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Eine Lichtung am äußersten Rand

Hayabusa Ray

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- Ein neue Herausforderung?! -
- Es treffen aufeinander: Jun Ikari und Ray Hayabusa (Off) -

Es war schon etwas länger her, dass Ray diesen einen seiner Lieblingsplätze auf ganz Soragakure aufgesucht hatte. Inmitten von Missionen, Jobs und Clantraining blieb manchmal nur wenig Zeit über und dann suchte er oft andere Plätze auf.
Heute aber hatte er Zeit, kein Auftrag, kein Job und auch kein Clanlehrer, der ihm etwas über Tiergeister, Hayabusa-Geschichte oder anderes beibrachte, wartete auf ihn. Es war nicht so, dass er das Lernen verabscheute, immerhin hatte er sich selbst für diese Lehrstunden entschieden. "Die Geschichte zu kennen ist der erste Schritt, um die Zukunft zu gestalten." Dieser Satz stammte von seinem Vater, der ihn wiederum vom alten Toto bekommen hatte. Toto war der Experte im Hayabusa-Clan für dessen Geschichte und darüber hinaus wurde er nicht müde zu behaupten, wie wichtig es war, dass sich die jungen Hayabusa, die ihren Dienst als Shinobi für Soragakure verrichteten, auch gut benahmen. Schließlich galten Hayabusa als sprunghaft, unzuverlässig und alberne Spaßköpfe. Zumindest zum Teil trafen diese Dinge auch auf den Rotschopf zu, wenngleich sein ruhiges, philosophisches Wesen in den letzten Jahren stärker geworden war. Dem ewigen Herausforderer Bodo konnte es allerdings noch nicht wirklich die Stirn bieten. Einem 'Wetten, dass...' konnte Ray noch immer nur schwer wiederstehen. Eine Schwäche, die glücklicherweise kaum einem bekannt war. Nicht auszudenken, was das für die ein oder andere Mission bedeuten würde. Hätte er nicht aufgepasst, dann hätte Bodo ihn auf einer seiner letzten Missionen dazu gebracht ein Flasche mit Gift zu probieren. Ray schüttelte sich bei diesem Gedanken. //Ob hinter Bodo möglicherweise ein Tiergeist steckt?// überlegte er still bei sich und blickte nachdenklich über den Rand der Plattform. Der Rotschopf befand sich an einem der äußersten Punkte von Soragakure, nur ein klitzekleiner, kaum zu erkennenden und selten benutzter Trampelpfad führte zu dieser halbrunden Lichtung am Rande der Plattform. Links und rechts erstreckte sich der Wald bis an den Rand und sorgte sogar dafür, dass einige der Baumwurzeln sich in die große weite Leere erstreckten. Bisweilen konnte der Übergang von Wald zu Leere recht abrupt sein und hatte schon so manchen unvorsichtigen Bewohner in Gefahr gebracht, denn niemand hatte sich die Mühe gemacht diese Plattform in ihrer Gänze zu umzäunen. Das war im Grunde auch nicht nötig, denn an diesen abgelegenen Ort verirrten sich keine Besucher und jeder der länger in Soragakure lebte, wusste um die Gefahren, die es eben mit sich brachte in einem schwebenden Dorf zu leben.
Zwischen den Bäumen, die am Rand der Lichtung standen, hatte der Junge mit den schwarzen Augen einige Seile gespannt, die sich nun auch kreuz und quer über die Lichtung erstreckten. Ihr Zwecke war auf den ersten Blick nicht wirklich einsehbar, aber natürlich hatten sie etwas mit dem Training des Hayabusa zu tun.

Aktuell saß er lediglich an einen Baumstamm gelehnt, ein Buch über Chakrakontrolle in seinem Schoß und betrachte die Wolken, die am Horizont vorbeizogen. Ansonsten waren lediglich Plattform 6 zu sehen, mitsamt den Chakrakanonen und Verteidigungsmaßnahmen, dessen Details den Augen des Hayabusa natürlich nicht verborgen blieben. Wie immer trug der junge seine gelbgrüne Jacke, darunter diesmal ein indigofarbenes T-Shirt mit dem Aufdruck eines Falkenkopfes und kurze Hosen. Ausnahmesweise waren seine Schienbeine für seine Verhältnisse sogar relativ vorzeigbar, was bedeutete, dass nur etwa ein halbes Dutzend an Schrammen und Schürfwunden zu erkennen war.
Ein kräftiger und frischer Wind ließ die Blätter der Bäume rauschen und weckte die Sehnsucht in dem jungen Mann sich wie ein Falke in die Lüfte zu heben und sich somit von seinen irdischen Fesseln zu lösen. Der laute Schrei eines Habichts durchschnitt das Blätterrauschen und kurz darauf entdeckten die Augen den Raubvogel, der seine Kreise am Himmel zog, immer auf der Suche nach Beute. //Eines Tages werde ich mich diesen Vögeln anschließen.// schoß es Ray durch den Kopf und feurige Entschlossenheit war dabei in seinen Augen zu erkennen.
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@Ikari Jun
 
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Ikari Jun

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Jun erwachte in völliger Dunkelheit. Es war die Art von Dunkelheit, bei der es keinen Unterschied machte, ob man die Augen geöffnet oder geschlossen hatte, da sie sich wie ein Schleier über das Gesicht legte. Eine Dunkelheit, die zugleich eine Leinwand für Monster bot, wie sie nur ein schlaftrunkener Geist zustande bringen konnte. Noch einige Momente hingen sie drohend über ihr, bis sie allmählich ihre Form verloren und im Nichts verschwanden. Jun richtete sich seufzend im Bett auf und rieb müde den verbliebenen Schlaf aus den Augen. Die junge Frau streckte die Glieder, berührte dabei mit den Fingerspitzen getrocknete Kräuter an der Wand. Vorsichtig dehnte sie den Nacken und die Schultern, verschränkte die Finger ineinander und bog sie durch, sodass eine Reihe von Knackgeräuschen den Raum erfüllte. Nach einem Schwung über die Bettkante, tasteten die nackten Füße über den Holzboden, bis sie an weiche Hausschlappen stießen und hineinschlüpften. Jun erhob sich, schlurfte träge und gähnend zum Kleiderschrank, auf dem Weg knipste sie eine Stehlampe an und verharrte kurz an Ort und Stelle. Sie kniff die Augen zusammen und blinzelte dann ein paar Mal, ehe sie den Weg wieder auf sich nahm. Beim Ziel fast angekommen, drehte Jun abrupt um und besuchte erst das Bad, dann den Kleiderschrank. Das übliche Outfit, das aus weißem Mantel, eine kurzen weißen Shorts, einem schwarzen Rollkragenpulli und weißen Sneaker bestand, wurde mit schnellen Bewegungen angelegt. Danach mit einer Gießkanne bewaffnet, machte die Ikari eine Runde durch die Zweizimmerwohnung und schenkte ihren geliebten Pflanzen sowie den Kräutern auf dem Balkon, neue Energie. Währenddessen kontrollierte sie die Blätter und die Gesundheit, nickte dann zufrieden. Heute Morgen verschob die junge Frau das routinierte Training, denn vorher war das Pilzesammeln dran. Warum sie nicht einfach welche vom Markt besorgte? Ihre Verpflegung hatte sie lieber in der eigenen Hand, darum. Jun schnappte sich also ein Erntekorb aus einer Ecke, steckte ein Pilzmesser in die Tasche und machte sich auf zur Plattform 4, die mit Feldern und Wäldern.

Das Trällern der Vögel begrüßte sie, die nahen Geräusche des Waldes sowie das Plätschern eines kleinen Baches, der sich nur unweit entfernt durch die Erde schlängelte. Jun fröstelte ein bisschen. Die Nächte waren noch kühl, und am frühen Morgen, wenn die Sonne selbst gerade erwachte, fehlte die angenehme Wärme natürlich. Ihr Körper sehnte sich für einen kurzen Moment der Schwäche unter die weiche, warme Decke zurück, wurde jedoch sofort von einem pflichtbewussten Geist in die Schranken gewiesen. Der leicht scharrende Klang der Sneaker über dem Waldboden, ließ Kleintiere aufscheuchen und raschelnd zwischen Bäume und Büsche flüchten. Als Jun ein freies Feld mit langen Gräsern passierte, begann der Himmel endlich zu schimmern und öffnete schon bald die Sicht auf das viele Grün. Während die Genin durch das Gras schlenderte, griff sie einmal in ihren Holster unter dem Mantel und warf sich ein paar Mandeln in den Mund, die knackenden Geräusche zwischen ihren Zähnen waren in der ruhigen Umgebung recht laut. Nachdem sie das Feld zurückgelassen hatte, prüfte sie ihre nackten Beine, da die Haut ganz leicht brannte - leichte Kratzer und Schnitte waren zu sehen. Was solls. Jun rückte den Korb zurecht und betrat die nächste Lichtung, auf der Suche nach Steinpilzen und Champignons. Tatsächlich hatte sie nach einiger Zeit Glück und hatte zumindest den Korbboden mit Fungi bedeckt. Allerdings wurde die Freude bald durch einen Gegenstand getrübt, der gar nicht in den Wald gehörte. Ein gespanntes Seil? Jun dachte gar nicht erst daran, die Finger davon zu lassen, riss grob am Seil und ließ es auf und ab schnellen. Automatisch schützte sie ihren Kopf, und es geschah ... Nichts. Prüfend sah sich die Ikari um und entdeckte noch zwei weitere Seile zwischen den Bäumen. Sie trat auf das nächste zu und wiederholte den groben Akt. Hmm. Einfach mal durchtrennen. Jun zückte langsam das Pilzmesser.

@Hayabusa Ray
 
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Hayabusa Ray

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Völlig ohne Vorwarnung für den den Rotschopf fing auf einmal eines seiner Seile an auf und ab zu tanzen, wobei es einen vibrierenden Ton von sich gab. //Was war das??// durchschoss es den Ninja und mit einem schnellen Satz sprang er auf und begann seine Umgebung zu scannen. //Hier kommt doch nie einer her.// überlegte er weiter, während sich all seine Sinne schärften. Hochgradig konzentriert und mit gespannten Muskeln beobachtete er das immer noch schwingende Seil. Irgendwer musste es in Bewegung gesetzt haben. Zwar war der Wind durchaus zu spüren, aber diese heftige Bewegung konnte unmöglich einen natürlichen Ursprung haben.
Ohne es zu wissen hatte die schwarzblaue Kunoichi die Spinne dieses seltsamen Seilnetzes geweckt. Und wie die achtbeinigen Tiere, verfolgte auch dieser Jäger die Störung in seinem Kunstwerk zum Ursprung zurück. Mit einem entscheidenden Unterschied, denn er verließ sich dabei nicht auf seinen Tastsinn, sondern seine scharfen Augen. Und kaum war Spinnen-Ray in Jagdposition gegangen, schon vibrierte das nächste Seil und diesmal reagierte der junge Rotschopf blitzschnell. Sofort identifizierten seine Augen das schwingende Seil und diesmal war klar, an welchem Punkt dieses Zeil ins Schwingen gekommen war. Denn das eine Ende des Seiles war hoch oben an einen Ast geknotet, den Ray von seinem Standpunkt aus einsetzen konnte. Das bedeutete, wer oder was auch immer die Schwingung verursacht hatte, musste sich genau... dort befinden. Zwar war der Großteil der Ikari noch hinter den Büschen verborgen, dennoch entgingen den schwarzen Augen nicht, dass sich irgendetwas oder irgendjemand dort bewegte. Irgendjemand der irgendetwas weißes trug um genau zu sein, denn der Blick des Hayabusa hatte ein kleines Stück des weißen Mantels erfassen können.
Blitzartig bewegte sich der Junge, sodass seine Bewegungen nur noch verschwommen waren und überbrückte die Distanz zu dem Eindringling in einem Wimpernschlag. Da er genau wusste, wie seine Seile gespannt waren, sprang er mit einem gewaltigen Satz über die Büsche und landete geschickt genau neben dem Baum auf dem gespannten Seil, welches dadurch erneut in Schwingung versetzt wurde. In der Hocke, eine Hand am Seil, die andere zur Stabilisierung am Baum, befand er sich so auf Augenhöhe mit dem Eindringling, der sich als ein Mädchen entpuppte, welches ein wenig erschrocken zurückwich. Die Reaktion war nur allzu verständlich, ehrlich gesagt war Ray überrascht, dass sie beim nach hinten stolpern nicht auf den Hosenboden landete oder anfing zu quietschen. Es geschah immerhin nicht jeden Tag, dass ein wildgewordener Rotschopf mit der Ausstrahlung eines Raubvogels aus dem Wald gesprungen kam und nur haarscharf auf einem seltsamen Seil landete, welches man gerade durchschneiden wollte. Allein dafür verdiente das Mädchen mit den schwarzblauen Haaren Respekt. Wobei dieses an einigen Stellen rot gefärbt waren, welches überraschend gut mit der natürlichen Haarfarbe harmonierte.
Ray sagte erstmal gar nichts, sondern musterte das schlanke Mädchen von unten nach oben. Sie war nur etwas kleiner als er selbst und schätzungsweise im selben Alter. Ein Lächeln enthüllte die spitzen Zähne, als er die Schrammen und Kratzer an den Schienbeinen erblickte. Wie er selbst trug das Mädchen kurze Hosen und offensichtlich war es ihr auch egal, dass dadurch die Beine zerkratzt wurden. Darüber hinaus trug sie einen schwarzen Rollkragenpullover und einen weißen Mantel. Einen Moment länger blieb der Blick an dem Pilzmesser in der Hand der Schwarzhaarigen hängen, ehe sie weiterwanderten. Diese kurze Musterung dauerte nur einen Augenblick lang und im nächsten Moment fixierten die komplett schwarzen Augen ihre goldenen Gegenstücke im herzförmigen Gesicht der Ikari, die ihrerseits den Jungen entschlossen und prüfend musterten. Überhaupt schien sie sich bemerkenswert schnell nach der Überraschung gefangen zu haben und strahlte nicht gerade wenig Selbstsicherheit aus.
Ray selbst war immer noch im Jagdmodus, die schwarzen Augen funkelten und fixierten die goldenen Augen so eindringlich, als ob er geradewegs in ihre Seele schauen wollte. Oder aber so intensiv, wie ein Falke auf Beutejagd. Die Mundwinkel waren zu einem leichten Lächeln verzogen, welches die leicht spitzen Eckzähne zeigte. Seine ganze Ausstrahlung war die eines Jägers, der gerade seine wehrlose Beute vor sich stehen hatte, doch falls das das Mädchen beeindruckte, dann zeigte sie es zumindest nicht sonderlich.
//Mal sehen, wann sie den Blick senkt.// dachte der Hayabusa bei sich, immerhin erlebte er es immer wieder, dass andere seinem Blick auswichen. Aus diesem Grund stellte sich für ihn auch nur die Frage nach dem 'Wann' und nicht 'Ob' sie den Blick senkte. Selbst einen gestandenen Banditenführer hatte er aufgrund eines Blickduells besiegen können, doch irgendetwas an dem Mädchen sagte ihm, dass sie nicht so schnell einen Rückzieher machen würde.
Die ganze Musterung hatte vielleicht zwei Sekunden gedauert, auch wenn sie sich unter Umständen länger angefühlt hatte und ohne den Blick abzuwenden, ergriff der Rotschopf nun das Wort. "Wer bist denn du? Und was hattest du mit dem Messer vor?" Dabei lagen weder Schärfe noch Vorwurf in der Stimme. Wieso sollte er ihr auch einen Vorwurf machen? Das hier war ja nicht sein Wald. Tonfall und Klang der Stimme ließen allenfalls so etwas wie Neugierde durchblicken und genau das war Ray gerade eigentlich am meisten. Neugierig wer dieses Mädchen war, was da vor ihm stand und noch immer seinem Jagdblick standhielt.
 

Ikari Jun

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Dass das Seil normalerweise nicht in den Wald gehörte, war klar und die Idee den gespannten Strang einfach zu kappen, vermutlich nicht sehr schlau. Aber Jun wäre nicht Jun, wenn sie diesen verlassenen Gegenstand, der sehr wahrscheinlich durch Menschenhand angebracht wurde, einfach ignorierte. Außerdem liebte sie Pflanzen, und der Anblick der gefesselten Bäume versetzte ihr einen kleinen Stich. Natürlich machte es keinen Unterschied, wenn die Seile nicht da wären, denn Bäume konnten nicht entwurzeln und einfach woanders hinwandern. Trotzdem. Sie mochte dieses Bild nicht. Sobald Jun die Klinge an das Seil setzte, hielt sie inne. Als plötzlich lautes Rascheln in der Nähe zwischen den Ästen ertönte, blickten die goldenen Augen der Ikari alarmiert nach oben, die jedoch keine feste Gestalt ausmachen konnten. Wer oder was auch immer in ihre Richtung kam, bewegte sich sehr schnell. Instinktiv spannte Jun die Muskeln - ob sie wollte oder nicht, Flucht wäre wohl kaum möglich. Der Schatten, der kreuz und quer durch die Lichtung sprang, manifestierte sich kurzerhand auf dem gespannten Seil, welches sie gerade durchtrennen wollte, auf Augenhöhe. Verblüfft trat sie einen Schritt zurück und machte zunächst rote Farbe aus, die eine stachelartige Form annahm. Dazu erschien ein Gesicht mit den wilden Zügen eines Raubtiers und finsteren Augen, und ein Körper mit Kleidung, die zum Grün des Waldes passten. Ein Mensch, natürlich. Irgendein Typ, den sie nicht kannte und vorher auch noch nie zufällig sah, an solch eine Erscheinung würde die Ikari sich mit Sicherheit erinnern. Und dann lächelte er auch noch spitzbübisch, während er sie unverhohlen anglotzte. Hatte er etwa unnatürlich spitze Eckzähne? Vielleicht war er ein Perverser, der sich als Vampir ausgab und hilflosen verirrten Mädchen, auflauerte. Jun hielt seinem schonungslosen Blick stand, schnaubte jedoch leise ob der lächerlichen Vampir-Vorstellung. Seine schwarzen Pupillen, die scheinbar jegliches Licht verschluckten, machten diese Fantasie nicht weniger albern. Allerdings wirkten diese Augen alles andere als unsympathisch, hatte die Genin doch ein gewisses Faible für die Dunkelheit. Trotzdem. Am liebsten würde sie den Rotschopf kommentarlos vom Seil kicken, das Ding bloß zu durchtrennen schien ihr zu harmlos. Sie starrte eindringlich zurück und wunderte sich schon bald darüber, dass er den Augenkontakt nicht unterbrach. Das war doch sonst so üblich. Als der junge Mann das Schweigen nach einigen Momenten schließlich unterbrach, schossen die Augenbrauen Juns in die Höhe, denn mit so einer einfachen und gleichzeitig komplizierten Frage hatte sie nicht gerechnet. Lässig stemmte sie eine Hand in die Hüfte und steckte das Messer weg. Vorerst.

"Ich bin unzählige Sinneseindrücke, ein konstanter Gedankenstrang. Generell wäre ich gerne mehr, manchmal weniger. Ich bin das Produkt der Dinge, die ich mir einrede. Das funktioniert oft. Oft nicht. Ich bin ein Mensch des weiblichen Geschlechts, und mich stören diese verdammten Seile einfach. Und wer bist du, mit den hübschen, schwarzen Augen?" Jun zeigte bestimmt auf seinen Schopf. "Schwarze Haare wären übrigens passender, wenn du angsteinflößend auf Mädchen wirken willst. Oder geheimnisvoll. Oder cool." Sie tippte sich mit einem Zeigefinger an das Kinn und dachte nach, dabei ließ sie langsam den Blick prüfend über seinen restlichen Körper wandern. Zwar unterbrach Jun den Blickkontakt, aber nicht, weil sie musste oder eingeschüchtert war, sondern aus zunehmender Interesse. Endlich mal jemand, der nicht gleich den Schwanz einzog und stammelnd die Flucht ergriff, sobald man sich nur aus Versehen oder bewusst in ihre Nähe begab. Ob aus Dummheit, oder schlicht Unwissen sei dahingestellt. "Die Farbe deiner Kleidung lässt auch zu wünschen übrig, wenn du eine erfolgreiche Show abziehen willst. Oder ein Mädchen. Oder wen auch immer, findest du nicht?" Jun nahm den nächsten Baumstamm in Beschlag, indem sie den befüllten Pilzkorb behutsam daneben stellte und sich dann mit verschränkten Armen dagegen lehnte. Irgendwie hatte sie das Gefühl, dass die Konversation länger dauern könnte. Die Gesichtszüge verhärteten plötzlich und nahmen einen angriffslustigen Ausdruck an, als sie dem Rotschopf abermals entschlossen entgegenblickte. "Okay, Spaß mal beiseite. Was willst du? Schickt dich irgendein Schwächling, den ich irgendwann mal windelweich prügelte? Bist du mein beschissener Untergang, den man mir versprochen hatte?" Als wäre der Typ nur zufällig um diese unmenschliche Uhrzeit in diesem Wald, und traf auch nur rein zufällig auf die Ikari, ja ne, war so klar.
 
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Hayabusa Ray

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Neugierig registrierter der Hayabusa, dass die Augenbrauen des Mädchen in die Höhe schossen, als er ihr seine Frage gestellt hatte. War sie erstaunt? So ungewöhnlich war die Frage nun auch wieder nicht, es sei denn man betrachtete sie auf einer tieferen, metaphysischen Ebene, so wie sein Vater es manchmal machte, wenn er melancholisch in die Weite blickte und sich ganz einfache und doch so komplexe Fragen stellte, wie eben 'Wer bin ich?'. Jeder normale Mensch würde mit seinem Namen oder Beruf antworten, aber die Antwort, die nun aus dem Mund des Mädchen kam war so genial, dass Ray nicht anders konnte als in ein ehrliches und offenherziges Lachen auszubrechen. Es war nicht das gehässige Lachen, dass der Tollpatsch von seinen Peinigern hören musste oder das hämische Kichern eines gemeinen Schurken. Nein dieses Lachen war offen, voller Freude und wahrscheinlich ziemlich ansteckend. Mit solch einer Antwort hatte er definitiv nicht gerechnet. "Wow, das ist so ziemlich die genialste Antwort, die ich bisher auf diese Frage bekommen habe." erwiderte er immer noch breit grinsend. "Das Produkt der Dinge, die ich mir einrede. Das ist tiefsinnig." wie zur Bestätigung nickte er und musterte das Mädchen erneut, ehe er auf ihre Frage antwortete. Selbstbewusst, lässig und entschlossen stand sie da, aber die Antwort, die passte nicht so recht zum Auftreten, wobei ... irgendwie doch. Ray legte den Kopf schief. Das Mädchen war interessant und zwar im allerbesten Sinn dieses Wortes. Und noch bevor er zu einer Erwiderung auf ihre 'Wer bist du Frage' antworten konnte, redete die Philosophin gleich weiter und machte ihm gleich mal einige modische Vorschläge zu Frisur und Kleidung, ehe sie sich mit verschränkten Armen gegen den nächsten Baumstamm lehnte. Ray musste erneut grinsen. //Die sagte, was ihr durch den Kopf geht. Gefällt mir deutlich besser als das Geschwätz von diesen reichen Leuten, die immer das eine sagten und das andere meinen.// schoß es ihm durch den Kopf.
"Ich bin ein Jäger, wild und manchmal etwas unberechenbar, ein Philosoph mal tiefsinng und manchmal eher nicht und..." er machte eine kurze Pause, als ob er sich nicht sicher war, ob er das Wort wirklich aussprechen wollen würde, dann nickte er wie zur Bekräftigung und fixierte die Schwarzhaarige erneut. "ein Träumer." //Ja, ich bin in der Tat ein Träumer.// Er hatte diesen Gedanken nie für sich selbst so ausgesprochen, aber jetzt wo er ihn hin und her bewegte, realisierte er, dass die Bezeichnung doch ziemlich gut auf sein Wesen passte. Er träumte vom Fliegen und diesen Traum würde er definitiv umsetzen. "Vielleicht sollte ich das tun. Bei die sieht die Kombination von Schwarz und rot jedenfalls ziemlich gut aus." Ein weiteres Mal glitt der Blick über die Haare des Mädchens. Er hatte persönlich nie daran gedacht die Haare zu färben. "Und was meine Kleidung angeht, ich nehme an, da fehlt das Schwarz?" Spitzbübisch grinste er zurück, keineswegs beleidigt von der Offenheit. Zwar hatte es ihm noch nie jemand gesagt, aber bisher hatte er auch noch nie einen zweiten Gedanken über seine Garderobe gemacht. Vielleicht sollte er das Mädchen um Beratung fragen. Ihr Outfit wirkte ziemlich zielsicher ausgewählt, jedenfalls soweit das ungeschulte Auge des Hayabusa es beurteilen konnte.

Jetzt aber schien es ernst zu werden, denn die Gesichtszüge des Mädchen verhärteten sich und als ob sein Körper darauf reagierte, wurde auch die Haltung des Hayabusa wieder angriffslustiger. Forderte das Mädchen ihn heraus? Das wurde ja immer besser. Sie schien sich nicht im Geringsten von ihm einschüchtern zu lassen und ihr Blick war seinem noch kein einziges Mal ausgewichen, das war beeindruckend. //Was willst du? Das ist auch so eine metaphysische Frage, die man beim Sterne gucken beantworten kann.// grinste Ray in sich hinein, als die Ikari nun den Spieß umdrehte und ihn fragte, ob er ihr beschissener Untergang sei. Das Grinsen des Hayabusa wurde noch ein wenig breiter und nahm wölfische Züge an, als ob er mit seiner Mimik aussagen wollte: 'Ganz richtig geraten.' Doch wie sie schon bewiesen hatte, ließ die Ikari sich davon nicht unterordnen. Ganz bewusst wartete er mit seiner Antwort und versuchte die Mimik, Gestik und Augen der Schwarzhaarigen zu lesen.
"Komm mit, dann verrate ich es dir." erwiderte er und ließ dabei bewusst offen, auf welche Frage das die Antwort war. Dann drehte er sich auf dem Seil. "Achja und lass die Seile bitte an Ort und Stelle. Die haben ihren Sinn und Zweck." fügte er noch hinzu und sprang im nächsten Moment blitzschnell in dieselbe Richtung aus die er gekommen war. Würde sie ihm folgen? Das Mädchen hatte etwas faszinierendes an sich, etwas kämpferisch und jetzt wollte Ray herausfinden, was sie auf dem Kasten hatte. Im Grunde konnte sie sich geehrt fühlen, bisher hatte er noch niemandem seinen Trainingsplatz hier gezeigt. Andererseits da es für ihn kein geheimer Trainingsplatz war, war es ihm auch wieder nicht so wichtig, ob sie den Platz sah oder nicht. Viel wichtiger war doch, was sie eigentlich zu sehen bekommen würde, wenn sie die halbkreisförmige Lichtung betrat.

Erstmal würde sie einen wunderbaren Ausblick auf die Wolken haben, sobald sie aus den Büschen trat und als zweites ein wahres Netz von verschiedenen Seilen, die kreuz und quer über die halbkreisförmige Lichtung gespannt waren. Manche waren miteinander verbunden, an anderen waren Schlaufen angebracht, als ob es sich um einen Hangelparcour handelte und weitere waren miteinander scheinbar planlos verbunden. Es war wild, undurchschaubar und in den Augen des Hayabusas das perfekte Trainingsgelände. Immerhin legte er jede Menge Wert auf Geschicklichkeit, Akrobatik und Mobilität und was war da ein besseres Training, als sich mit Höchstgeschwindigkeit zwischen diesen Seilen hin und her zu bewegen. Aber an manchen Stellen auf der Lichtung waren auch ein paar tiefe Dellen zu sehen, Zeugnisse von dem ein oder anderen heftigen Sturz. Sein Buch über Chakrakontrolle lag immer noch aufgeschlagen unter dem Baum, wo er bis vor wenigen Minuten noch gesessen hatte. Achja und Ray würde sie auch sehen, denn der saß in etwa 2m Höhe mitten auf einem Seil, ließ die Beine baumeln und blickte frech hinunter. "Lust auf eine Herausforderung? Dann brauchen wir aber auch einen Wetteinsatz." tönte es selbstbewusst von oben herunter. Immerhin war eine Herausforderung doch gleich doppelt so spannend, wenn etwas auf dem Spiel stand. "Irgendwelche Vorschläge diesbezüglich?"
 

Ikari Jun

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Die Augen Juns formten sich forschend zu Mandeln, während sie den Rotschopf musterte und versuchte herauszufinden, was in dessen Kopf vor sich ging, als er plötzlich loslachte. Seine Haltung und Mimik zeigten dabei keine Gehässigkeit, scheinbar amüsierte ihn Juns Antwort und die darauffolgenden Worte wirklich sehr. Seine Reaktion überraschte die Ikari kaum, hatte er natürlich wie jeder andere Mensch, etwas anderes von der jungen Frau erwartet. Die Muskeln entspannten wieder, denn wenn sie mit ihren Ausführungen ins Schwarze getroffen hätte, würde er vermutlich entweder wie ein Angsthase flüchten, oder ohne ein weiteres Wort angreifen, um sein peinliches Vorhaben zu übertünchen. Jun ging also davon aus, dass der Rotschopf nichts dergleichen auf dem Plan stehen hatte und sie nur zufällig aufsuchte. Als sein Lachen schließlich verebbte und er sie weiterhin angrinste, ignorierte Jun zunächst sein nächstes Geschwafel und ihre goldenen Augen huschten wieder zum Seil, auf dem er balancierend hockte. Nein, sein Auftauchen war kein Zufall. Theatralisch seufzend bückte sie sich zum Korb mit Pilzen und hängte ihn an den Unterarm. Hätte sie doch bloß das Seil ignoriert. Unter anderen Umständen hätte ihr das Aufeinandertreffen mit einem Unbekannten wahrscheinlich zugesagt, aber die Gesundheit der Pilze ... Ach, Mann. Jun verdrehte die Augen, als er dann doch seinen scheinbar verkorksten Geist vor ihr zur Schau stellte, denn ernsthafte Philosophen interessierten die junge Frau nicht. Den Sinn des Lebens suchen und jede Kleinigkeit hinterfragen - laaaaangweilig und führte zu nichts. Er war zwar kein Perverser, aber wohl anders nervig. Sie machte mit ihrer Antwort doch bloß Spaß, weil er die Frage nach ihrem Namen unnötig verschachtelt stellte, und wieso sollte sie ihn einem Dahergelaufenen einfach so verraten? Jun vollführte eine ungeduldige Geste, als Pause eintrat. "Komm' zum Punkt.", maulte sie dem Rotschopf entgegen, als er dann mit 'Träumer' das Gelaber vorerst abschloss. Erneutes Stöhnen. "Okay, wie schön für dich. Und woran leidest du sonst noch?" Deutliches Desinteresse schwang nun in der Stimme mit, sie wartete nicht und winkte ab. Natürlich war die Frage nicht ernst gemeint. Jun entfernte sich vom Baumstamm, lief ein paar Schritte in die Richtung, aus der sie gekommen war und machte keine Anstalten anzuhalten und sich weiter mit dem jungen Mann zu befassen. Die Bemerkungen über sein Äußeres ignorierte Jun völlig, auch die waren bloß zur Provokation des vermeintlich Perversen gedacht. Gegen eine Tracht Prügel hatt sie nichts auszusetzen, aber auf eine freundliche Labertasche hatte sie keine Lust. Eigentlich gar nicht. Eigentlich nie.

Und dennoch blieb sie an Ort und Stelle, und legte genervt den Kopf in den Nacken, als er meinte, sie solle ihm folgen, wenn sie wissen wollte, was er im Wald trieb. War das nun ein manipulativer Kerl, der auf psychischer Basis agierte? Vielleicht war er doch ein Perverser, der armen Mädchen auflauerte! Jun zog die Stirn kraus. Wenn das so sein sollte, musste die Ikari die Mädchen natürlich befreien, sie würde ihm sicherlich nicht aus reiner Neugier folgen, nein. Während Jun herumdrehte, hörte sie ein deutliches Rascheln zwischen den Blättern und musste dann feststellen, dass er bereits verschwunden war. Oh, gut, beide handelten ohne Widerrede, das war eine Eigenschaft, die Jun schätzte. Die Ikari spähte vage in die Richtung, aus der sie zuvor den Schatten kurz kommen sah, bevor der Kerl vor ihr auftauchte. Sie schritt zum Seil zurück und zupfte noch einmal daran, ehe sie ihm irgendwie folgte, SO schnell war die standhafte Kämpferin nämlich leider nicht. Jun sprintete in ihrer eigenen Schnelligkeit hinterher, beziehungsweise geradeaus, er würde schon auf sich aufmerksam machen. Binnen weniger Sekunden erfreute Jun sich an dem Parkour durch den natürlichen Raum, während sie hier und da über Wurzeln, ganzen Büschen und auch vereinzelten Felsen sprang und ihnen auswich. Sie blieb am Boden und nahm lieber Umwege auf sich, um jeden Fitzel Bewegung mitzunehmen. Als sie schließlich ein weiteres Feld betrat, wo lange Gräser die Oberhand hatten, kniff sie zunächst die Augen ob der grellen Sonne zusammen und besah sich dann den blauen Himmel, der gelegentlich wunderschöne Wattewolken zeigte. Daraufhin manifestierten sich Schnitte, die das Blau zerteilten. Nein, weitere Seile. Eine ganze Menge davon waren kreuz und quer gespannt. Jun machte kampfbereit ein paar Schritte zurück, ruckte mit dem Kopf nach oben, als sie wieder seine Stimme wahrnahm. Die Frage nach einer Herausforderung verwirrte sie, das konnte man deutlich sehen. Schließlich schnaubte sie belustigt, weil sie sich selbst erneut auf den Leim ging. Heute war sie wohl besonders wahnhaft unterwegs. Mit einem Schulterzucken, das eigentlich eine Antwort beginnen sollte, stellte Jun fest, dass sie ihren Korb samt Inhalt verloren hatte. "Verdammte Scheiße.", knurrte sie ihren leeren Händen entgegen und fuhr sich dann mit einer Hand einmal energisch durch den Pony. Schließlich stierten die goldenen Augen böse zum Rotschopf, so, als könnte er was für ihre Unaufmerksamkeit. "Als ob du nicht ganz genau wüsstest, wie die Herausforderung aussehen soll. Frag' nicht so unnötig, erzähl' schon.", fauchte die Ikari.
 
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