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Die Stollen

Kiyama Mura

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Geschockt kam Mura zum Stehen, als er sah, wie Itoe zu Kristall erstarrt stehen blieb. Ungläubig blickte er die junge Frau aus Konoha an, die mit aufgerissenen und doch vollkommen leblos wirkenden Augen gerade aus vor sich hinstarrte. Kein Zeichen des Lebens war ihrem Gesicht zu entnehmen, das nur grob unter der violetten Schicht zu erkennen war. War…war sie tot?!? Mura mochte, Mura konnte und wollte das nicht glauben. Gerade hatte er noch voller Selbstvertrauen Mai versprochen, dass er alles dafür tun würde, sie alle heil nach Hause zu bringen. Ein Versprechen, das seiner blauhaarigen Retterin und auch ihm selbst wie Hohn und Spott erscheinen musste. Auch für Kayros schien diese Situation eine Neuheit zu sein, denn auch ihm sah man die Fassungslosigkeit ab, hatte er doch wenige Momente zuvor noch mit der Hyuuga diskutiert. Doch Mura fasste sich schnell wieder und richtete seinen Blick auf Buntaro fokussiert. Nein, das würde er ihm büßen. Mura atmete schwer, wobei gleichsam die Anstrengung, sich trotz all der körperlichen Qualen weiter zu bewegen, wie auch nur die mit Mühe unterdrückte Wut ihre Auswirkung hatten. Nur noch wenige Meter trennten ihn von diesem Monster, das so wenig mit dem Bruder seiner Vergangenheit gemein hatte. Mura gierte geradezu nach dem Blut dieses Mannes, der seiner Familie, seinen Freunden und zuletzt auch ihm selbst so große Leiden zugefügt hatte. Schon längst hatte Buntaro seinen Status als Bruder in den Augen des Kiyamas verloren. Spätestens aber ab dem Zeitpunkt, als Mura am Grab seiner Mutter gestanden hatten und von seiner Schwester hatte erfahren müssen, welche vertraute Person hinter dem Überfall auf sein Heimatdorf gesteckt hatte. Und obwohl er so viel Zeit in der Gesellschaft seines Bruders hatte verbringen dürfen, zweifelte er daran, jemals die Gedankengänge dieses Wahnsinnigen zu verstehen. Er wusste nur, dass er ihn stoppen musste. Sofort.
Schon hastete er auf seinen Bruder los, als ihn eine Hand von hinten griff und rüde zu Boden riss. Der Aufprall auf den Boden trieb ihm die Luft aus dem Körper, als die zahlreichen Wunden auf seinem Rücken mit dem dreckigen mit Kieseln bedeckten Boden in Berührung kamen. So konnte der junge Kumonin nur aus tränenverschleierten Augen erkennen, wie etwas über ihn hinweg schoss. Erst dann erkannte er, dass da, wo sich nur wenige Augenblicke zuvor sein Kopf befunden hatte, eine ganze Reihe an Wurfgeschossen über ihn hinwegflog. Was war passiert…?

In der Zwischenzeit hatte Buntaro sich ganz dem Sunanin zugewandt. Ein kurzer Blick zur Seite hatte für eine schnelle Einschätzung genügt, dass von den beiden total erschöpften und verletzten Kumonins keine größere Gefahr ausgehen würde. Auf ein kurzes Nicken hin hatte sein Doppelgänger Stellung bezogen, um sich um diese beiden Gegner zu kümmern. Außerdem spürte er, dass der kurz zuvor von Mai niedergestreckte kristalline Buntaro noch aktiv war. Das sollte wohl reichen.
Weitaus interessanter fand er doch den Sunanin. Dass dieser Einiges auf dem Kasten hatte, hatte er sofort gemerkt, als die Verbindung zu einem Katzenwesen nach dem anderen abgerissen war. Immer hatte er zuletzt das Gesicht dieses Jungen gesehen. Buntaro war neugierig. Einen guten Teil der Dotonjutsus des Chuunin hatte er schon einmal unterbunden, doch er dachte gar nicht, sich das Heft aus der Hand nehmen zu lassen und dem Gegner die Chance zu bieten, sich eine Taktik zu überlegen. Kurz, nachdem Itoe mit Kristall umschlossen worden war, hatte er schon neue Fingerzeichen gebildet, sodass im Raum um Kayros herum vier Jadekristalle entstanden. Ein diabolisches Lächeln umspielte die Lippen des älteren Kiyamas.
 

Sakaida Mai

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Mai kannte Kayros schon lange, Itoe erst seit kurzer Zeit. Dennoch hatte sie beide, den einen wie auch die andere, sehr schnell ins Herz geschlossen. Es war schon ein wenig traurig, dass Mai gleich zu Beginn dieser verfluchten Mission erkennen musste, dass sich Kayros und Itoe leider so gar nicht leiden konnten. Für Mai war es absolut unüblich, mit einem anderen Menschen nicht auszukommen. Aber sie konnte es zumindest akzeptieren, wenn zwei ihrer Freunde einander nicht sonderlich leiden konnten. Doch welche Ausmaße dieser Umstand auf die Mission haben würde, hätte der Blauschopf nicht zu träumen gewagt. Ein gut funktionierendes Team war eben doch das A und O einer Mission..
Sie wollte etwas tun, machte einen Schritt nach vorn, zögerte wieder, um nicht genauso zu enden, wie Itoe. Zugleich schlug Mai erschrocken die Hände vor den Mund und sah hilflos mit an, wie Itoe in dem Kristall gefangen wurde. Einen Moment lang stieg Panik in ihr auf. Was hatte das nun zu bedeuten? Was geschah mit Itoe?! War sie nur erstarrt, außer Gefecht gesetzt oder.. Verzweifelt schüttelte Mai den Kopf, diesen Gedanken dürfte sie gar nicht erst aufkommen lassen. Es blieb außerdem keine Zeit, um weiter darüber nachzudenken. Ein Blick zu Kayros, weiter zu Buntaro und wo war- Kurz zuckte Mai zusammen, als eine Hand ihre umgriff. Erleichtert darüber, dass es Mura war, sah sie zu ihm. Unter anderen Umständen hätte sich Mai über diese Geste mehr freuen können.. Doch im Vordergrund stand nun, dass er sich blindlings in Gefahr begab (sein Zustand könnte nämlich etwas besser sein). Abgesehen davon schnappte er sich Mai’s letzten Kunai! Das.. also.. unter anderen Umständen..

Ein Geräusch ließ Mai ihren Blick von Mura abwenden, welcher in sein personifiziertes Verderben (Buntaro) lief. Dieser Kristalldoppelgänger von vorhin schien sich von dem Stromschlag erholt zu haben und holte erneut aus. Und diesmal in Form von Shuriken, welche er gezielt an Mai vorbeiwarf und wohl Mura treffen sollten. „Nein!“, entkam es dem Blauschopf aufgebracht, ehe sie in voller Geschwindigkeit losstürmte und nur noch Zeit dafür fand, Mura unsanft zu Boden zu reißen. Das war nicht ihre Art, doch die Uhr tickte eben. Auf voller Fahrt stieß sich Mai sogleich geschickt von der Höhlenwand ab, nutzte die neuaufgebauten Chakrareserven und lud beide ihre Hände mit dem gefährlichen Raiton-Jutsu auf. Wild entschlossen raste der Blauschopf auf den Doppelgänger zu, stieß ihn mit Körpereinsatz ein paar Schritte zurück (für mehr reichten weder Kraft noch Gewicht) und umklammerte gezielt seinen Kopf, um ihn endgültig zur Ruhe zu bringen.
Einer der beiden Doppelgänger war endlich Geschichte. Ein Blick zu Mura: Er lag noch immer auf dem Boden, hoffentlich hatte Mai ihn nicht zu hart rangenommen. Weiter zu Kayros: Buntaro hatte ihn im Visier. Kayros.. ob er Mura nicht wenigstens notdürftig versorgen könnte? Damit wäre nicht nur dem Kumo-Nin, sondern auch der Gruppe geholfen. Dafür müsste Mai sich jedoch wenigstens eine kurze Zeit allein dem Übel stellen. Sie hatte bereits an Itoe gesehen, dass ein Moment der Unaufmerksamkeit genügte. Mai würde aufpassen und sie war schnell.. es würde schon gut gehen. Den Moment nutzend, in welchem Buntaros Aufmerksamkeit Kayros galt, formte Mai die nötigen Fingerzeichen, um den älteren Kiyama mit Hilfe des Mawaru Sekai in die kreisende Welt zu schicken. Sie wusste nicht, ob sein Genjutsu besser war als ihres, aber wenigstens einige Sekunden würden ihr und dem Suna-Nin gehören. Buntaro begann zu wanken, während sie Kayros per Blick zu Mura deutete. „Sieh bitte nach ihm!“, bat Mai ihn leise und hoffte, dass er die Möglichkeit dazu finden würde. Und vor allem, dass es halbwegs schnell ging, denn lange könnte sie Buntaro nicht alleine stemmen.

Es gab diese Sekunden zwischen dem Zeitpunkt, an welchem sich das Jutsu auflöste und den Moment, in welchem man sich wieder orientiert hatte. Es war nur so wenig Zeit, aber ausreichend, um Fingerzeichen zu formen. Bewusst hatte sie sich hinter Buntaro gestellt, damit er sich umdrehen müsste, um sie ansehen zu können. Würde dieser Verrückte einen Schritt machen, ging er Mai in die Falle. Das Raiton: Vorutêji no Suteppu war ein wunderbar heimtückisches Jutsu, solange der Gegner nicht wusste, wie es funktioniert. Um auf Nummer Sicher zu gehen, hatte Mai es möglichst heimlich angewandt. Sie hatte im Moment keinen Blick für Kayros oder Mura, sie wusste also nicht, was Ersterer machte. Kümmerte er sich um Mura oder stärkte er Mai den Rücken? Die Anspannung war dem Blauschopf anzusehen. Endlich, Buntaro hatte nach einer schier unendlichen Zeit Anstalten gemacht, sich umzudrehen. Schier unendlich? Es waren vielleicht knapp über zwanzig Sekunden gewesen. Auf undefinierbare Art und Weise sah Buntaro über die Schulter hinweg zu Mai. Lächelte er? Noch ehe sie es jedoch deuten konnte, hob er seinen Fuß.. Seine starken Schmerzen konnte man nur erahnen, deutlich zu erkennen waren die heftigen Zuckungen, welche ebenfalls durch den Stromschlag ausgelöst wurden. Und so wurde er zuletzt vom Boden weggerissen und aufgrund der starken Entladung in die Luft geschleudert. Dieses Jutsu war Anstrengend..
Und der andere Doppelgänger war zu lange in Vergessenheit geraten.
Mai könnte nicht mehr sagen, wie er es gemacht hatte. Aber er hatte es geschafft, ihr mit einem gezielten Schlag die Lichter für die nächsten Minuten auszublasen.
 
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Hiragana Kayros

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Mai schaffte es, Buntaro in ein Genjutsu zu setzen für den Moment. „Sieh bitte nach ihm!“, bat sie Kayros und übernahm für ihn seinen Gegner. „Ja“, sagte der Mediziner nur und lächelte das Mädchen an. Er sprang zu Mura und kniete sich zu ihm nieder. „Alles wird gut...“, murmelte der Junge zu seinem Kumpel. Vorsichtig untersuchte er den Genin, stellte neben zahllosen oberflächlicheren Wunden auch eine starke Erschöpfung fest und im Folge einer Unterernährung der letzten Zeit auch ein gewisser Blutmangel. Kayros formte Fingerzeichen und schmiedete Chakra, als er aufblickte. Mai hatte sich hinter Buntaro gestellt und es schien, als habe sie die Oberhand. Wäre das nicht der winzige Punkt, der Kayros beinahe in Schockstarre verfallen ließ. Die Fingerzeichen kamen nun ganz automatisch, und er aktivierte eine gewaltige Menge Chakra. Seine Finger schlossen ein letztes Zeichen, eine Art Kreuz, und plötzlich sah man dreifach. Zwei Doppelgänger stürmten zu Mai und zu Itoe. Der erste kam bei Mai an in dem Augenblick, als der letzte Kristalldoppelgänger die Kunoichi feige von hinten in den Nacken geschlagen hatte. Triumphierend verwandelte er schon seinen Arm in einen kristallinen Speer, um ihr das Leben zu nehmen, als der Doppelgänger ausholte und Chakra in seiner Hand fokussierte. Er sammelte die ganze Energie in den Fingerknöcheln und ließ sie beim darauf folgenden Faustschlag frei, sodass Buntaro nur verdutzt gucken konnte, wie sein Doppelgänger unter dem Schrei von Kayros in feinen Kristallstaub zermahlen wurde – an der Wand fünfzehn Meter von seiner ursprünglichen Position. Der Doppelgänger nahm das Mädchen und zog sich mit ihr zu Mura und seinem Original zurück.

Der zweite Kagebunshin, der zur anderen Chuunin geeilt war, hatte ebenfalls Chakra in seiner Hand gesammelt, allerdings in der Handkante. Der Schlag reichte aus, um den mit Jade überzogenen Boden aufzuspalten und die Skulptur transportfähig zu machen. In der Verwirrung durch Mai und dem ersten Doppelgänger schnappte sich also der zweite Itoe, die durch ihre Extraschicht Edelstein verdammt schwer war, und kehrte damit zurück zu den anderen.

Der echte Kayros hatte unterdessen eine Nahrungspille genommen und schaute wütend zu Buntaro herüber. Die Hyorogan erhöhte die aggressive Art der Konsumenten, und dementsprechend zornig klang auch die Stimme des Jungen, der zu dem Ame-Nin herüberschrie. „Jetzt ist Schluss! Mit Shinobi aus Kaze no Kuni sollte man sich nicht anlegen.“ Kayros' gelben Augen funkelten wild, als das Okazegan sämtlich Farbe aus dem Blickfeld entfernte. Buntaro mochte sich überlegen gefühlt haben, aber er hatte eine Sache nicht bedacht: Die Abkömmlinge aus dem Hiragana-Clan hatten fast alle das Windelement im Blut. Aber das sollte ihm gleich sicher wieder in den Sinn kommen. Die beiden Doppelgänger heilten derweil Mura und Mai. Kayros würde Buntaro jetzt erledigen. Er stürmte nach vorne. Wind umspielte seine Kleidung. Aus seinem Schatten brach ein weiterer Doppelgänger hervor, doch der war anders als die bisherigen. Seine Mütze und seine Hose flatterten wild umher, und dann und wann blähte sich seine Jacke etwas auf. Kayros und sein Doppelgänger nahmen Muras Bruder in die Zange. Etwa zehn Meter voneinander entfernt standen sie nun vor und hinter Buntaro, der sich nicht die Zeit nahm, irgendetwas auf Kayros' Worte zu antworten. Der Doppelgänger befand sich auf dem Kristall, während der echte Hiragana-Spross auf einem Felsen stand.

Mura und Mai waren sanft auf den Boden gelegt worden, ehe die Doppelgänger ihre Arbeit aufnahmen und sich um die Verletzungen der beiden kümmerten. Sorgsam schlossen sie jede Wunde, versorgten alle Hämatome und entzogen sogar die Rückstände der Kristallsplitter aus den Körpern der beiden. Einer der Doppelgänger reichte Mura eine Blutvermehrungspille, während der andere Mai wieder zu Bewusstsein rief. „Komm zu dir!“ Lächelnd schauten die beiden Hiragana-Klone zu den Kumo-Nins und halfen ihnen, aufzustehen. Anschließend gaben sie ihnen, allen voran Mura, die wenigen Vorräte, die Kayros noch dabei gehabt hatte.

Buntaro hingegen schlug mit der Hand auf den Boden und brachte einen Chakraimpuls direkt unter den Doppelgänger. Als nichts passierte, wich sämtliche Farbe aus dem Gesicht des Verbrechers. Der Kazebunshin sprang nur nach vorne, schloss Fingerzeichen und ehe Muras Bruder reagieren konnte, löste er sich in einer gewaltigen zielgerichteten Druckwelle auf. Die Kraft war so gewaltig, dass nicht einmal das Kinobori Buntaro halten konnten, und so schleuderte sie ihn direkt in den echten Kayros, dessen Hände bereits vor Chakra glühten. Buntaro kollidierte mit einer Steinsäule einige Meter hinter dem Hiragana, der mit zwei Schlägen auf die Oberarme alle Sehnen durchschnitt und so die Arme zumindest temporär paralysierte. Von Buntaro durfte nun keine Gefahr mehr ausgehen. Er konnte keine Fingerzeichen mehr schließen und der Schmerz durch die gebrochenen Knochen hatten ihn bewusstlos werden lassen. Die beiden Schattendoppelgänger lösten sich zufrieden auf und Kayros sackte erschöpft zusammen. „Ich freue mich, dass es euch gut geht, Freunde.“ Kayros lächelte zu den beiden herrüber.
 
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Kiyama Mura

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Ehe er so recht wusste, wie ihm geschah, fand sich Mura auf dem Rücken liegend wieder. Am Ende seiner Kräfte realisierte er nur mit Mühe, aus welch prekärer Lage er nur wenige Augenbliche zuvor von der Sakaida gerettet worden war. Die Wurfgeschosse konnte er nur als dunkle Flecken verschwommen wahrnehmen. Auch die Tatsache, dass sich ein weiblicher Körper nur wenige Zentimeter von ihm entfernt befand, störte den eigentlich recht schüchternen, sich aber am Rande der Erschöpfung befindlichen Kiyama gar nicht mehr. Denn mit seiner unfreiwilligen Notlandung war auch jede Kraft aus seinem Körper gewichen. Sein ziemlich plumper Versuch einer Attacke war nicht mehr als ein letztes verzweifeltes Aufbäumen gewesen. Ein Aufbäumen, das nun endgültig sein Ende gefunden hatte. Denn während Mai sich zügig erhob, um Kayros bei dem unerbittlich geführten Kampf mit Buntaro zu unterstützen, schwanden Mura langsam die Sinne und Dunkelheit verschleierte seinen Blick. Er wollte sich noch aufrichten und zumindest einen Blick auf den Kampf erhaschen, aber sein Körper verweigerte ihm den Dienst. Langsam sank er zurück.
Er würde kurz die Augen schließen…nur ganz kurz…

Mura fand sich an einem ihm nur allzu bekannten Ort wieder. Das kleine Häuschen in dem kleinen Örtchen Shinoha war so lange seine Heimat gewesen, dass er jede Ecke, jedes Balken und jedes Knarzen auf Anhieb erkannte. Hier war seine Heimat. Hier wollte er leben und sterben. Mit einem zufriedenen Lächeln schaute sich der Kiyama um. Sein Vater und zwei von ihm geschaffene Doppelgänger bestellten gerade die Felder hinter dem Haus. Seine Mutter lief nur wenige Schritte hinter ihm her, musterte kritisch das Werk ihres Gatten und griff hier und da nörgelnd ein. Ein Lächeln huschte über das Gesicht des Jungen. Sein Vater bemühte sich ja redlich, aber man merkte, dass ihm die jahrelange Erfahrung eines Bauern fehlte. Am Rande des Feldes hatte Buntaro auf einem Baustumpf Platz genommen und schnitzte mit seinem Messer an einem Stück Holz. Was sein Bruder da wieder bastelte, konnte Mura nicht feststellen. Sein Blick wanderte unwillkürlich zu seinem Schoß und der Holzflöte, die er dort in Händen hielt. Natürlich war sie nicht so schön und vollkommen wie die, die er von seinem Vater geschenkt bekommen hatte, aber das machte sie in seinen Augen nicht weniger wertvoll. Ja, sein Bruder hatte wahrlich das Talent seines Vaters Eto geerbt. Plötzlich griff zwei Kinderhände den Kiyama von hinten.
MUA… Mua, Rücken. Will reiten.
Seine kleine Schwester war noch kaum der Sprache mächtig und wankte und stolperte bei jedem Schritt, den sie tat. Mura hatte eine Schwäche für seine kleine Schwester, während Buntaro Miako eher als störend und nervig empfand. Schließlich war es seit der Geburt der Kleinen die wichtigste Aufgabe der beiden Jungen gewesen, auch ja immer auf das jüngste Familienmitglied aufzupassen. Miako, die immer wieder von Buntaro als nerviges Gör abgewiesen worden war, hatte daher auch schnell Mura als ihren Lieblingsbruder identifiziert. Doch als Mura sich herumdrehte und ihr breit lachend die Hand reichte, um sie auf seinen Rücken zu heben, erstarrte die kleine Kiyama unvermittelt. Vollkommen bleich und mit aufgerissenen Augen stand sie da und schaute auf einen Punkt hinter Mura. Der Junge merkte, wie ihm ein Kloß die Möglichkeit nahm zu schlucken. Nervös drehte er sich um. Mit einem energischen Schritt und einem geradezu bösartigen Lächeln auf den Lippen kam Buntaro auf seine beiden Geschwister zu. Doch das nahm Mura nur am Rande wahr. Denn sprachlos starrte er auf die beiden Körper seiner Eltern, die niedergestreckt und blutend auf dem frisch bestellten Feld lagen, und sich nicht rührten. Dann entdeckte er einen blutigen Holzkunai in der Hand seines geliebten Bruders. Seine Lippen formten stumm das Wort…
Warum?

Mura wurde von der sanften Stimme des Sunanins geweckt, der sich über ihn niedergebeugt hatte. Wärme stieg in seinem geschundenen Körper auf und er merkte, dass ihm seine Glieder mehr und mehr zu gehorchen anfingen. Ah, er wurde geheilt. Es war vorbei. Mura lehnte sich zurück und wäre fast wieder ohnmächtig geworden, als er realisierte, was das bedeutete.
Buntaro? Wo ist er?
Der junge Kiyama stieß ein kurzes Gebet an seinen Körper aus.
Bitte, bitte schenk mir noch einmal die Kraft, mich zu erheben.

Langsam und mit Mühe erhob sich der junge Kumonin, nachdem ihm der Doppelgänger des Hiraganas dies gestattete. Er hatte sich gerade erst erhoben und war wankend auf die Beine gekommen, als sich die Doppelgänger auflösten und Kayros seinerseits erschöpft in sich zusammensackte. Mit gebrochener Stimme richtete er erstmals auch das Wort an den Sunanin, der so viel für ihn riskiert hatte.
Danke, danke für alles. Ich weiß nicht, was ich sagen soll.
Bevor er in die unangenehme Lage geraten konnte, sich spontan einige Worte des Dankes zu überlegen, war ein lautes Brüllen zu hören, das für ihn dieses Problem löste. Scheinbar waren die Katzenwesen durch die Absperrungen gebrochen und damit war der Zeitpunkt gekommen, endlich von diesem unheimlichen Ort zu verschwinden. Es war nur eine Frage der Zeit, bis es hier nur so von den Kreaturen wimmeln würde.
Kayros, Mai, bitte nehmt Itoe mit und versucht einen Ausweg für uns zu finden.
Mura beugte sich nach vorne und griff nach einem Stück scharfkantigen Kristall, das sich bei der Befreiung Itoes gelöst hatte und ging langsam auf Buntaro zu.
Ich werde sofort nachkommen. Ich muss nur noch eine Kleinigkeit erledigen.
Kurz hielt Mura inne und drehte sich zu den beiden Chuunin um.
Bitte, vertraut mir.
 

Sakaida Mai

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Was haben sie denn?“, fragte Mai Mura und nahm neben ihm auf der Decke Platz. Umgeben von satten, grünen Wiesen und über ihnen ein Baum, welcher kühlen Schatten spendete, an diesem wunderbaren Sommertag. „Ich weiß es nicht, ich bin auch gerade erst gekommen.“, antwortete der blonde Kumo-Nin mit einem Schulternzucken. Ebenfalls auf der großen Decke saßen Kayros und Itoe, welche vor wenigen Sekunden noch einen bösen Blick austauschten, ehe er die Augen verdrehte und sie ein genervtes Seufzen ausstieß. „Was sich neckt, das liebt sich.“, kicherte Mai und lehnte sich zurück, da sie müde wurde. „Und warum streitet ihr dann nicht?“, konterte Itoe und deutete auf Mura. Mai konnte darauf nicht antworten, zu sehr hatte sie die Müdigkeit überrollt. Es schien ihr das Paradies zu sein. Hier mit ihren Freunden, sie alle vier. „Komm zu dir!, hörte sie Kayros, was Mai nur grummeln ließ. Warum zwitscherten die Vögel nicht mehr? „Komm zu dir!, hallte es wieder. Kalt war es geworden.

Mhmm..“, kam es grummelnd von Mai, ihr Kopf schmerzte noch ein wenig. Eine kleine Welle der Enttäuschung überkam das Mädchen, da sie die Realität schneller, als es ihr lieb gewesen war, wieder einholte. Sie waren noch immer in diesem verdammten Berg, umgeben von mattem Licht und kalter, fahler Luft. Es war bereits das zweite Mal, dass Mai während dieser Mission von einem schönen Sommertag träumte. Es wurde endgültig Zeit, dass sie die Mine wieder verlassen! Und zwar alle gesund und munter!
Ein ohrenbetäubender Knall ließ Mai urplötzlich aufschrecken und half ihr dabei, endlich wieder wach zu werden. Nun war sie wieder ganz da und fühlte sich wie neugeboren. „Das habe ich bestimmt Kayros zu verdanken.“, fuhr es dem Mädchen durch den Kopf, während ihre Erinnerungen an die letzte Stunde wieder zurückkehrten. Es ging zu schnell, viel konnte Mai nicht erkennen, doch allen Anschein nach hatte der Suna-Nin Buntaro absolut außer Gefecht gesetzt. Diese Demonstration war beeindruckend gewesen! „Ich wusste nicht, wie stark er ist.“, dachte der Blauschopf und war stolz, Kayros zum Freund zu haben.

Als dieser wieder bei Mura, Itoe und Mai war, sackte er zunächst einmal zusammen. Trotzdem ließ er es sich nicht nehmen, seine Erleichterung und Freude darüber, dass alle wohlauf sind, mitzuteilen. „Das ist dein Verdienst, vielen Dank dafür!“, entgegnete Mai ebenfalls lächelnd, ehe sie überrascht zu Mura sah. Auch er schien wieder zu sich gekommen zu sein. Einen Moment lang dachte Mai, dass sie es geschafft hatten. Dass nun alles wieder gut werden würde! Doch dann erklangen die markerschütternden Schreie der Katzenwesen und erneut schien alles von vorne zu beginnen. Okay, ein neuer Plan muss her. Am besten, sie würden nun-
Verdattert sah Mai zu Mura. War das Ärger, welcher in ihr aufstieg? Wann verstand er endlich, dass er im Moment eben nicht in der Verfassung war, in dieser Situation alleine zu handeln? Erst vor kurzer Zeit rettete sie ihn vor dem sicheren Tod, doch anscheinend wollte Mura das nicht wahrhaben! Einen Ausweg sollten sie suchen? Hatte Mura denn überhaupt die Absicht, noch nachzukommen oder sah er das als seine letzte Aktion an? Mai schnappte bereits nach Luft, um Mura’s Unterfangen sofort im Keim zu ersticken. Doch seine nachfolgenden Worte und der Ausdruck in seinen Augen ließen Mai innehalten. Ihm vertrauen? Mai war diejenige, welche sich dafür eingesetzt hatte, dass sie alle Mura vertrauen sollten, dass er ihnen nicht in den Rücken gefallen war. Schön! Würde sie ihm eben noch einmal vertrauen schenken! „Aber ich mache es nicht gern!“, nörgelte sie gedanklich, tauschte einen kurzen Blick mit Kayros aus und nickte dem Suna-Nin schließlich kurz zu. Dann sah Mai wieder zu Mura, ihre Augen formten sich zu schmalen Schlitzen, die Herzlichkeit war aus ihrem Gesicht gewichen. „Du brauchst nicht länger, als nötig. Du kommst sofort nach, wenn du fertig bist und dauert es länger, als fünf Minuten, dann werde mindestens ich zurückkommen und hier ebenfalls sterben.“, sprach sie und keiner der Anwesenden hatte Mai wohl bisher so sprechen gehört. „Das garantiere ich dir.

Ein letzter Blick zu Mura, ehe Mai sich von ihm abwandte. Sie musste sich beruhigen, solche Angst hatte sie um ihn. Doch der Blauschopf glaubte, dass diese ärgerliche Art nun effektiver war, als Mura ihre Sorge offen zu zeigen. Für sie war ein vielleicht sogar ein Test: Konnte sie wirklich so sehr auf ihn vertrauen, wie sie gedacht hatte? Kayros schien ebenfalls nicht einverstanden zu sein und machte dies auch deutlich. Doch Mai griff nach seiner Hand, schüttelte schwach den Kopf und bat den Suna-Nin, Itoe zu schultern. „Ich werde vorgehen, um uns den Weg zu leuchten.“ Wieder ein Blick zu Mura. „Hab‘ mich um entschieden. Du hast nur vier Minuten.“ Kein Funken Freundlichkeit in ihrem Ausdruck. „Bitte enttäusch mich nicht und komm nach.

Die Gruppe entschied sich bewusst dafür, vor den Katzenwesen zu flüchten und den Ausgang in der entgegengesetzten Richtung zu suchen. Nun wäre es mehr als hilfreich, Itoes Byakugan nutzen zu können, doch die hing nur über Kayros‘ Rücken. Gedanklich zählte Mai die Sekunden, um rechtzeitig umkehren zu können und ihre Drohung wahr zu machen. Doch noch ehe die Zeit abgelaufen war, merkten die Freunde, dass jemand hinter ihnen aufschloss. Mai wandte sich um, leuchtete in Mura’s Richtung und lächelte ihn kurz an, ehe sie sich schnell wieder abwandte, damit keiner ihre Freudentränen sehen konnte.
 

Hiragana Kayros

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Vertrauen? Wofür hielt er sich? Kayros schaute fragend zu Mura, doch Mai reagierte zuerst. Sie schenkte ihm ihr Vertrauen. Und was die anderen beiden Chuunin anging? Die hatten ihr eigenes Problem, wie Kayros und Itoe gerade auffiel, als die Beine der Chuunin ihr nicht gehorchen wollten. Kayros zischte genervt. Ernsthaft, er hat soeben noch Muras verdrehten Bruder umhauen müssen, jetzt musste er sich mit der nächsten Nervensäge herumschlagen? „Itoe, ich trag dich. Deine Durchblutung hat vermutlich unter dem Kristall gelitten“, hörte der Suna sich sagen. Irgendwie klang das fremd. Nicht die Art der Höflichkeit, sondern die Adressatin. Und Mura? Der war bereits losgegangen, als Kayros seine Kamerfeindin auf die Schultern nahm. Der Hiragana drehte sich zum Haupteingang, als ein Lufthauch seine Frisur durcheinanderbrachte. „Ach!“, entfuhr es dem jungen Mann. Wo war seine Mütze? In dem Geschehen vorher hatte er einfach schlichtweg vergessen, dass er sie nicht mehr besaß. Irgendwie fühlte er sich nackt. Suchend wandte er seinen Kopf hin und her.

Plötzlich zischte es in einer dunklen Ecke. „Nee-san!“, zischelte Sakari quietschvergnügt. „Als du gesagt hast, dass ich mich verstecken sollte, habe ich plötzlich eine Witterung aufgenommen und das hier gefunden! Ich hoffe, du freust dich!“ Der Hiragana schielte zu seiner weißäugigen Gefährtin. Er ging ein paar Schritte, Itoe auf dem Rücken tragend, als ihm ein Tisch auffiel. Und tatsächlich... „Meine Schwerter!“ „Meine Mütze!“ Itoe glitt von ihrem Träger hinunter und stolperte ungeschickt zu ihren Waffen. Sakari indes schlängelte sich zischelnd wieder zu ihrer Partnerin hinauf. „Anei-nii-san ist schon vorausgekrochen zum Spähen, denn diese Lehmskulpturen sind noch überall. Wie gut, dass wir Schlangen nicht schwitzen, so hinterlassen wir auch keine Duftnoten!“ Kayros setzte sich wieder seine Mütze aufs Haupt, während Itoe ihre Waffen wieder versiegelte. Scheinbar war das Mädchen, was die Gruppe angegriffen hat, eine Souvenierjägerin gewesen. Jetzt konnten sie ja endlich los gehen. Ob Mai sauer war, dass sie so trödelten?

Kayros nahm, ohne etwas zu sagen, die Hyuuga wieder auf den Rücken, während Mai zu einer Fackel ging, aber dann zögerte. „Wir sollten trotzdem eine Fackel mitnehmen, denn Sakari hat recht. Auch ohne Fackel sind wir weithin riechbar, wenn sie einen Geruchssinn haben.“ Kayros lächelte seiner Freundin zu und nickte dann. Mai erwiderte das Nicken und ging dann voran, in die nun nicht mehr ganz so finstere Dunkelheit. Plopp. Plopp.

Plopp. Stalaktiten ließen winzige Tropfen des Wasser aus der umgebende Luft kondensieren und sind in kleinen Pfützen am Boden sammeln, wo sie erneut irgendwann ihre Reise begangen. Plopp. Lautlos ging Mai voran, während Kayros nicht ganz so lautlos hinterherstapfte. Die Luft war kühl, aber irgendwie muffig. Sakari kroch von Zeit zu Zeit aus einem Ärmel hervor, lugte ein wenig zu ihrem Träger, ließ ihre Zunge zur Witterung hervorschnellen und kroch sich dann wieder in den armen Rückenbereich ihrer Partnerin zurück. Plopp. Und dann plötzlich leuchteten zwei Augen in der Dunkel, den Schein des Feuer reflektierend. Kayros blieb stehen, und auch Mai fixierte den Glanz mit Argwohn. Itoe seufzte. „Danke, dass du uns so viel geholfen hast, Anei“, sagte sie zu den Augen, die sich vom der Wand wie ein Schatten lösten und ihre Tarnung aufgaben. „Du kannst dich zurückziehen.“ „Sehr wohl, Sha...“, zischelte sie und verschwand in Rauch. Sie gingen weiter. Nun zu fünft, denn Mura hatte aufgeschlossen. Sie sprachen kein Wort, sondern horchten nach irgendwelchen auffälligen Geräuschen. Plopp. Der Weg wurde steiler, die Luft unmerklich besser. Irgendwann entschied sich die Hyuuga, wieder auf eigenen Beinen zu stehen. So konnten sie nun schneller und da Kayros nicht mehr so belastet war, leiser vorankommen. Irgendwann hörten sie Geräusche. Das Schlagen von Flügeln. Aber ohne Federn. „Fledermäuse“, flüsterte Kayros und wirkte glücklich. „Ihre Höhlen sind nahe den Ausgängen, wo sie jagen und nachts fliegen. Da sie hier sind, scheint es noch Tag zu sein.“ Sie hatten es fast geschafft, vielleicht nur noch drei, vier Kurven...
 

Kiyama Mura

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Mura betrachtete nachdenklich die Pforte, durch die die drei Shinobis, die nach all den Strapazen nur widerwillig ihren Kameraden zurückgelassen hatten, verschwunden waren. Der Kiyama konnte ihnen ihr Zögern und Zweifeln nicht verübeln. Er hatte an Vertrauen eingebüßt und das mit vollem Recht. Er befürchtete beinahe, dass dieser Makel, dieser Fleck in ihrer Beziehung zueinander vielleicht sogar dauerhafter Natur sein würde. Er bedauerte diesen Umstand, waren ihm doch die drei zu Freunden geworden. Aber wenn er ganz ehrlich zu sich war, glaubte er nicht, dass er in einer ähnlichen Situation wirklich anders gehandelt hätte. In vollem Bewusstsein durch sein Handeln seine Freunde, seine Dorf und seine Prinzipien zu verraten, hatte er gehandelt. Aber obwohl er so schon seinen Geist und seine Seele vor den bevorstehenden Repressalien hatte wappnen können, waren die Blicke Mais und Kayros´ wie Dolchstoße für ihn gewesen. Aber das war es nicht allein. Denn die Opferbereitschaft seiner Freunde war auch nicht gerade tröstend, sie war beinahe ein noch schwereres Erbe als das, das er von seiner Familie geerbt hatte. Als Mura die Erschöpfung, die Wunden und Schrammen seiner Retter gesehen hatte, hatte eine kalte Hand sein Herz umschlossen. Er fühlte sich so schlecht ihnen gegenüber, er konnte sich nicht vorstellen, wie er ihnen in Zukunft gegenübertreten sollte. Und das alles wegen Buntaro.
Buntaro…
Mit einem traurigen, nichtsdestotrotz entschlossenen Blick wandte er sich wieder ganz seinem noch immer ohnmächtigen Bruder zu. Die spitze Kristallscherbe, die er gerade aufgelesen hatte, hielt er mit seiner Rechten so fest umschlossen, dass sie seine Haut aufgerissen hatte und ein wenig Blut die Klinge entlang herabfloss. Gemäßigten Schrittes legte er die letzten Meter zu seinem Folterknecht zurück. Schließlich kam er nur wenige Zentimeter vom Körper seines Bruders entfernt zum Stehen und ging in die Knie. Ein Moment lang betrachtete er die Gesichtszüge des schlummernden Shinobis mit ausdrucksloser Miene. Nur seine Augen irrten wild hin und her und zeigten, dass seine nach außen hin gezeigte Ruhe nichts anderes als eine Fassade war. Jetzt, wo er seinem Folterknecht so nah war und ihn in Ruhe betrachten konnte, überkamen ihn Zweifel. Irgendwie konnte er doch in dem jungen Mann vor sich seinen Spielkameraden aus Kindertagen wiedererkennen. Am Kinn konnte er eine kleine Narbe sehen, die er seinem Bruder in kindlichem Übermut geschlagen hatte. Damals hatten sich die beiden mit Stöcken einen Schwertkampf geliefert, der durch einen etwas zu heftigen Hieb Muras ein ungewolltes Ende gefunden hatte. Am Hals sah er das Muttermal, das in seiner Größe und Form unverkennbar das seines Bruders. Ach, es gab so viele Details und Erinnerungen, die er mit dem Gesicht verband. Unbewusst hob er seine freie Hand und streckte sie nach dem Gesicht des Bewusstlosen aus. Doch kurz bevor seine Fingerkuppen die Wange des älteren Kiyamas berühren konnten, brach er die Bewegung ab.
Nein...
Die Person vor ihm war vielleicht mal sein Bruder gewesen, aber Folter, Mord und Wahnsinn hatten das geändert. Er hatte Mura unaussprechliche Schmerzen zugefügt, hatte eine gefährliche und tausende Menschen bedrohende Waffe in Betrieb genommen und das größte Verbrechen die eigene Mutter ermordet.
Verdammt. Wie hatte er das nur tun können? Mama…
Mura spürte, wie die Gefühle für seinen Bruder bei diesem Gedanken zu einem kümmerlichen Rest verkamen. Dieser Mensch hatte gar nicht verdient, was er jetzt für ihn tat.
Die Hand, die gerade noch die Finger nach Buntaros Wange ausgestreckt hatte, vollführte nun stattdessen einen heftigen Schlag. Ein Stöhnen entfloh den Lippen des Bewusstlosen.
Hey, werd wach.
Tatsächlich öffnete der ältere der beiden Kiyamas langsam seine Augen, war aber noch weit davon entfernt wieder ganz auf dem Damm zu sein. Kayros hatte ihm ganz schön zugesetzt. Mura jedoch dachte gar nicht daran, darauf Rücksicht zu nehmen. Mit seinen Händen stopfte er die scharfe Kristallscherbe in den Boden, sodass die Spitze steil herausragte.
Deine Glieder sind zerschmettert und du kannst wohl keine Fingerzeichen bilden. Deine idiotische Rache an mir ist ebenso gescheitert wie der Plan, diese Kreaturen zu befehligen. Eigentlich hast du das gar nicht verdient, aber ich will dir eine Wahl lassen. In einer Minute, vielleicht auch schneller, werden die Katzen hier reinplatzen und dir ein furchtbares Ende bereiten. Es wäre eigentlich nur fair, dass dein Leben langsam und qualvoll endet. Aber ich möchte dir die Gelegenheit eines schnelleren Endes geben.
Muras Blick wanderte zu dem im Boden verankerten Kristallsplitter, ehe er wieder zu seinem Bruder wanderte. Es war wohl offensichtlich, worauf er hinauswollte.
Mehr kann und will ich nicht für dich tun.
Mit diesen Worten wandte er sich von Buntaro ab und es war das letzte Mal, dass er seinen Bruder sah. Für welchen Abgang sich dieser wohl entschied?

Wenige Minuten später hatte Mura zu seinem Rettungsteam aufgeschlossen. Seine Miene war freudlos und ernst. Die Reaktionen seiner Gefährten nahm er nur am Rande wahr, viel zu sehr war er mit selbst beschäftigt. Die Gruppe eilte nun durch die zahlreichen Gänge der Anlage. Sie warteten nur darauf, dass irgendwo links oder rechts in einer Abbiegung eine Gruppe dieser Katzenwesen auf sie wartete. Und das wäre auch ihr Ende. Auf jeden von ihnen hatten die Erlebnisse in den Tunnelgewölben ihre Spuren hinterlassen. Eine Begegnung mit diesen Kreaturen mochte also durchaus ihr Ende bedeuten. Doch da…
Kayros verstand als erster die Bedeutung der flatternden Geräusche. Hätte Muras Hirn nicht nur noch auf Sparflamme gearbeitet, er hätte die gleichen Schlüsse wie der Hiragana gezogen. Sie hatten einen potentiellen Ausgang gefunden. Sie mussten nur noch ein kleines Stück zurücklegen. Selbst Mura gönnte sich einen kurzen Moment der Freude.
Schon hatten sie eine kleine Tropfsteinhöhle erreicht, an deren Ende sie helles Tageslicht ausmachen konnten. In diesem glückseligen Moment bremste Mai unversehens ab und auch die restlichen Mitglieder der Gruppe konnten den Grund des Stopps erkennen. Denn eine Meute aus dreißig Katzenkreaturen hatte sich dort versammelt. Schwanzwedelnd vor lauter Erregung belauerten sie die kleine Gruppe Shinobi und konnte den Chakra- Leckerbissen kaum erwarten.
Was nun?
 

Kiyama Mura

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Mura stand Rücken an Rücken mit seinen Kameraden und wartete nur darauf, dass eine der unnatürlichen Kreaturen den ersten Schritt machte. Sich räkelnd und mit vor lauter Aufregung wild umherwippenden Schwänzen belauerten sie ihre Opfer. Obwohl die Wesen das Fressen und Vernichten ihres Chakras kaum erwarten konnten, zögerten sie noch, als würden sie noch ein unbekanntes Signal zum Angriff erwarten. So hatte aber auch Mura die Möglichkeit, für einen kurzen Moment ihre Lage zu analysieren. Doch viel festzustellen oder zu überlegen gab es nicht. Ihre Lage war aussichtslos. Mai und Kayros hatte der Kampf gegen die Katzenwesen und Buntaro stark gezeichnet. Zuletzt hatte der Hiragana auch noch zwei seiner Kameraden heilen müssen, sodass es mittlerweile mehr als unwahrscheinlich war, dass er noch über immense Chakravorräte verfügen durfte. Mai, die sich teilweise von der Gruppe getrennt alleine hatte durchschlagen müssen und als unerfahrenste der Chuunin galt, hatte zwar Erstaunliches im Kampf gegen Katzenwesen und Kristalldoppelgänger geleistet, aber am Ende hatte ihr Können auch nicht ausgereicht, um einen fiesen Schlag abzuwehren, der sie mit voller Wucht getroffen hatte. Der Kiyama selbst dagegen hatte alle Kämpfe nur als Zuschauer erlebt, die tagelangen Strapazen und Quälereien seines Bruders hatten ihn jedoch in einen Zustand versetzt, wo er fern von Gut und Böse war. Um ehrlich zu sein, kam es einem Wunder gleich, dass er überhaupt noch stand. Ihr einziges noch halbwegs fittes Mitglied stellte Itoe dar, die einen guten Teil des Kampfes gegen Buntaro in Stasis verbracht hatte. Doch auch die Hyuuga war nur ein Schatten ihrer Selbst. Denn der Hyuuga-Taijutsu-Stil legte großen Wert auf den sicheren Stand und die Wendigkeit seines Anwenders. Itoe hatte allerdings von dem ihr so verhassten Sunanin quer durch alle Tunnel getragen werden müssen, da ihre Glieder nach der Kristallisation nicht ganz ihren Wünschen entsprechend agierten. Einen Kampf unter diesen Bedingungen für sich zu entscheiden, wäre schon bei der Hälfte der Gegnerzahl ein Ding der Unmöglichkeit gewesen. So blieb ihnen als einzige Alternative die Flucht, doch die künstlichen Wesen legten keinerlei Erschöpfung an den Tag, sodass Mura berechtigte Zweifel hatte, ob diese überhaupt eine Pause brauchten. An eine Flucht war also auch nicht zu denken.
Es bleiben also nur der Kampf und damit der Versuch, sich möglichst teuer zu verkaufen.
Mura schaute traurig zu Boden, als sich seine Lippen bewegten.
Das ist wohl die Endstation…Es tut mir so leid. Ic…
Mura hatte gerade erst zum Reden angesetzt, als plötzlich ein Surren, das die Luft um sie herum erfüllte, ihn irritiert stoppen ließ. Gleich drei oder vier der Kreaturen sanken unerwartet und lautlos zu Boden. Doch noch ehe Mura realisieren konnte, dass die Wesen gerade von mehreren Wurfgeschossen getroffen worden waren, sprang plötzlich ein ganzes Dutzend vermummter Gestalten aus den Schatten hervor und attackierten die Katzenwesen. Diese wussten am Anfang nicht, wie ihnen geschah, fassten sich dann allerdings schnell und ein kurzer, recht blutiger Kampf entbrannte. Einige Kreaturen schossen auch sogleich auf die Gruppe um Mura zu, doch immer wieder stellte sich einer der Neuankömmlinge den Wesen entgegen und versuchte sie abzufangen. Leider blieb es gelegentlich nur bei diesem Versuch. Nun, wo der Kiyama die Kreaturen das erste Mal aus der Nähe sehen, die Blutgier in den Augen erkennen und ihre enormen Kräfte spüren konnte, gelang es ihm, sich überhaupt erst einmal einen Eindruck zu verschaffen, wie gefährlich diese Wesen waren. Zwar waren die fremden Helfer durch ihre Fähigkeiten und Bewaffnung den Monstern überlegen, aber die Regenerationsfähigkeiten der Lehmwesen kompensierten diesen Vorteil.
Am Ende des Kampfes lagen dennoch alle Katzenwesen und mit ihnen zwei der unbekannten Shinobi zerfetzt am Boden, während sich zwei andere nur mit Hilfe ihrer Kameraden erheben und fortbewegen konnten. Ein Teil der Unbekannten zog sich daher zurück, während sich die zweite Hälfe an den Säulen des Ausganges zu schaffen machte. Irritierenderweise schien sich niemand dazu verpflichtet zu fühlen, den vier Shinobi der Shiro-Allianz ein wenig Aufmerksamkeit zu schenken.
Schon hatte Mura protestierend seinen Arm gehoben, als eine Gestalt, die bis dato noch vollkommen in den Schatten untergetaucht war, lächelnd hervortrat. Auf jegliche Tarnung verzichtend kam ihnen eine in leuchtendes Rot gekleidete Frau entgegen, die ein Schirm in passender Farbe in Händen hielt. Diese wirklich schöne und leicht aufreizend gekleidete Frau musterte die Gruppe mit durchdringenden Augen, die unter dem schwarzen, leicht gewellten Haar hervorlugten.
Wie ich sehe, habt ihr es herausgeschafft. Ich muss gestehen, damit habe ich nicht gerechnet. Und es passiert selten, dass mich jemand überrascht. Moment…
Plötzlich wanderten die Augen der Frau nach links. Mura folgte ihrem Blick, konnte aber erst Sekundenbruchteile später eine Gestalt erkennen, die sich im Halbdunkel annäherte. Auch dieser Vermummte tat es seinen Gefährten gleich und ignorierte die Gruppe der Überlebenden. Stattdessen trat er direkt an die Seite der unbekannten Schönheit und flüsterte ihr einige Sachen ins Ohr. Diese nickte nur kurz und gab dann dem Mann mit einem Wink zu verstehen, dass er verschwinden könne.
In einer Minute wird es hier nur so von diesen Kätzchen wimmeln. Zumindest theoretisch. Denn genau das sollen die von uns angebrachten Sprengladungen verhindern. Ich denke nicht, dass es in eurem Sinne ist, dann noch hier zu verweilen.

Epilog
~Eine Wochen später in Shirogakure~

Es war früher morgen, als Ichiro sich mit einem Kuss von seiner Frau verabschiedete. Ein leichtes Seufzen entfloh seinen Lippen, als er die Haustür hinter sich schloss. So sehr er sich auch freute, dass es sich seine Gemahlin nun nach fünf Jahren Ehe noch immer nicht nehmen ließ, ihn morgens beim Aufbruch zur Arbeit zu verabschieden, wäre es ihm mittlerweile lieber, sie würde sich ein wenig schonen. Denn seine Frau erwartete nun bald ihr erstes gemeinsames Kind. Vielleicht war es gerade die Tatsache, dass er noch keine Ahnung hatte, was ihn als Vater erwartete, dass er seine Frau wie ein rohes Ei behandelte. Trotzdem dachte er die ganze Zeit, als er seinen kleinen Stand aufbaute, an nichts anderes als an seine Familie. Ichiro war übrigens Zeitungshändler und damit einer der Menschen, der schon in aller Frühe aufbrach, um die Lieferungen und Papierstapel entgegenzunehmen. Doch so sehr er auch seinen Beruf mochte, den Kontakt mit den Menschen, das Austauschen der neuesten Gerüchte, all das war ihm im Moment mehr Last als alles andere. Es war vielleicht Zufall aber sein Blick fiel beim Aufräumen auf einen Zeitungsartikel. Mit einem Mal wurde ihm bewusst, dass er sich nun schon eine ganze Woche nicht mehr mit den aktuellen Begebenheiten auf dem Kontinent beschäftigt hatte. Eigentlich eine Unmöglichkeit in seinem Beruf. Es gab niemanden dem er deswegen Rechenschaft schuldig war, aber es gehörte doch schon zum guten Ton, über die aktuellsten Ereignisse Bescheid zu wissen und hier und da mal mit einem Kunden über diese Entwicklungen zu sprechen. So entschied er sich, dann doch eine der Zeitung aufzuschlagen, war er doch heute ohnehin gut in der Zeit. Tatschlich gab es in der Region der Shiroallianz kaum etwas Nennenswertes zu berichten. Immerhin ein Artikel im Bereich Kumogakurea erregte seine Aufmerksamkeit. Anscheinend hatte es eine Gruppe Räuber geschafft, eine Reihe kleinerer Dörfer und Weiler zu überfallen. Dadurch, dass die meisten dieser Örtchen abgelegen waren, war es lange Zeit niemandem aufgefallen. Doch nun hatte man wohl mit Untersuchungen begonnen. Weiter hieß es, dass man aber wohl nicht davon ausgehen könne, noch irgendwelche brauchbaren Spuren erkennen zu können. Scheinbar hatten Regen und Zeit schon längst alle Spuren verwischt, sodass selbst die ausgebildeten Nin-Ken der Shinobis nicht weiter wussten. Während Ichiro dies las, war er richtig froh, im Schutze einer Stadt zu leben. Wäre nicht in diesem Moment eine Kundin erschienen, die in ihrem aufreizenden Kleid sogleich die Aufmerksamkeit des künftigen Familienvaters erregte und ihn die Zeitung zur Seite legen ließ, hätte er noch auf beim Lesen des nächsten Artikels feststellen können, wie trügerisch seine Vorstellung war. Denn dort war von dem vom Schicksal geplagten Yugakure, das nach einem Brand im Stadtkern und einem Erdbeben in Stadtnähe mit rückläufigen Besucherzahlen zu rechnen hatte. Da für den Brand eine Gruppe betrunkener Shinobis der beiden verfeindeten Allianzen verantwortlich waren hatten sich die Großstädte Sora- und Shirogakure dazu bereit erklärt, die Schäden am Stadtkern durch finanzielle Aufwendungen auszubessern. Hätte Ichiro geahnt, wie hoch die nicht genannte Summe an Fördermitteln ausgefallen war, er wäre bestimmt ins Grübeln über die außerordentliche Höhe des Geldbetrages gekommen. Anders als seine Kundin, die ihm ein zartes Lächeln schenkte, als sie dem Straßenverkäufer eine seiner Zeitungen abkaufte. Beim Gehen blieb die feine Dame noch kurz stehen.
Sie sollten ihre Zeitungen ein bisschen weiter unter die Überdachung stellen. Es wird gleich regnen.
Überrascht starrte der Mann gen Himmel. Zwar war es ein bisschen bewölkt, doch nicht dunkel. Und selbst, wenn ei…
In diesem Moment setzte ein richtiger Wolkenbruch ein und der Mann stürzte überhastet nach vorne, um seine Ware in Sicherheit zu bringen.

Mit einem Schmunzeln betrachtete ihn die Fremde, die dann aber auf dem Absatz kehrt machte und unter ihrem roten Schirm die Straße entlanglief. Es war für sie doch immer wieder erstaunlich, wie unbedarft doch manche Menschen waren. Niemand von den Menschen, die sich gerade mit schnellem Schritt vor dem Regenwasser in Sicherheit brachten, ahnte auch nur, wie knapp ihre Allianz einem Krieg entkommen war. Niemand wusste, dass es eine kleine vierköpfige Gruppe von Shinobis gewesen war, die auf der Suche nach einem verschwundenen Kameraden mehr aufgedeckt hatten, als ihnen lieb sein konnte. Doch nur mit Hilfe dieser etwas unbedarften Gruppe hatte sie zusammen mit ihren Anbu-Gruppe das Geheimlabor Miyoshi Etos überhaupt erst finden können. Seit etlichen Jahren hatte man sich auf der Suche nach dieser Forschungseinrichtung gemacht, nachdem Eto wenige Tage bevor er das Versteck verraten wollte, von einer nicht näher identifizierbaren Gruppe ermordet worden war. Der Mann hatte sich damals gegenüber ihrem Vorgänger in der Geheimorganisation immer sehr kooperativ gezeigt. Schließlich war der Überläufer aus Amegakure jüngst Vater geworden. Nach eigener Aussage hatte er sein Werk immer bereut und wollte nicht, dass eines Tages diese Kreaturen den gesamten Kontinent mit Tod und Krieg überschütteten. Sie kannte diese Akte nur zu gut, hatte sie sich doch als Kopf einer Anbu-Einheit viele Jahre mit diesem Fall beschäftigt. Doch trotz all ihrer Erfahrung war dieser Fall nicht spurlos an ihr vorübergegangen. Denn auch sie war sich der Ironie bewusst, die die ganze Sache an den Tag legte. Indem der Vater seine Familie schützen wollte, wird er zum Verräter und Mordopfer. Doch allen Aktionen und Wünschen zum Trotz wird die Hälfte seiner Familie ausgelöscht, eben weil er zum Verräter und Mordopfer geworden war. Manchmal war das Leben ein Arschloch.
Bei dieser Überlegung kam ihr der letzte verbliebene Kiyama in den Sinn. Mura war sein Name. Ach ja, der Junge würde es nicht leicht haben. Eltern tot, Bruder tot, Sensei tot und einen ganzen Haufen lästiger Untersuchungen am Bein. Kiyama Mura war wohl wirklich der größte Verlierer in dieser ganzen Geschichte. Aber es gab auch Licht am Ende des Tunnels, denn immerhin hatte er drei Freunde die sich für ihn durch hunderte Monster gekämpft hatten. Was will…
Die elegante Frau in dem roten Kleid stockte in ihrer Bewegung und ihre gerade noch unschuldig wirkende Miene verlor ein wenig an Liebreiz. Sie hatte eine für das ungeschulte Auge kaum wahrnehmbare Gestalt in der Seitengasse ausgemacht.
Gibt es einen neuen Auftrag?

Ende der Mission „Der Deserteur“
 

Jirokou Shunsui

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Cf: Eingangstor von Yugakure

Und damit hatte Shunsui das Kommando an sich genommen, der Stab war sozusagen von Joudan zu Natsu und schließlich zu ihm gewandert. Gern wäre der Jirokou schneller zu den Stollen gelangt, doch er musste sich dem Tempo seiner beiden Mitstreiter anpassen. Dennoch vermochten sie den Weg schneller als jeder Normalsterbliche hinter sich zu bringen, immerhin etwas, denn wer wusste schon, wie viel Zeit Mai noch blieb. Gekonnt blendete Shunsui die restlichen Entführungsopfer aus, angefangen von den normalen Bewohnern bis hin zum Sohn ihres Auftraggebers, der überhaupt erst der Grund für ihre Anwesenheit im Reich des heißen Wassers war. Aufgrund des Ernsts der Lage, kam auch kein wirkliches Gespräch auf – zumindest nicht zwischen Shunsui und den beiden Anderen. Mit Joudan wollte er im Moment kein Wort wechseln und er musste sich selbst unter Kontrolle halten, dem Anderen nicht die gleiche Behandlung zu verpassen, wie es die Hauswand in der Nebengasse erfahren hatte. Und im Augenblick war nicht der richtige Zeitpunkt, um mit der weißhaarigen Kunoichi herumzualbern, so angenehm und erfrischend das auch sein konnte. Dass die Beiden den Schlüssel der Sakaida am Boden gefunden hatte, war kein gutes Zeichen und sprach definitiv von einer Entführung. Wenn es sich also tatsächlich um Genjutsu handelte und die Entführer in der Lage waren, selbst erfahrene Kunoichi zu überwältigen und diese vor seinen Augen zu verschleppen, dann handelte es sich zweifelsohne um abtrünnige Shinobi. Das bedeutete, dass sie wirklich alles geben mussten, sie konnten sich jetzt keine Fehlschritte mehr leisten.

Dank alter Schilder und Wegweiser fand das Trio seinen Weg durch den alten Wald. Schließlich lichteten sich die Bäume und gaben bereits einen guten Blick auf das alte Bergwerk preis. Lautlos kam Shunsui hinter einem der letzten Büsche zum Stehen und hob die rechte Hand, sodass Joudan und Natsu wussten, dass sie hier stoppen sollten. Auf diese Art und Weise waren sie gut verdeckt und konnten aus ihrem Versteck heraus das Treiben vor sich erkennen. Und für ein vermeintlich verlassenes Bergwerk war durchaus etwas los: Am durch Fackeln beleuchteten Eingang befanden sich zwei Gestalten, die mehr oder weniger lax in der Gegend herumstanden. Aus dieser Entfernung ließen sich zwar nicht genaue Details erkennen, aber zumindest konnte man klar erkennen, dass sie in schwarze Kutten gekleidet waren. Außerdem blitzte immer mal wieder etwas auf, und bei genauerem Hinsehen konnte man erkennen, dass beide von ihnen eine große Kette mit einem Emblem trugen. Um was es sich genau dabei handelte, war wiederum aus dieser Entfernung nicht zu erkennen. „Ich denke nicht, dass sie mit uns rechnen.“, sprach er nun an seine beiden Mitstreiter gewandt und schaute dabei in ein Paar goldener Seelenspiegel. Das grüne Paar wurde nach wie vor gemieden und ignoriert. Kein Wunder, wenn die Entführer in den vergangenen Wochen problemlos einen Raubzug nach dem Anderen ausgeführt hatten und ihnen niemand gefolgt war, dann fühlten sie sich enorm sicher. Das würde ihnen heute zum Verhängnis werden.

Shunsui war sein Leben lang mit Finesse vorgegangen, denn niemand sollte ja sein wahres Ich erkennen. Hier und jetzt war jedoch keine Zeit dafür – weder hatte er die Geduld noch den Gemütszustand. Der Drache in seinem Innersten war vollständig erwacht und schlug mit den Flügeln, denn ihn gelüstete es freigelassen und entfesselt zu werden. Unter gewöhnlichen Zuständen hätte der Blondschopf sich zumindest kurz mit seinen Mitstreitern bezüglich ihrer weiteren Vorgehensweise abgesprochen. Kurz die Stärken und Schwächen eines jedes durchgegangen, ehe man zur Tat schritt. Doch heute nicht. „Ich kümmere mich darum. Kommt so schnell nach, wie ihr könnt.“, teilte er Natsu und Joudan mit. Während er sprach, fuhr seine rechte Hand zu seiner Brille, die er mit einer geschickten Bewegung von seiner Nase streifte und sie beim Gehen in den nächstbesten Busch warf. Sie hatten es hier ganz offensichtlich mit gefährlichen Gegnern zu tun, da würde die Brille nur im Weg sein oder eh zu Bruch gehen. Von jetzt auf gleich, sprang Shunsui aus ihrem Versteck hervor und minimierte die Distanz zwischen sich und den Wächtern am Eingang in Sekundenbruchteilen hinter sich. Die Entspannung der Beiden wurde ihnen tatsächlich zum Verhängnis, doch der Erste wurde sich darüber zumindest nicht bewusst. Schon war der junge Mann bei ihm und nahm die letzten Meter im Sprung, sodass sich sein Knie knirschend in das Gesicht des Kuttenträgers bohrte und er durch die Wucht weggeschleudert wurde. Mit einem dumpfen Knall prallte er gegen die nächste Wand, ging zu Boden und blieb regungslos liegen. Der andere Wächter war völlig überrascht und öffnete den Mund, um einen Schrei loszulassen, der niemals ertönen würde. Die Faust des jungen Mann prallte gegen die Kehle des Wächters, der schmerzerfüllt aufkeuchte und keinen Laut mehr von sich geben konnte. Mit einer fließenden Bewegung, drehte sich der Jirokou um die Achse und verpasste dem Wächter – der sich mit beiden Händen die Kehle hielt – einen Tritt, der ihn ein gutes Dutzend Meter durch die Luft beförderte, ehe auch dieser mit einem lauten Knacksen zu Boden ging und sich nicht mehr rührte. Der schwarze Drache in seinem Innersten brüllte laut, denn er wollte noch mehr. Der Staudamm, der seinen Zorn so lange zurückgehalten hatte, war gebrochen und drohte seinen Verstand zu übermannen. Der Blondschopf warf noch einen Blick zum Busch, hinter dem sich noch Joudan und Natsu befanden, ehe er sich umdrehte und sich in den Stollen begab. Die Beiden machten sich besser dran, ihm zu folgen, sonst würde er sie noch zurücklassen.

@Sakaida Mai @Kushou Joudan @Hasekura Chinatsu
 
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Sakaida Mai

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Mai hatte vorsichtig bei Shunsui nachgefragt, was gerade passiert war. Sie war enorm angespannt in diesen Minuten, aus verschiedenen Gründen. Zum einen war sie sich nicht sicher, in welchem Zustand der Blonde sich gerade befand und ob er auch auf Mai losgehen würde, wenn sie etwas Falsches sagte. Zum anderen waren die Worte, welche er von sich gegeben hatte, auch für die Blauhaarige keine Freude gewesen. Sie hatten vieles in Frage gestellt und Verunsicherung gestreut. Doch am schlimmsten an der ganzen Sache war der Nebel, welcher immer dichter wurde und ein großes Unheil mit sich brachte. Aufmerksam lauschte Mai den gestammelten Worten Shunsuis und hielt erschrocken die Luft an, als er von seinen ermordeten Eltern sprach. Sie hatte natürlich nicht ahnen können, dass er eine derart schwere Last tragen musste.. doch verstand sie die Trauer gut, wenn einem ein geliebtes Familienmitglied gewaltsam entrissen wurde. Und er hatte sich seiner Liebsten anscheinend anvertraut, das musste Kaya sein.

Der Nebel wurde so dicht, dass Mai näher an den Blonden herantreten musste, um ihn noch zu sehen. Ihr ganzer Körper verspannte sich bei seiner Erzählung, als er dann diese schreckliche Enttäuschung erleben musste und Joudan mit seiner Kaya eng umschlungen sehen musste. Die blauhaarige Kunoichi atmete vorsichtig durch und ließ sich nicht anmerken, wie enttäuschend die ganze Geschichte auch für sie war. Hatte sie dafür ihren Shiro-Hintern riskiert? Sie kam sich plötzlich dumm vor.. Shunsui hatte mit seiner Erklärung geendet und bat Mai inständig, all das für sich zu behalten. Es dauerte einen Augenblick, bis die junge Frau ihre Stimme wiederfand. Doch es gab nicht viel, was sie zu sagen hatte. Nur eines: „Ist gut. Du hast mein Wort“ Und darauf könnte sich der Jirokou verlassen. In diesen Sekunden kam Mai der Gedanke, dass es sich bei diesem Nebel um ein Genjutsu handelte. Mai ging näher auf Shunsui zu. Sie wollte ihn in eine Umarmung ziehen.. aber nicht, um ihn zu trösten. Sie musste ihm möglichst nah kommen, um ihm so leise wie möglich mitzuteilen, dass es sich bei diesem Nebel um ein Genjutsu handelt und der Feind ihnen sehr nah sein musste. Sie traute es sich nicht laut auszusprechen, aus Angst, man könnte sie belauschen und als Shinobi enttarnen. Doch als Mai einen weiteren, vorsichtigen Schritt auf ihn zuging, wurde ihr plötzlich schwarz vor Augen und sie verlor das Bewusstsein.

…​

Ihr tat der Bauch so weh. Seit einiger Zeit drückte sich etwas in ihren Oberkörper. Ein Kerl hatte Mai einfach über seine Schulter geworfen und schleppte sie so davon. Langsam öffnete sie die blauen Augen und brauchte eine ganze Weile, bis sie verstand, was hier gerade passierte. Der Nebel hatte sich gänzlich verzogen, es war noch immer Nacht. Sie wurde durch einen Wald getragen. Shunsui hatte seine Geschichte erzählt und Mai wurde ein feuchtes Tuch ins Gesicht gepresst. Ihre Hände baumelten frei herum, man hatte ihr nicht die Finger verbunden. Ahnten sie nicht, dass sie eine Kunoichi war? War sie das nächste Opfer? Der Daimyō! Chinatsu.. Sie hatte ihre Teamkollegin zurückgelassen. Hoffentlich ging es der Weißhaarigen gut.. Wenigstens war Joudan bei ihr. Doch was sollte Mai nun tun? Ihr wohl größter Trumpf war, dass man sie anscheinend für eine Zivilistin hielt. Das sollte um jeden Preis auch so bleiben, bis sie zurückschlagen könnte. Doch dafür brauchte sie einen Plan und ein wenig Zeit. Und die Hoffnung, dass die anderen drei sie finden würden, sodass sie als Team kämpfen könnten.

Mai versuchte, den Kopf zu heben. Hinter ihrem Entführer ging eine Person in schwarzer Kutte mit Kapuze, welche tief ins Gesicht gezogen war. Da dieser Mensch den Kopf gesenkt hatte, erkannte Mai nichts. Dafür aber sah sie eine große Kette mit einem Blechemblem daran, auf welchem eine brennende Schlange abgebildet war. Dass auch der Typ, welcher sie über die Schulter geworfen hatte eine solche Kutte trug, erkannte Mai ebenfalls. Wo brachten sie ihre Opfer nur hin? Doch nicht etwa, wie der Daimyō vermutete, in die Stollen des alten Bergwerks? Ihr gefror das Blut..

…​

Rein mit dir!“, lachte der Mann, welcher Mai den ganzen Weg lang getragen hatte, dreckig auf und warf sie unsanft in einen dunklen Raum. Die Kunoichi kam hart auf dem Boden auf, da sie darauf verzichtete, sich irgendwie durch ihr Geschick zu verraten. Alles, was sie noch wahrnahm, war eine metallene Tür, welche ins Schloss fiel und zugesperrt wurde. Fassungslos sah sie sich in dieser kleinen Zelle um, welche nur sehr schwach von einer Fackel an der Wand beleuchtet wurde. Sie war wieder im Bergwerk, allerdings in einem anderen Teil davon. Ein Gefühl von Angst breitete sich in der Chuunin aus. Was hatten diese Verrückten vor? Mussten alle Opfer von ihnen in dieser Zelle ausharren, bevor sie.. Nein, sie war kein Opfer. Sie wollte die Zeit doch nutzen, um sich einen Notfallplan zu überlegen! Sie durfte jetzt nicht den Verstand verlieren. Für einen Moment lang vergrub sie dennoch ihr Gesicht in den Händen, ihre Finger verkrampften sich in ihrem Haar. „Kayros..“, wimmerte sie so leise, dass sie es selbst kaum hören konnte.

Ist da jemand?“, hörte sie plötzlich eine Stimme gedämpft fragen. Augenblicklich sah Mai wieder auf und suchte nach der Quelle dieser Stimme. „Du kannst mich nicht sehen, uns trennt diese hölzerne Wand.“ Geistesgegenwärtig erhob sich Mai und rannte zu den Holzlatten, welche aufgrund manch keiner Ritzen wohl die Geräusche durchließen. Anscheinend hatte der Mann im Nebenraum die Zellentür gehört. „Ich bin Takekazu. Wer bist du?“ „Der Sohn des Daimyō“, schoss es Mai sogleich durch den Kopf. „Wurdest du auch entführt? Was passiert mit uns?!“, spielte Mai die verschreckte, unwissende Frau. Es herrschte kurz Stille. „Ich weiß es nicht. Ich bin seit langer Zeit hier und die Leute, die in deiner Zelle saßen, kamen nicht mehr zurück. Mich nehmen sie wohl nur als Geisel.. doch ich weiß nicht, was schlimmer ist..“ Mai erhoffte sich, dass er ein wenig mehr wusste. Am liebsten würde sie ihm sagen, dass sie ihm helfen kann, aber sie schwieg darüber. „Was sind das für Gestalten? Was haben sie vor?“, fragte sie stattdessen nach. „Ihr Anführer erzählte mir von einem Ritual, welches angeblich unsterblich macht, wenn man genug unschuldiges Blut vergießt.. das sind Wahnsinnige“ Der Kunoichi schnürte sich die Kehle zu. Warum beherbergten diese Stollen ständig nur Verrückte? „Hallo?“, fragte Takekazu nach, doch er würde keine Antwort mehr von Mai bekommen. Die Lage wurde ernst und sie brauchte nun dringend eine Idee..

Mai hatte kein Zeitgefühl mehr. Irgendwann wurde die Kerkertür geöffnet und eine Frau in der langen, schwarzen Kutte, welche Mai als solche an der Stimme erkannte, kam in ihre Zelle. „Es ist an der Zeit. Folge mir. Jeder Fluchtversuch wird mit schlimmster Folter bestraft, also komm nicht auf dumme Ideen“ Mai schluckte schwer. Dann erhob sie sich langsam von dem schmutzigen Boden und ging zu der Frau. Diese ging voraus, Mai in der Mitte. Das Schlusslicht bildete ein weiterer Vermummter.


@Hasekura Chinatsu @Kushou Joudan @Jirokou Shunsui
 
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Kushou Joudan

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Joudan nickt stumm, als Chinatsu (kurzzeitig) das Kommando übernahm. Sogleich lösten sich duzende kleine Vögel aus Papier von ihrem Körper - Joudan machte einen innerlichen Vermerk, das war eine bestaunliche Fähigkeit - und verteilten sich in alle Himmelsrichtungen. Schon kurze Zeit später kam einer der Papiervögel zurück und Natsu konnte die gute Nachricht verkünden, dass zumindest Shunsui gefunden war. Nun war es also an der braungebrannten Kumo-Nin, Joudan am Handgelenk zu packen und durch den dichten Neben in Yugakure zu ziehen.
Joudans Gedanken waren ganz bei Mai, während er Natsu brav folgte. Das war nicht gut. Es war eine gefährliche Situation, der Feind konnte überall lauern, auch jetzt noch auf Natsu und Joudan. Der Blondschopf musste sich wieder auf das Hier und Jetzt konzentrieren, musste sich dazu zwingen.
"Natsu.", began er. Reden war immer gut. Es war nämlich unhöflich, im Gespräch mit einer Person dann mit den Gedanken wo anders zu sein. "Geht es dir wie sonst? Shunsui, er war irgendwie... anders.", führte er fort. Noch hatte der Händlersspross noch nicht so recht herausgefunden, wo das Gespräch hinführen sollte, also began er mit dem naheliegensten. "Sein Ausbruch - unbegründet übrigerweise - mag mir nicht so Recht zu seinem Charakter passen." Ja, damit ließ sich etwas anfangen. "Vielleicht beeinflusst ihn jemand?" Kurz schaudernd dachte Joudan an den wohl anscheinend schicksalhaften Tag in der Bibliothek zurück. Für einen kurzen Moment war Joudan dort eine Welle aus Unwohlsein überkommen, die seine Gedanken getrübt und seine Stimmung aus heiterem Himmel geschwärzt hatte. Joudan hatte etwas dergleichen noch nie gefühlt gehabt und es hatte sich unnatürlich angefühlt. Vielleicht war etwas derartiges ja Shunsui wiederfahren? "Habt... Hast du schon einmal etwas derartiges empfunden? Dass du nicht mehr Herrin deiner selbst warst?"
Kaum hatte Joudan die Frage an sie gestellt, da hörte er schon den anderen Blondschopf durch die Nacht nach Mai rufen. Zum einen war der Händlersspross froh, seinen Partner wiedergefunden zu haben, zum anderen war spätestens nach Shunsuis kurzer Erklärung klar, dass Mai wohl ein Opfer des Nebels geworden war. Und das, wo sie sich so vor dieser Stadt gefürchtet hatte. Joudan ballte die Fäuste zusammen. "Wir werden Mai finden und retten. Shunsui, der Nebel ist ein Genjutsu, nur dass du auch Bescheid weißt. Die Stollen sind ein guter Anlaufpunkt, ich folge dir." Was auch immer vor wenigen Minuten zwischen Shunsui und Joudan vorgefallen war, für den Kushou war es jetzt gerade nicht wichtig. Seine Worte waren ernst gemeint: Es würde eine Zeit geben, um dieses Missverständnis zu klären, doch jetzt gab es Dringenderes zu tun. Jetzt galt es, sein Mädchen zu retten.



"H-h-hallo, ich b-bin Ji-jirokou Shun-shunsui. S-s-sehr erfreut di-dich kennen z-z-zu lernen, Ku-kushou-san.",
hatte Shunsui gestottert. Er hatte schüchtern ausgesehen, so als habe er vor irgendetwas Angst. So, als schätze er sich selbst nicht. Als sehe er sich als eine Bürde an.
Joudan hatte Mitleid mit ihm gehabt.

"I-i-ich b-bin an-an-angehender Iryonin, we-wenn heu-heu-heute etwas pa-passieren sollte, b-bin ich d-d-da."
Kein Zeichen von Initiative.

Passivität.

Es passte zu ihm.


Ein wenig ungläubig sah Joudan Shunsui zu, als er kurzen Prozess mit den beiden Vermummten machte. Von dem schüchternen Jungen, den er vor wenigen Monaten kennen gelernt hatte, war nichts mehr übrig geblieben. Hatte er sich derart verändert? Oder hatte Joudan sich getäuscht. Der Händlersspross hatte ein Messer aus der Tasche gezogen um Shunsui zu Helfen, doch war das mehr als unnötig gewesen. Shunsui kam gut alleine klar. So sah Joudan zu, steckte das Messer weg, machte zwei, drei Schritte um fix die Brille des Jirokous aufzuheben und folgte dann, mit Natsu zusammen, dem Chunin in den Stollen.
Joudan musste ganz schön schnell machen, um zu Shunsui aufzuschließen, sein Teamcaptain hatte ein ordentliches Tempo drauf. Doch an einer kleinen Gabelung angekommen schaffte der Händlersspross es schließlich, Shunsui einzuholen. Der Wütende wollte gerade weiter in einen der beiden Gänge stapfen, die von hier aus abgingen, da streckte Joudan seine Hand aus und legte sie auf die Schulter Shunsuis, drehte ihn zu sich um und legte den Zeigefinger auf die Lippen. Nur das "Psst" hatte noch gefehlt.
Sobald die Schritte Shunsuis verstummt waren, erlauschten Joudans Ohren leise Stimmen aus dem linken Gang. Ein Blick des Blonden verriet, dass der Stollen schon nach wenigen Metern eine Biegung machte und den Blick verbarg, auf was - oder wer - da hinten auch war. Leise zog Joudan den Notizblock aus der Tasche und brachte mit ein paar geübten Strichen und Kurven ein Fuuin-Siegel auf das Papier. Es war eine neue Kreation seinerseits. Wortlos, doch irgendwie sich wieder ein Grinsen aufs Gesicht zaubernd, mit einer kleinen Verbeugung, präsentierte er den Zettel Chinatsu. Mit der freien Hand wies er zuerst auf das Papier, danach den Gang hinab. Er hatte eben schon eine Kostprobe von den Fähigkeiten der Kumo-Nin bekommen, nun konnte er damit planen.

Die Kunoichi faltete das Papier zu einem kleinen Tierchen, das sich dann leise den Gang entlang schlich. Als es an der Biegung angekommen war, streckte Joudan die Hand in die Richtung, formte ein Fingerzeichen, schloss die zwei Augen und öffnete das Dritte. Seine Chakrawelle floss leise durch den Gang, traf auf das Siegel und verteilte sich von dort aus kreisförmig. Schließlich fand sie, als Echo, den Weg zu Joudan wieder zurück. Der schluckte trocken, öffnete die Augen wieder und sah zu Natsu und Shunsui. Dann hob er zwei Finger und drückte sich anschließend mit der linken Hand gegen das rechte Handgelenk - innig hoffend, dass man in Shiro die selben taktischen Gesten gelernt hatte wie in Sora.
Stumm hob er einen Zeigefinger, wies dann nach links, formte ein Handzeichen und tippte sich gegen die Stirn.
Dann hob er Zeige- und Mittelfinger, formte ein Handzeichen und legte die Hand auf den Boden.
Nach einer kurzen Pause zeigte er auf sich, schlug die rechte Faust in die linke Handfläche und deutete nach links, dann zeigte er auf Natsu, schlug wieder die rechte Faust in die linke Handfläche und deutete nach rechts. Zuletzt deutete er auf Shunsui und hielt dann beide Hände, links und rechts, offen mit den Handflächen nach oben zeigend.
Stumm nickte er Shunsui und Natsu zu und griff erneut nach dem Messer. Er hoffte, die beiden hatten seinen Plan verstanden.

Was nun folgen würde, davor hatte Joudan sich schon lange gefürchtet. Er wusste, dass er seinen Gegner ausschalten musste. Er wusste auch, dass er das so schnell wie möglich tun musste, bevor der Gegner Alarm schlug. Und er wusste, dass er dazu nur eine Technik besaß. Sein Griff um das Messer verstärkte sich, das Weiß seiner Knöchel trat hervor. Dem Blondschopf wurde schlecht, als er sich leise an die Biegung des Stollens heranschlich.
Wie sicherlich jeder Shinobi und jede Kunoichi hatte Joudan einen Grund, warum er Ninja geworden war. Loyalität war es nicht. Der Wille, die Welt zu einem besseren Ort zu machen, Verbrecher zu bekämpfen, das Böse zu besiegen, das war es auch alles nicht. Joudan wollte einen Menschen, den er liebte und schätzte retten. Und nun konnte er genau das tun. Und es war die einzige Situation, in der Joudan je das vollbringen konnte, was ihm nun bevorstand.
Mit der freien Hand hob er nach hinten drei Finger hoch. Er biss sich auf die Lippen, der Schmerz ließ ihn sich besser auf das Hier und Jetzt konzentrieren.
Dann nur noch zwei Finger. Chakra sammelte sich in der Rechten des Shinobis, doch hielt er sich unter Kontrolle, schätzte die Menge ein. Er wollte den Stollen nicht beschädigen.
Eins. Es musste das tun. "Für Mai."

Jetzt.

Mit einem großen Satz sprang Joudan um die Biegung und machte so genug Platz, dass Natsu und Shunsui folgen konnten. In der selben Bewegung visierte er den linken der beiden Vermumten an, die dort - wie Joudan jetzt entdeckte - vor einer Tür standen und wohl Wache hielten. Joudan blickte in die Schwärze unter der Kapuze, noch während sein Arm sich wie von alleine bewegte. Eine Bewegung, die er unzählige Male geübt hatte, die ihm in Fleisch und Blut übergegangen waren. Eine einfacher Wurf, über den er gar nicht nachdenken musste.
Wie in Zeitlupe war es Joudan, dass das Messer seine Hand verließ. Noch während die Fingerspitze seines Zeigefingers das billige Holz des Hackebeils striff, ließ der Händlersspross das in der Hand angesammelte Chakra expandieren. Eine Druckwelle ging von der Wurfhand des Blonden aus, drängte ihn selbst ein, zwei Schritt zurück und beschleunigte das Küchengerät wie eine Kanone. Es verschwand in der Schwärze der Kapuze. Joudans Gedanken wurden einen Moment lang still und es drehte ihm den Magen um, als sich eine dunkelrote Masse hinter der Gestalt plötzlich über die Steinwand des Stollens verteilte. Und als er dieses schrecklich-schmatzende Geräusch, gefolgt von einem dumpfen "tunk" hörte.
Der Vermummte sackte in sich zusammen wie einer Marionette, der man die Fäden durchtrennt hatte, und blieb regungslos in einem unförmigen Haufen aus schwarzem Stoff liegen. Hinter ihm steckte das Hackebeil in der Felswand. Joudan schluckte bitter, wandte den Blick ab und klatschte sich kraftvoll mit beiden Handflächen auf die Wangen. Er musste sich jetzt zusammenreisen. Darüber nachdenken, verarbeiten, das konnte er später. Er musste jetzt stark sein.

Mit roten Backen fand er einen festen Stand und wandte sich um. Natsu kam hoffentlich mit ihrem Gegner klar, den Überraschungsmoment hatte sie auf jeden Fall auf ihrer Seite. Joudans Gegner hatte er ohne Vorkommnisse... ausgeschaltet... , also konnte Shunsui Chinatsu zur Not helfen.
Um besser nicht darüber nachzudenken, was er gerade getan hatte, zog Joudan den Notizblock erneut hervor und präparierte dieses Mal direkt vier Siegel. Sie ergaben zusammen eine Klebefalle, die er nun im Stollen verteilte. Sollten sie fliehen müssen, dann hätte er damit einen kleinen Trumpf vorbereitet. Schwer atmend schloss der Händlersspross wieder zu Natsu und Shunsui auf. Noch immer war ihm flau im Magen, doch sein Blick war fest und nach vorne gerichtet.



Mezame San-gan: Kodama Fuuin (Erwachtes drittes Auge: Echosiegel)

Element:
keines
Typ: Ninjutsu
Rang: C
Chakrakosten: C
Reichweite: -

Anmerkung: Persönliches Jutsu von Kushou Joudan

Voraussetzung: Fuuin Spezialwissen, Mezame San-gan, Chakrakontrolle 6

Beschreibung:
Mit diesem Fuuin-Jutsu kann ein Siegel erschafft werden, das nur in Verbindung mit dem Mezame San-gan funktioniert. Wird das Siegel von einer Chakrawelle getroffen, die durch dieses Jutsus erschaffen wird, sendet es eine entsprechende Chakrawelle aus, die genau wie das verwendete Jutsu funktioniert. Die gesammelten Informationen werden dem Anwender der San-gan-Technik übermittelt. Mit Hilfe eines solchen Siegels kann eine der Schwäche, das feste Gegenstände nicht “durchleuchtet” werden können, ein wenig umgangen werden. Man kann auch mehrere Siegel gleichzeitig “anpingen” um noch detailliertere Informationen über die Umgebung und Lebewesen darin zu finden, jedoch lässt sich die maximale Reichweite der Mezame San-gan-Technik nicht erhöhen, egal wie viele Siegel man in Reihe platziert.

Mezame San-gan (Erwachtes drittes Auge)

Element:
keines
Typ: Ninjutsu
Rang: B
Chakrakosten: einmalig C oder B pro Minute
Reichweite: 20m Umkreis
Anmerkung: Persönliches Jutsu von Kushou Joudan

Voraussetzung: Sensorik Spezialwissen, Chakrakontrolle 6, Chakramenge 4

Beschreibung:
Der Anwender hält mit einer Hand das Tora-Zeichen und sendet eine Chakrawelle aus, die von Chakraquellen (Menschen, größere Tiere, Jutsus) in der Reichweite reflektiert wird. Der Anwender kann das Chakra-Echo deuten und wird so auf die Position der erspürten Quellen aufmerksam.
Wände, Bäume, Personen... können nicht "durchleuchtet" werden. Flüssigkeiten verzerren das Chakra-Echo so sehr, dass der Anwender nur die grobe Richtung spüren kann, kann die genaue Position aber nicht ausmachen. Allein Gase (auch Rauch) können ohne Probleme durchdrungen werden.
Wer eine Chakrakontrolle gleich des Anwenders oder höher hat, kann die Chakrawelle spüren und wird so auf die Anwesenheit des Anwenders aufmerksam.
Die Technik kann entweder als einmaliger Impuls oder als dauerhaftes Senden und Empfangen verwendet werden.

Alternativ: Anstatt einen kreisfömigen Bereich um sich herum abzusuchen kann der Anwender seine Chakrawellen auch gezielt in eine Richtung schicken. So kann er einen Kegel von 90° abdecken, dafür verdoppelt sich die Reichweite auf etwa 40m.

Chakrakontrolle 6: Jutsus mit Chakrakosten über dem A-Rang werden von der Technik als solche erkannt. Die Chakrakosten und der Rang der Technik können grob eingeschätzt werden.
Chakrakontrolle 7: Jutsus mit Chakrakosten über dem C Rang werden von der Technik als solche erkannt. Chakrakosten, - Element und Rang der Technik, ebenso ob es sich um ein Nin-, Gen- oder Taijutsu handelt, können erkannt werden, sowie grobe Merkmale der Technik (handelt es sich um ein Projektil, eine Schutzmauer,...)
Chakrakontrolle 8: Alle Jutsus werden als solche erkannt. Ist ein Jutsu Teil eines Bluterbes, wird dies erkannt, sofern der Anwender mit dem Erbe gut genug vertraut ist. Anhand der Chakrasignatur der Technik kann der Anwender auch erkennen, von wem sie stammt. Eine erspürte Technik, die der Anwender kennt, kann als solche erkannt werden. Ist dem Anwender die Technik nicht bekannt, kann trotzdem recht gut erahnt werden, was sie etwa bewirkt.


Gounage (Starker Wurf)

Typ:
Taijutsu
Rang: B
Chakrakosten: B
Reichweite: mind. doppelte Wurfweite

Voraussetzung: Chakrakontrolle Stufe 6, Chakramenge Stufe 5, Kraft Stufe 4, Geschick Stufe 6, Gouwan

Beschreibung:
Dieses Jutsu nutzt das Grundprinzip des Gouwans, einen Schlag durch explosionsartige Freisetzung von Chakra in der Hand zu verstärken, und wendet es auf das Werfen von Projektilwaffen, also Kunai, Shuriken und dergleichen, an. Zwei schnelle Fingerzeichen werden geformt, danach schnellstens das Projektil in die Hand genommen. Nun wird eine große Menge Chakra in der Hand des Anwenders gesammelt, was unerfahrene Anwender der Technik einige Momente benötigt. In dem Moment, in dem das Projekil die Hand verlässt wird das Chakra freigegeben, das so die Wucht des Wurfes deutlich verstärkt. Da dies ein hohes Maß an Koordination benötigt ist das Gounage immer nur mit einem Projektil möglich.

Chakrakontrolle 7: Während sich die Aufladezeit nun auf fünf Sekunden reduziert hat, steigt die Zeit, die man das aufgestaute Chakra aufrechterhalten kann, auf satte 10 Sekunden und man kann nebenher sogar ein wenig reden, wenn auch keine großen philosophischen Überlegungen anstellen. Und zu guter Letzt ist auch der Effekt des Jutsus gestiegen: Ein geworfenes Projektil hat genug Wucht um Holzwände oder Bäume zu durchstoßen, Menschen werden in der Regel komplett durchdrungen, was zu schwerern Verletzungen führt. Die Zielgenauigkeit des Anwenders leidet unter der Technik, sodass sein Geschick für den Wurf um vier Punkte gesenkt wird.
igkeit des Anwenders leidet unter der Technik, sodass sein Geschick für den Wurf um fünf Punkte gesenkt wird.


Setchaku Shiru no Jutsu (Jutsu des Klebesiegels)

Element:
Keines
Typ: Ninjutsu
Rang: C
Chakrakosten: C pro Minute
Reichweite: 20 Meter

Voraussetzung: Chakrakontrolle Stufe 4, Chakramenge Stufe 3, Shīru no āto

Beschreibung:
Das Jutsu benötigt vier spezielle Siegel, die der Anwender um den Gegner herum plaziert, nachdem er sie mithilfe eines kleinen Chakraschubes und einigen Fingerzeichen aktiviert hat. Die so umfriedete Fläche muss zwischen 4 und 16 Quadratmetern liegen. Ein Gegner, der sich in diesem Feld aufhält, kann nun bis zu fünf Minuten darin festgehalten werden, sodass er seine Füße nicht mehr von der Erde heben kann, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass seine Chakrakontrolle diejenige des Anwenders unterschreitet. Halten sich währenddessen mehrere Gegner im selben Feld auf, so wachsen die Chakrakosten proportional an.
 
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Es rauschte. Dieses endlose Rauschen, unaufhörlich, laut, rasend. Die 16-Jährige sah mit weit aufgerissenen Augen zu dem am Boden liegenden Banditenanführer, hob ihren Fächer, nahm nichts wahr außer ihren Gegner und dieses alles übertonende Rauschen in ihren Ohren. Sie setzte einen Fuß nach vorne und stockte, als sich ein dumpfes Geräusch zwischen das Rauschen schob. Eine Stimme. Ihr Name. Sie spürte ein Gewicht auf ihrer Schulter, sah zur Seite und die bis eben noch leer wirkenden Seelenspiegel bekamen ihre gelbe Farbe zurück, die Mimik in ihrem Gesicht bewegte sich und sie senkte die Waffe. Chinatsu kam zurück, das Rauschen wurde leiser, glitt langsam in den Hintergrund. Die Weißhaarige hatte noch keine Worte, sah ihrem Teamkollegen stumm entgegen und folgte mechanisch seinem Blick zu ihrer verwundeten Schulter. Sie sah den tiefen Schnitt sowie die dunkle Rotfärbung, die ihre Kleidung durch das viele Blut angenommen hatte, doch im Moment wirkte sie noch vollkommen paralysiert. Sie erinnerte sich nur noch schemenhaft an die Ereignisse, die zu dieser Verletzung geführt hatten. Irgendwann im Kampf hatte Chinatsus Geist ausgeschaltet und erst der Ruf des Manako hatte sie zurückgeholt.

„Hm.“ Chinatsu hatte über die Frage des Kushou nachgedacht, während sie Shunsui durch den Nebel folgte. Ob sie das Gefühl kannte, nicht mehr Herrin ihrer selbst zu sein? Es war merkwürdig, gerade jetzt an den Hexenkessel in Sunagakure erinnert zu werden. Und ein leichtes Ziehen in ihrer rechten Schulter zu spüren – dort, wo man noch immer die Narbe erkennen konnte, die das Schwert des Banditenanführers damals hinterlassen hatte. Es blieb keine Zeit, um das Gespräch mit Joudan zu vertiefen, ganz davon abgesehen, dass Chinatsu nicht sicher war, ob sie dem blonden Ame-Nin diese Geschichte auf die Nase binden wollte. Aber um es kurz zu machen: Ja, die Hasekura kannte dieses Gefühl. Und hatte bis heute keine Erklärung dafür, was genau damals geschehen war. Ob sie einfach ein Monster in sich trug, das Besitz von ihr ergriff, wenn der Druck zu groß wurde? Als Kind hatte die Hellhaarige solche Dinge oft hören müssen, ein Grund, weshalb sie Freundschaften mehr mit ihren Origami-Figuren hatte entwickeln können als mit anderen Menschen. Aber... das war ein Thema, das gerade keinen Platz hatte. Und so bekam Joudan leider nicht die Antwort, die er sich vielleicht erhofft hatte – stattdessen mussten sie sich auf die Rettung von Mai konzentrieren. Hinter einem der letzten Büsche vor dem Eingang zum Stollen verweilte das Grüppchen aus Joudan, Shunsui und Natsu. Anstatt sich abzusprechen, preschte der Jirokou vor. Ungläubig sah die hellhaarige Kumo-Nin der weggeworfenen Brille des Blonden hinterher, bevor die gelben Äuglein zum Eingang des Stollen sahen und sie miterleben durfte, wie Shunsui erbarmungslos kurzen Prozess mit den Wachen am Eingang machte. Und wieder musste sie an die Fragen von Joudan denken: Shunsui wäre irgendwie anders als sonst? Ob ihr das aufgefallen wäre? Sein Ausbruch vor dem Daimyou war überraschend gewesen, das stimmte. Und sein brutales Vorgehen jetzt den Wachen gegenüber vielleicht nicht vorhersehbar, aber... Chinatsu konnte nicht behaupten, dass sie vollkommen überrascht oder gar geschockt war. Es war mehr eine gewisse Neugier, die sich in ihr meldete: Verhielt sich Shunsui gerade wirklich anders, als er eigentlich war? Oder war es genau umgekehrt und das hier war der richtige Shunsui, alles andere nur ein Trugbild? Die Kunoichi kannte die beiden Sora-Nin zu kurz, um das abschließend zu beurteilen. Doch da sie Shunsui nie als stotternden und verschüchterten Nachbarjungen kennengelernt hatte, kam sein aktuelles Verhalten ihr nicht vollkommen... abwegig vor. Joudan hingegen schon, wenn man seinen Worten glauben durfte. Was genau ging hier eigentlich vor?

Joudan und Chinatsu beeilten sich, um dem Jirokou in den Stollen zu folgen und konnten erst bei einer Weggabelung zu ihm aufschließen. Kurz musterte das Mädchen Shunsui, dann wanderte ihr fragender Blick zu Joudan, der einen Notizblock hervorholte und anfing zu schreiben. Zu schreiben? Jetzt? Das war wohl kaum der richtige Zeitpunkt... im nächsten Moment hielt der Sora-Nin ihr den abgerissenen Zettel entgegen und deutete mit einem feinen Grinsen auf dem Gesicht den Gang herunter, bevor er sich spielerisch verbeugte. Es dauerte ein, zwei Sekunden, aber DANN machte es auch bei der Kunoichi Klick. Sie grinste breit und wissend, fischte den Zettel aus Joudans Hand und faltete diesen geschwind zu einer Origami-Schlange. Dann hockte sie sich auf den Boden und hauchte dem Papierstück mit einem kleinen Chakraimpuls Leben ein, das sogleich lautlos den Gang herunterschlängelte. Was danach aber passierte... damit hängten die Sora-Nin Chinatsu vollkommen ab. Joudan klopfte sein Handgelenk ab, tippte sich gegen die Stirn und ging dann in einer eleganten Bewegung mit einer Hand zu Boden. Also, das hatte was von einem stummen Tanz und Chinatsu erwischte sich dabei, wie sie die Bewegungen des Kushou gedanklich mit einer schwungvollen Musik untermalte. Um es kurzzufassen: Sicherlich gab es diese taktischen Zeichen auch in Shirogakure. Sicherlich hätte eine gute Kunoichi das auch draufgehabt. Die Hasekura allerding hatte nur mit Biegen und Brechen ihre Abschlussprüfung an der Akademie bestanden und auch das war mittlerweile mehrere Jahre her. Und bisher hatten ihre Teamkollegen aus Shirogakure immer gewusst, dass man bei ihr mit so einer taktischen, stummen Kommunikation eh nicht weit kommen würde. Chinatsu verstand also nur Bahnhof und sah Joudan auch genauso an. Oh! Aber er schlug die rechte Faust in die linke Handfläche und deutete dann auf Natsu! Okay, das verstand sogar sie, das bekam sie hin! Sie deutete also fein grinsend den Daumen nach oben, um ebenfalls auf in Zeichensprache dem Kushou ihre Zustimmung zu verdeutlichen. Das Zeichen kannte man doch sicherlich auch in Sora, oder?

Joudan ging vor und nur kurz erlaubte sich die Hasekura, zu Shunsui zu blicken. Ob der das in seiner aktuellen Wut überhaupt richtig mitbekam? Ihr Mundwinkel hob sich zu einem schiefen Grinsen an, bevor sie stumm zwinkerte und dem Kushou dann lautlos hinterher huschte. Shunsui hatte seinen Gegnern lautstark und erbarmungslos die Knochen gebrochen. Joudan wiederum warf ein Messer mitten durch den Schädel seines Opfers, sodass sich eine dunkelrote Masse auf der Steinwand verteilte. Chinatsu bekam das nur am Rande mit und hatte auch keine Ahnung, was für eine Überwindung diese Tat Joudan gekostet hatte. Was ihr allerdings auffiel: Die Sora gingen wenig dezent bei ihren Taten vor. War das nicht normal ihr Spezialgebiet? Wer nun glaubte, dass Chinatsu mal wieder gegnerische Körper mit ihren riesigen Papiershuriken in Zwei teilte oder mit ihrer Papierkeule ebenfalls Knochen zum Brechen brachte, der lag daneben. Tatsächlich ging das Mädchen deutlich ruhiger vor, als sie sich mit dem Wandlauf über den übriggebliebenen Wachposten bewegte und Fingerzeichen für das Fuuton: Setsunai no Jutsu formte. In dem Augenblick, als die Wache erschrocken auf seinen erdolchten Kollegen blickte, ließ die Hellhaarige sich von der Decke fallen, landete hinter der vermummten Wache und drückte dieser verhältnismäßig locker die Hand auf den Mund. Der Mann in der Kutte zappelte benommen, gab röchelnde Laute von sich, schien aber nicht einatmen zu können - weder durch den Mund, noch durch die eigentlich freie Nase. Die Gegenwehr des Kuttenträgers ließ recht schnell nach, wurde schwächer, bis der Körper erschlaffte und zu Boden ging. Die Hasekura ließ den Mann im Fallen los, hockte sich dann auf den Boden und prüfte ihr Opfer. Sie wartete noch etwas, so als wolle sie sichergehen, bevor sie mit einem erneuten Fingerzeichen die Technik auflöste. Sollten Joudan oder Shunsui zu nahe gekommen sein, hätten auch sie gemerkt, dass das Atmen in der Gegenwart der Kumo-Nin zunehmend schwerer geworden wäre – jetzt allerdings, nach dem erneuten Fingerzeichen der 16-Jährigen, strömte der Sauerstoff zurück in die Umgebung. Das Mädchen strich sich die Hand an ihrer Hose ab und stand dann auf, bevor sie mit angehobener Augenbraue zu den beiden Sora-Nin blickte. Damit konnte es jetzt weitergehen, oder?
 

Jirokou Shunsui

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Einen Schritt nach dem anderen vor sich setzend, lief Shunsui durch die Gänge des alten Bergwerkes. Wobei Laufen in diesem Fall eine Untertreibung war, vielmehr stapfte der junge Mann vor sich hin. Angst entdeckt zu werden hatte er nicht wirklich, denn sobald ihn jemand konfrontierte, würde es sich dabei um das Letzte handeln, was diese Person in diesem Leben noch machen würde. Der schwarze Drache in seinem Inneren war entfesselt und brüllte ununterbrochen vor sich hin, gierend auf das nächste Opfer, welches der Wut des Jirokou anheimfallen würde. Das war vermutlich auch der Grund, warum der Gedanke entdeckt zu werden, ihn nicht ängstigte. Und doch, meldete sich inzwischen des gewaltigen Sturmes, der in seinem Verstand tobte, eine leise Stimme der Vernunft. *Pass auf.* Auf was? Bilder der Vergangenheit tauchten vor seinen Augen auf. Dabei handelte es sich um das letzte Mal, dass der Staudamm in seinem Inneren gebrochen war und er seiner Wut freien Lauf gelassen hatte: Der Kampf gegen den abtrünnigen Shinobi, den er zusammen mit zwei anderen Shinobi auf einer kleinen Insel im Wasserreich gefochten hatte.

Unmengen dunkler Emotionen tosten in seinem Inneren, Angst sich zu verraten, Schmerzen aus der Schulter, alleseinnehmender Zorn, der ihn überkam.

Heute würde er sich den Zorn zu eigen machen, statt ihm zu erliegen.

Hass und Wut sorgten dafür, dass sich ein roter Schleier über seine Augen legte und er sich einer Raserei hingab, während er den Gegner mit seinen Fäusten und Tritten bearbeitete.

Sein Zorn war eine Waffe, die er beherrschen und führen würde.

Die Finsternis im jungen Mann hatte die Form eines Drachen angenommen, der wütend brüllte und dessen Durst erst gestillt sein würde, sobald sein Gegner nicht mehr unter den Lebenden weilte.

Auch jetzt spürte Shunsui das Drängen der Wut in seinem Bauch, sie freizulassen.

Schwer atmend und die Fäuste wund geschlagen, blickte der Jirokou ins Leere.

Sie würde ihn nicht kontrollieren! Dieses Mal würde er nicht die Kontrolle abgeben! Während er seinen Gedanken nachging, klärte sein Verstand. Der Sturm zog nicht ab, aber er wurde unterdrückt und in Schach gehalten und würde erst dann freigelassen, sobald es ihm dienlich war und zu keinem anderen Zeitpunkt! So kam es also, dass der gute Shunsui seinen Teamkollegen nicht etwa in blinder Wut angriff, als dieser seine Hand auf die Schulter legte, sondern sich einfach fragend zu ihm umdrehte. Er verspürte zwar nach wie vor keine Lust, sich eingehender mit Joudan unterhalten, zu sehr schmerzte der Verrat, aber jetzt galt es seine Emotionen außen vor zu lassen und sich auf das hier und jetzt zu konzentrieren. An einer Weggabelung hatten ihn der Kushou und die Hasekura eingeholt, gerade rechtzeitig, denn als sie stehen blieben, konnte man Stimmen aus dem linken Gang vernehmen – sie waren auf dem richtigen Weg! Ehe der Chuunin vorangehen und sich um die Feinde kümmern konnte, begann Joudan jedoch etwas hastig auf Papier zu bringen. *Ist das jetzt sein Ernst?* Beherrschte er etwa keine Zeichensprache? Goldene Seelenspiegel wanderten fragend zu der Kunoichi in der Runde, die jedoch ihrerseits den Blick auf den anderen Blondschopf gerichtet hatte. Aber es handelte sich ganz augenscheinlich nicht um Anweisungen auf einem Zettel. Nach einiger leicht verständlicher Zeichensprache hin und her, schien Natsu verstanden zu haben und gab nun selbst etwas zum Besten, indem sie das Papier von Joudan entgegennahm … und es mittels Origami in eine Schlange verwandelte, der Leben eingehaucht wurde und die sich nun bis zum Ende des Ganges bewegte. Obgleich sich sein Interesse für die genaue Mechanik gerade in Grenzen hielt – immerhin kreischte und schrie sein Inneres, bei der Anstrengung, den gewaltigen Sturm in sich im Zaum zu halten – war er dennoch beeindruckt von der Fähigkeit. Das konnte man wahrscheinlich gut zum Ausspähen nutzen, was Joudan wohl auch tat. Daraufhin begann dieser auch noch weitere Instruktionen per Zeichensprache zu geben, die Shunsui einfach nickend bestätigte. Es gierte dem Drachen in seinem Inneren endlich wieder entfesselt zu werden.

So wie das Weiße von Joudans Knöchel hervortrat, als dieser das Messer umklammerte, so trat es auch bei Shunsui hervor, als er seine Faust ballte. Die Konfrontation nahte, was bedeutete, dass er gleich den Sturm in seinem Inneren loslassen konnte. Als das „Für Mai.“ ertönte, machte sich auch der Jirokou bereit, doch diese Runde würde er wohl aussitzen. Joudan trat sogleich um die Ecke und auch Natsu – die ihn kurz angrinste und ihm zuzwinkerte – sprang hinterher. Der Chuunin tat es ihnen gleich und bemerkte zwei Kuttenträger, die vor einer Tür lax Wache hielten. Das würde ihnen zum Verhängnis werden. Der Kushou warf nämlich sein Messer auf einen der beiden Kuttenträger, doch es handelte sich um keinen gewöhnlichen Wurf. Das bemerkte Shunsui gegen seinen Willen beeindruckt, als das Messer wie eine Kanone davonschoss und er beinahe Probleme hatte der Waffe mit seinen Augen zu folgen. Joudan torkelte ein wenig von dem Rückstoß zurück, was in ihm die Vermutung aufwarf, dass es sich um eine Fuuton-Unterstützung handeln könnte. Wie auch immer, das Ergebnis konnte sich zumindest sehen lassen, denn der Körper des Kuttenträgers ging leblos zu Boden, während er sich auf der Wand hinter ihm verewigt hatte. Künstlerisch hatte er seinen Teamkollegen schon eingeschätzt, aber das ging doch etwas über das hinaus, was er ihm zugetraut hätte. Apropos Fuuton, auch Natsu schien gerade außergewöhnliche Fähigkeiten an den Tag zu legen. Geschickt lief sie an der Wand entlang und landete unbemerkt hinter dem zweiten Kuttenträger, gerade als dessen Kollege starb und legte ihm plötzlich die Hand auf den Mund, worauf dieser anfing los zu zappeln. Shunsui näherte sich schon, um sie unterstützen, als er bemerkte, wie die Luft dünner wurde, je näher er der braungebrannten Kunoichi kam. Argwöhnisch trat er einen Schritt zurück und beobachtete stumm, wie der Kuttenträger schwächer und schwächer wurde und letzten Endes zu Boden ging. Erst nachdem die weißhaarige junge Frau ein weiteres Fingerzeichen geschlossen hatte, spürte auch der Jirokou wieder, dass er normal atmen konnte. Scheinbar hatte sie mit ihren Fähigkeiten der Luft den Sauerstoff entzogen, die Luft verdrängt, oder sonst etwas in der Art. *Äußerst nützlich.*, schoss es ihm durch den Kopf, als die Kunoichi Blickkontakt mit ihm herstellte und er den Kopf beeindruckt neigte. Joudan hingegen schien etwas mehr mit seiner Tat zu kämpfen zu haben. Mitleid verspürte Shunsui keines, der andere hatte sich nun mal für die Laufbahn eines Shinobi entschieden und das war nun mal die bittere Realität seines Handwerkes. Wenn er sich etwas anderes vormachte und irgendeiner romantischen Vorstellung eines Ninja nachhing, dann war er ein Narr.

Langsam ging der Taijutsuka auf die Tür zu und versuchte sie zu öffnen, wobei er ein Zittern unterdrücken musste, so geladen und angespannt war er. „Verschlossen.“, entwich es ihm, als ein entsprechendes Klicken zu vernehmen war und die Tür keine Anstalten machte, sich für das Trio zu öffnen. Für den Augenblick zumindest. Der Blondschopf übte ein wenig Kraft aus und brach damit das Schloss durch, sodass sich die Tür nun sperrangelweit für sie öffnete. Kampfbereit betrat er den Raum, um sich auf die nächsten Feinde zu stürzen, doch was sie hier drinnen erwartete, war … ein Büro. Sie waren scheinbar falsch abgebogen! „Mist.“, entführ es dem jungen Mann, der jedoch schnellen Schrittes das Büro betrat, da sein Blick auf einen großen Tisch in der Mitte des Raumes gefallen war, auf dem sich ein großes Buch befand. Das Büro selbst war spärlich beleuchtet, doch reichte es allemal aus, um noch zu lesen, was dort geschrieben worden war. Und die Passage, die sie nun zu sehen bekam, hatte es in sich: Hier ging es ganz deutlich um ein Ritual. Und um das Gelingen des Rituals zu sichern, brauchte man … „Blut!“, sprach Shunsui mit großen Augen laut aus, während er auf die entsprechende Passage mit dem Zeigefinger zeigte. Und zwar das Blut von lebenden Menschen! War dies das Schicksal, was allen Entführungsopfern widerfahren war? Und war es das, was Mai nun dämmerte? „Wir haben keine Zeit zu verlieren!“, teilte der Jirokou den anderen Beiden mit. Jetzt war wirklich keine Zeit für eine kleine Besprechung, sie mussten unbedingt weiter. „Wer weiß, was sie sonst Mai noch antun?“ Bei dieser Aussage schaute er vor allem Natsu an, die ja schließlich die Teamkollegin der Verschleppten war. Der junge Mann verließ eiligen Schrittes wieder das Büro und nahm Tempo auf, bereit sein Glück auf dem anderen Weg der Wegegabelung zu benutzen. Doch nun, da seine Gedanken wieder klarer waren, galt es noch ein nützliches Jutsu zu wirken. „Shizukaho.“ Wahrscheinlich war es ein äußerst kurioser Anblick, den Blondschopf rennen zu sehen und das bei völliger Lautlosigkeit, doch das war perfekt, um einen Überraschungsangriff zu starten oder sich nicht zu verraten. Der andere Weg führte schließlich hinab und ging immer tiefer, ehe sie an einer weiteren Wegegabelung ankamen. Von der rechten konnte man leisen Gesang vernehmen, der ganz und gar nicht verheißungsvoll war, weshalb Shunsui diesen Weg einschlug und weiter rannte, Natsu und Joudan hoffentlich dicht hinter sich wissend. Der Gesang wurde lauter und lauter und auch das Licht heller am Ende des Tunnels. Schließlich betrat das Trio ein großes Gewölbe, in dessen Mitte gut ein Dutzend Männer und Frauen in Kutten gekleidet standen und einen komischen Singsang von sich gaben. Nicht so Kirchenchormäßig, sondern eher von der gruseligeren Sorte, denn die Nackenhaare des Blondschopfes stellten sich bei diesem Anblick und diesen Klängen auf. Und in der Mitte befand sich ein Opfer auf einem Alter – Sakaida Mai! Die drei Neuankömmlinge wurden gerade noch Zeuge davon, wie eine Klinge auf den Hals der Kunoichi herunterflog. Sie kamen zu spät!

@Sakaida Mai @Kushou Joudan @Hasekura Chinatsu
 

Sakaida Mai

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Mai folgte brav allen Anweisungen. Als sie in den großen, freiliegenden Raum dieses Bergwerks kam und erkannte, wie viele Gegner ihr gegenüberstanden, entschied sie sich für diesen Weg. Sie hatte nicht aufgegeben, doch ging es noch immer um das Leben von Takekazu, welches auf dem Spiel stand, würde ihre Identität als Kunoichi auffliegen. Die Blauhaarige ging sogar soweit, dass sie vor dem Opferstein auf die Knie ging. Die Angst stand ihr ins Gesicht geschrieben, als sie ihren Kopf seitlich darauf bettete. Es war so eigenartig.. Als sie heute zur späten Stunde aus dem Bett gestiegen war, hätte sie nicht damit gerechnet, dass dies ihr letzter Tag auf Erden sein würde. Man sollte jeden Tag Leben, als wäre es der letzte. Davon konnte in ihrem Fall wohl kaum die Rede sein.. Wie könnten ihre Eltern damit leben, dass auch ihr zweites und somit letztes Kind sterben würde? Wie würde Kayros mit ihrem Tod umgehen? Und wie wäre es wohl, endlich ihren Bruder wiederzusehen? All diese Fragen würden Mai durch den Kopf schießen, während einer der Vermummten sein Schwert auf ihren Hals hinunter schnellen lassen würde. Zumindest glaubte sie, dass das so sein würde.

Einige Zeit zuvor..

Ihr Anführer erzählte mir von einem Ritual, welches angeblich unsterblich macht, wenn man genug unschuldiges Blut vergießt.. das sind Wahnsinnige“ Der Kunoichi schnürte sich die Kehle zu. Warum beherbergten diese Stollen ständig nur Verrückte? „Hallo?“, fragte Takekazu nach, doch er würde keine Antwort mehr von Mai bekommen. Die Lage wurde ernst und sie brauchte nun dringend eine Idee..

Eine Idee, welche sowohl Takekazu, als auch ihr selbst den Hintern rettet. Dabei kam ihr jedoch nur eines in den Sinn. Sie brauchte die Hilfe von zwei Freunden, nämlich ihren Blitzdoppelgängern. Einer von ihnen würde die Aufgabe bekommen, Takekazu aus dem Bergwerk zu führen. Er müsste damit allerdings warten, bis Mai aus ihrer Zelle geholt wurde und die Wachen weg wären. Der andere Doppelgänger würde sich opfern müssen, um dem Original den Rücken frei zu halten. Als ihr Plan stand und die Instruktionen an ihre Doppelgänger mit kopiert werden konnten, erschuf die Blauhaarige mit Hilfe des Raiton: Raibunshin zwei starke Abbilder von sich. Eines von ihnen versteckte sich gemeinsam mit ihr und mit Hilfe von Chakra im toten Winkel an der Decke des Höhlenraumes, während der andere die Gefangene mimte. Für Mai war dieses Vorgehen noch immer viel zu gewagt, doch ihr war auf die Schnelle nichts besseres eingefallen.

Als die Wachen sie dann abholten, ging der Doppelgänger brav mit ihnen. Die Kerkertür wurde nur angelehnt, weswegen Mai mit ihrem zweiten Blitzdoppelgänger den Raum mit Leichtigkeit verlassen konnten, als die Luft rein war. Sie nickte ihrer Kopie entschlossen zu und bearbeitete dann mit einem Kunai die Kerkertür Takekazus. Da es sich um alte Türen handelte, konnte sie bald aufgehebelt werden. Sofort wies sie dem jungen Mann, still zu sein und deutete ihm, mit ihrem Doppelgänger zu fliehen. „Während des Rituals befinden sie sich alle im Hauptraum. Der Zeitpunkt ist günstig“, flüsterte er so leise, dass Mai sich anstrengen musste, es zu verstehen. Doch sie nickte stumm und machte sich dann in jene Richtung auf, in welche die Wachen unwissend ihren Doppelgänger gebracht hatten. Dank ihrer Geschwindigkeit konnte sie diese bald einholen und folgte ihnen noch immer an der Decke auf leisen Sohlen. Hoffentlich käme Takekazu heil aus der Sache raus.. Doch auch hier hatte sie noch ein Ass im Ärmel, um Zeit für ihn zu gewinnen.

Zurück im Hauptraum..

Was war Mai froh, nun nicht wirklich am Opferstein zu hängen. Dank der unebenen Decke der Stollen konnte sie sich wunderbar verstecken und das Geschehen beobachten. Ihr Plan war klar: Sobald die Klinge des Vermummten ihren Blitzdoppelgänger berührte, würde dieser sich entladen und ihn außer Gefecht setzen. Dann würde sie ihr mächtigstes Genjutsu anwenden, das Nehan Shouja no Jutsu. Es würde alle Anwesenden innerhalb kürzester Zeit in eine Ohnmacht versetzen. Diese Zeit der Ohnmacht käme Takekazu zu gute, welcher Yugakure dann mit dem anderen Doppelgänger sicherer erreichen könnte, da ihn niemand mehr so schnell einholen könnte. Dafür würde Mai sorgen, denn so gut es ging, wollte sie diese Verbrecher im Hauptraum bereits richten. Das Herz schlug ihr bei diesem Gedanken bis zum Hals, doch sie wusste, dass kein Weg daran vorbeiführte, so schrecklich es auch war. Doch was war das?

Am anderen Ende des Raumes erschienen Chinatsu, Shunsui und Joudan. Einerseits freute sich Mai, dass es ihnen allen gut ging. Doch befürchtete sie für einen Moment, dass sie ihren Plan auffliegen lassen könnten. Aber sie kämen sowieso zu spät, denn die Klinge schnellte bereits auf ihren Doppelgänger nieder. Schnell formte Mai noch die Fingerzeichen für das Nehan Shouja no Jutsu, da es ein paar Sekunden brauchte, um seine Wirkung zu entfalten. Und just in diesem Moment schlug der Vermummte Mai den Kopf ab - nicht! Denn seine metallene Klinge leitete die Elektrizität, welche durch die Berührung freigesetzt wurde, perfekt weiter.

Der Schwertführer erzitterte aufgrund des starken Stromschlages und ging paralysiert zu Boden. Und während die einen noch verdutzt darüber waren, was gerade geschah, wurde den ersten bereits die Illusion vorgegaukelt, in Ohnmacht zu fallen. Doch auch dieser Plan hatte seine Schwachstellen: Leider befanden sich Shunsui, Chinatsu und Joudan ebenfalls in der Reichweite dieses Jutsus..

Erschrocken darüber, ihre eigenen Verbündeten ebenfalls in eine Schein-Ohnmacht versetzt zu haben, schnellte Mai in voller Geschwindigkeit zu ihnen. Hektisch wandte sie das Kai an und berührte ihre Partner an der Stirn, damit diese wieder zu sich kamen. Doch danach hörte sie hinter sich etwas. Erschrocken musste Mai feststellen, dass sich zwei Nuke aus dem Genjutsu befreien konnten. Wie dumm.. damit hätte sie rechnen müssen, wenn sie an den Nebel dachte. Doch dass die so bewandert im Genjutsu waren, hätte die junge Frau nicht erwartet.

Während ihre Teamkameraden zu sich kamen, blieb Mai bei ihnen, um sie zu schützen. Die beiden Nuke witterten ihren Vorteil und wollten die blauhaarige Kunoichi sogleich niederstrecken. Beinahe panisch formte Mai die Fingerzeichen für ein weiteres Raiton-Jutsu, das Raiton: Sutakkato. Als die beiden Männer in Reichweite vor ihr standen, schoss Mai mit beiden Händen präzise kaum erkennbare Blitze auf diese, welche sie schmerzvoll trafen und unter Schock zuckend zurückschleuderten. Besorgt wandte sich die junge Frau dann wieder ihren Verbündeten zu. Waren sie bereit? „Entschuldigt, ich wollte euch nicht in den Bann dieser Technik ziehen“, versicherte sie ihnen schuldbewusst. Ihr Blick galt dann für einen Moment Joudan. Er sah schlecht aus.. als hätte er ein Gespenst gesehen.. Sie öffnete den Mund, um etwas zu sagen, doch ein Geräusch ließ sie umblicken. „Sie kommen zu sich. Wir müssen sie ausnahmslos alle an der Flucht hindern, um Takekazu zu schützen. Keiner von ihnen darf das Bergwerk lebend verlassen, verstanden?“, verlangte sie gefasst und mit eindeutiger Klarheit, woraufhin sie zum Sprung ansetzte, ohne eine Antwort abzuwarten.

Raiton: Raibunshin (Blitzdoppelgänger)

Element:
Blitz
Typ: Ninjutsu
Rang: A
Chakrakosten: A
Reichweite: Bunshin erscheint neben dem Anwender

Voraussetzung: Chakrakontrolle Stufe 6, Chakramenge Stufe 6

Beschreibung: Diese Technik bildet aus dem Element Raiton einen Doppelgänger. Da jedoch das Formen von materielosen Blitzen zu einer menschlichen Gestalt sehr schwer ist, stellt diese Kunst gemeinsam mit dem Fuuton-Bunshin die schwerste unter den Elementdoppelgängern dar. Allerdings wartet in diesem Bunshin eine böse Überraschung für Gegner, die ihn mit einem direkten Treffer ausschalten wollen: Er löst sich nicht einfach auf, sondern springt in seiner ursprünglichen Form von Elektrizität auf den Gegner über, was diesem Schmerzen zufügt und ihn paralysiert. Der Blitzdoppelgänger kann sämtliche Raiton-Jutsus wirken, die auch der Anwender beherrscht und die Wirkung dieser einmalig verstärken, indem er die Künste mit seiner eigenen Elektrizität speist und sich dabei auflöst. Von der Belastungsmöglichkeit her unterscheidet sich der Raibunshin nicht von den anderen Elementbunshin.


Nehan Shouja no Jutsu (Technik des Nirvana Seelenunterschlupfes)

Element:
Keines
Typ: Genjutsu - Spezial
Rang: A
Chakrakosten: B
Reichweite: Ein Radius von 40 Metern ist normal, höhere Chakrakontrolle erhöht auch die Reichweite

Voraussetzungen: Chakrakontrolle Stufe 7, Chakramenge Stufe 4

Beschreibung: Mit diesem Genjutsu kann der Anwender eine hohe Anzahl von Menschen in Ohnmacht versetzen. Der Gegner kann den Bann lösen indem er den „Kai“ formt und anwendet. Es ist relativ einfach diese Kunst zu durchbrechen und sie braucht ein paar Sekunden um zu wirken, sodass der Gegner meist genug Zeit hat auf sie zu reagieren.


Kai (Lösen)

Element: Keines
Typ: Genjutsu - Spezial
Rang: D
Chakrakosten: Variiert
Reichweite: Auf sich selbst, bzw. Berührung

Voraussetzungen: Chakrakontrolle Stufe 2

Beschreibung: Mit dieser Technik kann man ein Genjutsu von oder gegen sich aufheben, sofern man stark genug in Genjutsu ist im Vergleich zu der aufzulösenden Technik. Für alles weitere siehe Genjutsulösungsregeln.


Raiton: Sutakkato (Stakkato)

Element:
Blitz
Typ: Ninjutsu
Rang: A
Chakrakosten: A
Reichweite: 20 Meter

Voraussetzung: Chakrakontrolle Stufe 7, Chakramenge Stufe 6

Beschreibung: Der Anwender streckt nach Formen der nötigen Fingerzeichen beide Hände in Richtung Gegner und verschießt eine Serie von stark geladenen und extrem schnellen Blitzen auf ein Ziel. Der Abstand zwischen den einzelnen Schüssen beträgt weniger als eine halbe Sekunde, sodass in nur fünf Sekunden zehn Blitze freigesetzt werden - so ist es auch kaum möglich die Blitze unter mehreren Zielen aufzuteilen und dennoch präzise zu zielen. Ein einzelner Blitz ist stark genug, um das Ziel heftig zu schocken und zurückzuschleudern - treffen alle zehn, ist das Stakkato lebensgefährlich, da Herzrhythmusstörungen ausgelöst werden.
 

Kushou Joudan

Chuunin
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Sora
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Joudan konnte es nicht glauben. Shunsui hatte die Türe richtig aus den Angeln gerissen, Metall ächtze, als es sich verbog, und der sonst immer-frohe Blondschopf hatte sich bereits fest darauf vorbereitet, eine Zelle mit Entführten - vor allem Mai - vorzufinden, doch stattdessen war es ein.... Büro? Dafür hatte Joudan jemanden umgebracht? Dafür, dass es die falsche Türe gewesen war? Weil sie... nein, weil Joudan die falsche Abbiegung genommen hatte? "Verdammt...", fluchte er leise vor sich hin - und wer Joudan kannte, der wusste, dass er eigentlich nie fluchte - während Shunsui durch die Schriftstücke ging. Joudan wandte sich ab, kehrte dem geschehen den Rücken zu, spähte in den Gang, aus dem sie gekommen waren. Und trotzdem hatte er das Bild noch vor den Augen, wie die Kuttengestalt auf dem Boden lag, wie die Blutspur hinter ihr langsam die Wand hinabrann, wie sich der Stoff der Kutte dunkel einfärbte. Und es war völlig sinnlos gewesen.

Aus Joudans finsteren Gedanken riss ihn Shunsui, als er plötzlich in Höchstgeschwindigkeit an ihm vorbeirannte - und das auch noch völlig lautlos. Chinatsu folgte ihm auf dem Fuße und so nahm auch Joudan sein Herz in die Hand und folgte den Kameraden. Das hier war noch nicht vorbei. Es galt noch Mai und Takekazu und die anderen Entführten zu retten. Hoffentlich würde Joudan das nicht auch versauen... So schnell ihn seine Beine trugen, rannte er Chinatsu hinterher - Shunsui hatte er längst aus den Augen verloren. Die Stollenwände verschwommen in Joudans Blickfeld zu unklaren Formen aus Braun und Grau. Links, rechts, wieder rechts, er hatte schon längst die Orientierung verloren und je tiefer er in das Bergwerk eindrang, desto mehr drückte es auf sein Gemüt. Er fühlte sich, als würden die Decke und die Wände selbst Druck auf ihn auswirken, würden ihgm den Brustkorb zuschnüren, ihm die Luft aus den Lungen pressen. Die Fackeln, die in halbwegs regelmäßigen Abständen angebracht waren, wirkten wie tanzende Irrlichter, die den Blondschopf weiter in die Tiefe lockten um ihn dort einzuschließen und für immer gefangen zu halten.
Plötzlich - Joudan hatte es gar nicht realisiert - war er am Ende angekommen. Ein breiter Raum tat sich vor dem Blondschopf auf und ein rythmischer Choral erfüllte die Luft. Die Szene, die sich offenbarte, wirkte wie aus einem Schauspiel. Eine Großzahl an Kuttenträgern hatte sich um einen großen Altar versammelt, Feuerschalen zeichneten ihre Schatten um ein Vielfaches vergrößert an die Wände des Raumes. Über den Altar gebeugt stand ein Bekutteter mit einem zeremoniell verziertem Schwert und er schwang es gerade herab auf... Mai.
Joudan war zu spät. Nichts, was er hätte tun könne, wäre schnell genug gewesen, um die Klinge in ihrem Bogen aufzuhalten. So konnte er nur die tränengefüllten Augen zusammenkneifen, und die Zähne zusammenbeißen. Metall traf auf Stein, ein Schrei. Ein Männlicher. Der Blondschopf riss die Augen wieder auf und Mai war verschwunden. Kein enthaupteter Leichnam lag mehr auf dem Altar, stattdessen zuckte der Henker in Agonie und ging zu Boden.
Joudan verstand die Welt nicht mehr. Und dann begannen auch noch, weiße Federn von der Höhlendecke zu rieseln.
Die Augenlieder des Kushous wurden schwer, seine Bewegungen träge. Es war ein anstrengender Tag und eine schlimme Nacht gewesen. Dies war zwar nicht der Ort und die Zeit, doch wer könnte es ihm verübeln, wenn er nun einfach die Augen schließen würde? Shunsui? Chinatsu? Joudan blinzelte und nahm die Welt nur noch verschwommen wahr. Er konnte sein Team jetzt nicht alleine lassen, sagte er sich selbst, doch das Bedürfnis, einfach alles von sich abzuwerfen und dem lockenden Schlaf nachzugeben, war zu verlockend. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge ließ der Blondschopf sich gegen die nächste Wand fallen und blinzelte erneut. Die Augen dieses Mal aufzubekommen war ein Kraftakt, den Joudan nur noch unter Anstrengung bewälitgen konnte. Das Weiß der Federn nahm nun beinahe sein gesamtes Blickfeld ein, doch dann glitt Mai als azurblauer Engel zwischen den Federn aus dem Himmel herab und auf Joudan zu. Das war dann zu viel des Guten und der Gute verlor sein Bewusstsein.

Mais Kai weckte Joudan ähnlich sanft wie ein Eimer Wasser. Das Genjutsu fiel von ihm ab und ebenso seine Trägheit. Erkenntnis schoss ihm in den Schädel: Mai lebte noch. Er rappelte sich auf und sah sie vor sich, ihm den Rücken zugewandt, Blitze aus ihrer Hand schießend. Sie kämpfte. Er musste helfen. Joudan holte mit beiden Händen aus, klatschte sich kräftig gegen die Wangen und sprang dann auf die Beine. Chinatsu und Shunsui kamen auch gerade zu sich, sie mussten wohl ebenfalls kurzzeitig in Ohnmacht gefallen sein. Mai schien bei bestem Bewusstsein und vollster Gesundheit, sie gab den deutlichen Befehl, alle versammelten an der Flucht zu hindern. Joudan schluckte und nickte.
Die vier Shinobi aus den Allianzreichen waren deutlich in der Unterzahl. Doch so wie Joudan das sah, waren viele der Kuttenträger noch nicht wieder ganz bei Bewusstsein. Es galt, schnell zu handeln. Mai war scheinbar zum gleichen Schluss gekommen, sie sprang schon mutig als erste los. Joudan tat es ihr gleich.
Irgendwo musste es mindestens einen hochrangigen Genjutsu-Nutzer geben, der für den Nebel verantwortlich war. Soweit Joudan das einschätzen konnte, waren die wahrscheinlich die größte Gefahr - zumindest für Shunsui und Joudan. Deshalb wollte der Ame-Nin sich um den/die als erstes kümmern. Nahm Anlauf, rantte die Wand des Raumes ein paar Schritt hinauf und schloss ein Fingerzeichen um das
Drittes Auge zu öffnen, sein Sensorik-Jutsu zu nutzen. Eine Vielzahl an Chakra-Echos donnerte auf ihn ein, doch schnell hatte Joudan gefunden, wen er suchte. Die beiden Ninja, die Mai mit ihrem Raiton-Jutsu abgewehrt hatte, hatten einer Veranlagung im Genjutsu-Bereich aufzuweisen. Das ergab Sinn, sie hatten wohl als einzige das Feder-Ohnmachts-Jutsu erkannt und auflösen können. Joudan hatte seine Ziele.

Mit einem kräftigen Satz drückte er sich von der Wand ab und sein Flug trug ihn genau auf einen der Beiden Genjutsuka zu. Der Blondschopf ballte die Hand zur Faust, konzentrierte sein Chakra darin, machte sich bereit, den Kuttenträger eine ordentliche Gouwan vor den Latz zu knallen. Der Nukenin wurde auf die sich heran-katapultierende Gefahr aufmerksam, fing an, Fingerzeichen zu formen, doch Joudan war schneller. Er ließ die Faust nach vorne schnellen... und glitt am Nuke vorbei.
Der Blondschopf wusste, was seine
Gouwan mit menschlichen Körpern anstellte. Und er wollte es, wenn möglich vermeiden, noch mehr Leute umzubringen. So zischte seine Faust nur knapp an dem Nuke vorbei und neben ihm, zusammen mit Joudan, auf in den Boden. Es ließ ein gewaltiges Grollen, als der Steinboden unter der Wucht Joudans Angriff aufbarst wie eine eingeschlagene Glasscheibe. Der Kuttenträger verlor das Gleichgewicht, als der Boden unter ihm plötzlich in einen metertiefen Krater verwandelt wurde, und fiel.
Joudan schrie auf. Der Schlag hatte die Hand an seinen Knöcheln aufplatzen lassen wie Wasserballons, die Hand nun war nun blutüberströmt und schmerzend. Joudan zwang sich dazu, ein Fingerzeichen zu formen und dann seinen Kampfstab aus seinem Unterarm mit einem Puffen zu entsiegeln. Selbst der Griff um seine Waffe schmerzte beinahe unerträglich, doch Joudan biss die Zähne zusammen, wirbelte den Bo durch die Luft und ließ den Metallstab mit Wucht auf den gefallenen Kuttenträger herabsemmeln. Ein guter Treffer, der den Nuke zwar kampfuntauglich machte, jedoch nicht lebensgefährlich verletzte. Einer erledigt. Wie ein Speerwerfer schleuderte Joudan seinen Bo nach einer Drehung in Richtung des anderen Genjutsukas. Leider war der Teleskobstab nicht wirklich für derart Angriffe gemacht, so traf Joudan zwar, richtete damit aber keinen großen Schaden an.
Nun in ein Wettrennen geworfen, ob der Blondschopf seinen Gegner erreichen konnte, bevor dieser ihn in ein Genjutsu zwang, sprintete Joudan los. In der Bewegung warf er zwei seiner Messer auf den Genjutsuka, der sein Jutsu unterbrechen und ausweichen musste. Genau nach Plan. Die Distanz zwischen dem Kuttenträger und Joudan verringerte sich jeden Herzschlag. Erneut warf Joudan ein Messer, erneut musste der Genujtsuka ausweichen. Ein Sprengsiegel aus der Mateltasche ziehend machte Joudan sich daran, einen Hechtsprung auf den Kuttenträger zuzumachen, doch etwas hielt ihn zurück.
Einer der anderen Kuttenträger war wieder zu sich gekommen und hatte Joudan in seinem Sprint am Ellenbogen ergriffen. Der plötzliche Widerstand riss den Blondschopf aus der Bewegung von den Beinen, lies ihn mit voller Wucht auf den Boden krachen. Ächzend keuchte er auf, als der harte Steinboden ihm die Luft aus den Lungen presste. Sterne tanzten vor seinen Augen und der Händlersspross fürchtete, erneut das Bewusstsein zu verlieren.
"Hab ich dich, du Plage!", tönte der Kuttenträger, den den Blondschopf von den Füßen gerissen hatte, und baute sich über Joudan auf. "Großer... Fehler...", keuchte der und ließ dann die Hand nach oben schnellen. Sie traf den Kuttenträger mit einem dumpfen Klatschen an der Innenseite der Wade. "Was? War das alles?" witzelte der Nuke belustigt und zog ein Katana von seinem Gürtel. "Sprich dein letztes Geb... Warte, warum grinst du so frech?" Er hielt inne, als Joudan an die Stelle deutete, wo er den Nuke eben geschlagen hatte. Dort klebte nun ein Sprengsiegel. "VERFI..." began der Kultist zu fluchen, doch Joudan zog die Knie an die Brust, trat den Kuttenträger mit einiger Kraft von sich weg - grob in die Richtung, in der er den Genjutsu-Nutzer vermutete - "Amatsu Shinchou!" und zündete dann die Briefbombe."KASSEI!" Ein lauter Knall erschütterte die Höhle, ein gleisender Blitz tauchte sie einen Augenblick in helles Licht und schmerzerfüllte Schreie folgten schon bald. Doch Joudan hatte keine Zeit, sich auszuruhen. Er zwang sich zurück auf die Beine, schwer atmend, und blickte sich um. Viele der Kultisten waren nun wieder bei Bewusstsein und hatten sich aufgerappelt, doch Mai, Natsu und Shunsui hatten sicher, wie Joudan, ihre Zeit genutztn um zwischen den Kuttenträgern zu wüten. Nun nichtmehr wirklich in der Lage, sich seine Gegner herauszusuchen, ging Joudan in eine defensive Stellung über, zog eines der letzten Küchenmesser und fasste den Plan, sich in Richtung seines Kampfstabes vorzuarbeiten. Und auch wenn sein notdürftiges Arsenal sich nun bald dem Ende neigte, er hatte noch einige Chakrareserven über.

@Hasekura Chinatsu @Jirokou Shunsui @Sakaida Mai


Mezame San-gan (Erwachtes drittes Auge)

Element:
keines
Typ: Ninjutsu
Rang: B
Chakrakosten: einmalig C oder B pro Minute
Reichweite: 20m Umkreis
Anmerkung: Persönliches Jutsu von Kushou Joudan

Voraussetzung: Sensorik Spezialwissen, Chakrakontrolle 6, Chakramenge 4

Beschreibung:
Der Anwender hält mit einer Hand das Tora-Zeichen und sendet eine Chakrawelle aus, die von Chakraquellen (Menschen, größere Tiere, Jutsus) in der Reichweite reflektiert wird. Der Anwender kann das Chakra-Echo deuten und wird so auf die Position der erspürten Quellen aufmerksam.
Wände, Bäume, Personen... können nicht "durchleuchtet" werden. Flüssigkeiten verzerren das Chakra-Echo so sehr, dass der Anwender nur die grobe Richtung spüren kann, kann die genaue Position aber nicht ausmachen. Allein Gase (auch Rauch) können ohne Probleme durchdrungen werden.
Wer eine Chakrakontrolle gleich des Anwenders oder höher hat, kann die Chakrawelle spüren und wird so auf die Anwesenheit des Anwenders aufmerksam.
Die Technik kann entweder als einmaliger Impuls oder als dauerhaftes Senden und Empfangen verwendet werden.

Alternativ: Anstatt einen kreisfömigen Bereich um sich herum abzusuchen kann der Anwender seine Chakrawellen auch gezielt in eine Richtung schicken. So kann er einen Kegel von 90° abdecken, dafür verdoppelt sich die Reichweite auf etwa 40m.


Chakra no Shimon (Chakra-Fingerabdruck)

Element:
Keines
Typ: Ninjutsu
Rang: B
Chakrakosten: Keine
Reichweite: - (abhängig vom verwendeten Jutsu)

Voraussetzung: Chakrakontrolle Stufe 3, Sensor-Spezialwissen (wird automatisch damit erlernt)

Beschreibung: Ein geübter Sensor besitzt die Fähigkeit, die individuellen Merkmale eines von ihm georteten Chakra so präzise zu bestimmen, dass er allein aus dem georteten Chakra Vorhersagen über das zugehörige Lebewesen treffen kann. Die Präzision dieser Vorhersage hängt von der eigenen Chakrakontrolle ab.
Chakrakontrolle 3: Neben der aktuellen Chakramenge eines Wesens kann dessen normale Kapazität bestimmt werden - der Sensor kann also trotz Chakramangel erkennen, ob die von ihm geortete Präsenz normalerweise über die Reserven eines Jounin verfügt.
Chakrakontrolle 5: Der Sensor kann die Prägungen des Chakras in einer Präsenz erkennen - welche Jutsu-Fähigkeiten beim Ziel am stärksten ausgeprägt sind, den ungefähren Grad ihrer Chakrakontrolle, und welches primäre Chakraelement sie besitzt - falls eines vorhanden ist. Sollte es sich beim Ziel nicht um einen Ninja handeln (und es somit nicht über diese Eigenschaften verfügen) kann er recht genau sagen, um welche Art Geschöpf es sich sonst handeln mag - vorausgesetzt, er ist mit dieser Art Wesen vertraut.
Chakrakontrolle 7: Der Sensor kann anhand seiner Ortung bestimmen, ob bei einer Person die typischen Merkmale eines Bluterbes vorhanden sind, wenn er mit diesem gut genug vertraut ist. Er kann nun auch so feine Nuancen des Chakras ausmachen, dass er selbst Ninja mit identischen Prägungen (siehe oben) sicher voneinander unterscheiden kann.


Gouwan (Starker Arm)

Typ:
Taijutsu
Rang: B
Reichweite: Berührung
Chakrakosten: B

Voraussetzungen: Chakrakontrolle Stufe 6, Chakramenge Stufe 5, Kraft Stufe 4

Beschreibung: Nach dem Formen von nur zwei schnellen Fingerzeichen wird eine große Menge Chakra in der daraufhin geballten Faust konzentriert. Durch stoßartiges Freilassen desselben, können die Auswirkungen eines Schlages um ein Vielfaches gesteigert werden. Zu beachten ist dennoch, dass die Technik für den Anwender nur verletzungsfrei funktioniert, wenn das Timing stimmt, da sich an der körperlichen Verfassung eben doch nichts ändert.

Chakrakontrolle Stufe 6: Die Aufladezeit des Jutsus liegt noch bei gut zehn Sekunden ununterbrochener Konzentration, weswegen es kaum im Kampf einsetzbar ist; auch der Effekt hält sich mit einer knappen Verdopplung der ursprünglichen Kraft noch arg in Grenzen. Außerdem lässt sich das in der Faust gesammelte Chakra nur für 5 Sekunden halten, hat man es in dieser Zeit nicht genutzt, verpufft es einfach wirkungslos.
Chakrakontrolle Stufe 7: Während sich die Aufladezeit nun auf fünf Sekunden reduziert hat, steigt die Zeit, die man das aufgestaute Chakra aufrechterhalten kann, auf satte 10 Sekunden und man kann nebenher sogar ein wenig reden, wenn auch keine großen philosophischen Überlegungen anstellen. Und zu guter Letzt ist auch der Effekt des Jutsus gestiegen: Der Baum, der einen solchen Schlag erleidet, wird entwurzelt, bei Menschen werden multiple Knochenbrüche induziert.
Chakrakontrolle Stufe 8: Innerhalb dreier Sekunden kann man nebenbei - und vollkommen ohne Fingerzeichen - genug Chakra ansammeln und es für bis zu 15 Sekunden konzentriert halten. Ein Schlag reicht aus um den Boden aufbrechen zu lassen und ein direkter Treffer gegen einen Menschen ist mit hoher Wahrscheinlichkeit tödlich.


Amatsu Shinchou (Himmlische Ausdehnung)

Typ:
Taijutsu
Rang: E
Chakrakosten: keine
Reichweite: Nahkampf

Voraussetzung: Kraft 2, Geschick 2

Beschreibung:
Gegner, die dem Nutzer zu nahe kommen, werden mit diesem Tritt (hoffentlich) wieder auf sichere Distanz gebracht. Der Anwender hebt seine Fußsohle - meist gegen den Oberschenkel oder den Bauchbereich - und streckt dann das Knie durch. Der Tritt verursacht vergleichsweise wenig “Schaden” beim Gegner, jedoch drängt es ihn meist ein, zwei Schritt zurück und so auch den Anwender.


Jibaku Fuda: Kassei (Explosionssiegel aktivieren)

Element:
keines
Typ: Ninjutsu
Rang: E
Chakrakosten: E
Reichweite: 10 Meter steigend
 
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Chinatsu hatte erwartet, auf einen Haufen merkwürdig vermummter Leute zu treffen, sogleich einen großangelegten Kampf anzuzetteln und um Leben und Tod zu kämpfen. Aber das... war wohl noch zu früh. Denn anstatt in ein Ritual hineinzustolpern, stand das Grüppchen von Shunsui, Joudan und Chinatsu plötzlich in einem Büro. Ein Büro? Oh... noch langweiliger hatte es auch nicht kommen können, oder? Die Hellhaarige sah sich nur flüchtig in dem kleinen Raum um und überließ bereitwillig dem Jirokou das Sichten der Unterlagen. Stattdessen musterte sie Joudan, der seinem Kollegen den Rücken zugewandt hatte, leise fluchte und ziemlich blass um die Nase herum aussah. Seit der Auseinandersetzung mit Shunsui schien sich der Kushou nicht mehr so recht erholt zu haben, zumindest wirkte er sehr durch den Wind, so wie Chinatsu das beurteilte. Sie wusste nicht, was es genau war, was Joudan alles belastete, dafür war sie einfach nicht einfühlsam genug. Die Tatsache, dass sie dennoch bemerkte, dass mit dem Blonden etwas nicht stimmte, sprach daher für sich. Während Natsu es in ihrem gesamten Leben noch nie geschafft hatte, ernsthafte und ehrliche Gefühle an sich heranzulassen, war genau diese Fähigkeiten zu Gefühlen das, was dem Kushou jetzt umso mehr zu schaffen machte. Genauso wie Joudan wurde auch die 16-Jährige aus ihren Gedanken gerissen, als Shunsui wieder auf sich aufmerksam machte. Schnell drehte sich das Mädchen zu dem Sora-Nin, der von Blut sprach und davon, dass sie keine Zeit verlieren dürften, ansonsten würde Mai noch etwas Schlimmes geschehen. Die Blicke der Hasekura und des Jirokou trafen sich und Chinatsu erinnerte sich an das lockere Gespräch, das sie mit der blauhaarigen Kollegin zu Beginn der Mission geführt hatte. An ihr verdutztes Gesicht, die Röte um ihre Nase und ihr Lächeln. Und jetzt... war Mai ernsthaft in Gefahr. Die Situation hatte sich drastisch geändert und so nickte die Kumo-Nin und lief Shunsui hinterher, als dieser loseilte, um der Kollegin zu helfen.

Irgendwann hörte die Hasekura Stimmen. Die Geräusche wurden lauter, vermischten sich zu einer unheilvollen Melodie und ehe sich das Mädchen versah, betrat sie zusammen mit Joudan hinter Shunsui ein großes Gewölbe, in dem unzählige Menschen standen, vermummt in dunklen Kutten. Okay, DAS sah schon eher so aus, als wären sie richtig. Die gelben Äuglein sahen sich um und blieben in der Mitte des Raumes hängen. Dort... war Mai! Und eine Klinge sauste hinab, um der jungen Frau den Kopf vom Körper zu trennen. Natsu konnte nicht mehr einatmen, die Augen wurden aufgerissen, ihr Herz fühlte sich an, als würde es aussetzen. Sie... hatte Angst. Angst um ihre Kollegin, obwohl das doch ein Gefühl war, das das Mädchen überhaupt nicht kannte. Sie hätte nicht einmal geahnt, dass sie so für die Sakaida empfinden könnte! Und doch... sie erinnerte sich an ihr erstes Aufeinandertreffen in der Kraterstadt vor vielen Jahren. Schon damals hatte sie Mai gemocht, wenngleich Natsu selbst damals viel jünger und naiver gewesen war. Und jetzt sollte das alles vorbei sein? Die Gedankenwelt der Hellhaarigen fühlte sich plötzlich überraschend benebelt an, sodass sie nur halb mitbekam, wie der Körper der Kollegin auf dem Altar einfach verschwand und dafür der Körper des Klingenträgers erzitterte. Was... sah sie das gerade richtig? Sie wollte blinzeln, um die Sicht zu schärfen, doch die Trägheit wurde dadurch nur schlimmer. Natsu schwankte und obwohl es sich eben noch angefühlt hatte, als würde ihr Herz von einer eiskalten Hand umklammert werden, fühlte sich jetzt alles plötzlich viel leichter an. Das Mädchen durchschaute nicht, dass es sich um ein Genjutsu handelte, versuchte noch Blickkontakt zu Joudan oder Shunsui aufzubauen. Ein Schritt in Richtung Kollegen, doch dann verließen Chinatsu ihre Sinne und sie sackte in sich zusammen.

Als Mai das Genjutsu auflöste, riss die Hasekura die Augen weit auf, holte tief Atem und starrte einen Augenblick ins Leere. Dann, langsam, kamen auch ihre Sinne zurück, das Mädchen griff sich an die Stirn und ordnete ihre Gedanken. Was... was war das gerade gewesen? Sie war ihr Leben lang noch nie in einem Genjutsu gefangen gewesen, entsprechend wenig konnte sie die Benommenheit und die Reaktionen ihres Körpers auf diese Techniken einordnen. Ihr Kopf fühlte sich immer noch benebelt an, als eine Bewegung zur rechten Seite ihre Aufmerksamkeit auf sich zog: Joudan. Joudan? Dann... Chinatsu hockte immer noch auf dem Boden, sah nach vorne und konnte den Rücken von... Mai erkennen! MAI! Träumte sie immer noch? Geschwind schüttelte die Kleine ihren Kopf, um klare Gedanken fassen zu können. Und dann sprach die Sakaida einen eindeutigen Befehl aus: Niemand durfte das Bergwerk lebend verlassen. Die Origami-Userin sah auf, ihr Mund öffnete sich, schloss sich aber sogleich wieder, ohne einen Ton von sich gegeben zu haben. Niemand von den Gegnern durfte das Bergwerk lebend verlassen... es war ein Freifahrtschein, den Chinatsu so noch nie von einer Teamleitung erhalten hatte. Und doch – es war ein Befehl. Mai sprang nach vorne, griff einen der Gegner an. Und auch der Kushou eilte der Blauhaarigen zur Hilfe, sodass am Ende nur noch Shunsui und Chinatsu übrig blieben. Die hellhaarige Kunoichi rappelte sich auf, ihre Gesichtszüge sahen merkwürdig nüchtern aus, als sie für sich selbst nickte. Die gelben Augen verloren ihren schalkhaften Glanz. „Okay. Befehl verstanden.“ Joudan und Mai kümmerten sich um die stärkeren Genjutsuka, das hieß, es blieb noch sehr viel Kleinvieh übrig, um das sich gekümmert werden musste. Papier löste sich von dem kleinen Körper, wirbelte um sie herum, während Natsu Fingerzeichen formte. Allmählich brach Chaos in den Reihen der Kuttenträger aus, immerhin machten Joudan und Mai bereits ordentlich Krawall. Die Ersten schienen zumindest in Richtung Ausgang zu spähen. „Ich blockiere den Ausgang.“ Nur ein kleiner Satz, den sie aussprach, damit zumindest Shunsui es noch vernehmen konnte. Immer mehr Papier löste sich von dem Körper der 16-Jährigen, verkeilte sich direkt hinter ihr, es wurden mehr Blätter, mehr, noch mehr... „Kami: Daihinko no Kemono!“ War es zuvor eine kleine, unauffällige Papierschlange gewesen, der das Mädchen Leben eingehaucht hatte, so sprengte das nun entstehende Wesen diese Dimension um ein Vielfaches. Das Papier nahm die Form eines... riesigen Elefanten an! Natsu sah die ersten Kuttenträger in Richtung ihres Origami-Wesens laufen und mit einer Handbewegung befahl sie ihrem Elefanten, sich in Bewegung zu setzen, der der Aufforderung sofort nachkam. Der riesige Rüssel des Papierwesens flog über den Boden und riss die in der Nähe stehenden Kuttenträger erbarmungslos mit sich. Weiteres Papier flog durch die Luft, sodass es schwer wurde, den Körper der Hasekura darin zu erkennen. Das Papier verformte sich zu zwei Origami-Raubkatzen, die sich rechts und links neben der Hasekura in Stellung brachten und die Köpfe angriffslustig senkten. Weitere Papierwesen, die für Chinatsu in den Kampf ziehen konnten. Wieder war es nur eine Handbewegung, mit denen das Mädchen ihre Papiergefährten losschickte, um die Reihen der Kuttenträger zu minimieren.

___________________________________

Kami: Daihinko no Kemono (Der große Lebensweg der Tiere)

Element:
Keines
Rang: B
Chakrakosten: B-A
Reichweite: 50 Meter

Vorraussetzung: Chakrakontrolle Stufe 6, Chakramenge Stufe 4, Hinko no Kemono

Beschreibung:
Der große Lebensweg der Tiere verleiht dem Anwender die Fähigkeit, deutlich größere Tiere aus Papier zu Formen, um ihnen danach mittels Chakraimpuls Leben einzuhauchen. Die so geformten Tiere können wie auch zuvor bestimmte Aufgaben erfüllen, wobei hier der Fokus viel eher auf dem Kampf selbst liegt. Sie sind und bleiben Kunstwerke, weshalb sie auf Seh-, Hör- und Tastsinn beschränkt sind und abgesehen davon auch keinerlei Charaktereigenschaften ihrer Vorbilder übernehmen und nur dem Befehl des Anwenders gehorchen. Dennoch sind Schöpfungen dieses Jutsus beinahe so kräftig wie ihre Vorbilder, weswegen sich neben Raubtieren auch durchaus Reittiere zu Land oder Luft basteln lassen.
Informationen, die von Tieren gesammelt werden, sind in ihrer Gesamtheit erst für den Anwender verfügbar, wenn er sich mit den Tieren wieder verbunden hat, allerdings kann er, wenn gewünscht, unbestimmte Zeit die einkommenden Reize mit seiner Kreation teilen, wodurch er das Gleiche hört, sieht und fühlt wie seine Schöpfung.

Tiere, die aus vielen Blättern gefaltet werden (bspw. Landreittiere wie pferdeähnliche Geschöpfe): B-Rang
Tiere, die aus sehr vielen Blättern gefaltet werden (bspw. Riesenvögel oder andere überproportional große Tiere): A-Rang
 

Jirokou Shunsui

Chuunin
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Fraktion
Sora
Dorf
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Aus groß aufgerissenen Augen wurde Shunsui Zeuge davon, wie Sakaida Mai geopfert wurde. Das Schwert, welches auf ihren dünnen Hals hinabsauste, war nicht mehr aufzuhalten. Keine Geschwindigkeit der Welt, kein Jutsu von irgendwem würde sie noch erreichen und sie retten. Sie waren schlicht und einfach zu spät gekommen. Doch statt den roten Lebenssaft in alle Richtungen spritzen zu sehen, gab es ein grelles Leuchten und der Anführer zuckte elektrisiert hin und her. Von Mai keinerlei Spur! Was ging hier nur vor sich? Ehe der Blondschopf das seltsame Schauspiel vor sich zur Sprache bringen konnte, fühlte er, wie sich eine große Müdigkeit in ihm breit machte. Seltsam, dabei waren doch seine Ausdauerreserven nach wie vor gefühlt. Warum also schlossen sich seine Augen, wenn jede Ader in ihm danach schrie, sich in den Kampf zu stürzen? Die Schläfrigkeit konzentrierte sich nicht nur auf seinen Verstand, sondern breitete sich nach und nach in all seine Gliedmaßen aus. Würde es so enden? *Nein!*, ertönte eine laute Stimme in seinem Verstand und er biss sich frustriert auf seine Lippe, die sofort aufplatzte und ein kleines Blutrinnsal sein Kinn hinabsandte. Doch selbst mit dieser Art von Schmerz gelang es dem Chuunin nicht, sich aufzuputschen und aus dieser Trägheit zu befreien. Die Augenlider wurden schwerer und schwerer, ehe sich Dunkelheit in seinem Verstand ausbreitete und er mit einem letzten Blick zu Joudan und Chinatsu zusammenbrach.

Als das Kai gewirkt war und das Genjutsu aufgelöst wurde, fühlte sich Shunsui so, als ob er gerade mit einem Eimer kalten Wasser aus seinem Schlaf geweckt wurde. Die goldenen Augen wurden schlagartig aufgerissen und der junge Mann sog hektisch die frische Luft in seine Lungen, die seinen Körper wieder mit wertvollem Sauerstoff versorgten. „Entschuldigt, ich wollte euch nicht in den Bann dieser Technik ziehen.“, verkündete die verloren geglaubte Mai, die sich nun über sie alle gebeugt hatte. Scheinbar hatte sie eine Technik gewirkt, die sie alle hatte in den Schlaf fallen lassen. Leider kamen auch die ganzen Kuttenträger wieder zu sich, sodass sie alle keinerlei Zeit zu verlieren hatten. Bedächtig und langsam nickte der Jirokou der Sakaida zu, während er sie aus argwöhnischen Augen heraus anstarrte. Er sah nichts Ehrenhaftes im Einsatz von Genjutsu und Illusionen, musste jedoch widerstrebend zugeben, dass ihre Technik durchaus effektiv war. Sie alle wären wohl Opfer der wiedererwachten Nuke-Nin geworden, hätte Mai diese nicht mittels mehrere Blitze wieder zurückgeworfen. Shunsui schüttelte den Kopf, um den letzten Rest an Benommenheit loszuwerden und erhob sich schließlich vollends. „Alles klar!“ Mit ihrem Befehl, dass sie niemanden hier am Leben lassen sollten, rannte sie offene Türen bei ihm ein. Der Drache in seinem Inneren schien noch etwas schläfrig und noch nicht ganz bei Sinnen zu sein, doch sobald das Adrenalin und das Blut durch seine Adern rauschte, würde auch er sich bestimmt wieder erheben.

Schon schoss Joudan wie von der Tarantel gestochen los und schlug auf seine Gegner ein – hätte er sie getroffen. Der Schlag besaß eine Menge Wucht, das musste Shunsui ihm lassen. Doch es wäre natürlich nützlicher, wenn er seine Gegner damit traf und nicht einfach vorbeischlug. Kopfschüttelnd, denn er hatte keine Zeit hinter dem Kushou aufzuräumen, wandte sich der junge Mann an die weißhaarige Kunoichi. Sie machte einen durchaus gefassten Eindruck – ganz anders als der bleiche Joudan, der nach wie vor den Eindruck machte, dass er jeden Augenblick zusammenbrechen konnte. Nüchtern bestätigte sie den Befehl ihrer Teamleiterin und teilte ihm schließlich mit, dass sie den Ausgang blockieren würde. „Lass niemanden entkommen.“, teilte ihr der nickende Shunsui mit, der nach wie vor nicht in Fahrt kam. Das rauschende Blut, der gebrochene Damm in seinem Inneren, all der entfesselte Hass und Zorn, all das war nach wie vor nicht zurückgekehrt. Zumindest war er bei vollen Sinnen und konnte mitansehen, was die Hasekura damit gemeint hatte, dass sie ihre Waffen ständig bei sich trug: Blatt und Blatt löste sich von ihrem Körper und bildete schließlich eine gewaltige Elefantenform. Diesen schickte sie sogleich los und machte die nächststehenden Kuttenträger im wahrsten Sinne des Wortes platt.

Kurz beobachtete er die weißhaarige junge Frau in Aktion, ehe er sich selbst schließlich an die Arbeit machen musste. Einer der Kuttenträger war auf Schlagreichweite an ihn herangetreten und schlug zu. Dank der Unaufmerksamkeit und des kalten Motors des jungen Mannes, landete dieser Schlag sogar, grub sich in seine Wange und riss den Kopf von diesem herum. Shunsui schmeckte Blut in seinem Mund und drehte sich langsam zu dem Kerl um, der nun etwas verdutzt vor ihm stand, wahrscheinlich darüber, dass der Angriff keine sonderlich große Wirkung gezeigt hatte. Zumindest äußerlich gesehen traf dies zu, denn in seinem Inneren brodelte die Wut endlich wieder und der Drache brüllte erbost darüber, dass es jemand gewagt hatte, ihn zu schlagen. Chīta! Der Jirokou legte das Gewicht auf sein hinteres Bein, während er mit dem Vorderen ausholte und seinem Gegner einen blitzschnellen Schlag gegen den Oberarm verpasste, was mit einem lauten Knacken und Knirschen belohnt wurde. Sein Gegner hatte keinerlei Chance, den Mund zu einem Schmerzensschrei zu öffnen, da der Blondschopf den Schwung seines Angriffs nutzte, um sich vom Boden abzustoßen und einen zweiten Tritt zu landen, der seinen Gegner durch die gewaltige Wucht durch die ganze Halle schleuderte und mit einem lauten Knacken die nächstbeste Steinwand küssen ließ. Eines stand fest, nach dem Tritt, würde der Kerl nie wieder aufstehen.

Mit seiner rechten Hand wischte sich Shunsui das Blut an seinem Mund und Kinn weg und spuckte schließlich noch etwas Blut aus seinem Mund auf den Boden. *Das war wirklich nötig.*, sprach er zu sich selbst, während es wieder in seinem Kopf rauschte. Der Schmerz in seinem Gesicht hatte seine Sinne geschärft und seinen Kampfeswillen wieder ins Leben gerufen. Der Geschmack des Blutes wiederum weckte seine Lust, selbst welches zu vergießen. Sie würden hier niemanden entkommen lassen! Aus zusammengekniffenen Augen erblickte der Blondschopf jemanden, der sich im Chaos des Gefechts aus dem Staub machen wollte – scheinbar gab es noch einen anderen Ausgang, so wie sich der Kerl da an der Wand machte. „Oh nein Freundchen, so nicht.“, murmelte er grimmig vor sich hin und schoss wie ein goldener Blitz auf den entsprechenden Kuttenträger zu. Gewaltvolle Schritte bohrten sich in den steinernen Boden und hinterließen sogar Fußspuren, derartige Kraft nutzte der Jirokou, um sich davon abzustoßen. Kurz bevor er seinen Gegner erreichte, drehte sich dieser um und sah den Blondschopf auf sich zukommen, weshalb er die Arme zur Verteidigung hochriss. Boom. Mit einem lauten Krachen traf der Schlag von Shunsui die Verteidigung des Mannes, der durch die Wucht des Schlages durch die Wand in den nächsten Raum geschlagen wurde. Scheinbar handelte es sich hier um eine versteckte Tür!

Den letzten Meter hatte der Jirokou im Sprung genommen, sodass er ebenfalls in den neuen Raum gefallen war. Schnell rappelte er sich auf und sah zum ersten Mal das Gesicht des Kuttenträgers, der keine Kapuze mehr über den Kopf trug. Ungläubig starrte Shunsui seinen Gegner an und fühlte sich dabei wie im falschen Film. Er kannte dieses Gesicht. Er hatte es vor einigen Monaten in den Akten gesehen, zu denen er endlich Zugriff erhalten hatte, nachdem er in den Rang eines Chuunin gehoben worden war. Es war Shingetsu Tensei, abtrünniger Ninja aus Soragakure … und einer jener Shinobi, die der junge Mann vor über einem Jahrzehnt gesehen hatte. Als seine Eltern ermordet worden waren. Die anfängliche Überraschung schlug schnell in blinde Wut um. „Du hast meine Eltern umgebracht … ICH BRING DICH UM!“ Und ohne seinem Gegner die Möglichkeit einer Erwiderung zu geben, schoss der Jirokou auf ihn zu und bedachte ihn mit Schlägen und Tritten. Mehr schlecht als recht, gelang es seinem Gegner seine Angriffe abzuwehren oder ihnen auszuweichen – sicherlich war dies der blinden Wut des Blondschopfes geschuldet. Stück für Stück, drängte ihn Shunsui durch den Raum zu einer Treppe zurück und ehe man es sich versah, kämpften sich die beiden diese hoch ins nächste Stockwerk. Nach all den Jahren der Suche, all den Jahren der Planung, hatte er endlich jemanden gefunden, an dem er sich rächen konnte. Jemanden, der die Schuld daran trug, dass sein Leben so verlaufen war. Der dafür gesorgt hatte, dass seine liebenden Eltern aus seinem Leben gerissen wurden und einen kleinen und unschuldigen Jungen zum Sterben zurückgelassen hatten. Hier und jetzt konnte er endlich den Sinn in seinem Leben erkennen, die Zeit der Wahrheit war gekommen. Es handelte sich nicht mehr um Träume oder Überlegungen, eines Tages die Mörder seiner Eltern zu finden und sich auszumalen, was er mit ihnen anstellen würde. Seine Träume wurden endlich Realität.

Vermutlich hätte sich Shunsui nicht blind vor Wut auf seinen Gegner stürzen sollen, vor allem nicht, da es sich bei diesem ebenfalls um einen ausgebildeten Shinobi handelte. Aber für klare Gedanken gab es keinen Platz in seinem Verstand, lediglich für Hass und Wut auf die Person vor sich. Den Wunsch, ihr Schmerzen zuzufügen, auch wenn es nur ein Bruchteil dessen war, was er sein ganzes Leben lang hatte durchmachen und erleben müssen. Das alles führte leider dazu, dass der Taijutsuka seine Deckung fahrlässigerweise vernachlässigte, was seinem Gegner ganz und gar nicht entging. Mittlerweile im nächsten Stockwerk angekommen, sprang Shingetsu Tensei von ihm weg und formte einige Fingerzeichen. Ohne zu zögern, stürzte sich der Blondschopf schwer atmend wieder auf ihn und schlug zu – doch sein Angriff war ins Leere gegangen. Nach vollendeten Fingerzerichen war sein Gegner nämlich seinem Angriff ausgewichen und hatte seine Hände auf den Boden gelegt, aus denen nun ein gewaltiger Erdstachel hervortrat und den Oberkörper des Jirokou durchbohrte … zumindest fast. Im letzten Augenblick führten die ausgeprägten Reflexe des Chuunin dazu, dass er versuchte auszuweichen – mit mäßigem Erfolg. Der Stachel bohrte sich nach wie vor in seine Seite und trat aus seinem Rücken wieder aus, doch zumindest war sein Rückgrat nicht gebrochen. „Ich habe zwar keine Ahnung, wer du bist ... aber das war’s Junge.“, ließ sein Gegner schwer atmend vertönen. All der rote Zorn in seinem Verstand wurde von Schmerz überflutet und ein schwarzer Schleier legte sich über seine Augen. Der Blondschopf war dem Ziel so nahe gekommen und doch war er gescheitert…

Als Shunsui erneut die Augen öffnete, befand er sich auf dem sandigen Boden eines Sees. Um sich herum war er von in Dunkelheit getauchtes Wasser umgeben, das Licht befand sich schwächlich und weit entfernt an der Oberfläche. Er war also wieder hier gelandet. „Ist das etwa alles, was du zu bieten hast?“, meldete sich eine raue Stimme und Shunsui erblickte sein dunkles Ich. Von seinem hellen Gegenpart war keine Spur zu sehen. Hatte der Blondschopf wieder Hohn erwartet, starrte ihn die Dunkelheit lediglich … enttäuscht an? „Du hast dich von deinem Weg abgewandt und sieh, was passiert ist. Du bist schwach geworden!“, warf ihm der dunkle Shunsui vor. „Das Ziel befindet sich vor deinen Augen und doch hast du es aus deinem Blick verloren.“ Kopfschütteln. Das letzte Mal, an dem sich der Jirokou an diesem Ort befunden hatte, war ihm die Wahl nicht leicht gefallen, doch er hatte sich für das Licht und ein anderes Leben entschieden. War das etwa ein Fehler gewesen? Würde er in dem Gewissen sterben, dass sein Ziel zum Greifen nahe gewesen war und er auf den letzten Metern versagt hatte? „Was … kann ich tun?“, fragte er sich selbst. Dunkelrote Seelenspiegel ruhten auf ihm, ehe sein dunkles Ich ihm seine Hand hinhielt. „Nimm meine Hand und entfessel dein wahres Ich!“ Die goldenen Augen des realen Shunsuis betrachteten die ausgestreckte Hand und er zögerte, nicht sicher, was er jetzt tun sollte. Von dem Licht in seinem Inneren war weit und breit nichts zu sehen. Langsam hob er seine Hand, streckte sie aus und ergriff schließlich die ihm dargebotene Hand. Die kraftvollen Emotionen, die ihn überkamen, führten dazu, dass der junge Mann vor Schreck die Augen aufriss. Hass, Wut, Zorn, Zerstörung, alles kam zurück. Er schrie, und schrie und hörte nicht mehr auf…

Mit einem Brüllen erwachte Shunsui wieder zum Leben und ließ seine Faust auf den Stachel prallen, der unter der Wucht zerbrach. Tensei schaute ihn verdattert an, denn er hatte damit gerechnet, dass der Blondschopf ins Nirvana übergegangen war. „Hachimon Tonko … KAI!“ Gewaltige Kraft durchströmte den Körper des Jirokou, während Adrenalin dazu führte, dass er die Schmerzen durch die große Wunde an seiner Seite nicht mehr spürte. „W-was zum? Kannst du nicht einfach sterben, wie es sich gehört?“ Wieder schlug der Mörder seiner Eltern die Hände auf den Boden, nachdem er einige Fingerzeichen geformt hatte – doch die hervorgerufenen Erdstachel schlugen ins Leere, denn der Taijutsuka befand sich längst nicht mehr am selben Platz wie gerade eben. Verwirrt schaute sich der Kuttenträger um und entdeckte den Chuunin schließlich an der Decke. Der junge Mann hatte sich vom Boden abgestoßen und mit Schwung an die Decke befördert, von der er sich gleich wie ein goldener Pfeil abstoßen und auf den Gegner stürzen würde. Blut strömte aus seiner Wunde und es würde nicht lange dauern, ehe ihn alle Kraft verlassen sollte. Doch bis dahin hatte er noch einen Auftrag zu erfüllen. Die Faust zum Angriff geballt, machte sich Shunsui bereit. „NICHT BEVOR DU DAFÜR GEZAHLT HAST, WAS DU MEINEN ELTERN ANGETAN HAST! DAS IST MEIN LEBEN WERT!!!“ Und damit stieß er sich ab und schlug seinen Gegner mit einer gewaltigen Wucht durch den Boden und landete mit einem lauten Krachen wieder in der Ritualhalle.

Staub und Splitter flogen umher und verdeckten kurz die Sicht das Geschehen. Als sich der Staub wieder legte, konnte man den Jirokou erkennen, wie er über dem toten Kuttenträger stand, der Blick unfokussiert und die Haut weiß durch den Blutverlust. Letztlich verließen ihn auch jegliche Kräfte und er ging zu Boden. Und obwohl sich die Dunkelheit über seine Augen legte und er spürte, wie ihn immer mehr seines Lebenssaftes verließ, breitete sich eine Ruhe in ihm aus, wie er sie nie zuvor verspürt hatte. Das konnte man auch an dem ehrlichen und zufriedenen Lächeln erkennen, welches sich auf dem Gesicht des jungen Mannes gebildet hatte. Nun konnte er endlich seinen Eltern begegnen, erhobenen Hauptes. Und mit diesem Gedanken driftete das Bewusstsein von Jirokou Shunsui ins Leere...

@Sakaida Mai @Kushou Joudan @Hasekura Chinatsu
 

Sakaida Mai

Chuunin
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816
Alter
19 Jahre
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1,68 m
Fraktion
Shiro
Dorf
Kumo
Steckbrief
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Während die Blauhaarige stets versuchte, sich einen Überblick über die Lage zu verschaffen, hallten ihre eigenen Worte ihr immer wieder durch den Kopf. „Wir müssen sie ausnahmslos alle an der Flucht hindern“ Ansonsten würden sie die Verbrecher entkommen lassen und Takekazu wäre in großer Gefahr. „Keiner von ihnen darf das Bergwerk lebend verlassen“ Sie hatte den klaren Befehl gegeben, all diese Männer und Frauen zu töten. Das sah Mai überhaupt nicht ähnlich. Ihre persönlichen Anliegen, ihre Moralvorstellungen. All das prallte gerade gegen die notwendige Handlungsweise, welche sie als Kunoichi veranlassen musste. Es war ein Wettlauf mit der Zeit: Würden sie diese Verbrecher nicht zuerst töten, würden die Nuke sie töten. Wären sie nicht schnell genug, die Feinde dadurch an der Flucht zu hindern, würden sie das Missionsziel nicht erreichen und weitere Unschuldige würden sterben. Sie alle mussten töten, um Leben zu retten. So sehr es auch jedem einzelnen widerstreben mochte - dem einen mehr, dem anderen weniger.

Es klang vielleicht ein wenig komisch, aber Mai wusste noch gar nicht so recht, wie sie nach ihrem Angriff auf die beiden weitermachen sollte. War sie die einzige Iryōnin der Gruppe? Denn wenn dem so war, sollte sie sich tatsächlich nicht allzu sehr ins Getümmel stürzen, sondern den Überblick wahren. Und sich die Angreifer vom Hals halten. Mai konnte nicht sicher sein, dass ihr vorheriges Jutsu die beiden Nuke vollstreckt hatte. Doch sie musste sich nicht weiter vergewissern, denn Joudan hatte sich die beiden zum Ziel gewählt. Im ersten Moment war die Blauhaarige versucht, ihm zur Seite zu stehen, doch wäre es sinnvoller, sich um diejenigen zu kümmern, welche noch nicht aus der vorgegaukelten Ohnmacht erwacht waren. Es handelte sich allerdings nur noch um eine Hand voll Nuke, welche mit den Auswirkungen des Genjutsu zu kämpfen hatten. Um diesen Vorteil zu nutzen, formte Mai die nötigen Fingerzeichen für eine ihrer liebsten Techniken, das Chakra no Mesu. Mit Hilfe des Chakraskalpells bearbeitete die Kumo-Nin die wehrlosen Verbrecher, indem sie ihnen die Bein- und Fingermuskulatur außer Gefecht setzte, sodass weder eine Flucht, noch das Formen von Fingerzeichen für sie möglich war. Dann bemerkte die junge Frau plötzlich Chinatsus Papierwesen, wobei der Elefant sie besonders beeindruckte. Sie ließ die Ausgänge bewachen? „Einfach genial!“, schoss es Mai erfreut durch den Kopf, als sie plötzlich bemerkte, dass ein Feuerball auf sie zuraste. Rechtzeitig wich Mai dem Katon-Angriff aus und suchte nach dem Feuerteufel in jener Richtung, aus welcher die Attacke kam. Um vorbereitet zu sein, formte sie die Fingerzeichen für das Raiton: Kuropansa. In den wenigen Sekunden, in welchen sie nach dem Feind suchte und zugleich die richtigen Zeichen formte, hörte sie eine bekannte Stimme aufschreien. Erschrocken wandte sie sich um und bekam dann ohne Vorwarnung die volle Breitseite ab. Es musste hier jemanden geben, der ihr in Sachen Geschwindigkeit zumindest nah genug kommen konnte, um ihr unvermittelt die Faust ins Gesicht zu befördern. Sie taumelte einige Meter zurück, ihre linke Gesichtshälfte schmerzte höllisch und ein großer Bereich um ihr Auge wäre in wenigen Minuten blau und blutunterlaufen. Wut stieg in der Chuunin auf und sie wollte kurzen Prozess mit dem Schurke machen, um dann nach dem Rechten zu sehen. Als der Schuldige vor ihr auftauchte und erneut mit einem Katon-Jutsu einen Feuerball nach ihr schleuderte, ließ Mai den Blitzpanther los, welcher mächtiger war, als die Technik des anderen. Die Raubkatze aus purem Raitonchakra schnellte auf den Nuke zu und zerstöre ihn schier. Der Panther aber bahnte weiter seinen Weg und riss noch einige der völlig bewegungsunfähigen Nuke in den Tod, welche Mai zuvor mit dem Chakraskalpell malträtiert hatte und nun schlichtweg im Weg lagen.. Und trotz des Aufruhrs um sie herum wurde Mai schmerzlich bewusst, zu welch schrecklichen Taten sie eigentlich fähig war.

Den Gedanken beiseite schiebend suchte Mai nach der Quelle des Aufschreis und fand Joudan vor. Ein weiterer Blick über die Schulter - Chinatsu war wohlauf. Wo war eigentlich Shunsui? Joudan, welcher sich gerade ziemlich gequält fortbewegte, wurde der Weg von Mai abgeschnitten. Deutliche Sorge war in ihrem Blick zu erkennen, auch wenn sie noch immer nicht wusste, wie sie sich im Gegenüber verhalten sollte. Doch sie wollte damit jetzt keine Zeit verlieren und blickte an ihm herab. Seine Hand.. für einen Augenblick breitete sich Entsetzen in ihrem Gesicht aus, doch dann erinnerte sie sich daran, dass das Areal um ihr linkes Auge vermutlich auch nicht besser aussah. Entschlossen ging sie auf den blonden Shinobi zu, denn für einen solchen Fall war sie Dank des Shōsen Jutsu bestens vorbereitet. „Das dauert nur einen Moment“, versicherte sie ihm lächelnd, mied jedoch den Blickkontakt gleich wieder. Dann wandte Mai die Technik an und konnte die Hand Joudans innerhalb einiger Sekunden zumindest halbwegs verschließen und die Schmerzen deutlich lindern. „Das ist besser, oder?“, fragte sie ihn verunsichert lächelnd, doch dann bemerkte Mai erstmals, dass der Chakraaufwand allmählich zu spüren war. Es tat ihr so leid, doch sie musste sich im Kampf zurückhalten, wenn sie notfalls noch heilen wollen würde. Geschafft atmete sie auf und suchte erneut nach Chinatsu und Shunsui. Die weißhaarige Kunoichi hatte Mai wieder schnell entdeckt. Es war beeindruckend, wie gut sie zurechtkam. Das hätte die Ältere gar nicht erwartet! Doch wo war Shu- Ein markerschütterndes Geschrei, welches nicht enden wollte, ließ Mai das Schlimmste befürchtend umsehen.

Ihre blauen Augen weiteten sich und für einen Moment vergaß Mai den pulsierenden Schmerz in ihrer linken Gesichtshälfte. Ein Erdstachel.. ein Erdstachel durchbohrte die Seite Shunsuis! Mai war so schockiert von diesem Anblick, dass sie wie erstarrt war. Wie in Watte gepackt fühlte sie sich, als sie regungslos das Schauspiel beobachtete, welches sich vor ihren ungläubigen Augen abspielte. Anhand seines Ausrufes erkannte Mai, dass Shunsui in seiner schlechten Verfassung die Entscheidung traf, ein Tor zu öffnen. In diesen Techniken war sie selbst absolut nicht bewandert, doch kannte man sie. Und es bedeutete nichts Gutes. Startete Shunsui gerade seinen letzten Angriff? Natürlich war dieser von Erfolg gekrönt, doch wusste Mai, dass er vielleicht einen zu hohen Preis dafür gezahlt hat. Was stimmte nur nicht mit dem Brillenträger? Er wirkte wie besessen, als er diesen Kampf führte.. Die junge Frau zwang sich aus ihrer Trance und stürmte in voller Geschwindigkeit zu Shunsui. Es war still im Bergwerk geworden. Hatten sie es etwa geschafft und all die Verbrecher getötet? Anscheinend..

Zitternd ließ sich Mai neben Shunsui auf die Knie sinken und wusste im ersten Moment gar nicht, wo sie anfangen sollte. Als wäre sie fremdgesteuert formte sie erneut die Fingerzeichen für das Shōsen Jutsu, doch hatte sie kaum Hoffnung aufgrund des Blutverlustes. Ihre einzige Hoffnung bestand darin, Shunsuis Wunde behelfsmäßig zu schließen, sodass sie ihn in Yugakure ins Krankenhaus bringen konnten. Dort müssten sie jedoch weiterbangen. Es fühlte sich wie eine halbe Ewigkeit an, in welcher Mai die grünleuchtenden Handflächen über Shunsuis schwerer Verletzung anlegte. Es kostete sie viel Kraft und Chakra, dieses Jutsu so lange aufrecht zu erhalten. Ob Joudan und Chinatsu sich zu ihr gesellten, bemerkte Mai nicht. Sie hoffte einfach, dass sie ihr den Rücken frei hielten, sollten sich noch lebende Feinde hier befinden. Langsam regenerierten sich die Rippen und Organe Shunsuis, die Blutung war gestoppt und die Wunde begann langsam, sich zu schließen. Doch die Blauhaarige musste feststellen, dass sie es nicht mehr schaffen würde, sie gänzlich dicht zu machen. Sie mussten bei der Flucht also noch besser aufpassen, ihn nicht erneut zu verletzen. Da die Blutung gestoppt war, kramte Mai in einer Tasche an ihrem Oberschenkel herum und nahm einen Blister in die Hand, aus welchem sie eine Pille drückte. Die Zoketsugan würden dafür sorgen, dass Shunsuis Körper sofort deutlich mehr Blut produziert. Das würde ihn nicht heilen, aber er hätte deutlich bessere Überlebenschancen. Mit aller Mühe versuchte sie ihn zu Bewusstsein zu kriegen, indem sie immer wieder seinen Namen sagte und ihm sanft, aber bestimmt auf die Wangen klopfte. Ein kurzer Moment bei Bewusstsein hatte bereits ausgereicht, um ihm die Pille in den Mund zu legen, sodass er sie schlucken konnte, ohne daran zu ersticken. Das war’s. Mehr konnte Mai nicht tun. Nun mussten sie warten, bis das Medikament seine Wirkung zeigte und Shunsui stabil genug war, dass sie ihn zurück nach Yugakure ins Krankenhaus bringen konnten.

Erschöpft von der Prozedur und dem enormen Chakraaufwand lehnte sich Mai gegen die Höhlenwand und schloss die Augen. Obwohl ihr so kalt war in diesem Moment, stand ihr der Schweiß im Gesicht. Innerhalb der letzten Stunde hatte sie unzählige hochrangige Techniken angewandt. Diese schwere Verletzung zu heilen hatte ihr den Rest gegeben, selbst ihre Reserven waren nun aufgebraucht. Langsam öffnete sie die Augen und suchte mit ihrem Blick den Kontakt zu Chinatsu und Joudan. Hoffentlich ging es allen gut..


Raiton: Kuropansa (Schwarzer Panther)

Element: Raiton
Typ: Ninjutsu
Rang: A
Reichweite: 50 Meter, Detonation 5 Meter
Chakrakosten: A

Voraussetzungen: Chakrakontrolle Stufe 6, Chakramenge Stufe 5

Beschreibung:
Bei diesem Ninjutsu lädt der Anwender eine ansehnliche Menge Raiton-Chakra in seine Arme und entfesselt dieses in einem schwarzen Blitz, der die Form eines übergroßen Panthers annimmt. Dieser rennt nach seiner Beschwörung zielstrebig auf das Ziel zu, um bei Berührung mit diesem in einer elektrischen Schockwelle zu explodieren, die sogar massive Betonwände durchschlagen würde - die Ergebnisse am Menschen kann man sich ausmalen. Der Pantherblitz ist zwar schnell, folgt aber nach Abschuss einer geraden Linie - sieht man ihn kommen, hat man eine faire Chance sich zur Seite in Sicherheit zu bringen.
Den Panther vor dem Aufprall zu kontern erfordert eine dafür geeignete Ninjutsu, gegen Waffenangriffen ist er als stoffloser Blitz völlig unempfindlich. Passiert der Panther eine Wasserfläche, verliert er einen Teil seiner Ladung daran (und bringt das Wasser zum Kochen); für jeden gelaufenen Meter über Wasser kann man zwei Meter von der restlichen Reichweite abziehen.


Shōsen Jutsu (Mystische Handfläche)
Element:
Keines
Typ: Ninjutsu
Rang: A
Chakrakosten: B für zehn Sekunden
Reichweite: Direkt am Anwender

Voraussetzungen: Chakrakontrolle Stufe 6, Chakramenge Stufe 6, Shinatsu no Jutsu

Beschreibung:
Dieses Jutsu wird vom Ninjaarzt für die verschiedensten Zwecke verwendet. Es können Wunden geschlossen, Operationen vorgenommen, Knochen geheilt oder sogar innere Blutungen vollständig gestillt werden. Es wird Chakra in der Hand gesammelt und dazu verwendet die Verletzung durch Auflegen direkt zu heilen, je nach Schwere wird natürlich mehr Chakra benötigt, kritische Wunden benötigen auch entsprechend lange. Für Operationen wird das Chakra in den Zeigefinger geleitet um so ein Skalpell oder Messer ersetzen und präzisere und sauberere Schnitte durchführen zu können. Für leichte Wunden sind nur zehn Sekunden des Jutsus von Nöten, innere Blutungen oder Trümmerbrüche können bis zu 60 Sekunden benötigen.
 
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