Kurort Gensen

Dieses Thema im Forum "Wasserreich" wurde erstellt von Kinzoku Kenta, 17. Feb. 2018.

  1. Kinzoku Kenta

    Kinzoku Kenta Genin

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    Gensen ist eine Kleinstadt auf einer schmalen Insel des nordwestlichen Wasserreichs, nur zwei Stunden Fährfahrt von Getsurin entfernt. Was dem Ort an städtischer Infrastruktur und Bevölkerungszahl abgeht, wiegt er an malerisch-verregneter Landschaft, einem pittoresk ländlichem Mizu-Stil wie sonst nur auf Postkarten und nahezu kitschigem ländlichem Frieden wieder auf, und die Kuranlagen am kargen Strand gelten seit Jahrzehnten als überaus erholsam. Die Gruppe der längerfristigen Touristen aus Übersee macht einen beachtlichen Teil der Bevölkerung aus, und man hört viele fremde Akzente aus allen Ecken der Sora-Allianz, wenn man die zahlreichen Geschäfte, Pensionen und Cafes besucht - die für einen so kleinen Ort unfassbar teuer sind.

    Neben seiner Funktion als Zwischenlager für neurotische Lehrer und mittelgroße Touristenfalle für nervige Ausländer ist Gensen gleichzeitig der einzige richtige Hafen der Insel, die ansonsten aus kleinen Dörfern besteht - für einen Ort dieser bescheidenen Größe ist die Hafenanlage beachtlich. Einige gewitzte Geschäftsleute im Ort bieten hier kleine Motorboote zur Vermietung an, mit denen die abenteuerlustigeren Touristen die umliegenden winzigen Felsinseln und Klippen erkunden können. Hoffentlich ohne zu verunglücken und schlechte Presse zu machen, denn die Gelegenheit zu einer wirklichen Fahrunterweisung besteht hier nicht.


    Mission: Signalausfall!

    Kenta hatte seine lustige kleine Gruppe mit angemessenem Takt in Richtung Fähre dirigiert und sich stumm ins Fäustchen gelacht angesichts des Zusammenspiels seiner zwei Begleiter - er hatte Ray unterschätzt, wirklich! Der Junge mochte ahnungslos sein, aber sein Potential für unbemerkte (... von ihm selbst und sonst keinem) Kränkungen war beachtlich, wenn man ihn mit Leuten wie Ayane zusammenbrachte. Fast wie eine Art sozialer Sprengsatz, denn eine Bombe wusste ja auch nicht, dass sie explodieren konnte. Beinahe schade dass die Mission keine Gelegenheit bot ihn als Ablenkung einzusetzen. Außer vielleicht wenn Ayane zu hochnäsig wurde, aber er hatte sie ja schon präventiv geärgert, ohne dass Kenta irgendetwas hatte tun müssen. Die formale Höflichkeit sprach bei ihm wie üblich für einen völligen Mangel an ehrlichem Respekt, aber sie hatte immerhin ihre interessanten Marotten eingepackt, so wie das mit dem Essen. Ob sie wohl die Nerven verlor wenn die Schicklichkeit große Portionen ohne Chance auf Auslauf gebot? Leider war es normalerweise eher höflich möglichst wenig zu essen, und die Tatsache dass das Ergebnis dieser Mission mehr als sonst auf ihn zurückfallen würde hielt ihn zumindest in dieser Phase davon ab, zu viel zu experimentieren. Wenn sie ein paar Wochen unterwegs gewesen wären vielleicht.

    Die Überfahrt selbst hielt sich in Grenzen was besondere Ereignisse anging - es war eine kleine Touristenfähre, und obendrein keine vielgenutzte Verbindung: Dass Bürger aus Soragakure in den kleinen Kurort wollten kam nicht jeden Tag vor (und wenn doch machten ein paar Beamte die Fähre auch nicht voll) er war mehr für die Urlauber interessant, die naturgemäß eher in die Gegenrichtung zustiegen, wenn das Schiff nach einer Stunde Liegezeit in Gensen zu etwas erträglicheren Zeiten wieder umkehrte. Außer einer Handvoll neuer Patienten die reif für die Insel waren und drei Ninja hatte das Ding heute früh hauptsächlich ein paar Kisten Gebrauchsgüter im Unterdeck geladen, die wohl an die Insulaner gehen sollten - und natürlich jede Menge Regen, der allen zur Verfügung stand, sodass Kenta Ayanes Geographiestunde qua fiat in den Speiseraum verlegt hatte. Richtige Passagierkabinen gab es hier nicht, und das Raucherzimmer war ihm nicht wie eine gute Alternative erschienen. "Ich nehme an ihr habt alle gefrühstückt?" Fragte der Kinzoku, während er mit einem kurzen Blick die gekühlte Speisetheke studierte, die nur wenig von einer Schulkantine unterschied. Hmm ... von diesen Waffeln würde er ja lieber die Finger lassen. Anstatt sich etwas zu nehmen pickte der Kinzoku direkt einen Vierertisch für die Gruppe heraus und würde dort warten, falls einer der anderen sich auf das Abenteuer Kühltheke einlassen wollte. Sobald sie vollzählig waren kam er gleich zur Sache. "Dann würde ich nämlich vorschlagen wir fangen mit unserer Beratungsrunde an. Nita-san, was könnt ihr uns über die Insel erzählen?"
     
  2. Hayabusa Ray

    Hayabusa Ray Genin

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    Die Überfahrt hielt sich an spannenden Ereignissen in Grenzen. Zumindest für die anderen beiden Mitglieder des Teams, denn für Ray wurde es in dem Moment spannend, als er eine kleine Touristenfamilie bemerkte. Diese nahmen ebenfalls die Fähre, wahrscheinlich um in Gensen Urlaub zu machen, immerhin war der Ort für seine malerische Landschaft und die dort zu findende Ruhe bekannt. Ruhe nach Touristenmaßstäben jedenfalls. Für jemanden wie Ray, der die einsame Wildnis kennen und lieben gelernt hatte, war jeder Ort mit mehr als ein paar Dutzend Menschen immer noch Zivilisation. Aber immerhin war es nicht so überlaufen wie im Marktviertel von Soragakure, das war defintiv ein Pluspunkt.
    Zurück zu der Touristenfamilie, welche der Rotschopf bemerkt hatte. Diese bestand aus Mutter, Vater, zwei Töchtern und einem Sohn. Soweit war das nicht weiter außergewöhnlich und wäre keinen zweiten Blick wert gewesen, wäre da nicht ein weiteres 'Familienmitglied' mit gefahren. Diese hatte vier Beine, ein rot geflecktes Fell, einen langen Kringelschwanz, zwei spitze Ohren und gelbe, verschlagene Augen. Es war die Hauskatze der Familie, die offenbar selbst mit in den Urlaub kommen musste.

    Mit Argusaugen begutachtete der junge Shinobi, wie die Katze auf der Reling entlangspazierte, während die Fähre gerade vom Hafen ablegte. Scheinbar wohnte diese Familie in unmittelbarer Nähe des Hafens, sonst würde sie sich nicht so zielsicher und selbstbewusst über die schmale Reling bewegen. Wie leicht war es doch abzurutschen und im tosenden Meer zu versinken. In diesem Moment trafen sich die Augen von Ray und der Katze. Hatte sie ihn höhnisch angelächelt? Ray war davon überzeugt. Sie wusste, dass er von der weltweiten Katzenverschwörung wusste. Sie wusste aber auch, dass keiner im glauben würde, wenn er nicht hieb- und stichfeste Beweise liefern würde. Aber die Frage war nur: Was wollte diese Katze in Gensen? Einen neuen Außenstützpunkt errichten? Ein geheimes Treffen? Fragen über Fragen. Mit einer kurzen Geste signalisierte Ray der Katze, dass er sie im Auge behalten würde, woraufhin dieses hochmütige Biest so tat, als ob es ihn nicht wahrgenommen hätte und begann sich mitten auf der Reling das Fell zu putzen. Ray glaubte zwar nicht, dass auf der Überfahrt irgendetwas passieren würde, aber sofern es im seine Mission erlaubte, würde er die Katze im Auge behalten, diesen Wesen konnte man einfach nicht trauen.

    Jetzt ging es aber erstmal Unterdeck, denn Kenta wollte sinnigerweise die Überfahrt für eine Besprechung nutzen. Da er selbst schon gefrühstückt hatte, nickte er lediglich auf die Frage von Kenta und ließ sich ihm gegenüber an dem Vierertisch nieder. Kurz danach begann Kenta auch schon die Beratungsrunde und fragte Nita nach dem, was sie über die Insel wusste. Ray hatte aus seinen Fehlern gelernt und hielt erstmal die Klappe. Über die Orte auf der Insel wusste er sowieso lediglich, dass sie Touristenorte waren. Ein bisschen mehr wusste er über die Klippen und Felseninseln, welche die Insel umgaben. Dort gab es einige Seevögel, die außerordentlich aggressiv werden konnten, sollte man versuchen ihren Brutfelsen zu erklimmen. Ansonsten hatte man von den Klippen aus einen wunderschönen Ausblick über die rauhe, wild schäumende See, die zwischen den spitzen Felsnadeln vor den Klippen nicht ganz ungefährlich war. Gefährlicher noch als die sichtbaren Felsnadeln waren lediglich die Felsen, die sich dicht unter der Oberfläche befanden und für das bloße Auge kaum zu erkennen waren. Das alles würde Ray dem Bericht von Nita hinzufügen, sollte sie es nicht selbst erwähnen.
     
  3. Kinzoku Kenta

    Kinzoku Kenta Genin

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    Leider hatte Ray von ihrer kleinen Beratung eben offenbar einen kleinen Schreck mitgenommen, denn er hatte keine neue wunderbare Idee oder Frage um Ayane zu irritieren. Kenta würde ihm bei anderer Gelegenheit noch einmal einen kleinen Anstoß geben müssen; es wäre zu schade wenn er sich das ganz abgewöhnen würde nur weil der ältere Rotschopf bei einer potentiell langwierigen Mission sichergehen wollte, dass die beiden sich nicht gegenseitig umkloppten. Und Ayane? Tat was sie am besten tat und gab ihnen eine sachliche, informative Präsentation zur Zielregion, auch wenn sich der Informationgsgewinn für Kenta selbst eher in Grenzen hielt - er hatte zwar vorher keine Fachliteratur studiert, aber sich eine vernünftige Karte anzuschauen half auch schon viel. Auch was Ray hinzufügte war dort zu erkennen, wenngleich ziemlich wichtig. Kenta war zwar recht sicher dass sie schon zurechtkämen - besser als ein paar übermütige Touristen würden sie sich definitiv schlagen - aber vielleicht ruhte seine Zuversicht auch darin dass er im Zweifelsfall immer noch zu Fuß an Land käme ...

    Gensen war in etwa so öde wie Kenta es sich vorgestellt hatte - und es wurde wohl auch nicht charmanter durch den Umstand dass die Gruppe noch vor zehn Uhr morgens dort eintraf, als sich immer noch einzelne Fäden Morgennebel durch die Gassen wanden und abgesehen von einzelnen extrem übermotivierten Touristen und den verlorenen Seelen die hier, oh Götter, lebten, absolut und überhaupt gar niemand sonst hier herumtrieb.

    Gut. Ersparte ihnen Gespräche mit Einheimischen, zumindest für den Anfang - Kenta befürchtete, dass sie bei ordentlicher Missionsführung eventuell nicht drum herumkämen Leute nach Informationen zu fragen. Für den Anfang suchte er aber nur den Bootsteg. "Okay, die Herrschaften - wenn jemand noch irgendetwas aus dem Ort braucht wäre jetzt der Moment einzukaufen. Ehe wir die Zivilisation völlig hinter uns lassen." Fügte er mit einem Hauch von Sarkasmus hinzu. Während Ayane sich darum kümmerte ihre Verpflegung zu regeln und sich in einer Stunde wieder hier zu treffen, blieben die Herren der Schöpfung erstmal zurück. "Ray? Wir halten jetzt gemeinsam Ausschau nach dem Bootsteg. Hast du bisher schon irgendwas rausgefunden oder Ideen zum Fall?" Bestimmte Kenta die Agenda - und ließ dann erstmal auf sich zukommen was der Bursche inzwischen für seltsame Ideen ausgebrütet hatte. Der Clan hatte einen gewissen Ruf, schräge Vögel hervorzubringen, und er brauchte Unterhaltung.
     
  4. Hayabusa Ray

    Hayabusa Ray Genin

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    Noch bevor die Truppe in Gensen ankam, blühte das Herz des jüngeren Rotschopfes auf, als er das verschlafene Nest weit vor den anderen beiden entdeckte. Gensen war ein trostloses kleines Fleckchen, ruhig, abgelegenen und beherbergte in der Sommersaison wahrscheinlich mehr Touristen als Einwohner. Letzteres war das einzige, was Ray nicht wirklich an diesem Örtchen gefiel. Seiner Erfahrung nach, waren Touristen oft weder in der Lage verantwortungsvoll mit ihrer Umgebung umzugehen noch dazu fähig ihren Müll wieder mitzunehmen. Der Philosoph in ihm versuchte ihn oft zu beschwichtigen, dass eben nicht alle Menschen ein Umweltbewusstsein in die Wiege gelegt bekamen und einfach keinen Blick dafür hatten, wie sehr sie ihre schönen Urlaubsorte verschmutzen. Zwar wurde diese Stimme gehört, dennoch konnte sie den Missfallen Touristen gegenüber nicht vollständig besänftigen. Glücklicherweise war Gensen um diese Jahreszeit nicht von Touristen überlaufen und machte damit einen relativ charmanten Eindruck.

    Endlich in Gensen angekommen, war der Naturbursche für eine ganze Weile damit beschäftigt die letzten Fäden des Morgennebels zu beobachten. Schon von der Fähre, war ihm dieses Schauspiel aufgefallen und seitdem verlor sich sein Blick fast in der Betrachtung dieses magischen Schauspiels. Wie federleichte Tücher, schwebten die einzelnen Nebelfäden umher, wurden von der leichten Seebrise hin und hergeschoben, während die Sonne ihren zarten Schleier zum leuchten brachte. Absolut magisch, zumindest für Ray, der sich noch stundenlang in diesem Schauspiel hätte verlieren können. Wenn da nicht Kenta gewesen wäre, der ihn mit einem Ray? zurück in die Gegenwart holte. Kurz und beinahe unmerklich schüttelte der Hayabusa seinen Kopf und richtete seine Falkenaugen fragend auf den anderen Rotschopf, der ihn gerade zu Ideen nach dem Fall fragte. Zwar hatte sich Ray auf der Fahrt nur wenige Gedanken über die Mission gemacht, doch das minderte seinen folgenden Redefluss in keinster Weise.
    "Nunja, die Frage ist, wieso eine autonome Sendestation ausfällt. Da die Sendestation inmitten von gefährlichen Klippen und rauer See steht, könnten Salzwasser, Korrossion oder andere witterungsbedingte Gründe für diesen Ausfall verantwortlich sein, indem sie eine der vielfältigen technischen Gerätschaften angegriffen haben. Da so etwas aber bei dem Standort zu erwarten ist, vermute ich, dass bei der Errichtung der Sendestation darauf geachtet wurde und Vorkehrungen diesbezüglich getroffen worden sind. Dennoch bleibt es der naheliegenste Grund, dass die Sendestation aus diesen 'natürlichen' Gründen ausgefallen ist. Unter Umständen könnten auch Tiere einen Weg in die Sendestation gefunden haben und irgendwelche Kabel angeknabbert haben." Damit waren die natürlich Gründe für den Signalausfall im Grunde abgedeckt, doch die Fantasie des Jungen noch lange nicht am Ende. "Vielleicht aber hat auch hat irgendjemand Schiffbruch auf dem Felsen erlitten. Da das Wasser um die Klippen für einen Schwimmversuch recht gefährlich ist, könnte dieser jemand den Signalausfall bewusst beigeführt haben, in der Hoffnung, dass das Radio einen Techniker schickt. Eine weitere Möglichkeit könnte aber auch bewusste Sabotage gewesen sein. Wobei ich in diesem Fall nicht nachvollziehen kann, wieso ein Musikradiosender sabotiert werden sollte. Doch Menschen haben manchmal die merkwürdigsten Motive für ihr Handeln. Es könnte sich auch um einen Scherzbold oder eine verrückte Mutprobe handeln. Und als letztes könnte ich mir vorstellen, dass vielleicht Schmuggler oder Piraten diese Sendestation als Basis benutzen und der Depp der Mannschaft ausversehen seinen Kaffee über der Technik verschüttet hat." Bei der bildlichen Vorstellung dieser Szene wurde Rays ohnehin schon breites Grinsen noch breiter. "Letzteres halte ich aber eher für unwahrscheinlich." fügte er daher noch hinzu und war so mit seinen Ideen vorerst am Ende und wartete ab, ob Kenta seine Ideen kommentieren würde oder noch weitere hinzufügen würde, während er nach dem Bootssteg Ausschau hielt.

    Nach kurzer Zeit erblickte seine scharfen Augen auch in der Ferne ein verwittertes Schild mit einem passenden Zeichen, woraufhin Ray Kenta mit einem Kopfnicken darauf aufmerksam machte. "Meinst du dahinten könnten wir Glück haben?" fragte er, wobei er nicht darüber nachdachte, ob die Zeichen für Kenta aus dieser Entfernung überhaupt entzifferbar waren.
     
  5. Kinzoku Kenta

    Kinzoku Kenta Genin

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    Na guck - Ray war sogar wach, wenn er die Augen offen hatte. Kenta war sich bisher nicht ganz sicher gewesen was das anging, aber was auch immer ihm gerade noch so durch den Kopf ging schien seine grundsätzliche Aufmerksamkeit nicht zu stören. Der Kinzoku wüsste nur zu gern, was sein heutiger Sidekick nebenher noch dachte, aber für den Anfang gab er sich mit dem Missionsbezogenen zufrieden. Das war auch schon witzig genug, und Kenta hielt nicht damit hinterm Berg dass Ray ihn amüsierte, indem er während der letzten Vorschläge leise lachte. "Kehe. Wenn wir tatsächlich einen Schiffbrüchigen finden der das angestellt hat schreibe ich ihm die Rechnung für unseren Einsatz." Die Aussicht auf Piraten war wegen der Chance auf einen Kampf natürlich besonders reizvoll, aber Kenta machte sich da keine schönen Illusionen sondern rollte nur belustigt mit den Augen. Gut. Zeit, ein bisschen Ordnung ins Chaos zu bringen.

    "Es gibt keine wartungsfreie Maschine, das gilt auch für Sendestationen die angeblich ohne Anwender auskommen."
    Begann Kenta und sprach mit der Autorität des Fachmanns. "Tiere halte ich hier für unwahrscheinlich, aber die Korrosion kann stärker ausgefallen sein als erwartet. Oder - die wahrscheinlichste Ursache - es wurde ein schadhaftes Teil verbaut das dann schneller kaputt ging als es sollte. Wenn der Reparaturkasten vor Ort gut ausgestattet ist wird das eine Sache von ein bis vier Stunden Arbeit für mich, und du kannst dir solange die See angucken." Er zwinkerte Ray zu. "Piraten sind nicht die Antwort auf alle offenen Fragen, Ray-kun, so schön das auch wäre." Und was Ray da zu sehen glaubte ... konnte Kenta nicht so wirklich nachvollziehen, aber dem Sehsinn des Hayabusa vertraute er mehr als dessen Realitätsbezug. "Versuchen wir's!" Entschied er kurzerhand, und führte sein drolliges kleines Team aus zwei Personen direkt an den Kai. Der Mann, der an dieser Stelle kleine Motorboote an Touristen verlieh, guckte zwar erstmal etwas doof, als sich zwei rothaarige Jungen vorstellten, die definitiv nicht volljährig waren, aber Kentas straffe Verhandlungsführung überzeugte ihn schnell dass man sein Geld vermutlich annehmen durfte. Dass sie das Boot möglicherweise länger als ein paar Stunden brauchen würden, behielt Kenta erstmal für sich - nachzahlen war einfacher als im Voraus für längere Leihfristen argumentieren.

    "Tu mir einen Gefallen und spiel Navigator, ja?
    " Fragte Kenta, nachdem er den Motor in Betrieb genommen und das Boot leise tuckernd aus dem Hafen manövriert hatte - er fuhr zum ersten Mal Boot, aber für den Moment ging es: Die See war nur mäßig aufgewühlt, aber wenn das Wetter weiter so heftig war könnte das jederzeit kippen. "Hier soll es ein paar Untiefen geben und wir schauen besser beide gut hin, ehe wir auf Grund laufen." Und vielleicht konnte Ray mit seinen wundersamen Augen auch besser ihr Ziel ausmachen - sich im nebeligen Regenwetter auf der See zu orientieren war schließlich alles andere als einfach.
     
  6. Hayabusa Ray

    Hayabusa Ray Genin

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    "Sicherlich sind Piraten nicht die Antwort auf alle Fragen, allerdings lernen wir im Hayabusa-Clan schon früh die unterschiedlichsten Ideen, Blickwinkel und Möglichkeiten in Betracht zu ziehen. Das weitet den Blick und schützt vor unliebsamen Überraschungen." erwiderte er Kenta nach dessen fachmännischer Einschätzung der Situation und erinnerte sich dabei an die vielen Lektionen seines Vaters, der ihn immer wieder darauf hingewiesen hatte, dass es immer mindestens zwei Seiten einer Geschichte gibt und das Schicksal sich oft einen Spaß daraus macht die verrücktesten Geschichten zu erzählen. Und wenn er ganz ehrlich zu sich war, hoffte er darauf, dass dieser Einsatz mehr war, als eine langweilige Routineuntersuchung. Am liebsten hätte er ein Abenteuer, so wie die Protagonisten in seinen Büchern.

    Die Verhandlung mit dem Bootsverleiher überließ Ray nur zu gerne Kenta und betrachtete stattdessen die leicht aufgewühlte See. Das Wetter war nicht gerade ideal für einen Bootstripp durch gefährliche Untiefen, aber wo bliebe denn der Spaß und die Herausforderung, wenn alles einfach einfach wäre. Also sprang er schnell in das Boot, welches der Mann ihnen verlieh und balancierte über die Reling. Er hatte mit Bodo gewettet, dass er einmal komplett um die gesamte Reling herumbalancieren würde. Allerdings wurde schnell klar, dass dieses Vorhaben zum Scheitern verurteilt war. Denn durch dieses Balancieren veränderte er den Schwerpunkt des Bootes so, dass dieses mit hoher Wahrscheinlchkeit kentern würde, sofern sich nicht ein entsprechendes Gegengewicht auf der anderen Seite befand. Ob Kenta wohl mitmachen würde. Für einen Moment dachte er darüber nach, verwarf den Gedanken aber schnell wieder. Nie und nimmer. Was bedeutet, dass er sich diesmal Bodo geschlagen geben musste. Wobei die Wette auch nicht ganz fair gestellt war. Wie dem auch sei, noch bevor er diesen Sachverhalt mit seinem inneren Herausforderer ausdiskutieren konnte, forderte Kenta ihn auf Navigator zu spielen. "Aye, Aye Käpten." Und mit diesen Worten begab er sich zum Bug des kleinen Motorbootes, um nach Gefahren Ausschau zu halten.

    Das war einfacher gesagt, als getan, denn auch wenn das Falkenbluterbe des jungen Hayabusa ihm gerade bei Nebel und Regen hilfreich war, so konnte auch er nicht sehen, was der Nebel vollständig verbarg. Nichtsdestotrotz war es für ihn leichter die verschwommenen Konturen als Felsen, Bojen etc. zu identifizieren, sodass er das Motorboot einigermaßen sicher navigieren konnte. Allerdings half es auch, dass Kenta nicht allzu schnell fuhr und viele Untiefen für das kleine Motorboot mit dem geringen Tiefgang relativ ungefährlich waren. Ein weiterer nicht zu unterschätzender Faktor war sicherlich auch, dass der Rotschopf mit den schwarzen Augen daran gewöhnt war sich auf seinem Blick bei solch einem Wetter zu verlassen. Er kannte Nebel und Regen und wusste wie sie seine Sicht beeinflussten, er musste es sogar wissen, immerhin wollte er eines Tages sich bei solch einem Wetter in die Lüfte schwingen.

    "Kenta, ich glaube da vorne ist die Sendestation." rief Ray über das Rauschen der Wellen und das Röhren des Motors nach hinten, während er die Augen zusammenkniff und mit einem Finger in die entsprechende Richtung zeigte. Noch war er sich nicht ganz sicher, ob es sich bei dem Gebilde, was er erblickt hatte wirklich um die Sendestation handelte, jedoch war er sich sicher, dass es sich nicht um Felsen handelte. Nach einigen weiteren Metern war er sich dann sicher in der Ferne zwischen den Felsen ein schlankes, hohes Stahlgerüst erblickt zu haben. Das musste die Sendestation sein und während Kenta das Gebäude ansteuerte, fokussierte sich Ray darauf Felsen oder ähnliche Hindernisse auszumachen, die ihnen gefährlich werden konnten.
     
  7. Kinzoku Kenta

    Kinzoku Kenta Genin

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    Kenta grinste. Ray hatte ihn sicher so verstanden dass er für den Piratenkommentar ermahnt worden war - und das sollte er ruhig, wozu hatte man denn das Kommando wenn nicht um kleine Anfänger zu ermahnen? - aber ehrlich gesagt hätte er ein paar Piraten jetzt selbst ganz spannend gefunden. Oder alternativ ein paar Schiffe der Shiro-Allianz die man hätte plündern können ... gut, sie hatten eben nur ein kleines Motorboot und mieses Wetter. Hiermit ein ernstgemeintes Schiff zu kapern wäre eine echte Leistung ... er hatte zwar ein bis zwei strategische Ideen zu diesem Konzept, aber das war jetzt nicht der Moment - er konzentrierte sich notgedrungen aufs Fahren, während Ray für ihn im Krähennest saß, das es auf diesem Schiff nicht gab. Rasch kehrte eine gespannte, konzentrierte Atmosphäre zwischen den beiden Jungen ein, und sie schafften es gemeinsam das kleine Schiff ans Ziel zu bringen - nach anderthalb Stunden hatten sie zwar ein paar Felsen geschrammt, waren ansonsten aber recht unbeschadet am Zielort angekommen.
    "... also, da ist ja sogar Gensen lebhafter als dieser karge Felsen." Stellte Kenta fest, und schüttelte grinsend den Kopf, als er das Boot ein Stück weit an den steinigen Strand zerrte - nicht dass es ihnen im unruhigen Seegang fortgespült wurde. Der Regen peitschte weiter auf sie nieder und erweckte in seinen dünnen Fäden den Eindruck eines Vorhangs, den irgendein missgünstiger Gott vor ihnen aufgestellt hatte. "Ich schlage vor wir gehen erstmal rein!" Rief der Kinzoku über eine plötzlich aufkommende Brise, und kramte in seiner Tasche nach dem Schlüssel. Bis sie es zur Tür geschafft hatten, rollte in der Ferne ein Donnerschlag über den Himmel, und nur wenig später folgte der Blitzschlag. Kenta lachte laut auf. "Hah! Na wenigstens das Wetter ist gut." Freute er sich, und schloss klimpernd auf. "Rein in die gute Stube!" Er freute sich ehrlich über Unwetter, auch wenn er nicht so recht hätte sagen können wieso - es war einfach eine Vorliebe von ihm, und so war es beinahe von ein bisschen Wehmut begleitet, als er die Tür wieder zuzog und Ray und sich vom aufkommenden Gewitter da draußen abschirmte. Der Vorraum der Sendestation war ziemlich karg und spärlich ausgestattet - es gab zwei Pritschen, einen winzigen Tisch und zwei Stühle, und die mageren Zwiebackvorräte in einem Regal in der Ecke würden zusammen mit ihren Einkäufen sicher ne Weile ausreichen. Licht spendeten ein paar in Drahtkäfigen eingelassene Leuchtröhren, sobald jemand auf den Schalter haute; die Steuerkonsole befand sich im einzigen anderen Raum.
    "Also ... das Schloss war intakt und ich hab am Außengebäude keine Schäden gesehen. Hier scheint es auch nirgendwo reinzuregnen." Stellte er fest, riss sich die schwer gewordene Jacke vom Leib und stieg aus den wetterfesten Stiefeln. Da sein Pullover ebenfalls etwas feucht geworden war, zog Kenta sich den auch über den Kopf ... und rubbelte sich nach kurzem Nachdenken mit dem Pullover die roten Haare so trocken wie er sie jetzt bekam. Denn: wenn er gleich in einer Jahre alten Installation herumkriechen musste wollte er nicht nass sein. "Spricht ja wohl für Materialversagen ... na, schauen wir uns die Kiste mal an." Jetzt würde Ray sicher die blitzgeflechtartigen Narben erkennen können, die Kenta über beide Arme wanderten und irgendwo unter dem Unterhemd verschwanden. "Nimm die Ersatzteilkiste da vorne mit, ja?"
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. Apr. 2018
  8. Hayabusa Ray

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    Wie eigentlich immer konnte sich Ray auch diesmal auf seinen Sehsinn verlassen. Trotz Nebel und das was man landläufig unter miesem Wetter verstand, schließlich waren die beiden Rothaarigen, was ihren Geschmack von gutem Wetter angeht nicht die Norm, hatte das Falkenauge zielsicher die Sendestation ausgemacht. Kurze Zeit später legten die beiden Shinobi mit ihrem Motorboot an dem kargen Felsen an. Nachdem dieses von den beiden auf den felsigen Strand gezogen war, fing Ray an das Wetterschauspiel zu beobachten, während Kenta den Schlüssel kramte. Dünner Regen peitschte ihm ins Gesicht, die Kapuze seines knallgelben Regenmantels wurde ihm von der steifen Brise vom Kopf gefegt, sodass das breite Grinsen des Jungen zutage kam. "Jetzt nur noch ein paar Blitze." dachte er und als ob der missgünstige Wettergott seine Gedanken gehört hatte, krachte der Donner, gefolgt von einem mächtigen Blitz. "Herrlich." rief der Hayabusa laut auf und das ohnehin schon breite Grinsen schien sich nochmal zu vergrößern. Fast schon unwillig verabschiedete sich Ray von dem herrlichen Wetter und folgte Kenta ins Innere der Sendesation, um sich dort gebührend umzusehen.
    Allerdings gab es in dieser nicht wirklich sonderlich viel zu sehen und so tat er es Kenta gleich und zog die nassen Regenklamotten aus. Noch war es allerdings dunkel in dem Raum und selbst die scharfen Falkenaugen konnte gegen Dunkelheit nicht wirklich etwas ausrichten. "Damit können wir wohl Fremdeindringen ausschließen, aber wenn du dich dann um die Elektrik kümmerst, kann ich mich ja vielleicht im Gebäude umsehen und schauen, ob es auch wirklich dicht ist." meinte er zu seinem Mitstreiter. Es sah zwar so aus, als ob sie die einzigen Menschen auf der Insel waren, was aber nicht heißen musste, dass das auch stimmte. Und da Ray wenig Lust auf unangenehme Überraschungen hatte, wollte er lieber nocheinmal die ganze Station absuchen. Jetzt aber schleppte er erstmal die Ersatzteilkiste hinter dem Kinzoku hinterher.
    Er selbst verstand im Gegensatz zu den Shinobi aus dem Kinzoku-Clan nicht sonderlich viel von Elektronik, da war es gut, dass Kenta mit dabei war, ansonsten würde die Reparatur wohl weitaus länger dauern. Wie jeder in Soragakure wusste auch Ray ein wenig über die Fähigkeiten des Kinzoku-Clans. Es war auch schwer nichts über die Leute zu wissen, die verhindern das die Stadt in der du wohnst vom Himmel fällt.
    Nachdem sie endlich auch das Licht zum Leuchten gebracht hatten, fielen Ray die nicht zu übersehenden Narben an Kentas Armen auf. Neugierig betrachtete er sie mit seinen schwarzen Augen, während er Kenta folgte. Doch da er weder über fundierte Elektronikkenntnisse noch über das entsprechende medizinische Wissen verfügte, hatte er keine Ahnung, woher die Narben stammen könnten. "Woher hast du denn deine coolen Narben? Sind die bei euch auch Teil des Bluterbe?" fragte er stattdessen. Er hatte bisher zwar nicht davon gehört, dass andere Kekkai Genkai Narben auf dem Körper verursachten, aber denkbar war es. Er selbst besaß ja aufgrund seines Bluterbes ebenfalls so etwas wie Narben, die seine Schulterblätter zierten. Ob Kenta darüber wohl Bescheid wusste? Unwahrscheinlich war doch der Hayabusa-Clan nicht umsonst für die Geheimnistuerei mancher seiner Mitglieder berühmt.
     
  9. Kinzoku Kenta

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    Kenta blinzelte kurz - er war tatsächlich etwas überrascht dass Ray den Punkt ansprach, er selbst hatte schon fast wieder vergessen dass er die Narben noch hatte. Kaum jemand hatte ihn die letzten Jahre darauf angesprochen (wohl auch weil er selten ins Schwimmbad ging) und er musste kurz überlegen was er dazu wohl sagen sollte. Es war für ihn bisher zwar eher eine Schmach gewesen an seinen dummen Unfall erinnert zu werden, aber ... so wie Ray fragte fühlte er sich eher geschmeichelt. Wenn der Junge sich jetzt schon sicher war dass es sich um coole Narben handelte, wer wäre Kenta denn ihm da zu widersprechen? "Hmmm." Machte er bedeutungsvoll, und grinste. "Die ganze Geschichte kann ich dir ja nicht erzählen, aber es hat was mit einer Maschine zu tun die ich mal gebaut hab." Was streng genommen nicht mal so ganz gelogen war, nur waren die wahren Ereignisse längst nicht so spannend wie er sie gerade klingen ließ. Und Kinzoku waren bekanntermaßen verschwiegen, was innere Angelegenheiten anging. Je nachdem wie Ray weiter fragte, jetzt wo seine Fantasie angefeuert war, würde Kenta sich dann den Rest ausdenken - Menschen freuten sich in ihren Vorurteilen bestätigt zu werden. Bei jemandem wie Ray der viel darauf gab dass die Welt komplizierter war als Vorurteil würde er nur drauf achten müssen ein paar unerwartete Wendungen drinnen zu haben, aber ... Kenta belog seit Jahren große, kleine, dumme und schlaue Menschen, er traute sich zu sich was passendes einfallen zu lassen.

    In der Zwischenzeit löste der Kinzoku erstmal mit ein paar geübten Handgriffen die Vertäfelung der Kontrollkonsole, unterhalb derer sich auch der eigentliche Sender versteckte - bis auf den Teil der einige Meter in den Sturm hineinragte und an dem hoffentlich nichts kaputtgegangen war, sonst müsste er bei diesem Wetter da oben elektrische Arbeiten machen. "Soo ... dann guck dich am besten Mal in der Anlage um. Ich glaub nicht dass ich die nächsten paar Minuten viel Verwendung für dich habe." Kündigte Kenta an, ehe sein roter Schopf und der größere Teil seines Oberkörpers in den Eingeweiden der Anlage verschwanden. Sah ja erstmal ziemlich normal aus, keine verschmorten Teile ... stirnrunzelnd begann er das Innere des unvertrauten Schaltkreises näher zu erforschen. Er kannte es schließlich nur vom Papier.

    Rays Kundschafterexpedition in die anderen Räume der Sendeanlage war erstmal nur von mäßigem Erfolg gekrönt - er fand die ein oder andere Spur dass hier mal Leute gewesen waren (wie ein paar einsame Zwiebackkrümel auf dem Boden) aber natürlich war das zu erwarten wenn hier auch mal eine Wartungscrew reinschneite. Bei näherem Hinsehen fand sich allerdings doch eine Auffälligkeit - ein kleiner Schraubendreher, der hinter dem Schaltpult in dessen Innerem Kenta eben versunken war herumlag. Auffällig? Wenn er gründlicher suchte würde er da und dort auch Haare finden - relativ kurz, blond und braun, die blonden länger als die braunen. Beides auch nicht so ganz eindeutig, wenn man ehrlich war, allerdings kam noch etwas hinzu.

    "Hah!" Rief Kenta triumphant und krabbelte wieder unter der Kiste hervor. "Guck dir das an - hier fehlen drei Kabel, zwei Widerstände und fünf Schalter. Und ein paar Kabel sind umgesteckt." Und das war noch nicht das letzte - Kenta deutete auf den aufgeklappten Ersatzteilkasten. "Und rate mal welche Teile hier komischerweise fehlen." Er grinste - was angesichts der Tatsache dass sie ohne die richtigen Ersatzteile auf einer sturmgeplagten Miniatur-Insel herumsaßen sonderbar anmuten mochte. "Und was sind deine Ergebnisse?"
     
  10. Hayabusa Ray

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    "Eine Maschine sagst du. Das hört sich interessant an. Das musst du mir unbedingt erzählen, wenn wir mal Zeit dafür haben." So leicht würde Ray Kenta nicht davonkommen lassen, aber vorerst begnügte er sich mit dieser Erklärung, denn immerhin gab es gerade genug spannende Dinge zu sehen. Denn was Elektronik anging, so war der Rotschopf des Hayabusa Clans ein unbeschriebenes Blatt. Er liebte die Natur und die Wildnis und hätte ohne Probleme mit Feuersteinen ein kräftiges Lagerfeuer in null komma nichts entzünden können. Was allerdings die Steuerung einer Sendestation anging, so belief sich sein Wissen auf ungefähr überhaupt nichts. Doch interessant war es schon, was sein Teamkollege da machte und so schaute er ihm zunächst über die Schulter, während er die Täfelung löste hinter der eine ganze Menge Kabel, Drähte und anderes komisches Zeugs versteckt war. Von der Hälfte dieser Dinge hatte das Falkenauge noch nicht einmal eine Idee, wie es heißen könnte, geschweige denn, was der Sinn und Zweck dahinter war. Der kurze Blick genügte jedoch, um ihn davon zu überzeugen diese Arbeit besser Kenta machen zu lassen und so war er ganz froh sich nützlich machen zu können, indem er sich umschaute. "Aye, Aye Captain." bestätigte er und begann mit seiner Kundschafterexpedition.

    Besonders groß war das innere der Sendestation hingegen nicht. Es gab eine kleines Badezimmer, dessen Wasserhahn jedoch schon seit längerer Zeit nicht mehr benutzt worden war, wenn man nach den Staubflusen urteilte, die sich im Waschbecken gesammelt hatten. Und auch ansonsten waren die Räume ziemlich leer. Die Schränke waren größtenteils leer, in der kleinen Küche fanden sich Zwiebackkrümel, die allerdings schon seit Ewigkeiten dort herumliegen konnten. Das Zeug hielt sich ja recht lange ohne Schlecht zu werden. Es bedeutete zwar, dass diese Sendestation durchaus mal von Menschen besetzt war, was aber zu erwarten war, denn irgendwer musste sie ja schließlich gebaut haben. Seine erste Erkundungsrunde war damit eine herbe Enttäuschung, aber Ray wäre nicht Ray, wenn er sich davon aufhielten ließe und da Kenta noch immer beschäftigt war, begann er die Räume ein zweites Mal zu scannen. Diesmal entdeckten seine Augen auch tatsächlich etwas. Da war ein kleiner Schraubenzieher genau hinter dem Schaltpult in dem Kenta herumwerkelte. Zufall? Ray glaubte nicht daran. Jetzt war Rays Ehrgeiz geweckt und jeder Millimeter wurde mit seinen Augen herangezoomt und abgesucht. So dauerte es auch nicht lange, bis er hier und dort Haare entdeckte um genau zu sein sogar zwei unterschiedliche Haare. Beide waren relativ kurz, was auf männliche Personen zutreffen könnte, wobei es ja auch so manche Frau mit kurzen Haaren gab. Die Haarfarben konnte er ebenfalls identifizieren, blond und braun, was also ausschloß, dass die Haare von ihm oder Kenta stammten. Ebenfalls zu erkennen war, dass die blonden ein kleines Stück länger waren als die braunen. Er hatte seine Analyse gerade abgeschlossen als Kenta wieder aus der Konsole auftauchte und seine Ergebnisse verkündete.

    "Wenn du so fragst, dann fehlen wahrscheinlich genau diese Ersatzteile und ein Schraubendreher müsste auch fehlen, denn der liegt hier hinten." Dabei deutete er auf das entdeckte Werkzeug. "Das ganze macht es wahrscheinlicher, dass wir es mit Sabotage zu tun haben, vor allem nach dem, was ich gefunden habe." antwortete Ray und deutete auf die Haare, die überall herumlagen. "Könnte natürlich sein, dass die Haare auch von der Wartungscrew sind, aber irgendetwas scheint an dieser Sache nicht zu stimmen." Ray rümpfte die Nase und stemmte die Fäuste in die Hüfte, während er nachdenklich den Kopf schieflegte. Er hatte das Gefühl, dass irgendetwas an der Sache faul war und egal, was es war, er würde in jedem Fall von nun an besonders aufmerksam sein. "Wie gehen wir weiter vor? Zurück ins Dorf und Ersatzteile besorgen oder schauen wir, ob es draußen auf dem Felsen noch irgendetwas zu entdecken gibt?" Letzteres war vielleicht gar nicht so unwahrscheinlich, wenn es sich tatsächlich um Sabotage handelte, wenngleich Wind und Wetter viele Spuren vernichtet haben könnten.
     
  11. Kinzoku Kenta

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    "Hmm. Nein, der Schraubendreher fehlt hier nicht. Entweder der flog hier uneingepackt rum oder die Herrschaften haben ihren eigenen mitgebracht. Das wäre etwas wahrscheinlicher." Kenta grinste unvermindert weiter, während Ray ihm erklärte was sich bei diesem Bild wohl jeder gedacht hätte - Sabotage, natürlich. Es fehlten nicht zufällig ALLE gerade gebrauchten Ersatzteile, das kam entgegen diverser Klischees einfach nicht vor. Was der Hayabusa nicht tat - und was für einen Detektiv nach Kentas Meinung ein großes Manko war! - war über das Täterprofil nachzudenken. Aber vielleicht hatte der Kinzoku einfach mehr Affinität dazu. "Rekapitulieren wir erst einmal was wir bereits wissen, Ray-kun." Fuhr er unbeirrt in der Manier eines famosen Teenagerdetektivs weiter, die Frage nach den Ersatzteilen erstmal übergehend. "Wir haben offenbar zwei Personen, die geübt mit Technik umgehen und so gründlich waren, dass Schloss nicht nur zu knacken, sondern hinter sich auch wieder zu schließen - oder sich einen Schlüssel zu organisieren oder nachzufertigen. Auch die Konsole wurde wieder verschlossen, sie hätten bis auf den vergessenen Schraubenschlüssel also ziemlich keine Spuren hinterlassen. Aber gleichzeitig ..." Kenta grinste, dass seine Zähne aufblitzten. "... haben sie alle Teile, die für eine Reparatur nötig wären, mitgehen lassen - und zwar nur diese Teile, was einfach auffallen musste. Das spricht dafür dass sie zwar intelligent und technisch fähig sind, aber offenbar nicht gerade häufig Sabotage durchführen, denn den Profi zeichnet aus dass er vorher sein Ziel klar absteckt - der hätte etwa die Hälfte der Teile aus dem Kasten genommen oder ihn in Ruhe gelassen. Oder die Anlage mit einem Brand oder elektrischer Überlastung zerstört und es wie eine natürliche Fehlfunktion aussehen lassen. Diese halb-und-halb Lösung wirkt wie eine spontane Eingebung und zeugt von mangelnder Professionalität, man könnte sogar ein bisschen sehr unbedachten Spott an unsere Adresse hineinlesen der bei echter Auftragsarbeit gar keinen Platz hätte. Ganz klar also technisch versierte Laien. Zusätzliche Erfahrung im Umgang mit Schlössern legt Karrierekriminelle oder Shinobi nahe, was ja ungefähr das gleiche ist." Viel Monolog, aber was tat man nicht alles für die Weiterbildung der Jugend, hm? Kenta klatschte in die Hände.

    "Du musst schon ein bisschen weiter denken als bis vor deine Nase wenn Mutti nicht dabei ist, Ray. Und was die Ersatzteile angeht ... sieh und lerne." Kenta streckte seinen Arm aus und ließ die Finger der Reihe nach durchknacken, was aber mehr für den Effekt war, dann wurden erste silbrig graue Flecken auf seiner Handfläche sichtbar, die sich langsam in die Länge sponnen. Er hatte ja schon geahnt dass das nötig werden könnte - war auch der wesentliche Grund weshalb er sich den Pullover ausgezogen hatte. Es konnte knifflig werden Dinge zu bauen die man unter seinem Ärmel gar nicht sehen konnte. "Ich weiß nicht wie viel du über das Kinzoku-sei weißt ... aber damit hat unser sabotierender Spaßvogel sicher nicht gerechnet." Murmelte der Junge, während der Großteil seiner Konzentration für den eigenartigen Prozess auf seiner Handfläche draufging. Kabel waren ziemlich einfach, aber man musste dennoch aufpassen nichts zu verschlampen, das sich langfristig negativ auf die Leitfähigkeit auswirken konnte - und der Anschluss war auch ein kniffliges Teil. Nur an Isolation mangelte es, aber das würde dann jemand nach ihnen erledigen müssen - Kenta hatte schon eine ganz gute Vorstellung wie er Kabel im Inneren legen würde damit sie sich nicht direkt berührten, und Kinzoku-Metall war so leitfähig und widerstandsfähig dass es auch in salzigem Wetter bis auf weiteres gut gehen sollte. Rasch verdrillten sich feinste Metallfäden in Kentas Hand zu Anschlussköpfen und das Zentrum der Aktivität wanderte von seiner Hand seinen Arm hinauf, während er sich schrittweise entlang der Werkstücke weiter arbeitete - der Kabelanteil ging schnell, der andere Anschluss brauchte dann wieder ein wenig mehr Konzentration. Das kürzeste Kabel endete bei Kentas Ellenbeuge, die anderen beiden wanderten weiter und endeten etwa der Gegend seines Schlüsselbeins. Als er fertig war, was etwa drei Minuten gedauert hatte, pflückte der Kinzoku die Kabel von seiner Haut wie reife Früchte. "Voila. Was die Schalter und Widerstände angeht muss ich basteln, aber ich denke ich kann mit dem was wir hier haben improvisieren ... warum schaust du dich nicht draußen nochmal um ob du nicht noch weitere Spuren von unseren Saboteuren findest? Wer so schlampig ist Schraubenzier liegenzulassen hat vielleicht noch woanders nicht aufgepasst."
     
  12. Hayabusa Ray

    Hayabusa Ray Genin

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    "Wieso aber sollten sie ihren eigenen Schraubendreher mitbringen? Hatten Sie Angst, dass hier keiner zu finden wäre?" Das ganze ergab für den Hayabusa noch keinen Sinn, aber erstmal hörte er Kentas Monolog über das Täterprofil zu, während er selbst dabei auf und abging, so konnte er sich einfach besser konzentrieren. In der Tat hatte er selbst noch nicht angefangen über das Täterprofil nachzudenken, was größtenteils daran lag, dass mit dem Verhalten anderer Menschen nicht sonderlich viel anzufangen wusste. So konzentrierte er sich darauf dem anderen Rotschopf zuzuhören und dabei zu lernen.
    "Eine Sache stört mich aber immer noch. Wieso sollte man eine Sendestation auf diese naive Art und Weise sabotieren? Selbst wenn sie die Ersatzteile nicht da sind, ist es kein sonderlicher Aufwand neue zu besorgen. Hätten Sie nicht deutlich dauerhafteren Schaden anrichten können, wenn sie die Konsole einfach zerstört hätten. Das wäre doch wesentlich effektiver, falls das Ziel gewesen wäre diese Sendestation außer Kraft zu setzen. Und auch wenn wir es, wie du sagst mit mangelnder Professionalität zu tun haben, haben wir immer noch kein Motiv." Ray war es zwar gewohnt die Taten anderer Menschen nicht immer zu verstehen, doch in diesem Fall störte es ihn erheblich. Dann blieb er plötzlich stehen, legte den Kopf schief, um über den spontanen Einfall nachzudenken, ehe er ihn mitteilte. "Meinst du das ganze könnte auch eine Falle sein? Vielleicht ging es gar nicht so sehr um die Sendestation. Andererseits stellt sich auch hier die Frage, wieso man uns eine Falle stellen würde. Vor allem, da man ja nicht wissen kann, welches Ninjateam geschickt wird oder ob überhaupt eines. " Ray ging zwei Schritte weiter und dachte nochmal nach, ehe er sagte: "Meinst du es gibt einen festen Techniker, der genau für diese Sendestation zuständig ist und der im Normalfall rausgeschickt worden wäre? Falls ja, könnte das ganze eine Falle ihm gegenüber sein?" Der Gedanke war weit hergeholt und an einigen Hypothesen geknüpft, aber eigentlich ziemlich Hayabusa typisch, da er das ganze nochmal aus einem komplett anderen Blickwinkel betrachtete.

    Was Kentas kleine Showeinlage bezüglich der Ersatzteile anging, so war Ray nur mittelmäßig beeindruckt. Da er selbst in Soragakure aufgewachsen war, war dieser Anblick nicht so außergewöhnlich wie vielleicht für Shinobi aus anderen Reichen. Faszinierend war es trotzdem immer wieder, wie sich das Metall auf Kentas Haut bildete. "Wie viel von diesem Metall könnt ihr eigentlich herstellen?" fragte er dann doch, denn das hatte ihn schon immer interessiert. Immerhin hatte er gesehen, wie einige Techniker des Kinzoku-Clans jede Menge von dem Metall scheinbar problemlos aus ihren Handflächen erzeugen konnte.
    Nachdem er die Antwort von Kenta erhalten hatte, verabschiedete er sich mit einem erneuten "Aye, Aye, Captain", zog sich wieder sein Regenzeug an und öffnete die Tür, um wieder hinaus in den wunderbaren Sturm zu treten, der weiter angeschwollen war. Mittlerweile hatte sich der Himmel weiter verdunkelt, immer wieder erhellten Blitze die Szenerie, während Donner und Wellen gleichermaßen über das felsige Eiland rollten. Ray grinste. Für viele wäre es wohl eine Bestrafung gewesen jetzt vor die Tür zu gehen, für ihn aber regelrecht eine Belohnung. Erst in dem Moment, wo er seine Füße vor die Tür setzte, merkte er, wie klein und beengend die Sendestation war und mit einem Mal war ihm doch ein ganze Stück leichter um die Brust. Tief sog er die Meeresluft ein, ehe er sich daran machte die karge Insel zu erkunden, wobei er sich nicht sonderlich viel Hoffnung darauf machte irgendetwas zu finden. Und ein erster kurzer Rundgang um das Haus führte auch zu keinen Ergebnissen, außer Felsen und Steinen war nicht wirklich irgendetwas zu sehen, was nicht bedeuten musste, dass auch wirklich nichts da war. Deutlich langsamer und aufmerksamer und kampfbereit machte er sich daran die Insel ein zweites Mal zu umrunden, diesmal aber wesentlich genauer zu schauen und nach allem Ausschau zu halten, was ungewöhnlich sein könnte.
    Allerdings war ein zweiter Rundgang in seiner Gänze überhaupt nicht notwendig, denn als Ray seinen scharfen Blick über die Felsen vor der Insel streifen ließ, erblickte er etwas ungewöhnliches. Genaueres war selbst für ihn nicht zu erkennen, jedoch sah es so aus, als ob sich zwischen den Klippen ein Metallstück eingeklemmt hatte. Angestrengt versuchte der Hayabusa genaueres zu erkennen, doch es erschloss sich ihm beim besten Willen nicht, wofür dieses Metallstück gut sein sollte. Da sein zweiter Rundgang keine weiteren Erkenntnisse zu Tage brachte, beschloss er wieder zurück in die Sendestation zu gehen und Kenta von dem ungewöhnlichen Metallstück zu berichten.

    "Draußen ist bis auf eine Sache nichts außergewöhnliches zu entdecken." eröffnete er das Gespräch, nachdem er seine Regensachen wieder ausgezogen hatte. "Allerdings hat sich zwischen die Klippen ein ungewöhnliches Metallstück verkeilt. Ich kann jedoch auch nicht genau erkennen, woher es stammen können oder was für einen Zweck es erfüllt haben könnte. Dennoch stellt sich die Frage, woher es kommen könnte. Irgendwelche Ideen?"
     
    Zuletzt bearbeitet: 5. Mai 2018
  13. Kinzoku Kenta

    Kinzoku Kenta Genin

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    Kenta schnalzte mit der Zunge, als Ray sich nach der möglichen Menge an Metall erkundigte. "Gegenfrage: Wie viel kannst du eigentlich sehen?" Fragte er zurück. "Alles eine Frage der Erfahrung und der Chakrareserven. Gib mir noch ein bisschen mehr Zeit zum Trainieren und ich fülle diesen ganzen Raum bis zur Decke." Erklärte er selbstbewusst, während er sich weiter auf die neuen Kabel konzentrierte. Allerdings hatte der Hayabusa auch ein paar bedenkenswerte Punkte zum Motiv angesprochen ... es war wirklich keine besonders effiziente Art der Sabotage, und zwar in einer Art die auch ein Idiot bemerkt hätte. Waren sie wirklich so geschickt und gleichzeitig so doof? Nein, das hier war eine Frage des Motivs. "Es kann ihnen nicht primär um die Sabotage gegangen sein." Schlussfolgerte er. "An eine Falle glaube ich allerdings nicht. Bisher ist hier nichts explodiert und es ist ein lausiger Ort für eine Falle, oder würdest du gern hier campen bis dein Opfer vorbeistreunert? Da hätte ich eher die Boote sabotiert ... nein, es war irgendwas anderes." Er runzelte die Stirn. So ganz Sinn ergab es noch nicht. Warum nahm man so einen Aufwand auf sich um ein bisschen mit der Technik rum zu spielen? Eine Option war natürlich Spott: Absichtlich ineffizient und grandios vorzugehen, nur um zu beweisen wie weit die eigene Überlegenheit reichte. Das kannte Kenta gut, immerhin machte er es selbst oft ähnlich - aber so ein Vorgehen hatte Grenzen, oder sollte zumindest begrenzt werden, sonst legte man sich sehr schnell selbst auf die Nase. Und bisher sah er nicht so richtig gegen wen der Spott sich an dieser Stelle richten sollte. Als Ziel des Angriffs konnte man Soragakure ausmachen - immerhin war es der offizielle Allianzsender - aber an wessen Adresse richtete sich der Spott? Kenta als Installateur fühlte sich nicht besonders veralbert, eher hatte er das Gefühl dass seine Gegner ihn völlig unterschätzt hatten.

    Vielleicht dachte er mit Spott aber auch in die falsche Richtung, überlegte der Kinzoku, während er wieder in den Eingeweiden des Schaltpults abtauchte und seine gebastelten Übergangslösungen anzuschließen begann. Wonach sah die sonstige Arbeit hieran denn aus? Kompetent, aber undurchdacht. Der Sender war zwar aus, aber es war nicht primär um nachhaltige Sabotage gegangen ... huh. Das war ein interessanter neuer Gedanke. Ob Ray überhaupt der richtige war um ihn zu ventilieren? Naja, für den Moment hatte er sonst niemanden. Kenta runzelte die Stirn. Für solche Zwecke war es manchmal ganz gut jemanden dabei zu haben der etwas stumpfer und pragmatischer veranlagt war, so wie Toriko - jemand der grundsätzlich ähnlich dachte wie er bot ein Risiko, sich zu sehr in geistigen Knoten zu verstricken. Aber vielleicht sollte er sich einfach drauf verlassen dass in der Planungsabteilung schon ein paar einfallslose Schnarchnasen hockten und ihre Überlegungen so wie sie jetzt entstanden in den Bericht schreiben.

    Als Ray zurückkam, krabbelte Kenta gerade wieder aus dem Pult und nahm das Verdeck zur Hand, ehe er sich nach ihm umdrehte. "Wenn es im Wasser lag und es niemand reingeworfen hat könnte es Treibgut sein oder ein Stück von einem Schiff. Schonmal daran gedacht?" Fragte er, während er die Verschlüsse einrasten ließ - und Tatsache, beim zweiten Hinsehen könnte es mal zu einem Rumpf oder einer kleinen Schiffsschraube gehört haben. "Wir können nachher mal mit anderen Booten vergleichen. Am besten wenn wir wieder im Ort sind ... vielleicht fehlt auch irgendwo ein Teil. Aber mal was anderes, Leichtmatrose ... was hältst du von der Idee, dass hier jemand experimentiert hat?" Kenta flippte einen Schalter am Sendepult nach oben und eine Signallampe wechselte von rot auf grün. Funktionierte. Er verschränkte die Arme. "Es wirkt ein wenig weit hergeholt, aber vielleicht war das primäre Motiv ja etwas über die Anlage zu lernen ...? Wenn du wissen willst wie etwas funktioniert, nimm es außeinander bis es kaputt geht. Das würde die unpraktische Herangehensweise ein wenig erklären."
     
  14. Hayabusa Ray

    Hayabusa Ray Genin

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    "Nach Treibgut sah es eigentlich nicht aus." erwiderte Ray, nur um gleich darauf aber der zweiten Idee des Kinzoku zuzustimmen. Es konnte sich durchaus um ein Teil von einem Schiff halten. Dann wiederum stellte sich aber die Frage, wie dieses Schiffsteil dorthin gekommen war. Wie lange war es dort? War es vielleicht sogar von dem Boot der Saboteure? Oder handelte es sich um die Überreste eines Schiffes, welchem die Felsen zum Verhängnis geworden waren. Für einen kurzen Moment spielte Ray in Gedanken die verschiedenen Möglichkeiten durch, kam aber vorerst zu keinem Ergebnis. Wahrscheinlich war es wirklich das beste, wenn die beiden das Teil auf ihrem Rückweg einsammelten.

    Nun aber konnten sie erstmal die Anlage wieder einschalten. Offensichtlich hatte Kenta alles richtig gemacht, denn die Signallampe wechselte brav ihre Farbe von rot auf grün, womit ihr Job erledigt war. Trotzdem nagte dieses ungute Gefühl eines ungelösten Problems in Rays Magengegend. Es gab einfach noch zu viele ungeklärte Fragen. Warum dieses stümperhafte Sabotieren? Was hatte es mit den merkwürdigen Schiffsteil auf den Klippen auf sich? Wieso überhaupt die Sendestation ausschalten? Woher kamen die beiden Haare? Woher kam der Schraubendreher? Und was hatten eigentlich die Katzen damit zu tun? Steckte hinter all dem vielleicht geheime Weltverschwörungsorganisation der vereinigten Katzen aller Ninjareiche? Kurz dachte er ernsthaft über letzteren Gedanken nach, dann aber verwarf er ihn sehr schnell wieder. Katzen mochten das Wasser nicht, genauer gesagt hassten sie es. Daher war diese Sendestation für sie absolut unerreichbar. Noch während er in Gedanken war, nahm er Kentas letzte Frage zur Kenntnis, die seine Gedankengänge in eine vollkommen andere Richtung lenkte.

    "Das ergibt Sinn. Um etwas zu verstehen, gibt es keinen besseren Weg als dieses etwas auseinanderzunehmen." stimmte er dem anderen Rotschopf zu, begann dann aber sofort noch einige weitere Gesichtspunkte hinzuzufügen. "Da stellen sich mir dann aber gleich einige andere Fragen. Ist das Wissen über solche Sendestationen so einzigartig, dass es sich lohnt den weiten, mühsamen und gefährlichen Weg hier raus auf sich zu nehmen? Oder ist diese Sendestation auf irgendeine Art und Weise besonders?" Für Ray sah das zwar nicht so aus, aber immerhin war er auch kein Experte auf diesem Gebiet. "Und selbst wenn dieses Wissen so einzigartig wäre, warum sollte man es dann mit so einer simplen Sabotage versuchen wollen zu vertuschen? Wenn derjenige darum bemüht war Wissen zu sammeln, dann handelt es sich keineswegs um einen Dummkopf und wirft die Frage auf, wieso er die Ersatzteile mitgenommen hat? Das wirkt irgendwie nicht ganz durchdacht." Ray verzog dabei das Gesicht zu einer grimmigen Visage. Er mochte es nicht, wenn er Dinge nicht verstand. Dann aber hellte sich seine Miene auf, denn ihm war ein weiterer neuer Gedanke gekommen. "Ich hätte da noch eine Idee. Was ist, wenn derjenige auf einer tieferen Ebene die Elektronik sabotiert hat. Vielleicht war das Ziel seiner Sabotage ja nicht die Anlage auszuschalten, sondern die Kontrolle darüber zu erlangen. Damit das aber nicht auffällt, hat er diese oberflächliche und undurchdachte Sabotage gewählt, sodass die tiefere Sabotage nicht auffällt. Das erklärt natürlich auch nicht alles, aber wäre so etwas überhaupt möglich?" Jetzt wo er die Idee ausgesprochen hatte, klang sie doch nicht so genial, wie in seinem Kopf und wahrscheinlich scheiterte sie ebenfalls an einem Dutzend Punkte, nichtsdestotrotz schaute er seinen Kollegen fragend an.
     
  15. Kinzoku Kenta

    Kinzoku Kenta Genin

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    "Hmm. Die technischen Spezifikationen sind nicht so ungewöhnlich ... wenn man anständig ausgebildet wäre könnte man sich das vermutlich sparen. Wie gesagt, wahrscheinlich war hier ein gewitzter Laie am Werk." Andererseits - Kenta selbst war gut ausgebildet, und er hatte sich trotzdem das Handbuch geben lassen ehe er hier losmarschiert war, oder? "Aber je nachdem was man vorhat wäre es sicherer sich das Ganze vorher einmal in Aktion anzuschauen ..." Kenta hatte ein Taschenradio eingepackt um zu schauen ob die Signale auch vernünftig ankamen, aber das war noch bei seiner Jacke in der Eingangskammer - er wollte es gerade holen um mal zu schauen ob wirklich schon wieder alles funktionierte, als Ray ihn mit einem spontanen Einfall zu den Ersatzteilen überraschte. Kontrolle auf tieferer Ebene ...? Kommentarlos flitzte er los um das Radio zu holen und die reguläre Frequenz von Radio Sora einzustellen. Einen Moment später plärrte ihnen die Hitparade um die Ohren. "Hmm ... wenn das ihr Vorhaben war ist es extrem subtil, denn es scheint alles zu klappen. Eine Fernsteuerung oder sowas hätte ich eben sehen müssen." Das war es eher nicht ... und vielleicht ließ er sich von Ray gerade verleiten dem Gegner etwas zu viel Gewitztheit zuzugestehen.

    "Ich denke wir betrachten dieses Vorgehen am vernünftigsten wenn wir es als technisches Experiment beziehungsweise Herumprobieren sehen. Möglich dass sie mit den Ersatzteilen an etwas anderem basteln wollten, das wir jetzt nicht sehen, aber das ist Spekulation mit wenig solider Grundlage. Vielleicht können wir es im Bericht als Möglichkeit erwähnen."
    Schloss er dieses Kapitel, und bückte sich nach der Deckplatte des Sendepults, um die technischen Eingeweide des Radios wieder vor der fachfremden Außenwelt abzuschirmen. "Mach dich mal nützlich und dreh die Schrauben da vorne rein. Ich würde sagen wir bringen hier draußen noch alles in Ordnung und treten dann die Rückfahrt an - immerhin kostet uns das Boot Tagesmiete." Freilich hatte er nicht vor, die Sache mit einer simplen Reparatur auf sich beruhen zu lassen - jetzt wo sie handfeste Hinweise auf Sabotage gefunden haben war es seine Aufgabe zumindest grundlegende Nachforschungen auf die Quelle anzustellen. Ein grobes Täterprofil dass sich auf seine eigenen technischen Fähigkeiten stützte war sicherlich nett - und würde sich karrieretechnisch bestimmt auch gut machen - aber wichtiger noch war dass er mit der bei der Reparatur eingesparten Zeit ein bisschen was sinnvolles anstellte und begann, Nachforschungen anzustellen. "Und sobald wir wieder da sind erkundigen wir uns beim Bootsverleih ob jemand nicht kürzlich eins ihrer Boote beschädigt zurückgebracht hat. Du hast doch bestimmt Lust auf ein bisschen Ermittlungsarbeit im Dorf, mmh?" Kenta war zwar nicht so sicher ob Ray es auch gut machen würde - ihm fehlte doch einiges an sozialem Witz und Schliff für einen richtig erfolgreichen Ermittler - aber sein scharfer Blick war ein Vorteil den der Kinzoku sich gern zu Nutze machte. Den wichtigeren Part des Denkens konnte ja immer noch er übernehmen.
     
  16. Hayabusa Ray

    Hayabusa Ray Genin

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    Offensichtlich war Ray mit seinen Vermutungen über tiefere Kontrolle der Elektronik ein wenig über das Ziel hinausgeschossen. Aber der Rotschopf und Hobbydetektiv war schon immer mit einer blühenden Fantasie gesegnet. So manches Mal hatte diese ihn zu Schlussfolgerungen gebracht, die höchst gradig unwahrscheinlich gewesen waren, von daher war er nicht sonderlich enttäuscht. Im Gegenteil, er war sogar ein bisschen stolz darauf, dass Kenta seine Ideen ernsthaft in Betracht gezogen hatte.

    "Hmm, das klingt vernünftig. Wenn davon keine Anzeichen zu sehen sind und alles funktioniert, ist unsere Arbeit hier erstmal getan." Auch wenn ich dieses ungute Gefühl das Motiv nicht ganz durchdrungen zu haben nicht mag. Letzteres fügte er nur in Gedanken hinzu, während er die Schrauben wieder in die Deckplatte schraubte. Draußen hatte sich der Sturm vorerst gelegt und statt heftigem Wind und tosendem Donner erwartete die beiden Shinobi aus Soragakure grauer Himmel und leichter Nieselregen. Als Ray das sah, verzog er das Gesicht, diese Art von Wetter mochte er nicht wirklich, auch wenn die Überfahrt dadurch erheblich einfacher werden würde. Da es sich zudem jedoch ein wenig aufgehellt hatte, konnte Ray jetzt erkennen, worum es sich bei dem Metallteil handelte, welches er bei seinem früheren Rundgang entdeckt hatte. "Das Metallteil sieht aus wie eine Schiffsschraube." meinte er zu seinem Kollegen und als sie mit ihrem Boot näher an den Felsen heranfuhren, bestätigte sich diese Tatsache. Die Überfahrt an sich war wenig ereignisreich, wie schon auf der Hinfahrt navigierte Ray das Boot zwischen den Untiefen und Felsen hindurch, während Kenta das Steuer bediente und da auch der Wind abgenommen, gab es keinerlei Probleme oder Zusammenstöße.

    Wieder in Gensen angekommen, marschierten die beiden Jungen zum Bootsverleih. Wie eigentlich zu erwarten sah Gensen immer noch trostlos und verlassen aus und auch der Bootsverleih quoll nicht gerade vor Besuchern über. Nachdem Kenta das geschäftliche geklärt hatte und der Bootsverleiher kontrolliert hatte, dass die beiden auch wirklich nichts beschädigt hatten, ergriff Ray das Wort. "Sagen Sie, haben Sie in letzter Zeit ein Boot an jemanden verliehen, der es kaputt gemacht hat, oder kontrollieren sie immer so streng?" Fast schon war er ein wenig stolz auf seine nachgeschobene Frage, die eine vernünftige Erklärung lieferte, warum Ray ein plötzliches Interesse an der Kundschaft hatte. "In der Tat." brummelte der Verleiher und erwiderte den lauernden Raubvogelblick, mit dem das Falkenaugen ihn fixierte. "Das habe ich mir schon gedacht, wir haben da draußen nämlich eine Schiffsschraube gesehen." "Wo denn genau?" jetzt schien der Bootsverleiher neugierig zu sein und unschuldig wie ein kleines Kind erwiderte Ray: "Draußen bei den Felsen vor der Sendestation. Die hatte sich zwischen zwei Felsen verkeilt." "Diese beiden Hundesöhne, haben sie mich doch angelogen. Die kamen mir gleich so komisch vor." eine steile Zornesfalte erschien auf der Stirn des Mannes und er begann sich in Rage zu reden. "Gut, dass ich mich von ihrer Geschichte nicht habe einlullen lassen. Da wollten sie mir doch tatsächlich weismachen, dass sie mit dem Boot lediglich zu der Bucht fahren wollten." Ray warf Kenta einen vielsagenden Blick zu. Offensichtlich war es leichter als gedacht Informationen aus dem Seemann herauszuholen. "Und wie sahen die beiden aus?" fragte er weiter, wobei er relativ ungeschickt versuchte mit seinem Tonfall sein offensichtliches Interesse zu verstecken, doch glücklicherweise war der Verleiher so in Rage, dass er einfach weiterredete. "Wie typische Touristen, der Mann war relativ groß gebaut, hatte kurze braune Haare und so eine komische Narbe über den Augen. Die Frau war blond und tat so, als ob sie extrem verliebt in ihn wäre und kicherte über jede Kleinigkeit, was sich wie ein sterbendes Huhn anhörte. Wahrscheinlich ist er ein reicher Schnösel und sie gibt sich nur wegen des Geldes mit ihm ab oder so. Ansonsten wüsste ich echt nicht, was so witzig an dem Typen wäre. Die haben mit aller Macht versucht mir weiszumachen, dass die Schraube vollkommen verrostet war und deswegen abgebrochen sei. Aber nicht mit mir. Ich kenne meine Boote, da gibt es keine Rostschrauben. Hoffentlich sind die beiden schon längst wieder von der Insel verschwunden, wobei mir das auch egal sein kann. jedenfalls kriegen die kein Boot mehr von mir. Jetzt muss ich aber weiterarbeiten." Und damit stapfte der Mann zurück in seinen Bootsverleih und ließ die beiden Ninja zurück. "Das war doch sehr informativ." grinste Ray zu Kenta.
     
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  17. Kinzoku Kenta

    Kinzoku Kenta Genin

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    Kenta grinste ein bisschen, als Ray vor der Abfahrt offenbar traurig über den abgeklungenen Sturm war. Er mochte das wilde Wetter ja selbst, aber so kindlich wie der Hayabusa war er dabei nicht unterwegs ... es würde noch genug andere Stürme geben, bei denen er keine Mission hatte, sondern alle Zeit der Welt mit einer wasserfesten Jacke durch den peitschenden Wind zu rennen. Er nickte allerdings wohlwollend, als der jüngere Genin das abgebrochene Metallstück präzise als einmal einer Schiffsschraube zugehörig identifizierte. Scharfes Auge ... und wenn man ihm noch ein bisschen Zeit gab wurde der Verstand vielleicht einmal genau so scharf. Auch wenn er sich Ray selbst im Idealfall nicht als gerade Klinge vorstellen konnte ... der Junge war so kunstvoll und verzwirbelt in seinen Gedankengängen dass er eher eine tödliche Plätzchenform werden würde ... hmm. Lustige Idee. Ob er das umsetzen könnte?

    Zurück in Gensen fand Kenta sich in erstaunlich hartnäckigen Verhandlungen über ein paar Kratzer an der Seitenfläche des Bootes wieder, die nach seiner Auffassung schon vorhin da gewesen waren, aber trotzdem akribisch kontrolliert werden mussten - kein Wunder, dass Ray da auf Gedanken kam, was die ungewöhnlich hohe Gründlichkeit dieses zweitklassigen Verleihers drittklassiger Boote in einem viertklassigen Urlaubsort anging. Und wie sich zeigte, hatte er sogar einen ganz guten Grund zu so viel Verkniffenheit ... Kenta lachte sich stumm ins Fäustchen, als Ray dem Bootsverleiher eine ganz passable Personenbeschreibung aus der Nase zog, ohne dass er dabei wirklich ziehen müsste - es war eher so als hätte der Mann eine furchtbare Triefnase und Ray müsste nur die Hände drunter halten. Gut - wenn man hier vom Ausfall der Sendestation viel Notiz genommen hatte (hatte man nicht, Gensen fiel noch ins Netz des Hauptsenders in Sora selbst) wäre es nicht so schlau gewesen zu erwähnen dass sie selbst dort gewesen und noch was gefunden hatten, aber Kenta vermutete ohnehin nicht, dass ihre Ziele noch hier waren und ein Ohr auf den Boden hielten, was ihre eigene Tat anging. Hmm, wobei. Er Narbe über den Augen, sie spielt schlecht verliebt ...

    "Oh, in der Tat." Stimmte Kenta zu, und grinste zurück. "Ein reicher Tourist und seine geldgierige Freundin ... ein Klischee dass dir jeder sofort abkauft. Aber sind das die Typen von denen wir erwarten würden sich an einem Sender zu vergehen?" Er schüttelte den Kopf. "Das ist die nahelegendste Tarnidentität die man an einem Ort wie diesem annehmen würde ... also haben wir Profis vor uns. Nur eben keine technischen Profis." Kenta überlegte, was für Schritte als nächstes sinnvoll sein könnten. Er glaubte zwar eben nicht dass sie so lange geblieben waren, aber prüfen sollten sie zumindest. "... du hast dir doch bestimmt immer schon mal ein Geschwisterkind gewünscht, oder, Ray-kun?" Fragte er, und schnappte sich Rays Arm. "Für die nächsten paar Stunden bist du nämlich mein kleiner Bruder." Erklärte er fröhlich, und zog Ray mit seinen sehr ähnlichen roten Haaren näher an sich - wo sie schon mal bei naheliegenden Verkleidungen waren - "... und wir suchen dieses reiche Pärchen das mit unseren Eltern befreundet ist. Sie sind ein paar Tage vor uns angereist und wir wollten sie überraschen." Die Identität hatten sie also - jetzt brauchten sie nur noch das teuerste Hotel am Platz finden und sich von da aus langsam runterarbeiten. "Sei einfach selbstgerecht und rotzig, dann wird es völlig natürlich wirken." Empfahl Kenta, und bugsierte sie entlang der Haupt-Touristenfalle in Richtung Kurhotel. Würde witzig werden was Ray in einem feinen Haus noch anstellte.
     
  18. Hayabusa Ray

    Hayabusa Ray Genin

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    Ein Geschwisterkind? Ray brauchte kein Geschwisterkind. Er hatte doch Kurenai gehabt. Die war zwar nur seine Schwester gewesen, aber dadurch, dass sie auch Einzelkind war und das Falkenauge, ebenso wie seine Liebe zur Natur besaß, hatten die beiden eine ganze Menge zusammen erlebt. Von daher hatte er eigentlich nie darüber nachgedacht, ob er einen Bruder oder eine Schwester haben wollte. Von daher wurde er von Kentas Anfrage dezent überrumpelt. "Wie jetzt, Bruder?" Aber Kenta zog ihn einfach mit und erklärte ihm unterwegs den Plan, der gar nicht mal so schlecht war, denn der Rotschopf lag goldrichtig, dass Ray und ein feines Hotel im Normalfall keine gute Kombination darstellte. In diesem Fall aber war gerade keine gute Kombination eine sehr gute Kombination und Ray musste sich dafür noch nicht einmal verstellen. Letzteres war ebenfalls sehr passend, denn der Hayabusa besaß zwar einen scharfen Verstand, war aber weder ein geborener Lügner noch ein außerordentlich begabter Schauspieler. Beides sollte sich aber als irrelevant herausstellen, denn in dem Moment als Kenta und Ray das teuerste Hotel am Platz betraten sollte Bodo das Kommando übernehmen.

    Vorerst aber war Ray von der Würde und Eleganz der Empfangshalle des Hotels wie geblendet. Empfangsdamen in edlem Schwarz gekleidet standen hinter einer gigantischen Theke aus edlem Mahagoni Holz mit reichen Verzierungen, Butler trugen die Koffer der wenigen Reisenden herum und ein gigantischer, vergoldeter Kronleuchter hing von der Decke. Links und rechts an den Wänden begannen jeweils zwei sanfte Anstiege, die die Besucher quass treppenlos ins erste Geschoss brachten. Des Weiteren standen überall Kofferwagen mit golden aussehenden Stangen herum. "Wetten dass..." fing Bodo an und Ray ahnte, was jetzt komme würde, was ihm ein riesiges Grinsen ins Gesicht trieb. "... man mit diesem Kofferwagen die Rampe hinunterfahren, auf der anderen Seite wieder rauf und dann wieder runterfahren kann." In diesem Fall brauchte Bodo keine weitere Überzeugungsarbeit und ehe irgendwer reagieren konnte, rannte der Rotschopf durch die Halle, schnappte sich den nächsten Kofferwagen, umfuhr geschickt einige Bedienstete, die dem Wirbelwind recht verblüfft hinterherschauten und fuhr die eine Rampe hoch. Oben angekommen, gab er dem Wagen einen letzten Schwung, eher er auf diesen draufsprang und die Rampe auf der anderen Seite in einem Affenzahn wieder runtersauste, was für spitze Schreie, empörte Blicke und einigen Beinahezusammenstößen führte. Ray hingegen hatte den Spaß seines Lebens, während er durch die Lobby beschleunigte, um auf der anderen Seite die Rampe wieder hochzufahren. Noch hatte ihn keiner erwischt und auch sein neuerlicher Anstieg blieb ungefährdet. Bei seiner nächsten Abfahrt hingegen rannten ihm drei kräftige Bedienste entgegen. "HALT, sofort anhalten." riefen diese, doch Ray dachte nicht daran. Geschickt verlagerte er sein Körpergewicht, umfuhr den ersten und wich dem zweiten ebenfalls aus. Dann aber verlor er die Kontrolle über das Fahrzeug, welches sofort anfing zu schlingern und mit Vollspeed in die Brüstung krachte. Da Kofferwagen in der Regel keine Anschnallgurte besaßen und auch junge Shinobi dem Gesetz der Massenträgheit unterlagen, schleuderte es Ray aus dem Wagen, direkt auf den gigantischen Kronleuchter zu. Geistesgegenwärtig streckte er seine Hände aus, schnappte sich einen der Kronleuchterarme und schwang sich wie Tarzan durch die Lüfte. Dann aber begannen seine Finger zu abzurutschen und mit einem Aufschrei flog Ray mit den Füßen voran direkt auf den Rezeptionstisch zu. Mit einem spitzen Aufschrei gingen die Emfangsdamen in Deckung, während der Rotschopf wie eine Bowlingkugel über das glatte Holzleder rutschte, dabei Kugelschreiber, Notizen und alles andere abräumte und schließlich vom Tisch hinunterschlitterte und direkt in einem Haufen Koffer landete. "Das war mindestens eine 9, Bruderherz." tönte es aus dem umgeräumten Kofferstapel, ehe ein feuerroter Haarschopf auftauchte und Kenta breit grinsend zuwinkte. Das Chaos war angerichtet, jetzt konnte Kenta übernehmen.
     
  19. Kinzoku Kenta

    Kinzoku Kenta Genin

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    Kenta nahm sich unterwegs noch einen kurzen Moment, um seine Größe via Henge einige Zentimeter nach unten zu korrigieren - manchmal vergaß er selbst, wie viel er gewachsen war, und auch wenn er viel Vertrauen in seine schauspielerischen Fähigkeiten hatte, er wollte nicht unbedingt riskieren für volljährig und verantwortlich gehalten zu werden, wenn er jetzt Ray im Hotel losließ. War das Spiel überhaupt notwendig? Nein, natürlich nicht - aber wenn Ray in seiner Rolle ein Aufhebens machte fanden sie schnell Anschluss an die richtigen Leute, um Antworten zu kriegen. Außerdem musste er noch ein bisschen Übernachtungsgeld auf den Kopf hauen bevor sie jetzt schon am selben Tag wieder zurückfuhren, und warum nicht für Schadenersatz? Eben! Das war noch die lustigste Art, Geld loszuwerden.
    Kenta hielt sich ein paar Schritte hinter Ray und seitlich von ihm, sodass er gerade noch so miterfasste, dass sich neben der ersten Idee für inspirierten Unfug auch ein breites Grinsen auf dem Gesicht des anderen breit machte, und er schmunzelte selbst. So wirklich wie er selbst war Ray nicht - würde er sicher auch nie werden - aber für ein bisschen Aufregung war er sicherlich gut. Und er musste zugeben - auch wenn die Idee nicht SO inspiriert wurde (Kofferwagen - wie naheliegend!) gegen die Umsetzung des jüngeren Genin hatte Kenta wenig einzuwenden. Alle natürlichen Gegebenheiten genutzt, und sowohl der Schlenker über den Rezeptionstisch als auch die Landung im Kofferstapel waren nette Schnörkel! Da er sicher war, dass jetzt gerade keiner zu ihm schauen würde, gestattete der Kinzoku sich sogar kurz selbst ein breites Grinsen angesichts des momentanen Chaos in der Lobby - dann wischte er die kurze Ehrlichkeit von seinem Gesicht wie einen lästigen Klecks Sahne und setzte eine oberflächlich empörte, aber vor allem quengelige Miene auf. Gepaart mit der Sorte affektiertem Pseudoakzent den nur Leute ohne Kontakt zu normalen Menschen sprechen konnten. "RAY! Ich hab dir zwanzig Mal gesagt dass wir nicht zum Spielen hier sind! Mamam wollte, dass wir mal nach ihren Freunden suchen bevor wir weiterfahren!" Schimpfte er und ließ seine Stimme gegen Ende ein bisschen zu hoch rutschen, während er auf seinen "kleinen Bruder" zustapfte. Gemeinsam mit gefühlt zwei dutzend Hotelangestellten, die alle sehr irritiert waren, sich aber nicht trauten einem scheinbaren Kind wirklich was zu tun - erst recht nachdem Kenta ihn als offenbar wohlhabend identifiziert hatte. Was für ein trauriger Haufen!

    Der Kinzoku ließ die (reichlich zahme) Schimpftirade der führenden Rezeptionstante gleichmütig über sich ergehen, während er sie anschaute als habe er das schon zu oft gehört und als sei ja ohnehin der kleine Bruder das Problem. "Ja, ja, Madame! Aber können sie jetzt bitte gucken ob Mamams Freunde hier sind oder nicht? Ich bin sicher sie entschädigen das Haus für die Unannehmlichkeit ..." Fügte er hinzu, und betonte den Satz als hätte er ihn schon ganz besonders satt - auch wenn er genau die richtige Reaktion hervorrief - ein leicht abwesendes Nicken, während die Dame sich ausrechnete wie hoch sie die entstandenen Schäden übertreiben konnte. Kenta beschrieb die gesuchten Personen recht ausführlich und fügte hinzu dass sie sich im letzten Telegramm ausführlich über einen unverschämten Bootsverleiher beschwert hatten, dann ließ er die Frau mal arbeiten für ihr Geld - er und Ray wurden solange in die Cafeteria komplementiert, mit der strikten Anweisung auf den kleinen Racker aufzupassen. "Da hast du ja mal wieder was ausgefressen, Ray-dobe. Papa wird diesmal bestimmt sauer sein." knatschte er noch gut hörbar für die Galerie und schaute gelangweilt auf seine Armbanduhr, während das Interesse sich allmählich wieder zerstreute - und zwinkerte Ray andeutungsweise zu, falls ein längeres Verstellspiel Neuland für den sein sollte.
    Die Dame von vorhin kam nach ein paar Minuten wieder und teilte Kenta mit, dass die gesuchten Leute zwar vor einigen Tagen abgestiegen waren, vorgestern Mittag aber wieder heim nach Kiri gefahren seien - und dass die Frage nach Schadenersatz somit offen bliebe und doch bitte die Herrschaften Eltern vorbeikommen sollten. "Wir wollen gar nicht hier übernachten." Erwiderte Kenta nur kopfschüttelnd und kramte äußerst desinteressiert in seiner Tasche nach einer Geldbörse, als wäre das für ihn nur ein besonders enttäuschendes Spielzeug. "Wie viel Ryou brauchen sie? Ich hab hier noch fünfhundert ..."

    Etwa fünf Minuten später waren sie wieder draußen, und Kenta pfiff leise. "Gar nicht so schlecht gemacht. Wir wissen also wann die Herrschaften hier waren und wohin sie angeblich abgereist sind. So viel Schiffsverkehr bis Kiri ist hier nicht, also kennen wir wahrscheinlich auch das Schiff." Er schaute nochmal auf seine Uhr. "Wenn wir schnell sind erwischen wir noch das nächste in die Richtung. Ich glaub nicht dass wir was finden, aber wir können zumindest die Passagierregister kopieren und zuhause abgleichen ob da jemand bekannt ist." Gründlich? Ja natürlich! Kenta spechtete ja auch schon seit Monaten nach einer Beförderung in den nächsten ein bis zwei Jahren. "Aber wir schleichen uns besser an Bord. Deine kleine Kofferfahrt hat mich jetzt den Rest des Reisegelds gekostet, und privat bezahlen will ich die Fahrt nun auch wieder nicht." Fügte er hinzu, und grinste.
     
  20. Hayabusa Ray

    Hayabusa Ray Genin

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    Wie zu erwarten waren weder die Rezeptionsdame, noch die anderen Hotelangestellten sonderlich erfreut über die Aktion des jungen Genins, sodass natürlich eine Schimpftirade folgen musste. Diese hielt sich aber alles in allem in Grenzen, was wohl auch an dem affektieren Gehabe von Kenta liegen mochte. Ray ließ das ganz aber eher teilnahmslos und gelangweilt über sich ergehen, so als ob er schon Dutzende Male in so einer Situation gewesen wäre. Schlussendlich saßen die beiden in der Cafeteria und während der Hayabusa Kenta mit schiefem Kopf musterte, er hätte schwören können, dass sein Partner vorhin noch einige Zentimeter größer gewesen war, warteten die beiden bis die Rezeptionsdame mit den Ergebnissen wieder kam. Ohne Probleme erzählte sie ihnen alles, was sie wissen mussten und nachdem Kenta auch noch die Rechnung für den Schaden beglichen hatten, ließ man sie auch wieder gehen.

    "Danke Kenta. Ich mag vielleicht nicht wissen, wie man sich in der feinen Gesellschaft richtig benimmt, dafür weiß ich, wie man sich definitiv nicht richtig benimmt." erwiderte Ray mit einem breiten Grinsen, was davon zeugte, dass er schon so manches Mal Ärger mit den Damen und Herren der oberen Schichten bekommen hatten. Aber was konnte er auch dafür, wenn diese tausend Regeln aufstellten, die weder ausgesprochen wurden, noch in irgendeiner Hinsicht logisch waren. Diese Leute waren einfach nur komisch.
    Aber viel Zeit hatten die beiden Soranin nicht, denn sie mussten sich beeilen, um das nächste Schiff nach Kirigakure zu erwischen. Sich an Bord zu schleichen, war für die beiden auch ein Kinderspiel, immerhin waren sie zum einen erfahrene Genin, zumindest die Hälfte, und zum anderen erfahrene Streichespieler und wie jeder weiß ist eine essentielle Fertigkeit dieser Spezies die Fähigkeit sich unbemerkt irgendwohin zu schleichen. War das an Bord schleichen noch halbwegs aufregend, so war die Überfahrt hingegen recht langweilig und eintönig, wenigstens dauerte sie nicht allzu lang.

    In Kirigakure angekommen schlichen die beiden Ninja wieder von Deck, abermals ohne bemerkt zu werden, um sich dann auf den Weg zur großen Hafenbehörde zu machen. Ray hielt sich auch diesmal im Hintergrund und überließ Kenta das Reden, der in der Gegenwart der Behördenmitarbeiter vollkommen anders agierte, als noch zu der Rezeptionisten. Souverän und selbstbewusst verlangte er nach Einsicht in die Passagierregister, die ihnen, nachdem sie ihre Ninjastirnbänder vorgezeigt hatten, auch gewährt wurden. Das passende Schiff zu finden war ebenfalls nicht besonders schwer, immerhin wussten sie wann es aus Gensen abgefahren war. Schnell wurden die entsprechenden Seiten kopiert, sodass es jetzt für die beiden ab nach Hause gehen konnte. Die Sendestation war repariert, die Verdächtigen identifiziert und eine Liste der Tatverdächtigen aquiriert. Auftrag ausgefüllt.