Café Kyōju

Dieses Thema im Forum "Suzaku-Bezirk" wurde erstellt von Takegatama Yuichiro, 14. Nov. 2019.

  1. Takegatama Yuichiro

    Takegatama Yuichiro Genin

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    Es war erstaunlich, wie viele Ecken seines Zuhauses ein Mensch nicht sah, egal wie lange er an der gleichen Stelle wohnte. Ein ganzes Dorf bis aufs kleinste Detail zu erkunden war natürlich eine Mammutaufgabe, so etwas würden wohl nur die wenigsten angehen. Trotzdem erstaunte es den Takegatama, um wie viele Ecken er laufen und welche Wege er nehmen musste, um an sein heutiges Ziel zu kommen. Nein, er lief nicht einfach nur aus Neugier durch halb Josei, denn er hatte einen...Auftrag? Oder wie sollte man diesen Brief nennen, der einige Tage zuvor den Weg in Yuis Hände gefunden hatte? Die Dorfverwaltung hatte wohl mal wieder eine ihrer “ausgefallenen Ideen” um Genin untereinander, auch außerhalb von Missionen, etwas näherzubringen. Sie waren aufgefordert worden, sich am heutigen Tage in einem Café im Süden Joseis zu treffen und den Tag miteinander zu verbringen. Beigelegt waren eine kurze Wegbeschreibung, der Name des Genin, mit dem man sich heute traf und ein kleines Foto. “Haemasu Ai...sagt mir nix. Aber das wird wohl auch der Grund sein, warum die das machen.” Yuichiro war gespannt, wie sie so drauf war und wie der heutige Tag werden würde. Im Großen und Ganzen war er eigentlich recht optimistisch. Neue Leute kennenlernen war nie etwas schlechtes und wer weiß, vielleicht verstanden die Beiden sich ja prächtig.

    Das erste große Abenteuer des heutigen Tages war, diesen verdammten Laden zu finden. Dutzende Häuserecken und ein paar hilfreiche Passanten später, war das aber auch geschafft. Yui stand nun vor einem recht einladenden Gebäude mit einer Glasfront, ein paar Tischen und Stühlen, die draußen aufgestellt waren und einem Schild auf dem draufstand “Café Kyōju”. Es schien nicht übermäßig gefüllt zu sein, doch die ein oder andere Menschenseele fand seinen Weg hierher. "Das muss es sein..." Gut, das war geschafft. Jetzt hieß es warten, bis seine “Begleitung” auftauchte und sehen, was der Tag so brachte.

    @Haemasu Ai
     
  2. Haemasu Ai

    Haemasu Ai Genin

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    Leise knisterte das zerknüllte Stück Papier in der Hand der jungen Haemasu, als sie durch die Straßen Jôseis wanderte. Bereits den ganzen Weg von ihrem Heim bis in das Suzaku-Viertel kämpfte Ai mit ihrem innerlichen Frust. Die Deppen in der Dorfverwaltung hatten einen echt miesen Sinn für Humor. Sich gegenseitig kennenlernen? Was war Ai, ein kleines Kind, dass sich von den Eltern Spielverabredungen mit den Nachbarskindern vorschreiben ließ? Hatten die Führer ihres Dorfes wirklich nichts Besseres zu tun, als Freundschaften zu erzwingen? Und dennoch war sie der Aufforderung gefolgt und hatte sich auf den Weg gemacht zu dem Café mit dem Namen Kyōju. Es gab ihr wenigstens einen Grund aus dem Haus zu kommen und das war auch ganz gut, denn ihre Mutter war gerade auf dem Trip alles putzen zu müssen und damit bezog sie das Haus ihres Schwiegervaters eiskalt mit ein. Ergebnis, Ai hatte keinerlei Privatsphäre mehr, weil sie immer irgendwie im Haus herumschwirrte. Etwas Ruhe konnte ihr ganz gut tun. Wenigstens für ein paar Stunden.

    Als sie aus der schmalen Gasse, die sie als Abkürzung benutzt hatte, trat, fiel ihr die Sonne kräftig ins Gesicht, war sie doch genau in diesem Moment aus den Wolken gestoßen. Reflexartig beschirmte sie ihre Augen mit der linken Hand, als sie sich dem Café näherte. Die große Glasfront des Cafés wirkte modern, was einen starken Kontrast zu den eher traditionellen Gebäuden dieser Gegend darstellte. Aber der Bezirk hatte sich in der letzten Zeit stark gewandelt, die vielen Läden sorgten halt für Trubel und an den musste man sich anpassen. Wobei von Trubel gerade nicht zu sprechen war, die Straßen waren so früh am Tag recht leer, sodass Ai nicht einmal die Hand von ihren Augen nahm, als sie die Straße überquerte. Ein Fehler. Beinahe hätte sie dabei einen größeren, jungen Mann übersehen und angerempelt, konnte aber gerade noch rechtzeitig vor diesem zum Stehen kommen. Oh, Verzeihung. Ungewohnt höflich von Ai, aber andererseits kannte sie den Kerl ja auch nicht, den sie da beinahe umgerannt hätte. Erst im zweiten Augenblick begann sie damit ihr Gegenüber zu mustern. Abgesehen von der doch beeindruckenden Größe war der Kerl recht unauffällig, wenn man mal von seinem Kleidungsstil absah. Der blaue Mantel sprach Bände, ein starker Kontrast zu der simplen Kleidung von Ai, die sie heute angezogen hatte. Ein simpler lavendelfarbener Strickpullover, der locker über der eng anliegenden, beigen Hose der jungen Haemasu hing. Einfache weiße Sandalen und ihr Shirogakure Stirnband mit dem weißen Stoffwurde mal wieder als Gürtel missbraucht. Mit dem Typen konnte Ai somit nicht wirklich mithalten. Doch eigentlich musste sie das auch nicht, oder? Gerade wollte sie sich umwenden und ihren heutigen Begleiter suchen, einen gewissen Takegatama Yuichiro, als ihr Blick auf etwas fiel, dass sie innerlich seufzen ließ. Das Symbol Sunagakures an dem fremden Mann, der sie um fast dreißig Zentimeter überragte. Sie hatte ja ein Glück, scheinbar hatte sie ihn gefunden und der erste Eindruck war … nicht überragend.
     
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