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Der schwimmende Basar

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. . : : Der schwimmende Basar : : . .

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Kirigakure bietet dem Besucher (und natürlich auch dem Einwohner) so manche großartige Gelegenheit, einzukaufen. Der schwimmende Basar ist ein ganz besonderer Teil der Einkaufsstraße, nämlich das Ende. In einer kleinen Bucht, auf Stegen und Holzgestängen gebaut, gibt es hier allerlei Krimskrams zu entdecken. Nur in den wenigen Ladenhütten befinden sich ansässige Verkäufer, die meisten sind fahrende Händler, die hier auf dem Bazar ihre Waren aus aller Welt an kleinen Ständen feilbieten dürfen. So finden sich manchmal ganz besondere Raritäten hier - und manchmal auch nicht.
Auf dem schwimmenden Basar treffen sich Menschen unterschiedlichster Herkunft. Oft sind alleine die Geschichten, die die reisenden Händler von Nah und Fern mitbringen, einen Besuch wert.
Doch wehe dem Geizkragen, der es wagt, den schwimmenden Basar zu verlassen, ohne dabei ein paar Münzen dagelassen zu haben. "Schaufensterbummler" kann man hier gar nicht leiden und entsprechend entgegnet man ihnen mit Verachtung und Feindseligkeit. Man sagt, deren Geld würde dann schon auf anderem Wege den Händlern des Basars zukommen.
Unter den Ansässigen hört man öfter folgende Redensart:

"Man könnte genauso gut versuchen, die Wolken zu zählen, wie den schwimmenden Basar zu verstehen."
 
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Die Größe und Ausstattung des Handelsschiffes war beeindruckend! Ein wahrlich gut gepflegter Dreimaster. Auf diesem Treibholz, wie Joudan es selbst nannte, brauchte man wirklich keine Befürchtungen haben unterwegs von Piraten überfallen zu werden – die müssten lebensmüde sein – und auch einem mächtigen Sturm, so schien es, würde dieses stolze Schiff problemlos standhalten! So so .. Joudan-dono .. wie ungewöhnlich .. und junger Lord?! Dachte sich Nanami bei sich, als sie dem Gespräch zwischen Joudan und dem Kapitän des Schiffs lauschte. Der alte Seebär, der auf dem Namen Aoma hörte, schien eine gute Seele zu sein und hatte wohl schon einige Jahre auf hoher See auf dem Buckeln. Doch was Diskretion anging, wäre er wohl nicht der Mann der Wahl gewesen. „Was für ein prächtiges Schiff die Midoriharu doch ist! Ich bin mir sicher, sie wird uns sicher und in null Komma nichts ins Wasserreich bringen! Ich frage mich welche stolze Händlerfamilie dieses Schiff ihr Eigen nennen dürfen? Geschmack scheinen sie jedenfalls zu haben und ein sehr schönes Wappen obendrein ..“ das Weißhaarige Mädchen achtete darauf, möglichst laut zu sprechen und blickte während ihres kleinen Selbstgespräches immer wieder zwischen Aoma und Joudan hin und her. Anschließend schenkte sie dem Blondschopf ein freches und triumphierendes Grinsen. Sicher – es hätte immer noch die Möglichkeit gegeben, dass dies nicht ein Schiff der Kushou-Familie gewesen wäre, sondern eines Kontaktes entsprungenen Deals, jedoch schien der Kapitän den jungen Kushou viel zu gut zu kennen, dafür, dass dies hier nicht ein Schiff seiner Familie gewesen wäre! Es war ihm sicherlich peinlich und für einen Angeber hatte Nanami ihren älteren Gefährten noch nie gehalten! Sie war ihm also keinesfalls böse, es vor ihr geheim gehalten zu haben und nahm es eher als eine Art Überraschung, mit der sie ihn nun die gesamte Fahrt über aufziehen konnte!

Das Wetter war wirklich herrlich und der kühle Seewind wehte den beiden Shinobi durchs Haar. Ihrem Mantel hatte sie sich mittlerweile doch entledigt, ebenso wie ihrem Kirisei, sowie zwei weiteren Waffen – einem Wakizashi und einem Tanto – die sie in dem Kleidungsstück zu einem Bündel schnürte und ebenfalls an die Rehling lehnte. Wie sich Tamaki mittlerweile wohl weiterentwickelt hatte? Ob er inzwischen ein paar neue Genjutsu-Tricks drauf hatte? Vielleicht wäre es mal wieder an der Zeit ein kleines gemeinsames Training zu beginnen. Beim Gedanken an den schokoladeliebenden Jungen musste Nanami schmunzeln. „Tamaki-kun hab ich bisher auch noch nicht wiedergesehen. Ich frage mich, was er wohl so getrieben hat! Hoffentlich ist er mir nicht böse, dass ich einfach so verschwunden bin!“ Aber vermutlich wäre er das nicht, sie schätzte ihn da ähnlich ein wie Joudan. Und dann war da noch dieses blauhaarige Mädchen! Saki! Ob sie verstehen würde, dass sie aus familiären Gründen eine Zeit lang abwesend war? Egal .. alles zu seiner Zeit! Die Weißhaarige atmete die kühle Seeluft tief ein und seufzte. „Das klingt für mich nach einer Menge spannender Abenteuer! .. Du scheinst ja einen Faible für Showkämpfe entwickelt zu haben, was?“ kicherte sie amüsiert. Ob dieser Showkampf wohl auch ausgestrahlt wurde? „Doch nun zu euch. .. Was habt ihr während Eures Aufenthaltes in Kirigakure alles erlebt?“ Eigentlich gab es gar nicht so viel zu erzählen. „Der Hauptgrund warum ich nach Kirigakure zurückgekehrt bin, ist mein Vater Himatsu. Er ist ein großer Shinobi und Schwertmeister. Wegen seiner Tätigkeiten als Shinobi ist er sehr viel in den Landen unterwegs und nur selten zu Hause. Doch er hatte mir eine Einladung zukommen lassen, in der stand, dass er mich im Schwertkampf, sowie den geheimen Clantechniken unterrichten will. Es ist selbstverständlich eine große Ehre diese Techniken zu erlernen und noch dazu vom eigenen Vater! Aus diesem Grund konnte ich nicht Nein sagen! Ich habe in dieser Zeit viel von ihm gelernt, aber ich bin noch lange nicht dort, wo ich sein will! Ich habe noch immer viel vor mir, aber eines Tages werde auch ich das Hiden des Hōzuki-Clans meistern und eine berüchtigte Kenjutsuka werden!“ Nanami erschrack, als sie feststellte, dass sie sich in ihrer Erzählung ein wenig verloren hatte und von ihren Träumen berichtete. Ihre Wangen färbten sich leicht rosa und sie wand den Blick hinaus aufs blaue Meer. „Naja .. und außer dem Training habe ich natürlich eine Menge Zeit mit meiner Familie verbracht. Nicht nur dem Teil, der dem Clan entspringt, sondern auch der Familie meiner Mutter!“ Dies war ein guter Stichpunkt, denn ihre Großeltern wären ein guter erster Anlaufpunkt, um an Informationen für Ihre Mission zu gelangen, da diese Händler auf dem Markt Kirigakures waren!

Joudan und Nanami unterhielten sich noch eine ganze Weile und genossen die Sonne an Deck der Midoriharu. Das Mittagessen, dass es später gab, hatte sich auch sehen lassen können. Vermutlich gab es für die Matrosen nicht immer ein solches Festessen. Immerhin sollten sie arbeiten und sich nicht fettfressen! Doch heute war schließlich hoher Besuch zu Gast! Nur etwa ein oder zwei Stunden später lag das stolze Handelsschiff auch bereits im Hafen von Kirigakure an. Die beiden Shinobi verabschiedeten sich gebührend von Aoma und machten sich auch bereits auf den Weg zum Markt – genauer gesagt der kleinen Hütte, in der Nanamis Großeltern ihren frischen Fisch, sowie ihr wechselndes Angebot an diversen anderen Lebensmitteln verkauften. Auf dem Markt des Nebeldorfes herrschte auch jetzt noch reges Treiben. Es gab eine Vielzahl kleinerer Hütten, oder simplen Holzständen, die die verschiedensten Waren anboten. Neben verschiedenen Lebensmittel-, Obst- und Gewürzhändlern gab es auch Kleidungsverkäufer und Holzschnitzereien. Sogar ein Tischler und ein Schmied hatten hier ihre Hütten, in denen sie ihr Handwerk nach den speziellen Wünschen ihrer Kunden einsetzten. Angrenzend an diese Einkaufsstraße lag der schwimmende Basar. Er wirkte viel improvisierter – komplett auf Stegen gebaut. Es gab nur wenige feststehenden Hütten, die meisten Stände waren einfache Tische oder Kisten, auf denen man seine Waren präsentierten, ja einige Händler verteilten ihre Waren sogar direkt aus den Nussschalen heraus, die sie hier angelegt hatten, um ihre Waren zu transportieren. Doch dies sollte nicht die erste Anlaufstelle sein. Möglicherweise gab es zuvor ja noch ein paar nützliche Hinweise von Nanamis Großeltern zum Basar. Selbst aus einiger Entfernung war das Aroma des frischen Fisches bereits gut erkennbar, trotz, dass sich die wildesten Gerüche auf dem Markt miteinander vereinten und es aus jeder Ecke her anders roch. Nicht unweit der Fischerhütte ging auch der ansässige Schmied seinem Handwerk nach. Sein Laden war jedoch nach vorne hin komplett offen und das Dach glich einem spitzen Hut, der nach obenhin jedoch nicht zusammen lief, sondern in einem überdachten Loch mündete, aus dem stetig der schwarze Qualm seines Schmiedefeuers quoll, das direkt darunter in der Mitte seiner Hütte platziert war. Die Kirinin geleitete ihren Missionsleiter an den vor dem Laden ausgestellten Fischen vorbei und durch den offenen Eingang ins Innere. Dort wartete bereits eine freundlich dreinblickende alte Dame, mit langen weißen Haaren, die sie zu einem Dutt zusammengebunden trug. „Guten Tag, wie kann ich Ihnen behilf .. Ohhh Nana-chan! Was für eine Freude, dich wiederzusehen! Bist du schon wieder aus Soragakure zurück? .. Und wen hast du denn da mitgebracht? Stell uns doch deinen jungen, hübschen Begleiter einmal vor.“ Die alte Dame hinter dem Tresen lächelte zufrieden und freudig ihre Enkelin schon so zeitig wieder sehen zu dürfen. Der Innenraum der Hütte war über und über voll mit Fischen in den verschiedensten Größen, Formen und Verarbeitungsformen. Natürlich wurde der frische Fisch fachgerecht gekühlt und schmackhaft zur schaugestellt. Es gab aber auch geräucherten Fisch, eingelegten Fisch oder auch getrockneten und zerriebenen Fisch! In einer Ecke des Raumes standen auch zwei Fässer mit fermentiertem Fisch. An der Wand hinter dem Tresen hing auch ein großer ausgestopfter Schwertfisch, sowie ein besonders großer Thunfisch. Es gab auch kleine Regale mit Holzschnitzereien in Form von kleinen Fischen und an den übrigen Wänden des Ladens fanden sich raumhohe Regale mit Gewürzgläsern. Das Hämmern des Schmiedes war selbst hier drinnen noch zu vernehmen, vielleicht sprach die graue Verkäuferin deswegen so laut? „Kawagiri-san! Komm doch mal bitte! Nana-chan stattet uns einen Besuch ab!“ Vielleicht war es doch keine so gute Idee gewesen ihre beiden Großeltern als erste Anlaufstelle für ihre Mission zu wählen. Nanami war es furchtbar unangenehm was für einen Hering ihre Großmutter schon wieder veranstaltete und lief schon wieder leicht rosa an. „Was sagst du da? Nana-chan besucht uns? Aber du weißt doch, dass sie gerade erst wieder nach Soragakure aufgebrochen ist!“ antwortete es schließlich aus einem Raum hinter der Tresenwand und kurz darauf kam schließlich eine zweite Gestalt aus einer Tür hinter dem Tresen, in etwa so groß wie Nanamis Großmutter, also nicht sonderlich hoch gewachsen und vielleicht ein wenig vollschlank, aber auch er trug lange graue Haare und hatte diese sich ebenfalls zusammen gebunden. Er lächelte glücklich. „Ohh, was für eine Freude dich schon wieder zusehen Nana-chan! Was verschafft uns denn die Ehre?“ War das Schauspiel der beiden denn nun endlich vorüber? Viel länger hätte es Nanami vermutlich nicht ausgehalten, ohne dabei vor Scham im Boden zu versinken. Sie seufzte. „Baa-san .. Jii-san, das ist Kushou Joudan, wir sind hier im Auftrag Soragakures, weil wir hier in Kirigakure eine Sache untersuchen sollen. Joudan-san .. das sind meine Großeltern Kawagiri Youmu und Kawagiri Satoshi.“ stellte die Hōzuki alle Anwesenden einander vor und klärte in einem Rutsch auch bereits den Grund ihres Aufenthalts. Dann blickte sie das erste Mal seit betreten des Ladens wieder zu ihrem Begleiter hinauf und lächelte verkrampft. Sie hoffte, dass den nächsten Part übernehmen würde und ihre Großeltern nach dem Basar, sowie dem kleinen begehrten Nagetier befragen könnte.
 
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Die Überfahrt verlief, wie vom Kapitän prophezeit, ohne größere oder kleiner Zwischenfälle. Das hatte zum Vorteil, dass die beiden Genin sich aufeinander konzentrieren konnten. Es wurden lustige Geschichten aus der gemeinsamen Vergangenheit erzählt und Neuigkeiten ausgetauscht, sodass Nanami und Joudan, als die Midoriharu in Kirigakure eintraf, die beiden abwarf und dann weiter in See stach, genug Zeit gehabt hatten, sich über die Erlebnisse der letzten Monate auf das Laufende zu bringen.
In der unter dem Nebel versteckten Stadt angekommen sog Joudan die Atmosphäre des Dorfes gierig und neugierig in sich ein, während Nanami ihn zielsicher in Richtung einer großen Einkaufsstraße führte. Zu gerne hätte er sie über allerlei Dinge ausgefragt, über die Einwohner und die Verwaltung, den Aufbau des Dorfes und die Läden, die man hier fand, doch dann hätte Joudan - so fürchtete er - während des Gespräches sicher das ein oder andere Detail verpasst.
Zum Namen passend lag allgegenwärtig milchiger Nebel über der Stadt. Er senkte das Sichtfeld auf wenige Meter ein und Laternen, die an der Straße aufgestellt waren, leiteten die Passanten auch jetzt zum späten Nachmittag schon auf sicherem Wege durch die Straßen des Dorfes.
Nach einigen Minuten betraten die beiden Genin den Laden von Nanamis Großeltern (mütterlicherseits, wenn Joudan das richtig verstanden hatte). Sie besaßen ein kleines Ladengeschäft, das sich auf den Verkauf von Fisch spezialisiert hatte. Vermutlich, so schlussfolgerte Joudan als er die Größe der Ladenfläche und dem Sortiment beobachtete, fingen sie mindestens einen Teil davon selbst, wenn nicht sogar alles. Wie ein "Großhandel" sah der Laden nicht aus. Dafür bekam der Blondschopf spontan Lust auf Flammlachs. Na toll.

Nanamis Großmutter war es, die die beiden Genin begrüßte. Natürlich kam Joudan nicht darum zu bemerken, wie Satshi sich, ganz wie Joudans Großmutter das auch getan hätte, angetan war, ihr Enkelkind in Begleitung einer Person des anderen Geschlechts zu sehen. Amüsiert dachte er an das eine Mal, als seine Omi von Amegakure aus ein Blind-Date für ihn in Sora organisiert hatte. Um das Spiel ein wenig mitzuspielen, setzte er sein vorbildhaftestes Schwiegersohn-Lächeln auf und verneigte sich tief, als Nanami ihn vorstellte.
"Es ist mir eine Ehre, das Privileg Eurer Bekanntschaft genießen zu dürfen, Satoshi-san, Youmu-san." Für Nanamis Sticheleien wegen Joudans Familie und dem Schiff, die er während der Überfahrt hatte ertragen, wollte der Blondschopf sich nun ein wenig revangieren.
"Ich bin froh, während dieser Mission auch endlich einmal Nanami-chans Familie kennen zu lernen." Na wenn das sich nicht nach "ernster Beziehung" anhörte, dann wusste Joudan auch nicht. Lächelnd warf er Nanami einen vielsagenden Blick zu, bevor er sich wieder den netten Großeltern zuwandte. "Wir hofften, Ihr könntet uns mit Auskunft weiterhelfen.", richtete der Gentleman-Shinobi sein Wort dann wieder an die Großeltern. "Ach, nicht so förmlich!", bestand Satoshi und Joudan konnte an ihrem Blick erkennen, dass ihr schon das Wort "Urenkel" bildlich vor Augen schwebte. "Vielen Dank. Nana-chan und ich, wir sind auf der Suche nach einem Tier. Es wurde wohl bei einem Basar gesichtet, sagt Eu... Ihnen ein "Basar" etwas?"
Dieses Mal war es Youmu, der auf Joudans Frage antwortete. "Oh, da ist sicher der schwimmende Basar gemeint.", erklärte er. Joudan blick zum alten Herren, nickte ihm zu und lauschte aufmerksam. "Der befindet sich am Ende der Einkuafsstraße. Nur wenige Besucher verirren sich so weit in Richtung Bucht. Die Gegend ist nicht sonderlich freundlich." Als Youmu-san das erklärte, konnte Joudan eine gewisse Prise Sorge in der Stimme des alten Händlers mitschwingen hören. "Dann werden wir uns dort umsehen müssen, Nanami.", schlussfolgerte Joudan. "Passt auf, dass ihr die Händler nicht verärgert. Und kauft etwas ein, wenn nur eine Kleinigkeit.", mahnte Youmu. "Mit den Leuten vom Basar ist nicht zu scherzen.", fügte Satoshi hinzu. "Zwar sind dort viele reisende Händler vertreten, doch die Ortsansässigen, die haben es faustdick hinter den Ohren."
Das schien ja schon einmal verheißungsvoll. Joudan nickte. "Wir werden gut aufeinander Acht geben. Nana ist zum Glück kein schwaches Püppchen, das beschützt werden muss, sondern eine kleine Löwin.", gab Joudan stolz zurück. Dann kramte er in seiner Tasche noch nach dem Foto von Objekt 007. "Hab ihr vielleicht das hier irgendwo gesehen?", fragte er und reichte die Fotografie seine Schwieger-Großeltern in spe. Während Youmu das Bild einen Moment lang betrachtete und dann den Kopf schüttelte, wandte Satoshi den Blick schnell ab und verzog den Mund. "Was für ein seltsames Ding. Nana-chan, pass bitte auf, dass du dir nichts einfängst!", sprach sie, und der Ekel sprach aus ihr. Mit einer kleinen Verbeugung nahm Joudan das Bild zurück. "Wir werden vorsichtig sein. Danke für eure Hilfe. Wir werden nun losgehen, dass wir vor Einbruch der Dunkelheit noch etwas nachforschen können. Wir werden vor unserer Abreise auf jeden Fall noch auf einen Besuch vorbeisehen, nicht wahr, Nana-chan?"

~._.~"~._.~"~._.~"~._.~"~._.~

Der schwimmende Basar war leicht zu finden: Einfach der großen Straße bis zum Ende folgen. Joudan wusste, dass solche Einkaufsstraßen meist einem einfachen Prinzip folgten. Je weiter "vorne" ein Laden war, desto mehr Kundschaft bekam er ab. Und auch in Kirigakure konnte er bemerken, dass mit jedem Häuser- und Straßenblock die Anzahl an Besuchern, Passanten, Bummlern und Einkäufern geringer wurde. Als sich der schwimmende Basar vor Nanami und ihm auftat, war es schon fast Dämmerung. Der fahle Nebel verhinderte, dass die beiden Shinobi das volle Ausmaß des Marktes wahr nehmen konnten. Doch der Blondschopf merkte, dass sich hier eine andere Stimmung herrschte als noch beim Schmied oder dem Fischgeschäft. Augenpaare folgten dem Shinobi-Pärchen, als sie einen ersten Schritt auf die knarrenden Holzbretter setzten. "Okay, Nanami-san, wahrscheinlich wird es schwierig, in einer derartigen Lokalität Informationen über das streng geheim..."

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"DAS GEHEIME VERSUCHSOBJEKT WIRD MIR GEHÖREN, NUR MIR!!", donnerte die Stimme eines Mannes durch den Nebel. "NICHTS KANN DEN GROSSEN WISSENSCHAFTLER KUSHA MAMOTO AUFHALT.... HEY!!" Joudan blickte in Nanamis Richtung und bedeutete ihr mit einem Kopfnicken, der Stimme des lautstark brüllenden Kusha Mamotos zu folgen. Schnelle Schritte fegten über Nasse Holzdielen. Im Kopf Joudans kreisten schon die Gedanken. Er hatte es geahnt und im Missionsbericht war es auch gestanden: Das Gerücht, das Versuchsobjekt 007 auf dem Kirigakurer Basar aufgetaucht war, war kein Staatsgeheimis. Jemand anderes hatte die Spur des Tieres aufgenommen und war Nanami und Joudan zuvorgekommen. Nun galt es, mit diesem einen Kontrahenten fertig zu werden und das Objekt vor ihm zu finden.
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"Nicht, wenn ich es zu erst finde.", antwortete die Stimme einer jungen Dame. Na toll, auch das noch. Joudan und Nanami kamen den beiden Streithälsen immer näher, bevor sie sie endlich erblickten. Mamoto war ein junger Mann, Anfang zwanzig, etwa Joudans Alter. Er hatte schwarze Haare, einen ungepflegten Dreitagebart und er trug über einem weißen Hemd und schwarzen Hosen einen Laborkittel. In theatralischer Pose hatte er sich vor seiner Kontrahentin aufgebaut und zeigte mit ausgestrecktem Zeigefinger auf sie. "NIEMALS WIRST DU MIR ZUVOR KOMMEN, ATARA MAYU!", brüllte er ihr förmlich entgegen.
Arara Mayu war ein wenig jünger und bildhübsch. Joudan hätte sie für die Sonne verwechseln können, so sehr strahlte sie durch den Nebel Kirigakures, ungetrübt von Witterung und Widersacher. Ein pinkes Kleid und eine rote Jacke zierten die junge Frau und zu einem prächtigen Zopf geflochtenes haselnussbraunes Haar fiel ihr über die Schulter. In den Händen hielt sie ein Schild, anscheinend selbst gebastelt, auf dem nicht nur in dicken Lettern das Wort "Freiheit" stand , sondern auf dem sich auch eine Malerei eines Wesens befand, das Objekt 007 gar nicht unähnlich sah.
"Dieses arme Tier hat durch Leute wie dich schon genug gelitten!", funkelte sie zurück. Ihre Stimme blieb dabei ruhig und beherrscht, doch Joudan konnte die Spitzen darin spüren wie eine Wildsau den Spieß spürte, mit dem es zum Fall gebracht wurde.
Wohl überlegt hielt Joudan sich selbst und Nanami kurz zurück. Er wollte nicht in den Streit der beiden hineingeraten und er wollte auch nicht, dass die beiden auf ihn aufmerksam wurden. Wenn Nanashi und er nun von Mayu und Mamoto wussten, die beiden aber nicht von ihnen, dann war das ein großer Vorteil.
"Das Wesen wird meine Forschungen in ungeahnte Höhen treiben. Wissenschaft hat ihren Preis! Stell' dich nicht in den Weg des Fortschrittes, naive Göre!", konterte Mamoto. "Unfreundlich...", kommentierte Joudan leise und zog Nanami zu einem Stand, an dem es Schmuck aus Muscheln zu kaufen gab. "Schau mal, ob du hier etwas Hübsches findest.", redete er ihr mit einem kurzen Zwinkern zu. Der Gedanke, an seinen letzten Schmuckmarktstandsbesuch mit Mai ließ eine angenehme Wärme in Joudan aufköcheln. Dennoch gab er sich Mühe, den Passanten zu mimen und dabei die beiden Streithähne weiter zu belauschen. "So weit wird es niemals kommen, denn das arme Tier werde ich finden und retten!" "SO?" "So!" "Na das werden wir sehen!" "Und wie wir das werden!" Damit hatten die beiden genug und gingen auseinander, beide wohl in einen anderen Teil des Basars, um ihn nach Hinweisen abzusuchen. "Na das kann ja was werden..."
 
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Joudan übertrieb mal wieder maßlos. Wenn er so weiter machte, glaubten Nanamis Großeltern vielleicht wirklich noch, dass die beiden ein Paar wären! Furchtbar! Und dann würden sie es in der Familie herum erzählen und wenig später würde sie Briefe von ihrer Mutter geschickt bekommen, in denen sie ihre Freude ausdrückte, dass ihre Tochter jemanden gefunden hatte und den Wunsch, ihn doch mal vorzustellen! Bah! Das weißhaarige Mädchen schüttelte sich, weil es ihr bei dem Gedanken eiskalt den Rücken herunter lief. Sie kam sehr gut allein zurecht, und wie anstrengend es sein kann jemanden an seinem Leben teilhaben zu lassen, das hatte sie zuletzt bei ihrem gemeinsamen Job in der Bibliothek bemerkt, auch wenn dort möglicherweise noch eine weitere Kraft ihre Finger mit im Spiel gehabt haben mochte! Joudan war schon ein feiner Kerl und Nanami genoss seine Gesellschaft und Nähe zu ihm sehr, doch nicht auf diese Art und Weise! Mehr wie .. einen großen Bruder vielleicht .. Bei diesem Gedanken kicherte sie leise in sich hinein und gab dem Blondschopf einen dezenten Ellenbogenstoß in die Seite, um ihm zu signalisieren, dass es nun auch reichte. „.. Nana-chan und ich, wir sind auf der Suche nach einem Tier. Es wurde wohl bei einem Basar gesichtet ..“ wenigstens kam er endlich zum Thema! Aber was war das? Hatte er sie gerade Nana-chan genannt?! Stimmt ja, ihre Großeltern hatten sie damit begrüßt, daran war sie bereits so gewohnt, dass es ihr gar nicht aufgefallen war. Hoffentlich würde Joudan das schnell wieder vergessen. Diese Mission nahm bereits jetzt Wendungen, die der jungen Hōzuki nicht gefielen – warum musste das nur alles so furchtbar peinlich sein ..?! „Nana ist zum Glück kein schwaches Püppchen, das beschützt werden muss, sondern eine kleine Löwin.“ Bitte was!? Hat er mich gerade kleine Löwin genannt?! Nanamis Kopf dürfte mittlerweile die Färbung einer reifen Tomate angenommen haben und ihr Herz schlug ihr bis zum Hals. „Was für ein seltsames Ding. Nana-chan, pass bitte auf, dass du dir nichts einfängst.“ Ihrer Großmutter schien das kleine Tierchen wohl etwas Angst zu machen. „Hehe .. mach dir keine Sorgen Obaachan. Wir passen schon auf uns auf.“ versicherte sie der alten Fischverkäuferin. Beide verabschiedeten sich noch einmal freundlich von Nanamis Großeltern und kurze Zeit später verließen beide die kleine Hütte endlich.

Kaum betraten die beiden den Basar, wurde ihre Aufmerksamkeit bereits auf ein merkwürdiges Paar gelenkt, die beide ganz offensichtlich ebenfalls hinter Objekt 007 her zu sein schienen. Ein, wie er sich selbst nannte, großen Wissenschaftler namens Kusha Mamoto und eine junge Frau, die er mit Atara Mayu angesprochen hatte. Die beiden bereiteten wirklich einen außerordentlichen Tumult und posaunten ihr Vorhaben geradezu heraus. Vorsichtig näherten sich Joudan und Nanami den beiden, um die beiden etwas näher zu inspizieren und ihrem Disput zu folgen. Mamoto schien das Wesen für wissenschaftliche Zwecke einfangen zu wollen, während die Mayu wohl eine Art Tierschützerin war, die, laut ihres Schildes, die Freiheit des Wesens forderte. „Schau mal, ob du hier etwas Hübsches findest.“ riet der Kushou, als er sich und Nanami etwas näher an einen der Marktstände zurückdrängte. Wohl wollte er den unbeteiligten Passanten und Marktbesucher spielen, um die beiden Streithälse weiter unbemerkt beobachten zu können. „Wie kann ich der feinen Dame denn behilflich sein? Sehen sie sich ruhig mein Sortiment an, ich bin mir sicher, dass sie bei mir fündig werden. Einen Satz Ohrringe, oder eine hübsche Kette vielleicht?“ der Stand des jungen Mannes bot jeden Schmuck, den man sich nur hätte vorstellen können. Verarbeitet wurden hauptsächlich Muscheln, Schneckenhäuser und Perlen. Auch wenn die feine Dame sonst nicht sonderlich schmuckaffin war und selbst nur selten welchen trug, so musste sie zugeben, dass es hier durchaus das ein oder andere hübsche Accessoire gab. Während sie sich das Sortiment etwas genauer ansah und sich das ein oder andere Teil zum anprobieren geben ließ, versuchte sie sich etwas im Smalltalk, denn auch, wenn Joudans Aufmerksamkeit der beiden merkwürdigen Gestalten galt, so könnte Nanami in der Zwischenzeit auch versuchen etwas Missionsarbeit zu leisten. „Sind die Marktbesucher hier eigentlich immer so laut?“ vielleicht konnte sie ihn indirekt selbst darauf bringen, ein paar Informationen über Objekt 007 zu verraten. „Keine Sorge junges Fräulein. Diesen Kerl da habe ich zuvor noch nie gesehen, der scheint nur wegen dieses Tieres aus irgendeinem Loch gekrochen zu sein. .. Seine Kontrahentin hingegen findet leider immer mal wieder einen Grund, gegen irgendetwas zu protestieren. An meinen Waren ist allerdings nicht das Geringste auszusetzen! Alles erstklassige Handarbeit und die Muscheln stammen aus kontrollierter Herkunft. Ich habe sogar Zertifikate der Züchter, falls sie sich dafür interessieren.“ wie vermutet war der Händler ein Plappermaul, immer darauf bedacht seine Waren möglichst gut darzustellen. Es dürfte nicht allzu schwer sein an Informationen zu gelangen, falls er Genaueres weiß. „Nein nein, ich glaube ihnen aufs Wort. Ich finde es selbst etwas übertrieben, wegen dieses Tieres einen solchen Aufstand zu veranstalten. Das muss ja ein ziemlich seltenes Tierchen sein, wenn alle darauf so epicht sind.“ Nanami war nicht gerade eine Meisterin im Smalltalk, aber sie hatte das Gefühl, dass dieses Gespräch in eine gute Richtung lief. „Wenn ich ehrlich sein soll, wäre ich sogar froh, wenn jemand dieses Tier endlich einfängt. Es geistert schon seit einigen Tagen hier auf dem Basar herum und stielt, was es in die gierigen kleinen Finger bekommt. Es scheint vor allem an Essen interessiert zu sein, aber es hat mir gestern meine wertvollste Perlenkette gestohlen. Ein wirklich schönes Stück, ich bin mir sicher, es hätte ihnen ausgezeichnet gestanden!“ Jackpot! Das war doch schon mal hilfreich. Vielleicht gelingt es ihr noch, ein paar weitere Hinweise zu bekommen. „Die hätte ich nur zu gerne einmal angelegt. Dieses Tier muss ja ziemlich flink sein, wenn es bisher noch nicht eingefangen wurde! Ich hoffe, es rennt mich nicht um, während ich auf dem Basar unterwegs bin! Woran erkennt man es denn?“ Mittlerweile hatte die Hōzuki ein hübsches Armband aus türkisfarbenen Muscheln am Handgelenk, dass sie ausgiebig von allen Seiten inspizierte. „Ich denke nicht, dass es sie umrennen wird.“ der Mann lachte. „Es ist äußerst scheu, was direkten Kontakt mit Menschen angeht und es ist gerade einmal so groß wie eine Katze. Außerdem würden sie es sofort erkennen, wenn es vor Ihnen stünde, sein pinkes, kurzes Fell ist recht auffällig. Sie sollten sich aber nicht so viele Sorgen darum machen, ich bin mir sicher, dass es sich ihnen nicht zeigen wird. .. Oh, dieses Armband steht Ihnen aber wirklich ausgezeichnet, junge Dame. Dafür würde ich Ihnen ein besonderes Angebot machen.“ Das war ja wirklich einfach gewesen! Aber so wie es schien, hätte sie hier jeden Händler nach dem Tier ausfragen können, wenn es wirklich so berüchtigt ist, wie es den Anschein machte. Nanami nahm das Angebot des Herren dankend an und präsentierte Joudan anschließend lächelnd ihre Errungenschaft. Von Mamoto und Mayu fehlte jede Spur, sie schienen ihren Disput vorerst beigelegt zu haben und sich wieder auf die Suche nach dem Tier gemacht zu haben. „Hast du gesehen, in welche Richtung die beiden gegangen sind?“ die beiden Shinobi entfernten sich zunächst ein Stück weit vom Händler. „Wir können die beiden entweder weiter beschatten, oder uns selbstständig nach Objekt 007 umsehen. Die einzige nützliche Information, die ich erhalten habe, war diesbezüglich, dass es gerne essbares von den Ständen stiehlt.“ während sich Joudan und Nanami weiter berieten, wie sie weiter verfahren könnten, hechtete plötzlich eine weitere Gestalt aus dem Nebel und stieß unsanft mit der Kirinin zusammen.
„HEY PASS DOCH AUF DU BLÖDE KUH! WAS STEHST DU DA MITTEN IM WEG HERUM?“ sie schaffte es gerade so, sich noch auf den Beinen zu halten und das Gleichgewicht zu bewahren. Der Kerl, der sie angerempelt hatte war dagegen weniger geschickt gewesen und rappelte sich zunächst auf, als sein Blick auf das weißhaarige Mädchen fiel. „Ach du kacke, Hōzuki. Was machst du denn schon wieder hier? .. Egal ich hab jetzt keine Zeit für dich. Scher dich zurück nach Soragakure! .. Ich muss dieses blöde Viech finden.. „Akasuiiki Ikuto.“ Nanami knirschte die Zähne. Sie kannte den Rothaarigen nur zu gut. Während ihrer Kindheit und Jugend in Kirigakure machte er ihr das Leben schwer, wann immer er konnte. Er hatte sich seine Haare etwas länger stehen lassen, aber ansonsten schien er noch immer der Alte zu sein. Baka. fluchte die Hōzuki leise vor sich hin und schien für einen Moment vergessen zu haben, weswegen sie mit Joudan hier war. Ihr gesamter Körper schien angespannt zu sein und sie sah ihm noch einen Augenblick nach, während er schon längst wieder im Nebel verschwunden war. Der Junge schien in etwa in ihrem Alter gewesen zu sein. Seine schulterlangen Haare waren Feuerrot und seine Seelenspiegel funkelten in einem gespenstischen Silber. Er schien es sehr eilig zu haben und schien hinter irgendetwas hinter her zu sein.
 
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Joudan sah schmunzelnd zu, wie Nanami sich mit dem Händler über Schmuck und das Tier unterhielt. Die Weißhaarige verstand es, den Schmuckverkäufer zum Reden zu bringen und ihn dabei aber nicht "ins Verhör zu nehmen" oder dergleichen. Es hörte sich wie eine ganz normale Unterhaltung an, das hatte sie gut hinbekommen.
Der Blondschopf selbst hielt sich aus dem Gespräch zwischen Nanami und Schmuckhändler heraus, beobachtete lieber die Umgebung, doch Mayu und Mamoto waren schon längst in den Nebelschwaden verschwunden. Nur, als Nanami das Armband anprobierte, ließ der junge Gentleman es sich nicht entgehen, ihr ein Kompliment zu machen.
"Der gute Herr hat Recht, Nanami-san. Das Türkis passt herausragend zu Euch." Jetzt, wo er Nanami nicht mehr vor ihren Großeltern aufzog, war er wieder in den gewohnt-höflichen Ton verfallen. Er mochte es, dass er sich mit Nanami so unterhalten konnte und sie ihn deshalb nicht als komisch oder dergleichen ansah.
Nanami kaufte das Armband ein und wandte sich dann an Joudan, der ihr gerade zum Kauf gratulieren und dann das weitere Vorgehen besprechen wollte, da wurde die Hozuki von einem jungen Kerl angerempelt. Die beiden schienen sich nichts getan zu haben, doch aus dem darauf folgenden Wortwechsel konnte Joudan erahnen, dass es zwischen Rotschopf und Weißhaar wohl eine gemeinsame Vergangenheit gab. Vielleicht eine in Brüche gegangene Beziehung oder dergleichen? Still wartete der Ame-Nin, bis Ikuto das Weite gesucht hatte, dann wandte er sich an Nanami. "Ein alter Bekannter, vermag man zu vermuten?" Eigentlich ging Joudan das ja nichts an, doch die Worte des Rothaarigen hatte er und sicher auch Nanami gehört. Ikuto war auch auf der Suche nach Objekt 007.
Damit waren es mit Ikuto, Mayu, Mamoto und Team JouNami schon mindestens vier Parteien, die nach dem Tierchen suchten. Zum Glück hatte Nanami im Gespräch mit dem Händler einige wichtige Informationen herausfinden können. Das Wesen war auf freiem Fuß, war auf dem Basar mehrmals gesichtet worden und auch über das Aussehen von Objekt 007, vor allem seine Größe, konnte der Händler Auskunft geben.
"Ich denke, wir machen uns selbst auf die Suche.", schlug Joudan vor. "Lass uns noch mit ein paar Händlern reden, vielleicht finden wir noch etwas Nützliches heraus."

Gesagt, getan. Nanami und Joudan klapperten noch ein paar Stände ab, doch die Informationen über Objekt 007 deckten sich durchgehend. Von verschiedenen Marketendern, Händlern und Glücksrittern konnten die Sora-Nin erfahren, dass das Objekt 007 wohl schon seit etwa einer halben Woche auf dem Basar sein Unwesen trieb. Und keine Ecke schien verschont zu bleiben, das flinke Biest wurde überall gesehen. Joudan hatte gehofft, sich eine Art "Kriesenherd" erfragen zu können, eine Stelle, an der das Tier öfter gesehen wurde, doch scheinbar schien es eine derartige Verteilung leider nicht zu geben. Wäre ja auch viel zu einfach gewesen.

Durch von Seewind in Wallungen versetzte Nebelschwaden umspielten Nanami und Joudan, als sie im schwindenden Licht der frühen Abendstunden über nasse Bretter und glitschigen Stein liefen. Das Meer wog sanft rauschend um die beiden herum. Zu dieser Zeit wurden an Ständen und Läden Feuerkörbe und Fackeln entzündet, die den Besucher wie Leuchttürme durch den Schwimmenden Basar lotsten. Der ein oder andere Händler packte seine Waren schon zusammen, bald würde der Markt schließen. Da vernahm Joudan vor sich eine Art Fauchen. Konnten die beiden so glücklich sein, auf dem nächsten Steg einfach Objekt 007 vorzufinden?
Natürlich nicht. Das Fauchen kam von einem großen Nagetier, das in einem gusseisernen Käfig saß. An einem Stand präsentierte ein daher-gereister Weltenbummler "Exotische Wesen" zum Verkauf. Interessiert betrachtete Joudan die dargebotene Ware. Käfige verschiedener Größen beinhalteten Tierchen aus aller Welt.
Ein prachtvolles Paar bunter Vögel - der eine zitronengelb, der andere sommerhimmelblau - saßen in einem filigran gearbeiteten Käfig aus "Gold" und "Silber". An einer Kette am Stand festgemacht lag schlafend ein Hund, der entweder so reinrassig-gezüchtet oder so komplett-durchgemischt war, dass der Blondschopf ihm nicht wirklich eine Rasse zuordnen konnte (Joudan war aber auch kein Zoologe). In einem weiteren Käfig befand sich eine Art Raubvogel mit scharfem Blick und zugebundenem Schnabel, außerdem war ein rudimentäres Terrarium aufgebaut, in dem Joudan ein halbes duzend verschiedener Eidechsen und anderer Reptilien erahnen konnte. Das Tier, das er gehört hatte, war ein Stinktier, das aggressiv-fauchend mit den Krallen am Käfig kratzte.
"Na, junger Herr, such'n wa 'n Haustier?"
Der schrägste Vogel war der Händler selbst. Eingefallene Wangen, graue Haut, strähniges weißes Haar und ein milchiges Auge ließen ihn erstaunlich tot aussehen. Joudan schauderte. Dann dachte er über das Angebot nach. "Welches der Tiere ist denn am pflegeleichtesten und kann auch die ein oder andere Reise mitmachen? Ich bin viel unterwegs.", erklärte er und spielte erschreckend-ernsthaft mit dem Gedanken, sich eine Bartagame aus dem Terrarium zu kaufen. Er blickte die grau-geschuppte Echse an, musste an Hime aus dem Reich des Grases denken und schauderte ein wenig. "So 'n 'Köter kannst'e überall mit hinschlepp'n..." Joudan sah sich eher als Katzentyp an (selbst nach dem Job mit Nanami und Tamaki), ein Hund missfiel ihm ein wenig. "Meine Schwester ist allergisch gegen Hundehaar.", log Joudan. "Die olle Krähe guckt im Prinzip nach sich selbst.", schlug der Tierhändler vor. "Die olle Krähe" war, beim genaueren Hinsehen, eine Nebelkrähe. Ihr Körper war nicht in komplett schwarzes Gefieder gehüllt, große Stellen des Rumpfes steckten in einem grauen Federkleid. Die Krähe wirkte ein wenig abgemagert, doch sah sie Joudan, als er sie so betrachtete, interessiert an. "Warum hat sie denn den Schn..."

Weiter kam Joudan nicht, denn von einem anderen Teil des Basars ertönte plötzlich ein Aufschrei. "VERFLUCHTES BIEST!!", brüllte eine tiefe Männerstimme. Der Ame-Nin konnte die Richtung ausmachen, konnte aber durch den dichten Nebel nichts sehen. "Ich komme darauf zurück, versprochen!", gab er dem Händer als Versprechen, denn er hatte heute noch kein Geld auf dem Basar gelassen. Und die Warnung von Nanamis Großeltern nahm er durchaus ernst. Doch nun gab es Wichtigeres zu tun. Joudan nickte Nanami zu und rannte los. Der Schwimmenden Basar war zum Glück nur spärlich besucht, so mussten die beiden Ninja sich nicht durch dichte Menschenmassen zwängen. Doch die drei Kontrahenten - Mayu, Mamoto und Ikuto - hatten den Tumult sicher auch gehört. Nun galt es, schneller als die Konkurrenz zu sein.

 
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