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Wild wuchernder Wald auf dem Grünen Ring

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Das wilde Waldtier auf Ebene Vier [Off]

Der Grüne Ring von Soragakure beschreibt die vierte Plattform der Wolkenstadt wohl am treffendsten. Sie verläuft ringförmig um den großen Chakrareaktior und beherbergt unter anderem einige Felder, Gewächshausanlagen, einen See und nicht unbeachtlich große und wild wuchernde Wälder. Verzweigte Trampelpfade ziehen sich wie ein dünnes Netz durch das Grün und wäre da nicht der große Reaktor, den man von fast jedem Punkt aus gut sehen kann, so hätten diese Anlagen das Potenzial ein Irrgarten zu sein. Der Wald bildet ein eigenes abgegrenztes Ökosystem und nur kleinere Säugetiere, Insekten und Vögel haben ihren Weg über die Jahrzehnte hier hingefunden, um dieses ihren neuen Lebensraum zu nennen. Die Pflanzenwelt hingegen hat sich hier sogar noch etwas rasanter und mannigfaltiger entwickelt, denn vor allem Vögel und Nagetiere bringen regelmäßig Samen neuer Pflanzen, Kräuter und Bäume durch das Plündern der Frachten, der in Getsurin anlegenden Schiffe, mit in den Wildwuchs. Ähnlich wie Soragakure selbst ist dieser Wald also ein buntes Miteinander verschiedener Kulturen – auch wenn das die, an Plattform Vier anliegenden Clans oder reichen Händler aus ihren teuren Anwesen heraus eher nicht so sehen. Die meisten würden sich eine saubere und gepflegtere Parkanlage wesentlich lieber wünschen, als diesen Urwald im direkten Sichtfeld zu ihren Anwesen..

.. Nanami hingegen nicht und die meisten anderen Mitglieder ihrer Familie auch nicht! Es gibt kaum einen besseren Ort zum Trainieren. Der Wald ist weitläufig genug, sodass man nur selten jemand Anderem zufällig darin begegnet, der gerade einen Spaziergang macht, sich sportlich betätigt oder einfach nur ruhe und Abgeschiedenheit im Grünen sucht. Im Sommer ist es hier nicht allzu heiß, wegen der vielen Bäume, die ihre kühlenden Schatten auf den Waldboden werfen und zusätzlich vor dem teilweise recht starken Seewinden abschirmen. Die junge Hōzuki hat es vom Clananwesen aus nie sehr weit und so hat sie sich auch an diesem Tag in den Wald begeben, um auf einer kleinen Lichtung ihr Trainingswerk zu beginnen. Am liebsten nutzte sie die heißen Mittags- und Nachmittagsstunden, um hier einen kühlen Kopf zu bewahren. Ein paar alte, stämmige Bäume hatte sie sich auserkoren, ihre Trainingspuppen zu werden. Bereits wenige Wochen, nachdem die Kunoichi nach Soragakure gezogen war, um die Ninjaakademie zu besuchen, hatte sie regelmäßig hier trainiert. Den Stamm des einen hatte sie mit einer Matte aus Bambus und Stoff umzurrt, um daran besser ihr Taijutsu üben zu können und in den Rinden der anderen Bäume finden sich viele Spuren und Kerben von Schnitten mit Messern, Schwertern oder Wurfsternen.

Das weißhaarige Mädchen hatte das nötigste für ihr heutiges Training zusammengepackt - genügend Wasser um hydriert zu bleiben, ihre Ninjawaffen inklusive ihres Kiriseis, Trainingsbandagen um keine unnötigen Verletzungen außerhalb von Missionen zu riskieren und vor allem genügend Ehrgeiz und Motivation!! Sie trägt ihr übliches Trainingsoutfit – ein weißes kurzärmliges T-Shirt, das zu großen Teilen von einer grasgrünen ärmellosen Stoffweste bedeckt ist und eine schwarze, kurze Leggins, die fast gänzlich von einem grünen, kurzen Rock verdeckt wird. Natürlich darf auch das schwarze Ninjastirnband im Haar nicht fehlen, dessen eingraviertes Symbol Kirigakures – ihrer Heimat – sie mit stolz trägt. Schuhe trägt sie nie, wenn sie zum Trainieren hier hinausgeht. Als sie die Lichtung erreicht, bandagierte sie sich zunächst Hände und Füße und band sich dann das Katana fest auf den Rücken, ehe sie die erste Salve Schläge und Tritte gegen den abgepolsterten Baumstamm hämmerte.
 

Sumiya Saki

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Sanft vor sich hin summend ging Saki mit einem leicht löchrigen Weidenkorb durch den Wald, der auf der vierten Plattform Soragakures angelegt worden war. Während es eigentlich ein menschengemachtes Stück Natur war, schien dies dem Wald recht schnell egal geworden zu sein. Die Büsche und Gräser, die sich zwischen den Bäumen angesiedelt hatten, folgten schon lange nicht mehr einem geordneten Plan und zwischen all den Pflanzen hatten sich immer mal wieder Arten eingenistet, die nie für die Himmelsinsel gedacht waren. Vieleicht hatten Vögel die Samen nach oben getragen doer eine starke Windböe hatte etwas Saatgut an die richtiuge Stelle befördert. Möglicherweise waren auch einfach Menschen gewesen, die Samen mit sich geführt hatten, ob absichtlich oder nicht. Was auch immer der Grund war, der grüne Ring von Soragakure war ein wurnderbarer Ort, um Heilkräuter und ähnlich nützliche pflanzen zu finden, daher versuchte Saki immer mal an einem freien Tag hierher zu gehen, um die Vorräte aufgzustocken, so gut es ging. Zwar gab es natürlich unten in Getsurins Umgebung deutlich mehr Kräuter, aber man nahm was man konnte und erst den ganzen Weg bis an die Erdoberfläche auf sich zu nehmen, konnte manchmal einfach zu lange dauern. Bisher hate sich noch niemand beschwert, dass Saki Kräuter sammelte, daher schien es wohl erlaugbt zu sein, einzig in die Nähe der meisten Anwesen der reicheren bewohner Soragakures zog es sie nicht. Aussagen, wie; Hau ab du Lumpenkind! oder; Drecksbalg! hatten der Sumiya die Gegend etwas verdorben. Doch der grüne Ring war groß genug, dass sie nicht darauf angewiesen war im Garten von Schnöseln zu buddeln.

Doch heute war der Wald friedlich und die sanfte Brise kühlte den Sonnenschein auf ein angenehmes Niveau ab. Die Kleidung der Sumiya passte eindeutig zu diesem Wetter mit einer kurzen, hellgrauen Hose, die überraschend wenige Löcher aufwies und einem leichten, dunkelblauen Tanktop. Ihr Schuhwerk bestand aus gar nichts, denn sie hatte ihre Sandalen, das einzige Paar, das bei diesem wetter sinnvoll zu tragen wäre, lieber daheim gelassen. Sie brauchte ihr Missionschuhwerk, wenn es nötig war. Kein Wunder, dass sie das Lumpenkind war, wenn sie ohne Schuhe hier herum lief. Da half auch das Stirnband Soragakures, welches heute als Haarband missbraucht wurde, wenig.

Gerade als eine weitere leichte Böe ihr durch die langen, offenen Haaren fuhr, hörte sie ein dumpfes Klopfen von einer nahen Lichtung. Ein wenig neugierig ließ die Sumiya von dem wilden Lavendel ab und folgte dem Geräusch. Es war nicht störend, sie hätte auch einfach weiter Kräuter sammeln können, aber der Korb war so oder so schon gut gefüllt, sodass das kein Problem darstellte. Als Saki sich durch einen Busch schob, erblickte sie Nanami, wie diese einen Baumstamm, der von Polstern umhüllt war, malträtierte. Offensichtlich war das Mädchen in den Wald gekommen, um zu trainieren. Training, wie? Kaum das Stirnband erhalten, schon fleißig am Lernen. Es schwang ein wenig Spott in der Stimme der Sumiya, nicht weil sie die eifrige junge Frau nicht ihre eigenen Entscheidungen zutraute, sondern, weil es der Sumiya einfach unerklärlich war, wie man sich so sehr im Ninjadasein verlieren konnte. Saki selbst hatte diese Karriere nur gewählt, weil die Kräuteroma sie darum gebeten hatte und ihr auf diese Weise auch die Möglichkeit eingeräumt wurde, am Krankenhaus und im feld ihre medizinischen Kenntnisse zu vermehren. Den Drang zu kämpfen hingegen verspürte sie nicht.
 
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Erschrocken drehte sich Nanami, als sie eine, ihr bekannte Stimme, hinter sich hörte. Sie war wohl bereits zu sehr in ihr Training vertieft gewesen, um das blauhaarige Mädchen ankommen gehört zu haben – hier draußen im Wald hatte sie wohl auch einfach nicht damit gerechnet, dass jemand vorbei kam oder sich darum scherte, was sie hier trieb. Etwas überrumpelt von ihrer plötzlichen Ankunft und ihrer dezent spöttischen Begrüßung, brauchte Die Kunoichi einen kurzen Moment, ehe sie ihr antwortete. “Freut mich dich zu sehen Saki!” empfing die Hōzuki das andere Mädchen auf ihre üblich freundliche Art. “Ja, ich trainiere hier draußen so oft ich kann. Auf den Trainingsplätzen der Akademie oder meines Clans sind mir oft zu viele Leute.” erklärte die Taijutsuka ehrlich. Auch wenn sie während ihrer Akademiezeit und auf ihren ersten Aufträgen, seit ihrer Ernennung zum Genin, bereits die ein oder andere Bekanntschaft gemacht hat, deren Gesellschaft sie schätzte, so hatte dies bislang noch nichts daran geändert, dass sie die Ruhe der Zurückgezogenheit genoss. Bisher hatte Nanami noch nicht die Erfahrung gemacht, dass gemeinsames Training effektiver oder in irgendeiner Hinsicht bereichernd wäre – außer vielleicht das Genjutsutraining, dass sie mit Tamaki durchgezogen hatte – dieser Wuschelkopf hatte wirklich ein Talent für diese Art Jutsu.

Neugierig musterte sie die Sumiya – mit dem Körbchen in der Hand sah sie nicht gerade aus, als wäre sie zum Trainieren hergekommen und einen Spaziergang würde sie hier sicherlich auch nicht unternehmen. Der Inhalt des Korbes verriet ihr da schon wesentlich mehr. “Auf Kräutersuche, was?” diese Schlussfolgerung war mehr als offensichtlich, aber fügte sich auch schlüssig in Nanamis Bild von Saki, die sich in ihrem gemeinsamen Job im Krankenhaus als äußerst geschickte Sanitäterin bewiesen hatte. Sonderlich viel hatten die beiden in dem Chaos ja leider nicht geredet, dazu war zu viel los. Auf jeden Fall hatte die blauhaarige Kunoichi ehemals im Krankenhaus gearbeitet – an so viel konnte sich die Kirinin entsinnen. “Stellst du Medizin oder Stimulanzien daraus her?” wollte sie wissen und deutete auf den gut gefüllten Korb. So wild und vielfältig, wie dieser Wald war, wunderte sie sich nicht, dass man hier wohl auch die ein oder anderen Kräuter finden konnte – auch wenn sie sich auf diesem Fachgebiet so gar nicht auskannte! Sie konnte nur einige wenige Blumen ihre Namen zuordnen aber das war auch schon das höchste der Gefühle.
 

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Ein wenig verschmitzt grinste Saki die Kunoichi vor sich schon an, als sie den Korb mit den heute gesammelten Kräutern gegen einen nahen Baum lehnte und ihr an ihrem Pferdeschwanz befestigtes Stirnband nochmals festzog. Kräutersuche trifft es schon. Und du hast recht, die Pflanzen dienen größtenteils für die Herstellung von Medizin, wobei ich nicht lügen will, ein paar davon sind für medizinische Zwecke nicht zu gebrauchen. Die landen heute Abend eher im Topf. Es half immer ein wenig vorauszuplanen und auch wenn die Kräuter erstmal wichtiger waren, so wusste Saki auch, dass die Kräuteroma es ab und an mal schätzte, wenn die Suppe mit etwas mehr Geschmack daher kam. Wozu hatte Saki sonst ihre Kenntnisse bezüglich verschiedenster Pflanzen aufgefrischt, wenn nicht auch mal für so etwas? Doch der Tag war ja noch relativ jung und daher war der Gedanke an das Abendessen noch ein wenig in der Ferne. Und wo sie Nanami schon getroffen hatte, konnte sie ja wenigstens versuchen etwas Zeit mit ihr zu Verbringen. Sie ging Saki nicht so sehr auf die Nerven, wie andere in ihrem Alter und auch wenn sie noch nicht zu sagen vermochte, ob sie es jemals zu Freundinnen schaffen würden, wahrscheinlich nicht, aber das war mehr Saki, als Nanami geschuldet. Dennoch, der Versuch sich etwas kennenzulernen würde hoffentlich nicht schaden. Ich muss mich ja auch um die Vorräte kümmern, die ich auf die verschiedensten Missionen mitnehme. Nicht, dass wir vielleicht nochmal aufeinander treffen und du verletzt wirst, aber die Medizin fehlt. Irgendwie ließ Saki es so klingen, als kümmerte sie das Schicksal von Nanami mehr, als es das von anderen. Sie hatte die Sache eigentlich allgemeiner Ausdrücken wollen, da sie sich um jeden in Not kümmern würde, selbst wenn es sich dabei um einen Feind handelte. So war Saki halt und das würde sie auch nicht ändern. Wobei ich sagen muss, dass du so kurz nach deiner Ernennung zum Genin schon wieder trainierst beeindruckt mich schon. Lüge. Übst du dich generell im Taijutsu oder ist das eher deine Spezialität? Ich habe ja im Krankenhaus weniger davon mitbekommen, was du als Shinobi draufhast. Ich war in der Notaufnahme ja eher in meinem Element. Oder um genau zu sein im einzigen Element, dass die Sumiya einigermaßen erträglich machte. Aber das wusste Nanami ja nicht und Saki würde es sicherlich nicht aussprechen. Wenn, dann würde das weißhaarige Mädchen es schon herausfinden, wie umgänglich Saki sein konnte, oder eben auch nicht.
 
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Verstehend nickte Nanami der Kräutersammlerin zu. Vermutlich war dieser Wald aufgrund seiner großen Vielfalt an Pflanzen und Kräutern zwar recht ergiebig, doch wirklich seltene und wirkungsvolle Exemplare fand man vielleicht nur in bestimmten Ökologischen Nischen. Doch wirklich Ahnung hatte das weißhaarige Mädchen davon nicht und ehrlich gesagt war ihr Interesse an Pflanzen- und Kräuterkunde sehr gering. Als die Sumiya anmerkte, dass sie mit ihrer Medizin auch ihr würde helfen können, falls sie auf einer Mission erneut miteinander zu tun hätten, entfuhr ihr ein seichtes Lächeln. Über den Wert eines Medic-Nins auf einer Mission hatte die Hōzuki bislang noch gar nicht nachgedacht, doch dies rührte vielleicht auch daher, dass sie in ihrem bisherigen Dasein als Shinobi noch nicht ernst zunehmend verletzt wurde. “Ein Medic-Nin auf jeder Mission ist doch eigentlich unersetzlich, oder? Das Risiko von Ausfällen aufgrund von schweren Verletzungen würde stark reduziert werden, mal ganz von dem moralischen Aspekt abgesehen – das Wissen einen kompetenten Sanitäter im Team zu haben, der einem im schlimmsten Ernstfall vielleicht sogar das Leben retten kann.” Sie nahm einen Schluck aus ihrem Wasserschlauch, den sie zuvor an einen niedrigen Ast gehangen hatte. Sakis Aussage über ihr Training ließ sie dann etwas stutzen. Warum war es so außergewöhnlich, dass man sich für seine Profession weiterentwickeln wollte und Zeit investierte, um sich zu verbessern? “Als meine Spezialität würde ich eher meinen Schwertkampf bezeichnen .. “, sie drehte sich leicht ein, damit ihr Gegenüber das Katana auf ihrem Rücken sehen konnte und wandt sich ihr dann wieder zu. “Aber ja, ich übe mich im Taijutsu und im Waffenkampf allgemein, weil ich darin von allen Shinobi-Disziplinen am besten bin und .. in meiner Familie ist es hoch angesehen sich im Waffenkampf zu üben .. ich denke, dass dieser Fakt nicht ganz unwesentlich dazu beigetragen hat, wie ich mich entschieden habe meine Fähigkeiten zu entwickeln. Der Schwertkampf liegt uns im Blut .. schätze ich.” Ihre Familiengeschichte war tatsächlich nicht ganz unkompliziert. Und der Umgang mit Frauen aus ihren Augen auch heute noch recht rückschrittlich und unangemessen. Sie hatte das Glück in einem sehr toleranten und liberalen Elternhaus aufgewachsen zu sein, doch das sah für viele andere Clanmitglieder schon ganz anders aus – vor allem schien es in den Häusern der einflussreichsten Familienangehörigen viel Frauenfeindlicher zuzugehen. Ihre Blutlinie hatte viele Arschlöcher hervorgebracht .. Sie hoffte als erfolgreiche Schwertkämpferin mehr Ansehen im Clan zu erlangen und somit etwas Positives bewirken zu können. Aber das war ein ganz anderes Thema, dass die Kunoichi nun nicht anreißen wollte. “Deinen Einsatz, deine medizinischen Kenntnisse und deine Fähigkeiten, die du im Krankenhaus unter Beweis gestellt hast, haben mich beeindruckt. Wie bist du dazu gekommen, dich in diese spezielle Richtung zu entwickeln? Du bist die einzige Genin Sanitäterin, die ich bislang kennen lernen durfte .. deswegen erscheint es mir ein wenig exotisch.” Auch wenn das Gesicht des Mädchens Emotionen nur sehr sperrlich preisgab, so schien sie sich doch aufrichtig dafür zu interessieren. Nanami hielt noch immer den Trinkschlauch in der Hand. Bevor sie ihn verschloss und zurück an den Baum gehangen hätte, bot sie ihn Saki an. Es schien so, als hätte sie selbst nichts zu trinken dabei gehabt und als Medizinerin sollte sie wissen wie wichtig es war genug zu trinken. “Auch einen Schluck? .. Ist nur Wasser.”
 

Sumiya Saki

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Die Familie war also Nanamis Beweggrund den Schwertkampf zu trainieren? Das war ein Beweggrund den Saki gleichzeitig gar nicht und absolut verstand. Es war schwierig zu erklären, aber auch wenn die Kräuteroma nicht wirklich Sakis Familie war, so betrachtete sie die Frau als solche. Daher erschuf ihre Abscheu vor Shinobi, denjenigen, die ihre Eltern umgebracht hatten, gemeinsam mit dem Wunsch wie ihre Ziehmutter als Heilerin zu arbeiten eine Mischung der Gefühle, die die Sumiya, selbst Jahre, nachdem sie die Geninprüfung bestanden hatte, weder verstand noch in Worte fassen konnte. Doch selbst mit dieser widersprüchlichen Mischung, Saki war nicht in der Lage vollends zu verstehen, wie Nanami sich dem Schwertkampf verbunden fühlte. Ihre wahre Familie war einfach viel zu früh zerbrochen und diese Scherben konnte man nicht einfach wieder kleben. Ein wenig wurde Saki schwer ums Herz, generell versuchte sie solche Themen zu vermeiden, wahrscheinlich oft indem sie einfach abweisend war, damit niemand versuchte mit ihr über so etwas zu sprechen.

Glücklicherweise wechselte die Hōzuki das Thema und kam auf etwas zu sprechen, dass Saki von ihren unklaren und unterdrückten Gefühlen ablenkte. Auch wenn sie immer noch ziemlich nah an dem Thema ihrer Familie war, wenn sie über das Heilen sprach. Bevor sie sprach nahm sie schweigend den dargebotenen trinkschlauch entgegen und nahm einen kräftigen Schluck, bevor sie Nanami ihr Gefäß zurückreichte. Ist ehrlich gesagt eine längere Geschichte, wie ich als Iryonin angefangen habe. Oder generell zur Kunoichi geworden bin. Wie kam Saki nur dazu sich so sehr zu öffnen, hatte sie gerade wirklich vor etwas von sich preis zu geben, dass sie jahrelang verschlossen hatte? Ich muss nämlich gestehen, ich hasse Shinobi. Und schon ließ Saki die Bombe platzen. Wer dachte auch schon daran, dass eine Kunoichi das hasste, was sie war? Unglaublich, nicht wahr? Und trotzdem habe ich den Protektor von Soragakure ständig bei mir. Der Grund ist eigentlich recht simpel, jedenfalls einfacher nachzuvollziehen, als der Grund, warum ich trotzdem Shinobi geworden bin. Als ich noch viel kleiner war, wurden meine Eltern von Shinobi aus Soragakure umgebracht. … und wie es typisch war, wurde die Sache unter den Tisch gekehrt, waren ja nur die wertlosen Menschen … Bestien aus den Slums, niemand Wichtiges. Ein wenig in der Erinnerung gefangen, ballte Saki die Faust, sodass die Knöchel weiß wurden. Es schmerzte noch immer, sieben Jahre reichten einfach nicht, um zu heilen, diese Wunde konnte sie nicht verarzten, so sehr sie auch versuchte es zu tun. Und dann war ich allein. Ich war vielleicht sechs Jahre alt und hatte niemanden mehr. Ein kleines, schmuddeliges Mädchen in den Slums, das auf sich allein gestellt war. Der Tod schien wahrscheinlich, vielleicht auch ein Leben in Kriminalität bei einer Bande aus Kindern, Optionen gab es nicht viele. Doch ich hatte Glück, großes sogar. Ich lief einer Frau in die Arme, die in den Slums einen Kräuterladen hat, sie nahm mich bei sich auf und brachte mir Grundlegendes zu Heilkräutern bei. Eigentlich war Saki noch nicht fertig, das war erst die Hälfte der Geschichte, aber sie wartete auf Nanamis Reaktion, wie würde das Mädchen reagieren, das scheinbar aus gutem Hause stammte? Konnte sie überhaupt irgendetwas nachempfinden, dass diesem Slumkind geschehen war?
 
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“Ich muss nämlich gestehen, ich hasse Shinobi.” Dieser Satz der Sumiya traf Nanami unvorbereitet. Ihre Miene trübte sich, als sie der weiteren Ausführungen des blauhaarigen Mädchens lauschte. Der Wasserschlauch, den sie zurückbekommen hatte, sank zu Boden. Sie wusste ja, dass Saki aus keinen gut betuchten Verhältnissen stammte und um ehrlich zu sein, war es auch schwer, dies zu verkennen. Die Hōzuki gab generell nicht sonderlich viel auf Äußerlichkeiten - auch wenn sie penibel auf das Ihrige zu achten pflegte. Sie vermied es in Schubladen zu denken und andere Menschen zu voreilig zu beurteilen oder gar zu verurteilen. Es war durchaus möglich, dass sie von Außen betrachtet etwas hochnäsig oder eingebildet rüber kam, doch wer länger mit ihr zu tun hatte, merkte, dass dies nicht auf ihren Charakter zutraf. Was das andere Mädchen anbelangte, so hörte sich ihre Geschichte wahrhaft traurig an. Vermutlich spielte hierbei ihre Herkunft eine gewisse Rolle, doch geschahen grausame Dinge in allen Schichten der Gesellschaft – auch wenn sie andere Masken trugen. Es tat Nanami weh, sie so emotional zu sehen, wie sie über ihre Vergangenheit redete. Sie wusste zuerst nicht, was sie darauf antworten sollte. Ihre Kindheit war dagegen ja das reinste Vergnügen gewesen und obendrein hatte sie im Gegensatz zu Saki noch immer ihre Familie. Natürlich hatte sie es nicht immer leicht gehabt, aber dies war auch kein Wettstreit darüber, wer die schlimmere Vergangenheit gehabt hat. Sie wollte ihre Geschichte auch nicht in irgendeiner Art werten, dies wäre taktlos gewesen. Also entschied sie sich dazu es zunächst einfach zu halten. “Es stimmt mich traurig, zu hören, was dir widerfahren ist, Saki. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie es dir damit geht und was du alles durch machen musstest.” sie atmete schwer. Ihr Blick richtete sich hinauf in den blauen Himmel, wo sie für einen kurzen Moment die vorbeiziehenden Wolken beobachtete. “Das Leben hält immer wieder einige Ungerechtigkeiten für uns parat, doch was weiß schon ein verzogenes Mädchen, aus einer so wohlhabenden Familie.” eine weitere kurze Pause folgte, in der die Hōzuki tief durchatmete und erneut Blickkontakt mit Saki suchte. “Ich bin ehrlich – ich kann mir nicht im Geringsten vorstellen, wie das alles für dich gewesen sein muss. Ich kann aber nachvollziehen, woher dein Hass gegenüber Shinobi kommt und ahne, wie du schließlich dazu kamst, dich für Medizin zu interessieren.” das sonst eher in sich gekehrte Mädchen redete bereits ungewöhnlich viel und sprach aus, was sie dachte. Sie hoffte, nicht taktlos zu sein oder irgendetwas Dummes zu sagen. Vielleicht wäre es nur fair und das Richtige auch mehr über sich preiszugeben. “Mein Vater ist selbst ein erfolgreicher Shinobi und lebt seinen Job mit Leib und Seele. Ich hab ihn seit jeher bewundert, auch wenn er genau deswegen nur sehr selten zu Hause war. Ich weiß nicht, was er schon alles tun musste, wenn er auf Mission unterwegs war. Die Kämpfe um Leben und Tod und die blutigen Details hat er in seinen Erzählungen stets ausgelassen und ich habe ihn immer als einen Helden gesehen! Vielleicht mag es verblendet sein, aber ich glaube, dass mein Vater als Shinobi alle Entscheidungen stets sorgfältig abgewogen hat das getan hat, was er für das Richtige hielt.” beinahe klang es so, als wollte sie die Ehre der Shinobi vor Saki verteidigen. Doch das hätte sie mit keinen Worten vermocht, denn sie war sich sicher, dass es auch solche Ninja gab, die ihre Macht missbrauchten und eben solche Dinge taten, wie sie die Iryonin geschildert hatte. “Die einzige große Ungerechtigkeit, die ich in meinem Leben erfahren habe, ist die Behandlung der Frauen in meinem Familien-Clan. Unsere Meinung hat keinen Wert und alle wichtigen claninternen Entscheidungsgremien werden fast ausschließlich von Männern kontrolliert und das schon bereits von Anbeginn an. Leider wurden Frauen der Hōzukis bislang immer so klein gehalten, dass es nie Einer gelungen ist so stark zu werden, sich wirklich wehren zu können. In unserer langen Geschichte gab es ein einziges weibliches Clanoberhaupt. Gerade deswegen habe ich mich dazu entschieden den Weg des Shinobi einzuschlagen. Nicht nur um in die Fußstapfen meines Vaters zu treten und ihm und meinem Teil der Familie Ehre zu bereiten, sondern auch um allen anderen zu zeigen, dass es auch wir Frauen zu etwas bringen können, wenn wir es nur wollen. An Beharrlichkeit fehlt es uns wahrhaftig nicht!” die Kirinin bemerkte erst jetzt, wie sie sich in ihrer Geschichte verloren hatte und all dies nur so aus ihr herausgesprudelt war und dabei hatte sie doch noch niemandem jemals ihre wahren Beweggründe erzählt, warum sie sich dazu entschlossen hatte eine großartige Schwertkämpferin zu werden. Erschrocken blickte sie zu Saki und versuchte zu ergründen, was sie nun wohl von ihr halten würde. “Oh nein .. verzeih .. ich .. ich habe nicht darüber nachgedacht, was ich sage. Ich wollte dich wirklich nicht unterbrechen. .. Diese Frau von der du erzählt hast, sie scheint wirklich großzügig gewesen zu sein, dich einfach bei ihr aufzunehmen und dir ihr Handwerk beizubringen!” stellte sie fest, nachdem sie ihre Gedanken erneut wieder einigermaßen sortieren konnte.
 

Sumiya Saki

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Da war Saki nun, mit vollends ausgeschüttetem Herzen, wie konnte sie nur so einfach ihre Innersten Gefühle offenbaren? Sie kannte Nanami kaum und hatte ihr schon so viel preisgegeben. Doch was gesagt war, war gesagt, die Sumiya würde ausgesprochene Worte nicht zurücknehmen können. Wenigstens schien Nanami ihr Mitgefühl entgegen zu bringen, etwas, das vielen Bewohnern Soragakures scheinbar abging, wenn man die offensichtliche Art und Weise betrachtete, wie die Leiden in den Slums ignoriert wurden. Selbst wenn Nanami aus einer reichen Familie stammte, sie schien wenigstens einen groben Umriss der Situation verstanden, also wirklich verstanden zu haben. Vielleicht fiel es Saki deswegen so leicht ihren Gefühlen freien Lauf zu lassen. Eine Form der Geborgenheit. Doch schien das gleichzeitig auch für Nanami zu gelten, denn kaum hatte Saki geendet, begann die Hōzuki von ihren Problemen zu berichten. So wie es schien hatte ihr Clan nicht viel für Frauen über und degradierte sie regelrecht zur Nutzlosigkeit. Auch kein leichtes Kreuz zu tragen, denn im Endeffekt hatte ja niemand eine Wahl, wie er geboren wurde. Geschlecht, Haut- oder Haarfarbe, all das hing von Faktoren ab, die niemand selbst beeinflussen konnte. Genauso wenig, wie wo man geboren wurde. Doch das, was man im Leben tat, bildete den wahren Kern eines Wesens. Darauf hatte jeder Einfluss und man merkte vielen an, dass schlechte Tendenzen die Oberhand gewannen. Mit einem beruhigenden Lächeln legte Saki der jungen Frau ihre Hand auf den Schenkel, einfach um eine Form von Trost oder wenigstens Beruhigung zu spenden. Es ist in Ordnung. Auch wenn meine Kindheit nicht die rosigste war, ich komme damit klar, wie mein Leben jetzt ist. Du hattest ja scheinbar auch keine so sorgenfreie Zeit bei deienm Clan. Aber mal eine Frage. Wieso lässt dich deine Familie überhaupt das Shinobihandwerk ausüben, wenn dein Clan doch so patriarchal aufgebaut ist? Ist das nicht schon ein Zeichen, dass Frauen etwas zugetraut wird? Konnte es sein, dass Nanami fast schon so etwas, wie eine Vorreiterin der Hōzuki-Frauen war? Wer konnte schon wissen, was aus ihr noch werden würde?
Doch das war ja nicht der Grund ihres Zusammentreffens … okay, eigentlich war der einzige Grund Zufall, aber Saki hatte Nanami beim Training gestört und das wollte sie wieder gutmachen. Langsam erhob sich Saki wieder und blickte der jungen Schwertkämpferin in die Augen. Ich habe dich vorhin ja mitten im Training gestört. Wie wäre es, wenn ich es wieder gut mache? Ein kleines Sparringmatch zwischen uns, was meinst du? Eigentlich verabscheute Saki es zu kämpfen, sie mochte den Gedanken nicht andere zu verletzten, aber bei einem Trainingskampf sollte das noch in Ordnung gehen. Taijutsu war auch nicht das Forte der Sumyia, daher konnte ein kleines bisschen Training in der Richtung nicht schaden. Sie war zwar schnell und geschickt, aber das alleine machte ja noch keinen Taijutsuka. Es mangelte ihr besonders an Kraft und Übung und mit einer frischen Kunoichi, wie Nanami es war, war das Spielfeld relativ gleich. Vielleicht konnte sich Saki ja noch das ein oder andere abgucken. Außerdem … Ein echter Trainingspartner wird dir sicherlich mehr helfen, als ein Stück Holz. Der Baum wird kaum ausweichen. Ohne eine Antwort der anderen Kunoichi wirklich ab zu warten bewegte sich Saki einige Schritte über die Wiese und drehte sich dann ihrer Kollegin entgegen. Das schwache Sonnenlicht drang durch die Blätter über den Mädchen und tauchte die Szene in ein Zwielicht, dass den Kampf geradezu beschwöre zu schien. Mit ein zwei schnellen Dehnungen und Kniebeugen evrsuchte die Sumiya ihre wenig genutzten Muskelpartien wenigstens aufzuwecken, damit sie bereit war für diese ungewohnte Trainingseinheit. Als Iryounin wusste die junge Frau, wie wichtig sportliche Betätigung war, dennoch vernachlässigte sie dies viel zu oft. Ob sich das nun rächen würde?
 
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“Das Leben ist schließlich das, was wir daraus machen, oder? Letzten Endes haben wir es selbst in der Hand und ich habe mich dazu entschieden etwas verändern zu wollen!” berichtete Nanami ihrer Gefährtin Saki stolz. “Das Problem in meinem Clan ist, das wir alle sehr dickköpfig sind. Es gilt gewissermaßen das Recht des Stärkeren. Die mächtigsten Krieger und Shinobi des Clans haben auch gleichzeitig die höchsten Führungsposten inne. Dass ich selbst zum Shinobi ausgebildet werden sollte, hat damals mein Vater entschieden, von ihm habe ich auch mein Kirisei – mein Katana erhalten. Trotz, dass auch mein Vater ein wenig stur sein kann, ist er Veränderungen gegenüber sehr aufgeschlossen. Er selbst heiratete meine Mutter, die selbst nicht dem Clan angehörte, sondern mit ihrer Familie im Handel und der Fischerei tätig war. Allein das wäre für viele andere Hōzuki niemals infrage gekommen! Hätte mein Vater nicht das Potenzial in mir gesehen, hätte er mich niemals an der Akademie angemeldet! Er hat mir damit also eine Menge Vertrauen entgegengebracht und mir gezeigt, dass er an mich glaubt. Das mein Vater hinter mir steht motiviert mich allein bereits ungemein! Von allen anderen Clan-Mitgliedern werde ich niemals auch nur so etwas wie Respekt, Achtung oder Stolz entgegen gebracht bekommen.” und erneut redete die Weißhaarige ungewöhnlich viel für ihre Verhältnisse, aber mit diesen Fragen hatte Saki bei ihr auch soetwas wie einen wunden Punkt erwischt. Nanami war sich dieser Tatsache bewusst und es ließ sie etwas unsicher werden. “Ach was rede ich denn da .. ich bin doch eigentlich stolz eine Hōzuki zu sein ..!” verlegen kratzte sie sich am Hinterkopf. Sie hoffte, Saki damit wirklich nicht zu nerven oder zu langweilen. Umso glücklicher war sie deswegen schließlich, als die Soranin ihr vorschlug, gemeinsam mit ihrem Training fortzufahren, und nickte zustimmend. “Das klingt nach einer wunderbaren Idee.”

Die beiden Mädchen nahmen auf der Wiese gegenüber Aufstellung. Saki warf zuvor noch einige flüchtige Dehnungsübungen vor. “Ein echter Trainingspartner wird sicherlich mehr helfen, als ein Stück Holz. Der Baum wird kaum ausweichen.” daraufhin musste Nanami lachen. “Nein wahrhaftig nicht.” bestätigte sie ihre neue Trainingspartnerin und genoss die sanfte Brise kühler Luft, die der Wind durch den Wald und an den beiden Mädchen vorbei schickte. Das frische Gras unter ihren nackten Fußsohlen fühlte sich gut an, zum Glück war der Waldboden hier weitestgehend fest und nicht weich, wie nach einem lang anhaltendem Regen. “Lass uns aber ruhig etwas seichter beginnen.” schlug die Kenjutsuka vor. “Immerhin soll das hier immer noch ein Training bleiben, wir wollen beide etwas voneinander lernen, nicht wahr?” Tatsächlich war Nanami viel mehr im Schwertkampf geübt, als im direkten, waffenlosen Taijutsu. Sie beherrschte gerade einmal einige grundlegende Tritte, Schläge und Würfe, aber vielleicht konnte sie einige Übungen aus ihrem Kenjutsu abwandeln und ohne ihr Kirisei austesten. Außerdem wusste sie nicht wie stark die Sumiya im Taijutsu wirklich war. “Dann lass uns anfangen.” kündigte sich Nanami an, die bereits in Kampfposition gegangen war. Ohne viel Zeit zu verlieren, stürmte sie auch schon frontal auf Saki zu, um sie mit einem kräftigen Schlag wachzurütteln. Dabei nutzte sie den Schwung, den sie aus der Bewegung schöpfte. Doch ihr war klar, dass es ein Leichtes wäre diesen Angriff vorher zu sehen, weswegen sie sich eindrehen würde, nachdem der Schlag pariert worden oder ins Leere gelaufen wäre. Aus der Drehung heraus, würde sie einen Schwinger folgen lassen. Auch bei diesem Angriff würde sie ihren Schwung nutzen, um viel Kraft in den Schlag zu setzen. Ein Ausweichen wäre in dieser Situation vermutlich sehr schwierig, weswegen sie spätestens diesen Schlag parieren müsste. Damit wollte die Hōzuki ihr Gegenüber allerdings nur testen. Wie viel würde sie wohl einstecken können? Oder würde sie sie vielleicht überraschen und wäre geschickt oder schnell genug, ihren Angriffen auszuweichen? Ein breites Grinsen formte sich im Gesicht des Mädchens, als sie zum ersten Schlag ausholte. Ein Trainingskampf gegen einen echten Gegner, war wirklich etwas ganz anderes, als gegen ein .. Stück Holz.
 

Sumiya Saki

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Warum hatte Saki nochmal vorgeschlagen, dass sie als Trainingspartner herhalten würde? Sie war sich schon jetzt, nur wenige Augenblicke später, nicht wirklich sicher. Taijutsu hatte bei der Künstlerin jedenfalls keinen sonderlich hohen Stellenwert eingenommen. Mehr als eine Grundhaltung hatte sie da nicht wirklich gelernt. Sicherlich konnte Saki zuschlagen, aber das alleine machte noch keinen guten Taijutsuka aus, da half ihr auch ihr Geschick nicht wirklich bei. Besonders, weil ihre Körperkraft, wo sollte die auch herkommen, Muskeln besaß Saki nicht, sehr zu wünschen übrigließ. Vielleicht konnte die Iryounin wenigstens ein wenig üben, wie man Angriffen auswich, das war eine Fertigkeit, die ein guter Iryounin nutzen können sollte.
Schnell begann Nanami mit einem frontalen Vorstoß, der Faustschlag war simpel und daher leicht zu erahnen, konnte es sein, dass die Hōzuki ohne ihre Waffe aufgeschmissen war? Ein flüchtiges Grinsen huschte über Sakis Mund, als sie seitlich an der Faust vorbeischlüpfte und den Angriff ins Leere laufen ließ. Gerade als die Sumiya einen Gegenangriff starten wollte, bemerkte sie, wie sich Nanami mit ihrem Schwung drehte und einen weiteren Schlag auf Saki platzieren wollte. Mit angewinkeltem Arm schwang die weißhaarige Kunoichi in Sakis Richtung, den Schwung aus dem verfehlten Angriff nutzend. Eines war klar, Saki hatte Nanami etwas unterschätzt und würde nun den Preis dafür zahlen müssen. An Ausweichen war bei der Distanz gar nicht mehr zu denken, in einem letzten Versuch sich so unbeschadet, wie möglich aus der Affäre zu ziehen, hob Saki den Arm vor ihr Gesicht, um den Angriff wenigstens notdürftig zu parieren. Der Schwung von Nanamis Angriff sorgte dennoch dafür, dass die Kunoichi nach hinten strauchelte, als der Arm der jungen Frau auf Sakis eigenen Arm traf. Um ein wenig Abstand zwischen sich und ihre Gegnerin zu bringen, machte Saki einen kurzen Satz nach hinten und beobachtete ihr Gegenüber. Wie genau sie vorgehen sollte, wusste die Sumiya nicht, ihr fehlte hier wirklich die Erfahrung, das letzte Mal, als sie in Taijutsu verwickelt war, hatte eine Kunoichi aus Kumogakure mit ihr den Boden aufgewischt. Die Knochenbrücke waren nicht angenehm gewesen und das nur wegen dieser bescheuerten Chuuninprüfung, an der Saki nicht einmal wirklich hatte teilnehmen wollen. Die Beförderung hatte sie damals auch nicht erhalten, also hatte es sich absolut nicht gelohnt.
Gut, bei Nanami hatte Saki nicht die Befürchtung, dass die Kirinin ihr die Arme brechen würde, aber dennoch blieb der Gedanke an die letzte, schlechte Erfahrung, hängen. Nicht schlecht. Mich erst mit einem offensichtlichen Angriff in Sicherheit wiegen und dann den Schwung ausnutzen. Doch jetzt war Saki dran die Initiative zu ergreifen. Wie sie genau vorgehen würde, war ihr zwar nicht so klar, aber es wäre sicherlich einfacher, wenn sie etwas in der Action drin war. Ihr würde schon etwas einfallen. Schnell sprang Saki nach vorne und senkte den Oberkörper herab, so als wolle sie die andere mit ihrer Schulter zu Fall bringen, doch kurz bevor sie Nanami erreichte, ließ sie von dieser Finte ab und machte einen Satz über die junge Frau hinweg. Das war ein riskantes Manöver, wenn Nanami die Finte durchschaute hatte die Sumiya ihr gerade eine gute Vorlage gegeben, ansonsten hätte Saki nun die Möglichkeit den Rücken der anderen zu attackieren oder sie wenigstens in der Bewegung, sich um zu drehen, zu erwischen. Bereits, als ihr erster Fuß den Boden wieder berührte, zwang sie sich dazu den Körper herum zu drehen und den Schwung mit einem kräftigen Tritt auszunutzen, der hoffentlich die Seite der Hōzuki treffen würde. Kraft war nicht unbedingt Sakis Forte und daher war es notwendig, dass sie ihre Ziele mit Bedacht wählte. Doch auch dies war wieder eine riskante Aktion, konnte sie doch nicht einschätzen, ob Nanami mit ihr mithalten konnte oder nicht. Wäre dies kein Trainingskampf, Saki hätte gar nicht erst versucht im Nahkampf zu bestehen, sie fühlte sich auf Distanz sicherer und ihre Künstlertechniken erlaubten es ihr ja sogar vollkommen außen vor zu sein und andere für sich kämpfen zu lassen.
 
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Ihrem ersten Schlag wich die Sumiya gekonnt aus. Sie hatte Nanamis Körpersprache lesen können und diesen Angriff verpuffen lassen, indem sie sich gerade genug eindrehte. Es war ein riskantes Manöver der Kenjutsuka gewesen. Indem sie diesen Angriff offensichtlich platzierte und angekündigt hatte, präsentierte sie ihrer Gegnerin ihre offene Seite für einen kurzen Moment. Ein erfahrener Taijutsuka hätte diese Situation ohne Weiteres ausnutzen können und zu einem Konter angesetzt. Sie musste zugeben, dass sie mit der Unerfahrenheit der Blauhaarigen spekuliert hatte. Aber genau das machte den Reiz dieser Eröffnung aus, denn sie war sich nicht sicher, ob sie mit ihrer Finte durchkommen würde, oder Saki ihr diese Risikobereitschaft büßen lassen würde. Doch alles lief genau, wie sie es geplant hatte. Nachdem der erste frontale Hieb ins Leere gelaufen war, bremste sie abrupt ab, indem sie sich mit dem vorderen Bein kräftig gegen den Boden stemmte. In einer fließenden Bewegung nahm sie die Energie des ersten Hiebs mit und wandelte diese in eine zweite Attacke um. Ihr gebeugter Arm schnellte in einem Schwungschlag auf die verblüffte Sumiya zu und traf diese unvorbereitet mit nicht unbeachtlicher Wucht. Ihre Arme gerade noch rechtzeitig heben könnend, schaffte es Saki, ihren Angriff jedoch zu parieren.
Die Stärke dieses Angriffes ruhte jedoch keineswegs auf Nanamis eigener körperlicher Kraft, denn darin lag trotz ihres vielen Trainings noch immer eines ihrer größten Defizite im Taijutsu. Stattdessen hatte sie ihr Geschicklichkeit und Schnelligkeit gleichermaßen genutzt, um einen kräftigen Angriff zu starten. Diese Art zu kämpfen, hatte sie sich im Schwerttraining mit ihrem Großvater angeeignet. Fließende Bewegungen und schnelle Schläge waren ihre Methode, ihre Schwächen auszugleichen. Dennoch war sie sich vollends bewusst, dass sie weiterhin hart trainieren musste, um dieses Manko beseitigen zu können und ihre Körperkraft weiter steigern muss. Viele der geheimen Hōzuki Taijutsutechniken basieren auf enormer Körperkraft. Allein mit flinken Manövern wird sie sich nicht ewig aus der Affäre ziehen können.
Für einen Moment hatte Nanami Angst, es mit dem ersten Angriff etwas übertrieben zu haben, doch Saki ließ sich nichts anmerken und brachte sich zunächst auf Abstand, um weitere direkte Treffer zu vermeiden. “Nicht schlecht ..” gestand sie Nanami ein und entschied sich dazu einen Gegenangriff zu starten. Ein Lächeln huschte über die Lippen der Kirinin. Die Motivation und der Kampfgeist ihres Gegenübers, überraschte sie. Instinktiv nahm sie eine defensive Haltung ein, immerhin konnte sie noch nicht abschätzen, was Saki mit dieser Attacke beabsichtigte, als diese einen großen Satz auf sie zu machte. Die niedrige Oberkörperhaltung kündigte ein flachen Angriff von unten oder der Seite an. Oder wollte sie Nanami womöglich frontal zu Boden rammen? Ihren Gegner fest im Auge behaltend, bereitete sie sich darauf vor den Angriff einfach abzufangen. Saki war nicht gerade eine große oder kräftig gebaute Person. Ihr geringes Körpergewicht könnte die Hōzuki sicherlich noch stemmen. Um aber auf Nummer sicher zu gehen würde sie den Schwung des fremden Angriffes nutzen, um sie zu Boden zu werfen. Dies bedeutete weniger blaue Flecke für Nanami und eine vermutlich etwas frustrierte Saki. Doch es kam anders als gedacht. Inspiriert von der Finte ihrer Trainingspartnerin, wagte die Sumiya einen mutigen Sprung über sie hinweg. Erleichtert dadurch, dass Nanami zuvor ebenfalls eine niedrige Defensivstellung eingenommen hatte, gelang ihr dies sogar und landete sicher auf dem Boden hinter der Weißhaarigen. Es folgte rascher Tritt aus der Drehung heraus, dem nur schwer auszuweichen war. Dazu kam außerdem, dass dieser Angriff überraschend schnell und geschickt von statten ging. Es blieb ihr nicht genug Zeit auszuweichen, ohne sich erneut eine Blöße zu geben. Diesen Tritt würde sie also einstecken müssen. Dennoch schaffte sie es, ihre Arme unterstützend und schützend zu erheben, um die Angriffsfläche zu vergrößern und die Kraft der Attacke auf ihren Körper zu verteilen. Sakis Schienbein schlug dumpf gegen Nanamis Seite und Arme. Den Impakt spürte sie deutlich, doch hielt zähnezusammenbeißend die Stellung. In dem Moment, als das Momentum des Trittes gänzlich abgefangen war, drehte sich die, ihrer Gegnerin noch immer mit dem Rücken zugewandten, Kunoichi ein. Mit ihrem rechten Arm stieß sie sich von Sakis Bein los, um in einer schwungvollen Körperdrehung mögliche Schläge mit der Rechten zu parieren und so den Weg für ihre Linke freizumachen – den ersten Konterschlag zu setzen. Vielleicht könnte sie die Blauhaarige in einem Schlagabtausch übertrumpfen. Zugegeben, sonderlich stark waren ihre Schläge und Hiebe im direkten Kampf nicht, doch vielleicht könnte sie sie mit ihrer Schnelligkeit übertrumpfen? Eine Reihe schneller Schläge würde auch Saki vor eine neue Situation stellen. “Na, kannst du noch?” was als Provokation aufgefasst werden könnte, war durchaus als ernste Frage gemeint. Es viel ihr selbst schwer zwischen den Schlägen, Hieben und Kontern durchzuatmen und einen vollständigen Satz herauszubringen. Es wäre das Beste, wenn sie versuchen würde den Kampf so schnell wie möglich zu beenden, doch dazu musste sie das andere Mädchen irgendwie zu Boden bringen. Falls die Sumiya ähnlich erschöpft war wie sie, würde vielleicht ein einfacher Wurf ausreichen. Mit einem offensichtlichen Schlag in die Seite, provozierte sie einen Konterangriff ihres Gegenübers. Im richtigen Moment mit der freien Hand parierend und das Handgelenk der Anderen packend, könnte sie sie in ihrem eigenen Schwung zusätzlich in ihre Richtung und an ihr vorbei nach unten ziehen.
 

Sumiya Saki

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Ein wenig freute es Saki, als sie bemerkte, wie ihr mit der Drehung in Schwung gebrachter Fuß den Kontakt mit Nanami aufbaute. War es dieses Gefühl, das manche Taijutsuka beschrieben, wenn sie versuchten zu erklären, dass diese Art und Weise zu kämpfen doch sehr befriedigend sein konnte? Es war auf jeden Fall vollkommen anders, als nur dabei zu zusehen, wie einer ihrer Blitze auf die Entfernung etwas anrichtete, soviel stand fest. Hier spürte sie, wie sie Nanami zurück zwang und auch wenn sie eigentlich Konflikte verabscheute, hier im Rahmen eines simplen Trainingskampfes, genoss sie es doch sehr. Die Bedeutung von Training half es in dem Kopf der Sumiya die negative Konnotation, die sie vom Kämpfen hatte, herunter zu reduzieren. Wenigstens etwas. Bekam sie da gerade etwas Lust sich doch etwas mehr mit körperlichem Training zu beschäftigen? Nötig hatte sie es sicherlich, war sie doch weder kräftig, noch wirklich ausdauernd. Das passierte halt, wenn die meiste Arbeit von den eigenen Zeichnungen übernommen wurde und man nur daneben sitzen musste. Eine verräterische Falle, ihre Techniken.
Kaum hatte Sakis tritt seine volle Kraft verloren, spürte sie, wie Nanami sie wieder wegstieß. Dies gab der Sumiya Schwung in die andere Richtung, was es ihr erlaubte sich der Gegnerin zu zudrehen, um den Nachteil dem Gegner den Rücken zu zuwenden aufzuheben. Ob das Nanamis Ziel war oder nur ein unerwünschter Nebeneffekt konnte die Künstlerin nicht ganz einschätzen. Was sie wusste war, dass es passiert war. Und das war auch recht gut so, denn das erste, was Saki sah, war eine Faust, die auf sie zu flog. Nanami hatte bereits wieder einen Gegenangriff gestartet. Dem ersten Instinkt, nach hinten weg zu springen und Distanz zu schaffen, widerstand die Sumiya mit Mühe, stattdessen hob sie ihre Hand und versuchte den Angriff zu parieren. Dies schaffte sie nur mit Mühe und Not und sie spürte, wie die Faust der Hozuki traf. Der Treffer war nicht sonderlich hart, aber schon während Nanami ihre Hand zurückzog, bemerkte Saki, wie ein weiterer Schlag auf sie zu kam. Die zweite Attacke konnte die Sumiya nicht parieren, sodass sie einen Faustschlag direkt gegen ihre Schulter abbekam, was sie dazu zwang den Arm etwas zurück zu ziehen. Weietre Schläge folgten den ersten beiden und Nanami schien es nicht auf Gnade ankommen zu lassen, sie zog ihren Schwall von Angriffen eiskalt durch, was die Iryounin dazu zwang sich auf das Ausweichen zu konzentrieren, nur wenige, eher halbherzige Schläge konnte sie auf ihre Kontrahentin absetzen. So langsam merkte sie auch, dass ihr die Puste ausging. Ihr Atem war schwer und das Herz raste, lange würde sie das nicht mehr durchhalten, aber Saki vermutete, dass es Nanami ähnlich erging. Ein entscheidender Zug war notwendig, doch was für einer? Wirklich nachdenken konnte die Sumyia nicht zwischen den Schlägen der Kirinin, daher würde sie wohl improvisieren müssen, etwas, das ihr im Nahkampf nicht sonderlich lag. Bevor ihre Reserven vollständig aufgebraucht waren, duckte sich Saki unetr einem Schlag von Nanami weg und ergriff das Handgelenk, bevor die andere den Arm wieder zurückziehen konnte. Der Plan, wenn man ihn denn so nennen wollte, war simpel. Sie wollte den Schwung des vereitelten Angriffs, sowie ihre, nicht sonderlich hohe, Kraft nutzen, um Nanami auf die Bretter … ähm, den Waldboden, zu befördern. In Theorie sicherlich eine Möglichkeit, aber kaum hatte Saki den griff um das Handgelenk der Hozuki geschlossen merkte sie, dass es nicht klappen würde. Oh, oh. Dadurch, dass sie den Arm der anderen Kunoichi umfasst hatte, hatte sie dem Arm auch jegliches vorwärts Momentum genommen, was bedeutete, dass ihr nur ihre eigene Kraft zur Verfügung stand. Doch für einen Abbruch war es zu spät, daher zwang sich Saki dazu den angesetzten Wurf weiter durch zu führen. Leider stockte ihr Angriff genau in dem Moment, wo sie eigentlich Nanami hätte werfen wollen, ihre Kraft reichte nicht aus und sie stand nun mit dem Rücken zu ihrer Trainingspartnerin. Das war ja wohl nichts gewesen. Und nun? Wie würde Nanami wohl auf diesen Misserfolg reagieren?

Gar nicht, das war die Antwort, denn plötzlich raschelte es in einem Busch in der Nähe und eine Gestalt trat hervor. Das Stiirnband wies den jungen Mann als Kirinin aus und mit einer eher steifen Verbeugung begrüßte er die beiden jungen Frauen. Hozuki Nanami-san? Ich bin Kirei Kaito und wir sollten eigentlich bereits seit zwanzig Minuten auf einer D-Rang Mission in Getsurin unterwegs sein. Bitte kommt sofort mit, euer Schwerttraining wird warten müssen. Und damit war es das schon gewesen, der fremde Mann hatte sich Nanami beinahe schon geschnappt und war mit dieser verschwunden. Somit war Saki nun wieder alleine. Leise seufzte sie, bevor sie sich wieder daran machte Kräuter zu suchen. Es war schon ein komischer Tag.

Edit: Um das Off zu Beenden wurde der Text leicht erweitert.
 
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Kushou Joudan

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"HALSABSCHNEIDER!", krächzte Kaya und zupfte Joudan an den Haaren. "GEIZKRAGEN!", schrie sie ihm förmlich ins Ohr. Ihren spitzen Schnabel schlug die Krähe wie ein Specht gegen Joudans Schläfe. "Aua, hey!", protestierte dieser. Es entfachte ein kurzes Handgemenge zwischen dem ungleichen Paar, das damit endete, dass Kaya frustriert davonflatterte. Der Blondschopf schnaufte durch, drückte sich die Haare wieder irgendwie platt und sah dem davonfliegenden Vogel hinterher. Die Nebelkrähe würde irgendwann wieder zurückkommen, doch für jetzt war es Joudan wichtig, dass das stolze Vogeltier es nicht ganz verlernte, selbst nach Nahrung zu suchen. Deshalb hatte er ihr heute Mittag kein Fressen gegeben und sie hier mit in den Wald mitgenommen, wo Kaya sicher selbst etwas finden würde.
Doch der bisher nicht wirklich erfolgreiche Versuch, sein Haustier zu trainieren, war nicht der einzige Grund, warum es Joudan an diesem stürmischen Frühlingstag in den Wald der vierten Plattform gekommen war. Mit dem ebenso stürmischen Rotschopf Hayabusa Ray hatte der Ame-Nin für heute zum Training verabredet. Die beiden hatten sich einst bei einem Showkampf mit sehr einschränkenden Regeln gegenüber gestanden und damals hatte Ray Joudan eine Revance angeboten, die weniger reguliert werden würde. Und da Joudan erst vor kurzem eine neue Technik gelernt hatte und es ihn brennend in den Fingern juckte, diese in einem halbwegs ernsten Gefecht auszuprobieren, kam ihm das natürlich gelegen.
Das Stück Wald, in das Joudan den Falkenjungen eingeladen hatte, war im Sommer ein beliebtes Ziel für Leute, die ein wenig entspannen wollten. Es war eine Lichtung, knapp 300m im Durchmesser, mit einem kleinen See, der etwa die Hälfte des Platzes der Lichtung einnahm. Drei größere Bäume auf der Lichtung sowie zwei Findlinge - knapp 3m hohe Steine - spendeten im Sommer Badegästen Schatten und es gab sogar eine kleine Feuerstelle, die mit zu Quadern gehauenen Steinen umrundet war. Dort konnte man Grillen.
Zum Baden oder Grillen war es Joudan heute definitiv zu kalt, doch die Lichtung würde den beiden Chuunin ein interessantes Schlachtfeld bieten. Sie waren, so wie Joudan das einschätzte, beide auf eine Mischung aus Nah- und Fernkampf spezialisiert, da bot die Mischung aus offenem Feld und Deckung durch die Bäume und Steine genug Gelegenheit für einen dynamischen Kampf.

Der Blondschopf war, wie immer, ein paar Minuten vor dem abgemachten Zeitpunkt, anwesend. Er musste der Versuchung wiederstehen, schon ein paar Fallen und Siegel vorzubereiten, doch mit Ray hatte er sich auf einen fairen Kampf verabredet und wenn Joudan aus seinen bisherigen Treffen mit Ray etwas mitgenommen hatte, dann wohl, dass der Hayabusa definitiv Wert auf Ehre und dergleichen legte. Also erklomm der Blondschopf mit ein, zwei Sätzen einen der größeren Findlinge, machte es sich darauf gemütlich, schloss die Augen und warf sein Sensorik-Jutsu an.
Einem Bengel wie Ray traute es Joudan zu, vielleicht schon in der Umgebung auf ihn zu warten oder sich Joudan heranzuschleichen um ihm einen schrecken einzujagen, etwas derartiges. Doch indem er halbwegs regelmäßig eine Chakrawelle aussandte, um so den direkteren Umkreis nach Chakraquellen wie denen Rays absuchte, hoffte Joudan, einem derartigen Spaß entgehen und zuvorkommen zu können. Also wartete Joudan und streckte seine unsichtbaren Fühler aus, während ein scharfer Wind die Baumkronen aufpeitschte und das Wasser im See zum kräuseln brachte
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Hayabusa Ray

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Ray hatte Lächeln müssen, denn ihm war unmittelbar klar gewesen von wem der Brief stammte, der mittlerweile auf dem Schreibtisch in seinem Zimmer lag. Die schwungvolle und elegante Schrift war ebenso unverkennbar wie der Shinobi, die ihm gehörte. Normalerweise konnte er feine Pinkel nicht leiden, was aber mehr an den Anlässen lag bei denen diese in der Regel anzutreffen waren. Extravagante Bälle, exquiste Gala-Abende und exotische Dinner-Parties waren eben nicht die Heimat eines ungezähmten Raubtieres. Es würde ja auch niemand auf die Idee kommen zu einem Trainingskampf einen feinen Anzug zu tragen. Niemand, außer vielleicht dieser eine Ninja. Dem würde der Rotschopf durchaus zutrauen, dass er ihn heute im feinen Zwirn treffen würde.

Allerdings hatte er sich über die Einladung zu einem Trainingskampf von Joudan durchaus gefreut. Das Ganze versprache eine spannende, neue Herausforderung zu werden. Zwar standen sich die beinden in einem Showkampf schon einmal gegenüber, aber dort gab es gewisse, langweilige Regeln zu beachten. Wahrscheinlich hatten sie ihren Sinn gehabt, immerhin wäre ein explosives und flächendeckendes Katon-Jutsu auch für die Zuschauer nicht unbedingt ungefährlich, aber es war trotzdem langweilig, wenn man nicht sein ganz Repertoire an Techniken anwenden durfte. Jetzt, nachdem sich Ray von den Wunden seines letzten Kampfes mit einem anderen Blondschopf erholt hatte und auch einigermaßen unversehrt von seiner letzten Mission zurückgekommen war, hatte er durchaus Lust sich mit dem Shinobi zu messen, der ihm das ein oder andere über Sensorik-Techniken beibgebracht hatte. Daher hatte er sich pünktlich auf den Weg gemacht, wie immer trug er seine üblichen Trainingsklamotten, bestehend aus einer kurzen Hose, einem einfachen T-Shirt, über die er die Chuunin-Weste gezogen hatte. Die war mit ihren vielen Taschen durchaus praktisch, wenn man Shuriken und Kunai brauchte. An seinem Rücken war ein einfacher Köcher und sein Bogen befestigt, die Waffe, die er in diesem Kampf hauptsächlich verwenden würde. SIe hatte zwar keine hohe Reichweite, aber in seinem Kampfstil, der aus einer Mischung aus Fern- und Nahkampfelementen bestand, eine ideale Ergänzung.

Die Lichtung, die der Gentlenman-Shinobi ausgewählt hatte, kannte Ray. Zwar nicht im Detail, aber sie war ein einigermaßen beliebtes Ziel auch für Touristen und mit ihrer malerischen und abwechslungsreichen Umgebung ein idealer Kampfplatz. Eines musste man dem Blondschopf lassen, er war in der Regel gut vorbereitet, Ray hätte es auch nicht gewundert, wenn er den Kampfplatz mit einiger seiner Drähte präpariert hätte, arbeitete dieser Ninja doch ganz gerne mit allerlei Tricks und Fallen. In dieser Hinsicht ähnelten sich die beiden sonst so unterschiedlichen Shinobi mehr, als ihnen wahrscheinlich selbst bewusst warn, denn auch Rays Kampfstil bestand zu einem Großteil aus geschickten Manövern, Überraschungsangriffen, Täuschungsmanövern und Angriffen aus dem toten Winkel heraus. All das war fast schon widersprüchlich zu der ausgeprägten Wahrheitsliebe der beiden und ihrer Abneigung gegen Illusionen und Genjutsuka. Ob auch dieses Thema heute wieder zur Sprache kommen würde? In jedem Fall würde der Kampf ganz anders werden, als der gegen den zornigen Drachen im Sumpfwald.

Bevor der Rotschopf nun aber die Lichtung betrat, nutzte er ebenfalls seine Sensorik-Technik, um das Gelände zu scannen (Kaze o Kanjiru). Mit geschlossenen Augen und erhobenen Fingern hörte er auf den Wind und nickte zufrieden, als er feststellte, dass er und Joudan allein waren. Darüber hinaus besaß er nun dieselben Informationen, wie der Joudan über ihn und das war immerhin nur fair. Ruhig marschierte er zu den Findlingen in der Mitte und sprang mit einem großen Satz (Fuuton:Takatobi) direkt auf den zweiten der beiden, sodass er nun dem wie zu erwarten gut gekleideten Shinobi gegenüberstand. Kaum hatte er den Radius seiner Sensor-Technik betreten, registrierte Ray die unsichtbaren Fühler, die sich nach ihm ausstreckten und so stand ihm ein Grinsen im Gesicht, als er nun Joudan mit einem Kopfnicken begrüßte. Seine Haltung war locker, aber wachsam, die Augen funkelten vor Intensität und Kampfeslust und es war eindeutig, dass diesmal nicht der ruhige Ray aus der Bibliothek vor dem Blondschopf stand, sondern sein Zwilling, der wilde Jäger.

"Du hast also ebenfalls dich über mich informiert." eröffnete Ray das Gespräch ohne eine weitere, förmliche Begrüßung und offenbarte damit, dass er Joudans Technik erkannt hatte. Das er ihm damit die Information gab, dass er über eine ebenso hohe Chakrakontrolle besaß, wie er selbst, war ihm nicht einmal bewusst. Woher sollte er auch wissen, wie die Sensor-Fähigkeiten seines Gegenübers im Detail verliefen. "Aber ich habe auch das ein oder andere dazugelernt. Kein Bluterbe ein nicht zu verachtende Menge an Chakra, kein Chakraelement und höhere Taijutsu-Fähigkeiten als Ninjutsu-Fähigkeiten. Und das Thema Genjutsu brauche ich glaube ich gar nicht weiter erwähnen." Ray grinste schelmisch und musterte seinen Kontraheten von oben bis unten. "Ich glaube das wird ein spannender Kampf, oder was meinst du?"

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Kushou Joudan

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Ein mildes Lächeln schlich sich über die Lippen des Blonden, als er Ray kommen spürte. Wie sachte Wellen an einen Strand schwappten, so antworteten Chakrawellen, die Joudan aussandte und wieder empfing, auf die Ankunft des Rotschopfes. Joudan hatte bisher noch nicht viele Menschen mit seinem Jutsu erspürt, doch Ray nun schon zum zweiten Mal. Und, das stellte Joudan mit zufriedenem Wohlwollen fest, tatsächlicher erkannte er Rays Chakrasignatur. Er wusste nicht nur, dass jemand sich näherte, er konnte genau feststellen, dass es Ray war, den er mit seinem Jutsu schon zuvor untersucht hatte. Das war ein nützlicher Aspekt an seiner Technik, den Joudan bisher noch nicht herausgefunden hatte. Zufrieden beendete er die Technik (auch wenn sie mittlerweile nicht mehr allzu sehr an seinem Chakrapool zehrte, war es dennoch anstrengend, sie aufrechtzuerhalten), öffnete die Augen und sah in die Richtung, aus der Ray auftauchen würde.
Der Rotschopf sah aus wie immer, nur trug er die grässliche Flak-Weste, die ihn ganz eindeutig als (mindestens) Chuunin kennzeichnete. Joudan hatte so ein Ding auch erhalten, doch seit dem Tag seiner Beförderung ruhte das zweckmäßige Kleidungsstück in einer ganz besonders dunklen Ecke seines Kleiderschranks. Kurz überlegte der Blondschopf. Zum Showkampf auf dem Sportfest wurden nur Genin eingeladen, also konnte Rays Beförderung, wie auch die Joudans, noch nicht allzu lang her sein.
"Hayabusa-san, habt Ihr gut hergefunden? Zu Eurer kürzlichen Beförderung sei Euch herzlichst gratuliert." Natürlich war es keine Frage, dass Joudan nicht auch ein wenig über seinen Rang plaudern wollte. "Zuletzt standen wir uns als Genin, nun als Chuunin gegenüber. Ich hoffe, dass unser nächstes Aufeinandertreffen nicht warten muss, bis Ihr und ich den Jounin-Rang erreichen.", sprach er mit ein wenig Witz in der Stimme, ließ den Rotschopf so aber dezent verstehen, dass Joudan den Schritt zum Chuunin ebenfalls schon hinter sich hatte. Ray und er standen sich also auf gleichem Grund gegenüber.

Die Worte, die der Hayabusa zur Begrüßung an Joudan wandte, verwirrten den Kushou allerdings ein wenig. Er hätte sich über Ray informiert? Nicht nur stimmte das nicht, Joudan hatte auch nicht den blassesten Schimmer, wie Ray denn darauf kam. Also runzelte er die Stirn und blickte zum Hayabusa hinunter hinüber (Ray war gerade den Stein hinauf gehüpft) und wollte sich danach erkundigen, weshalb Ray das dachte. Doch noch eine zweite Sache fiel dem Blondschopf auf. Während die beiden, wenn Joudan sich recht entsinnte, in der Bibliothek noch beim "Ihr" gewesen waren, sprach Ray Joudan nun mit dem "Du" an. Gut, die wenigsten Menschen waren mit einer ähnlichen Erziehung wie Joudan aufgewachsen und ein ungefragter Übergang vom "Ihr" zum "Du" war beim mittlerweile dritten Treffen der beiden sicher angebracht, doch Joudan hatte es dennoch ein wenig überrascht.
"Mich über dich informiert? Keineswegs. Wie kommst du denn auf diese Idee, Ray-san?", fragte Joudan und passte seine Sprache der von Ray an. Er hatte mit dem Duzen angefangen, da rechnete er es Joudan sicher nicht böse oder unangebracht an, wenn dieser ihm es nun gleichtat.

Rays Analyse über Joudans Fähigkeiten wiederum erfreute den Blondschopf. Als die beiden zuletzt geredet hatten, war Ray auf der Suche nach einer Sensorik-Technik gewesen. Dass er nun mit derart präzisen Informationen über Joudan auftauchte, musste bedeuten, dass er dieses Ziel erreicht hatte. Was Ray über Joudan zu erzählen hatte deckte sich mit den Informationen, die der Blondschopf über den Hayabusa herausfinden konnte, wenn er ihn mit seinem eigenen Sensorik-Jutsu betrachtete. Anscheinend gab es da also Parallelen, das musste Joudan bei Gelegenheit genauer betrachten. Es war immer gut, über die Fähigkeiten anderer Bescheid zu wissen - sei das nun, weil man sich fürchtete, ihnen eines Tages als Gegner gegenüberzustehen oder weil man auf eine Zusammenarbeit vorbereitet sein wollte. Breit lächelnd erkannte er die Entwicklung des Hayabusas gratulierend an, auch wenn er es natürlich ein wenig anders verpackte.
"Es scheint, als hätte ich den Zeitraum verpasst, in dem ich dir eine Sensor-Technik voraus bin. Mit derartigen Fähigkeiten deinerseits kann ich mir den Einsatz meiner Rauchgranaten dieses Mal sparen."
Das Spiel hatte begonnen. Joudan dachte mit keinem Gedanken daran, seine Rauchbomben nicht zu verwenden, wenn eine entsprechende Situation aufkommen würde. Selbst wenn Ray über eine Chakrasensor-Technik verfügte, würden Rauchbomben dennoch so manchen Zweck erfüllen. Verschmitzt dachte der Blondschopf zurück zum Sportfest, wo Ray auch versucht hatte, vor dem Kampf falsche Informationen zu streuen. Joudan tat es ihm gleich, wenngleich weniger aus taktischem Sinn, sondern um den Hayabusa an das Sportfest zu erinnern. Joudans "Finte" war absichtlich ein wenig offensichtlicher gestaltet, sodass Ray die Absicht des Blondschopfs hoffentlich entdecken konnte.

Beim Gedanken an das Sportfest kam Joudan noch eine andere Sache in den Sinn. Eine Frage, auf die er bisher keine Antwort bekommen hatte. Mit einer langsamen, geschmeidigen Bewegung erhob der Händlerssohn sich von seinem Felsen und sprang auf den Boden der Lichtung hinab. Wie immer trug er den dunkelbraunen Ledermantel und seine Umhängetasche, unter der eine überdimensionierte Schriftrolle hing. Unter dem offenen Mantel waren ein schlichtes, schwarzes Hemd zu erkennen (darauf sah man Grasflecken nicht so sehr), das von einer dunkelbraun-schwarz gestreiften Weste in Position gehalten wurde. Eine feine, schwarze Hose und die schwarzen Stiefel würden Joudan heute ein wenig düsterer als sonst erscheinen lassen - wäre da nicht das hellblonde Strubbelhaar und der strahlende Gesichtsausdruck. Joudan war sich nicht sicher, ob er je düster oder finster wirken konnte, selbst wenn er es darauf absehen würde.
"Bevor wir beginnen, Ray-san, erlaube mir eine Frage. Kaum ein Shinobi oder eine Kunoichi gleicht dem anderen, kommt es zum Kampfe. Manche versuchen, ihren Gegnern mit Fäusten, Tritten oder Schwertern zu besiegen." Kaya kam ihm in den Sinn. "Andere greifen auf Fernkampf zurück, nutzen Bogen, Kunai und Shuriken." Das wären dann - hauptsächlich - Ray und Joudan. "Wieder andere beschwören Feuerbälle, Windstöße oder Erdbeben herauf. Und manche schleichen sich in die Köpfe ihrer Feinde, um ihnen dort den Verstand zu brechen. Wenn Ninja sich in ihren Fähigkeiten derart unterscheiden, denkst du, es kann in einem Kampf zwischen zwei Shinobi so etwas wie Ehre geben? Und falls ja, was denkst du, wann ist ein solcher Zweikampf ehrenhaft und wann ist er es nicht?" Ganz offensichtlich war dies keine Frage, auf die es eine richtige oder falsche Antwort gab. Stattdessen würde sie Auskunft über Rays Charakter geben, und das war ja wohl viel interessanter. Joudan selbst hatte eine Antwort und würde diese Ray natürlich auch verraten. Doch zuerst wollte er wissen, was der Rotschopf über dieses Thema dachte.

@Hayabusa Ray
 

Hayabusa Ray

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Im Gegensatz zu Rays unterschiedlichen Verhaltensweisen, benahm sich der Blondschopf ihm gegenüber so wie immer. Wenn die beiden sich auf einem anderen Anlass, bspw. einem Ball getroffen hätten, so würden sie jetzt wahrscheinlich nicht so munter miteinander plaudern. Ray wusste wenig über Joudans Hang zur Etikette und Höflichkeitsformen. Ja, er redete manchmal ein wenig geschwollen und blieb lieber beim Ihr als beim Du, aber all das fiel ihm gerade nicht wirklich auf. Er war ein Kollege und Kollegen wurden von Ray in der Regel geduzt. Es sei denn sie waren eindeutig höher gestellt, aber das war ja diesmal nicht der Fall.
"Ich meine die Chakrawellen, die du ausgesandt hast." antwortete der Rotschopf nun auf Joudans Frage und war doch etwas aus dem Konzept gebracht. Er wusste, dass der Blondschopf zwar mit trickreichen Manövern kämpfte, aber lügen war ebenso wenig sein Stil, wie der des Hayabusa. Daher war die Verwirrung in der Stimme des Falkenjungen sicherlich auch für Joudan herauszuhören. "Oder weißt du das gar nicht, dass man die Chakrawellen, die dein Jutsu aussendet spürbar sind? Vielleicht kann ich sie auch nur deswegen spüren, weil ich mittlerweile ebenfalls in diesen Künsten bewandert bin?" stellte Ray gleich noch eine weitere Theorie auf.

Aber das Gespräch änderte schnell erneut seine Richtung. Es war spannend, wie sich die Fähigkeiten der beiden Shinobi ähnelten. Beide kämpften trickreich, beide waren weder reine Nahkämpfer noch reine Fernkämpfer, nutzten Techniken um den Gegner zu verwirren und aus dem Hinterhalt anzugreifen. Ray selbst hatte extra dafür ein Jutsu gelernt, welches es ihm erlaubt genau aus dem toten Winkel anzugreifen. Solch ein Schuss war nahezu unmöglich abzuwehren. Und ebenso interessant war es, dass beide ein interessantes Verhältnis zu Lügen, Genjutsuka und Illusionen hatten und genau das war die Richtung in die Joudan das Gespräch gerade entwickelte. Fast schon wirkte er wie ein Gelehrter, als er einen Vortrag über die verschiedenen Techniken und Taktiken von Shinobi und Kunoichi hielt. Manche hätte nicht gewusst, worauf Joudan hinauswollte, aber Ray ahnte es schon und er war sich nicht sicher, ob ihm die Richtung behagte.
die
"Wann ist ein Zweikampf ehrenhaft und wann nicht?" wiederholte Ray und legte seinen Kopf nachdenklich schief. Es war eine spannende Frage und er war sich sicher zu glauben, wieso Joudan sie stellte. In ihrer ersten Auseinandersetzung hatte Ray mit einer Frage den Blondschopf glauben lassen, dass er Katonjutsu beherrschen würde. Er hatte nicht gelogen, eigentlich hatte Joudan aufgrund seiner Frage lediglich Dinge angenommen, die nicht stimmten. Das Interessante dabei war, der Rotschopf hatte seine Frage genau mit dieser Intention gestellt, daher war es irgendwo schon nicht ganz ehrlich gewesen. Aber jetzt ging es um Ehre. Waren Genjutsu wirklich nur Techniken wie andere auch? Waren Lügen im Grunde nichts anderes als plumpe Täuschungen, um den Gegner zu verwirren? Legitimierte sie das als Technik? Es war ein schwieriges, spannendes und vor allem auch philosophisches Problem, auf dass sich der Rotschopf einließ. Das wiederum hatte nun zur Folge, dass der Blondschopf eine interessante Veränderung in der Ausstrahlung des Schwarzäugigen sehen konnte. Von einem Augenblick auf den anderen stand nun ein ruhiger, besonnener und nachdenklicher Philosoph vor ihm, der ihn an jenen Ray in der Bibliothek erinnern mochte. Auch als er nun seine Stimme erhob war jede Schärfe und Kampfeslust verschwunden, denn sie war ruhig und hatte schon einen fast bedächtigen Unterton. "Ich denke Ehre ist ein sehr persönliches Konzept. Was für den einen ehrenhaft ist, kann für den anderen absolut unehrenhaft sein. Je nachdem wie man persönlich geprägt ist. Einen besiegten Gegner bspw. zu töten kann für jemand mit dem entsprechenden Kultur und Hintergrund ein ehrenhafter Akt sein. Es könnte sogar soweit gehen, dass dieser jemand es als unehrenhaft empfinden würde, den besiegten Gegner leben zu lassen, sodass dieser mit der Scham der Niederlage leben müsste. Dieser jemand würde von seinem Gegner erwarten, dass er ihn töten würde, wenn er besiegt werden würde. Er würde wahrscheinlich nicht um Gnade betteln oder winseln, weil das zutiefst unehrenhaft wäre. Vielleicht würde er sogar Selbstmord begehen, wenn ihn sein Gegner nicht töten würde." Ray erinnerte sich dabei an die Samurai-Traditionen in seinem eigenen Clan, die ihn beinahe ausgerottet hätten. "Dementsprechend kann ein Kampf zeitgleich für einen der Kämpfer ehrenhaft sein, während er für den anderen unehrenhaft ist. Erinnerst du dich an unser erstes Aufeinandertreffen?" Ray wartete eine kurze Reaktion des Blondschopfes ab, ehe er fortfuhr. "Kaya und ich hätten es als zutiefst unehrenhaft empfunden, wenn wir den Kampf vorher durchgeskriptet hätten. Ebenso hätten ich es als unehrenhaft empfunden außerhalb der Regeln zu agieren und bspw. ein B-Rang-Jutsu einzusetzen. Dementsprechend wäre es möglich zu argumentieren, dass Ehre an so etwas wie Regeln gekoppelt ist. Hier haben wir aber ein Problem, denn wer legt diese Regeln in einem Zweikampf zwischen zwei Shinobi fest?" Ray, der während seinem Vortrag auf dem Felsen hin und her gewandert war, blieb jetzt stehen und blickte dem Blondschopf fest in die Augen. "Beide agieren doch nach ungeschriebenen Regeln, Regeln, die sie durch Kultur, Erziehung oder Vorbilder verinnerlicht haben. Werden diese Regeln verletzt, empfinden sie ihren Gegner als unehrenhaft." Jetzt wandte sich der Blick des Chuunin Richtung Himmel. "Dementsprechend ist Ehre also ein höchste subjektives Prinzip und es kommt stark auf den jeweiligen Blickwinkel an. Im Grund kann ich also nur für mich selbst entscheiden, ob ich ehrenhaft gekämpft habe." Ray schwieg noch einige Momente, dann blickte er erneut zu dem Blondschopf. Ob dieser wohl gemerkt hatte, dass Ray die Frage im Grunde nur sehr allgemein beantwortet hatte und seine eigene Regeln bezüglich eines ehrenhaften Kampfes nicht offengelegt hatte. So waren sie die Hayabusa und der Rotschopf hatte noch nicht einmal absichtlich seine eigene Meinung verschwiegen. Er war schlichtweg davon ausgegangen, dass Joudan an einer allgemein philosophischen Antwort interessiert war. "Genug von mir, was sind deine Gedanken?" drehte er nun den Spieß um.
 

Kushou Joudan

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Was Ray Joudan berichtete, ließ den Blondschopfes seine Stirn runzeln. Ray hatte sein Sensorik-Jutsu spüren können, das war neu für Joudan. Kru überlegte er zurück. Konnte es sein, dass ihn darauf einfach bisher noch niemand aufmerksam gemacht hat? Gab er mit seiner Sensorik-Technik seine Anwesenheit preis? Nein, das konnte nicht sein. In seiner letzten Mission im Reich des heißen Wassers hatte er sein Drittes Auge verwendet, um ein paar Feindliche Shinobi zu erspüren. Hätten sie etwas bemerkt, dann wären sie auf den darauffolgenden Überraschungsangriff vorbereitet gewesen. Waren sie aber nicht. Joudans Mund wurde zu einem dünnen Schlitz und sein Magen fühlte sich an, als würde er sich jeden Moment umdrehen. Was in den Stollen geschehen war, das hatte der freudige Blondschopf noch nicht so richtig verarbeitet. Zum Glück konnte er sich mit Ray von den Gedanken ablenken. "Nein, das weiß ich in der Tat nicht. War das in der Bibliothek auch bereits der Fall?" Diesem Phänomen auf den Grund zu gehen war wichtig und Joudan verzichtete gezielt auf blumige Sprache oder Formulierungen, um das so direkt wie möglich anzusprechen. Im Ernstfall könnte es ihn Kopf und Kragen kosten, wenn dieses Jutsu Joudans Anwesenheit, vielleicht sogar seine Position einem Feind verriet.

Sehr zu Joudans Freuden war der Ray von heute einem kleinen Plausch nicht abgeneigt und antwortete auf Joudans Frage nach einem ehrenhaften Zweikampf lange und ausführlich, wirkte dabei wieder ein wenig ruhiger und besonnener als noch wenige Augenblicke zuvor. Joudan sah zum Rotschopf hinauf, lauschte seinen Worten und beobachtete, wie der Hayabusa auf dem Felsen hin und herschritt.
Vielem von dem, was Ray zu sagen hatten, konnte Joudan zustimmen. Ehre war persönlich, hing vom Umfeld und der Erziehung, den gelernten Werten und der gelebten Lebensweise ab. Ein Samurai hatte genauso einen anderen Ehrenkodex als ein Shinobi wie ein Händler einen anderen Ehrenkodex als ein Handwerker besaß. Sich an gegebene Regeln zu halten, war auch eine Frage der Ehre. Doch das war beinahe schon gegeben. Joudan fiel auf, dass Ray zwar viel geredet hatte, seine Erklärung jedoch recht banal und aussagslos ausfiel. Ob der Hayabusa sich wohl absichtlich derart dünn gehalten hatte? Oder vielleicht hatte er sich bisher dazu einfach noch keine großartigen Gedanken gemacht, und hatte deshalb nicht spontan eine tiefgründige Antwort parat. Wenn das der Fall war, dann hatte Joudan Ray wenigstens zum Nachdenken angeregt, und das war sicherlich eine gute Sache.
Natürlich wollte Ray auch von Joudan wissen, was er davon hielt.
"Meine Antwort, fürchte ich, wird dir nicht gefallen. Dennoch mag ich sie dir natürlich erläutern." Ray war mittlerweile zu Joudan auf den Waldboden herabgekomme, so musste der Blondschopf seinen Kopf nicht all zu sehr in den Nacken legen. "Kämpfe unterscheide ich in zweierlei Kategorien. Ernste Kämpfe und Scheinkämpfe."
Um seinen Punkt zu verdeutlichen, drehte er die Handflächen seiner beiden Hände nach oben, so als präsentierte er Ray zwei Gegenstände. "Ein ernster Kampf ist ein solcher, in dem ich um mein Leben fürchte, ein Scheinkampf kann etwas wie unser Showkampf auf dem Sportfest sein oder den Trainingskampf, den du und ich uns in Kürze liefern." Joudan hob die linke Hand ein wenig an. "Scheinkämpfe haben Regeln, geschrieben und ungeschrieben. Auf dem Sportfest durften wir keine hochrangigen Techniken verwenden, das war geschrieben. Gleich werden wir unser bestes geben, uns nicht gegenseitig schwerwiegend zu verletzen, das ist ungeschrieben. Sich an derart Regeln zu halten würde ich allerdings nicht als Ehre bezeichnen, sondern als Fairness."
Langsam ließ er die Linke sinken und hob dafür die rechte Hand ein wenig an. "Ernste Kämpfe haben das Problem, dass Shinobi zu unterschiedlich sind. Nutze ich Taijutsu, erscheint mir ein Kenjutsuka vielleicht als unehrenhaft. Nutze ich Kenjutsu, empfinde ich Fernkampf als unehrenhaft. Nutze ich einen Bogen, empfinde ich es vielleicht als unehrenhaft, Gift auf die Pfeilspitzen aufzutragen. Und verschieße ich Giftpfeile, sind mir Genjutsu vielleicht ehrlos. Und selbst unter Taijutsuka gibt es verschiedene Stile. Manche Waffen haben anderen gegenüber Vorteile, wieder anderen gegenüber aber Nachteile.
Und dann kommt der Mensch ins Spiel. Ist es als Jounin ehrenhaft, gegen einen Genin zu kämpfen? Ist es ehrenhaft, nicht gegen ihn zu kämpfen? Ist es ehrenhaft, sich zurückzuhalten oder ist es ehrenhaft, beim vollen Einsatz seiner Kräfte zu kämpfen? Ist ein Ninja, der sich jahrelang der Verwendung von Ninjutsu verschrieben hat, ehrloser als ein Ninja, der ebensolang Schwertkampf trainiert hat? Oder Genjutsu?"

Joudan ließ seine Worte kurz verklingen und senkte beide seiner Hände wieder. Er hatte auch ein wenig mehr geredet als nötig und auch ein paar seiner einleitenden Worte wiederholt, doch was Ray konnte, konnte Joudan auch. "Darauf gibt es, meines Ermessens, keine Antwort. Eure Ansicht mag mir aber auch nicht so recht zusagen. Ist das Verwenden von Fernkampfwaffen für den einen Shinobi ehrenhaft, für den anderen aber nicht, wo steht ein Bogenschütze dann? Soll er stolz auf seine Fähigkeiten sein oder Schande fühlen? Soll er seine Gegner fragen, bevor er sie beschießt."

Joudan hatte eine Antwort auf das Dilemma. Aber sie war unpopulär. Und sie würde vor allem bei Shinobi wie Ray oder Kaya auf Widerspruch stoßen. "Es scheint mir, dass ein Zweikampf zwischen zwei Shinobi nicht ehrenhaft sein kann. Ehre im Kampf zu suchen bedeutet, diesem Regeln aufzuerlegen, von denen ein Gegner vielleicht gar nichts weiß. Nach ehrhaften Kämpfen zu streben, verleitet dazu, andere zu verurteilen, nur weil sie die eigenen Ansichten nicht teilen, und missachtet deren Erfahrungen, Werte und Ansichten. Deshalb mache ich mir über Ehre keine Gedanken, wenn es um das Kämpfen geht."

"Wohl aber über Regeln, denn an solche gilt es, sich zu halten. Das ist mir das, was einer Ehre im Kampf wohl am nächsten kommt. Darum die Frage, Ray-san, wollen wir unseren Trainingskampf mit solchen versehen? Eine Obergrenze an Jutsu-Rängen? Eine besondere Siegbedingung? Ein Zeitlimit? Ein Handicap für uns beide? Oder machen wir es uns zur obersten Regel, uns so wenig wie möglich einzuschränken? Was meint ihr?" Joudan blickte Ray herausfordernd an und knöpfte sich den obersten Knopf seines Hemdes auf, dann öffnete er die goldene Schnalle, die seine Umhängetasche geschlossen gehalten hatte. Bei genauem betrachten konnte Ray erkennen, dass Joudan den Schulterriemen seine Umhängetasche heute unter dem Mantel trug, damit hatte es etwas auf sich. Joudan besaß nun eine Technik, bei der er das Kleidungsstück schnell ausziehen musste und das ging nicht, wenn er die Tasche darüber trug. Es war ein wenig ungewohnt, denn nun musste er sich ein wenig anders greifen, um an die Ausrüstung in der Tasche zu gelangen, doch um sich an neue Dinge zu gewöhnen waren Übungskämpfe doch da, oder?
Unmissverständlich machte Joudan Ray also klar, dass es nun für's Erste genug der Worte war. Taten warteten.
 

Hayabusa Ray

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Natürlich bemerkte Ray das verwirrte Stirnrunzeln seines Gegenübers, auf seine Anmerkung, dass er das Sensorik-Jutsu des Joudan gespürt hatte. Das wiederum führte dazu, dass Ray leicht verwirrt war. Wusste Joudan nichts davon und in der Tat bestätigte er diese Vermutung mit seiner Antwort. "Nein, in der Bibliothek habe ich absolut nichts gespürt. Das würde dafür sprechen, dass vielleicht nur diejenigen diese Chakrawellen spüren können, die selbst im Bereich Sensorik erfahren sind." Das war interessant und hätte nicht ein Kampf angestanden, dann hätte Ray durchs gerne weiter in diese Richtung nachgeforscht. Ob sein Sensorikjutsu ebenfalls wahrgenommen werden konnte? Das wäre absolut wichtig zu wissen, immerhin war das Ziel des Jutsu den Feind auszuspionieren und sich so einen Vorteil zu verschaffen. Dieser Vorteil war null und nichtig, wenn man beim Ausspionieren seine eigene Position verriet.

Jetzt war es aber erstmal an Joudan seine Ansichten zum Thema Ehre darzulegen und im Gegensatz zur Vermutung die dieser an den Anfang seiner Ausführungen stellte, hatte Ray an seiner Antwort nicht wirklich etwas auszusetzen. Über die Unterscheidung zwischen ernsten Kämpfen und Scheinkämpfen hatte er selbst noch nicht wirklich viel nachgedacht. Das lag vielleicht auch daran, dass er bisher sehr selten in der Versuchung stand einen Feind wirklich zu töten. Was in gewisser Hinsicht paradox war, denn mit seinen Fähigkeiten im Bogenschießen konnte er nicht nur Tiere, sondern auch Menschen mit einem einzigen, sehr gezielten Schuss in den Hals mit hoher Wahrscheinlichkeit töten. Wobei er seinen Bogen bisher eher in seinen Taijutsustil eingebaut hatte und ihn nicht noch als die Attentatswaffe benutzt hatte, als die er gedacht war. Aber vor allem das Training mit Akaya, der Kranichprinzessin, war ja darauf ausgelegt auch den Langbogen zu beherrschen. Dieser würde es ihm ermöglichen ohne Problem auch Ziele in weiter Entfernung zu treffen. Würde er mit diesem Bogen bei einem Angriff aus dem Hinterhalt nutzen und so das Ziel direkt aus dem toten Winkel attackieren, wäre es nahezu unmöglich dem tödlichen Angriff zu entgehen. Wobei das nichts von einem ehrenhaften Kampf hatte, was ja gerade das Thema war, über das die beiden philosophisch veranlagten Shinobi debattierten.

So langsam kam Joudan zu Ende und tatsächlich war er der Ansicht, dass es in einem ernsten Kampf zwischen zwei Shinobi keine Ehre scheinbar keine Ehre geben konnte und er sich deswegen keine Gedanken über Ehre machte, wenn es um das Kämpfen ging. Die Antwort war unpopulär, aber sie hatte etwas und fand Rays absolute Zustimmung, was wiederum den Blondschopf überraschen würde. Tatsächlich waren manche der Hayabusa sehr ehrbewusst, hielten sich an die Traditionen der Samurai, legten sich einen eigenen Kodex auf und erwarteten das manchmal sogar von ihren Feinden. Das war ein Grund, warum es so wenige Meisterbogenschützen im Hayabusa-Clan gab, obwohl sie mit ihrem Kekkei Genkai doch wie geschaffen für diese Kampfkunst waren. Ray hingegen gab nicht wirklich etwas auf Ehre, wenngleich Joudan es, wohl aufgrund seiner Clanherkunft und des Showkampfes annahm. Dort hatte Ray heftig widersprochen, als es darum ging den Kampf durchzuskripten und Kaya hatte dies dann als unehrenhaft bezeichnet. Dem hatte Ray nicht widersprochen und vielleicht war das der Grund, warum der Blondschopf ihn mit dem Rabenmädchen in eine Schublade steckte. Freilich wusste Ray nichts von dieser Annahme, dennoch würde er wahrscheinlich mit seiner Antwort sich aus der Schublade befreien, in die ihn der Blondschopf gesteckt hatte. "Dem Gedankengang kann ich zustimmen. Angesichts der Subjektivität von Ehre und der Vielzahl an Techniken, derer sich Shinobi bedienen, ist es nicht sinnvoll im Kampf nach Ehre zu suchen. Das musst du mir nicht sagen." Ray grinste dabei. "Da gibt es in der Geschichte unseres Clans viel zu viele Beispiele davon, wie selbstzerstörerisch ein falsches Ehrverständnis sein kann." Ja einige Lektionen im Geschichtsunterricht über die Traditionen im Hayabusaclan hatte er tatsächlich behalten. "Ich würde euch von einem objektiven Standpunkt aus Recht geben. Ein Zweikampf kann nicht ehrenhaft zu sein und Ehre im Kampf zu suchen scheint auch mir nicht zielführend zu sein. Trotzdem würde ich sagen, dass es nach wie vor Ehre im Kampf gibt oder zumindest zu geben scheint. Zumindest für denjenigen, der Ehre im Kampf sucht, denn für diesen ist die Ehre, die er seiner Meinung nach im Kampf gewinnt oder verliert sehr real." Kurz legte Ray den Kopf schief und wechselte dann das Thema, um sein Beispiel zu verdeutlichen. "Ist es mit der Ehre da nicht so wie mit der Liebe? Wenn ein Mann eine Person liebt, dann ist diese Liebe für ihn sehr real, unabhängig von der Erwiderung der Frau. Erwidert diese Frau die Liebe, dann können selbst Außenstehende erkennen, dass Liebe zwischen den beiden herrscht. Erwidert die Frau sie nicht, dann würde derselbe Außenstehende wahrscheinlich sagen, dass keine Liebe zwischen den beiden herrscht und er hätte Recht damit. Für den Mann hingegen ist die Liebe, die er spürt trotzdem sehr real. Ich weiß, das Bild hinkt ein wenig und lässt sich nicht eins zu eins auf Ehre übertragen, aber vielleicht macht es deutlich, dass Ehre ebenso wenig zu greifen ist wie Liebe. Von einem streng materialistischen Standpunkt aus könnte man sogar sagen, dass weder Ehre noch Liebe existieren. Aber macht es die Gefühle für den, der sie empfindet, weniger real?" Der Rotschopf war selbst ein wenig überrascht wohin ihn diese Gedanken gebracht haben und lächelte kurz. "Und verurteilen wir dann nicht sogar denjenigen, der nach der Ehre im Kampf strebt, wenn wir postulieren, dass ein Zweikampf zwischen zwei Shinobi nicht ehrenhaft sein kann?" Ray grinste bei diesem Gedanken, denn er musste an seinen Vater und dessen Anstrengungen niemanden zu verurteilen denken. Manchmal schien ihm diese Einstellung nahezu unmöglich zu sein. War es den Menschen überhaupt möglich aus ihrem -Schwarz-Weiß-Denken auszubrechen? War das Beste, was sie nicht versuchen konnten sich ihrer Schubladen bewusst zu sein und sie offen stehen zu lassen?

"Regeln also. Das halte ich für sinnvoll. Schließlich wollen wir uns nicht umbringen." Fast schon schauderte Ray ein wenig innerlich, als er an seinen letzten Trainingskampf mit einem gewissen anderen Blondschopf zurückblickte. Es hätte wirklich nicht viel gefehlt, dass dieser Kampf tödlich für ihn ausgegangen wäre. "Ich würde gerne, was Techniken und Fähigkeiten angeht uns so wenig wie möglich einschränken. Daher bin ich auch gegen ein Zeitlimit und gegen eine besondere Siegbedingung. Lasst uns den Kampf so realistisch wie möglich halten, allerdings auf tödliche oder potentiell tödliche Angriffe verzichten. Sprich ich werde mit meinem Bogen nicht auf deine Halsschlagader zielen. Sieger ist der, dessen Gegner aufgibt oder nicht mehr in der Lage ist weiterzukämpfen. Was meint ihr?" Und damit spielte er den Ball zurück zu Joudan, während er seinen Bogen vom Rücken nahm. Noch war seine Haltung ruhig, doch der Jäger in ihm konnte jeden Moment wieder zum Vorschein kommen.
 

Kushou Joudan

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Rays Worte, Joudans Jutsu betreffend, beruhigten den Blondschopf wenigstens ein kleines bisschen. Dass es wohl eine Kondition gab, die bestimmte, wer seine Technik wahrnehmen konnte und wer nicht, ließ ihn hoffen, dass das seine Technik nicht ganz unnütz machte. Auch die Vermutung Rays, dass nur solche Ninja seine Chakrawelle spüren konnten, die sich mit Sensorik-Jutsus befasst hatten, schien nicht allzu weit hergeholt zu sein. Der Rotschopf war ein schlaues Kerlchen. Doch seine Vermutung war letzten Endes nur das: Eine Vermutung. Und Joudan beschloss, seine - seiner Meinung nach - wichtigste Technik und deren Einsatz nicht auf Vermutungen beruhen zu lassen. Diese Sache würde weitere Forschung benötigen, doch darüber würde Joudan sich ein ander Mal Gedanken machen müssen. Dringenders stand nun an.

Ray hatte natürlich auch etwas zu Joudans Meinung zu sagen. Er verglich Ehre mit Liebe. Beides waren Dinge, die nicht wirklich greifbar und nur schwer zu definieren waren. Und beides waren Emotionen, die vielleicht nur einseitig sein konnten? Joudan dachte nach. Konnte ein Kampf ehrenvoll für eine Partie, aber unehrenhaft für die andere Partie sein? Vermutlich. Schweigend grübelte Joudan für ein paar Momente, dachte über Rays Worte nach.
"Hmm... vermutlich lädt ein solches Denken tatsächlich dazu ein, über andere zu urteilen.", gestand er Ray zu. "Doch mag ich deinen Vergleich zwischen Ehre und Liebe, denn er lässt sich noch weiter spinnen. Niemand kann einem anderen seine Liebe aufzuzwingen. Und wenn es dennoch versucht wird, ist dies meist keine gute Sache.", schlussfolgerte der Blondschopf, der ein wenig die Position des Advocatus Diaboli eingenommen hatte und den Gedanken, dass Ehre keinen Platz unter Shinobi hatte, verteidigte.

Doch das Gespräch um Ehre ebbte langsam ab, denn die beiden Herren hatten sich zum kämpfen, nicht zum reden verabredet (wobei der Blondschopf nach diesem Aufeinandertreffen Ray definitiv mal zu Spiel und Gerede mit Arumaru, Joudans Schneider, einladen würde). Und der weniger ideellen sondern eher physischen Konfrontation der beiden Shinobi wollte Ray erstaunlich wenig regeln auflegen. Die beiden sollten nicht versuchen, sich gegenseitig umzubringen, das war etwas, was Joudan nur sehr begrüßen konnte. Doch dass es letzten Endes nur darum gehen sollte, den anderen kampfuntauglich zu prügeln, fand Joudan beinahe schon ein wenig enttäuschend. Er hatte auf eine Art taktisches Ziel oder dergleichen gefreut, an dem die beiden nicht nur ihre Fähigkeiten vergleichen konnten, sondern auch, wie schlau die beiden Shinobi waren, diese einzusetzen. Doch was heute nicht war, konnte ja noch ein ander Mal werden.
Knapp nickte der Blondschopf also dem Rotschopf zu, nahm seine Regeln an.
"Einverstanden, Ray-san. Wuch nicht umzubringen wird mein oberstes Gebot sein.", versprach er ihm mit einem neckischen Grinsen auf den Lippen, bot Ray dann - bevor es darum gehen würde, sich die Köpfe einzuschlagen - einen kameradschaftlichen Händeschlag an. Der Kampf der beiden sollte in Freundschaft geschehen, nicht in dem Willen, den anderen zu besiegen.

Nachdem die beiden die letzten Worte ausgetauscht hatten, traten sie ein wenig auseinander - beinahe so, wie in einem Duell zwischen Gentlemen. Der Blondschopf dachte ein wenig nach, ließ Revue passieren, was im Showkampf auf dem Sportfest geschehen war. Ray war flink wie ein Wiesel, konnte sowohl im Nahkampf als auch im Fernkampf agieren. Mittlerweise wusste der Ame-Nin auch, dass sein Kontrahent das Fuuton-Element beherrschte. Im Gegensatz zu anderen kämpfen, die Joudan bereits bestritten hatte, würde es hier nicht darum gehen, die Verteidigung Rays zu Durchbrechen oder zu Umgehen. Stattdessen war es wohl das sinnvollste, wenn Joudan versuchen würde, dem Hayabusa ein wenig den Wind aus den Segeln zu nehmen. An Mobilität würde Ray Joudan sicher übertreffen, um diesen Fakt musste der Blondschopf herumarbeiten.
Zum Glück hatte der Händlersspross einige Asse im Ärmel (oder besser gesagt, in der Tasche), die ihm dabei sicherlich weiterhelfen würden. Er atmete kurz durch, brachte seinen Körper ein wenig unter Spannung und verbannte ablenkende Gedanken aus seinem Geist. Dieser Tainingskampf würde kein Zuckerschlecken für den Blondschopf werden. Doch selbst wenn Ray mittlerweile über ein Sensorik-Jutsu verfügte und so ein wenig etwas über Joudans Fähigkeiten herausgefunden hatte, so war ein Großteil der Fähigkeiten der beiden für den anderen noch unbekannt. Das ließ Joudan erfreudig auf eine spannende Konfrontation hoffen.
"Lasst mich langsam hinter diesen Stein treten. Der Kampf soll beginnen, sobald der Fels die Sicht auf den anderen blockiert.", schlug Joudan vor und ließ seinen Worten auch Taten folgen. Ray betrachtend schritt er - teils rückwärts, teils seitwärts - langsam in Richtung einer der großen Findlinge. Seine Augen hatte er dabei fest auf Ray fixiert.

Als es dann so weit war und er mit einem weiteren Schritt Ray aus den Augen verlor, drehte Joudan auf. Er fürchtete, der Hayabusa könnte mit seinem Bogen auf den Felsen Zielen und Joudan angreifen, sobald dieser sich zeigte. Selbst wenn Joudan mittlerweile ein wenig schneller und geschickter war, als am Anfang seiner Shinobi-Laufbahn, machte er sich doch keine Hoffnungen, dem Schuss eines Bogens richtig ausweichen zu können.
"LOS GEHT'S!!", rief er Ray laut zu, während er rasch eine große Menge Chakra in seiner rechten Faust sammelte. Sollte Ray darauf warten, dass Joudan hinter dem Felsen heraustreten würde, dann hatte der Rotschopf sich geschnitten. Konzentriert peilte er eine grobe Richtung an und schmetterte der Händlersspross seine Faust gegen den Felsen und entfesselte die Macht des Gouwans. Unter der Wucht des rasch expandierenden Chakras, das Joudan aus der Faust austreten ließ, wurde der massive Fels in duzende kleinere Stücke zerteilt, von denen ein großer Teil dorthin geschleudert wurde, wo Joudan Ray zuletzt gesehen hatte. Schmerzerfüllt zischend nahm Joudan war, dass ihm die Knöchel der Faust wieder aufgeplatzt waren. Bereits jetzt rann dunkelrotes Blut in kleinen Rinnsaalen an den Fingern des Blondschopfes herab und machte ihm erneut klar, dass er mit Mächten hantierte, die die Grenzen seines eigenen Körper überschritten.
Zwar hatte Joudan seine Deckung zerstört, doch sein Angriff hatte Ray hoffentlich ein wenig überrascht. Ein paar Fingereichen formend rannte der Blondschopf schnell zur nächsten Deckung los, einem der drei größeren Bäume, und ließ im Vorbeigehen seine Hand kurz an einen der herumliegenden Fels-Splitter streifen, der eine passende größe aufwies. Dort bildete sich ein schwarzes Siegel bildete, das Joudan für das Fuuin: Shin Kawarimi no Jutsu nutzen konnte. Hoffentlich hatte Ray das nicht bemerkt.


Gouwan (Starker Arm)

Typ: Taijutsu
Rang: B
Reichweite: Berührung
Chakrakosten: B

Voraussetzungen: Chakrakontrolle Stufe 6, Chakramenge Stufe 5, Kraft Stufe 4

Beschreibung: Nach dem Formen von nur zwei schnellen Fingerzeichen wird eine große Menge Chakra in der daraufhin geballten Faust konzentriert. Durch stoßartiges Freilassen desselben, können die Auswirkungen eines Schlages um ein Vielfaches gesteigert werden. Zu beachten ist dennoch, dass die Technik für den Anwender nur verletzungsfrei funktioniert, wenn das Timing stimmt, da sich an der körperlichen Verfassung eben doch nichts ändert.

Chakrakontrolle Stufe 6: Die Aufladezeit des Jutsus liegt noch bei gut zehn Sekunden ununterbrochener Konzentration, weswegen es kaum im Kampf einsetzbar ist; auch der Effekt hält sich mit einer knappen Verdopplung der ursprünglichen Kraft noch arg in Grenzen. Außerdem lässt sich das in der Faust gesammelte Chakra nur für 5 Sekunden halten, hat man es in dieser Zeit nicht genutzt, verpufft es einfach wirkungslos.
Chakrakontrolle Stufe 7: Während sich die Aufladezeit nun auf fünf Sekunden reduziert hat, steigt die Zeit, die man das aufgestaute Chakra aufrechterhalten kann, auf satte 10 Sekunden und man kann nebenher sogar ein wenig reden, wenn auch keine großen philosophischen Überlegungen anstellen. Und zu guter Letzt ist auch der Effekt des Jutsus gestiegen: Der Baum, der einen solchen Schlag erleidet, wird entwurzelt, bei Menschen werden multiple Knochenbrüche induziert.
Chakrakontrolle Stufe 8: Innerhalb dreier Sekunden kann man nebenbei - und vollkommen ohne Fingerzeichen - genug Chakra ansammeln und es für bis zu 15 Sekunden konzentriert halten. Ein Schlag reicht aus um den Boden aufbrechen zu lassen und ein direkter Treffer gegen einen Menschen ist mit hoher Wahrscheinlichkeit tödlich.


Sokkijutsu (Schnellschreibkunst)

Element:
Keines
Typ: Ninjutsu, Fuinjutsu
Rang: B
Chakrakosten: D-Rang pro Siegel (C bei Siegeln auf Menschen)
Reichweite: - (abhängig vom verwendeten Jutsu)

Voraussetzung: Chakrakontrolle Stufe 5, Fuin-Spezialwissen

Beschreibung: Ein Spezialist im Fuinjutsu hat die Fähigkeit, seine Techniken nicht mehr händisch mit einem Schreibutensil auf der Unterlage aufzubringen, sondern nach Anwendung der Fingerzeichen mit einer simplen Berührung dort erscheinen zu lassen. Dabei fallen ein wenig zusätzliche Chakrakosten an.
 

Hayabusa Ray

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Das Gespräch über Ehre und Liebe war beendet und es war an der Zeit für die beiden Chuunin zu dem Part überzugehen, für den sie sich eigentlich verabredet hatten, wenngleich der Rotschopf den philosophischen Austausch genossen hatte.
Wahrscheinlich wäre er vorher nie auf die Idee gekommen Ehre und Liebe miteinander zu vergleichen, aber jetzt war er sehr zufrieden damit, wie dieser Nachmittag bisher verlaufen war. Er freute sich auch schon den Schlagabtausch. Im Gegensatz zum Blondschopf freute er sich sehr darüber, dass es keine weiteren Regeln gab, denn das gab seiner Meinung nach erst wirklich die Möglichkeit taktisch aus dem vollen zu schöpfen. Immerhin war der Falkenjunge ebenso wenig wie der Blondschopf ein Kämpfer dessen einzige Taktik darin bestand den Gegner bis zur kampfunfähig zu prügeln. Sein Kampfstil kombinierte auf ganz eigene Art und Weise den Gebrauch von Taijutsu, Fuuton-Jutsu und Bogenschusstechniken und er war sich sicher, dass auch im Repertoire des anderen jede Menge Überraschungen waren. Dieser Kampf würde ganz anders werden als gegen Shunsui, wo beinahe jeder Angriff des goldenen Drachens hätte tödlich ausgehen können. Heute war Köpfchen gefragt um den Gegner in die Enge zu treiben.

Das neckische Grinsen des Blondschopfes wurde mit einem schelmisch Lächeln des Rotschopfes erwidert, der den Handschlag erwiderte und in dem Moment wieder ganz der Jäger war, den Joudan schon am Anfang des Nachmittags kennengelernt hatte. Seine ganze Aura strahlte etwas animalisches aus, die Lippen waren zu einem spitzen Lächeln verzogen, die schwarzen Augen funkelnden kampfeslustig und der gesamte Körper war gespannt wie die Bogensehne kurz vor dem entscheidenden Angriff. Langsam und mit keiner Bewegung zu viel trat Ray ebenfalls zurück und fixierte den Blondschopf. Der scharfe Sehsinn der Hayabusa erlaubte es ihm die Bewegungen der Nasenflügeln zu beobachten und wenn er gewollt hätte, hätte er anfangen können die verwuschelten Haare zu zählen. Doch sein Fokus lag auf der Körperhaltung seines Gegners, folgte den Bewegungen und versuchte hervorzusagen, was sein nächster Schritt war. Er wusste, dass er sich sehr wahrscheinlich auf den ein oder anderen Drahttrick vorbereiten musste, vielleicht würde es auch wieder eine Rauchbombe geben und sicherlich gab es da noch mehr Tricks. Zwar beherrschte sein Kontrahent kein Element, sodass er eine ganze Reihe an Angriffen ausschließen konnte, andererseits aber gab es genügend elementlose Ninjutsu-Techniken und der Falkenjunge zweifelte keine Sekunde daran, dass er das ein oder andere Neue zu sehen bekommen würde.

"Lasst mich langsam hinter diesen Stein treten. Der Kampf soll beginnen, sobald der Fels die Sicht auf den anderen blockiert." hörte er Joudan sagen, woraufhin Ray lediglich nickte und stehen blieb, während er begann Chakra in seinen Füßen zu sammeln. So ein Fels war kein Hindernis für ihn und ganz sicher würde er nicht darauf warten, ob Joudan auf der anderen Seite des Felsens wieder heraustreten würde. Die Luft vibrierte förmlich vor Anspannung und in dem Moment wo Joudan hinter den Felsen trat katapultierte sich Ray mit einem gewaltigen Satz in die Luft, sodass er sich schon mitten im Sprung befand, als Joudans "LOS GEHT'S" ertönte. Und nur einen Augenblick später explodierte der Fels vor ihm quasi in tausend Stücke, die Ray sicherlich getroffen hätten, wenn er sich nicht schon mehrere Meter über dem Boden befunden hätte. Kurz war er ein wenig irritiert, denn dieses Kunststück hätte er eher einem Kämpfer wie Shunsui zugetraut. Besaß Joudan etwa solch eine gewaltige Körperkraft? Ray schüttelte den Kopf, es musste etwas anderes dahinter stecken, irgendein Jutsu, was seine Kraft verstärkte, ähnlich wie er selbst auf diverse Fuuton-Jutsu zurückgriff, um seine akrobatischen Fähigkeiten zu verstärkten.

Wie ein Raubvogel, der seine Beute fixierte, fixierte Ray, der in der Luft zu schweben schien (Kaze Joba), der zur nächsten Deckung lief. Die Steinbrocken, die dabei durch die Luft wirbelte, beeinträchtigten seine Sicht nur wenig, wenngleich sie verhinderten, dass er bemerkte, wie Joudan sein Siegel anbrachte. //Dich lasse ich nicht entkommen.// schoss es Ray durch den Kopf und obwohl es vielleicht schlauer gewesen wäre den ein oder anderen Pfeil abzuschießen, mit einem Shuriken zu attackieren oder ein Kunai zu werfen, tat Ray nichts von alledem, sondern leitete sein Chakra in die Rückennarben. Der Rückstoß war enorm und nun wie ein Falke im Sturzflog schoss er auf Joudan herab, die Hände leicht nach schräg nach hinten ausgestreckt, umkurvte er mühelos einen der größeren Steinbrocken. Das viele Training hatte sich gelohnt, mit jedem Tag kam er seinem Traum zu fliegen ein klein wenig näher. In sekundenbruchteilen überbrückte er mit seinem Dasshu no Jutsu die Distanz zwischen den beiden Chuunin, während er sich in der Luft so drehte, dass er nun mit seinem Fuß voran flog. Ray war neugierig, ob Joudan diesen Angriff (Taka Kikku) wohl ebenso mühelos parieren konnte, wie ein gewisser Blondschopf. Sollte er versuchen sie zu blocken würde Ray sich einfach von seinem Block abstoßen, um erneut an Höhe zu gewinnen, um gleich danach mit einer weiteren Trittkombo (Kyukoka) anzugreifen. Diese Techniken waren simpel, aber im Grunde für Ray nur ein kleiner Test der Nahkampffähigkeiten seines Gegners.

Kyukoka (Sturzflug)

Typ: Taijutsu
Rang: C
Reichweite: Berührung

Voraussetzungen: Geschick Stufe 4, Geschwindigkeit Stufe 4, Kraft Stufe 3

Beschreibung: Die Technik ist seltsamerweise nur dann effektiv, wenn sich der Anwender in der Luft befindet. Viele Anwender stoßen sich daher von einem Baum, einer Mauer oder Ähnlichem ab, um ihrer Attacke die zusätzliche Würze zu verleihen.
Dem akrobatischen Schauspiel und der daraus resultierenden günstigen Position folgt ein gezielter, kräftiger Doppeltritt oder -Schlag gegen die Halsgegend des Gegners, der unter Umständen fatal sein kann

Taka Kikku (Falcon Kick)

Element:
Fuuton
Typ:Taijutsu
Rang: C-Rang
Chakrakosten: C
Reichweite: Nahkampf

Voraussetzung: Fuuton: Dasshu no Jutsu, Geschick Stufe 4, Chakrakontrolle Stufe 4, Chakramenge Stufe 2

Beschreibung:Was ist besser als ein blitzschneller Dash nach vorn? Natürlich ein blitzschneller Dash nach vorne, der gleich dazu mit einem Angriff kombiniert wird. Genau darum handelt es sich beim Falcon Kick. Mittels dem Dasshu no Jutsu katapultiert sich der Anwender nach vorne. Kurz danach dreht er sich so, dass er mit einem Fuß voran Richtung Gegner fliegt, um seinen Gegner mit voller Wucht zu rammen, was meistens dazu führt, dass dieser nach hinten geschleudert wird.

Fuuton: Dasshu no Jutsu (Dash)

Element: Fuuton
Typ: Ninjutsu
Rang: C
Chakrakosten: C pro Dash
Reichweite: Selbst

Voraussetzung: Hayabusa-Clan, Chakrakontrolle Stufe 4, Chakramenge Stufe 2, Geschick Stufe 3

Beschreibung: Der Anwender entlässt aus seinen Füßen, sowie den beiden narbenartigen Linien auf seinem Rücken nach einer kurzen Aufladezeit explosionsartig Fuutonchakra, was es ihm erlaubt sich mehrere Meter nach vorne zu katapultieren, um so bspw. einen Überraschungsangriff zu starten. Damit beim Landen das Gleichgewicht nicht verloren geht, ist ein gewisses Geschick das Anwenders von Nöten.

Chakrakontrolle Stufe 6, Geschick Stufe 5
Auf dieser Stufe ist es möglich den Dash so zu kontrollieren, dass neben einem rein geraden Vorstoß auch Kurven 'geflogen' werden können. Neben einer erhöhten Chakrakontrolle ist auch ein größeres Geschick notwendig, um die Flugkurve mit seiner Körperhaltung zu stabiliseren.

Chakrakontrolle Stufe 8, Geschick Stufe 7
Mit dieser Stufe ist die wahre Meisterschaft in diesem Jutsu erreicht. Neben scharfen Kurven ist es nun auch möglich das Jutsu bis zu dreimal direkt hintereinander auszuführen, was ein hohes Geschick erfordert, um seinen Körper immer wieder neu zu positionieren.
Dazu wird neben einem Chakraausstoß an den Füßen auch Chakra in den Händen gesammelt, sodass durch Chakraausstoß aus diesen Händen auch abrupte Richtungsänderungen von 90 Grad und mehr möglich sind.

Kaze Joba(Windsurfen)

Element: Fuuton
Typ: Ninjutsu
Rang: B-Rang
Chakrakosten: C pro 5 Minuten, D-Rang für explosive Steuerungsmanöver
Reichweite: selbst

Voraussetzung: Hayabusa Clan, Fuuton: Dasshu no Jutsu, Fuuton: Kaze Hashíru no Jutsu, Chakrakontrolle Stufe 6, Chakramenge Stufe 5, Geschick Stufe 6

Beschreibung: Dieses Jutsu ist in gewisser Weise eine weiterentwickelte Form des Fuuton: Dasshu no Jutsu und kombiniert dieses mit dem Windlaufen zu einer absolut neuartigen, lautlosen und schnellen Fortbewegungsmethode. Während kontinuierlicher Chakraausstoß an den Füßen ein kleines Luftpolster zwischen dem Anwender und dem Boden entstehen lässt, sorgt stetiger Chakraausstoß aus dem Rücken für den notwendigen Antrieb. Die Schwierigkeit des Jutsu besteht in der Steuerung. Sanfte Richtungswechsel können durch einen ungleichmäßigen Chakraausstoß aus den Rückennarben verwirklicht werden, wohingegen bei abrupten Richtungswechsel Fuutonchakra aus den Händen ausgestoßen wird.
Für einen Außenstehenden sieht es so aus, als ob der Anwender auf unsichtbaren Skiern steht und sich wie von selbst nach vorne bewegt. Die Arme sind dabei leicht zur Seite ausgebreitet, um durch plötzliche Chakraimpulse steuern zu können.

Chakrakontrolle Stufe 8, Geschick Stufe 7, Fuuton: Takatobi, Subero hikou
Auf dieser Stufe ist der Shinobi so geübt, dass er die zusätzliche Beweglichkeit, die dieses Jutsu ihm erlaubt ohne Probleme mit explosionsartigen Chakraausstößen aus seinen Füßen kombinieren kann. Wie beim Fuuton:Takatobi erlaubt das dem Anwender sich meterhoch in die Luft zu katapultieren und im Flug ein schnelles Jutsu oder einen Pfeil abzuschießen. Um zu landen wird stetig Chakra aus den beiden Rückennarben ausgestoßen, die die Fallgeschwindigkeit so weit vermindern, dass eine sanfte Landung möglich wird.
 
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