Job: Der heimliche Liebhaber

Dieses Thema im Forum "Seiryuu-Bezirk" wurde erstellt von Tsukigata Yamato, 13. Okt. 2019 um 00:32 Uhr.

  1. Tsukigata Yamato

    Tsukigata Yamato Genin

    Beiträge:
    70
    Alter:
    17
    Größe:
    1,79 m
    Fraktion:
    Shiro
    Dorf:
    Shiro
    Steckbrief:
    Link
    Job: Der heimliche Liebhaber
    In fragwürdigen Hauptrollen: @Manako Raku und Tsukigata Yamato

    Es wurde Herbst in Jôsei. Ein böiger Wind pfiff durch die vier Bezirke und trieb die fallenden Blätter in unstetem Spiel vor sich her. Längst hatten die Bewohner Schals, Mützen, feste Schuhe und Regenmäntel wieder aus Schränken und Kleidertruhen geholt, um sich gegen das wilde Wetter zu schützen. So auch Yamato, der sich an diesem Morgen auf den Weg in den Seiryuu-Bezirk gemacht hatte. Gut sah er nicht aus. Also Yamato. Nicht der Bezirk. Nach einer halb durchwachten Nacht fühlte sich der Tsukigata wie dreimal durchgekaut und wieder ausgerotzt. Aber es hätte schlimmer kommen können, denn obwohl sich ein neuer Wachstumsschub ankündigte, waren die Schmerzen noch mehr als erträglich und Yamato hoffte, dass der Auftrag erledigt war, bevor sie schlimmer wurden. Blieb also nur noch die bleierne Müdigkeit, gegen die er sich mit einem großen Becher Milchkaffee gewappnet hatte. Der zweite an diesem Morgen. Vielleicht wäre in Perspektive auch noch ein Dritter notwendig, um die Augenschatten aus Yamatos heute etwas blassem Gesicht zu vertreiben, aber um irgendwie zu funktionieren, würde es schon genügen.

    Während er ohne Eile durch die Straßen ging und dann und wann an seinem Kaffee nippte, ging der Tsukigata in Gedanken noch einmal den Job durch, den ihm die Verwaltung gestern zugestellt hatte. Ein Herr Nakazato Atsushi war ob der abendlichen Umtriebe seiner Ehefrau verunsichert. Nun, das war verständlich, fand Yamato. Schon gar, wenn Frau Nakazato sich selbst auf Nachfrage ihres Mannes in absolutes Schweigen hüllte. Ob man deswegen aber zwei Shinobi anheuern musste, war eine andere Frage. Vielleicht waren Genin einfach billiger als professionelle Privatdetektive. Sei’s drum. Irgendetwas würden er und sein noch unbekannter Mitstreiter schon herausfinden und Yamato hoffte nur, dass es eine harmlose Ursache hatte. Vorstellen konnte er sich ja viel...

    Leidlich belebt vom Koffein beschleunigte der hochgewachsene Genin seine Schritte. Es war noch recht früh am Morgen, was etwas widersinnig erscheinen mochte, wenn Nakazato Akemi eher zu späterer Stunde abspenstig wurde. Aber es galt noch einige Vorbereitungen zu treffen, so dass der zeitige Termin wohl doch seinen Sinn hatte. Yamato war es nur recht. Bei ihm ging heute ohnehin alles etwas langsamer. Nichtsdestotrotz traf er einige Straßenzüge später unter dem Baum ein, der als Treffpunkt ausgemacht worden war. Von hier aus sollte das Haus ihres Auftraggebers zu sehen sein, auch wenn Yamato noch nicht wusste, welches es war. Er befand sich in einer mehr oder weniger nichtssagenden Wohngegend, in der die Einfamilienhäuser in einem erbitterten Wettstreit um ihre Beschaulichkeit lagen.

    Yamato trank seinen Kaffee aus und verstaute den leeren Becher in seinem Rucksack. Die noch warmen Hände vergrub er tief in den Taschen des dunkelblauen Halbmantels, der ihn vor Wind und Wetter schützte. Er hatte sich heute etwas wärmer angezogen als sonst, denn wer wusste schon, wie lange sie draußen herumlaufen würden, um diese Frau zu beschatten? Versonnen blickte er hinauf in das schon halb kahle Geäst, um zu sehen, ob sein Jobpartner sich nicht vielleicht schon dort oben niedergelassen hatte.

     
    Manako Raku gefällt das.
  2. Manako Raku

    Manako Raku Genin

    Beiträge:
    177
    Alter:
    17
    Größe:
    180 cm
    Fraktion:
    Shiro
    Steckbrief:
    Link
    Das hier war tatsächlich so eine dieser Aufgaben, wo sich selbst Raku fragte, ob sie einen Sinn für das Dorf als solches erfüllte. War das wirklich noch im Aufgabenprofil Shinobi enthalten? Der junge Mann, dessen feste Kleidung wie immer gut saß, ihn aber ein wenig fremd in der Stadt wirken ließ, ging mit sicheren Schritten durch die Straßen und hatte sich vorgenommen - wie immer - früher anzukommen als er musste. Seine Arbeit fing immer schon früher an als angesetzt war, alleine schon weil er sich gerne ein Bild der Umgebung machte, in der er sich aufhalten würde. Er war ausgeschlafen und verhältnismäßig gut drauf, auch weil das Wetter ihm die Möglichkeit gab, mal wieder mit seinen selbst gefertigten Kleidungsstücken zu glänzen - sie schlugen sich nämlich gerade in solchem Wetter ganz hervorragend, ganz besonders der grünbraune, sehr wetterfeste und aus Segeltuch gefertigte Mantel, den er sich übergeworfen hatte. Der hellblonde Wuschelkopf war heute vorerst nicht von einer Kapuze verdeckt, was wohl auch einfach daran lag dass er die Notwendigkeit nicht so recht erkennen wollte. Diese Aufgabe war... simpel. So an sich gesehen. Und auch wenn Raku stets der Meinung war, alle Aufgaben zur Zufriedenheit erledigen zu müssen, blieben da doch die vormals benannten leisen Zweifel in ihm. Na, sei's drum, sagte sich der Genin und ließ sich dazu hinreißen, ein wenig Informationsbeschaffung noch vor dem Zusammentreffen mit seinem Teamkameraden, einem gewissen Tsukigata Yamato, zu betreiben. Tsukigata... sagte ihm nichts. Bisher hatte er mit einer handvoll Kollegen zu tun gehabt, aber der war noch nicht drunter gewesen. Wie immer war da diese Hoffnung, dass er nicht wie eine gewisse Kumo-nin war. Würde sich wohl zeigen.

    Vielleicht eine Stunde später und pünktlich traf auch Raku bei dem Treffpunkt ein, wo ein hochgewachsener, junger, irgendwie adrett erscheinender Mann stand, dessen schwarze Haare sehr viel ordentlicher wirkten als die von Raku. So generell hatte der Bogenschütze so viel Selbsterkenntnis das er zugeben musste, dass der Kollege da sehr viel zugänglicher wirken musste als er. Zumindest auf den ersten Blick, aber da konnte er sich auch täuschen - Raku war nicht furchtbar fantastisch in dem Spiel 'erkenne sofort wie der andere so tickt'. Yamato sah gerade hoch in die Baumkrone über ihm, weshalb Raku noch einen Moment Zeit hatte ihn zu beobachten. Recht blass wirkte der Schwarzhaarige, vielleicht ein wenig übernächtigt? "Tsukigata Yamato-san?", fragte Raku dann, und es waren die ersten Worte die er in den letzten zwei Tagen gesprochen hatte. Entsprechend rau kamen sie raus, und er näherte sich dem reagierenden Kollegen. "Manako Raku. Ich bin wegen dem Job hier", erklärte er und räusperte sich, um seine Stimmbänder ein wenig in Schwingung zu versetzen. Die Augenklappe über seinem linken Auge verdeckte die Sicht auf den darunter liegenden Augapfel, aber sein heller Wuschelkopf verdeckte das Auge sowieso halb. "Habe mich bereits umgesehen. Der Klient, Nakazato-san, wohnt dort vorne. Es brennt Licht im Haus." Informationen im Stakkato. Sein Finger deutete auf ein kleines Haus, aber es schien gut unterhalten zu sein. Ein sehr gepflegter Garten. Zu gepflegt für den Geschmack des Jägers, aber sein Urteil zählte da wohl nicht. "Auf gute Zusammenarbeit", sagte Raku dann noch, verneigte sich leicht, und sein wächserner Gesichtsausdruck taute noch nicht wirklich auf. Lag aber wohl auch daran dass er die Muskeln zum Lächeln nicht wirklich trainiert hatte. Ja, da war ein kleines Lächeln zu sehen, aber das war nur das eingebrannte. Als er wieder gerade stand (und das in dem Falle: schnurgerade!) sah er Yamato einen Moment an. Er war kurz davor zu fragen ob es ihm gut ging, aber richtig durchringen konnte er sich nicht. Raku rang mit sich. "Äh... hoffentlich bleibt das Wetter stabil."
     
    Tsukigata Yamato gefällt das.