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Das Nordtor

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Kaum merklich trat Yamato von einem Fuß auf den anderen. Langsam wurde es wirklich frisch hier draußen und Situationen wie diese erinnerten ihn einmal mehr daran, dass Überpünktlichkeit nicht immer Vorteile hatte. Noch eine Sache mehr also, an der er arbeiten musste… Bevor seine Gedanken aber dem gut ausgetretenen Pfad der inneren Selbstzerfleischung weiter folgen konnten, entdeckte der Tsukigata Ais türkisblauen Schopf in der Ferne. „Ah, Ai-san! Guten Morgen!“, rief er der Haemasu zu, als sie etwas zu ihm aufgeschlossen hatte, und hob die Hand zu einem kurzen Gruß. Auch nach dem denkwürdigen Job, den sie gemeinsam absolviert hatten, war Yamato sich noch nicht recht sicher, wie er die Kunoichi nun ansprechen sollte. „San“ war wohl etwas zu förmlich, aber „chan“ vielleicht schon wieder zu vertraulich. Also beließ er es vorerst bei der höflichen Variante. Die Worte, die auf die Begrüßung der Haemasu folgten, brachten Yamato zum Lächeln. „Wer weiß, vielleicht sind sie allergisch oder mögen Pelz…“, mutmaßte der Tsukigata nicht ganz ernsthaft und zuckte mit den Schultern. Bei Yagami wusste man sowieso nur selten, warum sie etwas taten. Dass sie sich aber bei allem etwas dachten, durfte als sichere Konstante gelten. „Mein Wetter wäre das aber auch nicht.“. Die Atemwölkchen, die nun auch aus seiner Richtung in die kalte Luft aufstiegen, sprachen eine deutliche Sprache. Dass auch seine Missionspartnerin ziemlich zu frieren schien, hielt den Tsukigata umso mehr dazu an, zügig vorzugehen. „Halten wir den Auftakt kurz. Den Rest kann ich dir unterwegs erzählen.“. Damit holte Yamato eine Karte aus der Innentasche seiner Jacke, faltete sie auf und hielt sie so, dass Ai einen guten Blick darauf hatte. Unschwer zu erkennen, war darauf der mittlere und nördliche Teil Hi no Kunis abgebildet, in einem Maßstab, der auch kleinere Straßen abbildete. Wo Shirogakure und damit ihr Startpunkt war, erkannte man sofort, nur weiter nördlich, nahe der Grenze zu Taki no Kuni, hatte Yamato mit Bleistift eine weitere Markierung eingetragen. „Da müssen wir hin. Ich habe mir gedacht, dass wir diese Route nehmen.“. Er zog mit dem Finger eine der größeren Straßen nach. „Damit haben wir eine gut gangbare und sichere Strecke. Nur das letzte Stück führt durch einen Wald, aber das ist höchstens ein halber Tag, selbst wenn wir nur langsam vorankommen.“. Yamato hielt inne und wartete, ob die Haemasu einen Einspruch verlauten ließe oder das Vorgehen so bestätigte. Zwar hatte man ihm die Verantwortung aufgebrummt (und Yamato wäre nicht Yamato, wenn er sie nicht verdammt ernst genommen hätte), aber das hieß nicht, dass er über alles bestimmen musste.

Gut. Sehen wir zu, dass wir in Bewegung kommen.“, schlug der Tsukigata schließlich mit einem schiefen Lächeln vor. Die Formalitäten am Tor waren schnell erledigt, so dass die beiden Genin die Stadt in Richtung ihres neuen Auftrages verlassen konnten. „Den Befehl hast du ja auch bekommen. Es geht um den Bruder der Braut, Yagami Toshiro.“, griff Yamato das Gespräch wieder auf, während er ein zügiges Tempo einschlug. Irgendwie mussten sie sich aufwärmen und der erste Teil der Strecke führte ohnehin bergab. „Er lebt schon seit sieben Jahren nicht mehr bei seiner Familie, aber vor vier Jahren ist der Kontakt komplett abgerissen. Warum seither niemand nach dem Mann gesehen hat, konnten sie mir nicht sagen.“. Schon seltsam, dass er jetzt unbedingt bei dieser Hochzeit dabei sein sollte, aber das waren Angelegenheiten, in die sich der Tsukigata nicht einmischen wollte, wenn es nicht unbedingt sein musste. „Yagami-san hat ihren Bruder als eigenbrötlerisch und etwas ängstlich beschrieben. Er ist aus Jôsei fortgezogen, weil er einen Angriff Soras befürchtet und sich nahe der Grenze zu einem neutralen Reich sicherer fühlte.“. Gar nicht so dumm, wenn man bedachte, dass Toshiro sich dann schnell über die Grenze davon machen konnte. Vorausgesetzt, die neutralen Reiche blieben im Kriegsfall auch neutral… „Ich hoffe nur, ihm ist in der ganzen Zeit nichts zugestoßen…“. Ein fragender Blick ging zu Ai. Was sie wohl von dem Auftrag hielt?
 

Haemasu Ai

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Es war ein gutes Zeichen, dass Yamato zu Witzchen aufgelegt war, was die Hochzeit anging, das hieß, dass die Reise nicht allzu dröge sein würde und außerdem keine peinliche entstehen würde, die es Ai ermöglichte noch mehr darüber nachzudenken, wie sehr sie fror. Denn das Zerdenken einer Sache, die einem schon jetzt an den Nerven herumfraß. Aber die Aussagen des Tsukigata machten auch deutlich, dass er ebenfalls nicht sonderlich angetan war von den aktuellen Temperaturen. Kurz fassen, damit wir schnell voran kommen, gefällt mir. Bewegung würde wenigstens etwas von der Kälte abmildern, nicht genug, wenn sie nicht vor hatten durchgehend zu rennen, aber wenigstens bestand dann nicht die Gefahr fest zu frieren. Da Vorstellungen und das übliche „Was kannst du?“ bei den beiden wegfiel, da sie diese Infos schon äußerst intensiv ausgetauscht hatten, machte es nur Sinn, dass die kurze Besprechung eigentlich nur die geplante Route beinhaltete. Als der designierte Missionsleiter also mit dem Finger über die Karte fuhr, nickte Ai nur zustimmend. Den größten Teil der Reise auf den stärker genutzten Handelsrouten zu verbringen machte Sinn. Die Straßen waren besser ausgebaut und ließen schnelleren Reisen zu, zudem gab es noch einen Vorteil den Ai nie übersehen würde. Gasthäuser. An den großen Straßen war es beinahe sicher, dass die beiden ein festes Dach über dem Kopf haben würden und dazu ein prasselndes Feuer und eine warme Mahlzeit. Perfekt für diese Jahreszeit. Ein warmes Bett anstatt meines Schlafsack soll mir recht sein. Die Stimmung der jungen Haemasu machte auf jeden Fall einen Satz nach oben.

Nachdem die beiden die Stadt verlassen hatten, auf Mission zu sein machte die Formalitäten um einiges einfacher, ging ihr Begleiter mehr auf die Informationen ein, die den beiden vorlagen. Der Bruder der Braut sollte wohl zur Hochzeit kommen und die Braut wollte, dass Shinobi dies möglich machten. Ich verstehe, was die Braut will. Die Hochzeit ist ihr großer Tag und die ganze Familie soll zugegen sein, aber wenn der Kontakt zu ihrem Bruder abgebrochen ist, warum soll er plötzlich alles stehen und liegen lassen und kommen? Unbewusst schüttelte Ai einmal den Kopf, die Sache war doch komisch. Ich kann es einfach nicht nachvollziehen, wenn die beiden seit Jahren keinen Kontakt mehr haben, er aber unbedingt zur Hochzeit kommen soll. Was wollen sie machen, so tun, als wäre alles in Ordnung, die Gründe, die vielleicht für die Funkstille bestehen einfach wegignorieren? Das wäre doch nichts anderes, als zu lügen. Und das konnte Ai nicht leiden. Lügner waren zum Kotzen, warum konnte man nicht einfach frei seine Gefühle mitteilen und fertig. Es gab einen Grund, warum sich die Geschwister nicht sahen und die Hochzeit als Grund vorzuschieben, dass sie sich wiedersehen wollten, war falsch. Wenn eine Seite die Beziehung kitten wollte, sollten sie sich die Mühe machen, ungeachtet ob Hochzeit, Todesfall oder nur ein Loch im Strumpf als Anlass genommen wurden. Ganz zu schweigen davon, dass sich der Bruder der Braut ziemlich offensichtlich vor irgendetwas zu verstecken schien. Nähe zu einer Grenze bedeutete auch, dass eine Flucht einfach wäre, aber die Sorafraktion und die Shirofraktion schienen zurzeit weniger feindselig gegenüber einander zu sein, denn je. Kleinere Scharmützel waren zwar immer noch möglich, aber im Allgemeinen, schien die Situation ruhiger zu sein, als bisher für möglich gehalten. Zwar würde Ai das Wort Frieden gar nicht in den Mund nehmen, aber sie verkörperte Frieden ja auch nicht sonderlich gut. Ich halte den Kerl eher für eine kleine Mimose. Versteckt sich am Rand des Reiches vor einem Konflikt, der vielleicht gar nicht kommt. Und selbst wenn er kommt, wenn man nichts tut, kann man nichts ändern oder gar verbessern. Bestes Beispiel war ihr Vater, hätte er sich nicht dazu entschieden Shinobi zu werden, wer weiß, vielleicht wäre der ganze Clan immer noch nicht mehr als nur Gärtner.

Um ein peinliches Schweigen zu verhindern, machte sich Ai daran das Thema langsam von der Mission abzubringen. Die Infos und Meinungen waren erst einmal ausgetauscht worden und wenn noch etwas gesagt werden musste, gab es ja immer noch die Möglichkeit dazu. Sag mal, hast du heute eigentlich wieder Schmerzen? Auch wenn viele das nicht glaubten, Ai konnte mitfühlend sein und in diesem Fall kannte sie die Schmerzen aus erster Hand. Unfreiwillig.
 
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Da waren sie nun also unterwegs. Trotz der Kälte begann Yamato sich mit jedem Schritt, den er zwischen sich und Jôsei brachte, besser zu fühlen. Gerade so als hätte er einen Gutteil der Sorgen, die ihn in seiner Heimatstadt auf Schritt und Tritt verfolgten, hinter sich gelassen. Der Tsukigata vermutete, dass sie schon früh genug wieder auf ihn einprasseln würden (und zwar alle auf einmal), aber für den Moment durften sie gern bleiben wo sie waren. Es gab jetzt anderes, was wesentlich wichtiger war. „Wer weiß… Seltsam finde ich die ganze Sache auch.“, überlegte er und warf Ai einen vielsagenden Seitenblick zu. Er verstand die Gedankengänge der Haemasu nur zu gut. „Ich hatte bei dem Gespräch mit Yagami-san allerdings nicht den Eindruck als hätte es da irgendein großartiges Zerwürfnis gegeben. Es war eher so als hätte jeder einfach vor sich hingelebt und plötzlich waren sieben Jahre ins Land gezogen.“. Was immer noch seltsam war, die Sache aber letztlich vielleicht ein wenig einfacher machte. Hoffte zumindest der Tsukigata. Denn wenn sie auch noch einen tödlich beleidigten Mann überreden mussten, an der Hochzeit seiner ihm zutiefst verhassten Schwester teilzunehmen … dann gute Nacht. „Das mit der Mimose befürchte ich allerdings auch.“, meinte Yamato mit schiefem Lächeln. Er mochte die Einstellung der Haemasu, der er durchaus zutraute, dass sie sich den einfallenden Horden Soras auch allein stellen würde. Allerdings war es auch nicht sein Job, über den Mann und die Gründe für sein Handeln zu urteilen. Wenn es wichtig wurde, konnten sie sich immer noch detaillierter damit befassen. „Sehen wir zu, dass wir ein bisschen nachsichtig mit ihm sind. Im besten Fall können wir ihm die Sorge vielleicht ganz nehmen.“. Was nicht ganz so altruistisch gedacht war wie es klang: Yamato hoffte schlichtweg, dass es die Rückreise etwas angenehmer gestalten würde.

Als sie schon eine Weile gegangen waren und Yamato seine Zehen endlich wieder spürte (dafür aber sein Gesicht nicht mehr), ließ ihn die Frage seiner Begleiterin überrascht aufschauen. „Schmerzen?“, wiederholte er leicht überrumpelt. Nicht, weil er nicht wusste, was Ai meinte. Er hatte nur nicht damit gerechnet. „Ah… nicht so wie bei unserem Job.“. Er lächelte entschuldigend. Dass die Haemasu und auch Arata das unfreiwillige Vergnügen mit seinem Körper gehabt hatten, tat ihm immer noch leid. Aber ein bisschen was war immer, solange sich sein Skelett noch entwickelte, und der letzte Schub war gerade dabei abzuklingen, so dass der Tsukigata vorsichtig optimistisch war. „Glaub‘ auch nicht, dass es in den nächsten Tagen schlimmer wird. Aber wenn, geb‘ ich rechtzeitig Bescheid.“. Er würde einen Teufel tun und die Mission und vor allem Ai durch falschen Stolz zu gefährden. Lieber ließ er die Haemasu ein paar Tage in einem sicheren Gasthaus auf Ersatz für ihn warten als ihr ein Klotz am Bein zu sein. Blieb zu hoffen, dass er die dünne Trennlinie zwischen Entschlossenheit und Irrsinn erkannte, wenn es soweit war.

Am heutigen Tag aber lagen derlei Entscheidungen in weiter Ferne. Das Gespann aus Haemasu und Tsukigata kam auf der etwas matschigen, sonst aber gut gangbaren Landstraße gut voran und erreichte gegen Abend wie geplant das erste Gasthaus. Wohlige Wärme umfing die beiden Genin, als sie in die Gaststube traten. Wenn es nach Yamato ging, hätte es auch ein komplett abgeranzter Schuppen sein können, solange die Temperatur nur irgendwie stimmte. Aber sie bekamen mehr als das. Die Wirtin, eine drahtige, streng dreinblickende Frau in akkuratem Kurotomesode-Kimono, gab ihnen zwei winzige, schmucklose, dafür aber pieksaubere Einzelzimmer, die Yamato kurzerhand bezahlte (sollte in den Spesen ja drin sein, oder?). Nach einer kurzen Pause, in der sie die Zimmer bezogen, trafen sich die beiden Genin wieder in dem sehr traditionell eingerichteten Schankraum. Gesessen wurde um flache Tische herum auf dem Boden, dafür waren die Kissen weich und unter jedem der Tische befand sich eine gut eingepackte Pfanne mit heißen Kohlen, die für eine angenehme Wärme sorgte. Yamato streckte sich, während er darauf wartete, dass das Essen serviert wurde. „Ich glaub‘ ich werd schlafen wie ein Stein…“, meinte er und unterdrückte ein Gähnen. „Was machen die Füße?“.

tbc: guckichnoch
 
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Mission: Rettet den Bauernhof!

Takeo schnürte sich die Schuhe fest zu und komplettierte damit sein Missionsoutfit. Heute war ein besonderer Tag, und das nicht, weil er wieder als Missionsleiter unterwegs sein würde. Die letzten Wochen hatte er mit Training und einer intensiven Selbstfindungsphase verbracht. Als er mit Rai unterwegs war, stand er noch ganz am Anfang dieses Prozesses, doch jetzt war er abgeschlossen. Diese C-Rang Mission war also die Feuerprobe für seine neu erstarkten Ideale und würde zeigen, ob er nun in der Lage war, für diese Ideale einzustehen. Er nahm den Bogen, den er schnell liebgewonnen hatte, von seiner Wandhalterung und steckte ihn in eine dafür vorgesehene Vorrichtung auf seinem Rücken. Den Köcher hatte er bereits vorher hinten an seinem Gürtel angebracht. Dann verstaute er noch routiniert alle möglichen Tinkturen in den verschiedenen Taschen seiner Kleidung und damit hatte er auch die Ausrüstung zusammen. Auf dem Weg zur Haustür machte er noch einen kurzen Stopp in der Küche, um den Proviant für die Reise, den er bereits vorbereitet hatte, einzupacken und trat dann auf die Straße. Die Sonne schien, es war ungewöhnlich warm und es schien alles in allem ein perfekter Tag zu werden.

Auf dem Weg zum Tor der Stadt kramte er noch einmal die Missionsinformationen hervor. Auch der Inhalt der Mission schien perfekt für seine Feuerprobe zu sein. Ein Nachbarschaftsstreit zwischen zwei Bauern war eskaliert und der eine warf dem anderen vor, seine Kühe vergiftet zu haben. Radikale Maßnahmen, die geradezu nach einem Streitschlichter schrien. Da es für ihn kein großes Problem sein würde zu klären, ob Gift im Spiel war, hatte er bereits vorab geplant, sein Hauptaugenmerk auf die friedliche Lösung des Konflikts zu legen. Auf dieser Mission würde kein Bauer von einer Mistgabel erstochen oder in einem Brunnen ertränkt werden! Er nickte zufrieden und rollte die Schrift ein wenig weiter aus, sodass er sein Teammitglied für die heutige Mission sehen konnte. Sorgfältig las er sich alle Informationen durch. Zugegeben waren es nicht viele, die er vorab hatte. Im Gegensatz zur Mission mit Rai war Takeo diesmal deutlich erfahrener, doch allein ihr Name gab Takeo schon viele Informationen und war erneut ein Umstand, der unter einem guten Stern stand: Haemasu. Ein Name der mir schon häufiger begegnet ist. Um genau zu sein: Haemasu Ai, jedoch war der Familienname zum jetzigen Zeitpunkt interessanter für ihn, denn der Haemasu-Clan pflegte eine recht gute Verbindung zum Dokuiki-Clan. Den ein oder anderen Trick, den er im heimischen Garten anwandte, hatte er von Mitgliedern dieses Clans gelernt und auch die Dokuiki teilten ihre eigenen Erfahrungen im Anbau und der Zucht von Kräutern. Den Haemasu konnte auf diesem Gebiet jedoch niemand etwas vormachen, weshalb sein eigener Clan viele Mitglieder für die Pflege der claneigenen Pflanzenwelt angestellt hatte. Takeo hatte sie bisher immer als überaus freundliche Menschen kennengelernt und hatte keinen Zweifel daran, dass Ai ein genauso freundlicher Mensch sein würde.

Die Zeit darüber nachzudenken war jetzt vorbei, denn vor ihm tat sich das Stadttor auf, dass Takeo schon beim letzten Mal als Treffpunkt gewählt hatte. Er hatte bereits vor einigen Tagen einen freundlichen Brief an Ai verfasst, indem er ihr alles Nötige mitgeteilt hatte. Zweifelsohne würde auch sie etwas mit seinem Familiennamen anfangen können und er hoffte, dass ihre Erfahrungen mit dem Dokuiki-Clan ebenso gut waren, denn dann war bereits eine gute Basis für die gemeinsame Zusammenarbeit geschaffen. Er pflanzte sich auf die ihm vertraute Bank und versank in alter Manier in tiefe Träumerei, da er mal wieder einige Minuten zu früh war.

@Haemasu Ai
 

Haemasu Ai

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Im Vergleich zu ihrer letzten Mission war Ai die Ruhe selbst. Das hieß nicht, dass sie nicht nervös war, aber wenigstens hatte sie es geschafft nicht ihre gesamte Ausrüstung im Haus ihres Großvaters zu verteilen, sondern war … halbwegs, vorbereitet. Die Tasche lag schon gepackt bereit, Rauchbomben, Shuriken, Kunai und Explosionssiegel fein säuberlich geordnet und eine Schriftrolle mit allerlei nützlichem Krimskrams hatte sie auch noch in die recht kleine Beintasche zwängen können. Leichtes Gepäck. Sie war früh dran und hatte sogar, nach einem kleinen Blick auf die Uhr, die ihr dies bestätigte, sogar noch Zeit frisch zu duschen. Wunderbar. Dann war heute die Wahrscheinlichkeit, dass sie stinkend auf Mission ging sehr gering, auch wenn sie gerade schon so nicht miefte. Es war eher ein erdiger Geruch, den Beeten im garten zu verdanken, denn endlich war es wärmer und das hieß, dass die ersten Pflanzen aus dem Erdreich hervorbrachen.

Nach einer heißen Dusche fühlte sich Ai auf jeden Fall bereit für alles, was auf sie zu kommen würde. Mit noch nassen Haaren warf das Mädchen einen Blick in ihre Kommode und griff sich die erstbesten Kleidungstücke, die sie fand. Mode war eher weniger das Ding der Haemasu, praktisch musste es sein. Sie hatte Glück, dass die Sachen, die sie gegriffen hatte zusammen passten, andererseits, es war schwierig etwas zu finden, das nicht zu einer engen schwarzen 7/8 Hose passte. Da war auch das langärmelige Shirt mit einem roten und hellgrauen Karomuster keine Ausnahme. Sicherlich nicht die Kleidung, die man Shinobi zuordnen würde, aber so wie Ai den Auftrag verstanden hatte, schien Stealth kein Muss zu sein. Sollte sie doch nur einen Nachbarschaftsstreit schlichten. … Langsam, kam Ai das Gefühl, dass niemand in der Dorfverwaltung ihre Akte auch nur mit dem Hintern angesehen hatte. Erst sollte sie einen psychisch labilen Mann eskortieren und jetzt einen Streit schlichten. Wollte Shirogakure die Haemasu dazu bringen zu versagen? Fühlte sich auf jeden Fall so an, wenn sie immer Aufgaben bekam, die ihrem Charakter so drastisch widersprachen. Vielleicht wollte ja auch jemand, dass sie ihre Grenzen überschritt. Oder, was wahrscheinlicher war, die Motivation war weniger individuell und sie war einfach als freier Genin gerade die einzig mögliche und sinnvolle Wahl gewesen. Was auch immer es war, sie griff nach ihrer Tasche und befestigte diese an ihrem Bein, bevor sie aus dem Fenster ihres Zimmers auf das Vordach kletterte. Mit einem kurzen Satz landete sie auf dem Kiesweg, der zu dem Haus führte und rief noch einen kurzen Abschiedsgruß zu ihrem Großvater, der ohne Zweifel mit beiden Händen in der Erde wühlte und den Garten bearbeitete.

Der Platz vor dem Nordtor war, wie sollte es an einem so schönen Vormittag auch anders sein, gut gefüllt. Jung und alt schoben sich durch das Wirrwarr aus Personen, manche warteten, andere drängelten und wieder andere versuchten sich am Rand zu halten, um nicht in dieser Masse aus Menschen erfasst zu werden. Ai gehörte zu der letzten Gruppe, sie schlenderte am Rande der Wege, teilweise auch direkt auf dem angrenzenden Gras, den Platz entlang und versuchte ihren Missionspartner ausfindig zu machen. Sie hatte am heutigen morgen die Infos noch einmal ausgiebig studiert und wusste, dass sie nach einem Mitglied des Dokúiki-Clans Ausschau halten musste. Okay, half weniger, denn soweit sie wusste, hatten die Mitglieder des Clans keine besonders auffälligen Merkmale, aber wenigstens konnte sie alle aussieben, die nicht das Stirnband von Sunagakure trugen. Machte die Sache schon etwas einfacher. Dennoch dauerte es ein wenig, bis sie einen jungen Mann ausmachte, der ein Kandidat war. Ein junger Mann mit Haaren, die nicht ganz blond waren, aber für braun deutlich zu hell. Er saß auf einer Bank und schien ins Nichts zu starren. Ein Träumer also? Ohne nach Erlaubnis zu fragen oder überhaupt eine Art Begrüßung von sich zu geben, pflanzte sich die Haemasu neben den jungen Mann und grinste ihn erwartungsvoll an. Dabei schaukelte sie mit ihren Beinen hin und her, wie ein kleines Kind, das auf eine Belohnung wartete. Ai konnte reif sein, nur nicht jetzt, jetzt sprach gerade die Aufregung aus ihr und das nur mit Körpersprache.

@Dokúiki Takeo
 
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… warf er sich zur Seite und konnte dem herabfallenden Stein gerade noch ausweichen. Er federte seinen Sturz mit einer grazilen Rolle ab und ging von dieser direkt in einen Sprint über. Lange würde die Tür am anderen Ende des Flurs nicht mehr offenstehen und dann wäre er für immer hier gefangen. Schneller und immer schneller rannte er auf den leuchtenden Ausweg zu, doch kurz bevor er den Ausgang erreichte, wurde der Komplex von einem lauten Poltern erschüttert und zwei wippende Äxte rasten vom Himmel hinab. Wipp. Wipp. Okay. Ich habe nur einen Versuch den richtigen Moment abzupassen, sonst war es das für mich. Wipp. Wipp. Er schloss die Augen, um ein letztes Mal Anlauf zu nehmen, doch als er sie wieder öffnete, schreckte er auf, denn zwei große violette Augen blitzten ihm entgegen. Wipp, Wipp. Ihre Beine schaukelten hin und her und Takeo brauchte mal wieder einen kurzen Moment, um sich ins Hier und Jetzt einzufinden. Als es soweit war, realisierte er, dass das vor ihm wahrscheinlich nicht irgendein interessiertes Kind, sondern seine Teamkollegin war: Haemasu Ai.

Der Schreck wich ihm schnell wieder aus dem Gesicht, und zu hoffen, dass seine Gegenüber dies nicht bemerkt hatte, wäre mehr als nur naiv gewesen. Super Takeo. Da hast du direkt wieder einen richtigen guten ersten Eindruck gemacht. Ein Umstand, der Takeo nicht zu lange beschäftigte, und so dauerte es nur einige Augenblicke, bis er sich in einen Schneidersitz bewegte und ebenfalls ein breites Grinsen aufsetzte. „Guten Morgen! Ich nehme an, du bist Haemasu Ai? Freut mich sehr, dich kennenzulernen.“ Er deutete eine Verbeugung im Sitzen an und musterte das junge Mädchen. Ihr Aussehen verriet ihm, dass sie wahrscheinlich ein wenig jünger als er war. Ihre Haare leuchteten in einem kräftigen Türkis, welches ungewöhnlich war, doch zugleich wunderbar zu ihren Augen passte und ein interessantes äußeres Bild komplettierte. Takeo freute sich schon herauszufinden, ob eine genauso interessante Person dahinter steckte.

Nach der Vorstellung kratzte er sich am Kopf und schob direkt ein kleines Briefing hinterher. „Du fragst dich sicher schon, was uns auf dieser Mission erwartet. Wenn du Action suchst, muss ich dich leider enttäuschen, denn unsere Mission ist es einen Nachbarschaftsstreit zu klären. Der Bauer Hiro im Reich des Wasserfalls beschuldigt seinen Nachbarn, seine Kühe vergiftet zu haben. Da kommen wir ins Spiel. Herausfinden, was wirklich geschehen ist, und vor allem den Streit ohne große Keilereien beenden! Noch akute Fragen? Sonst würde ich vorschlagen, dass wir alles Weitere auf dem Weg besprechen, denn wir haben noch ein ganzes Stück vor uns.“ Er löste den Schneidersitz und stellte sich startbereit auf die Bank. Er fühlte sich gut vorbereitet für diese Mission und konnte es kaum erwarten anzufangen. Ungewöhnlich, da er für gewöhnlich alles ein wenig mehr ins Detail planen würde, jedoch gab es aktuell noch sehr viele Variablen, die sich erst definieren würden, wenn sie den Bauernhof erreichten. Kennenlernen und grundsätzliches Vorgehen konnten außerdem, wie bereits ausgesprochen, auf dem Weg zur Genüge besprochen werden.
 

Haemasu Ai

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Offensichtlich hatte Ai ihren Missionspartner Takeo überrascht. Man konnte es ihm sofort ansehen, als die Haemasu ihn aus seinem Tagtraum riss. Der Schock auf dem Gesicht des Dokuiki machte es AI sichtlich schwer ein kurzes Auflachen zu unterdrücken, glücklicherweise schaffte sie es, keinen Laut von sich zu geben. Ein breites Grinsen ließ sich aber nicht verkneifen. Besonders schwierig, als der Kerl versuchte sich im Sitzen anständig zu verbeugen. Morgen. Mehr sagte Ai erstmal nicht, recht wortkarg für das Mädchen, aber sie musste ja auch nicht reden. Zudem wollte sie Träumer-chan nicht mit zu viel Input überwältigen, schien er nur halb ausgeschlafen zu sein. Da hatte sich Ai aber etwas verschätzt, denn kaum hatten sich die beiden „begrüßt“ begann der junge Mann damit die Modalitäten der kommenden Mission zu besprechen. Den groben Umriss kannte Ai schon, aber die weitergehenden Details waren ihr nicht bekannt. Es passten nur so viele Infos auf einen Zettel und wenn die Haemasu ihn dann nur einmal las, blieb natürlich nicht alles hängen. Umso dankbarer war sie, dass sich Takeo die Mühe machte, die Aufgabe nochmal zusammen zu fassen. Zwar war sie noch immer enttäuscht, dass diese Mission weniger auf der kämpferischen Seite sein sollte, aber sie würde sich nicht beklagen, ein Streit bot genügend Zündstoff und wer wusste schon, was die ganze Aktion am Ende so bringen würde. Die empfindliche Ehre eines Mannes schien ja verletzt zu sein, Chaos vorprogrammiert. Fragen hätte ich nur eine. Wie sieht es mit der Reiseroute aus? Bei meiner letzten Mission bin ich mit einem anderen Genin hier aus Shiro zu Fuß bis in die Nähe des Reiches der Wasserfälle gereist. Die Tour hat uns einige Tage gekostet, aber Spesen der letzten Mission sind durch die Auftraggeberin beglichen worden, sodass wir nicht im Freien schlafen mussten. Gut, Ai war jetzt nicht gerade arm, ihre Familie hatte Geld, aber sie wollte sich nicht auf das Geld der Familie verlassen. Ihr Vater hatte immer gesagt, dass man als Shinobi auch mit dem nötigsten und wenig Geld auskommen musste, daher hatte sich Ai vorgenommen, ein wenig mit den Belohnungen ihrer Missionen und Jobs zu haushalten. Es ist jetzt zwar etwas wärmer, aber wie sieht es bei uns aus? Ich bin zwar gerne an der frischen Luft, aber so warm, dass ich mich über einen Campingtrip freuen würde, ist es ja noch nicht. Der Winter war schließlich noch nicht verklungen, Pessimisten meinten sogar, dass demnächst frischer Frost kommen würde. Wie wahr das war, wollte Ai nicht beurteilen, sie wusste nur, dass es noch immer kühler als von ihr bevorzugt, war.

Die plötzliche Motivation von Takeo bewegte Ai dazu ebenfalls aufzustehen, aber anders als der Dokuiki stellte sich die junge Frau nicht auf die Bank, sondern begnügte sich damit auf dem gepflasterten Platz vor dem Nordtor zu stehen. Wie es normale Menschen tun würden. Plötzlich so voller Energie? Wir können gerne los gehen, wenn du willst. Ich habe alles, was ich brauche bei mir und ich denke, wir sollten noch so viel vom Tageslicht ausnutzen, wie wir können. Wenn sie es richtig abschätzte, würden sie es diesen tag zu Fuß noch angenehm zu dem Gasthausschaffen, in dem Yamato und sie ihre erste Nacht der letzten Mission verbracht hatten. Dieser Mission, die ihr alles an Geduld abgefordert hatte, was sie besaß und noch dreimal so viel. Doch das lag hinter ihr, dieses Mal ging es ins Reich der Wasserfälle und sie musste einen Streit schlichten … fühlte sich irgendwie nicht richtig an. Dennoch, sie setzte sich in Bewegung und marschierte in Richtung der vor ihr liegenden Aufgabe, wie episch oder auch nicht sie auch sein mochte.
 
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Takeo freute sich, dass seine Missionspartnerin sich ihre eigenen Gedanken zur Mission machte. Die Frage der Reiseroute hatte ihn in den letzten Tagen eine ganze Zeit beschäftigt, da es üblicherweise der Aspekt einer Mission war, der sich ohne weiteres bis ins letzte Detail vorbereiten ließ. So hatte er mal wieder Karten gewälzt, Routen geplant, Gelände studiert und alles verinnerlicht, was für eine effiziente Reiseplanung von Nöten war. Was dabei herausgekommen war, war nicht etwa die schnellste Route, wohl aber unter Berücksichtigung der von ihm gesetzten Schwerpunkte die beste. Seiner Meinung nach war es nämlich essentiell für den Erfolg der Mission, dass sie relativ fit dort ankamen. Das sollte nicht heißen, dass sie trödelten, aber Übernachten im Freien konnte den Gemütszustand verschlechtern und das war vielleicht nicht die richtige Herangehensweise für deeskalierende Gespräche und investigative Arbeit. Der Auftraggeber, der zwar sehr an ihrem Einschreiten interessiert war, hielt sich finanziell leider ein wenig zurück. Takeo konnte es ihm nicht übelnehmen, da seine Existenz durch den Verlust seiner Kühe wahrscheinlich ein wenig an den Rand gedrückt wurde. Dennoch hätte er sich gefreut, wenn das Budget jede Nacht für ein Dach über dem Kopf ausgereicht hätte. Glücklicherweise war er nicht das erste Mal in dieser Gegend unterwegs, was er hoffentlich zu seinem Vorteil nutzen konnte. „Wir haben ein kleines Budget. Das allein wird wahrscheinlich nicht reichen, um uns für jeden Tag ein Dach überm Kopf zu sichern.“ Er kramte kurz in seinem Rucksack und zog eine Karte hervor, die er sogleich an Ai weiterreichte. „Ich habe hier unsere Route einmal kurz skizziert. Es ist nicht die schnellste Route, allerdings sollte sie uns so nicht mehr als zwei Tage kosten. Wenn alles gut läuft, sogar nur einen.“ Er machte eine kurze Pause, damit Ai sich ein Bild von der Route machen konnte, um dann den Sinn der längeren Reisezeit zu erklären. „Ich war mit meinem Clan bereits auf einer Expedition im Reich des Wasserfalls – man findet dort eine sehr reiche Flora – und einige der Herbergsbesitzer sollten meinem Clan sehr positiv gesonnen sein. Ich hoffe, dass wir das zu unserem Vorteil nutzen können, um ausgeruht am Auftragsort anzukommen.“

Da er Ai in Sachen Tageslicht zustimmte, machten sie sich kurze Zeit später auf den Weg. Der erste Abschnitt der Reise gestaltete sich sehr einfach, denn anfangs gab es noch nicht sehr viele Alternativen zur breiten Landstraße. Also würden die kleinen Umwege noch ein wenig auf sich warten lassen. Der erste Tag verging wie im Flug. Beide kannten den Weg, und auch das Gasthaus, welches Takeo ausgewählt hatte, kannte Ai bereits von einer vorherigen Mission. Lästige Blicke auf die Landkarte entfielen somit und langes Grübeln an unübersichtlichen Kreuzungen gab es heute auch nicht.

Es war immer ein gutes Gefühl, ein Gasthaus zu betreten. Der Wechsel von kalt zu warm zauberte ihm sofort ein breites Grinsen aufs Gesicht. „Wir sind echt gut vorangekommen. Ich quatsche mal kurz mit der Besitzerin, damit wir schnell an Zimmer und warmes Essen kommen.“ Gesagt, getan: Sein Plan ging auf und die schlanke Besitzerin hatte seine Familie tatsächlich in guter Erinnerung behalten. Die Zimmer wurden ordnungsgemäß bezahlt, aber immerhin ging das Essen heute aufs Haus. Es dauerte nicht mehr als eine halbe Stunde, bis sich die beiden an einem gut gedeckten Tisch wiederfanden, nachdem sie ihre Sachen auf die Zimmer gebracht hatten. Eine große Schüssel Suppe mit einer extragroßen Portion Fleisch tat sich vor ihm auf und brachte seine Augen zum Glitzern. Anstatt sich aber – wie sonst – sofort auf das Essen zu stürzen, hielt er sich in Zaum und beschloss, seine Gegenüber ein wenig besser kennenzulernen. „Und du durftest die Gastfreundschaft dieser Herberge auch schon einmal genießen? Darf ich fragen, was dich hier bereits hingeführt hat?“ Wie gewohnt setzte er ein freundliches Grinsen auf und hoffte auf eine recht heitere Konversation auch wenn Small Talk nicht immer zu seinen Stärken gehörte.

@Haemasu Ai Wegen der Übersichtlichkeit würde ich die Reise hier weiterführen und nicht den den "Weg nach Taki no Kuni"-Thread wechseln. :D
 

Haemasu Ai

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Ein wenig enttäuschte Ai die Tatsache, dass das Budget nicht ausreichen würde, aber andererseits, es war besser so herum. Die andere Option, die der Bauer, der ja die Belohnung und Spesen zur Verfügung stellte, hatte, wäre es die Spesen von der eigentlichen Belohnung abzuziehen, keine Option, die der Haemasu sonderlich gefallen würde. Wie es jetzt stand, hatten sie wenigstens die Wahl, ob sie die Bequemlichkeit einer Gaststätte auch wirklich nutzen wollten oder nicht. Andernfalls wäre es keine wirkliche Wahl, wenn man am Ende seine Belohnung in voller oder wenigstens ansatzweise voller Höhe bekommen wollte. Eigentlich war die ganze Sache sogar recht egal, immerhin hätte Ai nichts an der Bezahlung und der Modalitäten selbiger ändern können, dafür arbeitete sie ja als Kunoichi und nicht in der Verwaltung selbst. Ein wenig in ihren Gedanken verloren folgte Ai also nun Takeo, der die Reise nun offiziell eingeläutet hatte.

Rasch erreichten die beiden Shinobi das Gasthaus, welches Ai bereits einmal beherbergt hatte. Geändert hatte sich nichts, aber das wäre ja auch merkwürdig, ist es doch noch gar nicht solange her, seit sie hier eingekehrt wart. Wie es der Zufall so wollte, bekam sie sogar dasselbe Zimmer, wie bei ihrem letzten Besuch, nicht, dass es einen Unterschied gemacht hätte, waren sie doch allesamt gleich ausgestattet. Dennoch hob diese Vertrautheit mit der Umgebung die Stimmung der Haemasu, sodass sie sogar ein wenig zum Plaudern aufgelegt war, als sie mit Takeo in der Wirtstube ihr Mahl einnahmen. Dass das Thema schnell auf Ais letzten besuch hier fiel war wenig verwunderlich und auch wenn die junge Frau ungern darüber ausführte, hielt sie es für falsch einfach nichts zu sagen oder gar das Thema zu wechseln. Meine letzte Mission, gar nicht so lange her. Bevor sie weiter ausführte genehmigte sich die Haemasu einen kräftigen Schluck ihres Tees und blickte Takeo direkt an. Es gibt echt bescheuerte Leute da draußen. Letztes Mal sollte ich mit einem anderen Genin, Tsukigata Yamato, falls du ihn kennst, den Bruder einer Yagami nach Jôsei eskortieren, damit er bei ihrer Hochzeit dabei sein konnte. Ich hätte ihn zu gern in die Klapse eingeliefert, mit dem stimmten so einige Sachen nicht. Details erspar ich dir mal lieber, aber Spaß war es nicht. Mehr würde Ai nicht dazu sagen, die ganze Aktion hatte deutlich an ihrem generell sehr dünn gestrickten Nervenkostüm gezerrt und nur zu gerne würde sie nicht daran zurückdenken. Vielleicht war es doch besser das Thema zu wechseln? Du warst also bereits im Taki no Kuni? Bestimmt war es interessant., ich war ja, wie gesagt nicht ganz an der Grenze und hab daher das Feuerreich noch nie verlassen. Langweilig, ich weiß, aber der Job wird das sicher ändern. Reisen kam mit der Arbeit, daher war sich Ai sicher, dass sie mehr als nur die Gegend um Jôsei kennenlernen würde. Obwohl das Kaze no Kuni und das Kaminari no Kuni verbündete Nationen waren, hatte die Haemasu noch nicht einmal dort einen Fuß hineingesetzt. Sie musste echt ein paar Sachen aufholen. Von den ganzen anderen Nationen ganz zu schweigen.

Nach dem Essen und weiterem Smalltalk, der Ai nicht so leicht über die Lippen ging, verabschiedete sich das Mädchen kurzerhand ins Bett. Der Tag war anstrengend gewesen, selbst wenn sie eigentlich nur die Hauptstraße entlangmarschiert waren, und der morgige würde wohl kaum besser werden. Da war es notwendig wieder etwas Energie zu tanken.
 
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„Tsukigata sagt mir leider gar nichts.“ Er kratzte sich am Kopf. „Sicherlich werde ich in Zukunft noch einmal die Ehre haben mit ihm zusammenzuarbeiten.“ Takeo würde zu gern wissen, was genau die Haemasu auf ihrer Mission so erlebt hatte, jedoch würde er es dabei belassen. Scheinbar war es nicht unbedingt die Geschichte, mit der sie sich jeden Abend in den Schlaf träumte, denn sie lenkte relativ schnell von ihren Erlebnissen zu seinen eigenen. Als er Ais Frage lauschte, merkte er wieder, wie viel Glück er in den vergangenen Jahren hatte. Oft vergaß er, dass es nicht die Regel war, viele Wunder der Natur in seinem Alter bereits mit eigenen Augen gesehen zu haben, und dass es schon gar nicht die Regel war, mehrere Monate in Folge auf Reisen zu verbringen.

„Ja, ich habe bereits einige Zeit im Reich des Wasserfalls verbracht. Meine Mutter leitet Expeditionen für den Clan und ich hatte bereits die Möglichkeit, sie zu begleiten. Taki no Kuni ist mir dabei in guter Erinnerung geblieben. In Takigakure gibt es Pflanzen, die im Wasser leuchten, weißt du? Ein wirklich besonderer Anblick. Dann wäre da noch der gewaltige Baum. Ich weiß bis heute nicht, wie es möglich ist, dass ein Baum mit solchen Dimensionen existiert, aber was erzähle ich da. Von dem hast du sicherlich schon gehört.“ Er grinste. Er könnte ihr jetzt wahrscheinlich den ganzen Abend davon erzählen, aber er wollte seine Partnerin nicht sofort am ersten gemeinsamen Abend überstrapazieren. Er hatte immerhin den Plan gefasst, dass sie ausgeruht am Zielort ankamen und wenn er Ai jetzt schon ein Ohr abkaute, würde das sicher nicht für ein erhöhtes Level an Aufmerksamkeit sorgen. „Genug davon, schließlich sollst du es irgendwann noch mit eigenen Augen sehen, und den Moment möchte ich dir nicht nehmen. Vielleicht ist nach der Mission ja noch ein wenig Zeit?“ Wenn man genau hinschaute, konnte man ein kleines Glitzern in Takeos Augen sehen, denn diese Momente waren für ihn etwas ganz Besonderes und es freute ihn fast genauso, wenn er andere beobachtete falls sie einen solchen Moment erlebten. Sie verbrachten nach dem Essen noch einige Zeit am Tisch und tauschten sich über dies und das aus, bevor sie sich früh auf ihre Zimmer verabschiedeten, um genug Energie für die kommenden Tage zu sammeln.

In den nächsten Tagen reihte sich ein Tagesmarsch an den nächsten, doch Takeos Plan ging größtenteils auf. Viele der Herbergen erinnerten sich an die Gruppe der Dokuiki und so konnten sie an der ein oder anderen Ecke ein wenig Geld sparen, sodass das seine Budgetplanung aufging... Jedenfalls theoretisch, denn ein paar Scheine würde er selbst dazu geben, aber davon musste Ai nicht unbedingt etwas wissen.

Das letzte Stück des Weges verlief am Rande eines kleinen Waldes und als das ungleiche Duo eine kleine Hügelkuppe überwand, kam ihr Zielort endlich in Sicht. Grüne Weiden zogen sich über eine kleine Hügellandschaft, die an beiden Seiten von dichten Wäldern flankiert wurde. Sein Blick folgte dem Weg, der sich weiter die Hügel hinabschlängelte und an einem kleinen Hof endete. Hinter diesem begann das Gelände wieder anzusteigen und mündete in der Ferne in einem kleinen Berg. Der Hof ihres Auftraggebers befand sich also in einer kleinen Senke fernab vom Treiben der großen Dörfer und Städte. Es machte einen idyllischen und beruhigenden Eindruck und noch konnte sich Takeo nicht vorstellen, dass hier ein Nachbarschaftskrieg im Gange war, der nun sogar zwei Ninja aus Shirogakure auf den Plan rief.

tbc: Östliches Hochland - Die Weiden des Reiches
 
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Sakaida Mai

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Beginn C-Rang Mission "Und weg war die Braut?!"

Wenn jemand einen gerechtfertigten Grund vorbringen kann, warum dieses Paar nicht vereint werden soll, der möge jetzt sprechen oder von nun an für immer schweigen.“, hörte Mai den Shintō-Priester sprechen. Wie eigenartig - stellte man solche Fragen denn nicht nur in kitschigen Filmen? Doch das hinterfragte der Blauschopf nicht weiter. Mai wusste nicht genau warum, aber sie hatte Einwände. Irgendetwas in ihr schrie förmlich danach, sich nun zu äußern. „Ich! Ich habe gerechtfertigte Gründe, warum dieses Paar nicht vereint werden sollte!“, vernahm sie ihre eigenen, energischen Worte, als wären sie ihr ein wenig fremd. Der Priester sah überrascht zu ihr, die anderen Gäste blickten sich ebenfalls neugierig um. „Nichts für Ungut, aber wer selbst keinen Freund hat, darf sich grundsätzlich nicht zu so etwas äußern.“ So die klaren, ruhigen Worte des Priesters. Diese unglaublich klaren, ruhigen und durchaus bloßstellenden Worte des Priesters. „Achso.

Das Klingeln des Weckers riss Mai aus diesem peinlichen Traum, in welchem die Hochzeitsgäste gerade noch über sie geschmunzelt hatten. Wie dämlich! Seufzend zog sich die Kunoichi die Decke über den Kopf und rollte sich noch zusätzlich darunter ein.

Das unangenehme Gefühl, welches der Traum mit sich gebracht hatte, war zügig verschwunden, als Mai dann aufgestanden war, um den Tag ordentlich zu beginnen. Gepackt hatte sie bereits am Vortag, da sie sich auf eine mehrtägige Mission einstellte. Was die Kunoichi jedoch davon halten sollte, wusste sie noch nicht so recht. Sora-Ninja. Diese Begegnungen hatte sie bereits zur Genüge gehabt. Bisher war ihr gerade einmal eine einzige Person aus dieser Fraktion begegnet, mit welcher sie gut zusammenarbeiten konnte. Gemeinsam mit ihm bestand Mai damals das Chuunin-Examen und außerdem trafen sie im Grenzgebiet erneut aufeinander, was ebenfalls friedlich, gar vertraut verlaufen war. Allen anderen war der quirlige Blauschopf auch immer freundlich und zugewandt gegenübergetreten, doch meist waren die Ninja dort völlig anders gestimmt. Während sie gerade ihr langes blaues Haar zum üblichen Zopf band, breitete sich plötzlich eine Gänsehaut auf ihren Armen aus. Ihre letzte fraktionsübergreifende Mission war schlichtweg eine eisige Hölle gewesen, was auch den Sora-Ninja zuzuschreiben war. Hoffentlich würde es diesmal besser werden. Hoffentlich wäre Kenta nicht dabei.

Anders als sonst hätte Mai nämlich nicht ihren Kumpel Dokúiki Takeo an der Seite. Zwar wurde ihr erneut die Leitung des Auftrages zugesprochen, aber dennoch fühlte sie eine gewisse innere Skepsis. Eine C-Rang Mission stellte mittlerweile kein Problem mehr dar, dennoch kamen insgesamt vier Shinobi dafür in den Einsatz. Und sie selbst als Chuunin! Derjenige, der diesen Auftrag in diesem Ausmaß zahlen konnte, musste wohl sehr reich sein. Klar, wenn es um das Zusammentreffen beider Fraktionen ging, konnten weder Sora noch Shiro auf nur einen Ninja setzen.. Seufzend sperrte die junge Konoichi die Haustür ab. Wie auch immer, es würde schon alles einen Sinn ergeben.

Fröstelnd zog Mai den Reißverschluss am Kragen ihrer Jacke zu. Ganz schön frisch heute! Hoffentlich würden die Temperaturen im Lauf des Tages noch steigen. Unbedacht warf die junge Dame mit dem langen, blauen Haar einen Blick auf die Uhr, was sie sofort dazu anhielt, sich zu beeilen. Um schneller am Nordtor anzukommen, entschied sie sich für den Weg über das ein oder andere Hausdach - was sie wirklich ungern machte, da sie es irgendwie als Unhöflich empfand - und schwang sich durch die kalte Luft. Am Treffpunkt angekommen stellte sie erleichtert fest, dass ihr Teamkollege noch nicht eingetroffen war. Manako Raku, so hatte sie erfahren, würde an ihrer Seite stehen. Zu schade, dass sie ihn noch nicht kannte. Hoffentlich würden sie gut miteinander auskommen, denn Mai hatte in der Vergangenheit feststellen müssen, dass man bei Ninja aus Soragakure ein starkes Team benötigt.
 
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Manako Raku

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Noch nicht eingetroffen? Noch nicht eingetroffen? Das konnte doch nicht der Raku sein, den man kannte und liebte? Naja, leider wohl doch... der Hellhaarige hatte bis gestern abend spät noch an einem Kleidungsstück gearbeitet und war deshalb tatsächlich verhältnismäßig spät dran für seine Verhältnisse. Normalerweise wäre er bereits eine halbe Stunde vor Treffzeit da gewesen, aber heute hatte ihm sein Leben dann doch mal einen Strich durch die Rechnung gemacht. Das war ungewöhnlich für ihn, aber er gab auch zu, dass er sich über die Aufgabenzuteilung ein wenig geärgert hatte. Er sollte eine Braut irgendwohin bringen - schon wieder? War das jetzt das zweite oder das dritte Mal, dass sich der Manako mit so einem Auftrag herumärgern musste? Zugegeben, es war netter als sich ständig in irgendwelche Schwerter oder Klingen werfen zu müssen, aber diese Art Aufträge lagen ihm eindeutig nicht - und heute hatte der hellhaarige junge Mann, dessen Körper von einem blassen, vliederfarbenen Umhang bedeckt war, nicht einmal Hasekura Chinatsu an seiner Seite um die sozialen Dinge des Auftrags erledigen zu können. Nein, eine gewisse Sakaida Mai sollte seine Missionspartnerin sein. Tatsächlich... Raku runzelte, während er durch die Straßen eilte, die Stirn. Es war das erste Mal seit langem, dass er mit einem vollkommen unbekannten Ninja zusammenarbeitete. Noch dazu eine Kunoichi. Raku hoffte, dass sie nicht wie Chinatsu oder Tomoe war, sondern... naja... normal. Bei seinem Glück war sie aber eine optimistische Draufgängerin mit losem Mundwerk. Er machte sich auf das Schlimmste gefasst. Der Bogenschütze rückte seine Augenklappe zurecht, die sein linkes Auge bedeckte, während sein grasgrünes rechtes Auge stoisch in die Welt blickte. Es war kühl heute, aber Raku mochte es so. Die Reise war einfacher bei diesem Wetter, und er hatte genug von Wind, Sturm, Gewitter und Regen, für's erste. Die Erfahrungen in den Gewitterfeldern von Kumogakure saßen noch tief in seinen Knochen und so hatte er sich akribisch darauf vorbereitet, nicht wieder so unvorbereitet getroffen zu werden. In den Schriftrollen in seinem Gepäck fand sich so ziemlich alles was man sich wünschen konnte, wenn man auf reisen war - und sogar einiges an Verbands- und Medizinzeug, was er zusammengeklaubt hatte. Nicht, dass er sonderlich begabt darin war, die Narbe an seinem Hinterkopf, die durch die Haare nicht sichtbar war, sprach davon wie wichtig es war, ausgerüstet zu sein.

"Sakaida Mai, nehme ich an", sagte Raku einen Moment später. Er war angekommen und ihm war eine blauhaarige junge Frau ins Auge gefallen. Wie immer waren die Ninja, die am Tor auf ihre Kollegen warteten, gut zu erkennen - sie alle sahen aus wie bestellt und nicht abgeholt. Ihm ging es ähnlich, es störte ihn nur immer nicht. Es wurmte ihn mehr, dass sie vor ihm dagewesen war. Nach kurzer Bestätigung, die ihm Mai hoffentlich gab, neigte der Hellhaarige den Kopf einen Moment und stellte sich dann vor. "Ich bin Manako Raku. Laut Auskunft der Verwaltung sollen wir eine C-Rang Mission ausführen. Unter deiner Leitung." Er schwieg einen Moment, musterte die Blauhaarige einen Moment eingehend. Sie war kleiner als er, aber das war eigentlich nicht ungewöhnlich. Ungewöhnlich war vielmehr ihre blaue Haarpracht, aber ganz ehrlich, bisher hatte er kaum jemanden kennengelernt hier der nicht irgendwie speziell war oder aussah. Und es war ihm nahezu unmöglich, ihr Alter einzuschätzen. Er schätzte sie ungefähr so als wie ihn selbst ein - vielleicht plus-minus zwei Jahre - aber es war nicht einfach. Ihr Körperbau sprach für spätpubertär bis 'fertig', ihr Gesicht... naja... hätte auch einer jüngeren Person gehören können. Sein eines grünes Auge nahm diese Informationen gewohnt schnell auf und sein Blick blieb dann an ihren dunkelblauen Augen hängen. "Gute Zusammenarbeit, Sakaida-san", ergänzte er dann und neigte den Kopf. "Bin vorbereitet. Wir können los." Immerhin wollte er nicht im Weg stehen, und so war sein Stakkato wieder deutlich hörbar - eine Frage hatte er aber wirklich. "Sollen wirklich vier Ninja diese Mission ausführen? Scheint mir viel."
 
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Sakaida Mai

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Ein leichtes Lächeln bildete sich auf den Lippen der jungen Kunoichi, als ein großgewachsener junger Mann zielstrebig auf sie zukam. Er schien wohl ihr Teamkollege zu sein. Sofort stach ihr sein helles Haar in die Augen, welches trotz des tristen Wetters schimmerte. Erst als er näher kam, bemerkte Mai seine Augenklappe. Natürlich kam ihr dann zu allererst der Gedanke, dass er darunter eine leere Augenhöhle versteckte. Besser sie würde gar nicht weiter danach fragen, wenngleich sie ja ein ziemlich neugieriger Mensch ist. Als er sie beim Namen nannte, nickte sie nur zustimmend lächelnd. Sogleich stellte er sich namentlich als Manako Raku vor und kam auf den gemeinsamen Auftrag zu sprechen. „Ich freue mich, dich kennenzulernen. Und ja, richtig. Wir haben die Ehre, in das Grasreich zu reisen!“, entgegnete sie gut gelaunt, wobei sein musternder Blick sie ein wenig verhalten machte. Fand er es komisch, dass sie die Leitung zugesprochen bekommen hatte? Oder hatte sie etwas Komisches an sich? Wie dem auch sei, sie sollten keine Zeit verlieren und vielleicht würden die beiden im Laufe des Tages ja miteinander warm werden. Darauf hoffte Mai sehr, weil Sora-Ninja.

Kurz nachdem sich die beiden in Bewegung gesetzt hatten, stellte Raku genau jene Frage, welche auch Mai sich vorhin bereits gestellt hatte. Sie grinste ihn daraufhin an, obwohl er das ja kaum wissen konnte. „Tatsächlich, ja! Der Feudallord, dessen Tochter kurz vor der Hochzeit verschwunden ist, scheint sehr, sehr reich zu sein. Ich kann mir zwar nicht erklären, warum er nun aus beiden Reichen Ninja engagieren musste, aber weder Soragakure noch Shirogakure würden wohl nur einen Shinobi den Auftrag annehmen lassen, wenn die feindliche Fraktion mitmischt.“, schilderte sie ihm ihre Vermutung, woraufhin sie ihre Arme hinter dem Rücken verschränkte und leicht auflachte: „Er hätte sich lieber für eine Fraktion entscheiden sollen, das wäre bestimmt günstiger gewesen!“ Reiche Menschen eben!

Die beiden Ninja kamen gut voran. Sie hatten Glück, denn im Gegensatz zu den Shinobi aus Soragakure hatten sie nicht allzu weit nach Kusa no Kuni. Mai freute sich sehr darauf, in dieses Land zu kommen. Sie konnte sich nicht erinnern, schon einmal dort gewesen zu sein! Es hieß, dass dort eine beeindruckende Pflanzenpracht vorzufinden war und deren Pilze beinahe die Größe von Häusern erreichen könnten! Der Gedanke, dass Menschen darin wohnen würden, war einfach zu komisch. Die Reise mit Raku war angenehm, jedoch für den Geschmack der Kumo-Nin viel zu still. Es erinnerte sie an die Zeit mit ihrer Freundin Hiragana Akane, von welcher Mai auch nie viel zu hören bekam. Nur, dass Raku weniger griesgrämig zu sein schien. Da der Marsch nicht an einem Tag zu bewerkstelligen war, kehrten die beiden zur Abenddämmerung in einem kleinen Gasthof an der Grenze zum Grasreich ein. Gegen Mittag des nächsten Tages sollten sie ihr Ziel dann erreicht haben.

Morgens fanden sich die Teamkollegen dann am Eingang des Gasthofes wieder zusammen, um weiterzureisen. Es ärgerte Mai, dass sie heute so angespannt war. Sie hoffte inständig, nicht auf Kenta zu treffen. Sie wollte nicht, dass jemand ihr solch ein Grauen bescherte, aber sie konnte einfach nicht aus ihrer Haut heraus. „Bist du bereits auf Ninja aus Soragakure getroffen?“, durchbrach sie plötzlich die Stille. Es ärgerte sie auch, dass sie so viel über dieses Thema nachdachte und nun auch noch darüber sprach. „Falls ja.. welche Eindrücke hast du bekommen?“ Wie immer, wenn sie angespannt oder nervös war, griff sie nach ihrem Haarzopf und zupfte an ihm herum. „Du solltest wissen, dass ich auf meiner letzten Mission sehr schlechte Erfahrungen gemacht habe. Ich traue ihnen nicht, egal wie freundlich sie sich auch geben.“, erklärte sie ihm ungewohnt ernst. Ihre Miene nahm finstere Züge an, was für den dauergrinsenden, quirliegen Blauschopf völlig ungewohnt war. Doch das war es, was sie empfand. „Es wird mir daher auch eine Freude sein, ihnen bei der verschwundenen Braut zuvor zu kommen.“, hing sie nach einer Weile an, was ihr Gesicht wieder aufhellte.
 

Manako Raku

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Die Ehre? Also... Raku war zwar noch nie im Grasreich gewesen, und er war dankbar für die Möglichkeit - aber als eine Ehre würde er das nun nicht betiteln. Naja, vielleicht hatte Mai einfach nur etwas andere Gefühle bezüglich des Grasreiches als er. Interessant war es, aber letztlich war es halt ein Job. Fand er zumindest. Der junge Mann war immer ein wenig schneller beim Beurteilen von Menschen, obwohl er immer behaupten würde dass das nicht der Fall war - er wusste es aber auch einfach nicht besser. Mai war - zumindest vorerst - aber nicht unbedingt negativ aufgefallen. Vielleicht war Raku aber mittlerweile auch einfach schwierige Missionspartner gewöhnt und deshalb umso erstaunter, dass er vielleicht mal mit jemand... normalem zusammenarbeiten sollte. Sollte das etwa - gefühlt - seine erste, richtige Mission werden? Und dann noch mit Sora-nin dabei? Ein kleines bisschen Ambition regte sich in dem Hellhaarigen, als seine blauhaarige Kollegin weitersprach. Informationen waren essentiell zum abschließen einer Mission, und viele gab es nicht davon. Wie immer, eigentlich. Meistens mussten Ninja sich ihre Informationen ja selbst zusammensuchen - das war der Sinn ihrer Existenz, irgendwie. Und doch wüschte man sich manchmal ein wenig mehr... Futter. Rakus Miene verzog sich nicht, während sein Blick auf den Weg vor ihnen gerichtet war. Doch hörte er aufmerksam zu, nicht, dass ein falscher Eindruck entstand. "Günstig ist wohl kein Prädikat für diesen Mann", sagte Raku und sah so aus als würde ihn das alles nur so halb betreffen. "Wettbewerb. Ich denke, er will uns gegeneinander ausspielen." Kurz schwieg er. "Beziehungsweise antreiben, die 'andere Seite' zu besiegen. Ein wenig kindisch. Oder verzweifelt." Seine etwas wuschelig wirkender Haarschopf wehte leicht im Wind des kühlen Vormittags, aber es schien ihn nicht zu kümmern dass ein zugiger Wind sie auf ihrem Weg nach Westen begleitete. "Das scheint öfter vorzukommen", urteilte er. "Hatte schon so eine Mission. Laufen Frauen öfter vor Hochzeiten weg?", fragte er mehr sich als Mai und schien ernsthaft ratlos zu sein. Zumindest das eine Mal hatte sich das Problem in Wohlgefallen aufgelöst, aber letztlich... kannte er sich in dem Thema wirklich nicht aus. Er konnte sich weder vorstellen sich so an einen Menschen zu binden, noch warum man dann, wenn man es schon tat, noch weglaufen sollte. Sein Problem wurde es erst, wenn jemandes Eltern reich waren, soviel stand fest. Das schien ein furchtbar wichtiges Thema zu sein in diesen Kreisen.

"Feudalherren...", murmelte Raku nachdenklich, zuckte dann mit den Schultern. "Hab noch keinen getroffen. Wirkt oft, als würden sie sehr abgehoben sein", ergänzte er seinen Gedanken und verschränkte die Arme hinter dem Rücken, während er und seine Kameradin schnurstracks den Weg folgten. Es hielt sie nicht auf und so breitete sich auch Schweigen aus zwischen den Genin. Der Manako hatte beinahe Tränen in den Augen, vor Glück - niemand, der ihn zulaberte und ihn ständig aus der Reserve lockte, der ihn stets aus der Ruhe und Balance brachte, sondern einfaches, wunderbares Schweigen und das mentale Vorbereiten auf die Mission. Er hatte nicht gewusst, dass er das so vermisst hatte, und doch... irgendwas in ihm trieb ihn fast dazu, doch etwas zu sagen. Seltsam. Es war, als wollte er die Stille füllen, aber er fand kein Wort und kein Thema dafür. Der junge Mann mit den grasgrünen Augen blinzelte ein wenig verwundert und grübelte über diese veränderten Bedürfnisse nach. Und so erledigte er die Reise fast in Trance - das Einkehren im Gasthaus, das Überprüfen seiner Ausrüstung, die Ordnung und Instandhaltung seiner Gegenstände und Werkzeuge - alles verblasste irgendwie vor diesem Gefühl, dass es etwas gab, was er wollte und dann wieder überhaupt nicht wollte. Eine gute Sache war, dass der Bogenschütze gut im Einschlafen war, so seltsam das klang - er hatte sich schon von früh an antrainiert, immer und überall schlafen zu können, und so war er sehr früh wach und ausgeruht, und als Mai sich morgens vor dem Gasthaus wieder zu ihm gesellte, sah Raku exakt so aus wie gestern. Als ob man ihn in eine Ecke gestellt, seinen Stecker gezogen und am nächsten Tag einfach wieder aktiviert hätte - seine Bewegungen waren flüssig und elegant, und doch fehlte einem Körperteil von ihm diese Bewegung vollkommen: Seinem Gesicht. "Nein", antwortete er wahrheitsgemäß. "Bisher nur mit Shiro-nin. Windreich, Feuerreich und Blitzreich habe ich gesehen. Weiter nicht." Er warf ihr einen Blick zu, fragend. "Schlechte Erfahrungen?" Das interessierte ihn schon irgendwie, denn das war handfeste Erfahrung, die über alles Buchwissen erhaben war. "Was ist passiert?" Und wieso schickte man diese Sakaida Mai offenbar öfter auf Missionen mit der anderen Fraktion? War sie so herausragend? Bisher wirkte sie ja - zugegeben - nicht unbedingt so, aber sie war Chuunin und ihm somit in Rang und allgemeinen Fähigkeiten sicherlich überlegen. Sie versteckte es allerdings besser als andere. Selbst Chinatsu hatte mehr oder weniger mit ihren Fähigkeiten geprahlt. "Ich kenne mich mit verschwundenen Bräuten aus", meinte Raku trocken. "Ich zweifle nicht. Sakaida-san... wenn ich fragen darf, wo liegen deine Stärken? Ich bin Bogenschütze und passabler Nutzer von Nahkampfwaffen, spezialisiere mich aber auf Fernkampf. Wir sollten sicherstellen, dass wir uns ergänzen, sollte etwas vorfallen." Kurz schwieg er. Ihre Füße trugen sie jetzt weiter in das Grasreich hinein, und Raku bemerkte, wie sich die Vegetation unwillkürlich änderte. Die Bäume wuchsen bereits hier höher als sonst, die Pflanzen nahmen teils gigantische Ausmaße an. Der junge Mann fand das außergewöhnlich. Wie funktionierte das? Es musste etwas hier geben, was die Pflanzen zu diesem gigantischen Wuchs reizte... ob das auch für die Fauna des Landes galt? "Bisher...", fuhr er fort und das erste Mal legte sich seine Stirn ein wenig in Falten. "Kam es fast immer zu lethalen Kämpfen bei meinen Missionen." Eine auffällige Falte legte sich an die Wurzel seiner Nase. Es schien als würde er sich an etwas unangenehmes erinnern.

» Grasreich
 

Takeshi Rai

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~Mission: Aus vergangenen Zeiten~

Guten Morgen. Ein Tag wie jeder andere? Nee, nicht wirklich. Heute stand wieder eine neue Mission auf dem Plan! Eine waghalsige Reise in ein Sumpfgebiet, das sich im Feuerreich befindet. Dabei sollte die Truppe rund um Rai auf ein verwaistes Krokodil treffen, welches dort angeblich schon seit einiger Zeit sein Unwesen treiben soll. Als tapferer Shinobi der Shiro-Fraktion, war es die Aufgabe von Rai, diesem Ungestüm Einhalt zu gebieten! Und dafür brauchte er zusätzliche Feuerkraft, denn alleine wäre es tatsächlich etwas schwierig geworden. Dem frischgebackenen Chuunin wurde demnach eine buntgemischte Truppe zugewiesen, die verschiedener nicht sein konnte. Eine Teilnehmerin kannte er bereits persönlich, so hatte er mit Airika bereits bei ihrem Prüfungs-Job das Vergnügen gehabt. Er war gespannt, was die anderen so draufhatten. Wenn er sie schließlich alle kennenlernte, dann würde er sie nach ihren Fähigkeiten ausquetschen, denn schließlich trug das maßgeblich zum Erfolg der Mission bei. Außerdem sollte ein fähiger Teamleiter, wie der Takeshi es schon mehrmals unter Beweis gestellt hatte, über die Fähigkeiten seiner Gruppe unterrichtet sein. Um das erste Aufeinandertreffen der Gruppe einfacher zu gestalten, schickte er jedem Teilnehmer einen Brief, in dem er kurz auf die Mission einging und ihnen den Treffpunkt, das große Nordtor in Josei, mitteilte. „Hoffentlich waren alle pünktlich, denn zu spät sollten wir dort auch nicht ankommen“, dachte sich der 17-Jährige, als er die Haustür seiner Unterkunft verließ. Er brach früh am Morgen auf, um der erste beim Nordtor zu sein, denn schließlich gehörte sich das für einen vorbildlichen Teamleiter! Und so schlängelte er sich durch das rege Treiben, das sich in den Straßen und Gassen von Shirogakure abspielte. Die meisten waren gerade dabei, sich auf den Weg zur Arbeit zu machen. Das galt auch für den Takeshi, der sich ebenfalls auf dem Weg zur Arbeit befand. In einem unterschied sich der Bursche aber von den meisten: Ihm gefiel sein Job.

Nach einem halbstündigen Fußmarsch – das Haus seiner Eltern befand sich in Shirogakure –, kam er endlich am Nordtor an, das sich am Ende von Josei befand. Hier waren nicht viele Menschen unterwegs, so gab es für die meisten gar keinen Grund, so früh das Dorf zu verlassen. Ein paar Bauern füllten die Landschaft mit ihren Karren, die sich gerade auf dem Weg zum Markt befanden, um ihre Waren loszuwerden. Während der Takeshi wartete, sah er ebenjenen Bauern dabei zu, wie hart diese eigentlich schufteten. Kurz überlegte er, ob er nicht einigen dabei helfen wollte, die Karren ein paar Meter zu schieben, aber er entschied sich dagegen, da er seine Kräfte für die Reise aufsparen musste. Dabei kam er auf den Gedanken, dass seine Mitstreiter eventuell noch nicht auf einer Mission gewesen sind und daher die Reise zum Zielort vielleicht unterschätzen konnten. „Hachja, so ging’s mir damals auch… und dann hat’s zu regnen begonnen. Das war mega beschi…“, dachte er sich, ehe er von jemandem unterbrochen wurde, der sich als Ninja zu erkennen gab. „Ah, du bist also heute mit von der Partie? Cool, ich bin Rai. Freut mich dich kennenzulernen. Weißt du eventuell, wo die anderen sind? Mittlerweile nähern wir uns dem Abreisezeitpunkt…“ Na hoffentlich kam der Rest nicht zu spät, denn mit Verspätungen wollte der Takeshi gar nicht hantieren müssen. Schließlich musste man diese dem Auftraggeber oder der Dorfverwaltung irgendwie erklären… Naja, die werden sich schon sputen.
 

Nara Akiko

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Akiko verließ Sayuris Wohnung überpünktlich. Es entspannte sie einen Zeitpuffer zu haben. Einen Moment lang stand sie vor der Tür und atmete die saubere, kühle Morgenluft ein, die ihr entgegenschlug. „He, du stehst im Weg!“, erklang es da jedoch schon hinter ihr. Aus ihrem Apartmentblock traten zwei junge Shinobi, von denen einer gerade sein Stirnband zurechtrückte und der andere sie ungeduldig anglotzte. Hastig trat sie einen Schritt bei Seite - jemandem im Weg zu stehen war ihr im wahrsten Sinne des Wortes unangenehm. Die beiden gingen an ihr vorbei und verschwanden in dem dichter werdenden Strom von Menschen, die sich um diese Uhrzeit durchs Dorf schlängelten. Menschen rempelten sich an und entschuldigten sich, Karren wurden gezogen und geschoben, um als erste auf den Märkten zu sein. „Und da müssen wir rein“, dachte Akiko und seufzte innerlich. Mit ernstem Gesicht straffte sie die Schultern und zurrte die Gurte ihres Rucksacks enger. Sie zog das Haargummi in ihrem Zopf enger und befreite ein paar der schwarzen Haare aus den Rucksackgurten. Aus der Hosentasche ihrer enganliegenden dunkelgrünen Hose zog sie ein zerknittertes Stück Papier und studierte es kurz. „Proviant, Wasser, Kunai und andere Ausrüstung, Regencape, Wechselsachen…“ - an jedem Punkt der säuberlich verfassten Liste war ein Haken. Zufrieden nickte sie und ging dann los. Kaum hatte sie einen Schritt auf die Straße getan fühlte sie förmlich, wie sie mit der Masse strömte. Hochkonzentriert auf ihre eigenen Füße und wenig auf ihre Umgebung achtend setzte sie einen Fuß vor den anderen. Große Menschenmassen machten sie unruhig, deshalb versuchte sie diese auszublenden. Als Vorbereitung auf die Mission hatte sie einige Bücher über Amphibien gewälzt, jedoch keine Informationen über rote Krokodile gefunden. Es gab auch keine anderen Amphibien mit roter Färbung - zumindest keine, die man mit einem Krokodil verwechseln konnte. Dennoch hatte sie alles an Wissen aufgesaugt, was sie über Krokodile gefunden hatte und noch ein paar andere der größeren Amphibien in der Gegend recherchiert. Da sie die Information zur Mission jedoch erst am Vortag erhalten hatte, war nicht viel Zeit für ausführliche Vorbereitung gewesen. Sie ging jedoch schwer davon aus, dass sie es hier mit einer Kuriosität zu tun hatten und auf alle Eventualitäten gefasst sein sollten.

Nach etwa einer halben Stunde Fußmarsch erreichte sie exakt zehn Minuten vor der verabredeten Zeit das Nordtor. Hier war der Verkehr geringer, die Menschen gingen langsamer, das hektische Treiben war hinter ihr verschwunden. Mit dem hektischen Treiben war auch ihre angespannte Körperhaltung verschwunden. Der einzige Mensch hier, der sich nicht bewegte, war ein junger Mann, der ungefähr so alt sein musste wie sie selbst. Er war ein wenig größer als sie und hatte dunkles Haar. Zielstrebig steuerte sie den jungen Mann an und bleib in angemessenem Abstand stehen. Sie verbeugte sich mit angelegten Armen und grüßte ihn mit den Worten: „Ohayō Gozaimasu! Nara Akiko“. „Ah, du bist also heute mit von der Partie? Cool, ich bin Rai. Freut mich dich kennenzulernen. Weißt du eventuell, wo die anderen sind? Mittlerweile nähern wir uns dem Abreisezeitpunkt…“, erwiderte der junge Mann, der offenbar Rai hieß. Takeshi Rai war der Name des Chuunin, der ihre Mission leiten sollte. „Freut mich auch, danke“, erwiderte Akiko höflich und verzog einen Mundwinkel höflich zu einem Lächeln. Auf seinen Kommentar den Abreisezeitpunkt betreffend nickte sie zustimmend und schwieg dann. Sie musterte Rai kurz, um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen. Auffällig war sein blaues Haar, das ihn jedoch nicht explizit als Mitglied einer Clan-Familie auswies, die Akiko bekannt gewesen wäre. Er sah muskulös aus, stark und breit gebaut. Auffällig fand sie den seltsamen Mantel, den er trug. „Du trägst einen interessanten Mantel. Sehr dünnes Material - sieht einzigartig aus“. Ihrem Geschmack nach sah der junge Shinobi etwas zu modisch gekleidet aus. Gerade der Mantel wirkte wenig praktikabel im Kampf - aber ihr Geschmack zählte hier nicht, sondern lediglich eine gute Beziehung zu ihrem Team aufzubauen. Sie wartete mit offenem, interessierten Blick eine Reaktion seinerseits ab, statt sich abwartend wie er dem offenstehenden Nordtor zuzuwenden. „Wir sehnen uns doch alle nach Aufmerksamkeit und Bestätigung“, dachte sie und lächelte in sich hinein.
 
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Es ist noch gar nicht lange her gewesen, dass Airika ihre Prüfung bestanden hat und zum Genin ernannt wurde. Nicht einmal eine Woche schon trug sie ihr Ninjastirnband und schon war sie bereit für ihre erste Mission. Sogar eine Rang-C-Mission. Sie konnte es immernoch nicht fassen, so stolz fühlte sie sich, bei so etwas dabei sein zu dürfen. Sogar Rai, ihr Prüfer, war dabei. Wieder als leitende Persönlichkeit. Ihr Herz klopfte schnell und sie freute sich, dass ihre Fähigkeiten anerkannt wurden. Zuhause hatte sie sich schon zurechtgemacht, ihr Samurai-Schwert an ihren Gürtel befestigt und ihre restlichen Shinobi-Utensilien in ihre Taschen gepackt, die so leicht waren, dass diese griffbereit an ihren Oberschenkeln und dem Gürtel befestigt waren. Heute würde sie definitiv nicht zu spät kommen, das hatte sie sich geschworen. Sie ist extra früh aufgestanden, hatte eine ordentliche Portion, trotz der Tatsache, dass sie an so frühen Morgenstunden nicht viel runterbekam, Reisbällchen und Sushirollen gegessen, viel getrunken und hat dann rechtzeitig die Wohnung verlassen. Sie war heute äußerst konzentriert, hat sich zweimal vergewissert, dass sie alles beisammenhatte und machte sich auf den Weg. Da sie nicht wusste, wie das Wetter heute sein würde, hatte sie sich ihre Lieblingsjacke angezogen. Eine hellblaue Stoffjacke und ihr zitronengelbes T-Shirt mit den rosa Halbmoden drauf. Das Ninjastirnband passte wirklich gut zu ihr. Der Stoff war moosgrün und das Metall mit dem Symbol des Dorfes, ein Lotus, glänzte mit der Sonne um die Wette. Es war nagelneu und sie hoffte, dass es harte Kämpfe ohne Kratzer überstehen würde. Aber das bezweifelte sie und irgendwie dachte sie sich: Je abgenutzter es war, desto mehr bewies es doch, wie viel sie in Zukunft noch erleben würde. Ja, eines Tages würde es nur so von Kratzern übersät sein und ihren zukünftigen Kindern viele Geschichten erzählen können! Airika war wirklich sehr motiviert.

Sie brauchte etwa eine dreiviertel Stunde, um zum verabredeten Zeitpunkt – dem Nordtor – zu kommen. Die Stadt war wirklich belebt und je mehr sie sich dem Ende der Stadt näherte, desto ruhiger wurde es. Immerhin wollten nur die wenigsten die Stadt verlassen und das nur, wenn Missionen oder Jobs anstanden. Oder wenn jemand abtrünnig sein wollte, was aber eher nicht am helllichtem Tag, sondern im Schatten der Nacht der Fall sein würde. Rai erkannte sie sofort. Wer hatte den bitte dunkelblaue Haare? Okay, sie kannte jemand, der auch blaue Haare hatte. Bei dem Gedanken fingen ihre Wangen an, zu glühen. Sie sollte jetzt besser nicht an ihn denken. Das würde sie nur aus dem Konzept bringen. Andererseits machte sie allein der kurze Gedanke an einem gewissen Mann mit den wunderschönen, langen blauen Haaren ganz wuschig! Sie atmete tief ein und aus. Airika, reiß dich zusammen.

Mit einem freundlichen Gesichtsausdruck ging sie auf Rai zu und bemerkte neben ihn eine zweite Person. Ein Mädchen, wahrscheinlich so alt wie die Hanabira selbst. Sie unterhielt sich gerade mit dem Takeshi. Dieses Mal konnte sich die Rothaarige nicht zu Schulden lassen kommen, dass sie zu spät war. Sie war sehr pünktlich und das war auf jeden Fall schon einmal ein guter Start. Sie würden sich wohl bald auf die Suche auf ein rotes Krokodil machen, das jeden angriff, der sich zu tief in den Sumpf reinwagte. Die Truppe musste dem ganzen definitiv ein Ende bereiten und sie war stolz, dass sie ein Teil davon sein durfte. Das Mädchen bei Rai hatte braune Haare und war ein Stück kleiner als die Samurai-Schwert-Trägerin. Naja, das war eigentlich etwas, das man kaum erwähnen musste. Denn die Frauen waren zu beinahe hundert Prozent der Fälle kleiner als Airika. Etwas zurückhaltend winkte sie dem dunkelblauhaarigen Takeshi zu und als sie in Hörweite war, sagte sie kurz und freundlich: „Hallo. Ich bin Hanabira Airika.“ Da Rai sie schon kannte, war die Namensbegrüßung eher an das noch ihr unbekannte Mädchen gerichtet. Sie streckte ihre große Hand aus. Ihr Herz klopfte ihr bis in den Hals. Eigentlich wäre es schöner gewesen, wenn sie schon hier stand. Dann konnten die Leute sie begrüßen und sie musste nur antworten. Hier aber war es genau andersrum und sie musste aktiv sein. Verdammt. Ganz ruhig, es ist alles gut, dachte sich die kurzhaarige. Sie fühlte sich unsicher und hoffte, dass das eine anständige Begrüßung war. Sie räusperte sich. „Ehm, du kannst mich auch einfach Airika nennen.“ Sie lachte etwas verlegen und hoffte, dass sie nicht zu verkrampft rüberkam. Sie versteckte ihre andere Hand hinter den Rücken und versuchte mit ihrem Pokerface ihre Nervosität zu verstecken. „Beherrsch dich!“, hallten die Worte ihrer Mutter durch den Kopf. Ja, das würde sie.
 
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Shiro
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Von Shirogakure benötigte man etwa eine halbe Stunde, wenn man zu Fuss das Nordtor von Jôsei erreichen wollte. Dieses Wissen war sehr wichtig, wenn man rechtzeitig zu einem verabredeten Termin erscheinen wollte. Natürlich musste auch noch der übliche Fussgängerverkehr mit eingerechnet werden; Arbeiter auf dem Weg zu ihrer Arbeit, Ninja auf dem Weg zu ihren Missionen und Jobs, Kinder auf dem Weg in die Schule, und so weiter und so fort. Aber Yakumos großer Bruder Akira hatte ihm versichert, dass, wenn er auf jeden Fall pünktlich sein wollte, zehn Minuten früher als notwendig los zu gehen ein ausreichender Zeitpuffer war. Akira war auch überhaupt nicht verwundert gewesen, als Yakumo am nächsten Morgen sein Frühstück wie ein Staubsauger inhalierte und eine volle Stunde früher als notwendig zur Tür hinaus rannte. Nur um fünf Minuten später die Tür wieder aufzuschlagen um den am Vorabend gepackten Rucksack - mit Hilfe von Akira und Yakumos Mutter Hanako, die zwei waren ja erfahrene Ninja - zu holen.

Natürlich war Yakumo nervös. Unglaublich nervös sogar. Wer wäre das in seiner Situation auch nicht? Die allererste Mission seiner Ninja-Karriere und noch dazu gleich eine C-Rang Mission! Aber das kam Yakumo gerade Recht. Ein Krokodil zu jagen war zwar nicht etwas, dass er sich je vorgestellt hatte tun zu müssen, aber das machte das ganze nur noch aufregender! Und wenn der eine oder andere Passant den breit grinsenden Jugendlichen im Vorbeigehen blöd anschaute, dann konnte ihm das heute auch nicht die Laune vermiesen!
Auf dem Weg ging Yakumo noch einmal die Informationen durch, die er hatte. Ein rotes Krokodil trieb in einem Sumpf sein Unwesen und attackierte Reisende. Abgesehen von der seltsamen Farbe konnte Yakumo daran ehrlich gesagt nichts besonderes finden. Raubtiere verteidigen nun mal ihr Revier. Er fragte sich, ob sie das Tier töten würden. Ihm war klar, dass das Töten Teil des Berufes "Ninja" war; das war ihm schon bewusst gewesen, bevor er die Akademie zum ersten Mal betreten hatte. Schließlich war das der Grund, warum er seinen Onkel Bishamon und seine Tante Aiko nie kennengelernt hatte, und warum sein Bruder und seine Mutter im vorzeitigen Ruhestand waren. Aber dieses Vorwissen machte es natürlich nicht leichter. Wenigstens war es ein Krokodil und kein Mensch.
Was wusste Yakumo noch? Sein Teamleiter für diese Mission, hatte ihm einen Brief geschickt, wo unter anderem der Treffpunkt und die Namen der anderen Ninja auf dieser Mission drin gestanden waren. Hanabira Airika und... Nara Akiko. Ein Clanmitglied. Es ließ sich wohl nicht vermeiden, mit einer Clanperson auf eine Mission zu gehen... Aber gut, der Nara-Clan war einer der umgänglicheren aus Konoha, soweit Yakumo wusste. Er würde es aushalten.

Wenn man eine Stunde früher losgeht, als notwendig ist um pünktlich zu einem Termin einzutreffen, dann kommt man ohne etwaige Zwischenfälle auch etwa eine Stunde zu früh am Treffpunkt an. Yakumo blieb also nichts anderes übrig, als sich an die nächstgelegene Wand zu lehnen und in die Luft zu starren, bis die anderen eintreffen würden. Hier am Nordtor war deutlich weniger los, als bei seinem Gang durch Shirogakure: Es waren zwar schon noch einige Leute unterwegs, aber es handelte sich hauptsächlich um Bauern mit ihren Karren voller Waren - Yakumo zählte etwa drei Wägen, die nur mit Kohlköpfen gefüllt waren - die auf dem Weg zum Markt waren. Trotzdem fühlte der junge Mann sich her mehr beobachtet als sonst. Er war sich sicher, dass ihn immer wieder Leute anstarrten, auch wenn er nicht wusste, ob es wegen der Narbe, seiner ungewöhnlichen Haarfarbe, oder seinem weißen Umhang war, den er über seinem schwarzen Shirt trug. Es wurde ihm rasch zu viel. Yakumo suchte sich eine Ecke, von der er nicht so gut sichtbar war und die nächste Dreiviertelstunde warten konnte. Von hier aus konnte er zwar nicht so gut die Straße einsehen, aber solange er aufmerksam blieb, würde ihm seine Gruppe schon nicht entgehen.

Es kam ihm wie eine Ewigkeit vor. Irgendwann überbrückte er einfach die Zeit damit, den Inhalt seines Rucksacks und seiner weißen Tasche am Gürtel zu untersuchen. Ein extra Set an Gewand, was nur aus seinem Hoodie, einem weißen Shirt und noch einem Paar schwarzen Hosen bestand. Zudem ein zweites paar Stiefel. Ihr Ziel befand sich in einem Sumpf, und Yakumo wollte nicht den ganzen Weg zurück bis zu den Knöcheln in Sumpfwasser stehen. Außerdem ein dünner Schlafsack, für den Fall, dass die Mission länger dauerte, und ein wenig gut haltbarer Proviant. Außerdem genug Kunai, verteilt über beide Taschen, um aus dem Krokodil ein Stachelschwein zu machen. Das sollte eigentlich reichen, oder?
Yakumo schloss gerade den Reißverschluss seines Rucksacks, als ihn etwas aufhören ließ: "Ohayō Gozaimasu! Nara Akiko." Sah so aus, als wären mindestens zwei der anderen bereits hier. Er stand auf, schulterte seinen Rucksack und trat aus seiner Ecke hervor. Es war leicht zu erkennen wer gesprochen hatte: Zwei offenkundige Ninja, etwa in seinem Alter, standen bei einander, ein blauhaariger, muskulöser Kerl, und eine junge Frau, die nach Yakumos Verständnis stereotypisch Nara aussah. Und noch bevor er einen Schritt in die Richtung der Gruppe machen konnte gesellte sich noch eine dritte Person dazu, eine groß gewachsene, rothaarige junge Frau. Der Fakt, dass er schon von weitem erkennen konnte, dass sie größer als er war störte Yakumo ganz bestimmt nicht. Er ging auf die drei Ninja zu und hob grüßend eine Hand. "Hallo! Ich nehme an, ich gehöre zu euch?" grüßte er freundlich und ignorierte gekonnt, dass er der Kleinste in dieser Gruppe war! Nichts, was einen frischgebackenen Genin/vollwertigen Genin störte, ganz sicher. "Shiromori Yakumo," stellte er sich vor.
 

Takeshi Rai

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„Oh, danke! Tatsächlich bist du die erste, die auf meinen Mantel aufmerksam wird. Nun, du musst wissen, dass…“, setzte der Blauschopf an, doch ehe er von der besonderen Beschaffenheit seines Allzweck-Mantels erzählen konnte – wie fortschrittlich doch die Mode schon war! – wurde er von Airika und Yakumo unterbrochen, die sich beide zeitnah zur Runde gesellten. Eigentlich war es schade, denn so gerne hätte er doch von seinem Mantel geschwärmt, aber schätzungsweise war die Mission wichtiger, als dieses große Stück Stoff. Nachdem sich die beiden vorgestellt hatten, Airika kannte er bereits, stellte sich auch der Chuunin nochmals vor, um sich beim Rest bekanntzumachen: „Hey, ihr zwei. Ich bin Rai und für eure Mission zugeteilt worden. Bitte… sagt einfach Rai zu mir. Das macht die Dinge einfacher, okay?“ Mit einem schiefen Lächeln musterte er die beiden Neuankömmlinge. Airika hatte sich in den letzten Wochen nicht großartig verändert; eigentlich war sie der gleiche Mensch geblieben. Yakumo hingegen, war interessant anzuschauen. Eine derart weiße Haarpracht sah man selten und die Narbe, die sein Gesicht zierte, zeigte von einer kämpferischen Vergangenheit. Nun ja, wenn man es so auslegen mochte. Sollte sich auf der Reise die Gelegenheit ergeben, dann würde der Takeshi ihn darüber ausfragen. Das hatte aber keine weitere Eile. Viel mehr mussten die vier nun endlich ihren Weg ins Feuerreich ansetzen, denn immerhin fing sich das rote Krokodil nicht von alleine. Also bedeutete er der Gruppe, dabei hob er wegweisend die Hand, ihm nun zu folgen.

Nach gut fünfzehn Minuten des Fußmarschs, stellte sich Rai die wichtigste aller Fragen: Was hatten die drei denn so auf dem Kasten? Für einen guten Teamleiter war es ausschlaggebend über die Fähigkeiten seiner Mitstreiter Bescheid zu wissen, denn nur so konnte man in einem echten Kampf taktisch agieren. Und das war für den Takeshi überaus wichtig, denn so hielt er viel von ausgeklügelten Strategien und Taktiken. Ihm war ein Schlachtplan tausendmal lieber, als ein Wirrwarr an vielen Jutsus. Er selbst hatte auch letztens viel Zeit in sein Training gesteckt, was sich auch ausgezahlt hat; er war nun imstande, zwischen Raum und Zeit zu reisen. Das müsste wohl seine größte Errungenschaft in seiner ganzen Shinobi-Karriere sein. Diese neue Technik ermöglichte so viele neue Wege in einem Kampf zu obsiegen – ganz zu schweigen von der Coolness, die das Jutsu mit sich brachte. Aber genug von den eigenen Fähigkeiten geschwärmt, denn jetzt waren die anderen an der Reihe. Während er weiterging, drehte er sich leicht zu seinem Team um und sprach sein Vorhaben an: „Alsooo, da wir jetzt mittendrin sind und uns auf einer Mission befinden, wollte ich euch fragen, was ihr denn so draufhabt. Was sind eure Fähigkeiten, was könnt ihr so? Nur keine Scheu, wir sind hier alle Freunde.“ Ein freundliches Lächeln seinerseits, sollte die Situation auflockern und die drei dazu bewegen, etwas mehr, als nur den Namen, von sich preiszugeben. Je nachdem, was die drei von sich erzählten, so wird wohl der anstehende Kampf ausgehen, denn wie es scheint, war ein Kampf mit der roten Bestie unausweichlich. Gespannt wartete der 17-Jährige auf das Briefing seiner Mitstreiter.
 

Nara Akiko

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Leider, leider kam Akiko nicht mehr dazu ein ernsthaftes Gespräch mit ihrem Missionsleiter zu starten. Im Stillen ärgerte sie sich, dass sie nicht etwas früher aufgebrochen war. Nun war sie unterbrochen worden und hatte nicht die wichtigste Beziehung in dieser Mission zuerst etablieren können. Nun gut. Dann eben später. Dennoch hatte sie für einen kurzen Moment die Chance gehabt zu erkennen, dass Rai offenbar nur zu gerne mehr Worte über sein modisches Kleidungsstück losgeworden wäre. Gut zu wissen. Stumm beobachtete sie, wie der Rest ihres Teams eintrudelte. Da war ein rothaariges Mädchen, die sie in etwa so alt schätzte wie sich selbst. Außerdem empfand Akiko sie als ungewöhnlich groß für eine junge Frau, was vielleicht auch an ihrem unsicheren Auftreten lag. Eine selbstbewusst-dominante Körperhaltung hätte ihr besser zu Gesicht gestanden. Schnell verstand Akiko, dass Airika und Rai sich offenbar schon kannten, denn Akiko streckte ihr zuerst die Hand entgegen. „Nara Akiko“, gab sie ihren Namen zurück und schüttelte eine große Hand, in der ihre kleiner und zierlicher wirkte, als sie war. Sie sah angespannt aus und nervös, ihr Lächeln wirkte verlegen. Dass sie die Hände hinter den Rücken nahm zeigte eine von zwei Sachen: Erstens, sie fühlte sich so sicher, dass sie dachte „mir kann hier nichts passieren“ oder zweitens - und das hielt Akiko für sehr viel wahrscheinlicher, „bitte nicht mehr Kontakt als nötig“. „Schön, dich kennenzulernen Airika“, fügte Akiko hinzu. Das war nicht mehr als eine Floskel, aber sie sollte darauf abzielen dass das Mädchen sich entspannte. Akiko spürte förmlich, wie ihr Körper begann Airikas Mischung aus Pokerface und nervöser Anspannung zu kopieren. „Puh, davon sollte ich mich distanzieren…“, ermahnte Akiko sich und wandte sich dem letzten Neuankömmling zu.

Ein wenig überraschte es Akiko, dass Yakumo, wie der junge Mann sich vorstellte, offenbar aus der anderen Richtung gekommen war. Hatte er schon länger hier gewartet und sich erst jetzt gezeigt? Konzentriert und verwirrt runzelte Akiko die Stirn und schob die Brille höher auf die Nase, wie sie es in nachdenklichen Situationen häufig zu tun pflegte. Akiko war keine Person für alberne Sprüche, ansonsten hätte sie dem „ich nehme an ich gehöre zu euch“ von Yakumo wohl irgendeinen bescheuerten Spruch entgegengebracht. Stattdessen hob sie nur eine Augenbrauche. „Nara Akiko“, stellte sie sich vor und nickte ihm zu, da sie nicht wusste, ob er ihre Vorstellung mitbekommen hatte. „Der wirkt offen“, dachte sich Akiko. „Für meinen Geschmack etwas zu sehr… hat durchaus Konfliktpotential“. Eine ganze Weile lang musterte Akiko die beiden Genin ausführlich - ohne einen Hehl daraus zu machen.

Ebenso schweigend wie zuvor setzte sich Akiko in Bewegung, als Rai das Zeichen zum Aufbruch gab. Immerhin mimte er einen guten Anführer, der nicht lange um den heißen Brei herumredete. Das gefiel Akiko. „Wir sind hier alle Freunde“, wiederholte Akiko Rais Worte in Gedanken und hatte dabei wieder diesen nachdenklichen Gesichtsausdruck von zuvor. Natürlich waren sie in irgendeiner Hinsicht alle Verbündete - zumindest war das zu hoffen, aber von Freundschaft zu sprechen war nun wirklich zu viel des Guten. Natürlich erkannte sie, dass Rai nur eine Art verbindendes Element schaffen wollte, damit die drei Genin sich als Einheit verbunden fühlten. Das war natürlich gerade dieser Tage schwierig, in denen die Ninjas für Missionen oft wieder und wieder neu zusammengewürfelt wurden. Doch Akiko war sich sicher, dass man hier auch einen geschickteren Weg hätte gehen können, um das Team zu einem Team zu machen. Und ja, selbstverständlich war sie hier über die Maßen kritisch - aber das lag wohl in der Nara-Natur.

Obwohl ihr seine Formulierung sauer aufstieß beschloss Akiko sich kooperativ zu geben, denn immerhin ging es hier um eine C-Rang-Mission und nicht um einen lapidaren Job. „Ich bin noch nicht lange Genin“, setzte sie an, ließ es jedoch nicht wie eine Entschuldigung oder Rechtfertigung klingen. „Ich bin gut in Diagnose und Taktik, schlecht in Genjutsu, weniger gut in Taijutsu. Ich beherrsche ein paar Clantechniken, die es mir erlauben den Gegner an Ort und Stelle zu fesseln, was sicherlich nützlich für einen Kampf gegen ein… Krokodil sein könnte. Wenn es sich denn wirklich um eines handelt“ - hier konnte sie ihre großen Zweifel an der Echtheit des Monsters nicht verbergen. „Ich denke es ist auch gut zu wissen, wenn jemand eine große Schwäche hat… also wenn mich jemand in einem Genjutsu gefangen hält bin ich hoffnungslos ausgeliefert, nur dass ihr euch drauf einstellen könnt“, fügte sie hinzu, hob dabei abwehrend die Hände und grinste. „Nicht, dass das von einem „Krokodil“ zu erwarten wäre, aber meiner Erfahrung nach treffen wir auf Missionen oft nicht das, was wir erwarten“. Akiko ließ die Arme sinken und zuckte mit den Schultern. Dann sah sie Aikira aufmunternd an, damit sie sich traute als nächste zu sprechen. „Aikira, was ist mit dir?“, gab sie das Wort an die junge Kunoichi weiter.
 
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