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In der Krabbenkolonie

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In der Krabbenkolonie
< Ein Abenteuer von @Hayabusa Ray und Yagami Suzuya Tamaki >


* Die Reise beginnt im Hafen von Getsurin *
Er würde Riesenkrebse zu sehen bekommen! Allein die Existenz dieser Wesen hatte Tamaki fasziniert, seit er kürzlich von ihnen erfahren hatte. Ungewöhnlich, wo er sich sonst eher für solche Flora und Fauna interessiert, die in heißen und trockenen Gefilden zu finden war. Aber seine Neugier ging mitunter seltsame Wege und dieser hier würde das genaue Gegenteil von „heiß und trocken“ werden. Die Atmosphäre am Hafen von Getsurin gab dem kleinen Suzuya einen ersten Vorgeschmack. Salzig und frisch wehte der Wind vom Meer heran, doch er war lang nicht mehr so harsch und kalt wie noch vor wenigen Wochen. Und hier, weit unterhalb der Plattformen Soragakures war die Brise ohnehin um einiges erträglicher. Angesichts der frühsommerlichen Temperaturen, die irgendein Wetterfrosch vorhergesagt hatte, war Tamaki auch nicht mehr ganz so dick eingepackt wie sonst. Auf eine winddichte Jacke hatte er allerdings ebenso wenig verzichten wollen wie auf das reichlich gefüllte Lunchpaket von Oma Umeko. Sowie sie erfahren hatte, dass ihr Enkelchen auf große Fahrt ging (also im Grunde länger als einen halben Tag das Haus verließ), war sie für Stunden in der Küche verschwunden. Wie umfangreiche Studien unumstößlich bewiesen hatten, war es Tamaki nicht möglich, das alles allein zu essen. Daran störte er sich aber nicht im Mindesten – so hatte er direkt etwas, das er mit seinem Jobpartner teilen konnte. Obwohl er den Genin, mit dem er heute unterwegs sein würde, nicht persönlich kannte, sagte ihm der Name etwas. Hayabusa Ray. Sumiya-sensei hatte ihn im Krankenhaus erwähnt, als sie von der aufregenden Mission mit den Riesenkrebsen erzählt hatte. Damit war sein Wissen über den Hayabusa aber auch schon beinahe erschöpft und umso neugieriger war er, ihn kennenzulernen.

Das emsige Treiben an Getsurins Hafen schreckte den kleinen Suzuya inzwischen nicht mehr ganz so sehr wie bei seinen ersten Missionen. Natürlich war es immer noch viel zu laut und hektisch für seinen Geschmack, aber er fand Wege, dem größten Trubel zu entgehen. Am Pier angekommen, schob er sich auf eine etwas abseits stehende Kiste und angelte sich ein Reisbällchen. Hafenarbeiter kreischten hoch über ihm am Himmel und rau riefen die Möwen einander Kommandos zu. Nun, vielleicht war es doch andersherum, aber irgendwie war es dem Suzuya gelungen, sich wieder ein wenig hinweg zu träumen. Versonnen an dem Onigiri mümmelnd blickte er zum Ende des Piers, wo das kleine Schiff lag, das sie zur Unterwasserhöhle übersetzen sollte. Tauchausrüstung, so sie welche benötigten, befand sich laut dem Schreiben der Dorfverwaltung an Bord und die Schiffer würden ihnen auch damit behilflich sein. ‚Nur gut...‘, dachte Tamaki bei sich. Er hatte doch keine Ahnung von dem ganzen Kram und war schon froh, nicht gleich wie ein Stein unterzugehen, wenn man ihn ins Wasser warf. Sein Blick wanderte über das Schiffchen hinaus über das Wasser bis zum Horizont, und einmal mehr packte ihn das Fernweh. Die Inseln von Kirigakure im Rücken streiften seine Gedanken gen Westen, flogen über die weiten grünen Ebenen Hi no Kunis und ließen die glänzenden Auen des Flusslandes hinter sich. War es Einbildung oder konnte er dort, weit in der Ferne das große Gebirge sehen, hinter dem die endlose Wüste begann? Ohne es zu merken, hatte er das Reisbällchen sinken lassen und saß mit verlorener Miene da. Fort waren der Hafen und seine vielfachen Geräusche. Ja, selbst der bevorstehende Auftrag und die aufregenden Riesenkrebse waren vergessen. Was, wenn er heute einfach ein anderes Schiff nahm ... ?
 

Hayabusa Ray

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Heute sollte es für Ray wieder zurück in die Krabbenkolonie gehen, die er vor einiger Zeit mit zwei anderen Shinobi erkundet hatte. Die eine davon war Sumiya Saki gewesen, die am Ende irgendwelche Skelette aus Tinte erschaffen hatte. Das war ziemlich cool gewesen und Meteki Pakura war auch dabei gewesen. Achja und auch noch ein rothaariges Mädchen, mit dem er sich echt gut verstanden hatte. Er war sich nicht mehr ganz sicher wie sie hieß. Kokori, Kokoru? Auf jeden Fall irgendetwas mit Koko. Wenn er sie nochmal treffen sollte, konnte er sie ja einfach Koko nennen.

Seitdem war eine ganze Menge passiert, wenn er so recht darüber nachdachte. Bei den letzten beiden Missionen durfte er den Missionsleiter geben, er hatte einen Showkampf gewonnen und eine entfernte Verwandte getroffen. Aber auch ansonsten hatte sich der Rotschopf in der letzten Zeit ein wenig verändert. Das hatte wahrscheinlich mit seinem Alter zu tun. Er war immer noch unberechenbar, sprunghaft und aktiv. Seine Ausstrahlung als Jäger und Raubvogel konnte unter Umständen noch intensiver und einschüchternder sein, aber die größte Veränderung lag wohl darin, dass er durch das Leiten von Missionen so etwas wie Sorge um andere anfing zu entwickeln.

Das zeigte sich in vielen Kleinigkeiten. Zum Beispiel war er stärker in der Lage seine Mimik und Gestik so zu steuern, dass er nicht gleich so aussah, als ob er die Schwachstellen seines Gegenübers analysierte und ihm damit das Gefühl gab lediglich eine Beute zu sein. Aber auch ansonsten fing er an etwas mehr Interesse für seine Mitmenschen zu zeigen. Kurz gesagt das sanfte, philosophische Wesen des Jägers war nun auch nach außen stärker präsent.

Aber seinen Auslauf brauchte der Wildfang trotzdem noch. Starken Wind, Sturm und Herausforderungen liebte er immer noch, ebenso wie er gegenüber großen Menschenmengen immer noch eine Abneigung verspürt. Daher war es auch nicht verwunderlich, dass er - wie immer eigentlich - den Weg über die Dächer von Getsurin wählte, um in den Hafen zu kommen. Mit großen, schnellen Sprüngen flitzte er wie ein roter Blitz über die Dächer, sodass seine gelbgrüne Lieblingsjacke hinter ihm herflatterte. Sein Gesicht strahlte, die weißen Eckzähne blitzten auf und Ray hatte heute morgen ausgesprochen gute Laune. Er mochte die Riesenkrebse würde und als er den Job am Schwarzen Brett gesehen hatte, hatte er sich deshalb gleich dafür eingetragen. Immerhin war das Zählen von den Krebsen wesentlich einfacher, als das Kartografieren. Ob sie diesmal wieder tauchen mussten? Er wusste nicht, was mit dem zweiten Ausgang passiert war und ob dieser zum Schutz der seltenen Tiere wieder zugemauert worden war oder so ähnlich. Naja, er würde es herausfinden.

Jetzt galt es erstmal seinen Mitstreiter für den heutigen Job zu finden. Suzuya Tamaki hieß er wohl, aber mehr wusste er auch nicht über ihn. Weder wie er aussah, noch was für einen Charakter er besaß und worauf er sich spezialisiert hatte. Daher stand der Hayabusa erstmal wie eine Statue auf einem der Hallendächer und überblickte das emsige Hafentreiben, um irgendeinen Ninja auszumachen. Sofern dieser sein Ninjaband tragen würde, würde er ihn schon finden. Mit seinen schwarzen Augen scannte er förmlich die Gegend, doch es dauerte eine ganze Weile, bis er glaubte fündig geworden zu sein. Zum Glück waren keine anderen ihm unbekannten Ninjas heute morgen im Hafen vorbei, weswegen sein Blick letztendlich bei einem kleinen Jungen hängenblieb, der völlig versunken auf einigen Kisten saß und ein angebissenes Reisbällchen in der Hand hielt. Versonnen blickte dieser auf das Meer hinaus und schien gedanklich ganz woanders zu sein. Er wirkte ein wenig verloren und war auf keinen Fall einer der Hafenarbeiter oder Touristen. Mit schief gelegtem Kopf betrachtete Ray ihn noch eine Weile, ehe er mit einem gewaltigen Satz vom Hallendach runtersprang, noch ein, zweimal von unsichtbaren Luftkissen absprang (Fuuton:Takatobi) nur um direkt vor dem Jungen zu landen. Unter Umständen würde es auf diesen so wirken, als ob der Rotschopf vom Himmel gefallen wäre.

Dann aber würde er einen jungen Shinobi mit Ninjaband aus Soragakure sehen, auf dessen Rücken ein kleiner Bogen, samt Köcher befestigt war und der ihn mit schwarzen Augen und einem freundlichen Grinsen geradewegs ins Gesicht blickte. "Suzuya Tamaki nehme ich an?" sprach er den Jungen an, ehe er sich selbst vorstellte. "Ich bin Ray und wenn ich richtig informiert bin, dann gehen wir uns heute ein paar Riesenkrabben anschauen. Freut mich dich kennenzulernen." Und damit streckte er seine Hand dem kleinen Jungen entgegen, den er nun neugierig musterte.
 
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Natürlich zuckte Tamaki zusammen, als plötzlich direkt vor ihm etwas Rotes vom Himmel plumpste. Es war doch nichts von einer der Plattformen gefallen?! Sowie die kleine Schrecksekunde verflogen war, lachte der Suzuya erleichtert auf. Anscheinend flogen heute nur die Genin tief. „Ja, der bin ich.“ , bestätigte er mit einem kleinen Nicken und schob sich von der Kiste herunter. Seine sehnsuchtsvollen Fluchtgedanken verflogen im auffrischenden Wind. Denn so weit Tamaki sich auch wegträumen konnte – er hatte ebenso gelernt, schnell wieder geistig anwesend zu sein. „Freut mich auch sehr, Ray-kun.“ . Den freundlichen Blick des Hayabusa erwiderte er auf die gleiche Weise und schlug gern in die angebotene Hand ein – zum Glück hielt er das Reisbällchen in der Linken, so dass Ray die leicht nach Nori-Algen riechenden Finger erspart blieben. „Auf die Krabben bin ich schon total gespannt!“. Schwupps, war sie wieder da, die Faszination, die den kleinen Suzuya getragen hatte, seit er im Krankenhaus von der Unterwassermission erfahren hatte. Mit wenigen Handgriffen hatte er das halbaufgegessene Onigiri wieder eingepackt und seinen Rucksack geschultert. „Du bist bei der Entdeckung dieser Höhle dabei gewesen, richtig? Sumiya-sensei hat mir von dem Abenteuer erzählt!“. Sichtlich neugierig, aber unaufdringlich musterte Tamaki seinen rothaarigen Mitstreiter. Etwas Ungezähmtes funkelte hinter den dunklen Augen des Hayabusa und die wild abstehenden Haare gaben ihr Bestes, um diesen Eindruck noch zu unterstreichen. Aber insgesamt wirkte Ray doch recht nett und so war Tamaki guter Dinge, dass sie den kleinen Auftrag gut über die Bühne bringen würden. Und selbst wenn nicht – es wäre nicht das erste Mal, dass man ihn verprügelte, und schlimmer als die verrückten Dinge, die während seiner letzten Missionen passiert waren, würde es ja wohl nicht werden.

„Tja, wollen wir direkt loslegen oder müssen wir vor der Abfahrt hier noch irgendwas erledigen?“, wollte Tamaki wissen und streckte sich (wie lange hatte er überhaupt auf dieser unbequemen Kiste gesessen?). Wie es sich aber traf, war alles, was sie tun mussten, an Bord des Schiffchens zu gehen und beim Kapitän anzumelden, dass es losgehen konnte. Besagter Kapitän wirkte genau so verwittert wie der graubraune Samue, den er trug, und war auch in etwa so gesprächig. Er beäugte die beiden Genin skeptisch. Tamaki für seinen Teil äugte verhalten zurück, enthielt sich aber eines Kommentars und ließ die seltsame Situation klaglos über sich ergehen. Erst als der Mann, vor dem bestimmt selbst waschechte Seeschlangen einen Heidenrespekt hatten, mit steinerner Miene nickte und seinen drei Matrosen mit überraschend lauter, fester Stimme einige Kommandos entgegenbellte, warf der Suzuya Ray einen verständnislosen Blick zu. Gab es überhaupt irgendwie normale Seeleute? Und falls ja, warum waren sie dann immer nur mit den fragwürdigen Unikaten unterwegs?

Während an Deck routinierte Geschäftigkeit ausbrach, war es für die Genin vorerst das Beste, nicht im Weg herumzustehen. In der Nähe des Hecks fand sich ein halbwegs ruhiges Fleckchen – sofern man die gegenseitigen Zurufe der Schiffer, das Schlagen der Wellen gegen den Schiffsrumpf und (wie könnte es anders sein?) das Kreischen der Möwen ausblendete, verstand sich. Aber besser wurde es nicht, also ließ Tamaki im Schatten der Aufbauten seinen Rucksack herunter und ließ sich direkt daneben im Schneidersitz nieder. „Sowas ...“, wunderte er sich, war aber innerlich schon dabei, die Begegnung mit dem alten Seebären wieder abzuschütteln. Er schaute zu Ray auf. “Seid ihr damals mit dem gleichen Schiff gefahren? Du musst mir die Mission sowieso noch mal aus deiner Perspektive berichten. Sind die Krabben echt so groß?“. Und wieso quatschte er auf einmal so viel? Nun, vermutlich weil ihn einmal wieder die Neugier gepackt hatte. In diesem Fall aber ließ sich das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden, schließlich waren es hilfreiche Informationen für den bevorstehenden Auftrag. Aber warum nicht noch eine weitere angenehme Komponente hinzufügen? Der Suzuya öffnete seinen Rucksack und schaute kopfschüttelnd hinein. „Ich hab viel zu viel Essen dabei ... aber es ist echt gut. Hat O-Baa-chan gemacht.“. Er baute ganze vier Bentoboxen zwischen sich und Ray auf. „Wir haben Onigiri mit verschiedenen Füllungen, diverses eingelegtes Gemüse, frittierte Tofutaschen und als Nachtisch Senbei, Schokolade und Taiyaki mit Vanillecreme. Greif zu, sonst wird’s nur schlecht.“. Er selbst angelte sich das angebissene Reisbällchen heraus und lauschte erwartungsvoll kauend, was Ray ihm wohl erzählen würde.
 

Hayabusa Ray

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Ein wenig musste Ray schon grinsen, als sein Kollege vor ihm erst zusammenzuckte und dann herzhaft lachte. Da hatte wohl jemand nicht so ganz auf seine Umgebung geachtet und dem geübten Streicheauge des Hayabusas fiel sofort auf, dass es wohl ein Kinderspiel war diesem Jungen einen Streich zu spielen, sofern der erste Eindruck nicht täuschte. Aber allein aus diesem Grund lohnte es sich schon wieder nicht auch wirklich einen Streich zu spielen, denn für den Rotschopf dienten diese weniger seiner eigenen Belustigung, als vielmehr dazu seinen Gegenüber einzuschätzen.
Und Tamaki vor ihm wirkte nicht sonderlich gefährlich, sondern schon was auffällig ungefährlich. Wenn Ray die Ausstrahlung einer Raubkatze besaß, dann war Tamaki eher das scheue Mäuschen, welches sich normalerweise besser im Loch verkriechen sollte. Doch das Auftreffen von den beiden Jungen lief so ganz anders ab, als man es sich unter anderen Bedingungen hätte Vorstellen können. Jäger und Beute schienen sich absolut gut zu verstehen und keine Angst voreinander zu haben.
Und so stieg Ray in das ansteckende Lachen des kleinen Jungens ein und grinste noch breiter, wobei die spitzen Eckzähne zum Vorschein kamen, für gewöhnlich eher einschüchternd, aber im Moment wirkte der Gesichtsausdruck des Jungen aus dem Falkenblutclan ausgesprochen freundlich.

"Kann ich gerne machen, die Krebse sind echt total cool." Vor seinem inneren Augen erschienen die herrlichen Krabben, die er jetzt schon seit einem Jahr nicht mehr gesehen hatte. Ob sie ihn wiedererkennen würden. Besaßen Krabben überhaupt genug Intelligenz dafür? Ray wusste es nicht, aber die beiden würden es schon früh genug herausfinden.

"Lass uns einfach direkt loslegen. Ich hoffe die haben irgendwo Taucherausrüstung auf dem Schiff." Ansonsten würde es vielleicht etwas schwierig in die Höhle zu kommen, wobei Ray konnte die Luft lange genug anhalten, um auch ohne Taucherausrüstung in die Höhle zu kommen. Sobald die beiden Shinobi an Bord kamen, brach die allgemeine Geschäftigkeit aus, die einem Ninja aus Soragakure nur allzu vertraut war. Immerhin musste man bei so gut wie jedem Außeneinsatz erstmal mit einer Schiffsreise starten. Da war es nur gut, wenn man nicht seekrank wurde. Vielleicht sollten sie das als Anforderung für alle Akademiebewerber ausgeben.
An Decke ließ sich Ray dann ebenfalls in den Schneidersitz neben Tamaki nieder, der erstmal eine ganze Menge Essen auspackte. "Deine O-Baa-Chan würde ich auch gerne haben." meinte er lachend und schnappte sich eine der frittierten Tofutaschen. "Hmm, echt lecker." schmatzte er mit vollem Mund und reckte den Daumen in die Höhe. Dann schnappte er sich noch ein wenig von dem eingelegten Gemüse, ehe er sich daran machte von der Mission zu erzählen. "Also, die Krabben sind wirklich richtig groß. Die wirst du lieben." verkündigte er schon mal, während er in die leuchtenden Augen des Tamaki blickte. Auf die Krabben schien der sich echt zu freuen und wahrscheinlich würde er auch nicht enttäuscht werden. "Eigentlich sollten wir ja nur kartographieren, aber allein dafür haben sie vier Shinobi losgeschickt. Wobei das im Endeffekt ziemlich gut war. Saki-san war ziemlich gut vorbereitet, was Schreibzeug und Taucherausrüstung anging. Dann sind wir in die Höhle getaucht, haben sie vermessen und eben diese coole Höhle mit den Krabben gefunden. Achja und dann sind Wilderer aufgetaucht mit denen wir aber kurzen Prozess gemacht haben. Und Haie gab es auch noch, weswegen wir am Schluss nicht wieder zurücktauchen konnten, sondern einen Geheimausgang finden mussten. Aber den hat man bestimmt wieder zugeschüttet, damit keiner die Krabben stört." fasste Ray seinen Missionsbericht zusammen. Ihm hatte die Mission alles in allem wirklich viel Spaß gemacht und er hatte dabei doch auch dieses lustige rothaarige Mädchen getroffen, was ihn immer Flummi genannt hatte. //Kokoro, so hieß sie.// fiel es ihm wieder ein, ehe er sich ein weiteres Reisbällchen schnappte. Eigentlich sollte man ja vor dem Schwimmen nicht zu viel Essen, aber wenn es so lecker war, dann musste man für diese Regel eben eine Ausnahme machen.

Bald darauf kamen die beiden Shinobi auch schon an der entsprechenden Stelle an, zogen sich die Taucherausrüstung, die glücklicherweise vorhanden war an und steckten auch noch ein paar Taschenlampen ein. Der Tauchgang verlief diesmal ohne Probleme und ohne Haibegegnung. Nur wenig später tauchten die beiden in der großen Haupthöhle auf von der ein paar uninteressante Gänge in diverse andere Kavernen abgingen und ein Durchgang in die große Höhle mit den Riesenkrebsen und dem fluoreszierenden Moos. Doch noch hatten sie die Taschenlampen nicht eingeschaltet, weswegen auch noch nichts zu sehen war.
 
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So zurückgezogen Tamaki sonst auch war, Ray machte es ihm wirklich leicht, sich ein Stückchen aus seinem Schneckenhaus – oder um bei der Analogie zu bleiben: Mauseloch – heraus zu wagen. Noch nicht einmal die spitzen Eckzähne, die der Hayabusa bei seinem breiten Grinsen offenbarte, vermochten daran etwas zu ändern. Solange er damit in die Onigiri biss und nicht in Tamakis Bein, war doch alles gut. Und sehr zur Freude des Suzuya (und später sicher auch seiner Oma) langte Ray beim Essen auch ordentlich zu. „Heh, komm doch mal bei uns vorbei.“, bot Tamaki an. Ein bisschen wunderte er sich über sich selbst, entschied dann aber, einfach mit dem Strom der Ereignisse zu schwimmen. Solange es nicht zu weit in sensible Bereiche ging, die ihn oder seine Familie gefährdeten, durfte er sich vielleicht ein bisschen offener geben. „O-baa-chan liebt es, Leute zu bekochen. Umso mehr, wenn sie einen guten Appetit haben.“. Mit diesen Worten schob er die Taiyaki noch ein Stückchen näher an Ray heran. So energiegeladen, wie der Rotschopf aussah, hatte er die Kalorien so oder so in spätestens fünf Minuten wieder verbrannt. Auch beim Reden verbrauchte man sicher einige Energie und das tat der Hayabusa jetzt erst einmal, während Tamaki wie gebannt an seinen Lippen hing. Beinahe hätte er dabei vergessen, sein Onigiri weiter zu essen, aber das Pflichtgefühl gegenüber seiner Oma war dann doch zu stark. Naja, und das Essen eben auch zu lecker. „Woah...“, staunte der kleine Suzuya mit halbvollem Mund, während seine Fantasie drauf und dran war, wieder in die Bilderwelt zu einzutauchen, die Sumiya-sensei ihm im Krankenhaus gezeichnet hatte. Auch wenn er hoffte, dass ihnen Wilderer und Haie heute erspart blieben, wuchs die Vorfreude auf die Krabben umso mehr ...

Und lange musste Tamaki auch gar nicht mehr warten, bis er tatsächlich in eine Welt tauchen konnte, die ihm noch gänzlich unbekannt war. Zwar hinterließ er wohl bei der Schiffsbesatzung keinen all zu guten Eindruck, nachdem er mit der Tauchausrüstung so gar nicht zurechtkam und einige Hilfe brauchte, bis alles an Ort und Stelle saß. Aber letztlich war das weniger wichtig als das, was vor ihnen lag. Und das war erst einmal der Ozean. „Okay, du gibst den Weg vor, ja?“, wandte er sich mit vor Aufregung geröteten Wangen an Ray. Schon jetzt schien der Suzuya etwas außer Atem, aber das würde sich hoffentlich geben, bis sie die Höhle erreicht hatten. Und falls nicht ... Nun, an Wunder glaubte Tamaki zwar nicht, aber an Verstand, Erfahrung und Muskeln des Hayabusa. Es würde schon gut gehen.

Das Platschen, mit dem Tamaki ins Wasser fiel, wandelte sich in seinen Ohren zu einem vorfreudigen Gluckern, als er unter Wasser tauchte. Der kleine Genin brauchte einige Moment, um sich zu orientieren und zurechtzufinden, aber letztlich half es, Ray einfach alles nachzumachen. Gemeinsam tauchten sie ins Blau hinab, begleitet von einigen Sonnenstrahlen, die im Spiel mit den Wellen feine Muster über den Meeresboden gleiten ließen. Still war es hier unten, aber nicht so still, wie Tamaki erwartet hatte. Das Wasser und die aufsteigenden Luftblasen sorgten für einige Geräusche, andere wiederum waren gar nicht zuzuordnen. Zumindest nicht für jemanden, der gerade zum ersten Mal tauchte. Tamaki hätte aus reiner Neugier noch eine Weile schwerelos durch das Wasser gleiten können, aber sie hatten ein Ziel und das war nicht weniger faszinierend. Ungestört von Haien und anderen Gefahren erreichten sie die Höhle unter dem Meer. Und die war erstmal eines: ziemlich finster. Doch ein schwacher, grünlicher Schein durchbrach das Dunkel. „Was leuchtet denn da so?“, wisperte Tamaki, der inzwischen aus anderen, viel handfesteren Gründen atemlos war. Sein Flüstern hallte von den kahlen Felswänden wider. Nachdem sie den Meerwasser“teich“ verlassen hatten, konnten sie sich auch des schwereren Teils der Taucherausrüstung entledigen und ihn an geeigneter Stelle bis zu ihrer Rückkehr verstauen. Im Licht der Taschenlampen offenbarte sich erst die wahre Größe der Kaverne, die wohl nur der Anfang eines unterseeischen Komplexes war. Denn mehrere Gänge führten weiter ins Dunkel. „Wissen wir, welchen Gang wir nehmen müssen?“. Fasziniert strich Tamaki mit den Fingern über das leuchtende Moos. Ob es hier drin, etwas Sand gab, den er mitnehmen konnte? Oder vielleicht auf dem Rückweg ein bisschen vom Meeresgrund? „Oder sollen wir überall nachsehen?“. Vielleicht waren die Krebse nach den Ereignissen der ersten Mission umgezogen oder sie hatten sich weiter vermehrt und verteilt. Aber besser, sie fingen an dem Ort an, wo sie zuerst entdeckt worden waren.
 

Hayabusa Ray

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Solch einen angenehmen Start zu einer Mission bzw. einem Job hatte Ray schon etwas länger nicht erlebt. Gut, die Mission mit Kaya war auch ziemlich cool gewesen, vor allem, weil er sich mit seiner Verwandten echt gut verstand, aber da lag immer noch die Last der Verantwortung auf seinen Schultern. Dieser Job fühlte sich viel mehr wie ein Schulausflug an. Sightseeing einer unterirdischen Krabbenhöhle, fluoreszierende Pflanzen und Tauchgänge inklusive. Ohne die Stirnbänder hätte man die beiden Jungs vielleicht noch nicht einmal für Shinobi gehalten. So konnte das Auge einen eben doch täuschen. Bei diesem Gedanken taxierte der Rotschopf den kleinen Suzuya aus dem Augenwinkel. Kam er frisch von der Akademie? Und was waren eigentlich seine Fähigkeiten? Taijutsu wohl eher nicht, blieben als Ninjutsu und das dem Hayabusa nicht geheuere Genjutsu. Ob er sich wohl dem letzteren verschrieben hatte? Ein wenig Misstrauen blitzte in Rays Augen und für einen Moment überlegte er, ob vielleicht das gesamte Erscheinungsbild des Jungen eine Täuschung war. Vielleicht handelte es sich ja auch schon dabei um eine Illusion. Wie lange konnten die eigentlich aufrecht erhalten werden? Und wie funktionierte das überhaupt? Ray seufzte innerlich, er wusste eindeutig zu wenig über Genjutsu. Seine Antipathie diesem Gegenüber hatte ihn unaufmerksam werden lassen, wann immer die Lehrer auf der Akademie darüber sprachen und seit der Akademie hatte er noch nicht wirklich einen Shinobi getroffen, der sich damit auskannte.
"Vielleicht mach ich das mal." antwortete Ray auf die Frage von Tamaki. Normalerweise war er zwar nicht derjenige, der so viele Freunde hatte oder ständig jemanden besuchte, aber vielleicht fand er da ja ein wenig mehr über den kleinen Jungen heraus und wenn er tatsächlich ein Genjutsu-Spezialist war, dann musste er unter Umständen zwar sehr vorsichtig sein, konnte aber vielleicht sogar etwas lernen. Wenn man Illusionen und Täuschungen durchschauen wollte, dann musste man ja zumindest wissen, wie die funktionierten.

Aber zurück zum eigentlich geschehen, denn all diese Gedanken und Aussagen hatten sich noch auf dem Schiff abgespielt und mittlerweile waren Ray und Tamaki schon längst durch das wunderschöne Blau des Ozeans getaucht, mitten hinein in die Dunkelheit. Lediglich ein paar Fische hatten sie gesehen und glücklicherweise keine Haie, die es hier sehr wohl gab, wie der Rotschopf aus Erfahrung wusste.
"Das was da so leuchtet ist irgendeine Moosart, ziemlich cool oder? Ich war am überlegen mir beim letzten Mal etwas mitzunehmen, aber bin dann nicht dazu gekommen. Ist sowieso fraglich, ob es außerhalb der Höhle überleben würde." antwortete der Hayabusa, während sich seine Augen an die Dunkelheit gewöhnten. Zwar sah er weitaus schärfer und besser als andere Menschen, aber auf Dunkelheit reagierten die schwarz glänzenden Augen nicht anders, sodass sich erstmal die Pupille weiten musste, wobei letzteres aufgrund der schwarzen Pupille nicht zu erkennen war.
"Also wenn ich mich richtig erinnere, dann haben wir in dem Gang dahinten nichts außer einigen normalen Krabben gefunden." Wobei Ray mit einer Handbewegung auf den entsprechenden Gang deutete. "Ich glaube ich hab damals noch darüber nachgedacht, wie man wohl diese lustige Gangart von Krabben nennt. Wir sind glaube ich dazu gekommen, dass man es am besten als herumkrebsen bezeichnen könnte." erinnerte sich Ray mit einem Lächeln und zeigt dann auf den größten Gang in ihrer Mitte. "Und vor diesem Durchgang war damals ein gigantisch großer Stein, der ihn vollständig verdeckt hatte. Dann aber hat sich herausgestellt, dass der Stein eigentlich eine Krabbe war." Ray musste Grinsen bei dem Gedanken und fing an auf diesen Durchgang zu marschieren. "Diese Krabbe hat sozusagen als Türsteher fungiert." erzählte der junge weiter, während er Tamaki nun schnurstracks in die Höhle führte. Und wie beim ersten Mal eröffnete sich vor ihnen eine gigantische Unterwasserhöhle. Es wurde dabei immer heller, denn nur hier schien das grünleuchtende Moos zu wachsen, die die Höhle in ein mystisches Licht tauchte, sie dabei aber so stark erhellte, dass die Taschenlampen gar nicht nötig waren. Schon allein das Lichtspiel war faszinierend und ein wenig gruselig zugleich, aber das Highlight der Höhle waren die gigantischen Krabben, die langsam herumkrebsten und in verschiedenen Größen auftauchten. Da waren die kleinen Babykrabben, die dem Hayabusa gerade mal bis zur Hüfte reichten, die Jungtiere, die ungefähr seine Größe erreichten und dann die voll ausgewachsenen Tiere, die 2-3m hoch aufragten.

Als ob jemand einen Schalter umgelegt hätte, sprintete der Junge mit den Falkenaugen nun in einem Affenzahn in die Höhle hinein und für manche war er in diesem Moment nur noch eine verschwommene Bewegung. Im nächsten Augenblick schon stand der Junge auf dem Rücken von einer der Riesenkrabben, die sich von ihrem Besucher überhaupt nicht aus der Ruhe bringen ließ. Die Tiere kannten keine wirkliche Scheu, lebten sie schließlich ziemlich abgelegen hier und scheinbar waren die Wilderer vom letzten Mal nicht erneut in die Höhle vorgestoßen. "Siehst du Tamaki, die sind total friedlich." tönte es von oben und als ob sie es bestätigen wollte, klapperte die Krabbe mit ihren Scheren und schien sogar so etwas wie ein freundliches Gesicht zu machen, wenngleich das bei Krabben schwer zu sagen war. Vielleicht war es ja sogar eine der Krabben vom letzten Mal, die sich jetzt an den flinken, unberechenbaren Rotschopf erinnerte, der sie vor den anderen Zweibeinern gerettet hatte. Wobei es natürlich reine Spekulation war, ob die Krabben intelligent genug waren, um diese Zusammenhänge zu verstehen. "Und was sagst du Tamaki, sind die nicht cool?"
 
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„Total cool ist das ...“. Man konnte es kaum anders sagen: Tamaki war hin und weg – und dabei hatten sie noch nicht einmal die Scherenspitze einer Riesenkrabbe gesehen. Aber allein schon in einer Höhle irgendwo unter den Wellen zu sein, war aufregend und abenteuerlich und riss den Suzuya aus seiner inneren Monotonie. Rays energiegeladene Anwesenheit und das leuchtende Moos machten alles nur besser. „Fühlt sich an wie ein feiner Pelz.“, murmelte der kleine Junge, der sich gar nicht von dem Gewächs losreißen wollte. Da kam ihm aber ein plötzlicher Gedanke, der ihn die Hand zurückziehen und zu dem Hayabusa blicken ließ. „Oh, aber das ist nicht giftig, oder?“. Wäre nicht das erste Mal, dass er während eines Auftrags mit ungewöhnlichen Substanzen in Berührung kam, aber wenn Ray nicht zufällig auch Medic war, hätte er dieses Mal wohl ein ernstes Problem. Zu Tamakis Glück war das Moos jedoch mit großer Wahrscheinlichkeit vollkommen harmlos und so konnte die Erkundung der Höhle weitergehen. “Wir könnten ja dieses Mal versuchen, was mitzunehmen. Nicht viel. Nur um zu schauen, ob es überlebt.“. Oder irgendein botanisches Institut in Sora würde sich darüber freuen (und die Pflanze vermutlich auch länger am Leben halten).

Als Ray überlegte, wohin die verschiedenen Gänge führten, schaffte er es schon wieder, Tamaki zum Lachen zu bringen. Höchst ungewöhnlich, fiel auch dem Suzuya auf. Aber der wilde Rotschopf hatte etwa an sich, das ihn auf eine positive Weise aus der Reserve lockte. Vielleicht, weil er so unverstellt direkt und ehrlich war. Ein kleiner schmerzlicher Stich erinnerte Tamaki daran, dass er vorsichtig sein musste. Erst kürzlich hatte er erneut erfahren, wie sehr ein Mensch sich verstellen konnte. Ob Rays Aura ihm ebenfalls solche Untiefen offenbaren würde? Tamakis erster Impuls war ein Nein, aber selbst er als Genjutsuka war gegen Illusionen nicht gefeit. Er beschloss, diese hier zu behalten und verwarf den Gedanken, sich die Aura des Hayabusa doch einmal anzusehen. Er wollte die unbeschwerte Stimmung nicht durch Misstrauen ruinieren. “Ich kenn aus dem Sportunterricht an der Akademie noch diesen Krebsgang ... aber Herumkrebsen trifft’s wohl am besten.“, gab er zurück und lächelte sacht. Die Krabben stellten sich dabei auch wesentlich geschickter an als Tamakis früheres Selbst. Und vermutlich auch sein jetziges.

Schnell waren die trüben Gedanken von eben vergessen, als sie die Riesenhöhle mit den Riesenkrabben erreichten. Irgendwie schien hier alles größer zu sein als der Suzuya. Aber das machte es nur umso beeindruckender. „E-ein Türsteher?“. Das mit dem Stein und der Krabbe hatte Tamaki nicht ganz verstanden. Zu abgelenkt war er von dem Bild gewesen, das sich ihm bot. „Die sind ja echt so groß...“. Wäre es tatsächlich möglich gewesen, Bauklötze zu staunen – Tamaki hätte hier und heute alle künftigen Generationen Soragakures versorgt. Im fahlen Zwielicht gingen die Krabben ihrem gemächlichen Leben nach und scherten sich nicht weiter um die beiden Besucher. „Die kleinen da sind noch Babies?“. Wie groß waren die denn, wenn sie auf die Welt kamen? Und schlüpften die aus Eiern oder funktionierte das irgendwie anders? Der Suzuya musste feststellen, dass er genau gar nichts über Krabben wusste. Nicht einmal über die kleinen, die gelegentlich bei Getsurin zu sehen waren. Aber alle Fragen mussten warten, denn Ray flitzte wie ein Wilder los und sprang dem nächstbesten Riesenkrebs kurzerhand auf den Rücken. Tamaki begriff es erst so richtig, nachdem der Hayabusa längst auf dem Rücken des Tiers gelandet war. “Heh.“, entfuhr es dem kleinen Suzuya, halb lachend, halb noch immer staunend. “Das ist echt der Wahnsinn.“. Die Krabbe störte sich derweil nicht im Mindesten an ihrem lebhaften Passagier und nachdem alles friedlich blieb, wollte Tamaki natürlich auch eine Runde drehen. Mit ungewohntem Elan sah er sich nach der nächsten Riesenkrabbe um und fand eine, die in der Nähe der Höhlenwand hockte. “Ich hoffe, das klappt ...“, sagte er mehr zu sich selbst als zu Ray und stieg mithilfe von Kinobori den Fels hinauf. Als er ein kleines Stück oberhalb der Krabbe angekommen war, stieß er sich ab und landete etwas wackelig auf dem Panzer des Tiers. Er war nicht halb so schnell oder geschickt wie der Hayabusa, aber hey ... er war oben! Gleich darauf musste Tamaki um sein Gleichgewicht kämpfen, denn die Krabbe hatte die Bewegung auf ihrem Rücken wohl gespürt und schüttelte sich sacht. “Von hier oben können wir auch viel besser zählen!“, rief der Suzuya zu Ray hinüber, dessen Reittier sich ein kleines Stück wegbewegt hatte. Hm. Anweisungen konnte man den Krabben wohl nicht geben, aber es war auch so schon faszinierend genug. Tamaki atmete einmal tief durch, schmeckte die salzige Luft und spähte in das blassgrüne Leuchten, das sich irgendwo am anderen Ende dieser gigantischen Kaverne verlor. “Das sind so viele ... Hast du eine Idee, wie wir die auseinanderhalten sollten?“. Die Krabben hatten natürlich nicht die geringsten Absichten, sich brav in Reih und Glied zu stellen und durchzählen zu lassen. Und Genjutsu würden hier wohl weder funktionieren noch hätte Tamaki auch nur ansatzweise genügend Chakra gehabt, um alle Tiere zu bedienen. Wenn sie nur Farbe oder etwas anderes mitgenommen hätten, um die gezählten Krabben zu markieren. An Rays Horizont zeichnete sich derweil ein ganz anderes Problem ab. Seine Reitkrabbe hatte sich einer anderen genähert und begann ... zu ... tanzen? Ein paar Schritte nach links ... einige nach rechts, begleitet von imposantem Scherengeklapper. Da wollte offenbar jemand mächtig Eindruck schinden! Und so friedfertig die großen Tiere sonst auch waren – wenn es um die holde Weiblichkeit ging, verstanden selbst sie keinen Spaß. Eine dritte Krabbe näherte sich dem Tanz und auch sie schnappte mit den Scheren – allerdings deutlich drohend und Ray, der wohl für ein schmückendes Extra gehalten wurde, kamen die scharfen Werkzeuge dabei gefährlich nahe. “Oh Mann, pass auf!“, rief Tamaki erschrocken und sah zu, dass er von seiner Krabbe herunterkam. Denn die dachte natürlich nicht daran, sich in die Nähe der beiden kämpfenden Männchen zu begeben. Aber auch wenn Ray vermutlich auch ohne ihn zurechtkam, würde der Suzuya nicht einfach untätig danebenstehen. Wenn er nur mal gewusst hätte, was er tun sollte!
 

Hayabusa Ray

Genin
Beiträge
137
Alter
16
Größe
1,72m
Fraktion
Sora
Dorf
Sora
Steckbrief
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"Ich denke nicht. Aber vielleicht fangen deine Hände ja an zu leuchten. Und ja, wir sollten definitiv davon nachher etwas mitnehmen." meinte der Rotschopf auf die Frage von Tamaki bezüglich des Leuchtmoos. Die wahre Pracht des Mooses bekamen sie allerdings erst in der großen Krabbenhöhle zu sehen, wo es wirklich überall wuchs. Ob es in irgendeiner seltsamen Symbiose zu den Krabben stand? Ernährten sie sich vielleicht sogar davon? Immerhin gab es hier unten ja sonst nicht viel und irgendwie mussten sie ja so groß werden? All das waren Fragen, die den Hayabusa gerade eher wenig beschäftigten, denn in diesem Moment war er schon auf dem Rücken einer der gigantischen Krabben.

Von dort aus beobachtete er seinen Teamkollegen, wie er mit Hilfe des Kinobori den Fels hinaufstieg und sich von dort auf den Rücken einer der Krabben fallen ließ. Diese Krabben waren in dieser Hinsicht wirklich erstaunlich. Der Rücken fühlte sich zwar außerordentlich hart und robust an, war allerdings absolut trocken und strahlte sogar eine leichte gleichmäßige Wärme aus, was eigentlich doch ungewöhnlich für Wasserwesen sein sollte. So ganz genau konnte sich Ray keinen Reim machen, aber im Grunde war das ja auch nicht ihr Job, sie sollten ja nur schauen, ob alles in Ordnung war und nicht sämtliche Geheimnisse entschlüsseln, wenngleich seine Neugierde schon geweckt war. Wie so eine Krabbe wohl von unten aussah? Ob man da mehr über diese Wärme herausfinden konnte?
Jetzt ging es aber erstmal darum die Krabben zu zählen, kein Problem, denn immerhin sahen sie doch total unterschiedlich aus. Die Biegung des Rückens war bei jeder Krabbe etwas anders und auch die Anzahl und Art und Weise der Scharten auf ihren Scheren sorgte für ein individuelles Aussehen der Krabben, zumindest in den scharfen Augen des Hayabusas, der daher auch reichlich irritiert über die Frage seines Kollegen war. "Was meinst du damit? Die sehen doch alle total unterschiedlich aus. Die da hat zum Beispiel ganz viele Scharten an ihrer linken Schere, vielleicht eine Linkshänderin." sagte Ray und deutete auf die Krabbe zu Tamakis rechten. "Und die Krabbe, auf der du sitzt hat so einen komischen Knubbel über den Augen. Das hat auch keine andere." So zählte Ray noch bei drei weiteren Krabben ihre individuellen Äußerlichkeiten auf, alle ungefähr so auffällig, wie bestimmte Sommersprossenmuster, Schönheitsflecken oder Nasenmuster bei Menschen. Ein Nicht-Hayabusa konnte das zwar erkennen, allerdings war das deutlich schwieriger gerade bei den schlechten Lichtverhältnissen, die hier unten herrschten. Während Ray seinen Kollegen genau auf diese kleinen Auffälligkeiten aufmerksam machte, bemerkte er selbst nicht, wie sich seine Krabbe einer anderen näherte. Selbst das Scherengeklapper schien er nicht wirklich zu registrieren und so drehte er sich erst um, als er Tamakis erschrockenes "Pass auf!" hörte.

Jetzt drehte er sich um und sah, wie die Schere des anderen Männchens direkt auf ihn zusauste. Es war natürlich auch die Schere mit den ausgeprägteren Scharten. Ray wurde also gerade von der starken Hand - besser gesagt: starken Schere - attackiert. Instinktiv und blitzschnell formte Ray die benötigten Fingerzeichen und ließ einen Luftstoß (Fuuton: Hando) aus seinen Händen entweichen, der ihn gerade noch so aus der Gefahrenzone katapultiert. Haarscharf zischte die Schere an ihm vorbei und lediglich seine kurze Hose wurde in Mitleidenschaft gezogen. Hier zeigten sich wieder einmal die Nachteile seiner scharfen Sicht. Ray war so sehr an die überlegene Stärke seiner Augen gewohnt, dass es noch immer hin und wieder vorkam, dass Geräusche oder Bewegungen ausgeblendet wurden. Hätte ihn Tamaki nicht gewarnt, dann hätte es unter Umständen böse enden können. Allerdings war Ray auch ziemlich unbekümmert, sodass er nicht weiter darüber nachdachte, als er auf dem Boden landete, einigen anderen Krabben auswich und die kämpfenden Männchen, jetzt aus sicherer Entfernung, beobachtete. Allerdings war er doch ein klein bisschen ruhiger, als Tamaki zu ihm gelangte. "Danke Tamaki. Ich hab nicht registriert, dass die andere Krabbe es auf mich abgesehen hatte." meinte er zu dem kleinen mit dem braunen Haaren. "Die hat mich wohl für eine dritte Schere oder so gehalten." Schon grinste Ray wieder auf seine typische Art und im nächsten Moment war er wieder in die Luft gesprungen (Fuuton: Takatobi) und als ob die Luft Balken hätte, beförderte er sich mit einem weiteren Sprung auf den Rücken einer anderen Krabbe, die ihre Beine eingezogen hatte und auch von dem blinden Passagier nicht aus dem Mittagsschlaf geweckt wurde. "Wir sollten uns mal daran machen die Krabben zu zählen." ertönte es von oben. "Am besten zählst du einfach die kleinen, das sind nicht soo viele, und ich zähl die großen durch." schlug er vor und begann im nächsten Moment mit seinem Falkenblick die Umgebung zu analysieren, diesmal um einiges aufmerksamer gegenüber den Krabben. Die Krabbe, die er als Aussichtspunkt benutzte, war auch soweit an einer der Felswände, dass sich diesmal keine anderen Krabben von hinten nähern konnten.
 
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