Job: Der letzte Wunsch

Dieses Thema im Forum "Suzaku-Bezirk" wurde erstellt von Sakaida Mai, 7. Okt. 2019.

  1. Sakaida Mai

    Sakaida Mai Chuunin

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    Immer und immer wieder las sich Mai ihre Notizen durch. Diese bestanden gerade einmal aus vier Stichpunkten, doch sie beanspruchten die Gedanken der jungen Kunoichi seit einiger Zeit. Einen gut schmeckenden Kuchen backen, einen Preis gewinnen, ein Baumhaus bauen und eine Frau küssen. Vier kurze Sätze umfassten die einfachen Wünsche des Adachi Kaito. Ob er totkrank ist, dass er plötzlich auf die Idee kommt, sich Lebensträume zu erfüllen? Hoffentlich nicht. Oder es handelte sich um die sogenannte Midlife Crisis, welche den Mann ereilt hatte. Reichlich spät, aber warum auch nicht? Wie dem auch sei, Mai fand diesen Job am schwarzen Brett vor und war sofort angetan von dem Gedanken, jemandem solch wichtige Gefallen zu tun. Gute Taten lenkten einfach wunderbar vom oft so kalten Alltag der Shinobi ab. Aber umso öfter sie sich ihre Notizen durchlas, desto aufdringlicher wurden die Selbstzweifel in ihr: Was hatte sie sich eigentlich dabei gedacht? War sie überhaupt in der Lage, diese Wünsche zu erfüllen?

    Einen gut schmeckenden Kuchen backen - das sollte klar gehen. Irgendwie. Auch einen Preis zu gewinnen schien absolut realistisch zu sein. Und eine Frau, welche gegen eine kleine Entschädigung vielleicht jemanden küssen würde - die gab es bestimmt. Aber dann war da dieser andere Wunsch.. Mai griff sich links und rechts seitlich in den blauen Haarschopf, als würde sie sich die Haare raufen. "Wie soll ich denn ein Baumhaus bauen?", jammerte sie leise vor sich hin. Ein Baumhaus! Ein Haus auf einem Baum! Nicht einmal auf dem Boden könnte sie vier Wände errichten. Hoffentlich würden die anderen Shinobi, welche vielleicht an dem Job Interesse gezeigt haben, so etwas können. Ein wenig handwerkliches Geschick wäre wirklich von Nutzen. "Ein Baumhaus. Also so was!"

    Nachdem Mai unbeirrt ihr Selbstgespräch weitergeführt hatte, reckte und streckte sie sich auf der Bank, auf welcher sie Platz genommen hatte. Der Suzaku-Bezirk, in welchem Adachi Kaito lebte, war wie immer sehr belebt. Nicht einmal der leichte Nieselregeln hielt die Leute davon ab, heute auf die Straßen zu gehen. Dankbar sah Mai das Blätterdach über sich an. Der stattliche Baum neben der Bank schützte sie absolut perfekt vor dem leichten Regen. Nur einen Katzensprung weiter befand sich das Haus des Auftraggebers. Ob ihre Kollegen zu Mai finden würden? Oder hatte der Blauschopf bereits jemanden verpasst? Einen Moment lang würde sie noch hier ausharren, schließlich war sie früh dran.

    @Dokúiki Takeo @Haemasu Ai
     
  2. Dokúiki Takeo

    Dokúiki Takeo Genin

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    Entspannt schlenderte Takeo durch die gut gefüllten Straßen von Josei und kratzte sich am Kopf. Offensichtlich war er gerade auf dem Weg zu einem Job. Soweit nichts neues, denn das Leben eines Shinobi bestand nicht, wie vielerorts geglaubt, nur aus einer Aneinanderreihung von Actionsequenzen, sondern zu einem großen Teil auch aus kleinen, banalen, aber nicht minder wichtigen Aufgaben. Er kramte in seiner Tasche, zog einen kleinen Zettel hervor und kniff die Augen zusammen. Er war nicht mehr sonderlich gut lesbar, da Takeo ihn bereits etliche Male herausgekramt, entfaltet, zerknüllt und weggepackt hatte. Einen gut schmeckenden Kuchen backen, einen Preis gewinnen, ein Baumhaus bauen und eine Frau küssen… Er ging alle Jobs noch einmal im Kopf durch, die er bisher absolviert hatte, und überprüfte diese auf ihren Wert für die Gesellschaft. Im Krankenhaus aushelfen? Definitiv hilfreich. Bei einer Großveranstaltung für Sicherheit sorgen? Keine Frage. Oma Hashimoto bei ihren Geburtstagsvorbereitungen unterstützen? Gut. Es war vielleicht kein großer Schritt für die Gesellschaft, aber definitiv stand am Ende ein sinnvolles Ergebnis, und um die Party führte nun mal kein Weg drumherum. Irgendwie erschloss sich ihm jedoch bei seinem heutigen Job nicht ganz, warum er tun sollte, was auf diesem Zettel stand. Es gab auch keine wirkliche Erklärung, außer, dass der Auftraggeber die Erledigung dieser vier Dinge für einen erfolgreichen Abschluss forderte.

    Takeo steckte den Zettel wieder weg, um sich ein wenig mehr auf den Weg zu konzentrieren, und kratzte sich wieder am Kopf. Vielleicht machte er sich zu viele Gedanken. Ein Kuchen war immerhin lecker, und wenn man nicht backen konnte, dann brauchte man eben jemanden, der das erledigte. Ein Baumhaus bauen erschloss sich ihm auch noch. Vielleicht für den Sohn oder Enkel. Durchaus könnte man Hilfe gebrauchen, wenn man es mit dem Handwerk nicht so hatte. Einen Preis gewinnen? Er blieb wieder auf offener Straße stehen. Wieso um Gottes Willen stand dieser Punkt auf der Liste? Warum denn EIN Preis. Nirgendwo war definiert, was für ein Preis. Man will doch nicht einfach irgendeinen Preis gewinnen?! … Oder doch? Er seufzte. Was ihn aber wirklich ins Grübeln brachte, war der letzte Punkt auf der Liste. Eine Frau küssen?! Wollte man Takeo hier ernsthaft verkaufen, dass jemand eine dritte Instanz bezahlte, um eine Frau zu finden und diese zu überreden einen alten Mann zu küssen? So funktionierte das Ganze in Takeos Welt einfach nicht. Nun gut… Auch er wusste, dass es in Josei durchaus Ecken gab, in denen man für die richtige Summe weitaus mehr bekam als einen Kuss, aber dann hätte ihr Auftraggeber sein Geld wahrscheinlich direkt dort angelegt.

    Er setzte seinen Weg fort und bog um die nächste Ecke, wo das Haus des Auftraggebers zu finden war. Nanu? Blaue Haare. Er grinste und fing leise an zu lachen. Jetzt wusste er, was hier gespielt wurde. Drei Jobs mit Mai in Folge konnten ein amüsanter Zufall sein. Vier Jobs infolge waren beinahe unmöglich, denn es lebten ja nicht nur zehn Ninja in Shirogakure, die sich ihr täglich Brot verdienen mussten. Die einzige Erklärung war also ein Tagtraum! Energisch schüttelte Takeo den Kopf, um sich ins Hier und Jetzt zurückzubringen, doch der Traum wollte einfach nicht enden. Es war schon etwas her, dass er es mit einem so hartnäckigen Traum zu tun hatte. Das einzige, was ihn jetzt wohl ins Hier und Jetzt zurückbringen konnte, waren Schmerzen. Er atmete also einmal tief ein, dann ganz langsam aus und kniff die Augen zusammen, bevor er sich selber mit voller Kraft eine Ohrfeige verpasste. Er war zwar nicht sonderlich stark, aber das hatte ganz schön gescheppert.

    Langsam öffnete er die Augen wieder. Mai war immernoch da und auch sonst hatte sich nichts verändert. Seine Augen weiteten sich und zwei große Fragezeichen waren in seinen Augen zu sehen. War das hier wirklich die Realität? Und viel wichtiger: Hatte das gerade jemand gesehen?!

    @Sakaida Mai @Haemasu Ai
     
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  3. Haemasu Ai

    Haemasu Ai Genin

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    Noch immer starrte Ai ungläubig auf das Stück Papier in ihrer Hand, als sie sich durch eine Seitengasse Joseis den Weg bahnte. Sie war schon misstrauisch gewesen, als ihre Mutter ihr am heutigen Tage zum Frühstück offenbarte, dass sie sich Gedanken gemacht hatte und sie ihre Tochter bei ihrer Shinobilaufbahn unterstützen würde. Das wäre das erste Mal, dass dies passiert, also hatte Ai gleich die Glaubwürdigkeit der Worte angezweifelt. Die Nachricht, die sie ihr dann gereicht hatte, derselbe Zettel, den Ai gerade beinahe vor Wut zerknüllte, hatte die Wahrheit zu Tage gefördert. Es war ein Job für AI, den ihre Mutter für sie angenommen hatte und das mit der Hilfe ihres Vaters. Verräter! Bereits beim ersten Blick auf die Beschreibung wurde Ai klar, dass dieser Job die demütigendste Auswahl war, die getroffen werden konnte, darauf hatte es ihre Mutter abgesehen, das wusste sie. Ihren eigenen Vater stufte die Haemasu eher so ein, dass er gutgläubig daran geglaubt hat, dass seine Frau versuchte die Risse in der Beziehung zu ihrer Tochter zu kitten. Aber es half nichts, der Job war angenommen worden und das auf ihren Namen, also musste er erledigt werden. Außerdem würde es ihr einiges an Genugtuung verschaffen, wenn sie nach Hause kam und ihrer Mutter unter die Nase reiben konnte, dass sie die Aufgabe, wie schmachvoll auch immer sie war, abgeschlossen hatte. Also kein Zurück mehr.

    Einen tiefen Atemzug nehmend trat Ai wieder auf eine der breiteren Straßen, als sie den blonden Schopf Takeos vor sich entdeckte. Der Sunanin schien in dieselbe Richtung zu laufen, wie die Pflanzenweberin selbst. Gehörte er zu der Gruppe, die diesem Kerl seine Wünsche erfüllen sollten? Es wäre auf jeden Fall schön ein bekanntes Gesicht bei sich zu haben. Als sie jedoch versuchte sich dem Mann zu nähern, blieb dieser stehen und schlug sich danach ins Gesicht. Merkwürdig, aber wenn das so sein Ding ist. Die Gelegenheit, die ihr jedoch durch den Stopp des jungen Mannes geboten wurde, nutzte sie sofort. Sie trat neben den Dokuiki. Grinsend gab sie dem größeren Shinobi einen Klaps auf das Schulterblatt, was bei dem Größenunterschied etwas merkwürdig vorkommen mochte. Hey, kein Grund dich zu ärgern. Sooooo schlecht warst du doch nicht, während unserer letzten Mission. Anhand der Stimme der Haemasu sollte man erkennen können, dass sie dies im Scherz sagte.

    Jetzt war sie sich auch sicher, dass er mit ihr zusammen den Job absolvieren würde, denn immerhin standen sie kaum drei Häuser von ihrem Ziel entfernt. Alles andere wäre ein zu großer Zufall. Um ihr Ziel endlich zu erreichen schon die Haemasu sich an Takeo vorbei und bemerkte nun den Grund, warum der Sunanin stehen geblieben war. Ein Mädchen mit langem, blauen Haar schien bei dem Haus des Auftraggebers zu warten. Kannte Takeo sie? Wahrscheinlich, aber das sollte eigentlich kein Grund sein, sie anzustarren. Es sei denn, dass … Ohhh, in Ais Kopf formte sich ein Bild, wie wahr oder unwahr dies war, war nicht von Belang. Mit einem kecken Lächeln schlenderte die Haemasu nun auf das blauhaarige Mädchen zu und ließ Takeo hinter sich zurück. Es war ja nur recht und billig, dass sie sich dem anderen Teammitglied auch vorstellte, nicht wahr? Guten Morgen, mein Name ist Haemasu Ai. Scheint so, als sollten wir heute zusammenarbeiten. Übrigens,, damit deutete Ai auf Takeo, der noch hinter ihr war, Takeo hat dich ein wenig angestarrt. Läuft da was zwischen euch beiden? Kein nennenswerter sozialer Filter erkennbar in Ai, das war sicher. Egal, wie die Situation zwischen den beiden war oder ob sie sich überhaupt kannten, die Situation besser gemacht, hatte die Haemasu auf gar keinen Fall.

    @Dokúiki Takeo @Sakaida Mai
     
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  4. Sakaida Mai

    Sakaida Mai Chuunin

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    Ein klatschendes Geräusch ließ Mai wieder zur Straße blicken, auf welcher zwei Personen gingen. Obwohl noch einige Meter dazwischen lagen, konnte der quirlige Blauschopf bereits erkennen, dass es sich bei einem der beiden um Takeo handelte. Ein Lächeln stahl sich auf ihre Lippen. Er war wohl genau so ausbrannt wie sie selbst. Mai brauchte dringend Geld. So ziemlich immer. Warum war das eigentlich so? Wofür gab sie ständig ihre Notgroschen aus? Wie dem auch sei, das klatschende Geräusch kam aus der Richtung der beiden. Ob sie ihre Aufmerksamkeit erhaschen wollten? Seltsam, dass man dann in aller Öffentlichkeit einmal in die Hände klatscht. Dass Takeo sich selbst eine Backpfeife gegeben hatte, hat Mai nicht mitbekommen. Zu schade eigentlich, es hat bestimmt lustig ausgesehen!

    Das Mädchen neben ihrem Freund kam auf sie zugerannt, was Mai dazu veranlasste, sich von der Bank zu erheben. Lächelnd sah sie der Unbekannten entgegen und ging schwer davon aus, eine sehr junge Kunoichi vor sich zu haben. Wie alt sie wohl war? Elf oder Zwölf könnte hinkommen. Ihr Gesicht hatte irgendwie verschmitzte Züge, als würde ihr der Schalk im Nacken sitzen. Doch die violetten Augen waren sehr eindrucksvoll! Haemasu Ai war gerade einmal zwei Jahre jünger als Mai, womit der Blauschopf nicht rechnete. Gerade wollte sie sich ebenfalls vorstellen, als Ai noch etwas an ihre Begrüßung anfügte. Völlig überrumpelt von der unverblümten Frage des Mädchens sah Mai zwischen ihr und Takeo hin und her. "Äh" Dieser Gedanke war ihr ja noch gar nicht gekommen! Und jetzt drängte er sich so sehr auf! "Also.., äh, nein." Bedröppelt sah Mai zu Takeo und in ihrem Gesicht stand ein eindeutiges Fragezeichen. Weniger aufgrund der Mutmaßung des Mädchens, sondern viel mehr um die Kleine selbst. Kannte er sie bereits, dass sie solche Fragen stellte? Und was hatte er dazu zu sagen? Wie unangenehm! Aber Mai wäre nicht Mai, wenn sie nicht zugleich etwas Positives daran fand. Ai schien sehr offenherzig zu sein, was ja eine gute Eigenschaft ist. Also würde sie das nicht allzu ernst nehmen und sich stattdessen unbeirrt und gewohnt freundlich lächelnd vorstellen: "Ich bin übrigens Sakaida Mai. Freut mich!" Und wie schön ihre Haare doch waren! So einen ordentlichen Zopf kriegte Mai nie auf die Reihe. "Guten Morgen Takeo!", hing sie dann noch etwas verspätet an und inspizierte dann mit Adleraugen das Haus des Auftraggebers.

    "Dann würde ich sagen, wir statten Adachi Kaito mal einen Besuch ab!", beschloss sie grinsend und sah kurz in die Runde, ehe sich alle gemeinsam zum Haus begaben. Ein wenig zaghaft klopfte Mai an. Sie hatte sich eigentlich vorgenommen, das dreimal zu wiederholen, doch bereits nach einem Klopfen wurde die Tür so plötzlich aufgerissen, dass die Kunoichi kurz zusammenzuckte. "Da seid ihr ja! Ich habe extra direkt an der Tür gewartet, damit wir keine Zeit verlieren!" Kaito breitete die Arme aus und sah erwartungsvoll in die Runde. Er war klein, etwas rundlich, hatte eine Halbglatze und viel zu große Augen hinter den dicken Brillengläsern. "Womit beginnen wir? Ich bin ja so aufgeregt! Ich habe noch nie einen Preis gewonnen. Wie stellt ihr das an? Eine Tombola? Eine Lotterie? Ihr übernehmt doch meinen Einsatz, oder?" Oh, der hatte es ja wirklich eilig. Ein wenig verunsichert lachte Mai auf, sah dann kurz zu ihren Teamkollegen und schließlich wieder zu Kaito. "Eigentlich wollte ich uns zuerst kurz vorstellen und.. naja, vielleicht können Sie uns ja sagen, ob sie sich eine bestimmte Reihenfolge vorgestellt haben oder was Sie-" "Den Preis zuerst. Ich habe schon meine Straßenschuhe angezogen, es kann losgehen!" Wow, der hatte es ja wirklich eilig. Hoffentlich fand im Dorf irgendwo eine Tombola statt.. oder ein Hütchenspiel.

    @Haemasu Ai @Dokúiki Takeo