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Mülldeponie

Hyuuga Neru

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Während der junge Hyuuga sich weiterhin durch seine Worte nur zu blamieren schien, versuchte er den Gesichtsausdruck seines Gegenübers zu lesen. Leider hatte er damit überhaupt keinen Erfolgt. Wirklich verwundern tat ihn das nicht - sein Gegenüber war ihm immerhin meilenweit überlegen was ... nunja, so ziemlich alles anging. Dennoch frustrierte es Neru, dass er den Suna-nin nicht besser lesen konnte.
Als Hei dann auf ihn zutrat und ihn darüber belehrte, dass so ein 'Grünschnabel' wie er sich lieber zurückhalten sollte, krampfte der Bauch von Neru zusammen. Er konnte es gerade so vermeiden zusammenzuzucken und sah stattdessen Richtung Boden. Er machte sich sofort Selbstvorwürfe und fürchtete, dass Hei nun die Mission abbrechen würde. Er nickte nur ganz brav und folgsam und versuchte seine Angst nicht zu offen zu zeigen - als Hei dann plötzlich lächelte.
Es war nur ein Scherz gewesen?!?
Neru war unglaublich erleichtert, doch das unangenehme Gefühl im Magen wollte nicht sofort verschwinden. Die Selbstzweifel nagten weiterhin an ihm und Hei hatte keinesfalls unrecht - Neru hätte einfach den Mund halten sollen und sich seiner Führung unterordnen sollen. Neru hörte Hei aufmerksam zu und nickte immer wieder, als dieser ihm erklärte, dass er die Hauptfamilie von seinem Wert durch Ergebnisse überzeugt hatte. Das ergab Sinn und auf dem Papier würde am Ende des Tages eine erfolgreiche Mission stehen - egal, ob es sich dabei um einen Job wie dieser hier handelte.
Dann sagte Hei etwas, was Neru kalt erwischte. Versagen. Er blieb kurz stehen, atmete einmal tief durch und beschleunigte seinen Schritt dann schnell wieder, um zu dem Suna-nin aufzuschließen. Er versuchte seine Angst zu verbergen, doch gelang ihm das vermutlich nicht so gut. Neru hatte schon immer enorme Selbstzweifel und wollte die Hauptfamilie nicht enttäuschen. Das sojemand wie Hei - jemand, der nicht auf gleiche Weise an die Hyuuga gebunden war wie er selbst - auf Anhieb erkannte, wie problematisch das Versagen eines Clanmitgliedes sein könnte.
Eine blütenreine Akte? Neru war sich alles andere als sicher, ob er das überhaupt schaffen konnte. War er überhaupt gut genug? Hätte er noch ein Jahr auf der Akademie lernen sollen?

Tatsumaki-dono riss ihn schließlich aus seinen dunklen Gedanken, als er davon erzählte, das Mari ihm den Hals umdrehen würde, wenn er Neru allein schuften lässt. Das ... heiterte Neru enorm auf. Der Gedanke, dass jemand aus der Hauptfamilie sich um ihn sorgen könnte, war ihm bisher nicht oft gekommen. Also biss Neru die Zähne zusammen und mobilisierte jedes bisschen Motivation, welche er heute morgen noch so deutlich gefühlt hatte. Wie Hei es richtig angemerkt hatte, musste er die Mission einfach bestehen. Nichts einfacher als das... oder?

Neru sah über die große Fläche der Mülldeponie. Das Gelände war umzäunt, um alles mögliche Getier davon abzuhalten hier wohnhaft zu werden. Der Geruch war tatsächlich auszuhalten - der Wind stand wohl günstig und verschonte die zwei Ninja von den exotischeren Seiten der Deponie. Verbrannter Müll sollte immerhin nicht so wirklich toll riechen. Soweit Neru wusste, befanden sich hier zum großen Teil Bauschutt und Sperrmüll. Kompost wurde seines Wissens nach zum großen Teil auf eine separate Deponie verfrachtet, um daraus Dünger zu machen. Plastik war seit einigen Jahren im Kommen und Neru hatte gehört, dass es schwierig war, dieses zu entsorgen, doch er wusste nicht, wie man derzeit damit umging. Ähnlich blauäugig war er, was Papier und Kleidung betraf.

"Machen... wir uns die Finger schmutzig!", meinte Neru, gerade als Hei geendet hatte und sie vor der Deponie standen. Er sah ihn an und versuchte so überzeugt zu wirken, wie es ihm gerade möglich war und sah dann vor zur Mülldeponie. Vermutlich wäre es am besten, wenn sie zuallererst einen Verantwortlichen der Mülldeponie fänden, der ihnen beschreiben konnte, wo der neuste Müll abgeladen wurde? Oder vielleicht wollte Hei ihn ja auch testen und ihn sein Byakugan nutzen lassen?
Neru schüttelt einmal den Kopf und sah sich Hei nochmal genauer an. Er war hier der Anführer. De junge Hyuuga zwang sich also zu einem Lächeln: "Mein Byakugan ist noch so weit entwickelt, wie ihr es sicher von Mari-sama gewohnt seit. Ich kann nur ungefähr 300 m weit sehen." Er nickte einmal und sagte dann: "Also - Tatsumaki-dono... wie fangen... wir... am besten damit an, uns die Finger schmutzig zu machen?"
 
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Tatsumaki Hei

Chuunin
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[ #4 ]
Seine stille, aber sehr intensive Beobachtung galt wie in den letzten Minuten seinem jungen Kollegen. Es war eine der schlechten Angewohnheiten von Hei: Wenn er jemanden kennenlernte versuchte er ihn so schnell es ging zu durchschauen, um... ja, um was eigentlich? Keine schlechten Überraschungen zu erleben? Weil er es einfach wollte? Weil es Spaß machte? So richtig sicher war sich der Wüstensohn nicht, aber es hatte natürlich einen besonderen Geschmack wenn die andere Seite mit Mari verwandt war. Hyuuga waren faszinierend, und er vermutete bereits jetzt, dass Neru einen familiären Hintergrund hatte der nicht immer einfach gewesen war. Ohne irgendein Detail zu wissen, war sich Hei sicher, dass Nerus Einstellung stark davon geprägt war. Der Schwarzhaarige erhob keinerlei Anspruch auf Richtigkeit, aber sein Gefühl sagte ihm dass es da etwas gab. Dass Neru einige Gefühlshochs und -tiefs erlebte, merkte Hei, wenn auch nicht in der Intensität wie sie sich tatsächlich präsentierten. Zum Beispiel hätte er nicht vermutet, dass Neru Selbstzweifel hatte. Hei hätte auf Unsicherheit getippt. Einen unselbstbewussten Hyuuga hatte er noch nie getroffen. Seine Worte wurden zwar nicht mit anderen Worten erwidert, aber das musste der Hyuuga-Sprössling auch überhaupt nicht. Seine Körpersprache war existent, und Hei nahm das als positives Zeichen auf. Viele Ninja dachten, sich absolut neutral zu verhalten wäre etwas gutes. Führte meistens aber nur zu Problemen... fand er. Vor allen Dingen in der Zusammenarbeit. Neru hier war keine Maschine, und das fand der Tatsumaki gut. Beschwingt nickte Hei auf die Antwort von seinem Kollegen, wenngleich auch das... er amüsierte ihn einfach. Wie schaffte Neru es so witzig zu sein? Als ob er unfreiwillig die besten Witze riss... dabei sah er einfach nur zweifelnd auf die Müllberge vor ihnen und sah dabei eher unglücklich aus als alles andere. Hei lächelte sanft. Er wollte den jungen Mann nicht bemuttern. Als junger Ninja hatte er sich beweisen wollen, und er hätte es damals wahrscheinlich gar nicht so toll gefunden wenn ein Chuunin ihm gesagt hätte, wie das Leben funktionierte. Hei fühlte sich mit einem Mal (mal wieder) älter als er war. Was er nicht wusste: Das würde gleich noch schlimmer werden.​

Wieder einmal musste er grinsen und leise lachen. "Dachte schon du hättest die Frage vergessen", meinte er um zu umschiffen, dass er wieder einmal die Wortwahl von Neru lustig gefunden hatte. Er hatte faktisch nur seine Worte genommen, sie aber in eine Frage verwandelt die Hei amüsierte. Vielleicht war er aber auch nur gut drauf. Vielleicht war es zu lange her dass er sich so direkt mit jemandem auseinandergesetzt hatte. "Nicht so weit entwickelt? Gut... Weißt du wie langweilig es ist mit jemandem Aufgaben zu übernehmen, der alles immer und überall sehen kann? Es ist schwer noch echte Herausforderungen zu finden wenn man einen Byakugan-Nutzer dabei hat, der zehn Kilometer weit schauen kann. Früher war das noch anders. Früher haben wir unsere Aufträge noch im Schweiße unseres Angesichts durchgeführt!" Er hatte das mit so einer Überzeugung gesagt dass er ein wenig selbst davon überrascht war. Ein Grinsen konnte er nicht unterdrücken. Er wurde echt alt... oh nein. "Na, aber darum bin ich ja auch immerhin Chuunin. Weißt du aber, was noch viel gruseliger ist? Wenn der Vater deiner Freundin, der dich ohne Probleme unangespitzt in den Boden rammen könnte und das sicher auch liebend gerne tun würde, dich immer und zu jeder Zeit beobachten kann. Egal was du grade machst." Der Tatsumaki schüttelte seufzend den Kopf und hob die Schultern. "Kurzum, mach' dir keine Sorgen. Das ist ein idealer Job für dich. Mit dir können wir uns nach dem Ding umsehen, ohne jeden Sack einzeln umdrehen zu müssen. Das ist quasi der Inbegriff dessen wofür du später eingesetzt wirst... abzüglich des Mülls, natürlich." Nachdenklich kratzte er sich am Kinn, nickte dann aber. "Deine Frage ist allerdings nicht unberechtigt. Wir können nicht einfach in den Müllberg springen - jemand könnte uns für Spione halten. Wäre zwar nicht haltbar, ist aber vermeidbar. Lass uns mal sehen, ob wir jemanden finden können, bei dem wir uns anmelden können. Hast du den Zettel noch? Sollte reichen, um uns auszuweisen." Hei verschränkte die Arme vor der Brust und schien auf etwas zu warten. Als nach einigen Momenten noch nichts passierte schmunzelte er leicht. "Nach dir, Neru-kun. Ich bin dein Kollege, nicht dein Anführer. Das ist dein Prüfungsjob. Zeig' was du darüber gelernt hast, eine Aufgabe anzugehen. Ihr Hyuuga seid Späher. Stell dir den Müllberg als eine feindliche Stadt vor, und das Artefakt ist ein kriegsentscheidendes Schriftstück. Unsere Anmeldung ist unser Informant. Und ich helfe dir dabei, die Infiltration erfolgreich zu machen." Hei fand das eine fast romantische Vorstellung, um sie über diesen Müllhaufen zu stülpen. Denn... so entspannt er bisher gewesen war, wirklich Lust hatte er natürlich nicht darauf, diesen Müllhaufen umzuschichten. Notfalls würde er natürlich auch zu Ninjutsu greifen, nur... er durfte eben 'das Ding', was auch immer es war, nicht beschädigen.​
 
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Hyuuga Neru

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„Im Schweiße unseres Angesichtes…“ wiederholte Neru leise und wusste noch nicht so ganz, was er davon halten sollte, da wanderten seine Gedanken schon zu der Mülldeponie vor ihnen.
Genau vor ihnen befand sich der Eingang zur Deponie. Er machte einen alles anderen als gepflegten Eindruck. Es wirkte mehr oder weniger so, als hätte man das Tor mit Schrott von der Deponie so oft ausgebessert, dass der ursprüngliche Schließmechanismus kaum noch zu erkennen war. Neru verschwendete ein paar Sekunden damit, sich eine Welt vorzustellen, wo alles aus Schrott zusammengebaut werden musste und stellte fest, dass ihn der Gedanke ganz und gar nicht gefiel. Allein die Vorstellung, dass überall so viel Schmutz und Dreck war, wie es am Ort unmittelbar vor ihnen der Fall sein musste, sagte ihm gar nicht zu. Dem kurzen Gedankengang war es zu schulden, dass Neru plötzlich das Gesicht verzog, obwohl es womöglich nicht wirklich zu den Worten des Suna-nin passte.
Als dieser dann davon sprach, wie gruselig es war, vom Vater der Freundin immer und überall beobachtet zu werden, nickte Neru schwach, sah Hei jedoch dabei genauer an. Er fragte sich, ob er es als Scherz gemeint hatte. Für Neru war diese Überwachung sein ganzes Leben harte Realität gewesen. Als Bunke hatte er immer Angst, dass ihn die Hauptfamilie bei seinem Versagen beobachten könnte. Dass sie sehen würden, wenn er bei einem Übungskampf einen Fehler macht, wenn sein Kunai das Ziel verfehlt oder er sich unangemessen oder unhöflich verhält.
Er bemitleidete Hei für einen Moment. Dieser war immerhin nicht mit dieser ständigen Angst vor Überwachung aufgewachsen. Es war sicher belastend für ihn zu wissen, dass seine intimsten Momente mit Mari zu jeder Zeit beobachtet werden konnten. Es musste ja nicht einmal absichtlich sein. Es reichte ja ein Hyuuga, der gerade einen verloren gegangenen Schlüssel suchte oder trainierte…
Neru schüttelte einmal den Kopf, um diese Gedanken zu vertreiben. Er hatte schon oft Nächte wegen solcher Ängste wach gelegen – doch sie würden ihn nicht bei dieser Mission behindern!
Neru nickte einmal entschlossen, als Hei die Deponie mit einer feindlichen Stadt verglich. Er sah einmal nach hinten – die Deponie war von einem Wald umgeben. Das war gut.
„Also… wenn ich das jetzt etwas ernster nehmen soll, dann würde ich an dieser Stelle bemerken, dass die Mülldeponie von einem Wald umgeben ist und wir uns bei Bedarf ins Unterholz schlagen können. Sollten wir von … den feindlichen Deponieninja überwältigt werden und zur Flucht gezwungen werden.“
Der junge Hyuuga verzog einmal das Gesicht und schaute einen Moment aus dem Augenwinkel zum Suna-nin, ehe er sich konzentrierte und seine Hände zu einem „Tiger“-Zeichen zusammenführte, um sein Chakra anzuregen und zu konzentrieren. Er schloss die Augen und leitete mit Anfängerniveau sein Chakra in seine Augen…:
„Byakugan!“

Ein Radius von etwa 300 m wurde für den Hyuuga sichtbar. Er ließ sich einige Momente Zeit, überließ nichts den Zufall und schaute gründlich. Soweit er das beurteilen konnte, waren nur zwei andere Menschen in ihrer Nähe. Vermutlich Arbeiter auf der Deponie. Sonst konnte Neru noch allesmögliche kleines Getier ausfindig machen, doch das kümmerte ihn nicht. Wer würde sie schon beim Mülldurchwühlen mit Tieren bespitzeln?
Um Chakra zu sparen, deaktivierte er das Byakugan und atmete einmal tief durch. Mit nichtssagender Miene und neutralem Tonfall meinte er dann: „Das Gelände ist soweit fei. Ich glaube, ich konnte zwei Mitarbeiter ausfindig machen. Wir töten den einen, und foltern den anderen, bis er uns die nötigen Informationen gibt.“
Neru ging vor und betrat das Gelände der Deponie. Der Weg war mehr oder weniger sauber, doch der Geruch der Deponie zweigte seine … charakteristischeren Noten, welche sich mannigfaltig vor ihnen entfalteten. Der Hyuuga verzog das Gesicht und fragte sich erneut, ob diese Mission ihn vor der Hauptfamilie nicht total blamieren würde.
Schließlich kam einer der Arbeiter in Sicht. Der Mann sah aus, wie man sich einen Mülldeponiearbeiter eben vorstellte. Arbeitsklamotten, eine bullige Statur mit einem Ausdruck in den Augen, welcher am besten als omnipräsentes Desinteresse zusammengefasst werden konnte. Zumindest Desinteresse im Bezug darauf, was dieses Kind und der Wüstenjunge auch immer von ihm wollen könnten.
Neru fand den Mann nach diesem ersten Eindruck gleich sympathisch und murmelte Hei zu: „Den foltern wir!“, ehe er auf den Mann zuging und respektvoll, wenn auch nicht tief, den Kopf neigte. Er erklärte dem Mann ruhig und im höflichen Ton, dass es sich bei ihm um Neru Hyuuga, aus dem Bunke Zweig der Hyuuga-Familie aus Konoha handelte. Hei stellte er schlichtweg als Takahashi-dono vor, ohne jedoch dessen Herkunft zu benennen. So hoffte der junge Ninja wohl, dass man sich mehr an ihn, und weniger an Hei erinnern würde.
Unter Vorhalt des Auftragzettels stellte Neru daraufhin kurz den vorliegenden Sachverhalt dar. Die Stimmung des Mannes besserte sich daraufhin sichtlich, da er die beiden Ninja lediglich in eine Richtung zu weisen brauchte und danach nichts mehr zu tun hatte. Neru dankte dem Mann dennoch ehrlich und fragte, ob er ihnen vielleicht zwei Paar Arbeitshandschuhe und Stiefel leihen könne.
Er konnte. Mit zwei dicken Paaren Arbeitshandschuhe und Stiefeln machten sich Neru und Hei also zur Stelle auf der Deponie auf, wo der neuste Müll von heute abgelagert wurde. Und natürlich handelte es sich hierbei um die Stelle auf der Deponie, die am intensivsten roch. Der Müll war immerhin noch frisch.
Neru formte vor dem Haufen, ohne groß Worte darüber zu verlieren, wieder das Tiger-Zeichen und konzentrierte sein Chakra.
„Byakugan!“
 

Tatsumaki Hei

Chuunin
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[#5]
Okay, zugegeben: Hei hatte es nicht so wörtlich gemeint als er Neru eine kleine Fantasiewelt erläutert hatte, und für einen Moment sah der Tatsumaki seinen Kollegen nachdenklich und amüsiert an. 'Wir töten den einen, und foltern den anderen', was?​

Aber eines nach dem anderen. Hei nickte amüsiert als der Akademieschüler erklärte, wie er sich notfalls ins Unterholz schlagen würden wenn sie 'erwischt' werden sollten. Das war schonmal nicht schlecht. Eine Fluchtoption zu haben war immer eine sehr nette Sache. Diesen Luxus hatte man eben nicht immer und so war es gut, zu erkennen, wo diese Möglichkeit lag. Es war natürlich nicht furchtbar schwer, aber ihm gefiel dass Neru sich darauf einließ. Dann aktivierte er sein Byakugan und Heis Gesichtsausdruck wurde neutraler, aber das Interesse blitzte in seinen Augen auf. Offensichtlich war Neru nicht so erfahren wie Mari, aber das verlangte ja auch niemand. Er brauchte länger, das Auge zu aktivieren, und konnte auch lange nicht so weit schauen - nach eigener Aussage. Trotzdem war es immer wieder spannend zu betrachten, und Hei fiel tatsächlich auf dass seine Augen... anders aussahen als die seiner Freundin. Im nicht-aktivierten Zustand sah man keinen Unterschied, aber im aktivierten Zustand sahen die Augen seines jungen Kollegen... unreiner aus als die von Mari. Gut, vielleicht war das einfach so? Waren Nebenhausaugen anders als die des Haupthauses? Davon hatte Hei noch nie gehört. Vielleicht war Mari ja in ihrer puristischen Art und Erziehung einfach ganz besonders... hell-äugig? Auf jeden Fall war es faszinierend zu sehen, sodass Hei sich einen Moment in Theorien und Gedanken verlor, bis sich sein Kollege wieder zu Wort meldete. Und nach diesen Worte blinzelte Hei ein wenig erstaunt und legte den Kopf ein wenig schief, nachdenklich, und schmunzelte ein wenig. Das waren sehr harte Worte. Es war nicht zwingend falsch was Neru sagte - in bestimmten Situationen wäre es vielleicht wirklich das gewesen was er hätte tun müssen, aber dass er so schnell von Töten und Foltern sprach war dann doch bedenklich.​

Hei hielt sich vorerst zurück mit einem Kommentar. Der Hyuuga musste seine Erfahrungen erst einmal sammeln und die Einstellung stimmte ja irgendwie - weshalb sie sich auf das Gelände der Deponie begaben und nach den Menschen suchten, die Neru 'aufgedeckt' hatte. Es war, naja, ein Arbeiter halt. Hei warf Neru einen etwas skeptischen Blick zu. "Wir könnten ja vielleicht einfach erstmal... fragen", warf er amüsiert ein. Der Nebenhaus-Hyuuga machte genau das, und verhielt sich tatsächlich sehr respektvoll, wenngleich Hei nicht wusste wieso zur Hölle er ihn als Takahashi vorstellte. Moment mal, das war nicht abgesprochen worden. Früher hätte Hei das vielleicht gar nicht so übel gefunden, aber in den letzten Jahren hatte sich - auch nicht zuletzt wegen Mari - seine Einstellung geändert. Das würde er wohl doch noch einmal kritisieren müssen. Okay, gesagt, getan: Arbeitskleidung bekommen, Auskünfte erhalten, das lief doch an sich ganz gut! Erst als sie vor dem tatsächlichen Müll standen, seufzte Hei leicht. Am Ende des Tages war es eben doch das... Müll. Zwar war da auch viel Papier drunter, aber eben auch aller anderer Mist. Mülltüten, die halb aufgerissen waren, aus denen Kaffeefilter hervorquollen, Kartons, zerissene Klamotten... der Müll wurde zwar getrennt, aber offenbar waren nicht alle Verwaltungsmitarbeiter so penibel damit wie man sich das wünschen würde. "Übrigens, Neru-kun, zwei Sachen: Töten und Foltern sollten nicht die ersten Gedanken sein, die du bei der Informationsbeschaffung hast. Es gibt da noch einige Vorstufen, denkst du nicht? Täuschung, Lügen, Ausfragen, meinetwegen Verführung oder Drohung. Mal angenommen, das wäre wirklich eine feindliche Stadt: Denkst du nicht, zwei Informanten mit derlei Informationen würden auffallen, wenn sie fehlen?" Er lächelte leicht und sah die Handschuhe skeptisch an, zuckte mit den Schultern und steckte sie erstmal in die Tasche. Die Stiefel nahm er allerdings gern. "Und ich schätze den Gedanken wert, weshalb du mich nicht mit meinem Namen vorstellst, aber..." Hei kratzte sich an der Wange. "Entweder wir lügen beide oder wir sagen die Wahrheit über unsere Identitäten. Meinen Namen brauchst du sicher nicht zu verstecken, der ist nicht wirklich bekannt. Wenn ich früher nicht wollte, dass mich jemand erkennt, habe ich oft die Verwandlungstechnik benutzt", ergänzte er und beobachtete seinen Kollegen dann wie er das Byakugan erneut aktivierte. "Einer der Vorteile wenn man ständig mit einer Hyuuga Aufträge erledigt." Der Wüstensohn beneidete seinen Kollegen ein wenig um seine Fertigkeit. Ja, bei Mari ging es ihm manchmal ähnlich. Es war wirklich hilfreich, einen Byakugan-Nutzer bei einer Mission dabei zu habe, aber was würde Hei nicht dafür geben, mal durch die Augen eines Hyuuga sehen zu können. Es musste eine ganz andere Welt sein. Und bei ihm war es einfach auch eine wissenschaftliche Neugierde die er hatte. Hätte er diese Fähigkeiten, könnte er viel einfacher neue Jutsu weben. Nachdenklich kratzte er sich am Kopf während er selbst ebenso den Blick schweifen ließ. Die beiden Ninja standen auf einer Art Gitterpfad, der sich über die Deponie erstreckte und es wenigstens erlaubte, sich oberhalb des Drecks zu bewegen. Eins war sicher... Katon-Jutsu waren hier erstmal Tabu. Wenn Hei hier was anzündete, würde das ganze Ding abbrennen bis auf die Grundfesten. Mal abgesehen davon, dass der Chunin damit wenig gute Erfahrungen gemacht hatte, war es auch kontraproduktiv. Immerhin sollte das 'Ding', was immer es war, gerettet werden. Ein Papierberg erregte seine Aufmerksamkeit und er sprang mit einem schnellen Hüpfer dorthin, sah sich einige der Zettel an, die dort lagen und auf die Verwertung warteten. Entwürfe von Briefen, allgemeines Verwaltungshandeln, viel Blah-blah... das war ja wirklich verdammt langweilig!​

Anders sah es bei Neru aus. Dem Hyuuga eröffnete sich eine neue kleine Welt als er sein Byakugan aktivierte und sich an diesen Zustand gewöhnt hatte. Anders als dieser es vielleicht vermutet hatte, blieb die Deponie nicht dunkel - nach kurzer Zeit fingen erst einer, dann zwei, dann immer mehr kleine Lichtpünktchen vor der Linse des Hyuuga zu funkeln. Es war nicht bloß ein Gegenstand, der Chakraspuren hatte... es waren viele! Noch dazu waren es alle nur schwache Spuren - offenbar war hier kein sonderlich mächtiger Gegenstand, der massiv Chakra gesammelt hatte, weggeschmissen worden. Während Hei noch den Papierberg studierte, war es jetzt an Neru, die ersten Schritte zu gehen.​
 

Hyuuga Neru

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Neru dachte über die Worte des deutlich erfahreneren Ninjas nach. Er hatte recht. Natürlich hatte er das, aber die lockere und offensichtlichere Art wie er das gesagte herüberbrachte, ließen Neru einen Moment aufhorchen. Die Verwandlungstechnik benutzen - Neru wäre nicht einmal auf die Idee gekommen. Er hatte durch das Byakugan diese Technik immer als Spielerei angesehen, doch Tatsumaki machte ihn in diesem Moment mit einem Schlag bewusst, wie vielseitig diese Technik doch außerhalb des Lebens der Hyuugafamilie sein könnte. Neru nahm sich vor, dies nicht zu vergessen.
"Ich verstehe, Tatsumaki-dono.", meinte er ruhig und senkte dabei für einen Moment den Kopf.

Während Neru mit seinem Byakugan über die Mülldeponie streifte, dachte er über andere Informationsbeschaffungstechniken nach. Warum war er direkt auf töten und foltern gekommen? Klar, es war mehr oder weniger ironisch gemeint und doch musste er zugeben, dass er auch tatsächlich genau daran als erstes gedacht hätte.
Der junge Mann seufzte, denn ihm wurde bewusst, dass er sich wohl ganz sicher viel zu viel Stress wegen dieser Mission machte. Das musste die Erklärung für diese doch sehr brutale und direkte Lösungsweise sein, die ihm als erstes in den Sinn gekommen war.
Schließlich konzentrierte er sich wieder vollends auf seine Aufgabe. Er konnte es sich nicht leisten, lange in Gedanken versunken zu sein - denn sein Chakra-Vorrat reichte nicht aus, als das er sein Byakugan während der ganzen Mission hätte nutzen können.
Mit einem hörbaren Grunzen stellte Neru fest, dass es mehrere Chakraspuren in der Deponie gab. Er konzentrierte sich, um einen Gegenstand genauer zu erkennen - doch es gelang ihm nicht. Überhaupt hatte er nicht das Chakra, um alle Gegenstände einzeln zu überprüfen.


"Tatsumaki-dono - was haltet ihr von meiner Idee, dass ich Kunai an die Stellen werfe, wo ich Chakraspuren erkenne? Dann können wir die Stellen absuchen, ohne dass ich mein Chakra durch das Byakugan vollends verbrauche.", er runzelte etwas die Stirn und ließ in der rechten Hand ein Kunai kreisen. Wenn Tatsumaki sein ok geben würde, dann würde er die Kunai zielsicher an die entsprechenden Orte werfen. Ansonsten, würde er die Klinge wohl einfach einstecken und müsste einen anderen Lösungsansatz finden.
 

Tatsumaki Hei

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[#6]
Während der Hyuuga sich vorbereitete, den Blick auf den Müllberg zu richten, warf Hei noch einmal einen Blick zu dem jungen Mann. Es war... so verdammt seltsam für ihn, dass er als -dono angesprochen wurde, dass es ihn regelrecht aus dem Konzept brachte. Wie furchtbar war es bitte, stets angesprochen zu werden als sei man ein alter Mann mit Bart? Dem Suna-nin war schon klar, dass es nicht nur alte Menschen waren, die so angesprochen wurden, aber... er sah sich einfach nicht als ein Mensch, dem solch eine Ehre zuteil werden musste. Im Gegenteil, wenn er nicht gewusst hätte, dass Neru ein Nebenhaus-Hyuuga war und es bitterernst meinte, hätte er sogar vermutet, er würde ihn veralbern. Aber immerhin hatte er seine Worte nicht mit Ablehnung... Moment mal. Dem Wüstensohn wurde klar, dass Neru ihm wahrscheinlich sowieso zugestimmt hätte, ob er das nun so meinte oder nicht. Verfluchte Höflichkeit, Hei wusste nicht einmal, wie Menschen damit klarkamen - Ehrlichkeit war so viel mehr wert als sinnloses Zustimmen. Nicht ohne die Nase ein wenig zu kräuseln strich sich der Schwarzhaarige durch die Mähne, seufzte ein wenig. Einerseits, dachte er sich, könnte er wahrscheinlich sogar von dem Hyuuga verlangen, ehrlich zu ihm zu sein. Andererseits waren die Wurzeln seines antrainierten Verhaltens so tief in dessen Geist eingedrungen, dass es wahrscheinlich gar nicht so viel Sinn machte, es zu überstürzen. Hei empfand Neru zwar als nervtötend höflich, aber trotzdem als einen angenehmen Missionspartner. Und vielleicht gefiel er sich auch ein kleines bisschen in der neuen Lage, so etwas wie ein Lehrer zu sein. Ein bisschen. Die blauschimmernden Augen des Tatsumaki richteten sich auf den Jungen, der mittlerweile sein Byakugan aktiviert hatte. Ob er schon etwas gefunden hatte?​

Mit leichtem Amüsement auf dem Gesicht betrachtete der Wüstensohn, wie Neru sich abrackerte. Es war zuviel gesagt, dass er es wirklich betrachten konnte, aber der Ninjutsuka war erfahren genug um zu merken, wie sehr sich der Hyuuga konzentrieren musste um sein vermutlich nicht sonderlich ausgeprägtes Byakugan fokussiert zu behalten, gleichzeitig seinen Chakrafluss zu kontrollieren - und gleichzeitig diese Umgebung als Gegner zu haben. Er hätte ihm zwar gerne geholfen, aber Hei hatte dazu gar keine Möglichkeit... hm, das war mal wieder eine Idee für ein Jutsu. So etwas gab's sicher, das musste er sich nicht selbst ausdenken... oder? Der Suna-nin legte den Kopf zur Seite, schien gedankenverloren. Was wohl passieren würde wenn er Neru mit Chakra vollpumpen würde, ohne dass dieser es speichern konnte? Und... abrupt riss ihn der Akademieschüler aus seinen Gedanken und machte einen Vorschlag zum weiteren Vorgehen. "Nur zu", meinte Hei schulterzuckend. "Wie auch immer du es machen möchtest. Hast du denn genug Kunai dafür?" Mit einem Schmunzeln verschränkte der Tatsumaki die Hände hinter dem Kopf und verschloss sein Chakra komplett in sich, soweit es ging. Er lenkte sogar Mari manchmal mit seinem übermäßigen Vorrat ab - nicht, dass Neru nachher nichts mehr sah. Der Hyuuga schien noch zu zögern. Hei sprang neben ihn, festigte seinen Zopf noch ein wenig fester. "Es ist 'ne gute Idee, Neru-kun", ergänzte er. "Fangen wir bei den größten Chakrasignaturen an." Neru tat wie geheißen, und nachdem er die Stellen markiert hatte hüpfte Hei zu dem nächstliegenden Kunai, winkte Neru zu sich. "Du kennst den Baumlauf, oder?" Der Wüstensohn grinste, hob seine Hand, legte sie an eine Schreibtischplatte, die (unter anderem) über dem gewünschten Gegenstand lag, hob den Arm wieder an - und wuchtete die Tischplatte mit nach oben, die an seiner Hand zu kleben schien. "Stellte sich heraus, dass, wenn du nicht an etwas klebst... dass es an dir klebt." Er lachte und schleuderte die Platte weg und deutete auf den Müll der darunter lag. "Wie sieht's mit deiner Chakrakontrolle aus, Neru-kun?"
 

Hyuuga Neru

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Auf die Frage hin, ob er denn genügend Kunai dabei hatte, lächelte Neru für einen Moment. Mit einer geschmeidigen und geübten Bewegung zog er seine Kunai eines nach dem anderen heraus. Er konnte sich zwar Zeit lassen - aber Neru tat es nicht. Das vertraute Gewicht der Wurfwaffe ließ seine Finger kribbeln und seinen Geist freudig aufseufzen. Endlich etwas, was zumindest im Ansatz etwas mit dem wahren Ninja-Dasein zu tun hatte!
Der junge Mann warf die Kunai eines nach dem anderen, ordentlich gezielt aber trotzdem in so fließenden Bewegungen, dass darin keine große Anstrengung zu liegen schien. Der Ausdruck in seinem Gesicht spiegelte freudige Konzentration, während er die vor ihm liegende Aufgabe Schritt für Schritt abarbeitete.

Als er fertig war, atmete er kontrolliert aus und deaktivierte sein Byakugan. Er blieb noch einen Moment still stehen, um in sich hinein zu hören und seinen Zustand zu überprüfen, doch er fühlte noch keine als zu große Anstrengung und war zuversichtlich, dass er so eine Aktion noch das ein oder andere Mal hinbekommen würde. Also machte er sich auf, um Hei zu unterstützen.

Als der deutlich erfahrenere Ninja die Tischplatte so mühelos mit einer Technik wie den Baumlauf bewegte, musste Neru lächelt. Ihm gefiel es, wie dieser junge Mann aus der Wüste scheinbar nebenbei Ninjutsu völlig neue Anwendungsmöglichkeiten gab. Indes zog der Hyuuga einige Trümmer zur Seite, nachdem er das Kunai wieder in seine Tasche gesteckt hatte. Es stank nicht ganz so schlimm, wie er zuvor gefürchtet hatte und so langsam keimte in Neru ein Hoffnungsschimmer, dass er vielleicht nicht vollkommen verdreckt und übel stinkend nach Hause zurückkehren würde müssen.

Er junge Ninja zögerte, bevor er auf die Frage von dme Suna-nin antwortete: "Ich ... würde sagen, meine Chakrakontrolle ist durchschnittlich, für das Akademieniveau, Tatsumaki-dono.". Er verzieht kurz die Miene und ergänzt dann noch: "Für einen Hyuuga ist sie aber unterdurchschnittlich. Ich habe noch Probleme, einzelne Körperteile gezielt anzusteuern...".
Der Hyuuga räuspert sich und schweigt dann erst einmal wieder, während er so langsam aber allmählich seine erste Stelle im Schutt der Halde abgearbeitet hat.
 

Tatsumaki Hei

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[#7]

Nerus Freude über die Tatsache, dass er etwas ninjaartiges machen konnte, kam bei Hei nur so halb an. Nicht, dass Hei nicht einigermaßen motiviert war... es war nur so, dass er eigentlich noch nie so wirklich Freude am machen gehabt hatte. An dem 'wahren Ninjaalltag' nahm Hei teil, weil er es musste. Nicht unbedingt, weil er es so wollte. Aber ihm war genauso bewusst, dass ihn Welten von einem Clan wie die Hyuuga trennte. Ihnen war förmlich in die DNA geritzt, sich anzustrengen und sich für diesen Weg zu entscheiden. Bei ihm war das anders. Am Ende des Tages... war es ein Mittel zum Zweck. In seinem Falle, seine Talente einem Zweck zuzuführen, und gleichzeitig seinen Interessen nachgehen zu können. Nämlich unter anderem, Techniken wie dem Baumlauf mal eben neuen Möglichkeiten zuzuführen. Das war es, was Hei Spaß machte. Nicht umsonst hatte Mari bei ihrem ersten gemeinsamen Job angemerkt, dass man ihm mangelnde Kreativität nicht vorwerfen konnte.​

"Durchschnittlich für die Akademie, hm?", antwortete Hei erheitert. Dann musste er doch ein wenig lachen, schüttelte leicht den Kopf. "Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal von einem Hyuuga höre. Mach dir keine Sorgen. Dafür kannst du mit Kunai offensichtlich Ziele treffen, die sich nicht bewegen. Das fiel mir selbst als Genin noch schwer." Der Tatsumaki schmunzelte in sich hinein, beobachtete, wie Neru eifrig im Schutt wühlte. Sie hatten Glück: An dieser Stelle war es wirklich größtenteils Sperrmüll, der aufeinanderlag. Man musste einerseits aufpassen, sich keine Splitter zu fangen und nicht durch irgendwelche Lücken in das Nirvana unter dem Müll zu fallen, aber ansonsten - es war trocken und stank nicht allzu sehr. Was würde hier wohl für ein Gegenstand liegen? "Und eben weil du ein Hyuuga bist, wirst du das auch noch locker aufholen", stellte der Wüstensohn fest und trat einen Schritt zurück, als der Dunkelhaarige schnaufend einen leeren Rollcontainer hochwuchtete und zur Seite schmiss. "Das wäre mit ebenso schwer gefallen." Hei war immer noch ganz guter Dinge und hatte nicht vor, sich heute vollkommen zu verausgaben. So schwer würde es schon nicht werden, die Gegenstände einen nach dem anderen auszugraben und dem jungen Hyuuga einen erfolgreichen Job zu verschaffen. Aber ein wenig mehr wollte er schon noch wissen. "Deine Augen sehen ein wenig anders aus als die Byakugan-Augen die ich kenne. Trügt das?" Der junge Mann mit den himmelblauen Iriden legte den Kopf ein wenig schief und sah in das Loch, was sie ge'graben' hatten. "Hat das was mit deinem Familienzweig zu tun?" Nachdenklich kratzte er sich am Kopf, zuckte dann mit den Schultern und hüpfte in das freigelegte Loch, kam mit einem leichten Wackeln des Untergrunds auf und befand sich jetzt gut einen und einen halben Meter unter dem Hyuuga, sah neugierig die umliegenden Gegenstände an. Größtenteils schienen es Möbel zu sein. Hm. Ob das wohl... ach, würde schon schiefgehen. Er hob eine Hand und sofort entbrannte eine kleine Flamme dort, leuchtete ein wenig in das Dunkel zwischen den hoffnungslos verhakten und zerstörten Möbelstücke. "He... was ist das?", murmelte er, schob seinen schlanken Körper zwischen zwei Tische und griff nach einem Gegenstand, der leicht glänzte. Von oben musste es witzig aussehen, wie nur noch die Beine von Hei aus dem Müll herausschauten. Als der Tatsumaki schließlich aus den Möbel wieder hervorpoppte, warf er den Gegenstand zu Neru hoch und kletterte danach aus dem Loch heraus. "Na? Was haben wir?"
 

Hyuuga Neru

Akademieschüler
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Nerus Bewegungen wurden etwas schneller, als Hei zu ihm herüberkam. Er wollte ihm die unangenehme Arbeit so gut es geht abnehmen, denn er musste sich daran gewöhnen, dass dieser offensichtlich deutlich talentiertere Ninja so frei von der Hierarchie der Hyuuga war, dass er sich einfach so die Hände schmutzig machte.
Dabei hörte Neru dem Suna-nin natürlich weiterhin zu, ohne jedoch fürs erste wirklich etwas dazu zu sagen. Aber als Hei zugab, dass ihm als Genin der Umgang mit Kunai schwer gefallen war, richtete sich Neru etwas gerader auf. Für einen kurzen Moment empfand er deutlichen Stolz für seine Fähigkeiten, obwohl ihm natürlich bewusst war, wie schwach er eigentlich noch war.

Als Hei dann jedoch sein Byakugan ansprach, verzog sich die Miene des jungen Mannes. Unbewusst sah er weg, als könne er seine Augen vor dem Suna-nin verstecken. Dieser sollte bemerken, wie Neru mit sich rang. Das junge Mitglied der Nebenfamilie schien fast sichtbar abzuwägen, ob er Hei anlügen konnte oder nicht - und wie lange es dauern würde, bis er die Wahrheit dann doch erfährt. Dabei huschte sein Blick immer mal wieder zu Hei herüber, als wolle er sich nochmal einen ausführlichen Eindruck von ihm machen. Als wolle er nochmal einschätzen, ob er sich nicht mit einer schnellen Lüge aus der Affäre ziehen könnte.
"Nein... es hat nichts mit meinem Familienzweig zu tun...", gab Neru schließlich widerwillig zu und atmete einmal tief ein und aus. "Ich ... ähm... war mal krank und ...", er schüttelte einmal den Kopf und wollte wohl damit zu verstehen geben, dass er nicht über das Thema sprechen wollte. "Ist eine lange Geschichte, wenn ihr erlaubt, würde ich sie euch lieber ein andern mal erzählen, Tatsumaki-dono."
Es entsprach eigentlich nicht Nerus Wesen jemanden offensichtlich Höherrangigem keine Auskunft über irgendetwas zu geben. Doch Neru schämte sich dafür, dass sein Byakugan sich von den anderen Hyuuga unterschied. Er wollte nicht als Aussätziger gelten.

Schließlich fing der nun sehr stille Ninja am Ende seiner Akademiezeit den glänzenden Gegenstand, den Hei aus dem Haufen Schutt geborgen hatte. Erst konnte Neru nichts damit anfangen, da es sich scheinbar einfach um eine Art kurze Stange handelte - doch dann erkannte er es!
"Ich glaube, dass ist eine Art abgebrochener Kerzenständer...", antwortete er in Richtung der fragenden Miene des Suna-nin und inspizierte den Gegenstand genauer. Er konnte nicht erkennen, warum dieser Gegenstand eine Chakrasignatur aufwies und schließlich kratze er die letzten Reste vom Wachs weg, welche noch in den alten, goldenen, matt glänzenden ... Müll steckten.

Nach einigem hin und her hatte der Hyuuga schließlich eine alte Schriftrolle in der Hand. Auch wenn es sich hierbei offensichtlich nicht um den gesuchten Gegenstand des Hokage handelte, war nun doch sein Interesse geweckt. Er drehte das alte Papier ein paar mal in der Hand, und erkannte eigentlich auf Anhieb, dass sie vermutlich von einem Ninja angefertigt wurde. Die Art und Weise wie sie zusammengebunden war passte zu jenen Schriftrollen, die Neru schon benutzen konnte, um Kuna oder Shuriken zu versiegeln.

"Scheint jemand in den Halter versteckt zu haben. Vielleicht ja ein Ninja, der ein paar Waffen in seinem Haus verstecken wollte - oder so etwas?"
, er sah Tatsumaki mit hochgezogenen, fragenden Augen an und deutete dann mit seinem Kinn auf die Rolle.
"Kennt ihr euch mit soetwas aus, Tatsumaki-dono?"

Neru würde sich dann schon mal auf den Weg zur nächsten Stelle machen, um doch im Schutt nach dem nächsten Gegenstand mit Chakra zu suchen.
 

Tatsumaki Hei

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Normalerweise war Hei ein Mensch, der versuchte, jedes Problem, jeden Konflikt und jede Unsicherheit sofort aus der Welt zu schaffen. Es war etwas, was er seit seiner Genin-Zeit so tief in seine Persönlichkeit eingearbeitet hatte, dass es nahezu untrennbar mit seinem Sein verbunden war. Aber am Ende des Tages war es einfach seine Abneigung gegenüber Missverständnissen und gegenüber Disharmonie, die ihn dazu veranlassten. ​

Auf die aktuelle Situation bezogen war es allerdings nicht ganz so einfach. Hei fand sich das erste Mal in einer Situation wie dieser wieder. Selbst mit Kana war es ein anderes Gefühl gewesen. Kana war ihm vielleicht 'untergeordnet' gewesen, als Genin gegenüber einem Chuunin, und war nahezu so unerfahren gewesen wie Neru. Aber... bei ihr war er einfach gegen eine Wand gelaufen, ohne dass sie auch nur irgendetwas dafür gekonnt hätte. Es war ihm unverhältnismäßig schwer gefallen, sich in die Gedankenwelt des Mädchens hineinzuversetzen. Bei Neru war das ein wenig anders. Seinen Unwillen, alles bei auch nur der ersten Frage über sich preiszugeben, konnte Hei vollkommen nachvollziehen. Wie lange hatte er vor Mari geheim gehalten, dass er ein Bluterbe hatte? Ganz genau wusste er es nicht mehr, aber es waren Monate, wenn nicht sogar Jahre gewesen. Der Blick seiner blauen Augen hatte noch einen Moment auf dem Nebenhaus-Hyuuga geruht, bevor er in die Grube gesprungen war. Es war in Ordnung, Hei würde ihn nicht bedrängen. Was nicht hieß, dass der wissbegierige Tatsumaki nicht irgendwann noch zu einer Antwort kommen wollte, aber wenn er eines mit der Zeit gelernt hatte dann war es, Geduld zu haben. ​

"Ein abgebrochener Kerzenständer?", fragte der Wüstensohn mit einem unzufriedenen Gesichtsausdruck. "Na, das wird wohl kaum der gesuchte Gegenstand sein", befand er todsicher und verschränkte die Arme, seufzte leise und kratzte sich am Kopf. "Na, bisher ist noch kein Job ohne Probleme über die Bühne gegangen..." Sein Murmeln wurde immer leiser, als er sah, wie genau Neru den Gegenstand untersuchte. Hatte der Hyuuga vielleicht noch etwas entdeckt? Neugierig beobachtete der Schwarzhaarige wie sein jüngerer Kollege das Ding drehte und wendete, herumfummelte - und schließlich eine Schriftrolle aus dem Kerzenständer zog. Überrascht zog er eine Augenbraue nach oben. "Zeig mal her", meinte er mit einem vielleicht etwas zu freudigen Grinsen. Ein kleines Geheimnis? Na, wenn das mal nicht total sein Ding war. ​

Einen Moment später war klar, dass es sich hierbei um eine tatsächlich versiegelte Schriftrolle handelte - es war nicht einfach nur ein mit einer Versiegelungstechnik versteckter Gegenstand, sondern die Schriftrolle an sich war bereits gesichert. Das war sehr ungewöhnlich für etwas, was man auf der Müllhalde fand. Hei runzelte die Stirn, sah zu seinem Kollegen, der bereits einige Schritte weitergegangen war und im Müll grub. "Gib mir ein paar Sekunden." Mit dieser 'Warnung' griff er sich einen der weggeschmissenen Tische, drehte ihn richtig herum und rammte ihn ein wenig in den anderen Müll, um einen sicheren Stand zu gewährleisten, legte die Schriftrolle auf den Tisch und formte ein paar Fingerzeichen. "Siegelentschärfung", murmelte der Wüstensohn und hob einen Finger, strich die noch verschlossene Schriftrolle entlang und schloss kurz die Augen. Er war noch nicht der allererfahrenste Siegelnutzer, aber - und die Betonung lag auf 'aber' - seine Chakrakontrolle und seine überbordenden Chakrareserven ließen ihn die meisten niedrigrangigen Versiegelungen einfach mit reiner, brutaler Gewalt brechen. Hier suchte er aber erstmal nur nach dem Auslösemechanismus des Siegels, fand ihn nach einigen Sekunden und löste zumindest den Teil. Dann packte er die Schriftrolle und öffnete sie mit einem Ruck. Was sollte schon schiefgehen?​

Mit einem hörbaren Knistern riss das Siegel und - puff - eine Rauchwolke stieg dem Wüstensohn ins Gesicht. Amüsiert hustete er ein wenig und wedelte den Rauch weg. "Uff. Alte Versiegelungen." Mit zwei weiteren Fingerzeichen entsiegelte er die Gegenstände und machte einen überraschenden Laut als er sah, was sich da plötzlich auf dem Tisch stapelte. "Aber Hallo", murmelte er fasziniert. Es waren Beutel... Beutel über Beutel voll mit Pillen, kleinen, runden Esspillen, bräunlich und unscheinbar. Es waren - vom äußeren her - Standard-Nahrungspillen, wie Shinobi sie zum Teil benutzt hatten, um notfalls tagelang durchmachen zu können und stets voller Energie zu sein. Verhältnismäßig unkonventionell in dieser Zeit, aber... viel interessanter war doch, warum zur Hölle jemand eine Schriftrolle mit einem Kubikmeter Nahrungspillen in einem Kerzenständer versteckte. "Meine Güte", sagte er lauter. "Ich fürchte, wenn wir noch mehr so'n Kram finden, muss die Verwaltung den Müll genauer prüfen." Mit einer eleganten Bewegung versiegelte er die Pillen wieder, steckte die Schriftrolle in seiner Hüfttasche. "Guter Fund, Neru-kun. Ich werd' das prüfen lassen." Ein klassisches 'Ich nehm das mal mit', hätte auch aus der Verwaltung kommen können. Doch Hei war kein Experte in Nahrungsergänzungsmitteln. Das war nicht sein Fachgebiet. "Vielleicht eine Chance, mal mit den Akimichi in Verbindung zu treten", ergänzte er, als er neben den Hyuuga trat, der jetzt seinerseits einen Meter tief im Müll stand. Und, naja, dieser Müll war ein wenig unangenehmer als der, in dem Hei gewühlt hatte. Es waren etliche Kleidungsstücke, größtenteils Westen, Hosen und Schuhe, die nicht mehr der Reparatur zugeführt werden würden. "Da drin soll was mit Chakra sein?" Hei runzelte die Stirn und ging in die Hocke. "Hast du schon Bekanntschaften mit anderen Clans schließen können, Neru-kun?"
 
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