Der große Tempel

Dieses Thema im Forum "Onmyô Tempel" wurde erstellt von Matsuo Ryoichi, 30. Jan. 2011.

  1. „Weißt du, ich hab gehört dass das Besondere am Onmyô Tempe sei, dass es einem dort so vorkommt, als würde er unvollständig sein! So, als würde bei einem Wort einfach ein Buchstabe fehlen! Haha, kann man sich gar nicht vorstellen, was manche Leute in so was rein interpretieren!“

    Bei diesen Worten zog sie Ryo unvermittelt ein wenig näher an sich heran und legte den Finger auf die Lippen.

    “Schhht! Nicht so laut!“


    Die Leute drehten sich schon nach Ihnen um als der Chuunin schließlich gedämpft und mit verschwörerischer Stimme fortfuhr, dabei blickte ständig zur Seite.

    “Ich weiß nicht ob du´s mitbekommen hast. Aber vor einigen Monaten wurde Shirogakure angegriffen.. Ninja aus Sora haben etwas geklaut...niemand weiß was aber man munkelt dass es vielleicht dass l vom Tempe war!“


    Ernst blickte der Chuunin seine Auserwählte an, hielt die ganze Show aber nicht mehr lange durch und fing an zu lachen.

    „Haha, nur Spaß! Der Tempe heißt schon immer so, komm.“

    Mit ihr an der Hand erreichte er schließlich den Tempe-Bezirk. Der ganze Komplex war riesig und nur durch den Anblick konnte man die Macht, die von diesem Ort aus ging. Er war prachtvoll und so, Ryo war das alles egal. Er hatte nur Augen für Mai, ihre Haare, ihre Augen einfach alles. Zwar hatte er selber blaue Haare aber trotzdem kamen ihm ihre besonders schön vor. Nur zu gerne würde er ihr eine der Strähnen aus dem Gesicht streichen... Von fern drang leiser Gebetsgesang an sie heran und Ryo führte Mai an einen seiner Lieblingsplätze ein dieser Stadt. Eine abgeschiedene Hausdach von der man fast den ganzen Tempe sah und sich ganz den Mönchsgebeten hingeben konnte, die eh den ganzen Tag nichts besseres zu tun haben schienen als zu singen. Die Nachmittagssonne strahlte auf sie ehrab als sie sich zurücklehnten und den Wolken beim vorbeiziehen zusahen.
    Ryo deutete in den Himmel und knuffte Mai liebevoll in die Seite.

    „Kuck mal, die da sieht aus wie Matsch!“.

    Nachdem die Beiden herzhaft gelacht hatten blickte Ryoichi sie längere Zeit an bevor er anfing zu grinsen.

    "Nein ich hab natürlich keine Kekse gebacken. Schätze Kay wollte mir nen gefallen tun mit der Aussage. Wieso hast dud ir schon die Finger geleckt?"
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 30. Jan. 2011
  2. Sakaida Mai

    Sakaida Mai Chuunin

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    Und während Mai ihn noch immer erwartungsvoll angrinste, ignorierte der Chuunin ihre Frage fürs erste und beglückte sie dafür auf andere Weise: Sie verspürte einen kurzen, aber kraftvollen Ruck an ihrem Handgelenk und fand sich in derselben Sekunde um einiges näher bei Ryo wieder. Noch ehe sie es bedauern konnte, nicht noch einen Schritt weiter zu ihm gestolpert zu sein, spürte Mai seinen Finger sanft auf ihren Lippen liegen. „Aah, jetzt kommt’s!“ Aufgeregt, total starr und dennoch auf das Kommende vorbereitet, blickte sie ihn mit großen Augen an. Doch leider irrte sich die Konoichi, es sollte wohl doch nicht zur zärtlichen Berührung kommen. Vielleicht lag es auch an der falschen Atmosphäre, schließlich machte sie sich gerade darüber lustig, dass er gebacken hatte. Und um die beiden herum waren trotz des mittlerweile schönen Wetters noch lauter Matschpfützen vom Regen zurückgeblieben. Und diese unvollständige Aura, die vom Tempe ausging, war auch nicht gerade einladend.
    Schhht! Nicht so laut!“ Autsch, wirklich blöd wenn man die tollsten Hirngespinste vor den Augen hatte, und dann wird man darauf hingewiesen, dass man so auffällig ist, dass einen die Leute schon anstarren. Seine eigene Mitteilung nicht weiter beachtend, erzählte er Mai eine Geschichte, wohl mehr ein Märchen, welches sich um ihre Aussage und den Tempe drehte. Anscheinend schien aber an den Gerüchten etwas wahren dran zu sein. Auch wenn Mai es sich bei den letzten Worten nicht verkneifen konnte, die Augenbrauen misstrauisch hoch zu ziehen. „Wie soll man denn so was stehlen können?“ Und während sie überall nach einer großen Reklametafel suchte, auf welcher ein l fehlte, begann Ryo plötzlich zu lachen und klärte die naive Mai auf. Und auch wenn sie noch etwas verklemmt von vorhin war, stimmte sie in sein Lachen mit ein.
    Gemeinsam spazierten die beiden Shinobi über das Gelände. Ehrfürchtig begutachtete Mai das prunkvolle Gebäude. Kaum zu glauben wie alt es schon war, aber es hatte jedenfalls noch nichts von seiner Schönheit verloren. Etwas abgelegener stand eine kleine, wohl leerstehende Hütte herum, auf deren Dach sich Mai wieder fand. Von hier aus hatte man eine perfekte Aussicht, und schön warm war es. Das Mädchen machte es sich ebenfalls gemütlich und blickte in den Himmel, wo mehr Wolken als blau zu sehen waren. Sie spürte einen sanften Stoß in der Seite und blickte neugierig zu Ryo. Er verglich eine Wolke mit Matsch. Diese Ansicht der Dinge war so primitiv, dass sie schon wieder zum Totlachen war, weshalb Mai ungewollt losprustete. Aber immerhin nicht alleine. „Sehen die nicht alle so aus?!“, erwiderte Mai aus ihrem Gelächter.
    Als sie sich wieder beruhigt hatten, kam der Junge plötzlich wieder auf das Thema Kekse zu sprechen. Er hatte sie also doch nicht gebacken. Einerseits beruhigend, andererseits schade. Ob sie sich die Finger bereits geleckt hatte? „Ehrlich gesagt nicht, ich kann mir kaum vorstellen, dass du besonders gut backen kannst!“, antwortete sie frech grinsend. Kurze Zeit später lagen die beiden ruhig auf dem Dach und genossen den Moment. Irgendwann schloss Mai die Augen, um die Wärme der Sonne besser im Gesicht zu spüren. Sie erfreute sich einige Zeit daran, bis sie fast eingenickt wäre. Um dies zu verhindern setzte sie sich wiederwillig auf und wand sich zu Ryo um. Wie auch sie zuvor hielt er sein Auge geschlossen. Man könnte fast meinen, er wäre eingedöst. Lächelnd beugte sie ihren Kopf über seinen. Nachdem sie Ryo einen Moment nach Lust und Laune angehimmelt hatte, erhob sie eine Hand und streckte ihren Zeigefinger aus, mit welchem sie seine Narben sanft nachfuhr. Von der Wange, über die Nase, einen kurzen Stopp und vom Auge wieder zurück zur Schläfe. Allerdings hatte sie nicht ihre lange Strähne beachtet, welche vergnügt um seine Nase tänzelte. Und wie das peinliche Schicksal des tollpatschigen Mädchens so will, erhob sich Ryo in einem Niesen. Gerade so konnte Mai noch ihren eigenen Kopf wegziehen, sonst wäre das schmerzhaft ausgegangen.
    Während er sie verwirrt anblickte, überlegte Mai mit glühenden Wangen, was sie nun am besten sagen sollte. Aber im Grunde wäre nun alles, was sie von sich geben würde, gegen sie verwandt worden. Also warum nicht gleich geradeaus. „Tut mir Leid! Ich hab mich nur gefragt, also wenn ich fragen darf.. wie ist das eigentlich passiert? Ähm, also dass mit deinem Auge.“[FONT=&quot][/FONT]
     
  3. „Pfff, von wegen. Wenn ich Backen könnte würden die natürlich übel lecker schmecken!“

    Ryo stimmte in Mai`s Gelächter und noch einige Zeit machten sie Späße darüber, wie gefährlich Ryos Kochkünste den wirklich waren. Er erzählte ihr sogar dass in ihrer Wohngruppe eigentlich nur Kayros und Junko kochten, er selbst dürfte nicht an den Herd weil sonst immer ziemlich viel schief ging. Das stimmte so zwar nicht. Er kochte eigentlich ganze gerne, war aber tatsächlich sehr untalentiert. Also übernahm er einfach Aufgaben wie Zwiebeln würfeln oder sonstigen Kram der gemacht werden musste und auf den eigentlich niemand Lust hatte. Seine Kochkünste beschränkten sich momentan noch auf das würzen aber er war ein eifriger Schüler. Ihm gefiel die Art wie sie lachte, nicht hämisch sonder einfach glücklich. So alberten die Zwei noch ein wenig herum bis es irgendwie immer stiller geworden war und sie beide nur noch mit geschlossenen Augen die Sonne genossen. Am Anfang wurmte es den Chuunin schon, dass sie nicht miteinander sprachen. Hieß das etwa dass sie sich langweilte wenn sie nicht jede Sekunde mit ihm sprach. Aber er genoss ebenso die Stille, einfach hier neben ihr zu liegen, in der Sonne, nur wenige Zentimeter von Mai getrennt. Kurz blickte er zu ihr herüber und lächelte sie an. Es wurden immer weniger Worte gewechselt und bald war der Junge sogar eingedöst.

    Ein Nieser weckte ihn wieder auf und er schreckte hoch. Wie komisch, er war noch nie niesend aufgewacht. Die Nase hochziehende und sich verwirrt umblickten sah er das Mai neben ihm saß und mit tiefroten Backen zu Boden blickte. Anfangs stotternd fragte sie ihn schüchtern nach seiner Narbe und als er merkte dass er wohl von ihr geträumt hatte wurde er ebenso rot wie sie. Er konnte es gar nicht vermeiden obwohl die Situation ja an sich nicht peinlich oder unangenehm war.Sie waren wieder sehr nah bei einander, was den Jungen aus dem Konzept brachte. Im wollte partout nicht einfallen woher er seine Narbe bekommen hatte und so stotterte er erst ein wenig verwirrt umher bevor er sich shclielich erinnerte.

    “Erähm..ah achso! Die ist von einem Trainingsunfall, schon eewig her. Ich war früher ein echter Tollpatsch haha! Messer im Auge, ziemlich eklig und schmerzhaft.“


    Ob sie wohl seine Augenhöhle sehen wollte? Nein so was fragte man(n) ein Mädchen nicht! Unschlüssig was er sagen solle erzählte er einfach weiter und nahm, wie in seinem Traum, ihre Hand und fuhr mit ihr über die Narbe.

    „Und beim Rausziehen...hab ich die hier gekriegt. Dumm nicht war?“

    Bei dem Gefühl ihrer Berührung auf seiner Backe wurden, diese selber rot und warm und er fing an immer breiter zu lächeln und sah sie an. Nun war der Satz beendet aber wegnehmen wollte er ihre Hand nicht.

     
  4. Sakaida Mai

    Sakaida Mai Chuunin

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    Es dauerte einen kurzen Moment, bevor Ryo ihr antwortete. Beim Training!? Muss ein ganz schön hartes Training gewesen sein. Gebannt hörte sie ihm zu. Er war ein Tollpatsch, genauso wie Mai es jetzt war. Mit neuer Hoffnung dachte sie: „Yay, vielleicht wird das ja noch was mit mir!“ Nach einer kurzen Pause sprach Ryo weiter, zuvor jedoch nahm er erneut Mai’s Hand. Sie erschrak innerlich, als er ihre Hand über seine Narbe fahren ließ. Hatte er das etwa doch mitbekommen und sich nur schlafend gestellt?

    Während er noch erzählte, woher diese besagte Narbe stammt, ruhte Mai’s Hand immer noch auf derselben Stelle. Und da blieb sie auch. Während sein Lächeln immer breiter wurde, konnte man bei Mai eher das Gegenteil feststellen. Traurig strich sie über seine Wange, rückte noch etwas näher und murmelte: „Du musst besser auf dich aufpassen..“ Und während sie seine Narben einen Moment noch begutachtete und Ryo’s Lächeln schwand, änderte sie ihren Gesichtsausdruck erneut, diesmal wurde er ziemlich hart. „Ich brauch dich nämlich noch!“ Noch immer hielt sie seinem Blick stand. Er wusste wohl gar nicht was los war. Länger konnte Mai sowieso nicht mehr an sich halten, weshalb sie plötzlich in Gelächter ausbrach. „Haha, wie du geguckt hast!“ Das war die Revanche für die Tempe-Geschichte.

    Sie lachte noch immer darüber, als sie plötzlich den Halt verlor und sich gerade noch an Ryo festklammern konnte, bevor sie vom Dach gekullert wäre. Noch immer an ihm hängend und mit zittriger Stimme sagte sie: „Also das war nicht mehr so lustig! Lass uns runter gehen, ja?“ Sicher war sicher. Vorsichtig erhob sie sich und stieg wieder vom Dach. Mittlerweile war es später Nachmittag geworden. Als Ryo wieder bei ihr war, fragte sie zögerlich, ob er noch etwas unternehmen wollte. Zu ihrer unendlich großen Freude stimmte der Junge sogar zu. „Also.. ich könnte noch was essen.. was süßes!“, sagte sie grinsend. Sie wartete seine Reaktion ab und schon verabschiedeten sich die beiden vom Onmyô Tempe und machten sich lebhaft unterhaltend auf den Weg zur nächsten Station.
     
  5. Takeshi Rai

    Takeshi Rai Genin

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    ~Prüfungsjob: Die Schwäne des Tempels~

    Neuer Tag, neuer Job. Etwas ganz Besonderes, obwohl dies hier ein normaler Job war, würde heute passieren. Es war auch eine Neuheit für Rai, denn so etwas hatte er bis jetzt noch miterlebt: Dieser Job war ein Prüfungsjob. Ja, das war eine Neuheit, welche die Dorfverwaltung erst seit Kurzem anbot. Angehende Genin können sich zwischen einer Prüfung, so wie Rai sie damals abgelegt hatte, und einem Prüfungsjob entscheiden. Dieser Kandidat, Yamasaru Ikioi sein Name, hatte letzteres gewählt. Demnach wurde ein Genin auserkoren, dieser Typ hier, der sich den Jüngling zur Brust nehmen sollte. Klingt doch ganz einfach, oder nicht? Als Treffpunkt wurde der Tempel Onmyô ausgewählt, wo auch der Job schlussendlich stattfinden würde. Die beiden sollten sich um die Schwäne kümmern, die sich gegen die örtlichen Gänse verschworen hatten – man könnte meinen sie wären Rassisten! Dies würde Rai nicht zulassen, denn er weiß, dass Rassismus auch unter Tieren ein Ding war. Wie sonst auch immer, traf das Blauhaar pünktlich am vereinbarten Treffpunkt ein. Vor allem als ein Vorbild musste er heute brillieren, schließlich würde die Verwaltung diesen Job strengstens beobachten. Wer die Karriere von Rai aufmerksam beobachtet hatte, dem war es aber allerdings nicht entgangen, dass er es noch nicht so mit Führungsqualitäten hatte…

    Während der Takeshi auf seinen Padawan wartete, las er in seinem Buch weiter. Das Buch war eine Horrorgeschichte, die mehr oder weniger eine Hounted-House Sache war. Weiterempfehlen würde Rai das Buch allerdings nicht, denn der Schreibstil gefiel ihm überhaupt nicht. Aber er würde im Gegenzug sein heutiges Outfit weiterempfehlen! Heute verzichtete er auf seinen getreuen Begleiter, damit ist der Mantel gemeint, und stattdessen trug er kurzes T-Shirt, welches in einem hellen Blau erstrahlte. Dieses passte sich fast genau an seinen Körper an und war somit figurbetont geschneidert. Eine eng anliegende Jogginghose in Schwarz, die an den Seiten jeweils zwei weiße Streifen vorweisen konnte, ergänzte das komplette Outfit. Eine goldene Eisenhalskette ließ den Hals dann doch nicht so nackig aussehen. Er war zufrieden mit der heutigen Auswahl – so war es doch nur ein Job bei angenehm kühlem Herbstwetter. Während die Minuten so vergingen, die Buchseiten nur so flogen und der Wind die Blätter am Boden herumwirbelte, fragte man sich, wann der Prüfling doch endlich auftauchen würde. Hmm, ja, wann würde er das wohl tun?
     
  6. Yamasaru Ikioi

    Yamasaru Ikioi Akademieschüler

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    Ein Job am Onmyô Tempel also. Damit war die grobe Richtung klar und Ikioi auch schon unterwegs. Eigentlich mochte er Parkanlagen ja nicht besonders. Vor allem diejenigen nicht, in denen alles penibel genau zurechtgemacht war und man sofort einen Gärtner im Nacken hatte, wenn man auch nur die geringsten Anstalten machte einen Fuß auf die falsche Seite der Wegmarkierung zu setzen. Fehlte nur noch, dass man am Eingang die Schuhe ausziehen musste.. auch wenn das für den jungen Yamasaru keine wirkliche Hürde dargestellt hätte, war er doch eh die meiste Zeit barfuß unterwegs. Heute jedoch rieten ihm die Außentemperaturen vehement davon ab. Es war Herbst und ein kühler Wind sammelte die letzten welken Blätter von den Bäumen, als Ikioi mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit aus einer der kleinen Seitengassen am Rande des Suzaku-Bezirks geschossen kam und in einer doppelten Schraube die dichte Rosenhecke übersprang, mit der sich der dahinterliegende Byakko-Bezirk von seinem turbulenten Nachbarn abgrenzte. Ohne wesentlich an Tempo zu verlieren, rollte Ikioi sich während der Landung kurz ab und war bereits einen Wimpernschlag später wieder auf den Beinen. Da er reichlich Schwung hatte, genügte ein kräftiger Satz, um ihn auf den untersten Ast einer nahestehenden Zierkirsche zu katapultieren, wo es erstmal Zeit für ein kleines Päuschen war. Kurz durchschnaufen musste ab und zu schon sein. Ikioi zog den Kragen seines Mantels enger und justierte die Lage des breiten Schals nach, der den empfindlichen Halsbereich des Jungen hermetisch abriegelte. Bewegung war ein astreines Mittel gegen Kälte, vor allem wenn man so eine Frostbeule wie Iki war. Zumindest solange es nirgendwo reinzog, weshalb er seine Kleidung immer mal wieder zurechtrückte.

    In der Ferne waren schon die Dächer der Tempelanlage zu sehen und so beschloss Ikioi den Rest des Weges über die Obstbäume in der Umgebung zurückzulegen. Früchte trugen sie zwar keine mehr, standen dafür aber relativ dicht beieinander, sodass man mit etwas Geschick und der richtigen Technik von einem zum anderen springen konnte. Iki war noch nicht wirklich gut darin und so dauerte es seine Zeit bis er das Zentrum des Geländes erreicht hatte. Leider trennte ein großer Vorplatz den Eingangsbereich des Tempels von der gegenüberliegenden Zierobstwiese und so musste Iki schließlich doch die letzten Meter auf dem Boden zurücklegen. Eine gute Gelegenheit, sich die Architektur des imposanten Baues ein wenig genauer anzuschauen. Mit seinen Säulen und Balken erinnerte er Ikioi sehr an die Dojos seines Clans, doch bevor ein Anflug von Heimweh aufkommen konnte, fiel der Blick des Yamasaru auf einen Kerl mit blauen Haaren, der seelenruhig in einem Buch schmökerte, während er ganz offenkundig auf den Kältetod wartete.

    Die Hände tief in den wärmenden Taschen seines Mantels vergraben, schlenderte Iki mit neugierigem Blick auf diesen schrägen Vogel zu. "Sag mal, ist dir gar nicht kalt?" sprach er ihn ohne Umschweife an. Um seinen Kontakt wegen dieses Jobs konnte er sich auch später noch kümmern. Im Moment war das hier viel interessanter.
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. Nov. 2018
  7. Takeshi Rai

    Takeshi Rai Genin

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    Mittlerweile war ein anständiges Spektrum an Zeit vergangen und dem Takeshi wurde allmählich kalt. Wieso vergaß er auch seinen besten Kumpel – der Allzweckmantel – zu Hause im Schrank? Tja, jetzt war es allerdings zu spät dafür noch umzudrehen und ihn zu holen. Also musste er jetzt Kälte leiden. Irgendwann war es dann auch schon so weit und sein Körper begann ein wenig zu zittern. Wie es aussah, fiel das auf – wem fiel nicht ein Typ im kurzärmligen T-Shirt bei diesen Temperaturen auf – und ein Junge sprach ihn darauf an. Ein Blondschopf, dem man sein Alter wirklich anerkannte. Rai schätzte ihn auf so ungefähr 13. „Naja, hab mir gedacht, dass es wärmer ist. Ich warte hier eigentlich auf jemanden und hätte nicht gedacht, dass das so lange dauern würde.“ Da dachte der Takeshi kurz nach – wartete er nicht auf jemanden in genau diesem Alter? Nun musterte Rai sein Gegenüber schon etwas genauer, konnte aber nichts Auffälliges feststellen. Lange Haare hatte er und ein wenig gebückt stand er vielleicht da, aber sonst wohl eher nichts. Aber einfach zu fragen war ja schließlich keine schlechte Idee, oder nicht? „Ich warte eigentlich gerade auf einen angehenden Shinobi. Er heißt… Ikioi? Ikioi Yamasaru, glaube ich. Und du passt irgendwie in die Beschreibungen, die ich erhalten habe, was für ein Zufall!“ Und wenn der Junge jetzt nicht der gesuchte Akademist wäre? Naja, dann musste Rai halt eben noch länger Kälte leiden. Der nächste Windstoß gab ihm aber den Rest und er wollte nur noch irgendwo hin wo es etwas wärmer war. „Wenn du Ikioi bist, freut mich, ich bin Rai. Ich verschwind jetzt in den Tempel, dort ist es garantiert wärmer als hier. Folge mir, wenn ich den richtigen erwischt habe, ansonsten verzeih mir bitte.“ Schnurstracks machte er sich auf in Richtung Tempel. Mit verschränkten Armen versuchte er sich vergebens zu wärmen. Gerade konnte er nur daran denken sich vor der gefühlsmäßig immer stärker werdenden Kälte in Sicherheit zu bringen – was er schlussendlich schaffte. Als er eilig den Tempel betrat, starrten ihn erstmal die Besucher und Mönche des Tempels an. Ohne sich beirren zu lassen, setzte er sich auf die nächstgelegene Bank. Ihn störte es nicht, dass ihn die Anwesenden erstmal alle anstarrten. Allerdings störte ihn, dass der Blondschopf von grade nicht direkt hinter ihm war. Schon wollte er es aufgeben und den Prüfungsjob aufgeben, aber da kam auch plötzlich der Junge ums Eck. Verschmitzt lächelte Rai und sagte: „Na sieh mal einer an, da haben wir uns doch gleich gefunden gehabt.“
     
  8. Yamasaru Ikioi

    Yamasaru Ikioi Akademieschüler

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    Ein breites Grinsen legte sich auf sein Gesicht, als Ikioi seinen Namen hörte und ihm bescheinigt wurde, dass er ganz gut auf seine Beschreibung passte. War schon witzig, wie dem Kerl, der sich als Rai vorstellte, mit einem Schlag die Kälte um ihn herum bewusst wurde. Und so fackelte der Blauhaarige auch nicht lange, sondern dampfte direkt in Richtung Tempeleingang ab. "Netter Typ." dachte Ikioi bei sich, während er zusah, wie sein Prüfer mit wenigen Sätzen die lange, steinerne Treppe überwand und hinter einer dicken Holztür verschwand. Nicht schlecht. Bevor er ihm jedoch folgte, sah sich Ikioi noch ein wenig um. Der Betrieb auf dem Vorplatz hielt sich in Grenzen. Ein Eindruck, der sicher auch durch die Weitläufigkeit des Platzes zustande kam. Darum ging es dem jungen Yamasaru im Moment aber gar nicht. Suchend sah er sich um, bis sein Blick an hohem Schilf und den Anfängen einer kleinen, roten Brücke am Rande des Hauptgebäudes hängen blieb. Ob dort die Teichanlage war? Für eine genaueres Bild stand er leider zu weit entfernt und seinen fröstelnden Chef wollte er jetzt auch nicht ewig warten lassen, also drehte Iki erstmal in Richtung Treppe, die zur Tempelhalle hinauf führte. Im Gehen löste er die Geta von seinem Gürtel, warf sie nacheinander in die Höhe und fischte sie kurz darauf mit dem jeweils passenden Fuß aus der Luft. Unter leisem Klacken stieg er dann die steinernen Stufen hinauf und schob sich wenig später ebenfalls ins Innere des Gebäudes. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger erregte er dabei kaum Aufmerksamkeit und hatte so die Gelegenheit sich in Ruhe umzuschauen. Ein langgezoger Gebetsraum, an beiden Seiten mit Säulen gesäumt, erstreckte sich vor ihm und lenkte den Blick auf eine goldene Statue am anderen Ende. Davor knieten in Zweierreihen einige dutzend Mönche und am Rande des Raumes, hinter den Säulen, befand sich auf jeder der beiden Seiten ein kleiner Schrein, umgeben von zahllosen Kerzen und Räucherstäbchen. Dort hielten die Besucher inne, zündeten weitere Stäbchen an und beteten. Ein angenehm würziger Duft und das monotone Summen der Mönche erfüllte die Luft. Links und rechts der Eingangstür standen lange Bänke an der Wand und darüber die Bitte sich die Schuhe auszuziehen. Auf einer dieser Bänke fand Iki auch seinen heutigen Vorgesetzen wieder. „Na sieh mal einer an, da haben wir uns doch gleich gefunden gehabt.“ "Jap" gab Ikioi gut gelaunt, wenn auch in gedämpftem Ton, zurück und setzte sich daneben. Hier drinnen war es tatsächlich um einiges wärmer. Das Kleidungsproblem seines Bosses war damit allerdings nicht gelöst. Früher oder später würden sie ja wieder nach draußen müssen. Da ständig rein- und rauszupendeln wohl eher keine Lösung war, es sei denn man wollte es sich so richtig mit den Mönchen versauen, musste es irgendwie anders gehen. Iki sah Rai also fest in die Augen und sagte entschlossen "Wenn du dir die Haare abrasierst, geben sie dir vielleicht eine Kutte."
     
  9. Takeshi Rai

    Takeshi Rai Genin

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    Was für ein Spaßvogel. Wirklich, Rai lachte sich gerade zu Tode… Nicht. Seine wunderschöne Haarpracht würde er doch nicht abrasieren, weil ihm kalt war! Außerdem würden ihn die ansässigen Mönche nicht einfach so in den Orden aufnehmen… „Wie witzig du bist.“, entgegnete Rai dem Jungen ein wenig schnippisch. Nicht gerade vorbildlich, aber gerade kam ihm wirklich nichts Anderes in den Sinn. So war ihm gerade doch zu kalt um höflich zu bleiben. Dieser Zustand legte sich nach ein paar Minuten aber wieder, denn immerhin war es im Tempel tatsächlich um einiges wärmer und der zuvor fast erfrorene Takeshi konnte sich wieder richtig erwärmen. Als er sich wieder gefasst hatte – die letzten Minuten waren recht nervenaufreibend gewesen – widmete er sich wieder seinem Schützling zu. Heute war schließlich nicht nur irgendein Tag, nein, es war der Tag vom Yamasaru, denn heute würde er zum Genin befördert werden! „Nun gut, wie ich schon gesagt habe, bin ich Rai. Sorry, dass ich grade so schnippisch war, aber ich bin diese Kälte halt eben nicht gewohnt.“ Er räusperte sich kurz und fuhr dann fort: „Wir zwei haben heute eine Aufgabe und die besteht darin, dass wir zwei diese Schwäne hier in den Griff bekommen sollen. Anscheinend drehen die durch, wenn sie die Gänse hier sehen und das soll ein Ende finden.“ Kurz überlegte er noch, ob er etwas vergessen hatte. Schließlich fiel ihm doch noch etwas ein und er ließ auch nicht auf sich warten: „Gut, das war das kurze Briefing. Nun zum interessanten Teil: deine Beförderung. Solltest du den Job heute zu MEINER vollsten Zufriedenheit erledigen, dann bist du ab heute offiziell ein Genin. Solltest du allerdings scheitern, was ich nicht hoffe, dann musst du das nochmal machen. Von diesem Szenario gehen wir aber nicht aus.“ Und nochmals grübelte er nach, ob er nicht noch etwas vergessen hatte. Schließlich stellte er aber fest, dass das so ziemlich alles gewesen sein sollte. Was noch fehlte war die Frage nach der Herangehensweise, welche er sich aber für später aufhob. Zuerst vergewisserte der Takeshi sich, dass sein Schützling ihn verstanden hatte. War dies erledigt, so machte er sich gemeinsam mit seinem Schützling im Schlepptau auf den Weg zum See hinter dem Tempel.

    Der See war für die Öffentlichkeit zugänglich, was sich auch in seinem Aussehen widerspiegelte. So ziemlich überall war der Mist der Tiere und auch der Besucher zu sehen. Man merkte aber, dass sich die Mönche die Mühe machten den Bereich sauber zu halten. Klar wurde das auch, als der Takeshi gerade eben einen Mönch gesehen hatte, der dieser Aufgabe nachkam. Wie dem auch, die beiden Shinobi waren heute nicht hier um den Müll zu beseitigen. Die Aufgabe unserer Hauptakteure lag heute daran, diese Schwäne zu besänftigen. Aber wie sollten die beiden das anstellen? Genau diese Frage stellte Rai auch seinem Padawan während er auf die edlen Tiere zeigte: „Nun gut, die hier sind heute unser Ziel. Eine wichtige Eigenschaft eines Shinobi ist es, die Probleme zu erkennen und sie beheben. Dafür erstellen wir zuerst eine Herangehensweise auf. Also, wie würdest du diese Schwäne von den Gänsen fernhalten?“
     
  10. Haemasu Ai

    Haemasu Ai Genin

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    Job – Die Schwäne des Tempels


    Der Schatten einer Wolke schob sich vor die Frühlingssonne und verdunkelte die Umgebung leicht. Der Garten, das Haus und der Wald hinter dem Anwesen nahmen alle einen dunkleren Ton an, doch das bekam die junge Ai gar nicht wirklich mit, denn sie hatte sich mit geschlossenen Augen auf das Vordach vor ihrem Zimmerfenster gelegt und döste in den Strahlen. Für sie schien nur noch weniger Licht gegen ihre Augenlider, sodass der leicht gelbe Schein, der ihre Ruhe begleitet hatte, schwächer wurde. Vom schwindenden Licht etwas abgelenkt, öffnete sie leicht ihre Augen und bemerkte die kleine Wolke, die den blauen Himmel beinahe alleine bewohnte. Das fluffige Etwas sah für die Haemasu irgendwie aus, wie eine Ente … wobei, das war nicht ganz passend, die Stelle, die wohl den Hals darstellen musste, schien länger. Vielleicht ein Schwan? Eigentlich völlig egal, aber AI hatte nichts besseres zu tun. Den Garten hatte sie heute Vormittag mit ihrem Großvater auf Vordermann gebracht und bis zum Mittagessen war es wohl noch Zeit, also schien dösen da eine gute Idee zu sein. Eine Mission hatte man ihr nicht in Aussicht gestellt, es war ja auch noch nicht allzu lange her, seit sie aus dem Reich des Wasserfalls zurückgekehrt war, also rechnete sie auch nicht damit schnell wieder für etwas Langfristiges eingesetzt zu werden.

    Unglücklicherweise wurde die schöne Entspannzeit von der jungen Kunoichi abrupt beendet, als sie das bekannte Trippeln der Füße ihrer Mutter unter sich hörte. Jedes Aufeinandertreffen der beiden Frauen hatte bisher Probleme bedeutet und das seit Jahren. Auch ihre Beförderung zum Genin, bei der Ai inständig gehofft hatte, dass ihre Mutter sie endlich in Ruhe lassen würde, schien keine Änderung herbeizuführen. Ai,Schatz. Oh, wie sie dieses falsche Süßholzgeraspel drauf hatte. Bei beiden Worten zuckte Ai innerlich zusammen. Wenn ihre Mutter diese Stimme aufsetzte, fühlte sie sich so, als hätte sie einen Streit gewonnen. Dass es bisher noch gar keinen gegeben hatte, war nur eine Frage der Zeit. Du wurdest in den Onmyô Tempel gebeten, um dich um die Schwäne vor Ort zu kümmern. Die Schadenfreude tropfte geradezu aus den Worten. Ai konnte sich genau denken, warum. Mit einem beherzten Schwung drückte sich die Haemasu über den Rand des Vordaches und landete vor ihrer Mutter auf dem Erdboden. Danke, dass du mir meinen Auftrag übermittelst, und bevor du etwas sagst, das ist nicht unter meiner Würde, ich bin Genin und das gehört dazu. Jeglichen Konflikt im Keim ersticken. Generell diskutierte Ai gerne und auch mehr oder weniger eloquent … okay, weniger traf es eher, aber ihre Mutter war ein anderer Fall. So wenig Interaktion, wie möglich war angesagt. Aus diesem Grund schnappte sich die Kunoichi nur den Brief, den ihre Mutter noch umklammert hielt und ging an ihr vorbei auf die Tür zum Haus ihres Großvaters zu. Übrigens wäre ich dir sehr verbunden, wenn du zukünftig deine Griffel von meiner Post lässt. Ich wohne nicht bei dir im Haus und außerdem geht dich meine Arbeit generell nichts an. Geheimhaltung und so. Bevor ihre Mutter etwas erwidern konnte, höchstwahrscheinlich voller Empörung, ließ das Türkishaar die Tür hinter sich ins Schloss fallen und begann damit ihren Auftrag zu studieren.

    Nur eine halbe Stunde später, war Ai bereits am Eingangstor des Onmyô Tempels eingetroffen. Die weiß-violette karierte Bluse mit den hochgekrempelten Ärmeln hing ihr locker über die beige Dreiviertelhose, während sie ihr Stirnband mal wieder zum Gürtel umfunktioniert hatte. Schwarze Sandalen rundeten den Look ab. Für einen Job, bei dem sie effektiv nur Schwäne und Gänse voneinander trennen musste, sollten keine ausgereiften Hilfsmittel oder besondere Schutzausrüstung notwendig sein, daher hatte sie sich auch nur mit einer einfachen, kleinen Tasche beholfen, in der nur eine geringe Anzahl an Shuriken und Kunai, sowie drei Rauchbomben verstaut waren. Standardausrüstung halt. Jetzt hieß es nur auf ihren Jobpartner zu warten, einen gewissen Manako Raku.
     
  11. Manako Raku

    Manako Raku Genin

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    Die Schwäne des Tempels? Raku hatte nur eine Augenbraue angehoben, als er die Jobbeschreibung gelesen hatte. Er war nie besonders gläubig oder kulturell interessiert gewesen und so würde das das erste Mal sein, dass er überhaupt in Richtung des großen Tempels im öffentlichen Park aufbrach. Normalerweise hielt sich der Manako ja eher außerhalb der Stadt auf, wenn es denn ging, oder war unterwegs auf irgendwelchen Missionen... zugegeben, er hatte nicht einmal gewusst, dass es Schwäne im Tempel gab. Der junge Mann hatte sich wie immer nicht lumpen lassen, als er voll ausgestattet durch den Park ging. Seine festen Klamotten waren eindeutig nicht locker oder luftig, viel eher sahen sie fast schon ein wenig wie eine leichte Rüstung aus, mit so viel Sorgfalt schienen die Kleidungsstücke hergestellt worden zu sein. Seine Augenklappe war wie immer über seinem rechten Auge zu sehen - naja, zumindest im Moment - und alle seine normalen Ausrüstungsstücke waren an seinen Beinen und an seinem Gürtel befestigt. Nur der Bogen, den er normalerweise schon offen mit sich herumtrug, war in einer Schriftrolle versiegelt. Der Hellhaarige hatte bei der Beschreibung des Jobs eine Augenbraue angehoben - aber aus zwei Gründen, um genau zu sein. Erstens: Ein neuer Partner, mal wieder. Bisher hatte nur Chinatsu mehrere Aufträge mit ihm ausgeführt. Lag das an ihm oder gab es nur so viele verschiedene Shinobi? Haemasu Ai? Noch nie gehört, und laut der kurzen Beschreibung ließ sich auch nicht viel mehr herauslesen, außer vielleicht dass sie ein wenig jünger war als er. Rakus ausdrucksloses Gesicht zeigte weder positive noch negative Gefühle, als er den Tempel in der Ferne auftauchten sah. Es war eine Aufgabe, wie immer halt. Was ihn zu dem zweiten Grund des Augenbrauen-Hebens führte: Schwäne erziehen? Das war definitiv keiner seiner Stärken. Schwäne jagen? Schon eher. Na, vielleicht konnte seine Teampartnerin ja mehr mit Tierverständnis glänzen. Er selbst kümmerte sich in der Regel nur darum, dass die Tiere entweder nicht zu Schaden kamen oder nicht litten, aber wie sollte man verhindern, dass Schwäne Gänse töteten? Sie beschützten vermutlich nur ihre Brust.

    "Haemasu-san?" Seine raue Stimme kämpfte sich ohne Probleme durch die Frühlingsluft, aber er klang so, als hätte er seit Tagen nicht gesprochen. Dass das stimmte, wusste Ai zwar nicht, aber Raku würde es ihr auch nicht auf die Nase binden... selbst wenn sie danach fragen würde. Ihr Stirnband hatte den Hinweis gegeben und auch wenn das Mädchen ziemlich jung aussah, sah er hier sonst niemanden mit einem Ninja-Erkennungszeichen herumstehen. Das Mädel sah... recht locker und entspannt aus. Raku betete, dass sie nicht ein Chinatsu-Verschnitt war und ihm gleich sagen würde, dass er sich mal locker machen sollte und ihm ein Ohr abkaute. Nein, das wäre überhaupt nicht schön. Sein Wachsgesicht mit dem komisch aussehenden Lächeln darauf neigte sich in einer kleinen Verbeugung nach vorne und der junge Mann merkte erst in diesem Moment, wie winzig das Mädchen mit diesen seltsam gefärbten Haaren war. "Ich bin Manako Raku." Er zögerte einen Moment. "Schön dich kennen zu lernen", ergänzte er dann mechanisch und man konnte meinen, es in seinem Kopf knirschen zu hören. "Ähm... Lage klären, Schwäne sichten?", fragte er dann direkt nach einem Plan, auch wenn man das aus diesen Worten kaum wissen konnte. "Die Schwäne dürfen laut Job-Beschreibung nicht zu Schaden kommen." Die Ergänzung klang zwar neutral, und doch konnte man ein Körnchen Enttäuschung daraus hören. "Hast du schon eine Idee, wie du Vögel davon abhalten möchtest, aufeinander loszugehen?" Raku hatte sich wirklich Mühe gegeben, ein wenig mehr zu sprechen. Trotzdem wirkte es ein wenig gezwungen.
     
  12. Haemasu Ai

    Haemasu Ai Genin

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    Eine lange Wartezeit lag zum Glück nicht hinter Ai, als eine etwas raue Stimme sich nach ihr erkundete. Es klang fast so, als habe die Person Sand gegessen, bevor sie hergekommen war. Doch sollte sich Ai wahrscheinlich erstmal ein Bild von dem Typen machen, bevor sie sich ein Urteil erlauben konnte. War ja nur fair, wenn sie ihm eine Chance einräumte. Was sich ihr Bot war der Anblick eines Mannes … Hünen. Mit ihren gerade einmal 139 Zentimetern, schaffte sie es nicht einmal die Brust des Mannes vor ihr zu erreichen, so weit musste sie nach oben blicken. Als ihre Augen dem logischen Pfad folgend am Körper nach oben bewegten, blieb sie kurz an der Augenklappe des Genin hängen. Modischer Fehlgriff oder aufgrund einer Verletzung notwendig? Wahrscheinlich zweiteres, aber es interessierte Ai auch nicht brennend genug, dass sie diese Frage stellen würde. Daher ließ sie ihren Blick nur weiter schweifen. Knapp über der Augenklappe, wurde sie auch schon gezwungen ihre Augen zusammen zu kneifen. Dass jemand Haare haben konnte, die so hell waren, hatte sich Ai nicht vorstellen können. Sie kannte weißhaarige Menschen und blonde Menschen, aber die Haare von Raku schienen irgendwo dazwischen zu sein, nur in gerade diesem Licht so grell zu leuchten, dass die Haemasu liebend gerne eine Sonnenbrille aufgesetzt hätte. Schade, dass sie keine dabeihatte. Daher wandte sie den Blick lieber etwas ab und erwiderte nur kurz die Begrüßung des Hünen. Genau, Haemasu Ai ist der Name. Die nach kurzem Zögern nachgesetzte Floskel ließ die junge Kunoichi völlig unbeantwortet. Sie klang auch nicht sonderlich überzeugend, daher hielt Ai es für das beste nichts zu forcieren. Sie hatte schon ein Donnerwetter, das daheim auf sie wartete, wenn diese Aktion hier zu Ende war, da musste sie sich nicht noch vorher in Rage reden. Das würde der Tag wahrscheinlich ganz alleine hinbekommen, wenn sie so an ihren letzten Job zurückdachte.

    Lieber wandte sie sich an ihren heutigen Partner und blickte erneut hoch, nur um festzustellen, dass es sich wieder um einen Fehler gehandelt hatte. Ein Schild auf der Brust mit der Aufschrift Blendgefahr wäre praktisch. Vielleicht schenk‘ ich ihm das als T-Shirt, falls ich nochmal mit ihm zusammenarbeiten sollte und etwas Vorbereitungszeit habe. Den drang die Hand vor die Augen zu halten unterdrückte Ai mit Müh und Not, als sie die Fragen des Manako beantwortete. Lage klären klingt gut. Aber von den Viechern habe ich keinen Schimmer. Keine Ahnung, wie wir da herangehen sollen. An Tierzähmunterricht an der Akademie erinnerte sich Ai auf jeden Fall nicht. Und das Fach wäre so spezifisch gewesen, dass da etwas hängen bleiben müsste. Daher sah die Situation gerade nicht rosig aus. Keine Kenntnisse, die hilfreich wären und dann noch die Einschränkung nicht einmal mit Gewalt agieren zu können. Problematisch. Schritt eins wäre auf jeden Fall erstmal den Teich aufsuchen, leider fiel der Haemasu nichts ein, was Schritt zwei ausmachen könnte. Ich würde fast sagen, wir lassen die Dinge auf uns zu kommen. Bleibt uns ja nichts anderes übrig. Damit setzte sich Ai in Bewegung und folgte einem der Pfade über das Tempelgelände in Richtung des Teiches, an dem die Schwänen lebten. Wenigstens Ortskenntnis brachte die Haemasu mit, denn die Pflege der Anlage oblag ihrem Clan und da der Tempel so wichtig für die Stadt war, wurde nicht irgendein Mitglied hierher gesandt, noch immer war es ihr Großvater, der einen großen Teil der Arbeiten erledigte. So viel zu Ruhestand, aber er konnte es nicht lassen. Da Ai ihn mehr als nur einmal hierher begleitet hatte, kannte sie also den Weg und jeden anderen hier um den Tempel.

    Der Teich lag in einer Senke auf der Ostseite des Tempels und wurde von mehreren Büschen gesäumt. Vereinzelte Seerosen trieben auf dem Wasser und nahe des Tempels, an einer Stelle, wo ein kleiner Dickicht bis ans Wasser reichte, standen mehrere Rohrkolben und der dazugehörige Schilf im flachen Wasser. Zwei strahlend weiße Schwäne – trotzdem nicht so blendend, wie die Haarpracht des sie begleitenden Genins – trieben langsam in dessen Nähe, ansonsten waren keine weiteren Tiere zu sehen. Dann mal los, würde ich sagen. Eiskalt ignorierte Ai die Tatsache, dass die beiden immer noch keinen Plan hatten.
     
  13. Manako Raku

    Manako Raku Genin

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    Ah, sehr gut - Raku fand es äußerst sympathisch, dass sich Ai nicht mit belanglosen Formalitäten herumzuschlagen schien. Das war wirklich sehr gut, so dass er sich gleich eine mentale Notiz machte, dass bei ihr wohl nicht zwingend mehr zu sagen war als man musste. Äußerst vernünftig - ein Pluspunkt in seinem Buch. Oder? Allerdings schien auch die junge Dame mit den seltsam gefärbten Haaren keine Ahnung zu haben, wie man sich mit Schwänen herumschlug - was für ein Ärger. Der Genin legte den Kopf ein wenig zur Seite, fand es seltsam, wie sie immer wieder versuchte, zu ihm hochzublicken - sich dann aber abwand, als wäre sie geblendet. Okay, er war eine ganze Ecke größer als sie, aber so hell schien die Sonne dann ja auch nicht, oder? Befremdlich. Seltsames Mädchen - fand er. Naja, mit seltsamen Mädchen hatte er ja schon eine ganze Menge Kontakt gehabt, so außergewöhnlich anders konnte Haemasu Ai dann ja doch nich tmehr sein, oder? "Improvisieren? Gefällt", antwortete er im Stakkatto und nickte. Immerhin: Sie schien sich hier im Park auszukennen. Raku, der noch nie hier gewesen war, war dafür ganz dankbar - denn so konnte er sich ein wenig Gedanken darum machen, wie sie diesen Job vernünftig absolvieren konnten. Angekommen bei dem See, war ihm noch nichts anders eingefallen als entweder 'Gänse töten' oder 'Schwäne töten'. Vor allen Dingen letztes war laut Jobbeschreibung eben nicht möglich und so blieb noch das andere - was aber auch keinen Sinn machte, da die Schwäne die Gänse ja selbst töteten - und sie das stoppen sollten. Hm. Sein Blick schweifte einmal über den See, dann bleib er noch einmal an seiner Jobpartnerin hängen. Es war immer noch ungewohnt: Sie war so viel kleiner als er, dass er immer wieder neben sich sah, dann nach unten gucken musste, um zu sehen, ob sie überhaupt noch da war. Raku hatte sich nie für einen großen Menschen gehalten, aber... das änderte sich gerade. Andererseits - Yuichiro war ja sogar noch größer als er selbst.

    Zwei Schwäne hielten sich an der Seite des Sees auf, in ihrer Reinheit und Eleganz eine besondere Wirkung auch auf ihre Umgebung abgebend. Kein Wunder, dass der Tempel die Schwäne hier hielt. Wahrscheinlich war es eine Zweckgemeinschaft: Die Tiere lockten Besucher an, auch, weil sie den Tempel als heilige (?) Stätte ergänzten. Und die Schwäne bekamen vermutlich genug zu Essen. "Ja", antwortete er schlicht, während seine Augen die Ufer absuchten. Hm. "Aber nicht ohne Ziel", bremste er die Genin aus, schien einen Moment nachzudenken. "Zwei Schwäne können nicht alles sein", gab er zu bedenken, strich sich die hellen Haare aus dem Gesicht nach hinten. "Gänse..." Er kniff die Augen zusammen. "... sehe ich im Moment keine." In diesem Moment stieg einer der Schwäne ein wenig aus dem Wasser, breitete die Flügel ein wenig aus, flatterte und man konnte ziemlich gut sehen, wieso sie manchmal als Sinnbild von Shirogakure gesehen wurden. Die weiße Federpracht reflektierte die Sonne und der lange Hals streckte sich elegant in die Höhe, dann schüttelte sich das Tier und paddelte - scheinbar - zufrieden weiter auf dem Wasser umher. "Eingebildet", brummte Raku und schüttelte kurz den Kopf. EIgentlich hätte er liebend gerne auch einmal Jagd auf diese Tiere gemacht, aber erstens war das keine Herausforderung - und zweitens strafbar. "Einmal um den See rum? Wir sollten die Gänse finden, und den Rest der Schwäne", schlug er also als Plan vor. Er mochte es, einen Überblick über die Situation zu haben. "Du kennst dich hier aus?" Seine Frage stellte er nicht (nur) weil es ihn interessierte - sondern auch, um vielleicht noch mehr über den Tempel zu erfahren. Sein Blick ging kurz nach oben, sah in Richtung Sonne. Ach, er hatte gehofft, es würde heute ein wenig kühler bleiben... seine feste Kleidung war dann doch immer recht warm. Andererseits hatte er sie auch in Suna getragen, dann würde Shiro jawohl auch gehen?
     
  14. Haemasu Ai

    Haemasu Ai Genin

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    Zwei Schwäne können nicht alles sein. Eine klare Aussage ihres Begleiters, der Ai nur zustimmen konnte. Bei ihren bisherigen Besuchen waren immer etwa ein Dutzend Schwäne auf dem Wasser gewesen und die Jungtiere hatte sie gar nicht erst angefangen zu zählen. Da die Tiere von den Gästen gerne mal gefüttert wurden, die Verbotsschilder wurden gepflegt von jedem zweiten Besucher ignoriert, konnten sie hier natürlich relativ sicher aufwachsen, was die Zahl der Tiere nur in die Höhe schießen ließ. Doch das traf eigentlich auch auf die Gänse zu. Sicher, die Schwäne waren das Highlight für viele Touristen und Gäste des Tempels, aber das bedeutete nicht, dass die Gänse leer ausgingen und bisher hatte Ai auch noch nicht davon gehört, dass es zwischen den Arten Probleme gab. Es musste sich etwas geändert haben. Doch das sollten die beiden ja erstmal überhaupt in Erfahrung bringen, einen ähnlichen Gedankengang musste auch der Manako gehabt haben, denn erschlug einen kurzen Rundgang vor. Den See erstmal zu umrunden und zu gucken, wo der Rest der Tiere ist, halte ich für eine gute Idee. War es nicht sogar die einzige Idee der beiden? Etwas planlos dieses ungewöhnliche Gespann, aber vielleicht war Spontanität genau das, was dieser Auftrag benötigte.
    Die nachfolgende Frage, die direkt an Ai gerichtet war und weniger die Aufgabe selbst betraf, hatte sie nicht unbedingt erwartet. Vielleicht etwas ignorant von ihr, aber sie war der Meinung jeder Bürger von Jôsei müsste schon einmal hier gewesen sein. Gut, sie selbst war auch nicht religiös veranlagt und daher nur zum Arbeiten auf dem Gelände gewesen, aber komischerweise hatte sie dennoch diesen Eindruck gewonnen. Manchmal irrte man sich einfach. Auskennen, ja, aber von den Tieren oder auch dem tempelgeschehen selbst habe ich trotzdem keinen Schimmer. Könnte höchstens schätzen, wie viele Schwäne es normalerweise waren. Die Antwort hatte sie noch gar nicht beendet, dennoch setzte sich Ai in Bewegung, denn hier herum zu stehen brachte den beiden gerade herzlich wenig. Mein Clan ist ein Haufen von Gärtnern und dieses Gelände wird von meinem Großvater selbst gepflegt. Schmeichelhafter ausdrücken hätte man es schon gekonnt, aber die direkte Antwort war nun einmal diese. Doch vielleicht war ein wenig mehr Information doch erwünscht, immerhin hatte sie sich gerade auch selbst als Gärtnerin geoutet und dabei indirekt vielleicht sogar ihre Qualifikation als Kunoichi in frage gestellt. Da passte es sich, dass die beiden gerade an einer Stelle am Weg vorbeikamen, den Besucher gerne über den Rasen abkürzten. Eine braune Erdspur stach aus der saftigen Wiese hervor, wo die Gäste regelmäßig den angelegten Pfad verlassen hatten. Wir Haemasu können nämlich beispielsweise das hier. Ohne Fingerzeichen zu benutzen leitete sie etwas Chakra in ihren rechten Arm und öffnete die Handfläche, um Raku zu zeigen, was vor sich ging. Aus kleinen, sehr unscheinbaren schwarzen Poren quollen kleine, schokobraune Samen hervor, die Ai mit einer ausschweifenden Bewegung über der braunen Stelle verteilte. Erst jetzt formte sie drei kurze Fingerzeichen, woraufhin die kleinen Samen regelrecht aufplatzten und frischer, grüner Rasen emporspross. Die Halme schienen wie im Zeitraffer zu erscheinen und nach nur wenigen Augenblicken, schien es so, als seien die Gräser Teil der vorherigen Wiese gewesen. Einzig die Länge stimmte nicht ganz, waren die frischen Gräser von Ai länger als der Rest, doch das würde beim nächsten Gärtnern schon korrigiert werden. Gras ist natürlich nur der Anfang, es sind natürlich viele verschiedene Blumen möglich. Falls dich das interessiert können wir auch … Weiter kam Ai nicht mehr, denn die junge Haemasu wurde von einem Geräusch unterbrochen. Whack whack. Eine hellbraun melierte Gans watschelte aus dem Dickicht beim See und versuchte davon zu flattern. Jedoch konnte man sofort sehen, dass der linke Flügel des Tieres in keiner Kondition war, die die Gans durch die Lüfte zu tragen. Schien gebrochen zu sein. Ohne weiter zu sprechen, begann Ai auf die Gans zu zulaufen, das arme Tier litt bestimmt.
     
  15. Manako Raku

    Manako Raku Genin

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    Seine Idee kam offensichtlich an und so machten sich die beiden Genin auf den Weg, sich einmal rund um den See umzusehen um die Lage zu klären. Raku war es vollkommen egal dass es ihr einziger Plan war: Es war einer, und einer reichte. Ehrlich gesagt nahm er ihre Aussage auch in dem Sinne nicht als Kompliment auf, denn es war einfach nur ein Weg, um den Job erfolgreich zuende zu bringen. Der junge Mann, der sich sonst nur - wenn möglich - in der Wildnis außerhalb der Stadtmauern aufhielt, kannte sich hier wirklich nicht gut aus und war so ein wenig abhängig auch von ihrer Ortskenntnis. Dass sie das ein wenig seltsam fand, fiel ihm nicht auf. Sein grünes Auge schien sie in den Fokus zu nehmen, als sie ihm auf seine Frage antwortete und es schien, als wäre er nachdenklich - stimmte aber nicht. Er hörte einfach nur zu. Und zog eine Augenbraue ganz leicht hoch, als sie von einem 'Haufen von Gärtnern' sprach und überlegte, ob das jetzt etwas gutes war oder nicht. Er hatte bisher noch nie wirklich von den Haemasu gehört und ehrlich gesagt konnte er ihnen auch keine bestimmten Fähigkeiten zuordnen... das Clangeschehen ging vollkommen an ihm vorbei, in der Regel. Ohne dass er fragte, setzte das Mädchen zu einer Erklärung ihrer Fähigkeiten an und Raku sah auf ihrer Handfläche ein paar Samen entstehen. Was war'n das für 'ne komische Fähigkeit? Samen zu machen war relativ nutzlos, fand er, denn Pflanzen waren nun einmal nicht dafür bekannt, schnell zu... okey, er nahm alles zurück. Der Hellhaarige blinzelte nur ein wenig verwunderte, als er sah, wie der Rasen quasi explodierte und wuchs, als gäbe es kein Morgen mehr, an dem er wachsen konnte. "Nun", antwortete er auf eine nicht gestellte Frage und kratzte sich am Kopf. "Ich verstehe dann, was du mit 'ein Haufen von Gärtnern' meinst", ergänzte er um nicht allzu wenig zu sagen. Er fand die Fähigkeit ziemlich interessant, aber falls sie nicht riesige fleischfressende Pflanzen beschwören konnte wusste er noch nicht so recht, wie es sich praktisch anwenden ließ. Andererseits... Chinatsus Papier war auch mehr als normales Papier. Vielleicht verhielt es sich hier ja ähnlich? "Besser zumindst als ein Haufen von Attentätern", brummte er und wurde dann wiederum von einem Geräusch abgelenkt. Es war ein Quaken oder so - wie man das bei Gänsen auch nannte. Er hatte schon ein Kunai in der Hand als er das bemerkte und ließ es dann sinken, folgte Ai in Richtung des Tieres.

    "Gebrochen?"
    Raku stellte sich neben Ai, die die Gans zu betrachten schien und runzelte die Stirn. "Ich erlöse sie von ihrem Leid", erklärte er dann, hob die Klinge und setzte an, dem Tier die Kehle durchzuschneiden, hielt aber inne. Ob Ai ihm einen Todesblick zuwarf oder nicht sei mal dahingestellt - aber er erinnerte sich daran, dass er hier nicht töten, sondern helfen sollte. "Mhm", brummte er unzufrieden und steckte die Waffe weg. "Ich bin kein Tierarzt", meinte er dann und besah das Vogelvieh noch einmal kurz, sah sich dann um. Wer hatte es so zugerichtet? "Wenn das ein Schwan war, sind die ziemlich brutal. Hieß es nicht, die Küken würden ertränkt?" Raku hatte keinen Schimmer, wie beschützerisch sich die Eltern von Gänsen verhielten, wenn sie das sahen - er hatte sich vorstellen können, dass sie vielleicht die Aussichtslosigkeit der Lage erkannten und sich zurückzogen. War offenbar nicht der Fall. Der junge Mann richtete sich auf, ließ seinen Blick über das Dickicht schweifen. Im Moment rührte sich nichts, und er schüttelte den Kopf. Der See sah so ruhig aus dass er mittlerweile fast bezweifelte, dass es hier überhaupt (noch) ein Problem gab. Das kleine Stück Dickicht auf der einen Seite des Sees war nicht mehr allzu weit entfernt, und er war sehr versucht, sich dort umzusehen. Er glaubte nicht, dass es Sinn machte, dieser Gans hier zu helfen, bevor das generelle Problem nicht gelöst war. Außerdem waren sie beide anscheinend nicht befähigt dazu. Während er darüber nachdachte machte er ein paar Schritte am Ufer entlang, hörte dann hinter sich das Dickicht rascheln - und plötzlich brach ein gewaltiger Schwan daraus hervor, hoch aufgerichtet, und stürzte auf Ai zu. Er war fast so groß wie das Mädchen, hatte die Flügel ausgebreitet und sein langer Hals zuckte immer wieder nach vorne, und er schnappte nach ihr, versuchte, sie zu beißen - und begrub dabei fast die fauchende und schnatternde Gans unter seinem ziemlich massigen Körper. Raku kratzte sich am Kopf, ging dann vorsichtig dorthin - er wusste nicht, ob es Sinn machte, einzugreifen. "Ähm... soll ich ihn am Hals packen?" Er rief seine Frage halblaut über das Gefauche hinweg und wusste natürlich nicht, wie es war, von einem Schwan angegriffen zu werden der beinahe so groß war wie man selbst und wirkte momentan noch recht unbeteiligt, während Ai sich dem Schnabel des Tieres erwehren musste.
     
  16. Haemasu Ai

    Haemasu Ai Genin

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    Geschockt bekam Ai mit, wie ihr Begleiter davon sprach die Gans von ihrem Leid zu erlösen. Hatte er gerade wirklich vor das arme Wesen einfach zu töten? Sie war drauf und dran sich gegen den Arm des jungen Mannes zu werfen, der den Kunai hielt, als sie bemerkte, wie er innehielt. Gewissensbisse oder doch etwas anderes? Ai wagte keine Mutmaßungen. Der Typ musste so oder so nicht ganz beisammen sein, wenn seine erste Lösung gleich das Morden war. Lass erstmal das Tier los und dann können wir weiter reden. Zum Tierarzt gehen können wir immer noch, wenn wir wissen, was hier vor sich geht. Obwohl das eigentlich nicht Teil ihres Jobs war, aber das sollte fürs Erste in den Hintergrund geschoben werden. Die Gans befreiend begann Raku nun am See entlang zu gehen. Die plötzliche Freiheit von den Händen des mordlustigen Kerls nutzte die Gans, um sich watschelnd davon zu machen. Bevor Ai auch nur nach dem Tier greifen konnte, trippelte es über den Weg und eine nahe Wiese. So viel zu einem späteren tierarztbesuch, aber das hatte das Tier selbst zu verschulden. Nicht, dass es gerade wirklich begriffen hatte, worum es ging. Da sie der Gans sicherlich nicht deswegen nachlaufen würde, machte sich die Haemasu daran wieder zu ihrem Partner aufzuschließen.

    Gerade, als die junge frau Raku erreichte, brach ein scheinbar erboster Schwan aus dem Dickicht hervor und plusterte sich drohend auf. Sein strahlendweißes Gefieder stellte sich regelrecht auf und ließ das Tier nochmals größer wirken. Sehr zu ihrem Unmut schien das ziel des Schwans die Haemasu zu sein. Während sie dem ersten Schnappen des Tieres durch einen kurzen Satz nach hinten ausweichen konnte, kannte das Tier offenbar keine Gnade. Ohne zu zögern folgten weitere Picker und Bissversuche, die Ai dazu zwangen sich weiter zurückzuziehen. Zwischenzeitlich war da ja auch noch Raku, der seinen Eingriffversuch lieber ankündigte, als zu helfen. Nur war Ai nicht sonderlich von der Idee angetan, die er unterbreitete; das Tier am Hals packen? Also wirklich, wollte er es schlachten? Am Hals packen und dann noch töten? Ich denke nicht. Kannst du nicht einf … aah. Mitten im Satz, wo ihre Konzentration auf dem Manako lag, schaffte sie es nicht vollends dem Vogel auszuweichen und merkte sofort, dass der Schnabel des Tieres sich in ihren Arm grub. Dafür, dass keine sichtbaren Zähne vorhanden waren, schnitt das Tier tief in ihren Arm, was Bände von der Schärfe dieses Schnabls sprach. Ein wenig geschockt vom plötzlichen Schmerz, fiel Ai hinten über … es half auch nicht, dass sie gleichzeitig von einem Stein abrutschte und daher auf ihrem Allerwertesten auf der Wiese landete. Wenigstens der Schwan ließ kurz von ihr ab, leider jedoch nur, um seine eigene Balance wieder zu finden. Versuch ihn zu verscheuchen. Ach vergiss es, ich mach selbst. Dem nächsten Angriff des Tieres wich Ai mit einer uneleganten Rolle zur Seite aus. Dadurch schoss der Schwan regelrecht an ihr vorbei und trotz des Einsatzes seiner Schwingen brauchte er einige Schritte, bis er komplett zum Stillstand gekommen war. Genügend Zeit für Ai einen einzelnen Samen zu erzeugen und diesen auf den Boden zu drücken. Die Pflanze, die nun erwuchs bildete rot-orangene Blüten aus und stieß über einen halben Meter in die Höhe. Eine Lilie, die auch die Bezeichnung Feuerlilie trug. Dem Namen alle Ehre machend, entflammte die Blüte auch in dem Moment, in dem Ai den Stengel in die Hand nahm und die Pflanze kurzerhand abbrach. Der Name selbst war die Inspiration zu der Technik gewesen, daher war Ai überrascht gewesen, dass noch kein Mitglied ihres Clans eine ähnliche Technik erdacht hatte. Ihr Vater hatte jedoch nur gemeint, dass es wohl sonst keinen Haemasu gab, der auch nur daran denken würde eine Pflanze abzufackeln. Nicht unbedingt ein Kompliment.

    Die nun mit ihrer Pflanzenfackel wild herumwedelnde Ai, schien auf jeden Fall dafür zu sorgen, dass der Schwan Reißaus nahm, denn das Tier machte ins einem Versuch Ai wieder zu erreichen sofort kehrt. Feuer, die meisten Tiere waren instinktiv im Fluchtmodus, was durchaus hilfreich sein konnte. Leider war diese Aktion nicht so hundertprozentig erfolgreich, wie die junge Frau gehofft hatte, denn anstelle dem Schwan einen so großen Schreck zu geben, dass er floh, schien er nur sein Ziel zu ändern und den deutlich größeren Raku als neues Opfer auserkoren zu haben. Wenn alle Schwäne hier so sind, kann mit denen was nicht stimmen. Das ist ja auch gefährlich für Gäste.
     
    Manako Raku gefällt das.