Der große Tempel

Dieses Thema im Forum "Onmyô Tempel" wurde erstellt von Matsuo Ryoichi, 30. Jan. 2011.

  1. „Weißt du, ich hab gehört dass das Besondere am Onmyô Tempe sei, dass es einem dort so vorkommt, als würde er unvollständig sein! So, als würde bei einem Wort einfach ein Buchstabe fehlen! Haha, kann man sich gar nicht vorstellen, was manche Leute in so was rein interpretieren!“

    Bei diesen Worten zog sie Ryo unvermittelt ein wenig näher an sich heran und legte den Finger auf die Lippen.

    “Schhht! Nicht so laut!“


    Die Leute drehten sich schon nach Ihnen um als der Chuunin schließlich gedämpft und mit verschwörerischer Stimme fortfuhr, dabei blickte ständig zur Seite.

    “Ich weiß nicht ob du´s mitbekommen hast. Aber vor einigen Monaten wurde Shirogakure angegriffen.. Ninja aus Sora haben etwas geklaut...niemand weiß was aber man munkelt dass es vielleicht dass l vom Tempe war!“


    Ernst blickte der Chuunin seine Auserwählte an, hielt die ganze Show aber nicht mehr lange durch und fing an zu lachen.

    „Haha, nur Spaß! Der Tempe heißt schon immer so, komm.“

    Mit ihr an der Hand erreichte er schließlich den Tempe-Bezirk. Der ganze Komplex war riesig und nur durch den Anblick konnte man die Macht, die von diesem Ort aus ging. Er war prachtvoll und so, Ryo war das alles egal. Er hatte nur Augen für Mai, ihre Haare, ihre Augen einfach alles. Zwar hatte er selber blaue Haare aber trotzdem kamen ihm ihre besonders schön vor. Nur zu gerne würde er ihr eine der Strähnen aus dem Gesicht streichen... Von fern drang leiser Gebetsgesang an sie heran und Ryo führte Mai an einen seiner Lieblingsplätze ein dieser Stadt. Eine abgeschiedene Hausdach von der man fast den ganzen Tempe sah und sich ganz den Mönchsgebeten hingeben konnte, die eh den ganzen Tag nichts besseres zu tun haben schienen als zu singen. Die Nachmittagssonne strahlte auf sie ehrab als sie sich zurücklehnten und den Wolken beim vorbeiziehen zusahen.
    Ryo deutete in den Himmel und knuffte Mai liebevoll in die Seite.

    „Kuck mal, die da sieht aus wie Matsch!“.

    Nachdem die Beiden herzhaft gelacht hatten blickte Ryoichi sie längere Zeit an bevor er anfing zu grinsen.

    "Nein ich hab natürlich keine Kekse gebacken. Schätze Kay wollte mir nen gefallen tun mit der Aussage. Wieso hast dud ir schon die Finger geleckt?"
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 30. Jan. 2011
  2. Sakaida Mai

    Sakaida Mai Chuunin

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    Und während Mai ihn noch immer erwartungsvoll angrinste, ignorierte der Chuunin ihre Frage fürs erste und beglückte sie dafür auf andere Weise: Sie verspürte einen kurzen, aber kraftvollen Ruck an ihrem Handgelenk und fand sich in derselben Sekunde um einiges näher bei Ryo wieder. Noch ehe sie es bedauern konnte, nicht noch einen Schritt weiter zu ihm gestolpert zu sein, spürte Mai seinen Finger sanft auf ihren Lippen liegen. „Aah, jetzt kommt’s!“ Aufgeregt, total starr und dennoch auf das Kommende vorbereitet, blickte sie ihn mit großen Augen an. Doch leider irrte sich die Konoichi, es sollte wohl doch nicht zur zärtlichen Berührung kommen. Vielleicht lag es auch an der falschen Atmosphäre, schließlich machte sie sich gerade darüber lustig, dass er gebacken hatte. Und um die beiden herum waren trotz des mittlerweile schönen Wetters noch lauter Matschpfützen vom Regen zurückgeblieben. Und diese unvollständige Aura, die vom Tempe ausging, war auch nicht gerade einladend.
    Schhht! Nicht so laut!“ Autsch, wirklich blöd wenn man die tollsten Hirngespinste vor den Augen hatte, und dann wird man darauf hingewiesen, dass man so auffällig ist, dass einen die Leute schon anstarren. Seine eigene Mitteilung nicht weiter beachtend, erzählte er Mai eine Geschichte, wohl mehr ein Märchen, welches sich um ihre Aussage und den Tempe drehte. Anscheinend schien aber an den Gerüchten etwas wahren dran zu sein. Auch wenn Mai es sich bei den letzten Worten nicht verkneifen konnte, die Augenbrauen misstrauisch hoch zu ziehen. „Wie soll man denn so was stehlen können?“ Und während sie überall nach einer großen Reklametafel suchte, auf welcher ein l fehlte, begann Ryo plötzlich zu lachen und klärte die naive Mai auf. Und auch wenn sie noch etwas verklemmt von vorhin war, stimmte sie in sein Lachen mit ein.
    Gemeinsam spazierten die beiden Shinobi über das Gelände. Ehrfürchtig begutachtete Mai das prunkvolle Gebäude. Kaum zu glauben wie alt es schon war, aber es hatte jedenfalls noch nichts von seiner Schönheit verloren. Etwas abgelegener stand eine kleine, wohl leerstehende Hütte herum, auf deren Dach sich Mai wieder fand. Von hier aus hatte man eine perfekte Aussicht, und schön warm war es. Das Mädchen machte es sich ebenfalls gemütlich und blickte in den Himmel, wo mehr Wolken als blau zu sehen waren. Sie spürte einen sanften Stoß in der Seite und blickte neugierig zu Ryo. Er verglich eine Wolke mit Matsch. Diese Ansicht der Dinge war so primitiv, dass sie schon wieder zum Totlachen war, weshalb Mai ungewollt losprustete. Aber immerhin nicht alleine. „Sehen die nicht alle so aus?!“, erwiderte Mai aus ihrem Gelächter.
    Als sie sich wieder beruhigt hatten, kam der Junge plötzlich wieder auf das Thema Kekse zu sprechen. Er hatte sie also doch nicht gebacken. Einerseits beruhigend, andererseits schade. Ob sie sich die Finger bereits geleckt hatte? „Ehrlich gesagt nicht, ich kann mir kaum vorstellen, dass du besonders gut backen kannst!“, antwortete sie frech grinsend. Kurze Zeit später lagen die beiden ruhig auf dem Dach und genossen den Moment. Irgendwann schloss Mai die Augen, um die Wärme der Sonne besser im Gesicht zu spüren. Sie erfreute sich einige Zeit daran, bis sie fast eingenickt wäre. Um dies zu verhindern setzte sie sich wiederwillig auf und wand sich zu Ryo um. Wie auch sie zuvor hielt er sein Auge geschlossen. Man könnte fast meinen, er wäre eingedöst. Lächelnd beugte sie ihren Kopf über seinen. Nachdem sie Ryo einen Moment nach Lust und Laune angehimmelt hatte, erhob sie eine Hand und streckte ihren Zeigefinger aus, mit welchem sie seine Narben sanft nachfuhr. Von der Wange, über die Nase, einen kurzen Stopp und vom Auge wieder zurück zur Schläfe. Allerdings hatte sie nicht ihre lange Strähne beachtet, welche vergnügt um seine Nase tänzelte. Und wie das peinliche Schicksal des tollpatschigen Mädchens so will, erhob sich Ryo in einem Niesen. Gerade so konnte Mai noch ihren eigenen Kopf wegziehen, sonst wäre das schmerzhaft ausgegangen.
    Während er sie verwirrt anblickte, überlegte Mai mit glühenden Wangen, was sie nun am besten sagen sollte. Aber im Grunde wäre nun alles, was sie von sich geben würde, gegen sie verwandt worden. Also warum nicht gleich geradeaus. „Tut mir Leid! Ich hab mich nur gefragt, also wenn ich fragen darf.. wie ist das eigentlich passiert? Ähm, also dass mit deinem Auge.“[FONT=&quot][/FONT]
     
  3. „Pfff, von wegen. Wenn ich Backen könnte würden die natürlich übel lecker schmecken!“

    Ryo stimmte in Mai`s Gelächter und noch einige Zeit machten sie Späße darüber, wie gefährlich Ryos Kochkünste den wirklich waren. Er erzählte ihr sogar dass in ihrer Wohngruppe eigentlich nur Kayros und Junko kochten, er selbst dürfte nicht an den Herd weil sonst immer ziemlich viel schief ging. Das stimmte so zwar nicht. Er kochte eigentlich ganze gerne, war aber tatsächlich sehr untalentiert. Also übernahm er einfach Aufgaben wie Zwiebeln würfeln oder sonstigen Kram der gemacht werden musste und auf den eigentlich niemand Lust hatte. Seine Kochkünste beschränkten sich momentan noch auf das würzen aber er war ein eifriger Schüler. Ihm gefiel die Art wie sie lachte, nicht hämisch sonder einfach glücklich. So alberten die Zwei noch ein wenig herum bis es irgendwie immer stiller geworden war und sie beide nur noch mit geschlossenen Augen die Sonne genossen. Am Anfang wurmte es den Chuunin schon, dass sie nicht miteinander sprachen. Hieß das etwa dass sie sich langweilte wenn sie nicht jede Sekunde mit ihm sprach. Aber er genoss ebenso die Stille, einfach hier neben ihr zu liegen, in der Sonne, nur wenige Zentimeter von Mai getrennt. Kurz blickte er zu ihr herüber und lächelte sie an. Es wurden immer weniger Worte gewechselt und bald war der Junge sogar eingedöst.

    Ein Nieser weckte ihn wieder auf und er schreckte hoch. Wie komisch, er war noch nie niesend aufgewacht. Die Nase hochziehende und sich verwirrt umblickten sah er das Mai neben ihm saß und mit tiefroten Backen zu Boden blickte. Anfangs stotternd fragte sie ihn schüchtern nach seiner Narbe und als er merkte dass er wohl von ihr geträumt hatte wurde er ebenso rot wie sie. Er konnte es gar nicht vermeiden obwohl die Situation ja an sich nicht peinlich oder unangenehm war.Sie waren wieder sehr nah bei einander, was den Jungen aus dem Konzept brachte. Im wollte partout nicht einfallen woher er seine Narbe bekommen hatte und so stotterte er erst ein wenig verwirrt umher bevor er sich shclielich erinnerte.

    “Erähm..ah achso! Die ist von einem Trainingsunfall, schon eewig her. Ich war früher ein echter Tollpatsch haha! Messer im Auge, ziemlich eklig und schmerzhaft.“


    Ob sie wohl seine Augenhöhle sehen wollte? Nein so was fragte man(n) ein Mädchen nicht! Unschlüssig was er sagen solle erzählte er einfach weiter und nahm, wie in seinem Traum, ihre Hand und fuhr mit ihr über die Narbe.

    „Und beim Rausziehen...hab ich die hier gekriegt. Dumm nicht war?“

    Bei dem Gefühl ihrer Berührung auf seiner Backe wurden, diese selber rot und warm und er fing an immer breiter zu lächeln und sah sie an. Nun war der Satz beendet aber wegnehmen wollte er ihre Hand nicht.

     
  4. Sakaida Mai

    Sakaida Mai Chuunin

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    Es dauerte einen kurzen Moment, bevor Ryo ihr antwortete. Beim Training!? Muss ein ganz schön hartes Training gewesen sein. Gebannt hörte sie ihm zu. Er war ein Tollpatsch, genauso wie Mai es jetzt war. Mit neuer Hoffnung dachte sie: „Yay, vielleicht wird das ja noch was mit mir!“ Nach einer kurzen Pause sprach Ryo weiter, zuvor jedoch nahm er erneut Mai’s Hand. Sie erschrak innerlich, als er ihre Hand über seine Narbe fahren ließ. Hatte er das etwa doch mitbekommen und sich nur schlafend gestellt?

    Während er noch erzählte, woher diese besagte Narbe stammt, ruhte Mai’s Hand immer noch auf derselben Stelle. Und da blieb sie auch. Während sein Lächeln immer breiter wurde, konnte man bei Mai eher das Gegenteil feststellen. Traurig strich sie über seine Wange, rückte noch etwas näher und murmelte: „Du musst besser auf dich aufpassen..“ Und während sie seine Narben einen Moment noch begutachtete und Ryo’s Lächeln schwand, änderte sie ihren Gesichtsausdruck erneut, diesmal wurde er ziemlich hart. „Ich brauch dich nämlich noch!“ Noch immer hielt sie seinem Blick stand. Er wusste wohl gar nicht was los war. Länger konnte Mai sowieso nicht mehr an sich halten, weshalb sie plötzlich in Gelächter ausbrach. „Haha, wie du geguckt hast!“ Das war die Revanche für die Tempe-Geschichte.

    Sie lachte noch immer darüber, als sie plötzlich den Halt verlor und sich gerade noch an Ryo festklammern konnte, bevor sie vom Dach gekullert wäre. Noch immer an ihm hängend und mit zittriger Stimme sagte sie: „Also das war nicht mehr so lustig! Lass uns runter gehen, ja?“ Sicher war sicher. Vorsichtig erhob sie sich und stieg wieder vom Dach. Mittlerweile war es später Nachmittag geworden. Als Ryo wieder bei ihr war, fragte sie zögerlich, ob er noch etwas unternehmen wollte. Zu ihrer unendlich großen Freude stimmte der Junge sogar zu. „Also.. ich könnte noch was essen.. was süßes!“, sagte sie grinsend. Sie wartete seine Reaktion ab und schon verabschiedeten sich die beiden vom Onmyô Tempe und machten sich lebhaft unterhaltend auf den Weg zur nächsten Station.
     
  5. Takeshi Rai

    Takeshi Rai Genin

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    ~Prüfungsjob: Die Schwäne des Tempels~

    Neuer Tag, neuer Job. Etwas ganz Besonderes, obwohl dies hier ein normaler Job war, würde heute passieren. Es war auch eine Neuheit für Rai, denn so etwas hatte er bis jetzt noch miterlebt: Dieser Job war ein Prüfungsjob. Ja, das war eine Neuheit, welche die Dorfverwaltung erst seit Kurzem anbot. Angehende Genin können sich zwischen einer Prüfung, so wie Rai sie damals abgelegt hatte, und einem Prüfungsjob entscheiden. Dieser Kandidat, Yamasaru Ikioi sein Name, hatte letzteres gewählt. Demnach wurde ein Genin auserkoren, dieser Typ hier, der sich den Jüngling zur Brust nehmen sollte. Klingt doch ganz einfach, oder nicht? Als Treffpunkt wurde der Tempel Onmyô ausgewählt, wo auch der Job schlussendlich stattfinden würde. Die beiden sollten sich um die Schwäne kümmern, die sich gegen die örtlichen Gänse verschworen hatten – man könnte meinen sie wären Rassisten! Dies würde Rai nicht zulassen, denn er weiß, dass Rassismus auch unter Tieren ein Ding war. Wie sonst auch immer, traf das Blauhaar pünktlich am vereinbarten Treffpunkt ein. Vor allem als ein Vorbild musste er heute brillieren, schließlich würde die Verwaltung diesen Job strengstens beobachten. Wer die Karriere von Rai aufmerksam beobachtet hatte, dem war es aber allerdings nicht entgangen, dass er es noch nicht so mit Führungsqualitäten hatte…

    Während der Takeshi auf seinen Padawan wartete, las er in seinem Buch weiter. Das Buch war eine Horrorgeschichte, die mehr oder weniger eine Hounted-House Sache war. Weiterempfehlen würde Rai das Buch allerdings nicht, denn der Schreibstil gefiel ihm überhaupt nicht. Aber er würde im Gegenzug sein heutiges Outfit weiterempfehlen! Heute verzichtete er auf seinen getreuen Begleiter, damit ist der Mantel gemeint, und stattdessen trug er kurzes T-Shirt, welches in einem hellen Blau erstrahlte. Dieses passte sich fast genau an seinen Körper an und war somit figurbetont geschneidert. Eine eng anliegende Jogginghose in Schwarz, die an den Seiten jeweils zwei weiße Streifen vorweisen konnte, ergänzte das komplette Outfit. Eine goldene Eisenhalskette ließ den Hals dann doch nicht so nackig aussehen. Er war zufrieden mit der heutigen Auswahl – so war es doch nur ein Job bei angenehm kühlem Herbstwetter. Während die Minuten so vergingen, die Buchseiten nur so flogen und der Wind die Blätter am Boden herumwirbelte, fragte man sich, wann der Prüfling doch endlich auftauchen würde. Hmm, ja, wann würde er das wohl tun?
     
  6. Yamasaru Ikioi

    Yamasaru Ikioi Akademieschüler

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    Ein Job am Onmyô Tempel also. Damit war die grobe Richtung klar und Ikioi auch schon unterwegs. Eigentlich mochte er Parkanlagen ja nicht besonders. Vor allem diejenigen nicht, in denen alles penibel genau zurechtgemacht war und man sofort einen Gärtner im Nacken hatte, wenn man auch nur die geringsten Anstalten machte einen Fuß auf die falsche Seite der Wegmarkierung zu setzen. Fehlte nur noch, dass man am Eingang die Schuhe ausziehen musste.. auch wenn das für den jungen Yamasaru keine wirkliche Hürde dargestellt hätte, war er doch eh die meiste Zeit barfuß unterwegs. Heute jedoch rieten ihm die Außentemperaturen vehement davon ab. Es war Herbst und ein kühler Wind sammelte die letzten welken Blätter von den Bäumen, als Ikioi mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit aus einer der kleinen Seitengassen am Rande des Suzaku-Bezirks geschossen kam und in einer doppelten Schraube die dichte Rosenhecke übersprang, mit der sich der dahinterliegende Byakko-Bezirk von seinem turbulenten Nachbarn abgrenzte. Ohne wesentlich an Tempo zu verlieren, rollte Ikioi sich während der Landung kurz ab und war bereits einen Wimpernschlag später wieder auf den Beinen. Da er reichlich Schwung hatte, genügte ein kräftiger Satz, um ihn auf den untersten Ast einer nahestehenden Zierkirsche zu katapultieren, wo es erstmal Zeit für ein kleines Päuschen war. Kurz durchschnaufen musste ab und zu schon sein. Ikioi zog den Kragen seines Mantels enger und justierte die Lage des breiten Schals nach, der den empfindlichen Halsbereich des Jungen hermetisch abriegelte. Bewegung war ein astreines Mittel gegen Kälte, vor allem wenn man so eine Frostbeule wie Iki war. Zumindest solange es nirgendwo reinzog, weshalb er seine Kleidung immer mal wieder zurechtrückte.

    In der Ferne waren schon die Dächer der Tempelanlage zu sehen und so beschloss Ikioi den Rest des Weges über die Obstbäume in der Umgebung zurückzulegen. Früchte trugen sie zwar keine mehr, standen dafür aber relativ dicht beieinander, sodass man mit etwas Geschick und der richtigen Technik von einem zum anderen springen konnte. Iki war noch nicht wirklich gut darin und so dauerte es seine Zeit bis er das Zentrum des Geländes erreicht hatte. Leider trennte ein großer Vorplatz den Eingangsbereich des Tempels von der gegenüberliegenden Zierobstwiese und so musste Iki schließlich doch die letzten Meter auf dem Boden zurücklegen. Eine gute Gelegenheit, sich die Architektur des imposanten Baues ein wenig genauer anzuschauen. Mit seinen Säulen und Balken erinnerte er Ikioi sehr an die Dojos seines Clans, doch bevor ein Anflug von Heimweh aufkommen konnte, fiel der Blick des Yamasaru auf einen Kerl mit blauen Haaren, der seelenruhig in einem Buch schmökerte, während er ganz offenkundig auf den Kältetod wartete.

    Die Hände tief in den wärmenden Taschen seines Mantels vergraben, schlenderte Iki mit neugierigem Blick auf diesen schrägen Vogel zu. "Sag mal, ist dir gar nicht kalt?" sprach er ihn ohne Umschweife an. Um seinen Kontakt wegen dieses Jobs konnte er sich auch später noch kümmern. Im Moment war das hier viel interessanter.
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. Nov. 2018
  7. Takeshi Rai

    Takeshi Rai Genin

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    Mittlerweile war ein anständiges Spektrum an Zeit vergangen und dem Takeshi wurde allmählich kalt. Wieso vergaß er auch seinen besten Kumpel – der Allzweckmantel – zu Hause im Schrank? Tja, jetzt war es allerdings zu spät dafür noch umzudrehen und ihn zu holen. Also musste er jetzt Kälte leiden. Irgendwann war es dann auch schon so weit und sein Körper begann ein wenig zu zittern. Wie es aussah, fiel das auf – wem fiel nicht ein Typ im kurzärmligen T-Shirt bei diesen Temperaturen auf – und ein Junge sprach ihn darauf an. Ein Blondschopf, dem man sein Alter wirklich anerkannte. Rai schätzte ihn auf so ungefähr 13. „Naja, hab mir gedacht, dass es wärmer ist. Ich warte hier eigentlich auf jemanden und hätte nicht gedacht, dass das so lange dauern würde.“ Da dachte der Takeshi kurz nach – wartete er nicht auf jemanden in genau diesem Alter? Nun musterte Rai sein Gegenüber schon etwas genauer, konnte aber nichts Auffälliges feststellen. Lange Haare hatte er und ein wenig gebückt stand er vielleicht da, aber sonst wohl eher nichts. Aber einfach zu fragen war ja schließlich keine schlechte Idee, oder nicht? „Ich warte eigentlich gerade auf einen angehenden Shinobi. Er heißt… Ikioi? Ikioi Yamasaru, glaube ich. Und du passt irgendwie in die Beschreibungen, die ich erhalten habe, was für ein Zufall!“ Und wenn der Junge jetzt nicht der gesuchte Akademist wäre? Naja, dann musste Rai halt eben noch länger Kälte leiden. Der nächste Windstoß gab ihm aber den Rest und er wollte nur noch irgendwo hin wo es etwas wärmer war. „Wenn du Ikioi bist, freut mich, ich bin Rai. Ich verschwind jetzt in den Tempel, dort ist es garantiert wärmer als hier. Folge mir, wenn ich den richtigen erwischt habe, ansonsten verzeih mir bitte.“ Schnurstracks machte er sich auf in Richtung Tempel. Mit verschränkten Armen versuchte er sich vergebens zu wärmen. Gerade konnte er nur daran denken sich vor der gefühlsmäßig immer stärker werdenden Kälte in Sicherheit zu bringen – was er schlussendlich schaffte. Als er eilig den Tempel betrat, starrten ihn erstmal die Besucher und Mönche des Tempels an. Ohne sich beirren zu lassen, setzte er sich auf die nächstgelegene Bank. Ihn störte es nicht, dass ihn die Anwesenden erstmal alle anstarrten. Allerdings störte ihn, dass der Blondschopf von grade nicht direkt hinter ihm war. Schon wollte er es aufgeben und den Prüfungsjob aufgeben, aber da kam auch plötzlich der Junge ums Eck. Verschmitzt lächelte Rai und sagte: „Na sieh mal einer an, da haben wir uns doch gleich gefunden gehabt.“
     
  8. Yamasaru Ikioi

    Yamasaru Ikioi Akademieschüler

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    Ein breites Grinsen legte sich auf sein Gesicht, als Ikioi seinen Namen hörte und ihm bescheinigt wurde, dass er ganz gut auf seine Beschreibung passte. War schon witzig, wie dem Kerl, der sich als Rai vorstellte, mit einem Schlag die Kälte um ihn herum bewusst wurde. Und so fackelte der Blauhaarige auch nicht lange, sondern dampfte direkt in Richtung Tempeleingang ab. "Netter Typ." dachte Ikioi bei sich, während er zusah, wie sein Prüfer mit wenigen Sätzen die lange, steinerne Treppe überwand und hinter einer dicken Holztür verschwand. Nicht schlecht. Bevor er ihm jedoch folgte, sah sich Ikioi noch ein wenig um. Der Betrieb auf dem Vorplatz hielt sich in Grenzen. Ein Eindruck, der sicher auch durch die Weitläufigkeit des Platzes zustande kam. Darum ging es dem jungen Yamasaru im Moment aber gar nicht. Suchend sah er sich um, bis sein Blick an hohem Schilf und den Anfängen einer kleinen, roten Brücke am Rande des Hauptgebäudes hängen blieb. Ob dort die Teichanlage war? Für eine genaueres Bild stand er leider zu weit entfernt und seinen fröstelnden Chef wollte er jetzt auch nicht ewig warten lassen, also drehte Iki erstmal in Richtung Treppe, die zur Tempelhalle hinauf führte. Im Gehen löste er die Geta von seinem Gürtel, warf sie nacheinander in die Höhe und fischte sie kurz darauf mit dem jeweils passenden Fuß aus der Luft. Unter leisem Klacken stieg er dann die steinernen Stufen hinauf und schob sich wenig später ebenfalls ins Innere des Gebäudes. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger erregte er dabei kaum Aufmerksamkeit und hatte so die Gelegenheit sich in Ruhe umzuschauen. Ein langgezoger Gebetsraum, an beiden Seiten mit Säulen gesäumt, erstreckte sich vor ihm und lenkte den Blick auf eine goldene Statue am anderen Ende. Davor knieten in Zweierreihen einige dutzend Mönche und am Rande des Raumes, hinter den Säulen, befand sich auf jeder der beiden Seiten ein kleiner Schrein, umgeben von zahllosen Kerzen und Räucherstäbchen. Dort hielten die Besucher inne, zündeten weitere Stäbchen an und beteten. Ein angenehm würziger Duft und das monotone Summen der Mönche erfüllte die Luft. Links und rechts der Eingangstür standen lange Bänke an der Wand und darüber die Bitte sich die Schuhe auszuziehen. Auf einer dieser Bänke fand Iki auch seinen heutigen Vorgesetzen wieder. „Na sieh mal einer an, da haben wir uns doch gleich gefunden gehabt.“ "Jap" gab Ikioi gut gelaunt, wenn auch in gedämpftem Ton, zurück und setzte sich daneben. Hier drinnen war es tatsächlich um einiges wärmer. Das Kleidungsproblem seines Bosses war damit allerdings nicht gelöst. Früher oder später würden sie ja wieder nach draußen müssen. Da ständig rein- und rauszupendeln wohl eher keine Lösung war, es sei denn man wollte es sich so richtig mit den Mönchen versauen, musste es irgendwie anders gehen. Iki sah Rai also fest in die Augen und sagte entschlossen "Wenn du dir die Haare abrasierst, geben sie dir vielleicht eine Kutte."