Iwagakure Mittelschule

Dieses Thema im Forum "Wohnhöhlen" wurde erstellt von Meteki Pakura, 3. Juni 2018.

  1. Meteki Pakura

    Meteki Pakura Genin

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    What happen until now~

    Was sollte man dazu sagen? Kokoro war scheinbar viel leichter zu motivieren, als Pakura gedacht hatte. Die Frage, ob diese immer so war konnte sie aber nur mit einem ratlosen Schulterzucken beantworten. Dafür kannte die Meteki ihre Kameradin noch zu wenig. Dies würde sich sicher noch im Laufe der Mission ändern. Nun galt es aber vorerst, den Ort des Geschehens zu infiltrieren. Die Schwarzhaarige schaute auf ihre Armbanduhr und stellte fest, dass es bereits kurz nach 14 Uhr war. „War zu dieser Zeit der Unterricht nicht bereits vorbei?“ sie war sich nicht sicher. Zuletzt hatte die Fünfzehnjährige vor beinahe fünf Jahren ein Schulgebäude besucht. Das war eine Sache, die ihre Eltern für sehr wichtig gehalten haben, obwohl es viele Ninja gab, die nie eine andere Schule besuchten, als die Ninja-Akademie. Das waren natürlich vor allem jene Shinobi, welche aus großen Klans stammten, deren Eltern es nicht für wichtig erachteten. Yumi, Pakuras Mutter, hatte damals gesagt: „Ich halte es für sehr wichtig, dass Du schon vor der Akademie lernst, mit anderen Gleichaltrigen umzugehen, rechnen, lesen und schreiben zu können. Wenn Du das bei Antritt der Akademie schon kannst, kannst Du dich dort besser auf die anderen Unterrichtseinheiten konzentrieren.“ Die Braunäugige hatte damals unsicher ihren Vater angeschaut und gefragt, ob er auch der Meinung war. Mit einem Blick in den Augen, der klar machen sollte, dass sie lieber nicht wollte. Der Kenjutsuka antwortete zuerst nur mit einem Schulterzucken, sagte dann aber: „Ich denke, schaden kann es nicht. Und es ist mit Sicherheit ein klügerer Weg, als sich gegen den Wunsch Deiner Mutter zu stellen.“

    Pakura versuchte, sich jede Abzweigung genau zu merken, nachdem sie und Kokoro dem Hausmeister in die Tunnelgewölbe Iwagakures gefolgt waren. Das erwies sich aber als viel schwerer, als sie es vorher gedacht hatte, da für das in Kirigakure aufgewachsene Mädchen jeder Tunnel exakt gleich aussah. Für die Meteki war nicht einmal auf den ersten Blick erkennbar, dass sie die Schule bereits betreten hatten, als sie quasi mitten in der Aula standen. Einem großen mehrstöckigen Hohlraum, von dem zahlreiche Tunnel in alle Richtungen abgingen. Aus einem davon kam auch gleich eine junge Frau angerannt und sprach den Hausmeister ungeniert an: „Da sind Sie ja endlich, Takumi-san. Als Sie wer weiß wo waren wurde die Mädchentoilette im ersten Stock verstopft, vor dem Klassenzimmer der 8c hat sich jemand übergeben und Glühbirne in der Deckenlampe vom Lehrerzimmer hat den Geist aufgegeben.“ Hatsu schlug sich mit der rechten Hand vor die Stirn und murmelte irgendwas Unverständliches vor sich hin, während sich die Unbekannte an die beiden Mädchen wandte: „Und ihr? Was macht ihr hier? Solltet ihr nicht schon lauf dem Weg nach Hause sein? Wer seid ihr überhaupt? Ich habe euch hier noch nie geseh...“ doch da mischte sich der Auftraggeber auch schon ein: „Diese beiden jungen Damen machen diese Woche ein Praktikum bei mir, Yuko-chan. Das hier ist Meteki Pakura und die andere ist Tetsuya Kokoro.“ Beim Reden wies er Mann auf jedes der Mädchen und machte dann Anstalten, die Frau vorzustellen: „Dieses junge Ding hier ist Hamamura Yoko. Sie unterrichtet Erdkunde und ist die Tutorin des 10. Jahrganges.“ Diese beachtete die vermeintlichen Praktikanten nicht weiter und schalt den deutlich älteren Mann: „Nun hören Sie mal! Sie können mich doch nicht einfach so vertraut anreden, auch wenn sie hier schon Hausmeister waren, als ich selbst noch Schülern war...“

    Kurze Zeit später fanden sich der Auftraggeber und seine beiden angeblichen Schützlinge bei einem an der Aula gelegenen Vorratsraum, aus welchem er zwei Wagen mit Putzutensilien sowie einen Pömpel zog. „Also Mädchen, wir müssen uns aufteilen, wenn wir schnell genug fertig werden wollen, dass ich euch heute noch herumführen kann. Ich selbst werde mich um die Glühbirne im Lehrerzimmer kümmern, weil das am ehesten ein fachkundiges Händchen erfordert. Du, Kokoro-san, versuchst, die Toilette zu reparieren und zu säubern. Wenn ich die Glühbirne gewechselt habe, werde ich zu dir kommen und helfen. Pakura-san, Du reinigst den Flur vom Erbrochenen.“ Im Folgenden erklärte er den Kirinin noch den Weg zu ihren Einsatzorten und die Drei teilten sich auf.
     
  2. Tetsuya Kokoro

    Tetsuya Kokoro Genin

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    Fröhlich pfeifend folgte Kokoro ihrer Kollegin und dem ewigen Hausmeister durch die Gänge zur Schule. Im Gegensatz zu Pakura rührte ihre Freude an dieser Mission aus einer anderen Richtung. Die schusselige Tetsuya hatte die Angewohnheit zwischendurch das ein oder andere Mal schon zu vergessen, dass sie eine Kunoichi war. Auch manch ein Auftragsdetail verlor die Genin schnell mal aus den Augen, was ihren Vater schon oft zum Kopfschütteln gebracht hatte. Was soll man da schon machen? Kokoro hatte sich gerade so auf ihren Job als Hausmeisterjünglich eingeschossen, dass sie den Spuk und alles drum herum völlig ausgeblendet hatte. Dementsprechend unaufmerksam war die Rothaarige, als sie durch die Gänge wanderten. Dass Pakura sich also gerade für zwei Köpfe anstrengen müsste, hatte sie hoffentlich schon bemerkt? Die Tetsuya jedenfalls bewegte sich in einem fröhlich hopsenden Gang durch die Gegend, während der alte Hausmeister sie des Öfteren ermahnen musste nicht so laut zu werden. Auch das blieb nicht sonderlich lange in dem Oberstübchen der hübschen Rothaarigen hängen. Ihre Konzentration lag anderswo. Hausmeister... Der Meister der Häuser! Was man als solcher wohl tat? Eigentlich hatte sie absolut keinen Schimmer...
    Als die Dreiertruppe also im Schulgebäude ankam, war Kokoro hin und weg. Sie war zwar an der Akademie gewesen, war aber da mehr oder weniger nur körperlich anwesend gewesen. Sie hatten mehr die anderen Kinder und das Nahkampftraining interessiert. Wegen allem anderen hatte ihr Vater so manch ein graues Haar dazubekommen, weil sie junge Dame nicht sonderlich gut darin war sich auf Unterricht zu konzentrieren. Sie bekam professionelle Nachhilfe, aber ein Schmetterling am Fenster genügte, um ihre ungeteilte Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und alles, was wirklich wichtig war, aus dem Auge zu verlieren. Kein Wunder also, dass ihr Vater so große Sorge hatte sie auf eine Mission zu schicken. Aber was konnte bei einer Spukschule schon groß passieren? Kaum waren sie am Ort des Geschehens angekommen, stürmte eine junge Frau auf sie zu und begann panisch einen Wasserfall an Informationen auf die drei zu erbrechen ... Naja. Das Erbrochene schien jedenfalls woanders zu sein. Mitten im Gespräch schaltete Kokoro wieder ab und schaute sich in der Aula um. So viele Plätze. Wie viele Schüler es hier wohl gab? Kaum hatte der Hausmeister sie vorgestellt, schon war ihr Name wieder vergessen. Yuko? Fuko? Hoko? Ah nein, Yoko! Kokoko nickte, als hätte sie die ganze Zeit aufmerksam vorgestellt und trat mit: „Freut mich dich kennenzulernen, Yoko-san!“ der ohnehin genervten Frau noch einmal kräftig auf die Füße. Natürlich vergaß ein verwöhnt adliges Kind wie Kokoro oft, dass auch sie anderen Menschen ein klein wenig Respekt und Höflichkeit entgegenbringen musste. Aber das konnte man ihr so oft einbläuen, wie man nur wollte. Während die Frau krampfhaft versuchte ihr klarzumachen, dass sie noch viel zu jung war eine Frau ihres Alters zu duzen, fing Kokoro schon wieder an zu pfeifen, weil ihre Gedanken in eine andre Richtung abdrifteten. Immerhin war sie hier im Praktikum zur Hausmeisterin! Was hatte eine lächerliche Lehrkraft ihr schon zu sagen! Sie echauffierte sich noch einen Moment, bevor sie davonbrauste, weil sie sich offenbar für wichtig hielt, während der ältere Herr Kokoro nun tatsächlich mal ein Lächeln zuwarf. Ihre kindlich anstrengende Art konnte manchmal doch ein Segen sein...
    In dem Vorratsraum angekommen, begutachtete die Kunoichi neugierig die darin befindlichen Utensilien. Was genau hatte ein Meister der Häuser damit zu schaffen? Noch immer hatte Kokoro keinen Schimmer worum es hier eigentlich ging und fragte sich was er mit dem Wischmop wollte, den er Pakura kurzerhand zuwarf. Als er dann den Pömpel zog und ihn der Rothaarigen vor die Nase hielt, blickte diese ihn nur an wie ein Fragezeichen. Was war das? Und was machte man damit? Sie nahm es entgegen und musterte es stutzig. Während der Mann nur seufzend den Kopf schüttelte, wandte er sich eher Pakura zu, als er die allgemeine Situation erklärte. Kurz darauf packte er Kokoro an den Schultern und blickte ihr ernst in die Augen. „Du kriegst das hin mit der Toilette, stimmts?“ Ja, ehrlich gesagt war Kokoro sich da genauso unsicher wie er. Aber sie war eine Kunoichi! Papa sagte, dass man dem Volk immer Mutmachen musste! Also sollte sie ihre Schwäche hier nicht zugeben. „Selbstverständlich! Meine leichteste Übung! ... Wo nochmal?“

    Da stand sie nun also. In der Mädchentoilette im ersten Stockwerk. Hier hatte sie der Hausmeister mit dem Pömpel in der Hand stehengelassen und ihr versichert, dass er wieder zu ihr stoßen würde, wenn er mit der Glühbirne fertig war. Nun konnte es also losgehen! Ihre erste Arbeit als Praktikantin des Meisters der Häuser! Kokoro wusste nicht so recht was dieses Ding in der Hand war. Woher auch? Die Kunoichi hatte in ihrem Leben nur im Dojo den Boden schrubben dürfen und das auch nur als eine Art Training. Das Anwesen der Tetsuya wurde in sehr regelmäßigen Abständen von einer Haushälterin gereinigt. Sie war eine ältere, sehr freundliche Dame, die das mit dem Putzen so gut draufhatte, dass man locker glauben könnte, sie hätte in ihrem Leben nie etwas anderes getan! Deshalb hatte sie sich nie groß mit solchen Dingen befassen müssen. Das adlige Gör stand nun also vor dieser Toilette und blickte diese mehrfach blinzelnd an. So richtig konnte sie ihren Augen nicht trauen. Was sollte sie hier machen? Der ganze Raum war mit einem unangenehmen Uringeruch gefüllt, weshalb der Hausmeister ihr freundlicherweise das Fenster geöffnet hatte, während ihrer Arbeit. Was hatte man als Meister des Hauses denn damit zu schaffen?
    Vor ihren Augen stand eine Kloschüssel, gefüllt mit undefinierbaren Flüssigkeiten und voll bis zum Klobrillenrand. Wenn man sich darauf niederlassen würde, hätte man einen nassen A... Wie dem auch sei! So schwer konnte das ja gar nicht werden! Seufzend krempelte Kokoro die Ärmel nach oben und hob den Pömpel heroisch in die Lüfte, während sie ihre andere Hand in die Hüfte stemmte! ... Passiert nichts. Okay. Ein Szepter war es also nicht. Irgendwie war das ihre erste Vermutung gewesen. Als Meister des Hauses konnte man sicher ein Szepter haben! Aber nein... Eventuell... Schwungvoll dirigierte sie den Pömpel magisch durch die Lüfte und zielte auf die Schüssel! Doch auch da tat sich nichts... Also auch kein Zauberstab... Die einzig logische Vorgehensweise, die übrig blieb war... Das... muss... da... rein? Ekelhaft! Sofort zog sich das Gesicht der Kunoichi zu einer angewiderten Grimasse zusammen. Das konnte doch nicht sein ernst sein! Das war es was ein Hausmeister machte! Wer wollte das schon freiwillig machen?! So ein Scheiß! Fluchend machte sie sich an die Arbeit, während sie sich erinnerte, dass Pakura die ehrenhafte Aufgabe hatte Erbrochenes aufzuwischen. Das war also die Aufgabe eines Hausmeisters... Ekelhafte Körperflüssigkeiten entfernen... Ne. Das würde sie nicht wieder machen!

    Als sie es endlich hinter sich gebracht hatte, spülte sie das Klo einmal, um sicherzugehen, dass alles wieder einwandfrei funktionierte. Kaum floss das klare Wasser hinab ins Loch, entwich ihr ein erleichtertes Seufzen. Das war der Gipfel der Ekelhaftigkeit! Doch genug davon. Sichtlich angefressen, warf sie den Pömpel in den Papierkorb neben dem Waschbecken. Nie. Nie. NIE wieder, würde sie das Ding anfassen! Kaum war das getan, wandte sie sich dem Waschbecken zu und begann sich die Hände, Arme und alles, was nur ansatzweise mit irgendwelchen Toilettenkeimen in Kontakt hatte kommen können, gründlich mit Seife zu waschen. Eine halbe Ladung aus dem Seifenspender und eine Seifenschaumparty später, fühlte sie sich endlich wieder ansatzweise sauber... Sie krempelte die Ärmel ihrer Kleidung wieder herunter und beschloss das einfach hinter sich zu lassen. Das würde ihr der Hausmeister auf alle Fälle büßen! Seufzend warf sie dem Pömpel erneut einen bösen Blick und und wandte sich dann ihrem Spiegelbild zu. Gerade als sie dies tat, begann das Licht im Badezimmer zu flackern. Während es erloschen war, fühlte Kokoro ein unangenehmes Gefühl auf ihrer Schulter. Es jagte ihre einen eiskalten Schauer den Rücken hinab... Kaum war das Licht wieder an, blickte sie sich selbst im Spiegel an... und konnte kaum fassen, was sie da sah! Erschrocken blickte sie zitternd auf ihre Schulter, auf der sich eine nasse Hand abzeichnete. Was? Wo kam die her? Panisch wandte sie sich um, stieß die Türen der Toilettenställe auf und suchte nach dem Übeltäter. Da war niemand! Mit einem lauten Knall schlug das Fenster neben ihr zu. Sie machte einige Schritte zurück zur Tür... Als sie eine leises Kichern vernahm. Okay. Das wars! Mit einem kräftigen Schlag stieß Kokoro die Tür zur Mädchentoilette auf und rannte davon. War ihr doch egal was das für ein Scheiß war! Damit wollte sie nichts zu tun haben!

    Wo war Pakura noch mal? 8c! Nervös rannte sie die Treppen hinauf, wo sie schon aus der Ferne mit den Armen rudernd ihre Kollegin mit dem Mop in der Hand auf sich aufmerksam machte. „S-S-Sieh mal! Da war ein komisches Geräusch im Bad! Und etwas hat mich ange... fasst?“, platze sie direkt heraus und deutete auf ihre Schulter. Doch dort war nichts zu sehen. „Was zur Hölle? Ich schwöre! Das Licht war aus! Und dann war da eine Hand! Und das Fenster ging zu und...“, papperte sie nervös weiter, während sie links, rechts, rundherum an ihrer Kleidung zog und nach der Hand suchte. Sie war weg! Wie konnte das sein? Sie blickte ihre Kollegin eindringlich an. Pakura musste ihr einfach glauben! In dem Moment hörte sie Schritte auf der Treppe hinter sich, die von dem alten Hausmeister stammten, der mit wütendem Gesicht auf sie zukam. In der rechten Hand hielt er den dreckigen Pömpel aus dem Papierkorb und blickte sie mahnend an. „Was machst du denn hier? Und warum schmeißt du mein Werkzeug in den Eimer?!“, fuhr er die Rothaarige an, die sich verzweifelt an ihre Kollegin wandte. Oh nein... Sie hatte sich solche Mühe mit dieser Ekelaufgabe gegeben und nun bekam sie auch noch Ärger dafür? So ein Blödmann! Er hatte ihr doch vorgemacht, dass man ein Hausmeister war! Eine obere, coole Position und nicht eine Putze und ein Handwerker! Wie unfair!
     
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  3. Meteki Pakura

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    Kaum war Pakura mitsamt ihren Putzutensilien um die erste Ecke gebogen veränderte sich ihr Gesichtsausdruck vom konzentrierten Pokerface zu eindeutigem Missfallen. „Wie kann man so dreist sein, es zum Kotzen nicht aufs Klo zu schaffen und die Sauerei dann nicht einmal selbst wegmachen? Schweinerei!“ Gut, es kann ja sein, dass es einen so plötzlich überkommt, dass man es nicht mehr auf die Toilette schafft. Aber dass man dann einfach weiter geht, ohne wenigstens so höflich zu sein, das Zeug selbst aufzuwischen... derartiges Verhalten versuchte die Meteki gar nicht erst, zu tolerieren. Kaum war sie auch nur in die Nähe des besagten Ganges gekommen, da konnte die Fünfzehnjährige quasi die Augen schließen und sagen: „Immer der Nase nach.“ denn eins war klar. Eingetrocknetes Erbrochenes stinkt zum Himmel. Es hätte wahrscheinlich keinen großen Sinn gemacht, den eigenen Mageninhalt auch noch dort zu lassen, wie es das Mädchen zuerst beinahe getan hätte. Ihre Nase war doch dummerweise viel zu sensibel und ihre Geruchstoleranz umso niedriger. Mit ein Wenig Mühe gelang es ihr aber, den Würgereiz zu unterdrücken und ihr Bandana umzubinden, um wenigstens ein klein wenig des widerlichen Geruchs zu filtern.

    Es dauerte beinahe eine halbe Stunde, aber Pakura schaffte es, mit einem Eimer Wasser sowie einem Wischmopp bewaffnet, die Sauerei vor dem Klassenzimmer der 8c zu beseitigen und nicht noch selbst welche zu veranstalten. Zufrieden griff die Meteki sich ihre Utensilien und wollte gerade zum Waschbecken der besagten Klasse gehen, als sie ein eigenartiges Geräusch vernahm. Es klang beinahe, wie das Lachen von Kindern. Eigentlich schon eigenartig genug. Welches Kind lacht denn schon in einer Schule? Beim genaueren Nachdenken fiel der Fünfzehnjährigen aber ein, dass die Schule bereits geschlossen war. Hamamura-san hatte ja schon bei ihr und Kokoro misstrauisch geschaut, weil sie nach Schulschluss noch im Gebäude waren. Daher beschloss sie, dem nachzugehen. Noch bevor die Schwarzhaarige aber auch mehr als ein halbes Dutzend Schritte setzen konnte, gab auch schon Kokoro um eine Ecke geflitzt und faselte irgendwas von einer Lampe und einem Fenster und davon, dass sie irgendwas angefasst hätte. Ein Hauch Misstrauen huschte in das Gesicht der Braunäugigen bevor ihr wieder einfiel, dass sie ja selbst etwas gehört habe. Aber auch bevor sie von ihren Wahrnehmungen berichten konnte kam der Hausmeister die nächstgelegene Treppe hochgestapft, mit etwas in der Hand, was entfernt an den Pümpel erinnerte, welchen die Rothaarige auf zu ihrer Aufgabe mitgenommen hatte. Den Ausbruch von Takumi-san bekam die Kunoichi aber nur noch so am Rande mit. Immerhin ging es ja nicht darum, dass sie irgendwas falsch gemacht habe, oder so. Sie wandte sich wieder der Richtung zu, in welcher sie das Kinderlachen gehört hatte. Schon wenige Augenblicke später kam sie am Ende des Ganges an. Gleich hinter der nächsten Ecke gab es nur noch eine leere Sackgasse. Keine Schränke oder Türen. Rein gar nichts befand sich in dieser Abzweigung. Die Iryōnin ging noch ein paar Schritte weiter in den Gang hinein und trat auf etwas, was wie ein kleiner Stein aussah. „Nichts Ungewöhnliches.“ Sie warf das Steinchen achtlos in die nächste Ecke, ging zurück zu den beiden anderen und fragte den Hausmeister: „Takumi-san, warum ist da ein Gang, der nirgendwo hinführt?“ woraufhin der Mann antwortete in die Richtung schaute und antwortete: „Mir wurde gesagt, dass dort später wohl nochmal angebaut werden sollte. Das war aber vor Jahren und ich habe gehört, dass in der Richtung wohl mittlerweile andere Höhlen gehauen wurden. Wird also nichts mehr draus, wenn ihr mich fragt.“ Die Ninjutsuka wollte gerade sagen, dass sie dort hinten Kinder gehört habe, brach den Gedanken aber wieder ab, weil sie es sich sicher nur eingebildet hat. „Wie dem auch sei, ich zeig euch mal die Orte, wo eingebrochen wurde. Folgt mir.“
     
  4. Tetsuya Kokoro

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    Noch immer pochte Kokoros Herz so stark, dass sie es bis in den Kopf schlagen hören konnte. Ein naives, leichtgläubiges Mädchen wie sie war leicht mit allerlei Tricks reinzulegen. Schon bei so mancher Zaubershow war die Kunoichi aus den Latschen gekippt und bei Gruselgeschichten lag sie oftmals nächtelang wach. Ihr Vater hatte sich stets köstlich über ihre Naivität amüsiert, doch egal wie sehr er sich anstrengte ihr zu zeigen, dass dies alles irreale Dinge waren, hatte sie einen Hang dazu an solche Dinge zu glauben. Also auch an Geister! Natürlich. Wenn man sie fragen würde, behauptete sie mit vor Stolz geschwollener Brust, dass sie nie im Leben an solchen Unsinn glauben würde. Selbst Babys wüssten doch, dass es keine Geister gab! Doch jetzt gerade sah man dem leichenblassen Gesicht der hektisch atmenden Rothaarigen an, dass dies nur Schauspielerei war. Sie hatte ordentlich die Hosen voll und war froh nun nicht mehr allein zu sein. Im Leben würde sie hier nirgendwo mehr allein hingehen! Das konnte Pakura vergessen!
    Kurz nachdem sie ihre Panik erklärt hatte und in das rätselnde Gesicht ihrer Kollegin blickte, kam der grimmige Hausmeister die Treppenstufen heraufgestapft und begann schnurstracks mit dem verstörten Rotschopf zu schimpfen. Er wedelte zornig mit dem Pömpel herum und mahnte Kokoro einen solchen Anfängerfehler ja nicht zu wiederholen. Während sie sich stumm nickend seine Standpauke anhörte, sackten ihre Schultern enttäuscht ein. Oh man. Sie hatte sich doch so viel Mühe geben! Nachdem er einige Mal wiederholte was sie alles falsch gemacht hatte, und das war offenbar einiges, schraubte sich der Hausmeister immer weiter hoch und meckerte über die Jugend von heute. Sie würde hier rumschreien, im Flur rennen, sein Werkzeug wegwerfen… Als wüsste sie sein Angebot nicht zu schätzen! Doch dann legte er ihr die Hand auf die Schulter und lächelte wieder. „Aber das Klo ist wieder tiptop. Gut gemacht, Kleines.“ Hä? Kokoro sah den Mann nun an als hätten sie alle Geister verlassen. Schlagartig war all die Rüge vergessen und sie strahlte wieder. Freudig bedankte sie sich und versprach weiterhin ihr Bestes zu geben. Dass er darum bat es das nächste Mal weniger dramatisch zu beenden, hörte sie schon gar nicht mehr. Stattdessen hielt sie Ausschau nach Pakura. Wo war die denn hin?
    Diese kehrte gerade offenbar von einer kleinen Erkundungstour zurück und stellte dem Hausmeister einige Fragen, welche der Rotschopf aufsaugte wie ein Schwamm. Das war wahrhaft ein eigenartiger Gang… Der führte ins Nichts? Dass es dort Pläne für einen Anbau gab, die verworfen worden waren, machte die Geschichte noch ein Stück weit eigenartiger. Kokoro dachte einen Moment darüber nach, verwarf es dann aber ähnlich schnell wie der Hausmeister, da sie keine Verbindung zwischen diesem Gang und der Situation herstellen konnte. Da fehlte eventuell noch ein wichtiges Puzzleteil. Stattdessen forderte der grimmige Mann, den die Tetsuya so langsam richtig liebgewann, die beiden Mädchen dazu auf ihm zu folgen, um ihnen zu zeigen wo die Einbrüche stattgefunden hatten. Zustimmend nickend folgten die Damen ihm im Gleichschritt und gingen einige Stufen nach oben, in die oberste Etage. Dort spürte Kokoro einen eisig kalten Windhauch in ihrem Nacken. Sofort schüttelte sie sich und blickte sich nervös um. Was war das? Weit und breit schienen alle Fenster und Türen verschlossen und hier oben war nicht wirklich viel Betrieb, wie der Hausmeister verlauten ließ. Wie brach man überhaupt in ein so hoch gelegenes Stockwerk ein? Offenbar standen die Mädchen noch ganz am Anfang ihrer Informationssammlung… Wenig später führte der Mann sie in eine riesige Abstellkammer, in der alle Fenster eingeschlagen waren. Wie war das möglich? Man sah, dass der Hausmeister sie schon mehrfach notdürftig zugeklebt hatte, doch immer wieder waren neue Löcher eingerissen worden. Links und rechts waren alle Möbelstücke und Schränke nicht nur leergefegt, sondern auch teilweise umgeworfen. Schmierereien zierten die Wände, doch es waren unverständliche Worte die keinen Sinn machten. Seufzend zog der Mann eine Rolle Folie und Klebeband hervor. Er drückte Kokoro das Band in die Hand und forderte sie auf ihm zu folgen. „Mehrmals täglich bin ich hier und immer wieder randaliert hier jemand… Sogar am Wochenende! Man hört und sieht aber keinen… Ich bin ratlos…“, murmelte er entnervt und rollte die Folie über den bisher angebrachten Schutz, bevor er Kokoro aufforderte es festzukleben. Vielleicht konnten sie ja einige Spuren finden in diesem Chaos? Irgendwie fühlte sich die Kunoichi hier so richtig unwohl… Warum war ihr aber noch nicht ganz klar.
     
  5. Meteki Pakura

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    Fassungslos stand Pakura in dem verwüsteten Klassenzimmer und begutachtete die Spuren des Vandalismus‘. „Wer macht sowas und warum?“ hallte es dabei im Kopf der Meteki wider und sie erinnerte sich an ihre, zugegebenermaßen recht kurze, Schulzeit in Kirigakure. Klar gab es auch dort hin und wieder Vandalismus. Aber niemals in einem solchen Ausmaß. Es wirkte auch nicht so, als bestünde ein gewisser Zusammenhang zwischen den einzelnen Sachbeschädigungen. Alles wurde einfach kreuz und quer durch das Zimmer geschmissen, die Fenster ohne erkennbares Muster zerschlagen wurden und die Schmierereien bildeten keine Sprache, die der Fünfzehnjährigen bekannt wäre. Teilweise waren es sogar runenartige Schriftzeichen, welche aber auch wieder ohne Sinn und Verstand über die Wände verteilt waren. Somit waren Siegel gleich um einiges unwahrscheinlicher, als eh schon. Nachdem sich das Mädchen alles genau angeschaut hatte, ging sie zum Hausmeister, der gerade mit Kokoro eines der Fenster reparierte und fragte: „Takumi-san, ich wüsste gerne, welche Klasse hier Unterricht hat und ob es allgemein auffällige Schüler gibt.“ Schon während sie das aussprach war ihr klar, wie ein Teil der Antwort lauten würde, aber es musste geklärt werden. „Dieser Raum ist speziell für den Erdkundeunterricht vorgesehen. Somit kommen alle Schüler hier unterrichtet, von Yuko-chan. Ihr seid ihr ja vorhin begegnet. Und natürlich gibt es hier auffällige Schüler. Die gibt es in jeder Schule, würde ich sagen. Aber es sind zu viele, als dass ich sie alle aufzählen könnte und ihr habt keinen Zugang zu den Akten. Dafür bräuchtet ihr die Genehmigung der Schulleitung und da ihr undercover hier seid...“

    Weiterhin passierte nicht sonderlich interessantes mehr an diesem Tag. Nachdem die Drei das Klassenzimmer wieder so gut es ging hergerichtet hatten zeigte Takumi den Mädchen noch alle wichtigen Räume des in den Fels gehauenen Gebäudes und auch ein paar Geheimgänge, welche nach der Aussage des Hausmeisters bereits so lange existierten, wie der gesamte Höhlenkomplex bewohnt wurde. Anschließend begaben sich die Kunoichi zu dem Haus, in welchem der Grauhaarige lebte. Denn dort würden sie laut diesem für den Rest der Mission untergebracht, da das der beste Platz war, um die Schule über Nacht zu beobachteten. Einen Teil der Wache verrichteten die beiden Kirinin gemeinsam und vertrieben sich die Zeit an einem Tisch vorm Fenster sitzend mit ein paar Runden verschiedenster Spiele aus dem Bestand ihres Gastgebers, bevor die Schwarzhaarige ihre Kollegin der ersten Zweistundenwache überließ.
     
  6. Tetsuya Kokoro

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    Eine Nachtwache war denkbar öde! Wozu hatte man denn die Nächte, wenn man nicht schlafen durfte? Kokoro war denkbar wenig begeistert davon und verbrachte die Zeit in der Nacht nicht selten damit rumzumeckern, dass sie müde war. In ihrem Kopf hörte sie den Hausmeister schon wüten und ihr eine Moralpredigt wegen ihres Gemeckers halten. Sie schluckte es dann doch lieber herunter als sich erneut von dem Typen zusammenfalten zu lassen. Als Pakura auf die Idee kam gemeinsam Spiele zu spielen, um sich die Zeit zu vertreiben, war Kokoro allerdings wieder voll dabei. Ihre eben noch quälende Müdigkeit war wie verflogen und sie hing sich so richtig rein! Nur ärgerlich, dass sie in Gesellschaftsspielen immer recht schlecht war. Pakura schien sowohl für Karten, als auch fürs Würfeln ein besseres Händchen zu haben als die Rothaarige. Nicht ein Spiel ging zu Gunsten der Tetsuya aus. Dass sie also erneut bockig wurde, war kein Wunder… Als sie dann endlich ein wenig zur Ruhe kommen durfte und die Augen schloss, schlief sie einige wenige Stunden wirklich erholsamen Schlafes…
    Die Nacht ging ohne weitere relevante Vorkommnisse vorüber. Am Morgen machte sich Kokoro in der kleinen Herberge des Hausmeisters zurecht. Dieser gab ihnen diesmal ein wenig Arbeitskleidung, damit sie unter den Schülern nicht als jemand Fremdes auffielen und wirklich wie Hausmeisterpraktikanten wirkten. Wo er die passenden Klamotten für die Mädchen herbekommen hatte, war ein Geheimnis, welches er zu hüten versuchte, als würde es um einen Goldschatz gehen. Kokoro beschloss nicht weiter nachzuhaken und bedankte sich dafür, dass ihre Kleidung nicht zu sehr in Mitleidenschaft gezogen werden würde. Ihre Mutter meckerte ja nicht oft genug, dass sie alles Schöne kaputt machte, was sie ihr kaufte… Am Ende machte sie ihre langen roten Haare zu einem geflochtenen Zopf zurecht und setzte sich das Cappy auf, zu ihrer Arbeitskluft gehörte. Bewaffnet mit Mob und anderem Hausmeisterwerkzeug machten sich die Drei also wieder auf den Weg, um in Erfahrung zu bringen, was sie am heutigen Morgen zu tun hatten!
    Es dauerte nicht lange, da schickte der Mann die beiden Kunoichi wieder los. Da er Kokoro nach ihrem kleinen Drama von gestern nicht mehr so richtig über den Weg traute, ließ er die Mädchen diesmal gemeinsam an die Arbeit gehen. Dass dies der Grund für diese Herangehensweise war, bemerkte der Rotschopf nicht einmal. Sie freute sich einfach, dass sie diesmal nicht allein diese langweilige und teilweise schon ziemlich eklige Arbeit verrichten musste. Außerdem hatte sie Hoffnung die Dunkelhaarige als Freundin zu gewinnen, weshalb sie sich besonders viel Mühe gab! Der Hausmeister bat die kleinere Kunoichi allerdings einen Blick auf Kokoro und ihr zerstörerisches Wesen zu haben… Wieder einmal war eine der Wände im Flur des Schulgebäudes auf der zweiten Etage beschmiert worden. Mit Eimer, Lappen und lösenden Putzmittel bewaffnet schickte er die Mädchen los und klopfte Kokoro ermunternd auf die Schulter, bevor er sie mahnte nicht mehr Schaden anzurichten als schon dort war. Was sollte das denn heißen? Das mit der Toilette hatte sie doch ganz gut hinbekommen!

    Als sie in dem Flur ankamen, guckte sich Kokoro erst einmal neugierig um und hörte gar nicht, ob Pakura sie eventuell ermahnte, dass sie hier arbeiten sollte. Stattdessen lief sie neugierig hin und her und beobachtete einige Schüler, die sich hier auf den Weg machten. Dass sich einige davon über sie lustig machten und tuschelten, fiel ihr gar nicht auf. Nein… Kokoro hielt sich für viel zu toll, als dass sie so etwas wahrnehmen würde. Sie grüßte voller Begeisterung jeden der ihr über den Weg lief und redete sich wegen ihres Spaziergangs durch die Flure damit heraus, dass sie schauen wollte, ob die Schmierereien noch weiter vertreten waren als an dem angesprochenen Einsatzort. „Ah! Bitte nicht!“, hörte sie plötzlich eine weinerliche Stimme, die eindeutig einem Jungen zu zuordnen war. Kokoro war eine Vertreterin der Gerechtigkeit! Deshalb musste sie dort nach dem Rechten sehen. Trotz all der Mahnungen des Hausmeisters sich nicht mit den Schülern zu befassen, um nicht weiter aufzufallen, hörte der Rotschopf natürlich nicht. Als sie vorsichtig um die Ecke lunzte, erblickte sie eine Gruppe von Jungen, etwa so groß wie Kokoro selbst, die um einen kleinen Kerl mit einer Brille herumstanden und ihn ziemlich in die Ecke dringen. Der Arme zitterte am ganzen Körper und hielt seine Bücher schützend vor seine Brust, als würde er genau wissen was auf ihn zukam. Wie unfair! Das waren fünf Kerle, die viel größer und kräftiger waren! Und sie verlangten von ihm, dass er all ihre Hausaufgaben erledigte, obwohl er beteuerte, dass er das gar nicht schaffen würde. Doch statt seine Worte ernstzunehmen, drohten sie ihm auch noch mit Prügel. Kokoros Zündschnur war denkbar kurz bei unfairen Rowdys. Mit äußert erzürntem Gesicht hob die Kunoichi den Wischmob in ihren Händen in die Lüfte und war drauf und dran sie einem der Jungen entgegenzuwerfen… Ob Pakura sie davon noch abhalten könnte?
     
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  7. Meteki Pakura

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    Es war wirklich unglaublich, was die Tetsuya unter Arbeit verstand. Während Pakura die ganze Arbeit machte, spazierte die Rothaarige entspannt den Flur hinauf und hinab und machte sich für die Schüler zum Depp. Wahrscheinlich wusste sie das nicht einmal. Woher auch. Sie ist ja nie auf eine bürgerliche Schule gegangen und wusste nicht, wie Jugendliche ticken, die es tun. Die Meteki war der Meinung, dass es nicht schaden konnte, dass ihre Begleitung diese Erfahrungslücke schloss. Außerdem bestand auch eine geringe aber durchaus vorhandene Chance, dass sie irgendwelche relevanten Informationen aufschnappt. War ja auch keine allzu anspruchsvolle Aufgabe, ein bisschen Graffiti von den Wänden zu entfernen. Nach einer Weile hatte die Fünfzehnjährige aber auch keine große Lust mehr, alleine die Arbeit zu erledigen und machte sich auf die Suche nach ihrem... Mündel, mochte man ja fast schon sagen.

    Schon nach wenigen Minuten fand sie die Gesuchte auch schon und bemerkte, wie diese etwas mit ihrem Blick fixierte. Also folgte die Schwarzhaarige dem Blick und erstarrte beim Anblick einer Gruppe Jugendlicher, welche gerade einen anderen Jugendlichen am Piesacken waren. Kurz entschlossen riss die Braunäugige ihrer Kameradin den gerade erhobenen Mopp aus der Hand, ohne dabei zu registrieren, dass diese in dem Moment das gleiche zu tun gedachte, wie sie selbst und schleuderte das Putzutensil den Rabauken entgegen. Drei bis viermal rotierte der Mopp um sich selbst, bevor er gleich zwei von ihnen mit je einem Ende genau ins Gesicht schlug. Die Burschen fielen erschrocken zu Boden und winselten vor Schmerz, die Nasen mit ihren Händen verdeckend, während die anderen drei ebenso erschrocken aufschrien, nur um sich mit zornigen Blicken Pakura zuzuwenden und anschließend auf sie zuzustürmen. Es wäre ein Leichtes, die Mistkerle zu überwältigen und zu bestrafen. Aber das täte der Mission nicht gut und sie hatte bereits zu viel getan. Im Augenwinkel bemerkte das Mädchen, wie die Rothaarige sich anschickte, dazwischen zu gehen und warf dieser unauffällig einen warnenden Blick zu, während zwei der fünf Schläger sie flankierten und der letzte ihr gegenübertrat. „Das war nicht nett, Miststück.“ zischte ihr der Kerl mit stinkendem Atem ins Gesicht. Es brauchte einige Überwindung, aber die Meteki schaffte es, ihren angewiderten Gesichtsausdruck wie Furcht aussehen zu lassen. „Du bist noch neu hier, deshalb erkläre ich dir mal wie das läuft. Du pisst mir oder meinen Kumpels ans Bein und wir verprügeln dich dafür.“ Mit diesen Worten packten die beiden Schläger sie bei den Armen und der Redner holte zum Schlag aus, hielt aber abrupt inne, als eine Frauenstimme im Flur ertönte. „Mizú Keijiro, Tanaka Yoshimitsu, Takeshi Hiro, Kaharo Jozu und Maho Utakata! Es reicht! Nachsitzen bis zum Ende des Schuljahres und jetzt ab in den Unterricht!“ Es war Hamamura Yoko, die Lehrkraft, welche den Mädchen bereits bei der Ankunft begegnet war. Nachdem Keijiros Klicke unter den strengen Blicken der Frau abgezogen waren und ihnen auch Keijiro selbst, nachdem er ihr noch einen hasserfüllten Blick zugeworfen hatte, gegangen war, wandte sie sich dem Mobbingopfer zu und sagte mit strenger, aber deutlich sanfterer Stimme: „Du kommst jetzt erstmal mit in mein Büro.“ Ohne die Kunoichi noch weiter zu beachten verschwand sie mit dem Jungen und alles im Flur ging wieder seinen geregelten Abläufen zu.
     
  8. Tetsuya Kokoro

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    Mit dem Mob in ihren Händen blickte die Rothaarige den Rowdys entgegen. Oh, Kokoro war so wütend! Wenn jemand sich an Schwächeren verging und das auch noch in so einer großen Gruppe, dann war das ja wohl der Gipfel der Frechheit. Die Tetsuya hatte sich zwar nach ihrem kleinen Faux Pas in dem Badezimmer vorgenommen diese Mission ab hier so professionell und fehlerfrei wie möglich hinter sich zu bringen, aber im Moment sah es eher danach aus, dass sie sich gleich vergessen würde. Ihr Gesicht war vor Wut quasi zur Faust geballt und der Mob, den sie bereits zornig in die Luft gerissen hatte, bebte in ihrer Hand. Es würde nicht lange dauern, da würde sie das gute Stück gleich nicht nur den Pennern über den Schädel ziehen, sondern am Ende vielleicht noch einem in den A...
    In dem Moment spürte Kokoro etwas, womit sie nicht gerechnet hatte. Ein Ruck durchfuhr ihren Arm, als ihre Kollegin ihr die Reinigungswaffe weggenommen hatte. Etwas entrüstet blickte der Rotschopf hinüber zu ihrer Kameradin. Was sollte das? Wollte sie etwa die Genin davon abhalten einen dummen Fehler zu machen? Ja, klar. Die Schüler zu vermöbeln, machte sich sicherlich nicht gut in dem Missionsbericht, aber diese Kerle waren echt große Arschlöcher und hatten es verdient! In dem Moment stellte Kokoro aber fest, dass Pakura dabei war auszuholen und ihrer eigenen Intention zu folgen. Kurz darauf wirbelte das gute Stück durch die Luft in Richtung der Bullys. Ein glückliches und schadenfrohes Grinsen schmückte nun die Lippen der Genin, die selbstzufrieden die Arme vor ihrer Brust verschränkte. Wie es aussah, war sie nicht die Einzige, der es hier in den Fingern gejuckt hatte. Mit einem höhnischen Lachen beobachtete die Kunoichi, wie der Mob zwei der Herren gleichzeitig erwischte und zu Boden riss. Sofort wandten sich die Anderen den beiden Mädchen zu und Kokoro war schon drauf und dran ihre Fäuste zu ballen und sich mit denen anzulegen, als sie erneut ein eiskalter Blick der Meteki zum Stillstand ermahnte. Sofort hielt sie inne und ließ die Fäuste wieder sinken. Wieso durfte sie sich wehren, aber Kokoro nicht? Was sollte die Scheiße? Während sie innehielt, wurde die Tetsuya ziemlich zornig. Totale Double Standards! Wenn sie diesem armen Kind helfen durfte, warum dann die Rothaarige nicht?
    Gerade baute sich die Gang vor den beiden Mädchen auf, als eine Lehrerin angestürmt kam und die Herren zurechtwies und den gequälten Schüler mit sich nahm. Still stand Kokoro an Ort und Stelle, blickte zum Boden und presste die Zähne heftig aufeinander. Kaum hatte sich die Tür hinter Lehrerin und Schüler geschlossen, riss die Kunoichi ihren Kopf hoch und warf Pakura einen wütenden Blick zu. Ruckartig erhob sie ihren Arm, zeigte mit dem Finger auf die Gleichaltrige und fuhr sie wütend an: "Guck mich NIE wieder so an!" Ja. Vermutlich war es keine dumme Idee gewesen Kokoro zurückzuhalten. Hätte sie hier eine Prügelei angefangen, hätte es wohl großen Ärger gegeben. Doch es war einfach nicht fair. Sie hatte doch eine Gleichaltrige nicht zu bevormunden! Das weckte ein unerwartetes Selbstbewusstsein in der Kunoichi. Sie konnte selbst entscheiden! Und die hatte ihr gar nichts zu sagen!
    Doch bevor ein großer Streit vom Zaun brechen konnte, kam der Hausmeister wieder zu den Mädchen zurück und blickte etwas verwundert drein, als er erkannte , dass die Rothaarige einen so wütenden Blick drauf hatte. Na mal sehen wie Pakura diese Situation entschärfte...
     
  9. Meteki Pakura

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    Sprachlos stand Pakura da und starrte ihre Kameradin mit offenem Mund an. „Was soll das? Was hab ich denn gemacht, dass sie so aus der Haut fährt?“ Es war ihr einfach unbegreiflich, wie das Mädchen so plötzlich rumschrie. „wie habe ich sie denn angeschaut?“ Völlig ratlos drehte sich die Fünfzehnjährige um und ging zurück zu dem Graffiti, welches noch auf sie wartete. Den Rest des Tages verhielt sich die Schwarzhaarige ausgesprochen zurückhaltend. Nicht etwa, weil sie der Meinung war, dass ihre gleichaltrige Freundin mit ihrer Tirade recht gehabt hätte, sondern weil es eine Mission zu erfüllen gab und diese vorerst aus Untertauchen bestand.

    Abends saßen die Mädchen schließlich wieder zusammen, bei einer Partie klassischen Schachs am Fenster und warteten, dass etwas passierte. Irgendwann konnte die ältere der Beiden die Ungewissheit nicht mehr ertragen und fragte geradeheraus: „Sag mal, warum bist Du eben so übergekocht, Kokoro-san? Ich... habe es nicht ganz begriffen.“ Es war ihr wichtig, dass solche Unstimmigkeiten nicht allzu lange bestehen blieben. Seien sie berechtigt oder bloß Missverständnisse. Aber noch in dem Moment, als Kokoro zur Antwort ansetzte, sah Pakura etwas im Augenwinkel. Zuerst dachte sie, sie hätte sich getäuscht. Dann sah die Meteki es aber wieder. Hinter einem der Fenster der Schulhöhle huschten Lichter herum, als würden mehrere Leute mit Taschenlampen durch die Flure streifen. [Wer ist denn um die Uhrzeit noch in der Schule?] murmelte die Fünfzehnjährige zum ersten Mal seit Ewigkeiten etwas in der Sprache, welche sie damals mit ihrem Zwillingsbruder erfunden hatte. Selbstverständlich bemerkte sie es selbst nicht und deutete den fragenden Blick ihrer Gegenüber so, dass diese die Lichtkegel nicht gesehen hätte. Daher fügte sie wie selbstverständlich in der allgemein verständlichen Sprache hinzu: „Ich habe etwas gesehen. Im Treppenhaus waren Lichtkegel, wie von mehreren Taschenlampen.“ noch einen Blick durchs Fenster werfend stellte die Schwarzhaarige fest, dass die Lichter verschwunden waren. „Ich denke, wir sollten uns das mal ansehen.“
     
  10. Tetsuya Kokoro

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    Lange war Kokoro nicht so sauer auf einer Mission gewesen. Die Tetsuya war ziemlich auf Gerechtigkeit und Gleichberechtigung erpicht und umso mehr fühlte sie sich in ihren persönlichen Rechten eingeschränkt, als Pakura ihr einfach den Mop aus der Hand genommen und sie dann mit ihren Blick ermahnt hatte nicht weiterzumachen. Wieso durfte sie diesen Rowdys zeigen, dass sie Arschlöcher sind, aber die Rothaarige nicht? Das war einfach scheiße! Die Kunoichi ging ihrer Kollegin für den Rest des Tages aus dem Weg, weil sie echt beleidigt war. Anger Management war definitiv nicht eine von Kokoros Stärken, weshalb sie jeglichen Konfrontationen in ihrer Wut lieber aus dem Weg ging. Sie wollte Pakura nicht noch mehr anfahren, als sie es nicht ohnehin schon getan hatte. So machte sie mehr oder weniger etwas Arbeit und fand sich dann am Abend schweigsam an dem Ort ein, an dem sie die Nacht hauptsächlich verbringen würden. Kokoro verlor kein Wort über das was zuvor geschehen war, aber man merkte ihr schon noch an, dass sie etwas schmollte. Beim Schach Spiel war sie nicht wirklich bei der Sache und machte echt viele Fehler. Es war ja vorher schon so, dass ziemlich genau auffiel, dass sie nicht besonders gut in so logischen Spielen war, aber diesmal beachtete sie neunzig Prozent der Regeln gar nicht ... Irgendwann brach Pakura dann die Stille und hinterfragte den Zorn Kokoros. Bei der Frage legte sich die Stirn der Kunoichi erneut in Falten. Sie hatte so lange Zeit sich darüber Gedanken zu machen und kam nicht darauf, dass sie unfair gegenüber des Rotschopfes gewesen war. Wer war hier eigentlich dämlich?!
    Gerade war sie dabei sich wiederhochzufahren und wollte ihrer Kollegin mal ordentlich die Meinung geigen, da wurde schon ihr erstes Wort im Keim erstickt. Was war das? Sofort wandte die aufmerksame Rothaarige ihren Blick von ihrer Kollegin ab hinaus in den Flur, wo ein Licht hin und her schwankte. Woher kam das denn? Auch Pakura fragte sich wer denn zu dieser Zeit in der Schule herumirrte und die Tetsuya begrub ihren Zorn schlagartig erst einmal wieder. Es gab Wichtigeres jetzt. Niemand hatte hier etwas zu suchen. Mit einem Nicken stimmte sie damit überein, dass sie lieber einmal nachsehen sollten. Kokoro nahm einen Besen in die Hand, den sie mitführen würde. Wenn da irgendein Einbrecher oder Sonstiges war, sollte man ihn zumindest mit einem Holzknüppel außer Gefecht setzen können, wenn es nötig war....
    So schlichen die beiden Kunoichi still und aufmerksam durch die Gänge und nach einer ganzen Weile, als Kokoro auf einmal Schritte vernahm, bedeutete sie ihrer Kollegin mit dem Zeigefinger auf ihren Lippen, dass sie kurz still sein sollte. "Diese blöden Kühe... Was fällt denen ein?!", meckerte eine männliche, definitiv bekannte Stimme. Die Tetsuya erkannte dieses lose Mundwerk sofort wieder und ihre Stirn legte sich in Falten, während sie den Besen fest mit beiden Händen umklammerte. Kichern hallte durch den Flur, als ein anderer Junge zu prahlen begann: "Die werden sich morgen umsehen!" Oho, bis Morgen würde sie damit nicht warten. Kurzerhand drückte Kokoro ihrer Kollegin den Besenstil in die Hand und rannte los. Diesmal würde sie der Dunkelhaarigen keine Zeit geben sie mit bösen Blicken zu belegen oder sie zurechtzuweisen. Die Rothaarige rannte so schnell sie konnte los, stürmte auf die Herren zu und blieb direkt vor Keijiro stehen, wo sie ausholte und ihm mit ordentlichem Dampf die Faust vor sein Nasenbein schlug. Vor Wut schnaufend, beobachtete sie wie der Junge einige Meter nach hinten geworfen wurde und mit einer blutigen Nase am Boden liegen blieb. "DU HIRNLOSES STÜCK DRECK!", warf sie ihm mit geballten Fäusten an den Kopf, doch der Typ war schon längst im Land der Träume. Währenddessen entfernten sich gerade ein paar seiner Kumpels ängstlich aus der Nähe der überkochenden Kokoro. Diese war vor lauter Wut gar nicht wiederzuerkennen. Eine richtig unangenehme Atmosphäre bildete sich um die Clique, die gerade dabei gewesen war die Wand vor einem Klassenzimmer mit einem hässlichen Bild von den beiden Mädchen zu beschmieren... Doch eine gebrochene Nase und eine hässliche Schmiererei würden nicht lange die einzigen Sorgen der Anwesenden bleiben.
     
  11. Meteki Pakura

    Meteki Pakura Genin

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    Lautlos folgten die Mädchen den Geräuschen, welche sie schließlich zu einer bekannten Gruppe Schüler führte. „Natürlich...“ dachte Pakura und machte Anstalten, sich vor die Stirn zu hauen, weil sie nicht bereits darauf gekommen war, als ihre Gedanken von der Rothaarigen unterbrochen wurden. Diese drückte ihr nämlich ihren Besenstil in die Hände und konfrontierte die Teenager auf ihre Art. Einige Augenblicke vergingen, in denen die Fünfzehnjährige nur wie angewurzelt dastand und einfach nicht fassen konnte, was da geschah. Natürlich hatte sie sich selbst in der Vergangenheit auch schon mit Schlägern geprügelt. Aber das war etwas ganz anderes. Als Ninjutsuka war die Meteki nicht wirklich in der Lage, ihren Opfern wirklichen Schaden zuzufügen. Aber Kokoro? Das war als würde ein Boxweltmeister einen gebrechlichen alten Mann zu Brei schlagen. Es war einfach unverantwortlich. Panisch warf die Schwarzhaarige die Holzstange beiseite und stürmte in das Klassenzimmer. Einen Moment erstarrten Keijiros Kumpels in dem Glauben, dass sie nun auch auf die Jungs einprügeln würde. Aber dem war aber natürlich nicht so. Die Braunäugige warf sich hinterrücks auf ihre Kameradin und rang diese zu Boden. Das war nur möglich, weil die Rothaarige gerade abgelenkt war und überhaupt nicht auf ihre Teamleiterin achtete. Mühsam packte die Iryōnin beide Hände der lautstark protestierenden Tetsuya und drehte diese auf deren Rücken, während sie sich selbst mit vollem Gewicht darauf platzierte. „Nehmt ihn und lauft!“ Brüllte die Ninjutsuka zu den Jugendlichen und keuchte, als sich die am-Boden-Liegende beinahe losreißen konnte. „Ich werde sie nicht lange festhalten können!“

    Kaum waren die Jungs samt dem bewusstlosen Keijiro verschwunden drückte sich Pakura von Kokoro weg und platzierte sich vor der Tür, welche sie vorher noch mit einem lauten Knall zu schlug. Nun stand sie da, mit vor der Brust verschränkten Armen ihrer Kameradin zugewandt und ohne jedes Anzeichen ihrer Panik im Blick. Lediglich Zorn war in ihren matten Irden abzulesen, während die Meteki über das Geschrei der Tetsuya hinweg brüllte: „Schlag mich, wenn Du willst! Aber unter meiner Leitung wirst Du nie wieder Zivilisten angreifen!“ Während sie ihre Worte aussprach wurden ihre Gesichtszüge deutlich härter und vereinzelte Zornesäderchen traten an den Schläfen des Mädchens hervor, bevor sie noch lauter weiterschrie: „HAST DU MICH VERSTANDEN!!!“ Bisher war es noch nicht vorgekommen, dass die Kirinin derart harsch durchgreifen musste. War aber schließlich auch erst ihr zweites Kommando.

    Pakuras Herz pochte und ihr Atem ging Stoßweise. Bislang waren die Mädchen sich noch nicht gegenseitig an die Kehlen gegangen, aber es ging ein harter Wortwechsel hin und her. Wahrscheinlich wäre auch vorerst kein Ende in Sicht gewesen, hätte nicht plötzlich die Erde leicht angefangen zu vibrieren und ein ohrenbetäubendes Kratzen, von zwei Steinflächen aufeinander, die ansonsten stillen Räumlichkeiten der Schulhöhle durchdrungen. Dann Stille... keine der Fünfzehnjährigen rührte auch nur einen Muskel. Die endlose Diskussion war erneut aufgeschoben, ob des neuen Rätsels, welches um Lösung bettelte. [Vielleicht... waren doch nicht... die Jungs für alles... verantwortlich...] flüsterte die Iryōnin und drehte sich zur Tür um, um diese zu öffnen und in den Flur zu linsen. Nichts zu sehen. Irritiert drehte sie sich wieder um, blickte ihre Kameradin an und krächzte: „Frieden?“ dabei erschrak sich die Braunäugige selbst über ihre durch das Geschrei heiser gewordene Stimme.

    Im Folgenden gingen die beiden Kunoichi dahin, wo das Geräusch scheinbar herkam. Dabei hatte Pakura aber schon einen Verdacht. An der Stelle hatte sie erst zwei Tage vorher ratlos gestanden. „Ich wusste es...“ Es war der Flur, der ins Leere führte. Die Wand war genauso geschlossen wie zuletzt. Aber es hing noch immer ein staubiger Schleier in der Luft, der der Suiton-Anwenderin das Atmen ein wenig erschwerte. Außerdem konnte man anhand des frisch gemahlenen Steinstaubs in der Ecke der Wand genau erkennen, wo sich der Geheimgang öffnen würde.
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. Nov. 2018
  12. Tetsuya Kokoro

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    Das Herz der jungen Kokoro pumpte gerade in einem Intervall, der ihr das ganze Adrenalin durch den Körper jagte. Das hatte sie wohl von ihrem Vater geerbt. War sie einmal sauer, gab es kein Halten mehr. Die Kunoichi spürte, wie all ihre Glieder zitterten und der böse Blick in ihrem Gesicht so anspannend war, dass es richtig schmerzte. Sie schnaufte unkontrolliert und tatsächlich war sie es gerade noch selbst, die sich von einem zweiten Schlag zurückhalten konnte. Was hatte sie da getan? In ihrem Hirn kam das noch gar nicht wirklich an, aber der Rest ihres Körpers war erstarrt. Die Tetsuya war kräftig, konnte sich zur Wehr setzen und ordentlich austeilen, doch dass sie solch einen Schaden an einem pöbelnden Zivilisten austeilte, war selbst nicht ihre Art. Sie verstand selbst nicht so recht warum sie sich darüber so aufregte, doch im Moment presste sie ihre Zähne so fest aufeinander, dass man sie knirschen hören konnte. Viel Unterschied zwischen der Rothaarigen und einem wilden Tier könnte man in diesem Moment wohl kaum noch erkennen. Es waren nur Sekunden, dann wurde die erstarrte Tetsuya von ihrer Kollegin niedergerungen, die sich mit der Macht ihres Körpers auf sie warf. Ob das besser so war? Tatsächlich reagierte der Körper der Kunoichi erneut wie von selbst und versuchte sich aus dem haltenden Griff der Meteki zu befreien. Mit den Handflächen presste Kokoro sich vom Boden nach oben, doch Pakura gab ihr Bestes sie an Ort und Stelle zu halten. Nur dumpf nahm sie die Warnung ihrer Kollegin wahr und es vergingen wieder Sekunden, da fuhr ihr Puls sich langsam herunter...
    Als die Dunkelhaarige sich aufrichtete und die Tür zuschlug, blieb Kokoro fürs Erste einfach am Boden liegen. Ihr Wutanfall schien verklungen zu sein, der Puls beruhigte sich und die Tetsuya realisierte das Blut an ihrer Hand, die immer noch zur Faust geballt war. Fuck. Das war zu viel gewesen. Wo kam das auf einmal her? Langsam rappelte sich der Rotschopf auf und blickte noch immer auf ihre Fäuste, von denen eine ziemlich ramponiert aussah. Sie schmerzte, aber das war vermutlich nichts im Vergleich zu der Nase ihres Opfers. Das Blut an ihrer Hand war nicht das Eigene und das machte die Kunoichi gerade völlig fertig. Da vernahm sie die Stimme ihrer Kollegin. Nun nicht mehr so dumpf, sondern richtig laut brüllte ihr die Meteki entgegen, dass sie ruhig auch auf sie losgehen könnte, aber nicht noch einmal auf einen Zivilisten. Wieder biss die Tetsuya die Zähne zusammen und ihre zitternden Fäuste wanderten an die Seiten ihres Körpers. Sie riss den Kopf nach oben und blickte ihre Kollegin wütend an. In ihren Augen hatten sich Tränen gesammelt und sie nahm ihre Kollegin nur durch einen verschwommenen Schleier wahr. „ALS OB DU MIR DAS SAGEN MÜSSTEST, VERDAMMT!“, pfefferte sie es ihrer ebenso saueren Kollegin entgegen und wollte einfach an ihr vorbei durch die Tür. Sie mussten weitermachen. Die Sache war noch nicht geklärt. Scheiß auf die gebrochene Nase! Kokoro musste das wieder rausreißen, indem sie dieses Rätsel löste! Doch damit war es nicht erledigt. Die beiden Mädchen fuhren sich noch eine Weile an, denn Kokoro war noch nicht in der Lage dazu sich irgendwelche Vorwürfe gefallenzulassen...

    Bevor es aber richtig ausarten konnte, wurden die beiden streitenden Kunoichi aus ihrer Wut gerissen. Ein eigenartiges Geräusch und Bewegungen im Haus riefen die Aufmerksamkeit der trainierten Ninja wieder wach und sie standen beide schlagartig wieder bereit zur Arbeit. Die vorangegangene Auseinandersetzung war wie weggepustet und beide Mädchen wurden wieder aufmerksamer. Während Pakura in den Flur lunzte, blickte Kokoro sich im Raum um. War hier irgendwo was zu sehen? Ein Anzeichen für die Geschehnisse? Dann aber wandte sich die andere Kunoichi an den Rotschopf und blickte diese ein wenig verwundert an. Frieden? Sie wollte das alles einfach unter den Teppich kehren? Kokoros Herz schlug noch einmal heftig in ihrer Brust, dann schlug sie ihre Hand vor diese und sagte mit einem unverwüstlichen Schmollmund: „Fürs Erste... Ja.“ Natürlich konnte die Tetsuya die vorangegangenen Worte und das Geschehene noch nicht ganz hinter sich lassen, aber jetzt war anderes wichtiger. Das sah sie ein. Ihre Stimme war übrigens weniger angeschlagen. Es ließ sich erahnen, dass das nicht der erste Aussetzer der Tetsuya war. Da fehlte es ihr noch etwas an der Reife, die Pakura bei der Arbeit mit ihrem Vater hatte erleben dürfen. Kokoro war noch ein wenig grün hinter den Ohren. Doch gebrochene Gesichtsknochen wären selbst für Daisuke keine Geschichte, bei der nicht mitreden könnte... Ihr Name birgt eben für Qualität... Qualitative Schläge in dem Fall.

    Die Mädchen machten sich auf die Suche. Des Rätsels Lösung konnte nicht mehr so weit weg. Sie folgten der Geräuschquelle von zuvor und landeten vor dem Gang, in dem Pakura sich zuvor recht irritiert umgesehen hatte. Mit den Armen vor der Brust verschränkt, stand Kokoro vor der Wand, vor welcher der Staub noch herumwirbelte. Das war nicht normal. Die Tetsuya ballte ihre Fäuste erneut und war schon drauf und dran das Gestein einfach mit roher Gewalt zu entfernen. Dabei hätte sie sich vermutlich ein paar Finger gebrochen, weshalb es nicht schlecht war, dass die Rothaarige eine andere Lösung entdeckte, als sie gerade darauf einprügeln wollte. Sie stockte, kniff die Augen zusammen. „Sieh mal...“, murmelte sie nachdenklich und fasste an den Fleck an der Wand, der irgendwie sauberer wirkte als der Rest. Kaum war ihre Hand dorthin gewandert, spürte sie, wie ein Stück Stein ruckartig einsank und sie zog erschrocken ihre Hand zurück. Was zur Hölle war das? Ein Geheimgang. Ein verdammt Dunkler noch dazu... Kokoro blickte hinüber zu ihrer Kollegin während sich vor ihnen langsam der Gang öffnete. Das unangenehme Geräusch und die Vibrationen spürten sie nun am direkten Leib. Dass sie es spürten, hieß aber auch... „Sei auf alles gefasst: Wer auch immer da drinnen ist; der weiß vermutlich dass wir kommen.“ Mit diesen Worten atmete sie tief durch und ging voran in den dunklen Geheimort... Wenn sies schon verbockt hatte, ließ sie es sich nicht nehmen Pakura zu schützen. Doch dann vernahm sie ein lautes Knacken und erstarrte auf der Stelle. Als sie nach unten blickte, wich sie mit erschrockenem Gesichtsausdruck ein Stück zurück und stieß somit auf ihre Kollegin an. „Heilige Scheiße...“, flüsterte sie entsetzt. Da lag ein Skelett vor ihren Füßen! Und sie war auf dessen Hand getreten und hatte sie zertrümmert, als wäre es ein winziger Ast. Wenn das echt war, dann war es schon verdammt lange hier. Kokoro wurde schlecht bei dem Gedanken. Waren sie hier nicht in einer verdammten Schule?! Vor lauter Schreck hielt sie inne, ja sogar die Luft an... und in der Ferne hörte sie ein monotones, sich wiederholendes, pickendes Geräusch. Was war das? Sie konnten es nicht sehen... Soweit wie sie in den düsteren Gang schauen konnten, war an dessen Ende nur Dunkelheit zu erkennen. Irgendwie wurde aus dieser Nummer gerade eine große Nummer. Ob sie dem gewachsen waren?
     
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