Isekai

Dieses Thema im Forum "Reich des Schnees" wurde erstellt von Sakaida Mai, 24. Apr. 2018.

  1. Sakaida Mai

    Sakaida Mai Chuunin

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    Isekai war einst ein unaufgeregtes und friedliches Dorf. Vor über einem Jahr änderte sich die Situation des einfachen Ortes jedoch. Mehr und mehr Menschen kamen auf unerklärliche Art zu Tode.
    Die Dorfbewohner wurden verletzt, erschlagen oder flohen, sodass Isekai mittlerweile kaum noch bewohnt ist.
    Man munkelt von einem grausamen Fluch, welcher den Ort heimgesucht hat.
  2. Sakaida Mai

    Sakaida Mai Chuunin

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    -> Verschneites Dorf

    Mai spürte, wie sich ihr Puls allmählich wieder regulierte. Es machte den Eindruck, als wären die beiden Rotschöpfe ganz in Ordnung, sogar ziemlich freundlich. Ach! Wie dumm von ihr, dass sie auch nur eine Sekunde lang gezweifelt hatte! Eigentlich war das doch gar nicht ihre Art. Was war bloß in sie gefahren? Die Menschen waren nett und aus. Also.. dass sie wirklich geglaubt hatte, sie würde mit einem Team aus Fieslingen zusammenarbeiten müssen! Absurd. Völlig absurd! Somit waren sich alle vier auch schnell einig, dass sie sich zunächst bei Auftraggeber Hakuma melden sollten. Stille herrschte zwischen ihnen, als sie durch das einsame Dorf marschierten. Mai konnte jedoch nicht anders, als alle drei Jungs immer wieder erfreut anzulächeln. Was für eine Erleichterung!

    Dennoch stutzte der quirlige Blauschopf kurz, als Kenta so hektisch bestellte. Sie hatten den Raum doch kaum betreten! Eigenartig, vielleicht eine Gepflogenheit in Soragakure? Sie sollte das nicht verurteilen. Ein aufmunternder Blick zum Wirt der Gaststätte und schon war alles wieder gut. Und so hatte Mai gebannt ihre Hände an ihren Teebecher gelegt, um diese zu wärmen, während sie Hakumas Geschichte anhörte. Ihre Augen wurden zunehmend trauriger, je länger sie ihm zuhörte. Es war einfach tragisch, vom Tod der Ehefrau bis hin zur Flucht der Menschen. Ein Schicksal, welches niemand verdient hatte. Mai hing einer Weile ihren Gedanken nach, überlegte, was man mit diesen Informationen anstellen könnte. Erst, als die Stimmung ein wenig zu spannen begann, wurde sie wieder aufmerksam für das Gespräch. Hakuma reagierte durchaus gereizt, als Ray ihn auf seine Frau ansprach. Es wäre nicht gut, so auseinander zu gehen. Sie bräuchten den alten Mann und seine Gunst ebenfalls. „Ich verstehe Ihr Leid sehr gut, ich habe auch Menschen verloren, die mir wichtig waren. Sie dürfen unsere Fragen nicht falsch verstehen, wir versuchen durch die Informationen, Ihnen und den anderen Bewohnern zu helfen.“, erklärte Mai ihm ruhig und lächelte ihn tröstend an. Hakuma sah die Kunoichi an und nickte dann schwach. „Ich weiß. Es.. es ist nicht sehr leicht.“ Da hatte er recht. „Shinobi! Ihr könnt die Zimmer jetzt beziehen!“, unterbrach der Wirt das Gespräch plump. Mai grinste in die Runde. „Scheint unser Stichwort zu sein! Ich schlage vor, wir werfen den Ballast ab-“, sie deutete auf die großen Rucksäcke, „..und sehen uns Isekai direkt an!“ Gesagt, getan!

    Es waren lediglich fünfzehn oder zwanzig Minuten Fußmarsch. Nicht mehr lange und die Sonne würde untergehen. Angst? Niemals. „Vielleicht ein wenig.“ Aber bloß nichts anmerken lassen! „Mordserien, die wie Unfälle aussehen.. keine Schätze, keine Rache.. nichts. Lediglich Geister.“, murmelte Mai leise vor sich hin, um all das Gehörte Revue passieren zu lassen. Sie erwartete keine Antwort ihrer Teamkollegen, schließlich war sie mit ihren eigenen Überlegungen beschäftigt. Die verlassenen Häuser Isekais, welche man am Horizont erkannte, ließen sie in die Realität zurückkommen. „Das muss es sein. Vielleicht finden wir hier hilfreichere Antworten auf all die Fragen.“, teilte sie ihre Bedenken der Gruppe mit und sah gebannt geradeaus. Auf Hakuma allein konnten sie nicht zählen. Isekai war ein wahrlich düsterer Ort. Es war totenstill hier und das Nachbardorf war im Vergleich nahezu das blühende Leben. „Sagte er nicht, dass hier noch Menschen leben?“, flüsterte Mai in die Gruppe, sie war sichtlich angespannt. Etwas stimmte hier nicht. Hakuma hatte recht. Ein beklemmendes Gefühl überkam den Blauschopf. „Wir sind nicht allein. Bleibt zusammen.“, flüsterte sie noch leiser und trat einen Schritt zurück, um näher bei der Gruppe zu stehen. Sie deutete, ihnen leise zu sein. Die Stille war nicht auszuhalten! Es war schier-

    Ein Schrei ließ die Kumo-Nin erschaudern. Er wurde lauter, jemand rannte aus einer Scheune. Ein junger, hagerer Kerl schien um sein Leben zu rennen – doch er war zu langsam und alles andere ging zu schnell. Ein Pfeil, blitzschnell und präzise aus der Scheune geschossen, traf ihn im Kopf und ließ ihn wie einen Sack zu Boden gehen. Keiner der Shinobi wagte es, auch nur einen Mucks von sich zu geben. Nicht zu fassen, was sich da gerade vor ihren Augen abgespielt hatte. Sollte das etwa die erste Darbietung des Fluchs gewesen sein?

    Hahaha, Jiro! Den hast du voll erwischt!“, ein dreckiges Lachen trat aus der Scheune.
    Ich habe ihm einen Vorsprung gelassen, er hat die Chance nicht genutzt!“, lachte eine andere Stimme.
    Lasst uns nachsehen, was er bei sich hatte. Bisher hat sich der Ausflug in dieses verlassene Dorf nicht gelohnt.

    Sollten sie sich verstecken? Nein, sie brauchten Antworten! „Macht euch bereit, es geht früher los, als erwartet.“ Eine Gruppe von fünf Männern trat aus der Scheune und ging geradewegs auf die Leiche des Opfers zu. Sie waren relativ jung, wohlgenährt aber eindeutig keine Shinobi. Vielmehr wirkten sie wie eine Bande von Räubern. Und natürlich bemerkten sie im Weiß des Schnees schnell das Rot, Blau und Bernstein der Ninja.

    Na sieh einer an!“, höhnte einer der Männer und alle wandten sich der jüngeren Gruppe zu. Natürlich fackelten sie nicht lange und marschierten geradewegs auf sie zu. Sie waren nicht friedlich gestimmt. „Ihr wärt heute besser zuhause geblieben, Kinder..“ Waffen wurden gezückt..
  3. Dokúiki Takeo

    Dokúiki Takeo Genin

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    Takeo ließ sich von Mai inspirieren und schlürfte still seinen Tee während er den Worten von Hakuma aufmerksam lauschte. Dabei beäugte er auch interessiert das Zusammenspiel von Kenta und Ray. Die Rollen waren hier scheinbar klar verteilt und das strukturierte Vorgehen der beiden war durchaus bemerkenswert, auch wenn Rays Strategie für seine Verhältnisse etwas forsch war. Ja, die Lösung des Mysteriums stand im Vordergrund, aber ein gesundes Maß an Rücksichtnahme sollte dabei erhalten bleiben, denn immerhin hatte dieser Mann beinahe sein ganzes Dorf verloren. Takeo selbst hielt sich in dem Gespräch zurück und lies die Informationen erst einmal auf sich wirken. Auch mit den neugewonnenen Details lichtete sich der Nebel über der Mission nicht so richtig, doch hoffentlich würde der Besuch von Isekai dies ändern. Ehrlich gesagt machte Takeo das ein wenig nervös, denn sie waren gerade erst angekommen und kaum eine Stunde später machten sie sich schon auf den Weg ins „Krisengebiet“. Sie wussten nicht, was sie dort erwartete. Wäre eine Strategie oder ein kurzer Austausch der jeweiligen Stärken nicht angebracht? Als Takeo seine Tasche auf seinem Zimmer ablud, beschloss er nicht völlig unvorbereitet das Dorf zu betreten und nahm in einem kurzen Moment der Ruhe eine Dosis Genun in seinen Kreislauf auf. Egal welcher Schrecken sie erwartete: Er war vorbereitet. Jedenfalls ein wenig. Tatsächlich wäre er lieber noch vorbereiteter. Viel vorbereiteter.

    Nach einigen Minuten Marsch kam auch schon das besagte Isekai in Sicht. An Mais Worten konnte er erkennen, dass ihre Gedanken nicht unähnlich waren. Auf den ersten Blick schien das Dorf jedoch nur noch weitere Fragen aufzuwerfen. Verlassene Häuser, leere Straßen, verrammelte Fenster. Von den verbliebenen Bewohnern war hier keine Spur. „Ja. Einige wenige sollten eigentlich noch übrig sein.“ Sein Blick wanderte von einer Tür zur nächsten. Keine Menschenseele war zu sehen. Sein Blick löste sich von den Wohnhäusern als ein Schrei durch das Dorf hallte. Dann ging alles ganz schnell: Ein junger Mann rannte aus einer Scheune und wurde durch einen gut gezielten Pfeil niedergestreckt. Takeos Augen weiteten sich. Es war nicht der erste Mord, den er in seinem Leben beobachten musste, aber jede Tat erschütterte ihn aufs neue. Die fünf scherzenden Schweine, die daraufhin aus der Scheune traten, machten die Situation nicht besser. Ein offener Kampf gegen blutrünstige Schweine war also das erste, was ihn in Isekai erwartete. Eine dieser Situationen, die er am meisten liebte, aber wie es so üblich für diese Situationen war, hatte er jetzt nicht genügend Zeit, sich darüber Gedanken zu machen. Er wusste nicht, was die beiden Soras drauf hatten, aber Mai durfte er definitiv nicht im Weg stehen. Was waren also seine Möglichkeiten? Die Scheusale standen noch relativ geschlossen und machte sich für die Begegnung bereit, eine Begegnung die Takeo im direkten Vergleich sicher verlieren würde. Erwartungsgemäß setzte sich der Schütze ein wenig von der Gruppe ab, um weiter aus der Distanz zu wüten und dort sah Takeo am ehesten die Chance hilfreich zu sein. Wenn ich nur kurz an ihn herankommen könnte.. „Ich kümmere mich um den Schütz-.“ , teilte er der Gruppe mit bevor diese einen Moment später durch einen Pfeil auseinander getrieben wurde und Takeo sich hinter dem nächsten Haus wiederfand. Dort harrte er jedoch nicht lange aus und machte sich in Richtung seines Ziels auf, vielleicht nicht die überlegteste Entscheidung und ein bisschen Glück musste auch dabei sein, damit er nicht an der anderen Ecke des Hauses schon einem der Schläger begegnete, aber noch hatte er hoffentlich die Überraschung des beginnenden Kampfes auf seiner Seite, sodass er zwar unvorsichtig, aber schnell handelte (jedenfalls so schnell er konnte) und hinter der Hütte hervor preschte. Das Glück war ihm einigermaßen hold und sein Blick auf den Schützen relativ frei, doch hatte gerade dieser ihn erwartet und gab sofort einen Schuss ab, der Takeo am Arm streifte und ein kurzes Ächzten entlockte. Takeos Vorbereitungen waren jedoch bereits getroffen und mit den Worten „Ninpo: Doku Giri!“ entlud sich ein Kegel reinen Giftes in die Richtung des Schützen. Damit hatte dieser hoffentlich nicht gerechnet und Takeo würde den restlichen Ninjas ein wenig Freiraum für den Kampf erkaufen.
  4. Kinzoku Kenta

    Kinzoku Kenta Genin

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    'Drei von vier Punkten für Dramatik, aber ein halber Punkt Abzug für die Kitschigkeit des Vortrags.' dachte Kenta bei sich, während er die doch nicht allzu prägnant vorgetragenen Fakten rekapitulierte. Zum Glück brachen sie direkt danach auf, was hieß, dass er frei sprechen konnte. Jedenfalls relativ. Mai erwartete vielleicht keine Antwort auf ihre Bemerkung, aber sie bekam dennoch eine. "Vielleicht denke ich ja zu einfach, aber Stürze sind leicht zu inszenieren wenn man mit Draht umgehen kann. Dito unerwartet losfliegende Gartenhacken ... und aus dem richtigen Winkel sieht ein geworfener Stein aus wie aus dem Nichts kommend." Glaubten die anderen an Geister als Ursache? Nun, hoffentlich nicht. Dass Rays Clan sehr viel für Aberglauben übrig hatte war bekannt, und sogar ER schien den Zorn der Anderswelt als Ursache eher unwahrscheinlich zu finden. Gut, er kam immerhin aus Sora ... wie gründlich man in Shiro über Ermittlungsmethodik unterrichtet wurde wusste Kenta nicht. Mai und Takeo jedenfalls wirkten ziemlich angefressen angesichts der menschenleeren Einöde namens Isekai - und Takeo hatte bisher kaum ein Wort gesprochen, der Schlappschwanz. Hoffentlich passierte hier auch irgendwas. Kenta hatte gerade wenig Interesse daran dieses ganze Geisterkaff spurentechnisch auf den Kopf stellen zu müssen -

    Aaah. Manchmal war das Glück ihm offenbar doch hold. Fast erwartungsvoll wandte Kenta sich dem Schrei zu und verfolgte, wie ein junger Mann aus einer Scheune fortlief ... und einen Moment später einen Pfeil im Kopf stecken hatte. Huh. Kenta hatte Pfeil und Bogen immer irgendwie rückständig gefunden, aber er musste zugeben, dass es schon was hermachte, wenn die von Blut und Hirnwasser triefende Spitze sich so aus der Stirn bohrte ... nur wenig später outeten sich die Verantwortlichen für diesen Spaß. Und sie eröffneten die Begegnung mit dem bestmöglichen Satz, den man für eine Begegnung mit Kenta auflegen konnte. Er begann strahlend zu grinsen, als er als Kind bezeichnet wurde - und behielt den Ausdruck, auch als Takeo ankündigte den Schützen zu übernehmen und sie sich fast gleichzeitig wegen des nächsten Schusses voneinander trennen mussten. Das alles tat Kentas guter Laune gar keinen Abbruch, als er sich behände an der nächsten Hauswand abstieß und in wenigen Sätzen eine erhöhte Position eroberte. Schien ja bis auf den Bogenschützen den Takeo sich schnappen wollte keiner Fernwaffen zu haben, huh?

    "Deppen." Urteilte der Sora-nin gut hörbar, und strahlte auf die verbleibenden vier Typen herab. Auch wenn er sie nicht ansatzweise ernst nahm, es war ja nicht verkehrt den Kollegen ein bisschen Luft zum Atmen und Fingerzeichenmachen zu schaffen. "Ihr seid richtige Idioten. Aber ich versteh euch! Ihr amüsiert euch eben darüber wenn Schwächere versuchen angesichts eurer Stärke die Biege zu machen, und ihr lacht und putzt sie weg wie Vorschüler, richtig?" Kentas Grinsen wurde breiter und breiter, bis zwei Reihen blitzeweißer Zähne auf sie herabstrahlten, und er zeigte mit dem Finger auf den nahestehendsten Banditen, der eben noch mitgelacht hatte. "Ich verstehe dich gut. Mir geht's gerade ganz genau so." Es gab ein leises Surren, und einen Moment später griff der bezeigte Mann sich röchelnd an den Hals - Blut sickerte durch seine Hände, und Kenta feixte (Kinzoku-sei no dangan - Metallprojektil). Hatte sich doch gelohnt fingerlose Handschuhe anzuschaffen. Nonchalant wechselte er den Finger und deutete auf Bandit Nummer zwei. "Also: Wollt ihr für mich auch ein bisschen Schreien und Rennen?" Kenta lachte laut auf, und vorsichtige Schritte zurück folgten. "Schaut zu dass wir ein oder zwei lebend bekommen! Wir haben noch so viele Fragen!" Rief Kenta, und pfefferte etwas später eine metallische Kugel in die Fluchtrichtung der Bande, die in der Luft in dutzende scharfer Nadeln zerstob (Senbon Hyo - Nadelhagel). So schnell würde ihm hier keiner weglaufen!
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  5. Hayabusa Ray

    Hayabusa Ray Genin

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    Im Gegensatz zu Mai, die Rays Unsensibilität bemerkt hatte und aktiv dagegen steuerte, war sich Ray dieser Schwäche nicht wirklich bewusst. Er dachte in diesem Moment schon längst über die Informationen nach, die ihnen der alte Mann erzählt hatte und die jetzt auf seinem Notizzettel standen. Kurz darauf ging es auch direkt los in Richtung Isekai, gleich nachdem sie ihre Rucksäcke auf den Zimmer gelassen hatten. "Da stimme ich Kenta zu. Geister halte ich zwar nicht für ausgeschlossen, aber für unwahrscheinlich. All diese Dinge sind nicht sonderlich schwer zu inszenieren." In gewisser Weise sprach er was das anging aus Erfahrung. Ob die Shinobi aus Shirogakure schon ahnten, dass die beiden Rotschöpfe in ihrer AKademizeit allerlei Streiche angestellt hatten. Ray wusste es nicht und es war ihm auch relativ egal, zumindest für den Moment.

    Nach kurzem Fußmarsch erreichte die Gruppe das kleine verschneite Dörfchen. Alles schien ruhig, die Fenster waren verrammelt und die Straßen verlassen. Nichts anderes hatte das Falkenauge beachtet. Doch wenn er genauer hinschaute erkannte er dennoch Anzeichen, dass zumindest einige Häuser bewohnt waren. Dahinten erkannte er leichte Abdrücke im Schnee, hinter manchen Fenstern waren Dekorationen angebracht und auf einigen Türschwellen befanden sich noch einige Schneeflocken, obwohl diese überdacht waren, sodass sie von Schuhen oder ähnlichem stammen mussten. Ray war so auf diese Details fokussiert, dass der plötzlichen Schrei, der die Stille durchbrach, ihn regelrecht zusammenzucken ließ. Damit hatte er nicht gerechnet. Im nächsten Moment hatte er aber schon seinen kurzen Bogen gezückt und bekam gerade noch rechtzeitig mit, wie vor seinen Augen ein junger Mann von einem Pfeil direkt in den Hinterkopf getroffen wurde. Ein guter Schuss, aber nicht überragend, wenn man bedachte, dass er sicherlich nicht aus mehr als 10m Entfernung abgeschossen wurde. Das war zwar kein allzu großes Kunststück, dennoch schien dieser Mann mit dem Bogen geübt zu sein. Noch bevor die Männer wirklich in Erscheinung traten, hatte Ray sich einige Meter zurückgezogen und Stellung hinter der nächsten Hausecke bezog. Nur eine Sekunde später wurde die Gruppe von einem Pfeil in alle Richtungen gesprengt wurde. Da sich der Shiro-Ninja um den Schützen kümmern wollte, legte Ray auf einen der Männer ab und wollte gerade den Pfeil losschnellen lassen, als er ein Flirren in der Luft wahrnahm, woraufhin sich der Mann an die Kehle griff. "Der ist erledigt." murmelte er in seinen nicht vorhanden Bart und Kentas Stimme nach zu urteilen hatte er seinen Spaß, während er die Typen nicht im Geringsten ernstnahm. Bei Ray lag die Sache anders, ihm konnten die Männer gefährliche werden, wenn sie es denn schafften zu ihm zu gelangen. Zu seinem Pech schien genau das der Fall zu sein und mit einem martialischen Gebrüll raste einer der Männer auf sein Fassversteck zu. Schnell wirbelte Ray mit seinem Pfeil herum, lies ihn noch in der Bewegung vom Bogen schnellen, sodass er sich mit voller Wucht in das rechte Knie des Mannes bohrte, das würde definitiv bleibende Schäden hinterlassen. Ray hatte absichtlich dorthin gezielt, denn er wollte ihn kampfunfähig machen und nicht töten. Dummerweise schien sein Gegner von der hartnäckigen Sorte zu sein und taumelte weiter auf ihn zu. Mit einem schmierigen Grinsen holte er weit aus, offensichtlich war er davon überzeugt, dass der kleine Junge mit dem Bogen ihm im Nahkampf haushoch unterlegen war. Wie er sich doch irren sollte. Ohne mit der Wimper zu zucken, lenkte Ray den stümperhaften Schlag zur Zeit ab, während er sich gleichzeitig in den Gegner hineindrehte und ihm mit dem rechten Ellbogen direkt auf die Nase schlug (Kyokoha ga Hebi). Gefolgt wurde das ganze von einem blitzschnell Tritt gegen das verletzte Knie, was seinen Gegner endgültig zusammensacken ließ.
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  6. Sakaida Mai

    Sakaida Mai Chuunin

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    Ein scharf geschossener Pfeil zwang die kleine Gruppe, sich zu trennen. Mai bevorzugte, wie eigentlich immer, einen Platz auf dem Hausdach, von welchem aus sie eine gute Sicht hatte. Sie befand sich nicht weit von diesem Kenta entfernt, weshalb sie seine gut verstehen konnte. Hätte Mai vorhin ein Beispiel gebraucht, warum die Mentalität der Sora-Nin so anders war, dann würde Kenta ihr nun eines bieten. Auch der Blauschopf würde den wahrscheinlich unschuldigen Dorfbewohner rächen wollen, allerdings nicht mit freudiger Aufregung. Auch hoffte sie, dass mehr als nur ein oder zwei von den Banditen überleben würden, man konnte ja nicht einfach alle abschlachten. Sie durften selbst nicht so blutrünstig sein, wie diese Räuber es waren!

    Das Husten und Ächzen des Bogenschützen ließ Mai aufhorchen. Anscheinend war das Takeos Werk! Was er dem Mann wohl verabreicht hatte? Egal! Sie sollte Takeo vorsichtshalber zur Seite stehen. Doch ein Aufschrei ließ sie wieder umsehen. Ray war gerade mit einem anderen Kerl beschäftigt, von dessen Bein Blut in den weißen Schnee tropfte. Allen Anschein nach handelte es sich bei dem Jungen mit dem markanten Gesicht um einen Taijutsuka. „..und die anderen drei?“, fragte sie sich schnell gedanklich und sah wieder zu Kenta, welcher einen Nadelregen auf die drei niederkommen ließ. Solch eine Technik hatte Mai zuvor noch nicht gesehen. Ob das den Kajiya ähnlich war? Wie auch immer: Drei gegen einen, das sollte zur Vorsicht unterbunden werden! Um ihren Teamkollegen dennoch nicht um Stich zu lassen (schließlich erinnerte sich Mai an den Job bei dem Fußballspiel, als Takeo einfach ausgeknocked wurde), formte sie die nötigen Fingerzeichen für Raiton: Raibunshin, um einen Blitzdoppelgänger zum feindlichen Schützen zu schicken.

    Somit konnte sie bedenkenlos zu Kentas Opfern schnellen, welche noch mit den Nachwirkungen der Nadeln zu kämpfen hatten. Allzu viel würde sie nicht mehr erledigen müssen, lediglich auf Nummer Sicher könnten sie gehen. Also formte sie während ihres Sprungs zu den Männern die Fingerzeichen für das Chakra no Mesu, um das praktische Chakraskalpell zu erschaffen. Diese Technik richtete augenscheinlich zwar wenig Schaden an, wirkte aber dennoch überaus gut. Außerdem konnten sich die Gegner meist nicht großartig wehren, da Mai mittlerweile schlichtweg zu schnell war. Somit landete die Jugendliche zwischen den drei übrigen Räubern, versetzte jedem von ihnen gezielte Hiebe mit dem Chakraskalpell und machte sie somit unfähig, weiterhin anzugreifen geschweige denn wegzulaufen. Sie sackten einfach zusammen, wie nasse Säcke. Mai warf einen Blick über ihre Schulter, um zu ihrem Blitzdoppelgänger zu sehen. Der Räuberschütze wollte sich hustend gegen sie wehren und schlug ihr unverblümt mit der Faust ins Gesicht, ohne jedoch zu bemerken, dass es sich nicht wirklich um das blauhaarige Mädchen handelt. Zur Strafe dafür entlud sich das Raitonchakra des Doppelgängers auf den durch das Gift geschundenen Mann. Er hatte sichtliche Schmerzen und ging zuckend zu Boden. Die Elektrizität würde ihn nicht umbringen, was Takeos Gift anging, wusste Mai nichts.

    Ein letzter prüfender Blick rundherum. Es war wieder Ruhe eingekehrt in Isekai, man hörte nur noch die Männer grummeln und ächzten. Als Mai Takeo zu Gesicht bekam, fiel ihr sogleich sein blutender Oberarm auf. Besorgt ging sie auf ihn zu und streifte ihm vorsichtig die Ärmel seiner Kleidung ab, um sich das genauer anzusehen. Der Schnitt war nicht tief, sollte aber dennoch behandelt werden. „Das haben wir gleich.“, versicherte sie ihm lächelnd und wandte schließlich das Shōsen Jutsu an, um die Wunde wieder ordentlich zu verschließen. Nach kurzer Zeit war das auch bereits vollbracht, weswegen nun der weitaus unschönere Teil kam. „Ich fürchte, dass wir für ihn nichts mehr tun können.“, murmelte sie niedergeschlagen und sah zu der Leiche des jungen Mannes, welcher vorhin durch einen gezielten Pfeilschuss ermordet wurde. Hoffentlich würden sich die Bewohner um sein Begräbnis kümmern. Mai vergewisserte sich unauffälligen Blickes, ob es Kenta und Ray gut ging und sah dann erwartungsvoll zu ihnen. Wenn es nach ihr ginge, würden sie sich zunächst um die Leiche des Unschuldigen kümmern. Aber die beiden Soras wollten bestimmt mit der Befragung beginnen.