du das Ganze mehr oder weniger aufgesagt hast, wie ein auswendig gelerntes Gedicht. Also kommen wir bei diesem Teil auf 36 Punkte.“, nun übernahm Tenchiro. „Im praktischen Teil hast du auch gut abgeschnitten, da du zwei der drei Schriftrollen gesammelt und die Probleme durch die Fallen gut gelöst hast. Für diesen Teil hast du 54 Punkte erhalten.“ Einen Moment 36 und 54 machen 90! Das heißt ich habe bestanden! „Insgesamt wären das dann 90 Punkte. Herzlichen Glückwunsch Akane, von heute an bist du Genin.“, sagte Katsumi abschließend und überreichte dem Mädchen seinen Protektor mit dem Zeichen von Sunagakure. Sie nahm das Stirnband und verbeugte sich vor den beiden Männern. „Domo Arrigato.“ Akane richtete sich wieder auf und verschwand aus der Tür.
Auf dem Weg nach Hause band sie sich das Band um den Hals, aber so das es noch locker saß und freute sich innerlich schon auf den Gesichtsausdruck ihres Bruders, wenn er von seiner Mission zurück kam und sah das seine kleine Schwester nun ein Genin war.
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Alt 27.07.2010, 09:26   #33
Aono Kyo
 
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Geninprüfung Aono Kyo


Prüfer:
Kenji

Ayaka


Vor der Prüfung: "Aono? Alles nur ein Traum!"

Der Tag vor der Geninprüfung verlief relativ ruhig und obwohl Kyo erwartet hatte sich den Kopf zu zerbrechen, machte er sich doch nicht so viele Gedanken über den morgigen Tag. Morgen soll mein Tag werden. Ganz gut dass ich momentan noch keinen klaren Gedanken an die Prüfung fassen kann. Ich hoffe nur, dass ich dann nicht kurz vor der Prüfung meine Prüfungsängste bekomme.Er fing nun also an darüber nachzudenken, während er am sonnigen Tag draußen auf einer Bank, außerhalb der Unterkünfte saß. Noch konnte er die Sonne genießen, aber Morgen würde es ein hartes Stück Arbeit geben. Doch obwohl er wusste was da auf ihn zukommen würde, so wusste er nicht was er für Aufgaben bekommen würde, was für Wissenslücken er hatte, oder welche Vorbereitungen er treffen sollte. Es schien so, als müsse er alles einfach auf sich zukommen lassen. Aber Kyo war eh so ein Typ, der es eher ruhiger angeht, als dass er hektisch an die Sache herangeht. Er hoffte nur einfach, es zu schaffen und nicht zu versagen. Schließlich wollte er nicht für immer Akademieschüler bleiben, so wie sein Vater ewig Genin blieb, er wollte beweisen, dass er es schaffen konnte, besser als sein Vater zu werden und dafür war es nötig zu bestehen. Das Tageslicht verdunkelte sich nun langsam und ein herrlicher Sonnenuntergang verlief vor Kyo’s Augen. Das muss ein gutes Zeichen sein.Es war auch schon sehr spät und langsam würde er wohl zu Schlaf kommen müssen, denn für Morgen musste er fit sein. Obdie Anderen schon schlafen…Doch eigentlich interessierte ihn dies kaum, da er nur auf sich selbst bedacht war und sich voll und ganz auf seine Prüfung konzentrierte. Er konnte es sich einfach nicht leisten auf die anderen zu achten. Freunde konnte er sich auch später noch machen, es war ja bisher nur der Anfang und der muss einfach sitzen. Nun stand er gähnend auf und bemerkte jetzt selbst, dass es höchste Zeit war ins Bett zu gehen. Er betrat seine Unterkunft und warf sich mit dem Rücken aufs Bett und blickte zur Decke. Nach wenigen Sekunden verfiel er sogleich in Schlaf. Doch es war nicht so, dass er ruhig hätte schlafen können, ein seltsamer Traum überfiel ihn. In genau diesem fand er sich in einer Höhle wieder. Von der Höhlendecke tropfte immer wieder Wasser herunter und allgemein schien die ganze Höhle von Wasser besiedelt zu sein, denn überall war es nass. Er lief geradewegs durch den steinernen Tunnel und vor ihm bildete sich langsam Nebel. Er selbst hätte nicht weitergehen wollen, doch im Traum tat er es von alleine und verirrte sich scheinbar im Nebel. Verdeckt im Nebel konnte Kyo schließlich mehrere Gestalten erkennen. Um genau zu sein sieben Gestalten. Er konnte sie reden hören, jedoch nicht verstehen. Nun bemerkte er, dass nur ein paar einzelne Personen miteinander sprachen, eine dreiköpfige Gruppe und ein zweiköpfiges Paar. Es schien als würden die Anderen nicht dazu gehören oder Einzelgänger sein, doch er spürte, dass sie irgendetwas verbindet. Plötzlich kam die 2erGruppe auf ihn zu, doch sie sahen ihn wohl nicht. Kyo konnte nun verstehen über was sie sprachen. „Wir müssen die anderen fünf finden, wir müssen uns wieder zusammentun.“ „Ja, irgendetwas ist passiert, ich habe Visionen, es hat sich etwas verändert.“ „Damals als wir uns als goldene Generation zusammentaten, da hatte ich das Gefühl wir würden ewig bestehen. Doch jetzt scheint es, als würde sich die nächste Generation schon auf den Weg machen.“ „Ja, ich weis … das ist nicht gut. Was soll ich tun?“ „Ich kümmere mich um die anderen Fünf. Du wirst dich auf den Weg machen diejenigen zu finden, die die nächste Generation darstellen sollen.“ „Ja, ich suche im Reich des Wassers, vielleicht komme ich wieder in meine alte Heimat, die ich solange nicht mehr gesehen habe…“ „Das ist mir egal, erfülle deine Aufgabe! Du weist was die nächste Generation bedeuten würde, hoffe ich?“ „Natürlich, wir würden ihnen unsere liebsten Gegenstände übergeben, freiwillig. Wir würden dies nie tun, aber die Anderen? Ich muss die Neuen also ausradieren.“ „Richtig, mach dich auf den Weg, Aono …“ Plötzlich erwachte Kyo aus seinem Traum. Aono!?Er besonn sich. Ruhig Kyo, alles nur ein Traum.Das dachte Kyo sich zuerst. Doch als er genauer nachdachte wusste er wer die sieben Gestalten sein mussten. Obwohl er interessiert an ihnen war, doch was hatte er selbst mit den sieben Shinobi-Schwertkämpfern zu tun? Aono, das konnte nur er sein. Doch goldene Generation? Vielleicht war es doch nur ein normaler Traum ohne Bedeutung und Kyo dachte nicht weiter darüber nach. Kurz darauf klingelte Kyo’s Wecker und plötzlich verschwand der Traum komplett aus seinem Kopf. Es hieß: Geninprüfung! Schnell machte er sich fertig, zog sich an, nahm seine Ausrüstung zur Hand und flitzte los. Doch nicht zur Prüfung. Er lief noch ein paar Runden um die Unterkünfte um wach zu werden und top fit zu sein bevor er in Richtung Akademie abbog.

Aufgabe 1: "Oh wie schön: Die berühmte Theorie"

An der Akademie angekommen bemerkte Kyo sofort, dass es heute wohl nicht lange dauern würde bis die Prüfungen abgeschlossen sein würden. Dafür waren einfach zu wenige Teilnehmer erschienen. Mehr als eine Hand voll Schüler werden es wohl nicht gewesen sein. Sogleich gesellte er sich zu den anderen, setzte sich auf eine leere Bank vor dem Akademiegebäude. Auch er wurde nun so langsam nervös. Kyo blickte umher, keiner sah ihn an, alle waren in sich gekehrt und sie alle blickten vor Nervosität nur auf den Boden. Nun erschienen zwei Personen, ein Mann und eine Frau. Es ist so weit, folgt uns.Sprach der männliche Part kurz und knapp und die Beiden machten sich auf ins Gebäude. Alle Schüler folgten sofort. Durch den Hauptflur, über die Treppe, in das erste Obergeschoss und geradeaus von der Treppe durch eine große Tür in den großen Prüfungssaal. Alle Schüler blickten sich zuerst um, sie hatten diesen Raum schließlich vorher noch nie betreten dürfen. Dies ist der Prüfungssaal. Die Prüfungen an sich werden jedoch im Nebenraum stattfinden, hier habt ihr Zeit euch noch einmal vorzubereiten. Mein Name ist Kenji und die Dame heißt Ayaka. Wir beginnen sofort mit dem ersten Teilnehmer.Alle setzten sich gerade und als sich auch Kyo setzen wollte erhallte bereits sein Name. Aono Kyo, folge uns in den Nebenraum. Kyo war erschrocken gleich als Erster ran zu müssen und sein Herz fing an zu rasen. Jawohl.Die beiden Prüfer begaben sich nun in den Nebenraum, während Kyo noch ein wenig starr stehen blieb. Die Tür zum Prüfungsraum war weit geöffnet und Kyo folgte ihnen. Nachdem Kyo den Raum betrat fiel die Tür hinter ihm zu und obwohl Kyo sich erschrak, zeigte er keine Reaktion und stellte sich vor den langen Tisch, an dem die Prüfer Kenji und Ayaka saßen. Nervös? Deine Aufgabe wird es sein uns einen Kurzvortrag über Taijutsu und Waffen zu halten, sowie Vorteile und Nachteile zu erläutern. Bist du bereit? Ja, das bin ich.Dann beginnt nun der theoretische Teil für dich, bleib ruhig und konzentriere dich. Nimm dir lieber etwas mehr Zeit und handle nicht unüberlegt. Kyo nickte und hielt kurz inne. Er überlegte noch wie er beginnen sollte. Gut. Taijutsu ist eine der drei Arten in die man Jutsus unterteilt. Taijutsu ist der Nahkampf. Bei diesem Typ Jutsu bedarf es keiner Nutzung von Chakra und dementsprechend auch keiner Fingerzeichen. Viele Shinobi konzentrieren sich nur auf Taijutsu, man sagt dass sie nur wenig Talent besitzen. Vorteile sind, dass man sich nicht auf sein Chakra konzentrieren muss. Entscheidend sind die körperlichen Fähigkeiten, welche auch einfacher zu trainieren sind. Ein Nachteil wäre der Fernkampf. Aus der Distanz ist mit schnell verwundbar. Um den Gegner besiegen zu können muss man ihm nahe kommen, dass könnte sich in manchen Situationen schwierig gestalten.Kyo machte eine Pause und dachte über das zweite Thema nach. Dumm nur, dass er es vergessen hatte. Man konnte davon ausgehen, dass die Prüfer das merkten, doch Kyo erinnerte sich. Waffen. Es gibt Nahkampfwaffen und Fernkampfwaffen. Nahkampfwaffen sind von Vor- und Nachteilen vergleichbar mit Taijutsu, verständlicherweise. Fernkampfwaffen sind vorteilhaft aus der Distanz, im Nahkampf aber meist unbrauchbar. Verliert man die Waffe, muss man: andere Mittel finden den Gegner zu besiegen, aufgeben, oder flüchten. Waffen kann man desweiteren in vier konkrete Kategorien unterteilen. Ninjawaffen, welche im Nah- und Fernkampf brauchbar und eher kleine, leichte Waffen sind. Fernkampfwaffen, die für den Fernkampf geschaffen sind. Kriegswaffen, die für den Nahkampf geeignet sind und größere, schwere Waffen darstellen. Und Mönchswaffen, welche für den Nahkampf praktisch sind und große, leichte Waffen für ruhige Hände sind … Ich denke das wärs.Er blickte zwischen den Prüfern umher und wartete auf eine Reaktion. Gut, begib dich zum Trainingsplatz B, wir und die anderen Schüler werden nachkommen. Dort werden wir euch eure praktischen Aufgaben mitteilen. Eins kann ich dir verraten, du wirst wieder beginnen. Gut. Kenji zeigte auf die Tür und Kyo begab sich von dem kleinen Raum in den großen Saal. Einige andere Schüler blickten ihn an und fragten sich wohl wie es verlaufen war. Kyo entgegnete ihnen mit einem Schulterzucken, da er wusste was sie sich wohl gerade fragten. Denn nein, er wusste nicht wie die Prüfer seinen theoretischen Teil bewerteten. Er begab sich nun auf den Weg zum Trainingsplatz. Als er den Flur des Obergeschosses beging hörte er Stimmen, der nächste Teilnehmer war dran. Kyo war recht zufrieden, doch langsam fielen ihm immer mehr Dinge ein die er hätte erklären können. Er versuchte abzuschalten, aber das war ihm nicht möglich.

2. Aufgabe: "Mirror's Edge"

Kurz darauf erreichte Kyo den nicht weit entfernten Trainingsplatz B. Es würde jedoch noch eine Weile dauern bis die anderen nach kämen, da er schließlich der Erste war. Ok, ich werde der Erste sein. Vielleicht sollte ich … ja verboten ist es nicht, ganz gut das ich anfangen darf. Kyo suchte den Platz ab und versuchte gute Angriffspunkte herauszusuchen. Sicherlich würde sich an einigen Stellen auch eine Falle platzieren lassen. Als er fertig war waren bereits fast alle da. Einige sahen sich ebenfalls den Platz an, hatten allerdings nicht die Möglichkeit zu beginnen und ihre Beobachtungen besser zu nutzen so wie Kyo es konnte. Andere saßen nur vor dem Platz. Einige nervös und überrumpelt vom theoretischen Teil. Andere zuversichtlich die Prüfung zu bestehen, unter ihnen auch Kyo, denn der praktische Teil sollte eigentlich seine Stärke sein. Er wollte allen gleich zeigen, dass er den Test bestehen kann. Das konnte ein erstes Zeichen sein was er setzen würde. Nun kam auch der Rest nach und an letzter Stelle, die Prüfer. Als sie ankamen standen alle Schüler sogleich auf. Einige freuten sich schon auf den bevorstehenden Teil. Doch war die Stimmung sehr angespannt, schließlich wussten sie nicht, wie die Aufgabe lauten würde. Wir beginnen mit den praktischen Tests. Nun wurde es also ernst. Aono Kyo, du wirst wieder beginnen. Deine Aufgabe besteht darin, mich zu besiegen. Kyo war ein wenig überrascht. Das war eine harte Aufgabe, er sollte den Schulleiter bezwingen. Ok, ich schaff das, ich muss nur bei der Sache sein. Ich werde die gleiche Ausrüstung nutzen die ihr Akademieschüler zur Verfügung habt. Du hast 10 Minuten Zeit. Kann es losgehen? Kyo war sehr angespannt und zögerte. Es wurde windig und ein Windzug zog durch sein Gesicht. Das ist gut. Jetzt oder nie, ich bin bereit. Kyo zog ein Kunai und begab sich in Kampfpose und signalisierte dem Schulleiter und Prüfer Kenji, dass er bereit ist. Es geht los! Sogleich stürzte Kyo auf Kenji zu. Er griff mit dem Kunai an, doch Kenji konnte seine Angriffe erfolgreich abblocken. In einem unachtsamen Moment brachte sich Kyo hinter Kenji in Position und griff erneut an, doch selbst diesen Angriff konnte sein Gegner abwehren. Doch Kyo lies sich nicht aus der Bahn werfen und einen erfolgreichen Tritt an, der Kenji von den Beinen holte. Doch zu seinem Unglück entpuppte sich der Körper nur als eine Holzmarionette, eine wie sie für Übungen am Rande des Platzes stand. Er blickte die Marionette an und verpasste es fast auszuweichen, als die Puppe in die Luft ging. Ein Explosionssiegel also. Kyo blieb ruhig und blickte sich um. Als er Kenji erblickte sah er bereits drei Shuriken auf sich zueilen, die er letztendlich mit seinem Kunai abwehren konnte. Er hoffte nun sich etwas ausruhen zu können und überlegte sich wie er weiter verfahren sollte. Schließlich ging er wieder in den Nahkampf über und setzte einen Schlag an. Kenji allerdings hat keine Probleme dem Schlag auszuweichen und kontert mit einem schönen Konoha Reppū. Damit holte er Kyo von den Beinen und nahm ihm jegliche Chance zur Verteidigung. Der Prüfer konnte nun den letzten Schlag ansetzen, doch konnte Kyo ihn mit einem Doppelgänger der neben Kenji erschien ablenken. Dieser Doppelgänger verschwand nach einem leichten Schlag von Kenji, doch als dieser sich umblickte, war Kyo bereits verschwunden. Ein Doppelgänger, nicht schlecht. Allerdings hast du nur noch 3 Minuten Zeit, du musst also einen Angriff erfolgreich durchführen. Beim genauen Umsehen bemerkte Kenji das Kyo nirgends zu finden war. Ich verstehe. Plötzlich löste Kyo sein Henge no Jutsu in Form eines Steins auf und griff Kenji von hinten an, doch dieser erahnte dies und schlug ihn zurück, woraufhin Kyo sein Kawarimi no Jutsu anwendete um sich mit der Uhr, die am Platz hing und die übrige Zeit verdeutlichte, zu tauschen. Hier hast du deine dämliche Zeit! Kenji sprang auf und konnte noch geradeso der Explosion der Uhr entgehen. Ich verstehe, das war alles geplant. Jetzt bin ich schutzlos in der Luft und er kann mich angreifen. Er muss das Explosionssiegel schon vorher angebracht haben. Kenji zückte sein Kunai um einen wohl bevorstehenden Angriff per Shuriken abwehren zu können, doch so kam es nicht. Teppoudama.Nach den geformten Fingerzeichen schoss Kyo eine Wasserkugel aus seinem Mund und traf Kenji frontal. Dieser konnte sich als er landete auf den Füßen halten, doch Kyo stand bereits hinter ihm und hielt ihm ein Kunai an den Hals. Der Kampf ist vorbei! Kyo war erleichtert, er hatte es geschafft, er hatte gewonnen. Keuchend lies Kyo sein Kunai fallen und bückte sich. Er hatte alles abverlangen müssen was er konnte und am Ende konnte er nur durch einen taktischen Zug gewinnen.
Es ist vorbei, wenn es dich nicht stört, so verkünden wir dein Ergebnis sofort. Einverstanden, bringen wir es hinter uns. Kyo war sich sicher bestanden zu haben, schließlich hatte er den praktischen Teil, den Kampf, ja gewonnen was ihm wohl die Gesamtpunktzahl einbringen würde. Zuerst der theoretische Teil. Wie ihr wisst muss man mindestens 80 von 100 Punkten während der gesamten Prüfung bekommen. Im theoretischen Teil gab es 40 davon. Alles in Allem war es nicht schlecht, die Grundlagen hast du gut erklärt. Über Taijutsu hättest du etwas mehr erzählen können, vielleicht auch Beispiele on Form von Kampfstilen nennen können. Besonders bei den Waffen hatte man erkannt, dass dies kein fremdes Thema für dich ist und man merkte dass du gut informiert warst. Trotzdem waren in diesem Teil sehr viele Lücken. Beispiele und konkretere Vor- und Nachteile besonders bei den 4 Waffengruppen hättest du besser beschreiben und nennen können. Im theoretischen Teil kommst du daher auf 25 von 40 möglichen Punkten. Da hatte er sich doch etwas mehr erwartet, aber wenn er ehrlich war, scherte ihn das nicht wirklich, denn schließlich musste er durch den gewonnenen Kampf ja die maximalen Punkte in der Praxis geholt haben und damit bestanden haben. Er nickt kurz und wandte sich Kenji zu. Was soll man sagen. Im praktischen Teil bekommst du 60 von 60 Punkten. Die Belohnung für den guten und bestandenen Kampf. Vor allem durch deine taktische Raffinesse konntest du mich überlisten. Die Ausführung war auch ganz in Ordnung. Vor allem mit dem Suiton Jutsu hast du mich überrascht und beeindruckt. Das heißt dann also du hast 85 von 100 Punkten und damit bestanden, Glückwunsch! Wo man bei anderen nun erwartet hätte, dass sie aufspringen, so blieb Kyo ruhig, konnte sich ein Grinsen allerdings nicht unterdrücken. Ich danke! Es liegt nun an dir deinen Ninjaweg erfolgreich weiter zu bestreiten. Ich sehe sehr viel Potenzial in Sachen Suiton Nin-Jutsu zum Beispiel. Allerdings musst du auch in Zukunft an der Theorie zielstrebiger arbeiten. Das gehört nun mal dazu und wenn du erfolgreich und stärker werden willst, musst du dort etwas tun. Ich überreiche dir hiermit dein Stirnband. Du bist nun ein Shinobi, im Genin Rang, von Soragakure! Kyo bekam sein Stirnband überreicht und er selbst konnte es noch nicht richtig realisieren. Doch war es etwas ganz großes für ihn, denn nun fing alles erst richtig an. Ich werde sie und die Menschen die mich brauchen nicht enttäuschen, das schwöre ich. Kyo machte sich nun auf den Heimweg. Unterdessen geriet sein Stirnband in die Werkzeugtasche und sollte bis er daheim war unberührt bleiben. Schade nur, dass er gänzlich alleine in Sora lebte und seine Familie nicht bei ihm war, doch er war sich sicher bald wieder nachhause zurück zu kehren.
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Aono Kyo ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 31.07.2010, 12:37   #34
Kanaye Iori
 
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Geninprüfung

Prüfer:
- Ayaka
- Tenchiro


1. Aufgabe "Oh wie schön: Die berühmte Theorie"



Es war das sanfte plätschern von Wasser, das diesmal Iori aus seinen Träumen zerrte. Der Junge hatte kaum geschlafen, zu lange hatte er gestern vor seinen Büchern gesessen, um ausreichend vorbereitet zu sein. Mit einem langen, schon fast krampfhaften Gähnen richtete sich der Junge auf und streckte seine Arme der Zimmerdecke entgegen. Heute ist es wohl so weit. Er sprang aus dem Bett und streckte sich zum zweiten Mal zu seiner vollen Länge, dabei war das Knacken seiner Knochen deutlich zu hören. Der Akademieschüler öffnete seinen Schrank und begann sich zu bekleiden. Anschließend wandte er sich der allmorgendlichen Körperpflege also Zähneputzen, Gesicht waschen und dem Kämmen seiner eher längeren Haare zu. Mit einem kurzen Blick auf die Uhr war für ihn klar, dass er noch gut in der Zeit lag und Iori tapste noch etwas schläfrig die Stiege hinunter in die Küche. Dort angekommen, machte sich das jüngste Familienmitglied noch schnell ein Obento und schlang eine gute Portion Rührei mit Schinken herunter. Mit neuer Energie und endlich vollkommen wach verließ der Junge das Haus, nachdem er eine Notiz für seinen Vater zurückgelassen hatte. Regen, besser kann der Tag ja nicht anfangen. Mit einem schnellen Laufschritt machte sich der baldige Genin zur Akademie auf und war dort innerhalb kurzer Zeit auch angekommen. Iori bahnte sich den Weg durch die noch jüngeren Schüler zum Prüfungsraum und öffnete leise die Tür.
Der Raum war gerade mal halbvoll und es herrschte schon eine drückende Atmosphäre. Offensichtlich haben die meisten der anderen Schüler sich eher spärlich vorbereitet oder hoffen, dass der praktische Teil der Prüfung sie herausreißt. Langsam und vor allem leise, um niemandem aufzufallen schlich der Akademieschüler zu seiner Bank, die durch ein Namensschild gekennzeichnet war. Iori setzte sich auf den Stuhl, der trotz seiner geringen Gewichtes knarrte, als er sich darauf niederließ. Sofort waren die Blicke der anderen Schüler auf den Neuling gerichtet, sehr zu dessen Unbehagen und er wandte seinen Blick zum Fenster ab. Wohl fünf oder zehn Minuten später kam Ayaka in den Saal getapst. Sie ist wohl so tollpatschig wie immer und trug auch die für sie typische Kombination aus Pastellfarben. Innerlich musste Iori schmunzeln, dieses kleine Lächeln wurde aber bald von Ayakas süßer Stimme weggewischt. „Einen wunderschönen Morgen meine Schüler!“ „Guten Morgen Ayaka-sensei!“ „Heute ist euer großer Tag und ich bin hier um euch den Ablauf zu erklären und dann später einige von euch zu prüfen. Also die Prüfung wird folgendermaßen ablaufen, Ihr werdet nach dem Alphabet von dem Lehrer, der euch prüfen wird, aufgerufen. Ihr werdet diesem Lehrer dann in seinen jeweiligen Prüfungsraum folgen und dort wird euch dann von eben jener Lehrkraft alles Weitere erklärt. Wenn es irgendwelche Fragen im Vorfeld gibt, oder einer von euch aussteigen möchte bitte wendet euch an die Prüfungsaufseher die zu eurer rechten an der Wand stehen.“ So sieht die Sache aus sie ermutigt uns jetzt schon die Prüfung nicht zu machen, das ist eine wirklich hinterhältige Auslese. Obwohl Iori vor dem Test ziemlich aufgeregt war, hatte sich diese Aufregung inzwischen in eine sehr angenehme Ruhe verwandelt. Er hatte gelernt, er würde bestehen und niemand konnte ihm das ausreden. Er legte die Füße trotz der missbilligenden Blicke der Aufseher auf den benachbarten Stuhl und begann sich zu entspannen. Bald war er in einer Art dösendem Zustand. Aber er konnte merken, dass ein oder zwei Schüler verspätet ankamen und sich deshalb eine kleine Predigt von den Aufsehern anhören mussten. Er war gerade in einem wunderbaren Halbschlaf, als er plötzlich vom Klang einer glockenhellen Stimme mit strengem Unterton, die seinen Namen nannte aufgerufen wurde.
Hastig nahm er die Füße von dem Nachbarstuhl und ging mit langen Schritten seiner Prüferin entgegen. Sehr zu seiner Erleichterung war Ayaka-sensei eben jene Prüferin. Da hab ich wohl, die beste Lehrerin bekommen. Immerhin ist sie die Einzige, die ich halbwegs einschätzen kann. Er folgte seiner Sensei in einen kleineren Raum, der aus einem Pult und einem Parkettboden davor bestand. Eine Wand, die etwas hervorstand und eine Zielscheibe auf sich prangen hatte und eine zweite Tür gehörten ebenfalls zur Ausstattung des kleinen Kämmerchens. Ayaka ging in ihren zu hohen Schuhen zum Pult und wäre fast beim Erklimmen desselbigen gestolpert fing sich aber wieder und richtete ihre Aufmerksamkeit wieder auf Iori. Dieser hatte betrachtete seine Lehrerin mit einem besorgten Gesichtsausdruck „Es ist nicht passiert.“ sagte die Lehrerin freundlich, als hätte sei Ioris Gedanken gelesen "Also deine Prüfung wird aus drei Teilen Bestehen, jeder Teil wird aus zehn Minuten Vorbereitung und zehn Minuten Prüfung bestehen. Das Thema jedes Teilabschnitts wird dir vor deiner Vorbereitungszeit von mir bekannt gegeben. Noch irgendwelche Fragen oder Wünsche?“ Iori schien kurz zu überlegen, aber nur um den Schein zu waren und antwortete dann mit einem kurzen: “Nein Sensei!“ Ayaka betrachtete ihn kritisch und lies ihren Blick dann auf ihre Unterlagen wandern, die vor ihr auf dem Pult lagen. Dieser durchdringende Blick hatte für Iori irgendwie etwas Bedrohliches und er ging unbewusst einen Schritt zurück. Okay jetzt mache ich mir Sorgen, das ist ja wie ein Raubtier, das seine Beute umkreist. „Gut deine erste Aufgabe wird es sein einen Klan, der der Soragakure Fraktion angehört zu beschrieben und genau über dessen Bluterbe Auskunft zu geben. Deine Vorbereitungszeit beginnt jetzt.“ Mit diesen Worten drehte seine Prüferin eine Sanduhr um und Iori leckte sich nervös über die Lippen. Er dachte fieberhaft nach welchen Klan er den wählen sollte. Es dauerte kurz dann kehrte wieder ruhe in sein Oberstübchen ein und er konnte wieder in seinen logischen Bahnen denken. Dann stand seine Wahl fest und er räusperte sich kurz, um sich der Aufmerksamkeit von Ayaka-sensei sicher zu sein, obwohl diese ihren Blick keinen Moment von dem Prüfling genommen hatte. „Ich würde gerne den Hinkètsu-Klan als Vortragsthema wählen." Mit einem knappen Nicken gab sein Sensei die Zustimmung zu diesem Vorschlag und begann dann Iori durch ihre Brille zu fixieren. Iori fühlte sich nicht wohl, wenn er so angestarrt wurde und das wusste Ayaka wohl nur zu gut. Er kam sich vor als würde er vor einem Löwen stehen und kämpfte das Gefühl des Unbehagens nur mit Mühe nieder. Nachdem Iori sich wieder gefasst hatte, begann der Prüfling seinen Vortag mit einer ruhigen festen Stimme und fing mit der Geschichte der Klans an. Dabei erwähnte er zuerst den von ihnen entwickelten Kampfstil und wandte sich dann der eigentlichen Besonderheit des Klans zu, nämlich dessen Bluterbe. Iori nannte einmal die erhöhte Blutmenge der Mitglieder des Klans, die zur Verwendung deren Jutsu notwendig war, ihre scheinbare Unfähigkeit sich Wissen über ein drittes Element anzueignen und schlussendlich die erhöhte Regenerationsfähigkeit der Klanmitglieder durch ihre erhöhte Blutmenge. Während seiner gesamten Präsentation hielt in Ayaka stetig fixiert und beobachtete alles was er tat und sagte sehr genau. Zwischendurch wanderte ihr Blick auf ihren Notizblock, auf dem sie immer wieder etwas aufschrieb. Am Ende des Vortrages begann sie gleich, ohne auf den Prüfling zu achten fortzufahren:“Gut dann werde wir gleich das nächste Thema anschneiden. Diesmal wirst du mir eines deiner D-Rang Jutsu erklären und mir dasselbige dann auch vorführen.“ Diese Aufgabe überraschte Iori ungemein, da er eigentlich nicht auf einen praktischen Teil in der Theorie nicht vorbereitet war. Nach einer kurzen Minute der Unsicherheit fragte er dann:“Spielt das Element bei dieser Ausführung eine Rolle?“ Man was für eine dumme Frage, aber ich muss mir Zeit erkaufen, um mich wieder zu fassen. „Nein. Diese Prüfung ist vollkommen unwichtig was für ein Jutsu du vorführst, solange es D-Rang ist.“ Iori konnte den gereizten Unterton in Ayakas Stimme hören und wusste, dass er sich keine solche Frage mehr erlauben konnte. Immerhin wollte er ja den Bogen nicht überspannen und sich mit der Lehrerin anlegen. Zum zweiten Mal drehte sich nun die Sanduhr, der schönen Lehrkraft um und der Sand begann, wieder zu fließen. Nach knappem Überlegen sagte er dann: „Ich werde Ihnen das Teppoudama no Jutsu erklären und vorführen.“ Wieder kam nur ein kurzes Nicken als Antwort und man konnte die Anspannung seines Sensei förmlich sehen. Ich glaube, diese Frage hat sie wirklich irgendwie beleidigt. Ich sollte wirklich aufpassen, dass ich nicht von einer ihrer Gemütsschwankungen getroffen werde, dann ist es das mit der Prüfung gewesen. „Also das Teppoudama no Jutsu ist eine Suitontechnik, bei der der Anwender ein großes Wassergeschoss aus seinem Mund abfeuert. Die Stärke des Geschosses ist bei diesem Jutsu äquivalent zur eingesetzten Chakramenge und die maximale Reichweite des Jutus ist in etwa 50 Meter“, sagte Iori mit etwas zitternder Stimme. Das lag vielleicht an der Überraschung, die noch immer in seinen Gliedern steckte, oder einfach daran, dass während der ganzen Erklärung der Blick seines Senseis immer Bohrender wurde. Ich hab doch nichts vergessen. Hastig versuchte der Schüler, seine Gedanken zu ordnen und sich zu konzentrieren. Er ging noch einmal mental über all seine Antworten. Nein habe ich nicht auf keinen Fall, sie will mich nur überlisten. „Ich werde nun die Technik vorführen“, kam es leise aus Ioris Mund. Nach einer paar Fingerzeichen, die der Junge sehr schnell, aber dennoch gründlich ausführte und dem Sammeln von Chakra in seinem Mund, spie der Junge einen Wasserball. Teppoudama no Jutsu. Dieser traf daraufhin auf die Wand des Übungsraumes und benässte die Wand wärend das Wasser an ihr heruntertropfte. Das Wasser rann langsam in die Fugen des Parketts und er stellte sich vor, was passiert wäre, wenn er ein Feuerjutsu verwendet hätte. Er hätte gut die ganze Schule in Brand stecken können.
„Gut dann fahren wir mit Aufgabe Nummer drei fort“, unterbrach die Prüferin den Jungen. „Deine Situation ist wie folgt: Dein Team wurde nach einer einfachen Mission auf dem Heimweg in einen Hinterhalt gelockt, du entkommst als einziger. Alle anderen werden geschnappt. Was tust du?" Wieder drehte der Sensei die Uhr um, der Sand darin begann zu rieseln, aber Iori brauchte dafür keine Vorbereitungszeit. „Nun ja Sensei ich gehe einfach einmal davon aus, nachdem ich noch kein Genin bin, dass ich der Schwächste in der Gruppe bin. In diesem Fall habe ich das Problem, das ich nicht in der Lage sein werde meine Teamkameraden auf eigene Faust zu befreien. Zum einen, weil das eine Möglichkeit ist, die die Entführer sich in Betracht gezogen habe und zum anderen sind diese Entführer mit Sicherheit mir in meinem momentanen Ausbildungszustand bei Weitem überlegen. Also bleibt mir eigentlich nur eine Option übrig, ich sollte nach Möglichkeit erstens eine falsche Fährte legen und zweitens auf meinem Weg zurück einige Fallen aufstellen. Wenn ich dann in meinem Dorf angekommen bin, sollte ich außerdem sofort den Kagen über die Situation aufklären. Der Kage wird dann entscheiden, ob die Teamkameraden gerettet werden oder nicht. Wenn ich aber nicht das Schwächste, sondern das stärkste Mitglied der Gruppe bin, ist natürlich auch ein gut geplanter Rettungsversuch eine Möglichkeit, wobei ich hier das Problem hätte, dass ich in der Unterzahl bin und es schaffen müsste alle meine Feinde einzeln und am besten unvorbereitet zu treffen. Weiters könnte ich auch versuchen einfach meine Kameraden ohne eine Auseinandersetzung zu befreien, indem ich mich in das feindliche Lager schleiche. Das zieht aber nach sich, dass wir wieder von denselben verfolgt werden würden, wenn wir sie nicht gleich vor Ort ausschalten. Damit würden wir natürlich dem Feind die Möglichkeit einräumen noch einmal einen Überfall auf und zu starten und dieses Mal alle Mitglieder gefangen zu nehmen. Schlussendlich ist also die Situation sehr von der Stärke des sich darin befindlichen und dessen Feinde abhängig und eine so einfache Antwort gibt es darauf deshalb nicht.“ Der Grauhaarige war zufrieden mit dieser Antwort und Ayaka offensichtlich auch und er fügt nichts weiter hinzu. Noch einmal flog ihr Blick kritisch über das Niedergeschriebene. Vielleicht erfahre ich ja schon mein Ergebnis, das währe herrlich. Sie führte ihn, nachdem sie genau so tollpatschig vom Pult heruntergekommen war, wie sie es erklommen hatte, zu einer Seitentür im Raum und sagte: “Gut du hast Zeit bis acht Uhr Abends um dich auszuruhen und etwas zu essen. Das Ergebnis deiner Prüfungen wird dir nach deiner praktischen Prüfung mitgeteilt„ Jawohl Sensei, ich werde mich dann einmal auf die Prüfung vorbereiten“ Mit einem freundlichen Lächeln verabschiedete sich der Schüler von seiner Lehrerin und trat durch die Tür in seine wohlverdiente Pause.


2. Aufgabe: "Hide and Seek"


Nach einer sehr guten Mahlzeit machte sich Iori nun auf, um den praktischen Teil seiner Geninprüfung zu absolvieren. Es regnete immer noch so stark wie am Morgen, der Boden des Akademiegeländes war inzwischen nass geworden. Neben den Pfützen auf dem Schulzugang sah das Trainingsgelände am Schlimmsten aus, der Regen hatte das Gelände in ein matschiges Schlammbad verwandelt. Iori genoss kurz den Regen, die Tropfen prallten auf sein Gesicht und rannten dann seine ohnehin schon nasse Kleidung hinab. Der theoretische Teil scheint ja ganz gut gelaufen zu sein, obwohl ich es mit dieser Frage wirklich fast bis auf die Spitze getrieben hätte. Aber was geschehen ist, ist nicht mehr zu ändern. Ich muss nun bei der praktischen Prüfung 110% geben sonst wird das vermutlich ein Fiasko. Er konnte von weitem Ayaka unter einem rosa Regenschirm und in einer pinken Regenjacke erkennen und neben ihr stand Tenchiro-sensei bei dem er seinen letzten Unterricht absolviert hatte. Der Lehrer hatte aber anscheinend keine Verwendung für irgendwelchen Schutz vor dem Regen. Ich hab den Verdacht das hat irgendwas mit meiner Prüfung zu tun, heißt das, dass ich gegen einen Jounin kämpfen muss? Hoffentlich nicht, dann hätte ich ja keine Chance. Als er näher kam, brachen die Beiden ihre Unterhaltung ab, vermutlich sollte er das nicht hören, was die beiden besprachen, und wandten sich ihm zu. Als Iori vor den Lehrkräften angelangt war verbeugte er sich kurz vor Ayaka und Tenchiro und begrüßte beide mit einem knappen „Hallo, Tenchiro-Sensei, Ayaka-Sensei“. Ayaka antwortete nur mit einem knappen Nicken und Tenchiro sah den Schüler etwas ungehalten an. „Also hast du es doch bis zu den Prüfungen geschafft“ war die einzige Antwort die Iori von dem Lehrer bekam. „Iori kann ich kurz deine Aufmerksamkeit habe?“ Wieder hatte Ayaka den Jungen aus seinen Tagträumen gerissen und er drehte seinen Kopf langsam zu seinem Sensei. „Also Iori, du hast folgende Aufgabe als deine praktische Prüfung. Du musst den lieben Tenchiro-san hier fangen und er wird versuchen dir zu entkommen. Diese Übung ist eine Art Simulation einer Flucht eines feindlichen Ninja..“ Ayaka wurde mitten im Wort von einem heftigen Husten unterbrochen, dieses Husten kam von Iori, der nun gekrümmt mit dem Gesicht gegen Boden vor ihr stand und sich die Lunge aus dem Körper hustete. Die Lunge des Jungen brannte wie Feuer und das für mehrere Minuten und die Stärke des husten, begann aber langsam abzunehmen. Als der Husten wieder abklang, entschuldigte er sich sofort verlegen „Entschuldigung Sensei ich wollte sie nicht unterbrechen“. Ayaka fuhr mit einer gereizteren Stimmung fort:“Dabei bist du derjenige, der diesen Ninja fassen soll. Es ist dir erlaubt alle deine Jutsu zu verwenden, im Gegenzug wird sich aber auch Tenchiro-san kein bisschen zurückhalten. Das Gelände, in dem du Tenchiro-sensei jagen wirst, ist das Schulgelände und du hast genau zehn Minuten dafür Zeit. Wenn du bereit bist, sag deinem Lehrer bescheid, ich dich während der Übung überwachen und deine Bewegungen aufzeichnen. Außerdem werde ich dir was die Zeit angeht eine kleine Hilfestellung geben. Wenn die Hälfte der Zeit abgelaufen ist, werde ich einmal mit einer Glocke läuten, und wenn dann die ganze Zeit abgelaufen ist, werde ich zum zweiten Mal mit der Glocke läuten.“ Trotz dem Versuch der Lehrerin ruppig zu klingen war ein kleines bisschen Sorge in ihre Augen geschlichen, dass den scharfen Augen des Schülers nicht entging. Iori nickte kurz um seine Zustimmung kundzutun, er hatte noch starke Halsschmerzen von dem Hustenanfall und wollte deshalb noch nicht sprechen. „Also Iori, wenn du dich von deinem Husten erholt hast, beginnen wir.“ Wieder ein Nicken und Iori krächzte diesmal „Okay von mir aus kanns losgehen“. Kaum waren die Worte aus seinem Mund entwichen, war sein Lehrer auch schon verschwunden. Wie soll ich ihn bitte finden und das in zehn Minuten. Was ist er, ein Jounin? Die Leute, die diese Prüfungen machen spinnen ja vollkommen. Naja einen Versuch ist es schon Wert, vielleicht habe ich ja Glück. Aber zuerst brauche ich einen Aussichtspunkt. Und Uhr hab ich auch keine, na das wird ja wieder lustig. Iori machte sich sofort daran das Schulgebäude zu erklimmen, von dort versuchte er dann Tenchiro-sensei ausfindig zu machen. Wenn er hier auf dem Gelände nicht zu sehen ist, werde ich ihn im Schulgebäude finden. Das wirf aber Probleme auf, ich kann nicht alle Räume durchsuchen, und wenn er nicht am Schulgang ist, habe ich verspielt. Mit schnellen aber genauen Blicken und sich des Zeitdrucks bewusst sah sich Iori kurz das gesamt Schulgelände an. Es war leer, als ob man das gesamte Gebäude geräumt hätte, nur das Plätschern des Regens drang in die Ohren des Schülers. Okay hier scheint er nicht zu sein. Mit einem Satz landete er auf dem Balkon des Schulleiters und ging durch dessen Büro in den Gang. Hoffentlich macht er sich nichts aus Schlammspuren in seinem Büro. Dort erspähte er dann einen Schüler. Der kleine Junge war kaum größer als 1,30 m und hatte irgendwie eine seltsame Miene aufgesetzt. Iori ging auf den Kleinen zu und fragte ihn ob er Tenchiro gesehen habe. Dieser antwortete, dass er ihn nicht gesehen habe und dass die Prüfung von Kanaye ja noch im vollen Gange sei. Ich kenne den Kleinen doch gar nicht, und wieso weiß er von meiner Prüfung, ich wusste ja auch nichts von de Prüfungen, als ich noch Schüler war. Außerdem war vorher das Gelände vollkommen leer, normalerweise ist doch um diese Zeit kein Unterricht mehr. Hier stinkt etwas gewaltig. Der Akamdieschüler drehte sich langsam um und ging einige Schritte von dem Jungen weg, nur um ihm die Fingerzeichen, die er formte zu verbergen. Ich muss ihn nach draußen zwingen da hab ich bessere Chancen. Teppoudama no Jutsu. Und in einer schnellen Drehung schoss er ein handballgroßes Wassergeschoss auf den kleinen Jungen ab und dieser war sofort wieder verschwunden. Iori konnte aus dem Augenwinkel eine Bewegung sehen und setzte sofort derselbigen nach. Bald hatte er Tenchiro vor sich ausgemacht und warf ein Kunai auf ihn um ihn dazu zu zwingen durch ein Fenster zu springen. Der kleine Junge ist wohl doch zu langsam, dass du deinen eigentlich Form zeigst, hm? Dieser Versuch war nur teilweise erfolgreich, denn das Kunai traf den vermeintlichen Tenchiro, der sich daraufhin in Rauch auflöste. Verdammt!Ein Köder! Wie konnte er nur auf so was hereinfallen. Iori sah sich etwas frustriert und mit schnellen Bewegungen um, konnte aber Tenchiro nun nirgendwo mehr sehen. Was du kannst, kann ich auch. Eine leise Glocke macht Iori klar, dass die Hälfte der Zeit schon abgelaufen war und dieser sprintete sofort in die entgegengesetzte Richtung, bis er das andere Ende des Gebäudes erreicht hatte. Ich bin mir sicher, dass er auf dem Trainingsgelände ist, das ist der am schwersten zugängliche Platz. Mit all dem Matsch dort, sollte es eigentlich kein Problem für ihn sein ein Versteck zu finden, das schwer zugänglich ist und der fast schon flüssige Matsch verwischt auch noch seine Spuren. Er sprang dort aus dem Fenster und landete mit katzenhafter Anmut und rollte sich ab um den Aufprall seine Kraft zu nehmen, sehr zum Leid seiner Kleidung, die inzwischen voller Matsch war. Die Pläne begannen sich in Ioris Kopf zu formen und er überlegte wie er Tenchiro schnappen könnte, während er sich zur Ecke des Schulgebäudes bewegte. An der Kante des Gebäudes nahm er noch schnell ein Kunai aus seiner Tasche und wickelte eine Papierbombe darum. Sie würde zwar weniger Effekt habe, aber sie musste ausreichen. Aber vielleicht brauchte er sie ja auch gar nicht, wenn ja würde er das sowieso bald herausfinden. Er sah vorsichtig um die Ecke des Gebäudes zum Trainingsplatz um zu sehen ob dort irgendetwas für ein Kawarimi Jutsu taugte. Er konnte hinter einem Busch einen Stein erkennen, der vermutlich reichen dürfte. Kawarimi no Jutsu. Ein leiser Auftritt ist immer noch das Beste. Sofort hatte er sich mit dem Stein vertauscht und war nun hinter dem Busch mit Blick auf das Trainingsgelände versteckt. Ich habe noch eine andere Wahl, ich könnte versuchen als Ayaka mit ihm zu sprechen.... keine schlechte Idee, aber ich muss mir einer gute Ausrede für den fehlenden Schirm einfallen lassen. Henge no Jutsu. Nach einer kurzen Rauchwolke, die Gott sei Dank vom Trainingsplatz aus nicht sichtbar war, stand Iori nun als Ayaka Sensei hinter dem Busch. Die tapsigen Schritte seines Senseis nachahmend und mit demselben Lächeln auf dem Gesicht, machte sich Iori auf den Weg in den Regen. Dabei hielt er das Klemmbrett mit den vermeintlichen Notizen verkehrt herum gegen den Regen. Er ging so den Schlamm vermeidend über den Trainingsplatz und rief einmal kurz mit der süßen Stimme von Ayaka: „ Tenchiro-san!“. Kurz darauf kam der Gejagte aus dem Gebüsch vor der falschen Lehrerin. „Ayaka-san, was ist mit deinem Schirm passiert“ Iori hatte sich die Antwort dafür schon zurechtgelegt. „Iori musste unbedingt auf das Schuldach klettern und dort hat mir dann der Wind den Schirm entrissen“ Um seiner Geschichte noch etwas Glaubwürdigkeit zu verleihen, wurde die Stimme des Schülers gegen Ende hin immer gereizter. Ich würde mir zumindest so eine Reaktion von Ayaka erwarten. Vielleicht kennt sie Tenchiro ja besser als ich, aber ich denke darauf fällt er trotzdem herein. „Ich habe eine Bitte an dich Tenchiro-san ich habe leider unseren Prüfling nach dem Zusammentreffen mit deinem Klon verloren, kannst du mir kurz beim Suchen zur Hand gehen?“ Der andere Lehrer betrachtete kritisch die Fälschung vor ihm und sagte dann mit freundlichem Tonfall: „Klar, ich werde dir gerne helfen“. Das läuft ja wie am Schnürchen jetzt, wo ich ihn nah genug an mir habe, kann ich noch einmal versuchen, ihn zu fangen. Tenchiro ging dann vor ihm in die Richtung des Schuleingangs und Iori folgte immer noch mit den tollpatschigen Schritten seiner Sensei. Er dreht mir den Rücken zu das ist meine Chance! Mit vor Aufregung und Adrenalin zitternden Händen löste er das Henge und sein Lehrer drehte sich sofort mit einer Geschwindigkeit, wie sie nur einem erfahrenen Ninja eigen war um. Er ist verdammt klug, aber so was muss ich mir von einem Jounin erwarten. Auf diese Entfernung wird mir Ninjutsu nichts helfen als bleibt nur noch Taijutsu. Er federte sich in die Höhe und seinem Sensei entgegen und begann sich dabei zu drehen. Mit einem Fuß ausgestreckt, sah das Ganze fast schon aus, wie ein Sprung beim Eiskunstlaufen, nur das dort die Wirkung nicht so verheerend gewesen wäre. Mit einer Welle aus Matsch und Dreck kam der Fuß des Jungen auf die Hüfte des Lehrers zu. Dieser wischte seinen Angriff allerdings wie nichts beiseite und machte ein paar kleine aber irgendwie erstaunlich flinke Schritte von seinem Prüfling weg. Bevor der Geninanwärter auch nur reagieren konnte blieb Tenchiro-sensei stehen und sagte: „Ich denke die Zeit ist um“
Und wie aufs Stichwort erklang die zweite Glocke und Ayaka kam aus dem Schulgebäude. „Iori wir werden nun über deinen endgültige Wertung beraten, komm bitte in 20 Minuten in den Prüfungsraum.“ Iori nickte wieder nur kurz und machte sich dann auf und davon in Richtung der Umkleidekabinen im Sportraum. Er musste aus diesen dreckigen nassen Sachen heraus und sich etwas Trockenes überstreifen.


3. Der Protektor


Nachdem sich Iori umgezogen hatte ging er, jetzt in weißem Hemd und schwarzer Hose in den Prüfungsraum. Er hatte leider keine Ahnung, ob die 20 Minuten schon vorbei waren, und verließ sich einfach auf sein Zeitgefühl. Wie es aussah, hatte er nicht ganz falsch gelegen, obwohl er vermutlich drei oder vier Minuten zu spät war. Ayaka war schon anzusehen, dass sie nicht glücklich über die Wartezeit war, wobei Tenchiro sich prächtig zu entspannen schien. Iori stolperte mit noch etwas weichen Knien in den Raum und plötzlich merkte er eigentlich, dass er eigentlich einem ziemlichen Druck unterlag. Das hatte er während des ganzen Geschehens gar nicht bemerkt, aber hier in diesem Raum war es so deutlich, als hätte es jemand mit Kreide an die Tafel hinter den beiden Lehrern geschrieben. „Also Iori kommen wir mal zu deiner Auswertung“ Allein diese Worte, obwohl ohne besonderen Unterton ausgesprochen, waren für Iori schon wie ein Schlag in die Magengrube und er musste erst einmal tief Luft holen. „Du hast im theoretischen Teil ziemlich gut abgeschnitten, was anderes hätte ich mir auch von dir nicht erwartet. Du hast ein bisschen beim Erklären des Jutsu gepatzt und deshalb habe ich dir dort drei Punkte abgezogen, ansonsten hast du alles fehlerfrei und gut über die runde gebracht. Am Meisten hat mich deine Antwort zu dem Situationsbeispiel beeindruckt. Aus diesem Grund bekommst du 37 Punkte für deinen Theorieteil.“ Sie hielt kurz inne , wechselte dann einige kurze Blicke mit Tenchiro und fuhr dann fort. „Was deinen Praxisteil angeht, hast du im sie im Großen und Ganzen schon relativ gut gemacht, allerdings hast du dich einmal von einem Klon ablenken lassen und beim zweiten Mal ist Tenchiro-sensei wegen deines schlechten Taijutsuangriffs entkommen. Vielleicht solltest du daran noch etwas arbeiten. Aber du hast auch gezeigt, dass du, obwohl du einige Schwächen hast, mit ein wenig Köpfchen die meisten Fehler ausbügeln kannst. Für den Praxisteil bekommst du als Erstes einmal 10 Punkte Abzug, weil du dein Ziel nicht erfüllt hast, auch wenn du knapp dran warst und dann noch einmal 5 Punkte für deine Fehler macht in Summe für den Praxisteil dann 45 Punkte. Was zu einer Gesamtpunktezahl von 82 führt und das bedeutet für dich, du hast bestanden.“ Diese Worte waren für Iori das, worauf er den ganzen Tag hingearbeitet hatte. Es war soweit. Er war ein Genin. Er nahm beinahe ehrfurchtsvoll den Protektor mit dem Symbol Soragakures entgegen und verneigte sich vor den beiden lächelnden Lehrern, bedankte sich kurz und rannte dann sofort nach Hause. Und als er dann dort angekommen hatte, warf er sich auf das Sofa und hielt das Band von sich gestreckt in die Höhe. Er hatte es geschafft. Innerlich explodierte momentan Feuerwerk in ihm und er war überglücklich, aber auf seinem Äußeren, war nur ein leises Lächeln zu sehen, das sich über sein Gesicht zog.
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Geändert von Kanaye Iori (31.07.2010 um 12:51 Uhr)
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Alt 26.08.2010, 08:52   #35
Kurozawa Makoto
 
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Geninprüfung

Prüfer:
-Kenji
-Katsumi

0. Prolog: Womit habe ich das verdient?

Wieso? Wieso ich? Und wieso bei Buddhas rundem Bauch gerade morgen? Eigentlich hätte es heißen müssen: Wieso gerade heute? Denn mittlerweile war aus dem morgen heute und aus den heute gestern geworden, wobei es eigentlich egal war, da Makoto egal ob es gestern, morgen oder heute - oder auch eine Mischung aus allem- war, nicht schlafen konnte. Aber daran war nicht, wie man es hätte vermuten können, die morgige(die mittlerweile ja zur heutigen geworden war) Geninprüfung schuld, sondern seine Schwester, die natürlich, wie konnte es auch sein, sich gerade diese Nacht ausgesucht hatte, um zu schnarchen, als würde ihr Leben davon abhängen, ihn möglichst wach zu halten. Zu allem Überfluss konnte Makoto noch nicht einmal das Zimmer wechseln, da im einzigen weiteren Zimmer ihrer kleinen Wohnung ihre Eltern schliefen, die es sich nicht ausreden lassen hatten, ihrem kleinen Jungen rechtzeitig zum vielleicht wichtigsten Tag seines bisherigen Lebens einen Besuch abzustatten und ihn dabei derart zu über-umsorgen, zu nerven und ihm unbedingt erklären zu wollen, was er wieso noch genauer lernen und trainieren sollte, dass Makoto schon vor dieser Nacht völlig fertig war. Zum Glück war diese Nacht aber schon vorbei, die Sonne schien wohl schon seit über einer Stunde und Sachiko schnarchte noch immer selig vor sich hin, als endlich der erlösende Wecker klingelte.
„Guten Morgen“, murmelte Makoto und machte sich ans Aufstehen, ohne darauf zu achten, dass Sachiko den Wecker gekonnt ignoriert hatte und fröhlich weiter schnarchte. Vorsichtig schlich Makoto durch das Nebenzimmer – das Bedürfnis, seine Eltern vor der Prüfung zu wecken, war außerordentlich gering – und so schnell als möglich ins Bad. Die Morgenwäsche war wie üblich schnell abgehandelt: Toilette, duschen, schnell abtrocknen, Zähne putzen und den Kamm, den seine Mutter ihm mitgebracht hatte, noch nicht mal mit Blicken würdigen. Er betrachtete sich noch kurz im Spiegel, die Dusche hatte die Müdigkeit fürs erste weggewaschen. Dann ging es also zum Anziehen: Die Hose kam über die Unterhose, Socken für die Füße, danach ins Oberteil schlüpfen. Nun das Armband anlegen und darüber die Handshu… also gut, das Armband nochmal abnehmen, die Handschuhe anziehen und DANN das Armband darüber legen, anziehen konnte so kompliziert sein. Korrekt angezogen verließ Makoto nun das Bad und duckte sich instinktiv, als er aus den Augenwinkeln etwas aufblitzen sah, dass sich genau auf Kopfhöhe auf ihn zubewegte. „Ahh, nein! Tu das weg!“, kreischte Makoto, dessen Mutter gerade versucht hatte, mit einem Kamm direkt durch seine Haare zu fahren und ihn nun besorgt ansah. „Makoto-chan, ist alles in Ordnung?“, fragte sie ihren Sohn fürsorglich, welcher nur den Kopf schüttelte, mit einem hastigen „Ich bin spät dran, ich sollte gehen“ antwortete und sich noch hastiger auf und davon machte. Das war natürlich gelogen gewesen, aber er wollte einfach nur fort. So sehr er seine Mutter auch liebte, aber auf diese Überfürsorge konnte er jetzt gut verzichten.

1. Aufgabe „Oh wie schön: Die berühmte Theorie“

Makoto war natürlich viel zu früh an der Akademie gewesen, doch das war ihm auf jeden Fall besser, als noch zu Hause bleiben zu müssen. Nur mit Sachiko hätte er gerne noch ein Mal gesprochen, aber was nicht war, das war eben nicht, und immerhin hatte er durch seine überstürzte Flucht seiner Mutter und ihrem Kamm entkommen können. Trotzdem war das Warten zermürbend, man hatte dabei einfach zu viel Zeit, um sich Gedanken darüber zu machen, ob man wirklich so gut vorbereitet war, wie man dachte. Oder man begann daran zu zweifeln, ob man überhaupt bereit war ein Ninja zu sein. Er hoffte inständig, dass er einer der ersten wäre, die geprüft werden würden, immerhin wartete er schon mit zwölf anderen darauf, dass die Prüfungen endlich beginnen würden und bei all den Fragen, die er sich stellte, war er sich nicht sicher, in welcher Verfassung er zur Prüfung kommen würde, wenn er der Letzte wäre. Es war zäh, unglaublich zäh, obwohl es schon in fünf Minuten beginnen sollte. Plötzlich öffnete sich die Tür zum Prüfungszimmer und ein Mann mittleren Alters mit schwarzen Haaren und Brille betrat den Gang – er wirkte wie ein typischer Lehrer. „Guten Morgen, Prüflinge. Ich bin heute einer eurer Prüfer, Kenji. Wie ihr wisst, wird die Prüfung aus zwei Teilen bestehen. Zuerst findet der theoretische statt, danach werdet ihr zur praktischen Prüfung eurer Fähigkeiten abgeholt. Ihr werdet einer nach dem anderen rein gebeten, der erste ist Kurozawa Makoto. Folge mir.“, sagte er mit lauter Stimme. Makoto konnte sein Glück kaum fassen, er durfte wirklich als Erster rein, was für ein Glück! Ruhig folgte er dem Prüfer in den Prüfungsraum, seine Zweifel waren wie weggeblasen, denn was sollte bei so einer Prüfung schon geschehen, wo er doch sonst auch alles gewusst hatte? Der Raum sah aus, wie jeder andere Akademieraum eben auch, bis auf ein großes Pult in der Mitte, das den Raum beherrschte. Dahinter saß der Prüfer, der Mann, der auch die Erklärung abgegeben hatte.
„Gut, dann können wir mit dem theoretischen Teil der Prüfung beginnen. Deine Aufgabe ist es einen kleinen Vortrag über die Ränge und Gruppen zu halten, in die Shinobi eingeteilt werden können. Fang an.“ Makoto lächelte, als er die Aufgabe hörte. Das war wirklich nicht schwer, diese Aufgabe hätte wahrscheinlich so gut wie jeder geschafft. „Am Anfang jeder Ninjalaufbahn ist man Schüler auf der Akademie. Die Aufgabe dort ist es die Grundtechniken und Grundkenntnisse eines Ninja zu erlernen. Ihre Aufgabe ist es, die ihnen gestellten Aufträge zu erfüllen und sich dabei weiter zu bilden. Sollten sie einmal die Chuunin-Auswahlprüfung bestehen, werden sie zu Chuunin. Sie agieren hauptsächlich als Teamführer für kleinere Missionen und als Lehrpersonal für Genin, oder in ähnlichen administrativen Bereichen. Noch höher in der Rangordnung stehen die Jounin, die stärksten unter den Ninja. Ihre Pflichten sind denen der Chuunin sehr ähnlich, außerdem führen sie auch Elite-Missionen durch.“ Als der Prüfer auch bei einer Pause Makotos keine Regung von sich gab, sprach Makoto einfach weiter. Wenn das Grundgerüst nicht reichte, dann mussten eben Details her. „Außerdem gibt es noch einige Ausnahmen von der Regel. Zuerst wären die ANBU-Einheiten zu erwähnen, die sich aus den Chuunin und Jounin rekrutieren. Ihre Aufgabe ist es feindliche Shinboi zu fangen und zu verhören, vor allem machen sie Jagd auf Nuke-Nin, also abtrünnige Ninja. Zum Schluss wären auch noch die Medic-Nin zu erwähnen, also Ninja, deren Aufgabe es ist andere Shinobi während oder nach dem Kampf medizinisch zu versorgen.“ Die Antwort war gut, was konnte es da schon zu bemängeln geben? „Nun gut, damit wäre die theoretische Prüfung abgeschlossen. Gehe nun durch diese Tür, dort wird dich jemand abholen, um die praktische Prüfung abzulegen.“ Makoto verbeugte sich mit einem „Arrigato, Sensei!“, ehe er sich umdrehte und sich durch eine andere Tür auf der anderen Seite des Raumes auf zur nächsten Prüfung machte. Was konnte jetzt noch schief gehen?

2. Aufgabe: „Führungsposition“

Was mich wohl erwartet? Ein Kampf? Informationen suchen? Hoffentlich eine leichte Aufgabe. Makoto musste wieder warten, wieder schlichen sich dunkle Gedanken in seinen Kopf und er begann auch wieder zu zweifeln. War er wirklich so gut, wie er dachte? Es war zum aus der Haut fahren, sogar als Erster warten zu müssen. Seufzend schloss Makoto einige Augenblicke seine Augen, um seine Konzentration wieder zu erlangen. Diese Warterei war bestimmt dazu gedacht, die Prüflinge zu verunsichern, denn solange er hier draußen stand und keiner nachkam, hatte auch noch keiner der anderen seine Prüfung ablegen können. Das würde dann aber heißen, er wäre auch Mittel zum Zweck, um die anderen nervös zu machen und gleichzeitig würde man auch ihn auf die Probe stellen. Trotzdem könnte langsam jemand kommen, diese Warterei ist nervtötender als eine schnarchende Sachiko. Als Makoto die Augen öffnete, zuckte er heftig zusammen, denn plötzlich stand ein Mann mit schwarzen Haaren und bleicher Haut vor ihm, er war irgendwie unheimlich. „Bist du bereit? Dann können wir ja beginnen.“, sagte er und ging mit einem etwas verstörtem Makoto im Schlepptau in Richtung Wald davon. „Ich bin der Prüfer für die praktische Prüfung, Katsumi. Deine Aufgabe ist schnell erklärt: In diesem Wald befindet sich ein Team aus drei Ninja. Du musst sie suchen und herausfinden, wer von ihnen der Anführer ist und diesen dann präzise ausschalten. Nur den Anführer, einen anderen Gegner auszuschalten wäre fatal. Noch Fragen?“, erklärte er. Mittlerweile hatten sie den Waldrand erreicht, also würde die Prüfung gleich beginnen. „Nein, Sensei!“, antwortete Makoto, der sein Selbstvertrauen wieder gewonnen hatte. Diese Prüfung erforderte eine gute Beobachtungsgabe und hohe taktische Fähigkeiten, also Alles in Allem eine Aufgabe, für die Makoto wie geschaffen war. „Dann beginnt deine Prüfung genau…“, der Prüfer machte eine kurze Pause, „Jetzt. Viel Glück!“, und verschwand vor Makotos Augen so plötzlich wieder, wie er aufgetaucht sein musste.
Dann mal los! In bedachtem Schritt bahnte Makoto sich seinen Weg durch den Wald. Wie lange er wohl Zeit hatte, um seine Gegner zu suchen? Es war unglaublich schwer, seine Gegner hier zu finden, egal wie sehr Makoto versuchte, eine Spur seiner Gegner aufzunehmen, er entdeckte weder Spuren auf dem Boden noch abgeknickte Äste. Langsam dämmerte ihm, wo die Schwierigkeit dieser Aufgabe lag: Er durfte sich um nichts in der Welt entdecken lassen und musste gleichzeitig schnell genug sein, um seine Gegner finden zu können. Aber wie sollte er das tun? Makoto musste eine Entscheidung treffen: Der von Laub bedeckte Waldboden barg das Risiko, gehört zu werden, während man bei der Verfolgung über die Bäume leicht gesehen werden konnte. Beides war schlecht, aber da seine Gegner sich wohl durch die oberen Etagen bewegten, war es sinnvoller, auf dem Boden zu bleiben und zu riskieren gehört zu werden. Makoto beschleunigte sein Tempo, so würde er seine Gegner viel eher finden. Der Wald war allerdings, wenn er seine Gegner erst mal ausgemacht hatte, das perfekte Kampfgebiet. Die Bäume und Büsche waren wie dazu gemacht um sich zu verstecken und außerdem war es hier leichter sich Nahkämpfer vom Leib zu halten. Jetzt muss ich sie nur noch finden, dann ist die Sache so gut wie gelaufen. Makoto hatte das Gefühl schon seit Stunden unterwegs zu sein. Moment, da vorne ist etwas! Makoto hatte gesehen, wie sich auf einer Lichtung vor ihm etwas bewegt hatte. Das mussten sie sein, wer sollte sich hier sonst verstecken? Er drosselte seine Geschwindigkeit wieder etwas, um nicht sofort entdeckt zu werden, duckte sich in ein Gebüsch und spähte vorsichtig auf die Lichtung.
Sie waren es! Drei Ninja mit dem Stirnband Soragakures, endlich hatte er sie gefunden. Sie ruhten sich gerade aus, was im Prinzip nicht schlecht für ihn war, obwohl es schwerer machte herauszufinden, wen von den dreien er angreifen sollte. Von hier aus konnte er es nicht erkennen: Weder der kleine Blonde, noch der muskulös Braunhaarige noch deren rothaariger Partner unterschieden sich in Sachen Ausrüstung groß voneinander. Der Platz war perfekt, um sie anzugreifen, da er hier keinen seiner Gegner aus den Augen verlieren konnte. Er musste schnell herausfinden, wen er angreifen sollte. Doch plötzlich setzten sich die drei in Bewegungen. Makoto seufzte leise, kaum hatte er sie gefunden, da war sein Glück auch schon wieder verschwunden. Trotzdem musste er ihnen folgen, und zwar so knapp, wie nur möglich. Diesmal entschied er sich aber seine Gegner auch durch die Baumkronen zu folgen, denn auf diese Entfernung würde er auf dem Boden leicht gehört werden, wenn er es aber klug anstellte, sahen sie ihn nicht, wenn er ihnen oben folgte. Obwohl die Verfolgung wider aller Erwartungen doch sehr gut funktionierte, tat sich schon bald ein neues Problem auf. Die Drei riefen sich zwar immer wieder Kommandos zu oder gaben Handzeichen, aber daraus konnte er einfach kein eindeutiges Urteil fällen. Das Einzige, das ein wenig verräterisch war, war das Kopfnicken des Rothaarigen, das er ab und zu bemerkte, aber ob er sich darauf verlassen konnte? Andererseits konnte er es auch nicht ewig warten, er verfolgte sie immerhin schon ganze fünfzehn Minuten und jeder weitere Augenblick barg die Gefahr, sie aus den Augen zu verlieren oder entdeckt zu werden. Schon wieder so eine unangenehme Entscheidung, die getroffen werden musste. Verdammt, wo sind die denn hin? Das darf doch nicht wahr sei… Pochender Schmerz in der Rippengegend, gefolgt von einem weitem Flug vom Ast eines Baumes, direkt in die Mitte einer Lichtung, hervorgerufen durch einen Tritt an eben jene Stelle, riss Makoto plötzlich aus seinen Gedanken. „Sie haben mich entdeckt. Mist.“, waren seine überraschend nüchternen Gedanken als er hart auf dem Boden aufschlug. Noch habe ich nicht verloren, aufgeben ist nicht drin!
Die Dreiergruppe hatte mittlerweile die Lichtung erreicht, während Makoto hastig an seiner Beintasche rumfummelte. Wieso ließ sich das Ding denn nicht öffnen? Sie kamen immer näher und versuchten ihn einzukreisen, doch zum Glück hatte er endlich in seine Tasche gefunden und hielt sein Schicksal nicht nur sprichwörtlich in der Hand. Makoto blickte sich noch ein Mal um, ehe er die Rauchbombe fallen ließ. Die Dunkelheit war seine Chance! In größter Eile raste Makoto über die Lichtung und warf sich in die Büsche, während seine Gegner sich gegenseitig Kommandos zuriefen. Ein großer Fehler, denn dies ließ sie nicht hören, in welche Richtung Makoto sich bewegte und schon gar nicht, in welchen Busch er sich geworfen hatte. Er hatte nur eine einzige Chance, also musste er seinen Gegner jetzt ausschalten. Eine zweite Möglichkeit würden sie ihm wohl nicht bieten, deswegen konnte sein Plan auch ruhig riskant sein, denn ein riskanter Plan war immer noch besser, als gar keiner. „Zum Glück habe ich die Explosionssiegel mitgenommen“, dachte er, als er zwei davon um Kunai wickelte, während sich der Rauch langsam verzog. Er durfte seinen Gegnern keine Atempause gönnen, sie mussten sich unbedingt weiter bewegen. Zum Glück musste er mit den Kunai keinen genauen Treffer landen, sonst hätte er nun ein echtes Problem gehabt. Er atmete noch ein Mal tief durch, ehe er zielte. „Die Richtung muss nur annähernd stimmen, nur annähernd“, sprach er sich nochmal Mut zu, ehe er die Messer warf. Die Richtung passte, die Messer flogen genau zwischen die drei Shinobi, die beinahe in einer Reihe da standen: Jibaku Fuda: Kassei! Die Drei stoben mit hohen Sprüngen auseinander, genau wie Makoto es geplant hatte. Makoto formte direkt die Fingerzeichen für sein nächstes Jutsu: Kasumi Juusha no Jutsu! Die Nebeldiener erschienen genau dort, wo sich der Staub und Rauch der Explosionen noch nicht ganz verzogen hatte, drei für jeden seiner Gegner, denn jeder dieser Doppelgänger würde eine ganz spezielle Aufgabe haben, der sich jeder einzelne von ihnen scheinbar hirnlos auslieferte. Alle drei stürzten sich sofort auf die Doppelgänger, wohl in der Vermutung, dass Makoto seine Stellung aufgegeben hätte, und bei jedem lief es gleich ab. Zuerst wurde immer ein Doppelgänger getroffen, nämlich jener, der in Makotos Richtung stand, während die anderen auswichen und sich dabei weiter in Makotos Richtung bewegten. Danach wurde Doppelgänger Nummer Zwei entlarvt, während der dritte Nebeldiener sich in den Rücken seiner Gegner bewegte.
Nun war Makotos Zeit gekommen, sein Ziel hatte er schon bestimmt. Er war sich mittlerweile ziemlich sicher, dass der große Rothaarige der war, den er angreifen musste. Während alle drei Gegner ihren letzten, noch unberührten Doppelgänger angriffen, stürmte Makoto Fingerzeichen machend aus dem Gebüsch. Er musste seinen Gegner unbedingt erreichen, bevor er zum Gegenangriff starten konnte. Der rothaarige Shinobi brach seinen Angriff ab, als er Makoto bemerkte und stürmte ihm entgegen. Auch die anderen hatten mittlerweile bemerkt, dass auch ihr letzter Gegner ein Doppelgänger war, würden Makoto aber nicht mehr von seinem Angriff abhalten können. Er duckte sich mehr instinktiv als kontrolliert, als der Rothaarige versuchte einen Schlag gegen seinen Kopf anzubringen. Das war die Gelegenheit sein Jutsu anzuwenden: Raiton: Hári Hitónui! Er musste unbedingt genug Treffer landen, bevor seine Gegner hier waren. 26, 27, 28… das musste reichen. Makoto beendet sein Jutsu und kurz bevor er von zwei kampfbeendenden Tritten getroffen werden sollte, ließ er eine zweite Rauchbombe fallen. Er duckte sich unter den vorbereiteten Tritten weg, ungeachtet dessen ob sie überhaupt ausgeführt wurden, hetzte durch den nächsten Busch und raste direkt gegen irgendwas, dass noch nicht dort gewesen sein konnte, als er die Rauchbombe fallen lassen hatte. „Woher haben die gewusst, in welche Richtung ich wollte…?“, dachte er, ehe er sich mit an die Stirn gepresster Hand aufrappelte und nach oben sah. „Die Prüfung ist beendet. Folge mir.“ Der Prüfer? Nur der Prüfer? Makoto atmete erleichtert auf, als er ihm aus dem Wald folgte.

3. Epilog: Moment der Wahrheit

Schon wieder ließ man ihn warten. Makoto hatte keine Ahnung, ob er die Prüfung bestanden hatte. Die Theorie war gut gelaufen, aber in der Praxis war viel schief gegangen – vielleicht zu viel. Er lehnte sich an die Wand hinter sich, während er sich Rippen und Kopf hielt. Der Schmerz war erst auf dem Rückweg wirklich aufgekommen, zuvor hatte ihn das Adrenalin zu seinem Glück davor bewahrt. Makoto hoffe, dass er nicht verletzt war. Noch mehr hoffte er aber, endlich sein Ergebniss zu hören – nein, eigentlich wollte er nur hören, dass er bestanden hatte. Makoto ächzte etwas, als er seine Rippen befühlt, sie waren zumindest geprellt. „Kurozawa Makoto, das Ergebnis deiner Prüfung wird dir nun im Prüfungsraum mitgeteilt werden.“ Na endlich! Reichlich nervös betrat Makoto den Prüfungsraum, wo seine beiden Prüfer hinter einem großen Pult Platz genommen hatten. „Beginnen wir mit der Theorie. Insgesamt war deine Antwort sehr zufriedenstellend, auch wenn du die elitärsten unter den Ninja vergessen hast: Die Kage! Ansonsten war aber so gut wie alles vorhanden, daher erhältst du für diese Aufgabe 36 von 40 Punkten.“ Makoto schluckte etwas. 36 waren nicht ganz so viel, wie er gehofft hatte, vor allem nachdem er sich in der Praxis nicht allzu gut angestellt hatte. „Fahren wir mit der praktischen Prüfung fort: Sich entdecken zu lassen, war schwach. Ein großer Fehler.“ Das war’s. Ich bin raus, das Ding ist gelaufen.Aber du hast das Problem gut gelöst. Deine Taktik war beeindruckend und wie man sehen konnte auch überaus effektiv. Du hast herausgefunden, welchen Gegner du ausschalten musstest und dies mit Präzision getan. Dafür gibt es…“ Er machte eine kurze Pause, nachdem er Makotos Hoffnungen wieder geweckt hatte. Hatte er es vielleicht doch geschafft? „39 von 60 Punkten. Um die Prüfung zu schaffen waren 70 Punkte von Nöten. Zusammen mit den 36 aus dem ersten Teil macht das 75 Punkte. Ich beglückwünsche dich zur bestandenen Geninprüfung, Kurozawa Makoto.“ Bestanden! Er hatte wirklich bestanden gesagt! „Hiermit überreiche ich dir dein Stirnband.“ Mit vor Freude zitternden Fingern griff er nach dem Stirnband. Seine Finger fuhren über die vier Kerben, die jedem zeigen würden, dass er aus Amegakure stamme. Endlich hatte er es geschafft!
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Makoto spricht |Makoto denkt | Makotos Jutsus | Andere sprechen


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Alt 03.09.2010, 16:23   #36
Kōrishita Jōshō
 
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Geninprüfung

Prüfer:
Ayaka
Mameha Junko

Ein früher Morgen

Jōshō wachte nicht wirklich auf. Man konnte nicht aufwachen, wenn man die ganze Nacht wachgelegen hatte. Das machte keinen großen Unterschied mehr. Ob er müde war oder nicht, der Tag der Prüfung war da, und Jōshōs Blutkreislauf war so adrenalingeflutet dass es ihm völlig egal war. Vielleicht würde sich das hinterher rächen, aber solange die Prüfung lief war das in Ordnung. Er lag da und beobachtete den Sonnenaufgang aus seinem Fenster heraus - auch wenn er keinen Blick auf die Sonne selbst hatte sah er, wie alle Straßen und alle Fassaden langsam heller wurden, mit der Zeit immer mehr Licht in sein Zimmer fiel. Es schien rasend schnell zu gehen. Früher als sonst schwang Jōshō sich aus dem Bett und landete auf dem kühlen Holzfußboden. Angenehmer war es unter der Decke ja schon - normalerweise hielt die Disziplin den Jungen davon ab sich gleich wieder dorthin zu verkriechen und so lange zu schlafen wie er es gerne gehabt hätte, aber an diesem Tag war allein die Aufregung Grund genug aus dem Bett zu springen wie eine Stahlfeder. Seine Mutter schlief noch, als er sich des Schlafanzugs entledigte und die Kleidung anlegte, die er bei der Prüfung zu tragen gedachte. Sein Vater war gar nicht im Haus ... Er hatte viel Zeit, bevor er sich auch nur zur Akademie aufmachen musste, und so machte er sich erst einmal ein sehr gemächliches Frühstück. Es war noch Nudelsuppe vom letzten Abend übrig, und Jōshō machte sie sich angesichts seiner mangelnden Kochkünste warm - das schien ihm genau das Richtige vor einer harten Prüfung, vor allem, da Nudelsuppe geradezu als Klassiker unter Shinobi galt. Obwohl er alle Zeit der Welt hatte aß er hastig, beeilte sich unnötig, weil er die Prüfung einfach nicht mehr erwarten konnte, vielleicht auch nur, um schon bevor seine Mutter wach war das Haus verlassen zu haben. Er war so nervös dass er es nicht riskieren wollte am Ende kein Wort herausbringen zu können. Gerade hatte er die letzten Nudeln verschlungen, da war er schon fast aus der Haustür, das Geschirr einfach achtlos stehen lassend. Im letzten Moment fiel ihm ein, dass es vielleicht eine ziemlich gute Idee wäre die Ausrüstung auch mitzunehmen. Er hastete zurück die Treppe hinauf, obwohl er schon Schuhe an hatte, und suchte das heraus, was er bei der Prüfung voraussichtlich brauchen würde. Kunais, zwölf Stück, griffbereit am Gürtel. Explosionstags, zehn, in einer Reihe an der Seite. Shuriken, fünfzehn, in einer kleinen Tasche auf der anderen Seite. Sollte er das Nylonseil mitnehmen? Nein, keine unnötigen Behinderungen riskieren.
Schließlich war Jōshō fertig mit seiner Auswahl. Er schloss die Augen und dachte noch einmal gründlich nach. Das war der ganz und gar falsche Tag, um irgendetwas zu vergessen, das er brauchen würde. Nein, er hatte alles. Leise machte er sich auf den Weg die Treppe herunter, bog ab in Richtung Haustür - als auf einmal seine Mutter vor ihm stand, strahlend, schon fertig angezogen. Anscheinend war ihr der Tag doch wichtig genug gewesen, dachte Jōshō verzweifelt. Da stürmte sie auch schon auf ihn los und umarmte ihn - aber es ging schnell, sie drückte ihn nur einmal kräftig.
"Viel Glück, mein Junge ... Ich weiß, du schaffst das."
Vorsichtig befreite sich Jōshō aus der Umarmung. "Danke, Mom. Ich muss ..."
Zu langsam, sie hatte ihn wieder umklammert. "Ach was, hat noch Zeit."
Ergeben fügte er sich seinem Schicksal, bis sie schließlich auch einsah, dass es genug war. Mit einem Kuss entließ sie ihn. Jōshō atmete auf und machte sich davon, ungewohnt eilig hastete er durch die Tür, fing sich aber bald wieder. Keine Eile, er hatte Zeit, außerdem sah es bescheuert aus, wenn er rannte. Im Kopf ging er noch einmal die Lektionen durch. Er wusste nichts wirklich unglaublich detailliert, aber von allem genug, um durchzukommen - hoffte er. Bei der praktischen Prüfung würde wohl auch nur Hoffen helfen, und zwar Hoffen auf etwas, bei dem nicht gerade reine körperliche Attribute gefordert waren. Mit Genjutsu würde er allerdings durchkommen müssen. Mit derart wichtigen Gedanken schritt er energisch durch die Insel, links und rechts die hohen, schönen Gebäude der reicheren Familien, denen er heute keine Beachtung schenkte. Die meisten der zu dieser Zeit noch eher spärlichen Passanten dachten sich wohl, was für diesen Jungen anstand, so wenig Blicke hatte er für alles außer dem Weg vor sich. Auf dem Weg versuchte er den Stoff noch einmal zu rekapitulieren, um für die Prüfung gerüstet zu sein. Die Geschichte der Ninja, die Geschichte der Ninja von Soragakure im Besonderen. Die verschiedenen Typen von Jutsu. Die verschiedenen Kekkei Genkai. Die Clans. Die verschiedenen Elemente, denen die Ninjutsu angehörten. Die Kampfstile - das war eine Sache, die Jōshō nicht wirklich beherrschte. Sich auf eine bestimmte Weise zu bewegen, einem Anderen mit bestimmten Schlägen zu schaden, instinktiv die richtigen Stellen zu treffen ... Es war fast wie Tanzen, und mit Tanzen konnte Jōshō nichts anfangen. Er bewegte sich schließlich überlegt, ließ sich nicht von seinem Körper und seinen Gefühlen mitreißen. Manchmal verstand er selber nicht, warum er gerade Kapoeira gewählt hatte ...
Nun, das half jetzt auch nicht mehr weiter, es blieb nur zu hoffen, dass genau das nicht drankommen würde. Dann die Jutsu selber, das Chakra. Am Besten würde es wohl abgehen wenn man ihn um eine Liste von Genjutsu bat, denn da hatte er sich, aus reinem Interesse, schon selber einiges angelesen und sogar Listen gemacht, was er später einmal lernen wollte. Das war das Ende des Unterrichtsstoffes, so weit er sich auf dem Weg daran erinnern konnte, denn der Weg war hier auch zu Ende. Mit einer Mischung aus Angst, Vorfreude und Neugierde schritt er durch das Tor der Akademie, mit einer so selbstsicheren und festen Haltung als sei er Prüfer, und nicht Prüfling. Nichts als Fassade, aber viele waren auch davon schon leicht zu beeindrucken. Vielleicht auch die Prüfer selbst. Jōshō ging durch die Eingangstür der Akademie. Normalerweise ging er geradeaus, ins große Treppenhaus, und machte sich dann zu einem der vielen Räume auf den vielen Stockwerken auf. Diesmal nicht, diesmal bog er rechts ab, zu dem kleinen Vorzimmer, in dem zu warten man ihn angewiesen hatte. Dort saßen schon Andere, drei Jungen und zwei Mädchen, die heute auch ihre Prüfung hatten. Sie sahen nervös aus. Jōshō war nervös, aber er sah nicht danach aus. Eines der Mädchen war wohl am schlimmsten dran, immer wieder fuhr es sich über den Gürtel, prüfte nach, ob die Kunai noch waren wo sie sein sollten, schloss die Augen und wisperte leise die Namen von Jutsu. Fünf Minuten oder länger saßen sie gemeinsam dort, ohne sich zu unterhalten, jeder mit sich selbst genug beschäftigt. Dann öffnete sich auf einmal die Tür zum Prüfungszimmer, so plötzlich und unerwartet dass selbst Jōshō ein wenig zusammenzuckte. Eine junge Frau sah heraus, Ayaka, die Lehrerin. Die normalerweise ziemlich zerstreute Lehrerin, mit der Jōshō schon seine Erfahrungen hatte.
"Marunaka Yoichi."
Das nervöse Mädchen sprang auf, als hätte man unter ihm einen Sprengsatz gezündet. Jōshō dagegen lehnte sich zurück, ohne wirklich einen Grund für seine Erleichterung zu haben; Ob er früher oder später in die Prüfung gehen würde, er würde nicht mehr oder weniger wissen. Einer der Jungen kam noch vor ihm dran, dann erspähte Jōshō wieder den rosa Schopf, hörte seinen eigenen Namen. "Kōrishita Jōshō."

1. Aufgabe - "Oh wie schön: Die berühmte Theorie"

Mechanisch stand er auf, ohne dass der Gedanke, dass er dran war, noch richtig in seinem Gehirn angekommen war. Wie eine Maschine ging er durch die offene Tür, die hinter ihm geschlossen wurde. Ayaka beeilte sich, wieder zu dem Pult zu kommen, das am Ende des Tisches stand, während er davor seinen Platz einnahm. Neben dem Pult stand schon eine Andere, die Jōshō manchmal auf dem Akademiegelände gesehen hatte allem Anschein nach eine Chuunin. Sie sah streng und teilnahmslos aus. Vielleicht kam Jōshō das auch nur so vor, aber ihre dunklen Augen spießten ihn beinahe auf. Die Nervosität, versuchte er sich zu beruhigen, nur Nervosität. "Wir sind deine Prüfer, mich kennst du ja, und sie ..." Ebendie ergriff kurz das Wort. "Mameha Junko."
"Also ... Das hier ist deine Geninprüfung, und zwar der theoretische Teil. Hierbei kannst du fünfzig ..."
Die Andere unterbrach Ayaka leise, raunte ihr mit steinernem Gesicht etwas zu, das Jōshō nicht verstand, ehe sie sich wieder aufrichtete. "Also, wie ich sagte, vierzig Punkte bekommen. Kommt auf deine Antwort an. Also, die Aufgabe ist, dass du uns etwas über Jutsu im Allgemeinen erzählen sollst."
Das waren keine üblen Chancen für ihn, dachte Jōshō und atmete ein wenig auf. Jutsu waren eine interessante Sache, vor allem seine eigene Spezialisierung ... Eilig sammelte er in seinem Kopf alle Informationen, die er würde geben müssen, und versuchte sich dabei doch auf das Wesentliche zu beschränken.
"Jutsu sind Techniken von Shinobi, die unter Benutzung von Chakra angewendet werden, meistens dem eigenen. Grob kann man sie in vier Kategorien unterteilen: Taijutsu, Ninjutsu, Genjutsu und die spezielleren Kekkai Genkai, die Bluterben. Hm ... Taijutsu brauchen als einzige kein Chakra, da sie nur mit dem eigenen Körper durchgeführt werden. Sie verkörpern verschiedene Kampfstile, wie beispielsweise Kapoeira oder Garuda. Ninjutsu dagegen erfordern immer Chakraeinsatz. Wie auch bei Genjutsu kommt es dabei auf die Menge des verfügbaren Chakras an, aber die Effizienz und auch Effektivität wird eher von der Fähigkeit bestimmt, das Chakra nach seinem Willen zu beeinflussen. Die Ninjutsu sind in Elemente wie zum Beispiel Fuuton, Luft, aufgeteilt. Jeder Shinobi hat ein eigenes Element, einige auch mehrere, die sich manchmal kombinieren lassen. Ninjutsu ... Verändern oder beeinflussen etwas. Laden Attacken auf, lenken Geschosse ab, so etwas. Es gibt auch Ninjutsu, die Hilfsmittel wie Fächer benötigen."
Fast ohne Luft zu holen war Jōshō so weit gekommen. Lief schon mal ganz gut, meinte er, aber die Gesichter der Prüfer sagten etwas Anderes: Zumindest das von Junko war unverändert steinern, und auch Ayaka versuchte allem Anschein nach eine feste, unbeeinflusste Miene zu machen. Bestimmt nur, um nichts zu verraten, hoffte der immer nervöser werdende Jōshō. Seine eigene Maske würde wohl nicht mehr lange halten. Noch einmal tief durchgeatmet, dann setzte er seinen unterbrochenen Vortag fort.
"Dann gibt es noch Genjutsu, die sind anders. Die verändern meistens eigentlich nichts, aber sie lassen Menschen glauben, dass sich etwas geändert hätte; Wenn sie etwas verändern, dann vertauschen sie zum Beispiel zwei Dinge. Man kann zum Beispiel Illusionen von sich selber erschaffen, um einen Gegner zu verwirren. Oder von Kibakufuda. Oder gleich die ganze Umwelt kopieren und nach Belieben verändern. Das ist aber sehr geübten Meistern vorbehalten. Diese Illusionen lassen sich wieder auflösen, mit dem sogenannten Kai, was "lösen" bedeutet. Dabei kommt es darauf an wie gut man selber in Genjutsu oder darin, sie zu erkennen, ist. Es gibt auch welche, die mit Musikinstrumenten arbeiten, um die psychische Wirkung zu vergrößern. Flöten zum Beispiel. Die Kekkai Genkai sind Techniken, Körpereigenschaften und Fähigkeiten ..."
Ayaka unterbrach ihn, indem sie kurz die Hand hob. Als Jōshō erwartungsvoll verstummte und auf einen Grund wartete wusste sie anscheinend selber nicht mehr, was sie hatte sagen wollen und runzelte verwirrt die Stimme. Wieder ergriff die junge Frau an ihrer Statt das Wort. "Eins aus Konoha. Nicht von hier."
Das hätte es schwieriger machen sollen, das wusste Jōshō, aber bei ihm machte das keinen großen Unterschied. Er interessierte sich für alle Bluterben gleich. Oder, und das war das Schlimme, für alle gleich wenig. Trotzdem, eines kannte er, das hatte ihn nämlich immer gleich interessiert ... und angeekelt. Seine Abneigung gegenüber Insekten hatte dabei eine nicht ganz unerhebliche Rolle gespielt.
"Also, Kekkai Genkai werden innerhalb eines Clans vererbt. Dabei wird versucht, das Blut des Clans rein zu halten, um den Anteil an Trägern des Bluterbes zu maximieren. Ein Beispiel dafür ist die Fähigkeit des Aburame-Clans, eine Art Pakt mit Insekten zu schließen, so einer Art Käfer. Dabei fressen die sein Chakra auf, aber helfen ihm beim Kämpfen, zum Beispiel, indem sie Gifte zerstören. Oder auch beim Spähen. Außerdem wohnen sie dann im Körper von den Leuten, mit denen sie zusammenleben. Eben den Aburame."
Jetzt war Jōshō mit seiner Weisheit am Ende. Das war seine Zusammenfassung, Punkt, mehr wusste er nicht. Zumindest nicht viel mehr. Junko sah immer noch so widerlich unbeteiligt aus, als ob sie gar nicht zugehört hätte, aber Ayaka konnte sich allem Anschein nach etwas weniger gut beherrschen. Ein leichtes, irgendwie fröhliches Flackern ging über ihren Mundwinkel. Schien gut genug gewesen zu sein, reimte Jōshō sich zusammen. Als sie schließlich das Wort ergriff fiel ihm ein gewaltiger Stein vom Herzen.
"Gehen wir über zur praktischen Prüfung ..."
Abermals unterbrach Junko Ayaka, leise und eigentlich ziemlich respektvoll. Nicht unhöflich und kalt, nur ein bisschen besserwisserisch.
"Moment, eine Aufgabe fehlt noch, die dein spezielles Wissen über Jutsu testen soll: Du beherrschst ein Jutsu des D-Ranges? Erläutere es uns und führe es vor."
Das war eine einfache Aufgabe, aber bestimmt nicht die letzte Aufgabe, eben da sie so einfach war ... Shuriken Henshu, die Shurikentäuschung, war das einzige D-Rang-Jutsu, das er bisher beherrschte, und das ziemlich gut. Seine Lieblingstechnik, zusammen mit dem Bunshin no Jutsu. Er machte ein kleines Fingerzeichen, eigentlich schon eine stilisierte Form, und sprach leise den Namen des Jutsu, sodass sich nur seine Lippen bewegten. Nur der Konzentration halber. Tatsächlich wirbelten direkt täuschend echte Shuriken aus seiner Hand, und aus alter Gewohnheit führte er die Hand, als wäre er es gewesen, der sie geworfen hatte. Das gelang ob der Geschwindigkeit nur halb, aber gut genug dass Ayaka merklich und auch Junko ein kleines Bisschen zusammenzuckten, als insgesamt acht Illusionen an ihnen vorbeifegten und sich hinter ihnen in Nichts auflösten. Wie ein ertappter Schuljunge gestattete sich Jōshō ein verschämtes Schmunzeln. Ayaka schien zuerst ein bisschen irritiert, dann hatte sie sich wieder gefasst - ein Lächeln bekam Jōshō nicht von ihr. Mist auch. Nach ein paar Sekunden des Schweigens räusperte sich Ayaka und setzte ihre vormals unterbrochene Rede fort.
„Also, der Praxisteil. Hierbei geht es darum, innerhalb von so geringer Zeit wie möglich sechs Hindernisse zu überwinden, indem du alle deine Fähigkeiten dazu einsetzt."
Die beiden Prüfer wandten sich zum Gehen, und Jōshō beeilte sich aufzustehen, um ihnen folgen zu können. Als er um das Pult herum und durch die Tür war sah er sie gerade noch um eine Biegung verschwinden, die Köpfe zueinander geneigt, als ob sie leise etwas austauschen würden. Natürlich über ihn, verdammt. Jōshō fühlte, wie sich sein Kopf rundherum ein bisschen roter anfühlte. Was für eine Schau er wohl abgegeben hatte ... Hoffentlich eine gute. Eine, die gut genug war. Auch, um eventuelle praktische Mängel auszugleichen. Sechs Hürden in Folge? Normalerweise dachten sich Prüfer bei so etwas immer absurd gemeine Sachen aus, und Jōshō hatte nicht gerade volles Vertrauen in seine Fähigkeiten.

2. Aufgabe: "Hindernis Ahoi"

Sie kamen vor dem kleinen Wald hinter der Akademie heraus; Eigentlich sah es hier noch ziemlich harmlos aus. Bis auf das Seil da hinten zwischen den beiden Bäumen. Vielleicht gehörte das schon zur ersten Prüfung. Jetzt war allem Anschein nach Junko an der Reihe, ihn zu plagen, denn sie trat vor, während Ayaka zurückblieb. "Du hast schon gehört, da warten sechs Hindernisse. Oder Prüfungen, wie man sie nennen mag. Die Erste ist gleich dort vorne. Komm über das Seil dort hinweg. Dahinter findest du die Nächste. Und glaub mir, alle Aufgaben sind gleich schwierig."
Unsicher ging Jōshō auf das Seil zwischen beiden Bäumen zu. Der letzte Satz war wohl ein eindeutiger Hinweis, dass er die Aufgabe nicht unterschätzen sollte. Sollte er vielleicht zur Sicherheit einen Schattendoppelgänger vorschicken? Das wäre wohl die einfachste Verfahrensweise, um eine Falle zu finden, es sei denn, sie war so gebaut, dass sie von Bunshin eben nicht ausgelöst wurden. Fallgruben zum Beispiel. Ohne Gewicht konnte man kaum einbrechen. Sollte er versuche, es mit einem Shuriken zu durchtrennen, um zu erfahren, ob das eine Falle auslösen würde? Damit würde er aber die Aufgabenstellung zerstören. Je nachdem, wie streng Junko damit war. Wörtlich gesehen bestand eigentlich kein Problem. Über das Seil hieß über das Seil, egal, ob es nun hier gespannt war oder dort lag.
Langsam macht es einen schlechten Eindruck, dass ich hier in Gedanken herumstehe, tadelte sich Jōshō selber. Er hatte sich entschlossen. Er zog ein Kunai, befestigte ein Explosionstag daran. Warf es, rief: "Fuuton: Kisoku!", lenkte es in die beste Bahn, die ihm gelang, und nur eine halbe Sekunde später rief er schon "Kibakufuda: Kassei!" hinterher. Er hatte Glück oder einfach gut geworfen, das Seil war durchtrennt, direkt am Baumstamm, der auch ein bisschen von der Explosion abbekommen hatte. Keine Falle. Keine, die dadurch ausgelöst worden wäre. Er lief vorwärts, hielt die Augen auf den Boden gerichtet, sah immer wieder auf und in die Baumkronen, während er seinen Schritt verlangsamte. Ein vorsichtiger Sprung an einen Baumstamm, davon abgestoßen, und er war auf der anderen Seite des Seils. Es hatte keine Falle gegeben. Verrückt ... Vielleicht soll das bloß meine Vorgehensweise und Vorsicht testen, versuchte Jōshō eine Begründung zu finden. Die zweite Prüfung sollte er von hier aus sehen. Rasch hielt er Ausschau, aber noch ehe er etwas fand tauchte Junko neben ihm auf. Anscheinend auf einem schon vorher ausgespähten Weg, denn er bemerkte keinen Laut. "Da vorne, siehst du den dunkleren Boden? Wo es ein wenig eingesackt aussieht? Komm dorthin, ohne in die Falle zu geraten."
Vielleicht war das die Fortsetzung der letzten Prüfung. Der dunkle Boden sah eigentlich selber verdächtig nach einer Falle aus, und eingesunken war sie auch ein wenig, wie eine nachlässig gebaute Fallgrube. Das war ja einfach. Er hatte schon die Hälfte des Weges hinter sich, als er erkannte, dass die Prüfer nicht nachlässig waren. Wenn das da aussah wie eine Falle, dann weil es aussehen sollte wie eine Falle. Das hieß, es war keine Falle, es sei denn, er sollte glauben, es sei keine Falle, dann ... Zu viel Nachdenken, zu wenig Handeln, schalt sich Jōshō abermals. Kurzentschlossen schlug er einen Halbkreis, anstatt den geraden Weg zu benutzen, und gerade als er außer Sicht der augenscheinlichen Fallgrube war, aber kaum zwanzig Meter entfernt, wisperte er ein leises "Bunshin no Jutsu." Ein Schattendoppelgänger bildete sich und setzte seine Bewegung nahtlos fort, während er selbst sich versteckte und das Geschehen aus sicherer Entfernung betrachtete. Auf einen Meter hatte sich der Doppelgänger dem Fleck genähert, aus einer anderen Richtung als man von der ersten Aufgabe her hätte annehmen können. Damit hatten die Fallensteller offensichtlich gerechnet. Plötzlich schien der Boden vor dem Ziel zu explodieren und ein schwarz gekleideter Shinobi sprang hervor, der dort perfekt getarnt gelegen hatte, von dem alle Aufmerksamkeit durch die allzu offensichtliche Grube abgelenkt worden war. Nach einem Moment der absoluten Erschrockenheit wendete der Doppelgänger, lief auf Jōshōs Befehl davon. Mühelos holte der junge Ninja auf - oder war es eine sie? - aber jetzt lief auch Jōshō selbst los, in Richtung Ziel, sprintete, was seine Beine hergaben. Ein leichter Schlag der Shinobi traf den Doppelgänger, nicht stärker als beim Fangen, aber die Wirkung war eher unerwartet, da der Doppelgänger spurlos verschwand. Spätestens jetzt war sein Manöver aufgeflogen. Seine Gegnerin wendete praktisch auf dem Absatz und sprintete ebenfalls los. Ein Wettrennen also. Aber er war schon fast da, während sie noch zehn Meter vor sich hatte ... Mit einem ungewohnt wilden, fast verzweifelten Sprung landete er vor dem Ziel, in der Tarngrube, und trat vorsichtig auf den dunkleren Waldboden. Er brach nicht ein, aber man konnte ja nicht vorsichtig genug sein; Nur weil etwas keine Falle sein musste weil etwas anderes schon die Falle gewesen war, die er erwartet hatte, konnte das, was er für eine Falle gehalten hatte weil er es für eine Falle halten sollte doch trotzdem eine Falle sein, weil ... Zu viele Gedanken. Der Boden hielt. Er war am Ziel, und Ayaka zog sich die Maske vom Gesicht, ein wenig zerknirscht unter der verwirrten rosa Frisur aussehend. "Dort entlang sind die nächsten."
Auch Junko tauchte wieder auf, diesmal konventioneller, denn eine Deckung durch Büsche gab es diesmal gar nicht. Mit neugierig gespitzten Ohren hörte er Ayakas ein wenig aufgebrachte und deswegen auch zu laute Worte: "Den Doppelgänger hätte ich doch sofort durchschaut, wenn da nicht diese blöde Tarnung davor gewesen wäre. Das nächste Mal ..." Er hörte keine Antwort, und er konnte sich gut vorstellen, dass Junko auch überhaupt keine Antwort gegeben hatte. Wie eine Plaudertasche wirkte sie nicht. Sie kamen auf eine kleine Lichtung, ein Kreis von Bäumen, der bei Spaziergängern ziemlich beliebt war. Junko ergriff wieder das Wort, erläuterte die dritte Aufgabe. "Hier ist ein Versteck, gemacht für einen Shinobi. Finde es, und beziehe es, ohne dabei die Tarnung zu zerstören. In fünf Minuten kommt die zweite Prüferin, sucht dich. Dann kommt direkt die vierte Aufgabe: Bleib für weitere fünf Minuten unentdeckt."
Jōshō hatte nicht bemerkt, dass Ayaka zurückgeblieben war, aber jetzt konnte er sie tatsächlich nicht mehr finden. War auch egal, immerhin musste er etwas anderes finden, nämlich ein Versteck, das für ihn vorbereitet worden war. Aufmerksam suchte er erst einmal von seinem Standort aus den Boden ab, suchte nach Unregelmäßigkeiten. Er wusste, die Uhr lief. Er fand nur eine Verwehung von ein paar Blättern, aber die stellte sich als das hinaus, was sie zu sein schien: Ein Haufen Blätter. Das war doch lächerlich, ihm blieben höchstens noch zwei Minuten! Eilig sah er sich um, gab seine Systematik auf, lief zu allen Orten, an denen er ein Versteck bauen würde, aber immer noch fand er keines. Da! Blitzte da nicht schon ein Brillenglas, leuchtete dort nicht ein wenig Rosa? Aber ... Junko hatte von einem Versteck geredet. Nur von einem Versteck, nicht von einem auf dem Boden. Einmal kurz sah er durch die Baumkronen hindurch. Mindestens an zwei Stämmen gab es eine Verdickung, die mühelos eine Tarnung darstellen konnte - und zu keinem der beiden Stämme würde er noch rechtzeitig kommen. Mit einem leisen, halb verzweifelten Fluch flüsterte er "Henge no Jutsu". So verwandelte er sich in einen Steinbrocken, der an der Wurzel eines Stammes im Boden zu stecken schien. Fünf Minuten versteckt bleiben, wo, hatte Junko nicht gesagt. Blieb zu hoffen, dass das Jutsu so lange halten würde. Vorsichtig, mit kaum einer Bewegung, sah er sich nach Ayaka um. systematisch suchte auch diese den Boden ab, aber viel schneller als er. Dann kamen die Bäume dran, nachdem sie kaum eine Minute am Boden zugebracht hatte. Genau die beiden Bäume, die er bemerkt hatte untersuchte sie, indem sie kurz an ihnen hochkletterte und den Stamm prüfte, aber an keinem der beiden fand sie etwas. Zweite Minute. Ein wenig ratlos, aber offensichtlich immer noch sehr entschlossen ging Ayaka um die Bäume am Rand der Lichtung herum, suchte vielleicht nach Wurzelhöhlen. In der dritten Minute, wenn Jōshō die Sekunden noch richtig zählte, kam sie an seinem Baum vorbei. Vorbei. Kaum einen Meter von ihm entfernt ...
Die Schritte verstummten hinter ihm, erklangen auf einmal viel schneller und in der falschen Richtung. Etwas tippte ihn auf die Schulter, eine grinsende Ayaka, wie er sah, als erschrocken aufsprang. "Der Stein ... Kein Moos."
Verflucht, das war nicht so gut gelaufen. Eine Aufgabe ganz vergeigt, die zweite mindestens zur Hälfte. Eher mehr, er hatte schnell gezählt ... Junko kam langsam, immer noch mit unergründlicher Miene.
"Bleiben noch die letzten beiden Aufgaben. Komm mit."
"Das Versteck ... Es war in einem Baum, oder?"
Junko gab keine Antwort, ging unberührt weiter. Jōshō folgte ihr gezwungenerweise. Sie kamen von der Lichtung herunter, tiefer in den Wald. Hier wurde es schon finsterer, hierher hatte er sich selbst auf seinen Spaziergängen selten verirrt. Er machte sich Gedanken, was für eine Prüfung hier stattfinden sollte, in der Dunkelheit ... Wenn er hier verunglückte waren nur die beiden da, um ihm zu helfen. Für eine ziemlich lange Zeit. Auf einmal riss ihn ein Stoß aus seinen Gedanken, der ihn herumwirbelte und zu Boden fallen ließ. "Fünfte Aufgabe: zurück zur Lichtung."
Als er verwirrt wieder aufsprang - waren beide Prüfer fort ... Er hielt die Luft an, lauschte kurz. Kein Geräusch von ihnen. Gar keins. Er beugte sich zum Boden herab und suchte nach einer Spur der Beiden: Nichts, nichts eindeutiges zumindest. Und in diesem Winkel des Waldes war es zu dunkel, um etwas Besseres zu erwarten. Wäre er aufmerksamer gewesen hätte er sich wohl Landmarken merken können, aber so hatte ihm der Stoß alle Orientierung geraubt. Genau dafür war er ja vermutlich auch dagewesen. Der Sonnenstand ... Das hatte er nie gelernt, und was er davon einmal gelernt hatte war schon lange vergessen. Das war nicht gut. Es hieß, Moos würde an Bäumen nur auf einer Seite, der Sonnenseite wachsen, aber hier wuchs gar kein Moos mehr, und selbst wenn hätte er auch mit dem Wissen nicht viel anfangen können. Dann blieb nur ausprobieren. Immerhin, eines hatte er sich gemerkt: Es war immer dunkler geworden, je weiter sie gegangen waren, es hatte keine Lücken gegeben. Das hieß, wenn er in eine Richtung ging und es wurde immer heller, dann war das die richtige Richtung. Zehn Minuten pro Richtung, schätzte er, fünf hin, fünf zurück. Mit dem Fuß kratzte er ein tiefes Kreuz in den Waldboden, um den Ort wiederzufinden. Tatsächlich stimmte die Kalkulation in etwa. Er schaffte es allerdings, erst alle drei falschen Richtungen auszuprobieren, bis er schließlich entmutigt, eine halbe Stunde später, in die richtige Richtung stolperte. Irgendwann kam ihm der Wald wieder bekannt vor. Er ging weiter, und stieß auf immer mehr Orte, die er kannte, bis er schließlich die Orientierung wieder hatte. Viel zu spät, fluchte er leise. Das gab bestimmt keine Punkte mehr, befürchtete er, als er müde auf die Lichtung stolperte. "Nummer sechs: Verteidige dich!", rief eine Stimme von irgendwo über ihm. Auf einmal kam Junko aus dem benachbarten Baum herabgesprungen und griff ihn an, schnell, wie ein Blitz in einem blauen Rollkragenpullover. "Kawarimi no Jutsu!", brüllte Jōshō auf ziemlich übertriebene Weise, ein wenig in Panik, aber es wirkte, wie es sollte. Er verschwand, vertauscht mit einem verfaulten Baumstamm, der ein paar Meter entfernt gestanden hatte. Junko ließ sich nicht irritieren, sprang mit einem leichten Schritt auf den Stamm, der aussah wie Jōshō selbst und hinter ihm her. Der griff zu seiner letzten Verteidigung. "Shuriken Henshu!" Drei Shuriken waren echt, neun waren falsch, und Junko wich allen aus, weil er sie langsam und ungenau geworfen hatte. Dann holte sie selbst schon zum Schlag aus, und Jōshō ging in seine Kapoeira-Kampfhaltung. Gerade noch rechtzeitig konnte er unter dem Hieb wegtauchen, wich dem zweiten zur Seite aus, dann trat Junko ihm die Füße weg, dass er auf den Rücken fiel, vom Manöver noch im Ungleichgewicht. Ohne ihn weiter zu beachten drehte sie sich um und ging fort, in die Richtung, aus der er verschwommen Ayaka kommen zu sehen meinte. Langsam richtete er sich auf, erhob sich wie ein alter Mann.

Gedanken loswerden

Erschöpft lehnte sich Jōshō mit der Schulter an einen Baum, während langsam Ayaka und Junko auf ihn zukamen. Er schloss die Augen, wollte das Ergebnis gar nicht hören und brannte doch darauf. Ob er bestanden hatte oder nicht war für ihn in diesem Moment immer noch genauso ein Rätsel wie am Morgen, denn er hatte wirklich keine Ahnung, ob die theoretische Prüfung seine praktischen Mängel abdecken würde. Denn diese Mängel waren da, sogar ziemlich offensichtlich. Aber Ayaka lächelte, so viel sah er, als er die Lider vorsichtig einen Spalt breit trennte. Und auch Junko schien nicht mehr ganz so eingefroren wie am Anfang, ging ein bisschen lockerer. Das sah doch schon einmal gut aus, sehr gut, aussichtsreich. Nur um ihn zu trösten würden sie doch nicht lächeln, oder? Andererseits, er sah nichts von einem Stirnband. Wenn sie aber kein Stirnband dabei hatten dann war er durchgefallen, dann war das Lächeln wirklich nicht mehr als ein falsches Spiel! Diese Gedanken flitzten in Jōshōs Kopf hin und her, er wechselte ungefähr einmal pro Sekunde die Meinung, was gleich passieren würde, dann waren die Beiden bei ihm. Ayaka lächelte sehr aufmunternd und begann zu sprechen.
"Du hast 34 von 40 Punkten in der theoretischen Prüfung erhalten. Zu allem hättest du etwas mehr sagen können, aber es war besser, dass du dich auf das Wesentliche beschränkt hast. Vor allem bei den Taijutsu hätten wir gerne ein bisschen mehr gehört ... Und ein bisschen weniger Nervosität würde dir gut stehen, auch wenn du sie gut versteckt hast. Tja ... In der Praktischen Prüfung waren das ... Erste Aufgabe, neun Punkte. Du hast lange gebraucht, aber alle möglichen Fallen ausgetestet. Zweite Aufgabe, auch neun Punkte. Ich hätte den Doppelgänger durchschauen sollen, aber davon abgesehen ausgezeichnete Taktik, und vor allem bist du nach dem leichten Erfolg bei der ersten Aufgabe nicht übermäßig selbstsicher geworden. Die dritte war weniger gut, aber immerhin hattest du augenscheinlich ein gutes System und auch am Ende erkannt, wo das Versteck wirklich war. Fünf Punkte. Die Vierte war ein ziemlicher Notbehelf, aber der Ort war gut gewählt, und Improvisation ist immer gut. Sechs Punkte. Die fünfte war ziemlich in Ordnung ... Um ehrlich zu sein, ich hatte meine Sorgen, ob du es überhaupt zurückschaffen würdest. Sieben Punkte, gedauert hat das ja schon seine Zeit. Dann die sechste, die war auch ziemlich gut. Ich meine, todmüde gegen eine Chuunin, kein Wunder, dass du nicht lange durchgehalten hast - das gibt acht Punkte. Knappe 44 von 60 Punkten. Deine Tricks sind gut, da stecken Gedanken hinter, aber du musst auch dazwischen etwas tun können. Mehr körperliche Fähigkeiten und mehr instinktive Koordination, könnte man sagen."
34 von 40, 44 von 60. Das hörte sich ziemlich bestanden an, aber bisher hatte noch keiner Anstalten gemacht ... Jōshōs Gedanken wurden von Junko unterbrochen, die vortrat. "Erforderlich waren Siebzig Punkte. Daher hast du die Prüfung bestanden."
Hinter ihrem Rücken zog sei einen Stoffstreifen aus dem Gürtel, mit einem aufgenähten Symbol ... Dem Symbol von Soragakure, mit einem dünnen Lächeln reichte sie es ihm. Das Lächeln beider Prüfer wurde breiter, als sie die ungläubige und glückliche Miene Jōshōs sahen. Bestanden ... Bestanden ... Erst Sekunden später erwachte er aus seiner seligen Paralyse und griff nach dem Stirnband. "Danke."
Mit diesem einen, vielsagenden Wort verabschiedete er sich, eilte fort, sah sich nicht mehr um, das Stirnband fest in der Faust. Irgendwann fand er einen dunklen Winken der Akademie, einen, in den sich so schnell keiner verlaufen würde. Stirnband. Stirnband. Stirnband. Jōshōs Gedanken waren von erschreckender Einfachheit, was von seiner Erschöpfung und Müdigkeit zeugte. Er hatte sich bloß ein bisschen ausruhen und entspannen wollen, aber schließlich sank er doch in einen übergangslosen, tiefen Schlaf. Das Stirnband ließ er nicht los.
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So far from the Clyde ...
~
Alles / Jutsus und Gedanken


Geändert von Kōrishita Jōshō (03.09.2010 um 20:24 Uhr)
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