Iwagakure Mittelschule

Dieses Thema im Forum "Wohnhöhlen" wurde erstellt von Meteki Pakura, 3. Juni 2018.

  1. Meteki Pakura

    Meteki Pakura Genin

    Beiträge:
    373
    Alter:
    15
    Größe:
    1,52
    Fraktion:
    Sora
    Dorf:
    Kiri
    Steckbrief:
    Link
    What happen until now~

    Was sollte man dazu sagen? Kokoro war scheinbar viel leichter zu motivieren, als Pakura gedacht hatte. Die Frage, ob diese immer so war konnte sie aber nur mit einem ratlosen Schulterzucken beantworten. Dafür kannte die Meteki ihre Kameradin noch zu wenig. Dies würde sich sicher noch im Laufe der Mission ändern. Nun galt es aber vorerst, den Ort des Geschehens zu infiltrieren. Die Schwarzhaarige schaute auf ihre Armbanduhr und stellte fest, dass es bereits kurz nach 14 Uhr war. „War zu dieser Zeit der Unterricht nicht bereits vorbei?“ sie war sich nicht sicher. Zuletzt hatte die Fünfzehnjährige vor beinahe fünf Jahren ein Schulgebäude besucht. Das war eine Sache, die ihre Eltern für sehr wichtig gehalten haben, obwohl es viele Ninja gab, die nie eine andere Schule besuchten, als die Ninja-Akademie. Das waren natürlich vor allem jene Shinobi, welche aus großen Klans stammten, deren Eltern es nicht für wichtig erachteten. Yumi, Pakuras Mutter, hatte damals gesagt: „Ich halte es für sehr wichtig, dass Du schon vor der Akademie lernst, mit anderen Gleichaltrigen umzugehen, rechnen, lesen und schreiben zu können. Wenn Du das bei Antritt der Akademie schon kannst, kannst Du dich dort besser auf die anderen Unterrichtseinheiten konzentrieren.“ Die Braunäugige hatte damals unsicher ihren Vater angeschaut und gefragt, ob er auch der Meinung war. Mit einem Blick in den Augen, der klar machen sollte, dass sie lieber nicht wollte. Der Kenjutsuka antwortete zuerst nur mit einem Schulterzucken, sagte dann aber: „Ich denke, schaden kann es nicht. Und es ist mit Sicherheit ein klügerer Weg, als sich gegen den Wunsch Deiner Mutter zu stellen.“

    Pakura versuchte, sich jede Abzweigung genau zu merken, nachdem sie und Kokoro dem Hausmeister in die Tunnelgewölbe Iwagakures gefolgt waren. Das erwies sich aber als viel schwerer, als sie es vorher gedacht hatte, da für das in Kirigakure aufgewachsene Mädchen jeder Tunnel exakt gleich aussah. Für die Meteki war nicht einmal auf den ersten Blick erkennbar, dass sie die Schule bereits betreten hatten, als sie quasi mitten in der Aula standen. Einem großen mehrstöckigen Hohlraum, von dem zahlreiche Tunnel in alle Richtungen abgingen. Aus einem davon kam auch gleich eine junge Frau angerannt und sprach den Hausmeister ungeniert an: „Da sind Sie ja endlich, Takumi-san. Als Sie wer weiß wo waren wurde die Mädchentoilette im ersten Stock verstopft, vor dem Klassenzimmer der 8c hat sich jemand übergeben und Glühbirne in der Deckenlampe vom Lehrerzimmer hat den Geist aufgegeben.“ Hatsu schlug sich mit der rechten Hand vor die Stirn und murmelte irgendwas Unverständliches vor sich hin, während sich die Unbekannte an die beiden Mädchen wandte: „Und ihr? Was macht ihr hier? Solltet ihr nicht schon lauf dem Weg nach Hause sein? Wer seid ihr überhaupt? Ich habe euch hier noch nie geseh...“ doch da mischte sich der Auftraggeber auch schon ein: „Diese beiden jungen Damen machen diese Woche ein Praktikum bei mir, Yuko-chan. Das hier ist Meteki Pakura und die andere ist Tetsuya Kokoro.“ Beim Reden wies er Mann auf jedes der Mädchen und machte dann Anstalten, die Frau vorzustellen: „Dieses junge Ding hier ist Hamamura Yoko. Sie unterrichtet Erdkunde und ist die Tutorin des 10. Jahrganges.“ Diese beachtete die vermeintlichen Praktikanten nicht weiter und schalt den deutlich älteren Mann: „Nun hören Sie mal! Sie können mich doch nicht einfach so vertraut anreden, auch wenn sie hier schon Hausmeister waren, als ich selbst noch Schülern war...“

    Kurze Zeit später fanden sich der Auftraggeber und seine beiden angeblichen Schützlinge bei einem an der Aula gelegenen Vorratsraum, aus welchem er zwei Wagen mit Putzutensilien sowie einen Pömpel zog. „Also Mädchen, wir müssen uns aufteilen, wenn wir schnell genug fertig werden wollen, dass ich euch heute noch herumführen kann. Ich selbst werde mich um die Glühbirne im Lehrerzimmer kümmern, weil das am ehesten ein fachkundiges Händchen erfordert. Du, Kokoro-san, versuchst, die Toilette zu reparieren und zu säubern. Wenn ich die Glühbirne gewechselt habe, werde ich zu dir kommen und helfen. Pakura-san, Du reinigst den Flur vom Erbrochenen.“ Im Folgenden erklärte er den Kirinin noch den Weg zu ihren Einsatzorten und die Drei teilten sich auf.
     
  2. Tetsuya Kokoro

    Tetsuya Kokoro Genin

    Beiträge:
    1.283
    Alter:
    15 Jahre
    Größe:
    1,72m
    Fraktion:
    Sora
    Dorf:
    Kiri
    Steckbrief:
    Link
    Fröhlich pfeifend folgte Kokoro ihrer Kollegin und dem ewigen Hausmeister durch die Gänge zur Schule. Im Gegensatz zu Pakura rührte ihre Freude an dieser Mission aus einer anderen Richtung. Die schusselige Tetsuya hatte die Angewohnheit zwischendurch das ein oder andere Mal schon zu vergessen, dass sie eine Kunoichi war. Auch manch ein Auftragsdetail verlor die Genin schnell mal aus den Augen, was ihren Vater schon oft zum Kopfschütteln gebracht hatte. Was soll man da schon machen? Kokoro hatte sich gerade so auf ihren Job als Hausmeisterjünglich eingeschossen, dass sie den Spuk und alles drum herum völlig ausgeblendet hatte. Dementsprechend unaufmerksam war die Rothaarige, als sie durch die Gänge wanderten. Dass Pakura sich also gerade für zwei Köpfe anstrengen müsste, hatte sie hoffentlich schon bemerkt? Die Tetsuya jedenfalls bewegte sich in einem fröhlich hopsenden Gang durch die Gegend, während der alte Hausmeister sie des Öfteren ermahnen musste nicht so laut zu werden. Auch das blieb nicht sonderlich lange in dem Oberstübchen der hübschen Rothaarigen hängen. Ihre Konzentration lag anderswo. Hausmeister... Der Meister der Häuser! Was man als solcher wohl tat? Eigentlich hatte sie absolut keinen Schimmer...
    Als die Dreiertruppe also im Schulgebäude ankam, war Kokoro hin und weg. Sie war zwar an der Akademie gewesen, war aber da mehr oder weniger nur körperlich anwesend gewesen. Sie hatten mehr die anderen Kinder und das Nahkampftraining interessiert. Wegen allem anderen hatte ihr Vater so manch ein graues Haar dazubekommen, weil sie junge Dame nicht sonderlich gut darin war sich auf Unterricht zu konzentrieren. Sie bekam professionelle Nachhilfe, aber ein Schmetterling am Fenster genügte, um ihre ungeteilte Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und alles, was wirklich wichtig war, aus dem Auge zu verlieren. Kein Wunder also, dass ihr Vater so große Sorge hatte sie auf eine Mission zu schicken. Aber was konnte bei einer Spukschule schon groß passieren? Kaum waren sie am Ort des Geschehens angekommen, stürmte eine junge Frau auf sie zu und begann panisch einen Wasserfall an Informationen auf die drei zu erbrechen ... Naja. Das Erbrochene schien jedenfalls woanders zu sein. Mitten im Gespräch schaltete Kokoro wieder ab und schaute sich in der Aula um. So viele Plätze. Wie viele Schüler es hier wohl gab? Kaum hatte der Hausmeister sie vorgestellt, schon war ihr Name wieder vergessen. Yuko? Fuko? Hoko? Ah nein, Yoko! Kokoko nickte, als hätte sie die ganze Zeit aufmerksam vorgestellt und trat mit: „Freut mich dich kennenzulernen, Yoko-san!“ der ohnehin genervten Frau noch einmal kräftig auf die Füße. Natürlich vergaß ein verwöhnt adliges Kind wie Kokoro oft, dass auch sie anderen Menschen ein klein wenig Respekt und Höflichkeit entgegenbringen musste. Aber das konnte man ihr so oft einbläuen, wie man nur wollte. Während die Frau krampfhaft versuchte ihr klarzumachen, dass sie noch viel zu jung war eine Frau ihres Alters zu duzen, fing Kokoro schon wieder an zu pfeifen, weil ihre Gedanken in eine andre Richtung abdrifteten. Immerhin war sie hier im Praktikum zur Hausmeisterin! Was hatte eine lächerliche Lehrkraft ihr schon zu sagen! Sie echauffierte sich noch einen Moment, bevor sie davonbrauste, weil sie sich offenbar für wichtig hielt, während der ältere Herr Kokoro nun tatsächlich mal ein Lächeln zuwarf. Ihre kindlich anstrengende Art konnte manchmal doch ein Segen sein...
    In dem Vorratsraum angekommen, begutachtete die Kunoichi neugierig die darin befindlichen Utensilien. Was genau hatte ein Meister der Häuser damit zu schaffen? Noch immer hatte Kokoro keinen Schimmer worum es hier eigentlich ging und fragte sich was er mit dem Wischmop wollte, den er Pakura kurzerhand zuwarf. Als er dann den Pömpel zog und ihn der Rothaarigen vor die Nase hielt, blickte diese ihn nur an wie ein Fragezeichen. Was war das? Und was machte man damit? Sie nahm es entgegen und musterte es stutzig. Während der Mann nur seufzend den Kopf schüttelte, wandte er sich eher Pakura zu, als er die allgemeine Situation erklärte. Kurz darauf packte er Kokoro an den Schultern und blickte ihr ernst in die Augen. „Du kriegst das hin mit der Toilette, stimmts?“ Ja, ehrlich gesagt war Kokoro sich da genauso unsicher wie er. Aber sie war eine Kunoichi! Papa sagte, dass man dem Volk immer Mutmachen musste! Also sollte sie ihre Schwäche hier nicht zugeben. „Selbstverständlich! Meine leichteste Übung! ... Wo nochmal?“

    Da stand sie nun also. In der Mädchentoilette im ersten Stockwerk. Hier hatte sie der Hausmeister mit dem Pömpel in der Hand stehengelassen und ihr versichert, dass er wieder zu ihr stoßen würde, wenn er mit der Glühbirne fertig war. Nun konnte es also losgehen! Ihre erste Arbeit als Praktikantin des Meisters der Häuser! Kokoro wusste nicht so recht was dieses Ding in der Hand war. Woher auch? Die Kunoichi hatte in ihrem Leben nur im Dojo den Boden schrubben dürfen und das auch nur als eine Art Training. Das Anwesen der Tetsuya wurde in sehr regelmäßigen Abständen von einer Haushälterin gereinigt. Sie war eine ältere, sehr freundliche Dame, die das mit dem Putzen so gut draufhatte, dass man locker glauben könnte, sie hätte in ihrem Leben nie etwas anderes getan! Deshalb hatte sie sich nie groß mit solchen Dingen befassen müssen. Das adlige Gör stand nun also vor dieser Toilette und blickte diese mehrfach blinzelnd an. So richtig konnte sie ihren Augen nicht trauen. Was sollte sie hier machen? Der ganze Raum war mit einem unangenehmen Uringeruch gefüllt, weshalb der Hausmeister ihr freundlicherweise das Fenster geöffnet hatte, während ihrer Arbeit. Was hatte man als Meister des Hauses denn damit zu schaffen?
    Vor ihren Augen stand eine Kloschüssel, gefüllt mit undefinierbaren Flüssigkeiten und voll bis zum Klobrillenrand. Wenn man sich darauf niederlassen würde, hätte man einen nassen A... Wie dem auch sei! So schwer konnte das ja gar nicht werden! Seufzend krempelte Kokoro die Ärmel nach oben und hob den Pömpel heroisch in die Lüfte, während sie ihre andere Hand in die Hüfte stemmte! ... Passiert nichts. Okay. Ein Szepter war es also nicht. Irgendwie war das ihre erste Vermutung gewesen. Als Meister des Hauses konnte man sicher ein Szepter haben! Aber nein... Eventuell... Schwungvoll dirigierte sie den Pömpel magisch durch die Lüfte und zielte auf die Schüssel! Doch auch da tat sich nichts... Also auch kein Zauberstab... Die einzig logische Vorgehensweise, die übrig blieb war... Das... muss... da... rein? Ekelhaft! Sofort zog sich das Gesicht der Kunoichi zu einer angewiderten Grimasse zusammen. Das konnte doch nicht sein ernst sein! Das war es was ein Hausmeister machte! Wer wollte das schon freiwillig machen?! So ein Scheiß! Fluchend machte sie sich an die Arbeit, während sie sich erinnerte, dass Pakura die ehrenhafte Aufgabe hatte Erbrochenes aufzuwischen. Das war also die Aufgabe eines Hausmeisters... Ekelhafte Körperflüssigkeiten entfernen... Ne. Das würde sie nicht wieder machen!

    Als sie es endlich hinter sich gebracht hatte, spülte sie das Klo einmal, um sicherzugehen, dass alles wieder einwandfrei funktionierte. Kaum floss das klare Wasser hinab ins Loch, entwich ihr ein erleichtertes Seufzen. Das war der Gipfel der Ekelhaftigkeit! Doch genug davon. Sichtlich angefressen, warf sie den Pömpel in den Papierkorb neben dem Waschbecken. Nie. Nie. NIE wieder, würde sie das Ding anfassen! Kaum war das getan, wandte sie sich dem Waschbecken zu und begann sich die Hände, Arme und alles, was nur ansatzweise mit irgendwelchen Toilettenkeimen in Kontakt hatte kommen können, gründlich mit Seife zu waschen. Eine halbe Ladung aus dem Seifenspender und eine Seifenschaumparty später, fühlte sie sich endlich wieder ansatzweise sauber... Sie krempelte die Ärmel ihrer Kleidung wieder herunter und beschloss das einfach hinter sich zu lassen. Das würde ihr der Hausmeister auf alle Fälle büßen! Seufzend warf sie dem Pömpel erneut einen bösen Blick und und wandte sich dann ihrem Spiegelbild zu. Gerade als sie dies tat, begann das Licht im Badezimmer zu flackern. Während es erloschen war, fühlte Kokoro ein unangenehmes Gefühl auf ihrer Schulter. Es jagte ihre einen eiskalten Schauer den Rücken hinab... Kaum war das Licht wieder an, blickte sie sich selbst im Spiegel an... und konnte kaum fassen, was sie da sah! Erschrocken blickte sie zitternd auf ihre Schulter, auf der sich eine nasse Hand abzeichnete. Was? Wo kam die her? Panisch wandte sie sich um, stieß die Türen der Toilettenställe auf und suchte nach dem Übeltäter. Da war niemand! Mit einem lauten Knall schlug das Fenster neben ihr zu. Sie machte einige Schritte zurück zur Tür... Als sie eine leises Kichern vernahm. Okay. Das wars! Mit einem kräftigen Schlag stieß Kokoro die Tür zur Mädchentoilette auf und rannte davon. War ihr doch egal was das für ein Scheiß war! Damit wollte sie nichts zu tun haben!

    Wo war Pakura noch mal? 8c! Nervös rannte sie die Treppen hinauf, wo sie schon aus der Ferne mit den Armen rudernd ihre Kollegin mit dem Mop in der Hand auf sich aufmerksam machte. „S-S-Sieh mal! Da war ein komisches Geräusch im Bad! Und etwas hat mich ange... fasst?“, platze sie direkt heraus und deutete auf ihre Schulter. Doch dort war nichts zu sehen. „Was zur Hölle? Ich schwöre! Das Licht war aus! Und dann war da eine Hand! Und das Fenster ging zu und...“, papperte sie nervös weiter, während sie links, rechts, rundherum an ihrer Kleidung zog und nach der Hand suchte. Sie war weg! Wie konnte das sein? Sie blickte ihre Kollegin eindringlich an. Pakura musste ihr einfach glauben! In dem Moment hörte sie Schritte auf der Treppe hinter sich, die von dem alten Hausmeister stammten, der mit wütendem Gesicht auf sie zukam. In der rechten Hand hielt er den dreckigen Pömpel aus dem Papierkorb und blickte sie mahnend an. „Was machst du denn hier? Und warum schmeißt du mein Werkzeug in den Eimer?!“, fuhr er die Rothaarige an, die sich verzweifelt an ihre Kollegin wandte. Oh nein... Sie hatte sich solche Mühe mit dieser Ekelaufgabe gegeben und nun bekam sie auch noch Ärger dafür? So ein Blödmann! Er hatte ihr doch vorgemacht, dass man ein Hausmeister war! Eine obere, coole Position und nicht eine Putze und ein Handwerker! Wie unfair!
     
    Meteki Pakura gefällt das.
  3. Meteki Pakura

    Meteki Pakura Genin

    Beiträge:
    373
    Alter:
    15
    Größe:
    1,52
    Fraktion:
    Sora
    Dorf:
    Kiri
    Steckbrief:
    Link
    Kaum war Pakura mitsamt ihren Putzutensilien um die erste Ecke gebogen veränderte sich ihr Gesichtsausdruck vom konzentrierten Pokerface zu eindeutigem Missfallen. „Wie kann man so dreist sein, es zum Kotzen nicht aufs Klo zu schaffen und die Sauerei dann nicht einmal selbst wegmachen? Schweinerei!“ Gut, es kann ja sein, dass es einen so plötzlich überkommt, dass man es nicht mehr auf die Toilette schafft. Aber dass man dann einfach weiter geht, ohne wenigstens so höflich zu sein, das Zeug selbst aufzuwischen... derartiges Verhalten versuchte die Meteki gar nicht erst, zu tolerieren. Kaum war sie auch nur in die Nähe des besagten Ganges gekommen, da konnte die Fünfzehnjährige quasi die Augen schließen und sagen: „Immer der Nase nach.“ denn eins war klar. Eingetrocknetes Erbrochenes stinkt zum Himmel. Es hätte wahrscheinlich keinen großen Sinn gemacht, den eigenen Mageninhalt auch noch dort zu lassen, wie es das Mädchen zuerst beinahe getan hätte. Ihre Nase war doch dummerweise viel zu sensibel und ihre Geruchstoleranz umso niedriger. Mit ein Wenig Mühe gelang es ihr aber, den Würgereiz zu unterdrücken und ihr Bandana umzubinden, um wenigstens ein klein wenig des widerlichen Geruchs zu filtern.

    Es dauerte beinahe eine halbe Stunde, aber Pakura schaffte es, mit einem Eimer Wasser sowie einem Wischmopp bewaffnet, die Sauerei vor dem Klassenzimmer der 8c zu beseitigen und nicht noch selbst welche zu veranstalten. Zufrieden griff die Meteki sich ihre Utensilien und wollte gerade zum Waschbecken der besagten Klasse gehen, als sie ein eigenartiges Geräusch vernahm. Es klang beinahe, wie das Lachen von Kindern. Eigentlich schon eigenartig genug. Welches Kind lacht denn schon in einer Schule? Beim genaueren Nachdenken fiel der Fünfzehnjährigen aber ein, dass die Schule bereits geschlossen war. Hamamura-san hatte ja schon bei ihr und Kokoro misstrauisch geschaut, weil sie nach Schulschluss noch im Gebäude waren. Daher beschloss sie, dem nachzugehen. Noch bevor die Schwarzhaarige aber auch mehr als ein halbes Dutzend Schritte setzen konnte, gab auch schon Kokoro um eine Ecke geflitzt und faselte irgendwas von einer Lampe und einem Fenster und davon, dass sie irgendwas angefasst hätte. Ein Hauch Misstrauen huschte in das Gesicht der Braunäugigen bevor ihr wieder einfiel, dass sie ja selbst etwas gehört habe. Aber auch bevor sie von ihren Wahrnehmungen berichten konnte kam der Hausmeister die nächstgelegene Treppe hochgestapft, mit etwas in der Hand, was entfernt an den Pümpel erinnerte, welchen die Rothaarige auf zu ihrer Aufgabe mitgenommen hatte. Den Ausbruch von Takumi-san bekam die Kunoichi aber nur noch so am Rande mit. Immerhin ging es ja nicht darum, dass sie irgendwas falsch gemacht habe, oder so. Sie wandte sich wieder der Richtung zu, in welcher sie das Kinderlachen gehört hatte. Schon wenige Augenblicke später kam sie am Ende des Ganges an. Gleich hinter der nächsten Ecke gab es nur noch eine leere Sackgasse. Keine Schränke oder Türen. Rein gar nichts befand sich in dieser Abzweigung. Die Iryōnin ging noch ein paar Schritte weiter in den Gang hinein und trat auf etwas, was wie ein kleiner Stein aussah. „Nichts Ungewöhnliches.“ Sie warf das Steinchen achtlos in die nächste Ecke, ging zurück zu den beiden anderen und fragte den Hausmeister: „Takumi-san, warum ist da ein Gang, der nirgendwo hinführt?“ woraufhin der Mann antwortete in die Richtung schaute und antwortete: „Mir wurde gesagt, dass dort später wohl nochmal angebaut werden sollte. Das war aber vor Jahren und ich habe gehört, dass in der Richtung wohl mittlerweile andere Höhlen gehauen wurden. Wird also nichts mehr draus, wenn ihr mich fragt.“ Die Ninjutsuka wollte gerade sagen, dass sie dort hinten Kinder gehört habe, brach den Gedanken aber wieder ab, weil sie es sich sicher nur eingebildet hat. „Wie dem auch sei, ich zeig euch mal die Orte, wo eingebrochen wurde. Folgt mir.“
     
  4. Tetsuya Kokoro

    Tetsuya Kokoro Genin

    Beiträge:
    1.283
    Alter:
    15 Jahre
    Größe:
    1,72m
    Fraktion:
    Sora
    Dorf:
    Kiri
    Steckbrief:
    Link
    Noch immer pochte Kokoros Herz so stark, dass sie es bis in den Kopf schlagen hören konnte. Ein naives, leichtgläubiges Mädchen wie sie war leicht mit allerlei Tricks reinzulegen. Schon bei so mancher Zaubershow war die Kunoichi aus den Latschen gekippt und bei Gruselgeschichten lag sie oftmals nächtelang wach. Ihr Vater hatte sich stets köstlich über ihre Naivität amüsiert, doch egal wie sehr er sich anstrengte ihr zu zeigen, dass dies alles irreale Dinge waren, hatte sie einen Hang dazu an solche Dinge zu glauben. Also auch an Geister! Natürlich. Wenn man sie fragen würde, behauptete sie mit vor Stolz geschwollener Brust, dass sie nie im Leben an solchen Unsinn glauben würde. Selbst Babys wüssten doch, dass es keine Geister gab! Doch jetzt gerade sah man dem leichenblassen Gesicht der hektisch atmenden Rothaarigen an, dass dies nur Schauspielerei war. Sie hatte ordentlich die Hosen voll und war froh nun nicht mehr allein zu sein. Im Leben würde sie hier nirgendwo mehr allein hingehen! Das konnte Pakura vergessen!
    Kurz nachdem sie ihre Panik erklärt hatte und in das rätselnde Gesicht ihrer Kollegin blickte, kam der grimmige Hausmeister die Treppenstufen heraufgestapft und begann schnurstracks mit dem verstörten Rotschopf zu schimpfen. Er wedelte zornig mit dem Pömpel herum und mahnte Kokoro einen solchen Anfängerfehler ja nicht zu wiederholen. Während sie sich stumm nickend seine Standpauke anhörte, sackten ihre Schultern enttäuscht ein. Oh man. Sie hatte sich doch so viel Mühe geben! Nachdem er einige Mal wiederholte was sie alles falsch gemacht hatte, und das war offenbar einiges, schraubte sich der Hausmeister immer weiter hoch und meckerte über die Jugend von heute. Sie würde hier rumschreien, im Flur rennen, sein Werkzeug wegwerfen… Als wüsste sie sein Angebot nicht zu schätzen! Doch dann legte er ihr die Hand auf die Schulter und lächelte wieder. „Aber das Klo ist wieder tiptop. Gut gemacht, Kleines.“ Hä? Kokoro sah den Mann nun an als hätten sie alle Geister verlassen. Schlagartig war all die Rüge vergessen und sie strahlte wieder. Freudig bedankte sie sich und versprach weiterhin ihr Bestes zu geben. Dass er darum bat es das nächste Mal weniger dramatisch zu beenden, hörte sie schon gar nicht mehr. Stattdessen hielt sie Ausschau nach Pakura. Wo war die denn hin?
    Diese kehrte gerade offenbar von einer kleinen Erkundungstour zurück und stellte dem Hausmeister einige Fragen, welche der Rotschopf aufsaugte wie ein Schwamm. Das war wahrhaft ein eigenartiger Gang… Der führte ins Nichts? Dass es dort Pläne für einen Anbau gab, die verworfen worden waren, machte die Geschichte noch ein Stück weit eigenartiger. Kokoro dachte einen Moment darüber nach, verwarf es dann aber ähnlich schnell wie der Hausmeister, da sie keine Verbindung zwischen diesem Gang und der Situation herstellen konnte. Da fehlte eventuell noch ein wichtiges Puzzleteil. Stattdessen forderte der grimmige Mann, den die Tetsuya so langsam richtig liebgewann, die beiden Mädchen dazu auf ihm zu folgen, um ihnen zu zeigen wo die Einbrüche stattgefunden hatten. Zustimmend nickend folgten die Damen ihm im Gleichschritt und gingen einige Stufen nach oben, in die oberste Etage. Dort spürte Kokoro einen eisig kalten Windhauch in ihrem Nacken. Sofort schüttelte sie sich und blickte sich nervös um. Was war das? Weit und breit schienen alle Fenster und Türen verschlossen und hier oben war nicht wirklich viel Betrieb, wie der Hausmeister verlauten ließ. Wie brach man überhaupt in ein so hoch gelegenes Stockwerk ein? Offenbar standen die Mädchen noch ganz am Anfang ihrer Informationssammlung… Wenig später führte der Mann sie in eine riesige Abstellkammer, in der alle Fenster eingeschlagen waren. Wie war das möglich? Man sah, dass der Hausmeister sie schon mehrfach notdürftig zugeklebt hatte, doch immer wieder waren neue Löcher eingerissen worden. Links und rechts waren alle Möbelstücke und Schränke nicht nur leergefegt, sondern auch teilweise umgeworfen. Schmierereien zierten die Wände, doch es waren unverständliche Worte die keinen Sinn machten. Seufzend zog der Mann eine Rolle Folie und Klebeband hervor. Er drückte Kokoro das Band in die Hand und forderte sie auf ihm zu folgen. „Mehrmals täglich bin ich hier und immer wieder randaliert hier jemand… Sogar am Wochenende! Man hört und sieht aber keinen… Ich bin ratlos…“, murmelte er entnervt und rollte die Folie über den bisher angebrachten Schutz, bevor er Kokoro aufforderte es festzukleben. Vielleicht konnten sie ja einige Spuren finden in diesem Chaos? Irgendwie fühlte sich die Kunoichi hier so richtig unwohl… Warum war ihr aber noch nicht ganz klar.