Gasthaus 'Sterbender Schwan'

Dieses Thema im Forum "Reich des Eisens" wurde erstellt von Monoka Tomoe, 2. Feb. 2018.

  1. Monoka Tomoe

    Monoka Tomoe Member

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    Missionsbeginn: Was nun, Sherlock?


    Das Reich des Eisens … ein karges, unwirtliches Land, das nicht über eigene Ninjas verfügte und sich stattdessen auf die scharfen Klingen unzähliger Samurai verließ. Es schneite unentwegt und wann die Temperatur hier das letzte Mal erträglich gewesen sein mochte, wusste gewiss keiner mehr. Irgendwann vor beginn der Wetteraufzeichnungen auf jeden Fall. Und irgendwo in diesem schneeweißen Kackland saß Monoka Tomoe in irgendeiner dunklen Kneipe über ein warmes Glas Pflaumenwein gebeugt und versuchte sich die ziemlich hartnäckige Kälte aus den Gliedern zu treiben. Trotz ihrer dicken Winterkleider war der Blondine wirklich dermaßen kalt, dass sie nicht daran dachte, ihre Position zu wechseln, wie sie es sonst immer tat, nein: Artig saß sie zusammengekrümmt an einem alten, von Altersfurchen übersäten Buchenholztisch und umklammerte ihr dampfendes Getränk und hauchte gelegentlich in ihr Glas. Tragischerweise war das Zeug darin so heiß, dass sie es ein wenig abkühlen lassen musste, bevor es sie von innen wärmen könnte. Welch eine Ironie des Schicksals! Zumindest in dieser Kneipe schien es keinen zu jucken, dass eine Vierzehnjährige sich was zu Trinken mit ein wenig Boom bestellte. Oder sie waren es gewohnt, ihren Jugendlichen alkoholische Getränke auszuschenken, um die Knochen zu wärmen – das Warum war ihr gerade reichlich egal.
    Warum tat die Wildkirsche sich das an? Natürlich war sie beruflich unterwegs: Sie war von der Dorfverwaltung Shirogakures beauftragt worden, zusammen mit einem Soranin – wie cool war das denn?!? - Irgend so einen Ermittler sollten sie zusammen retten, weil der sich scheinbar verschätzt hatte und sich hat kidnappen lassen. Treffpunkt war der „Sterbende Schwan“ mitten im Eisenreich, wo dieser Kerl sich zuletzt aufgehalten haben soll. Das wär ja alles nicht so verkehrt gewesen, wenn nicht schon wieder ihr Name als Missionsleiterin aufgeführt worden wäre – womit hatte sie das bloß verdient? Letztes Mal war es eine richtig Ätzende Mission gewesen. So eine von der Sorte, die einen sein Leben lang verfolgte, wenn man einen winzig kleinen Fehler machte. Diesmal sah es nicht ganz so düster aus. Wenn sie eine kleine Prise Glück mit im Gepäck hatten, war diese Mission total easy: Reingehen, alles umklatschen, das keine Pfeife raucht und lustige Monokel trägt und wieder nach Hause ins Warme dackeln!

    Die Zeit verging und bald fror das Mädchen nicht mehr, während es in diesem schlecht besuchten und ziemlich heruntergekommenen Gebäude auf den Teamkollegen… oder die Teamkollegin wartete. Es war eine relativ lange Reise hier her, deshalb gab es auch keine bestimmte Zeit, sondern nur ein Datum, an dem sie sich zu begegnen hatten. Und das war heute! Je wärmer ihr wurde, desto mehr Schichten ihres Kleidungs-Zwiebelsystems fielen von ihr ab und sammelten sich auf dem Stuhl neben ihr, bis sie schließlich mit wahnsinnig kurzen „Klamotten“, die eine höfliche Dame eigentlich nicht tragen sollte, auf ihrem knorrigen Stuhl herumflätzte. Dabei war es ihr schnurzpiepegal, ob man ihr dabei alles weggucken konnte, oder nicht – wenn man einen Zwei Handbreit langen, schwarzen Rock trug und dazu ein gleichfarbiges, trägerloses Top gleicher Länge, sollte einen so was auch nicht groß überraschen, oder? Mit ihrer ziemlich unfemininen Figur sah sie in diesem viel zu knappen Zeug aus, als trüge sie je oben und unten einen etwas breiteren Zensurbalken mit sich herum, um das Nötigste zu bedecken, und dazu ein paar dicke, pelzgefütterte Stiefel – die Kälte…
    Lässig lehnte sie sich weit zurück und sah die uralte Wirtin Überkopf an. Ein Grinsen, breit genug, um möglicherweise ein Brot quer essen zu können, zeigte sich auf ihrem Gesicht, als sie laut auf sich aufmerksam machte: „Ey! Sag ma, krieg ich noch einen? Is echt geiler Scheiß!“, und dafür prompt mit einem typischen Rentnerkopfschütteln bedacht wurde. Ihr war genauestens bewusst, dass sie praktisch von allen im Raum mehr oder weniger offen angegafft wurde und das war der Plan hinter allem: Ihrem Aufzug, ihrer Sprechweise, ihren annähernd lasziven Haltungen, die sie ständig wechselte. Sogar ihrer Frisur, die Heute aus einem langen, geflochtenen Zopf bestand, der ihr trotz allem noch bis in die Kniekehlen reichte und der ihrem ganzen restlichen Auftreten in seiner ganzen Art deutlich widersprach: Allem! Das Zentrum aller Aufmerksamkeit zu sein war eben einfach das geilste Gefühl der Welt!!
     
    Meteki Pakura gefällt das.
  2. Tetsuya Kokoro

    Tetsuya Kokoro Genin

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    Auf ihren Trip in das Eisenreich war Kokoro von ihrem Vater gut vorbereitet worden. Der weißhaarige Mann hatte sein Kind ausführlich darauf hingewiesen, dass dies kein besonders schöner Ort war und das lag nicht nur daran, dass es dort nicht viel zu sehen gab, sondern auch daran, dass es schweinekalt und öde dort war. Nicht einmal Ninja wurden dort ausgebildet, weshalb die Wege der Shinobi und Kunoichi sie nicht oft dorthin führten. Tatsächlich schwor man dort auf Samurai, die quasi eine etwas hochnäsigere und traditionellere Art der Kenjutsu Meister waren. Kokoro war nicht sonderlich beeindruckt von der Vorstellung eines Samurai. Immerhin hatte das Mädchen schon als Kleinkind ihren Vater beim Training mit seinem riesigen Zweihänder beobachtet. Für sie war das nicht der richtige Stil. Da sah der Regenschirm doch viel eleganter aus und der konnte den Gegner auch von den Sohlen fegen…
    Jedenfalls wusste das Mädchen was auf sie zukam und ihre Begeisterung hielt sich in Grenzen. Zwar war sie nicht etwa wie ihr Vater sofort panisch geworden, als sie aus den Informationen entnahm, dass es sich hierbei um eine Kooperation zwischen den beiden feindlichen Fraktionen handelte. Sie kannte das von Daisuke ja. Der machte sich immer in die Hose, wenn es um die Shironin ging, was sie auch irgendwie nachvollziehen konnte. Immerhin hatte er ja mit so manch einer Hexe Bekanntschaft machen dürfen. Trotzdem ging sie nicht davon aus, dass immer gleich alles total negativ und kopflos enden musste. Immerhin hieß Kooperation ja, dass sie und der andere Ninja im selben Boot saßen. Das fand sie tatsächlich sogar irgendwie spannend. Dementsprechend wollte Kokoro einen guten Eindruck machen und hatte sich besonders gut für die Mission vorbereitet. Neben härterem Training als zuvor, vor allem in den Bergen, um sich an die Witterung zu gewöhnen, hatte das Mädchen alles was nur ansatzweise notwendig sein könnte zusammengepackt und eine Zusammenstellung der wichtigsten Gegenstände gut versiegelt und verstaut dabei.

    Diesmal reiste Kokoro mit einem großen Rucksack in das fremde Land ein, da sie hier doch eine ganze Menge Zeug gebrauchen würde. Die weniger notwendigen Dinge, die sie hauptsächlich für die lange Reise benötigt hatte, würde sie einfach beim Auftraggeber zwischenlagern. Immerhin ging sie davon aus, dass die beiden Ninja vor Missionsstart mit jemand Zuständigem reden mussten. Die Informationen, die sie dem Brief hatte entnehmen können, waren denkbar unspektakulär, auch wenn sie etwas Neugier in der Rothaarigen weckten. Was konnte dieser Typ wissen, was beiden Fraktionen solche Sorgen bereitete, dass man den „Meisterdetektiv“ nicht einfach hätte köpfen lassen können? Wie dem auch sei. Aus solchen Informationen konnte man sicherlich gutes Geld machen und das allein würde den Fraktionen vermutlich schon missfallen. Apropos Geld… Kokoro hatte im Übrigen keinesfalls eine beschwerliche Reise in das Land gehabt. Sie hatte von ihrer Familie das notwendige Kleingeld mitbekommen, um so komfortabel wie möglich ins Eisenreich zu kommen. Da Soragakure ja mit revolutionären Flugmobilen unterwegs war, ging das auch recht unkompliziert von statten. Trotzdem hatte sie noch ein ganzes Stück mit einer Kutsche auf sich nehmen müssen, bevor der Schnee auch dafür zu dicht wurde und sie laufen musste. Aber auch das war gut durchgeplant, da das Mädchen dies als Aufwärmung für eine Mission nutzen wollte. Deshalb war der großgewachsenen Kunoichi so gar nicht kalt, als sie am späten Nachmittag am Treffpunkt eintraf. Eigentlich hatte sie geplant früher dort anzukommen, aber dies war leider nicht möglich gewesen. Kokoro versuchte einen ruhigen Kopf zu bewahren. Es war ja keine Uhrzeit ausgemacht gewesen, also würde das sicherlich klargehen.
    Mit etwas zu viel Schwung stieß das Mädchen die Tür auf, sodass sie vor einen Balken knallte. „Hoppla…“, entwischte es ihr leise und sie zog die Kapuze ab, während sie sich zeitgleich bei einer Wirtin entschuldigte, die es ihr nicht verübelte. Die große Holzpforte hatte einen schweren Eindruck gemacht und Kokoro war in Gedanken versunken, weshalb sie gar nicht merkte, wie viel Kraft sie in diesen Schwung gelegt hatte. Während sie sich noch freundlich mit der Wirtin unterhielt, stampfte sie den restlichen Schnee von ihren Schuhen und trennte sich zeitgleich von ihrem dicken, roten Wintermantel, den sie an einem Kleiderhaken hängenließ. Kokoro hatte sich für die Mission nicht sonderlich anders gekleidet als sonst. Das Einzige, was ihr nicht sonderliche gefiel, waren die dicken Stiefel. Das Mädchen trug in der Regel Schuhe mit möglichst dünnen Sohlen, doch das war hier nicht möglich. Gefütterte Fellstiefel waren das Einzige, was sie davon abhielten in der dichten Schneemenge nicht auszurutschen. Sonst trug sie allerdings dasselbe wie immer, auch den großen Regenschirm auf dem Rücken.
    Nun stand sie da also, in dem ausgemachten Treffpunkt. Doch woran sollte sie ihren Teamkollegen erkennen? Kokoro hatte, aus Ermangelung an Erfahrung, keine Ahnung wie ein Shironin so aussah und woran man überhaupt einen Ninja von einem normalen Menschen unterschied. Außerdem bestand ja auch immer noch die Chance, dass ihre Begleitung noch gar nicht hier war. Vermutlich würde sie selbst eher als Kunoichi herausstechen, da sie ziemlich traditionelle Kleidung und einen großen Regenschirm trägt. Wenn sie geahnt hätte, dass ihre Begleitung das halbnackte Waschbrett am Tresen war, wäre sie vermutlich in Gelächter ausgebrochen, denn damit rechnete sie so gar nicht. Also, was nun? Sie musterte die Leute im Lokal und beschloss insgeheim für sich, dass hier niemand den Anschein machte, als würde er hier auf jemanden warten. Vor allem nicht die Blondine am Tresen, die sich gerade die Kante gab. Kokoro war ein Mensch der schon darauf achtete keine Vorurteile zu haben und tatsächlich würde sie keineswegs schlechter über das Mädchen denken, wenn sie mit ihrer Vermutung falsch lag. Trotzdem fiel es ihr schwer davon auszugehen, wo sie doch von den Beschreibungen der Freunde ihres Vaters eher spießige Dinge gehört hatte… Dennoch war sie ganz aufgeschlossen und neugierig. Sie war sich sicher, dass sie hier in der Masse schon als Kunoichi herausstach, vor allem weil sie ihr Stirnband wie einen Gürtel deutlich sichtbar an der Hüfte trug, der das Kirisymbol schon sehr erkennbar zeigte. Mit diesen Gedanken suchte sie sich ein freies Plätzchen am Tresen der dunklen Kneipe. Die freundliche Wirtin von vorhin verwies sie darauf einfach ihre Großmutter um ein Getränk zu bitten, wenn sie durstig war, was sie auch gleich wahrnahm. Immerhin war es selbst für Kokoros Verhältnisse etwas kühl hier, sodass sie einen heißen Früchtetee bestellte: „Mit Schuss?“, fragte die Alte nur, was Kokoro mit weit in die Höhe steigende Augenbrauen quittierte. Sie war doch erst 15! Ihr Vater würde ihr das Fell über die Ohren ziehen, wenn er das erfuhr. Etwas erschrocken über die Frage schüttelte sie den Kopf, während die Alte sich amüsiert über ihr Verhalten an die Arbeit machte. Und… Wo war denn nun ihre Begleitung? Wie lange sie wohl hier ausharren musste? Obwohl es hier dunkel und viel zu ruhig für ihre Verhältnisse war, ließ es sich hier eigentlich aushalten, wenn man nichts Besseres zu tun hatte… Aber das hatte sie ja eben! Also, wann geht’s denn los?