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Ein kleines Rasthaus an der Grenze zum Reich des heißen Wassers

Jirokou Shunsui

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Stiefel trafen für einen kurzen Augenblick auf dickes Holz, ehe sie sich wieder lösten und in die Luft katapultiert wurden. Es dauerte jedoch nicht lange, bis sie erneut auf einen Ast traten, der wiederum zum Absprung genutzt wurde. Gleich einem Shinobi aus dem Lehrbuch, bahnte sich Shunsui so seinen Weg durch den dichten Wald. Doch warum nicht eine gemütlichere Art und Weise zu reisen wählen? Die Antwort lag ganz klar auf der Hand, denn Zeit spielte eine große Rolle. Hinter ihm befand sich Joudan im Schlepptau, der auch nur über das Grobste informiert wurden. Doch was war genau geschehen, dass zu diesem Augenblick hier und jetzt führte? Dafür müssen wir das Rad der Zeit etwas zurückdrehen, denn die Geschichte nimmt in Soragakure seinen Lauf.

Eigentlich hatte der junge Mann sich mit Kaya treffen und den Tag mit ihr verbringen wollen, als wie aus dem Nichts ein Bote im Auftrag der Dorfverwaltung aufgetaucht und ihn ins Büro des Kurokagen zitiert hatte. Anfänglicher Ärger über die Unterbrechung seiner Pläne war schnell verflogen, als er über den Grund informiert worden war. Das neutrale Reich des heißen Wassers, allen voran Yugakure, lebten in Angst und Schrecken, denn in den letzten Wochen wurden sie von einer Entführungswelle überrollt. Keiner schien sicher zu sein und es gab kein Muster, denn jung wie alt, weiblich oder männlich, es hatte keine wirklichen Indizien gegeben. Bis dahin schien niemand wirklich gewillt zu sein, etwas zu unternehmen. Als jedoch der Sohn des Daimyō entführt wurde, schien dieser plötzliche jegliche Lethargie abgeschüttelt zu haben und gleich Shirogakure und Soragakure um Hilfe zu bitten. *Typisch.*, dachte sich Shunsui dabei, sobald den Reichen etwas weh tat, dann bewegten sie ihren faulen Allerwertesten. Da das Zeitfenster sehr schmal war, sollte der Jirokou sofort aufbrechen. Seine erste Mission als Chuunin! Der junge Mann konnte es nach wie vor nicht glauben, wie ihn die Ereignisse in letzter Zeit überrollt hatten. Wie dem auch sei, groß Zeit zu Denken hatte er nicht, sondern musste diese für die Auswahl eines Teamkollegen nutzen. Dabei hatte er freie Wahl. Die Überlegungen dauerten auch nicht lange, schon war die Wahl auf Kushou Joudan gefallen, den Gentleman unter den Shinobi. Das hatte mehrere Gründe: Erstens, war Joudan jemand, auf den man sich verlassen konnte. Er hatte immer auf Shunsui aufgepasst, als er diesem noch etwas mittels seines Alter Ego’s vorgespielt hatte, weshalb er den Shinobi aus Amegakure sehr mochte. Beim Gedanken an sein Alter Ego erfuhr der falsche Brillenträger einen Stich der Schuld in seinem Herzen – da Joudan nach wie vor nicht alles über ihn wusste –, doch versuchte er diesen zu ignorieren. Zweitens, verfügte der Kushou über eine sehr eloquente Art und Weise des Ausdrucks, die ihnen sicherlich dabei half, Informationen zusammen zu tragen. Anders als Shunsui schien ihm auch das Wohl der Menschen am Herzen zu liegen, was weiter für ihn sprach. Der dritte und letzte Grund war ihre kleine Mission nach Shinkusa, in welcher sie auch auf Vertreter Shirogakures getroffen hatten. Nicht nur, dass Joudan bereits zuvor Shinobi aus der weißen Stadt getroffen hatten – seine ruhige Art hatte dazu geführt, dass es keinerlei Spannungen zwischen beiden Fraktionen gegeben hatte. Auf was für einem falschen Dampfer Shunsui hier war, hätte er doch nur gewusst, was für Funken geflogen waren. Aber man konnte ja nicht allwissend sein. Ein Bote hatte dem Kushou die dringliche Nachricht mit den nötigsten Informationen überbracht, sodass die beiden blonden Shinobi sofort aufbrechen konnten. Alles, was Joudan wusste war, dass es in Yugakure eine große Anzahl an Entführungen gegeben hatte und sie diesen Entführern Einhalt gebieten mussten.

Zurück ins Reich des Schnees, in welchem sie sich nun an der Grenze zum Reich des heißen Wassers befanden. An der Grenze befand sich ein Wald, den sie prima zur beschleunigten Reise nutzen konnten. Unermüdlich waren sie bisher gereist, sodass sich Shunsui über den Anblick eines kleinen Rasthauses erfreute, um mal für zehn Minuten kurz Pause zu machen. „Lass uns doch dort kurz rasten und etwas zu uns nehmen.“, rief er dem Kushou über seine Schulter zu und landete schließlich auf der Straße, keine fünf Meter von dem kleinen Rasthaus entfernt. Interessanterweise bot man hier auch Dango’s an, auf die ihn Joudan in Shinkusa auch eingeladen hatte. Um sich zu revanchieren, besorgte er ein paar und stellte sie auf einen der langen Holztische draußen hin, sodass sie sich setzen und sich stärken konnten. Die zehn Minuten früher oder später würden den Braten auch nicht fett machen und sie mussten ja auch was essen, um fit zu bleiben und genügend Kraft zu haben. Den Jirokou überkam nämlich das Gefühl, dass die Leute nicht aus Spaß verschwunden waren und Verstecken spielten. Es war nach wie vor seltsam, ohne jegliche Stottern gegenüber dem älteren Shinobi zu kommunizieren, doch daran würde er sich bestimmt noch gewöhnen. Komisch auch, dass der Ältere einen niedrigeren Rang hatte als er selbst, wobei der falsche Brillenträger es so einschätzte, dass es nicht mehr lange dauerte, ehe er auch Chuunin wurde. Von der Aufmachung her würde man sicher nicht sagen, dass es sich bei ihm um den Standardshinobi handelte: Gebügeltes blaues Hemd, dazu dieses Mal sogar eine passende Krawatte. Darüber wie so oft ein herrlich weicher und farblich passender beiger Cardigan. Eine dunkle Hose und braune Stiefel rundeten das Bild für gewöhnlich ab, aber es gab zwei neue Accessoires in seinem Besitz: Ein langer Mantel, den er sich beim Schneider von Joudan hatte anfertigen lassen sowie die Chuunin-Weste, die er über seinem Cardigan trug. Wo Joudan zwar exzentrisch, aber wohlgekleidet war, hatte man bei Shunsui gut und gerne das Gefühl, dass er gleich als Jungdozent eine Vorlesung in Statistik geben würde. Der junge Mann schob sich seine falsche Hornbrille zurecht, ehe er sich an seinen Kollegen wandte. „Du warst meine erste Wahl, danke, dass du so schnell konntest.“, offenbarte ihm Shunsui mit einem Lächeln, während er sich eines der Dango gönnte. „Die Entführungen finden übrigens schon seit Wochen statt, doch wir haben jetzt erst davon erfahren, weil … der Sohn des Daimyo entführt wurde.“ Tja, was würde wohl Joudan von dieser Information halten? Der Jirokou war nicht sonderlich geschockt gewesen, da ihn die Menschen nicht wirklich interessierten, aber das Verhalten ihres Auftraggebers hatten ihn keinesfalls überrascht. Aber Joudan? Sicherlich würde es ihn nicht freudig stimmen, aber dafür könnte die nächste Nachricht bestimmt Wunder wirken. „Wir sind übrigens nicht die Einzigen, die mit der Lösung des Falles beauftragt wurden. Es werden sich auch Shinobi aus Shirogakure einfinden. Die Chance ist zwar nicht groß, aber möglicherweise treffen wir ja auf Manako-san und Sakaida-san?“ Natürlich hatte der Blondschopf keine Ahnung, dass sich die Sakaida und sein Kollege doch sehr nah gekommen waren. Aber ehrlich, wie groß wäre wirklich die Chance, dass es zu so einem erneuten Treffen kam?
 
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"Pau...se?", hechelte Joudan. Die Lungen des Genins pulsierten schmerzhaft gegen seine Rippen und jeder Sprung war eine Tortur. Noch mehr, als den nächsten Schritt, den nächsten Satz, fürchtete Joudan sich vor dem kommenden Morgen und dem Muskelkater, den er mit sich bringen würde. "Gute... Idee...." Dankbar kam der Blondschopf auf dem festen Boden vor dem kleinen Gasthaus zum Stand. Draußen standen ein paar Tische und völlig außer Atem lehnte er sich an einen daran - hinsetzen würde bedeuten, dass er irgendwann wieder aufstehen musste. Das ersparte er sich lieber. Zum Glück bot Shunsui von alleine an, sich um einen Happen Essen zu kümmern.
Während der Chuunin sich in die kleine Raststätte begab, zog Joudan zwei Wasserflaschen aus seiner Tasche. Die erste leerte er sich über den Kopf, die zweite in den Rachen. Langsam näherte sein Puls sich wieder einem zweistelligen Wert. "Ich muss mir eine bessere Art ausdenken, um lange Strecken zu reisen...", schwor der Blondschopf sich innerlich.
"Oder ich sollte öfter joggen.", sah der Lauch ein. Dann kam Shunsui wieder und hatte ein paar Dangos dabei. Konnte man das schon "Nostalgie" nennen?

Joudan sah mittlerweile nicht mehr wirklich gut aus. Sein dunkelgraues Hemd klebte ihm am Oberkörper, Schweiß tropfte in Perlen von seinen strähnigen Haaren und die sonst recht aufrechte Haltung des jungen Gentlemans zeugte nun vom körperlichen Verfall, der dem Blondschopf in den letzten Stunden wiederfahren war. Ansonsten war Joudan mit Missionsausrüstung unterwegs, wobei drei neue Accessoires Shunsui vielleicht aufgefallen waren. Ein viertes Fuuin-Siegel war auf Joudans Körper aufgetaucht, sie zierten nun seine Handflächen und die Unterarme. Unter seiner brauenen Umhängetasche war eine Schriftrolle im XXL-Format mit einem Lederriemen angebracht. Und an Joudans Hüfte hing, magnetisch an einer kleinen, am Gürtel angebrachten Metallplatte befestigt, eine Art Unterarm-langer Schlagstock. Alles Errungenschaften seiner Trainingseinheiten der letzten Tage (gut, den Teleskop-Bo hatte Joudan schon ein wenig länger, diese Mission war nur die erste Gelegenheit, bei der Joudan selbstsicher genug war, ihn auch mitzunehmen).
Verrückt, es schien dem Genin wie gestern, dass er mit Shunsui ins Reich des Grases aufgebrochen war. Nur wenige Tage waren vergangen und dennoch hatte sich in der Zwischenzeit so viel verändert.

Und die größte Veränderung hatte Shunsui mitgemacht. Seine Art zu reden war perfekt normal, seine Haltung zeugte von Stolz und Selbstsicherheit und die goldenen Augen des Jirokous wirkten aktiver und lebendiger. Wie der junge Shunsui innerhalb weniger Tage so eine komplett-Wende hingelegt hatte, war Joudan ein Rätsel. Dennoch freute er sich, dass der junge Herr, mit dem er mittlerweile schon so manches Abenteuer erlebt hatte, ein wenig aus sich heraus gefunden hatte.

"Danke, Shunsui...", keuchte Joudan und musste alle Kraft aufbringen, nicht wie ein wildes Tier über die Speise herzufallen. Stattdessen nickte er seinem Teamcaptain dankbar zu und zog mit einem gezielten Biss den ersten Kloß von seinem Stöckchen. "Du warst meine erste Wahl, danke, dass du so schnell konntest.", sprach Shunsui zu Joudan, doch der, hob - gerade am Kauen - zu Antwort nur den Daumen nach oben. Dann gab es ein kurzes Missionsbriefing. Leute waren verschwunden, schlecht. Einer davon war ein Damiyos-Sohn, sehr schlecht. Joudan fühlte sich ein wenig schmerzhaft an seine Mission mit Kenta und Tamaki zurückversetzt, dort hatte er auch eine Entführungsserie aufzuklären gehabt. Damals war Joudan keine große Hilfe für das Gelingen der Mission gewesen, doch dieses Mal würde es anders laufen. Er war mittlerweile stärker und hatte vieles gelernt. Diese Mission war seine Gelegenheit, sich das selbst zu beweisen.
Shunsui wartete auf eine Reaktion Joudans. Dieser schluckte sein Dango herunter, spülte mit etwas Wasser nach und holte dann tief Luft.
"Es sei anzunehmen, dass der Rettung des Sohns des Daimyos höchste Priorität zugeteilt wird? Für meinen Teil wäre ich froh, wenn wir auch das "unbedeutende Fußvolk" retten können, doch diese Entscheidung sei, im Krisenfall, dir überlassen, Captain!" Joudan respektierte weiterhin, dass Shunsui sein Vorgesetzter war (wenn auch mit ein wenig innerlichem Zähneknirschen) und legte sein Handeln gerne in Shunsuis Hand. Das hatte bisher ja auch funktioniert.
Der Chuunin kam darauf zu sprechen, dass auch dieses Mal wieder ein paar Ninja aus Shirogakure anwesend sein würden. Natürlich hoffte Joudan, Mai wiederzusehen. Falls nicht, hatte er ihr einen Brief verfasst, den er hier in einem neutralen Reich sicher lossenden konnte. Auf Hei oder Mari, Nijo oder Yudi zu treffen, würde Joudan auch zufrieden stellen. Der stumpfe Lüstling Raku konnte ihm eigentlich gestohlen bleiben.
"Das wäre höchst erfreulich, ich mochte die beiden.", log Joudan lächelnd. "Wie fandest du sie?" Der Gentleman-Shinobi musste, was dieses Thema anging, Vorsicht walten lassen. Seine Beziehung(?) mit Mai war ein Geheimnis, das er selbst Freunden wie Shunsui oder Verwandten wie seiner Schwester nicht mitteilen durfte - was Joudan ein wenig auffraß. Aber dafür hatten Mai und er sich entschieden. "Hoffentlich sind die Shiro-Nin ähnlich kooperativ wie Sakaida-san und Manako-san.", setzte Joudan hinterher. Dann nahm er einen weiteren Happen und ein Dango verschwand in seinem Mund. Erneut hob er den Daumen und deutete danach auf das Essen. Die Dangos schmeckten ihm super!
 

Jirokou Shunsui

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Dass Joudan schweißgetränkt und außer Atem war, lag nicht (nur) daran, dass er ein Lauch war, denn auch Shunsui war froh über diese kurze Rast, in der er mal ordentlich durchschnaufen konnte. Aufgrund der Dringlichkeit dieses Auftrages, waren sie sofort aufgebrochen und hatten mit minimalen Pausen den ganzen Weg entlang durchgepowert. Dementsprechend atmete der Jirokou mehrmals tief ein und aus, denn auch seine Konstitution war stark beansprucht worden und er spürte die Müdigkeit in seinen Muskeln. Es hatte ganz den Anschein, als hätte er noch einen langen Weg vor sich. Aber sein Zustand war weit von Joudan’s entfernt, dessen Haar schweißgetränkt – oder war das Wasser daran Schuld? – runterhängte und der ziemlich erschöpft schien. Während seine goldenen Seelenspiegel seinen Kollegen aufmerksam begutachteten, überkam ihn ein Anflug von Sorge. Das für sich war schon eine ziemliche Rarität, da ihn die Belange der meisten Menschen ziemlich gleichgültig war. Lediglich einige wenige Auserwählte wie Kaya – oder Joudan, wie man in diesem Fall feststellen konnte – durften sich seiner Aufmerksamkeit und Sorge sicher sein. Möglicherweise hatte er sie zu hart angespornt und seine eigene körperliche Konstitution auf den Anderen projiziert. Neben Joudan’s erschöpftem Zustand, bemerkte Shunsui weiterhin, dass der Ältere auch einige neue Accessoires sein Eigen nannte. Der Blondschopf war sich nicht bewusst, welche genaue Anzahl an Siegeln der Andere an sich trug, aber ihm fielen definitiv die Siegeln an den Händen und den Unterarmen auf, die nicht von seinem Mantel verdeckt waren. Der XXL-Rolle maß er nicht wirklich viel Bedeutung zu, aber wo seine Augen hängenblieben, war der Schlagstock. „Beherrschst du ihn gut?“, fragte er aufrichtig interessiert und zeigte auf den Schlagstock. Als Verfechter des Nahkampfes war der falsche Brillenträger immer an Waffen interessiert und hatte dementsprechend auch etwas Respekt für den Kushou gewonnen, dass sich dieser auch mehr den ehrenvollen Künsten des Nahkampfs widmete. Dabei erinnerte er sich an den Showkampf in Soragakure, in welchem der Andere durchaus einige interessante Fähigkeiten mit dem Drahtseil offenbart hatte. Shunsui konnte es kaum erwarten, einen noch besseren Eindruck von Joudan’s Fähigkeiten zu bekommen. *Vielleicht könnten wir ja ein wenig trainieren?* Jetzt, da er sich nicht mehr versteckte, sollte auch ein Training unter Freunden kein Problem sein. Auch wenn er seinen Kollegen definitiv warnen musste, dass er sich schwerlich bei sowas zurückhielt. Da konnte er gerne Kaya fragen, die er nicht nur während des Showkampfes vermöbelt, sondern auch während ihres kleinen Trainings einmal quer durch die Halle geschleudert hatte.

Zusammen aßen die Beiden die bestellten Dangos, die wirklich vorzüglich waren, auch wenn sie nicht ganz an jene von Shinkusa heranreichten. Aber das schien Joudan nicht zu hören, der seine Frage einfach mit einem ausgestreckten Daumen beantwortete, was Shunsui mit einem leichten Lächeln zur Kenntnis nahm. Während des Essens besprachen sie auch noch weitere Missionsdetails, zum Beispiel die Rettung der Entführten. „Die oberste Priorität liegt natürlich beim Sohn des Daimyo…“, begann der Blondschopf, nachdem er seinen Bissen geschluckt hatte. „… aber die Anderen sollten wir natürlich auch retten. I-ich verlasse mich da auch auf deine Meinung.“ Seltsame Ausdrucksweise, die Joudan möglicherweise verwirrten. Außerdem schlichen sich immer mal wieder kleine Stotterer in seine Aussprache - ein Relikt eines abgeschlossenen Kapitels, welches ihn wohl noch ein wenig verfolgen würde. Aber Shunsui meinte es ernst: Sein Kollege war äußerst empathisch und wusste die richtige Entscheidung zu treffen, während er selbst … Naja, sagen wir mal, dass er emotional etwas abgestumpft war und wo vorher Hass und Zorn gehaust hatten, gab es nun eine ungefüllte Leere, die sich ziemlich dumpf anfühlte. In letzter Zeit hatten sich wieder seine Zweifel gemeldet, insbesondere nach der Reaktion Kayas hinsichtlich seiner Beförderung. Bei diesen Gedanken überkam ihn eine Mischung verschiedenster Gefühl: Freude und Herzrasen beim Gedanken an die schwarzhaarige Kunoichi; Angst und Herzrasen beim Aufkommen seiner negativen Gefühle und seines dunklen Ichs. *Nein, das habe ich hinter mir gelassen!*, ermahnte er sich gedanklich selbst. *Hahahaha!* Natürlich würde niemand darauf antworten, aber ihn ließ das Gefühl nicht los, dass irgendwo leise und weit entfernt irgendetwas leise vor sich hinlachte.

Derart in Gedanken versunken verpasste er beinahe die Frage, die ihm sein Kollege stellte. Die Shiros waren also das nächste Thema. Sofern er sich recht entsann, hatte sich Joudan doch gut mit Sakaida Mai verstanden, während er sich mit dem Recken Manako Raku abgegeben hatte. Der Blondschopf rückte seine falsche Brille zurecht und überlegte kurz, wie er ihnen gegenüber empfand. Die ehrlichste Antwort wäre gewesen, dass sie ihm relativ gleichgültig waren. Aber das war natürlich nicht das, worauf Joudan hinauswollte. „Raku war sehr … direkt und kurz angebunden.“, beichtete ihm Shunsui nach kurzem Zögern. Dabei tauchten Erinnerungen an den weißhaarigen Shinobi auf, das war wirklich eine Untertreibung. Wie er die Ermittlungen vorangeführt, den mittlerweile Ex-Verlobten von Hime ausgefragt und schließlich rausgeschmissen hatte, sowie seine kleine Eskapade mit den Bediensteten. „Mai war nett.“, fasste er kurz seine Gedanken zur blauhaarigen Kunoichi gefangen. „Sie hat mich vor den Bediensteten ge-gerettet…“, sagte er noch, während seine Stimme gegen Ende des Satzes leiser wurde, weil er wirklich wie ein Idiot klang. Vor der Bediensteten gerettet. Mein Gott, wie peinlich! Aus diesem Grund versuchte er noch etwas Konversation zu führen und sich an alles zu erinnern, was ihm zu den Vertretern der weißen Stadt einfiel. „Aber dass sie mit jemandem wie Raku zusammen ist, verstehe ich nicht. Naja, wo die Liebe hinfällt.“ Immerhin hätte der andere blonde Shinobi sicherlich große Augen gemacht, wenn er von Kaya und Shunsui erfahren hätte. Vielleicht würde sich ja im Laufe der Mission eine Möglichkeit ergeben, den Anderen in seine Vergangenheit und seine Geheimnisse einzuweihen. „Ich hoffe, dass sie ihm das mit den Bediensteten verziehen hat.“ Bei dieser Aussage hob Shunsui ein wenig die Augenbrauen und hoffte, dass sein Gegenüber verstand, worauf er hinaus wollte. Oh ja, der Jirokou war nach wie vor der Ansicht, dass die Beiden ein Paar waren, dementsprechend konnte er auch Mai’s Unmut verstehen, als Raku mir nichts dir nichts mit den Bediensteten ein Bad genommen hatte. Da war er ja wirklich auf einem falschen Dampfer! Was Joudan wohl von diesen Ansichten hielt?

@Kushou Joudan
 
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Joudan brauchte den ein oder anderen Augenblick bis sein Kopf von "Ich will sterben" bei Shunsuis Frage angekommen war. Beherrschte er was gut? Seine Augen folgten dem Fingerzeig hinab an seine Hüfte, wo er seinen Stab hatte. Dann verstand er, worauf Shunsui hinaus wollte. Es war eine ganz normale Frage gewesen. Sein Missionsleiter wollte über seine Fähigkeiten Bescheid wissen. Sein Freund interessierte sich für ein neues Ausrüstungsstück. Keine Kernphysik, aber in Joudans momentanen Zustand war selbst das eine mentale Herausforderung.
Kurz schluckte er seinen Happen Dango hinunter, dann griff er nach dem Stab, wirbelte ihn einmal im Kreis um die Hand, sodass er sich von Unterarmlänge auf seine ganze 1.80m ausfuhr.
"Gut genug, um damit Gegnern gefährlicher zu werden als mir selbst.", witzelte er ein wenig matt und reichte den Bo seinem interessierten Kollegen. "Selbst gebaut.", fügte Joudan, nicht ohne vernehmbaren Stolz in der Stimme, hinzu. Dann hoffte er, mit seiner Waffenspielerei Shunsui für die nächsten paar Augenblicke beschäftigt zu haben, damit der Händlersspross sich wieder seiner Mahlzeit widmen konnte. Und nachdem Shunsui den Bo zu genüge betrachtet hatte, nahm Joudan die Waffe wieder zurück, drückte die Enden in die Mitte hinein und hing sich den Metallstab wieder an den Gürtel.

Die Mahlzeit tat dem Blonden gut (Also... dem älteren Blonden. Wobei, dem jüngeren wahrscheinlich auch). So vermochte er es eine halbe Portion Dangos später Shunsuis Ausführungen schon ein wenig besser zu lauschen. Natürlich hatte der Daimyos-Sohn oberste Priorität, so viel hatte Joudan sich schon denken können. Aber Shunsuis Wunsch, auch für die anderen Vermissten zu sorgen, entsprach Joudans Gedanken zu dieser Frage.
"Mut auf, junger Chuunin.", erheiterte der Ame-Nin seinen Vorgesetzten. "Du triffst die Entscheidungen. Ich vermag nur, dir wohlbedacht eine reinzuhauen, wenngleich sie sich als herzlos erweisen sollten.", sprach Joudan, doch sein Ton verriet den Witz in seiner Aussage. "Aber sicher werde ich meine Meinung auch kundtun, wenn erwünscht.", fügte er respektvoll hinzu und beendete das Thema mit den Worten: "Sehen wir dann, wenn es so weit ist." Er lächelte Shunsui aufmunternd zu. Natürlich konnte der Chuunin sich auf Joudan verlassen, doch mehr noch als zuvor gab Joudan sich Mühe, klar darzustellen, dass er Shunsui in seinem Rang und seiner Position respektierte.

Das nächste Gesprächsthema verlangte Joudan mit jedem von Shunsui gesprochenem Wort mehr und mehr sein bestes Pokerface ab. Denn als der Brillenträger seine Meinung zu Raku äußerte, konnte der Ame-Nin noch bekräftigend nicken.
"Ziemlich direkt, das stimmt.", pflichtete der Kushou seinem Captain bei.
Doch als das Gespräch langsam zu Shunsuis Auffassung von der Beziehung zwischen Mai und Raku wanderte, musste der erschöpfte Joudan sich ein dickes Grinsen verkneifen. Zum Glück hatte er Essen und Trinken, mit dem er ab und zu die Mine brechen konnte. Das passte so gut zum jungen, unschuldigen Shunsui.
"Tut mir leid..", gestand Joudan dann dem Brillenträger. "Ich hatte dich da irgendwie aus den Augen verloren." Dafür schämte der Kushou sich ein wenig. "Zum Glück war Mai da!", bekräftigte er danach Shunsuis Aussage und nickte.
Doch Joudan hatte eine harte Entscheidung zu treffen. Diese Situation konnte er herausragend nutzen, um Shunsuis Gedanken vom Mai x Raku Shipping zu verstärken. Ein einfacher Satz wie "Ja, Mai hatte gut von ihm geredet, ich denke, die beiden überstehen das." hätte Shunsui noch fester an seine Version der Geschichte glauben lassen und damit würde Joudans Geheimnis sicherer sein.
Doch der Händlersspross bekam es nicht so recht übers Herzen, seinen Kumpel als einen Verhandlungsfeind anzusehen. Und ihn anzulügen würde dem Kushou auch Bauchschmerzen bereiten. Dazu mochte er ihn zu sehr. Deshalb entschied Joudan sich dafür den Mittelweg zu nehmen. Nicht die Wahrheit zu sagen ohne dabei zu lügen war eine Kunst, die sein Großvater stets gepredigt hatte. Als Händler darf man sich nie festlegen, aber niemand darf das bemerken.
"Mai sprach nicht wirklich über Raku als wir zusammen den Markt aufsuchten.", gab Joudan also zurück. "Doch Überraschung und vielleicht ein Hauch Empörung trug sie, als Raku einfach so mit den leichten Damen von dannen zog." Joudan blickte Shunsui einen Moment an und hob dann die Achseln. "Wie du sagst: Wo die Liebe hinfällt..." Oh ja, wie wahr. "Hast du eigentlich mal eine Freundin gehabt?", drehte Joudan den Spieß dann um. Wenn Shunsui über sich redete, stellte er keine Fragen, die Joudan verraten hätten können. Und außerdem konnte er sich Shunsui irgendwie nicht mit einem Mädchen vorstellen. Aber irgendwie aber schon.

Bedauerlich schnell waren Joudan und Shunsui mit dem Essen fertig. Der Händlersspross nutzte die sanitären Einrichtungen und füllte seine Kunststoffwasserflaschen für den weiteren Weg wieder auf. Vor dem Weiter-Gehen grauste dem Genin, doch das half ja nichts. Er trat auf die Straße hinaus und ließ die Schultern ein wenig kreisen, um sich zu lockern.
"Finden wir kurz vor dem Treffpunkt noch irgendwo einen kleinen Rastpunkt? Ich schäme mich in den Boden, muss ich so die anderen Teammitglieder kennen lernen.", fragte Joudan nach und hatte dabei eine schwer zu überhörende Dringlichkeit in seiner Stimme. Shunsui war sicher schon aufgefallen, dass der Ame-Nin sehr auf sein Auftreten achtete. Da war es vielleicht nachzuvollziehen, dass er nicht mit Schweißflecken bis zu den Hüften auf die Shiro-Nin treffen wollte. Zum Glück war ein paar Schriftrollen mit Wechselkleidung fester Bestandteil von Joudans Missionsausrüstung.

>> tbc:
Grenzgebiet zu Yu no Kuni
 
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