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Die eisigen Wälder

Takeshi Rai

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come from >> Der "Ponyhof"

Er gab es ja zu – vielleicht neigte der Takeshi in manchen Situationen ein wenig zu übertreiben. Musste das mit der Sturmmaske aber sein? Ja, musste es, denn der Schneesturm wurde immer stärker. Und laut der Meteki kam gerade ein Dutzend Samurai angerannt, die diese Vorfälle hier untersuchen wollten. War auch klar, dass so ein Schlag ins Gesicht nicht unbedingt unbemerkt bleiben konnte. Dennoch mussten die Ninja jetzt wie richtige Ninja agieren und sich in die Schatten des Waldes wagen, die sich ihnen vor ihren Nasen aufboten. Um nun so unauffällig wie möglich zu sein, bedeutete Rai seinen zwei Kameraden wortlos und mit einem Handzeichen, dass sie jetzt abrücken würden und sich auf die Suche nach den Übeltätern machen würden. So kam es, dass die drei jetzt in irgendeine Himmelsrichtung rannten, quer durch den Wald, um diese Halunken anhand der Fußspuren ausfindig zu machen. Als Rai sich dann in Sicherheit wiegte, die Samurai schon längst außer Reichweite, machte er seinen zwei Begleitern einen Vorschlag: „Leute, ich glaube, dass wir hier vielleicht in eine Falle laufen könnten. Ich meine, die wissen wohl wie man sich hier fortzubewegen hat, wenn die hier ihre Streifzüge durchziehen. Ergo hätten die zu hundert Prozent ihre Spuren irgendwie im Schnee verwischt – so dumm sind selbst die nicht. Deshalb glaube ich, obwohl der Schneesturm immer stärker wird, wir auf den Bäumen sicherer wären. Vielleicht sehen wir die Spuren zwar nicht mehr, aber da die bis jetzt sowieso nur geradeaus gingen, denke ich nicht, dass die plötzlich eine andere Richtung eingeschlagen hätten. Und zusätzlich deckt uns der Schneesturm auf den Bäumen ganz gut ab, sodass wir lautlos und schnell zuschlagen können. Wenn ihr gestattet, mache ich den Vortritt.“ Diesen Vorschlag, oder fast sogar schon Anweisungen, brüllte er fast regelrecht, denn mittlerweile wehte der Wind so stark, dass man sich kaum mehr unterhalten konnte. Das machte dem Takeshi aber nichts aus, denn so wie sich der Wind drehte, konnte das Echo seiner Stimme nie im Leben zu den Banditen gelangen. Und schon während er einen geeigneten Baum suchte, der sich gut für die Fortbewegung anbot – schließlich sprangen sie ja von Baum zu Baum, da brauchte man schon nahestehende Bäume – begann er damit, sein Chakra in seine Beine zu konzentrieren, um somit nicht von der kalten Oberfläche des Baumes abzurutschen. Dies geschah im Bruchteil einer Sekunde; er zielte seinen gewünschten Baum an und kletterte diesen auch hoch. Dabei versuchte er – natürlich für die übertriebene Dramatik – so schnell zu sein, dass die beiden ihn urplötzlich verschwinden sahen. Und so wartete er auf die zwei, bis sie dann schlussendlich folgten, damit sie sich im Schutze des Schneesturms und der Nacht fortbewegen konnten – wie echte Ninja eben.
 
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Okay, Chinatsu war nicht ansatzweise so schnell fündig geworden wie Pakura. Die Hasekura hatte gerade erst damit begonnen, sich in der Umgebung umzusehen, als die schwarzhaarige Teamkollegin bereits zurückkam und erklärte, einige Spuren im Schnee gefunden zu haben, die Richtung Wald führten. Oh, etwa die Brandstifter? Ein kleines Lächeln zog sich über die Lippen der hellhaarigen Kunoichi, die einen guten Kampf vorausahnte. Eine Herausforderung, wie sie hoffte. Doch die nähernden Samurai rissen das Mädchen aus ihrer freudigen Erwartung. Was? Diese Samurai würden sie vielleicht aufhalten? Die gelben Äuglein blickten zu Pakura, bevor ein eifriges Nicken als Zustimmung folgte. Bloß weg hier, bevor diese Brandstifter ihnen noch durch die Lappen gingen! Rai gab als Teamleitung mit einem schnellen Handzeichen das Kommando, aufzubrechen, und die beiden Kunoichi folgten dieser Aufforderung.

Die Ninja kämpften sich durch dichten Wald und ungemütliches Schneegestöber und erst, als sie annahmen, einen sicheren Abstand zu den Samurai und dem Gasthaus aufgebaut zu haben, stoppte der Takeshi in seinem Lauf und wandte sich Pakura und Chinatsu zu. „Eine Falle?“, fragte die Hasekura nach, sah kurz in Richtung der Spuren im Schnee und kratzte sich dann nachdenklich am Hinterkopf. Hm. Ja klar, vielleicht hätten sie die Spuren verwischt, aber vielleicht hatten sie auch damit gerechnet, dass der Schneesturm die Spuren schnell genug verdecken würde? Oder sie waren so schnell auf der Flucht gewesen, dass ihnen zum Verwischen keine Zeit mehr geblieben war? Chinatsu blickte fragend in Richtung Pakura, hatte aber das Gefühl, dass auch die dunkelhaarige Teamkollegin von einem Hinterhalt ausging. Naja, so oder so hatte sie gegen den Vorschlag, über die Bäume weiterzureisen, nichts einzuwenden. Als Rai aber urplötzlich verschwand, blinzelte das Mädchen verwundert. Hektisch sah sie dem Blauhaarigen hinterher, wollte sich zu der Meteki drehen, um mit ihr zu sprechen… doch auch die andere Teamkollegin verschwand plötzlich! „Hey!“, empörte sich die 16-Jährige, die einfach so allein zurückgelassen worden war. Was eine Frechheit! „Wartet auf mich!“ Sie blies säuerlich die Wangen auf, stapfte dann selbst los und setzte zum Sprung auf einen der nahegelegenen Bäume an. Sie erkannte Rai und Pakura, die beide bereits in den oberen Ästen angekommen waren, entschied sich dann dafür, noch ein Stückchen höher zu springen, um dann von oben auf die beiden herabzufallen. Sie landete direkt zwischen den beiden Genin und bemerkte zu spät, dass dieses akrobatische Manöver bei den zugefrorenen Ästen vielleicht nicht die sicherste Variante gewesen war - Chakra hin oder her. Sie klammerte sich bei der Landung also schnell an Pakura und lies erst los, als sie einen sicheren Stand auf dem Ast hatte. „Ihr könnt mich doch nicht einfach da unten stehenlassen!“ Sie grinste, zuerst in Richtung Rai, dann zu Pakura und stemmte eine Hand in die Hüfte. „Ein bisschen mehr Verständnis für die Langsamen hier in der Gruppe!“ Na gut, dann konnte es weitergehen. Chinatsu wusste nicht, wann sie die Gauner einholen würden, aber sie hoffte, dass es bald wäre – immerhin wollte sie ein paar fiese Banditenhintern vermöbeln!
 

Meteki Pakura

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„Es ist doch nicht zu glauben…“ dachte Pakura ob des plötzlichen Verschwindens des Teamleiters, der es sich offensichtlich nicht nehmen ließ, vor den Kunoichi mit seiner unnormal hohen Geschwindigkeit anzugeben. „Dem zeig ich es.“ war ihr erster Gedanke, als sie Rai in den Baumgipfeln wiederentdeckte. Schnell waren ein paar Fingerzeichen geformt und die Meteki fand sich auf einem Ast hinter dem besagten jungen Mann wieder und schrie „Angeber!“ durch den Sturm. Das musste dann doch gesagt sein.

„Verdammte… !“ Ein ziemlicher Schreck durchfuhr den Körper von Pakura, als sich Natsu so völlig ohne Vorwarnung an sie klammerte und damit das Gewicht auf den Ast einfach mal verdoppelte. Keine der beiden Mädchen war schwer. Vor allem die deutlich größere Hasekura war bei einem identischen Gewicht zur Meteki stark unterernährt. Aber zweimal 50 kg ergaben trotzdem 100 kg und so musste die Schwarzhaarige handeln, bevor der Ast noch einbrach, auf welchem nun beide Kunoichi standen. So umfasste sie mit beiden Händen den Ast über sich und schwang sich ein paar Zentimeter in die Luft, um dann ihren Körper um etwa 135° zu biegen und zumindest mit einem Fuß mit darin konzentriertem Chakra an den Baumstamm zu heften (Kinobori). „Bist Du verrückt geworden?“ Keuchte die Braunäugige zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor. Bei der Aktion war ihr Schal hinuntergerutscht, so dass der eisige Wind nun ungehindert in ihr rotes Gesicht wehte.

Nachdem Natsu endlich einen sicheren Stand gefunden sowie losgelassen hatte schwang sich Pakura vollständig auf den oberen Ast und rückte ihren Schal zurecht. „Es ist ja süß, dass Du Körperkontakt zu mir suchst, Natsu-chan. Aber pass besser auf, okay?“ sagte die Meteki daraufhin und lachte kurz. Sie wusste ja, dass das Kullerauge sowas nicht aus Bösartigkeit machte, sondern einfach nicht nachdachte. Die Schwarzhaarige würde nun aber definitiv eines ihrer minimal ermatteten braunen Irden auf der Weißhaarigen halten.

Nach einer Weile hörte Pakura Schreie aus der Richtung, aus welcher die Gruppe kam. Offenbar hatten die Samurai die Spur ebenfalls aufgenommen und waren an ihrer statt in Fallen getreten. „Rai-kun, hast Du das auch gehört?“ Ohne an Geschwindigkeit zu verlieren tauschte sie ein paar Blicke mit ihren Kameraden aus. Würde die Gruppe umkehren, oder weiter der Spur folgen. Die Entscheidung lag alleine beim Teamführer, auch wenn die Meteki tatsächlich hin und her gerissen war. Es lag ihr schon sehr am Herzen, Hilfsbedürftigen zu helfen. Aber wer wusste schon, was diese Gauner noch alles planten und gehört hatte sie definitiv nicht so viele Männerschreie, wie ihr zuvor Samurai aufgefallen waren. Die konnten sich also im Zweifel auch selbst helfen.
 

Takeshi Rai

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Es dauerte nicht lange, bis sich seine zwei Teamkollegen zu ihm gesellten. Irgendwie war es schon klar gewesen, dass sich der Takeshi diese Chance nicht nehmen lassen konnte, oder nicht? Dabei war es nicht sein Ziel gewesen anzugeben, sondern eher zu demonstrieren, was sich sein Training gebracht hatte. Schließlich war ja einiges an Zeit vergangen seitdem er die beiden Mädchen gesehen hatte. Aber er wusste auch nicht, dass die Meteki auch Resultate aus ihrem Training ziehen konnte! Als er plötzlich ihre Stimme hinter seinem Rücken vernahm, zuckte er kurz zusammen und seine Nackenhaare stellten sich auf. Dass er sich in so einer Situation erschrak, war doch klar! Schließlich saßen ihnen die örtlichen Samurai im Nacken und die skrupellosen Banditen tanzten ihnen auf der Nase herum! Einen Kommentar dazu ersparte er sich, so hatte er auch nicht genügend Zeit, um irgendwie ausfallend zu werden, denn urplötzlich kam Natsu daher gesprungen und überraschte Pakura, die sich danach krampfhaft versuchte irgendwo festzuhalten. Naja, zum Glück ging diese Situation eher glimpflich aus und ein kleiner Grinser verließ die Lippen des 17-Jährigen. Er empfand dies eher als witzig als, dass diese Situation hätte gefährlich werden können. Als sich die beiden wieder gefangen hatten, gab er das Zeichen zum Aufbruch: „Alles klar, dann gehen wir’s an. Passt auf, dass ihr nicht abrutscht – ihr habt es gerade selbst gemerkt! Solltet ihr nicht mithalten können oder Hilfe benötigen, dann sagt es mir einfach.“ Und so machte sich der Trupp wieder auf den Weg, um ihr Ziel zu erreichen: das Banditenlager.

Aber nach einiger Zeit stellten sich wohl die Vermutungen von Rai und Pakura als wahr heraus und plötzlich vernahmen die Ninja ein paar laute Aufschreie, die sich von hinten an sie heranbahnten. Das nahmen die drei zum Grund, für einen Moment innezuhalten und Rai veranlasste es nachzudenken, ob sie nicht doch umkehren sollten und den verletzten Samurai helfen sollten. Einerseits war es wichtig, die Mission mit bestem Gewissen auszuführen und erfolgreich abzuschließen. Diese Lektion hatte er vor ein paar Jahren mal von jemandem gelernt. Aber als er in die Gesichter seiner zwei Mitstreiterinnen blickte, sah er vor allem in Pakuras Gesicht eine Anbahnung von Verzweiflung, denn wie Rai sie kennenlernen durfte, war es ihr oberstes Gebot den Verletzten zu helfen. Nach langem Ringen mit sich selbst, beschloss Rai schlussendlich den Samurai in der Not zu helfen. Dabei meinte er zu den beiden: „Argh, lasst uns denen helfen. Wir können die nicht einfach als Kanonenfutter zurücklassen. So sind wir nicht und werden es auch nie sein.“ Und so kam es, dass der Trupp rund um Rai nun eine Kehrtwende machte und sich langsam und mit Bedacht zu den Verletzten aufmachte. Wer wusste denn schon, ob diese Banditen nicht schon auf die nächste Beute auflauerten?
 
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Verrückt? Was war das denn für eine Frage? Chinatsu blinzelte unschuldig, sah den Sprüngen der Meteki nach und legte den Kopf zur Seite. Wahrscheinlich war sie wirklich viel zu unbedacht, denn so gefährlich hatte sie die Situation gar nicht eingeschätzt. Naja, aber die Weißhaarige war auch nicht unbedingt dafür bekannt, besonders vorsichtig vorzugehen oder sich über die Konsequenzen ihres Handelns größere Gedanken zu machen. Daher war es umso besser, dass Pakura dort weiterdachte, wo das Denken von Chinatsu scheinbar aufhörte. „Echt athletisch!“, lobte die Kunoichi, nachdem die dunkelhaarige Kollegin sich in Sicherheit gebracht hatte und streckte ihr direkt im Anschluss die Zunge raus. „Vielleicht. Aber dafür hast du ja leider ziemlich schnell die Flucht ergriffen.“ Als Rai dann wieder seine Stimme erhob, wandte Chinatsu sich mit einem Seitenblick an den Teamleiter. Mit einem kurzen Nicken gab das Mädchen ihr Einverständnis zu verstehen und machte sich dann ohne Umschweife zusammen mit dem restlichen Team weiter auf den Weg.

Der Weg war recht still – eigentlich zu still. Doch es passte zu der Umgebung und rundete die Atmosphäre, die der eisige Wald ihnen bot, irgendwie ab. Die Hasekura kam nicht umhin, ein wenig gefesselt zu sein von dieser Natur, ganz gleich, dass es – salopp gesagt – arschkalt war. Die mystische Atmosphäre wurde jedoch jäh unterbrochen, als einige Männerschreie erklangen und durch den sonst idyllischen Wald drangen. Chinatsu sah nicht einmal über die Schulter zurück, immerhin wusste sie, dass ihr Ziel ganz woanders lag. Selbst wenn Rai es gerne gesehen hätte: Im Gesicht der Weißhaarigen ließ sich mit keiner Spur erkennen, dass sie den Männern zur Hilfe eilen wollte. Das waren ein paar stämmige Typen, die konnten sich ja wohl selbst helfen. Ganz davon abgesehen, dass die nicht alleine unterwegs waren und Chinatsu nicht das Gefühl hatte, automatisch überall gebraucht zu werden, nur weil sie sich zufälligerweise in der Nähe befand. Plötzlich hielt der Takeshi allerdings an, sodass auch die 16-Jährige anhielt. Ihr Mund öffnete sich leicht, sie blinzelte verwirrt. „Was?“, fragte sie nach, obwohl sie natürlich verstanden hatte, was Rai gesagt hatte. „Rai, die sind nicht alleine unterwegs und ausgebildete Samurai. Die kommen auch ohne uns klar.“ Die sonst immer so fröhliche Stimme des Mädchens wurde plötzlich rauer, nicht erbost, aber dennoch mit einem gewissen Nachdruck. Leider gab man Chinatsu gar nicht die Gelegenheit, ihre eigene Meinung wirklich zu vertreten, denn die Gruppe wandte sich dennoch um und ging den Weg zurück, den sie bereits gekommen waren. So als hätte sie gar nichts gesagt. Es gefiel der Weißhaarigen nicht und für einen Wimpernschlag dachte sie darüber nach, einfach alleine weiterzugehen. Nein, das konnte sie natürlich nicht bringen – noch nicht. Zähneknirschend folgte sie ihren Teamkollegen, aber in gebührendem Abstand. Sie mochte Rai, aber in diesem Moment war er ihr charakterlich viel zu weich. Zu weich, um das Team in dieser Mission anzuführen. Wenn es nach ihr gegangen wäre… naja, das interessierte ja offensichtlich niemanden. Das Team kam schließlich bei den verletzten Samurai an, aber da Chinatsu keine Ahnung von Verletztenversorgung hatte, konnte sie hier nicht wirklich mit ihren Fähigkeiten glänzen. Sie hielt sich also weiter im HIntegrund, darauf wartend, dass die eigentliche Mission fortgeführt werden konnte.
 

Meteki Pakura

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Erleichtert lächelte Pakura ihren Teamleiter an - was dieser aber aufgrund des Schals vor ihrem Mund höchstens an ihren Augen erkennen dürfte - und rief ihren Kameraden durch den tosenden Sturm hinzu: „Ich geh schonmal vor. Würdet ihr mir den Rücken sichern? Da ich die einzige Iryōnin hier bin könnt ihr ansonsten eh nicht sonderlich viel ausrichten, denke ich.“ Ohne großartig auf eine Antwort zu warten machte sich die Meteki auf den Weg in die Richtung, aus der die Schreie kamen.

Es dauerte einige Minuten bis das Mädchen nah genug am Ort des Geschehens gekommen war, um zwei Männerstimmen erahnen zu können. „Sie werden mich für einen Feind halten…“ dachte sie und näherte sich mit gemäßigterer Geschwindigkeit, bis sie zwischen den Bäumen Bewegungen sehen konnte. Dort waren die Samurai, welche die Fünfzehnjährige zuvor erspäht hatte. Ein paar davon waren damit beschäftigt, zweien aus einer Fallgrube zu helfen. Wenige Meter weiter schnitt wer einen Kameraden aus einer Schlingfalle, die diesen kopfüber am Baum baumeln ließ – wobei ihm der Helm vom Kopf gefallen war. Der Samurai, welcher offensichtlich das Sagen hatte, stand bei einem Krieger, dessen rechter Fuß in einer Art Bärenfalle feststeckte, aus der ein weiterer wiederum versuchte, dieses zu befreien. Dazu nahm der Mann eines seiner drei Schwerter als Hebel zur Hilfe. „Das sind nicht alle. Es werden wahrscheinlich noch welche zwischen den Bäumen nach weiteren Fallen suchen.“

Einen Moment durchdachte die Schwarzhaarige ihr weiteres Vorgehen und leitete dann eine neue Ladung Chakra in ihre Füße, um so senkrecht den Baum hinabzusteigen, auf welchem aus sie die Samurai beobachtet hatte. (Kinobori) „Wer da!? Männer, da kommt wer!“ Wie sie vermutet hatte waren noch drei der Krieger in der Nähe, welche die Braunäugige auf Befehl des Kommandanten ohne zu zögern mit gezogenen Schwertern umstellten. Auf diesen Augenblick hatte sich die Kunoichi geistig vorbereitet, weshalb es ihr gelang, die Ruhe zu bewahren und keinen Muskel zu rühren. Zumindest bis zu dem Augenblick, als sie langsam beide Hände in die Luft hob, um so zu signalisieren, dass ihr nicht an einem Kampf gelegen war. Mit einem Ruck des Kopfes – welcher die Umstehenden reflexartig fester um die Griffe der Katana greifen ließ – lockerte sie ihren Schal, so dass ihr Gesicht erkennbar war. „Ich komme in Frieden. Es herrscht kein Grund für Gewalt.“ Eine quälend lange Sekunde verging, während der sie unbewusst die Luft anhielt. Der eisige Wind rötete ihr junges Gesicht und langsam begann wieder das Zittern. Nicht vor Angst, sondern wegen der frostigen Temperaturen, welche die Iryōnin noch nie sonderlich gut ertragen konnte. Schließlich hob der Kommandant die linke Hand und die Männer traten je einen Schritt von ihr fort. Langsam und bedächtig auf den Weg vor seinen Füßen achtend ging der hochgewachsene Mann auf die Fremde zu und fragte mit durch den Helm verzerrt wirkender Stimme: „Wer bist Du und was machst Du hier?“ Ohne zu zögern antwortete die Kirinin, als wäre es ein vorgesetzter Shinobi gewesen, welcher die Frage gestellt hatte. „Meteki Pakura, Genin aus Kirigakure. Mein Team soll gegen die rote Seidenbande vorgehen.“ Sie hielt es für sinnvoll, ehrlich zu sein. Daher verheimlichte die Kunoichi auch nicht, dass sie nicht alleine war. Die genauen Details der Mission waren allerdings in diesem Zusammenhang unwichtig. „Wie viele seid ihr und wo sind deine Kameraden?“ „Insgesamt drei Genin. Meine Kameraden sind in der Nähe. Genauer weiß ich es selbst nicht. Aber es besteht keine Gefahr für euch.“ Mit einem Nicken in Richtung des Verwundeten fügte die Suiton-Anwenderin außerdem hinzu: „Zumindest für die meisten von euch. Wenn der Mann nicht bald befreit wird, verliert er sein Bein oder stirbt gar. Ich bin Heilerin. Bitte lasst mich helfen.“

„Wo auch immer ihr seid, Ninja, ihr könnt rauskommen!“ rief der Kommandant in den Wald und sagte zu Pakura gewandt „Ich hatte bereits mit Shinobi zu tun und weiß, dass wir euch bei diesem Wetter nicht verfolgen können. Selbst wenn wir wollten. Kümmere Dich um ihn, aber keine krummen Dinger. Ich bin überzeugt, dass ein direkter Kampf gegen uns nicht leicht für euch wäre.“ Aber die Meteki war schon bei dem Verletzten und schob jenen Samurai, welcher versucht hatte, die Bärenfalle zu öffnen, auf Seite. Ihr war bewusst, dass gerade in solchen Fällen sehr viel mehr verschlimmert als verbessert werden konnte, falls jemand einen falschen Handgriff tut. Daher schaute das Mädchen die Falle bedächtig von jeder Seite an, ohne sie auch nur zu berühren und zog schließlich mit den Worten „Da kann ich erstmal nur eins tun…“ ein Kunai aus der Beintasche. „Du wirst doch nicht…“ stieß der Abgeschobene hervor, kam aber nicht weit, bevor sie mit der Arbeit begann. Mit einigen geschickten Handgriffen löste die Fünfzehnjährige die Schrauben des Scharniers des Gerätes. Sobald dies getan war entfernte sie den oberen Kiefer, ließ aber den Unteren vorerst in der Wunde, um ein Ausbluten zu verhindern. Schließlich zog sich die Schwarzhaarige die Handschuhe aus, formte einige Fingerzeichen und legte die nun in grün leuchtendes Chakra gehüllten Hände flach auf die Wunde. (Shinsatsu no Jutsu) „Eine scheußliche und sehr tiefe Wunde… aber der Knochen ist nur angekratzt. Nicht gebrochen.“ Anschließend formte sie einige neue Fingerzeichen und wiederholte die Prozedur. (Kiyome no Jutsu) Einige Minuten verstrichen, die Kälte zog über die nackten Finger der Braunäugigen ihre Arme hinauf und das Stöhnen des Patienten hörte auch nicht auf. Die Kunoichi biss aber die Zähne zusammen und blendete alle Störgeräusche aus, um sich ungehindert konzentrieren zu können. Nachdem die obere Seite des Beines fertig behandelt war kümmerte sie sich darum, den unteren Kiefer ebenfalls zu entfernen und behandelte die dortige Wunde wie zuvor beschrieben. „Nicht so tief wie auf der anderen Seite… hier kann ich vielleicht…“ Erneut folgten einige Fingerzeichen und ein Auflegen der Hände auf die Wunde, wobei die Iryōnin das Chakra nun in die Wunde sinken ließ. (Chiyu Ryoku no Jutsu) „Es muss die ganze Wunde ausfüllen…“ Endlose Minuten später griff sie in ihre rechte Jackentasche, zog die Hand aber gleich zurück, während ihr Blick in ihrer näheren Umgebung umherging. Plötzlich sprang die Kirinin auf eine Füße und sagte zum ihr nächsten Samurai: „Du, steh gerade.“ Dabei lag eine überraschende Autorität in ihrer Stimme, so dass der Mann gar nicht anders konnte, als erst zu folgen und dann darüber nachzudenken. „Was…“ Die Kunoichi führ mit ihrem rechten Ärmel völlig unvermittelt mehrfach über die Vorderseite der Rüstung, was den Mann extrem verunsicherte. „Hey hey… was wird das!“ Er begann sich zu wehren und so kam es zu einem kleinen Gerangel, was der Krieger sicher für sich gewonnen hätte. Aber die Ninjutsuka packte ihn am Kragen der Rüstung und zog sich zu ihm hoch – schließlich war der Kerl gut vierzig Zentimeter größer als sie – und schaute ihm tief in die Augen. „Wenn ich nicht bald eine trockene Fläche bekomme, um meine Makimono darauf auszubreiten, wird es deinem Kameraden schlechter gehen und ich werde dich persönlich dafür zur Rechenschaft ziehen…!“ „Warum sagst Du das nicht gleich. Verrücktes Weib!“ Die letzten beiden Worte waren in einem Akzent gesprochen, welchen Pakura nicht zuordnen konnte und daher auch nicht verstand. Er entspannte sich und sie ließ sich wieder auf den Boden runter. Daraufhin griff die Meteki abermals in ihre Jackentasche, zog besagte Makimono heraus und breitete diese auf der mit Eisenplatten geschützten Brust aus. „Festhalten!“ Ein paar Fingerzeichen später hielt sie die Schriftrolle in der einen und einen Medizinkasten in der anderen Hand. Nun hieß es nur noch, das verletzte Bein zu verbinden, den Patienten mit Schmerzmitteln zu behandeln und ihn darauf hinzuweisen, was er zur Genesung weiterhin zu tun hatte.
 

Takeshi Rai

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Wahrscheinlich wäre jede Hilfe für diesen armen Mann zu spät gekommen, wenn Rai nicht den Befehl zur Hilfeleistung gegeben hätte. Obwohl sich Natsu noch immer – das stand ihr offen ins Gesicht geschrieben – nicht damit zufriedengeben wollte und weiter an der eigentlichen Mission arbeiten wollte, war der Takeshi stolz drauf, dass die Meteki dem Samurai doch noch helfen konnte. Das tat sie mit äußerst großer Vorsicht und noch größerem Können, das musste man ihr lassen. In der Zwischenzeit wollte sich Rai mit dem Anführer dieses Trupps unterhalten – so von Anführer zu Anführer. Deshalb ging der Ninja auf ihn zu und bat ihn kurz darum, sich ein wenig von der Meute zu distanzieren. „Das war ja mal ein riesiges Glück, dass wir gerade hier unterwegs waren. Wer weiß, was hätte sein können, wenn nicht meine Teamkollegin zur Stelle gewesen wäre… Aber sei’s jetzt drum, ich habe mit Ihnen etwas Wichtiges zu bereden.“ Als Rai die Dringlichkeit vermittelte, wurde der Samurai – mittlerweile hatte dieser seinen Helm abgenommen – auch hellhörig. Natürlich, denn wer wurde das nicht, wenn es um Informationen ging? „Wir sind an einer wichtigen Mission dran, die Rote Seidenbande zu verfolgen. Die Mission hat äußerste Wichtigkeit, da es hierbei um eine Rettungsaktion eines Zivilisten geht. Und da diese Typen gerade eben diesen Gasthof in Brand gesteckt haben, haben wir es hier auch mit mutwilliger Sachbeschädigung zu tun, was diesen Banditen sicher nicht zugutekommen wird. Aber viel wichtiger ist es, dass wir den verschwunden Meisterdetektiv Sato Hideyoshi finden und wieder sicher nach Hause bringen. Laut unseren Informationen ist dieser in der Gewalt dieser Bande, da er ihnen allmählich auf die Schliche gekommen ist. Ich denke, dass wir hierfür einen starken Samuraitrupp gerne an unserer Seite wissen würden.“ Kurz grübelte der Anführer über die Worte des Takeshi nach. In der Zwischenzeit wurde der Wind etwas stärker und das Rascheln in den Bäumen wurde lauter. Auch der Schneesturm wollte sich nicht weiter verflüchtigen. Das Ganze löste irgendwie ein gewisses Gefühl des Unbehagens bei dem 17-Jährigen aus. Aber zumindest konnte Pakura die Stimmung ein wenig auflockern, indem sie verkündete, dass der Samurai mit der bösen Verletzung am Bein durchkommen würde. Das bestärkte den Anführer dieses Trupps nun mehr und stimmte dem Takeshi zu: „Ich denke auch, dass wir uns in dieser Sache gegenseitig helfen können. Wir verfolgen diese Verbrecher nun schon seit einigen Monaten und da nun ein Menschenleben auf dem Spiel steht, sind wir bereit euch unsere Schwerter zu leihen.“ Um diesem kleinen Abkommen mehr Druck und Deutlichkeit zu verleihen, reichten und schüttelten sich beide die Hand. Und so endete die Unterhaltung der beiden Anführer und beide kehrten gemeinsam wieder zum Rest zurück.

Doch plötzlich durchbrach ein Zischen diesen kurzen und ruhigen Moment. Zunächst war unklar, was dieses Zischen war, aber es sollte sich binnen Sekunden herausstellen, dass es ein Pfeil war, der sein Ziel auch traf: Einen ahnungslosen Samurai. Als den Leuten klar wurde, was gerade passiert war und der getroffene Samurai röchelnd zu Boden fiel, zogen wie auf Kommando, alle der hier anwesenden Samurai ihre Waffen. Diese wandten ihre Rücken von den Shinobi ab. So tat es auch der Anführer des Trupps, der sich nun in eine defensive Haltung begab und Rai regelrecht anschrie: „Genau deswegen vertrauen wir euch Ninjas nicht! Ihr habt uns in den Hinterhalt gelockt! Männer, Formation einnehmen!“ Der perplexe Takeshi stand mit leeren und erhobenen Händen da, nichtwissend, was hier gerade vor sich ging. Er wollte nun nicht noch mehr als Feind für sie gelten, obwohl er dies ganz sicher nicht war. Und während die Samurai nun eine defensive Formation einnahmen, wurde noch ein Pfeil abgefeuert, welcher sein Ziel auch traf und einen weiteren Samurai zu Boden fallen ließ. Das war das Zeichen für Takeshi, sich nun in Sicherheit zu begeben. Dabei zog er mit seiner rechten Hand ein Kunai aus der Tasche, sprintete hinter den nächsten Baum und schrie auch seinen zwei Mädels zu, die sich hoffentlich schon in Sicherheit begeben hatten: „Geht in Deckung!“ Und so kam es, dass ein regelrechter Pfeilhagel auf alle hier Anwesenden einschlug, den es nun abzuwarten galt.
 
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Chinatsu stand am Rande des Geschehens und wartete ab, was weiter passierte. Sie kam nicht umhin, die medizinischen Fähigkeiten von Pakura zu bewundern – ein erneutes Mal während dieser Mission. Die hellhaarige Kunoichi wusste mittlerweile, dass ihre Freundin aus Soragakure deutlich mehr medizinische Kenntnisse besaß als sie selbst, doch hier bewies sie, dass sie die Veranlagung hatte, eine großartige Medic-Nin zu werden. Die gelben Äuglein huschten zu Rai, der sich zu einem Gespräch mit dem Anführer der Samurai zurückzog. Von der Hasekura nahm man in diesem Moment sehr wenig wahr. Sie verhielt sich ruhig – für ihre sonstigen Charakterzüge etwas Besonderes – und wartete im Augenblick eigentlich nur darauf, dass sie endlich weitergehen konnten. Der Wind wurde stärker, die Schneeflocken wirbelten durch die Luft und Chinatsu seufzte in ihren Schal, griff sich in die vom Gasthausbrand noch immer zerzausten Haare und richtete sie ein wenig. Ob sich das Mädchen nicht irgendwie besser hätte behilflich machen können? Sicherlich. Aber wie so oft dachte die Hasekura nicht daran, was vielleicht für das Allgemeinwohl am besten war, sondern nur daran, worauf sie selbst im Moment Lust hatte… oder eben auch keine Lust hatte.

Als das erste Zischen die sonstige Stille des Waldes durchbrach, schreckte Chinatsu auf. Und ohne es bewusst zu begreifen, ereilte das Mädchen ein Déjà-Vu. Damals in Suna. Mit Raku. Im Hexenkessel. Es war genau das gleiche Zischen – Pfeile. Sie erinnerte sich an die Verwundung, die der Manako von den Pfeilen erlitten hatte, hielt den Atem an. Instinktiv griff die Fuuton-Nutzerin in ihre Hüfttasche und während der erste Samurai röchelnd zu Boden ging, entsiegelte die Kunoichi ihren Fächer und drehte sich in die Richtung, aus der der erste Pfeil gekommen war. Sie stand ein gutes Stück weiter vorne, vor den Samurai und ihren Teamkollegen, näher am Ursprung des Pfeils. Ein zweiter Pfeil schoss aus dem Gebüsch, traf erneut einen Samurai – Chinatsu konzentrierte ihr Chakra, hob den Fächer an. Das Gebrüll des Anführers der Samurai drang nur noch dumpf an die Ohren der Weißhaarigen, ihr gesamter Fokus lag auf dem Gebüsch, darauf wartend, dass der nächste Angriff folgte. Die Gegner spekulierten darauf, ihre Pfeile in Windrichtung abzuschießen – Chinatsu grinste. Sie sollten sehen, was es bedeutete, sich ausgerechnet mit ihr auf ein Windduell einzulassen. Dann, wenige Sekunden später, schoss ein Pfeilhagel aus den Tiefen des Waldes, flog auf die Ninja und die Samurai zu. „Fuuton: Toppu!“ Der Fächer wurde nach unten gerissen und dem natürlichen Wind wurde eine chakraverstärkte Windböe entgegen geschleudert, die die Pfeile erst verlangsamte und schließlich zu Boden und in den kalten Schnee fallen ließ. „Fuuton: Kamaitachi no Jutsu!“, rief das Mädchen sofort voller Inbrunst hinterher, riss den Fächer wieder nach oben und schleuderte einen – für einen Außenstehenden nicht sichtbaren – schneidenden Wirbelwind gleich hinterher, der – hoffentlich – einigen Gegnern im Gebüsch Schnittverletzungen zufügen würde, um einen erneuten Pfeilhagel zu verhindern. Chinatsu wusste, dass sie ohne Sichtkontakt sicherlich nicht alle Gegner treffen würde, aber der 5 Meter breite und vielleicht 15-20 Meter in den Wald hineinreichende schneidende Luftstrom könnte zumindest einige Gegner am erneuten Abschießen von Pfeilen hindern.
 

Meteki Pakura

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Beim Sirren der Pfeile im Wind stellten sich Pakura gleich die nicht vorhandenen Nackenhaare auf. Sie war bereits einmal in einen Hinterhalt gerate, aber damals hatten die Wegelagerer zuerst gedroht und dann erst angegriffen. Diesmal schienen die Angreifer lediglich auf den Tod aller Ninja und Samurai aus zu sein, was die Situation nicht unbedingt zum besseren wendete. Ihrem ersten Impuls folgend tat die Meteki drei Schritte in Richtung des nächsten Baumes, bevor ihr auffiel, dass ihr letzter Patient noch am Behandlungsort lag und es aus eigener sicher nicht von dort wegschaffen würde. Jeder normale Mensch würde in dieser Situation mit sich ringen, aber nicht die Fünfzehnjährige. Diese drehte sofort um und packte den sich selbst bereits krampfhaft aufrichtenden Samurai am Arm. Der Mann legte den Arm daraufhin über ihre Schulter, auch wenn man ihm ansah, wie sehr es ihm missfiel. „Stolz muss heute hintenanstehen, Samurai-san.“ flüsterte die junge Frau mehr zu sich selbst als zu dem Verwundeten, welcher mit jedem Schritt schmerzerfüllt knurrte. Beinahe hätten die beiden es geschafft, aber scheinbar hatten die Angreifer dieses leichte Ziel nun erkannt und schossen eine letzte kleine Salve auf sie. Ab dann ging alles sehr schnell. Zwei Pfeile verfehlten beide, während ein weiterer am Schulterschutz des Schwertkämpfers abprallte und einen langen blutigen Schnitt auf Pakuras rechter Wange hinterließ. „Verdammt…!“ rief der Mann aus und stieß die Schwarzhaarige von sich, bevor er sich vor ihr aufbaute und mit seinem rechten Arm die beiden letzten Pfeile abfing, wobei einer davon die Extremität durchdrang und eine oberflächliche Stichwunde im Torso hinterließ. „Was soll das?“ dachte sich die Braunäugige und fing zuerst ihren Sturz und dann jenen des Älteren ab. „… sicher keine schwere Verletzung… er darf nicht…“ Verzweiflung stand in ihrem Blick geschrieben. Die Genin wollte anderen helfen und nicht, dass sich andere für sie opferten. Wie viel Zeit wirklich verging war für die Suiton-Anwenderin unwichtig. Genau wie die Tatsache, dass um sie herum mittlerweile alles ruhig war. Mit aller Kraft hievte die Kunoichi den Samariter hinter den nächsten Baum, wobei ihr Blick auf die Klinge an dessen Schwertgürtel fiel. „Es reicht…“ Mit einem Ruck zog sie die Waffe aus der Scheide und nahm gleichzeitig eine sichere Position beim Baumstamm ein, woraufhin die andere Hand wie von selbst in eine Tasche fuhr, um das bislang nahezu ungenutzte Fuuma-Shuriken hervorzuholen und mit einer einzelnen Handbewegung auszuklappen. Die Augen der Iryōnin suchten ihren Teamleiter. Er war sicher unbeschadet dem Angriff entkommen, wie auch Natsu es sicher geschafft hatte. Nun galt es abzuwarten, bis der Takeshi sein Signal zum Gegenangriff gab.
 

Takeshi Rai

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Viele verschiedene Emotionen kamen gerade im Körper des 17-Jährigen hoch. Zum einen war er wütend, dass er jetzt nicht als Teamleiter für seine zwei Schützlinge da sein konnte, die gerade beide auf sich alleine gestellt waren. Da der Wind immer stärker wurde und zunehmend mehr Schnee aufgewirbelt wurde, konnte er nicht einmal die Hasekura sehen, die sich schon gegen die Angreifer zur Wehr setzte. Und sie war gerade noch eben neben ihm gewesen. Was mit der Meteki geschah, bekam er gar nicht mit, geschweige denn von ihrem heldenhaften Einsatz für diesen verletzten Samurai. Gerade konnte er nur sehen, wie ein paar der Samurai versuchten den Pfeilen auszuweichen und wie ein paar daran elendig scheiterten. Nichtsdestotrotz musste er jetzt versuchen seine Gedanken zu ordnen und nicht an seinen Aufgaben zu scheitern, denn immerhin hörten die beiden Kunoichi auf sein Kommando und er musste irgendwann in die Offensive gehen. Deshalb lag es jetzt an ihm schnell einen Plan zu entwickeln, der das Verletzungsrisiko minimierte und alle in dieser Falle gefangenen Menschen befreite. Er konnte dies nicht im Alleingang bewältigen, so wusste er auch nicht mit wie vielen Angreifern sie hier zu tun hatten. Es konnte ein Dutzend, mehr oder auch weniger sein. Und während Rais Gedanken sich gerade mit dem Ausklügeln eines Plans beschäftigten, schlugen vier Pfeile neben ihm ein und einer landete im Baumstumpf, hinter dem sich der Takeshi gerade versteckte. Der Pfeil wäre genau in seinen Hinterkopf gerast, wäre dieser Baum nicht gewesen – danke Baum! Plötzlich wurde es ruhig um den Blauschopf und das Zischen der Pfeile verstummte. Nach kurzem Zögern, ob nicht doch noch ein Pfeil in seine Richtung gesaust kam, umklammerte er das zuvor gezückte Kunai und rief nun zum Gegenangriff aus: „Mädels, macht sie fertig!“ Und das, was darauffolgte, ging in die Geschichtsbücher ein.

Alles ging ganz schnell. Die zuvor herumschwirrenden Gedanken des Takeshi formten sich nun zu einem einzigen: Angriff. Mit einer geschickten Rolle um den Baumstamm herum, checkte er das Unbekannte aus und er war sofort bereit sich zu verteidigen. Aber da sich nichts vor ihm befand und er auch nichts in der Ferne erkennen konnte, begann er damit, in den Schneesturm hinein zu sprinten – das Kunai dabei fest umklammert. Nach ein paar Metern des Nichts, vernahm er auf einmal stapfende Geräusche, die immer lauter wurden und dann zusätzlich mit stattlichem Gebrüll untermalt wurden. Als Rai bemerkte, dass die immer lauter werdenden Geräusche direkt auf ihn zukamen, nahm er eine defensive Körperhaltung ein. Bevor er in dieser Situation einen Angriff startete, wollte er erstmal wissen, mit wie vielen Gegnern er es hier zu tun hatte. Währenddessen fragte er sich, ob die anderen es nun auch mit Gesellschaft zu tun bekommen hatten oder ob sie vielleicht gar nicht kämpfen mussten und in Sicherheit waren. Ganz egal, was es auch war, er wusste, dass die beiden starke Frauen waren – sie würden schon zurechtkommen. Jetzt musste er sich fokussieren und so weit in die Ferne blicken, wie er nur konnte – jetzt wären die Fähigkeiten des Hayabusas nützlich – um die Gegner zu erblicken, mit denen er es jetzt zu tun bekommen würde. Nach einigen Momenten taten sich Umrisse auf, die sehr schnell immer größer wurden. Er begann zu zählen: eins, zwei, drei… fünf. Es waren genau fünf. Rai zögerte nicht lange und begann damit, die nötigen Fingerzeichen zu formen, die er für das Raiton: Soden surude benötigte. Jetzt zeigten sich die Früchte seines Trainings und binnen von wenigen Sekunden, streckte er seine beiden Hände seitlich aus. Auf Außenstehende wirkten sie ein wenig verkrampft, aber der Anwender selbst empfand dabei keine Schmerzen. Kleine Blitze zogen sich um seine beiden Handflächen, die jetzt nur darauf warteten endlich in die Körper der Angreifer entladen zu werden. Was die anderen gerade wohl machten?
 
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Als nach ihrem Angriff vorerst keine Pfeile mehr aus dem Gebüsch geschossen kamen, erlaubte sich die Genin einen schnellen Blick über die Schulter zurück. Wo waren Pakura und Rai? Der eiskalte Wind bließ der Hasekura unangenehm ins Gesicht und die immer dicker werdenden Schneeflocken wirbelten wild umher. Sie konnte ihre Teamkollegen nicht sehen – die Witterung ließ es nicht zu, zumindest ging sie davon aus. Die Weißhaarige hatte noch nie einen solchen Schneesturm erlebt, geschweige denn in so einem Wetter um Leben und Tod gekämpft. Der Griff um ihren geöffneten Fächer festigte sich, als sie erkannte, dass ihre Teamkollegen und sie vorerst jeder auf sich alleine gestellt waren. Sollte sie versuchen, zurückzuweichen, um wieder näher an Pakura und Rai heranzukommen? Das Mädchen konnte den Gedankengang nicht abschließen, da zischte ein Pfeil knapp an ihrem Arm vorbei. Nein, dazu blieb keine Zeit. Der nächste Pfeil, der kam, wurde mit dem zusammengeklappten Fächer einfach aus der Luft geschlagen. Chinatsu war nicht immer die hellste und auch keine herausragende Strategin, aber auch ihr war bewusst, dass die Gegner mit der gleichen Sichteinschränkung zu kämpfen haben mussten wie die Genin. Sie würden sich also nicht mehr auf ihre Pfeile verlassen können, denn ob sie trafen oder nicht, war reiner Zufall. Außerdem ging die Kunoichi davon aus, mit ihrem Fuuton: Kamaitachi no Jutsu einige Bogenschützen soweit verletzt zu haben, dass sie keine Pfeile mehr abschießen konnten. Es würde also nur eine Frage der Zeit sein, bis…

„Das wars für dich!“, die männliche Stimme in ihrem Rücken ließ die Hasekura aufschrecken. Im letzten Moment duckte sie sich nach unten und entkam nur haarscharf einer scharfen Schwertklinge, die über ihren Kopf hinwegsauste. Dem zweiten Schlag des Mannes konnte die Kleine durch einen nicht sonderlich eleganten Sprung zur Seite ausweichen, sodass sie nun vollends im kalten Schnee landete. Normalerweise hätte Chinatsu jetzt geflucht und sich darüber aufgeregt, dass man ihr Aussehen so dermaßen zerstört hatte. Doch dazu blieb dem Mädchen keine Zeit, denn kaum hatte sie sich aufgerichtet, sauste eine weitere Klinge auf sie zu, die nun allerdings mit dem zusammengeklappten Fächer abgewehrt wurde. Es kam zu einem Kräftemessen zwischen ihr und der fremden Frau, die offensichtlich ebenfalls zu den Banditen gehörte. Verdammt. Die Weißhaarige präferierte trotz allem den Fernkampf, denn dort lagen ihre Stärken. Aus direkter Nähe, bei diesen Sichtverhältnissen und auch noch gegen eine Überzahl an Gegnern war sie eindeutig im Nachteil. Chinatsu biss die Zähne zusammen, stieß die Klinge der Frau mit aller Kraft von sich, sodass die Banditin zurücktaumelte. Sofort drehte sich die Kunoichi auf dem Absatz um und schlug dem Mann, der sich erneut von hinten genähert und bereits zum finalen Schlag ausgeholt hatte, mit dem Fächer – der gerade eher als Keule diente – direkt gegen den Brustkorb, sodass ein lautes Knacken das Schneegestöber durchbrach. Sie sprang ein Stück zurück, erkannte allerdings drei weitere Schatten, die sich langsam vor ihr manifestierten. Verdammt. Die Weißhaarige hatte jede Orientierung verloren, wo Pakura und Rai sein müssten… es war zu gefährlich, so unkontrolliert eine ihrer Fuuton-Techniken einzusetzen. Die Situation war verdammt brenzlig. Und ein normaler Mensch hätte das auch so empfunden. Doch Chinatsu… grinste. Das hier war Adrenalin pur. Spannung. Aufregung. Abenteuer. Diese Ungewissheit, wie der Kampf ausging. Oh, genau das war der Grund, warum sie den Weg als Kunoichi hatte einschlagen wollen. Papierblätter lösten sich bereits ganz automatisch von ihrem Körper, während sie auf den nächsten Angriff der Gruppe wartete. Fuuton-Ninjutsu und der Kampf mit dem Fächer waren immerhin nicht alles, was die Hasekura zu bieten hatte!
 

Meteki Pakura

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Das wars, Pakura konnte auf keine Signale mehr warten. Der Schneesturm war mittlerweile derart stark, dass sie kaum noch die Hand vor Augen sehen konnte. Also musste die Meteki aus eigenem Ermessen handeln. „Ich brauch Wasser…“ Ein Stück weit stapfte das Mädchen zwischen den Bäumen hindurch, in der Hoffnung, den Kampfplatz zu umrunden und dabei in keine Gegner hineinzulaufen. „Das ist ein Wald. Hier muss doch irgendwo ein zugefrorener Bach oder…“ …ein See sein, hätte sie den Gedanken wohl zu Ende geführt, wenn es nicht so unwahrscheinlich wäre, dass genau das was sie brauchte in unmittelbarer Nähe stand. Etwas viel wahrscheinlicheres geschah. Eben das, was die Fünfzehnjährige nicht wollte. Unmittelbar hinter ihr erschien ein in Leder und Mantel gehüllter Hüne, welcher sie ohne Umschweife packte und ihr mit dem rechten Unterarm die Luftröhre abzudrücken begann. „Verdammt… nicht schon wieder!“ mit der linken Hand griff die Schwarzhaarige reflexartig nach dem Arm und ließ dabei das Fuuma-Shuriken fallen, erkannte aber sofort, dass sie dem Angreifer stärkemäßig weit unterlegen war. Daher umschloss die Braunäugige das soeben ausgeliehene Kurzschwert noch fester mit ihrer Rechten und rammte ihm dieses mit ihrer ganzen Kraft in die linke Schulter. Der Griff löste sich und die Kunoichi entfernte sich schnell ein paar Meter, während sie den Schmerzensschrei des Fremden durch den Sturm vernahm und sich umdrehte. Gerade noch rechtzeitig um zu sehen, wie er in ein Loch im Boden stürzte wobei sich sein Schmerzensschrei in einen solchen des Schreckens wandelte. Ein paar schnelle Schritte später blickte die Kirinin durch eine Falltür um die drei Meter in die Tiefe auf einen sich am Boden windenden Schläger hinab, der sich offensichtlich mindestens einen Knochen gebrochen, sein Leben aber nicht ausgehaucht hatte. „Das haben wir gleich…“ zischte sie durch zusammengebissene Zähne in ihren Schal und umschloss den Griff des Kodaichi mit beiden Händen, bevor sie sich mit den Füßen voraus in den Schacht stürzte, mit je einem Fuß links und rechts neben ihrem Opfer landete und die Klinge in dessen Hals trieb.

Pakura hatte enormes Glück. Nachdem sie sich von ihrem Opfer gelöst und die Klinge herausgezogen hatte, fand sie sich in einer Art Versteck wieder. „Hier müssen sich die Angreifer versteckt und auf den richtigen Moment gewartet haben.“ Es war kein sonderlich großer Raum. Gerade groß genug für ein Dutzend Männer und Vorräte. Aber am der Leiter, welche als Zugang diente, gegenüberliegenden Ende des Raumes befand sich ein Durchgang und dahinter ein Tunnel. Die Untersuchung musste aber vorerst warten. Unter den Vorräten befanden sich zwei Wasserfässer und eines, das dem Geruch her sicher Bier enthielt. Angewidert rümpfte die Meteki die Nase. Alkohol mochte sie grundsätzlich nicht, aber Bier gehörte zu den Dingen, die sie alleine schon wegen des Geruchs verabscheute. Die Fünfzehnjährige versuchte, den Gestank zu unterdrücken und öffnete den Deckel eines der Wasserfässer, bevor sie ein paar Fingerzeichen formte und aus dem flüssigen Nass ein genaues Ebenbild ihrerseits erscheinen ließ. (Mizú Bunshin no Jutsu) Direkt daraufhin kletterten beide Mädchen durch die Luke und die Echte formte noch ein paar Fingerzeichen, wodurch sie sich selbst in ein Fuuma-Shuriken verwandelte (Henge no Jutsu). Der Klon sammelte sowohl das echte Shuriken, als auch Pakura auf und schleuderte beide in perfekter Symmetrie in Richtung des Kampfplatzes (Kage Shuriken no Jutsu) Dem Rückenwind sei Dank.

Unmengen Schnee hinter sich lassend sausten beide Waffen einige Meter durch die Luft, knapp zwischen Baumen hindurch und noch viel knapper an einem Schemen vorbei. Einen Moment vernahm Pakura die Spur des Duftes einer Mischung aus Schweiß und Frauenparfüm (keine sonderlich angenehme Kombination) und löste die Verwandlung. Ein Mann schrie auf, als sich das echte Fuuma-Shuriken in seine Brust bohrte, während Pakura aus der restlichen Rotation heraus im Handstand landete und den am nächsten zu ihr stehenden Schatten mit einem einfachen Drehtritt gegen die Seite zu Boden schickte. HANGETSU!. Einer flüchtigen Bewegung folgend wechselte die Meteki vom Handstand in eine aufrechte, aber hockende, Position und schrie: Sōin shōkai!, bevor sie ihrem Gegenüber mit der Innenseite ihres linken Fußes die Beine wegzog. Nun sah sich die Kunoichi einer Übermacht gegenüber. Während sie zuvor den Überraschungsmoment auf ihrer Seite hatte positionierten sich nun die beiden überlebenden Schläger links und rechts von ihr. Dazu kam ein seltsamer Schatten auf die drei zu, den das Mädchen nicht zuordnen konnte. Es schien beinahe so, als würde sich der Schatten in kleine Stücke auflösen. „Ist das… eine optische Täuschung?“
 

Takeshi Rai

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In den wenigen Sekunden, die gerade vergangen waren, konnte er niemanden erkennen, der ihm gegenüber freundlich gesinnt war. Es gab kein einziges Lebenszeichen von den beiden anderen. Die Geräuschkulisse ergab sich aus dem Klirren von aufeinandertreffendem Metall und Schmerzensschreien, die einem das Blut in den Adern gefrieren ließen – sollte dies der Schneesturm nicht bereits erledigt haben. Noch immer stand der Takeshi diesen fünf Schatten gegenüber, die immer näher auf ihn zukamen. Während er noch wenige Augenblicke Zeit hatte, musste er sich etwas überlegen, denn sein gerade angewandtes Jutsu würde nur für zwei der fünf Gegner ausreichen. Für die restlichen drei brauchte er einen anderen Plan. Aber irgendjemand wollte ihm nicht mehr viel Zeit schenken, denn plötzlich wurde einer der Schatten viel schneller. Rai musste sich fokussieren, um diese verschwommene Silhouette richtig wahrzunehmen und die Bewegungen vorhersehen zu können. Aber nichts half: Wie aus dem Nichts wurde er von einem Zischen überrascht. Es war ein Schwert, die Waffe des Angreifers, das ihn gerade von oben herab attackierte. Da er fast keinen Spielraum hatte, weil er dermaßen überrascht wurde, konnte er nicht anders, als das Schwert mit seiner rechten Hand abzufangen. Die Wucht des Hiebs war so groß, dass er daraufhin gezwungen war in die Knie zu gehen. Ein verärgertes „Argh!“ kam über seine Lippen, denn obwohl er versucht hatte das Schwert zu ergreifen, war die Klinge zu groß gewesen, um es mit den Fingern abzufangen. Deshalb bohrte sich das Schwert ein paar Zentimeter tief in seine Handfläche. Das zuvor gesammelte Chakra verpuffte einfach aus seiner rechten Hand und Blut begann den Schnee rot zu färben. Er konnte das süffisante Lachen des Angreifers hören. Dieser wog sich gerade in Sicherheit und schwelgte schon vom bevorstehenden Sieg, aber er hatte noch nicht mit der puren Willenskraft eines Takeshi gerechnet! Den starken Schmerzen trotzend, erhob Rai sich vom Boden – dabei würdigte er seinen Kontrahenten keines Blickes und starrte zu Boden – und entriss ihm das Schwert aus den Händen, indem er es mit einem kraftvollen Schwung seines linken Ellbogens schnurstracks durch die Luft segeln ließ. Nun konnte er die Angst seines Gegners förmlich riechen, doch bevor dieser es wagte auch nur einen Schritt von ihm wegzutreten, hob Rai seinen wutentbrannten Blick und richtete all seine gerade empfunden Schmerzen und Emotionen auf diesen Kerl. Obwohl beide sich gerade nicht richtig erkennen konnten, wusste der Angreifer, dass er nun um sein Leben rennen musste. Aber was wollte so ein Bandit schon gegen einen trainierten Shinobi ausrichten? Ehe dieser sich umdrehen konnte, hatte zu ihm aufgeschlossen und binnen einer Sekunde seinen Hals mit der linken Hand umschlossen. Das Zucken des Banditen vermittelte die Schmerzen, die dieser gerade haben musste. Nachdem der Körper mit dem Zucken aufgehört hatte und schlaff wurde, stieß der Takeshi diesen zur Seite. Er wollte es jetzt nicht mehr darauf ankommen lassen und keinen weiteren dieser miesen Banditen an ihn heranlassen. Deshalb formte er eine Kette an Fingerzeichen, klatschte seine beiden Hände vor sich zusammen – dabei zierten nun einige Blutspritzer den umliegenden Schnee – und sammelte eine große Menge an Chakra in beiden Händen. Er bemerkte, dass die restlichen vier der zuvor näherkommenden Schatten sich nun von ihm fortbewegten. Diese Typen bekamen nun Angst, aber jetzt wollte Rai mit ihren so richtig abrechnen: „Oh nein, ihr rennt mir jetzt nicht davon. Raiton: Kuropansa!“ Das zuvor gesammelte Chakra verfärbte sich nun schwarz und während Rai es entlud, manifestierte es sich in einen gigantischen Panther, der nun die davonrennenden Gestalten verfolgte. Ehe man sich versah, explodierte der Panther. Er hinterließ einen ansehnlichen Krater und Schmerzen in der Form von Schreien, die sich durch den Schneesturm bohrten. Tja, hätten sie jemand anders angegriffen. Aber jetzt galt es die beiden anderen zu finden und so machte er sich auf den Weg dorthin, wo die Kampfgeräusche am lautesten waren. Dennoch stimmte irgendwas nicht, denn der Takeshi zog eine immer dicker werdende Blutspur mit sich…
 
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Chinatsu lächelte. Ein Kampf auf Leben und Tod – genau das war es. Ihre Finger zuckten, als sich die ersten Papierblätter von ihrem Körper lösten, der Blick zu den Schatten gerichtet, die sich im Schneesturm manifestierten. Sie wollten sie umbringen. Und genau das gleiche hatte die Hasekura umgekehrt auch vor – denn das waren die Regeln, nach denen hier gekämpft wurde. Kein Training, sondern pure Realität. Zu spät bemerkte die 16-Jährige die Bewegung in ihrem Rücken, wollte zur Seite ausweichen, doch es war mehr Glück als tatsächliches Können. Sie konnte nicht sehen, was genau es war, doch irgendein scharfer Gegenstand sauste knapp an ihrem Kopf vorbei – so knapp, dass einige ihrer losen Haarsträhnen noch im Flug abgeschnitten wurden. Wow! Das Mädchen sah mit weit aufgerissenen Augen dem Objekt hinterher, das sogleich im wirbelnden Schnee wieder verschwand. Sie hätte fast ins Gras gebissen. Einfach so, von jetzt auf gleich. Die 16-Jährige konnte sich auf Anhieb nicht daran erinnern, jemals so haarscharf am Tod vorbeigeschrappt zu sein. Ihr Herz pochte wie wild, das Adrenalin pumpte durch ihren Körper. Sie durfte hier noch nicht den Löffel abgeben, das wäre zu früh. Und was würden Pakura und Rai dann denken? Und Kenshin. Sie wollte sich gar nicht vorstellen, wie Kenshin reagieren würde, wenn Chinatsu hier einfach krepierte. Nein, es war noch nicht soweit. Ihre Augen verengten sich und dumpf vernahm sie die Schmerzensschreie anderer Menschen – irgendwo in diesem Wald. Unmöglich auszumachen, woher genau es kam. Es waren einfach zu viele Kämpfe auf zu engem Raum.

Drei Schatten standen dort… noch. Die hellhaarige Kunoichi formte Fingerzeichen, konzentrierte ihr Chakra. Die von ihrem Körper gelösten Papierblätter drückten sich zusammen, komprimierten sich zu einer glatten Oberfläche – zweimal. Sowohl rechts als auch links der Hasekura flog ein riesiges Chakram, rotierte bereits bedrohlich um die eigene Achse. Bereit, den Befehlen der Erschaffern zu folgen. „Kami: Chakuramu!“ Kaum waren die Worte ausgesprochen, schossen beide Papier-Wurfwaffen wie geölte Blitze nach vorne – absolut unmöglich für einen normalen Zivilisten, diesem Angriff auszuweichen. Und auch ein Bandit konnte bei dieser Geschwindigkeit seine eigenen Grenzen kennenlernen. Chinatsu konnte sehen, wie die Schatten ganz rechts und links von ihren beiden Chakram einfach mittig durchgeschnitten wurden – den Banditen blieb nicht einmal Zeit, um irgendeinen Schmerzenslaut von sich zu geben. Genau so hätte es der 16-Jährigen eben auch ergehen können, wenn sie nicht so ein Glück gehabt hätte. Hm. Das Mädchen sah, wie die Körperhälften der Schatten zu Boden klatschten – sodass nur noch der mittige Schatten übrigblieb. Dass es sich hierbei um ihre Teamkollegin handelte, wusste Chinatsu nicht und zog es auch gar nicht in Erwägung. Die Chakram – teilweise blutverschmiert – hatten sich aufgelöst und die einzelnen Papierblätter sausten automatisch zurück in Richtung Anwenderin, vorbei an dem übriggebliebenen Schatten. Ob dieser das als Angriff wertete? Die Hasekura hoffte es, denn es war das perfekte Ablenkungsmanöver. Sie selbst eilte nun mit erhobenem Fächer auf den letzten Schatten zu, hob die Waffe bereits an, um den Gegner mit einem gezielten Schlag außer Gefecht zu setzen. Er konnte froh sein, wenn ihm davon nur ein paar Knochen brachen!
 

Meteki Pakura

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Das konnte nicht real sein. Die Mischung aus Adrenalin und Kälte musste Pakura einen Streich spielen. Sie hatte noch nie im Leben eine Gestalt gesehen, die sich im Schneegestöber einfach auflösen und trotzdem angreifen konnte. Aus dem Schemen kamen nämlich zwei Scheiben geflogen, welche die beiden Angreifer links und rechts der Meteki sauber in der Mitte zerteilten. Wer hatte eigentlich diese Redewendung erfunden? Von sauber konnte nicht die Rede sein, da das Blut der Opfer in alle Richtungen spritzte und den ganzen frischen Schnee rot färbte. Auch sie selbst bekam nicht wenig vom Lebenssaft ihrer Feinde ab, jedoch waren schon einige Überbleibsel der bisherigen Gegner an der Kleidung des Mädchens zu finden, weshalb die erneute Besudelung nicht mehr sonderlich hervorstach. Wie in Zeitlupe scheute die Fünfzehnjährige auf die Leichname neben sich herab und realisierte dabei, dass sich die besagten Scheiben nun auch auflösten. „Sollen die Geschichten der Yuki-Onna etwa Tatsachen entsprechen?“ erinnerte sich die Genin an ein Märchen, das ihr einst ihre Großmutter erzählt hatte, während die Papierstücke vom Schneegestöber getarnt und unbeachtet an der Schwarzhaarigen vorbei glitten. „Mich könnt ihr nicht täuschen… Kollegen.“ Mit zitternden Gliedern platzierte die Braunäugige ihr geliehenes Schwert Klinge voraus in das gefrorene Wasser vor sich, schloss beide Augen und formte ein einzelnes Fingerzeichen, bevor ihren Lippen das im Sturm unhörbare Wort KAI!“ entwischen.

Die Sekunden verflogen weiterhin wie in Zeitlupe, während Pakura mit geschlossenen Fingerzeichen und starr auf die sich nähernde Gestalt blickte. Ihr Chakra war ruhig und kontrolliert… wäre sie wie vermutet in einem Genjutsu gefangen, würde es sich komplett anders anfühlen und die Silhouette müsste sich auflösen. „Das ist keine Illusion.“ stellte die Meteki fest und fixierte die schwach erkennbaren Bewegungen, um sich auf das Zusammentreffen vorzubereiten. „Was Du auch bist, ich werde nicht dein nächstes Opfer.“ Ein Blitzen zweier angriffslustiger Augen durchdrang den Sturm und etwas großes schwang von der Seite auf den Brustkorb der Fünfzehnjährigen zu. Gerade noch rechtzeitig, um sich unter dem Streich hindurch zu ducken (Kaihi), in den Handstand über zu gehen (Toritsu) und ihr rechtes Bein aus der Drehung heraus mit voller Wucht gegen den stumpfen Gegenstand zu donnern (Hangetsu). Ein heftiger Schmerz durchzuckte das Schienbein der Schwarzhaarigen, während ihr Ziel der versuchten Entwaffnung nicht nachzugeben schien. Nein im Gegenteil drückte der Angreifer noch mit einiger Kraft gegen und schleuderte seine Kontrahentin ein Stück nach hinten in den Schnee. Mit einem schnellen Test überprüfte die Braunäugige den Zustand ihres Schienbeins, indem sie es kontrolliert belastete und kam zu dem Ergebnis, dass es nicht angebrochen war. Dennoch war dies nun unwichtig, da der Schatten nun unmittelbar vor ihr stand und zum finalen Schlag ausholte.

Mit ausgestrecktem Mizú Naifu sprang Bunshin-Pakura in die unbekannte Gefahr hinein und versuchte, diese mit Hilfe des Überraschungsmoments zu überrumpeln. Allerdings kassierte sie dafür nur die Waffe des Gegners in die Rippen und zerplatzte in einer Wasserfontäne, welche es der echten Pakura ermöglichten, ihr Gegenüber hinterrücks zu packen und zu erkennen, um wen es sich handelte. „Natsu?“
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Takeshi Rai

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Der Schneesturm schien nicht nachzulassen. Es hatte sogar den Anschein, dass er von Minute zu Minute stärker werden würde. Das machte es für den verletzten Takeshi umso schwerer, sich einen Weg durch den hohen Schnee zu stampfen, während er immer mehr Blut verlor. Wo war ein Medic, wenn man ihn mal brauchte? Richtig, sie war zwar hier, aber wo? Wo war sie? Rais Einschätzungen zufolge, war die Waffe nicht vergiftet gewesen, aber dennoch war der Schnitt tief genug, dass der Blutfluss nicht aufzuhören vermochte. Deswegen konnte man seine Spuren doppelt so gut nachverfolgen, denn immerhin hinterließ er neben seinen tiefen Fußspuren auch eine Blutspur, die sich fast durchgängig mit zog. Er musste schnell Hilfe holen und seine beiden Kameraden erreichen. Man mochte sich gar nicht ausmalen, was passieren würde, wenn er hier einfach zusammenbrechen würde… Und dass wegen eines Schnitts in der Hand. Immer weiter und immer weiter, plagte er sich durch die eisige Kälte in diesem einsamen Wald, der von einer Geräuschkulisse lebendig gemacht wurde, die seinesgleichen suchte. Ein Schrei hier, ein Schrei dort und ein siegreiches Gejaule hinter ihm. Diese ganzen Eindrücke, diese Gewalt… es machte ihn irgendwie schwummrig. Langsam aber sicher, wurden die Schritte des verletzten Shinobi immer schwächer und er drohte bald einzuknicken. Das wäre doch gelacht, wenn er durch einen Schnitt in der Handfläche den Geist aufgeben würde! Aber die Umstände machten es nicht gerade einfacher. Er tat es zwar nur ungern, da er jetzt seine Position ziemlich sicher verraten würde, aber ihm blieb leider keine andere Wahl als um Hilfe zu schreien: „Pakura, Natsu! Ich brauche Hilfe. Helft mir!“ Egal wie laut er schrie, egal wie oft er schrie, seine Hilferufe schienen immer schnell im Wald zu verschwinden und unterzugehen. Er konnte jetzt nur inständig drauf hoffen, dass sie ihn finden würden. „Was für eine Scheiße… Wieso muss ich wieder so ein Pech haben?“ In solchen Momenten fühlte er sich hilflos und schwach, genauso wie damals auf der Burg des verrückten Wissenschaftlers. Dort wurde er einfach so von diesem Monster überrannt und konnte nicht wirklich viel im Kampf ausrichten, was ihn noch immer sauer aufstoßen lässt. Genauso wie jetzt, denn nun konnte er seinen beiden Kameraden nur mehr bedingt – wenn überhaupt – helfen. Immer wieder spürte er einen stechenden und brennenden Schmerz in seiner Hand, der ihn jetzt in die Knie gehen ließ. Der Schnee gab leicht nach und umschloss seine Beine mit einer eisigen Kälte – da half auch sein Mantel nichts mehr. „Aaaaah, wieso tut der Scheiß so weh?“ Er ärgerte sich immer wieder über diese Verletzung, die wahrscheinlich gar nicht hätte passieren müssen. Nochmals schrie er, in der Hoffnung, dass ihn endlich jemand hören würde. Trotzdem mussten es die richtigen Personen hören, denn wenn es einer dieser Banditen sein sollte… dann musste er schnell wegrennen. Rai wollte seine Kräfte sparen und sich schonen – am besten wäre jetzt ein kleines Schläfchen. Aber er durfte jetzt auf keinen Fall einschlafen. Um sich jetzt zu schonen und wieder Kräfte zu sammeln, blieb er hier auf seinen Knien. Zwischenzeitlich steckte er seine verletzte Hand in den Schnee, um sie ein wenig zu kühlen und so möglicherweise den Schmerz zu lindern. Sollte ihn hier niemand finden, dann musst er schnellstmöglich wieder einsatzbereit sein. Und während er hier ein wenig zur Ruhe kam, schrie er immer wieder, in der Hoffnung, dass ihn baldmöglichst jemand finden würde...
 
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Den Fächer bedrohlich angehoben preschte die Hasekura durch den Schnee, die Augen zu schmalen Schlitzen geformt, den Kopf leicht gesenkt. Der komplette Fokus der 16-Jährigen lag auf diesem letzten Schatten, der nach ihrem Angriff mit den Chakram übrig geblieben war. Der letzte Bandit, den es zu besiegen galt. Die Hellhaarige schaltete ihr Denken ab, folgte nur dem Impuls, diesen letzten Gegner noch besiegen zu wollen. So überbrückte Chinatsu auch noch die letzten Meter, bevor sie direkt vor der Gestalt auftauchte und den Fächer mit all ihrer noch übriggebliebenen Kraft seitlich in Richtung Brustkorb des Gegners schwang. „Was…“ Dass diese Gestalt so schnell unter ihren Angriff hinwegtauchen konnte, hatte sie nicht erwartet. Und das war noch nicht alles: Es kam sogar zu einem Gegenangriff! Schnell hob die Hasekura den Fächer an, um sich zu verteidigen und spürte den Druck, der versuchte, ihr die Waffe aus den Händen zu treten. Nicht mit ihr! Die 16-Jährige stemmte sich dagegen, biss die Zähne zusammen – und der Gegner wurde ein Stück nach hinten geschleudert. War das wirklich ein normaler Bandit? Es war mehr Reflex als bewusstes Handeln, als Chinatsu eine Bewegung hinter sich wahrnahm, sich umdrehte und dabei den zusammengefalteten Fächer als Keule herumwirbelte. Als die Gestalt, die sie mit dieser Bewegung getroffen hatte, sich plötzlich in Wasser auflöste, weiteten sich die Augen der Hasekura. Und ehe sie sich versah, spürte sie zwei Arme, die sich von hinten kräftig um ihren Körper legten und ihr die Bewegungsfreiheit nahmen.

„Pakura?!“, antwortete sie mindestens genauso verdutzt. Das Denken kehrte zurück, als Chinatsu die Stimme der Kiri-Nin hörte. Sie blinzelte, versuchte sich umzudrehen – was in der Umklammerung aber gar nicht so leicht war. Sie war immerhin gerade an Pakura Körper gepresst! „Du… du bist kein Bandit!“, stellte sie dann noch unnötigerweise fest. Der Griff um ihren Fächer lockerte sich. „Aber…“, wollte sie weitersprechen, brach dann allerdings ab, als eine weitere Stimme an ihr Ohr drang. Zuerst konnte sie es nicht richtig deuten, doch dann wurde es klarer… ein Hilferuf. „Das ist Rai!“ Chinatsu riss sich aus der Umklammerung der Meteki, die natürlich ohnehin nicht mehr allzu fest gewesen war. Sie wollte zwar mit Pakura darüber sprechen, was eben passiert war, aber dafür hatten sie gerade keine Zeit. Der Takeshi brauchte Hilfe. „Wo ist er?“ Die Kunoichi sah sich hektisch um, spitzte dann die Ohren. Rai rief immer noch nach Hilfe… immer wieder. Man konnte nur hoffen, dass die Banditen mittlerweile alle besiegt waren, sonst würden sie ihn auch hören. „Wir müssen ihm helfen!“ Chinatsu suchte kurz den direkten Blick der Kiri-Nin, bevor sie sich umdrehte und durch den Schnee lief – immer darauf achtend, woher die Rufe von Rai kamen. „RAI!“, rief sie so laut sie konnte gegen den Wind, hielt den Arm hoch, um ihre Augen zu schützen und sich umzusehen. Aber da war nichts… außer Blut. Blut um Schnee. „Ist das von Rai?“, fragte sie verdutzt, denn die Blutspur schien in die Richtung zu führen, aus der die Hilferufe des Takeshis gekommen waren. Verdammt. Chinatsu spürte eine unheimliche Angst, die sie noch nie zuvor gespürt hatte. Ihr wurde bewusst, dass sie sich um den Takeshi sorgte. Ein vollkommen ungewohntes Gefühl, das sie zittern ließ. „RAI!“, rief sie erneut und folgte der Blutspur im Schnee. „Da ist er!“, waren die nächsten Worte, die Pakura vernehmen konnte, als das Mädchen nach vorne deutete. Dort kauerte eine Gestalt, die bereits selbst zum Teil mit Schnee bedeckt war. Und erst bei genauem Hinsehen konnte man die blauen Haare erkennen, die den Takeshi auszeichneten. Chinatsu hetzte nach vorne, ließ sich neben Rai auf die Knie fallen. Sie suchte nach der Wunde, durch die das viele Blut entstanden war - die Hand. Auch wenn Chinatsu keine Medizinerin war, beruhigte es sie, dass scheinbar keine Organe betroffen waren. Aber er verlor so viel Blut... „Pakura, kannst du ihm helfen?“ Sie brauchten eine Medizinerin und die Kiri-Nin war die einzige Person, die diese Rolle erfüllte. Aber die Meteki hatte seit ihrem Aufbruch schon so viel Chakra einsetzen müssen... reichte es überhaupt noch aus? Die Hasekura selbst formte Fingerzeichen, Papierblätter lösten sich von ihrem Körper und um die Dreiergruppe formierte sich eine Pyramide aus Papier. "Kami: Dokubo no tatamu." Es war nicht perfekt, hielt aber zumindest Wind und Schnee davon ab, sie weiter zu beeinträchtigen und könnte notfalls auch Angriffe von außen abwehren. Kurz verschwamm der Blick der Kunoichi, dann schüttelte sie allerdings hektisch den Kopf, um sich zusammenzureißen. Auch sie selbst kam allmählich an ihre Grenzen.
 

Meteki Pakura

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Ein müdes Kichern entwich Pakuras Lippen, als ihre Kameradin feststellte, sie wäre keine Banditin. erleichtert fügte sie hinzu „Du wohl auch nicht…“ was ebenso unnötig war, wie Natsus vorangegangene Feststellung. Die Meteki lockerte ihre Umklammerung so weit, dass quasi nur noch die rechte Hand an der rechten Schulter der Weißhaarigen verblieb. Aller Stress aus den letzten Minuten fiel mit einem Mal von ihr und sie war sich nicht sicher, ob sich die Hasekura wieder in Schnee auflösen würde, wenn sie sich nicht durch den Körperkontakt ihre Echtheit bewusst machte. Jedoch passierte für einen Moment genau das, was die Fünfzehnjährige befürchtete. Das Mädchen löste sich aus ihrem Griff und sagte irgendetwas, das beim Pfeifen des Windes keinen Empfänger fand, bevor sie verschwand. Ungläubig schaute die Schwarzhaarige in ihre leere Handfläche. Hatte sie sich das jetzt nur eingebildet? „Nein, Natsu war da!“ Sie schüttelte ihren Kopf und klatschte sich die Hand vor die Stirn. „Ich muss sie finden!“

Am ganzen Körper vor Kälte zitternd folgte Pakura den Fußspuren der Hasekura, in der Hoffnung, sie zu finden, bevor die Spuren wieder zugeschneit zu werden. Dabei stieß sie auf Rais Blutspur und erkannte die Fußabdrücke, welche dieser folgten. Die Richtung war durch die Form der Abdrücke klar erkennbar, sodass die Meteki schnell an ihrem Ziel ankam. „Oh Gott, was ist passiert!“ nuschelte sie durch ihren Schal, während sie sich auf der der Hasekura gegenüberliegenden Seite auf die Knie hockte und den Schnee von den Schultern des Takeshi wischte. „Er darf nicht noch mehr auskühlen, sonst…“ Ohne zu zögern streifte sich die frierende Kunoichi ihre Winterjacke ab und legte sie hinter Rai auf den Boden, damit sie seinen Oberkörper von seinem eigenen Mantel befreien und vorsiichtig darauflegen konnte. Den Mantel breitete das Mädchen wie eine große Decke über den Blauhaarigen aus. Das war aus ihrer Sicht in dieser Situation die beste Lösung. Währenddessen bemerkte sie aber auch, wie der Wind nachließ und blickte sich um. Es wirkte so, als löste sich Natsus Haut in kleinen Stücken von ihrem Körper und bildete eine Art Pyramide über dem Dreigespann. „Das war es also vorhin.“ Die Kirinin erinnerte sich an die seltsamen Schemen, welche sie zuvor wahrgenommen hatte, besann sich aber zur Konzentration. Es gab gerade wichtigeres. Mit der rechten Hand griff die Braunäugige in ihre rechte Hosentasche und zog eine kleine Taschenlampe hervor, wie sie manch einer in unserer Welt als Schlüsselanhänger mit sich tragen würde. Sie klemmte sich das Ding zwischen die Lippen und betätigte mit den oberen Schneidezähnen den Schubschalter. Mit zitternden Händen befreite sich die Iryōnin von ihren Handschuhen und formte einige Fingerzeichen, woraufhin ihre Hände im typischen grünen Leuchten erstrahlten (Shinsatsu no Jutsu). Es folgte die gleiche Methodik, mit welcher die Suiton-Anwenderin bereits den Samurai behandelt hatte. Nur mit dem Unterschied, dass es ihr diesmal gelang, die Wunde innerhalb von mehreren Minuten andauernder Konzentration komplett zu heilen.

Keuchend und frierend hockte Pakura nun neben ihrem Patienten. Sie war völlig fertig, aber zufrieden mit ihrer Leistung. „Kannst Du aufstehen, Rai-kun? Ich habe eine Art Tunnel entdeckt. Ich denke, da kommen die Banditen her. Wir sollten uns dort ausruhen und dann angreifen.“ Das war natürlich nur ihre persönliche Einschätzung. Das letzte Wort hatte wie immer der Teamleiter.
 

Takeshi Rai

Chuunin
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Dadurch, dass er schon so viel Blut verloren hatte und er eine Zeit lang auf sich alleine gestellt war, bemerkte er nur die schemenhaften Umrisse seiner heraneilenden Teamkameraden, die ihn sofort unter die Fittiche nahmen und sich um ihn sorgten. Er war froh, dass die Meteki eine so gut ausgebildete Medic-Nin war und ihm in dieser Situation sofort richtig helfen konnte. Auch um die sofortige Unterstützung der Hasekura war kein Weg herum, denn sie tat ebenfalls das Richtige und schirmte die drei von allen äußerlichen Einflüssen ab. Nichtsdestotrotz konnte er nicht hören, was die beiden sagten. Alles war irgendwie dumpf und verschwommen. Man könnte meinen, er kenne eine solche Situation, denn schließlich war er ein Shinobi und schon auf vielen gefährlichen Missionen unterwegs gewesen. Trotzdem hatte er sich selbst noch nie in seiner Situation wiedergefunden. Diese Taubheit in seiner Hand und die dumpfen Eindrücke, die er vernahm, machten ihm irgendwie Angst. Würde er jetzt sterben? Hier und jetzt? Durch die Hand eines mittelklassigen Banditen? Naja, wenigstens hatte er einen guten Abgang mit einer Explosion hingelegt – das sollte ihm mal einer nachmachen! Aber irgendwie meldete sich seine Hand mit einem leichten Kribbeln wieder zu Wort. Um nachzusehen, was da gerade passierte, drehte er langsam seinen Kopf – dabei wurde ihm kurz übel – in die Richtung seiner verletzten Hand, um dort die wage Silhouette von Pakura zu sehen. Sie machten sich gerade mit einer ihren grün leuchtenden Händen über seine Hand her. Zeigten ihre Methoden etwa Wirkung? Würde er jetzt doch nicht sterben? Diese Wendung der Dinge würde er nur begrüßen.

Nach ewigen andauernden Moment, in denen der Takeshi immer wieder zwischen Hoffnung und Todesangst stand, kehrten endlich wieder seine normalen Körperzustände zurück. Die dumpfe Wahrnehmung und die Taubheit in seiner Hand waren endlich besiegt und er langsam kam er wieder zu sich. Als er sich wieder aufrichten wollte, dröhnte ihm der Kopf und sein Mantel rutschte hinunter, sodass er ein gewisses Maß an Kälte verspürte. Man könnte meinen, dass es n diesem „Kokon“ mittlerweile wärmer geworden war, aber trotzdem sonderte der Schnee noch immer Kälte ab. Deswegen richtete er sich mit einem erneuten Gefallen an die beiden: „Kann mir bitte jemand helfen, den Mantel anzuziehen?“ Nachdem dies erledigt war, betrachtete er seine Hand. Man konnte deutlich den Schnitt erkennen, da sich eine riesige Narbe gebildet hatte, die sich mitten durch seine Handfläche zog. Nun versuchte er ein paarmal eine Faust zu machen, um seine Feinmotorik zu testen. Soweit schien alles zu funktionieren – es würde sich sowieso erst im Kampf herausstellen, ob er mit seiner Hand noch etwas anfangen konnte oder nicht. Aber hierbei handelte es sich um eine großartige Arbeit, um die er Pakura noch ewig dankbar sein wird. „Ich danke euch zwei, dass ihr mir mein Leben gerettet habt. Ich wusste, dass ich mich auf euch verlassen kann… Naja, es wäre nicht passiert, wenn ich mich nicht so doof angestellt hätte, aber ja… Sei’s drum.“ Mit der Hilfe von den beiden, konnte er wieder aufstehen und einen wackligen Stand genießen. Der Schwindel von vorhin setzte nun wieder etwas ein, aber er versuchte diesen Umstand so gut es ging zu ignorieren. Um nun auf das weitere Vorgehen einzugehen, ließ er sich die Idee von seiner Ärztin kurz durch den Kopf gehen. Aber schnell kam er zu dem Entschluss, dass er raus von hier wollte, raus aus der Kälte und diesem Kampf. Deshalb gab er nun folgende Befehle: „Also gut, dann machen wir uns auf den Weg zu diesem Tunnel. Dort werden wir hoffentlich in Sicherheit sein. Pakura, zeig uns den Weg. Wir geben dir Deckung. Natsu, lös dein Jutsu auf. Sobald die Kuppel weg ist, rennst du, Pakura, voraus und wir dir hinterher. Zusammen schaffen wir das!“ Er zückte mit seiner linken Hand ein Kunai und machte sich auf einen bevorstehenden Kampf bereit.

Als Natsu das Jutsu auflöste, sprintete der ganze Trupp los. Sofort und ohne Rücksicht auf irgendwelche Verluste. Aber wider den Erwartungen von Rai, waren sie nicht von Banditen oder den Samurai belagert worden – es stand einfach niemand um die Kuppel herum. Das nutzten die drei zu ihrem Vorteil aus, um sich so schnell wie möglich einen Weg durch den Schneesturm zu bahnen und den besagten Tunnel zu erreichen. Ebenfalls auffällig war, dass die Kampfgeräusche um sie herum völlig verstummten. Dies störte den Takeshi allerdings recht wenig, da seine Gedanken gerade nur auf den Tunnel gerichtet waren, der sich in unmittelbarer Reichweite befand. Und als die Meteki plötzlich anhielt, wusste er, dass sie ihn erreicht hatten. Außer Atem und keuchend, richtete er sich an sein Team, während die beiden anderen schon damit begannen, die Leiter zum Tunnel hinunterzuklettern: „Puuh, wir haben’s geschafft. Komisch, dass niemand da war, um uns aufzuhalten… Aber egal, lasst uns jetzt verschwinden.“

Er folgte den beiden hinunter in die Finsternis. Dabei stützten die beiden ihn ab, damit er nicht runterfallen und sich wieder verletzen konnte. Er wusste diese Fürsorglichkeit wirklich zu schätzen. Als er dabei war runter zu klettern, schloss er dabei auch die Bodenluke, um etwaige Verfolger abzuschütteln – reine Vorsichtsmaßnahme. Dabei verschwand auch die Lichtquelle und der Abstieg in den Tunnel verlangsamte sich. Da es aber nicht tief hinunterging, war dies kein sonderlich großes Hindernis gewesen. Unten angekommen, fragte er einfach mal in die Runde: „Kann jemand Licht machen?“ Und da vernahm er es, ein sarkastisches und langsames Klatschen. Erschrocken zuckte er zusammen und instinktiv rief er in die Finsternis hinein: „Wa-… Wer ist da? Zeig dich!“ Und wie auf Kommando entflammten nach der Reihe die Fackeln an den Wänden. Damit offenbarten sich ein Dutzend Banditen, die sich um die drei herum positioniert hatten – die hatten auch die Fackeln entflammt. In der Mitte dieser Formation, schritten zwei Personen auf die drei zu, eine männlich und eine weiblich. Anhand der Kleidung, die die Frau trug, konnte man sie eindeutig den Banditen zuordnen. Konnte das ihre Anführerin sein? Wer aber war dann dieser Mann? Der fremde Mann schien dieser Frage sogleich eine Antwort geben zu wollen, denn dieser klatschte nochmals und meldete sich mit öliger Stimme und widerwertigem Unterton zu Wort: „Na wenn das mal keine gute Vorstellung war! Das hätten wir nicht besser machen können, oder Liebling?“ Nun meldete sie sich zu Wort: „Oh nein, mein Hase, das hätten wir nicht besser machen können. Wollen wir unser kleines Schauspiel auflösen, ehe unsere Freunde die drei hier aufmischen?“ Etwas verdutzt über das, was hier gerade geschah, wollte Rai die beiden gerade fragen, was denn hier bloß vor sich ging, aber irgendwie machte ihm das Dutzend an Banditen zu schaffen – er wollte die nicht aus den Augen lassen. Aber der Mann meldete sich wieder zu Wort und stellte sich sogleich auch vor: „Tja, ich könnte das sowieso nicht mehr länger geheim halten! Darf ich mich vorstellen, mein Name ist Sato Hideyoshi, auch bekannt als der Meisterdetektiv schlechthin. Und das hier ist wohl mein bestes Kunststück! Da haben wir uns wohl selbst übertroffen oder nicht, mein Liebling? Die ganzen Morde und Überfälle der Roten Seidenbande… das war alles von uns zwei geplant! Jetzt haben wir uns genug Geld verdient, um abzuhauen und unsere Liebe in vollen Zügen zu genießen! Noch Fragen? Nein? Gut, dann können wir zwei ja jetzt abhauen und ihr werdet hier euer Grab finden. Also dann, man sieht sich!“ So schnell konnte Rai das Gesagte gar nicht verarbeiten, ehe die zwei sich aus dem Staub machen wollten. Aber eines war sicher, die beiden konnten sie nicht einfach so abzischen lassen! Deswegen gab er klare Befehle an Natsu weiter: „Natsu, lass die zwei nicht entkommen!“ Er hoffte darauf, dass sie ihre Papierkuppel auch auf die zwei Halunken anwenden konnte. Und während die Banditen ihre Waffen zogen, zog auch Rai ein Kunai und machte sich für den Kampf bereit. „Pakura, hilf mir und gib alles, was du noch kannst!“
 
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Chinatsu schwieg, während sich immer mehr Blätter von ihrem zierlichen Körper lösten um die Papierwände, von denen das Dreiergespann umgeben war, zusätzlich zu stabilisieren. Es war anstrengend. Anstrengender, als das Mädchen in Erinnerung hatte. Ob das an der allgemeinen Erschöpfung lag? Oder an der Sorge um Rai? Vielleicht eine Kombination aus beidem. Im Verlauf dieses Auftrags war bereits Einiges geschehen, der stark blutende Takeshi war nur die Krönung. Interessiert blickte die Hasekura auf die grünlich leuchtenden Hände von Pakura, die sich nur ein kleines Stück über der Wunde von Rai positionierten. Noch nie hatte Chinatsu diese medizinische Technik aus solcher Nähe gesehen. Sie selbst war keine Iryonin und würde es wohl auch nie werden – aber sogar sie glaubte, die Wärme zu spüren, die von diesen heilenden Händen ausging. Man konnte förmlich zusehen, wie die tiefe Schnittwunde allmählich kleiner wurde, das Bluten aufhörte und schließlich, nach einigen Minuten, nur noch eine Narbe zurückblieb. Trotz der Erschöpfung warf die Hasekura Pakura mit strahlenden Augen ein leichtes Lächeln zu – sie war beeindruckt von der Leistung, was sie der Sora-Nin dadurch zeigen wollte. Kaum war die Wunde geheilt, kam auch Rai wieder zu sich. Erleichterung machte sich bei der Origami-Userin breit, weshalb sie auch nicht lange zögerte, als der Teamleiter nach seinem Mantel fragte. Sie half ihm, diesen wieder anzuziehen und auf die Beine zu kommen. Es folgte ein Kichern der Hasekura, abgerundet von dem altbekannten schiefen Grinsen, um ihre Sorge von zuvor zu überspielen. „Schön, dass du wieder unter den Lebenden weilst.“ Danach sah sie zur Meteki, die von einem Tunnel ganz in der Nähe sprach. Ach was, echt? Chinatsu hatte nicht gedacht, dass sie in diesem Kampfgetümmel einfach so über einen geheimen Tunnel stolpern würden. Die Antwort von Rai verriet allerdings, dass auch der Teamleiter dieser Spur weiter folgen wollte. Naja, immerhin wären sie in so einem geheimen Tunnel vor dem Schneesturm geschützt, wogegen Chinatsu nach den letzten Stunden in bitterer Kälte und im Kampf gegen den eisigen Wind nichts einzuwenden hatte. Nach der direkten Aufforderung von Rai nickte die 16-Jährige, formte ein Fingerzeichen und die Papierblätter, die ihnen zuvor Schutz gewährt hatten, lösten sich abrupt auf und verbanden sich wieder mit dem Körper des Mädchens. Anders als erwartet wurden die Genin von keinen Banditen angegriffen, als sie sich auf den direkten Weg zum Tunnel machten. Ganz im Gegenteil: Es wirkte fast so, als wollten die Gegner, dass sie zu besagtem Tunnel kamen. Oder hatten sie wirklich alle Banditen besiegt, die es hier gab? Hm. Sie kamen an einer Leiter zum Stehen, die in die Dunkelheit hinabführte. Okay, also wenn der Kampf gegen die Banditen nicht schon Adrenalin pur war, dann ja wohl dieser Abstieg ins Ungewisse. Pakura ging vor, direkt dahinter folgte Chinatsu.

Als Rai die Luke in die Freiheit schloss, wurde es für einen kurzen Augenblick stockfinster. Ein Glück, dass die Weißhaarige bereits am Boden angekommen war, sonst hätte sie sich noch das Genick gebrochen! „Sorry, ich kann kein Licht herbeibeschwören“, antwortete sie in die Dunkelheit hinein auf die Frage des Takeshi, ohne an ihre normale Ninja-Ausrüstung zu denken. Aber hey, die Aufgabe wurde ihr einfach abgenommen! Plötzlich entflammten diverse Fackeln, die rechts und links an den Wänden angebracht waren und es erschienen… Banditen. Natürlich. Und gleich ein Dutzend! Als hätten sie nicht schon genug Ärger mit diesen Typen gehabt. Aber… wer waren dieser Mann und die Frau, die in der Mitte des Raumes standen? Sie verrieten es der ahnungslosen 16-Jährige, deren Kinn unweigerlich nach unten klappte. DU bist der Meisterdetektiv?“, fragte sie in den Raum, auch wenn klar war, dass sich die Leute gerade überhaupt nicht für ihre Frage interessierten. Moment. Das hieß, sie waren durch die eisige Kälte gestapft, hatten Menschen aus einem brennenden Gebäude retten und mit einigen Samurai gegen Banditen auf Leben und Tod kämpfen müssen, weil die hier ein verdammtes Schauspiel abgezogen hatten?! Der Meisterdetektiv war gar nicht in Gefahr gewesen! Chinatsu konnte nicht fassen, dass sie so an der Nase herumgeführt worden war. Was fiel denen eigentlich ein?! Das war überhaupt nicht witzig! Und dann wollten die sich auch noch aus dem Staub machen! Die hatten ja wohl den Schuss nicht gehört! „Ja!“, antwortete sie Rai, der sie aufforderte, die Halunken an der Flucht zu hindern. Das Mädchen stürmte nach vorne und formte Fingerzeichen, woraufhin Papierblätter sich bereits von ihrem Körper lösten. „Kami: Dokubo no…“, begann sie zu sprechen, doch plötzlich tauchten rechts und links von ihr jeweils Banditen mit erhobenem Schwert auf. Chinatsu war gerade wehrlos – und auf die Hilfe ihrer Teamkollegen angewiesen, um ihre Technik zu vollenden.
 
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