Der Weg nach Taki no Kuni

Dieses Thema im Forum "Feuerreich" wurde erstellt von Hyuuga Mari, 27. Apr. 2015.

  1. Hyuuga Mari

    Hyuuga Mari Chuunin

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    Die Wolke des jungen Mannes hob ab und zischte los - in Richtung Norden, versteht sich. Mittlerweile hatte sich die Hyuuga einigermaßen daran gewöhnt, auf einem Haufen Sand durch die Gegend zu fliegen, weshalb sie nicht mehr so verspannt war wie vielleicht beim ersten Mal, damals noch im Grasreich. Hm, waren diese Geschehnisse wirklich schon so lange her? Nun.. das war gerade nicht so wichtig. Während die Genin die Tore Jôseis hinter sich ließen, nickte Mari dem Tatsumaki zu. Sie sollten ihre Identität als Ninja verheimlichen? Da Taki kein Verbündeter Shirogakures war und auch sonst kaum Informationen über das Wasserfallreich existierten, war die Idee nicht abwegig. Zuerst löste die 17-Jährige das Abzeichen um ihre Hüfte und verstaute es sicher in ihrer Tasche. Dort, wo auch alle sonstigen Dinge für die Reise gelagert worden waren - größtenteils in Schriftrollen versiegelt. „Die Augen verschwinden, sobald wir die Sandwolke auflösen. Jedem, der uns auf dieser Wolke durch die Luft fliegen sieht, wird ohnehin klar sein, dass er es nicht nur mit einfachen Zivilisten zu tun hat.“ Demnach war es reine Chakraverschwendung, vorzeitig das Henge no Jutsu anzuwenden. Natürlich besaß Mari mittlerweile genügend Chakra, um diese einfache Technik eine lange Zeit aufrechtzuerhalten, doch ihre Vorräte kamen nicht annähernd an jene des Suna-Nin heran, ein bisschen sparsamer musste sie immer noch damit umgehen. Die Hyuuga wollte zwar nicht davon ausgehen, dass es bereits auf dem Weg zu größeren Zwischenfällen kam, aber ausschließen konnte sie es auch nicht. Die weißen Seelenspiegel sahen hinab zum Erdboden. Eigentlich hatte sie ihrem Kollegen vorschlagen wollen, sich anhand der Straße nach Iwa zu orientieren, denn dann würden sie Taki no Kuni nicht verpassen. Doof, dass das Feuerreich im Prinzip komplett aus Wäldern bestand und der Blick zum Erdboden daher durch einige Baumkronen verdeckt war. Wenn das nicht klappte, musste eben die Sonne als Orientierung herhalten und Mari gelegentlich mit dem Byakugan sichergehen, dass sie sich nicht verflogen hatten und der befestigte Pfad unter ihnen noch in Reichweite war. Danach kam die Braunhaarige auf die Sache mit Aiko zurück. „Was meinst du, was sie gesagt haben könnte?“ Die Kunoichi schmunzelte, war es doch offensichtlich, wenn man die jüngere Schwester von Mari kannte. „Sie will Nana und Nina unbedingt in Suna besuchen und die große Wüste mit eigenen Augen sehen. Aiko ist noch nie aus dem Feuerreich herausgekommen und deine Schwestern haben in ihr anscheinend die Reiselust geweckt.“ Die Schultern hoben sich an und senkten sich danach wieder. „Ein neues Ziel im Leben tut Aiko sicherlich gut. Außerdem hat sie bereits klargestellt, dass sie zur nächsten Regenzeit auch in Suna sein möchte. Ach ja und sie möchte bei nächster Gelegenheit auch auf deiner Sandwolke fliegen. Wenn du sie das nächste Mal siehst, wird sie dich mit Sicherheit darauf ansprechen.“ Eine kleine Vorwarnung? So in etwa. Sie lächelte, lehnte sich zurück und atmete tief durch - ab jetzt hieß es warten und Geduld beweisen. Die Reise, bis man im eigentlich Auftragsgebiet ankam, konnte leider nie übersprungen werden.

    Wie Mari es vorhergesagt hatte, brauchten die Genin trotz Sandwolke ihre Zeit, um die vielen Kilometer in Richtung Nordwest hinter sich zu bringen. Sie kamen zwar gut voran, doch als es allmählich auf den Abend und die Nacht zuging, war die Grenze zum Wasserfallreich noch nicht einmal in Sicht. „Lass uns langsam nach einem Lager für die Nacht Ausschau halten.“ Um sicherzugehen, wo sie sich in etwa befinden mussten, holte Mari erneut ihre Karte hervor. Leider waren dort keine Details wie Gaststätten eingezeichnet - es war eben eher eine grobe Übersicht über den Kontinent, nicht mehr. „Sollen wir eine Gaststätte suchen oder willst du lieber unter freiem Himmel nächtigen? Das Wetter scheint immerhin mitzuspielen.“ Egal für welche Option sich der Schwarzhaarige entschied, es musste eine passende Stelle gefunden werden. Auf Anhieb konnte die Hyuuga kein Hotel oder dergleichen ausmachen, andererseits glaubte sie, dass es an der Hauptstraße, die Iwa und Konoha in der Vergangenheit miteinander verbunden hatte, mehrere Gaststätten geben müsste. Hier konnten doch mit Sicherheit genügend Kunden gefunden werden, oder nicht? Ach und falls sich jemand wunderte, warum Mari trotz ihrer Aufgabe als Leiterin der Mission nicht einfach eine Entscheidung traf, das lag daran, dass sich die junge Frau nicht als Leitung des Auftrages ansah. Zusammen mit dem Suna-Nin arbeitete sie stets auf Augenhöhe und diese Zuteilung der Leitung war so eine Sache, die vermutlich von der Verwaltung getroffen werden musste, worauf man sich aber nicht unbedingt versteifen musste. Das war ganz gut, wenn man mit Neulingen oder Unbekannten arbeitete, aber ein eingespieltes Team wie Mari und Hei? Die brauchten das nun wirklich nicht mehr.
     
  2. Tatsumaki Hei

    Tatsumaki Hei Chuunin

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    Tja, die beiden Genin waren wirklich ein gutes Team: Die Fähigkeiten ergänzten sich eben. Mari war die Augen des Duos, Hei das Gehirn... nun, nein, so war es nun auch nicht, aber das Prinzip her war ähnlich. Der Tatsumaki lenkte die Wolke nach den Anweisungen seiner Freundin, während er merkte, dass sein Chakravorrat nach und nach abnahm. Natürlich kratzte es ihn bisher nur peripher, aber trotzdem merklich. Nicht umsonst war die Wolke auf Dauer sehr chakraintensiv. Nun, ihn kümmerte es nicht - lieber konzentrierte er sich darauf, ein wenig Smalltalk mit Mari zu betreiben. Sie sprachen wenig über die Mission an sich: Warum auch? Das meiste, was sie bisher wussten oder wissen konnte, war gesagt. Hei steuerte noch das eine oder andere aus seinen Nachforschungen über Taki bei, konnte aber letztlich auch nichts genaueres über dieses Heldenwasser sagen; das Dorf war verhältnismäßig abgeschieden und spielte in der Weltpolitik kaum eine Rolle, was aber auch ein wenig an einer Art selbst auferlegtem Exil lag. Die Stunden verflogen - ha, ha - nach und nach, während die Sonne sich immer weiter in Richtung Horizont neigte. Hei fühlte sich ein wenig seltsam. Sein Körper fühlte sich an, als würde er kontinuierlich Chakra verlieren - mehr, als es das normalerweise der Fall war, wenn er die Wolke aktiv hielt. Nachdenklich fragte er sich, ob er Mari davon etwas sagen sollte, entschied sich jedoch vorerst dagegen - bisher schien es noch gewöhnlich. "Hm", brummte er und schielte zu Mari. Kurz schwieg er, dann sah er wieder nach vorne, bewegte seine Beine ein wenig, um nicht nachher komplett eingeschlafene Beine zu haben. "Ich würde lieber eine Nacht in einer Gaststätte oder so etwas verbringen, wenn ich ehrlich bin. Das hat mehrere Gründe, einer davon ist, dass ich ein Bett trotz allem dem Waldboden vorziehe." Er junge Mann lächelte leicht, zuckte mit den Schultern. "Ein wenig kann ich noch fliegen, also wenn du Ausschau hältst und mir Bescheid sagst, wenn etwas in Reichweite ist... sollte das in Ordnung sein. Wenn nicht, können wir immer noch auf dem Boden schlafen." Lächelnd berührte er Mari kurz an der Hand und wand sich dann wieder dem Horizont zu.

    Sie flogen noch eine halbe Stunde weiter, bis Mari Hei darauf aufmerksam machte, dass in der Nähe, an der großen Straße in Richtung Iwa, eine Gaststätte in Sicht kam. Hei selbst hätte das niemals gesehen, aber wofür hatte man denn eine Hyuuga am Start? Mit einem schiefen Lächeln steuerte Hei den Boden an und war froh, als er seine Wolke auflösen konnte. Der Flug hatte ihn mehr erschöpft als gedacht. Gefühlt hatte er doppelt so viel Chakra verbraucht wie geplant. "Hm, das ist seltsam", murmelte er leise, schüttelte dann den Kopf. Er hatte nicht zugenommen, und Mari danach zu fragen wäre ein Sakrileg gewesen. "Na, also - lass' uns mal in dieses Gasthaus gehen. Ich hätte nichts gegen einen Schluck zu trinken und einen Happen zu Essen - und dann möchte ich mich gerne mit meiner Freundin aufs Zimmer zurückziehen." Der junge Mann lächelte fein, schnürte seinen Umhängebeutel fest und ging in Richtung des Hauses, welches ein sanftes, orangenes Licht ausstrahlte. Mittlerweile war es dunkel geworden, und Hei öffnete die Tür umso lieber. "Nun, ich glaube nicht, dass Nana und Nina etwas dagegen hätten, Aiko ihr Suna zu zeigen", meinte er und lachte leise, als sie in Richtung des Tresens gingen. "Ja, ich weiß, das kam ein wenig spät..." Ein Grinsen huschte über das Gesicht des Wüstensohns. "Aber ich dachte, besser spät als nie. Vielleicht können wir da ja etwas organisieren. Dir hat es ja angeblich gefallen. Ah - ein Zimmer für zwei Personen, wenn noch eines frei ist", sagte er, als die junge Empfangsdame ihn erwartend anlächelte, dann nickte und ihm einen Schlüssel zukommen ließ. Hei sah Mari kurz bittend an, und nachdem diese ein wenig Geld auf den Tisch geklatscht hatte, führte er sie zufrieden nach oben. "Danke", meinte er und lachte leise. "Ich bin durch den Mangel an Aufträgen etwas knapp bei Kasse." Im Zimmer angekommen, ließ er es sich nicht nehmen, der Hyuuga erst einmal an sich zu ziehen und ihr einen zärtlichen Kuss auf den Mund zu geben.
     
  3. Hyuuga Mari

    Hyuuga Mari Chuunin

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    Benahm sich Hei irgendwie komisch? Während des Fluges war Mari zuerst Nichts aufgefallen, doch sie glaubte, nach der Landung auf dem Boden und der Auflösung der Sandwolke eine Veränderung an ihm festzustellen. Die Braunhaarige konnte nicht genau sagen, woran es lag, doch sie kannte ihren Freund mittlerweile gut genug, um Kleinigkeiten zu bemerken. Da der Tatsumaki von sich aus allerdings keinen Kommentar gab und sogar recht zügig in Richtung der Gaststätte ging, verkniff sich die Hyuuga vorerst Worte, die ihn darauf angesprochen hätten. Andererseits - es war ein wirklich langer Flug gewesen. Ganz egal, was für Chakravorräte der Suna-Nin besaß, Mari konnte sich gut vorstellen, dass es auf Dauer anstrengend war, die volle Konzentration aufrechtzuerhalten. Die Genin hatten auch ein ordentliches Tempo vorgelegt, vielleicht war der Schwarzhaarige schlicht ein wenig erschöpft und brauchte eine Pause. Die 17-Jährige befürchtete, dass sie sich unnötig Sorgen machte. Allgemein hatte sie sich viel öfter um das Wohlergehen von Hei Gedanken gemacht, seit sie in einer Beziehung miteinander lebten. War das normal? Die junge Dame musste das dringend in den Griff bekommen. Bevor sie ihrem Freund in das Gasthaus folgte, formte Mari ein Fingerzeichen und ließ ihre weißen Seelenspiegel hinter einer grünen Farbe verschwinden. Zum Glück waren noch Zimmer frei, sodass den Jugendlichen von der Empfangsdame die Schlüssel für eine Räumlichkeit in die Hand gedrückt wurde. Eine kurze Wanderung durch die wenigen Gänge des Gasthauses später, waren Hei und Mari angekommen - kaum war die Tür hinter ihnen geschlossen, schenkte der Schwarzhaarige seiner Freundin einen sanften Kuss.

    „Ich denke, Aiko wird sich da notfalls selbst etwas organisieren. Vor allen Dingen, da sie in engem Briefkontakt mit Nana und Nina steht.“ Die Jahre waren so schnell verstrichen, dass die 17-Jährige erst verspätet wahrgenommen hatte, wie alt ihre jüngere Schwester geworden war. Sie kam allmählich in das Alter, in dem Mari kurz vor ihrem Abschluss an der Akademie gestanden hatte. Dementsprechend selbstständig begann sich Aiko mittlerweile auch zu benehmen - meistens wollte sie sogar gar keine Hilfe haben. In dem Alter dachte man schließlich, alles alleine machen zu können, nicht? „Aber wir können mal sehen, ob man ihr irgendwo unter die Arme greifen kann. Und ja, mir hat es gefallen. Mein zweiter Aufenthalt in Suna war eindeutig besser als meine erste Reise in die Wüste.“ Die war einfach nur unangenehm und anstrengend gewesen, mehr nicht. Wenn auch mit einigen … interessanten Erfahrungen. „Da fällt mir ein, hast du irgendwann noch einmal etwas von Shika-san gehört? Für mich schien sie wie vom Erdboden verschluckt..“ Die Antwort noch abwartend, begab sich die Hyuuga zusammen mit ihrem Freund in Richtung des Bettes, legte ihre Tasche ab und setzte sich hin. Nachdem Hei sich ebenfalls gesetzt hatte, ließ es sich die junge Dame nicht nehmen, sich einen weiteren - etwas innigeren - Kuss abzuholen. Dann allerdings riss sie sich zusammen und mit einem feinen Lächeln stand Mari von ihrem Platz auf. „Wollen wir vielleicht zuerst essen? Ansonsten kann ich mich später nicht mehr zum Aufstehen aufraffen.“ Der Gesichtsausdruck sprach wahrlich Bände, Hei würde sicherlich verstehen. Einige Zeit und eine ordentliche Mahlzeit als Abendessen später lagen die Ninja wieder in dem Bett ihres gemieteten Zimmers. Der Tag war lang gewesen, die Reise trotz allem mindestens für einen Part des Teams äußerst anstrengend. „Hm.“ Eben noch nahe am Tatsumaki gelegen, löste sich die Hyuuga noch einmal von dem jungen Mann, um ihm direkt in die Augen sehen zu können. „Geht es dir gut?“ Vielleicht würde sich für den Schwarzhaarigen der direkte Zusammenhang nicht erschließen, doch Mari war erneut in den Sinn gekommen, woran sie bereits bei ihrer Ankunft bei dem Gasthaus gedacht hatte. Eigentlich hatte sie sich zusammenreißen und es vergessen wollen… aber im Endeffekt befand die Kunoichi es doch für besser, auf Nummer sicherzugehen. Eine kleine Antwort brachte im Endeffekt auch niemanden um und nahm Mari ihre eventuell unnötigen Bedenken.
     
  4. Tatsumaki Hei

    Tatsumaki Hei Chuunin

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    Hei und Mari hatten sich erst einmal, bevor sie sich anderen Dingen widmen konnten, ein wenig Stärkung gegönnt - und Hei hatte eine ganze Menge gegessen, mehr, als es selbst für ihn üblich war. Vielleicht lag das an diesem Gefühl, verlorene Stärke wieder gutmachen zu müssen… jedenfalls half es und er fühlte sich gleich ein wenig besser. Der junge Suna-nin hatte seine Haare in einen festen Zopf gefasst, als sie zurück auf das Zimmer gegangen waren - und innerhalb kürzester Zeit lagen sie wieder zusammen im Bett. Gemütlich war es - und nur wenige Stoffschichten trennten Mari und ihren Freund. Dieser lächelte leicht, hatte gerade auf die vorhin gestellten Fragen eingehen wollen, wurde dann aber von Mari davon abgehalten, indem sie ihn eine etwas unangenehme Frage stellte. Ein kleines Lächeln spross auf dem Gesicht des Tatsumaki, welches sich in ein etwas schiefes Lächeln verwandelte. Lächelnd schnipste er seiner Freundin sanft gegen die Nase, setzte sich dann am Bettende auf und zog sie wieder zu sich, weil er das um einiges gemütlicher fand. „Du wirst immer geschickter darin, mich zu beobachten, mh?“, meinte er und kicherte leise. „Keine Sorge, es ist alles in Ordnung… ich hatte nur ein etwas seltsames Gefühl heute. Als ob meine Chakravorräte nicht so voll sind wie sie sein sollten und als ob der Flug mir mehr davon genommen hat als angenommen.“ Der Tatsumaki ließ eine Hand unter das Oberteil von Mari rutschen und streichelte etwas abwesend wirkend ihren nackten Rücken. „So ein Gefühl hatte ich noch nie, deshalb habe ich mir etwas Gedanken gemacht, aber das ist schon in Ordnung.“ Er lächelte fein. „Es kann ja nicht allzu schlimm sein, wenn ich immer noch so einen Flug einigermaßen locker wegstecke, oder? Trotzdem… ich habe dieses Gefühl an sich schon ein wenig länger. Seit wir aus Suna zurück sind, um genau zu sein, aber da ich bisher kein Chakra aufgewendet habe, ist es mir wohl nicht weiter aufgefallen. Meine Trainingseinheiten aber sind irgendwie… anders. Es ist schwer zu beschreiben. Vielleicht hilft ja eine Wärmflasche?“ Der junge Mann grinste, kratzte sich am Kopf, während seine andere Hand wie von selbst die weiche Haut, die sie zu fassen bekam, weiterstreichelte. „Und auf deine ursprünglichen Fragen zurückzukommen - ist das so, dass Aiko jetzt schon so selbstständig ist?“ Er grinste leicht. „Selbst ich habe das noch irgendwie ganz anders in Erinnerung, aber wenn ich so darüber nachdenke, kommt sie jetzt wohl voll in die Pubertät? Dein armer Vater.“ Hei lachte leise, wurde dann aber wieder ernst. „Naja, ich habe nichts dagegen, wenn die ihr Ding durchziehen… wenngleich Nana und Nina ja ein wenig vorsichtig mit deiner Schwester umgehen müssen.“ Nachdenklich sah er an die Decke, hätte beinahe die Arme verschränkt, wurde sich dann aber wieder bewusst, dass er ja jemanden bei sich hatte.


    „Shika?“ Er legte den Kopf schief, schüttelte den Kopf. In dem Moment hörte er ein fernes Grollen, und es schien, als würde ein Gewitter herannahmen. „Hoffentlich ist das morgen vorbei“, brummte er leise, seufzte dann. „Nein, ich habe leider nichts mehr von ihr gehört. Um ehrlich zu sein, mache ich mir fast ein wenig Sorgen… aber es hilft wohl nichts, sich zu viele Gedanken zu machen. Ihre Mutter hätte mir sicherlich Bescheid gesagt, wenn etwas geschehen wäre. Wahrscheinlich hat sie nur viel zu tun gerade.“ Über die Züge des Tatsumakis wanderte ein Lächeln. „Wenngleich es mir auch seltsam vorkommt, dass sie die große Liebe ihres Lebens - dich - so einfach vergessen haben soll.“ Das Lachen entfloh ihm, bevor er sich zurückhalten konnte. „Aber sie würde sich wohl damit abgeben müssen, dass du nun in festen, anderen Händen bist.“ Grinsend raffte er sich auf, zog Mari auf seinen Schoß und gab ihr einen sanften Kuss. „Obwohl ich ja immer noch neugierig bin, was du meintest, als du sagtest, die ‚Nacht mit Shika‘ sei kompliziert gewesen, oder so…“ Ein amüsierter Funke blitzte in seinen Augen auf. „Nicht, dass ich etwas dagegen hätte… nur so aus Interesse.“ Lächelnd ließ er sich nach hinten sinken und stützte sich auf seinen Ellenbogen ab. „Übrigens, sollte es morgen regnen, werden wir zu Fuß weitermüssen. Wasser ist so eine der Dinge, die meinen Sand ziemlich nutzlos machen, also mach dich schon einmal bereit dazu, mal wieder laufen zu müssen.“
     
  5. Hyuuga Mari

    Hyuuga Mari Chuunin

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    Ein seltsames Gefühl also, ja? Und das schon, seit die Jugendlichen aus Sunagakure zurückgekehrt waren. Mari überlegte, ob ihr ein direkter Zusammenhang einfiel, doch leider kam sie zu keiner Lösung. An sich selbst hatte die 17-Jährige keine Veränderung feststellen können - beziehungsweise nur jene, dass sie ein wenig stärker geworden war. Jedenfalls kein merkwürdiges Gefühl, dass ihr ihr Chakra in größeren Mengen abhanden kam. Wirklich glücklich war die Hyuuga nicht, auch wenn Hei selbst die Sache relativ locker sah. Klar, wenn er einen solch langen Flug immer noch wegsteckte, war das kein schlechtes Zeichen. Dennoch war das eine Sache, die man nicht einfach verdrängen sollte. Was, wenn es schlimmer wurde? Die Hyuuga hatte keine Ahnung von Medizin, schon gar nicht im Bereich von Chakra, denn das war ein Bereich, der ausgebildeten Iryonin vorenthalten blieb. Die junge Frau hoffte, dass die Angelegenheit tatsächlich so nebensächlich war, wie der Tatsumaki sie darstellte, mehr blieb ihr kaum übrig. „Wenn wir zurück sind und es immer noch nicht besser ist, solltest du dich im Ninjakrankenhaus untersuchen lassen. Dein Chakra ist für dich als Shinobi essenziell wichtig, damit solltest du nicht leichtfertig umgehen. Okay?“ Mal ganz abgesehen davon, dass Mari sich besser fühlen würde. Die Sache mit Shika wurde hingegen mit einer angehobenen Augenbraue kommentiert. Was dachte Hei wohl, was in der besagten Nacht zwischen den beiden jungen Frauen vorgefallen war? Und Moment.. „Große Liebe?“ Wie kam der Suna-Nin denn auf diese Idee? Meine Güte, versuchte er sich etwa irgendwelche Dinge einzureden? „Das hättest du gerne, hm?“ Ein amüsiertes Grinsen zog sich über die Lippen der Hyuuga. „Was in der damaligen Nacht passiert ist, bleibt allerdings ein Geheimnis. Das ist eine Frauensache“, ging sie dennoch auf das Spielchen ein - wenn Hei schon so eine blühende Fantasie besaß, dann konnte man die ruhig ein wenig anstacheln. Schadete schließlich nicht, denn Mari ging nicht davon aus, dass er bei nächster Gelegenheit zu der Nara rannte und dort irgendeine merkwürdige Geschichte erzählte. Dann wurde die Braunhaarige noch einmal ernster. „Ich hoffe jedenfalls, dass bei ihr wirklich alles in Ordnung ist.“ Zumindest war es eine Erleichterung, dass auch der Tatsumaki Nichts mehr gehört hatte - denn auch Mari glaubte, dass ihr Freund Mitteilung erhalten hätte, wäre Shika irgendetwas Schlimmes passiert. Sie kannten sich seit der Akademie und offensichtlich hatte Hei einen vergleichsweise guten Draht zu der Mutter der Nara. Das Thema vorerst beendend, wandte sich der Blick der Kunoichi demnach zum Fenster - mittlerweile hatte es angefangen zu Regnen und der Donner wurde lauter. „Tja.. das werden wir morgen sehen.“ Ihre Lust, sich im strömenden Regen fortzubewegen, ging selbstverständlich gen Null. Aber der liebe Wettergott fragte selten nach Lust und Laune der Sterblichen, was?

    Die Pause, die den Genin in der Gaststätte vergönnt gewesen war, hatten diese so gut es möglich war ausgenutzt. Als die Hyuuga am nächsten Morgen ihre Lider hob und die Sinne wieder aktiv wurden, hörte sie - sehr zu ihren Leidwesen - ein gleichmäßiges Plätschern vor dem Fenster. Den Oberkörper aufrichtend, sahen die zurzeit wieder weißen Seelenspiegel nach draußen und wurden in ihrer Vermutung, dass es regnete, nur bestätigt. Verdammt. Zwar kein Gewitter, aber trotzdem scheiße. Mari verkniff sich einen genervten Seufzer und sah mit einem Seitenblick zu Hei, der noch immer schlief. So wie immer war die Kunoichi deutlich vor ihrem Freund wach geworden. Da durch das Wetter bedingt die bequeme Reise per Sandwolke flachfiel, hatten die Genin leider keine Zeit, um in Ruhe auszuschlafen. Sanft rüttelte Mari an der Schulter des jungen Mannes und setzte einen Kuss auf seine Stirn. „Hei. Wir müssen bald weiter“, sprach sie dabei leise aus und sah unsicher, ob das reichen würde, um den Schwarzhaarigen aus dem Reich der Träume zu wecken, auf ihn hinab. Da er sich allerdings bereits zu rühren begann, ging Mari davon aus, dass er dabei war, aufzuwachen, weshalb die Hyuuga selbst aufstand und sich für die weitere Reise anzog und fertigmachte. Es regnete, daher war die dünne und kurze Kleidung von gestern nicht mehr angemessen und musste ausgetauscht werden. Die Haare verschwanden in einem strammen Zopf, das Oberteil besaß nun eine Kapuze. Ebenfalls wurde ein Fingerzeichen geformt und die weißen Seelenspiegel verschwanden hinter ihrem üblichen, grünen Mantel. Warum sich Mari immer für grüne Augen entschied? Weil sie diese Farbe noch am ehesten hätte haben wollen, wenn sie nicht von Geburt an mit dem mächtigen Byakugan gesegnet worden wäre. Danach kam sie zurück zum Bett des Zimmers. „Es regnet immer noch, wir werden also wohl oder übel ein wenig nass werden. Das Glück ist anscheinend nicht auf unserer Seite“, begann sie erneut zu sprechen.
     
  6. Tatsumaki Hei

    Tatsumaki Hei Chuunin

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    Frauensache? So ein Blödsinn... naja, ihn interessierte das sowieso nicht! Hm. Was genau war da nur vorgefallen? Der junge Mann runzelte die Stirn und war kurz davor, noch einmal nachzubohren, entschloss dann aber, es auf einen späteren Zeitpunkt zu verlegen. Er als Mann würde jawohl einen geeigneten Zeitpunkt finden, wo Mari nicht nein sagen konnte - oder? Das war machbar. Er versprach seiner Freundin noch, dass er sich nach der Rückkehr einmal untersuchen lassen würde und dann ging es schon in Richtung Schlaf - innerhalb einiger Sekunden, so fühlte es sich an, wurde Hei wieder von Mari wach gerüttelt. "Mhm...", murmelte er. "Wieso schlafen wir eigentlich immer so wenig, wenn wir zusammen aufwachen?" Einige leise, ganz leise Flüche murmelnd rollte er sich ein paar Mal hin und her, dann ließ er es sich nicht nehmen, einige Minuten wie ein platter Pfannkuchen auf dem Bett zu liegen und den Kopf herunterhängen zu lassen. Mit einem leisen Ächzen rollte er sich schließlich aus dem Bett und sah zu Mari, die sich bereits fertig gemacht hatte. Und irgendwie fühlte er sich noch ausgelaugter als gestern. Als würde seine Chakraregeneration nicht hinterherkommen hinter dem Volumen - aber das war bisher noch nie ein Problem gewesen und Hei wusste nicht, warum es jetzt anders sein sollte. "Das kannst du nicht ernst meinen!", protestierte er leise, erhob sich dann aber und ging sich kurz waschen. Als er wiederkam, riskierte er einen Blick aus dem Fenster und seufzte leise. "Na gut...", murmelte er. "Also keine Sandwolke heute. Die Prinzessin wird laufen müssen." Amüsiert kramte er in seinem Beutel, holte eine Schriftrolle heraus und entsiegelte einen schwarzen Mantel, welcher durch rote und weiße Applikationen auffiel. Er warf sich das Kleidungsstück über und knöpfte ihn zu. Die Kapuze würde er sich später überstülpen, aber man sah jetzt schon, dass es sein Gesicht bis zum Mund in Schatten hüllen würde. Nun, so war er vielleicht noch eher ein Shinobi als jemals zuvor. "Aber ich hoffe, dass wir sonst auf keine Probleme stoßen. Immerhin kann es gut sein, dass dieses 'Wasser' auch andere Interessenten anlockt, oder? Es sind vielleicht nicht alle so kritisch wie wir... und könnten versuchen, an das Zeug zu kommen. Mit allen Mitteln."

    Nach dieser bedeutungsschweren Feststellung und einem angemessenen Frühstück machten sich die beiden Ninja wieder auf den Weg. Kaum draußen angekommen begrüßte sie ein andauerndes Pladdern, welches nicht allzu stark war, aber auf jeden Fall die Umgebung aufweichte und ein Laufen schwer machte - aber Fliegen für Hei noch schwerer. Er setzte sich die Kapuze in einer fließenden Bewegung auf und seine Lippen, die nicht im Schatten verschwanden, ließen ein feines Lächeln erkennen. „Das hat zwei Vorteile: Mir wird nicht noch kälter und ich werde nicht nass“, kommentierte er zufrieden, während sie sich auf den Weg machten. „Übrigens, Takigakure… wie kommt man da genau hin? Ich habe bisher nur gehört, dass es ziemlich schwer zugänglich ist und ich werde irgendwie eine dunkle Vorahnung nicht los. Aber ich weiß noch nicht genau, ob es Verfolgungswahn ist oder dieses seltsame Gefühl, was ich ja schon gestern gemeint habe.“ Er schüttelte den Kopf und sprang über eine Pfütze. Fast wäre er hingeklatscht, als er auf einem rutschigen Stein den Halt verlor, hielt sich aber vernünftig. „Nun gut, dann lass uns mal einen Zahn zulegen. Sonst brauchen wir ewig… ich gebe mir Mühe. Ein wenig Bewegung wird mir sicher gut tun.“ Mit diesen Worten verfiel er in einen seichten Trott, der seine Ausdauer nicht direkt vernichtete, aber immerhin ein wenig schneller als einfaches Wandern war. So verbrachten sie einige Zeit, schweigend nebeneinander her joggend, und Hei ging es merklich schlechter. Wenn er ehrlich war, war es - jedenfalls gefühlt - nicht einmal sein Körper, der schlappmachte, sondern sein ganzer Chakrakreislauf lief gefühlt langsamer. Und das störte ihn ungemein. Nicht, dass er ‚leer‘ war oder etwas in der Art, im Gegenteil. Trotzdem… als ob laufend Chakra aus ihm herauströpfelte und sein Körper gerade so mit der Gegenproduktion hinterher kam. Aber er ließ sich nichts anmerken, noch nicht. Solange es ihm einigermaßen vernünftig ging, brauchte er Mari das nicht direkt unter die Nase zu reiben, im Gegenteil… bei dieser Mission würde es (hoffentlich) nicht zu einem Kampf kommen. Somit brauchte er auch nicht auf sein Chakra zurückgreifen und… dann würde er wohl hoffentlich schnell genug bei einem Arzt sein. Der Wüstensohn spürte seinen mittlerweile schwereren Atem und seufzte leise. „Lass’ uns mal kurz langsamer machen, in Ordnung?“, merkte er an und trabte langsam wieder in den normalen Gang zurück. Der Regen war zu einem stetigen, fiesen Nieselregen verkommen, der mit dem Wind zusammen in der Haut stach und eine unangenehme Kälte hinterließ. „Du hast gesagt, wir brauchen zu Fuß drei Tage, oder? Müssen wir noch einmal übernachten, bevor wir ankommen? Oder schaffen wir es heute?“ Fragend sah er zu der Hyuuga, während sein Kopf sich die Route selbst ausrechnete. Hm. Wahrscheinlich war es eine Sache, die davon abhing, ob sie noch eine Zeit lang auf der Wolke reisen konnten - auf dem Boden bremste er Mari nur aus.
     
  7. Hyuuga Mari

    Hyuuga Mari Chuunin

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    Ein Kampf? Das konnte niemals ausgeschlossen werden. Dennoch hoffte die Hyuuga, dass die Mission einigermaßen reibungslos und ohne einen solchen unnötigen Zwischenfall über die Bühne ging. Leider lag Hei mit seiner Vermutung, das mysteriöse Heldenwasser könnte noch andere Interessenten anlocken, gar nicht so falsch. Zumindest konnte die Braunhaarige sich genauso gut vorstellen, dass es Personen gab, die tatsächlich an die Macht dieses Wassers glaubten und davon profitieren wollten. Vollidioten, wenn man Mari fragte. Aber Vollidioten gab es auf dieser Welt zu genüge, nicht? Nach einem angemessenen Frühstück begaben sich die Genin in das unwirtliche Wetter und machten sich in einer joggenden Geschwindigkeit auf den Weg. Das war bei Weitem nicht die Geschwindigkeit, die Mari als trainierte Taijutsuka aus sich hätte herausholen können, doch sie musste Rücksicht darauf nehmen, dass das Team neben ihr auch aus einem Ninjutsuka bestand. Die waren - wie bekannt - eher geistig als körperlich geschult, weshalb die Ausdauer und Geschwindigkeit des Tatsumaki mit jener der Hyuuga nicht mithalten konnte. Während die jungen Erwachsenen liefen, fiel Mari dennoch auf, dass sich die Konstitution ihres Freundes deutlich verbessert hatte. Früher hätte der Schwarzhaarige niemals so lange durchgehalten, ohne eine Pause einlegen zu müssen. Und schneller war er auch geworden, wenn sich die 17-Jährige nicht irrte. Hatte sich da jemand etwa tatsächlich dazu hinreißen lassen, körperlich zu trainieren?

    Irgendwann brauchte der Suna-Nin dennoch eine kleine Pause, was Mari ihm nicht verübeln konnte. Mit einem stummen Nicken bremste die junge Frau ab, bis der langsame Lauf sich allmählich in einen normalen Gang wandelte. Auf die Frage ihres Kollegen hin verzogen sich die Mundwinkel der Hyuuga ein kleines Stück, die zurzeit grünen Seelenspiegel sahen einen Moment nach vorne, den weiteren Weg entlang. Einige Sekunden der Überlegung, bevor das Gesicht sich erneut dem verhüllten Tatsumaki zuwandte. „Schwer zu sagen. Falls wir bis in die Abendstunden weitergehen, sollten wir bis zur Grenze zwischen Feuer- und Wasserfallreich vordringen können. Ich bezweifle allerdings, dass wir es bis nach Taki-Gakure schaffen werden. Denn dazu müssen wir auch im Wasserfallreich selbst noch ein Stück an Strecke zurücklegen. Der Regen bremst uns allerdings ungemein aus.“ Das war keine ganz so genaue Antwort, wie sich der Tatsumaki unter Umständen erhofft hatte, aber was sollte Mari machen? Sie besaßen leider kein Navigationsgerät, dass ihnen ihre Ankunftszeit auf die Minute genau berechnen konnte. So weit war die Technologie der hiesigen Welt noch nicht gekommen. „Übernachten werden wir noch einmal müssen. Im optimalen Fall finden wir ein Gasthaus, das sich direkt an der Grenze niedergelassen hat.“ Mit einem Seitenblick musterte die Braunhaarige Hei, der nüchterne Ausdruck in ihrem Gesicht blieb erhalten. Da der Suna-Nin seine Freundin mittlerweile gut kannte, würde er dennoch den Hauch von Besorgnis in ihrer Mimik feststellen können. „Hältst du so lange noch durch?“ Sie sah den dicken Mantel ihres Freundes an, just in diesem Moment fiel der 17-Jährigen ein Detail auf, das sie eigentlich viel zu spät erkannt hatte und deshalb auch deutlich verspätet ansprach. „Hm. Da fällt mir auf - seit wann brauchst du einen Mantel, um dich zu wärmen? Was ist mit deiner tollen Heizungstechnik passiert?“ Klar, das Kleidungsstück sollte vorwiegend vor Nässe schützen, dennoch hatte der 18-Jährige davon gesprochen, dass ihm mithilfe des Mantels nicht noch kälter wurde. Skeptisch beäugte Mari den Kollegen, auf eine Antwort wartend - sie dachte nicht direkt an die Sache, die Hei ihr am vorigen Tag erzählt hatte. Dass sein Chakra sich… komisch anfühlte. Und sie merkte auch nicht, dass es dem Tatsumaki bedingt dadurch auch heute immer noch nicht gut ging - die Erschöpfung in seinem Gesicht schieb Mari auf den langen Lauf, den sie hinter sich hatten. So viel Hei nämlich auch trainiert hatte, er war eben Ninjutsuka und kein Anwender des Taijutsu. Außerdem wäre die Kunoichi davon ausgegangen, dass der Suna-Nin es ihr mitteilen würde, wenn mit ihm etwas nicht stimmte. „Ach und was die Sache angeht, wie wir genau nach Taki kommen.. ich bin mir nicht ganz sicher. Auf der Karte des Wasserfallreiches ist ein Weg eingezeichnet und es sah so aus, als müssten wir durch eine Höhle hindurch. Aber ganz genau hat es sich mit anhand der Karte auch nicht ergeben - das Geheimnis wird sich vor Ort hoffentlich lüften.“ Trotz des gemäßigteren Tempos und des schrecklichen Wetters versuchten die Genin weiterzukommen. Es brachte Nichts, mitten im Nirgendwo anzuhalten, denn bisher hatte die Hyuuga auch keinen Unterschlupf ausmachen können, in dem sie sich ordentlich hätten ausruhen können. Es war noch eine Weile vergangen, als Mari ein verdächtiges Rascheln im umliegenden Dickicht ausmachte. Sie blieb stehen und wappnete sich - auch wenn sie nicht in die typische Kampfhaltung der Hyuuga überging. Die Genin hatten sich dazu entschlossen, ihre Identität als Ninja zu verdecken, die Tarnung musste man nicht sofort auffliegen lassen.
     
  8. Tatsumaki Hei

    Tatsumaki Hei Chuunin

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    Hei blickte unter seiner Kapuze zu seiner Freundin, während er versuchte, sein klopfendes Herz wieder ein wenig in den Griff zu bekommen. Sein Atem wurde wieder langsamer und unter der Kutte war ihm eigentlich jetzt vernünftig warm; nichtsdestotrotz war das Wetter einfach nur widerlich. Hei mochte Witterung, egal welcher Art - aber zugegeben, manche nur, wenn er ein geschütztes Plätzchen sein Eigen nennen konnte. Nun, was war also die Antwort von Mari? Sie würden es heute vermutlich nicht mehr bis zur Hauptstadt des Wasserfallreiches schaffen. Das hatte er schon befürchtet, aber mit ein wenig Glück würden sie sogar ein Gasthaus in Anspruch nehmen. Ein Ninja konnte sich ja nicht immer solchen Luxus leisten, aber in letzter Zeit hatten sie erstaunlich viel Glück. Nicht, dass er sich darüber beschweren würde. Hm. „Ich habe mit Grenzgasthäusern zwar nur halbwegs gute Erfahrungen gemacht…“, merkte er an und schielte grinsend zu der Hyuuga. „…aber ich denke, das lässt sich sicherlich machen. Wenn sich ein Gasthaus hält, dann sicherlich auf der Grenze.“ Kurz schwieg er, während seine langen Beine ihn in großen Schritten über den nassen Weg trugen. „Meine ‚tolle Heizungstechnik‘?“ Etwas pikiert rümpfte er die Nase und steckte Mari die Zunge heraus. „Immer diese pöbelhaften Taijutsuka, keinerlei Feinsinn für die filigranen Techniken des Ninjutsu. ‚Tolle Heizungstechnik‘, bitte…“, murmelte er gespielt empört, schüttelte sich einmal, so dass das Wasser von seinem Mantel fiel. „Ich habe sie mittlerweile als richtige Technik in mein Repertoire aufgenommen, aber… naja. Sagen wir mal so, es macht keinen Sinn, Chakra zu verschwenden, um mich gleichzeitig warm und trocken zu halten.“ Vor allem, wenn er nicht so richtig wusste, was sein Körper gerade so für seltsame Dinge anstellte. „Feuchtigkeit erzeugt Kälte durch Verdunstungskälte, entzieht also Hitze. Ich gebe zu, dass ich dieses Detail bei der Technikerstellung nicht bedacht habe. Wahrscheinlich muss ich mir darüber noch einmal Gedanken machen, aber am Besten funktioniert sie, wenn es Trocken ist…“ Der junge Mann kratzte sich am Kopf und grübelte einen Moment. Dann wollte er noch auf die letzte Antwort eingehen, die er bekommen hatte, wurde aber von einem Rascheln unterbrochen - und war natürlich sofort alarmiert. Natürlich, war ja auch sein Job, nicht? Es kam aber nicht nur von einer Stelle oder einer Seite, so dass man annehmen hätte können, dass es ein einzelnes Tier oder etwas in der Art wäre - sondern es gab einiges Rascheln hier und da. Wie Mari auch war Hei jetzt aufmerksam und hoffte, dass er nicht sein Chakra verwenden musste, egal, was da auch raschelte. Einen Moment lang blieben sie stehen - und das Rascheln verschwand wieder. Der Wind zerzauste die Büsche ein wenig, und als sich Hei und Mari - langsamer und allgemein aufmerksamer - wieder auf den Weg machen, kehrte das Rascheln unlängst zurück. Das war nicht nur der Wind, soviel stand fest. Und es war wahrscheinlich auch nicht nur ein Hase. Als sie stehen blieben, verschwand das Rascheln wieder. Ein Zweig knackte, aber sonst? Nichts. Dieses Mal kehrte das Rascheln auch nicht zurück, als sie weitergingen, und die beiden Genin tauschten einen etwas besorgten Blick aus. „Entweder habe ich Halluzinationen, was nicht auszuschließen ist…“, meinte Hei und runzelte unter der Kapuze die Stirn. „… oder irgendjemand oder irgendetwas möchte uns gerne beschatten und wartet auf einen günstigen Zeitpunkt." Diese Vorstellung gefiel dem Tatsumaki überhaupt nicht; unabhängig davon, dass da irgendetwas war, was ihnen zumindest nicht komplett wohl gesonnen war, kitzelte ihn sein leichter Verfolgungswahn schon wieder und befahl ihm förmlich, irgendeine Technik in die Büsche zu feuern, um klar Schiff zu machen.

    Aber so einfach war das dann doch alles nicht. Man konnte ja nicht alles und jeden grillen, nur weil einem gerade ein wenig Verfolgungswahn aufs Gemüt schlug. Hei seufzte leise, wand sich Mari zu und murmelte leise: „Wir sollten vorsichtig bleiben, aber weitergehen. Vielleicht ist’s nur ein Tier, in dessen Revier wir gelaufen sind.“ Auch wenn er das bezweifelte. Während die beiden weiter in Richtung der Grenze des Feuerreichs vordrangen, wurden die Straßen langsam ein wenig unwegsamer; matschiger. Zwar immer noch gut, aber halt nicht so gut, wie man es sonst vom Feuerreich gewohnt war. Hei achtete nicht darauf. Er war damit beschäftigt, seine Umgebung im Auge zu behalten. Darauf, Mari danach zu fragen, ihr Byakugan anzuwerfen, kam er in diesem Moment nicht - was wohl daran lag, dass er etwas neben der Spur war. Aber der Wüstensohn versuchte trotz des schlechten Wetters und den widrigen Umständen sein Bestes - bis schließlich doch etwas passierte. Es dämmerte mittlerweile schon; Hei hatte gerade vorschlagen wollen, trotz des ekligen Wetters ein Lager draußen zu suchen, als doch noch etwas durch das Dickicht zum Vorschein kam - aber nicht unbedingt das, was Hei erwartet hatte. Statt eines wilden Bären oder einer Schar Wölfe, die sie Beide zum Abendbrot verspeisen wollten, tauchte… eine junge Frau auf, die doch etwas, naja, untypisch gekleidet war. Eigentlich hatte sie generell nicht allzu viel an. Jedenfalls lange nicht so viel wie Hei; sie trug eine Shorts, ein halb offenes, durchnässtes, dunkles Hemd obenrum und darunter einen Badeanzug. Immerhin hatte sie keine Schuhe an; ansonsten wäre das Outfit ja noch lächerlicher gewesen… aber Hei kannte sich mit der Mode sowieso nicht aus. Wer sagte ihm, dass das nicht gerade in Mode war? Unabhängig davon schimpfte die junge Dame, die einen athletischen Körperbau mit gewissem Vorbau vorweisen konnte, wie ein Rohrspatz vor sich hin. „Ihr da, ne! Ihr könnt hier doch nicht einfach die ganze Zeit vor euch hingammeln und euch nicht einmal vernünftig beschatten lassen! Wenn ihr so weitermacht, braucht ihr noch Tage bis Taki no Kuni, ne?!“ Sie blähte die Wangen auf und kam näher. Die pechschwarzen, schulterlangen Haare waren komplett durchnässt, aber das schien sie nicht zu stören. Die blauen Augen dieser seltsamen Person blitzten trotzig. Wie alt sie wohl war? Sechzehn? Hei bemerkte, dass sie einen großen Beutel bei sich trug, sonst aber kein Gepäck dabei zu haben schien. „Also, was habt ihr zu eurer Verteidigung zu sagen, he? Und was wollt ihr überhaupt im Wasserfallreich, he? Nicht viele Leute machen einen Tagesausflug dorthin!“ Ihre Augen huschten über Mari hinweg, bleiben einen Moment an Hei kleben. Der runzelte ein wenig die Stirn, sah dann zu Mari und warf ihr einen mehr oder weniger fragenden Blick zu. "Prinzessin, eine seltsame Persönlichkeit ist aus den Büschen gekrochen", meinte er mehr oder weniger trocken und verschränkte resolut die Arme vor der Brust. Die junge Frau rümpfte leicht die Nase. „Wer seid ihr überhaupt? Mein Name ist Shino, und ich passe auf, dass nicht irgendwelche zwielichtigen Gestalten nach Taki kommen... ne?!“
     
  9. Hyuuga Mari

    Hyuuga Mari Chuunin

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    Es hatte einfach so kommen müssen - war doch klar gewesen. Mari unterdrückte den Drang, einen genervten Seufzer von sich zu geben, als sich immer deutlicher feststellen ließ, dass sie verfolgt wurden. Warum konnte die Hinreise nicht ausnahmsweise ohne größere Zwischenfälle vonstatten gehen? Ganz einfach - weil das nie so war. Und wenn so etwas nie so war, dann würde es auch nie so werden. Oder so ähnlich. Auf die Worte des Tatsumakis hin nickend, führten die Genin ihren Weg vorsichtig fort, natürlich immer unauffällig darauf lauschend, was gerade in den Gebüschen an Wegesrand vor sich ging. Währenddessen wurde der Weg matschiger, unebener und allgemein schwerer zu begehen. Die Straßen hier waren eben deutlich weniger gepflegt, da sie weniger von Reisenden und Händlern genutzt wurden. Es waren nicht mehr die Straßen, die die Großreiche miteinander verbanden, sondern die Seitenwege, die zu den neutralen und für die Welt eher unwichtigen Länder gingen. Allmählich dämmerte es und fast schon unerwartet zeigte sich die Verfolger..in (?) der beiden Ninja. Eine junge Frau also, die mit ihrem Kleidungsstil sehr hervorstach. Nicht so sehr wie Iteki damals, die Hei und Mari in Kusagakure getroffen hatten, aber dennoch passte auch diese Fremde dort nicht in die üblichen Gewohnheiten. Ebenso merkwürdig sprach die Frau, die sich wenige Momente später als Shino vorstellte. Sie passte auf, dass keine zwielichtigen Gestalten nach Taki kamen? Eine merkwürdige Aufpasserin war das.

    Die zurzeit grünen Seelenspiegel der Hyuuga erwiderten den Blick ihres Partners. Seine Beschreibung passte wie die Faust aufs Auge, keine Frage. „Da hast du Recht“, kommentierte die 17-Jährige mit ruhiger Stimme, bevor sie sich Shino zuwandte. Die erwartete offensichtlich eine Reaktion auf ihre Aussagen und das lieber früher als später. „Du musst uns schon eine Weile beschatten, wenn du so genau weißt, wo wir hinwollen“, stellte Mari fest, immer noch ruhig, aber durchaus mit einer gewissen Skepsis im Unterton. „Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich finde es merkwürdig, dass ich einer wildfremden Person, die aus den Büschen auftaucht, sagen soll, warum ich gerade dort bin, wo ich bin.“ Das war selbstverständlich nicht die Antwort, die Shino hatte haben wollen. Die junge Frau blies ihre Wangen ein Stück auf. „Ich werde euch nicht einfach nach Taki gehen lassen, ne?! Ich passe auf Taki auf! Also, he? Jetzt redet!“ Ein Dickkopf, wie er im Buche stand, soviel stand fest. Leider hatte die Hyuuga genau ein solches Verhalten befürchtet und nur zur Sicherheit austesten wollen. Sie war in ihren Befürchtungen bestätigt worden. Erneut wanderte der Blick für den Bruchteil einer Sekunde zu Hei, dann verschränkte die 17-jährige Kunoichi die Arme vor der Brust und sah mit nüchternem Gesicht zu Shino. „Wir sind Reisende, die genug von dem einfachen Leben in der Hauptstadt hatten. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die verschiedenen Orte der Welt zu bereisen und zu sehen. Nachdem wir bereits das Feuerreich mit seinen Küsten und Wäldern, das Erdreich mit seinen Berge, das Windreich mit seiner unendlichen Wüste und das Grasreich mit seiner besondere Vegetation gesehen haben, möchten wir als nächstes das Wasserfallreich kennenlernen. Du brauchst dir also keine Sorgen um Taki machen. Wir haben kein Interesse daran, dort irgendeinen Ärger zu verursachen. Das würde entgegen unseres eigentlichen Ziels arbeiten.“ Ob das reichte, um diese Shino loszuwerden? Mari hatte keine Lust, sich länger als nötig mit dieser Person herumschlagen zu müssen. Sie fixierte die Fremde und wartete ab, was diese auf diese Erläuterung reagierte. Shino selbst sah mit den hellblauen Augen zu der Hyuuga und musterte diese eingehend, danach sah sie in gleiche Intensität zu dem bisher eher schweigsamen Tatsumaki. Diese stille Pause nutzte die Kunoichi, um noch eine kurze Vorstellung zu ergänzen. „Er heißt Hei. Ich bin Mari.“ Wirkte das nicht insgesamt offener und damit wirklich so, als hätten die Genin nichts zu verbergen? Wenn Shino sich schon vorgestellt hatte, konnte man ihr das ruhig nachmachen. Es dauerte einige Sekunden, bevor sich die schwarzhaarige Frau scheinbar entschieden hatte. „Ich begleite euch, ne?!“, verkündete sie prompt und so, als wolle sie keine Widerworte zulassen. Och nein… musste das sein?
     
  10. Tatsumaki Hei

    Tatsumaki Hei Chuunin

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    Tja, 'Shino' war wirklich ein kleiner Dickkopf. Erinnerte Hei das an irgendjemanden? Vielleicht, aber selbst wenn, dann sagte er es nicht. Der Tatsumaki hatte immer noch die Arme verschränkt und überließ Mari als Teamleiterin das Wort - wer wusste schon, wie viel sie genau preisgeben wollte? Erwartungsgemäß bekam der Wüstensohn kurze Zeit später schon seine Antwort und wunderte sich nicht, dass Mari zuallererst versucht hatte, das Mädel abzuwimmeln. Klappte aber nicht. Dann griff Mari zum nächsten Strohhalm: Eine Lüge. Oha, die Prinzessin ließ sich zu solchen schmutzigen Tricks hinreißen? Hei hätte beinahe amüsiert gelächelt, hielt das aber zugunsten der Lüge zurück und nickte nur zustimmend. Mal abgesehen davon war ja nicht alles komplett eine Lüge: Sie hatten mal darüber gesprochen, dass es doch interessant wäre, alle Länder mal zu bereisen, und sie waren in allen Reichen gewesen, die Mari aufgezählt hatte. In dem Sinne war das schon in Ordnung. Trotzdem: Während die Braunhaarige und die Schwarzhaarige sich weiterhin auseinandersetzten, fragte sich Hei ernsthaft, warum sie einen Badeanzug trug. Nur, weil man aus dem Wasserfallreich kam, musste man sich doch nicht so kleiden, oder? Es hätte ihn gewundert, wenn er jetzt jeden Bewohner mit Badeklamotte sehen würde... Mit einem Kopfschütteln verscheuchte er die Gedanken und lächelte fein. Mari schien nicht sonderlich begeistert von der Begleitung des Mädels, aber Hei wusste, dass Einheimische immer sehr wertvoll sein konnten - siehe Iteki. Er fragte sich sogar manchmal, ob die Grasreich-Mokuton-Hexendoktorin noch stärker geworden war oder ob sie das Training hatte schleifen lassen... wahrscheinliche eher nicht. Naja, egal - jedenfalls vermutete er, dass Shino ihnen noch helfen konnte. Auch wenn Mari das nicht mochte.

    "Also... du willst uns wirklich begleiten?", fragte Hei noch einmal zur Sicherheit nach und kratzte sich am Kopf, der immer noch unter der Kapuze verborgen war. "Du kennst dich hier in der Umgebung aus, denke ich?" Shino stellte sich gerade hin und grinste breit. "Wie meine Westentasche, ne?", meinte sie und nahm eine heldenhafte Pose ein. "Was willst du denn wissen, Hei-kun, he!?" 'Kun'? Er war locker zwei Jahre älter als das Mädel... naja. "Gibt es ein Gasthaus hier in der Nähe? Ich würde bei dem Wetter ungern draußen übernachten, wenn es sich nicht vermeiden lässt." Der junge Mann hatte seine verschränkten Arme schon lange gelöst und nickte in die Richtung, in die sie sich ja auch schon vorher begeben hatten. Der Tross setzte sich in Bewegung, mit einer katzenhaft schmunzelnden Shino, einer missmutigen Mari und einem heiteren Hei. "Nuun, ne!? Ein Gasthaus ist immer den Weg entlang, es dauert nicht mehr allzu lang; das Gasthaus gehört einem Neffen meines Onkels dritten Grades: das war schon immer ein gewinnorientiertes Bürschchen, ne?" Sie kicherte und drehte sich einmal um die eigene Achse. Hei schmunzelte leicht, verbarg das aber unter dem Schatten seiner Kapuze. Es regnete noch immer und Shino schien einen Regentanz aufzuführen. "Wisst ihr denn überhaupt, wie ihr nach Taki kommt, he?! Oder seid ihr so wenig vorbereitet wie die meisten?" Sie ging jetzt rückwärts vor ihm und Mari. Er und seine Freundin wechselten einen Blick und der Tatsumaki schaute wieder nach vorne. "Immer gerade aus, dann durch einen Tunnel und dann sind wir da?", meinte er ein wenig im Scherz, aber ja irgendwie auch ernst. Die Antwort schien Shino furchtbar zu amüsieren. "Ein Tunnel, ja..." Mehr oder weniger auffällig richtete sie in diesem Moment ihren Badeanzug im Brustbereich. "Das könnte man wohl so nennen, ne?" Sie grinste und deutete nach vorne, wo in der einsetzenden Dunkelheit die Lichter eines Gasthauses leuchteten. "Wir sind da, ne?" Hei nickte zufrieden, näherte sich dann aber wieder Mari und murmelte ihr ins Ohr. "Entweder hat die einen Riss in der Schüssel oder das wird doch nicht so einfach, wie das die Karte vielleicht darstellt." Er sah unter der Kapuze ein wenig zerknirscht aus. "Vielleicht ist sie ja weniger ein Aufpasser als eher eine Art Führer nach Taki?" Seufzend richtete er sich wieder auf und kratzte sich am Kopf und sah, dass die neugierigen Augen von Shino sie betrachteten und fast ein wenig enttäuscht wirkten, als es nicht zu mehr kam als nur zu dem ins-Ohr-Geflüster. "Nun kommt schon, ne?! Der Regen wird bald mehr werden! Über Taki sammeln sich die Wolken! Stadtkinder wie ihr mögt es doch nicht, nass zu werden, ne?" Sie kicherte. "Auch wenn die Kleider dann immer so schön am Körper kleben, ne?~ Das gefällt Männern doch, ne?"
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. Mai 2015
  11. Hyuuga Mari

    Hyuuga Mari Chuunin

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    Begeistert von dieser unerwarteten Wendung war Mari tatsächlich nicht. Am liebsten hätte sie Shino gebeten, schnellstmöglich zu verschwinden und die Genin in Ruhe zu lassen - leider wäre das äußerst unhöflich gewesen. Und wenn es stimmte, dass Shino eine Einheimische Takigakures war, wollte sie nicht wissen, was passieren könnte, wenn sie diesem Mädchen krumm kamen. Zwar ging die Hyuuga nicht davon aus, dass man den Ninja den Zutritt wegen Unhöflichkeit verweigern würde, aber es könnte den Aufenthalt im Wasserfallreich durchaus unangenehmer gestalten. Nein, es war klüger, sich bedeckt zu halten und Shino machen zu lassen. So lange sie nicht zu sehr auf die Nerven gehen würde, wollte die 17-Jährige keinen negativen Kommentar von sich geben. Immerhin konnte Shino ihnen die Auskunft geben, dass es in der Nähe ein Gasthaus gab, in dem sie unterkommen konnten. Unabhängig davon, ob dieses Hotel einem Verwandten des merkwürdigen Mädchens gehörte oder nicht. Als Hei sich flüsternd zu Mari beugte und erwähnte, dass Shino unter Umständen nicht mehr alle Tassen im Schrank hatte - irgendwie so hatte es sich angehört - konnte die Kunoichi nur leicht nicken. Offensichtlich, wer sonst würde zwei wildfremden Personen während eines starken Regenschauers durch die Gebüsche hinterherrennen und sich dann spontan als Reisebegleitung anbieten. Niemand, der einigermaßen normal war - vom Kleidungsstil ganz abgesehen.

    Mari war recht froh, als das besagte Gasthaus in Sichtweite kam. So richtig trauen tat sie Shino noch nicht, wer hätte schon einschätzen können, ob diese Verrückte die Genin nicht einfach im Kreis hätte herumführen wollen. Sie mussten vorsichtig bleiben, denn die Hyuuga hatte nicht vor, jeder dahergelaufenen Person ihr vollstes Vertrauen zu schenken. Vielleicht hatte Shino ja auch ganz andere Beweggründe als jene, die sie den Ninja gesagt hatte? Gut möglich, Mari hatte ihrerseits schließlich ebenfalls mehr oder weniger gelogen. „Dann lasst uns schnell ins Trockene verschwinden, bevor die Klamotten zu kleben beginnen“, kommentierte die Braunhaarige sachlich und ging damit nicht weiter auf die merkwürdige Anspielung der Taki-Anwohnerin ein. Die wirkte zwar nicht begeistert darüber, einfach so abgewürgt worden zu sein, gab jedoch keine weiteren Widerworte und überwand die letzten Meter, die sie von dem ersehnten Gasthaus getrennt hatten. Von außen wirkte das Gebäude recht unauffällig, weder besonders modern, noch altmodisch oder gar instabil. Im Inneren wurde Mari gar keine Zeit gegeben, sich größer umzusehen - denn ein heller Aufruf hallte schlagartig durch den Raum. „Shino, Shino, Shinoooo~“ Überzeugt davon, dass es sich um eine Frau handelte, die so sprach, drehte sich die Hyuuga in entsprechende Richtung und war umso überraschter, als sich ein junger Mann näherte. Sein Kleidungsstil war nicht ganz so ungewöhnlich wie jener von Shino - doch Mari bezweifelte, dass sich viele Männer so gekleidet hätten. Sehr helle Farben, lila und ein leichtes rosa - und dann noch so ein merkwürdiges Haarband, um die blonde Mähne zu bändigen. „Ohh, hast du schon wieder ein paar arme Seelen aufgegabelt? Ihr seht ja schrecklich aus!“ Na, vielen Dank auch. Den Kommentar hätte die 17-Jährige nicht unbedingt hören müssen. „Sie sind auf dem Weg nach Taki, ne? Städter, die nicht zu nass werden wollten, deshalb habe ich ihnen den Weg zu deinem Gasthaus gezeigt!“ Der blonde Mann nickte verständnisvoll, zuerst in die Richtung von Shino, dann zu Hei und Mari. Vollkommen offen musterte er die jungen Menschen von Kopf bis Fuß und blieb am Ende aufmerksam im Gesicht des Tatsumaki hängen. „Ich bin Madoka~“, stellte er sich vor und ging dann in die Richtung zurück, aus der er gekommen war. Erst jetzt erkannte Mari den Tresen und die vielen Schlüssel, die dahinter an der Wand hingen. Sonderlich ausgebucht schien das Gasthaus allerdings nicht zu sein - es war äußerst ruhig, es waren zumindest bisher keine anderen Menschen zu sehen gewesen und die Menge an Schlüsseln, die unberührt an der Wand hingen, sprachen für sich. Madoka kehrte zurück, umgriff die Hand von Hei und drückte ihm lächelnd einen Schlüssel entgegen. „Und ihr seid?~“, erkundigte er sich dabei vollkommen beiläufig.
     
  12. Tatsumaki Hei

    Tatsumaki Hei Chuunin

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    Natürlich gefiel das Männern! Hei hielt sich vornehm zurück und war fast ein wenig enttäuscht, als Mari überhaupt nicht reagierte. Naja, gut… er konnte es ihr auch irgendwie nicht verübeln. Shino war ein seltsames Mädchen, aber an sich nicht unsympathisch. Trotzdem war auch Hei vorsichtig: Immerhin waren sie im Grunde undercover - und genauso konnte es bei Shino auch sein. Taki gehörte allerdings keinen der Bündnisse an. Also konnte sie allerhöchstens so ein Exot sein wie Iteki - unbestreitbar war, dass sie ein Exot war. Ob sie aber so war wie die Grasreich-Kunoichi, blieb noch offen. Und Hei hatte auch keine Gelegenheit mehr, sich darüber Gedanken zu machen, weil sie jetzt in dem Gasthaus angekommen waren und wohl gleich den… ähm… Verwandten von Shino kennenlernen würden. Und das… kam jetzt auch, und zwar ganz anders, als er vermutet hatte. Er hatte vielleicht einen Verrückten erwartet, einen Exhibitionisten oder irgendwas dazwischen, aber keinen… Regenbogen. Der Kerl (?) sah aus, als hätten sich ein Einhorn und ein Regenbogen gepaart, irgendwie. Hei runzelte leicht die Stirn, nahm es ihm aber nicht übel, als er behauptete, sie sähen schrecklich aus. Für einen Mann war das in dem Sinne keine Beleidigung, sondern eher eine Feststellung der äußeren Umstände. Nur war die Frage an dieser Stelle erlaubt, ob er das von „Madoka“ überhaupt so erwarten konnte… Hei versteckte seine Verwunderung hinter einem leichten Lächeln - welches in diesem Moment trotzdem ein wenig verwirrt aussah. Als der Kerl (?) zum Tresen ging und einen Schlüssel holte, sah er kurz zu Shino, die ein kleines, spitzes Lächeln auf den Lippen trug, welches ihm wahrscheinlich folgendes sagen sollte: ‚Seht ihr, ich bin überhaupt nicht komisch‘. Hei strich sich durch die Haare und wurde wieder überrascht, als ihm ‚Madoka‘ den Schlüssel in die Hand drückte und diese dafür direkt noch einmal drückte. „…“ Hei wusste nicht so genau, wie er professionell darauf reagieren sollte und legte nur kurz den Kopf schief, räusperte sich dann. Die Entscheidung, das Verhalten erst einmal zu ignorieren, fiel er innerhalb eines Moments und wollte sich gerade vorstellen, als Shino einsprang. „Mari!“, meinte sie und deutete auf die Braunhaarige. „… und Hei, ne?“, meinte die junge Frau und lächelte triumphierend, als ob es etwas tolles wäre, sich die Namen von zwei Fremden zu merken und zwischen der Männlein und Weiblein unterscheiden zu können. Naja, vielleicht war es das ja für sie. „Richtig“, meinte Hei mehr oder weniger gelassen, auch wenn er mittlerweile wusste, dass das ‚ne‘ von Shino keine Frage implizierte. „Wir sind Reisende. Taki hat den Ruf, besonders exotisch zu sein, und da wir bereits alle möglichen Reiche besucht haben, wollen wir uns dort einmal umsehen.“ Madoka runzelte affektiert die Stirn und seufzte leise, schüttelte den Kopf. „Hach, diese Ausländer“, meinte er und kicherte. „Und lasst mich raten, ihr habt natürlich eure Badeanzüge vergessen. Wie gut, dass ihr jetzt hier seit… bei~mir~“ Er zwinkerte leicht. „Gebt mir ein paar Momente, meine Lieben. Shinooo?~ kümmerst du dich darum, unseren Gästen ein wenig Essen zu besorgen?“ „Hai, ne?!“, machte Shino und salutierte.

    Hei und Mari fanden sich an einem Tisch wieder - mit jeweils einem Teller voller dampfender Suppe vor sich wieder. Der Wüstensohn blinzelte leicht und sah zu Shino, die ihnen mit überschlagenen Beinen gegenübersaß und Mari und Hei neugierig anfunkelte. „Erzählt doch mal was! Ihr ward also schon in all diesen Reichen, ne? Ich war noch nie woanders! Erzählt was, ne?!“ Die beiden Ninja aus Shiro wechselten einen Blick und Hei erzählte ihr ein wenig von seiner Heimat - und sie schien alle Informationen aufzusaugen wie ein Schwamm das Wasser. Hei selbst hätte viel lieber gefragt, was denn damit gemeint war, dass sie ihre Badeanzüge vergessen hätten - und ob das hieß dass auch er einen tragen sollte. Beziehungsweise: Viel wichtiger war das warum! Der Tatsumaki vermutete aber, dass Shinos Zuneigung ihn und seine Freundin durch diese Mission tragen konnte, wenn sie es geschickt anstellten. Also erzählte er ein wenig weiter und animierte mit einem leichten Ellenbogenstoß seine Freundin auch dazu, ein wenig Anekdoten beizusteuern, während er ein wenig seine Suppe löffelte. Das funktionierte zwar nicht ganz so gut wie gehofft - Mari musste mit Shino wohl noch warm werden - aber immerhin ein wenig gut. Bis zu dem Zeitpunkt, indem Madoka wiederkam. Mit einer metallenen Kleiderstange voller Badeklamotten. Er rollte das Ding vor den Tisch an dem Mari und er saßen und deutete freudestrahlend darauf. „Mmmh~ihr werdet sicherlich wahn-sinn-ig gut aussehen, ja~“ Er holte eine Badehose hervor, die schon beim Anblick des reinen Kleiderstücks betonte. Hei presste die Lippen ein wenig pikiert zusammen und seufzte. „Warum sollen wir dir jetzt Badeklamotten abkaufen, Madoka-san?“, fragte er höflich nach - und der warf sich in Pose. „Wie wollt ihr sonst nach Taki kommen, ihr Dummchen? Wollt ihr etwa fliegen wie ein Vogel, mhh?“ Er lächelte leicht aufreizend. „Natürlich nicht. Also werdet ihr nass werden. Und wenn ihr nicht wollt, dass ihr euch eine Lungenentzündung holt, braucht ihr einen wasserfesten Beutel und Badekleidung~“ Er kicherte und zog einen Bikini heraus, der wirklich sehr knapp war, betrachtete ihn kurz und schien sich sich selbst darin vorzustellen. „Nuuun, also? Wenn ihr einen Badeanzug und eine Hose kauft, bekommt ihr sogar das Zimmer vergünstigt~“ Der Wüstensohn, der sich ein wenig schlecht fühlte, kratzte sich am Kopf. Wieso fühlte er sich gerade, als würde er immer schwächer werden!? Naja, egal… „Prinzessin?“, murmelte er. „Kann ich die Karte vielleicht einmal sehen?“
     
  13. Hyuuga Mari

    Hyuuga Mari Chuunin

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    Wäre Madoka eine Frau gewesen, wäre Mari bei dem deutlichen Annäherungsversuch Hei gegenüber sicherlich dazwischengetreten. Da Madoka allerdings ein Mann war… tat sie es nicht. Vielleicht brauchte die 17-Jährige auch einfach noch ein paar Minuten, um die bisherigen Geschehnisse richtig einzuordnen, weshalb sie die Handlungen von Madoka nicht als Annäherung in diesem Sinne ansah. Jedenfalls musterte die Hyuuga die Szene nur kurzzeitig, bevor das Thema bereits gewechselt wurde. Shino sollte sich darum kümmern, dass die Gäste eine Kleinigkeit zu Essen bekamen - gute Idee. Eine der wenigen guten Ideen, die die junge Frau am bisherigen Tag zu hören bekommen hatte. Wenige Minuten später saßen der Tatsumaki und seine Freundin also an einem Tisch und noch ein paar Minuten später wurden zwei dampfende Teller Suppe vor ihnen abgestellt. Fleisch und Gemüse darin sollten für die nötige Sättigung sorgen. An sich wäre es Mari lieber gewesen, nun mit Hei alleine zu bleiben, doch Shino setzte sich prompt den Genin gegenüber und beobachtete diese beim Essen. Und als würde dieses Verhalten nicht schon ausreichen, wollte Shino kurze Zeit später Geschichten aus den anderen Reichen der Welt hören. Irgendwie konnte Mari verstehen, dass man Interesse besaß, wenn man seine eigene Heimat noch nie verlassen hatte - andererseits wollte die Hyuuga in Ruhe essen und sich danach ausruhen, um für den kommenden Tag gewappnet zu sein. Pustekuchen, denn zuerst erzählte ihr Freund ein paar Anekdoten, bevor er auch die Braunhaarige aufforderte, ihrerseits zu sprechen. Die Geschichten von Mari wirkten nicht so lebendig wie jene des Tatsumaki, aber immerhin sperrte sich die 17-Jährige nicht dagegen - das musste ihr bereits hoch angerechnet werden. Zum Glück tauchte Madoka bald wieder auf und unterbrach die Runde. Huch? Aber was wollte er denn mit den Badeanzügen und -hosen? Eine Augenbraue der Hyuuga wurde skeptisch angehoben und die andere folgte, als Madoka davon sprach, dass sie nass werden würden, wenn sie nach Taki reisten. Nass? Aber wegen Regen zog man doch nicht gleich einen Badeanzug an. Da musste mehr dahinterstehen…. in der jungen Frau machte sich ein unangenehmes Gefühl breit. Weniger wegen sich, sondern eher wegen ihres Teamkollegen. Aber noch war Nichts bestätigt.

    Die Hyuuga schob ihren Teller Suppe beiseite, kramte in ihrer Hüfttasche herum und holte die Karte hervor, die die Verwaltung den Genin geschickt hatte. Ein Umriss der Kontinente und ein rötlich eingezeichneter Pfad, mehr war dort nicht zu sehen. Die zweite Karte, die auf dem Tisch ausgerollt wurde, fokussierte sich auf das Reich des Wasserfalls. Auch hier nur ein eingezeichneter Pfad, der an sich nicht ungewöhnlich aussah. „Die Karte ist ungenau, ne?“, empörte sich Shino und zog damit die Aufmerksamkeit auf sich. Ungenau? Man sah alles, was man sehen musste, oder nicht? Als Shino den fragenden Blick Maris bemerkte, zeichnete sich ein überlegenes Lächeln auf ihren Lippen ab. Sie beugte sich über die Karte und zog mit ihrem Zeigefinger die rötliche Linie auf der Karte nach. Kurz vor dem Zielpunkt - Takigakure - stoppte das Mädchen. „Hier ist eine Höhle, ne?“, begann sie zu erklären. „Um nach Takigakure zu kommen, müsst ihr durch einen Unterwassertunnel schwimmen, ne?“ Durch… einen Unterwassertunnel schwimmen? Die zurzeit grünen Seelenspiegel sahen kurzzeitig zu dem Tatsumaki - wenn er immer noch nicht schwimmen konnte, wäre das fatal. Leider bezweifelte die Kunoichi, dass ihr Freund sich diese Fähigkeit in der Zwischenzeit angeeignet hatte - vom wem hätte er es lernen sollen? „Man muss durch einen Unterwassertunnel schwimmen? Gibt es keinen anderen Weg dorthin?“, fragte Mari nach, nachdem sie sich wieder an Shino gewandt hatte. Die schüttelte allerdings entschieden den Kopf und zupfte danach symbolisch an den Trägern ihres Badeanzuges. Allmählich ergab der merkwürdige Kleidungsstil dieser Fremden sogar Sinn. „Takigakure wird von dem großen Taki-Baum nach oben und von steilen Felshängen zu allen Seiten geschützt, ne?“ Super, das hörte sich wirklich grandios an. So richtig vorstellen konnte es sich die 17-Jährige noch nicht, doch sie glaubte nicht, dass Shino log. Die eingetretene Stille unterbrach Madoka, der keinerlei Feingefühl besaß und nickend ein weiteres Mal auf seine angebotene Badekleidung aufmerksam machte. „So ist es~ Also? Wie wäre es damit?“ Der Cousin Shinos hielt einen äußerst knappen Bikini vor sich und präsentierte ihn Mari. Die musterte das gute Stück skeptisch, sah dann zu den restlichen Angeboten, schüttelte den Kopf und deutete auf einen der Badeanzüge. Zweifarbig und weniger auffallend, aber das passte deutlich besser zu der Hyuuga. Wenn es sein musste, würde sich die Kunoichi eben an die Umstände anpassen. Ihr würde es mit Sicherheit einfacher fallen als Hei.. was wohl gerade in ihm vorging?
     
  14. Tatsumaki Hei

    Tatsumaki Hei Chuunin

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    Nun, die Karte an sich... sah erst einmal nicht schlimm auf. Zwei Stücke Papier, auf denen die Karte verzeichnet war. Zwei rote Linien, die den Pfad markierten. Nichts ungewöhnliches soweit. Das Ungewöhnliche würde wohl erst noch kommen und das doch nicht ganz doofe Hirn des Tatsumakis begann nach und nach die Puzzleteile zusammenzusetzen. Shinos empörter Ausdruck auf dem Gesicht sagte zumindest eindeutig aus, dass irgendetwas nicht stimmen konnte - mit dem Weg, logischerweise. Und Hei zählte jetzt schon eins und eins zusammen - es würde irgendetwas mit Wasser zu tun haben. Mussten sie über einen Fluss schwimmen oder so? Horror... hoffentlich war das nicht der Fall. Nachdem er fast abgesoffen war, hatte er sich ein wenig mit Schwimmen beschäftigt, doch seine Fähigkeiten waren bisher eher theoretischer Natur. Aber als Shino sagte, dass eine Höhle das Problem war, schluckte Hei schon - und bekam dann die volle Breitseite. Dass er ein wenig bleich wurde, konnte man ihm aufgrund seiner Hautfarbe zwar wenn überhaupt nur ein ganz wenig sehen; aber innerlich fluchte der junge Mann. Ein Unterwassertunnel? Was sollte das denn sein? Eine Tourisenattraktion? Da musste es doch noch einen anderen Weg geben, oder? Unterwassertunnel... Hei schauderte unmerklich und runzelte leicht die Stirn. Dunkel wäre es auch noch oder was? Mari fragte die Frage, die ihm selbst auch auf der Zunge gebrannt hätte und wurde nur noch ein weiteres Mal enttäuscht. Kein anderer Weg... sollte das ein Witz sein? Wie zur Hölle wickelten die ihren Handel ab? Nun, er musste zugeben, dass ein Dorf, der so einer Vorsichtsmaßnahme geschützt wurde, in der doch recht kriegerischen Vergangenheit der bekannten Shinobi-Welt wohl Gold wert gewesen war - das erklärte auch die Abgeschiedenheit Takis aus der Politik. Sie waren einfach unwichtig und kaum etwas wert in der Wagschale der Mächtigen. Der Tatsumaki lehnte sich seufzend zurück, beobachtete, wie Shino ihren Badeanzug richtete - mal wieder - und knabberte an seiner Lippe. Er konnte sich gerade irgendwie schlecht konzentrieren, weshalb er es aufgab, nach einer kurzfristigen Lösung zu suchen. Er würde Mari später noch einmal darauf ansprechen. Was schwimmen anging, hatte er kein Selbstvertrauen. 'Kein Selbstvertrauen' beschrieb es allerdings realistisch gesehen nur unzureichend. Hei konnte sich nicht einmal an der Vorstellung von Mari in dem knappen Bikini erfreuen, wenngleich die es eigentlich in sich hatte. Sie entschied sich lieber für einen Badeanzug - was Hei innerlich mit einem Nicken bestätigte, er fand seine Freundin im Badeanzug schließlich auch ziemlich gut - und wurde dann selbst Opfer von Aufmerksamkeit. "Und du, mein Lieber?", flötete Madoka und zwinkerte Hei aufreizend zu. Der unterdrückte seinen akuten Brechreiz und deutete auf irgendeine schwarze Badehose, nur um keine Worte sagen zu müssen. Das Einzige, was dabei im Moment herausgekommen wäre, wäre 'Hilfe' gewesen. Wahrscheinlich. Vielleicht.

    Hei rannte schon seit ungefähr... nun, seit einiger Zeit im Kreis wie ein Besenkter. Nein, natürlich rannte er nicht, das hatte er an diesem Tag schon zu viel gemacht und das würde ihn zu sehr auslaugen, aber er ging recht schnell und murmelte dabei vor sich hin. "Ein Unterwassertunnel. Kannst du dir das vorstellen!?", fragte er Mari sofort als diese aus dem Bad kam. Sie hatte sich erst einmal frisch machen wollen und die Zeit hatte er dafür genutzt, sich in einen Teufelskreis zu begeben, für den er Mari brauchte, um wieder herauszukommen. "Ich!" Er ließ einen ziemlich hässlichen Fluch hören, verschränkte die Arme vor der Brust. "Ich habe mir ein wenig Wissen übers Schwimmen angeeignet, aber ich werde doch nicht durch einen Unterwassertunnel schwimmen können. Ich kratz' doch ab. Ich ersauf' und dann kannst du mich da von der Decke kratzen." Er war ehrlich verzweifelt. Bisher hatte er alles hinbekommen; Banditen, böse Augenräuber, Steine, Berge, Dschungel mit Schlangen, Sand und Skorpione, aber ein so ein Unterwassertunnel? Warum ausgerechnet er? "Ich sollte nach Hause gehen und dir bessere Verstärkung nachschicken", brummte er und hockte sich auf die Bettkante. Das Häufchen Elend Hei seufzte leise. "Ich würde lieber eine Woche lang ohne Essen und Trinken in der Wüste ausgesetzt werden als eine Minute lang durch einen dunklen Unterwassertunnel zu schwimmen." Wieder stand er auf und strich sich durch die Haare. "Du hast den Badeanzug noch nicht anprobiert, oder? Mach' das lieber bevor es zu spät ist...", murmelte er dann und deutete auf den Tisch. Madoka und Shino hatten Hei und Mari kurz nach der Entscheidung für die Schwimmsachen gehen lassen und die junge Frau, die in einem anderen Raum übernachtete, hatte noch einmal demonstrativ ihren eigenen Anzug gerichtete. Wie des öfteren. Hei knabberte wieder an seiner Lippe. "Ich kann mir ehrlich nicht erklären, wie sich das Sch... das blöde Land wirtschaftlich über Wasser" - Ha, ha - "halten kann. Transportieren die ihre Waren mit Fischen durch den Kanal oder was?" Sein Gesicht verdunkelte sich. "Wofür kann ich eigentlich eine Sandwolke zum Fliegen benutzen wenn sie mir nichts nützt?", seufzte er, stand auf und kickte wie schmollend gegen das Bett, seufzte dann. Erneut. Wie bereits so oft. Ein langgezogener Laut folgte, dann sah er zu Mari, die sein Gejammer bis jetzt ohne Kommentar ausgehalten hatte. Ein leichtes Grinsen huschte über sein Gesicht. "Also? Badeanzug? Ich mag Badeanzüge."
     
  15. Hyuuga Mari

    Hyuuga Mari Chuunin

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    Mari konnte sich bereits vorstellen, was sie erwartete, bevor sie aus dem Badezimmer zurückgekehrt war. Nicht sicher, wie sie ihren Freund aufmuntern sollte, blickte die 17-Jährige in den Spiegel, strich die nun offenen Haare ein letztes Mal über die Schultern und unterdrückte einen Seufzer. Aufmunterung war noch nie eine Paradedisziplin der jungen Hyuuga gewesen - aber für Hei wollte sie ihr Bestes geben. Was wäre die Kunoichi auch für eine Partnerin, wenn sie nicht einmal so eine Sache hinbekam? Einigermaßen zuversichtlich verließ sie das Badezimmer, jedoch verschwand die kurzfristige Zuversicht, als sie den Suna-Nin unkontrolliert im Zimmer herumlaufen und Selbstgespräche führen sah. Sollte sie ihn unterbrechen? Hm. Nein, wahrscheinlich war es besser, wenn Hei seiner Verzweiflung zuerst Luft machen konnte. Ganz abgesehen davon wirkte er gerade nicht so, als wolle er unterbrochen werden. Demnach entschied sich Mari dazu, sich auf die Bettkante zu setzen und zu warten. Natürlich wirkte sie stets aufmerksam, nicht so, als würde sie dem Tatsumaki gar nicht zuhören. Gelegentlich ein Nicken und ein Wiegen des Kopfes, eine gehobene Augenbraue oder ein verzogener Mundwinkel konnten wahrgenommen werden. Abgeschlossen wurde der frustrierte Auftritt des jungen Mannes durch einen Tritt gegen das Bett - wie typisch.

    Die 17-Jährige wartete noch ein paar Augenblicke, in denen sie darüber nachdachte, wie sie am besten reagieren sollte. Eigentlich war sie davon ausgegangen, sich bereits im Badezimmer genügend Gedanken gemacht zu haben, doch in der Situation selbst zu sein hatte dann doch jede Planung über den Kopf geworfen. Hm. Da Mari zu keinem richtigen Schluss kam, wollte sie einfach improvisieren - würde schon klappen. Sie atmete also kurz ein und aus, bevor sie mit einem leichten Lächeln auf den Lippen aufstand, sich ihrem Freund gegenüber stellte und ihn an den Schultern fasste. Wohlgemerkt war das gar nicht so leicht, schließlich war Hei ein gutes Stück größer als die Hyuuga. „Den Badeanzug bekommst du noch früh genug zu Gesicht. Und wenn er einigermaßen aussieht, wirst du ihn bestimmt auch noch weitere Male zu sehen bekommen.“ So viel erst einmal dazu. „Ich muss dir ja auch einen Anreiz geben, den Löffel nicht so schnell abzugeben.“ War das jetzt aufmunternd? Vielleicht hätte die Hyuuga es anders formulieren sollen.. sie versuchte, die Kurve zu bekommen. „Atme erst einmal tief durch und beruhige dich. Also: Wir schaffen das. Zugegeben, das mit dem Unterwassertunnel ist nicht unbedingt das, was ich erwartet habe und auch nicht unbedingt optimal. Aber du solltest nicht vergessen, dass du da nicht alleine durchschwimmen sollst.“ Das Lächeln auf den Lippen der Kunoichi wurde selbstbewusster. „Ich bin auch noch da. Und zu deinem Glück bin ich eine ausgebildete Taijutsuka, also kann ich sicherlich auch noch eine Person zusätzlich durch das Wasser ziehen. Du musst nur deine Luft anhalten und dich festhalten. Und notfalls ist Shino auch noch da. Ich finde dieses Mädel zwar verdammt merkwürdig, aber ich glaube nicht, dass sie nicht helfen würde, wenn man sie bittet und ihr irgendeine Gegenleistung anbietet. Und sobald wir wieder in Shirogakure sind, setzen wir uns zusammen daran, dass du schwimmen lernst. Das wollte ich dir eigentlich schon nach unserer Reise nach Sunagakure beibringen.“ Die Seelenspiegel von Mari waren mittlerweile wieder so weiß wie eh und je, denn solange die Genin unter sich waren, brauchte sie ihre Tarnung nicht aufrechterhalten. Kurz sah sie dem Tatsumaki aufmunternd in die Augen, dann löste sie ihre Hände von seinen Schultern und umarmte ihn. Die Kunoichi hoffte, dass die Nähe ihm zusätzlich half, wieder einen klaren Kopf zu bekommen. Danach zog sie ihn mit sich in Richtung des Bettes und setzte sich zusammen mit ihm auf die Bettkante. Ihre Hände legten sich auf seine, dann wartete sie ab, inwiefern der Suna-Nin noch Zuspruch benötigte oder ob es gereicht hatte, um ihn zu beruhigen.
     
  16. Tatsumaki Hei

    Tatsumaki Hei Chuunin

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    Hei zog eine Augenbraue hoch und wartete ab, als Mari zu ihm kam und ihm beruhigend die Hände auf die Schultern legte. Warum tat sie das? Er war doch total entspannt, das war nun wirklich nicht nötig!! Und dann sagte sie ihm auch noch, dass sie den Badeanzug noch nicht vorführen würde… schade. Naja, man musste ihr ja lassen, dass sie sich zumindest Mühe gab, ihn ein wenig aufzumuntern. Die junge Hyuuga war noch nie wirklich… begabt darin gewesen, sich in andere Personen hineinzuversetzen und/oder sie aufzumuntern. Aber Hei rechnete es der Braunhaarigen hoch an, dass sie es versuchte und lächelte deshalb leicht. Eigentlich war es ja ganz süß, was sie da von sich gab, wenngleich es ihn nicht wirklich beruhigte; die Vorstellung, durch einen dunklen Wassertunnel gezogen zu werden war nicht unbedingt besser als der Gedanke, selbst da durch paddeln zu müssen. Der junge Mann seufzte leicht und erwiderte den Blick und die Umarmung seiner Freundin, entzog ihr aber seine Hände und strich ihr kurz über den Kopf. Ihre - bis auf Ausnahmen - ein wenig mütterliche Ansprache hatte ihn aufgemuntert und er grinste leicht. „Wenn du dir Mühe gibst, kannst du ja wirklich so klingen, als wolltest du mich aufmuntern“, meinte er und lachte dann leise. Der Wüstensohn beugte sich vor und platzierte einen sanften Kuss auf der Nase der jungen Dame. „Ja, ich sollte es wirklich langsam lernen, nur bringt mir das in der bevorstehenden ‚Prüfung‘ auch wenig…“ Er seufzte erneut, stand auf und sah einen Moment lang aus dem Fenster, schwieg. Draußen hatte sich das Wetter nicht wirklich gebessert und das sanfte Glucksen und Pladdern des Regens bestimmte die Atmosphäre. „Naja, ich habe ja immerhin einen Anreiz, das zu überleben, nicht?“ Damit spielte er selbstverständlich auf den Badeanzug an. Auch wenn seine Motivation in dieser Richtung ein wenig erzwungen war, machte es die Motivation an sich nicht schlechter. Sein Gesichtsausdruck wurde wirklich ein wenig entspannter, dann nickte er. „Nun, es wird schon gut gehen; ich denke nicht, dass ich morgen ertrinke. Das wäre ja auch ein wenig lächerlich.“ Nachdenklich sah er noch ein paar Minuten aus dem Fenster, fühlte ein wenig in sich hinein. Diese Sache mit seinem Chakra machte ihm immer noch Sorgen, auch wenn das kurzzeitig verdrängt worden war. Trotzdem fühlte er sich immer noch so seltsam leer. Es war wie das Gefühl, in der Wüste zu sitzen, in dem Wissen, dass um einen herum kilometerweit einfach nur Nichts war. Was ihn daran wunderte: Er hatte noch nie so empfunden. Klar, er war schon einmal ‚leer‘ gewesen, aber das fühlte sich nicht so an. Für Hei war es nicht zu greifen, wie er sich fühlte; ein undefinierbares Gefühl. Ein langer Seufzer, dann drehte er sich um. Entschlossen, die Gedanken an beide seiner Probleme für diesen Abend einfach beiseite zu schieben, zog er sich mit einer einzigen Bewegung das Oberteil vom Körper und ging mit einem leichten Lächeln auf dem Gesicht zu Mari, die noch immer auf der Bettkante saß und blieb kurz vor ihr stehen. „Ich denke, eine Mütze Schlaf wird vieles schon wieder in einem anderen Licht erscheinen lassen, oder?“ Mit einem leichten Schmunzeln beugte er sich zu ihr herunter und hob ihr Kinn an. Ein zarter Kuss folgte, dann zog er sie mit unter die Decke - wie gesagt, Gedanken beiseite schieben.

    Der nächste Tag fing ungefähr so an, wie Tage oft anfingen, seit Mari und Hei zusammen waren. Hei schlummerte noch eine Weile, bis er von Mari mehr oder weniger sanft aus dem Bett geholt wurde. Nicht, dass er etwas dagegen hatte; sie ergänzten sich gut in dieser Hinsicht. Mari würde wohl auch eine halbe Stunde früher aufstehen, nur um zu frühstücken - Hei hielt das für Aberglaube. Sozusagen. Der Tatsumaki quälte sich und seine schweren Gedanken aus dem Bett und zog sich die Badehose vorsorglich direkt unter seine anderen Klamotten. Ob das nicht zu warm war? Quatsch, ihm war eh immer kalt, vor allen Dingen wenn es draußen immer noch feuchtnass nieselte. Der Wüstensohn ließ sich von der Hyuuga nach unten führen, wo sie einer quietschfidelen Shino, die heute einen anderen Badeanzug trug, begrüßt wurden. Heute hatte sie einen blauen Badeanzug an, welcher durch weiße Streifen an den Seiten abgerundet wurde an und auch der Rest des lächerlichen Outfits fehlte nicht (Hemd, Badelatschen, Shorts). Mit ihrem seltsamen Slang begrüßte sie Hei und Mari und nach einiger Zeit machten sie sich dann auch auf den Weg - das Mädel hatte sich bereit erklärt, zu helfen, allerdings sollten sie die Umstände erst einmal selbst beurteilen. Interessant fand Hei, dass Shino, die ursprünglich ja als ‚Beschützerin‘ von Taki eingeführt worden war, tatsächlich eher als Führer der kleinen Gruppe fungierte. Nicht, dass er etwas dagegen hatte; so konnten sie sich nicht verlaufen und mussten zumindest nicht auf den Weg achten. „Und? Habt ihr euch darauf eingestellt, zu tauchen, ne?“ Das junge Mädel zupfte ihren Anzug zurecht und ließ ihn mit einem vernehmlichen Klatschen wieder auf ihre Haut treffen. „Habe ich schon erwähnt, dass der Tunnel nicht beleuchtet ist, ne?“ Sie kicherte und verschränkte die Arme hinter ihrem Rücken. „Aber es gibt lumineszierende Pflanzen, die das ganze in ein leichtes, grünliches Licht tauchen. Es ist magisch!“ Sie vergaß sogar ihr „ne“ bei diesem Gedanken, anscheinend jedenfalls. „Ne!“, schob sie noch nach und Hei schmunzelte - erwischt!
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. Juni 2015
  17. Hyuuga Mari

    Hyuuga Mari Chuunin

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    Mit einem Seitenblick musterte Mari ihren Kollegen - sicherlich machte er sich immer noch unheimlich viele Gedanken. Verübeln konnte die Hyuuga es ihm nicht einmal, denn dass die heutige Aufgabe einen Alptraum für den Suna-Nin darstellte, war klar. Die Kunoichi hatte vor, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um ihm zu helfen und im optimalen Fall sogar dafür zu sorgen, dass es gar nicht so schlimm für den Tatsumaki werden würde, wie er es sich bisher ausmalte. Ob das klappen würde? Die weißen Seelenspiegel wandten sich ab, wieder nach vorne, wo Shino munter Anführerin spielte und den Ninja den Weg Richtung Taki zeigte. Ihr Outfit war wirklich lächerlich! Entgegen der Angewohnheit von Shino hatte sich Mari dafür entschieden, den Badeanzug unter ihrer üblichen Kleidung zu tragen. Sobald sie schwimmen mussten, konnte die 17-Jährige sich ihres Ober- und Unterteils entledigen und sah in der Zwischenzeit nicht so bescheuert aus wie Shino. Naja, jedem das Seine, was? Der gesamte Wassertunnel war also nicht beleuchtet.. darüber hatte Mari nicht direkt nachgedacht, doch es hätte sie sehr gewundert, wenn dieses abgeschiedene Dorf - Takigakure - tatsächlich elektrisches Licht inmitten eines Wassertunnels angebracht hätte. Dafür gab es Pflanzen, die ein leichtes Licht abgaben.. hm, hoffentlich genug, damit sie den Weg durch den Tunnel auch fanden. Unter der Wasseroberfläche die Augen offen zu halten war ohnehin recht anstrengend für die Hyuuga - wie man wusste, waren die Seelenspiegel der Angehörigen dieses Clans besonders empfindlich.

    Mittlerweile hatten sie die Grenze zum Reich des Wasserfalls vollständig überschritten… so anders sah es hier eigentlich gar nicht aus. Sehr viel Wald, kaum ein Blick zum Himmel - ähnlich den weniger besiedelten Orten im Feuerreich. Rein optisch wäre der Braunhaarigen kein wirklicher Unterschied zu ihrer Heimat aufgefallen und würde der Blick auf die Karte nicht mit Sicherheit sagen, dass sie bereits im Reich des Wasserfalls angekommen waren, würde Mari glatt daran zweifeln. Was allerdings eindeutig anders war, war das Klima. Die junge Frau hatte das Gefühl, dass die Luft mehr drückte und sie begann, leicht zu schwitzen, ohne sich anzustrengen. Luftfeuchtigkeit? Sicherlich. Ob das durch die vielen Flüsse kam, die sich durch das Land zogen? Richtig einschätzen konnte es die Hyuuga nicht, selbst wenn sie es gekonnt hätte - viel gegen das Klima anstellen konnte sie nicht. Zum Glück war bisher Alles noch im auszuhaltenden Bereich, auch wenn Mari nicht sicher war, ob es Hei genauso ging. Er war in einer trockenen Wüste großgeworden - Luftfeuchtigkeit war da eher selten zugegen gewesen. „Geht es dir gut?“, fragte sie also und drehte den Kopf in die Richtung ihres Kollegen. Sie spielte nicht auf die Sache mit seinem ungewöhnlich agierenden Chakra an, auch nicht auf den bevorstehenden Wassertunnel - eigentlich bezog sich die Frage der jungen Frau rein auf die feuchte und zugleich warme Luft. „Jetzt schon genug, he?“ Shino hatte vermutlich mit ihren spitzen Ohren gelauscht und drehte sich sofort auf dem Absatz um, ging rückwärts weiter und sah zu Mari und dem Suna-Nin. „Das Wetter heute ist richtig angenehm! Ihr solltet euch also glücklich schätzen, ne!“ Da sprach die Kennerin. Die Braunhaarige hatte nicht vor, der Einheimischen zu widersprechen, weshalb sie ihr nur ein stummes Nicken schenkte. Shino rümpfte die Nase, dann grinste sie und legte eine Hand hinter ihr Ohr. Ein paar Sekunden der Stille, bevor sie leicht kicherte. „Hört ihr das, he?“ Mari wusste nicht, was es zu hören geben sollte - weshalb sie sich konzentrierte und versuchte, zu lauschen. „Nimm die Hand, ne!“ Unterbrach Shino abrupt das Vorhaben und machte erneut die Pose mit der Hand hinterm Ohr. Na schön, wenn die Einheimische es wollte.. die Hyuuga legte ihre Hand hinters Ohr und konzentrierte sich erneut. Da war.. ein Rauschen. Plätschern? Schwierig. „Das ist der Wasserfall, ne!“ Shino nickte eifrig, drehte sich nun wieder auf ihrem Absatz herum und ging geradeaus weiter. „Da müssen wir hin! Und dann ist der Wassertunnel nur noch einen Katzensprung entfernt, ne!“
     
  18. Tatsumaki Hei

    Tatsumaki Hei Chuunin

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    Die sich ändernden klimatischen Bedingungen merkte Hei quasi sofort. Der junge Mann, der in der Wüste großgeworden war, eine Ansammlung von Hitze, Sand, Steinen und noch mehr Hitze, war äußerst empfindlich, was andere Zustände anging. Kälte war ihm ein Graus. Aber Feuchtigkeit war eigentlich auch nicht viel besser. Vor allen Dingen solche Feuchtigkeit… Hitze machte Hei wirklich nichts aus, aber solche Wärme war etwas anderes. Feucht, kaum zu ertragen. Man konnte nicht atmen, man konnte kaum laufen, ohne zu schwitzen. Und… Hei war es, verdammt noch eins, nicht gewohnt zu schwitzen! Das tat er normalerweise nur bei einer großen körperlichen Anstrengung. Es gab im Reich des Wasserfalls viel mehr Wasser - im Verhältnis - als im Feuerreich. Und der gigantische Wasserfall (der dem Reich, oh Wunder, seinen Namen gab, jedenfalls glaubte Hei das) machte es nicht besser, denn er erfüllte die Luft in seiner Umgebung mit feinem Wassernebel, der sich nur allzu gern in die Atmosphäre verdampfen ließ. Eine Schande, wirklich, war die Umgebung doch recht hübsch. Der Tatsumaki seufzte und atmete ein wenig flacher als vorher, um ein wenig großere Sauerstoffausbeute zu bekommen - und vielleicht ein wenig weniger nasse Luft. „Mmh“, brummte der junge Mann etwas verstimmt, als ihn seine Freundin auf seinen Zustand ansprach. Er konnte sich zwar denken, dass sie nicht wieder die ‚alten Themen‘ aufwärmen wollte, aber man konnte sich bei Mari auch nie so ganz sicher sein, was sie jetzt meinte. Er entschied sich, nur auf die aktuelle Problematik im Zusammenhang mit den klimatischen Bedingungen einzugehen und zog einen Mundwinkel leicht nach oben. „Mir geht's klasse“, erwiderte er trockener, als es die Luft war. „Abgesehen davon, dass es in meiner Lunge feuchter ist als in meinem Mund, meine ich.“ Dann lächelte er leicht, schüttelte den Kopf. „Es wird schon gehen, ich muss mich nur daran gewöhnen.“ Shino schien sich darüber zu amüsieren und hackte noch ein wenig mehr auf ihren ‚Schützlingen‘ herum. Angenehm sollte das Wetter also sein, ja? Hei hielt das für eine Lüge, aber das würde er natürlich so nicht sagen - immerhin war nicht er, sondern Shino hier zuhause. Jetzt forderte sie sie auch noch auf, zu lauschen. Irgendwie war es witzig zu beobachten, welche ‚Chemie‘ sich zwischen Mari und Shino entwickelte… Hei konnte das ganz schwer einschätzen. Also ob Mari die Jüngere jetzt… ernst nahm, oder veralberte, oder respektierte? Kein Schimmer; er horchte also genauso brav und hörte das Rauschen jetzt auch - anscheinend kamen sie näher zu der ersten richtigen Prüfung dieser Mission. Die Prüfung, in der er… tauchen musste. Er, der nicht einmal richtig schwimmen konnte.

    Einige Minuten später - vielleicht eine Viertelstunde - kam das kleine Grüppchen in die Reichweite eines gigantischen Wasserfalls, der von einem hohen Plateau herabstürzte. Dahinter erhob sich ein großer Berg. Hei war der Meinung, mal gehört zu haben, dass Takigakure in einem gigantischen, alten, inaktiven Vulkan zu finden war… nun, wenn das dieser Berg war, dann war es wirklich erstaunlich, dass jemand auf die Idee gekommen war, dort ein Dorf zu gründen. Allerdings… nun ja, die Wolke fiel wirklich aus. So hoch kam er damit nicht… verdammt. In seinem Magen machte sich ein wenig Frustration breit, aber das würde schon werden. Zu Shino gewandt ließ Hei ein Räuspern hören. „Und dieser Tunnel ist… unter dem Wasserfall, oder wie jetzt?“ Die junge Dame schüttelte ihren Kopf und lächelte breit. Aus ihrer Tasche holte sie eine Taucherbrille - neongrün in der Farbgebung - und warf sie dem Tatsumaki zu. „Nein, ein Stück dahinter. Hinter dem Wasserfall. Der Weg ist gut ausgebaut, bis zu dem Tunnel, ne?“ Sie grinste fröhlich und lotste Mari und Hei - der die Taucherbrille argwöhnisch beäugte - immer weiter in Richtung des Wasserfalls. Das Becken, was das Wasser sich über die Jahre, Jahrzehnte oder wer weiß wie lange geschaffen hatte, war groß und tief und wurde von zwei Wegen umsäumt - einer links, einer rechts. Hei sah, dass die Wege ziemlich rau geschaffen worden waren, um ein möglichst trittfesten Weg zu schaffen. Breit genug für Kutschen oder ähnliche Dinge war er aber allemal. Der Nebel, der den Wasserfall umgab, machte seine Kleidung noch feuchter und schwerer als sowieso und Hei seufzte leise. Ein Fingerzeichen später heizte sich seine direkte Umgebung ziemlich auf - die Kleidung fing an zu dampfen und innerhalb kürzester Zeit war sie wieder trocken. Jetzt, wo sie in der Höhle hinter dem Wasserfall waren, waren trockene Klamotten auch wieder möglich. Mari sah ein wenig durchnässt aus, Shino ebenso; da diese ja aber sowieso - nahezu - nur einen Badeanzug trug, war das wohl zu vernachlässigen. „Kannst du nicht noch ein paar Informationen rausrücken?“, fragte Hei nach und biss auf seiner Unterlippe herum. Immer näher kam dieses Grauen. „Äh, naja… der Tunnel ist nicht mal hundert Meter lang, also eigentlich sehr kurz. Wenn man schnell ist, schafft man das in weniger als einer Minute, ne?“ Sie kicherte. Eine Minute die Luft anhalten? Hei seufzte. Das war nun wirklich keine gute Aussicht… allerdings hatte er ja diese Taucherbrille. Sie verdeckte sogar die Nase. Sehr praktisch. Schließlich machte der Tunnel eine Biegung - und dort war es, dunkles Wasser, mit einem leichten, grünlichen Schimmer darin. Es sah fast so aus, als wären darin kleine Lämpchen verborgen… Hei schauderte. Das hatte einen fast gruseligen Eindruck. Alle drei entledigten sich schließlich ihrer Klamotten - Mari und Shino im Badeanzug und Hei in seiner Badehose. Er hatte immer noch das Gefühl als gäbe es sicherlich einen besseren Weg nach Taki… Noch einmal schaute er zweifelnd die Brille an. Dann setzte er sie auf, sah zwar ziemlich dämlich aus damit, konnte nun aber eindeutig unter Wasser sehen. Als er den Fuß in das Wasser stippte, zog er die Luft an. „Das ist ja s… verdammt kalt!“, murrte er. „Bergwasser, ne? Rein und klar", krähte Shino vergnügt und ging für ihre Verhältnisse ziemlich elegant in das Wasser. Ihre Sachen hatten sie in wasserfesten Beuteln verstaut. "Ich werde erst einmal die Dinge herüberbringen. Ich bin sofort wieder da, ne?" Mit diesen Worten tauchte sie ab - und verschwand fast sofort aus dem Sichtfeld. Hei rieb sich die Nase, schlotterte ein wenig, sah dann zu Mari. Ein leiser Seufzer. "Ich werde wenigstens meine Heizungs-Technik benutzen, denke ich. Ansonsten komme ich als Eisblock wieder hoch..."

    » Mission: Das Wasser der Helden
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Juli 2015
  19. Haemasu Ai

    Haemasu Ai Genin

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    Jôsei - Nordtor

    Es beruhigte Ai ein wenig, als Yamato sagte, seine Schmerzen seien zurzeit nicht allzu schlimm und erträglicher Natur. Sie hatte sich gefragt, ob es immer so schlimm war, wie den einen Tag, den sie teilweise in seinen Fußstapfen verbringen musste. Damals war es geradezu unerträglich gewesen. Sicher, sie war es nicht gewohnt, es musste anders sein, dauerhaft diese Schmerzen zu leiden, aber angenehm konnte es auf keinen Fall sein. Unvorbereitet und ohne die Gewöhnung in den Körper des Tsukigata geschickt zu werden, war auf jeden Fall eine harte Erfahrung gewesen, die Ai nicht noch einmal machen wollte. Das war aber zum Glück auch nicht sonderlich wahrscheinlich. Nachdem dien Haemasu nun also beruhigt worden war, legte sie sich fröstelnd die Arme um den Oberkörper. Die fluffige Jacke der jungen Frau spannte daraufhin ein wenig, aber das war egal, sie fror und Ai nahm jedes bisschen Wärme, das sie kriegen konnte. Auch wenn es nicht sonderlich half. Der Rest des Weges verlief eher ereignislos. Die Temperaturen hatten die Straße, die sicherlich an manchen Stellen matschig gewesen wäre, erstarren lassen und daher war ein Vorankommen recht einfach. Wenigstens etwas Gutes, das aus diesen Temperaturen resultierte. Gegen Abend erschien vor den beiden ein Hoffnungsschimmer in Form einer Herberge, die die beiden auch prompt aufsuchten. Die Nacht im Wald zu verbringen wäre im Sommer, selbst im Frühling, verlockend gewesen, aber jetzt, war Ai äußerst glücklich über ein Dach über dem Kopf und ein prasselndes Feuer im Kamin.

    Nachdem sie ihre Sachen in ihre Zimmer verfrachtet hatte, kehrten die beiden Shinobi im Schankraum des Wirtshauses ein. Die junge Haemasu kam leicht verspätet herunter und setzte sich zu Yamato. Erfreut bemerkte sie, dass unter dem Tisch frische Kohlen vor sich hin glühte und ihre Wärme verbreiteten. Das brauchte sie jetzt. Das und eine warme Mahlzeit. Was machen die Füße? Eine nachvollziehbare Frage ihres Begleiters, wie Ai fand. Den ganzen Tag auf der frierenden Straße zu verbringen, war sicherlich nicht der Fußgesundheit zuträglich, doch jetzt, wenn man die Füße im Warmen hatte, ging es besser. Langsam auftauen. Die Temperaturen bringen einen ja um. Das noch ein paar Tage durch zu stehen halte ich schon für anstrengend genug, hoffentlich ist der Bruder unserer Auftraggeberin nicht all zu anstrengend. Das blieb wirklich zu hoffen, nach einer Tortur von Reise noch einen komplizierten Auftrag zu haben, hielt die Haemasu für nicht allzu fair. Sicher, sie hatte wenig Einfluss darauf und würde es erst wissen, wenn sie vor Ort waren, aber das war nun einmal ihre Meinung. Wobei es ja so oder so einen Grund geben musste, warum diese Aufgabe als D-Rang Mission eingestuft worden war, die von zwei Anfängern, wie es Ai und Yamato waren, erledigt werden konnte. Die Dorfverwaltung würde sie kaum so einfach verpulvern.

    Gerade als die Schankdame die bestellten Gerichte vor Ai und Yamato platzierte, öffnete sich die Tür zum Wirtsraum und ein eisiger Luftzug schob sich in die Räumlichkeiten. Drei Männer, die wie Jäger aus der Gegen aussahen, betraten das Wirtshaus und ließen sich am Nebentisch nieder. Lautstark verlangten sie sofort mehrere Flaschen Sake von der Schankmaid, die noch die Gerichte vor unseren beiden Shinobi abstellte. Mit einem freundlichen Lächeln nickte das Mädchen Yamato zu und drehte sich dann den Neuankömmlingen zu. Dabei konnte Ai gerade noch sehen, wie sie mit den Augen wollte. Scheinbar hatte sie wenig Lust die drei Kerle zu bedienen, die sich hier wie die Axt im Walde aufführten. Kann ich verstehen. Da Ai aber gerade nichts tun konnte, okay das war nicht ganz war, aber einen Kneipenkampf anzufangen würde Yamato gerade sicher nicht gut finden, wandte sie sich lieber ihrem Mahl zu. Die bestellte Suppe mit Fleischeinlage sah äußerst appetitlich aus. Das Gemüse glitzerte von der Brühe, die golden in der Schlüssel stand und die Fleischstreifen, die hinzugegeben wurden, waren nicht zu knusprig gebraten worden, sodass sie sicherlich noch von innen saftig waren. Die Färbung konnte Ai nicht sofort zuordnen, für Schweinefleisch zu dunkel und für Rind zu hell, aber wahrscheinlich war es eine Delikatesse aus der Gegend. Sicherlich fand sich in den Wäldern der Gegend Wild, das verarbeitet worden ist. Sie hätte beinahe sofort losgelegt, wollte aber darauf warten, dass Yamato wenigstens halbwegs bereit war. Itadakimasu. Und schon schnellten die Hände der Haemasu zu den Stäbchen, um das erste Stück Fleisch aus der Suppe zu angeln. Sie hatte gewartet, wenigstens ein Hundertstel einer Sekunde.
     
  20. Tsukigata Yamato

    Tsukigata Yamato Genin

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    Wollen wir’s mal hoffen…”, meinte Yamato, doch sowohl seine Stimme als auch seine Miene sprachen Bände, dass er nicht wirklich damit rechnete, in Yagami-sans Bruder einem unkomplizierten Zeitgenossen vorzufinden. Das schlimmste wäre aber wohl, ihn überhaupt nicht vorzufinden. Denn das hieße, dass sie für unbestimmte Zeit in einem unbekannten Gelände nach dem Mann würden suchen müssen, um dann schlimmstenfalls mit leeren Händen zurückkehren zu müssen. Das Gesicht der traurigen Braut verursachte Yamato jetzt schon Gewissensbisse. Nein, sie würden Toshiro finden und nach Hause bringen. „Zur Not trag ich den Kerl nach Jôsei.“, schloss der Tsukigata mit einem nicht ganz ernst gemeinten grimmigen Lächeln. Die Entschlossenheit dahinter war jedoch echt. Bevor sie aber auch nur ansatzweise Nägel mit Köpfen machen konnten, mussten sie sich erst einmal wieder aufwärmen, etwas essen und idealerweise eine Nacht durchschlafen. Auch Yamato streckte die Füße unterm Tisch nach den wärmenden Kohlen aus und dankte im Stillen dem Erfinder des Kotatsu, der ihn und Ai gerade vor Frostbeulen bewahrte. Den kalten Luftzug beim Eintreten nahm der Tsukigata dafür ebenso deutlich wahr wie die drei rauen Gesellen, die nicht nur Schutz vor der Kälte suchten, sondern auch etwas hochprozentige Ablenkung von einem harten Alltag. „Arigatou, jokyuu-san.“, bedankte Yamato sich bei der Schankmaid und erwiderte das Lächeln dankbar, bevor das junge Mädchen auch schon zu den drei Jägern gerufen wurde. Kurz folgte sein Blick ihr, um sicherzugehen, dass die Kerle sie nicht belästigten. Als Yamato aber sah, dass auch die strenge Wirtin ihre Adleraugen auf dem Mädchen hatte, wandte er sich beruhigt Ai und dem Essen zu. „Itadakimasu.“, seufzte er müde aber zufrieden und griff ebenfalls zu den Stäbchen. Die heiße Nudelsuppe sah einfach köstlich aus und roch noch besser…

    Der restliche Abend verlief zum Glück ruhig und die beiden Genin ließen ihn auch nicht allzu lang werden. Beide waren sie geschafft von dem langen Marsch und so standen sie bald nach dem Abendessen wieder vor den Türen ihrer Schlafkammern, die bequemerweise nebeneinander lagen. „Sekunde, ich bring‘ dir grad noch was.“, verkündete Yamato und verschwand in seinem Zimmer. Wenn man genau darauf achtete, konnte man ihn unter der gedämpften Geräuschkulisse aus dem Schankraum kramen hören. Dann tauchte er schon wieder auf und hielt Ai ein zusammengefaltetes schwarzes Thermoshirt hin, auf dem ein paar warmer Socken lag. Beides war zwangsläufig in Yamatos Größe, aber damit vielleicht auch groß genug, damit Ai es über ihre eigenen Kleider ziehen konnte. „Nur falls du magst.“, kommentierte er und hoffte, dass die Haemasu die Geste nicht so verstand, dass er sie für schwach hielt oder in Watte packen wollte. Allerdings hatte er mitbekommen, wie sehr sie gefroren hatte, und das kam letztlich keinem von ihnen zugute. Ihr selbst am allerwenigsten. Wie Ai sich auch entschied, Yamato verabschiedete sich alsbald mit einem „Oyasumi!“ und fiel wenig später wie ein Stein ins Bett (das unter seinem Gewicht tatsächlich empört aufknarzte).

    Am Morgen ging es für die beiden ShiroNin nach einem ausgiebigen Frühstück direkt weiter. Am liebsten hätte Yamato die ganze Herberge – allem voran das gute Essen und die Wärme – mitgenommen, aber man konnte nicht alles haben. Also blieb ihnen nur übrig, das nächste Gasthaus so schnell wie möglich zu erreichen. Wenigstens konnten sie sich hier auf der Landstraße sicher sein, bald wieder auf eines zu stoßen. So ging es für die nächsten Tage weiter, bis der unangenehmere, aber kürzere Teil der Reise begann. Je weiter nördlich sie gekommen waren, desto weiter hatten sich die verstreuten Baumgruppen links und rechts der Straße zu einem ansehnlichen Winterwald verdichtet. Und genau in diesen mussten die beiden jetzt hinein. „Das hier muss der Abzweig zu Toshiros Hütte sein.“, meinte Yamato, als sie einen schmalen Pfad erreichten, der von der Landstraße abführte. Er holte die von der häufigen Benutzung schon recht zerknitterte Karte hervor und ließ Ai mit daraufschauen. Nicht, dass er sich am Ende noch irrte und sie sich in diesem Labyrinth aus kahlen Baumstämmen und Schnee noch verliefen… Aber es schien der richtige Weg zu sein und so wagten sich die beiden weiter voran. Obgleich der Pfad von frischem Schnee verweht war, war es ein Leichtes, ihm zu folgen. Und sah man einmal von glitschigen Wurzeln oder Blättern ab, die unter einer dünnen weißen Schicht verborgen lagen, blieben den Genin auch sonstige Unannehmlichkeiten erspart. Ja selbst der Wind, der ihnen auf der Straße noch zu schaffen gemacht hatte, war hier zwischen den mächtigen Stämmen kaum spürbar. So dauerte es tatsächlich keinen halben Tag, bis sie die kleine Lichtung erreichten, auf der Toshiros Hütte stand, ein schlichtes, aber rustikales und wehrhaftes Bauwerk. Ein dünnes Rauchfähnchen aus dem Schornstein ließ ahnen, dass der Hausherr auch daheim oder wenigstens in der Nähe war. Eines aber schien seltsam. Die Fensterläden waren nicht nur allesamt verschlossen, sondern sogar mit dicken Brettern vernagelt. Nur auf der überdachten Terrasse, die zur Haustür führte, waren frische Spuren zu erkennen, die offenbar zum Haus hin- und wieder wegführten. Außerhalb der Terrasse waren sie jedoch längst eingeschneit worden. Eine große Kiste und ein Kartoffelsack standen neben der Haustür. Sonst sah die Umgebung reichlich leblos aus. „Hm.“, machte Yamato und sah Ai fragend an. „Versuchen wir unser Glück…“. Der Tsukigata klopfte und erhielt umgehend eine Reaktion. Drinnen in der Hütte klirrte es, gefolgt von einem nervösen „Ohneinohneinohnein…“. Es folgte Stille und einige leise Schritte -so als wollte jemand schleichen, konnte es aber nicht besonders gut. Hinter der Tür konnten die Genin unterdrücktes, aber angestrengtes Atmen hören. „W-wer ist daaa?“, fragte eine klägliche Stimme.
     
    Meteki Pakura gefällt das.
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