Der große Tempel

Dieses Thema im Forum "Onmyô Tempel" wurde erstellt von Matsuo Ryoichi, 30. Jan. 2011.

  1. Manako Raku

    Manako Raku Genin

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    Der Hellhaarige verstand den Scherz nicht und nickte nur ernst auf ihre Aussage. Das würde er wohl machen. Ai und Raku saßen auf dem Baum und sahen sich um - und tatsächlich konnte man mit diesem Blick etwas anfangen. Was Raku für Schlüsse daraus zog, hatte er ja schon gesagt - viel mehr gab es da nicht zu holen. Ai aber schien wenigstens ein paar Ideen ob der Umsetzung ihres Jobs zu haben. Raku sah sie kurz an und blinzelte fast ein wenig verwirrt, nickte aber wieder. Stimmt. Irgendwie hatte er sich darauf eingestellt, die Lage zu klären, aber der eigentliche Auftrag war ja gewesen, die Schwäne und die Gänse voneinander zu trennen. Das hatte er beinahe vergessen - was für ein Versäumnis. Der junge Mann schien ein wenig nachdenklich zu sein. Konnte es ein Fisch sein, oder ein anderes Wesen, was hier noch sein Unwesen trieb. Ai antwortete nicht - sie war bisher auch nicht durch ihre Gesprächigkeit aufgefallen. Raku selbst war kein Plappermaul, aber wenn sie kurz sagen konnte, was sie überhaupt trieb, hätte sie ihm schon sehr dabei geholfen ihre Vorgehensweise zu verstehen. So war es für ihn nicht einfach: Er konnte zwar den Baumlauf (theoretisch), aber nicht den Wasserlauf (ganz praktisch). Und so konnte er nichts tun als der winzigen Genin dabei zuzuschauen, wie sie sich auf den See begab.
    "He",
    meinte er. "Vorsicht." Nicht, dass er groß Angst um die Gärtnerin hatte. Sie konnte mit einer Feuerblume um sich schlagen, ein gewisser Klemptner wäre neidisch auf diese Fähigkeit gewesen. Insofern: Was konnte schon schiefgehen? Sie schien nicht wirklich etwas zu entdecken, aber dann... Rakus geübtes Auge nahm wahr, dass sie irgendetwas gesehen hatte. Die Körperbewegung hatte es verraten. Verflixt - und er konnte nicht einmal auf das Wasser, um mit nachzuschauen. "Hast du etwas gesehen?", fragte er laut.

    Er war ein Jäger. Ein Fisch, ja, aber ein verdammt großer Fisch. Er wusste nicht was er in diesem kleinen Gewässer machte, und seine kleinen trüben Augen brauchten nichts sehen, das erledigten seine Fühler für ihn. Er sah alles. Er roch alles. Der Riese ließ sich am Boden des Sees regungslos treiben, nachdem er an der Oberfläche eine Bewegung wahrgenommen hatte. Seine fast fünf Meter Länge und die eine Tonne Muskeln an seinem Körper bewegten sich nur minimal im trüben Grundwasser, während er schmeckte, roch, hörte, horchte... jemand hatte ihn in dieses Gewässer gesetzt, und jetzt war er hier gefangen. Es gab keinen Ausweg aus dieser Hölle, und so würde er auf eine Chance warten müssen. Und er musste fressen. Er hatte einige kleine Federviecher aufgeschnappt, aber das war nicht mehr als ein Atemzug für ihn. Es war... Zeit... zu fressen. Sein Hunger war bereits gewaltig und seine Muskeln zogen sich in einem faszinierendem Rhythmus zusammen und wieder auseinander, während er so, ohne wirklich eine Bewegung auszuführen, langsam um das Wesen an der Oberfläche herumschwamm. Es war kein großes Wesen. Der Hausen konnte das warme Blut in ihren Adern riechen, und das machte ihn wild. Er sollte nicht hier sein. Dieses Wasser war nicht seines. Und um zu überleben, musste er töten. Fressen. Jetzt. Der gewaltige Körper des Kaluga-Hausen, der in diesem See nun wirklich nichts zu suchen hatte, spannte sich an und schnellte dann in einer atemberaubenden Geschwindigkeit nach vorne, auf das Wesen an der Oberfläche zu, und riss sein Maul auf um diesen jemand unter das Wasser zu ziehen.
     
  2. Haemasu Ai

    Haemasu Ai Genin

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    Der Ruf des Manako verstärkte Ais Vermutung nur, dass er nicht in der Lage war auf das Wasser zu kommen. In der Hinsicht war ihr Teampartner also nicht zu gebrauchen. Leider lenkte Raku Ai so auch genug ab, dass sie erst nicht mitbekam, wie sich unter ihr etwas bewegte. Erst als der Schemen schon so nahe war, dass Ai auch aus den Augenwinkeln etwas bemerkte, reagierte sie. Ohne groß zu überlegen, dafür war ja auch keine Zeit mehr, hechtete sie einfach zu Seite. Genau in diesem Moment durchbrach ein ziemlich großer Fisch die Wasseroberfläche. Einen von diversen Flüchen, die ihr gerade durch den Kopf gingen unterdrückend, tauchte die Haemasu knapp einen halben Meter neben dem Fisch in die Fluten. Sie hatte bei dem kurzfristigen Sprung nicht daran gedacht ihren Chakrafluss entsprechend anzupassen und war demnach nicht mehr in der Lage sich auf der Oberfläche zu halten. Ein riesiges Problem, befand sie sich doch jetzt im Reich des Fisches. In ihrer Not versuchte sie sich auf die Flucht aus dem Wasser zu konzentrieren und schickte sowohl in Ihre Füße, als auch ihre Hände Chakra. Die Oberfläche verhielt sich unter den Fingern der Haemasu plötzlich, wie fester Grund und erlaubte es ihr sich aus den Fluten zu hieven, wie man es normalerweise in einem Schwimmbad am Rand tat. Gerade rechtzeitig, denn knapp unter ihr rauschte plötzlich wieder die große Gestalt des Fisches vorbei. Er hatte verfehlt, wahrscheinlich, weil er nicht damit gerechnet hatte, dass sich seine Beute plötzlich aus dem Wasser heben würde. So etwas taten die wenigsten Beutetiere. Die Bugwelle, die der große Fischkörper vor sich herschob, schüttelte Ai jedoch ordentlich durch und schob sie sogar einige Meter weit in Richtung des Ufers. Nicht schlecht, wenn man bedachte, dass sie eigentlich mittels des Wasserlaufs an Ort und Stelle hätte verbleiben müssen. Doch es blieb keine Zeit zu staunen, einen weiteren Angriff wollte Ai nicht riskieren, also trat sie den geordneten Rückzug an … Flucht.

    Erst als sie den Grund unter ihren Füßen deutlich sehen konnte und sich sicher war, dass das Tier nicht von unter hervorgeschossen kommen konnte, verlangsamte sie ihre Schritte. Sie keuchte hörbar, war sie gerade nicht nur in einer Stresssituation gewesen, aber mit ihrer Ausdauer war es auch nicht sonderlich weit her. Training war von Nöten. So richtig verarbeitet hatte Ai das ganze nicht wirklich, aber als sie den Rasen unter ihren Füßen bemerkte und sie somit ihre Anlandung beendet hatte, schossen die Flüche, die ihr auf dem Wasser nur durch den Kopf gegangen waren, förmlich aus ihr heraus. Erschöpft und wie ein Seemann schimpfend ließ sie sich auf den Rücken fallen und versuchte wieder zur Ruhe zu kommen. Fast von einem Riesenfisch verschlungen worden zu sein, war auf keinen Fall Teil irgendeiner Unterrichtseinheit an der Akademie. Man hatte ihr beigebracht, jedenfalls theoretisch, was in Kampfsituationen oder bei Geiselnahmen zu tun war, aber attackierende Fauna? Deutlich vernachlässigtes Unterrichtsfach. Eigentlich war sich Ai nicht mal sicher, ob Raku sie hörte, sie sprach einfach nur, nachdem ihre Schimpftirade abgeebbt war. Wie sollen wir das Viech denn loswerden? Angeln ist nicht meine Stärke. Es hatte nichts mit Pflanzen zu tun UND erforderte Geduld? Sicherlich nicht. Mit beiden Händen stützte sich Ai auf und bemerkte dabei etwas, das ihr die ganze Zeit während der Flucht nicht aufgefallen war. Ihre Haare waren offen. Der lange Zopf der Haemasu hatte sich gelöst, aber das tat er normalerweise nicht einfach so. Bei näherer Inspektion bemerkte Ai den Grund, ihr Haargummi fehlte, der Fisch musste es erwischt haben, bevor sie gehechtet war. An sich kein teurer Verlust, was es kein teures Schmuckgummi oder etwas in der Art, aber das Tier hatte sich an ihren Haaren zu schaffen gemacht. Unverzeihlich. Während Ai nun ihre Haare wieder zusammenraufte und mit einem Ersatzgummi, wie gesagt, nicht sonderlich teuer oder besonders, wenigstens halbwegs in Form brachte, äußerte sie, was sie sich gerade am meisten wünschte. Dieser Bastardsfisch soll leiden. Niemand, also wirklich niemand, machte sich an den Haaren von Ai zu schaffen und blieb ungestraft. Die Wahrscheinlichkeit, dass es später geräucherten Stör geben würde, stieg gerade deutlich an.
     
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  3. Manako Raku

    Manako Raku Genin

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    Raku konnte ja gar nicht anders als am Rand des Teiches zu stehen und dabei zuzusehen, was Ai da so trieb. Sein Anspruch in Richtung Vorsicht hatte er ja bereits artikuliert, er ging also davon aus, dass das Mädchen vorsichtig genug war um keinen Unsinn zu machen. Er konnte sich aber auch nicht wirklich vorstellen, dass es in diesem Wasser irgendetwas gab, was eine Gefahr hätte darstellen können. Der junge Mann sah sich noch einmal rum, seufzte dann leise und stemmte eine Hand in die Hüfte. Er hatte ja gehofft dass die Schwäne und die Gänse einfach ein wenig Streit hatten, aber das hier sah fast ein wenig nach Detektivarbeit aus... moment mal, was war denn nun los? Ein Tumult ging auf dem Wasser los und schnell sah er wieder in Richtung seiner Kameradin, die gerade... ins Wasser gesprungen war? Von hier aus sah es so aus, aber die Wellen auf dem Wasser verrieten dass sie nicht die einzige war, die sich jetzt unter der Oberfläche befand. War da doch etwas? "Haemasu-san!", rief er, was in diesem Moment natürlich reichlich unnötig war. Unruhig sah er sich nach irgendetwas um, wie er ihr helfen konnte, aber bis auf 'Höheren Platz suchen und irgendetwas abschießen' fiel ihm nichts ein. Der Manako ging einen Schritt aufs Wasser zu - im Zweifel wäre er jetzt auch einfach hineingesprungen. Wenn es etwas gab, was ihn ausmachte, dann sein Beschützerinstinkt (und seine soziale Inkompetenz, natürlich). Aber Ai hievte sich wieder aus dem Wasser, triefend, die Kleidung durchnässt. Das konnte nicht unbedingt angenehm sein. Er musste ihr nicht sagen dass sie die Flucht antreten sollte und so rettete sich das Mädchen auf festen Boden, fiel auf den Rücken und fing an zu schimpfen wie ein Rohrspatz. Raku war bereits zu dem Ort geeilt an dem sie herauskam und inspizierte mit einigen Blicken die junge Dame. Sie sah nicht verletzt aus.

    "Was hast du denn überhaupt gesehen?", fragte Raku und wollte natürlich ganz gerne erst einmal genaue Beobachtungen hören. "Ein Fisch? So groß?" Es schien ihm unwahrscheinlich, und er äußerte das auch - einfach, dass solche Viecher nicht hierhin gehörten. "Wie seltsam", setzte er nach und schien ein wenig nachdenklich, während Ai sich ein wenig herrichtete. "Ich angele auch nicht", erwiderte der junge Mann mechanisch auf das, was die Hellhaarige vorher gesagt hatte und kratzte sich an der Wange. Aus dem Gebrabbel von Ai hatte er ein paar Informationen erhalten können, aber sie würde ihn sicherlich gleich noch ein wenig mehr unterrichten, oder?

    Vollkommen egal wie Ai ihm die Informationen überlieferte: Für Raku war es nicht so schwer, die Gemütslage der Kunoichi auszublenden. Chinatsu war so viel schlimmer als sie, dass es ihm sogar erstaunlich leicht fiel, mit Ai 'in Kontakt' zu treten. Vielleicht härtete die Kumo-nin ihn ja mit der Zeit ab. Folgende Informationen hatte er am Ende dieses wie auch immer gearteten Austausch: Es gab in dem Teich einen Fisch, einen großen Fisch. Dieser hatte Ai attacktiert, ganz eindeutig (und dabei das Haargummi mitgerissen). Die Vermutung lag nahe dass der Teich leer von Gänsen, Enten und Schwänen war, weil dieser Fisch alles angriff, attacktierte und gegebenenfalls auch fraß, was sich darauf befand. Auf Rakus Nachfrage, ob es sich denn so angefühlt hätte, als hätte er sie verschlingen wollen, bekam er keine nette Antwort, aber es reichte ihm im Grunde auch so. Selbst wenn Ai ihn beschimpfen sollte, dass er nicht geholfen hatte - Raku hatte ja artikuliert, dass er keinen Wasserlauf beherrschte. Seine Chakrakontrolle war dafür nicht gut genug. Kurz überlegte er. Es missfiel ihm, aber in so einem Moment hatten sie wohl keine Wahl als den Fremdkörper in diesem Ökosystem zu entfernen. Normalerweise tötete er nicht gerne Tiere, aber in diesem Fall war es wohl notwendig. Dann allerdings wollte er wenigstens dafür sorgen, dass alles Mögliche an dem Fisch genutzt wurde, sollte es dazu kommen. "Ich bin ein guter Bogenschütze. Ich kann Bogenfischen. Du musst ihn nur an die Oberfläche locken", erklärte er und holte seinen Bogen heraus, spannte die Sehne auf und holte einen seiner Pfeile heraus. Einen der lethalen beziehungsweise 'spitzen' Pfeile. Kurz zögerte er, dann nahm er ein Kunai und bohrte ein Loch in den Pfeil. Er zog einen Draht hindurch und befestigte ihn sicher, sah dann ausdruckslos zu der nassen und wahrscheinlich immer noch sehr erschrockenen Ai. Jedenfalls war das in seinem Kopf so. "Bereit?"
     
  4. Haemasu Ai

    Haemasu Ai Genin

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    Laut und deutlich seufzte Ai, als ihr die volle Reichweite des Plans von Raku klar wurde. Sie sollte den verdammten Köder spielen. „Nur an die Oberfläche locken“ hatte der andere Genin gesagt, aber die Haemasu hatte schon ein Bild vor Augen, was genau von ihr verlangt wurde. Und gerade deswegen kämpften gerade ihre Wut auf den Fisch und der nur allzu natürliche Instinkt nicht zu Fischfutter werden zu wollen gegeneinander und rangen darum die Entscheidung der jungen Kunoichi zu beeinflussen. Die Sache wurde auch nicht besser, dass es ganz von dem Talent des anderen abhing mit seinem präparierten Pfeil auch zu treffen. Jeder konnte sagen, dass er einen Bogen benutzen konnte, aber Raku würde es jetzt beweisen müssen und Ai musste ihm gleichzeitig auch trauen, dass er es schaffen würde. Keine gute Voraussetzung, immerhin kannte sie den Kerl wie lange? Eine halbe Stunde, wenn es hochkam vielleicht. Daher war es kein Wunder, dass sie auf die Frage, ob sie bereit war nur noch ein weiteres Mal seufzte und sich dann vor sich hin murmelnd auf den Weg in die Mitte des Sees machte. Wenn vertrauen das Ziel wäre, sollten wir einfach die Augen zumachen und uns gegenseitig auffangen. … Ohne Kontext musste diese Aussage für Raku sicherlich etwas ungewöhnlich vorkommen.

    Auf dem Wasser war es ruhig, leichte Wellen, verursacht von der sachten Brise, rollten über die Oberfläche des Gewässers. Die wilden Wogen, die der attackierende Fisch und die Flucht der Haemasu verursacht hatten, waren bereits geglättet und nichts deutete auf einen Überlebenskampf hin, der hier noch vor wenigen Momenten getobt hatte. Wäre sie nicht selbst beinahe Opfer geworden, Ai hätte diesem See nichts Gefährliches abgewinnen können. Selbst mit Anfängerschwimmfähigkeiten schien hier keinerlei Gefahr zu herrschen. Wie die Stille nur täuschen konnte. Nur, was nun? Beim letzten Angriff hatte die Türkishaarige nichts weiter getan, als auf dem See zu stehen, sollte sie jetzt einfach warten? Vielleicht ein paar Wellen schlagen? Würde das den Fisch verscheuchen? So viele Fragen und eigentlich hatte Ai nicht eine Antwort. Wie auch, sie kannte die Verhaltensmuster des Tieres nicht. Wahrscheinlich war der große Fisch hungrig, immerhin schien er für den See zu groß zu sein, aber wie sollte das Ai weiterhelfen? Sie konnte sich nicht plötzlich schmackhafter machen und wenn ihr Herumstehen nicht half, hatte sie keine andere Idee. Also warten? Wie öde.

    Wie lange sie auf dem See stand wusste Ai gar nicht, aber sie merkte, wie sie sich zu langweilen begann. Brachte das hier überhaupt etwas? Immer wieder suchte sie das Wasser nach dem riesigen Schatten ab, leider ohne Erfolg. Lediglich hin und wieder ein kleiner Fisch schien sich zu zeigen. Moment mal. Wenn es kleine Fische im Wasser gab, müsste der große sich doch auch an denen satt essen können, war er vielleicht zu langsam um sich genug dieser Beute zu sichern? Fische waren nun einmal wendige Dinger, besonders die kleinen. Vielleicht musste man sie dem Monsterfisch nur gut servieren. Auf einem Silbertablett oder wenigstens in einer einfachen, abgelenkten gruppe. Ein Plan (?) formte sich. Ohne große Anstrengung kurbelte sie Ihren Chakrakreislauf an und regte dabei besonders in ihren Händen die natürlichen durch ihr Kekkei Genkai ausgebildeten Poren an Samen zu bilden. Langsam, aber stetig rieselten die kleinen, braunen Samen ins Wasser und schafften genau das, was sich Ai vorgestellt hatte. Die Fische kamen und begannen die Samen zu verschlingen. Während der Nährwert der Samen sicherlich zu wünschen übrig ließ, so wenig Chakra und keinerlei Bauplan für eine Pflanzenart, erfüllten sie wenigstens ihren Zweck. Immer mehr Fische versammelten sich unter ihr und plötzlich sah sie ihn, den riesigen Schatten, wie er beinahe senkrecht auf sie zuschoss. Sofort, als sie ihn bemerkte, hob sie die Arme, um Raku zu signalisieren und machte sich bereit mit einem Hechtsprung zur Seite auszuweichen. Sie wollte dem blonden Bogenschützen so wenig im weg sein, wie sie nur konnte. Immerhin konnte er immer noch ein miserabler Schütze sein und auf einen Pfeil im Bauch hatte sie gewiss keine Lust.
     
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  5. Manako Raku

    Manako Raku Genin

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    Was? Das verstand er nicht. Was hatte sie mit dem Auffangen gemeint? Der Genin konnte sich keinen Reim darauf machen, schüttelte nur ein wenig verwundert den Kopf - und bereitete sich vor. Sie hatte wohl gedacht, dass er sie als Köder einsetzen wollte, aber so war das nicht zwingend gemeint gewesen - immerhin hatte sie doch sicher noch was im Repertoire! Er konnte sich nicht vorstellen, dass jemand so rebellisches wie sie es war - zumindest soweit er das bisher einschätzen konnte - nicht ein paar spannende Taktiken parat hatte. Und naja - er wurde nicht enttäuscht! Zuerst aber band er noch schnell den Draht an einen Baum, zog sich Handschuhe an und bereitete seinen Bogen vor, während Ai auf den Teich hinausging. Außerdem präparierte er den Pfeil noch ein wenig nach, so dass er besser stecken bleiben würde... Ai währenddessen sah nicht eben glücklich aus, glaubte Raku zu erkennen, aber er war kein Menschenkenner und insofern lehnte er sich da auch nicht zu weit aus dem Fenster. Mit Nachdruck nickte er. Er war sich sicher, dass Ai das schaffen würde, und spannte so den Bogen - und wartete. Und wartete. Und... moment mal, da passierte ja überhaupt nichts. Der Arm des Weißhaarigen wurden über die Minuten lahmer und er hatte sich ein wenig mehr... Spannung erhofft? Er war sich sicher, dass das riesige Tier nicht einfach verschwunden war. Und sattgegessen hatte es sich doch wohl auch nicht, oder? Ai war entkommen und seien wir mal ehrlich - selbst dann wäre das nicht mehr als ein Snack gewesen. Gerade hatte er seine Stimme erheben wollen, da kam Ai wohl auf eine Idee und er konnte mit seinen scharfen Augen gut beobachten, was sie sich ausgedacht hatte.

    Clever. Er mochte die Herangehensweise des Mädchens.

    Mit ihren Körnern oder Samen - was auch immer es genau war, vermutlich hatte es mit ihrem seltsamen Erbe zu tun - lockte sie sich ein paar kleinere Fische zu sich. Ein paar war gut: Es waren ein paar viele, und Raku hob seinen Bogen wieder. Die Hellhaarige war mittlerweile eindeutig auf etwas aufgewühltem Wasser unterwegs und er wollte den Moment nicht verpassen, an dem das Monstrum aus den Fluten brach. "Konzentration", brummte er zu sich selbst und kniff die Augen leicht zusammen. Die Genin riss mit einem Mal die Arme in die Höhe, sah dabei leicht panisch aus fand er, und hopste zur Seite. Man, sie hatte wirklich kein Vertrauen, oder? "Wenn es eine Sache gibt, die ich kann, dann das hier", murmelte er - aber machte ihr in dem Sinne auch keinen Vorwurf. Nur Bruchteile einer Sekunde später brach der gewaltige Fisch aus den Fluten, das Maul weit aufgerissen, und es fanden sich einige der zappelnden kleineren Wegen in seinem Rachen wieder. Der Manako zögerte nicht, zog mit einer kraftvollen Bewegung die Sehne weit zurück und ließ sofort los, als er sich sicher war, dass er treffen würde. Schnurgerade schoß der Pfeil über das Wasser und nur einen Moment später bohrte sich das Geschoß in die weiche Haut des Wasserbewohners. Sofort konnte man sehen, wie er zusammen- und zurückzuckte, wild um sich schlug und in den Fluten versank. Raku sah zu seinem Draht, welches - trotz seiner großzügigen Auslegung - rasch in Richtung Wasser gezogen wurde. Wenn der Fisch in dieser Geschwindigkeit einen Ruck auslösen würde, würde entweder das Draht oder sein Knoten reißen - oder aber der Pfeil würde einfach brutal aus dem Tier gezogen werden. Das wollte er verhindern. Raku schluckte, packte den Draht und spürte sofort, wie es selbst unter seinen Handschuhen heiß wurde, während der Draht durch seine Finger rutschte. Er versuchte, eine gewisse Griffigkeit aufzubauen um das Tier nicht entkommen zu lassen, aber eben auch ein wenig 'Leine' zu geben, um keinen Ruck zu riskieren. Aber er war kein Angler. "Könnte hier noch Hilfe gebrauchen", rief er ihr zu, während er sein ganzes Körpergewicht in den Draht legte, als er den Zug des Fisches nachlassen spürte. Dann zog das Monstrum wieder, Raku ließ lockerer, und so wiederholte sich das Spielchen. Mit Ais Unterstützung würde er den Fisch wohl nach und nach an Land gezogen bekommen, aber das... konnte sich noch um einige Zeit handeln. "Was... hast du eigentlich... mit dem Fisch vor?" Rakus Atem war angestrengt, als er sich wieder in das Seil legte und den Fisch in seine Richtung zog. Schweiß lief ihm die Stirn herunter, aber er sah immer noch stoisch aus. "Falls... wir ihn da überhaupt.... raus kriegen", ächzte er und spürte seine Muskeln förmlich übersäuern.