"Residenz Kushou" - Joudans und Rins Apartment

Dieses Thema im Forum "Plattform 2" wurde erstellt von Kushou Joudan, 28. Nov. 2018.

  1. Kushou Joudan

    Kushou Joudan Genin

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    Eine Apartment wie die allermeisten im Großen Wolkenkratzer auch. ElfterStock, Zweieinhalb Zimmer, Küchenzeile, Bad, Flur und Balkon. Der hölzerne Fußboden knarrt an einigen wenigen Stellen, bietet aber sonst guten Halt. Er ist in der ganzen Wohnung außer im Bad zu finden, dort ist der Boden mit simplen, großen, mattgrauen Fließen gekachelt. Die Wände im Wohn- und Esszimmer sind mit einer hellblau-grauen Tapete verkleidet, die gut zu den grün-blauen Vorhängen passt. Joudans Zimmer ist schlicht in Weiß-Grau gehalten währen Rin ihre Wände mit Postern und Plakaten zukleistert.
    Die Möbel in der gesamten Wohnung wirken noch recht neu, allerdings keinenfalls luxuriös. Das meistgenutzte Stück ist der Wohnzimmertisch, an dem Rin ihre Hausaufgaben erledigt, die beiden Essen und Trinken oder den Joudan ab und an als kleine Werkbank missbraucht.
    Auf einem kleinen Beistelltischchen neben dem Sofa finden sich einige Bilder von Rin, Joudan und deren Großmutter, sowie jeweils ein Bild vom verstorbenen Vater und Großvater der beiden. Von der Mutter ist nichts zu sehen.
    Das Waschbecken und die Dusche im Bad sind zwar meist recht zugestellt, allerdings findet sich eine klare Trennung zwischen "Rins Sachen" und "Joudans Kram". Der Küchenzeile widmet Joudan besondere Aufmerksamkeit, sie ist sein Reich. Im Hause Kushou ist er der Koch. Entsprechend ordentlich und sortiert ist die kleine Kochzeile.
    Der kleine Balkon ist groß genug um Wäsche aufzuhängen oder im Sommer mit ein, zwei kleinen Stühlchen un einem kleinen Tischchen dort Essen oder Lesen zu können. Für Raucher wäre er auch perfekt.
    Penibelste Ordnung sucht man im Apartment der Geschwister vergebens, oft liegen Schulsachen von Rin auf dem Wohnzimmertisch oder Joudans Garderobe für den nächsten Tag hängt über dem Sessel, doch achten die beiden darauf, dass es immer sauber ist. Staub und Boden wischen, Müll leeren und Spülen sind Tätigkeiten, die auf täglicher Basis stattfinden. Ebenso legt Joudan wert darauf, dass nichts auf dem Boden liegt. Das Geschwisterpaar besitzt eine Waschmaschiene und ein Fernsehgerät: Vorteile davon, in Soragakure zu wohnen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. Nov. 2018
  2. Kushou Joudan

    Kushou Joudan Genin

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    "Rin, hast du die Teller gesehen?" Joudan war im Stress. Für seinen Geburtstag hatte er ein paar seiner Arbeitskollegen eingeladen aber irgendwie war der Tag viel schneller vergangen als geplant. Nun war es bald schon 15 Uhr und da würden wahrscheinlich vielleicht die ersten Gäste eintreffen. Joudan hatte Schoko-Kokos-Kuchen gebacken, war einkaufen gewesen, hatte geputzt und aufgeräumt. Und nun fand er die Teller nicht. "Auf dem Tisch, Jou-nii...", rief Rin aus ihrem Zimmer. Joudans Blick schwenkte um und tatsächlich waren die Teller schon auf dem Tisch verteilt. Das war wohl das Werk von Joudans Schwester gewesen. "Danke!", rief Joudan zurück und betrachtete den Wohnzimmertisch kritisch. Er hatte Pappbecher und -teller besorgt, denn für viel Besuch hatte der Haushalt Kushou nicht genug Geschirr. Das hatte zwar keinen Stil aber nur wegen einem seltenen Anlass neues Geschrr kaufen hatte der Blondschopf nicht eingesehen.
    "Wie sieht es mit Getränken aus? Genug da? Der Kuchen? Im Ofen nicht eingestürzt? Bad geputzt? Was, wenn sie in mein Zimmer wollen?" Joudan tigerte, wie mit Hummeln im Hintern, die Wohnung auf und ab. Alles war so alles andere als perfekt. Seine Geburtstagsfeiern bei Großmutter hatten anders ausgesehen. Da wurde das gute Tafelsilber ausgepackt, hier mussten sich Joudans Gäste mit Plastikkuchengabeln abfinden. Da gab es ein Drei-Gänge-Festmahl, hier hatte Joudan für den späteren Nachmittag Pizza bestellt. Je länger er die Wohnung abschritt, desto mehr Unperfektheiten fielen dem Blondschopf auf.
    "Rin, meinst du nicht..." Weiter kam Joudan nicht, denn als er Rins Zimmertüre öffnete um sie nach ihrer Meinung zu nicht-vorhandener Esszimmer-Tisch-Dekoration zu fragen flog ihm ein großes Kissen entgegen, das seinen Weg zielsicher in das Gesicht des Blondschopfes fand. "Beruhig dich mal.", blaffte sie ihn an und Joudan blieb einen Moment stehen.
    Normalerweise war sie nicht so zu ihm. Nur, wenn ihr irgendwas gar nicht passte. Joudan bückte sich langsam nach seinem Kissen und blickte dann zu seiner kleinen Schwester, die trotzig auf dem Bett saß. Zwei Gründe könnte es für ihr Verhalten geben. Sie könnte sich heute, wo Joudan so im Stress war, vernachlässigt fühlen. Das wäre verständlich. Aber Joudan kannte seine Schwester, die Ursache für ihre Missmut lag höchstwahrscheinlich woanders. Eine kurze Zeit lang blickten die beiden Geschwister sich, forschend und herausfordernd an, dann seufzte Joudan und gab nach.
    "Okay, wir schneiden ihn jetzt schon an." Volltreffer. Rins Miene hellte auf und wie vom Blitz getroffen sprang sie aus ihrem Bett auf. Joudan pfefferte ihr das Kissen zurück, das die kleine Kunoichi fing und auf das Bett weiterleitete, dann machten die beiden sich auf in die Küche, wo der Schoko-Kokos-Kuchen im halbwarmen Backofen auf das Geschwisterpaar wartete. Joudan hatte Rin gerade ein Stückchen serviert, da klingelte es schrill.
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. Dez. 2018
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  3. Hōzuki Nanami

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    Nanami hatte sich riesig über Joudans Einladung gefreut. Bislang war sie noch nicht auf sehr vielen Geburtstagsfeiern gewesen – wenn man mal von den ewig langweiligen Geburtstagen der Verwandtschaft absah – und in der Akademie hatte sie nicht allzu viele Kontakte geknüpft, als dass sie sehr oft eingeladen worden wäre. Aus diesem Grund war das weißhaarige Mädchen auch etwas überfordert und wusste nicht so recht was sie ihm würde schenken können! Nichtsdestotrotz hat sie ihm zugesagt und sich geschenketechnisch einer besonderen Herausforderung gestellt! Es ist definitiv kein Meisterwerk geworden und es hat sie viel Zeit, Schweiß und ein paar Tropfen Blut gekostet, doch sie ist mit dem Endergebnis einermaßen zufrieden, dafür, dass es ihr erstes Mal war, dass sie soetwas gemacht hat! Hoffentlich würde Joudan sich darüber auch freuen, auch wenn sie fürchtete, dass der junge Herr bereits etwas zu alt für solche Sachen war. Dieser Teil des Geschenks war also bereits ein paar Tage zuvor fertig und bereit, die Blumen jedoch hatte sie sich für den Schluss aufgehoben – nicht, weil sie auch von Floristik keine wirkliche Ahnung hatte, sondern weil sie glaubte, dass die Pflanzen sich dann länger halten würden. Im Blumenladen ihres Vertrauens ließ sie sich dann also von der netten Verkäuferin beraten und machte sich anschließend wieder auf den Weg zum Wolkenkratzer – indem auch Joudan wohnte. Dort angekommen machte sie zunächst noch einmal Halt in ihrer eigenen kleinen Wohnung im untersten Stockwerk, um das verpackte Geschenk einzusammeln und lief dann ohne weitere Umwege wieder nach oben zu dem Appartment mit der Nummer, die ihr auf der Einladung genannt wurde.

    Die junge Kiri-Nin hielt kurz inne, bevor sie die Türklingel betätigte und warf noch einmal einen kurzen Blick auf ihre Taschenuhr. Mist – sie war ein klein wenig zu früh .. aber sollte sie nun noch 7 Minuten vor der Tür warten? Was, wenn jemand vorbei käme und sie sehen würde? Der würde doch glauben sie würde irgendetwas aushecken! Oder was wäre, wenn Joudan selbst noch einmal kurz vor die Tür müsste und sie hier stehen sehen würde? Das wäre definitiv ein unangenehmer Moment. - Noch 6 Minuten. - Die Gänge vor dem Appartment waren nahezu menschenleer. Sie schluckte schwer und ließ ihren Finger schließlich auf den Knopf der Klingel niederfahren. Von innen drang das schrille Geräusch der Klingel nach außen. Sie trat einen kleinen Schritt von der Tür zurück und ließ die Blumen und das kleine Geschenk hinter ihrem Rücken verschwinden. Verdammt! Sie hatte ganz vergessen den Mantel auszuziehen – hier bei Joudan würde sie ihn definitiv nicht mehr brauchen – jetzt war es zu spät .. Die Tür öffnete sich und das Mädchen blickte nach oben in das ihr bekannte Gesicht des jungen Mannes, mit dem sie nun doch bereits schon das ein oder andere Abenteuer erlebt hatte. Auf ihren Lippen formte sich ein leichtes freudiges Schmunzeln, dass sie sich bei seinem Anblick nicht verkneifen konnte. “Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Kushou-san! Vielen Dank für deine Einladung! Es .. ist nicht sehr viel, aber ich hab dir eine Kleinigkeit mitgebracht!”, ihre Stimme war, im Gegensatz zu ihrem aufgeregten Inneren, sehr ruhig und seriös - sie musste sich zurück halten den großen Blonden nicht einfach zu überschwänglich zu umarmen. Ihre Hände mit dem Geschenk und dem kleinen Blumenstrauß darin erscheinen von hinter ihrem Rücken und werden dem Geburtstagskind entgegen gehalten. Der Strauß bestand aus einigen blauen und weißen Lilien, die Nanami aus dem Garten des verwilderten Anwesens her wiedererkannt hatte, nur waren diese hier ganz und gar nicht verdorrt, oder welk, sondern standen in voller Blüte. Sie fand es bemerkenswert, dass es in den Blumenläden selbst zu dieser späten Jahreszeit immer wunderschöne Blumen zu kaufen gab, selbst, wenn es draußen auf den Wiesen und in den Wäldern kaum noch so bunte Blütenpracht zu erblicken gab. In ihrer anderen Hand lag ein kleines Präsent, verpackt in hellblauem Geschenkpapier, auf dem das Symbol des Hōzuki-Clans in weiß einige Male aufgedruckt war. Der aktuell nicht ersichtliche Inhalt des Geschenks war eine kleine Auswahl verschiedener loser Teesorten, die Nanami selbst sehr mochte. Das eigentliche, handgemachte Geschenk saß oben auf, wie auf einem blauen Kissen thronend. Auf den zweiten Blick konnte man erkennen, dass es sich um ein selbst genähtes Katzenplüschtier handelte. Es war nicht sonderlich groß, aber ziemlich rund mit niedlichen Katzenöhrchen und großen, türkisen Knöpfen als Augen. Eine weiße Grußkarte lag ebenfalls dabei, auf der das Symbol der Hōzuki-Familie natürlich ebenfalls nicht fehlen durfte.

    Als sie hereingebeten wurde und in die Wohnung eintrat, nachdem ihr das Geschenk und die Blumen abgenommen wurden, zog sie sich den dunkelblauen Marinemantel aus und blickte sich neugierig um – nicht nur nach einer Garderobe, sondern auch um das Innere der Kushou-Residenz zu inspizieren. “Schön hast du es hier.”, floskelte Nanami aus Gewohnheit, meinte es aber durchaus auch so. Der Querschnitt der Appartments waren hier nahezu überall identisch, aber die Wohnung an sich wirkte sehr ordentlich und war sehr wohnlich und gemütlich eingerichtet. Ihre Aufmerksamkeit lenkte sich plötzlich in Richtung der Küche, aus der sie eine andere Mädchenstimme gehört hatte und jemand daraus hervor trat.
     
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  4. Meteki Pakura

    Meteki Pakura Genin

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    Kleine Streiche zu spielen war eigentlich nicht in Pakuras Interesse. Gelegentlich musste das aber auch sein. Ein paar Stunden bevor Joudans Geburtstagsparty war sie seiner Schwester Rin zufällig im Treppenhaus begegnet und hatte spontan die Idee entwickelt. Im Gegenzug für ein paar Unterrichtsstunden im Wandlauf sollte die die Zwölfjährige sie durch ihr Zimmerfenster einlassen und dafür sorgen, dass ihr Bruder sie nicht entdeckte, bis sie sich selbst zu Erkennen gäbe. Natürlich hatte die Meteki keinerlei Intention ihre Zeit zum Schnüffeln zu nutzen oder dergleichen. Lediglich der Gesichtsausdruck des nun Einundzwanzigjährigen, wenn sie plötzlich hinter ihm stehen würde, interessierte sie. Und seien wir mal ehrlich: Wenn man schon Shinobi-Kollegen besucht, die einen noch nicht in Missionen erlebt hatten, kann man ja auch mal einen Teaser auf die eigenen Fähigkeiten durchsinken lassen.

    So gab Pakura ihr bestes, nicht zu kichern, nachdem Joudan beim Betreten des Zimmers seiner Schwester ein Kissen ins Gesicht bekommen hatte, um der Genin die Chance zu geben in einen Schrank zu hüpfen. Die Akademieschülerin verstand offensichtlich schon eine Menge von Pokerface. Wahrscheinlich hätte selbst die im Pokern geübte Meteki nichts bemerkt. Gerade wollte sie dem Geschwisterpaar in die Küche folgen, als es an der Tür schellte. In der Erwartung, dass der Zwanzigjährige als Gastgeber diese öffnen würde, schwang sich das Mädchen also wieder durch das Fenster und auf den nebenan gelegenen Balkon, wo sie Rin signalisierte, die Tür zu öffnen. Auf das Handzeichen der Zwölfjährigen setzte sich die Schwarzhaarige an den Tisch und legte eine mit Schleife versehene Makimono auf den Teller des Geburtstagskindes.

    Darin würde der Freund mentaler Herausforderung ein klassisches Schachspiel vorfinden, gefolgt von einer Flasche schweren Rotweins, um das Spiel auch stilsicher genießen zu können. Schließlich hatten sich die beiden Nachbarn nach einem zufälligen Kennenlernen im Treppenhaus gelegentlich für kleine Spielchen getroffen und dabei hatte die Kirinin den Eindruck, dass ihr Gegenüber einem Schlückchen Rotwein sicher nicht abgeneigt war, wenngleich sie selbst sich nur ganz minimalistisch mit Alkohol auskannte. Den Hauptteil hatte wohl die engagierte Verkäuferin in der örtlichen Weingalerie, einem Fachgeschäft für einheimische und importierte Weine, mit ihrer Beratung gemacht. Aber das ist ja unwichtig.

    Nachdem Rin auch Richtung Tür gegangen und die beiden schließlich in Begleitung eines ihr unbekannten weißhaarigen Mädchens wiedergekommen war, sagte Pakura mit einem leichten Grinsen im Gesicht: „Stimmt Jou-san, sehr schöne Wohnung. Aber das wusste ich ja schon.“ und erhob sich von ihrem Stuhl, um ihren Gastgeber angemessen mit einem nicht zu festen Handschlag zu begrüßen. „Danke für die Einladung, Jou-san und herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag.“ Nachdem sie ihm die Zeit für eigene Worte gegeben hatte, wandte sie sich an die Fremde und stellte sich vor: „Meteki Pakura, Ge- und Iryōnin aus Kirigakure. Freut mich sehr.“
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. Dez. 2018
  5. Yagami Tamaki

    Yagami Tamaki Genin

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    Eine Party. Tamaki schluckte, während er Stufe um Stufe die schier endlosen Treppen des Wolkenkratzers erklomm. Sicher, er hätte auch den Aufzug nehmen können, aber er wollte sich der unwägbaren Festivität lieber langsam nähern. Er hatte allein vier Stockwerke gebraucht, um sich davon zu überzeugen, nicht doch lieber die Flucht zu ergreifen. Nun hatte er die elfte Etage fast erreicht und der Suzuya war derart nervös, dass die kleinen Schweißperlen auf seiner Stirn nicht von der Anstrengung des Treppensteigens herrührten. Noch nie zuvor war er zu irgendeiner Feier eingeladen worden und wusste vor Schreck noch nicht, was er dort tun sollte. „Na, Spaß haben, sich amüsieren!“ hatte sein lieber Vater gesagt, dabei aber verschwiegen, wie er das überhaupt anstellen sollte. Dennoch hatte Tamakis Neugier am Ende gesiegt und er hatte die Einladung angenommen. Ob das eine gute Idee gewesen war, würde sich noch zeigen müssen.

    Die letzte Treppe näherte sich ihrem Ende und nur wenig später stand Tamaki vor der Tür des Kushou-Apartments. Von drinnen waren Stimmen zu hören. Er nahm sich etwas Zeit, um seinen Atem zu beruhigen, der während des Aufstiegs doch deutlich schwerer geworden war. Währenddessen schaute er noch einmal an sich herunter. Zumindest äußerlich sah er einigermaßen vorzeigbar aus. Sein hellgrauer Wollmantel und der dicke taubenblaue Schal darüber hatten ihn auf dem Weg zwar gut vor der Kälte geschützt, nach dem Treppenlauf wurde es nun aber höchste Zeit, sich der Sachen zu entledigen, wenn er nicht sehr bald schon einen Hitzetod sterben wollte. Die Haarsträhnen, die seine Mutter ihm mit viel Liebe und zum Glück nur sehr wenig Spucke gerichtet hatte, waren derweil wieder eigene Wege gegangen. Unter dem Arm trug der Suzuya einen schmalen Karton, eingeschlagen in Seidenpapier, das mit dem Motiv einer spätherbstlichen Landschaft bedruckt war. In der freien Hand hielt er einen gut gefüllten Stoffbeutel, dessen kleinteiliges Kirschblütenmuster eher zu einem Mädchen gepasst hätte. Entweder gehörte er also nicht Tamaki oder der Suzuya hatte neuerdings einen seltsamen Geschmack.

    Nun mach‘ schon.‘, gab er sich innerlich einen Ruck und drückte auf die Klingel. Das schrille Geräusch ließ ihn direkt zusammenzucken und bescherte ihm die letzten Sekunden bis die Tür geöffnet wurde, noch einmal einen deutlich beschleunigten Puls. Dann hörte er Schritte und gleich darauf fiel ein warmer Lichtschein ins Treppenhaus. Zum Glück war es auch Joudan selbst, der zur Tür gekommen, war – Tamaki hätte nicht gewusst, was er getan hätte, wenn es eine fremde Person gewesen wäre. Nun, vermutlich wäre er einfach weggelaufen, aber so griffen die Gebote der Höflichkeit und zumindest damit hatte der Suzuya Erfahrung. „Ah… alles Gute zum Geburtstag, Joudan-san.“, grüßte er den älteren Genin mit einem ehrlichen, aber etwas unsteten Lächeln. Was nun? Richtig, das Geschenk! „Das ist für dich. Und das… schickt meine Oma mit.“. Tamaki überreichte Joudan den Karton sowie den Kirschblütenbeutel. Im ersten befand sich nur eine einzige Sache: ein Kunai aus geschwärztem Stahl, in das das Zeichen für Scharfsinn und Schnelligkeit eingraviert war. Ein Werkzeug der Heimlichkeit, das seinem neuen Besitzer hoffentlich Glück brachte. Der Beutel verriet seinen Inhalt allein durch den Geruch… oder vielmehr den Duft nach frisch gebackenen Kleinigkeiten und Zuckerwerk.

    Als Tamaki wenig später zu den anderen Gästen stieß, hellte sich seine Miene auf, entdeckte er doch ein weiteres bekanntes Gesicht. „Hallo, Nanami-san!”, grüßte er die Hozuki, bevor er sich an die beiden anderen Damen wandte, die er noch nicht kannte. “Und… freut mich, minna-san. Ich bin Suzuya Tamaki.“, stellte er sich mit einer höflichen Verbeugung vor und blieb dann etwas unschlüssig stehen. Immerhin eine überschaubare Runde. Das durfte gern so bleiben.
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. Dez. 2018
  6. Sumiya Saki

    Sumiya Saki Genin

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    Ein wenig missmutig stapfte die blauhaarige Sumiya die Treppenstufen des großen Wolkenkratzers auf Plattform 2 empor. Sie hatte heute sicherlich besseres zu tun, aber dennoch war sie hier. Ihr Ziel, die Geburtstagsfeier von Schnösel Joudan. Irgendwie machte es keinen Sinn, dass Saki sich hier her begab, immerhin hatte sie ihn zweimal bei der Arbeit begleitet und beide Male ging der Kerl ihr mehr als nur dezent auf die Nerven, also warum war sie hier? Während sie auf den nächsten Treppenabsatz zu hielt, versuchte sie sich in Erinnerung zu rufen, wieso sie diesen Weg auf sich genommen hatte. Schon alleine, dass die Einladung ihren Weg in den Kräuterladen in den Slums gefunden hatte, grenzte eher an ein Wunder. Keine Straßennamen, keine Adresse und Saki hätte solche Details so oder so nicht mit dem Schönling geteilt. Wäre sie zu dem Zeitpunkt daheim gewesen, als der Brief kam, sie hätte ihn gelesen und sofort vernichtet, aber sie war gerade außer Haus gewesen und die Kräuteroma hatte ihn gefunden. Pech in Sakis Fall, denn die alte Frau schien sehr von der Idee angetan zu sein, dass das Mädchen „Freunde“ gefunden hatte und sogar auf deren Geburtstagsfeier eingeladen worden war. Da war diskutieren sinnlos, das musste Saki einsehen, also hatte sie wohl oder übel diesen Weg auf sich genommen.

    Der letzte Treppenabsatz lag nun hinter Saki und vor ihr erstreckte sich der Flur, der zu den Wohnungen auf dieser Etage des Turmes führte. Irgendwie kam es Saki merkwürdig vor, sie lebte in den Slums, der schlechtesten Gegend der Stadt, die von vielen Menschen gar nicht als Teil Soragakures anerkannt wurden, aber dennoch lebte sie in einem frei stehenden Haus – aus Schutt und Resten – während sich hier die „besser gestellten“ Bewohner in kleine Kisten zwängten und beinahe Rücken an Rücken lebten. Und dennoch hatten so viele der Stadtbewohner den Nerv einfach auf die Slums hinab zu sehen. Frechheit. Hätte nicht gedacht, dass der Schnösel in so einem zusammengepferchten Haufen wohnt. Der hat doch den Vibe von einem Plattform 4 Bewohner Wahrscheinlich hatte Joudan gar nicht das Geld, musste sich aber unbedingt für etwas wichtigeres halten, indem er sich teuer kleidete und sprach, wie er nun sprach. Vielleicht hätte Saki schon merken können, dass die Familie nicht ganz so luxuriös lebte, denn als sie Rin kennengelernt hatte, war diese ein normales Mädchen gewesen, dem ihr Bruder in manchen Situationen scheinbar auch peinlich sein konnte. Dennoch ging der Kerl ihr so sehr auf den Zeiger. Dass sie sich vorgenommen hatte nicht allzu lange zu bleiben. Kuchen essen, etwas reden und abhauen. Natürlich durfte auch ein Geschenk nicht fehlen, auch wenn Saki nicht wirklich wusste, was sie hatte besorgen sollen. Den Geschmack des Mannes kannte sie schließlich nicht wirklich.

    Einmal tief durchatmend machte sich das Mädchen bereit an die Tür zu klopfen. Augen zu und durch. Kaum hatte sie zweimal sanft gegen die Wohnungseingangstür geschlagen, öffnete ihr die Schwester des Geburtstagskindes. Rin war die angenehme Angelegenheit hier, mit dem Mädchen kam sie klar, zwar waren sie keine dicken Freundinnen, aber bisher hatte die Kushou Saki noch keinen Anlass gegeben sie zu verabscheuen, selten, aber vielleicht war das ein Zeichen. Nach einer kurzen freundlichen Umarmung, die irgendwie herzlicher war, als es für den Stand der Beziehung zwischen den beiden Mädchen angemessen war, folgte Saki dem Mädchen in die Wohnung. Da das ganze Appartement nicht sonderlich groß war, konnte Saki Joudan schnell ausmachen. Hastig trat sie auf den Mann zu und versuchte die ganze Angelegenheit hinter sich zu bringen, sie war nicht gut, was das nett sein an ging und ob dies der richtige Ort zum Üben war bezweifelte Saki. Glückwunsch, Schönl …- Joudan. Für dich. Kurz, knapp und beinahe beleidigend, passte zu Saki. Als sie geendet hatte reichte sie dem Geburtstagskind eine kleine Box, die eindeutig ihn bereits mehrfach benutztes Geschenkpapier und deutlich zu viel Klebeband gehüllt worden war. Die Schachtel war kaum größer als die Hand der Sumiya und enthielt ein Geschenk, bei dem sich Saki sogar Mühe gemacht hatte. Kaufen war, aufgrund des Budgets, außerfrage gewesen und daher musste die Sumiya handwerkliches Geschick an den Tag legen. Glücklicherweise hatte sie sich an den Stoff erinnert, den sie in Tokoharu besorgt hatte, violetter Stoff mit goldenem Paisley Muster. Mittels Nadel und Faden hatte sie daraus wenigstens eine Kleinigkeit gemacht, nun war nur die Frage, ob es Joudan auch gefiel. In dem kleinen Schächtelchen befand sich eine selbstgenmähte Krawatte aus diesem Stoff mit passendem Einstecktuch, für Saki passte das ganz gut zu dem Schönling, nur waren die Farben angemessen? Sie hatte da keine Ahnung. Nun hieß es das Beste hoffen.
     
  7. Kinzoku Kenta

    Kinzoku Kenta Chuunin

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    Aaab und zu schaffte sogar jemand wie Joudan es, Kenta zu überraschen. Als er die Einladung bekommen hatte, hatte er jedenfalls nicht erwartet, dass der Blondschopf sich eine Adresse mit Pakupaku teilen würde ... so wie er sich aufführte und anzog, war der Kinzoku schon von einem Eigenheim ausgegangen, das etwas zu reichen Eltern gehörte. Tat er eigentlich auch immer noch ... Leute die in Hochhäusern großgeworden waren, zogen sich nicht so an, wenn man sie nicht dazu zwang. Ob da jemandes Familie in letzter Zeit an Vermögen verloren hatte ...?
    Überflüssig zu sagen dass spätestens die Aussicht auf unangenehme, aber gerade deswegen saftige Geheimnisse sein Interesse hinreichend geweckt hatte, um die Einladung anzunehmen. Wie oft bekam man schon die Chance mal einen Blick auf das Innenleben zu werfen? Kenta glaubte dass eine Wohnung viel über den Bewohner verraten konnte - und je nachdem wer noch aufschlug würde es auch so lustig werden!

    Und er hatte eh nach einer Gelegenheit gesucht ein paar alte Projekte loszuwerden. Man brauchte nur ein unorthodoxes Hobby wie Elektrotechnik, und die originellen Geschenke fanden sich wie von selbst. Gut ... so richtig ausgereift war es noch nicht, aber um Joudan zu beeindrucken reichte es bestimmt. "Es" war in diesem Fall ein sperriger Rollkoffer beziehungsweise dessen Inhalt, den Kenta - mit einer dunkelblauen, leichten Winterjacke heute einmal nicht latent overdressed, immerhin war es ein privater Anlass - über die Straße hinter sich herzog und im Erdgeschoss augenrollend erstmal drei Minuten auf den Aufzug wartete. Könnte auch moderner sein, das Teil ... aber es brauchte immerhin nicht lange um ihn zur richtigen Etage zu fahren. Er bekam gerade noch mit wie die Tür verschlossen wurde - offenbar war er nicht der erste hier - und huschte prompt aus dem Fahrstuhl, um ebenfalls zu klingeln. "Wunderschönen guten Tag, die Dame!" Grüßte er das ihm bisher unbekannte Mädchen, das vermutlich grad auf dem Absatz kehrt gemacht hatte. "Kinzoku Kenta. Ich hoffe ich bin nicht zu spät?"
    War er nicht - und das hatte er ohnehin auch gewusst - es waren nur bereits einige andere Leute eingetrudelt. Kenta hängte seine Jacke an einen noch freien Haken der Garderobe und enthüllte darunter einen erschreckend flauschigen himmelblauen Winterpullover mit aufgestrickten Schneeflockenmustern, der ihn irgendwie niedlich wirken ließ - wenn man ihn nicht bereits etwas näher kannte zumindest. Den Koffer zog er aber hinter sich her, als er in die Küche weiterging und mal nachsah, wen Joudan sich noch alles eingeladen hatte.

    "Konnichiwa, minna-san!"
    Grinste Kenta in die Runde, kaum dass er seinen Kopf aus dem Türrahmen gestreckt hatte, und betrachtet die anderen Gäste. Dass Tamaki hier war überraschte ihn nicht, zwei der Damen kannte er nicht - und ach schau an, Paku höchstselbst! Hatte er wirklich einfach Kollegen eingeladen, hm? Ah, und da war natürlich der Gastgeber! "Hey Joudan! Alles Gute zum Geburtstag!" Wünschte er, und überreichte ihm flugs eine Grußkarte aus einer Seitentasche des Koffers - eine von den teuren aus dem Schreibwarenladen - auf deren Innenseite er ein paar nette Worte geschnörkelt hatte. "Ich lasse dein Geschenk mal hier stehen. Nur den Koffer bräuchte ich später noch zurück." Erklärte er zwinkernd, ehe er sich seinen Stuhl hervorzog und gleichfalls am Küchentisch Platz nahm. "Für die die mich noch nicht kennen, ich bin Kenta." Stellte er sich vor, und neigte insbesondere in Richtung der blau- und weißhaarigen Mädchen nochmal den Kopf zur Begrüßung. Und jetzt ... tja, war es an Joudan wie er sich den weiteren Tag vorgestellt hatte. Auch wenn Kenta hoffte dass er schnell den Koffer aufmachte.
     
  8. Kushou Joudan

    Kushou Joudan Genin

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    Rin sah nicht auf als es an der Türe klingelte, ihr Blick war voll und ganz auf das Kuchenstürck gerichtet, das ihr Bruder ihr serviert hatte: Das erste Stück, so wie es ihr zustand. Also zwinkerte der Blondschopf ihr zu und stand mit den Worten: "Lass ihn dir schmecken." auf um die Appartment-Türe zu öffnen. Der erste Gast, der zu seiner Geburtstagsfeier eingetroffen war, war (fast) Nanami. Die junge Hozuki hatte sich fein rausgeputzt, was Joudan ihr hoch anrechnette, und wirkte auf das Geburtstagskind fast ein wenig verunsichert. "Willkommen Nanami-chan. Schön, dass du hergefunden hast. Lass das 'Kushou-san' doch bleiben und nenn' mich Joudan, sonst wird es noch verwirrend. Hübsch siehst du aus." Joudan bat seinen Gast herein und noch bevor er die kleine Weißhaarige fragen konnte, ob er ihr den Mantel abnehmen durfte, präsentierte sie ihm zwei Hände voller Geschenke: Einen wahrlich hübschen Blumenstrauß (damit war auch die fehlende Esszimmer-Tisch-Deko beschafft, super Zufall!), ein in Papier eingeschlagenes Päckchen und eine ganz offensichtlich selbstgemachte Katzen-Plüschfigur. Nachdem er letztere gesehen hatte machte es "Klick" beim Geburtstagskind und er erinnerte sich an den vergangenen Job, den er mit Nanami und Tamaki hinter sich gebracht hatte. "Deshalb auch die Lilien.", staunte der Kushou und erkannte, wie viele Gedanken die Hozuki beim Geschenk gemacht hatte.
    Herzlich lächelnd nahm er die drei Geschenke entgegen und deutete mit einer der Hände in Richtung der frei-geräumten Garderobe im Flur.
    "Vielen, vielen Dank, Nanami-chan! Das war ein... lustiges Erlebnis mit dem Thunfisch, schön, dass du dich daran erinnerst. Du kannst deinen Mantel übrigens hier aufhängen, wenn du magst. Ich besorge schnell eine Vase für die Blumen, dann sehe ich ins Päckchen rein. Die Schuhe darfst du gerne anlassen." Rin und Joudan hatten nicht genügen Gäste-Hausschuhe um alle Eingeladenen zu versorgen, daher hatten sie sich für diese Maßnahme entschieden. Aus dem Flur führten drei Türen heraus: Eine ins Treppenhaus, durch die Nanami gerade gekommen war. Eine, deutlich mit einem handgebastelten Schildchen gekennzeichnet, ins WC und eine in den Wohnbereich. Joudan machte Anstalten, durch letztere zu gehen, und ließ sie für Nanami offen. "Du kannst dann gerne Platz nehmen. Das hier ist übrigens meine Schwester... Pakura?!?!?"

    Die Überraschung stand Joudan deutlicher ins Gesicht geschrieben als Saki das mit ihren Pinseln hätte machen können. Wo eben noch Rin sich über ihr erstes Kuchenstück hergemacht hatte saß nun Pakura, eine von Joudans unzähligen Hausmitbewohnern, die er vor einigen Wochen kennen gelernt hatte. Die beiden hatten ihre gemeinsame Vorliebe für taktische Spiele entdeckt und nun trafen sie sich ab und an um Shogi, Go, Poker oder dergleichen zu spielen. Wie Pakura nun aber direkt auf Joudans Sofa gefunden hatte war dem Blondschopf einen Moment lang unbegreiflich. Erst als er die kichernde Rin nebenan sah wurde dem Blondschopf klar, dass seine Schwester wohl in den Plan involviert worden war.
    Pakura gab Joudan jedoch keine Zeit, sich vom Schock zu erholen sondern sprang sofort auf um dem Blondschopf die voll-belandenen Hände zu schütteln. Der junge Herr nahm die Blumen in die linke Hand und balancierte das blau
    e Päckchen Nanamis und das Katzen-Plüschtier auf dem linken Unterarm, damit bekam er die rechte Hand frei und konnte diese von Pakura schütteln lassen. "Immer gerne, Pakura-chan, und, ähm, vielen Dank. Freut mich, dass du hereingefunden hast." Joudan schenkte Pakura ein breites Grinsen, dann machte die Schwarzhaarige sich daran, Nanami zu begrüßen.
    Auch Rin, die zu diesem Anlass ein kräftig-rotes Kleid mit schwarzen Verzierungen und dazu eine ebenso schwarze Strumpfhose trug, konnte sich von Kuchen und Sofa losreisen und stellte sich der Hozuki vor.
    "Huhu! Ich bin die Schwester, Rin. Freut mich dich kennen zu lernen... Nanami-senpai?" Bis auf Pakura und Saki kannte Rin noch keinen von Joudans Freunden, daher musste sie sich an den Beschreibungen ihres Bruders orientieren. "Nettes, weißhaariges Mädchen" traf definitiv auf Nanami zu, daher war die braunhaarige Rin sehr sicher, den richtigen Namen getroffen zu haben. Mit funkelnden Augen griff Rin frech nach Nanamis Händen: "Woah, deine Nägel sind wahnsinnig hübsch!", schmachtete Rin Nanami zu und hatte damit schon ein Gesprächsthema für Nanami gefunden.

    Die Zeit, in der Rin und Pakura sich Nanami vorstellten, nutzte Joudan um große Teile seiner Geschenke auf die Küchentheke zu bugsieren, da waren sie aus dem Weg, und in einem Schrank nach einer Vase für die Bumen zu suchen. Die Blumenvase, die er fand, war recht groß, aus dunkelblauem Glas, mit filigranen, scheinbar glodenen Verzierungen, die Kraniche in einem Teich darstellten. Das Stück sah teuer aus und war es auch, sie war eine der wenigen Dinge die Joudan und Rin aus dem Haushalt ihrer Großmitter nach Soragakure mitgenommen hatten. Schnell war ein wenig Wasser eingefüllt und der Straß Blumen darin untergebracht. Das Blau und Weiß der Lilien passte hervorragend zum dunklen Blau der Vase. Joudan war zufrieden und stellte die Blumenvase in die Mitte des Wohnzimmertischchens. Auf dem Sofa gab es Platz für drei Leute, eine weitere Person konnte auf dem Sessel sitzen. Für die gestlichen
    Gäste hatte Joudan die zwei Stühle vom Balkonund einen aus seinem Zimmer zusammengetragen. Das passte vom Stil her zwar nicht ganz zueinander, doch Joudan wollte Geburtstag feiern, keinen Preis für Wohnungsgestaltung gewinnen. Man würde es ihm, hoffentlich, nachsehen. "Mag jemand Kuchen? Tee?", fragte er die beiden Gäste, wurde jedoch von der Wohungs-Klingel erneut unterbrochen. Also entschuldigte er sich kurz und ging die Türe öffnen.

    Tamaki stand da. Wie schon bei Nanami hatte Joudan das Gefühl, dass der Genin ein wenig unsicher wirkte. Wobei, Tamaki wirkte eigentlich immer ein wenig unsicher.
    "Tamaki-kun, vielen Dank, komm doch herein.", entgegnete der Blondschopf auf die Glückwünsche des Suzuyas und hin und machte Tamaki Platz, dass er eintreten konnte. Wie auch schon Nanami wurde Tamaki auf die Garderobe und die Tatsache, dass er seine Schuhe anbehalten durfte, hingewiesen. Dann nahm er die beiden Geschenke seines Freundes entgegen. Den Karton würde Joudan drinnen öffnen, doch einen Blick in den Kirschblüten-Stoffbeutel riskierte das Geburtstagskind schon jetzt. Der Duft von Frisch-Gebackenem schlug Joudan entgegen und seine Augen erkannten einen Beutel voller Plätzchen und dergleichen.
    Ganz so süße Sachen mochte Joudan eigentlich nicht wirklich doch das konnte Tamaki - und vor allem seine Großmutter - nicht wissen. Außerdem war sich der Blondschopf sicher, dass das Süßgebäck keine zwei Tage in einem Haushalt mit Rin übereben würden, die sich, im Gegensatz zu Joudan, nur zu gerne über alles hermachte, was Zucker beinhaltete. Deshalb war es durchaus ehrlich gemeint als Joudan antwortete:
    "Richte deiner Großmutter meinen Dank aus. Das ist eine tolle Geste! Aber jetzt komm doch rein. Nanami kennst du ja schon, das hier sind Pakura, eine Kollegin, und Rin, meine kleine Schwester. Mach es dir gemütlich, ich wollte gerade Kuchen verteilen. Setz dich doch zu den drei Damen." Mit diesen Worten zwinkerte Joudan Tamaki vielsagend zu und machte sich dann selbst - mit einem kleinem Umweg über die Küche, wo er Tamakis Geschenk zu den anderen legte - auf ins Wohnzimmer. Rin war mit ihrem Kuchenstück schon bedient, also schnitt Joudan für Nanami, Pakura und Tamaki jeweils ein Stück aus dem sternförmigen Schoko-Kokos-Kuchen und servierte diese stilsicher auf Pappteller. Sahne stand auf dem Tisch und durfte natürlich nicht fehlen. "Ich hoffe, er schmeckt. Ich setze gleich noch ein wenig Tee auf, habt ihr Wünsche? Grün? Schwarz? Himbeer-Vanille?" Bei der letzten Nennung wurde Rins auf einmal hellhörig und nickte aufgeregt, doch auch die anderen durften gerne ihre Wünsche äußern. Der Blondschopf stellte die Herdplatte an und füllte eine große Kanne mit Wasser. Sie war noch nicht einmal halb voll, da klingelte es erneut an der Türe. "Rin? Kannst du bitte?", rief er seiner Schwester zu, die daraufhin nur widerwillig aufstand und fröhlich-tänzelnd zur Wohnungstüre huschte.

    Als Rin die Türe öffnete blickte sie, ein wenig erfreut, in ein bekanntes Gesicht. Saki war, seitdem die beiden sich vor wenigen Monaten auf einem kleinen Job kennen gelernt hatten, gewachsen, das fiel Rin sofort auf.
    "Hallo Saki!", grüßte Rin freundlich und nahm die blauhaarige Genin dann zur Begrüßung herzlich in die Arme. "Du kommst genau richtig, Jou-nii verteilt gerade Kuchen. Komm rein!" Doch kaum hatte Rin die Türe hinter sich geschlossen und Saki über Garderobe, Schuhe und den Gang ins Wohnzimmer aufgeklärt, klingelte es erneut. Schnell war sie entsprechend wieder an der Türe und empfing dort den letzten Gast, einen rothaarigen Jungen. Das musste Kenta sein. Er trug einen lustigen Pullover und hatte einen scheinbar recht schweren Rollkoffer dabei. "Hallo, Kenta-senpai. Freut mich dich kennen zu lernen, ich bin Joudans Schwester, Rin." Nicht ganz sicher, wie sie ihn begrüßen sollte, verneigte Rin sich höflich (aber nicht übertrieben) und gab dann auch dem letzten Besucher die Garderoben-Schuhe-Rede, bevor sie mit ihm zusammen das Wohnzimmer betrat. Joudan hatte sie vor Kenta gewarnt, er sei ein "frecher Kerl", doch bisher machte er einen netten Eindruck auf sie.

    Joudan hatte den Tee erfolgreich auf den Herd gesetzt, da kam ihm Saki entgegen. Aufgrund der etwas, sagen wir, holprigen Vergangenheit der beiden hatte Joudan eigentlich nicht wirklich damit gerechnet, dass die Blauhaarige hier wirklich aufschlagen würde. Doch jetzt war sie da und sie hatte sogar ein Geschenk mitgebracht. Mit gewohnter Stichelei überreichte sie es dem Blondschopf und gratulierte ihm sogar, irgendwie, zum Geburtstag. Joudan hatte es nicht anders erwartet und alles andere als kleine Sticheleien und Beleidigungen wären von Sakis Seite auch irgendwie seltsam gewesen. So waren die beiden nunmal miteinander. Und, wie gewohnt, ging Joudan nicht darauf ein sondern war dafür nur noch umso höflicher.
    "Saki, dass du den Weg in mein bescheidenes Heim gefunden hast und die Zeit aufbringen konntest, hier vorbei zu sehen, ehrt mich. Und für Geschenk und Glückwünsche sei gedankt. Das hier sind Tamaki, Pakura und Nanami. Die beißen alle nicht. Ich mach gerade Tee, hast du Wünsche? Kuchen gibt es gleich. Hallo Kenta!" Fliegender Wechsel, gekonnt. Rin tauchte mit Kenta in der Türe auf und Joudan ging dem Genin entgegen um Karte und Handschlag entgegen zu nehmen. "Vielen Dank dir. Um die Geschenke kümmere ich mich gleich, setz dich doch erst, wenn du magst." Der Wohnzimmertisch war definitiv nicht für sieben Leute gemacht. Ein paar der Anwesenden würden ihren Pappteller auf den Schoß nehmen müssen, doch damit würden sie bestimmt klar kommen. Joudan selbst verteilte an alle neu-eingetroffenen Gäste Kuchen und behielt den Teekessel im Auge.
     
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  9. Meteki Pakura

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    Pakura genoss sichtlich den überraschten Gesichtsausdruck ihres Gastgebers. Zugegeben, ein wenig hatte sie sich schon gesorgt, dass er von ihrer Überraschung nicht so begeistert sein könnte. Aber das schien sich nicht bewahrheitet zu haben. Jedenfalls schlenderte die Meteki, nachdem sie die Fremde Joudan und die Fremde begrüßt hatte in den Flur und entledigte sich an der Garderobe ihrer geliebten fellgefütterten Lederjacke. Für diesen Tag hatte sie sich noch ein wenig bequemer eingekleidet als sonst. Zwar trug sie auch hier wieder eine Slim Jeans, die auch wieder von ihrer Gürtelkette gehalten wurde, aber sie hatte sich zur Abwechslung mal mit einem gewöhnlichen Paar Sneaker und einem angenehm flauschigen hellblauen Pullover begnügt, der mit seinem Carmen-Ausschnitt für das Mädchen ungewöhnlich weiblich anmutete. Noch hatte sie sich nicht daran gewöhnt, dass ihr schlanker Hals so ungeschützt war und noch weniger, dass gelegentlich mal eine Schulter unverhüllt war. Deswegen kam es vielleicht öfter als bei anderen Mädchen dazu, dass man sie dabei erwischte, wie sie an dem Kleidungsstück herumzog, damit es auch beide Schultern ausreichend bedeckte. Außerdem wollte die Fünfzehnjährige mal nicht so nationalistisch erscheinen und hat eine andere Gürtelschnalle angelegt, als die mit dem Kirigakure-Wappen, welche Kenta einst für sie angefertigt hatte.

    Als die Weißhaarige ihren Gruß erwiderte und sich mit Hōzuki Nanami vorstellte reagierte Pakura noch so freundlich, wie man es von ihr kannte, machte aber, sobald sie alleine im Flur stand, eine Grimasse und dachte sich. „Wieso musste er eine Hōzuki einladen?“ Die Meteki hielt nicht sonderlich viel von diesem Klan, da ihre Eltern einst ziemliche Probleme mit Vertretern der für ihr Kenjutsu bekannten Shinobi hatten. „Ob die wohl alle so mies sind?“ Eigentlich musste Nanami einigermaßen aushaltbar sein. Ansonsten hätte der Kushou sie sicher nicht zu seinem Geburtstag eingeladen. Schließlich nannte sich die Fünfzehnjährige aber eine Närrin, das Fehlverhalten von drei Kerlen auf einen ganzen Klan zu beziehen. Immerhin wusste sie, dass Klans zwar grundsätzlich ähnliche Charaktereigenschaften hatten, aber definitiv nicht alle gleich tickten. Also versuchte sie ihre Voreingenommenheit nach hinten zu schieben und ging zurück zu den Anderen. „Und, Jou-san? Nervös, alleine unter drei jungen Frauen zu sein?“ fragte die Schwarzhaarige mit einem Augenzwinkern in seine Richtung. Lange blieb dieser Umstand allerdings nicht bestehen, denn kurze Zeit später tauchte mit Tamaki der erste männliche Gast auf.

    Nach und nach traf schließlich ein Gast nach dem anderen ein, denen Pakura sich ebenfalls mit Namen, Rang und Spezialisierung vorstellte und deren Daten sie sich bewusst konzentriert einprägte. „Suzuya Tamaki, Genin aus Soragakure und Genjutsuka. Sumiya Saki, Genin aus Soragakure und Iryōnin... Moment... Iryōnin? Interessant.“ Darauf würde die Meteki auf jeden Fall einmal zurückkommen. Bislang konnte sie sich noch nie mit gleichwertigen Iryōnin austauschen. Lediglich mit ihrer Mutter und ihrem Sensei, Yuudari Xatu, dem Großvater von Naori. Letztendlich kam dann auch noch Kenta an. Der einzige Gast, den die Fünfzehnjährige bereits kannte. „Hey Kenta. Mit dir habe ich ja gar nicht gerechnet.“ begrüßte sie ihn und dachte sich gleichzeitig mit belustigtem Gesichtsausdruck: „Ok, Soragakure ist hier eindeutig in der Oberhand.“ Auf die Frage wegen dem Tee sagte die Schwarzhaarige aber, an den Gastgeber gewandt: „Habt ihr Honig zum Süßen? In dem Fall würde ich mich über grünen Tee freuen.“
     
  10. Yagami Tamaki

    Yagami Tamaki Genin

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    Setz‘ dich zu den drei Damen.‘, hatte Joudan gesagt und genau dahin setzte Tamaki sich. Zu den drei Damen, die er nun recht schüchtern beäugte. Nanamis Anwesenheit beruhigte ihn zwar ein kleines Stück weit, aber … was sollte er denn jetzt machen? „Lern‘ die Leute doch kennen.“ hätte sein Vater wohl gutmütig lächelnd geraten. Aber wie? Und warum? Und wie kam er hier bloß wieder weg? Bevor die Fluchtgedanken aber Überhand nehmen konnten, präsentierte Joudan ihm ein opulentes Stück Kuchen. Und wenn den Suzuya etwas sicher von dem ungewohnten (und höchst unangenehmen) Chaos in seinem Inneren ablenken konnte, dann war es Kuchen. Mit Schokolade auch noch! „D-Danke.“, brachte er leise hervor und blickte mit einem flackernden Lächeln zu dem Geburtstagskind auf. Auch der nächste Schritt war einer, den Tamaki einigermaßen sicher gehen konnte. Schließlich musste er sich nur entscheiden, welche Sorte Tee er trinken wollte. “H-Himbeervanillebitte.”, stieß er hastig aus, nachdem die schwarzhaarige Kunoichi – Pakura? – ihren Wunsch geäußert hatte. Danach zog er schnell wieder den Kopf ein, so als wäre er eine kleine Schildkröte, der gerade aufgefallen war, dass sie ihren Panzer zuhause hatte liegenlassen.

    Tja, und nun…? Konversation. Irgendwie. Für Tamaki, der sonst eher am Rande des Geschehens saß und lieber beobachtete als Reden zu schwingen, eine schwierige Situation. Unter seinem Schopf blassbrauner Haare arbeitete es mit Hochdruck, so dass er nach außen hin noch eine Spur apathischer wirkte als sonst. Was fragte man Mädchen denn, ohne unhöflich zu sein? Was fragte man überhaupt Leute auf so einer Party? Die erste Frage - „Und, was macht ihr hier so?“ – verwarf der Suzuya direkt, denn etwas dämlicheres hätte ihm kaum einfallen können. Bloß gut, dass er sie nicht ausgesprochen hatte. Sollte er stattdessen etwas erzählen? Nur was? Ein kleiner Schweißtropfen rann Tamakis Schläfe herab. Hoffentlich kam Joudan bald wieder…

    Bevor der Kushou aber zurückkehrte, trafen kurz nacheinander zwei bekannte Personen ein, bei denen Tamaki sich nicht ganz sicher war, ob sie ihn beruhigten oder nicht. Irgendwie von beidem ein bisschen. Die erste war Saki, bei deren Eintreten der Suzuya doch große Augen machte. Sie war größer geworden, oder? „Hallo, Sumiya-san.“, grüßte er sie höflich, wenngleich der Medic die Unsicherheit in seiner Stimme gewiss auffiel. Und dann? Erschien kein Geringerer als Kenta höchstselbst. In einem hellblauen Flauschpullover, der die Persönlichkeit des Kinzoku… nun ja, nicht komplimentierte, sondern eher vertuschte. Dennoch war Tamaki ein wenig erleichtert. „Hallo, Kenta-kun.“. Wenn Kenta hier war, musste er sich keine Sorgen machen, dass zu viel Aufmerksamkeit auf ihm ruhen würde. Auch wenn der Raum inzwischen gut gefüllt war und die schiere Anzahl der Anwesenden schon zu einem neuen Stressor für den zurückgezogenen Genin wurde.
     
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  11. Sumiya Saki

    Sumiya Saki Genin

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    Der Plan, rein, raus und alles unter zehn Minuten, länger dauerte es sicher nicht ein Stück Kuchen zu verschlingen. Die Realität, nicht ganz so schnell. Nachdem Saki ihr Geschenk losgeworden war und die Namen der Anwesenden genannte bekommen hatte, sowohl Nanami, als auch Tamaki waren ihr zum Glück bereits bekannt, sodass sie sich in ihrer Nähe niederließ und Rin zu verstehen gab, dass sie was Tee anging nicht wählerisch war. Wie sollte sie auch, sie hatte auch keine Auswahl daheim, sie trank, was sie bekommen konnte, sonst hieß es nur Wasser. An Wasser war zwar nichts falsch, aber wenn man nichts anderes hatte, war Abwechslung schon etwas Schönes. Sie hatte sogar begonnen ihr Wasser mit diversen Kräutern aufzupeppen, damit es nicht immer so langweilig war. Auswahl war, also nicht ihr Ding und sie würde schon mit allem zufrieden sein. Während Rin also die Auswahl für Saki treffen würde, wahrscheinlich Himbeer-Vanille, weil sie die Schwester Joudans so einschätzte, verteilte das Geburtstags- … kind? … Schokokuchen. Das war eine Sache, die Saki auf jeden Fall glücklicher machen würde. Kuchen und dann noch mit Schokolade, das Highlight des Tages, so viel war sicher. Was das anging war Saki halt sehr einfach gestrickt.

    Während Saki den Kuchen eher verschlang, als genoss, blickte sie nochmals in die Runde und versuchte sich die Leute zu merken, ließ den Gedanken aber nach einigen Augenblicken wieder fahren. Sie würde sich die Infos von heute so oder so nicht merken können und wenn sie mal mit den anderen auf eine Mission gehen würde, mussten sie sich so oder so wieder miteinander austauschen. Sicher, sie kannte Joudan, Nanami und Tamaki und würde deswegen mehr zu diesen dreien behalten können, aber was Pakura und Kenta anging, war sie sich sicher, dass die meisten Infos, Namen inklusive, wieder im Nirgendwo verschwinden würden. Nicht weil sie sich das nicht merken konnte, sondern weil sie einfach keine Lust hatte sich die Mühe zu machen. Vielleicht würden die grellen, roten Haare des Kinzoku im Kopf der Sumiya bleiben, aber sie würde nicht darauf wetten.

    Da sie so gar nichts gesagt hatte bisher, wandte sich Saki lieber an Tamaki, der sie vorhin begrüßt hatte, als wolle er gar nicht hier sein. Nachvollziehbar, Tamaki. Sehr nachvollziehbar. Siehst ja nicht gerade glücklich aus, Tamaki. Geht es dir gut? Klang fast so, als sei Saki ehrlich besorgt gewesen, wobei da auch etwas Gemeinheit mit hereinspielte. Sie wollte Tamaki nicht ärgern, aber dadurch, dass sie ihn laut und deutlich gefragt hatte, ob es ihm nicht gut gehe, würde sie die Aufmerksamkeit auf den Yagami lenken. Etwas mit dem er, wie man ihm ansah, nicht gut klarkommen würde. Sicher, Saki mochte den jungen Genin irgendwie, aber gleichzeitig war es manchmal auch sehr unterhaltsam andere in unbequeme Situationen zu forcieren. Besonders, wenn es nicht offensichtlich war, dass dies absichtlich geschehen war.
     
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  12. Kinzoku Kenta

    Kinzoku Kenta Chuunin

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    "Was soll ich sagen? Ich bin eben eine magnetische Persönlichkeit. Hey, Tamanegi-chan!" Erwiderte Kenta glatt auf Pakuras Worte, dass sie über sein Auftauchen hier überrascht war - auch wenn sie ihm da eigentlich aus der Seele gesprochen hatte, insoweit der Kinzoku über soetwas wie eine Seele überhaupt verfügte. Erstmal aber verfügte er sich einen Sitzplatz herbei und drängelte ein wenig, um einen Stuhl die Nähe von Tamaki zu rücken. Es war ganz schön voll hier, aber so gesehen passte es natürlich vorzüglich zu Joudan, sich die Wohnung mit Gästen vollzustapeln - Kenta hätte es zwar anders gemacht, aber nun. Ihm war die letzten Jahre sowieso niemand außerhalb der engeren Familie eingefallen der freiwillig zu seinem Geburtstag erschienen wäre, also war er da vielleicht auch kein guter Maßstab. Dieser große Gästekreis machte es nötig dass Joudan als Gastgeber ein wenig rotieren musste, bevor auch Kenta zusammen mit den anderen Nachzüglern sein Kuchenstück serviert bekam (das Angebot eines Tees hatte er ausgeschlagen - zum Geburtstag nur Tee, wirklich?) und er betrachtete erstmal, was die anderen so trieben. Außer Essen. Das war ja recht erwartbar gewesen.

    Pakura tat das übliche und sah langweilig aus, und auch ihre Umgebung wirkte gerade nicht spannend - die erste, die Kenta ins Auge fiel war Saki, die sich offenbar Tamaki ausgeguckt hatte noch bevor Kenta zu irgendwas gekommen war. Fleißig, fleißig! Aber irgendwo auch frech. Kenta war gar nicht gefragt worden, und nach seinem Verständnis konnte die Party erst dann aufgemischt werden wenn das wichtigste erledigt war! "Ich kann ja nur für mich sprechen, aber ich für meinen Teil bin zu neugierig, was in den Geschenken drinnen ist." Hakte er sich direkt nach der Frage ein, ohne dass Tamaki viel Gelegenheit zum Zappeln bekam, und setzte seinen noch gar nicht angerührten Kuchen auf dem Tisch ab. "Oder anders gesagt - was dagegen wenn ich den Koffer schon mal auspacke? Er ist ziemlich sperrig. Außerdem bin ich nur zu neugierig was Jou-san davon hält."

    Sprach's, und stand kurzerhand auf, um Joudan sein kofferiges Mitbringsel direkt vor die Füße zu rollen, bis der kaum eine andere Wahl mehr hätte als den Behälter auch aufzuklappen. Drinnen befand sich ... ein rechteckiger Kasten aus grauer Plastik ungefähr vom Format einer besonders altmodischen Schreibmaschine. Allerdings besaß dieses Teil anstelle von Papiereinzug und Tastatur eine dunkle Glasplatte, die sich in ein gerastertes Schachbrett aufteilte (mit ein wenig Hinsehen erkannte man, dass es sich um vierundsechzig von Kleingeräten zusammengekratzte Einzelbildschirme handelte) sowie ein dickes Stromkabel.
    "Es war eigentlich ein ausgemusterter Computer aus dem Krankenhaus, aber dann wars mir ein wenig schade um die ganze Reparaturarbeit und ich hab der Kiste ein paar Spielzüge beigebracht ... Ich hab gar nicht gefragt ob du gern Schach spielst, aber es sollte ja auch eine Überraschung sein." War Kentas erste Erklärung zu dem Gerät. "Es hat Signaltöne, kann ein paar Sätze sprechen, und die Bedienung ist eigentlich selbsterklärend: Der Spieler ist weiß, drück auf die Figur die sich bewegen soll und dann auf das Zielfeld. Ich hab gründlich getestet, aber wenn du noch Fehler findest lass es mich jederzeit wissen." Und die Kiste spielte fast so rücksichtslos wie der richtige Kenta, aber das würde er schon noch selbst merken. "Alles gute zum Geburtstag, Joudan!"
     
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  13. Kushou Joudan

    Kushou Joudan Genin

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    Honig zum Süßen hatte Joudan da, das konnte er bejahen. In einer Kanne bereitete Joudan den Himber-Vanille-Tee vor. Pakura und Joudan, die lieber den grünen Tee tranken, mussten sich damit begnügen, eben jenen aus dem Kessel direkt zu trinken. Als das Wasser pfeifend kundtat, dass es nun am Kochen war, goss Joudan einen Großteil davon in die Teekanne für Saki, Tamaki und Rin und versenkte dann ein Teesieb mit grünem Tee im Teekessel. Mit fünf tönernen Bechern - das hatte Joudan tatsächlich welche besorgt, denn Tee aus dem Pappbecher war nicht gerade praktisch - beladen machte Joudan einen Weg zum Wohnzimmertisch, wo sich nun alle Gäste und Rin eingefunden hatten und sich untereinander bekanntmachen. Dann, als der tee lange genug gezogen hatte, brachte Joudan die Kanne und den Kessel, schenkte ein und stellte auh Zucker, Milch und Honig bereit. Tee trinken konnte man im Hause Kushou.

    Als Tee und Kuchen in ausreichender Menge serviert worden waren war es Kenta, der vorschlug, sich nun um die Geschenke zu kümmern. Und tatsächlich war Joudan über sein Geschenk recht erfreut. Wie auch Pakura schon hatte der Rotschopf dem Geburtstagskind ein Schach-Geschenk bereitet. Einen eigenen Schach-Computer zu besitzen war für Joudan etwas aufregendes. er musste für das große Ding nur irgendwo Platz finden.
    "Das ist ja ein Zufall, Kenta-kun, ich spiele tatsächlich sehr gerne Schach. Was für ein wunderbares Geschenk, vielen Dank!" Mangels Platz am Esszimmertisch stellte Joudan den Schachcomputer auf die Arbeitszeile der Küche ab, dann wandte er sich den anderen Geschenken zu. "Dann öffne ich den Rest auch mal, oder?"
    Nanamis Geschenk war die offensichtlich selbstgemachte Katze, die Joudan zuvor ja schon bewundern konnte. In dem Päckchen, das es dazu gab, waren einige verschiedene, in kleine Papierumschläge eingepackte Teesorten. Das Päckchen duftete herrlich, als Joudan es öffnete.
    "Vielen Dank auch dafür, Nanami. Da werde ich eine ganze Menge Mittage brauchen um mich durch alle durchzuprobieren."
    Tamakis Geschenk, neben dem Süßgebäck, war ein Kunai mit einem besonderen Schriftzeichen. Es war graviert, nicht gestanzt, also musste es in der Herstellung aufwendig gewesen sein. Joudan ließ das Kunai entzückt durch die Finger wirbeln um seine Balance zu testen und strich dann noch vorsichtig mit einer Fingerspitze über die Gravur. Solide Handarbeit, lautete sein Urteil.
    "Das ist ein gutes Kunai, Tamaki, und ich bedanke mich sehr dafür. Ich werde es in Ehren halten." Normalerweise verwendete Joudan seine Kunai eher zum Werfen, aber dieses Stück war dafür zu schön - und bedeutungsvoll. Vorsichtig legte er es zu den anderen Geschenken zurück.
    Pakuras hatte Joudan ein Schachspiel geschenkt, aber ganz analog, mit geschnitzten Figuren aus bemaltem Holz.
    "Dass Schach zu meinen neuen Lieblingsspielen gehört steht wohl spätestens jetzt fest.", gab Joudan schmunzelnd preis als er schon das zweite Schach-Geschenk empfangen hatte. Der Wein, den es dazu gab, war ziemlich genau nach Joudans Geschmack. Hatte da Rin wider ihre Finger im Spiel gehabt? Ein Blick zu seiner Schwester, die sich scheinbar ganz prächtig mit Pakura verstand, verriet Joudan nichts direktes. Rin war nicht leicht zu durchschauen. Stattdessen wandte der Blondschopf sich an seine "Spielgefährtin" und bedankte sich auch bei ihr mit den Worten: "Vielen Dank für das tolle Geschenk. Das werden wir natürlich die Tage gebührend einweihen müssen. Und der Wein ist eine gute Wahl."
    Zuletzt war noch Sakis Geschenk fällig. In der unscheinbaren, grauenvoll verpackten Box versteckte sich ein wahrer Schatz. Eine Krawatte und ein Tuch aus einem wunderschönen Stoff. Violett und Gold waren Farben, die eigenartig gut zu Joudans hellblonden Haaren passten. Prüfend nahm der Genin die Krawatte aus dem Paket und hielt sie sich an den Kragen. "Saki, die sieht phantastisch aus..", sprach er, an sich hinabblickend. Auch von Rin erhielt Joudan ein zustimmendes Nicken. Wenn seine Schwester damit zufrieden war, dann war Joudan es erst recht. Er trug zwar nur zu den seltensten Anlässen Schlips, doch in solchen Fällen hatte er nun ein neues Lieblingsstück. Dass das passende Einstecktuch auch noch dabei war verriet dem Blondschopf, dass Saki sich zu mindest grob mit Joudans Kleidungsstil auskannte, was diesen ein wenig verwunderte.

    Nachdem auch die Krawatte wieder in ihre Schatulle verpackt und zu den anderen Tischen gelegt wurde, griff Joudan sich den letzten freien Stuhl und setzte sich zu seinen lieben Gästen, zwischen Kenta und Pakura.
    "Vielen herzlichen Dank für eure tollen Geschenke und dass ihr alle hergekommen seid. Das freut mich echt unglaublich." Ein wenig gerührt nahm Joudan sich seinen Kuchenteller und löffelte sich ein wenig vom Schokokuchen in den Mund.
    Und nun? Saki schien sich ja schon ein wenig mit Tamaki auseinanderzusetzen und Nanami und Rin waren in ein Gespräch über Nagellack verwickelt. Deswegen blickte Joudan nach links und rechts und fragte dann:
    "Kenta, Pakura, ihr seid einander also schon bekannt?"
     
  14. Meteki Pakura

    Meteki Pakura Genin

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    „Pff, blöder Angeber.“ lautete Pakuras gemurmelter Kommentar, nachdem Kenta sein Geschenk präsentiert und sich anschließend wieder zwei Stühle neben ihr platziert hatte. Natürlich darauf bedacht, dass die Aufmerksamkeit der anderen Gäste auf das Treiben Joudans gerichtet war und es so sonst niemand hören konnte. Man muss ja nicht unnötig Aufsehen erregen. Sollte der Kinzoku darauf etwas Freches erwidern, würde das keinen sonderlich großen Eindruck auf die Meteki machen. Sie kümmerte sich dann doch lieber um ihr Stück Schokokuchen und hörte mit einem Ohr den Bemerkungen des Gastgebers zu. „Wunderbar cremig und die Schokoladenummantelung ist trotzdem knackig. So muss ein Schokokuchen sein.“ lautete dabei ihr eigenes Urteil über die dargebotene Köstlichkeit, bis ihr Geschenk an der Reihe war und sie ein wenig aufmerksamer hinhörte. Gut, ein wenig unangenehm war es ihr schon, ein hölzernes Schachbrett verschenkt zu haben, während Kentas technischer Schnickschnack bereits bekannt war. Aber als Freund des Klassischen bewies der Kushou selbstredend Geschmack und freute sich darüber. War ja auch deutlich dekorativer als der mit Kabeln gefüllte Corpus di Plastik und konnte auch zu zweit bedient werden, während ein Schachcomputer bekanntermaßen dafür dar war, sich alleine üben zu können. Wollte sich da jemand selbst versichern, ein gutes Geschenk besorgt zu haben? Möglicherweise. Aber es ging hier ja nicht um de Befriedigung eines Egos. Ein wenig erleichtert atmete die Fünfzehnjährige aus und lächelte zufrieden, als er bestätigte, dass es sich um den richtigen Wein handelte. Aber wo die Schwarzhaarige genauer darüber nachdachte: „Warum hat die Verkäuferin eigentlich nicht nach meinem Ausweis gefragt? Ich bin Fünfzehn und darf eigentlich keinen wein verkauft bekommen.“ eigentlich komplett unwichtig, aber es beschäftigte die Braunäugige so sehr, dass sie den jetzt Einundzwanzigjährigen gleich fragte, als er sich zwischen sie und den Rotschopf setzte. „Sag mal, Jou-san, wirke ich irgendwie älter als fünfzehn?“ fügte auf dessen irritierten Gesichtsausdruck jedoch hinzu: „Mir ist gerade erst klar geworden, dass der Wein ihr ohne Weiteres verkauft wurde.“

    Schließlich fragte Joudan aber danach, Pakura und Kenta sich bereits kannten. „Sicher, wir sind zusammen auf der Akademie gewesen und haben uns gelegentlich im Werfen von Kunai und Senbon gemessen.“ Außerdem waren sie von jeher Rivalen, aber das sah der Kinzoku sicher nicht so, weshalb sie das auch nicht erwähnte. Stattdessen richtete die Meteki ihr Augenmerk auf die ihrer Meinung nach interessanteste Person auf der Gästeliste und richtete umgehend das Wort an sie: „Darf ich fragen, wer Dich zum Iryōnin ausbildet, Sumiya-san? Meine Mutter und Xatu-Sensei sind großartige Medics aber auch sie behaupten ständig, dass jeder Heiler seine eigenen Erfahrungen und Kenntnisse sammelt. Deswegen würde ich mich freuen, mich mit Dir und deinem Sensei austauschen zu dürfen.“ War das zu direkt? Das konnte man nie im Voraus wissen, aber wer Iryōnin wird, interessiert sich auf jeden Fall für Medizin, oder Menschen zu helfen. Gemeinsame Interessen sind immer ein guter Weg, Bekanntschaften zu schließen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 26. Feb. 2019
  15. Yagami Tamaki

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    Huh?“. Ertappt schaute Tamaki auf und blinzelte Saki an. Bis eben noch hatte er wie hypnotisiert auf seinen Kuchen gestarrt, über alle stressigen Gedanken und Gefühle aber ganz vergessen, ihn auch zu essen. Als er die Frage schließlich realisiert hatte, lächelte er leicht. Eine Spur Verlegenheit lag darin, aber auch Dankbarkeit, dass Saki überhaupt etwas bemerkt und es angesprochen hatte. „Alles in Ordnung.“, gab Tamaki leise zurück. Ob seine Wangen gerade rot wurden, weil sich der gut gefüllte Raum mittlerweile ordentlich aufgeheizt hatte? Oder war es doch die Nervosität? „Das hier ist nur ungewohnt…“. Der Suzuya hatte sich für die Flucht nach vorn entschieden. Und warum hätte er auch lügen sollen? Wenn ihm offenbar schon anzusehen war, dass er sich unwohl fühlte, würden irgendwelche Ausflüchte es nur noch schlimmer machen. Dass er es nun ausgesprochen hatte, war doch irgendwie beruhigend.

    Wie erhofft, zog Kenta im nächsten Moment aber ohnehin schon alle Aufmerksamkeit auf sich. So konnte Tamaki sich auf zwei Dinge verlegen, die er viel lieber tat und besser konnte, als bemüht Konversation zu pflegen: andere beobachten und Kuchen essen. Und jetzt hatte er sogar die Gelegenheit, beides auf einmal zu tun. Das leichte Lächeln war noch nicht von seinem Gesicht gewichen, als er andächtig die Gabel in das Kuchenstück versenkte und sich einen großen Bissen abtrennte. Der herrliche Schokoladen-Kokos-Geschmack brachte die kleine Welt des Suzuya wieder ein Stück weit in Ordnung und so schaute er neugierig auf die Enthüllung der Geburtstagsgeschenke. Dass sein eigenes Geschenk gut ankam, freute Tamaki enorm und er quittierte Joudans Dank mit einem freudigen Strahlen. Viel interessanter war aber, was die anderen dem Geburtstagskind geschenkt hatten. Kentas Schachcomputer schoss vermutlich den Vogel ab – so etwas konnte sich wirklich nur der Kinzoku ausdenken und Tamaki kannte ihn inzwischen gut genug, um darauf zu wetten, dass er mindestens eine kleine, gemeine Schikane eingebaut hatte. Die anderen Geschenke gingen eher in die Richtung „Schön und/oder praktisch“, wobei dem Suzuya vor allem Nanamis selbstgemachte Katze ins Auge fiel. Er kam zwar so langsam aus dem Alter raus, in dem man Plüschtiere toll finden sollte, aber… pfeif drauf, die Katze war toll.

    Den Teebecher in den Händen lehnte Tamaki sich etwas zurück und wirkte deutlich entspannter als eben noch. Eine gewisse Grundanspannung war zwar geblieben – schwer vermeidbar in einer Situation wie dieser -, aber nachdem die Untiefen sozialer Fettnäpfchen und das Archipel introvertierter Verlegenheit fürs erste umschifft waren und sich die Gespräche (und damit auch jegliche Aufmerksamkeit) etwas verteilt hatten, fühlte sich der Suzuya um Längen besser. Still wie es seine Art war, lauschte er und wohnte dem Geschehen bei, ohne sich wirklich hineinzubegeben. Und für den Moment war es damit gut.
     
    Fujioka Shion gefällt das.
  16. Sumiya Saki

    Sumiya Saki Genin

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    731
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    14 Jahre
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    152 cm
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    Sora
    Dorf:
    Sora
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    Okay, ihr Plan, wenn man die spontane Idee so nennen wollte, Tamaki etwas unwohl zu machen, indem die Aufmerksamkeit auf ihn gezogen wurde, war gescheitert. Der Suzuya glaubte bei den Worten der Sumiya an ernsthaftes Mitgefühl und dann war da noch das Rothaar, das als Kenta angesprochen wurde. Die Aufmerksamkeit schien von diesem Individuum geradezu angezogen zu werden. Vieleicht spielte er sich aber auch nur gerne in den Mittelpunkt. Da Tamaki mobben gerade also keine gute Option war, um sich die zeit zu vertreiben, begnügte sich Saki damit ihren Tee zu schlürfen und sich etwas umzusehen. Die Geschenke sollten wohl aufgemacht werden, aber wirklich interessieren tat dies Saki nicht. Sie hatte etwas aus einer Art Verpflichtung mitgebracht, nicht weil sie so viel Freude am Schenken hatte. Sie hatte kaum, was sie schenken konnte und was sie schenkte, war ihre Hilfe. Viel wertvoller, als die materiellen Güter, die hier heute ausgetauscht wurden. Generell wäre Saki jetzt viel lieber im Kräuterladen und half aus, aber nein, sie musste ja diese dämliche Einladung bekommen und sie nicht rechtzeitig vernichten können, also war sie hier erstmal gefangen. Wenn das blauhaarige Mädchen jetzt schon wieder daheim auftauchen würde, würde es etwas setzen, das wusste sie. Die Kräuteroma würde das manchmal eher antisoziale Verhalten von Saki nicht tolerieren und ihr sicherlich mehr als nur einen Klaps auf die Hände geben, dass sie es nicht einmal versucht hatte. Wie das nervte.
    Der Tee in Sakis Händen war nun ausgetrunken und um ehrlich zu sein, Saki hatte sich etwas im Mund verbrüht, aber sie ließ sich nichts anmerken und blickte Rin nur verschmitzt grinsend an, die Teetasse sachte anhebend. Die Schwester Joudans schien sofort zu verstehen. Möchte sonst noch jemand einen Tee? Ein wenig wartete das Mädchen, ob noch weitere Nachbestellungen kamen, bevor sie sich daran machte frisches Wasser aufzusetzen. Saki indes lehnte sich etwas zurück und wartete einfach. Genau in diesem Moment sprach jedoch eine weibliche Stimme neben ihr, die sie gar nicht richtig beachtet hatte. Joudan hatte das Mädchen eben mit Pakura angesprochen, also musste das ihr Name sein. Von dem, was Saki mitbekam, aufmerksam sein war gerade nicht auf ihrer Prioritätenliste, war das Mädchen wohl auhc ein Medicnin und sie erkundigte sich nach ihrem Sensei. Ob die grummelige Alte als Sensei zählt? Zweifelhaft, aber von ihr habe ich alle Grundlagen mit bekommen. Was half es, Medizin war eines der wenigen Themen, die Saki nicht nervte, wenn sie zu Smalltalk gezwungen war, also hatte Pakura wenigstens in der Hinsicht Glück. Sensei ist wahrscheinlich etwas ungenau in meinem Fall. Ich habe die Grundlagen nicht im Krankenhaus oder bei einem anderen Medicnin gelernt. Ich arbeitete schon bevor ich zur Akademie gegangen bin mit meiner Lehrerin zusammen in den Slums in einem Kräuterladen, wo wir die Patienten gratis behandelt haben. Kann sich bei uns unten ja fast niemand die Behandlung im Krankenhaus leisten. Und eine Versicherung konnten einige nicht einmal beantragen, selbst wenn sie das Geld hatten, da sie in keinem Einwohnerregister oder ähnlichem erfasst waren. Sie hat mir vieles beigebracht und erst auf der Akademie habe ich dann „ordentlichen“ Unterricht in dem Bereich bekommen, wobei vieles, was ich durch praktische Erfahrungen bereits gelernt hatte, gar nicht falsch gewesen ist. Eigentlich merkwürdig, wenn Saki so darüber nachdachte, die Kräuteroma war eine alte Frau in den Slums, aber sie schien sich bestens mit Schulmedizin auszukennen. Ein paar Kräuterheilmittelchen, sicher das konnte man sich aneignen, aber sie hatte der Sumiya schon früh Methoden beigebracht, die im Unterricht nur kurz angeschnitten wurden, weil sie eigentlich eine längere Ausbildung erforderten. Vielleicht sollte Saki mal ein Wort mit der Kräuteroma wechseln, auch wenn sie sich schon vorstellen konnte, wie das enden würde.