Giftmord in Fuyushima!

Dieses Thema im Forum "Wasserreich" wurde erstellt von Ookami Yumi, 6. Apr. 2012.

  1. Jirokou Shunsui

    Jirokou Shunsui Member

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    Nachdem sich Team Yumi wieder zusammengefunden und kurz ausgetauscht hatte, teilte die Teamleiterin die ausstehenden Aufgaben ganz gerecht unter den Anderen auf. Das bedeutete, dass der gute alte Shin sich um das Absperren des Brunnens kümmern durfte, während sich Shunsui über den Hintergrund des Toten erkundigen durfte. Die Ookami selbst würde nach verdächtigen Personen Ausschau halten. Zwar hatte sie Shin damit gewiss eins ausgewischt, da er sich ja unbedingt beweisen wollte und die ihm zugeteilte Aufgabe für langweilig und unrühmlich hielt, doch bei Shunsui sah die Sache auch nicht gerade viel besser aus. Weder seine gespielte noch seine wirkliche Persönlichkeit war wirklich begeistert davon, sich mit trauernden Leuten herumschlagen zu müssen und Fragen über den Toten zu stellen. Auch wenn er ein bisschen Sympathie zu den Trauernden verspürte, war es ihm nicht wirklich angenehm, mit ihnen reden zu müssen. Doch während der Jirokou schön die Klappe hielt, machte der Yuudari laut Stunk. „Warum muss ich mich denn um den Brunnen kümmern? Das könnte doch auch Shunsui machen. Diese Aussage erfolgte nun in vielen verschiedenen Versionen, doch da seine Meinung grundsätzlich ignoriert wurde, blieb ihm nichts Anderes übrig, als sich mürrisch an die Arbeit zu machen. Sollte es noch einen Todesfall geben, den er zu verschulden hätte, dann würde man ihm an den Kragen gehen, so viel war sicher. Und das würden dann keinesfalls die Dorfbewohner sein, vielmehr Yumi und Shunsui und die Dorfverwaltung.
    Der Brillenträger warf seinem unerfahrenen Partner noch einen kurzen Blick zu, ehe er sich auch an seine Arbeit machte. Die Aufgabenstellung war ziemlich simpel, doch zunächst wurde er noch vor ein mehr oder minder großes Problem gestellt. Wie zum Teufel hieß der Tote gleich noch mal? Der Name wollte und wollte ihm einfach nicht einfallen, weshalb er diesen erst mal herausfinden musste. Auf die Gefahr hin, dass der Name bereits erwähnt worden war und er sich einfach nicht daran erinnerte, konnte er sich auch nicht an seine Teamleiterin wenden. Gewiss, sie war sehr nett und zuvorkommend zu ihm, doch gerade deshalb wollte er keinen inkompetenten Eindruck bei ihr hinterlassen. Nun ja, inkompetenter als nötig, immerhin hatte sich der blonde Junge bisher schon mehrmals ziemlich doof angestellt. Der nächstbeste Passant teilte ihm sofort mit, dass es sich bei dem Verstorbenen um einen gewissen Mitsurgi Ren handelte. Dabei machte dieser aber auch – wie eigentlich jeder andere Dorfbewohner – einen ziemlich bestürzten Eindruck. Das war nur zu verständlich, bestimmt war ein Mord nicht an der Tagesordnung. Shunsui würde es wundern, wenn in den vergangenen fünf oder sogar zehn Jahren überhaupt jemand auf unnatürliche Art und Weise verstorben war. Kein Wunder also, dass das kleine Dorf ziemlich mitgenommen war. Der nächste Passant war ein ziemlicher Glücksgriff, da es sich bei ihm um einen relativ guten Freund des verstorbenen handelte. Und dieser hatte auch von den Shinobi gehört, die hier waren, um dieses Verbrechen aufzuklären, weshalb er nur allzu bereit war, Shunsui zu helfen. Egal was für einen lächerlichen und unshinobihaften Eindruck er auch hinterließ. „… versteh es einfach nicht, wer ihm so etwas antun könnte.“, gab Shirai Naoki kopfschüttelnd von sich. "Na klar, er hat gerne mal einen über den Durst getrunken, doch er war nie ein Raufbold und hat nie etwas Böses angerichtet. Noch nicht mal seine Frau hat er geschlagen, egal wie betrunken er war, auch wenn sie sich wirklich oft in die Haare gekriegt haben und manch anderem da schon längst der Geduldsfaden gerissen wäre." Na holla die Waldfee, es war genauso wie Shunsui es sich schon im vorherein gedacht hatte. Sie hatten es hier beinahe mit einem Musterknaben zu tun, der mit niemandem verfeindet war, was die Sache nur umso schwieriger machte. "Ren hatte auch einiges an Schulden bei dem Wirt der Kneipe "Zum stämmigen Riesen", aber ich kann mir auch nicht vorstellen, dass der alte Ken ihm deshalb etwas antun könnte." Ah, das war doch mal interessant, das würde auf jeden Fall sein nächstes Ziel werden. „I-i-ich be-bedanke mi-mi-mich f-für d-die I-i-informationen u-und ver-ver-versichere i-i-ihnen, da-dass wi-wir de-de-den Mö-mörder a-a-auf je-jeden F-f-fall fa-fassen we-werden!“ Damit machte der Jirokou kehrt um und wollte gerade gehen, als ihm einfiel, dass er gar keine Ahnung hatte, wie er zur Kneipe kam. Doch Naoki war hilfsbereit und beschrieb ihm sofort, wie er dahin kam. Sehr gut, dann würde man ja bald sehen, was der Wirt zur ganzen Angelegenheit zu sagen hatte. Bisher war nichts Auffälliges über den Ermordeten herausgekommen, es hatte sich bei ihm um einen Fischer gehandelt, der gerne mal was getrunken hatte, aber von dem ganzen Dorf eigentlich ziemlich gemocht wurde. Die Witwe und der Wirt waren bisher die einzigen beiden Punkte, die ein wenig verdächtig erschienen. Doch eines nach dem Anderen, die trauernde Ehefrau würde er erst nach dem Besuch in der Kneipe verhören.
     
  2. Ookami Yumi

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    Yumi hatte tatsächlich versucht, alles gerecht oder zumindest möglichst sinnig aufzuteilen. Warum sie der Meinung war, dass Shunsui sich vielleicht besser in die Gemüter trauernder Menschen einfühlen konnte, als Shin, war ja nun nicht so sehr verwunderlich, immerhin hatte sich der Yuudari bisher von einer eher abweisenden Seite präsentiert, während sie der festen Überzeugung war, dass der schüchterne Junge bestimmt ein herzensguter Kerl war. Schrecklich, wie leicht man sie doch an der Nase herumführen konnte, nicht wahr? Während der Brillenträger, der doch keine Ahnung hatte, wie es war, nicht gut sehen zu können, also begann, sich umzuhören, wer der Tote eigentlich gewesen war, tat Yumi in etwa dasselbe, auch wenn sie nach verdächtigen Personen fragte. Sie konnte ja schlecht nach Leuten suchen, die sie für verdächtig hielt und sie in aller Öffentlichkeit vollkommen willkürlich des Mordes bezichtigen, so vollkommen ohne Beweise ging das ja wohl schlecht. Allerdings konnte sie die Leute fragen, ob sie um die Zeit herum, in der der Brunnen wohl vergiftet worden war - das musste ja immerhin schon vor dem Mord passiert sein - irgendwelche Gestalten bemerkt hatten, die ihnen vorkamen, als führten sie nichts gutes im Schilde. Natürlich gab es Klatschtanten und Wichtigtuer, aber wenn sie auch nur einen brauchbaren Hinweis bekamen, dann lohnten sich die ganzen Fehlschläge. Hier ging es um hinterhältigen Mord, da war ihr dann vielleicht doch jedes Mittel recht, wenn es nur darin endete, dass der Täter geschnappt wurde. Immerhin, mal ganz ehrlich, war Gift eine ziemlich fiese Art und Weise, jemanden zu ermorden. Wenn man sich wenigstens in einem fairen Duell gegenseitig die Kehle durchschnitt, hatte man die Chance, sich zu verteidigen. Unter Umständen war der Mörder dann dem Toten überlegen gewesen, schon von Anfang an, weswegen der Ausgang des Kampfes klar gewesen war, bevor er begonnen hatte, aber eine kleine Chance war immer noch besser, als einfach aufgrund einer Chemikalie im Kreislauf zu sterben. Man konnte sich ja schlecht Magen und Darm rausreißen, sobald man ein Ziehen spürte!
    Erst einmal musste sich die kleine Ookami überlegen, welche Leute es denn wert waren, befragt zu werden. Beispielsweise glaubte sie nicht, dass kleine Kinder zu der Gruppe Menschen gehörten, die stringent und sachlich darüber urteilen konnten, ob das, was sie neben der kindlichen Ichbezogenheit bemerkt hatten, wirklich wichtig war. Auch hielt sie statistisch Männer für geeigneter, weil Frauen - davon abgesehen, dass sie klüger, toller und hübscher waren - schneller zum tratschen neigten. deswegen hängte sie sich gleich an den ersten älteren Mann dran, den sie fand und stellte sich ihm vor, fragte freundlich nach auffälligen Personen, gab Hinweise, woran man diese vielleicht hätte erkennen können. Doch leider war es ein Fehlschlag auf ganzer Linie, denn der Mann wohnte eigentlich auf der anderen Seite des Dorfes und hatte in den betreffenden Tagen nicht einmal den Platz betreten. Schade, da konnte man nichts machen, ein Danke bekam er trotzdem, bevor sie sich schnell den nächsten vornahm. Von Person zu Person sputete sie, fragte nach Menschen, die sich vor einigen Tagen in der Nähe des Brunnens aufgehalten hatten und hörte doch nichts, was ihr hätte weiter helfen können. Aufgefallen war niemand, aber das war auch schwer zu sagen, wie einer der Befragten aussagte, denn immerhin war der Brunnen die Hauptwasserquelle des Dorfes (gewesen), sodass täglich viele Menschen daran vorbei gingen. Ob jemand eine dieser Flaschen in einer Hand eines dieser Menschen gesehen hatte, fragte sie auch, aber wahrscheinlich war sie viel zu klein, als dass die bloße Chance auf Entdeckung bestanden hatte. Das sah nicht gut aus... jedenfalls hatte sie nicht das Gefühl, als sei sie nun wirklich weiter gekommen. Das einzige, was sie wirklich erfahren hatte, war die Bedeutung des Brunnens, immer wieder hatte sie gesagt bekommen, dass so gut wie jeder Dorfbewohner aus diesem Teil trank, sodass sich ihr schließlich nach der zwanzigsten Person die Frage stellte, wie zur Hölle man es anstellte, mit so einer Methode genau die richtige Person zu töten. Immerhin hätte es auch jemand anderes sein können, der davon trank, das war bei einem Brunnen nun keinesfalls ausgeschlossen, oder? Wie hatte der Mörder das gemacht?
     
  3. Jirokou Shunsui

    Jirokou Shunsui Member

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    Nach gut zwanzig Minuten hatte der Jirokou endlich sein Ziel erreicht. Eigentlich hätte er schon viel eher angekommen müssen, hätte er sich traurigerweise nicht verirrt und auf diese Weise am anderen Ende des Dorfs gelangt. Erst nachdem er nochmals nach dem Weg gefragt hatte, war es ihm endlich gelungen, zur Kneipe „Der Stämmige Riese“ zu gelangen. Ziemlich mürrisch dreinschauend, öffnete er die Tür, trat ein … und ging zu Boden, als er mit einer Person zusammenstieß. Wütend rieb er sich die schmerzende Stelle am Hinterkopf und wollte sein Gegenüber ungeachtet seiner eigentlichen Tarnung anschnauzen, als ihm dessen Anblick schier die Sprache verschlug. Vor ihm stand der wohl breiteste und größte Mann, der ihm jemals über den Weg gelaufen war! Nun wusste Shunsui auch, woher die Kneipe ihren Namen hatte, wirklich passend. Doch trotz der gigantischen Größe des Mannes erwies sich der Besitzer der Kneipe als einfühlsame und nette Person, als sie dem blonden Jungen entschuldigend auf die Beine half und ihn zu einem Tisch eskortierte. Es kam nicht oft vor, dass der Brillenträger sich wie folgt benahm, doch gegenüber dem riesigen Mann empfand er eine gesunde Portion Respekt. Der orangefarbene Schnauzer, der ebenfalls über extravagante Maß verfügte, sowie die Glatze rundeten das Gesamtbild eines in die Jahre gekommenen Schlägers oder Türsteher gut ab. Nur das Verhalten des Mannes passte nicht wirklich zu seinem Aussehen, was dem jungen Shinobi während des Gespräches immer wieder in den Sinn kam. "Ich weiß echt nicht, wie er das einfach machen konnte.", antwortete der Besitzer soeben ein wenig getroffen auf die Frage Shunsuis, dass der Verstorbene doch oft bei ihm in der Kreide gestanden hatte. "Natürlich hat er hier und da mal auf pump getrunken und auch einige Male hintereinander, doch er war ein anständiger Kerl und hat seine Schulden meistens gegen Ende des Monats sofort zurückgezahlt. Wir waren auch privat ziemlich gut befreundet, weshalb ich das alles einfach nicht verstehe. Wer würde ihm so etwas antun?" Nach einer kurzen Pause fuhr der Mann fort. "Unser Koch war ebenfalls ein guter Freund von Ren, doch ist er gerade im Urlaub, sonst könnte er dir dasselbe sagen wie ich." *Hmm, also wieder eine Sackgasse.* Oder doch nicht? Was war mit dem Koch? Ahh, irgendwie ergab das hier alles keinen Sinn. Alle mochten den Verstorbenen und niemand kann sich vorstellen, wer ihn umgebracht haben könnte. Irgendetwas war verdammt faul an der Geschichte, Shunsui kam nur noch nicht darauf, was es war. "S-s-seit wa-wann i-ist de-denn d-d-der Ko-ko-koch i-im U-u-urlaub?" In diesem Augenblick gesellte sich die Kellnerin zu ihnen – eine junge Frau namens Mai – und stellte dem Brillenträger ein großes Glas mit süßem Saft hin. Oh ja, das kam gerade richtig! Begierig stürzte er sich auf das Glas und trank es beinahe in einem mächtigen Zug aus. Als er es wieder abgestellt hatte, merkte er, dass er sich überhaupt nicht bedankt hatte, und holte dies sofort nach. "D-danke. S-s-sag m-mal, kö-könntest du d-d-dir je-jrmanden vor-vor-vorstellen, de-der de-dem Ver-verstorbenen e-e-etwas an-an-antun kö-könnte?" "Nein!", antwortete die junge Kellnerin sofort und ziemlich vehement. "Es gibt niemanden im Dorf, der so eine grässliche Tat tun würde, niemals!" Aber irgendjemand hatte diese Tat begangen und das auf eine ziemlich geschickte Art und Weise, da niemand Verdacht geheckt hatte. Nun, bevor er sich für die Zeit und das Trinken bedankte, hatte er noch einige Fragen, ehe er die Frau von Ren aufsuchen würde. "W-w-wie wa-war de-denn d-d-das Ver-verhältnis z-z-zu s-s-seiner F-frau? Ha-ha-hat er a-a-abgesehen vo-von i-ihr no-no-noch w-w-weitere Fa-familie? Ki-kinder o-o-oder a-a-andere Ver-verwandte, d-d-die h-hier i-im Do-dorf wo-wohnen?" Jetzt war er aber mal gespannt, was dabei rauskommen würde.
     
  4. Ookami Yumi

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    Yumi war eigentlich kein Kopfmensch. Sie hörte auf ihre Gefühle, wenn es ihr denn möglich war und nicht auf das, was ihr Kopf ihr einredete. Früher war zwar beides problematisch gewesen, aber immerhin hatte ihr Herz ihr nicht eingeredet, dass sie ein nichtsnutziges Kind war und kaum ein Recht darauf hatte, zu leben. Zudem war sie nun einmal es ehr sensibel und empathisch, da gab es kaum etwas anderes, das ihr noch übrig blieb. Jetzt aber saß das Mädchen mit den ewig langen Haaren neben Shin auf dem Rand des Brunnens und starrte auf die klare Flüssigkeit hinunter, die so harmlos aussah und doch ein gefährliches Gift enthielt. Man durfte nie nach dem Äußeren von irgendetwas urteilen, das wusste sie, aber dieser Moment führte es ihr mal wieder perfekt vor Augen. Hinter vielem friedlich daliegenden wartete etwas Böses und auch wenn sie versuchte, die Augen davor zu verschließen, so gelang ihr das nicht einmal eine kurze Zeit. Es war davon abgesehen auch viel wichtiger, dass sie weiter über die Frage nachdachte, die sie sich selbst gestellt hatte. Wie vergiftete man eine bestimmte Person, indem man den Hauptbrunnen der Stadt zur tödlichen Falle machte? Diese Frage hatte sie nun schon eine Weile umgetrieben, bis sie schließlich zur Quelle allen Übels zurück gegangen war, um dort Shins Hilfe zu ersuchen. Bislang waren sie allerdings nicht über den Punkt hinaus gekommen, dass keiner von ihnen jemanden auf diese Weise vergiften würden. Selbst Yumi, die sich wohl am schlechtesten in Mörder hineinversetzen konnte, hätte das Gift irgendwo in dem privaten Trinkvorrat des Mannes angebracht oder es ihm in den Sake geschüttet, denn gleich den Brunnen zu vergiften hatte für sie etwas sehr willkürliches... Selbst wenn der Mörder nämlich wusste, wann der Ermordete die Gepflogenheit hatte, zum Brunnen zu gehen, dann würde er auch alle anderen vergiften, die danach aus ihm tranken... das ergab in ihrem Köpfchen einfach keinen Sinn! Aber es musste irgendwie einen Sinn ergeben, denn sonst würden sie den Mörder wahrscheinlich niemals finden!
    Sie seufzte, sprang wieder auf die Beine, wandte sich zu Shin um und erklärte ihm, dass sie mal Shunsui fragen würde, ob dieser sich vorstellen konnte, was die Lösung zu ihrem Problem war. Dieser blickte zwar nicht besonders glücklich, dass er hier weiterhin herumhocken würde, aber es war nun einmal gerade wichtiger, diese Frage zu beantworten. Nun musste sie allerdings noch immer den Jungen finden... sie machte sich auf den Weg, der ihr zum Glück nicht allzu schwer fiel, da Shunsui offenbar nicht ganz so unauffällig war, wie er zu sein schien. Viele konnten sich an den blonden Jungen mit Brille zurück erinnern, sodass sie sich langsam aber sicher dem Wirtshaus näherte, in welchem er gerade seine Befragung abhielt.

    Ooc: Infos wie gehabt per PN, sobald du dein Postfach geleert hast!
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. Aug. 2012
  5. Jirokou Shunsui

    Jirokou Shunsui Member

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    Bei Shunsuis letzter Frage warfen sich seine beiden Gesprächspartner einen kurzen Blick zu, ehe sie sich herabließen, ihm zu antworten. Ob das wohl etwas zu bedeuten hatte? Wohl kaum, wie sich nach der Antwort der Kellnerin herausstellte. "Nein, Ren und seine Frau hatten keine Kinder. Das war auch einer der Gründe, warum sie sich auch mal gestritten hatten, abgesehen von seiner Trunkenheit." Mai schaute ein wenig verlegen drein, bevor sie weitersprach. "Seine Frau wollte nämlich wirklich gerne Kinder haben, doch je älter beide wurden, desto unwahrscheinlicher war es ja, dass sie noch welche bekommen konnten." *Hmm, das ist jetzt auch kein wirklicher Grund, jemanden umzubringen.*, schoss es dem blonden Jungen durch den Kopf. Wäre sie wirklich tot unglücklich mit ihrem Ehemann gewesen, so hätte sie sich ja auch einfach scheiden lassen können, um sich mit jemand anderes zusammenzutun, der ebenfalls Interesse an Kindern hatte. Dass sie bei ihrem Mann geblieben war, zeigte doch, dass sie ihn letzten Endes über ihren Kinderwunsch stellte. Kurz daraufhin meldete sich auch wieder der riesige Besitzer zu Wort und führte das Gespräch weiter. "Es gibt wirklich niemand, der Mitsurgi etwas antun wollte oder würde. Es muss jemand außerhalb des Dorfes gewesen sein!" Tja, das war auch eine andere Idee. Entweder das, oder bei besagtem Mord hatte es sich um einen Unfall gehandelt. Doch wer zum Teufel würde Gift in einen Brunnen gießen? Und warum trank eben jener Verstorbener aus dem Brunnen? Zu viele Rätsel, zu wenig Antworten, das war dermaßen frustrierend! Da der Jirokou selbst an eine Sackgasse gelangt war, konnte er sich genauso gut wieder mit seinen anderen Teammitgliedern treffen und sich austauschen. Nachdem er sich mehrmals höflich – und nach wie vor stotternd – für all die Hilfe und das Trinken bedankt hatte, machte er sich daran, das Restaurant zu verlassen. Nur leider schaffte er es nicht, da er schon wieder mit jemandem zusammenprallte. Und hierbei handelte es sich um niemand Geringeres als seine Teamleiterin Yumi, welche ihn wohl aufgesucht hatte. *Trage ich etwa ein Schild mit mir herum, auf welchem steht „Bitte, rempelt mich an!“ ?* Verärgert tapste er „blind“ nach seiner Brille umher, die ihm von der Nase gefallen war, bis er sie schließlich gefunden hatte und wieder aufsetzte. Oh, Yumi, du bist es! Mit einem Mal war sein Ärger völlig verschwunden, vor einem anderen Shinobi durfte er diesen keinesfalls zeigen! Nachdem sich Shunsui wieder aufgerappelt hatte, klärt er das Mädchen schnell darüber auf, was er alles herausgefunden hatte. Im Grunde genommen also gar nichts, außer dass ihr Mordopfer beinahe ein Heiliger gewesen, der von jedem gemocht worden war. "Ko-konntest d-d-du e-etwas Nü-nü-nützliches her-herausfinden?" So wie es bisher aussah, erwies sich die ganze Mission als Sackgasse. Wer würde ihnen jetzt noch helfen können?

    [OoC: Sorry für den kurzen Post, aber mehr ging irgendwie nicht.]
     
  6. Ookami Yumi

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    Das tatsächlich ärgerliche, was diese Mission anbelangte, war ganz eindeutig, dass das Motiv vollkommen fehlte. Um einen Mörder zu überführen brauchte man die Tatwaffe, eine Möglichkeit das Opfer zu ermorden und einen Grund, so etwas zu tun. Die Tatwaffe hatten sie, die Möglichkeit hatte jeder im Dorf, aber ein Motiv hatte ja scheinbar niemand. Die ganze Sache war verzwickter, als sie gedacht hatte... "Nein, leider überhaupt nicht.", meinte sie deswegen mit zweifelnder Stimme, als sie Shunsui gefunden hatte, der gerade erst wieder seine Brille aufgesetzt hatte und sie deswegen erst nach kurzem Blinzeln erkannte. Sie wusste, dass Menschen, deren Augen so schlecht waren, dass sie auf externe Sehhilfen zurückgreifen mussten, Dinge ohne diese nicht gut erkennen konnten, das erklärte natürlich, warum er sie erst erkannte, als sich seine Augen wieder an die wahrscheinlich ziemlich plötzliche Klarheit gewöhnt hatten. Dass sie eigentlich gesehen hatte, dass seine Brille die Umgebung gar nicht verzerrte, kam ihr nicht in den Sinn, schließlich gab es keinen Grund, misstrauisch zu sein: Shunsui war einer der nettesten und liebsten Menschen, die sie seit langem getroffen hatte, dem traute sie eher wenig böses zu. Wäre das Tora gewesen oder einer ihrer Verwandten, wäre sie ganz anders an die Sache herangegangen, hätte sofort nachgefragt, versucht, die Person auf einem Pukt festzunageln oder sonst etwas, das sie mit Elan versuchte, aber aufgrund von fehlendem Können scheiterte. Da sie auch gar keine Lust auf feindselige Aktionen hatte, war sie schon recht zufrieden damit, Shunsui einfach nur mit Freundlichkeit begegnen zu können, alles andere war so anstrengend und auf Dauer nicht gut für ihre Laune. "Shin-kun und ich haben uns schon Gedanken darüber gemacht, aber wir sind noch zu keinem wirklichen Ergebnis gekommen... weißt du, das Problem ist folgendes: Wenn ich ein Mörder wäre - was ich natürlich NIE tun würde", diesen Punkt unterstützte sie mit entsprechend entschlossenem Gesichtsausdruck und geballter Faust, "und ich wollte einen Menschen umbringen - was ich auch nicht machen würde", selbes Spiel, "dann würde ich alles vergiften, aber nicht den Hauptbrunnen. Das ist so wahllos. Ich würde ihm vielleicht was ins Bier kippen, in den Kaffee, in sein Essen, das würde ihn dann betreffen, aber auf die Art, wie es gemacht wurde, gibt es keine Garantie, dass man nicht aus Versehen das halbe Dorf mittötet!" Sie verzog das Gesicht, da dieser Gedanke immer noch schwer in ihrem Magen lag. "Kannst du dir auf dieses Verhalten einen Reim machen, Shunsui-kun?" Sie dachte zwar nicht direkt, dass der blonde Kirinin wirklich in der Lage war, sich in einen kriminellen Verstand einzudenken, aber das war ja auch irrelevant. Es ging hier um eine weitere Meinung, dafür musste man nicht kriminelle Energie, sondern nur etwas im Kopf besitzen und auch wenn Shunsui ein tollpatschiges Wesen war, so bedeutete das noch lange nicht, dass er dumm war. Tatsächlich schien er doch gut informiert zu sein und war bestimmt mindestens so fit wie Shin, was seinen Verstand anging. Yumi dagegen war eben ein nettes Mädchen, nicht unbedingt dumm, aber so naiv, dass manche Gedankengänge für sie gar nicht infrage kamen. Gerade, wenn es um ein so heikles Thema wie einen Mord ging, taten sich vor ihr Schranken auf. Was genau hatte sich ihr ominöser Mörder nur dabei gedacht? Diese Frage schien wirklich der Schlüssel zur Lösung des Falls zu sein, bloß fiel Yumi leider keine Antwort darauf ein. Da blieb es wohl an Shunsui hängen, die richtigen Schlüsse zu ziehen.
    Also, Shunsui-kun: Was bezweckt ein Giftmörder damit, sein Gift in die Hauptwasserversorgung des Dorfes zu kippen, wenn er doch eine bestimmte Person umbringen wollte? Wie machte das einen Sinn? Gab es überhaupt einen sinnvollen Grund? Oder tappten die Shinobi etwa die ganze Zeit im Dunkeln und waren einer falschen Fährte auf den Leim gegangen?
     
  7. Jirokou Shunsui

    Jirokou Shunsui Member

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    Und schon wieder waren sie in eine Sackgasse gelaufen. Weder Yumi noch Shin war es gelungen, irgendwelche brauchbaren Informationen zu finden, die ihnen bei der Lösung dieses Falls hätten behilflich sein können. Da stellte sich einem doch die Frage, ob sie nicht womöglich einer völlig falschen Fährte auf der Spur waren? Bisher deutete zumindest alles daraufhin, da sie keinerlei Beweise noch Indizien für einen Mord gefunden hatten. Kurz nachdem Yumi Shunsui erneut nach seiner Meinung gefragt hatte, verfluchte er sich selbst und vor allem die Rolle, welche er in jenem Augenblick spielte. Warum zum Teufel musste er ständig stottern und unsicher wirken? Hätte er offen und schnell sprechen können, so wäre ihm die Kommunikation mit ihr viel leichter gewesen, zudem sie dann gewiss schneller zu Ergebnissen gekommen wären. Da dies aber nun Mal nicht der Fall war, musste er seine drei folgenden Theorien auf die übliche Art und Weise von sich geben. Seitdem auch seine Suche zu keinem Ergebnis geführt hatte, war ihm in den Sinn gekommen, dass es sich hierbei theoretischerweise um keinen Mord handeln musste. Möglicherweise hatte jemand den Flakon mit dem Gift versehentlich in den Brunnen fallen lassen, was anschließend zum Tode Ren's geführt hatte, da dieser daraus getrunken hatte. Die Schwachpunkte bei dieser These waren aber auch nicht zu verachten. Denn, wer führte schon ein Flakon mit einer hochgiftigen Substanz mit sich herum und ließ diese auch noch zufällig und aus Versehen in den Dorfbrunnen fallen? Und warum handelte es sich bei dem Mitsurugi um das einzige Opfer des vergifteten Brunnens? Möglichkeit Nummer zwei deckte zumindest diese Frage ab, da sie sich mit der Theorie beschäftigte, dass der Mörder den Brunnen absichtlich vergiftet hatte und es ihm egal war, wer starb. Das machte ihn allerdings umso gefährlicher, da er keinerlei Rücksicht und Menschlichkeit vermuten ließ. Aber jeder im Dorf behauptete ja, dass niemand dem Verstorbenen etwas antun wollte. Und wenn man einfach so den Brunnen vergiftete, war doch die Möglichkeit vorhanden, dass eben auch jene Person daraus trank und an den Folgen der Vergiftung verstarb. Egal was sich der blonde Junge auch einfallen ließ, es änderte nichts an der Tatsache, dass nichts zusammenpasste und das frustrierte ihn so richtig. Der Jirokou durfte sich nur nicht anmerken lassen, dass sich seine Geduld gen Ende neigte und sie endlich mal Ergebnisse brauchten! Ein Versagen käme seiner Akte ganz und gar nicht gut, so etwas durfte er unter keinen Umständen erlauben. "D-d-dass wi-wir k-k-keinerlei Be-beweise f-f-finden, kö-könnte do-doch d-d-daran l-l-liegen, da-dass es s-sich hi-hierbei u-um k-keinen Mo-mord ge-gehandelt h-hat.", begann Shunsui langsam und andächtig zu sprechen. "E-e-es k-klingt z-zwar se-sehr u-unwahrscheinlich, a-a-aber d-die Mö-mö-möglichkeit be-besteht na-nach w-wie v-vor, d-d-dass je-jemandem d-d-der F-flakon m-m-mit d-dem G-gift ver-ver-versehentlich u-ind u-unbemerkt i-i-in d-den B-brunnen ge-gefallen ist." Das klang zwar verdammt unlogisch, aber nicht unmöglich. "V-v-viel wa-wahrscheinlicher i-ist je-jedoch, d-d-dass d-der Mö-mörder k-k-keinerlei Rü-rü-rücksicht a-a-auf s-seine O-opfer n-nimmt, wa-was be-bedeutet, d-dass es i-i-ihm e-egal i-ist, w-wen e-er d-d-da u-umgebracht h-hat." Und damit hatte er auch fertig gesprochen. Naja, nicht ganz, es gab immerhin noch eine weitere Sache, die ihm gerade eingefallen war. "O-o-oder wi-wir ha-ha-haben e-es hi-hier wa-wa-wahrlich m-mit ei-einem M-m-meister s-seines F-faches zu t-tun, we-we-weshalb w-wir i-i-ihm sch-sch-schlicht u-u-und ei-einfach n-nicht ge-gewachsen s-s-sind." Viele Worte für solch ein schüchternes Kerlchen. Jetzt war aber auch mal Schluss und es galt der Meinung der Ookami zu lauschen. Was sie wohl von seinen Thesen hielt?
     
  8. Ookami Yumi

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    Keinerlei Rücksicht. Das war das Stichwort, das die Ookami aufhorchen ließ und sie nicht nur entrüstete, sondern auch nachdenklich stimmte. Natürlich war schon ein Mord schlimm, aber jemand, der keine Rücksicht auf Verluste nahm, es in Kauf nahm, dass Unschuldige darunter zu leiden hatten, war der aller schlimmste. Wenn man Rache an jemandem nahm, ihretwegen auch blutigst, dann war es nachvollziehbarer, als wenn man einfach Menschen tötete, weil es eben Spaß machte. Das war grausam und widerlich, in keinem Falle verzeihlich und generell schrecklich, zumindest wenn man sie fragte. Neben ihren düsteren Gedanken zu diesem Thema, drängte sich ihr jedoch auch eine produktive Idee auf, die sie selbst die ersten paar Sekunden abstieß, weil sie beinahe gruselig war. Trotzdem war sie beinahe schon logisch, obwohl sie dem Mädchen eindeutig nicht gefiel. "Hm... du sagtest, es sei ihm egal, wen er umbringt...", überlegte sie laut und tippte mit dem Finger gegen ihre Wange, "Was ist, wenn das stimmt und das Opfer gar nicht dieser Mann im Speziellen war..." Er war tot, das war eine Tatsache und das Shinobiteam war auch nur gerufen worden, um die Umstände seines Todes zu recherchieren und seinen Mörder zu finden, aber was wäre gewesen, wenn sie später gekommen wären? Wenn mehr Menschen aus dem Brunnen getrunken hätten? Wenn sie den Brunnen nicht sofort identifiziert hätten und munter nach der Quelle der Vergiftung gesucht hätten, möglicherweise sogar Tage... wären noch mehr Menschen gestorben. Es wäre nicht nur ein Mord gewesen, sondern ein Massenmord, sie wären nicht auf den einen, sondern auf viele Menschen angesetzt gewesen. Bisher hatten sie nur nach einem Motiv gesucht, weswegen man den einen, den toten, Mann, hätte ermorden wollen, aber nun tat sich die Möglichkeit auf, dass er gar nicht das alleinige Ziel gewesen war und der Mörder einfach Schaden anrichten wollte, egal, wen er damit traf. "...sondern das wahre Opfer..." Wenn es nun aber egal war, wer starb, dann musste man nach einem Motiv suchen, der Bevölkerung dieses Dorfes oder der Menschheit im Allgemeinen zu schaden. Das letzte wollte sie erst einmal ausschließen, denn sie konnte sich wirklich nicht vorstellen, dass jemand nur aus Hass auf die Menschheit begann, zufällig Leute zu ermorden. Das klang nach einem extrem schlechten Actionfilm, nicht aber nach der Realität. "...das Dorf ist?" Yumi hatte bei den letzten Worten die Augen hinter der dicken Brille fixiert, ihre Mimik hatte sich von nachdenklich zu beinahe interessiert gewandelt und sie hatte die Hand sinken lassen, um mit dem Finger über den Knauf ihres Schwertes zu streichen. Ja, das war eine Möglichkeit. Eine erschreckende, aber vielleicht etwas, dem man nach gehen sollte. "Wenn das so wäre, hätten wir von Anfang an einen Fehler gemacht, Shunsui-kun... dann wird es natürlich kein Motiv geben, Ren zu ermorden, weil der Mörder keinen Hass auf ihn im Speziellen, sondern auf das gesamte Dorf hat. Das heißt, wir müssen herausfinden, was für einen Grund man haben kann, gleich ein ganzes Dorf zu hassen." Für Yumi war auch diese Vorstellung sehr schwer nachvollziehbar, für Shunsui wahrscheinlich weniger, aber das wusste sie ja nicht.
    "Hm!", machte sie, während sich ihre ganze Gestalt straffte und sie nachdenklich auf- und abzuwandern begann, "Was bringt mich dazu, ein Dorf ermorden zu wollen... Machtgier? Nein. Was soll ich mit einem leeren Dorf. Boshaftigkeit? Möglich, aber darüber will ich nicht nachdenken... Rache... Rache ist gut! Also nein, natürlich ist sie schlecht, aber es wäre eine ansatzweise vernünftige Idee. Warum sollte man sich aber gleich an einem ganzen Dorf rächen wollen... hast du eine Idee, Shunsui-kun?" Irgendwie meinte es das Schicksal ja nicht allzu gut mit ihm, oder? Da wurde er nach Dingen gefragt, die ihn tatsächlich etwas angingen, aber er konnte schlecht so antworten, wie er es gerne gewollt hätte - oder?


    Ooc: Sorry für die Wartezeit.
     
  9. Jirokou Shunsui

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    Natürlich, warum war er nicht eher darauf gekommen? Innerlich machte sich Shunsui ziemlich Vorwürfe darüber, dass er diese offensichtlichen Fakten übersehen hatte, doch ließ er sich wie immer äußerlich nichts anmerken. Es handelte sich bei den hiesigen Ereignissen um einen Attentatsversuch auf das gesamte Dorf und nicht auf einen einzelnen Mann, der eher einem Heiligen als sonst etwas glich. Kein Wunder, dass die Shinobi die ganze Zeit über im Dunkeln herumgetapst waren, dabei war die richtige Antwort genau vor ihrer Nase gewesen. Nun ergab es auch Sinn, weshalb man den Dorfbrunnen vergiftete, bei welchem es auch eine hohe Wahrscheinlichkeit gab, andere Leute zu töten. Hätte man sich wirklich einzig und allein des Verstorbenen entledigen wollen, so hätte man doch vielmehr versucht, persönliche Sachen wie zum Beispiel das Essen oder Trinken von ihm zu vergiften. Beflissen nickte der Brillenträger auf die klugen Worte seiner Anführerin hin. Jedoch musste er sich kurz daraufhin zusammenreißen, um nicht zu grinsen, als er ihre nächsten Worte vernahm. Was für einen Grund man haben könnte, um ein gesamtes Dorf zu töten? Oh ja, da würden ihm so einige einfallen, auch wenn sich seine Rache nicht wirklich gegen ganz Soragakure oder den Soraverbund richtete. Es waren einzig und allein die Shinobi, die für sein Schicksal verantwortlich waren und an jenen würde er Rache nehmen. Selbstverständlich mochte jetzt wer sagen, dass den Großteil der Elitesoldaten keinerlei Schuld an seinem Schicksal traf, doch in einem solchen System würde es immer Individuen geben, die sich eben so benahmen. Und ohne sie wäre die Welt besser dran, dessen war sich der Jirokou sehr sicher. Aber den gewöhnlichen Personen wollte er kein einziges Haar krümmen, warum auch? Es war Macht, die Menschen verdarben, sie korrumpierten, und über diese verfügten gewöhnliche Menschen eben nicht. Doch er schweifte wieder ab, sie hatten hier ein ganz anderes Problem, auf das sie sich konzentrieren mussten. Die Frage des Tages war doch gerade, warum jemand ein gesamtes Dorf vergiften wollte. Sicherlich, Rache kam dafür durchaus infrage, doch Rache wofür? Da hatte Shunsui wirklich nicht den blassesten Schimmer. Dennoch konnte er der Ookami zumindest einen Denkanstoß geben, ohne wirklich auffällig zu sein. Vielleicht vermochte sie ja zwei und zwei zusammen zu zählen und somit zur Lösung der ganzen Angelegenheit zu kommen? "W-w-wir so-sollten u-u-uns n-n-nach je-jrmandem er-erkundigen, d-d-der ei-einen G-g-grund da-dafür hä-hätte, d-d-das ge-gesamte Do-dorf zu ver-ver-vergiften." Bei diesen Worten zitterte der Brillenträger ein wenig, als ob ihm von dem Gedanken daran alleine schon ziemlich übel wäre. "Wo-womöglich i-i-ist in d-der Ver-vergangenheit e-e-etwas ge-geschehen, w-was d-d-darauf sch-schließen lä-lässt. D-d-doch wo k-kann m-man so-solche Er-erkundigungen ei-ei-einholen?"
     
  10. Ookami Yumi

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    Ja, Rache war wahrscheinlich das Motiv dieser ganzen Geschichte, Rache an einem ganzen Dorf, das scheinbar jemandem Unrecht getan hatte und nun dafür sühnen sollte. Leider kannte Yumi sich nicht mit der Geschichte des Dorfes aus, da sie bis vor wenigen Tagen nicht einmal genau gewusst hatte, dass es existierte. Ergo mussten sie jemanden finden, der ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern wollte. Natürlich könnte man auch auf die Idee kommen, nach einem Heimatmuseum zu suchen, aber es war unwahrscheinlich, dass man in einem solchen ein Vorkommnis dokumentiert finden würde, das einen Menschen zum Mörder machen könnte. Normalerweise waren diese Dinger ihrer Erfahrung nach mit dem Gestein gefüllt, das man hier finden konnte und im Falle von Kirigakure ebenso mit ein paar seltenen Algen- und Pilzarten, aber das war es meistens, gerade, wenn einfach nichts spannendes passiert war. Also mussten sie auf eine andere Methode zurückgreifen, auf die Menschen, die hier schon längere Zeit lebten. Da sie noch immer in dem Gasthaus standen, nickte Yumi auf Shunsuis ein wenig gestotterte Worte hin und wandte sich zu dem Wirt um, der sie ja noch nicht kennen sollte. Aber selbst wenn, so war es ja diesmal eine andere Frage, ein anderer Schwerpunkt und somit gab es kaum einen Grund, ihr einen möglichen Hinweis vorzubehalten. Vor allem war sie kein stotternder Junge, den man schon nach Sekunden als nervig empfinden konnte, auch wenn sie das niemals tun würde, sondern ein hübsches Mädchen, das sich zudem auch noch ebenso verhielt, wie es war: Nett. „Entschuldigen Sie…?“, fragte sie zu dem Wirt gewandt und machte ein paar schnelle Schritte auf ihn zu, „Wie Shunsui-kun Ihnen wahrscheinlich schon erklärt hat, versuchen wir Licht in den Fall von Giftmord zu bringen, der sich hier vor kurzem ereignet hat. Ich habe dazu noch eine Frage, die Sie bestimmt beantworten können – Sie leben ja schon länger hier, nicht wahr?“ Der orange Schnauzer vibrierte leicht, als der Mann lachte, auf eine offene Weise, die Yumi sofort ins Herz schloss. Doch, dieser Mann schien nett zu sein, auch wenn er durch seine imposante Gestalt sicherlich Respekt einflößend wirkte. „Ja, ich wurde hier sogar geboren, meine Kleine.“ Nun gut, dann war er ja wirklich der perfekte Ansprechpartner, auch wenn man sie nur selten so nannte. Für ihr Alter und ihr Geschlecht war das Mädchen nämlich durchaus nicht als klein zu betiteln, auch wenn sie natürlich gegen die guten zwei Meter des Anderen ein wenig winzig wirkte. Da sah aber auch ein Haus gleich wie ein Kinderspielzeug aus, wenn man ehrlich war… sie konnte sich vorstellen, dass es nervig sein musste, wenn man so groß war, da passte man doch sicherlich weder in ein normales Bett, noch ansatzweise in die Kleidung, die man gerne anziehen würde! „In der Vergangenheit muss sich etwas hier ereignet haben, was in jemandem den starken Wunsch nach Rache schüren könnte. Wurde hier vielleicht schon einmal ein Mord begangen? Oder hat jemand alles verloren, wurde vom Dorf schlecht behandelt, in den Ruin getrieben oder sonst etwas? Es ist wichtig, dass wir einen Anhaltspunkt bekommen, sonst haben wir keine Möglichkeit den Täter zu finden.“, erklärte sie mit ernster Stimme, was bei ihr immer etwas ulkiges hatte, weil sie dabei so engagiert wirkte, dass man bemerkte, dass es sie tatsächlich interessierte, das Morden zu beenden. Sie hegte diesen Wunsch ja auch nicht, weil es ihre Aufgabe war, sondern weil sie die Leute davor beschützen wollte, eines Morgens nicht mehr aufzuwachen. „Hm, lass mich nachdenken…“, antwortete der Bärtige und kratzte sich am Kinn, während sich seine Augen an die Wand hefteten – man konnte beinahe beobachten, wie es in seinem Kopf ratterte. Geduldig verschränkte Yumi die Hände hinter dem Rücken und ließ ihm seine Zeit, immerhin wollten sie eine möglichst ergiebige und keine schnelle Antwort.


    Out: Infos per PN.
     
  11. Jirokou Shunsui

    Jirokou Shunsui Member

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    Yumi zögerte nicht lange und ging forschen Schrittes sofort auf den Wirt zu, um diesen mit ihren Fragen zu belöchern. Dabei konnte sie sich eine Art zunutze machen, über die Shunsui selbstverständlich ebenfalls verfügte, welche er aufgrund seiner Rolle jedoch nicht ausspielen konnte. Wie einfach es wohl gewesen wäre, direkt und offen mit seinem Gesprächspartner zu sprechen. In Zukunft würde er sich etwas Cleveres einfallen lassen müssen, wenn er diesbezüglich nicht ständig gegen eine Mauer laufen wollte. Entweder das, oder er meldete sich nur noch zu Missionen mit seinen Kameraden, in denen er sich nicht mehr zu verstellen brauchte. Auch wenn er sie alle – ein wenig abgesehen von Sharokku – hasste, hatte er sie notwendigerweise akzeptiert. Und in ihrer Anwesenheit brauchte er sich nicht zu verstellen, das konnte ihn selbst manchmal wirklich zur Weißglut treiben. Genau wie jetzt. Als Erstes hatte er sich nicht normal mit dem Wirt und seiner Bedienung unterhalten können. Danach hatte er bei Yumi stotternd um den heißen Brei reden müssen, statt sofort auf den Punkt kommen zu können. *Beruhig dich, sonst verrätst du dich noch.*, hörte er eine ermahnende Stimme in seinem Kopf. Ein, zwei Mal ruhig Durchatmen, und schon konnte er sich wieder auf das hier und jetzt fokussieren. Den Neid auf die Ookami unterdrückend, lauschte der Jirokou der Unterhaltung, die soeben richtig spannend wurde. Seine Teamleiterin hatte den Wirt soeben nach vergangenen Ereignissen gefragt, die ihnen hoffentlich zur Lösung dieses Mordfalls behilflich sein könnten. Zunächst murmelte er nur einige unverständliche Worte vor sich hin. „Hmm … Haruki … nein … gescheiterte Wahl …“ Schließlich schien der Groschen bei ihm gefallen zu sein. Es gab ein einziges Mal Ärger in unserem Dorf in den vergangenen zwei Jahrzehnten. Ich erinner mich noch so gut dran, als sei es gestern gewesen. *Na klar, deshalb hast du auch so lange gebraucht, um drauf zu kommen.* Das hörte sich ganz klischeehaft nach dem Anfang einer langen, laaaaangen Geschichte an. „Es fing alles vor etwa 12 Jahren an, als das Dorf von einer Welle von Einbrüchen erschüttert wurde. Das Dorf war ratlos, bis endlich ein Mann verdächtigt und dann verbannt wurde, weil er schuldig gesprochen wurde. Man überließ ihm ein Schiff, mit welchem es ihm ermöglicht wurde, nach Getsurin zu segeln, um dort ein neues Leben beginnen zu können, doch er kam nie an.“ Und was jetzt, erwartete er wirklich, dass die beiden Shinobi nachfragten? Ganz großes Kino, der Alte stand wohl auf ein spannendes Publikum. „U-u-und w-was ge-ge-geschah d-d-dann?“, fragte Shunsui und erfüllte ihm auf diese Weise seinen unausgesprochenen Wunsch. „Sein Schiff muss gekentert sein. Auf jeden Fall fand man seine Leiche am Strand. Armer Kerl.“, fügte er noch hinzu und schüttelte den Kopf. „Ehm, w-w-wie hi-hieß de-denn d-d-der Ma-mann?“ „Haru Tyuyoshi.“ Na also, schon mal ein Anfang! Jetzt mussten sie sich im Dorf nur noch nach möglichen Verwandten erkundigen, die für einen Racheakt infrage kamen, und schon hätten sie dieses Rätsel eigenhändig und ohne Hilfe gelöst! Von wegen. Just in diesem Moment betrat die aufgeregte Haru Mina die Gaststätte und eilte großen Schrittes auf Yumi zu. „Ihr glaubt ja nicht, was ich herausgefunden habe …“

    [OoC: Sorry für die Wartezeit, war krank und hab vergessen mich abzumelden.]
     
  12. Ookami Yumi

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    Ja... was für ein Zufall konnte das schon sein, hm? Irgendwie hatte das ganze etwas von einem richtig billigen Kriminalfilm, in dem Kommissar Zufall den unfähigen Ermittlern auf die Sprünge helfen musste. Dass Yumi als Detektiv vollkommen unfähig war, sollte jedem klar gewesen sein, aber auch Shunsui schien nicht sofort die richtigen Schlüsse zu ziehen. So schlecht sie auch war, die Erwähnung des Familiennamens dieses Mannes verschmolz mit der gerade herannahenden Person zu einem ziemlich klaren Bild: Ein kleines Mädchen, dass nicht verstand, warum man seinem Vater so etwas antat und am Ende nur seine Leiche vor sich liegen hatte - nach wie vor von dessen Unschuld überzeugt. Kleinmina, die dem Dorf, in dem sie aufwuchs, Rache schwor, weil es es gewagt hatten, ihr ein wichtiges Familienmitglied zu stehlen... das klang doch nicht nur ausreichend dramatisch, sondern nicht einmal besonders unwahrscheinlich. Yumi war also schon drauf und dran, Mina sofort und auf der Stelle zu verhaften, auch wenn sie kaum glauben mochte, dass diese nette Frau so etwas getan haben sollte - bis ihr einfiel, dass sie nicht ansatzweise irgendwelche Beweise hatten. Sie konnten schlecht zu ihr treten und ihr verkaufen, dass sie sie gefangen nehmen würden, weil sie gerade diesen Nachnamen hatte. Wahrscheinlich war ihr Glauben an die Unschuld ihres Vaters, wenn es denn ihrer war, dadurch entstanden, dass man nie irgendwelche Beweise hatte... zumindest schien sie das so aus den Worten des Wirts herauslesen zu können. Und wenn man sie nun mit dem Verdacht konfrontierte, würde sie sich verschließen und sie würden nie eine Chance kriegen... Also ganz natürlich wirken! Wenn Yumi das nur könnte - zumindest etwas nervös wirkte sie auf jeden Fall, als sie Mina mit einem gekünstelten Lächeln begrüßte und fragte: "Was denn, Mina-san?" als würde sie es wirklich interessieren. Hoffentlich tat Shunsui nichts unüberlegtes... aber eigentlich hatte er bisher wie ein kluger Mensch gewirkt, wenn auch ein schrecklich tollpatschiger. Aber Mina... ja, wenn man nun so darüber nachdachte, dann hatte sie sich durchaus ein wenig verdächtig verhalten... niemand würde ein paar seltsam aussehende Fremde ansprechen und ihnen sofort Hilfe zusprechen, es sei denn, er könnte damit den Verdacht von sich lenken und unter Umständen gefährliche Hinweise verschleiern. Diese Aussicht war natürlich nicht allzu prickelnd, denn immerhin hatte sie schon viel Zeit mit sich selbst verbracht und hätte sonst etwas tun können! Vielleicht war es schon längst zu spät, weil sie alle Beweise vernichtet hatte, es sei denn natürlich... es sei denn natürlich, der Beweis war ein bestimmter Mensch. Sie hatte sich immerhin sofort freiwillig gemeldet, um herauszufinden, wer an ein solches Gift kommen konnte oder es tatsächlich beschafft hatte – das würde sie doch sicher nur machen, wenn man ihr auf diese Art und Weise auf die Schliche kommen konnte. "Ich erzähle es euch draußen, ja?", meinte Mina mit einem Lächeln und drehte sich wieder zur Tür um. "Ja, komme sofort!", antwortete die Ookami, aber drehte sich sofort zu Shunsui um, um ihm mit drängender Stimme ins Ohr zu flüstern: "Klapper so schnell wie es geht diese Kräuterheilerin und den Apotheker ab und frag, ob Mina sich besagte arsenhaltige Mittel beschafft hat!", ehe sie aus der Tür ging und dort von Mina erwartet wurde. Es gefiel dem Mädchen nicht, jemanden so hinterhältig hinters Licht zu führen, aber wenn sie recht hatte, dann war diese junge Frau eine Mörderin, die sogar in Kauf nahm, ein ganzes Dorf zu töten. In diesem Falle wäre es wohl okay, nicht nett zu ihr zu sein... und dennoch mochte sie es nicht. "Ich musste da raus, denn ich glaube, euer Mann ist der Wirt dieses Kastens..." War das eine Lüge? Wahrscheinlich, oder?
     
  13. Jirokou Shunsui

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    Für einen kurzen Moment fragte sich Shunsui ernsthaft, warum er bei dem Auftreten der jungen Frau stutzen musste. Dabei wusste er, dass es nichts mit dem zu tun hatte, dass sie neue Informationen besaß, die womöglich zur Lösung dieses Falls helfen konnten. Nein, etwas nagte unterbewusst an ihm, doch er konnte nicht bestimmen, was es war. Vorsichtig bewegte er sich auf Haru Mina zu … und erstarrte plötzlich. *Einen Augenblick mal, kann das wirklich sein?* Und da fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. Der Name des Verstorbenen lautete Haru Tsuyoshi und die hilfsbereite, mit einem Mal aber doch nicht mehr so nett wirkende junge Dame hieß Haru Mina. Die eigentliche Frage war doch jetzt, ob es sich bei ihr um die rachsüchtige und verbitterte Tochter des Verstorbenen handelte, oder ob was womöglich doch eher ein Zufall war. Shunsui war nicht von hier, sodass man nicht ausschließen konnte, dass es sich bei dem Namen „Haru“ um einen gewöhnlichen und oft vorkommenden Nachnamen handelte. Dennoch, die Umstände waren ziemlich verdächtig. Wie aus dem Nichts war sie erschienen und hatte den beiden Shinobi sofort ihre Hilfe angeboten, doch zu welchem Sinn und Zweck? Les schön und gut, aber wie sollte er der Ookami seinen Verdacht zukommen lassen? Mit einem missmutigen Gesichtsausdruck musste er mit ansehen, wie Yumi ihrer „Helferin“ zustimmte und sich dran machte, ihr aus dem Lokal folgte. Konnte sie denn nicht zwei und zwei zusammenzählen? *Verflixt und zugenäht aber auch!* Umso erstaunter war der falsche Brillenträger, als sich seine Teamleiterin mit einem Mal urplötzlich zu ihm umdrehte und ihm Anweisungen gab. Richtig, aufgrund von Indizien konnten sie Mina nicht einfach verhaften, sie brauchten schon stichhaltigere Beweise. Und die würde ihnen der Jirokou schnellstmöglich besorgen! „O-ok.“ Gemächlich trabte er los und trennte sich von den Beiden, doch als er um die Ecke gebogen war, zog er das Tempo merklich an und sauste davon. Damit war eingeplant gewesen, Zeit zu sparen, aber dies gelang nicht, da sich Shunsui erneut verirrte und mehrmals nach dem Weg zur Kräuterheilerin erkundigen musste. Letzten Endes benötigte er genauso lange, als wenn er weiter sein anfängliches Tempo gehalten hätte. Er entschloss sich zuerst zu dieser Frau zu gehen, da er sie noch nicht kannte und sie ihm allein deswegen schon viel sympathischer war, als der grantige alte Apotheker. Wenn das nichts ergab, würde er diesen wohl oder übel jedoch aufsuchen müssen.
    Als Shunsui den Laden betrat, wurde er von einer kräuterreichen Geruchswolke begrüßt. Wo man auch nur hinsah, überall gab es Kräuterpflanzen der verschiedensten Sorte. Weiterhin gab es kleine verschlossene Fläschchen, die den einen oder anderen Zweck erfüllten. Hätte man sie sich genauer angesehen, so würde der jeweilige Zweck auf dem Etikett zu finden sein, doch so viel Zeit hatte der Junge nicht. Ohne zu zögern lief er auf die alte Dame am Tresen zu, die damit beschäftigt war, einige Zutaten mit Mörser und Stößel zu bearbeiten. Als die Heilerin ihn schließlich bemerkte, schaute sie auf und unterbrach ihre Tätigkeit. „Herzlich willkommen in meinem bescheidenen Laden. Was für Beschwerden plagen Sie? Ich versichere Ihnen, wir haben ein Mittel dafür, und das auf natürlicher Basis! Viel besser als bei dem Apotheker mit seinem chemischen Zeugs. Wir führen auch erlesenen Tabak. Nun hielt sie für einen kurzen Augenblick inne, um ihn genauer unter die Lupe zu nehmen. Aber sind Sie überhaupt schon alt genug, um diesen zu rauchen?“ Na holla die Waldfee, da war ja jemand wirklich verkaufstüchtig. Nur schade, dass er ihr nun eine Abfuhr erteilen musste, Beschwerden hatte er nämlich keine. Durchaus wäre er gerne bei ihr in die Lehre gegangen, um ein wenig mehr über Kräuter zu lernen, aber alles Andere war im Moment und überhaupt uninteressant. „N-n-nein, t-tut mi-mir l-l-leid, i-ich wi-wi-will ni-nichts k-k-kaufen. I-i-ich wo-wollte mi-mich n-n-nur er-erkundigen, o-ob ei-eine ge-ge-gewisse Ha-haru Mi-mi-mina i-in le-letzter Z-z-zeit ar-ar-arsenhaltige Sto-stoffe ein-eingekauft h-hat.“ Bei dieser Aussage zog die alte Frau skeptisch die Augenbrauen in die Höhe. „Bist du etwa einer dieser Shinobi, die angeheuert wurden, um den Mordfall zu lösen? Irgendwie siehst du nicht sonderlich kompetent aus. Sicher dass du nichts brauchst?“, fragte sie noch frech. „Aber naja, die werden schon wissen, wen sie anheuern. Und ja, sie hat eine lächerlich große Menge an Insektenvernichter auf Arsenbasis besorgt. Meinte, sie hätte eine Plage zu bekämpf … hey, wo gehst du hin?“ Diese Worte waren an den Jirokou gerichtet, der – kaum hatte er ihre Bestätigung vernommen – sofort aus dem Laden gestürmt war und sich zurück auf den Weg zum Restaurant machte. Doch wie sollte er die junge Frau konfrontieren? Am Besten lieferte er ihr einen Shunsui-Deluxe, und den Rest durfte dann Yumi übernehmen! Gesagt, getan. Indem er so tat, als ob er ganz außer Atem wäre, als er zurück in die Gasse mit Yumi und Mina einbog, stolperte er heran und fiel unweit von Ihnen dann zu Boden, als er stolperte. Oh ja, wie sehr er sich doch verausgabt hatte, um ihre Anweisung zu erfüllen. Sein inneres Ich grinste jedoch über seine schauspielerische Leistung, mit den Jahren bekam man eben echt den Dreh raus. Mit einem zitternden Finger zeigte er auf die Verdächtige und sprach die verurteilenden Worte. „D-d-die Kräu-kräuterheilerin h-h-hat ge-gesagt, da-dass du e-eine g-g-große Me-menge a-an In-in-insektenvernichter a-auf Ar-ar-arsenbasis ge-gekauft h-hast. Wa-w-ws h-hast d-du d-d-damit ge-gemacht? Gi-gib e-es z-zu, d-d-du h-hast d-den Bru-brunnen ver-ver-vergiftet!“ So, damit war die Katze aus dem Sack. Doch was würde die Angeprangte nun machen? Yumi und Shunsui gaben nicht gerade den kompetentesten Eindruck ab, aber ob das ausreichte, um sie zu einer dummen Tat zu veranlassen?
     
  14. Ookami Yumi

    Ookami Yumi Member

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    Während Shunsui sich also in Richtung Kräuterheilerin aufgemacht hatte, gingen Yumi ab einem bestimmten Punkt die Ideen aus, wie man Mina noch unverdächtig hinhalten konnte. Sie hatte mit ihr eine ganze Weile über ihre Theorie gesprochen, dabei aber keinen allzu offensichtlichen Schnitzer in ihrer Argumentation gefunden, sodass sie irgendwann zu Small Talk abgedriftet waren. Yumi hatte davon erzählt, dass sie gerne im Garten arbeitete, während Mina sich gegen eine solche Beschäftigung aussprach und meinte, sie würde als Zeitvertreib lieber sticken oder andere Dinge basteln, sodass die Ookami sich einige Minuten mit ihr über langweilige Dinge unterhielt, die jedem anwesenden Herren sicherlich das Gähnen auf die Lippen getrieben hätten. Nicht einmal sie selbst fand es spannend, aber sie musste Mina so lang wie möglich davon abhalten, nach Shunsui zu fragen. Leider gelang das auf diese Art und Weise vielleicht zehn Minuten, bis sie in Erklärungsnot geriet und mit hoffentlich überzeugter Stimme meinte, er sei noch auf die Toilette gegangen. Natürlich war das so ziemlich die unwahrscheinlichste Ausrede, die ihr hätte einfallen können, da Jungen dort meist nicht besonders lange brauchten, wenn sie nicht gerade eine Salmonelleninfektion mit sich herumschleppten und sich daher nicht recht für einen Ausgang entscheiden konnten. Auch Mina blickte sie etwas verwundert an und merkte an, dass "der kleine Tollpatsch" durchaus lange brauchte. Daraufhin blieb ihr wenig anderes übrig, als die Schultern zu zucken und sie entschuldigend anzulächeln, um schlussendlich etwas von Verstopfungen zu murmeln, wobei sie in diesem Moment froh über Shunsuis Abwesenheit war, immerhin könnte dieser das als Beleidigung empfinden. Selbst wenn es nur aus Not geschah, Yumi beleidigte ungerne Leute, wahrscheinlich könnte sie das nicht einmal gegenüber denen, die sie zur Abwechslung wirklich nicht leiden konnte. Yamamoto Tora zum Beispiel, die mochte die Ookami so überhaupt nicht, weil sie eine falsche, gemeine Schlange war und ironischerweise dem echten Shunsui fast schon etwas ähnlicher. So ein Glück also, dass der Blonde sich so gut verstellen konnte, sodass Yumi gleich wieder Mitleid verspürte, als er sich kurz vor ihnen auf den Boden legte und eine Menge Staub aufwirbelte. Seine Worte hatten allerdings das Potenzial, die Wolke noch zu überbieten, beschuldigte er doch eindeutig Haru Mina des Mordes...
    Yumi hatte sich gefragt, wie man wohl auf eine solche Anschuldigung reagieren könnte, vor allem, wenn man in vollem Bewusstsein schuldig war. Da sie noch nie jemanden getötet hatte, war es für sie entsprechend schwer, solche Emotionen nachzuvollziehen, aber sie dachte bei sich, dass man sich in gewisser Weise schuldig fühlen musste, selbst wenn man beschloss, hunderte Menschen zu ermorden. Es war unnatürlich, jemandem sein Leben zu nehmen, man wollte seines selbst behalten und daher musste es in jedem Menschen eine gewisse Barriere geben, zu töten. War diese einmal überschritten worden, gelang der nächste Schritt leichter, aber alles in allem war sich die Ookami sicher, dass das schlechte Gewissen einen nie ganz ruhen lassen würde. Insofern konnte es wahrscheinlich passieren, dass man die Nerven verlor und aufgab, das wäre die einfachste Möglichkeit. Eine andere bestand darin, einfach alles zu leugnen und die Theorie ins Lächerliche zu ziehen, doch dafür brauchte man ein ganz schön dickes Fell. Die Ookami bezweifelte, dass Mina dieses besaß, war ihre Motivation doch im Grunde in der Liebe zu ihrem Vater zu suchen, dem Unverständnis eines Kindes und in dem Hass, der sich davon ernährte. So eine Person war emotional und egal, wie sehr sie sich vielleicht etwas einredete, auch zu starker Leidenschaft fähig. Wo Yumi das gelesen hatte, blieb ein Geheimnis, Minas Gesicht hatte sich jedoch dem Boden zugeneigt. Dort verharrte es eine geschlagene Minute, in der es ansonsten ziemlich still war.
    Eine weitere Minute später hatte sie ein volles Geständnis abgelegt, berichtete unter Tränen davon, wie ihr über alles geliebter Vater zu Unrecht in den Tod getrieben wurde und sie gar nicht ander gekonnt hatte, als ihn zu rächen. Doch egal, wie sehr sie weinte, egal, wie sehr sie beteuerte, sie habe nicht gewusst, was sie tat, dass ihre Gefühle einfach mit ihr durchgegangen waren, Yumi konnte sich nicht erweichen lassen. Mord war nach wie vor eine abscheuliche Tat und musste bestraft werden, egal, wie nachvollziehbar die Motive waren.
    Wirklich gut fühlte sie sich dennoch nicht, als sie mit Shunsui und Shin den Heimweg antrat, nachdem Mina den Dorfautoritäten übergeben worden war. Sie hatte wie eine ansonsten fröhliche, normale, nette junge Frau gewirkt, aber durch diese Tat ihr Leben ins Negative gestürzt... das tat Yumi Leid, doch es war nicht an ihr, diese falsche Entscheidung rückgängig zu machen. Tote lebten nicht einfach wieder, nur weil man ihren Tod bedauerte... ebenso wenig wie man Mina einfach so verzeihen würde.

    ~ENDE~​