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Job: Kindheitsträume

Hyuuga Mari

Chuunin
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1.225
Alter
20 Jahre
Größe
170 cm
Fraktion
Shiro
Dorf
Shiro | Konoha
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Genau wie erwartet, wollten die Wachen an den Toren Jôseis wissen, was die beiden Ge'nin so lange aufgehalten hatte, dass sie erst jetzt, wirklich mitten in der Nacht, gedachten zurückkommen zu müssen. Nicht, dass ihnen irgendjemand einen Vorwurf gemacht hätte, wenn sie vielleicht noch eine Stunde Freizeit auf dem Fest in Konoha verbracht hätten, aber diese Verspätung war schon etwas mehr als ein Stündchen. Somit mussten die beiden Jugendlichen also erklären, dass Takeo für seine Illusion länger als erwartet gebraucht hatte und allgemein aus dem 'kleinen' Job für zehn Minuten ein längerer und mit mehr Ereignissen geworden war. Den Wachen wurde nicht erzählt, was Hei und Mari nun genau gesehen hatten, dass sie sich kannten und all diese Dinge. Das war privat und ging diese fremden Shinobi nichts an. Zum Glück gaben sie sich zufrieden mit den Informationen, die sie bekamen, nickten zustimmend und ließen den Suna-Nin und die Kunoichi ihre Heimat betreten, in der sie von vollkommener Stille und Einsamkeit – irgendwie – empfangen wurden. Ein paar Lichter, die die Straße erhellten, damit Passanten nicht in vollkommener Dunkelheit ihren Weg suchen mussten, mehr allerdings nicht. Mari schmunzelte verwundert, als ihr Kollege die Stille durchbrach, sowohl deswegen, als auch wegen des Inhaltes seiner Aussage. „Du hast mich schon immer einmal lachen hören wollen. Bedanke dich bei Shin, beziehungsweise dein früheres Ich, der überhaupt die Grundlage für diesen Lacher gelegt hat. Aber ich glaube nicht, dass es zu einer Gewohnheit von mir wird.“ Auch erlaubte sich die Braunhaarige nicht so offen zu gähnen, wie es der Tatsumaki tat, selbst wenn es bereits dezenter geschah, als sie es in Erinnerung hatte. Es war spät, dunkel, der Tag war lang gewesen. Auch Mari war müde und freute sich auf ihre vier Wände und das weiche Bett, in welches sie sich legen und dann so bald wie es eben ging ins Reich der Träume sinken konnte. Es war ähnlich wie bei Gennosuke und Oboro, auch damals war die Hyuuga diejenige gewesen, die sich ihre Erschöpfung nicht hatte anmerken lassen wollen, man höchstens hatte merken können, dass es ihr immer schwerer fiel, ihre Lider auf angemessener Höhe zu halten. Sie hob den Blick, um den Schwarzhaarigen direkt ansehen zu können, als er das weiße Shuriken erwähnte. Stimmt, da war auch noch etwas gewesen. Den hätte die Ge'nin beinahe vergessen gehabt. Sie lächelte leicht. „Ich weiß leider nicht, wo sich meines befindet. Ich muss es damals in irgendeinen Schrank gelegt haben – vermute ich. Auf jeden Fall muss es an irgendeinem Ort sein, an dem ich es aus den Augen verloren habe, zusammen mit den Erinnerungen an diesen Tag. Vielleicht finde ich es ja.“ Und damit hatte die sonst so distanzierte Mari tatsächlich zugegeben, dass ihr ein kleines und eigentlich recht wenig schmuckvolles oder kostbares Shuriken, welches man für wenig Geld auf jedem Fest kaufen konnte, genug bedeutete, um ernsthaft danach suchen zu wollen. Diese Geschehnisse hatten dafür gesorgt, dass aus dem unwichtigen Stück eine schöne Erinnerung an die Vergangenheit wurde. Und die Gegenwart, wenn man genau sein wollte. Schließlich blieb sie stehen, verschränkte die Arme auf dem Rücken und sah zuerst in die Seitenstraße, in die sie nun gehen musste und dann zu jener größeren, die Hei direkt zu seiner Wohnung führte. Der übliche Punkt, an dem sich die Wege der beiden Ninja trennten, nachdem sie einen Auftrag erledigt hatten. Die Braunhaarige wollte bereits zu einer Verabschiedung ausholen, da bot der Tatsumaki – Gentleman wir er manchmal sein konnte – an, sie noch nach Hause zu begleiten. Der Versprecher war unschön, weshalb auch Mari dieser auffiel, allerdings ging sie nicht weiter darauf ein, sondern nickte nur leicht. Der Suna-Nin wusste ohnehin, wo sie wohnte, daher war es nicht mehr als eine nette Geste und ein wirkliches Geheimnis daraus zu machen, war ohne Sinn.

„Was ich noch sagen wollte: Bisher sehe ich keinen Grund, der gegen deine Abweichung vom Standardstil spricht. Beim Sprechen, meine ich.“ Während sie den Genbu-Bezirk nun betreten hatten, die vielen wohlhabenden Anwesen verschiedenster Familien von Mari wie so oft gemustert wurden, kam sie auf ein Thema zurück, welches der junge Mann neben ihr vermutlich schon für beendet erklärt hatte. Schließlich war er auf diese Sache eingegangen, bevor beide überhaupt Jôsei betreten hatten. „Und an die Wette erinnere ich mich ebenfalls, eine Niederlage vergesse ich nicht so schnell. Aiko wird sich freuen, ihren Prinzen wiedersehen zu können, sie ist schließlich irgendwie ein Fan von dir, seit der Geschichte mit Rapunzel.“ Und dann erhob sich auch schon eines der größten Anwesen des Bezirks, natürlich gab es auch einige, die sogar dieses Gebäude übertrafen, aber es gehörte eindeutig in die obere Sparte. Das Weiß glänzte natürlich nicht mehr so wie am helllichten Tag, wenn die Sonnenstrahlen darauf fielen, doch auch in der Nacht, mit der geringen Beleuchtung, musste es nur wenig an Schönheit, Eleganz und Prunk – musste man so sagen – einbüßen. In der Nähe des Eingangs angekommen, drehte die Braunhaarige sich auf dem Absatz um, wollte sich zuerst verbeugen, entschied sich dann aber im letzten Moment anders. Wie war das gewesen? Überförmlich? „Arigatou, Tatsumaki-... kun.“ Genau das hatte er doch gewollt, oder? Es klang ungewohnt, schließlich hatte sich die Hyuuga nun über eine längere Zeit das -san angewöhnt, aus Höflichkeit und da man mit dieser Anrede nie etwas falsch machen konnte. Was sie in diesem Moment nicht in ihre Überlegungen einbezog, wie dies alles hier rein äußerlich wirken musste. Na und da es so schön passte, blieb das auch nicht unbemerkt. Zuerst waren es wenige Blätter, die sich im Vorhof des Hyuuga-Anwesens sammelten, allerdings vermehrten sie sich innerhalb weniger Sekunden zu einem großen Strudel und gerade, als die 15-Jährige sich wieder dorthin hatte drehen können, erkannte sie Shirou. Das Stirnband Konohas umgebunden, eindeutiges Indiz dafür, dass er selbst bis eben auf einem Auftrag unterwegs gewesen war – allerdings etwas schwieriger als eine kleine Illusion auf sich wirken zu lassen, wie man sich vorstellen konnte. Ein paar Schrammen zierten sein Gesicht, doch außer den Kratzern war nichts Ernsthaftes zu erkennen. „Mari“, ertönte die tiefe Stimme des Mannes. Im Gegensatz zu Yue hatte Shirou seine Tochter niemals mit einem -chan angesprochen, dafür war sie – seiner Meinung nach – schon immer zu alt gewesen. Zwischen der Ernsthaftigkeit, die die weißen Augen der jungen Hyuuga ausstrahlten und jener aus den Seelenspiegeln Shirous lagen Welten, was dafür sorgte, dass man sich sogar durchschaut fühlte, ohne dass das Byakugan aktiviert werden musste. Er fixierte zuerst seine Tochter – sie kam nicht täglich so spät nach Hause – doch schnell erkannte er auch die zweite Person, welche direkt vor Mari stand. Sunagakure. Männlich. Gleiches Alter wie sein Nachwuchs. Es war spät – und er hatte sie nach Hause gebracht? Gefühlte Stunden vergingen, in denen Shirou einfach nur schweigend den ernsten Blick der weißen Augen auf Hei geklebt hatte, während seine Mimik nicht andeuten lies, was er von dieser Sache hier hielt. Dass es nichts Gutes war, konnte man sich allerdings vorstellen, zumindest wenn einem klar war, wie die Szene hier wirken konnte. Was bei der Braunhaarigen, die allgemein niemals in solch eine Richtung gedacht hätte, nicht der Fall war. Zuerst sah sie zu ihrem Kollegen, danach zu ihrem Vater. Schweigen, bevor sie ihr sanftes Lächeln auflegte, weniger echt, sondern einfach, da es gerade passte. „Konbanwa, To-san.“ Sie verneigte sich ein Stückchen, was sich ebenfalls über Jahre so eingespielt hatte. Respekt vor ihrem Vater war eben vorhanden. „Der Auftrag in Konoha hat sich ein wenig verzögert. Allerdings gab es keine Beschwerden.“ Keine Beschwerden? Doch, Shin hatte sich beschwert, was aber nicht daran lag, wie der heutige Job ausgeführt worden war, sondern viel mehr, was für eine Vergangenheit er mit den beiden Ge'nin verband. Und was Hei ihm angetan hatte. Komisch nur, dass der ältere Hyuuga gar nicht darauf reagierte, sondern weiterhin auf den Tatsumaki blickte, gar nicht vorhatte, von ihm abzulassen. Gut, wie dem auch sei, Mari lächelte ein letztes Mal zu dem Schwarzhaarigen. „Falls die Dorfleitung sich nicht umentscheidet, werden wir vielleicht bald wieder einen Auftrag zusammenhaben. Und..“ Sie hatte die Wette erwähnen wollen, wurde sich dann allerdings der Anwesenheit ihres Vaters bewusst, weshalb sie sich unterbrach, bevor der zweite Satz wirklich begonnen hatte. „Gute Nacht, Tatsumaki-kun.“ Damit beendete sie diesen Job der Vergangenheit endgültig, drehte Hei den Rücken zu, schritt an ihrem Vater vorbei und verschwand im Anwesen, bevor irgendjemand etwas hatte sagen können. Shirou allerdings war das Anhängsel nicht verborgen geblieben – war er sonst nur das '-san' bei seiner Tochter gewohnt – ließ die Augen noch kurz in die Richtung wandern, in die Mari verschwunden war, neigte danach den Kopf ein paar Millimeter. Kaum mehr als ein Zucken, sollte aber eine Verbeugung zum Abschied andeuten. „Tatsumaki-san, betonte er und – als hätte er einen besonders schönen Abgang haben wollen – verschwand er zusammen mit dem nächsten Windhauch von der Stelle, nicht ansatzweise zu vergleichen mit der Geschwindigkeit Maris. Na, wenn das kein schöner Abschied gewesen war.


[Finish]
 

Tatsumaki Hei

Chuunin
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1.320
Alter
21 Jahre
Größe
185 cm
Fraktion
Shiro
Dorf
Suna
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Na, war das nicht ein schönes Gefühl, die 'Herr Tatsumaki'-Ebene übersprungen zu haben? Wunderbar. Hei schien zufrieden zu sein, erwiderte allerdings nichts direkt, sondern trug nur ein leichtes Lächeln auf den Lippen, was durchaus zeigte, dass er sich darüber freute. Lieber ging er noch einmal auf die Wette ein, die Mari vermutlich noch in einige Erklärungsnot bei ihren Eltern bringen würde - nun, oder vielleicht würde sich Yue ja auch freuen. Immerhin schien die vor sechs Jahren eindeutig noch ziemlich gut aussehende Mutter des Mädchens nicht unbedingt schlecht auf Hei zu sprechen gewesen. Wer wusste das schon? Immerhin stimmte es vermutlich - Aiko würde sich freuen. "Um ehrlich zu sein, freue ich mich auch, die kleine Aiko einmal wiederzusehen.", meinte Hei und schmunzelte. "Sie ist ein niedliches Mädchen. Ich kann mich glücklich schätzen, so einen Fan zu haben.", befand er und gähnte noch einmal leise - und das Gähnen blieb ihm beinahe in der Kehle stecken. Irgendetwas war nicht mehr so ruhig wie vorher. Ein wenig misstrauisch sah sich der junge Mann um, erkannte dann in einem Blätterwirbel - wo kamen die plötzlich her? - einen dunkel gekleidete Gestalt, die sich als ein Hyuuga herausstellte. Ein wenig verschrammt, ein wenig durch den Wind, sozusagen, aber trotzdem strahlte der Mann eine furchterregende Aura aus, allerdings war Hei noch nicht wirklich sicher, ob es einfach nur war, weil er einfach nur so dastand und sein Byakuganauge auf Mari richtete, als würde er ihn überhaupt nicht bemerken. Dann diese tiefe Stimme... nun, damit war jedenfalls geklärt, wer er war. Es bestand eine ziemlich große Chance, dass das hier der Vater des braunhaarigen Mädchens war, welche immer noch neben/vor ihm stand. Schließlich wand sich der Mann doch noch Hei zu, und die weißen Augen fassten seine hellen, blauen ins Auge - und Hei konnte einen leichten Schauer nicht unterdrücken. Dieser Mann befand sich auf einem ganz, ganz anderen Level als Mari. Gegen ihn war sie eine liebenswerte, warme Person, die sich ihm förmlich an den Hals warf. Nein, dieser Mann... Hei fühlte sich durchschaut. Fühlte sich förmlich durchbohrt von dem harten Blick des Mannes, der ihn vermutlich, wenn er gewollt hätte, töten können, ohne dass der Tatsumaki das auch nur mitbekommen hätte. Unheimlich. Der Wüstensohn schluckte leicht, während sich sein Gesichtsausdruck um keinen Millimeter rührte, aber der junge Mann hatte verdammte Mühe, das leichte Lächeln von eben noch aufrecht zu erhalten. Würde Mari auch einmal so werden? Man fühlte sich ja beinahe, als würde die Seele diesem Hyuuga offenlegen, ohne dass er sein Byakugan aktivierte. Wie würde es erst sein, wenn man von dem aktivierten Doujutsu aufgespießt wurde? Gruselig. Hei leckte sich über die Lippen, verzog immer noch keine Miene. Allerdings, der Job hatte sich ein wenig verzögert. Das war natürlich nicht alles, aber das musste der Vater von Mari ja nicht unbedingt wissen, oder? Wer wusste schon, was er in diesem Moment in seinem Kopf sah - Hei lieferte seine Tochter mitten in der Nacht vor ihrer Haustür ab. Nach einem 'Job'. Das war wirklich verdammt schlecht gelaufen - aber immerhin kannte der Mann ihn dann schön und würde ihm nicht die Augen ausstechen, wenn Hei auftauchte, um seine Wette einzilösen.

"Gute Nacht, Hi..uuga-san."
, korrigierte sich Hei schnell, hoffte, dass sein fast-Versprecher nicht aufgefallen war, und warf nur einen kleinen Blick hinter der Kunoichi her, bevor er lieber wieder zu dem älteren Hyuuga sah, bevor der sich noch entschied, etwas zu tun, was... nun, zu was ein Hyuuga eben fähig war. Auch Hei neigte den Kopf, allerdings um ein ganzes Stück weiter als Shirou, sogar... noch ein kleines Stück weiter als Mari vorhin. "Hyuuga... dono.", entschied sich Hei für eine ziemlich respektvolle Anrede, die er noch nie so ernst gebraucht hatte. Aber hier... schien es angebracht. Bevor Hei wieder aufsah, war der Mann schon verschwunden, und alles, was blieb, war... nicht viel. Das Gefühl, dass da eben jemand gewesen war, der wirklich mächtig war. Nicht wie die meisten anderen, denen er bisher begegnet war. Kopfschüttelnd sah er kurz zu dem weißen Domizil, in dem sich Mari jetzt vermutlich ins Bett begab, versicherte sich, das niemand zusah, schloss ziemlich schnell ein paar Handzeichen, konzentrierte einen kleinen Moment sein Chakra, murmelte einen leisen Befehl, und kaum hatte er die Worte ausgesprochen, kam Sand aus der Umgebung angeflogen, bildete eine Art... Surfbrett, nur aus Sand, verfestigte sich leicht und schwebte bereitwillig vor dem jungen Mann, der noch schnell einige Schwachstellen in seinem neuerlernten Fluggerät verbesserte, ein wenig Sand hinzufügte und schließlich draufsprang, sein Chakra an den Füßen konzentrierend, und befahl seinem 'Surfbrett' dann, in einer Geschwindigkeit, in der er niemals hatte rennen können, loszufliegen; sein langer Zopf wehte hinter dem jungen Mann her, als er erst einige Meter aufstieg, sich einen Blick auf die Stadt gönnte, dann sein Haus ausmachte und mit - jedenfalls für ihn - atemberaubender Geschwindigkeit auf das Gebäude zuflitzte. Einige Kurven beschreibend freute sich Hei an dieser wirklich, wirklich nützlichen Fähigkeit, spürte, wie der Wind durch seine Haare fuhr und ihn, einem Falken im Sturzflug gleichend, zu seinem Haus brachte. Kurz vor seinem Ziel löste er das Jutsu und fragte sich.. wieso ihm das nicht früher eingefallen war. So hätte er verdammt viel Zeit und Mühe sparen können. Sicher landete der Shinobi auf dem Boden, während sich um ihn herum eine leichte Staubwolke ausbreitete, als der chakralose Sand auf den Boden fiel. Leicht hustete er, schmunzelte dann. Nun, daran konnte man ja noch arbeiten...

Damit wäre das auch erledigt :>
 
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