Der weg nach Sôhon

Dieses Thema im Forum "Reich der Steine" wurde erstellt von Nita Ayane, 28. Dez. 2017.

  1. Nita Ayane

    Nita Ayane Genin

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    45
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    18 Jahre
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    1,70m
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    Sora
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    Sora
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    Es lief alles wie am Schnürchen gezogen. Die Gruppe aus drei Ninjas hatte eine Mitfahrgelegenheit organisiert, die sich in Ayanes begrenztem finanziellen Verständnis als bezahlbar herausgestellt hatte, sie hatten Verpflegung für die Reise beschaffen können und waren längst auf dem Weg. Die Temperatur stieg stetig, kaum dass sie ein riesiges natürliches Tor passiert hatten, das aus zwei gegeneinander lehnenden Felsnadeln bestand, die jede gewisslich hundert Meter in die Höhe ragen mochte und die die natürliche Grenze zwischen Reich des Regens und dem Reich der Steine markierte. Natürlich schickte es sich nicht für eine wahre Dame von Stand, sich offen der Bewunderung über diese monumentale Steinformation hinzugeben, aber einen verstohlenen Blick darauf konnte sie nicht rechtzeitig verhindern. ‚Wie die Schwerter mythischer Titanen, die ihre Klingen zum Gruße kreuzen.‘ Den Gedanken behielt sie für sich, erlaubte sich über diesen Gedankengang hinweg jedoch einen Moment genießenden Schmunzelns. Anblicke wie dieser gehörten zu den wenigen Dingen, die Nita Ayane an ihrem Beruf mochte. Orte zu sehen, Dinge zu erleben, die anderen vielleicht abenteuerlich erschienen und die sie nur, wenn überhaupt, aus Büchern und Erzählungen kennenlernen würden.

    Widerwillig löste sich der Blick ihres Auges von den gewaltigen Steinen um einen roséfarbenen Sonnenschirm aus ihrem Gepäck zu suchen. Das Land, das vor ihnen lag, war ein trockenes, karges Land, genau wie die Großreiche an die es grenzte ebenso. Eine wohlerzogene Dame hatte da natürlich auf ihren Teint zu achten. Gekonnt spannte sie den Schirm auf, dessen Spannweite sicher für drei Personen ausreichte und blickte dann ihre beiden Teamkollegen mit gebotenem Ernst an: „Die Dame, der Herr? Ich denke, es ist an der Zeit, dass wir uns mit den Planungen zu unserer Aufgabe beschäftigen.“ Nita Ayane machte eine bedeutungsschwangere Pause, um den Beiden anderen jungen Erwachsenen die Gelegenheit zu geben, sich auf das Thema einzustellen. „Jetzt wo das große Steintor, das als einzige Sehenswürdigkeit dieses Landes bis zu unserem Zielort gilt, hinter uns liegt, haben wir mehr als genügend Zeit, uns zu besprechen.“ Dass sie auch noch einen Fahrer hatten, der jedes Wort mithören konnte, störte sie dabei mitnichten, denn schließlich hatten sie keinen Geheimauftrag. „Wie Sie sicher bereits wissen, Fräulein Meteki, Herr Takeshi, sind die Beziehungen des Steinreiches sowohl mit dem Reich des Windes als auch mit dem Reich der Erde zur Zeit angespannt. Der Grund dafür sind Überfälle, die auf beide Reiche als Urheber hindeuten.“ Was natürlich völliger Unfug war, denn immerhin herrschte ein kalter Krieg zwischen diesen Ländern. Wieso sie in dieser Sache miteinander kooperieren sollten, stand in den Sternen. „Beide Länder dementieren die Vorwürfe, die daraus erwachsen sind selbstverständlich auf das Vehementeste. Nichtsdestotrotz hat sich die Lage verschlimmert, sodass beide Reiche ihre jeweiligen Bündnisse um Klärung gebeten haben. Würden sie ihre eigenen Shinobi zu den Untersuchungen heranziehen, könnte das die Lage durchaus verschlimmern. Und das, Herrschaften, ist der Grund, warum wir Drei uns dieser Sache annehmen sollen.“
    In der Hoffnung, ihre beiden Kameraden wurden sich des Ernstes der Lage spätestens jetzt bewusst, sollte das bis Dato noch nicht der Fall gewesen sein, nickte sie ihnen jeweils knapp zu. „Unser jetziges Ziel ist die Hauptstadt des Landes, in der ich hoffe, über ein Amtshilfeverfahren an die nötige Kooperation der Behörden zu finden. Aber ich rechne damit, dass wir aufgrund der angespannten Lage, keine ernsthaften Chancen darauf haben. Ich bin noch unsicher, ob wir dem leitenden Priester unsere Aufwartung machen sollten, um so an wertvolle Informationen zu gelangen, oder ob sich dies letztendlich als Sinnlos erweisen könnte. Als Ausweichplan würden wir auf klassische Informationssuche bei der Bevölkerung zurückgreifen müssen. Die Vorfälle sollten in der Öffentlichkeit die Runde machen, wenn sie zu solchen übernationalen Problemen führen.“ Das war so weit ihre geplante Vorgehensweise. Aber auch eine Nita machte nicht immer alles richtig, unter anderem deshalb war sie ja nicht alleine hier. „Fräulein Meteki, Herr Takeshi? Haben Sie meiner Ausführung etwas hinzuzufügen oder Vorschläge, die zur Verbesserung führen können?“
  2. Takeshi Rai

    Takeshi Rai Genin

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    Es ging alles ganz schnell, denn ehe der Takeshi wusste wie ihm geschah, saß er schon auf der Ladefläche einer Kutsche auf dem Weg ins Reich der Steine. Je weiter sie voranschritten, desto wärmer wurde es. Nachdem es dem Takeshi zu heiß wurde, entledigte er sich seines Mantels, legte ihn sorgfältig zusammen und verstaute ihn wieder in seinem Rucksack. Obwohl der Takeshi es sich während der Fahrt gemütlich gemacht hatte und er beinahe eingedöst war, entging ihm nicht das gigantische Steintor, welches sie vor ein paar Minuten passierten. Während er die Sonnenstrahlen genoss, fielen ihm die riesigen Schatten auf, die diese Statuen auf den Karren warfen. Es war nicht so, dass er so etwas Gigantisches schon mal zuvor gesehen hatte, aber sehr beeindruckt war er deshalb nicht gerade. Klar ist es schön solche Dinge zu sehen und sie zu bestaunen, trotzdem war das nicht in Rais Interesse. An seinem Ninjaleben reizten ihn die Gefahren, der Nervenkitzel und die Kämpfe. Sehenswürdigkeiten dienten ihm hierbei nur als kleine Ergänzung.

    Kurz bevor der Takeshi wieder eingedöst wäre, hörte er wie sich ein Regenschirm aufspannte und er spürte wie ihm die Sonne geraubt wurde. Er öffnete einen Spalt weit seine Augen und wagte einen Blick in die Richtung der anderen beiden. Als hätte er es sich denken können, war die Ursache die Pingeligkeit von Ayane. Er hatte nicht viel Zeit sich darüber aufzuregen, denn sie erhob das Wort und als Leiterin der Mission hatte er darauf zu hören was sie von sich gab. Mit einem Seufzer richtete er sich an Ort und Stelle auf und lehnte sich aufrecht gegen die Holzwand der Ladefläche. Seine gespitzten Ohren lauschten dem Monolog der Sora-Nin. Als sie fertig war, fragte sie, ob denn jemand was zu ergänzen hatte und da meldete sich Rai zu Wort: „Dein Plan klingt doch schon mal gut, aber ich glaube nicht, dass das so passieren wird, wie du es dir vorstellst.“ Als er sich vergewissert hatte, dass er deren ungeteilte Aufmerksamkeit hatte, fuhr er fort: „Das mit dem Antrag können wir ganz vergessen. Wenn die Lage dort wirklich so angespannt ist wie du es geschildert hast, dann wird das nichts. Die Leute auf der Straße werden wir auch nicht befragen können, denn die werden sich wahrscheinlich nicht trauen etwas zu sagen. Für mich klingt das nämlich wie ne ziemlich große Sache, ne Verschwörung. Da steckt die Regierung ganz tief mit drin. Wir müssen da tiefer gehen, in den Untergrund, wenn ihr versteht was ich meine.“ Den fragenden Blicken nach zu urteilen, verstanden die beiden nicht so ganz was er meinte. Mit einem kurzen Seufzer fuhr er mit seinem Monolog fort: „Ich meine die Banden auf den Straßen, die Mafia oder so was in der Art. Die werden mit Sicherheit wissen was hier vor sich geht. Vielleicht übertreibe ich hiermit, aber ich kenne das aus meiner Heimat. Manchmal geht da echt krasser Scheiß ab… Entschuldigt meine Wortwahl, ich wollte grade nur ehrlich sein.“ Mit einem entschuldigenden Blick wandte er sich Ayane zu. „Das ganze kann sehr schnell ausarten. Hoffentlich liege ich damit falsch. Ich mein, wieso sollten die sich gegenseitig angreifen? Da steckt mehr dahinter als nur eine angespannte Lage. Das ist meine Meinung dazu.“ Er lehnte sich wieder zurück, um zu bedeuten, dass er mit seinem Monolog nun fertig war. Vielleicht übertrieb er bei der Sache, aber ihm war das alles nicht ganz koscher. Mal schauen, was die anderen dazu zu sagen haben.
  3. Meteki Pakura

    Meteki Pakura Genin

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    Es war schon beeindruckend, was manche Leute als beeindruckend empfanden. Natürlich handelte es sich um wirklich große Felsen, aber eben auch nur schiefe Felsen und nicht mehr. Da waren die weißen Mauern von Shirogakure doch um einiges imposanter. Wenngleich diese von Menschenhand geschaffen wurden und nicht durch das, was einige als Gottes Willen, und Menschen, zu denen sich Pakura zählte, durch puren Zufall. Hätte die Einäugige ihr Interesse an den Gebilden entgegen ihrer zurückhaltenden Art laut ausgesprochen, hätte die Meteki sie gefragt, was genau sie an diesen Felsen als sehenswert empfand. Sie selbst konnte dort nämlich nichts Besonderes entdecken, wenngleich sie sich tatsächlich bemühte, etwas zu entdecken, was den Bewunderungen mancher Touristen eine Existenzberechtigung verschaffen könnte. Dann aber wandte sie sich ihrer Teamleiterin zu, welche gerade offensichtlich mit der Missionsplanung zu beginnen gedachte. Grundsätzlich musste die Fünfzehnjährige, nachdem Ayane ihre Sicht der Dinge und Rais daraufhin seine Bedenken diesbezüglich kundgetan hatten, beiden zustimmen. „Ich denke, wir sollten es zumindest vorerst mit den offiziellen Wegen probieren. Ich gebe dir Recht, Rai-kun, dass die Bürger der Stadt mehr ängstlich als informativ sein werden. Das denke ich auch. Aber wenn es irgendwelche aussagekräftigen Hinweise gibt, werden die Behörden uns diese mitteilen können. Immerhin haben sie selbst auch schon Ermittlungen angestellt. Ansonsten wüssten wir ja auch nicht, dass Tsuchi no Kuni und Kaze no Kuni in Frage kommen und wären wahrscheinlich niemals entsandt worden. Abgesehen davon glaube ich nicht, dass eine der Regierungen der drei beteiligten Länder an der Verschwörung beteiligt ist. Ich denke da eher an einen - scheinbar - unbeteiligten Vierten, der die Fäden in der Hand halten wird. Falls uns in der Stadt offiziell niemand helfen kann, können wir uns ja noch immer auf die Unterwelt konzentrieren. Die werden uns in dem Fall wahrscheinlich echt besser helfen können.“ Während ihrem Monolog blickte die Braunäugige stets zwischen beiden Gesprächspartnern hin und her, um zu signalisieren, dass sie zu beiden gleichermaßen sprach. Zuletzt blieb ihr Blick aber wieder auf dem Gesicht der Nita hängen, da diese letztendlich die Entscheidungsgewalt über diese Operation hatte. Sie war ernsthaft gespannt, wie die waffenaffine Kunoichi sich entscheiden würde. In jedem Fall konnte die junge Frau sich der Folgsamkeit ihrer jüngeren Unterstellten gewiss sein. Solange diese nicht anordnet, unschuldige Zivilisten abzuschlachten, was sicher nicht in ihrem Plan auftauchen würde, gäbe es auch keine Probleme bezüglich der Autorität dieses Teams.