Senichi Nozomi - Tausendundein Wunsch

Dieses Thema im Forum "Byakko-Bezirk" wurde erstellt von Yamanaka Arata, 25. Mai 2019.

  1. Yamanaka Arata

    Yamanaka Arata Genin

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    Das Senichi Nozomi ist nicht nur irgendeine Bar, von denen es in Jôsei so einige gibt - nein, hier handelt es sich um genau die Bar, die man im reichen Byakko-Bezirk erwarten würde. Sie erstreckt sich über Erdgeschoss und erste Etage einer günstig gelegenen, aber recht ruhigen Adresse, die zentral im Bezirk liegt und der Außenwelt eine stets gepflegte Fassade präsentiert. Im Inneren erwarten den Besucher edel holzvertäfelte Wände und allgegenwärtiges Parkett mit eingelegten Mustern. Als Sitzgelegenheit bieten sich wohlgepolsterte Ledersitzbänke und Stühle, für Illumination sorgen blankpolierte Spiegel und Glaslampen. Hinter dem unendlich lang erscheinenden Mahagonitresen verbergen sich in gläsernen Schränken zahllose exotische und teure Spirituosen. Auch der Hungrige kommt hier auf seine Kosten - der Schwerpunkt liegt zwar eher auf Snacks als auf vollwertigen Mahlzeiten, aber die Speisenkarte kann sich dennoch sehen lassen. An den meisten Abenden gibt es hier Livemusik und eine Tanzfläche für das jüngere und junggebliebene Publikum.
    Und wer es lieber privater hat, findet im Obergeschoss verschieden eingerichtete Feierräume für unterschiedlich große Personengruppen. Das einzige was hier nicht perfekt scheinen mag, dürften die Preise sein ... ganz billig ist es nicht, da wo die Reichen und Schönen ihre Abende verbringen.


    Arata holte ein letztes Mal kurz Luft, als er vor der leuchtenden Fassade stand. Angst hatte er nicht wirklich, es war nur ... naja. Ehrlich gesprochen war es das erste Mal, dass er wirklich Geld für einen Barbesuch auf den Kopf hauen wollte - und auch das erste Mal dass er sich extra für eine Bar neue Sachen gekauft hatte. Aber die rege Missionstätigkeit, die man offenbar von ihm erwartete, hatte unerwarteterweise auch Bares abgeworfen, und davon so viel, dass er beim besten Willen nicht alles davon ansparen wollte. Wofür auch? Und abseits seiner üblichen Adressen unterwegs zu sein, bot ihm auch ein paar interessante Perspektiven ... und wenn er wollte könnte er hier eben auch allein bleiben ohne Bekannte zu treffen. Also dann! Er trat durch die Tür und ließ sich einen Moment von der Welle warmer Innenluft überrollen. Es war noch nicht gerade spät, sodass an der Garderobe genügend Platz für seine Jacke war, aber er schaute kaum hin - seine Augen wanderten gerade noch ein wenig ungläubig über die Inneneinrichtung, und er musste sich zusammenreißen, um nicht weiter zu glotzen, als er sich vorsichtig in Richtung Tresen bewegte.
    Der Yamanaka war heute in mehr als einer Hinsicht von seiner üblichen Gewohnheit abgewichen - er trug nicht die übliche dezente Kombination, sondern eine weitgeschnittene, zu den Knöcheln schmal zulaufende Stoffhose, und ein kurzärmeliges schwarzes T-Shirt mit goldenem Musterdruck. Das fiel hier zwar keineswegs aus dem Rahmen, aber ... es war schon etwas auffälliger als er normalerweise unterwegs war.
    Naja. Vielleicht suchte er ja auch neue Gesellschaft, mh? Ein nervöses Lächeln huschte über seine Züge, als die Selbsterkenntnis sich doch nochmal meldete, dann ging er auf die Theke zu und setzte sich erst einmal. Erstmal war der Barmann noch am der anderen Ende der Theke beschäftigt, also ... nutzte er die Gelegenheit, seinen Blick von hier ein wenig durch den Club schweifen zu lassen. Noch war es nicht gerade voll und man konnte einzelne Leute gut beobachten...
     
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  2. Tsukigata Yamato

    Tsukigata Yamato Genin

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    Es war einer dieser Tage, an denen Yamato nicht recht wusste, ob er allein sein oder doch lieber etwas Gesellschaft haben wollte. Vielleicht ein bisschen von beidem, weshalb er sich letztlich dazu entschlossen hatte, nicht auf seinem Zimmer vor sich hinzubrüten, sondern auf einen Drink im "Tausendundeinen Wunsch" vorbeizuschauen. Die Bar lag nicht allzu weit vom Haus seiner Eltern entfernt, so dass er sich notfalls auch schnell wieder verdrücken konnte, wenn es ihm zu viel wurde. Für den Moment aber hatte sich der Tsukigata recht bequem in einer kleinen Sitzecke eingerichtet, von der aus er einen guten Blick auf Eingangsbereich und Tresen hatte. Gerade lag sein Blick jedoch mehr oder weniger auf dem halbvollen (oder halbleeren?) Glas vor ihm, während er, den Kopf in eine Hand gestützt, seinen Gedanken nachhing.

    Für Yamato war es ein weiterer arbeitsreicher Tag gewesen – einer von vielen der letzten Zeit - und er war ordentlich geschafft. Im positiven Sinne, weil er eine intensive Trainingseinheit bei den Okamura hinter sich gebracht hatte. Der alte Ren war heute nicht abkömmlich gewesen, also hatte er einen seiner erfahreneren Schüler dazu abgestellt, den Unterricht zu übernehmen. Und wie es sich ergeben hatte, war Yamato dabei nicht nur verdroschen worden, sondern hatte auch gelernt, wie er effektiv zurückschlagen konnte. In Verbindung mit seinem Bluterbe, das ihm inzwischen ebenfalls ein wenig besser gehorchte, gar kein schlechter Fortschritt. Zufrieden war er dennoch nicht. Training war das eine. Das andere waren die eng getakteten Einsätze der letzten Zeit, die zwar alle ein gutes Ende gefunden hatten, allerdings nur dank seiner Missionspartner. Er selbst, so fühlte Yamato, hatte wenig Anteil am Gelingen der Missionen und kleineren Aufträge gehabt – wenn er sie nicht sogar unwillentlich erschwert hatte. Wäre er nur stärker gewesen, vorausschauender, klüger… Leise seufzend griff er nach seinem Glas und nahm einen Schluck. Als er den Drink wieder abstellte, hätte er ihn vor Schreck beinahe wieder ausgespuckt.

    Da vorn am Tresen saß Arata. Auch das noch… Noch hatte er ihn nicht bemerkt, aber es war nur eine Frage der Zeit bis der Yamanaka ins Innere der Bar spähte und ihn unweigerlich entdecken würde. Zeit, seine Tarnfähigkeiten rauszuholen! Oder höflich zu sein… Ein weiteres Mal seufzte Yamato, diesmal allerdings nur innerlich. Was immer er tat, er würde es doch eh wieder falsch machen. Blieb nur die Frage, was der arme Arata weniger verdient hatte: ignoriert zu werden oder sich mit einem missmutigen Kollegen herumzuschlagen. Keines von beidem, befand der Tsukigata, doch er beschloss zumindest der Höflichkeit Genüge zu tun und ein paar nette Worte mit Arata zu wechseln. Und das gerade noch rechtzeitig, denn just da wandte der ihm den Kopf zu. Yamato ließ ein kleines Lächeln aufflackern und hob grüßend die Hand. Dann erhob er sich und ging, das Glas in der Hand, zum Tresen. Im Gegensatz zu Arata wirkte er reichlich unspektakulär. Schwarzes Shirt, anthrazitfarbene Hose. Fertig. Fast ging er im lauschigen Halbdunkel der Bar unter – ein durchaus beabsichtigter Effekt. „Hey Arata-san.“, grüßte er den Yamanaka mit freundlicher Gelassenheit. Innerlich war er weniger gelassen. Hatten sie sich überhaupt schon einmal abseits der Arbeit gesehen? „Auch auf einen Absacker hier?“. So wie Arata sich zurechtgemacht hatte, vermutlich mehr als das. Aber das würde sich sicher gleich klären.
     
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  3. Yamanaka Arata

    Yamanaka Arata Genin

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    Während Yamato sich mit seiner Flucht nach vorn für das kleinere Übel entschied, ahnte Arata noch nichts davon - er freute sich, hier ein bekanntes Gesicht erkannt zu haben. Und ganz entgegen seiner sonstigen Gewohnheit sah man ihm das auch ganz gut an ... vielleicht lag es aber auch daran, dass er sich nicht nur einfach so freute. Sein Herz hatte tatsächlich einen kleinen Sprung gemacht, als er den Tsukigata wieder erkannte - hatte er sich auf dem denkwürdigen Job nicht kurz gewünscht, sie würden sich stattdessen in der Bar treffen? Und jetzt war er hier, ausnahmsweise mal ausgehschick, und Yamato war auch da ... so erklärte sich, dass Arata für seinen Kollegen ein warmes, fast strahlendes Lächeln übrig hatte. "Oh ... freut mich, Yamato-san." Erwiderte er, und ... grinste andeutungsweise. "Naja ... einer der wenigen angenehmen Nebeneffekte meiner bisherigen Karriere ist mehr Geld als ich für mich behalten will. Also ... wollte ich heute abend ein bisschen was davon ausgeben und vielleicht ein paar neue Bekanntschaften machen. Und ... mir einfach einen schönen Abend machen." Jetzt wo er es laut formulierte, kam es ihm selbst ein bisschen gewagt vor, aber ... einmal angefangen würde er jetzt nicht so leicht wieder stoppen. Yamanaka zu sein war manchmal schwierig, aber ... manchmal brachte die nagende innere Stimme der Selbstanalyse doch ein paar wertvolle Einsichten hervor, sofern man bereit war, ihr zuzuhören. Es wurde einfach einmal Zeit, dass er sich aus seinem selbst gegrabenen Loch heraus wagte, anstatt immer nur vom Rand aus andere zu beobachten und sich zu ärgern dass er selbst so allein blieb.

    ... umso mehr wenn heute auch noch Yamato aufgetaucht war. Wer wusste schon ob die Gelegenheit wieder käme? "Naja, und ... jetzt wo du auch hier bist könnte ich mir auch gut vorstellen ihn mit dir zu verbringen." Ein leiser Hauch von Röte tauchte auf Aratas Wangen auf. Man hätte ihn vielleicht dem Alkohol zugeschrieben - wenn der Yamanaka denn überhaupt schon irgendetwas getrunken hätte. "Ich ... bin heute das erste Mal hier und würde mich jedenfalls freuen wenn du mir Gesellschaft leisten würdest ... wenn du das möchtest." Kurzes, nervöses Auflächeln, gefolgt von einem kleinen Räuspern. Aber für die erste richtige Einladung wars gar nicht so schlecht, oder? "... du bist öfter hier, nicht?" Fischte er etwas unbeholfen nach einer Anschlussfrage, die seinen Vorstoß etwas unschuldiger erscheinen ließ, und ... sah Yamato dann einfach hoffnungsvoll an, ob er sich nicht bereit fände bei ihm zu bleiben. Er hatte es noch ganz gut unter den Deckel bekommen, aber innerlich war er jetzt ziemlich aufgeregt.
     
  4. Tsukigata Yamato

    Tsukigata Yamato Genin

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    Ein Funke vom Diplomatentum seines Vaters musste über die Jahre doch auf Yamato abgefärbt sein, denn es gelang ihm gerade noch zu verhindern, dass ihm die Gesichtszüge entglitten. Arata wollte den Abend… mit ihm verbringen? Das lief ja nun gar nicht so wie er sich das vorgestellt hatte. Und das gerade heute, wo seine Sozialkompetenz bestimmt noch nicht einmal das Prädikat ‚suboptimal‘ verdiente. Doch Arata wirkte gerade so hoffnungsvoll, dass er es nicht übers Herz brachte, ihn zu enttäuschen. ‚Reiß dich zusammen und zieh den armen Kerl nicht mit in deine miese Laune…‘, mahnte er sich. Mit etwas Glück passierte ja das, was der Yamanaka sich wünschte und er würde tatsächlich noch ein paar neue Leute kennenlernen. Bis dahin würde Yamato ihm gern Gesellschaft leisten so gut er konnte. Die leichte Überraschung, die bis eben noch im Gesicht des Tsukigata gestanden hatte, wandelte sich in ein warmherziges Lächeln. „Na klar, gerne doch. Vielleicht kann ich dir sogar jemanden vorstellen – und ich gelobe auch, wie ein Schatten zu verschwinden, wenn ihr unter euch sein wollt.“.

    Trotz des gedämpften Lichts hatte Yamatao die leichte Röte auf Aratas Wangen bemerkt, doch es wäre ihm nicht ansatzweise in den Sinn gekommen, dass sie etwas mit ihm zu tun haben könnte. Der Yamanaka war heute das erste Mal hier und einfach etwas nervös. Das Ambiente konnte ja auch durchaus etwas einschüchternd wirken - zumindest bis man erkannte, dass trotz teurer Einrichtung und gehobener Speise- und Getränkekarte die Dinge auch nicht viel anders liefen als sonst wo. „In der letzten Zeit bin ich gar nicht so oft unterwegs gewesen.“, gestand Yamato und schob sich auf den freien Barhocker neben Arata. „Aber heute musste ich mal raus. Hast du schon was zu Trinken bestellt?“. Blöde Frage, hatte er in der kurzen Zeit, die er hier war, natürlich noch nicht. Wunderbar, da ging es schon los… Yamato kommentierte seinen Fehler aber nicht weiter, sondern angelte eine der Getränkekarten, um sie an Arata weiterzureichen. „Wenn du nichts findest, kannst du auch den Barkeeper fragen. Der hat manchmal noch ein paar besondere Sachen, die nicht auf der Karte stehen.“. Und wenn nicht, würde er sich irgendetwas Neues ausdenken. Der Tsukigata hatte es jedenfalls noch nicht erlebt, dass hier jemand unzufrieden oder durstig nach Hause gegangen wäre.
     
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  5. Yamanaka Arata

    Yamanaka Arata Genin

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    Langsam ging Arata auf, dass mit Yamato heute abend etwas nicht ganz stimmte ... er wirkte verhuscht, fast unsichtbar, und ... naja, so recht schien er nicht zu verstehen was der Yamanaka ihm eben doch so tapfer hatte sagen wollen. Jedenfalls hatte er jetzt eigentlich nicht vorgehabt, Yamato als Sprungbrett zu benutzen um jemand anderes kennen zu lernen ... aber hey, er war bereit ihm Gesellschaft zu leisten, und zu einem geschenkten Tsukigata würde er so oder so nicht nein sagen. Vermutlich war er ohnehin zu hastig gewesen - oder? "Ah ... noch nicht. Würdest du- ooh, danke." Er war so ein Gentleman. Arata nahm die Karte mit einem dankbaren Nicken entgegen und spähte über die Zeilen. Das meiste war ihm vertraut, und obwohl ein paar der unbekannten Namen ihn neugierig machten ... jetzt war noch nicht die Zeit für hochprozentige Experimente. "Ich denke, ich fange mit Vertrautem an. Überraschen lasse ich mich dann später." Es klang zwar spannend, aber solche Versuche waren meistens amüsanter wenn man so oder so schon betrunken war. Er hatte seinen Blick über die Karte beendet und legte sie aufgeklappt zwischen ihnen beiden hin, falls Yamato sie noch einmal haben wollte, und ... wandte sich dann wieder ihm zu. Hui ... Smalltalk fiel ihm normalerweise halbwegs leicht, aber jetzt wollte er schon achtgeben nichts blödes zu sagen oder den Tsukigata gar mit seinen langweiligen oder sonderbaren Interessen vergraulen, also brauchte er einen merklich langen Moment, bevor er den Faden wieder aufnahm.

    "... ja, ich hab es auch nicht mehr drinnen ausgehalten. Manchmal brauche ich eine kleine Erinnerung, dass ich in einer Stadt voll vernünftiger und normaler Menschen wohne, die nicht zwischen Bäumen herumspringen und wichtigere Probleme haben als Chakratheorie."
    Er schmunzelte. Er hatte tatsächlich einiges von der Ambivalenz gegenüber seinem Ninjaberuf ablegen können, aber so ganz normal würde er sich damit vielleicht nie fühlen. Einen Moment später kam der Barmann vorbei und erkundigte sich nach ihren Wünschen, und Arata nickte. "Ein Shiroi Kumo für mich. Yamato ..?" Sobald der Tsukigata bestellt hatte, huschte ihr freundlicher Barmann weiter, und Ara räusperte sich. "Und ... wie ist dein Einstieg in den aktiven Dienst verlaufen? Ich hoffe deine folgenden Aufgaben haben dir nicht so viel ... Flexibilität abverlangt wie unser Forschungseinsatz."
     
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  6. Tsukigata Yamato

    Tsukigata Yamato Genin

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    Während Arata die Karte studierte, warf Yamato ihm einen verstohlenen Blick zu. Der Yamanaka war ja ohnehin schon bildhübsch, aber so wie er sich zurechtgemacht hatte, wäre es eine Schande, wenn er heute keine neuen Bekanntschaften schließen würde. Ein kurzer Schwenk durch die Bar offenbarte jedoch, dass die noch etwas auf sich warten ließen. Aber der Abend war noch jung und erfahrungsgemäß würde es zu späterer Stunde noch voller werden. Bis dahin wollte Yamato versuchen, dass Arata die Zeit nicht lang wurde – und später achtgeben, dass er nicht an die falschen Leute geriet. Auch ein gehobenes Ambiente schützte leider nicht vor schlechtem Umgang, wie der Tsukigata einst am eigenen Leibe hatte erfahren müssen.

    Über seine Gedanken hatte Arata gewählt und spann das Gespräch von eben fort. „Ein bisschen Normalität… da rennst du bei mir offene Türen ein.“, erwiderte Yamato. Solange er sich erinnern konnte, war in seinem Leben nichts wirklich „normal“ gelaufen und im Gegensatz zu dem, was Arata andeutete, war es gerade der Dienst an Shirogakure, der zumindest einen Hauch von beruhigender Routine mit sich brachte. Allerdings war dies kaum der richtige Zeitpunkt, um den Yamanaka mit seinen eigenen Befindlichkeiten zu belästigen. Yamato hoffte, dass es ihm wenigstens lange genug gelang, vernünftig und normal zu wirken. Das Auftauchen des Barkeepers lenkte den Fokus ohnehin erst einmal von ihm fort und Arata bestellte seinen Drink. „Ah, ich hab’ noch. Danke.“. Yamato hob sein noch halbvolles Glas (ja, in diesem Fall hätte er tatsächlich ‚halbvoll‘ gesagt) an. Die Flüssigkeit darin hatte die Farbe von sattgoldenem Baumharz, sah aber sonst vergleichsweise unspektakulär aus. Irgendein hochprozentiges Destillat aus dem hohen Norden, dessen Namen der Tsukigata auch nach der drölfzigsten Bestellung noch nicht richtig aussprechen konnte (inzwischen hatte man sich zur Entlastung aller Beteiligten auf „das Übliche“ geeinigt). „Aber wir nehmen noch die 1002. Überraschung dazu.“. Arata brauchte doch etwas, um seinen pappensüßen Cocktail zu kontern und wenn er später noch Leute kennlernen wollte, sollte er wenigstens eine kleine Basis für den weiteren Alkohol geschaffen haben. „… ich hab‘ keine Ahnung, was das ist, aber es wird gut.“. Es sei denn, sie brachten jetzt Käsekuchen. Aber die hiesige Küche hatte noch nie enttäuscht und Yamato hoffte, dass das so blieb.

    Ach, ich kann mich an sich nicht beschweren.“, griff er den Faden wieder auf, nachdem weiter hinten von der Theke vertraute Geräusche ankündigten, dass der Barkeeper gerade zu zaubern begonnen hatte. „Kurz nach unserem Auftrag bei euch haben sie Ai und mich auf eine kleine Mission geschickt, bei der wir dich gut hätten brauchen können.“. Oh ja, die Fähigkeiten eines Yamanaka hätten die Sache um so vieles einfacher gemacht. Und dass er gern mit Arata zusammenarbeitete, war nun auch kein Geheimnis mehr. „Wir mussten den Bruder einer Braut zur Hochzeit nach Jôsei bringen, aber…“, Yamato seufzte. „Er hat sich vor seinem eigenen Schatten gefürchtet und ist uns abgehauen. Wir haben ihn also durch den halben Wald gejagt, bis Ai ihm mit einer Explosion den Weg abgeschnitten hat.“. Ein kleines Lachen entfuhr ihm. Rückblickend war die Geschichte wirklich komisch. „Aber vielleicht ist es gut, dass dir das erspart geblieben ist…“. Arata hatte im Alltagsgeschäft vermutlich schon genug mit Verrückten zu tun. „Was waren so deine Glanzlichter bisher?“.
     
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