Suitonkanone 5000 - ein kunterbuntes Testgelände

Dieses Thema im Forum "Jôsei" wurde erstellt von Michiyo Kumiko, 23. Apr. 2014.

  1. Michiyo Kumiko

    Michiyo Kumiko Active Member

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    Den Namen Daoma kannte so ziemlich jeder, absolut jeder, der auch nur annähernd sowas wie eine Kindheit hatte. Sogar in Kumikos Rübe klingelte bei dem Namen irgendwas! Genau, es handelte sich hierbei um einen der Spielzeughersteller der bekannten Welt, und ihr fiel es heute zu, zusammen mit noch jemand anderem dafür zu sorgen, dass die Produkte dieses Herstellers auch in der kommenden Badesaison in aller Munde waren. Zumindest hatte Kumiko das so verstanden. Auf jeden Fall sollten sie sich heute Morgen um Punkt zehn Uhr am Rande des Firmeneigenen Testgeländes einfinden, das sich am Rande Joseis befand. Es stand natürlich ganz außer Frage, dass Kumiko bereits um neun Uhr dreißig am Treffpunkt ankam und dort geduldig auf ihren Partner wartete, dessen Name ihr mal absolut gar nichts sagte. In Gedanken ging die Blondine nochmal durch, ob ihre Ausrüstung heute vollständig mit von der Partie war. Als Mittagessen hatte sie sich Reste vom Vortag in die erstbeste Bentobox gequetscht, die sie gerade zu fassen bekommen hatte und dazu eine kleine Kanne Tee gebrüht. Nachdem das Mädchen nicht wusste, welcher Art ihre Aufgabe war, hatte sie kurzerhand ihr Standart-Waffenarsenal für Missionen zusammengepackt und nicht mit Explosivstoffen gegeizt. Noch immer Gedankenverloren, richteten sich ihre stechenden, grünen Augen auf das Gelände, von dem sie zurzeit noch durch einen alten, rostigen Maschendrahtzaun getrennt waren. An eine Spielzeugfirma erinnerte hier ziemlich wenig: Das einzig Bunte waren die winzigen Plastik- oder wahlweise auch Holzsplitter, die auf dem gesamten Gelände verstreut, auffällig dicht aber in irgendwelchen mysteriösen Kratern herumlagen. 'Krater? Was im Himmels Willen sollen wir hier testen?' Glücklicherweise bestand nicht der gesamte Platz aus Spielzeugsplittern mitsamt mysteriösen Kratern; weit hinter diesem bei einer Spielzeugfirma ziemlich beunruhigenden Anblick, bereits zu einem guten Teil außer Sichtweite gab es zum Glück noch einen einfachen, gepflasterten Platz der neben einem großen Unterstand auch zwei große, Garagenähnliche Gebäude beherbergte.

    Mit einer Neugier, die sich äußerlich nicht im Geringsten zeigte lehnte Kumiko sich an den Zaun, der geräuschvoll ein wenig nachgab und wartete. Wie würde dieser Typ drauf sein, mit dem sie – was auch immer, so genau wollte sie es dann inzwischen doch nicht mehr wissen, testen sollte? Mit etwas Glück wäre er halbwegs normal und umgänglich. Damit würde er in ihrem Umfeld ziemlich sicher eine der wenigen Ausnahmen darstellen, nachdem sie es zuvor schon mit verrückten Wissenschaftlern, Schizophrenen Theaterregisseuren und ähnlich normalen Menschen zu tun gehabt hatte. Dagegen war die Besitzerin dieses zwölf-Tonnen-Schlachtschiffs von einem Hund sogar auch noch relativ normal gewesen, obwohl sie dieses Monstrum tatsächlich mühelos und vor allem einhändig im Zaum hatte halten können. An diesem Tag hatte sie den Taschentuchvorrat ihres Partners, Sato Yuuta, ziemlich geschröpft … Aber wenigstens hatten sie diesen Tag damals ohne bleibende Schäden überstanden. Widerwillig lenkte Kumiko ihren Blick, ohne sich von dem Zaun abzustoßen auf die Kraterlandschaft, die den nahesten Teil des Testgeländes für sich in Anspruch nahm und hoffte, auch diesen Tag irgendwie zu überleben. »…«
     
  2. Atarashi Ryakuga

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    Spielzeugtester … Na, wenn Rakugaki ehrlich war, dann stellte er sich unter seinem Traumjob etwas Anderes vor, aber irgendwie musste man sich ja auch in der Zeit zwischen Missionen nützlich machen, hm? Als der Job ins Haus geflattert war, getragen von der psychiatrischem Hilfskraft Schrägstrich Mentorin seines Mitbewohners, hatte er sich die kurze und vor allem nichtssagende Beschreibung durchgelesen und sich freiwillig gemeldet, denn das Ganze sah nach wenig Arbeit, wenig Gefahr und anständiger Bezahlung aus. Da ihre kleine Chaos-WG nicht unbedingt über den großen Reichtum verfügte, den die beiden Wohnungsbesitzer durch ihre Hobbies eigentlich gebrauchen könnten, mussten sie eben für ihre Moneten schuften wie jeder andere … Und ein bisschen auf Spielzeug herumturnen war immernoch besser als Kloputzen, wenn man ihn fragte. Der Sprayer hatte nur einen Blick auf die großen blauen Augen seines besten Freundes werfen müssen, um in seinem erwartungsvollem Gesichtsausdruck zu lesen, der vor Vorfreude nur so überlief, damit er sich entgültig entscheiden konnte, ihn zurück zu lassen. Richtig: Spielzeug war zwar für gewöhnlich für Kinder gemacht, aber Kindköpfe würden wahrscheinlich alles tun, nur eben nicht das, was man ihnen sagte, deshalb erledigte er diesen wichtigen und brisanten Auftrag heute solo. Der große Dunkelhaarige latschte also mit gesenkten Schultern und in den Taschen seiner Hose gestopften Händen durch die Straßen Joseis und trug dabei seinen mit Spraydosen bestückten Gürtel, robustes Schuhwerk und seine herkömmliche Aufmachung aus zerschlissenem Hemd und verwaschener Jeans. Seine Haare waren zur Abwechslung einmal gewaschen und wirkten deshalb deutlich fluffiger als sonst, wurden allerdings in ihrer Puscheligkeit von einem Haarband zurückgehalten, das sie zu einem Pferdeschwanz zusammenzwang. Im Großen und Ganzen wirkte er mies gelaunt, obwohl er das nicht unbedingt war, doch das war bei dem lieben Künstler sowieso keine Besonderheit. Er kannte seine Partnerin nicht und eigentlich war sie ihm auch egal, solange sie einigermaßen wusste, was sie tat und ihn nicht behinderte oder sich verspätete... Als er doch noch pünktlich am Testgelände ankam, stand bereits ein Mädchen am Zaun und guckte sich das Ganze an, also schloss der Riese haarscharf, dass es sich bei dem einzigem Menschen jenseits der Absperrung um seine Teamkameradin handeln musste und bewegte sich in ihre Richtung. Schließlich blieb er neben ihr stehen und schaute mit leicht gerunzelter Stirn auf die Kraterlandschaft aus der Postapokalypse, die sich vor ihnen auftat. Was zum … Sollten hier nicht Regenbögen und Einhörner herumtollen oder so? Fing ja ganz gut an … „Hi.“ Sofern sie nicht schon durch seine nicht gerade leise Ankunft auf ihn aufmerksam geworden war, konnte sie nun das Dorfabzeichen sehen, welches er sich um den Arm gebunden hatte. Wieso also großartig Worte darüber verlieren, wieso er hier war?
     
  3. Michiyo Kumiko

    Michiyo Kumiko Active Member

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    Es dauerte eine ganze Weile, in der schlicht gar nichts passierte, ehe jemand anderes, vermutlich ihr heutiger Partner bei dieser unfassbar wichtigen Aufgabe auf den Plan trat. Es war nicht so, dass er schon von weitem auf sich aufmerksam machte, jedoch verstand die Blondine unter Diskretion irgendwie etwas ganz anderes, als den Auftritt des Anderen. Trotzdem hatte sie darauf verzichtet, ihre Blicke gleich förmlich an ihm festzukleben und reagierte erst, als der Neuankömmling lässig grüßte: »Guten Morgen!« Zusammen mit ihren Worten, überwandte sich Kumiko auch endlich, ihre grünen Augen von den Kratern jenseitig des Zauns abzuwenden, um den Anderen in Augenschein nehmen zu können. Auf der Rübe schien so weit alles in Ordnung zu sein, die abgerissene Kleidung wurde geflissentlich ignoriert – sie stammte selber aus ziemlich armen Verhältnissen und hatte es in den letzten Jahren erst geschafft, sich mit harter Arbeit aus diesem sozialen Loch zu befreien. Vorurteile, Mitleid, oder sonst was in dieser Richtung würde sie also sicher nicht zeigen. Anders sah es allerdings aus, als sie seine Hände in Augenschein nahm. Diese zehn Finger sahen unzweifelhaft nach harter Arbeit aus, zahlreiche junge und ältere Spuren von kleineren Verletzungen sagten dem Mädchen, dass dieser Junge vermutlich hart an irgendwas arbeiten musste. Dafür sprachen im Übrigen auch die gesplitterten Fingernägel, die im Normalfall eigentlich stabil waren. Diesen Anblick quittierte die Blondine mit einem knappen Nicken, hob daraufhin ihren Blick, um mit ihren eigenen, die grauen Augen ihres vermuteten Partners zu suchen: »Mein Name ist Michiyo Kumiko. Es ist mir eine Freude.« Diese Erkenntnis verkündete sie mit dem Enthusiasmus eines Metronoms, das kurz davor stand, in relativen Stillstand überzugehen.
    Zusammen warteten sie noch einige Minuten, ehe noch zwei weitere Personen am Ort des Geschehens eintrafen. Diese beiden hätten sich deutlicher nicht unterscheiden können. War einer der Beiden gute zwei Meter und zehn groß und breit, wie hoch; so maß der zweite vielleicht maximal einen Meter dreißig, wenn man den winzigen Hut mitzählte und dessen Statur musste unweigerlich an die Anatomie eines Streichholzes erinnern. 'Oh. Bitte nicht.' Einmal mit Profis. Nur ein einziges Mal zumindest mit normalen Leuten zu tun haben … Es kündigte sich schon wieder an, dass der Tag, an dem die Blondine endlich einen normalen Auftraggeber erleben würde, noch weiter in der Zukunft liegen musste. »Heeey!« quakte eine froschähnliche Stimme, die schätzungsweise zu dem wild winkenden größeren der Beiden gehörte, der die beiden Ninjas schon aus der Ferne breit anstrahlte. Trotz allem bewahrte die Blondine ihre Contenance eisern und wartete geduldig ab, bis die beiden Witzfigu- ähm, Auftraggeber in ihrer zivilisierten Hörweite angekommen waren, ehe Kumiko sich von dem rostigen Zaun abstieß, sich schnurgerade aufstellte und die beiden Herren mit völlig neutralem Tonfall nebst einer höchst zackigen Verbeugung ihrerseits grüßte: »Guten Morgen! Wir sind diejenigen, die für die anstehenden Testläufe angeheuert wurden. Darf ich davon ausgehen, dass Sie unsere Ansprechpartner seitens Daoma sind?« Eine seltsame Stille entstand, die von dem schallenden Gelächter des größeren der beiden Herren unterbrochen wurde: »Ganz recht! Ihr beide dürft mich Onkel Hiro nennen. Ich bin der Leiter der Testabteilung für neue Kreationen Daomas. Und das hier«, er deutete mit seiner riesigen Hand auf den kleineren im Bunde: »Ist mein Leibwächter, das nur der Vollständigkeit halber.« Das Mädchen nickte auch dem Kleinen mit der verspiegelten Sonnenbrille zu, der diese Geste nicht erwiderte, ehe Onkel Hiro zur Sache kam. »Diese Badesaison steht ganz im Zeichen der Wasserpistole! Und natürlich wollen wir diese Saison mit unserer Produktpalette dominieren. Deshalb haben unsere besten Spezialisten aus der Entwicklungsabteilung die Suitonkanone 5000 erschaffen!« Suitonkanone 5000? 'Ich ahne schreckliches.' Hiro unterdessen schritt an den Ninjas vorbei und hielt auf eine große Halle zu – und erwartete offenbar, dass die anderen Anwesenden ihm einfach folgten. »Verzeihung? Inwieweit müssen wir bei den Tests mit dem Einsatz von Explosivstoffen rechnen?« Hiro blieb stehen, wandte sich der Blondine zu und sah sie verwirrt an, ehe sich Erkennen in seinen Gesichtszügen breitmachte: »Ah! Wegen den Löchern drüben im Boden?« Er lachte abermals schallend auf: »Macht euch da keine Sorgen. Die Materialtests sind soweit abgeschlossen – wir wollen kleinen Kindern schließlich keine Spielzeuge in die Hand geben, die gefährlich splittern können. Ihr beide seid für den Funktionstest der Testobjekte zuständig.« Hiro lachte noch ein weiteres Mal auf und setzte seinen Weg dann gemächlich fort. An der Halle angekommen, mühte er sich mit seinen großen Fingern an einem winzigen Tastenfeld ab, das als Schloss einer großen, in die Halle eingelassenen Flügeltür fungierte, die vermutlich der einzige Weg in das Gebäude war, den dieser Typ nutzen konnte, ohne sich blaue Flecken zu holen.
     
  4. Atarashi Ryakuga

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    Ein Walross und ein Zahnstocher mit psychopathischen Grundzügen begrüßten die beiden fleißigen Shinobi und kamen Rakugaki zum Glück überhaupt nicht merkwürdig vor. An sich war der Künstler kein ängstlicher Mensch, der sich vom Erscheinungsbild seiner Mitmenschen einschüchtern ließ, aus dem einfachem Grund, dass er selbst nicht unbedingt der vertrauenserweckendste Zeitgenosse war, aber diese Gestalten schlugen dem Fass ja schon den Boden aus. Wieso brauchte ein Spielzeughersteller einen Leibwächter? Was hatte es mit dieser Kraterlandschaft auf sich? Rakugaki runzelte die Stirn und übergab die Laberaufgaben Kumiko, welche diese zu seiner vollsten Zufriedenheit ausführte. Bisher kam er gut damit zurecht, die Arme zu verschränken und ihre Auftraggeber mit der bedrohlichen Präsenz der tiefsten Dunkelheit zu konfrontieren, die vielleicht etwas fehl am Platz war, wenn man darüber nachdachte, dass hinter den Türen der Anlage hier Kinderträume wahr wurden. Vielleicht würde er sich ja ein wenig lockern, aber er hatte sicherlich keine Intention, diesen Typen mit "Onkel Hiro" anzusprechen, er war nämlich nicht zwei Jahre alt. Sein Blick verfinsterte sich zusehends, aber noch beschwerte er sich nicht und fraß den sich aufbauenden Frust in sich hinein. Hier schien alles in Ordnung zu sein, abgesehen von ihren merkwürdigen Arbeitgebern, die sich ganz gut mit Rakugakis sonstigem Klientel ergänzten. Wahrscheinlich war es ihm einfach nicht möglich, einmal mit normalen und geistig gesunden Humanoiden zu kommunizieren, insofern hatten er und Kumiko ja etwas gemeinsam. Schade nur, dass sie keine Chance hatten, dies auch auszudiskutieren, denn Hiro watschelte mutig voraus zu einer Lagerhalle, nur von der kurzen Frage der Blondine unterbrochen, ob sie es hier mit großem Bumm-Bumm zu tun haben würden. Klar, das da draußen im Trümmerfeld waren Materialtests gewesen, wie hatte Rakugaki nur etwas Anderes annehmen können? Man wollte ja nicht, dass die kleinen Kinder sich verletzten und dass die Spielzeuge besonders stabil waren, so dass sie auch in den extremsten Situationen nicht splitterten. Wie jeder wusste, hatte ein Kleinkind, das auch nur ein bisschen etwas auf sich hielt, nämlich stets einen Granatwerfer zur Hand. War ja nur logisch. Falls die kleinen Wonneproppen aber einmal genug von Explosionen hatten und die Sommerzeit sie in Wassernähe lockte, konnten sie ihren natürlichen Zerstörungs-und Nervungstrieb aber auch mit Wasserpistolen ausleben, denn was war toller, als auf jemanden zu schießen, ohne das lästige Blut und die hervorquellenden Eingeweide? Der Künstler verdrehte unbemerkt die Augen und folgte der Prozession in die Lagerhalle. Nachdem Hiro sein Hightechfeld bedient und sich durch die Doppeltür gepellt hatte, fanden sich die Shinobi in einem großem Raum vor, wie man ja schon von der Tatsache erwarten konnte, dass sie sich in einer Lagerhalle befanden. Rakugaki empfand dieses Ambiente eher als eine Mischung aus Batcave und geheimen Labor, denn überall standen Leute mit Brillen und Klemmbrettern an langen Tischen, die mit verschiedensten Gerätschaften vollgestellt waren, die surrten und gurrten und im Allgemeinen dazu dienten, Erwachsene in den Wahnsinn zu treiben. Irgendwo weiter hinten befand sich etwas, was "Alle meine Entchen" sang und Rakugaki fragte sich, ob er vielleicht ein Kunai werfen konnte, ohne aufzufallen, doch da bogen sie auch schon in einen kleinen, gut beleuchteten Nebenraum ab und blickten auf einen Tisch, auf dem die beiden gewaltigsten Wasserpistolen lagen, die der Dunkelhaarige jemals gesehen hatte. Mit diesen Monsterteilen sollten sie schießen? Vermutlich würde man ihnen Zielscheiben geben, doch irgendwie machte es den Genin leicht nervös, dass sie genau zwei der Gewehre bekommen sollten ... Wenn sie hier Tests durchzuführen hatten, sollte man dann nicht eher stichprobenartig vorgehen? Irgendetwas stimmte hier nicht ganz ...
     
  5. Michiyo Kumiko

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    Unterdessen hatte Kumiko den Eindruck, alleine mit ihren Klienten hier zu sein, denn von dem Anderen, der eigentlich auch noch da sein sollte, sah und hörte man… außer einer Aura, die versuchte, irgendwie fies und bedrohlich auszusehen, einfach rein gar nichts. In einem Rückblick und der folgenden Katalogisierung würde dieser hier im Vergleich der Dunkelheit so manchen Auftretens allerdings noch ein wenig Feilen müssen, um den gewünschten Effekt zu erzielen; Um an Renkin-samas Feindseligkeit auch nur im Entferntesten heranzukommen musste er sich ganz sicher noch in vielen, vielen schattigen Eckchen verkriechen. Aber er bemühte sich. Sogar darauf, sich vorzustellen, hatte er komplett verzichtet. Kumiko ließ sich jedenfalls nicht beeindrucken und folgte dem runden Herrn in eine Lagerhalle hinein, die sich als äußerst gut getarntes Laboratorium erwies. In einer Ordnung, die der Blondine gerade nicht aufging, arbeiteten hier verschiedenste Leute eifrig an den buntesten und lautesten Dingen, die man sich vermutlich vorstellen konnte. Darunter einfache Kuscheltiere, ungleich komplexere elektronische Dinge und noch ein paar Sachen, von denen Kumiko eigentlich so genau nicht wissen wollte, was sie jetzt wirklich darstellten. Ein paar der dortigen Menschen blickten kurz auf, um die Neuankömmlinge zu begutachten und widmeten sich bald wieder ihren eigentlichen Aufgaben. Nur um einen Tisch stand niemand – und auf diesem lagen zwei Geräte der Kategorie herum, deren Zweck die Blondine eigentlich nicht so genau hatte wissen wollen. Ohne Mist, diese Teile waren riesig. Sie erinnerten entfernt an irgendwelche Kanonen, in hauptsächlich Hellblau gehalten mit gelegentlichen, verspielten gelben und roten Applikationen versehen. 'Bitte nicht.' Sie ahnte bereits, dass das hier ihre Testobjekte werden sollten. Das Mädchen begutachtete die beiden Waffen, so genau es ihm möglich war, ohne sie anzufassen, denn dazu hatten sie ja noch keine Erlaubnis, und wandte sich dann zu Hiro um:
    »Bitte verzeihen Sie meine Direktheit, aber ich habe den Eindruck, dass Spielzeuge dieser Größe für Kinder unbedienbar wären. Weiterhin habe ich Probleme damit, dass die Wasservorräte darinnen entsprechend schwer wären und damit für Kinderhände schlicht nicht zu bewältigen wären.« Nur für den Fall, dass ihr Partner sich mit diesem Gedanken schweigend herumplagte, hatte sie es laut ausgesprochen – denn eigentlich kam man auf sowas auch von ganz alleine. Ihr groß und ziemlich breit gewachsener Klient hielt inne und bedachte sowohl die Waffe, als auch die Sprecherin mit einem abwägenden Blick, ehe er in sein unlängst bekanntes, lautes Lachen verfiel: »Richtig! Sehr richtig! Das haben wir uns auch gedacht. Das Spielzeug wird selbstverständlich sehr viel kleiner sein. Die Tests an der Spielzeugversion sind übrigens längst abgeschlossen und die Produktion wird in den nächsten beiden Tagen bereits anlaufen.« Das 'Hä?' dürfte der Taijutsuka quer ins Gesicht geschrieben stehen, als sie den Kopf in einem beinahe perfekten 45° Winkel neigte und den trägen Blick auf dem Schweren hielt, der sich scheinbar gerade zu inszenieren versuchte: »Ihr habt doch nicht gedacht, ihr wäret hier herbestellt worden, um schnödes Spielzeug zu testen, oder?« Wieder hallte dieses Lachen durch den großen Raum, dessen kahle Wände das Geräusch bereitwillig verstärkten. »Nicht doch, nicht doch! Mit solchen Banalitäten beschäftigen wir sicher keine Ninjas. Der Fall ist der: Bei der Konstruktion der Spielzeugvariante hatten wir große Probleme, den Wasserdruck in humanen Grenzen zu halten, um keine Verletzungen zu verursachen. Wir konnten das Problem mit minimalen Änderungen an der Konstruktionweise beheben, aber unserem Vorstand kam eine einleuchtende Idee! Festzustellen, ob diese Idee praktikabel ist, ist eure Aufgabe: Ihr sollt herausfinden, ob sich diese Version der Suitonkanone 5000 als Ninjawaffe eignet!«
    'Ähm, was?' Ihr verwirrter Gesichtsausdruck hatte sich ob dieser Erklärung mitnichten geklärt, sondern im Gegenteil noch deutlicher bewölkt. Dieses Riesending? Eine Ninjawaffe? Wenn es nicht so derart undenkbar wäre – und es für Kumiko nicht absolut untypisch wäre – hätte das Blondchen spätestens an dieser Stelle in wahnsinniges Gelächter ausbrechen können. Ob sie diesen „Test“ für sinnvoll hielt, oder nicht stand zudem nicht zur Debatte: Sie hatten den Auftrag erhalten und würden ihn ausführen. Folglich verbeugte sich Kumiko zackig, und antwortete mit einem: »Hai!« Onkel-Hiro schien diese Antwort zu schmecken, denn er nickte den beiden Ninjas mehrfach zu, ehe er gönnerhaft auf die beiden kunterbunten Waffen wies und sich dann umwandte, ihnen ihr Testgelände zu zeigen. »Na dann nehmt euch die Dinger und ich zeige euch dann, wo wir den Test unter „realen“ Bedingungen abhalten werden« 'Reale Bedingungen?' Das wurde ja immer besser …
     
  6. Atarashi Ryakuga

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    Kumiko gehörte offenbar zu der ganz besonders mutigen Art von Menschen, die einen riesigen, dunklen und schlecht gelaunten Typen, der daneben auch noch sehr schweigsam war und im Allgemeinen sicherlich Bedrohlichkeit vermitteln konnte, einfach so wegsteckte. Das war eine bewundernswerte Eigenschaft, aber wahrscheinlich musste man als Ninja eben einfach furchtlos sein, weil man es sonst auf Missionen nicht weit brachte. Rakugaki bekam von alledem nichts mit und hätte auch nicht darauf reagiert, wenn sie ihn auf seine fehlende Höflichkeit angesprechen würde. Einerseits war er kein sozialer Mensch und hatte nicht die geringste Lust, sich in tiefschürfende Konversation mit einer Wildfremden zu stürzen – auf der anderen Seite war das einfach nicht seine Aufgabe. Sie hatten einen Job zu erledigen, genau das würde er tun. Bisher waren sie auch ohne Gespräche weitergekommen, solange sie also nicht vor unüberwindbaren Hindernissen standen, würde er auch nicht kommunikativer werden. Die Truppe befand sich momentan noch immer in der Lagerhalle und klärte die offensichtliche Frage, welche Kumiko zusätzlich hervorgehoben hatte: Kinder konnten mit dieser Wasserpistole bestimmt nicht umgehen. Es erschien dem Künstler zwar auch etwas merkwürdig, dass man dieses Gerät als Ninjawaffe testen wollte – eine Spielzeugfabrik entwickelte Waffen, das war gar nicht verdächtig … - aber wenn es so sein sollte, dann war es eben so. Selbst wenn er sich nicht vorstellen konnte, dass jemand mit einem Wasserbottich auf dem Rücken herumlief, war es sicherlich einen Versuch wert. Die Frage war, inwiefern man eine andere Person damit verletzen konnte … Wenn in dieser Waffe wirklich soviel Power steckte, dass man damit ernsthaften Schaden anrichten konnte, musste der Rückstoß gewaltig sein. Nachdem sie den wahren Plan ihres Auftraggebers erfahren hatten und er sich fragte, wieso man ihnen nicht schon zu Beginn alle Details verraten hatte, griff Rakugaki nach einer der Pistolen und schulterte sie, weil sie deutlich schwerer war, als er angenommen hatte. Das Wasser im Tank gluckerte vor sich hin und wirkte noch nicht allzu bedrohlich, doch das mochte sich bald ändern … Spontan fragte sich der Dunkelhaarige, ob die Krater vielleicht von diesen Prototypen verursacht worden waren, während er hinter Hiro herschritt und wieder ins Freie gelangte. Im Gegensatz zum vorherigem Gelände war dieser Fleck nicht von der Straße ersichtlich, weil er zwischen den Gebäuden lag, die ihn vor neugierigen Blicken abschirmten, was bei Spielzeug wenig, bei Waffentests jedoch viel Sinn ergab. Sie hatten in etwa die Fläche eines großen Tennisplatzes zur Verfügung, die jemand mit diversen Deckungsmöglichkeiten ausgestattet hatte, wie zum Beispiel halbhohen Mauern, Säulen, Kletternwänden und anderen akrobatischen Möglichkeiten, die Rakugaki spontan gefielen. Das hier erinnerte ein wenig an einen Parcour aus der Ninjaakademie und rief Erinnerungen an hartes Training ins Gedächtnis. Allerdings gab es hier keine Ziele und auch nichts Anderes, welches darauf schließen ließ, dass man vielleicht vorgeschriebene Routen überbrücken musste. Oh-oh … „Wir haben uns dafür entschieden, dass die besten Ergebnisse erzielt werden, wenn Ninja gegen Ninja antreten. So können wir nicht nur prüfen, inwiefern sich die Suitonkanone 5000 zum Angriff eignet, sondern auch mögliche Strategien entwickeln, wie man die Verteidigung gegen sie so schwer wie möglich gestaltet ...“ Wunderbar, oder?
     
  7. Michiyo Kumiko

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    In der Tat interessierte sich die Blondine wenig für das Gebaren ihres Partners und entschied sich dafür, es zu ignorieren, solange es nicht in irgendeiner Weise aus dem Ruder lief. Sollte das aber passieren, würde ihre Antwort entschieden und vermutlich ziemlich schmerzhaft ausfallen. Auf die Bemerkung zum Thema realer Bedingungen, nickte Kumiko schlicht und dachte sich ihren Teil. 'Vermutlich werde ich mich mit dem da Kerl hinten duellieren müssen.' An und für sich war das die einzige logische Schlussfolgerung. Die Materialtests waren laut ihrem Klienten abgeschlossen und bei einer bekannten Firma, wie dieser, war es ziemlich abwegig, dass einfach so die Tests an unbelebten Objekten vergessen worden wären. Wie es ihr befohlen worden war, schnappte sich die Blondine die Übrige der beiden Waffen und schritt Onkel-Hiro hinterher. 'Hm. Schätze, es wird ihnen nicht reichen, uns irgendwelche Berichte schreiben zu lassen.' »Ich darf davon ausgehen, dass die Tests Kameraüberwacht werden? In dem Fall wüsste ich gerne, wo sich die Geräte befinden, damit keines von ihnen versehentlich Schaden nimmt.« Hiro-san kicherte ausdauernd und zuckte mit den Schultern. »Richtig, aus der Aufzeichnung werden wir neben euren Berichten unsere Informationen zum Testverlauf ziehen, Kind. Aber euch die Standorte mitzuteilen ist nicht nötig. Sie sind gut geschützt. Und sollte doch eine Kaputtgehen, dann macht das nichts: Das kommt bei dieser Art von Test eben vor.« Punkt für ihn, aber warum er nicht wollte, dass sie dennoch ein wenig Rücksicht nahmen, blieb der Taijutsuka allerdings verborgen. Letzten Endes blieb dem Mädchen keine andere Wahl, als zu nicken und die Situation hinzunehmen, als sie den Testort erreichten.
    Das Areal war eigentlich viel zu klein, vernünftige Tests durchzuführen, aber es zeigte deutlich, welche Erwartungen ihr Klient an seine Waffen hatte: Effektiv über kurze und mittlere Strecken sollte sie also sein. Über große Entfernungen sollten scheinbar keine Tests gemacht werden, denn dann hätten sie sicherlich mehr Platz zum Test zur Verfügung gestellt bekommen. 'Das Ding soll im Nahen und mittleren Bereich eingesetzt werden? Es ist schwer und unhandlich. Das Gerät muss entweder richtig Zunder haben oder aber eine Vernünftige Streuung, um irgendwie nützlich zu sein. Mal sehen.' Die Blondine zückte aus ihrer Ausrüstungstasche sogleich einen kleinen Notizblock samt Stift, um sich diesen Gedankengang zu notieren und den Block sogleich wieder wegzustecken. Sie nickte dem Klienten nochmals abschließend zu und formte einige Fingerzeichen. »Bevor wir allerdings beginnen, hätte ich allerdings vorher selbst noch etwas getestet.« Mit diesen Worten platzierte Kumiko ihre Hände auf dem Boden vor sich. Mithilfe des Suiton: Suiryô no henka shiyasui erschuf sie zunächst eine kleine Pfütze, um daraus mit einer weiteren Fingerzeichenkette das Suiton: Mizu Bunshin no Jutsu zu nutzen und einen Wasserdoppelgänger von sich selbst zu erschaffen. Als ob eine Kumiko nicht schon seltsam genug wäre, standen nach wenigen Augenblicken gleich zwei von ihrer Sorte auf dem Testgelände herum. Die echte Kumiko nickte ihrer Kopie zu, die sich daraufhin schweigend an das andere Ende des Platzes aufmachte und sich zu den zurückgebliebenen umdrehte. An genau dieser Stelle begann ihr Test. Um einen ersten Eindruck zu bekommen, wie schnell sich der Wasserstrahl bewegte, welche Durchschlagkraft er haben würde und wie sich diese Waffe handlen ließ, wenn sie abgefeuert wurde, legte das Mädchen an, zielte auf den eigenen Bunshin und betätigte den Auslöser.
    Das Erste, was Kumiko bemerkte, was der enorme Rückstoß der übergroßen Wasserpistole. Er war zwar nicht übermächtig, aber aus ihrer unerwarteten Haltung heraus, war sie binnen Sekundenbruchteilen gezwungen, eine stabilere Haltung anzunehmen, ehe sie sich auf den Wasserstrahl selbst konzentrieren konnte. Dieser war gleichmäßig und doch ziemlich beeindruckend schnell unterwegs. Vermutlich hatte das Wasser einfach nicht die Zeit, sich zu verflüchtigen, ehe er auf den Kumiko-Bunshin traf. Dem Original wäre es sicherlich möglich, dem Strahl auszuweichen, aber der Bunshin dürfte echte Schwierigkeiten bekommen; außerdem war er nicht dazu da, auszuweichen. Der Klon begegnete der Wassersäule mit bloßen Händen, um den Strahl abzuwehren. Die künstliche Lebensform hielt vielleicht eine Zehntelsekunde stand, ehe sich zunächst ihre Arme und dann der Rest des Körpers verflüssigte und zu einer niedlichen, kleinen Pfütze zusammenfiel. »… Spielzeughersteller, ja?« das war der einzige Kommentar, den die Blondine sich erlaubte, ehe sie an ihren Klienten fortfuhr. »Das wäre alles, ich empfehle Ihnen jetzt dringend, diesen Bereich zu verlassen.« Als nächstes rastete ihr Blick auf dem Anderen ein, der noch immer kein Sterbenswörtchen geäußert hatte, während Onkel-Hiro sich freudestrahlend vom Ort des Geschehens entfernte. »Also, Junge: Ich möchte die Wirkung des Geschosses auf verschiedene Jutsu untersuchen. Also werde ich in die Defensive gehen.« Dass sie schlicht nicht wusste, ob er mit einem Angriff von diesem ding umgehen konnte, verschwieg sie ihm. Es bestand immerhin die Chance, dass er das Ego eines Riesen hatte und ihr schlicht die Kooperation verweigerte, wenn sie ihm unter die Nase band, dass sie auch nur in Betracht zog, dass einem Angriff aus diesem Teil nicht gewachsen sein könnte. »Pass vor dem Rückstoß auf…« gab sie ihm dennoch mit, ehe sie sich selbst ans andere Ende des Platzes aufmachte und gedachte, dem ersten Angriff mit dieser überdimensionierten Wasserpistole mit einem Suiton: Teppoudama zu begegnen.
     
  8. Atarashi Ryakuga

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    Es gab ein paar Dinge an ihrer Situation, die dem Sprayer nicht so ganz gefiehlen, aber noch hatte man ihn mit nichts konfrontiert, dass ihn überforderte. Ihr Auftraggeber war ein merkwürdiger Typ, dessen Schrank wahrscheinlich schon länger seine Tassen vermisste und der gewaltig einen an der Waffel hatte, doch davon abgesehen war ihre Arbeit wahrscheinlich gar nicht so undankbar. Wenn man einmal nicht beabsichtigte, dass sie moralisch fragwürdige Waffentests auf dem Fabrikgelände einer Spielzeugfabrik durchführen sollten und man sie gegeneinander antreten ließ, konnte man hier sicherlich seinen Spaß haben. In den Händen der beiden Genin lagen große, zum Bersten gefüllte Wasserpistolen, in denen es gluckerte und blubberte, wann immer der Dunkelhaarige die Schulter verlagerte. Bevor sie ans Eingemachte gingen, klärte man die Grundbedingungen und stellte dabei klar, dass man mit größerer Verwüstung entweder rechnete oder sie zumindest einkalkulierte. Natürlich gab es solche Ninjas, die es verstanden, keine Spuren bei ihren Aufträgen zu hinterlassen und die daher wirklich kaum für Zerstörung sorgten, wenn nicht genau das ihre Mission war, aber Rakugaki kannte auch ein paar, gegen die eine Dampfwalze auf Ecstasy noch friedlich wirkte. Es blieb noch zu erforschen, welcher Kategorie man Kumiko zuordnen sollte, doch sie bewies immerhin ein wenig Grips und bekam so allem Anschein nach ein Gefühl für die Waffe, was an sich keine schlechte Idee war. Die absolute Liquidierung ihres Doppelgängers betrachtete der Genin mit gerunzelter Stirn, ebenso die Art, wie sich die Waffe in die Schulter der Blonden drückte, um den stabilen Strahl zu bündeln und mit beeindruckender Intensität abzuschießen. Schließlich erläuterte die Blondine ihm, dass er auf sie schießen sollte, wogegen er nichts einzuwenden hatte, und baute sich in angemessener Distanz vor ihm auf. Das Problem würde wohl nicht sein, zu zielen und zu treffen, denn jeder halbwegs talentierte Shinobi konnte das, sondern, dem Strahl zu entgehen, der wahrscheinlich ekelige Schäden anrichtete, wenn er wollte. Rakugaki stellte sich breitbeinig hin, weil sie vor einem Rückstoß gewarnt hatte und zielte probehalber erst auf den Boden, um kurz abzudrücken, damit er die Wassermenge und die Qualität des Strahles prüfen konnte. Eine erstaunlich tiefe Kerbe entstand im erdigem Boden des Übungsgeländes, so dass sich Rakugaki schließlich dazu entschied, die nächste Ladung direkt auf Kumko abzufeuern. Die Kraft hinter dem Strahl machte ein Zielen relativ schwer, doch er schaffte es mit zusammengebissenen Zähnen, seine Waffe in ihre Richtung zu lenken, wo sie ein Geschoss traf und er die Augen weitete, gespannt, was wohl passieren mochte, wenn diese beiden Wasserkräfte aufeinander einwirkten. Zum Glück konnte Wasser im Allgemeinen nicht explodieren …
     
  9. Michiyo Kumiko

    Michiyo Kumiko Active Member

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    Während der unzweifelhaft ziemlich gefährliche Wasserstrahl auf die Blondine zuraste – aus ihrer Sicht schlich er eher – füllte sich ihr Mund langsam aber stetig mit demselben kühlen Nass, das kurz davor stand, ihre Rübe zu zerfetzen. Im allerletzten Augenblick wurde der Wasserdruck in ihrer Kauleiste unerträglich genug, um eine Teppoudama daraus zu formen, die sofort auf den auf sie zurasenden Wasserstrahl losgelassen wurde. Ihre Wasserkugel schickte die Taijutsuka gerade den nahenden Strahl entlang, um einfach nur zu beobachten, wie weit ihr Jutsu unter diesem enormen Druck wirken konnte, ehe es kollabierte. Ehe die Wirkung der angehenden Ninjawaffe sie erreichte, tauchte Kumiko allerdings darunter weg und entschwand zur Seite. Der Geschwindigkeitsunterschied zwischen der Waffe und ihr erlaubte es dem Mädchen dabei, in wenigen Zentimetern Abstand zum Ereignishorizont der Gefahr zu operieren. Interessiert, aber mitnichten Verwundert, konnte sie zweifelsfrei erkennen, dass sich in dem Strahl, der aus der Suitonkanone entsprang, ein Pfeilmuster bildete. Das deutete darauf hin, dass die Flüssigkeit, die das Gerät verschoss, mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten unterwegs war, ehe es in einem Strahl gebündelt wurde. Die Blondine versuchte, sich das grobe Muster für den Augenblick einzuprägen, ließ sich jedoch bald zurückfallen, um die Reaktion ihres eigenen Jutsu auf die Einwirkung der Waffe nicht zu verpassen. In guten vier Metern Entfernung zur spitze des Wasserstrahls fand sich eine Stelle, die sich zur weiteren Beobachtung eignete. Von dort aus, konnte Kumiko ganz ausgezeichnet erkennen, was sich dort abspielte, wo sie eben noch gestanden hatte.
    Ihre Teppoudama schien sich gar nicht mal so schlecht gegen die Suitonkanone zu schlagen, wie sie gedacht hatte. Zuerst fraß sich ihre Kugel beinahe mühelos durch den festen, starken Strahl, der aus Ryakugas Richtung kam und legte erst einen, dann zwei, fünf, sieben, acht Meter zurück, ehe sich eine Wechselwirkung zeigte. Von einem Moment auf den Anderen verlor ihre Teppoudama ihre beinahe perfekte Kugelform und waberte noch einen guten halben Meter vorwärts, ehe sie anhielt und mit einem scharfen Zischen, von dem Strahl getrieben, die Richtung wechselte. Was da passierte, lernte man schon auf der Akademie: Wenn zwei Techniken aufeinandertrafen, von denen mindestens eine auf Chakra basierte, löschten sie sich nicht gegenseitig aus; stattdessen wurde die Schwächere von der Stärkeren absorbiert und erhöhte die Kraft der anderen noch. Und genau das passierte gerade, als ihre Kugel langsam aber sicher zu einer Verdickung des Wasserstrahls aus der Kanone mutierte. Von Resten ihres Chakras wurde ihre eigene Zutat zu dieser Reaktion noch halbwegs zusammengehalten, mutierte aber bald zu einem Keil, der unaufhaltsam, zusammen mit der Wassermasse auf eine der vielen Betonwände zugerissen wurde, die das Gebiet säumten. 'Das gibt ne Katastrophe!' Als die verdickte Stelle nur Sekundenbruchteile später auf besagte Wand traf, zeigte sich das mit einem dumpfen, aber nicht gerade leisen Pochen. Das Geräusch dürfte sicher noch in einiger Entfernung zu hören gewesen sein und ließ die Erde unter dem Mädchen für einen kurzen Moment erbeben. Zusätzlich bildeten sich wirklich von einem Augenblick auf den anderen Risse, die kraterförmig um die Einschlagstelle angeordnet waren und sich auch nach einigen Sekunden noch bedrohlich weiter durch den Stein fraßen. Erst später fiel Kumiko auf, dass der eigentliche Wasserstrahl die Wand ungehindert durchdringen konnte, nachdem die Wucht des Aufpralls das Hindernis bedeutend hatte schwächen können – sie hatten unbewusst das Prinzip einer Panzerfaust angewendet. Kumiko hatte damit gerechnet, dass ihr Jutsu zurückgeworfen wurde – aber die Stärke der Reaktion hatte sie dann doch ziemlich überrascht.
     
  10. Atarashi Ryakuga

    Atarashi Ryakuga Member

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    Die Hände des Sprayers zuckten nervös, als sich der brutale Wasserstrahl aus seiner Waffe immer weiter auf das blonde Mädchen zubewegte, denn er konnte ja nicht ahnen, dass sie nahezu unbesiegbar war … Für den Sprayer war sie einfach nur eine normale Kunoichi und er schoss auf sie, mit voller Wucht und einem unangenehmen Gefühl. Rakugaki war schon bereit, die Pistole herumzureißen, doch da geschah etwas Merkwürdiges. Das Teppoudama, welches Kumiko ihm entgegenschmiss, lieferte sich einen atemberaubenden Kampf mit dem Wasserstrahl, während der Dunkelhaarige Mühe hatte, alles in Position zu halten. Würde sich das Geschoss einfach durchfressen, musste er so schnell wie möglich ausweichen, doch gleichzeitig konnte er nicht riskieren, die Hacken aus den Boden zu graben, weil er sonst vielleicht eine falsche Bewegung machen könnte ... Mit zusammengebissenen Zähnen verfolgte er das Schauspiel und weitete schließlich die Augen, als seine Waffe das Teppoudama zu absorbieren schien und die ganze Ladung geballt gegen die Wand krachte. Es knackte und knirschte und der Genin nahm den Finger vom Abzug, sodass der Wasserstrahl langsam erstarb, ehe die beiden das Ergebnis ihres Experimentes untersuchen konnten und nicht enttäuscht wurden. Der Künstler schritt auf die Stelle des Einschlags zu und runzelte nachdenklich die Stirn, als er die Schäden an der Wand betrachtete. Es tat ihm nicht zwingend Leid, dass er hier für Chaos sorgte, doch wenn man so darüber nachdachte, war das doch krank. Diese Art der Waffen waren ein Meilenstein in der Entwicklung des Kriegswesens und sicherlich für allerlei wenig moralische Ziele anwendbar. Rakugaki interessierte das eher weniger und er hatte sowieso keine Ahnung, wieso genau das Teil nun ein Jutsu absorbieren und zurückschmeißen hatte können, doch das Fazit war Zerstörung und somit hatten sie wohl bereits verwertbare Ergebnisse gesammelt. Erstaunt streckte er die Hand aus und fuhr mit ihr über die Risse im Stein, die vorher eindeutig noch nicht dortgewesen waren. Wie sollte man es nur schaffen, sich gegen eine derartige Waffe zu behaupten, wenn sie erst einmal auf den Markt kam? Es war schon schwierig genug, mit ihr präzise zu arbeiten, wenn nicht gar unmöglich, doch direkter Kontakt mochte dem Ziel alle Knochen brechen … Es interessierte den jungen Genin, wie das Wasser sich wohl noch beeinflussen ließ, doch da er gerade einmal Tinte zur Verfügung hatte und diese vermutlich einfach weggewaschen wurde, musste er sich wohl eher auf das Repertoire des Mädchens verlassen – zumal er dem Strahl nicht so einfach ausweichen könnte … „Ich frage mich, was passiert, wenn die Strahlen aufeinander treffen … vermutlich nichts, hm … Eine andere Idee?“
     
  11. Michiyo Kumiko

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    »…« Konnte Kumiko es ihrem Partner verübeln, dass er sich das Ergebnis des Zusammenpralls genauer ansehen wollte? Nein, natürlich nicht. Und wäre er ihr nicht zuvorgekommen, hätte sie sich die doch ziemlich mitgenommene Betonwand selber aus nächster Nähe angesehen. Nachdem die Vorderseite des Hindernisses durch den Anderen besetzt war, entschied sich Kumiko dafür, sich die Rückseite zu erschließen. Auch auf dieser Seite der Betonwand fanden sich Risse, allerdings war es doch ziemlich auffällig, dass sie hier deutlich kleiner ausfielen, als auf der Vorderseite und dass sie allesamt in einem kleinen Austrittsloch mündeten, das relativ genau der Strahldicke der Suitonkanone entsprach. 'Richtig eingesetzt, ist dieses Gerät verheerend'. Mit diesem Teil könnte man, wenn man es klug einsetzte, einige Panzerungen durchschlagen. Den Beweis hatten die beiden Ninjas gerade vor sich. Man könnte meinen, dass der Gedanke, dass sie sich damit beschießen sollten, vielleicht irgendwie beängstigend wäre, aber nachdem die Blondine bereits mit richtigen – also extra für diesen Zweck erschaffenen – Massenvernichtungswaffen zu tun gehabt hatte, interessierte sie dieses kleine Ding vergleichsweise wenig. Damals hatte sie zusammen mit der unfehlbaren, halbphänomenalen, fastkosmischen Itoe-Senpai die Energiequelle zu irgendeiner Prototypenwaffe aus den Händen einiger Vollidioten befreit, die keine Ahnung hatten, womit sie es zu tun hatten. Nach dem, was sie dort in Erfahrung gebracht hatte, konnte das Teil, das im Mittelpunkt ihres damaligen Auftrags stand, ohne Probleme den halben Kontinent zu einer kargen, kraterförmigen Felslandschaft umformen. Vielleicht fühlte sich die Taijutsuka gerade deshalb ein wenig seltsam dabei, dieses vergleichsweise winzige Löchlein in der Wand als besorgniserregend zu betrachten.
    Nach wenigen Sekunden der Untersuchung hörte das Mädchen eine Stimme von der anderen Seite der Wand. Konnte das sein? Ryakuga hatte endlich mal etwas gesagt? Ohne eine Miene zu verziehen, schob sie ihre blonde Rübe über die Kante des Hindernisses: »Ich stimme dir insoweit zu, dass ich denke, dass nichts Besonderes geschehen wird. Dennoch ist es einen Versuch wert. Allerdings möchte ich danach noch zwei Techniken an dem Wasserstrahl ausprobieren, um die Reaktion des Wassers auf die Einwirkung physischer Waffen zu evaluieren.« Aber das konnte noch warten, solange sie darauf achteten, noch genügend Wasser übrig zu haben, wenn sie damit fertig waren, ihre Waffen gegeneinander zu richten und hoffentlich noch lebten. Kumiko gehörte nicht zu diesen Leuten, die mehr Wert auf Worte, als auf Taten legten, daher verzog sie sich sofort dorthin, wo ihre eigene Wasserkanone auf sie wartete. Nachdenklich nahm sie ihren vorherigen Platz wieder ein und wartete darauf, dass ihr Partner das selbe tat, ehe sich das Mädchen breitbeinig aufstellte, zielte – gut zielte – und abdrückte. Sie zielte selbstverständlich nicht direkt auf den schweigsamen Genossen, sondern einige Meter neben ihn, schließlich war es nicht Bestandteil ihres Auftrags, sich gegenseitig umzubringen, sodass ihre Strahlen sich vorerst nicht direkt träfen … Wie würde sich der Zusammenprall der beiden Strahlen gestalten?
     
  12. Atarashi Ryakuga

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    Viele komplizierte Worte purzelten aus dem Mund seiner blonden Begleiterin -wer benutzte denn heutzutage wirklich Ausdrücke wie „evaluieren“? - doch ihre Grundaussage war, dass sie seinem ins Blau geschossenem Vorschlag wohl zustimmen wollte, der nicht einmal ansatzweise dieselbe Logik anwandte, welche hinter den Ideen seiner Teamkameradin zu stecken schien. Schlaue Menschen waren Rakugaki meistens eher suspekt, aber Kumiko war mit ihrem Intellekt nur wenig aufdringlich und der Größere war froh, dass er bisher nur gehorchen musste. Ein Job sollte einfach sein und schnelles Geld bringen, sonst konnte man ja gleich eine Mission erledigen. Daher war der Sprayer vollauf damit zufrieden, wenn ihm gesagt wurde, wo er seine Wasserpistole hinzurichten und wann er abzudrücken hatte. Im Prinzip war das ja eine gute Übung für den Shinobialltag. Die Waffen und sie beide waren also Seelenverwandte, war das nicht auf eine ganz eigene Art philosophisch, hm? Jemand mit Power drückte einen Knopf und sandte damit Tod und Vernichtung über seine Feinde – wie dieses gluckernde Etwas auf seiner Schulter waren auch sie Waffen, und langsam wurde das klobige Ding ganz schön schwer. Rakugaki schenkte der Blondine ein zustimmendes Knurrgrunzen, da er für diesen Job schon ganz schön viel Text verloren hatte und parkte den breiten Körper dann erneut vor der jungen Dame. Die grauen Augen des Teenagers betrachteten genau, was sie tat und zielten dann auf den Lauf ihrer Waffe. Es war nicht allzu leicht, das Bild im Kopf auf seinen Arm zu übertragen, denn eine Wasserbazooka war durchaus anders als ein leichtes Kunai oder ein Shuriken, die man auf seine Feinde warf. Der Strahl musste treffen und würde wahrscheinlich nichts geschehen lassen außer einer mittelmäßigen Sauerei, aber solange niemand von ihnen Knochenbrüche erlitt, konnte er damit leben. Um ganz sicher zu sehen, dass sich ihre Schüsse auch wirklich trafen, sollten sie wohl gleichzeitig abfeuern, also musste Rakugaki trotz all der guten Vorsätze wohl doch noch ein paar Worte wechseln. „Bereit? Drei … zwei … eins!“ Wasser marsch!
     
  13. Michiyo Kumiko

    Michiyo Kumiko Active Member

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    Man mochte es kaum glauben, aber die Zwei schienen sich ganz hervorragend zu ergänzen. Sie brauchten beide nicht viele Worte, um sich verständlich zu machen und die Neigung der Blondine, es mit Förmlichkeit ein kleines Bisschen zu übertreiben, schien hier auch in Ordnung zu gehen. Insgesamt lief diese Aufgabe wie geschmiert, und wenn es so weiterging, hätten sie es in Kürze bereits hinter sich. Eigentlich war das ein ziemlicher Glücksfall, denn so konnte Kumiko tatsächlich noch große Teile ihres Mittagstrainings durchziehen, wenn sie sich auf dem Rückweg beeilte.

    Mit wahnsinniger Geschwindigkeit rauschten die beiden Wasserstrahlen aufeinander zu. Sowohl die Blondine als auch ihr Partner rechneten nicht damit, dass irgendwas passierte, wenn ihre Waffen direkt aufeinander feuerten, und sie sollten recht behalten: Ein unscheinbares, leises Geräusch zeigte an, dass die beiden Wassersäulen aneinander rieben und sich gegenseitig konsumierten, ehe sich ihre beiden Zentren trafen. Einzelne Tröpfchen breiteten sich fächerförmig in sämtliche Richtungen aus und benetzten die Umgebung großflächig, ohne auch nur den kleinsten Schaden anzurichten – natürlich nur, wenn man nicht gerade wasserscheu war. Also stob sowohl dem Blondschopf, als auch Ryakuga postwendend ein feiner Nebel entgegen, der sich nur kurz hinter dem Ereignishorizont als feinste Tröpfchen entpuppte. Der Vorhang aus klarem, kühlen Nass legte sich gleichmäßig auf die Kleider der beiden Ninjas und gab ihren Kleidern ein unangenehmes, klammes Tragegefühl, das ihnen die Bewegung in der Zukunft nicht wirklich erschweren würde, sie aber dennoch deutlich unangenehmer gestalten mochte. 'Was zur Hölle hab ich eigentlich erwartet?' Genau das. Eigentlich noch nicht mal enttäuscht ließ die Blondine den Strahl ihrer Waffe ersterben und trat zur Seite, um nicht von der Waffe ihres Partners getroffen zu werden. Die Zeit, ihre letzten eigenen Tests durchzuziehen war jetzt, und diese Zeit wollte sie nutzen! Sofort verschwand die blasse Hand des Mädchens in der kleinen Ausrüstungstasche, um den Strahl zuerst gezielt im 90°-Winkel mit Senbon, schließlich mit Shuriken, Kunai und einem großen Fuma-Shuriken einzudecken. Hierbei ging es nicht darum, den Strahl zu unterbrechen, sondern den Kameras ihres Klienten irgendwas als Berechnungsbasis zu geben, mit dem sie arbeiten konnten, um noch ein paar Reaktionen auf ihre Waffe herauszukitzeln. Das war im Übrigen auch der Plan, als sie letzten Endes ein Sprengsiegel herauskramte und es direkt unter dem Strahl der Waffe zündete – anhand der Spritzrichtung des Wassers und der Dauer, die dieser Strahl unterbrochen war, sollte sich zumindest abschätzen lassen, wie sehr er sich eignete, um verschiedenen klassischen Ninjawaffen Einhalt zu gebieten – einfach mal vorausgesetzt, diese Firma bekam das Handlingproblem dieser monströsen Waffen in den Griff.

    Mit einer Handbewegung bedeutete sie dem Anderen, dass sie mit ihrem Teil der Testläufe fertig sei, und kam trotzdem nicht drum herum, ihm doch noch verbal Zusatzinfos zu verpassen: »Meine Tests sind abgeschlossen. Wenn dir noch etwas einfallen sollte, ist jetzt der richtige Zeitpunkt dafür.«
     
  14. Atarashi Ryakuga

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    Rakugaki hatte nicht wirklich erwartet, dass Kumiko auf seine Idee eingehen würde – dafür wirkte sie zu sehr der Logik verhaftet, während sein Vorschlag ja eher ein Schuss ins Blaue gewesen war. Der Genin war ein pragmatischer Mensch, daher dachte er bei zwei Wasserpistolen zuerst daran, sie gegeneinander abzufeuern und konnte sich erst dann auf kompliziertere Tests stürzen. Es brachte natürlich nichts, die Wassermassen gegeneinander antreten zu lassen, aber die Wahrheit war, dass Rakugaki nicht allzu viele Möglichkeiten besaß, irgendetwas Interessantes zu liefern. Seine besonderen Talente waren entweder das Verprügeln irgendeiner Person, die ihn anmachte, berührte oder anderweitig seine Grenzen überschritt, oder aber Künstler-Jutsu. Ersteres fiel aus, weil nicht einmal er blöd genug wäre, einen Wasserstrahl zu schlagen – wäre ja auch ziemlich sinnlos, oder? - zweiteres, weil er sich nicht vorstellen konnte, dass irgendeines seiner Jutsutierchen auch nur eine Sekunde unter der Wucht der Suitonkanone 5000 halten würde, ohne sich in winzige, schmutzig schwarze Bröckchen aufzulösen, welche in alle Richtung spritzen würden. Außerdem hängte man sein Hiden sowieso nicht an die große Glocke, um sich zu schützen. Mit einem Seufzen betrachtete er das enttäuschende Resultat seiner Idee, welches irgendwie doch den Erwartungen entsprach, und stopfte sich eine Hand in die Taschen, da auf der anderen ja immernoch die schwere Waffe lag. Er stand daher leicht geneigt und wirkte wahrscheinlich wie eine Art Neanderthaler mit einer modernen Keule, oder wohl eher einer Mischung aus diesem und einem begossenem Pudel. Das Wasser hatte ihn durchdrungen wie einen Schwamm und seine Haare klebten ihm im Gesicht herum, doch er machte sich nicht die Mühe, sie wegzuwischen. Stattdessen befolgte er stumm den Anweisungen der Blondine und stapfte ihr schließlich entgegen, als sie verkündete, dass sie keine Tests mehr hatte. Prima. Das hier war ja nur ein kleiner Job, oder? Es war dem jungen Mann durchaus klar, dass er beinahe kein Wort gesagt hatte und sein Eindruck damit wahrlich nicht der eines freundlichen Zeitgenossens gewesen war – aber was interessierte ihn das? Man erledigte solche Aufgaben schließlich nur des Geldes wegen und nicht, weil man irgendwelche netten Leute treffen wollte! „Ich hab genug“, meinte er daher und strich sich mit der Handfläche eine Schur nasser Haare aus der Stirn, wodurch die Sonne seinen Augen fast ein wenig Farbe verlieh, als er sie auf Kumiko richtete. „Wir haben alles getan, womit Ninja diese Waffe testen können. Für den Rest haben sie Angestellte, oder?“ Wie immer eine äußerst stechende Logik, also zuckte er mit den Achseln, schritt an der jungen Dame vorbei und machte sich bereit, seine verdiente Belohnung einzuheimsen. So erledigten also Leute ihre Arbeit, die kein Nervenbündel mit sich herumschleppten, das sie von allem abhielt, huh?

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