Job: Schadensbegrenzung

Dieses Thema im Forum "Shirogakure" wurde erstellt von Fujioka Shion, 15. Jan. 2019.

  1. Fujioka Shion

    Fujioka Shion Genin

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    Shion ging noch einmal alles durch, was sie in ihrem Rucksack mit sich schleppte, als sie am massiven, hölzernen, schwarzen Tor zu Shirogakure ankam. Dort drinnen hatte sie eine Hand voll Müllzangen, zwei Dutzend Kunststoffbeutel, sowie mehrere Paare Arbeitshandschuhe. Vielleicht etwas zu viel des Guten? Für die Schwarzhaarige zumindest nicht, denn im Ernstfall zog sie es doch vor, etwas übervorsichtig zu sein, anstatt nicht genug Vorbereitung an den Tag zu legen. Doch wofür überhaupt der ganze Krempel? In Ninjakreisen hatte der Anlass sich schon weit herumgesprochen. Der Hikarikage erwartete Besuch vom Daimyo, der, nach mangelhaftem Service seitens eines unprofessionellen Kollegen der Fujioka, nur so darauf brannte, dem Oberhaupt des Ninjadorfs seine Meinung zu geigen. Und solch adelige Gesellschaft wollte man sich selbstverständlich nicht noch weiter vergraulen, weshalb der Kage extra ein Paar frei stehende Ninja damit beauftragt hatte, sicherzustellen, dass der Weg vom Eingang Shirogakure's bis zur Dorfverwaltung picobello ordentlich vorzufinden war.

    Eigentlich war es ja kein großer Bereich - die Treppe am Eingang des Ninjadorfes und der Platz vor dem Verwaltungsgebäude -, doch dieser wurde genutzt von allen Ninjas, Verwaltungsangestellten und allgemein Bewohnern der Oberstadt. Was Shion allerdings am meisten Sorgen bereitete, waren die Akademieschüler, die dort tagtäglich ihre Pausen verbrachten. Elf-bis Dreizehnjährige waren ja nicht gerade bekannt dafür, einen einzigen Gedanken an korrekte Müllentsorgung zu verschwenden. Um fair zu sein, war das Mädchen auch bis vor kurzem ein Lehrling an der Akademie gewesen, zudem wäre es auch falsch gewesen zu behaupten, dass es keinen einzigen Akademieschüler gab, der auf seinen Müll achtete. Aber dennoch konnte man nicht verleumden, dass diese demografische Gruppe mit ihren Streichen und Zankereien dazu tendierte, mehr Unordnung zu veranstalten als die erwachsene Bevölkerung.

    Wie dem auch war, stand Shion jetzt vor dem Tor und wartete erwartungsvoll auf den Kollegen, mit dem sie für die Zufriedenheit des Daimyos sorgen sollte. Sie war schon aufgeregt, jemand neuen kennenzulernen. Vielleicht werden wir ja Freunde? Naja, die Fujioka beschloss, nichts zu überstürzen und ihre Gedanken erst einmal auf den Job zu richten. Und trotz des kalten, stürmischen Windes, der an diesem Tag wehte, ließ sie sich nicht in ihrer Entschlossenheit beirren, die ihre Aufgabe zu vollster Zufriedenheit zu erfüllen. Somit trug Shion einen dunkelgrünen Mantel, der in Sachen Windschutz zwar mangelhaft war, dafür aber viel Bewegungsfreiheit bot, die für die Säuberungsarbeiten benötigt werden würde. Außerdem hatte die Schwarzhaarige eine ebenso schwarze, alte Jeans an und trug eine handgestrickte, pinke Wollmütze, die sie von Sonoko bekommen hatte. Auch wenn es einige Ninja gab, die den Job wegen seiner Gefahrlosigkeit sicherlich nicht übermäßig ernst genommen hätten, war sich das Mädchen durchaus dessen politischer Bedeutung für ihre Fraktion bewusst, weswegen sie den gleichen Ernst an den Start legte, den man auch auf einer S-Rang Mission erwartet hätte.

    Noch immer wartete die Fujioka auf ihren Kollegen und verbrachte ihre Zeit damit, an das luxuriöse Leben zu denken, dass eine so hohe Figur wie der Daimyo haben müsste, doch schnell wurde sie von einem leichten frösteln abgelenkt, dass ihren Körper überfuhr. Habe ich das stürmische Wetter etwa doch unterschätzt? Es dauerte nicht lange, bis Shion niesen musste, doch da stand auch schon der erwartete Kollege vor ihr, der sie begrüßte.
     
  2. Manako Raku

    Manako Raku Genin

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    Mit einer schnellen Bewegung zurrte der Manako eine letzte Schnalle an seiner Kleidung fest, prüfte alles noch einmal auf den festen Sitz. Seine Ausrüstung, wie immer durch Kleidung dominiert, die extrem haltbar und wertig war, stimmte, jetzt musste nur noch der heutige Job zur Zufriedenheit der Beteiligten und des Dorfes erledigt werden. Der junge Mann war sich zwar nicht so ganz sicher, warum Ninja so einen Auftrag ausführen sollten, aber der Hellhaarige war auch nicht sonderlich wählerisch, was seine Aufträge anging. Drecksarbeit war für ihn kein Begriff; Arbeit war Arbeit und wenn er dabei schmutzig wurde, war das auch kein Problem. Eher fühlte er sich dann so, als würde er etwas von Wert tun. Allerdings hoffte er auch, dass seine Kleidung am Ende des Tages nicht allzu zerschlissen sein würde. Es kostete viel Arbeit, sie so in Schuss zu halten, aber es war auch sein ganzer Stolz, insofern war das wohl in Ordnung. Also, was war die Aufgabe? Putzen. Saubermachen. 'Alles soll ordentlich sein', oder wie man es auch immer ausdrücken wollte - Fujioka Shion und seine Arbeit war es an diesem Tag, Müllabfuhr zu spielen. Ganz egal was der Anlass war, es sprach Bände, dass die Zivilbevölkerung das nicht hinbekam, fand der junge Mann mit der Augenklappe. Ach, und wer Fujioka-san war? Seine Partnerin für diesen Auftrag, relativ frischgebackene Genin, aber auch nicht mehr ganz neu - also in etwa wie er. Könnte angenehm werden, oder genau das Gegenteil. Wenn sie wie Chinatsu war, würden seine Nerven heute gesägt, aber vielleicht war sie ja auch einfach... professionell? Das wäre ein Segen!

    "Guten Morgen." Seine raue Stimme kämpfte sich ohne Probleme durch das stürmische Wetter, bei dem es wenige Menschen auf den Platz unter dem Tor zog. Wie bestellt wehte eine Plastiktüte an ihm vorbei, als er seine Kollegin begrüßte - na, er vermutete es zumindest. Welcher andere Mensch würde sonst hier stehen und so aussehen, als wäre sie bereit, ganz Shiro zu reinigen? Respekt für den Rucksack, den sie trug, er sah schwer aus. "Manako Raku. Du bist Fujioka-san, oder?" Er neigte den Kopf leicht, wobei vielleicht auffiel, dass eine einzelne Feder neben seinem Ohr an seinen Haaren befestigt war. Ihm fiel ihre Wollmütze auf, die eindeutig Handarbeit war. Hm, an einigen Ecken ein wenig unelegant, aber durchaus gute Arbeit. Ob sie die gemacht hatte? Das wäre ja etwas, womit er sich identifizieren konnte. "Das Wetter wird die Sache erschweren", ließ der Hellhaarige hören und ließ einen Blick über die Straße wandern. Es war wirklich nicht sonderlich ordentlich - gerade diese Art Wetter war prädestiniert dafür, dass Müll sich von Punkt A nach Punkt B bewegte. Und das war genau das, was die beiden Genin nicht gebrauchen konnten. Sein dunkler Überwurf wehte in den Windböen hin und her, aber sein Gesicht war so ausdruckslos wie das einer Puppe. Ein Wachsgesicht, dem man nicht ansehen konnte, ob ihn das Wetter eigentlich wirklich störte oder ob es ihm eigentlich gefiel. Oder ob er einfach nur eine Marionette war. "Plan: Wir suchen die größten Müllhaufen und Sammelpunkte, entsorgen das um dem Wind keine Angriffsfläche zu bieten. Dann noch einmal durch und den Rest aufsammeln." Der Plan, in Stakkato. Er sah in die violetten Augen seines Gegenübers, und sein eines grasgrünes Auge wirkte taxierend und fokussiert. Dann legte er den Kopf ganz leicht schief. "Auf gute Zusammenarbeit, natürlich."
     
  3. Fujioka Shion

    Fujioka Shion Genin

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    Vor Shion stand ein Junge, der sie fast um einen Kopf überragte. Während er sie begrüßte und sich vorstellte, konnte die Schwarzhaarige eine kurze Zeit lang sein Äußeres aufmerksam beäugen. Das Erste, was ihr auffiel, war die unübersehbare Augenklappe, die er trug. Hatte der Junge etwa sein Auge verloren? Zudem fielen noch die hellen, sogar schon fast weißen Haare auf, sowie eine Feder, die darin befestigt war. Außerdem sah seine Kleidung ziemlich teuer aus. Wo es die wohl zu kaufen gab? Die Fujioka verbeugte sich kurz und erwiderte höflich die Begrüßung. "Ganz genau, die bin ich. Ich bin höchst erfreut, deine Bekanntschaft zu machen, Manako-san." Darauf machte der Hellhaarige eine Bemerkung über das Wetter, der Shion nur zustimmen konnte. "Da hast du recht. Wir sollten so schnell wie möglich anfangen, damit der mögliche Müll nicht weiter verteilt wird." Nicht nur das. Das Mädchen fror wegen des kalten Windes immer noch leicht, versuchte aber, sich nichts anmerken zu lassen. Wie gut das funktionierte, wusste sie nicht. Und auch wenn sie sich in kurzer Zeit genug bewegen würde, um die Kälte zu vertreiben, hoffte sie doch, so schnell wie möglich mit dem Job fertig zu werden und wieder nach Hause gehen zu können. Nicht, dass sie sich noch etwas einfing. Aber der Job stand selbstverständlich an erster Stelle. "Das klingt nach der effektivsten Vorgehensweise." kommentierte die Schwarzhaarige den Vorschlag von Raku nickend. Dann herrschte einen Moment lang eine etwas seltsame Stille, in der die Beiden sich nur anblickten. Der Blick des Hellhaarigen war schon irgendwie stechend. Und Shion musste sich größte Mühe geben, dass ihr Blick nicht immer wieder auf die Augenklappe ihres Gegenübers weichte. Sie stach einem schon ziemlich ins Auge -no pun intended-, weswegen die Fujioka darüber nachdachte, wie Raku sein Auge verloren haben könnte. War es ein Unfall in seiner Kindheit oder war es doch auf einer Mission passiert? Verliert man als Ninja öfters Körperteile? Ihr kam auch der Gedanke in den Kopf, ob er sein Auge gar nicht verloren hatte, sondern die Augenklappe aus irgend einem anderen Grund trug. Doch dem Mädchen fiel auf die Schnelle bei bestem Willen kein Grund ein, der einen dazu veranlassen würde, dann eine Augenklappe zu tragen. Nichtsdestotrotz herrschte immer noch eine seltsame Stille, die Raku nun aber glücklicherweise durchbrach. "Genau, auf gute Zusammenarbeit."
    Dann nahm Shion den vollgepackten Rucksack von ihrem Rücken und stelle ihn vor sich ab. Sie ging in die Hocke um die nötigen Utensilien für ihre Aufgabe herauszukramen. Eine Müllzange, eine große Kunststofftüte und ein Paar schützender Arbeitshandschuhe kramte das Mädchen hervor und gab diese sogleich ihrem Kollegen. Dann nahm sie für sich selbst auch noch einmal die gleiche Ausrüstung heraus und setzte sich darauf ihren Rucksack wieder auf. Jetzt war er schon ein wenig leichter geworden. "Wenn du noch etwas brauchst oder etwas kaputtgeht, musst du es nur sagen. Ich habe genug dabei." Nun ging es aber ans Eingemachte. Vor den Beiden war das Tor zu Shirogakure und die Aufgabe den Weg zur Stadtverwaltung zu reinigen. Wie schwer konnte das schon werden?

    Sie fingen am unteren Ende der Treppe an und arbeiteten sich Stufe für Stufe nach oben. Ganz unten lag am meisten Müll, aber nicht allzu viel, sodass Shion und Raku relativ schnell oben am Platz angekommen waren. Sie ließ ihren Blick über den eintönigen Platz schweifen und entdeckte einige Orte, an denen sich große Müllansammlungen befanden. Neben dem üblichen kleineren Müll, der quer über den Platz geweht wurde, gab es auch einige Haufen von Altpapier und alten Verpackungen, sowie die eine oder Andere zerbrochene Flasche und Äste, die aus dem Wald hinter der Akademie angeweht worden waren. Generell war es eine ziemliche Unordnung, was durch den starken Wind kein Bisschen besser gemacht wurde, aber machbar, sofern nichts gewaltig schiefging. Die Schwarzhaarige würde wohl ein Paar Mal dem Müll nachlaufen müssen, um ihn in ihre Mülltüte packen zu können. Während die Ninja anfingen unter mühsamen Bedingungen den Platz ordentlich zu machen, musste die Fujioka weiter über die Augenklappe ihres Kollegen nachdenken. Es ließ ihr einfach keine Ruhe. Sie hatte noch nie persönlich jemanden mit Augenklappe getroffen und war dementsprechend neugierig. Allerdings wollte sie natürlich keine Themen direkt ansprechen, die für ihr Gegenüber möglicherweise unangenehm waren. Also entschied das Mädchen erstmal über etwas anderes eine Unterhaltung anzufangen und sie dann vielleicht etwas auf sein Auge zu lenken, sodass Raku es hoffentlich selbst ansprach. Sie dachte darüber nach, was sie fragen sollte. Vielleicht was er so für Ninjafähigkeiten hatte? Schließlich war das ein Thema, über das die Beiden auf jeden Fall sprechen konnten. Aber es schien irgendwie falsch für die Situation. Oder seine Kleidung? Die sah ja schon echt teuer aus. Aber auch das schien dem Mädchen nicht ganz das Richtige zu sein. Dann kam Shion die Feder in den Sinn, die sie im Haar von Raku gesehen hatte. Das war sicher ein gutes Thema. Während die beiden also monoton den ganzen Müll aufsammelten, fing die Schwarzhaarige eine kleine Unterhaltung an. "Verzeihung, wenn ich dir zu nahe trete, Manako-san, aber was ist das eigentlich für eine Feder, die du in den Haaren trägst?"
     
  4. Manako Raku

    Manako Raku Genin

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    Oh! Was für eine... angenehme Überraschung. Raku hielt tatsächlich noch einen Moment inne, nachdem das Mädchen ihm auf seine Aussagen geantwortet hatte - auch wenn er in dem Sinne keine Frage gestellt hatte (außer die nach ihrem Namen) fiel ihre Antwort außergewöhnlich... gewöhnlich aus. Und ganz ohne Stress, ganz ohne Aufdringlichkeit und so. Das war er überhaupt nicht mehr gewohnt, so dass er einen Moment brauchte, um damit klarzukommen, dass ihn ausnahmsweise mal niemand ausquetschte, in Frage stellte und seinen Plänen auch noch ohne zu motzen zustimmte. War es das, was man einen geregelten Arbeitsalltag nannte? Der Manako war ganz baff, riss sich aber natürlich schnell wieder zusammen und seinem Wachsgesicht konnte man sowieso nie eine wahre Gefühlsregung ansehen. Trotzdem nickte er noch einmal und blinzelte dann, als ihm plötzlich Utensil nach Utensil in die Hände gedrückt wurden. "Du bist hervorragend vorbereitet", stellte der Hellhaarige unumwunden fest und nickte noch einmal bestätigend. Wirklich sehr gut. Das gefiel ihm doch. "In Ordnung." Es war nicht so, als würde er sofort anfangen, Smalltalk zu betreiben. Er wusste nichtmal richtig, wie das ging, und bisher hatten das immer andere Personen übernommen - meistens die, die mit sich selbst sehr gut Smalltalk halten konnten und nur sein gelegentliches Nicken benötigten. Fujioka-san aber machte das nicht und so arbeiteten sie eine ganze Weile einfach nur still vor sich hin, aber Raku nahm es nicht als unangenehme Stille war. Es war geschäftig und so war es auch gut. Effizienz sollte immer eines der höchsten Ziele sein. Sie säuberten die gröbste Unordnung, füllten Müllsäcke wie am Schnürchen und Raku fragte sich gerade, wo dieser ganze Dreck eigentlich herkam, da wurde er doch noch einmal angesprochen. Der Blick seines unverdeckten Auges huschte zu der jungen Dame, die sehr höflich nachfragte, was seine Feder eigentlich sollte. Also.. zwischen den Zeilen. Raku fand auch das erstaunlich, denn bisher hatte das noch niemand angesprochen.

    "Beute", antwortete er und sein Auge verengte sich leicht, aber ein kleines Lächeln umspielte seine Lippen. Die Regung tat seinem Gesicht ganz gut, denn es war in den letzten Minuten wieder so eingefroren wie es unwillkürlich immer wurde, wenn er nichts hatte, um es aufzulockern. "Ich bin Jäger. Diese Feder habe ich gefunden. Stammt vermutlich von einem Uhu." Er überlegte einen Moment. Es war für ihn immer schwer einzuschätzen, ob er noch mehr sagen sollte oder nicht - immerhin wusste er auch nie, was jemanden interessierte oder nicht. Seine Antwort viel dementsprechend kurz aus. "Manchmal findet man solche besonderen Federn in der Wildnis. Sie ist sehr groß, selbst für eine Eule." Mit diesen Worten sah er sich noch einmal auf dem Platz um, weil er seiner Aufgabe natürlich sehr viel mehr Bedeutung beimaß als dieser Unterhaltung. "Gute Beobachtungsgabe", ergänzte er noch, warf dem Mädchen noch einen kurzen Blick zu. Das Wetter wurde zusehens schlechter, der Wind frischte noche in wenig auf und es wurde noch ein wenig kühler. Rakus Blick schweifte in den Himmel. "Es wird bald regnen." Mit diesen Worten schien er sich wieder voll der Arbeit widmen zu wollen, und das tat er auch - die Treppe an sich war schnell aufgeräumt gewesen, auf dem Platz wurden etwaige Mülleimer geleert, Müll aufgesammelt, Dreck eingefegt. Aber viel mehr Sorgen machte Raku der Schmutz, der hartnäckiger war: Kaugummis, die auf den Steinen klebten, verschüttete Flüssigkeiten, Hundedreck und ähnliches. Warum musste er eigentlich schon wieder putzen? Das fiel ihm jetzt erst auf. "Dein erster Job?", fragte er nach und wusste nichtmal wieso. Es war ihm einfach rausgerutscht. "Erstmal direkt vor dem Verwaltungsgebäude aufräumen. Da wird nicht viel zu tun sein." Außerdem mussten die Kippen der Mitarbeiter aufgesammelt werden bevor sie nass wurden. Widerlich. Was Raku in dem Moment nicht mitbekam war, dass eine kleine Gruppe Schüler vorbeikam, die sich um das Wetter nicht kümmerten. Und dann zu allem Überfluss auch noch direkt zu Shion sahen und dreisterweise eine Dose auf den Boden fallen ließen, lachten und flitzten davon.
     
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  5. Fujioka Shion

    Fujioka Shion Genin

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    Shion hörte gespannt der Erläuterung ihres Kollegen zu, während sie mit ihrer Zange weiter nach Zigaretten und kleinen Papierfetzelchen Griff, um sie in ihre Mülltüte zu tun. Er war also ein Jäger. Ob er sein Auge bei einem Jagdunfall verloren hatte? Die Fujioka dachte darüber nach, ob sie die Konversation vom jetzigen Punkt aus irgendwie geschickt in Richtung dieses Themas lenken konnte. Doch selbst nach einigen Minuten des Überlegens war ihr nichts eingefallen, weshalb sie erstmal aufgab, zumindest fürs Erste. Vermutlich machte sich die Schwarzhaarige sowieso viel zu viele Gedanken über Raku's Auge."Danke für das Kompliment, aber das ist doch nichts Besonderes. Als Jäger musst du hingegen sehr Geschickt sein." Als sie höflich das Kompliment erwiderte, kam plötzlich ein weiterer, diesmal besonders starker, Windstoß auf, der das Mädchen für einen Moment bis in Mark und Bein frieren ließ. Auch von Raku blieb das immer schlechter werdende Wetter natürlich nicht unbemerkt. "Wir sollten so schnell wie nur möglich fertig werden, wenn wir nicht nass werden wollen." Darauf endete der kleine Smalltalk der Beiden und sie widmeten sich wieder mit voller Aufmerksamkeit ihrer Arbeit. Das Gröbste war nun vom Platz beseitigt, doch es blieben schwerer zu entfernende Verschmutzungen. Das frustrierte Shion. Ich Idiotin, ich hätte noch mehr mitbringen sollen. Handfeger und Kehrblech, Schaber, Putzmittel. Wieso habe ich nicht daran gedacht? Die Schwarzhaarige zählte weiter in Gedanken auf, was sie noch hätte alles mitbringen sollen, obwohl ihr Rucksack auf die Dauer eigentlich schon schwer genug war. Vielleicht sollte sie in Zukunft ja eher auf Qualität als auf Quantität achten? Sie verbrachte noch einige Minuten damit, frustriert über ihre Fehler nachzudenken, bis sie plötzlich von ihrem hellhaarigen Kollegen aus ihrer Trance des Selbstzweifels gerissen wurde. Nun, das Mädchen hatte Raku ja schon Informationen über sich selbst entlockt, also war fairerweise nun sie an der Reihe, schätzte sie. "Ja, das ist es. Ich bin erst seit kurzem eine offizielle Kunoichi, also entschuldige bitte, wenn ich noch etwas unerfahren bin. Auch wenn das hier "nur" ein Job ist. Ich hoffe, in der Zukunft noch viel über das Ninjadasein lernen zu dürfen." Der derzeitige Wettertrend, durch den es langsam aber sicher immer windiger und kälter wurde, hielt weiter an und so langsam hatte Shion auch das Gefühl, ein Paar Nieseltropfen auf ihrem Gesicht zu spüren. Es waren nicht viele, aber hin und wieder war es ganz deutlich zu spüren.

    Als die beiden Ninja sich vor dem Verwaltungsgebäude befanden, sah die Schwarzhaarige einige Akedemieschüler auf sich zukommen. Was die wohl Wollten. Sie stellte sich gerade hin, um jedwedes Anliegen anzuhören, das die Gruppe wohl haben könnte. Doch dann wurde sie irgendwie nur dumm, wie bestellt und nicht abgeholt, da stehengelassen, als die Schüler dem Mädchen eine Dose direkt vor die Füße warfen und schadensfreudig lachend in die entgegengesetzte Richtung wegliefen. Mit einem noch leereren Gesichtsausdruck als sonst schon, falls das überhaupt möglich war, schaute die Fujioka auf die Dose und dann noch einmal auf die Schüler, die jetzt schnell um die Ecke bargen und aus ihrem Blickfeld verschwanden. Was für Arschlochkinder. Sie hätte am liebsten die Dose aufgehoben, den Bengeln hinterher gesprintet und sie ihnen mit voller Kraft in ihre dummen Gesichter gepfeffert. Doch das tat man als ausgewiesener Ninja natürlich nicht. Resignierend seufzte Shion, worauf sie die Dose aufhob und in ihren Müllsack warf. Es fühlte sich an, als hätte sie verloren, doch letzten Endes musste sie halt ihre Arbeit tun. Schließlich war es ja auch nur ein dummer Streich von dummen, vorpubertären Kindern. Die Fujioka schaute kurz zu Raku hinüber, ob er das Geschehen mitverfolgt hatte, doch er schien nichts mitbekommen zu haben. Darauf machte sie weiter, monoton Zigaretten und andere Hinterlassenschaften der Beamten aufzusammeln, während sie darüber nachdachte, was ihr Kollege von sich erzählt hatte. Wie es wohl sein mag ein Jäger zu sein? Tage lang in der Wildnis zu sein? Die Schwarzhaarige würde ja kaum ohne eine warme Dusche pro Tag auskommen, da konnte sie sich das gar nicht vorstellen. Der Platz unmittelbar vor der Verwaltung war jetzt sauber, doch am Rand und in den Ecken des Platzes war noch einiges ordentlich zu machen. Trotzdem wollte das Mädchen sich gerade erlauben, den Hellhaarigen ein wenig über das Jagen zu befragen, als plötzlich, wie aus dem Nichts, eine Zeitung vom Wind angeweht wurde, an Shion's Gesicht vorbeiflog und zufällig direkt in Raku's landete. Die Fujioka musste größte Mühe aufbringen, nicht darüber zu kichern, doch schaffte es, sich zu beherrschen. "Ist alles in Ordnung, Manako-san?"
     
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  6. Manako Raku

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    Raku hatte natürlich keine Ahnung, was für ein langweiliger Job-Partner er war. Woher auch? Sein Verständnis von Arbeit und Professionalität war es, so geradlinieg zum Ziel zu kommen wie möglich und nötig, ohne jegliche Zwischenstörung. Jedenfalls, soweit es ging. Andererseits hatte er nichts dagegen, seinen Kollegen soweit es sein musste Rede und Antwort zu stehen und manhcmal war es sogar so, dass er das fast wollte. Denn insgeheim, naja, war Raku wahrscheinlich einfach ein wenig einsam. Das hielt ihn nicht davon ab, versteift und zugeknöpft zu sein, natürlich. "Nun", antwortete er mit unbewegtem Gesichtsausdruck und zuckte leicht mit den Schultern. "Gute Vorbereitung ist alles. Auch als Jäger", meinte er dann, während er sich zum einhundersten Mal heute bückte. Nervig. Dass Shion sich auch noch Gedanken darum machte, dass sie mehr hätte mitbringen können, wusste er nicht und konnte er sich auch nicht vorstellen. Sie war besser ausgestattet als jeder andere Kollege, den er jemals gehabt hatte. An sich schon interessant, aber wahr. Die Aussage, die die dunkelhaarige Fujioka tätigte, ließ ihn ein wenig nachdenklich werden. Er war doch selbst noch unerfahren, oder? Jedenfalls hätte sich Raku nie selbst als erfahren bezeichnet, eher fand er seine Unerfahrenheit ganz furchtbar. Vielleicht auch deshalb bekam er das mit den Kindern überhaupt nicht mit und den kleinen Zwiespalt, den Shion mit sich austrug, auch nicht. Nicht, dass er es gemerkt hätte, selbst wenn er ihr dabei ins Gesicht gesehen hatte. Wo wir schon beim Gesicht waren: In das von Raku flog, als er sich zu ihr umdrehte, eine Zeitung. Direkt ins Gesicht, bedeckte ihm geradezu in klischeehafter Manier die Sicht. Es dauerte vielleicht eine Sekunde, dann riss Raku sich das dreckige Stück Papier vom Gesicht und rümpfte tatsächlich kurz die Nase. Seltene Regung bei ihm, dann stopfte er das Papier in den Sack. "Ja. Dreck", antwortete er auf die Nachfrage des Mädchens und strich sich die hellen Haare aus dem Gesicht, die ihm durch den Wind und die Zeitung ein wenig durcheinander gebracht worden waren. "Alles in Ordnung. Jedenfalls: Kein Gedanke. Ich bin auch nicht wirklich erfahren. Wir teilen also eine Hoffnung." Er nickte, aber man merkte in seinen Bewegungen, dass er mitterweile auch ein wenig genervt sein musste - von der Aufgabe, natürlich. Es war ihm nichtmal selbst bewusst. Und es fing langsam an zu regnen, wenngleich sich der Himmel noch ein wenig in Zaum hielt.

    "Der Vorteil: Kaum mehr Menschen unterwegs", urteilte der Manako und sah zu Shion. "Nachteil: Wir werden nass werden." Soviel dann dazu. Eine wirkliche Wertung seinerseits gab's nicht. Mit einem Seufzen griff er sich ins Gesicht und zog seine Augenklappe nach oben, hinter der sich gähnende Leere fand, bis auf ein rotes Licht, welches die Augenhöhle... nein, natürlich nicht. Ein heiles, gesundes Auge kam zum Vorschein, genauso grasgrün wie das andere. Raku war kein Fan davon, aber bei dem Wetter störte seine Augenklappe doch nur mehr als sie half. Sie ab und zu mal abzunehmen, schadete sicher auch nicht. "Wie können Menschen so viel Müll machen", schimpfte Raku, während sie sich den Ecken des Platzes widmeten. Auch da: Der meisten 'normale' Müll war schnell erledigt, aber eine Mülltonne war umgekippt, und in der schmutzigen Sabsche, die wie Tod stand, hatten sich offensichtlich auch schon Ratten wohlgefühlt. "Schmutz", zischte der junge Mann und fluchte innerlich in schillernden Farben. Raus kam nur ein winziger Teil davon, aber der drückte alles aus, was er fühlte. Wieso konnten sich die Leute nicht um ihren Dreck kümmern? "Deine Handschuhe sind ein Segen", erklärte Raku entschieden, während die beiden in die - sprichwörtliche - Scheiße griffen und in Müllbeutel schütteten. Mit einer eleganten Bewegung, soweit das möglich war, stellte der Grünäugige die Tonne wieder auf. Im trockenen Bereich vor dem Verwaltungsgebäude stapelten sich schon die Tüten. Nach weiteren Tüten losen Müll blieben noch (gefühlt) hunderte Kaugummis übrig, ins Pflaster getreten. Kaum abzubekommen. Raku kratzte mit einem Kunai an einem Gummi herum, aber es wirkte nur so halb. "Hast du eine Idee?" Wie immer recht wenig Informationen, die Raku gab, aber vielleicht fiel ihr ja was ein? Dann fiel ihm noch etwas anders auf. "Was ist eigentlich mit den Graffiti?", fragte er und drehte sein wächsern wirkendes Gesicht zu Shion.
     
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  7. Fujioka Shion

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    Nachdem Raku die Zeitung ins Gesicht geflogen war, was für Shion das bisherige Highlight des Tages war, und er den derzeitigen Stand der Dinge erläutert hatte, fiel dem Mädchen zum ersten Mal die direkte Redeweise ihres Kollegen auf. Die Art und Weise, wie er erst ein Wort nannte, um dann genauer darauf einzugehen, fand sie zwar nicht besonders elegant, aber es war durchaus effektiv, um Informationen zu vermitteln. Jedoch schien der Hellhaarige jetzt etwas gereizt, was die Fujioka etwas mulmig machte. Sie mochte es nicht, wenn andere Menschen sauer waren. Wieso war er das wohl? Die Schwarzhaarige hätte jetzt, wie jeder normale Mensch, auf die naheliegende Erklärung für Raku's Genervtheit schließen können, dass es an der langweiligen Aufgabe und dem unausstehlichen Wetter lag. Doch so, wie sie nun einmal war, suchte sie in einer ganz anderen Richtung nach einer Erklärung dafür. Was könnte ich nur falsch gemacht haben? Der Job, von dem die Schwarzhaarige inzwischen auch schon etwas die Nase voll hatte, in Verbindung mit dem kalten Wind, sorgten dafür, dass es ihr inzwischen ebenfalls ziemlich den Hals heraushing, auch wenn man es nicht bemerkte. Als Ventil dafür machte sie sich jetzt wie immer selbst Vorwürfe. Ob das gesund war? Mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht, aber so war Shion wohl oder übel eben. Glücklicherweise gab es schnell eine Ablenkung, als Raku sich seine Augenklappe vom Gesicht zog. Das brauchte vermutlich nicht einmal fünf Sekunden, doch die Fujioka kam es fast wie eine Ewigkeit vor. Den ganzen Tag lang hatte sie schon darüber gerätselt, weshalb ihr Kollege wohl eine Augenklappe trug und jetzt sollte das Mysterium endlich gelüftet werden. Im Geiste konnte das Mädchen schon die Leere Augenhöhle oder das eigentlich schon lange ausgestorbene Doujutsu, das ihm als Kind implantiert worden war, sehen, doch letzten Endes kam nur ein stinknormales Auge zum Vorschein, das seinem Gegenstück wie ein Ei dem anderem glich. Das Mädchen war aber keineswegs enttäuscht, vielmehr wurde sie jetzt nur noch viel neugieriger als zuvor. Wieso trägt er eine Augenklappe, obwohl sein Auge intakt ist?

    Auch die Schwarzhaarige war nicht gerade angetan von den umgefallenen Mülltonnen und dem Geviech, das sich darin angesiedelt hatte. Wieso musste gerade ich diesen Job kriegen? Shion, die Schmutz über alles hasste, bekam als ersten Job den Auftrag, Müllfrau zu spielen. Das war schon eine ziemliche Ironie, wenn man darüber nachdachte. Vorher war ihr nie aufgefallen, wie verdreckt der Platz war, doch jetzt konnte sie nachvollziehen, warum man extra Ninjas beauftragt hatte, ihn zu reinigen. Dann wurde das Mädchen von Raku um Rat gebeten. Die Kaugummis waren ziemlich zäh und auch an das Graffiti hatte sie nicht gedacht. Sie legte, wie sonst auch immer, wenn sie nachdachte, die Finger ans Kinn und starrte ein Paar Sekunden lang in die Leere. Bei den Kaugummis war sie ratlos. Ein Kunai zu benutzen war schon eine Idee, die sie sich gar nicht zugetraut hatte, doch wegen dem Graffiti war ihr ein Gedanke gekommen. Wortlos kramte die Fujioka in ihrem Rucksack herum und holte einen weiteren Arbeitshandschuh heraus, den sie wie einen Lappen in die Hand nahm. Dann ging sie zu einem Graffiti hinüber und wischte mit dem Handschuh in ihrer Hand etwas darauf herum. Es war nicht sehr effektiv gewesen, aber die Farbe war etwas abgeschmiert. "Ich weiß nicht recht. Vielleicht klappt es ja besser, wenn es regnet? Im Regen zu stehen und an den Wänden herum zu wischen wäre nicht ideal, aber ich schätze im Ernstfall haben wir keine Wahl. Vielleicht hast du auch eine bessere Idee. Zum Kaugummi fällt mir leider nichts ein, außer 'Kratz doller?'."
     
  8. Manako Raku

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    Woher hätte Raku auch wissen sollen, was alles in Shion vorging? War ja nicht so als könnte man es ihr von der Nasenspitze ablesen! Raku kratzte noch kurz ein wenig an dem Kaugummi herum und sah dann nachdenklich zu seiner Kollegin. 'Kratz doller' war ihre Antwort? Naja, da hätte er wohl auch selbst drauf kommen können, aber was erwartete er denn - sie war ja auch keine Fachkraft im Putzen. Der junge Mann stand auf und säuberte kurz sein Kunai, an dem noch ein paar Kaugummi-Fetzen hingen, und er stemmte eine Hand in die Hüfte. "Wahrscheinlich könnte ein Suiton-Nutzer hier mehr anrichten", vermutete der Jäger und kratzte sich am Kinn. "Ich bin kein Mann vom Fach. Und auch Graffiti..." Man hätte ihnen schon vorher sagen können, womit sie es hier zu tun hatten, oder? Die hellen Haare des Manako wurden nach und nach ein wenig nasser, auch wenn seine Kapuze mittlerweile über seinem Kopf hing. "Ninjutsu ist nicht meine Stärke", erklärte er dann, die Miene unbewegt. Es war auch nicht unbedingt seine Traumvorstellung, sich vor einem Neuling zu blamieren, weswegen er kurz nachdachte. "Wir müssen auf andere Mittel zurückgreifen. Tragen wir erst die Müllsäcke weg, hinter dem Verwaltungsgebäude sind große Mülltonnen." Gesagt, getan - mit Shion im Schlepptau hievte er einige Säcke hoch und trug sie in Richtung der Mülltonnen. Und das war schwieriger als gesagt: Es war nass, die Säcke schwer und etwas glibschig, und als sie fertig mit dieser Aufgabe waren war selbst Raku ein wenig außer Atem. Obwohl er jetzt körperlich nicht unbedingt ein Wrack war.

    "Die Aufgabe ist klar, deswegen können wir uns nicht drücken", stellte er fest und verschränkte die Arme. Er und Shion hatten sich kurz im Eingangsbereich des Verwaltungsgebäudes platziert um die Lage zu sondieren. Und so sah Raku auch aus - seine grünen Augen fixierten förmlich die Aufgaben und trotzdem - so wirklich eine Idee hatte er nicht. "Wir haben nichtmal die entsprechende Ausrüstung", murmelte er und verschränkte die Arme vor der Brust. "Wenn wir eine Bürste hätten und einen Kratzer...", dachte er laut nach, denn sah er zu der dunkelhaarigen Genin an seiner Seite. "Du hältst dich gut", gab er ein Kompliment von sich, selten für ihn. Damals bei seinem ersten Job hatte er auch putzen müssen. Ein dummer Zufall, dass das wieder der Fall war, aber er hatte immerhin etwas daraus gelernt. "Mit ein wenig ätzendem Putzmittel und einer Bürste mit Stiel sollte das gehen." Nur - woher bekommen? Nachdenklich spielte er mit seiner abgenommenen Augenklappe herum, während sein Gesichtsausdruck leerer wurde - er dachte nach, da war keine Zeit mehr darauf zu achten, dass er normal aussah. In diesem Moment öffnete sich die heute eigentlich verschlossene Tür des Verwaltungsgebäudes und ein mittelalter Mann mit gutmütigem Gesichtsausdruck kam heraus - blauer Overall, Schnauzer, gerötete Wangen und wahrscheinlich schon ein, zwei Bier zu viel. Aber nicht schlecht gelaunt. Er zwinkerte Shion zu und entblöste erstaunlich weiße Zähne. "Ich hab' mich schon gefragt, wann..." - er hickste - "ihr an eure Grendsen stohst", meinte der Mann und lachte. "Ich bin der Hausmeisder des Hauses, Oyakata." Er tippte an seine nicht vorhandene Mütze. "Für das Kau.. kaugummi bröööhlps", machte er, rülpste und entschuldigte sich sogar. "'tschuldigt. Ihr braucht einen Kaugummientferner, Standardausrüstung. Und für die Grafiddies geb' ich euch ne Stahlbürsde. Aber Wiedersehen machd Freude!" Kurz verschwand der Kerl in dem Haus, und Raku sah Hilfe suchend zu Shion. Er kam mit solchen Menschen nicht klar. Viel zu wenig auf klare Kommunikation aus! Die schweren Schritte des Hausmeisters aber kamen schon wieder zurück, bevor er etwas sagen konnte.
     
  9. Fujioka Shion

    Fujioka Shion Genin

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    So standen die beiden ausdruckslosen Ninja jetzt da, scharf nachdenkend, was sie wegen der Kaugummi und den Graffiti unternehmen könnten. Shion nickte nur, während sie den Ausführungen ihres Kollegen zuhörte, der auch nicht so recht weiterzuwissen schien. Da waren sie in eine ziemliche Sackgasse geraten, weshalb sie sich dafür entschieden, erst einmal die Müllsäcke wegzutragen. Das war leichter gesagt als getan, denn die Schwarzhaarige war das relative Gegenteil zu dem, was man im Volksmund als ein Kraftpaket bezeichnen würde. So konnte man ihr ansehen, dass sie mit den schweren und zusätzlich auch noch nassen Müllsäcken sehr zu kämpfen hatte. Doch das Mädchen riss sich zusammen, um genauso viele Säcke wie Raku zu den Mülltonnen zu tragen. Man sollte ja nicht denken, dass die Fujioka unfähig war, es alleine zu schaffen! Trotzdem musste sie sich nach dem Kraftakt wohl oder übel für ein Paar Sekunden an eine Wand lehnen, um durchzuschnaufen. "Man könnte fast meinen, dass sie im Inneren größer sind." Witzelte die Schwarzhaarige dann etwas herum, um von ihrer Erschöpfung abzulenken.

    Als das dynamische Duo vor dem Verwaltungsgebäude stand, um sich neu zu formieren, war Shion wieder fit. Sie war ratlos, was das Weiterschreiten der Reinigungsarbeiten anbelangte, sodass sie sich, während Raku den derzeitigen Stand der Dinge noch einmal durchging, frustriert auf die Lippe biss. Das ist alles meine Schuld. Wir hätten sicher schon längst fertig sein können, wenn ich nicht nur an das Offensichtliche gedacht hätte. Versunken in ihrem Selbstzweifel nahm sie auch nur mit halbem Gehör das Kompliment ihres Kollegen auf und antwortete mit einem simplen "Danke". Gerade wollte das Mädchen sich bei ihrem Kollegen für ihre fehlende Vorbereitung entschuldigen, als hinter ihr unerwartet eine Tür geöffnet wurde. Heraus trat ein hochgewachsener, gebräunter und muskulöser Mann mit zurückgehender Haarlinie. An seinen roten Wangen, dem leicht torkelndem Gang, sowie dem stechenden Alkoholgeruch war klar zu erkennen, dass er schon einige Flaschen Bier intus gehabt haben musste. Er wirkte zwar überaus freundlich und überraschend gepflegt, trotzdem wich Shion aber grundsätzlich einen Schritt zurück. Den Alkoholgeruch konnte sie nicht ausstehen, ganz zu schweigen von dem ekelhaften Gerülpse, auch wenn er sich entschuldigte. Doch all diese Probleme sollten sogleich irrelevant werden, als der Mann, der sich übrigens als Hausmeister des Verwaltungsgebäudes vorstellte, den Ninja anbot, die passende Ausrüstung für die restlichen Reinigungsarbeiten bereitzustellen. Da konnte man der Schwarzhaarigen in den Augen ansehen, wie sie die Engel singen hörte. Sie hätte jetzt jedenfalls nicht weiter gewusst. Als der Mann im Haus verschwand, blickte das Mädchen zu Raku hinüber, der sie etwas Hilfe suchend anblickte. Sie würde das schon machen. Zwar war sie auch nicht gerade von Betrunkenen angetan, doch Oyakata schien doch ein sehr umgänglicher Mensch zu sein. Binnen Sekunden kam er aus dem Verwaltungsgebäude gestapft und trug zwei Kaugummikratzer, Stahlbürsten und Sprühdosen, die eindeutig aggressives Putzmittel beinhalteten, mit sich. Dankend nahmen die Beiden das Zeug in die Hände, worauf Shion sich tief verbeugte. "Wir können nicht genug danken, Oyakata-dono. Ohne ihre Großzügigkeit wären wir hilflos gewesen." "Ach, nix zu *hicks* danken. Bri...bringt das Zeug doch einfach heil zurück, ja? *hicks*" Darauf ging er gut gelaunt wieder in das Verwaltungsgebäude. Auch Shion war jetzt wieder motiviert. Der Himmel war inzwischen von dunklen Wolken bedeckt und man konnte ganz deutlich die ersten Regentropfen spüren, doch das Mädchen würde die Aufgabe jetzt zu Ende bringen, komme, was wolle! "Wir sollten uns noch einmal richtig reinhängen, Manako-san. Dann können wir es sicher schaffen, bevor der Regen richtig losgeht." Ehe man sich versah, war förmlich nur noch eine Staubwolke an der Stelle zu sehen, an der die Fujioka sich zuvor befand. Sie war schon dabei, fleißig mit der Stahlbürste an der Wand herumzuschrubben. Vor allem mithilfe des Putzmittels ging es wirklich einfach! Ein Paar Minuten später war die Schwarzhaarige ruhiger geworden, aber kein Fünkchen weniger motiviert. In ihrem Kopf war fürs Erste kein Gedanke von Selbstzweifels mehr zu sehen. Da sprach sie abermals ihren hellhaarigen Kollegen an. "Sag mal, Manako-san, worin liegt eigentlich der Zweck der Augenklappe, die du vorhin getragen hast?"
     
  10. Manako Raku

    Manako Raku Genin

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    Ein ganz kleines Lächeln kassierte Shion tatsächlich auf ihren Witz, wenngleich es nicht unbedingt war, weil Raku das besonders witzig fand - sondern einfach, weil er es schätzte, dass sie ein wenig Konversation betrieb, dabei aber nicht furchtbar aufdringlich war. Das war auf jedenfall angenehm und das konnte er dann auch würdigen, wenngleich Humor etwas war, was an ihm in der Regel vorbeiging. Er war nicht gut in Humor. Nun aber bekamen sie ihre neuen Werkzeuge und Raku verneigte sich leicht vor ihrem Gönner, der zwar betrunken, in diesem Fall aber auch ein Retter war. Andererseits hatte der Kerl wahrscheinlich selbst genug davon, dass zwei Genin hier Teile seiner Arbeit machten, die er wahrscheinlich vernachlässigt hatte. Raku war einfach zu pessimistisch was solche Dinge anging, aber er nickte bei Shions Aussagen trotzdem brav. Sie machte das gut, und Raku war dankbar ob ihrer Übernahme des Gespräches. "In Ord-", fing er an, aber da war Shion schon weg und schrubbte wie ein Weltmeister an der Wand herum. Sie schien sogar... ganz begeistert zu sein, dass das ätzend riechende Putzmittel funktionierte. Ihr Pflichtbewusstsein schien ähnlich hoch wie das von ihm zu sein. Sehr gut, denn nur so kam man irgendwohin - seiner Meinung nach. Nicht, dass Raku schon viel erlebt hatte, wenn man ganz ehrlich war. "In Ordnung. Ich kümmere mich um die Kaugummi", antwortete er bestätigend und fing an, von Shions Wand aus die Kaugummi-Flecken abzukratzen. Ja, mit dem richtigen Werkzeug war das einfacher, und Raku fand schnell heraus, wie er mit ein wenig Einsatz seines Geschickes die weißen Dinger gut und sauber abgekratzt bekam.

    "Meine Augenklappe?"
    Er sah zu ihr und kratzte sich kurz am Kopf. Es fiel dem Hellhaarigen dabei wieder auf, dass das wahrscheinlich bei 'neuen Bekanntschaften' zu Fragen führen konnte. "Training", antwortete er kurz angebunden, kratzte zwei Kaugummis, erinnerte sich dann daran dass einfach nur ein Wort oft nicht genug war, um alle Beweggründe zu erklären. Also riss er sich am Riemen und setzte noch etwas nach. "Ich bin Bogenschütze. Dabei muss ich auch mit einem Auge alles genau so wahrnehmen, wie mit einem Auge." Das war fast unmöglich, aber Training machte vieles einfacher. "Und ich habe eine Art Fernglas in der Augenklappe. Die verschiedenen Perspektiven machen es oft schwierig." Oh man, das war so schwer, alles zu erklären, was ihn dazu führte. Aber war das nicht schon genug? "Ähm... ja." Er kratzte weiter. "Die Augenklappe unterstützt meine Fertigkeiten." Still arbeitete er weiter. Noch hielt das Wetter, aber der ständige Niesel machte es zu einer widerlichen Arbeit, die klebrigen kleinen Arschlö- Kaugummis von dem Kratzer zu entfernen. "Hast du dich schon spezialisiert?", fragte der Manako nach und sah einmal nach, wie der Fortschritt bei Shion war. Sah gut aus, die Wand, an der sie gearbeitet hatte, war fast sauber und es war nur noch ein Graffiti übrig, das in ihren Zuständigkeitsbereich fiel. Mehr als man musste, musste man ja auch nicht machen. Strikt an den Plan halten war... naja, der Plan. Raku ließ einen Moment den Blick schweifen und fand, dass anderes Wetter zumindest dafür gesorgt hatte, dass man einen anständigen Überblick gehabt hätte, aber bei dem Wetter sah ja kein Platz wirklich ordentlich aus. Shirogakure musste wohl mal wieder ein wenig investieren, um ein paar Dinge älteren Designs loszuwerden. "Du siehst trainiert aus. Taijutsuka?", fragte er, während sie gemeinsam das Schmutzwasser, welches sich von der Wand gelöst hatte, in Richtung eines Silos fegten. Dann fing er wieder an zu kratzen und selbst die Arme von Raku wurden langsam ein wenig müde. Aber es war Licht am Ende des Tunnels zu sehen: Eine Wand noch, und noch zwei, drei dutzend Kaugummis. Lief doch.
     
  11. Fujioka Shion

    Fujioka Shion Genin

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    Shion war richtig glücklich darüber, wie flüssig das Putzen jetzt ging. Es fühlte sich an, als würde sie endlich wieder richtig schnell vorankommen. Sie konnte von Glück sprechen, dass der Hausmeister so freundlich gewesen war. Auch wenn man sich schon wunderte, warum die Graffitis hier eigentlich noch hingen, wenn der Hausmeister die nötige Ausrüstung hatte. Das Selbe galt für die Kaugummis, doch die Schwarzhaarige beschloss, sich erstmal keine weiteren Gedanken darüber zu machen. Normalerweise hätte sie sich nach so viel schrubben zwischendurch ausruhen müssen, doch ihre Motivation gab ihr gerade Unmengen an Energie, die sie dafür aufbrachte die Schmierereien zu entfernen, während sie Raku's Erläuterungen interessiert zuhörte. Die Fujioka musste erst etwas über seine Worte nachdenken, doch nach ein Paar Sekunden hatte sie das Gefühl, es verstanden zu haben. "Ah, Jäger und Bogenschütze. Das macht Sinn." Das war eigentlich nahe liegend, doch die Fujioka hatte noch nicht darüber nachgedacht, womit ihr Kollege überhaupt jagte. "Ich glaube, ich verstehe was du meinst. Wenn man jemanden einen Bogen benutzen sieht, macht er ja immer ein Auge zu. Und du trägst die Augenklappe, um daran gewöhnt zu bleiben. Liege ich richtig?" Sie war ziemlich beeindruckt von Raku's strenger Trainingsmethode. Indem er praktisch zu jeder Zeit die Augenklappe trug, ging er ja quasi eingeschränkt durch sein ganzes Leben, nur um in spezifischen Situationen einen Vorteil zu haben. Das Mädchen konnte sich gar nicht richtig vorstellen, mit solch einer Einschränkung durch das Leben zu gehen. Da fragte sie sich, ob sie nicht auch häufiger und härter trainieren sollte, wenn sie nützlich für das Dorf werden wollte. Manako-san ist ziemlich beeindruckend. Ich darf auch nicht mit meinem Training nachlassen! Da wurde Shion prompt gefragt, ob sie sich denn schon spezialisiert hatte. "Nun, ich würde gerne einmal eine Fuuin-Spezialistin werden, beherrsche aber erst die Grundlagen. Ich lass es mir direkt von meiner..." Sie überlegte einen Moment lang, wie sie ihre Beziehung zu Sonoko beschreiben konnte. "...quasi Ziehgroßmutter, es ist ein wenig kompliziert, beibringen. Sie war früher auch Ninja und ist eine Meisterin auf dem Gebiet." Während sie erzählte wurden die vereinzelten Wassertropfen langsam aber sicher immer mehr, sodass sich jetzt ein leichter Nieselregen gebildet hatte. Die nächste Frage des Weißhaarigen ließ das Mädchen etwas verdutzt mit erschrockenem Blick da stehen. "Ist das dein Ernst? Eine Taijutsuka? Wirke ich wirklich so athletisch?" Man sah ihr an ihrem Körperbau an, dass sie sich körperlich betätigte, aber das war ja Standard für Ninjas. Und auch sie hatte bemerkt, dass sie beim Schrubben ziemlich gut durchhielt, aber das war ja nur, weil sie so motiviert war. Daher wusste sie nicht, was Raku zu diesem Schluss bringen konnte. Inzwischen hatte sie sich wieder gefasst und ihre stoische, höfliche Haltung angenommen. Sogleich entschuldigte sie sich für ihren verbalen Ausrutscher. Das hatte sie ganz aus dem Konzept gebracht. "Verzeihung wegen gerade eben, Manako-san." Sie schüttelte leicht den Kopf. "Du liegst falsch. Ich beherrsche ausschließlich Ninjutsu und ich habe ehrlich gesagt auch nicht vor, mich übermäßig mit Taijutsu zu befassen, da ich von körperlichen Fähigkeiten her eher unterdurchschnittlich bin."

    Nun machte die Schwarzhaarige sich an das letzte Graffiti. Sie hatte das Gefühl, als würde sie von allen Seiten angefeuert werden und es dauerte sogar nur wenige Minuten, da war die Wand blitzblank sauber geputzt. Zufrieden wischte sie sich den Schweiß von der Stirn und sah sich auf dem Platz um. Raku war auch gerade mit dem letzten Kaugummi fertig geworden. Der Platz sah jetzt schon um einiges besser aus als vorher. Zwar nicht so, als ob man vom Boden hätte essen können, aber halt so, wie ein gut gepflegter öffentlicher Platz aussehen sollte. "Gute Arbeit, Manako-san." Nicht viel Zeit sich auszuruhen und gegenseitig auf die Schulter zu klopfen blieb den Beiden nicht, denn sogleich dröhnte ein Donnern vom Himmel, worauf es von einem Augenblick auf den anderen begann wie aus Eimern zu schütten.
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Feb. 2019
  12. Manako Raku

    Manako Raku Genin

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    Shion machte sich nicht nur die Mühe zu fragen, sondern schien auch wirklich über die Antworten nachzudenken. Das machte sie immer sympathischer und Raku war mittlerweile überzeugt, dass sie mit zu den produktivsten und angenehmsten Mit-Shinobi gehörte, die er jemals kennengelernt hatte. Und nun, ein paar hatte er ja schon kennengelernt, wenngleich er jetzt nicht unbedingt ein Dutzend Kollegen enger kannte. Allerdings schien er sie mit seiner Vermutung wirklich auf dem falschen Fuß erwischt zu haben und er fragte sich, ob es seine Schuld war ob seiner mangelhaften Erfahrung und Beobachtungsgabe oder ob ihr Körper einfach nicht ganz das hielt, was er versprach. Sie sah gar nicht so furchtbar untrainiert aus, aber offenbar irrte er sich. Raku war sich so unsicher darüber, was er auf ihre Frage, ob sie athletisch wirkte, antworten sollte, dass er für den Moment erst einmal überhaupt nichts sagte. Sicher war sicher.

    Tatsächlich hatten sie einige Zeit später allerdings auch die Arbeit erledigt. Es war unglaublich: Kein Müll mehr, keine Kaugummis, keine Graffiti - die Hoffnung, dass das bis nächste Woche so blieb, war immerhin halbwegs realistisch. Raku nickte vorsichtig. "Du auch. Danke." Er nickte, und als es plötzlich richtig anfing zu regnen, schien es den jungen Mann überhaupt gar nicht zu jucken. Er hatte seine Kapuze auf und wenn man genau hinsah, konnte man feststellen, dass seine Kleidung, die eigentlich nur aus festem Segeltuch oder ähnlichem zu bestehen schien, das Wasser nahezu abtropfen ließ und nicht wirklich nass wurde. "Wir sollten die Sachen zurückbringen." Beflissen wie immer packte er das Zeug zusammen, was sie sich geliehen hatten, und ging zusammen mit seiner Kollegin, die ungleich nasser war als er, zurück zum Verwaltungsgebäude. "Du hast Recht." Raku sah zu Shion und deutete auf sein Auge. Manchmal brauchte er ein wenig um auf die Dinge zurückzukommen, aber er vergaß in der Regel nicht. "Es ist hervorragendes Training. Sich zu fordern und Grenzen zu überschreiten lässt einen vorankommen. Fuin-Jutsu klingt interessant." Der Hellhaarige zuckte mit den Schultern. "Nichts für mich. Aber trotzdem sicher nützlich." Kurz schwieg er und zog die Kapuze vom Kopf, als sie unter den Unterstand im Eingangbereich kamen. "Du siehst athletisch aus", bestätigte er dann mit einem Blick auf den Körper der jungen Frau, der durch die nasse Kleidung zumindest ein wenig mehr betont wurde. Rakus Gesichtsausdruck änderte sich nicht, aber ihm fiel etwas ein. "Ich mache meine Kleidung selbst. Wenn du mal einen guten, festen Mantel für solche Missionen haben möchtest, melde dich. Robust und wasserfest. Ich brauche nur das Material." Mit diesen Worten klopfte er an die verschlossene Tür des Verwaltungsgebäudes und wartete darauf, dass der Hausmeister herauskam. "Du übernimmst wieder das Reden", entschied der Grünäugige dann noch schnell.
     
  13. Fujioka Shion

    Fujioka Shion Genin

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    Shion wusste nicht, was für eine Reaktion sie von Raku erwartet hatte, als der Regen anfing. Sie hätte zwar nicht mit so etwas wie einem Schrei oder Panikausbruch seitens des Hellhaarigen gerechnet, aber zumindest mit irgendeine Reaktion. Auf den Vorschlag, die Sachen zum Hausmeister zurückzubringen, antwortete die daher mit einem schlichten, etwas resignierenden, "Okay". Die Schwarzhaarige wunderte sich, warum es Raku gar nichts auszumachen schien, nass zu werden. Da sah sie, dass der Grund war, dass er gar nicht erst nass wurde. Sie beobachtete beeindruckt, wie die Regentropfen regelrecht von seinem Mantel abperlten. So hochwertig wirkte er auf den ersten Blick gar nicht, doch der erste Eindruck schien, wie so oft, zu täuschen. Die Fujioka hingegen war schon von Kopf bis Fuß durchnässt. Sie konnte nur hoffen, in den nächsten Tagen keine Erkältung zu kriegen. Wo Raku die Kleidung wohl hergehabt hatte?

    Auf dem Weg zurück zum Verwaltungsgebäude griff Raku, etwas überraschend für Shion, die vorherige Konversation noch einmal auf. Sie lauschte aufmerksam dem, was ihr Kollege zu sagen hatte, während sich ein leichtes Lächeln auf ihrem Gesicht abzeichnete. Raku war eine wirklich angenehme Person, sodass es dem Mädchen, für den Moment zumindest, gar nichts ausmachte, dass sie schon komplett vom Regen durchtränkt war. Als der Weißhaarige ihr sagte, dass sie athletisch aussah, wurde sie für einen Moment leicht rot. Auch wenn sie wusste, dass das Kompliment rein objektiver Natur war, konnte sie bei sowas einfach nichts dagegen machen. Nachdem der Manako sein Kompliment geäußert hatte, machte er der Schwarzhaarigen ein durchaus lukratives Angebot. "Du machst deine Kleidung also selbst? Das ist beeindruckend. Ich nehme das Angebot gerne an. Ich besorge einen guten Stoff und dann machst du mir einen praktischen Mantel." Damit wurde es abgemacht. Jetzt musste sie nur noch herausfinden, wo man gutes Material herbekommt. Doch da ging auch schon die Tür des Verwaltungsgebäudes auf. Heraus kam wieder der alte Hausmeister, nun noch betrunkener, als er es vorher schon gewesen war. Erst blinzelte er ein Paar mal, bis ihm in seinem Rausch wieder einfiel, wer die Beiden überhaupt waren. "Ahh, ihr seid *rüüülps* es. Isch habe mich scho gefragt, wann... wann ihr ferdig werdet. *hicks* Alsoooo, dann zeigt ma her." Oyakata ging fröhlich torkelnd ein Stück aus der Türschwelle heraus und begutachtete den Platz, wobei die Fujioka und der Manako ihm gleich sein Werkzeug zurückgaben. "Sieht ja echt doll aus. Gu- Gute Ahbeit, ihr Beiden. Um ehrlich zu sehn, mussten *rüülps* die Ninjas nur angesdellt werden, weil isch mehne Arbeit nich richtig gemacht habe. Aber... Aber erzählt das ihnen nich weiter, ja?" Mit diesen Worten ging der Hausmeister auch schon zurück in das Verwaltungsgebäude und schloss die Tür, worauf die beiden Ninja erstmal nur einen Moment lang verdutzt da standen. So langsam hätte er es für den Abend mit dem Alkohol echt gut sein lassen sollen. Die Schwarzhaarige wäre jetzt unter anderen Umständen selten wütend geworden, doch ihr war gar nicht mehr danach. Letzten Endes hatten sie doch nützliche Arbeit geleistet und das Mädchen durfte sogar einen freundlichen Kollegen kennenlernen. Deshalb machte es ihr auch nichts aus, dass sie hinter einem faulen Hausmeister hinterher räumen musste. Sie konnte nicht genau sagen, wie es Raku dabei ging, doch auch ihm schien es am Ende nicht allzu viel auszumachen. Shion verneigte sich noch einmal vor ihm, um sich zu verabschieden. "So, ich schätze das beendet unseren heutigen Job. Ich hoffe inständig, in nicht allzu ferner Zukunft wieder mit dir zusammenarbeiten zu dürfen, Manako-san." Als auch dieser sich verabschiedet hatte, trennten sich ihre Wege und spät am Abend kam die Fujioka Zuhause an, um festzustellen, dass sie sich im strömenden Regen eine heftige Erkältung eingefangen hatte. Aber letzten Endes war es ihr das doch Wert gewesen.


    ~Job beendet~
     
    Manako Raku und Kushou Joudan gefällt das.