Inmitten der Gewitterfelder

Dieses Thema im Forum "Gewitterfelder" wurde erstellt von Hasekura Chinatsu, 14. Juli 2019.

  1. Hasekura Chinatsu

    Hasekura Chinatsu Genin

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    Okay, okay. Also eines stand fest: Chinatsu war ja wohl die beste Motivatorin (gab es das Wort?), die man sich nur vorstellen konnte. Sie konnte förmlich spüren, wie die Energie in Yui und Raku ankam, direkt nachdem sie deren Hände angefasst und gedrückt hatte. Das beste Team! Jaha, da konnten sich die anderen Gruppen gerne eine Schreibe von Abschneiden. Die Weißhaarige war so stolz auf sich und zufrieden mit ihren Worten an das Team, dass sie – wie so oft – die schlechte Laune des Manako gar nicht bemerkte. Die Kommunikation der beiden war… verbesserungswürdig, um es nett auszudrücken. Und der arme Yuichiro stand zwischen den Stühlen, musste irgendwie ein Vermittler sein. Tja… aber er machte den Job bisher sehr gut! Das konnte durchaus mal erwähnt werden! Während sie sich auf den Weg Richtung Gewitterfelder machten, erklärte Raku, dass er Spuren lesen könnte. Hätten die Gefangenen Spuren hinterlassen, würde er sie aufspüren können. Das war doch ein Anfang! Die gelben Äuglein wechselten auf den Takegatama, der an das Spuren lesen leider nicht herankam – er konnte ihnen aber immerhin die Himmelsrichtung nennen. Chinatsu wusste zwar auf Anhieb nicht so recht, wie sie diese Fähigkeit bei der Suche nach den Gefangenen nutzen könnten, aber sie versuchte dennoch, die Information irgendwo im Hinterkopf zu behalten. Vielleicht würde sich ja noch eine Situation ergeben, wo es ganz praktisch wäre.

    Und dann, irgendwann, wurde die Gegend hügeliger, weniger vom Menschen erschlossen. Die Genin erklommen einen Berg und Chinatsu musste sich ziemlich anstrengen, um auf dem kieseligen Steinpfad nicht auszurutschen. Ein unheilvolles Grollen offenbarte, dass sie auf dem richtigen Weg waren… die Hasekura kannte diesen Ort. Als sie den Kopf in den Nacken legte und nach oben sah, erkannte sie die dunklen Gewitterwolken, die sich in einiger Entfernung am Himmel formierten. Und die Lichter, die inmitten der Wolken herumspielten und so aus der Entfernung betrachtet eigentlich ganz schön aussahen. Doch auch Chinatsu wusste, dass diese Lichter nicht nur schön, sondern vor allen Dingen verdammt gefährlich waren. So ein Blitz konnte einen schnell töten… wenn man nicht aufpasste. „Ich könnte mir vorstellen, dass sie darauf hoffen, ihre Verfolger abzuschütteln. Oder dass die Verfolger vom Blitz getroffen werden“, antwortete Chinatsu dann, sogar recht ernst. Sie grinste, als sie den Blick von Yui und Raku suchte. „Also uns. Um genau zu sein.“ Dann tippte sich das Mädchen nachdenklich ans Kinn. „Naja, außerdem liegt hinter den Gewitterfeldern die Landesgrenze. Ich denke, wenn sie dort durch sind, wird es ziemlich schwer, sie wiederzufinden.“ Das waren natürlich alles nur Vermutungen, aber grundsätzlich war es schon möglich, dass das die Beweggründe der Gefangenen gewesen waren. „Das wird auf jeden Fall ziemlich spannend! Ich bin als Kind manchmal zu den Gewitterfeldern gelaufen, aber hab mich nie getraut, wirklich reinzugehen. Ist für mich heute also auch mein erstes Mal.“ Bei den Worten erstes Mal musste Chinatsu verheißungsvoll kichern. Teenager eben. Naja… egal. Weiter im Text. Sie stimmte Yui zu, dass sie sich beeilen sollten und so erklommen die Ninja die letzten Höhenmeter, bevor sie an der Spitze angekommen waren. Chinatsu bedeutete ihren Kollegen, stehen zu bleiben und hinter den Felsen, vor denen sie derzeit standen, zu warten. Vor den Genin erstreckte sich ein riesiges, endlos aussehendes Feld voller Geröll, kleineren Hügeln und einzelnem Gestrüpp. Unverkennbar waren die Gewitterwolken, die sich direkt über dem Feld ebenso endlos weit formiert hatten und ihrem Ruf alle Ehre machten, indem sie ein dauerhaftes Grollen tief aus ihrem Inneren hören ließen. So als würden sie nur auf ein Ziel warten, das sie abschießen könnten. Chinatsu formte ein paar Fingerzeichen. „Kami: Hinko no Kemono“ Von ihrem Körper lösten sich Papierblätter, die sich sofort in kleine Fliegen verformten und in alle möglichen Richtungen los flogen. Sie schloss die Augen, konzentrierte sich und schwieg. Wie das wohl für Yuichiro und Raku wirken musste? Die sonst so viel plappernde Teamleiterin, plötzlich ganz still und konzentriert? Ungewohnter Anblick, mit Sicherheit. Es verging ein wenig Zeit, dann riss die Kunoichi die Augen auf. „Da liegt ein Toter.“ Sie sah in die Richtung, in die eine der Fliegen geflogen war. Gar nicht allzu weit von ihnen entfernt, hinter ein paar Sträuchern, flog eine der Fliegen auffällige Kreise – nur erkennbar, wenn man ganz genau hinsah. Die erste Spur für Raku?
     
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  2. Manako Raku

    Manako Raku Genin

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    Raku hätte von sich noch nicht einmal zwingend behauptet dass er schlechte Laune hatte - es war eher so, dass er überhaupt nicht mit der Situation umgehen konnte. Das Beste war noch dass sie draußen unterwegs waren und auch das unwegsame Gelände und das Gewitter schreckten ihn nur bedingt. Viel mehr fand er es erschreckend (mal wieder) mit wie wenig Reflektion Chinatsu ihre Führungstätigkeit ausübte und wie locker-flockig Yuichiro darauf reagierte. Naja. Wäre der Stock im Hintern des Manako nur ein wenig flexibler, er hätte wohl sowas wie 'Sucht euch doch ein Zimmer' gesagt. Aber auf die Idee kam er nicht einmal im Nachhinein, insofern machte es wohl auch keinen Unterschied mehr. "Hm", brummte er und fand Chinatsus Erklärung überhaupt nicht naheliegend. Das Einzige, was logisch klang, war die Sache mit der Landesgrenze. Aber es war in dieser Gegend doch bestimmt einfach nur ein Glücksspiel, ob man vom Blitz getroffen wurde oder nicht - vermutete er. Wohl kaum konnten das nicht-Ninja kontrollieren. Das Gewitter im Himmel beschrieb ganz gut sein Gemüt, denn es blitzte und donnerte um seinen Schädel herum als Chinatsu mit dem 'Ersten Mal' kam. War das ihre erste Reaktion? Es ging hier um Schwerstverbrecher und eine gefährliche Landschaft. Von ihm aus konnte sie so viele erste Male erleben wie sie wollte, aber bitte nicht mit ihm. Er hätte ein wenig Erfahrung deutlich angenehmer gefunden. Immerhin brauchte er klare Ansagen, Raku war eben eher ein Macher, kein Stratege. Höchstens im Mikro, nicht im Makro.

    Kurze Zeit später hatten sie endlich die Ebene erreicht und das Auge des Manako bewegte sich schnell hin und her, während er versuchte, alle Details aufzunehmen. Ohne Verzögerung versuchte er sich ein paar Punkte einzuprägen, an denen er sich orientieren konnte, scannte die Spitzen und das Geröll ab, warf einen kurzen Blick in den Himmel. Dann öffnete er seinen Blick und fixierte sich nicht auf etwas bestimmtes, sondern versuchte sein Blickfeld ein wenig... zu weiten und nur auf Bewegungen zu achten. Aber die paar Bewegungen die er registrierte waren gleichmäßiger Art - ein paar sich im Wind wiegende Sträucher und Büsche. Während sich der Hellhaarige noch damit beschäftigte die Eindrücke zu verarbeiten machte Chinatsu ausnahmsweise mal etwas nützliches und erschaffte wieder mal ihre Papierfreunde. Immerhin stellte sie Yuichiro und ihm nicht erstmal die ganzen Fliegen einzelnd vor. Raku hatte mittlerweile gelernt, so etwas nicht noch einmal laut zu sagen, denn sonst würde die Weißhaarige das sofort als Anlass nehmen, eben das zu tun. Missmutig sah er in ihr Gesicht, welches - im Gegensatz zu 99% der Restzeit - konzentriert aussah. Wow. Sie machte was. Kurz darauf aber strafte ihn seine Skepsis Lügen, als Chinatsu wirklich etwas gefunden zu haben schien. Raku blinzelte verwirrt und brauchte einen Moment, um das zu verarbeiten - sah dann in die Richtung, in die die Kumo-nin zeigte. "Ein... Toter?" Er schien etwas zurückhaltend und war das auch - seit der Mission in Suna war er sehr, sehr vorsichtig was dieses Thema anging. Er fiel regelmäßig in ein sprichwörtliches Loch, wenn er sich Gedanken zum Tod machte, vor allen Dingen den Tod, den er gebracht hatte. Aber auch ganz generell. Es gefiel ihm nicht wie die beiden Teamkameraden ihn ansahen - so als wollten sie sagen, er sollte doch bitte etwas mit dieser Information anfangen (sei mal dahingestellt, ob die es wirklich machten). Er verzog das Gesicht und folgte dem Wink von Chinatsu, konnte die Fliegen erst nicht erkennen - doch nachdem er wieder seinen Blickwinkel ein wenig geändert hatte, klappte auch das. Der Bogenschütze umging die Sträucher und sah den Toten erst nach einem Moment. Ja, der war wahrscheinlich wirklich tot. Wilde Tiere schienen sich schon Teile seines Körpers geholt zu haben und so war da nicht mehr alles hundertprozentig identifizierbar. Wie lange er tot war? Schwierig zu sagen, Raku hätte ihn anfassen müssen um das herauszufinden. Das wollte er aber nicht. Wahrscheinlich hätte er 'früher' kein Problem damit gehabt, aber im Moment war das einfach... nur eine Vorstellung, die gar nicht ging. "Yuichiro", sagte er deshalb und deutete auf den Toten. "Untersuch' den Typen mal. Ist das einer unserer Gesuchten?" Kurz schwieg er, dann trat er ein wenig zur Seite und sah weg. "Wenn du mir ein paar Informationen geben kannst dann kann ich vielleicht auch sagen, wie lange er schon tot ist. Ist er kalt?" Der Manako ging ein wenig herum und schien nach Spuren zu suchen. "Ich sehe mich um ob ich hier noch was anderes finden kann..." Tatsächlich war das - wer hätte das gedacht - gar nicht sein erstes Ziel, sondern er wollte nur von der Leiche weg. Auch der Mann da hatte mal eine Flamme des Lebens in sich getragen. Doch die war verloschen. "Hast du sonst noch was gesehen?", fragte er Chinatsu und untersuchte den Boden. Ob es hier auch regnete? Oder blitzte es nur? Blut sah er jetzt keines direkt... "Wie erkennen wir eigentlich die Insassen?"
     
  3. Takegatama Yuichiro

    Takegatama Yuichiro Genin

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    Es war manchmal echt nicht einfach, zwischen “zwei Parteien” zu stehen und dafür sorgen zu wollen, dass die beiden gut miteinander klarkommen. Nicht, dass jemand von ihnen noch irgendwann mental zusammenbricht. Wobei, bei Natsu dürfte das, laut Yuis Einschätzung, kein Problem sein. Sie hatte so viel Elan und Energie, wenn es jemanden gab, der bis zum Ende eine einigermaßen positive Stimmung behielt, dann wohl sie. Ob das jetzt gut oder schlecht sei, war jetzt mal dahingestellt. Raku hingegen war das genaue Gegenteil. Seine Stimmung war nicht die Beste, er redete anscheinend nur so viel, wie es nötig war und...naja, mehr brauchte man da nicht zu sagen. Ehrlich gesagt fand Yui es schon irgendwie ganz spannend, die beiden einfach nur ein wenig zu beobachten und machen zu lassen. Aber gleichzeitig hatte er das Gefühl, für einen von beiden würde es stark auf die geistige Verfassung gehen. Raku hatte ihm gegenüber mal erwähnt, dass er nicht unbedingt gut mit Natsu klar kommt, was Yui damals irgendwie nicht verstanden hatte. Aber so langsam schien sich zumindest ein Bild von dem abzuzeichnen, was er damals meinte. Oder der Manako war mit dem falschen Fuß aufgestanden, wer weiß.

    “Dann sind sie aber auch das Risiko eingegangen, selbst vom Blitz getroffen zu werden. Wobei, sie hatten wahrscheinlich nichts zu verlieren.” Zumindest war das Yuichiros erste Idee, wieso sie ausgerechnet hierher gelaufen sind. Natürlich war es gefährlicher für ihre Verfolger, diesen Weg zu gehen. Aber es war genau so gefährlich für die Verfolgten, wenn sie keine Mittel hatten, sich zu schützen. Oder hatten sie vielleicht sowas? Naja, die Gruppe erklomm erstmal die letzten Meter, bis sie letztendlich oben auf den Gewitterfeldern standen. Ein echt...trostloser Anblick. Das war ein reines Ödland, hier und da ein paar Grasbüschel aber im großen und ganzen gab es hier nichts außer Boden und Steine. Yui konnte hier nichts außergewöhnliches erkennen, er überließ den anderen beiden mal das Scannen des Gebiets. Natsu machte es auch gleich vor und suchte das Gebiet mithilfe von Papierfliegen ab. Nützlich. Und der Anblick war etwas neues, sie sah so ernst und konzentriert aus. Bei ihren nächsten Worten staunte der Takegatama nicht schlecht. Ein Toter? Also...er hatte sich schon vorgestellt, dass es vielleicht dazu kommen könnte, dass sie sowas finden aber...irgendwie bereitet es ihm doch ein wenig unbehagen. Und der Anblick der Leiche machte es auch nicht gerade besser. Ehrlich gesagt war das das erste Mal (hier ein Kichern von Chinatsu einfügen), dass Yuichiro eine Leiche sah. Naja, technisch gesehen das zweite Mal, damals im Sumpf gab es da noch eine, aber die war so stark vom Matsch überzogen, dass man dort nichts genaueres sehen konnte. Jetzt allerdings...sah man alles. Die weit aufgerissenen Augen, die offenen Stellen, an denen sich anscheinend schon Tiere vergangen haben, alles. Neben der, nicht zu bestreitenden, Neugier kam in Yui auch ein breites Gefühl des Unbehagens hervor. Er sollte sich diesem toten Menschen annehmen und ihn...untersuchen? Aber wie genau? Einige Momente vergingen, in denen der Takegatama das entstellte Ding nur ansah, bevor er sich zu ihm hinunter beugte und...Sachen tat. Zuallererst fasste er ihn an um zu sehen, ob er kalt war. “Ich würde sagen...lauwarm? Fühlt sich nicht warm an, komplett kalt aber auch nicht.”, richtete er an seine Kameraden, hauptsächlich an Raku, da er danach gefragt hatte. Was konnte er noch tun? Ah ja, es gab da noch was! Yui überprüfte, zumindest mit seinem Laienwissen, ob die Totenstarre schon eingesetzt hatte. Dabei bewegte er einfach mal ein wenig die verschiedenen Körperteile, ohne zu wissen, ob er es richtig machte. “Lässt sich noch bewegen...so einigermaßen.” Nachdem er die Leiche noch, mehr oder weniger, auf Hab und Gut untersuchte, stand Yui wieder auf und richtete seinen Blick an Raku. “Viel hatte er nicht bei sich. Haben wir irgendwelche Hinweise darauf bekommen, wie die Insassen aussehen? Ansonsten können wir erstmal nur darauf spekulieren, dass es einer von ihnen ist. Aber wieso ist er tot?”
     
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  4. Hasekura Chinatsu

    Hasekura Chinatsu Genin

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    Chinatsu blieb unweit ihrer beiden Teammitglieder stehen, verschränkte die Arme vor der Brust und beobachtete, wie Yuichiro und Raku damit begannen, den namenlosen Toten auf dem Boden zu untersuchen. Naja, eigentlich untersuchte nur Yuichiro, während der Manako ihm kurz die Anweisung dazu gegeben hatte. Wäre die Hasekura minimal empathischer gewesen, hätte sie vielleicht eine Vorstellung davon gehabt, warum sich Raku so auffällig verhielt. So nahm sie zwar mit einer gewissen Neugier zur Kenntnis, dass der Hellhaarige sich scheinbar davor scheute, den toten Körper zu berühren, wusste aber nicht, warum das so war. Es hatte auf sie eigentlich nicht den Anschein gemacht, als würde sich Raku viel um Leben und Tod scheren, eher als würde er seinen Job als Ninja über alles stellen – oder hatte sie da vielleicht einen falschen Eindruck gehabt? Bei Chinatsu gut möglich. Sie nahm sich vor, Raku beizeiten nochmal auf die Situation anzusprechen, einfach um ihre Neugier zu stillen. Für den Moment jedoch beließ es das Mädchen dabei, linste nur gelegentlich zu den dunklen Gewitterwolken, die sich unweit des Teams unheilvoll am Himmel aufblähten. Sie ging davon aus, dass sie in diesem Gewitter noch mehr Tote finden würden... es gab einen guten Grund, warum hier für gewöhnlich keine Menschen unterwegs waren. Die, die sich freiwillig zu den Gewitterfeldern begaben, waren entweder hochrangige Ninja bei intensivem Training oder lebensmüde Adrenalinjunkies, die selten mit dem Leben davonkamen...

    „Das da…“ Chinatsu deutete auf den Toten, direkt nachdem Yuichiro geendet hatte. „… ist die Gefangenenkluft, die jeder Insasse eines Gefängnisses in Kumogakure trägt.“ Tatsächlich konnte man trotz des teilweise entstellten Körpers, der zerrissenen Kleidung und dem Dreck eine senffarbene, sehr dünne Jacke mit einer Hose in gleicher Farbe erkennen. Dazu sehr dünne Sandalen, die nicht sonderlich bequem wirkten. Einen langen Marsch hätte Chinatsu in solchem Schuhwerk nicht zurücklegen wollen. „Ein paar Bekannte meiner Mum waren im Gefängnis, die hatten das auch immer an.“ Die Weißhaarige grinste, löste die Verschränkung ihrer Arme und trat ein Stückchen näher. „Ich gehe davon aus, dass die anderen Insassen genau die gleichen Klamotten tragen werden.“ Als sie neben Yuichiro zum Stehen kam, kratzte sich die 16-Jährige nachdenklich am Kinn, grummelte leise. „Die Armen, in so nem Outfit würde ich mich ja niemals freiwillig in der Öffentlichkeit zeigen“, fasste sie ihre Überlegungen zusammen – senffarben war aber auch nicht unbedingt die Trendfarbe dieses Jahres. „Er sieht nicht so aus, als wäre er vom Blitz getroffen worden.“ Als Yuichiro fragte, warum der Insasse tot war, überbrückte Chinatsu auch noch den letzten Meter zwischen ihr und der Leiche. Er lag auf dem Bauch, den Kopf seitlich weggedreht. Die Augen weit aufgerissen blickten irgendwo in die Ferne. Kein Blut. Keine Verbrennungen. Was blieben für Todesursachen übrig? Ohne Zurückhaltung – oder einen gewissen Respekt – stieß die Hasekura den Leichnam mit dem Fuß an, damit er sich drehte und schließlich auf dem Rücken lag. „Er wurde gewürgt.“ Durch die neue Position wurde der Blick auf die Kehle des Mannes freigegeben, an dem tiefrote Würgemahle zu erkennen waren. „Meine Güte, das ist ja wie in den Fernsehserien, die Kenshin manchmal guckt.“ Chinatsu fand das ziemlich amüsant, fast als wäre sie selbst eine Kommissarin im Einsatz. „Wer auch immer es war, muss mit sehr viel Kraft zugezogen haben“, sie nickte und zitierte damit wortgetreu eine Schauspielerin der besagten Sendung - das Mädchen kicherte innerlich bei dieser Erkenntnis. „Vielleicht haben die sich ja gestritten oder so…“

    Wenn Raku auf seiner Pirsch in der Umgebung und mit den neuen Informationen zu der Insassen-Kleidung aufmerksam war, könnte er vielleicht etwa hundert Meter entfernt, versteckt in einem der Büsche, eine zierliche, senffarbene Gestalt erkennen. Wenn nicht… dann würde diese Gestalt in den nächsten Augenblicken mit Sicherheit die Flucht ergreifen.
     
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  5. Manako Raku

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    Lauwarm!? So einigermaßen?! Raku war einfach nur baff von diesen Beschreibungen. Redeten sie hier über einen Toten oder über das Abwaschwasser, was nochmal neu eingelassen werden sollte? Der junge Mann hätte die Arme in die Luft geworfen, wenn er denn seine Emotionen so offen hätte zeigen können - so aber schaute er nur einmal kurz ein bisschen fassungslos, dann streunte er weiter herum. Er war selbst kein ausgemachter Experte in der Leichenschau, und doch vermutete er das Yuichiro sich da noch weniger auskannte. Aber was er sich ja auch selbst eingestehen musste war, dass er selbst maximal nutzlos war gerade, denn er suchte ja nicht wirklich nach Spuren, nur nach einer Ausrede warum er den Toten nicht auch noch begutachten musste. Diesen widerlichen Makel, der sich in sein Leben geschlichen hatte, durfte nie jemand wahrnehmen - erst recht nicht seine Familie. "Gefangenenkluft", brummte er nachdenklich und sah zu seiner Teamleitung. Chinatsu kannte sich damit also auch? "Ein paar... Bekannte deiner Mutter?" Das Mädel war also nicht nur gestört, sondern hatte auch noch kriminelle Freunde? Fantastisch. Es war ja nicht so als wäre der Jäger nicht schon so von ihrer Anwesenheit abgelenkt und befremdet genug gewesen. Das war nur eine weitere Zwiebelschale, die sich über den Rest legte. Kein Problem. Wann würde er wohl bei der äußeren Haut ankommen? Die viel wichtigere Frage war doch: Wieso wusste Chinatsu das? Wie oft war sie selbst schon in Kumo-Gefängnissen gewesen, und wenn auch nur als Besucher? Eine seltsame Vorstellung, fand er. Naja. Nicht, dass es ihn wirklich noch wunderte. "Dafür ist es auch nicht da", warf Raku von der Seite spitz ein. "Es ist schließlich das Outfit von Insassen." Es war vielleicht ein wenig schnippisch, aber der Hellhaare tanzte irgendwie schon wieder auf der seltsamen Rasierklinge, auf der er sich in letzter Zeit öfter wiederfand... auf der seines Verstandes.

    Aber es half ihm. Nachdem er Chinatsu so ordentlich einen hatte reindrücken können (wie auch immer man das nun verstand) traute er sich wieder ein wenig näher, sah dann bewusst nur auf die Stelle, auf die sie aufmerksam gemacht hatte. "Gewürgt", brummte der junge Mann nachdenklich und runzelte die Stirn. "Hm. Und was kommt da immer raus, bei diesen Sendungen?" Vielleicht war ihr unnützes Wissen und ihre fatale Prioritätensetzung ja ausnahmsweise mal was zu gebrauchen und sie konnten davon einen kleinen Hinweis erlangen. Es war nämlich so: Raku bemerkte absolut überhaupt nichts. Er bemerkte nicht einmal, dass Yuichiro ihm ja irgendwie auch noch Fragen gestellt hatte, sondern lief nur einen Moment im Kreis herum. Warum sollte jemand diesen Mann erwürgen? Natürlich, er war ein Verbrecher (vermutlich) und ein Flüchtiger (sehr wahrscheinlich), aber das war noch lange kein Grund ihn hier in den Gewitterfeldern liegen zu lassen. Und der Hellhaarige konnte sich auch nicht erklären wieso die Insassen sich untereinander angreifen sollten, war es doch wahrscheinlicher zu zweit fliehen zu können... oder? Hm. Seltsam. Raku war dafür nicht gemacht, und Spuren sah er in dem direkten Umfeld auch keinen. Und leider - so nett das auch gewesen wäre - achtete er auch nicht auf einen Umkreis, der so groß war. Normalerweise hätte er das wohl getan, aber in diesem Moment versäumte er es, den nahen und fernen Horizont abzusuchen und auf visuelle Hinweise zu achten. Vielmehr stand er förmlich zwischen Chinatsu und Yuichiro und verdeckte ihnen damit potentiell auch die Sicht auf die Gestalt, die sich da hinter den Büschen versteckte... und schließlich loslief, als sie sich unbeobachtet fühlte. Raku stemmte die Hände in die Hüfte und atmete einmal durch. Was für eine aussichtslose Lage. Es regnete nicht einmal. "Regnet es hier regelmäßig? Da wäre es vielleicht etwas einfacher, Spuren zu finden. So ist das schwierig, und man wird sicherlich nicht einfach durch schauen jemanden entdecken, wenn der es nicht darauf anlegt, oder?" Er schien überzeugt zu sein, trat einen Schritt zur Seite um ein wenig von der Leiche wegzutreten. In diesem Moment zuckte ein gewaltiger Blitz hinter ihm über das Firmament und tauchte die Ebene kurz in gleißendes Licht. Wenn ihn jemand ansah in diesem Moment, würde er eine kleine Gestalt sehen, die nun ein wenig rechts von seiner Schulter zu sehen war, wie sie förmlich um ihr Leben rannte... immer tiefer in die Gefahrenzone hinein.
     
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  6. Takegatama Yuichiro

    Takegatama Yuichiro Genin

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    Yui wusste ungefähr so viel über das Autopsieren von Leichen wie über das Bedienen und Verwalten von hochkomplexen Geräten. Spoiler: Beides hatte er noch nie gemacht. Er konnte keine genaueren Aussagen treffen, alles weitere hätte er sich einfach aus der Nase ziehen müssen und das wäre nicht der Sinn der Sache gewesen. Ob er sich damit vielleicht mal auseinandersetzen sollte? Das war bestimmt nicht die letzte Leiche gewesen, die er in seiner Ninjalaufbahn sehen wird, vielleicht würde etwas medizinisches Grundwissen nicht schaden. Viele Infos würde er auch nicht mehr aus der Leiche herausbekommen (es sei denn er lernt spontan, wie man mit Geistern kommuniziert), weswegen Yui erstmal von ihr abließ. Als Natsu sich dann erneut zu Wort meldete und die Leiche umdrehte, hätte Yuichiro sich am liebsten selbst dafür gescholten, eine sehr wichtige Info nicht überprüft zu haben...die Todesursache! Sowas einfaches und doch vergaß er das. Naja, zumindest jemand anderes dachte daran. Aber wieso brachten sie sich überhaupt um, wenn sie gemeinsam flohen? “Ein Streit kann gut möglich gewesen sein. Vielleicht war er den anderen auch nur ein Klotz am Bein, zu langsam um mitzuhalten und wurde deswegen...aber wieso umbringen? Weil er sie verpfeifen könnte, wenn sie ihn nicht mitnehmen? Nein, das macht keinen Sinn, dann liefert er sich ja selbst ans Messer”, Yui redete momentan mit sich selbst, aber so laut, dass die anderen beiden mithören konnten. Es gab einige Möglichkeiten, wieso er umgebracht wurde, aber machten sie alle Sinn? “Wir bräuchten den Mörder um herauszufinden, wieso er hier liegt, aber der wird uns jetzt nicht einfach auf dem Silbertablett serviert, oder?”

    “Hey, Raku, ich glaube wir sollten-” der Takegatama war gerade im Begriff einen Vorschlag zu äußern und drehte sich in die Richtung seines Teamkameraden als Blitz hinter ihm alles erleuchtete und Yui im Augenwinkel eine Gestalt, die wie ein Wilder um ihr Leben rannte. Einen Augenblick brauchte er, um zu realisieren, dass das keine Einbildung war, bevor sein Gehirn schaltete und in ihm sämtliche Alarmglocken angingen. “So viel dazu. Verdächtiger gesichtet.”Knüpfte er an Rakus letzten Satz an und rannte auch schon an ihm vorbei, in Richtung Gestalt. Das war vielleicht nicht die sicherste Methode, denn schon einige Sekunden, nachdem der Schwarzhaarige losgerannt war, schlug ein Blitz nur etwa 100 Meter entfernt des Ganzen ein. Das war sicher nicht der letzte Blitz, aber dafür war jetzt keine Zeit. Das bestärkte Yui nur, noch schneller zu rennen um den Typen zu fassen. Mit jeder Sekunde kam er ihm näher, der Gefangene schien wohl nicht der schnellste Läufer zu sein. Kurz bevor er die Gestalt erreichte, formte Yuichiro ein paar Fingerzeichen, hielt das letzte einen Moment und wartete, bis er direkt neben der Gestalt war. Raiton: Furasshu Und damit erhellte sich das Gebiet erneut. Zwar nicht ganz so stark wie beim vorherigen Blitz, allerdings reichte es aus, damit die Insasse nichts mehr sah, sich die Augen rieb um wieder etwas sehen zu können, letztendlich über ihre eigenen Füße stolperte und auf den Boden knallte. Sofort ergriff Yui seine beiden Hände und hielt sie hinter seinen Rücken. Es war ein schmaler Mann, lange schwarze Haare, vom Aussehen her in den frühen Dreißigern, trug die gleiche Kleidung wie die Leiche. Yui hielt den Mann vor sich und hielt ihn seinen Teamkameraden entgegen (sofern sie mitgekommen waren). “Wenigstens einer, der keine Leiche ist” sagte er leicht scherzhaft und verengte seinen Griff, dem der Gefangene regelmäßig versuchte, zu entkommen.
     
  7. Hasekura Chinatsu

    Hasekura Chinatsu Genin

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    „Raku hat mal wieder die Weißheit mit Löffeln gefressen, wa?“, blaffte Chinatsu den hellhaarigen Teamkollegen von der Seite an, als dieser ihr doch tatsächlich erklären wollte, dass das Outfit der Insassen nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war. Sie streckte ihm empört die Zunge raus. „Das ändert aber trotzdem nichts an meiner Aussage!“, ergänzte sie munter an ihre vorherige Aussage und nickte sich selbst bestätigend zu, verschränkte die Arme vor der Brust und schielte beiläufig zum Manako, um dessen Reaktion mitzubekommen. Als er fragte, was bei den Kriminalsendungen so herauskam, musste die Hasekura ein wenig genauer nachdenken. Tja, da gab es immer ganz verschiedene Enden, immerhin musste es ja auch spannend bleiben. Nach ein paar Sekunden des Schweigens zuckte das Mädchen mit den Schultern. „Meistens ist der Mord nur ein kleiner Teil einer riesigen Intrige und im Verlauf der Sendung gibt es dann noch mehr Tote, die nach und nach gefunden werden und die dann mit dem ersten Mord in Zusammenhang gebracht werden.“ Chinatsu fand es ziemlich cool, ihr exklusives Fernsehwissen mit ihren Teamkollegen zu teilen. Sie grinste und hob die Hand zum Victory-Zeichen. „Also wer weiß: Vielleicht finden wir ja noch ein paar Leichen! Und dann kommen wir der ganz großen Intrige auf die Spur!“ Ob die anderen beiden Teamkollegen auch so begeistert von dieser Vorstellung waren wie die Weißhaarige?!

    Die Kunoichi dachte noch darüber nach, was Yuichiro zusammengefasst hatte und blickte eher beiläufig zu Raku. Als der grelle Blitz im Hintergrund den Horizont erhellte, blinzelte das Mädchen verwundert und sah eindeutig an dem Manako vorbei – doch wie so oft schalteten andere Menschen deutlich schneller als Chinatsu. Ehe diese verstanden hatte, was sie da in der Ferne überhaupt erkannte, setzte Yuichiro bereits zum Sprint an. „Yui!“, schrie die Hasekura noch, doch da schlug bereits ein Blitz nur wenige Meter entfernt von dem dunkelhaarigen Jungen ein. Die Weißhaarige zuckte sichtlich zusammen. „Ist der total bescheuert?!“, fragte sie an Raku gerichtet – sie schien wirklich davon auszugehen, von dem Manako eine Antwort auf ihre Frage zu erhalten. Klar, Chinatsu liebte das Abenteuer und das Adrenalin, aber das war sogar für sie eine Nummer zu heftig! „Los, wir müssen hinterher!“, befahl sie schließlich an Raku gerichtet und setzte sich dann selbst – wenn auch ein gutes Stück vorsichtiger als Yuichiro – in Bewegung. So konnte die 16-Jährige der Verfolgungsjagd aus einiger Entfernung zugucken und musste beeindruckt feststellen, dass der Takegatama ziemlich schnell war. Schneller noch, als sie in Erinnerung gehabt hatte.

    Anfangs hätte Chinatsu gedacht, dass es sich bei der flüchtigen Person um eine Frau handelte. Beim Näherkommen stellte sich dann allerdings heraus, dass es ein sehr schmal gebauter Mann mit auffällig langen, schwarzen Haaren war. Chinatsu hatte das Gefühl, so einen Typus Mann irgendwo schon einmal gesehen zu haben… doch auf Anhieb wollte ihr nicht einfallen, an wen sie erinnert wurde. Der Gefangene, der nach einer kurzen Bruchlandung von Yuichiro wiederauf die Füße gezogen wurde, versuchte sich aus dem festen Griff des Ninja zu befreien, scheiterte an diesem Versuch jedoch kläglich. Der Takegatama war zu stark. Der Fremde musste auch zu den Entflohenen gehören, immerhin trug auch er die Kleidung der Insassen. „Du! Hast du den Typen da vorne umgebracht?!“ Chinatsu baute sich vor dem Mann auf, was vielleicht nicht ganz so cool aussah, wie sie dachte – immerhin war sie locker dreißig Zentimeter kleiner als die Männer der Runde. Der Mann gab seine Versuche, sich zu befreien, in diesem Moment auf und sah stattdessen zu der hellhaarigen Kunoichi. Sein Blick war undurchdringlich, während er sichtlich die Zähne zusammenpresste. „Ah. Schweigen also? Das kann ich wohl als Geständnis werten!“ Der Kiefer des Mannes begann unschön zu mahlen und hätten Blicke töten können, wäre Chinatsu wohl just in diesem Augenblick leblos umgefallen. Die Weißhaarige ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken, trat sogar noch einen Schritt näher an den Fremden heran, fast als wolle sie ihn zusätzlich provozieren. „Der Täter kommt immer zurück zum Ort des Verbrechens!“ Wie in den Sendungen, die Kenshin immer sah! Ja, es passte einfach alles perfekt zusammen. „Ich…“, krächzend begann der Fremde zu sprechen, so als hätte er seine Stimme schon lange nicht mehr benutzt. Es war mehr ein Hauchen, doch er hatte eindeutig versucht, etwas zu sagen. Sein vor Zorn pochender Blick lag unentwegt auf der 16-Jährigen, dann senkte er den Blick plötzlich gen Boden. „Waaaaas? War das der Beginn des Geständnisses? Ein bisschen deutlicher!“ Chinatsu trat noch einen Schritt näher an den Mann heran, winkte ungeduldig mit der Hand.

    „ICH HABE IHN GELIEBT!“

    Der Mann riss den Kopf nach oben und anstelle des wutverzerrten Gesichtes mit tötendem Blick zeigte sich ein gebrochener Mann, dessen Tränen ungehindert über seine knochigen Wangen herabliefen. Auch der Schnodder an seiner Nase hinderte den Mann nicht daran, die Worte mit aller Kraft in die Welt hinauszubrüllen und um die Dramatik noch zu erhöhen, schlug im gleichen Augenblick ein Blitz im Hintergrund ein und tauchte die Umgebung ein weiteres Mal in ein gleißendes Licht. Chinatsu blinzelte und strich sich mit ein paar Sekunden Verzögerung perplex den fremden Speichel vom Gesicht. Oh mein Gott. Das war jetzt gerade nicht ernsthaft passiert, oder? Sie hatte das Bedürfnis, mit ihrem Gesicht über den Boden zu schrubben!
     
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  8. Manako Raku

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    "Na fantastisch. Mehr Tote..." Das Chinatsu ihn angemacht hatte ignorierte Raku völlig und zeigte ihr die kalte Schulter, aber das was sie danach sagte beunruhigte ihn doch noch ein wenig mehr. Irgendwie war er, seit er Genin geworden war, immer nur auf die Probe gestellt worden. Normalerweise war er früher immer ruhig gewesen und hatte sich zurückgehalten, hatte nie Probleme mit seiner lethargischen Art gehabt und auch mit seiner emotionalen Naivität nicht. Aber das wurde immer mehr auf die Probe gestellt, und das nicht nur von Chinatsu. Seine eigenen Taten trieben ihn dahin und das führte dazu, dass er nicht mal mehr aufmerksam genug war, um die menschliche Gestalt in der Ferne zu sehen. Gerade als er seine Frage gestellt hatte, zuckte ein Blitz über den Himmel und erleuchtete die Szenerie und zumindest eine Person schaltete schnell - Yuichiro. Der Dunkelhaarige setzte noch zu einer Antwort an und Raku war schon ganz begierig darauf endlich wieder so etwas wie einen Befehl oder so zu hören (Yuichiro wirkte einfach irgendwie... verlässlicher als Chinatsu) - da änderte sich plötzlich der Gesichtsausdruck des jungen Mannes. Der Takegatama flitzt plötzlich los, seine hochgewachsene Gestalt schnell in Bewegung setzend, und ließ einen verblüfft wirkenden Raku hinter sich. Der drehte sich um - das konnte doch überhaupt gar nicht wahr sein! Er... da hatte er doch gerade noch hingesehen! Da war niemand gewesen! Raku war so perplex davon, dass er in seiner - gefühlten - Kernkompetenz von Yuichiro geschlagen worden war, dass er einfach kurz stehen blieb. Er rührte sich kein Stück und sah zu, wie der Suna-nin sich auf den Menschen stürzte, der versuchte, wegzukommen. Dass er dabei Blitzen und dem Tod zum Teil knapp entronn war Raku in dem Moment gar nicht klar. Chinatsus Stimme weckte ihn ein wenig, aber er sah sie nur platt an. "Ähm", machte er. Wartete sie wirklich auf eine Antwort? Sicher nicht, oder? Am ehesten wäre die Antwort wohl gewesen 'Nicht so sehr wie du', aber darauf kam Raku in dem Moment überhaupt nicht. Dann befahl sie etwas und - oh gesegnete geistige Entspannung - Raku ließ sich darauf ein. Er trabte einfach neben Chinatsu her, für seine Verhältnisse gemächlich, und schließlich kamen die beiden schon zu getaner Arbeit an. Yuichiro hatte den Flüchtigen festgesetzt und nach kurzer Betrachtung zeigte sich ein schmaler Mann mit langen schwarzen Haaren. Was für eine seltsame Art seine Haare zu tragen. Sah absolut unpraktisch aus. Immerhin lebte er und stand auf den Füßen. Das war weitaus angenehmer als mit einem Toten zu sprechen.

    Nicht, dass Raku sprach. Er hielt sich zurück. Nicht seine Aufgabe, auch wenn er bei seiner Aufgabe auch versagt hatte. Der Genin war mehr damit beschäftigt und zupfte an seiner Augenklappe herum. Vielleicht hätte er sie abnehmen sollen? Bestimmt dachten seine Kollegen er wäre total nutzlos, weil er die Person nicht gesehen hatte. Während Chinatsu damit beschäftigt war den Gefangenen zu 'befragen' starrte Raku diesen nur mit toten Fischaugen an. Lag daran, dass er gerade überhaupt nicht wirklich in dieser Welt verweilte, aber so oder so schien es den Mann nicht zu interessieren. Die Gedanken des Manako zumindest drehten sich im Kreis und erst als der Mann plötzlich aus sich herauskam und einen wahren Gefühlsausbruch hatte, kam er wieder ein wenig zu sich. Der Hellhaarige blinzelte und sah wie Chinatsu ein bisschen Schnodder und Spucke im Gesicht hatte. Er schnaubte durch die Nase, das war das einzige was ihm einfiel - aber es fand es eigentlich ganz lustig! Er hatte Chinatsu noch nie so genervt gesehen, glaubte er. Außer vielleicht als sie damals... obwohl, da hatte sie eher Spaß gehabt. Sei's drum. Raku fiel auf, dass dieser Mann auch ein paar Spuren am Hals hatte, die denen des Toten ziemlich ähnlich sahen. Wie eigenartig. Raku interessierte sich überhaupt nicht für das Geblubber des Mannes. Ein Blitz erhellte die Szenerie und tauchte die vier Menschen in fahles Licht. "Diese Schweine haben ihn umgebracht! Ich wollte gar nicht fliehen, aber... sie haben einfach..." Seine Stimme klang gepresst und so als würde ihm der Gedanke an das Geschehene ihm die Luft abschnüren. Naja, die anderen Kanäle schienen zu funktionieren. Er sprach weiter, nicht wirr, aber gepresst und absolut verzweifelt. Ehrlich gesagt: Raku fand ihn ein wenig dramatisch. Aber andererseits... wenn er so darüber nachdachte... hatte dieser Mensch wohl gerade jemanden verloren der ihm wichtig gewesen war. Wieder fand sich der Manako in Gedanken wieder - von denen er in den letzten Monaten mehr hatte als gefühlt in seinem gesamten Leben davor. Die Leere, die sich für den Mann auftun musste, musste überwältigend sein. Egal was hier passierte oder nicht: Für den Rest seines Lebens, und das konnten gut noch fünfzig Jahre sein, würde er nie wieder mit diesem Menschen sprechen können. Die Erkenntnis traf Raku komischerweise härter als gedacht. Und dann gab er sich selbst eine Ohrfeige.

    Es sei dahingestellt, ob darauf jemand achtete, aber danach zog Raku einen Handschuh aus einer Gürteltasche an und pfefferte dem Mann auch eine. Dieser verstummte, aber so wirklich aufhören wollte er wohl auch nicht. "Woher kommen die Striemen an Ihrem Hals, wenn ich fragen darf", sagte er höflich und das war wohl nur weil er nicht genau wusste wie er mit dem Mann reden sollte. "Gleiche Striemen wie am Hals des To-", fing er an, da schluchzte der Mann wieder auf. Raku schlug noch einmal zu, er kam einfach nicht zurecht damit. Unwillkürlich spürte er große Unruhe in sich aufwallen. "Warum bringt ihr euch gegenseitig um?", fragte der Hellhaarige, und das schien den Häftling ein wenig zurückzuholen. "Sie... sie... wir wollten nicht fliehen. Es ist zu gefährlich in den Gewitterfeldern", flüsterte er die letzten Wort mit Inbrunst. "Als wir uns umdrehen wollten fielen sie uns an... haben uns überwältig und gewürgt bis..." Er würgte. Und übergab sich gerade nach vorne. Raku, vorbereitet und geschickt, wich dem heimtückischen Angriff aus - und der Rest? "Ah...", machte der Mann. Ihm schien alles egal. Oder im Gegenteil. "... mir wurde schwarz vor Augen. Dann bin ich neben... seiner Leiche aufgewacht." Er wurde aschfahl, noch mehr als zuvor. "BRINGT MICH EINFACH UM!"
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. Sep. 2019
  9. Takegatama Yuichiro

    Takegatama Yuichiro Genin

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    Ob er bescheuert war? Oh, definitiv. Naja...in dieser Situation zumindest. Aber das hieß nicht, dass er unüberlegt handelte. Es mag zwar so scheinen, dass Yui ohne jede Überlegung inmitten dieser gefährlichen Umgebung gerannt war, allerdings war genau das Gegenteil der Fall. In diesen wenigen Momenten zwischen dem erspähen der verdächtigen Person und seinem Sprint hatte er sich vollkommen klar gemacht, in was für Gefahr er sich damit begeben würde. Aber er nahm dieses Risiko auf sich und lief los. Das ein Blitz ihn treffen könnte, war ihm bewusst. Insbesondere, nachdem nicht weit von ihm sogar einer einschlug! Doch manchmal musste man schnell handeln und die Gefahr akzeptieren. Ob das jetzt lebensmüde war oder nicht, ist eine andere Geschichte. Das war eben das Risiko eines Shinobi-Lebens. So sah er es zumindest. Hin und wieder überwog der Wert die Gefahr. Bestimmt hätte er die Insasse auch mit vorsichtigerem Vorgehen erreicht, allerdings war ihm die Möglichkeit im Kopf geblieben, dass es diese Person genauso schnell hätte treffen können. Wer sagt denn, dass der Gefangene von den Blitzen verschont geblieben wesen wäre? Na wie auch immer, war ja alles gut gegangen, sie hatten diesen Typen festgenommen und Yuis Teamkameraden holten schnell auf. Und sofort begann Natsu damit, sich in eine Hobbykommissarin zu verwandeln und den Mann zu verhören. Hatte sie vielleicht zu viele von diesen Serien geschaut? Naja, solange sie ihr Shinobileben nicht an den Nagel hing und sich den örtlichen Ordnungshütern anschloss konnte sie das ja so oft ausleben, wie sie wollte. Natsu im Polizeioutf- nein, weiter im Text! Der Gefangene schien seine Versuche, Yuis Griff zu entkommen, nach einiger Zeit aufzugeben. Vielleicht weil er merkte, dass es hoffnungslos war, vielleicht aber auch, weil er sich mehr darauf konzentrierte, der Hasekura eine geballte Ladung Hass ins Gesicht zu starren.

    Was auch immer es war, kurze Zeit später begann er zumindest seinen Mund aufzumachen und zu reden. Der schwarzhaarige hätte jetzt alles von einem Gefangenen, der gerade noch auf der Flucht war, erwartet. Morddrohungen, schnippische Kommentare, vielleicht sogar einen Bestechungsversuch. Aber was herauskam war...ein weinender Mann, der einen sehr wichtigen Menschen verloren hatte. Es dauerte ein paar Sekunden aber irgendwann zählte Yui 1 und 1 zusammen. Ehrlich gesagt tat er ihm in diesem Moment schon ein wenig leid. Er merkte auch, insbesondere an der Haltung des Mannes, dass dieser langsam jegliche Motivation zur Gegenwehr verlor. Seine Arme waren, auch wenn er nicht mehr aktiv versucht hatte, sich zu befreien, die ganze Zeit über recht angespannt gewesen doch mit einem Mal war nichts mehr von dieser Spannung in seinem Körper zu sehen. Er hielt sich auf den Beinen, mehr war von der vorherigen Körperspannung allerdings nicht mehr da. Seine Schultern hingen nur noch und sein komplettes Gesicht war voller Schnodder und Tränen. Mit der verlorenen Haltung lösten sich anscheinend auch ein ganzer Sack schlechter Erinnerungen und das Frühstück, dass sich plötzlich auf dem Boden vor ihm ergoss. Auch wenn Yuichiro etwas Mitleid mit ihm hatte, er musste weiterhin professionell bleiben. Zumindest bekamen sie ein paar weitere Infos, als Raku ihn ins Kreuzverhör verfrachtete. “Sie wollten also möglichen Ballast loswerden und verhindern, dass man sie im Zweifel verpfeift…” fasste Yui das ganze nochmal, vielleicht nicht so eloquent formuliert, zusammen. “Tschuldige, aber es nicht unsere Aufgabe, dich umzubringen.” sagte Yui dann in einer sanfteren, wenn auch ernsten Tonlage. “Wir bringen dich zurück ins Gefängnis” Der Mann schwieg einige Sekunden lang. “Bitte...lasst mich doch einfach nur sterben. Ich habe doch eh niemanden mehr, für den es sich lohnt...Ich hätte sowieso mit ihm draufgehen sollen, überlasst mich doch einfach meinem Schicksal oder beendet es hier...” Yui blickte erneut zu seinen Teamkameraden. “Was machen wir mit ihm? Wir müssen ihn zurückbringen aber die anderen Gefangenen sind immer noch auf der Flucht. Wenn wir sie nicht verfolgen, könnte es sein, dass sie entkommen, aber wir können ihn hier nicht mitnehmen.” Zähneknirschend richtete der Mann seinen Kopf auf, der die ganze Zeit über nach unten hing, nur auf sein erbrochenes starrend. “Diese Bastarde...jeder einzelne von ihnen soll das gleiche Schicksal, nein ein schlimmeres. ereilen. Soll dieser Berg seinem Ruf gerecht werden und ihnen ein ganzes FEUERWERK an Blitzen entgegenfeuern!” Sein Blick wechselte wieder von absoluter Trauer zu Wut.
     
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  10. Hasekura Chinatsu

    Hasekura Chinatsu Genin

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    Mitgefühl war eine Emotion, die in der hiesigen Lage mehr als angebracht erschien. Die Tränen waren die eine Sache, die man nicht jeden Tag sah – zusammen mit der gebrochenen Stimme, dem eingefallenen Gesicht und der schlaffen Haltung vervollständigte sich jedoch das Bild eines Menschen, dessen Trauer so tief saß, dass sie kaum in Worte zu fassen war. Und doch konnte die Hasekura nicht das gleiche empfinden, was ihre Teamkollegen fühlten. Sie… hatte kein Mitleid. Höchstens der Ekel stand ihr deutlich ins Gesicht geschrieben, als der Fremde sich vornüberbeugte und die mageren Reste, die sein Magen noch hergeben konnte, bröckchenweise hochwürgte. Sie wusste nicht, warum Raku sich selbst ohrfeigte, hatte jedoch eine vage Vermutung, dass er sich selbst dadurch aus seinen Gedanken reißen wollte – wohin auch immer diese genau abgedriftet sein mussten. Als der Manako den Fremden danach mehrfach ebenfalls ohrfeigte, hielt die 16-Jährige den Teamkollegen dabei nicht auf, war sogar ganz dankbar dafür. Vielleicht würde der Typ dadurch ein bisschen seiner Haltung zurückgewinnen und sich zusammenreißen… dass dies dazu führte, dass der Mann sich übergab, konnte ja keiner ahnen! Chinatsu sprang weniger elegant als Raku nach hinten, um dem hinterhältig stinkenden Geschoss auszuweichen, doch zum Glück blieb auch sie vor den halb verdauten Magenresten verschont. Das hätte sie auch nicht verkraften können… nicht nachdem sie sich schon die fremde Spucke aus dem Gesicht hatte schrubben müssen!

    Das Mädchen nickte schließlich, als Yuichiro das Ergebnis zusammenfasste. Die Entflohenen hatten beide Männer umbringen wollen, offensichtlich jedoch den einen unwissentlich – wenn auch nur knapp – am Leben gelassen. So grausam das erlebte für diesen Typen auch sein mochte, war es ein Glücksgriff für die Ninja, wie Chinatsu schnell klarwurde. Sie betrachtete die Situation recht nüchtern, weniger mit dem emotionalen Touch, den ein normaler Mensch wohl empfunden hätte. Unvermittelt trat das Mädchen wieder an den entkräfteten Mann heran, dessen Trauer für einen Augenblick erneut von der Wut abgelöst wurde. Einer Wut, die gegen die Mörder seines Liebsten gerichtet war. Chinatsu konnte das Gefühl der Liebe vielleicht nicht nachvollziehen, doch ihr war bewusst, dass man dieses Gefühl nutzen konnte. Als die Hasekura vor ihm zum Stehen kam, würgte er erneut und schlagartig verfinsterte sich der Blick der Kunoichi. „Wenn du mich ankotzt, ist der Tod dein geringstes Problem“, drohte sie mit einem unheilvollen Unterton. Egal ob es an der Drohung lag oder nicht: Der Mann fing sich wieder und sah – wenn auch gequält – zu der Weißhaarigen. Schließlich verschränkte das Mädchen zufrieden grinsend die Arme vor der Brust, sah dem Fremden direkt in die grauen Augen. „Also: Wir können deinen Wunsch sicherlich in Erfüllung gehen lassen“, begann die Hasekura selbstbewusst. Nach einer kurzen Pause ergänzte sie: „Wir werden sie alle töten.“ Sie achtete überhaupt nicht darauf, wie Yuichiro und Raku auf diese Worte hin reagierten, ihre Aufmerksamkeit lag vollends auf dem Mann, der sichtlich überrascht über diese offenen Worte des Mädchens war. „Ihr… werdet sie töten?“ Schließlich kratzte sich das Mädchen nachdenklich am Kinn und wandte den Blick ab, wiegte den Kopf ein wenig zur Seite. „Unsere Beweggründe sind vielleicht verschieden, aber das Ziel ist das Gleiche: Die Entflohenen an der Flucht hindern, damit sie keine Gefahr für Andere darstellen. Wie genau wir das erreichen… ist im Zweifel unsere Sache. Insbesondere, wenn es zu einem Kampf kommt. Also…“ Ihr Kopf rutschte näher an den Mann heran, bevor sie verschwörerisch fortfuhr. „…wo wollen sie hin? Wie viele sind es? Was kannst du uns über die Entflohenen sagen? Je mehr du uns verrätst, desto eher können wir sie alle töten.“ Chinatsu fand es unheimlich aufregend. Diese Anspannung vor einer ernsthaften Konfrontation... auch das war ein Grund, warum sie Ninja geworden war. Ob Yuichiro und Raku von der Selbstverständlichkeit, mit der Chinatsu vom Töten sprach, überrascht waren? Mindestens der Manako sollte mittlerweile wissen, dass die Hemmschwelle der Kunoichi dahingehend nicht sonderlich hoch war. Sie waren alle Ninja. Das Töten war ein Teil ihres Berufes – ein Teil, den die Hasekura ohne Probleme ausführte. Natürlich kam ihr ihr mangelndes Mitgefühl hier nur zugute, auch wenn sie sich darüber selbst nicht bewusst war. Der Mann überlegte keine zwei Sekunden, bevor sich sein Mund erneut öffnete. „Sechs“, antwortete er prompt und ohne Umschweife. Seine Stimme war gezeichnet vom Hass. „Sechs Männer, allesamt Mörder.“ Er stoppte kurz. „Ich weiß nicht viel über ihre Fähigkeiten… aber sie wollen nach Gokoyoma, um von dort aus mit dem Schiff über das Meer zu fliehen.“ Chinatsu nickte – sie kannte die Stadt. Sie war zwar nie selbst dort gewesen, aber sie wusste, dass es die nördlichste Stadt des Landes war. Sie lag kurz hinter den Gewitterfeldern. „Es wird schwer, sie noch einzuholen.“ Das Mädchen dachte nach, was für sie gar nicht so leicht war – die Gefangenen mussten einen ordentlichen Vorsprung haben. „Ihr könnt sie abfangen. Sie wollten einen Zwischenstopp bei der Schwester eines der Männer machen, um die Kleidung zu wechseln und sich Geld für die Schiffsreise zu besorgen. Deshalb werden sie nicht den direkten Weg nehmen.“ Die Weißhaarige blinzelte einen Moment, dann stahl sich ein überzeugtes Grinsen auf ihre Züge. „Ah. Querfeldein sind wir deutlich schneller.“ Verstohlen blickte sie zu Raku und Yuichiro – ob ihnen klar war, was das bedeutete? Vermutlich nicht. Oder doch? „Mitten durch die Gewitterfelder, dann können wir sie im Gebirge vor Gokoyoma abfangen. Weißt du noch etwas, das uns helfen könnte?“ Der Mann verstummte einen Augenblick. Die Leichtigkeit, mit der Chinatsu davon sprach, mitten durch das Unwetter zu laufen, verwunderte ihn. Es gab einen Grund, warum die meisten Menschen die Gewitterfelder mieden. „Auch wenn sie die Kleidung wechseln, einem der Männer fehlt ein Auge, der andere hat ein Tattoo quer über die Stirn. Ihr könnt sie nicht verwechseln.“ Wieder nickte das Mädchen grinsend, dann richtete sie sich auf und winkte Raku herbei. „Los, fessel ihn. Yui hält ihn fest“, befahl sie fast schon beiläufig. „Wir lassen ihn hier liegen. Wenn er nicht vom Blitz getroffen wird oder verhungert, können wir ihn im Anschluss wieder aufgabeln. Ansonsten… naja, dann hat sich sein Wunsch eben erfüllt.“ Der Mann schluckte, widersprach bei den Worten der Hasekura allerdings nicht. Sein Blick senkte sich und Chinatsu war sich nicht sicher, ob er erneut in Tränen ausbrach. Deutlich leiser als zuvor ergänzte er: „Hauptsache ihr sorgt dafür, dass sie ihre gerechte Strafe erhalten werden…“
     
  11. Manako Raku

    Manako Raku Genin

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    Leider hatte Raku ja mittlerweile ein wenig Erfahrung mit Chinatsu gesammelt und konnte sich schon bevor sie überhaupt ansetzte vorstellen, was jetzt kommen konnte oder würde. Wenn man ihn als kaputt bezeichnen würde, müsste man Chinatsu als vollkommen disfunktional bezeichnen - das Mädchen hatte keinerlei Verständnis von Gut und Böse, wenn man das mal so platt ausdrücken sollte. Mal ganz abgesehen davon dass sie unheimlich nervig und aufdringlich sein konnte, war sie mit der Zeit auch noch besser darin geworden, Menschen zu manipulieren und sie in die Richtung zu drängen in der sie sie haben wollte - ohne dass die Weißhaarige jemals etwas wie Reue spüren würde oder jemals einen Rückschlag verkraftet hätte. Auch wenn Raku sich selten über seine Gefühle bewusst war, und sie oft genug verleugnete: Vor Chinatsu hatte er mittlerweile... fast schon ein wenig Angst. Klar, er hatte Glück, dass sie ihn als ihren (einen) BESTEN FREUND betrachtete (wie die meisten Kollegen). Wenn sich das eines Tages ändern sollte, würde sie aber auch nicht zögern ihn aus dem Weg zu räumen und selbst wenn Raku das als Shinobi respektieren konnte, fragte er sich, wie labil dieses Mädchen eigentlich sein konnte. Oder was passieren würde, wenn das mal jemand richtig ausnutzte. Nicht nur die 'Guten', Verbündeten, konnten Menschen für sich gewinnen. Auch Feinde oder Menschen mit in irgendeiner Form unlauteren Beweggründen konnten das, und das oft sogar noch besser. Es war nur eine Frage der Zeit, fürchtete er, bis jemand Chinatsu einmal umdrehte, und dann würde das extrem unangenehm werden. Glücklicherweise kam dieser Moment noch nicht... auch wenn die Weißhaarige schon wieder richtig anfing, am Rad zu drehen. Raku schüttelte leicht, unauffällig, den Kopf, als sie das Gespräch mit dem Mann fortsetzte. Yuichiro hatte gut geschlussfolgert. Und der Hellhaarige fand sogar, dass der Suna-nin sich ganz gut gemacht hatte, er hatte es auf jeden Fall mehr drauf als er selbst, mit dem Mann zu kommunizieren. Und ziemlich sicher hatte er Recht, jetzt wo er es sagte, dämmerte es auch Raku. Mitwisser aus dem Verkehr ziehen war wohl eigentlich die naheliegenste Erklärung. Aber anstatt dass Chinatsu einfach versprach die Männer zu fangen ging sie wieder voll auf in ihrem Rollenspiel-oder-auch-nicht-Rollenspiel. Alle töten? Was sollte das bitte? Das war nicht der Auftrag! Und außerdem... sah sie dabei viel zu aufgeregt aus. Raku schluckte. Er hatte sie schon einmal davon abgehalten unnötigerweise Menschen zu töten und er würde es wieder tun, wenn es sein musste. Vollkommen egal wen, dieses Mädchen musste verstehen.... verstehen.

    Raku fühlte sich an die letzte Mission im Hexenkessel erinnert, da, wo Chinatsu ausgerastet war und einen Mann nahezu zu Brei geschlagen hatte. Man traute es ihr nicht zu, aber es schlummerte viel in ihr, was sie nicht rausließ. Wehe dem, der das mal provozierte. Und doch kam er nicht umher zu bemerken, dass sie älter geworden war. Und es nicht mal mehr so offensichtlich war was sie dachte. Das Problem? Früher war es ihr um Muffins, Pizza und Glückseinhörner gegangen. Mittlerweile nervte sie mit Jungs, Mode und Tod. Eine widerliche Mischung (vor allem weil Raku sehr viel besser über Kleidung Bescheid wusste als sie!). Mit einem Seufzen trat Raku zu dem Mann, sah ihm einen Moment lang ins Gesicht. Er schien sich ein wenig gefangen zu haben. Hatte Chinatsus martialisches Angebot tatsächlich geholfen? Hoffentlich wusste sie in welche Richtung sie sich wenden mussten. "Ich bringe ihn an den Rand der Gewitterfelder. Bin sofort wieder da", sagte er, nachdem er dem Häftling die Hände gefesselt hatte. Es dauerte keine Minute und der Knoten war unlösbar, solange man nicht noch zwei weitere Hände hatte. "Ich lasse ihn hier nicht mitten auf dem Plateau liegen", stellte Raku düster fest und warf Chinatsu dann einen kurzen Blick zu. Nicht vorwurfsvoll, und normalerweise konnte man Raku auch nicht wirklich ansehen was er dachte, aber... es hätte ein vorsichtiger Blick sein können, den er ihr zuwarf. Oder aber ein misstrauischer.

    Kurze Zeit später - Raku war, wenn er sich anstrengte, schneller als Yuichiro und Chinatsu - tauchte er wieder auf, hatte den Mann in eine etwas geschütztere Lage gebracht und ihm versichert, dass er zurückkommen würde. Egal was er verbrochen hatte - es war nicht an Raku zu urteilen. Er hatte einen Auftrag, mehr nicht. "Also: Wohin?", fragte er dann und sein Gesicht war wieder regungslos. "Was heißt 'Querfeldein'?" Der Kopf des jungen Mannes drehte sich zu der Hasekura, sah dann zu Yuichiro. "Gute Arbeit übrigens. Du hast schnell reagiert." Er schien ein wenig deprimiert zu sein dass er den Gefangenen nicht entdeckt hatte. Die Unruhe in dem Genin hatte sich etwas gelegt, und doch fühlte er sich verunsichert. Dass er Chinatsu gerade als Pulverfass einschätzte machte es nicht besser. Vielleicht übertrieb er, aber sie war abartig schwer einzuschätzen. Vor allem für ihn. Sie setzten sich in Bewegung, und auch wenn der Hellhaarige es nicht für eine gute Idee hielt durch diese Felder zu laufen: Er war nicht der Ortskundige und musste der Anführerin vertrauen. Es fiel ihm ungewöhnlich schwer. "Sechs Männer, Beschreibungen für zwei. Wenn sie seperat reisen, fangen wir sie niemals. Was ist der Plan?", fragte er in Stakkato. "Rennen und einholen oder abfangen? Wo liegt Gokoyoma?" Er wusste definitiv zu wenig, sah dann zu Yuichiro, in der Hoffnung, er würde auch ein wenig ratlos sein. Vor allen Dingen auch was Chinatsus Exekutionskommando anging.
     
  12. Takegatama Yuichiro

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    Yui war nicht sonderlich überrascht, was für einen Groll der Mann den anderen Gefangenen gegenüber hegte. In so einer Situation zu sein war bestimmt mental und emotional mehr als aufreibend. Mehr als Mitleid konnte er ihm allerdings nicht entgegenbringen. Nachvollziehen konnte der Schwarzhaarige die tosende Gefühlswelt dieses Mannes auch nicht, dafür hatte er so etwas, oder etwas vergleichbares, noch nicht erlebt (und würde es auch hoffentlich nie). Das einzige, was der Takegatama tat war, ihn weiterhin festzuhalten und Raku als auch Chinatsu das Verhör zu überlassen. Die beiden waren dafür wahrscheinlich besser geeignet, so wie sie ihm die Informationen nur so entlockten. Allerdings passierte jetzt etwas, womit Yui tatsächlich nicht wirklich gerechnet hatte. Naja, er hatte in seinen Hintergedanken zumindest an diese Option gedacht, aber als Natsu auf einmal in diesem Böser Cop - Böser Cop Spiel zwischen ihr und Raku zum Evil Cop aufstieg, war Yui sich nicht sicher, ob gerade ein niederträchtiger Geist von Natsu Besitz ergriffen hatte. Raku hatte vielleicht schon mal erlebt, dass die Hasekura wohl eine recht legere Einstellung zum töten hatte, aber ehrlich gesagt verblüffte es Yuichiro. Sie wirkte die meiste Zeit so unbeschwert und fröhlich, dieser 180 Grad Tapetenwechsel war fast wie ein Kulturschock. Während Chinatsu redete, stand der Takegatama mit großen Augen weiterhin hinter dem Mann und schaute seine Teamkollegin einfach nur an. Nach einiger Zeit schüttelte er den Kopf um bei der Sache zu bleiben. Er brauchte einige Sekunden um sich zu fangen, aber irgendwann kam auch Yui die (eigentlich längst überfällige)Erkenntnis: Dieses Mädchen hatte mehr in ihrem Kopf als Zuckerwatte und Sonnenschein. Sie war immerhin auch ein Ninja, so wie ihre Teamkameraden und wer sich in dieses Metier begab, tat das mit dem vollen Risiko, dass dies ein blutiges Gewerbe war. Yuichiro war sich dem bewusst. Raku war sich dem sicher bewusst. Und Natsu wahrscheinlich auch. Deswegen sollte es ihn eigentlich gar nicht überraschen, dass ein Shinobi, oder in diesem Fall eine Kunoichi, diesen Vorschlag brachte, allerdings...tat es genau das. Abgesehen davon riet ihm sein Bauchgefühl von dieser Idee ab. Irgendwie gefiel ihm es nicht, diese Männer zu töten, wenn ihr Auftrag sie dazu aufforderte, sie nur zu schnappen. Ob sie das nur sagte, um der Insasse weitere Infos zu entlocken sei jetzt mal dahingestellt. Aber mit der Aufregung, mit der Chinatsu ihm diese Idee schmackhaft machte, zweifelte Yui so langsam daran, dass sie das nur als Bluff meinte. Er blieb allerdings erstmal still und verfolgte das Gespräch zwischen den Beiden, bis Raku ihm den Gefangenen abnahm um ihn zu fesseln.

    So sah ihr Plan also aus. Mit dem Schiff fliehen, damit es noch schwieriger wird, sie zu verfolgen. Yui schaute in die karge Landschaft der Gewitterfelder und fasste sich nachdenklich ans Kinn.”Mitten durch die Gewitterfelder zu laufen ist eine extreme Gefahr. Aber da Natsu sich hier auskennt und diesen Weg vorgeschlagen hat, wird es wohl keine schnellere Route geben” Während Raku den Mann also etwas weiter weg brachte, drehte Yui sich zur Teamleiterin um. “Natsu, war das gerade dein Ernst?” und sein Blick wurde nachdenklich und neugierig zugleich.”Wir müssen diese Männer nicht zwangsweise umbringen, wenn wir sie nur schnappen sollen. Es sind einfache Verbrecher, sie festzunehmen dürfte kein großes Problem sein.” Yui hatte einige Bedenken, was diese Plan anging, aber er hoffte einfach, dass alles irgendwie gut gehen würde. Wenige Sekunden später war der Dritte im Bunde auch schon wieder zurück und auf das ausgesprochene Lob nickte Yui ihm nur lächelnd zu. “Wenn sie separat reisen, haben wir im Endeffekt nur die Chance, zwei von ihnen zu schnappen. Die anderen könnten einen anderen Weg gehen, sich im Zweifel unter anderen Menschen tarnen und uns so durch die Lappen gehen. Unsere beste Chance sie zu fangen, wäre natürlich, wenn sie alle zusammen reisen würden. Ich sehen aber auch keinen Grund, warum sie getrennt reisen sollten. Sie gehen davon aus, die einzigen beiden Zeugen, die von ihrem Ziel wussten, getötet zu haben und sind durch die Gewitterfelder geflohen, damit ihnen niemand folgt. Desweiteren machen sie sich die Mühe, neue Kleidung und Geld zu besorgen und legen dafür extra einen Stopp ein. Ich bin mir sicher, sie fühlen sich gerade ziemlich sicher in dem, was sie tun. Abfangen wäre wohl unsere beste Möglichkeit, das Überraschungsmoment liegt wahrscheinlich auf unserer Seite.” Und er sah Natsu wieder direkt an. “Bist du sicher, dass es keinen anderen, schnellen Weg gibt als mitten durch dieses Feld? Wenn nicht, dann ist das wohl unsere beste Möglichkeit. Du musst uns allerdings führen.” Und damit schloss er sich Rakus Frage, wo Gokoyama überhaupt liegt, an.
     
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  13. Hasekura Chinatsu

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    Kaum hatte Chinatsu die Worte ausgesprochen, begann Raku bereits damit, den Mann zu fesseln – zufrieden beobachtete das Mädchen, wie ihr Befehl ausgeführt wurde. Als der hellhaarige Teamkollege allerdings wider Erwarten erklärte, den Fremden an den Rand der Gewitterfelder zu bringen und ergänzte, ihn nicht mitten auf dem Plateau liegen lassen zu wollen, stutzte die 16-Jährige. Bitte? Das war eine Sache, mit der sie nicht gerechnet hatte. Sie deutete den Blick des Manako falsch – weder vorsichtig noch misstrauisch. Eher aufmüpfig. Aha, aha. Vorerst sagte die Hasekura nichts und ließ Raku gehen, stattdessen drehte sie sich lieber zu Yui, der sich ihr zuwandte. Seine Frage verwunderte sie mindestens genauso wie die Aktion des Manako, sodass eine ihrer Augenbrauen unwillkürlich nach oben wanderte. Was hatten die denn heute alle, dass sie sich so komisch verhielten? „Klaro war das mein ernst“, antwortete sie dem Takegatama ohne Umschweife, hob dann die Nase an und grinste. „Als würde ich über so etwas Scherze machen!“ Als der Dunkelhaarige erwähnte, dass es leicht wäre, die Männer gefangen zu nehmen, zuckte Chinatsu unbeeindruckt mit den Schultern und senkte den Blick wieder ein Stück weit. „Sie zu töten dürfte ein genauso geringes Problem sein.“ Sie stoppte kurz, legte dann den Kopf etwas schief, während ihre gelben Augen den direkten Blick von Yuichiro suchten. Sie sah ihn eindringlich an, während sie weitersprach. „Die Männer sind verurteilte Verbrecher, keine unschuldigen Zivilisten. Sie sind Entflohene, die bereits jetzt nicht nur versucht haben zu töten, sondern bereits gemordet haben. Wenn es zu einem Kampf kommt, ist mir egal, was mit ihnen passiert.“ Kurz nachdem das Mädchen geendet hatte, kam der Manako zurück, was Chinatsu jedoch nicht davon abhielt, Yuichiro weiter anzusehen. Er würde lange in ihrem Blick nach einem Zweifel suchen können, aber er würde nicht fündig werden. Erst ein paar Momente später drehte sich die Weißhaarige zu Raku. „Raku, seit wann machst du denn dein eigenes Ding? Einfach entgegen des Befehls deiner Teamleitung handeln, das ist ja was ganz Neues.“ Sie zwinkerte dem Jungen mit einer Leichtigkeit zu, die mit der schweren Thematik wenige Augenblicke zuvor kaum zusammenpasste. Dann knuffte sie dem Manako in die Seite, beugte sich zu ihm. „Du bist echt verdammt sentimental, dafür dass du immer so unbeteiligt tust“, neckte sie ihn voller Überzeugung und kicherte direkt im Anschluss. Auch Sentimentalität war eine Empfindung, die Chinatsu nicht nachvollziehen konnte - sie vermutete höchstens, was es bedeutete.

    Gut, gut. Nachdem das geklärt war, ging es auch direkt weiter mit der Planung. Yuichiro und Raku tauschten ihre Gedanken aus und schließlich stimmte auch die Hasekura ein, nachdem sie sich nachdenklich ans Kinn getippt und ein kurzes Murren zum Besten gegeben hatte. „Wenn sie sich trennen würden, wäre das schon blöd.“ Dann huschte der Blick ihrer gelben Seelenspiegel zu Yui und ein Grinsen stahl sich in ihr Gesicht. „Aber Yui hat bestimmt Recht. Soweit denken die bestimmt nicht. Wir kriegen die schon.“ Sie wandte sich an Raku. „Du solltest dir was von Yuis positiven Gedanken abgucken!“ Der Manako war immer viel zu negativ! Niemals fangen… wie konnte man nur mit solch einer Einstellung zu so einer Mission aufbrechen! Vollkommen unverständlich für die 16-Jährige. Schließlich erwiderte sie den Blick des Takegatama, nickte ihm kurz zu. „Nein, es gibt keinen anderen Weg. Wenn wir dem Pfad folgen, der außen um die Gewitterfelder herumführt, verlieren wir zu viel Zeit. Dann werden wir die Verbrecher vor Gokoyama nicht abfangen können.“ Sie lachte, trat an Yuichiro heran und klopfte ihm auf den Rücken. „Ach, das wird spannend! Uns passiert schon nichts, wir sind doch Ninja.“ Sie sah zu ihren beiden männlichen Teamkollegen und ihre Stimme senkte sich ein wenig. „Außerdem lernt ihr dann endlich kennen, wofür meine Heimat bekannt ist.“ Während Suna sich durch seine trockene Wüste sowie sengende Hitze oder Kiri sich durch Regen und Überschwemmungen auszeichnete… waren es in Kumogakure die Gewitterstürme, die seit jeher das Land zeichneten. Sie deutete den beiden Kollegen an, ihr zu folgen und machte sich dann bereits im leichten Lauf auf den Weg – direkt auf die Gewitterwolken zu, die sich über der gebirgigen Landschaft vor ihnen über dem Himmel erstreckten. Auch wenn es direkt über ihnen schon dunkel war, kam das wahre Zentrum des Sturms noch auf sie zu. „Ich war noch nie in Gokoyoma“, erklärte sie während des Laufens, was die Zuversicht der beiden Männer vermutlich nicht verbesserte. „Aber ich weiß, dass die Stadt nördlich, direkt hinter den Gewitterfeldern liegt. Yui!“ Sie sah über die Schulter zurück. „Du kannst doch die Himmelsrichtung deuten. Sag uns einfach immer, wohin wir laufen müssen, um nach Norden zu kommen. Dann finden wir Gokoyoma.“ Sie streckte dem Dunkelhaarigen neckisch die Zunge raus und sah dann wieder nach vorne. Ob die beiden männlichen Kollegen damit gerechnet hatten, dass ausgerechnet Hasekura Chinatsu so gut zugehört hatte, dass sie sich diese Fähigkeit von Yuichiro gemerkt hatte? Und sie jetzt auch noch der Situation entsprechend für das Team einzusetzen gedachte? Hah! Die Kunoichi war eben immer wieder für eine Überraschung gut. „Ich glaube, da hinten regnet es.“ Chinatsu sah nach vorne, in Richtung der Hügel, über denen die Gewitterwolken hingen. Sie ballte die kleinen Hände zu Fäusten und grinste – sie war aufgeregt.
     
  14. Manako Raku

    Manako Raku Genin

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    Als er wiederkam fiel Raku nicht auf, dass Chinatsu und Yuichiro bis eben noch miteinander gesprochen hatten - dazu fehlte ihm ein wenig das Feingefühl. Obwohl er sicherlich zu den logischen Fallstricken, in denen Chinatsu sich verfing, einiges hätte sagen können! Naja, was er aber wohl mitbekam war das, was das Mädchen ihm an den Kopf warf und das verschlug ihm ein wenig die Sprache. Mal ganz abgesehen davon dass sie selbst... das war doch... er spürte wie seine Augenbraue zuckte, aber es schlich sich keine echte Regung in das Gesicht des Manako. Sie hatte wohl nicht Unrecht. Aber war das vielleicht eher ein Zeichen dafür, dass er sie nicht wirklich als Teamleitung respektieren konnte, wenn sie Entscheidungen wie diese traf, als dass er einfach nur einen Befehl missachtete? Tatsächlich hielt Raku nicht viel davon, die Entscheidungen von Chinatsu ungefragt aufzunehmen und auszuführen. Bisher war das kein Problem gewesen, aber sie kamen jetzt in Positionen, in denen so etwas gefährlich werden konnte und er sah nicht ein, dass andere - oder eben auch er selbst - darunter litten, dass Chinatsu irre war. Und übrigens, was sollte denn sentimental heißen? Raku spitzte nur leicht die Lippen, aber erwiderte in diesem Moment nichts. Er war sich sicher, dass das das falsche Wort gewesen war, und das lag sicherlich nur daran, dass Chinatsu einfach nicht wirklich Dinge empfand. Er war sich mittlerweile nicht einmal mehr wirklich bei den positiven Dingen sicher, oder ob sie einfach immer nur einen fetten Kick brauchte um überhaupt was zu merken. Die Taubheit in ihrer Seele schlug seine soziale und dargestellte Taubheit bei weitem. Naja, zumindest stimmte er ihr nicht zu. Er war nicht sentimental. Er war vorsichtig und respektierte das Leben, das hatte er schon immer getan. In letzter Zeit war ihm nur immer bewusster geworden, wie sehr.

    Und weiter im Text: Er sollte sich was von Yuichiro abgucken. Raku zuckte nur mit den Schultern. Na, besser von dem Takegatama als von der Weißhaarigen, oder? Inhaltlich stimmte er dem Dunkelhaarigen zwar zu, aber ein wenig zu optimistisch fand er das dann doch. Wenn die Gauner auch nur ein wenig nachdachten, hatten die drei Ninja so keine Chance. Selbst wenn sie davon ausgingen dass die beiden Mitwisser tot waren, eine Gruppe Krimineller war auffällig, so oder so. Raku hüllte sich in Schweigen und sah in Richtung der Gewitterfront, auf die sie sich zubewegten. Das war überhaupt keine gute Idee, schon wieder. Sich Gefahr auszusetzen war eine Sache, sehenden Auges in ein rasendes Gewitter zu rennen eine andere. Deprimiert zögerte er einen Moment, holte dann eine Schriftrolle heraus - nach kurzem Kramen - und entsiegelte die darin enthaltenen Gegenstände. Es waren ein paar Kleidungsstücke, und nach kurzer Zeit flogen jeweils ein Mantel zu seinen Teamkameraden. Chinatsu würde er ein wenig zu groß sein - und Yuichiro wohl ein wenig zu klein. Und doch waren es zwei hervorragend gearbeitete (dunkelgrün-braun gefärbte) Mäntel, an denen normaler Regen abperlen würde wie von einer Lotusblüte. "Anziehen", sagte er und seine grünen Augen sahen zu seinen Kameraden. "Bringt nichts, wenn ihr durchnässt werdet." Mit diesen Worten warf er sich selbst einen Mantel über, der wie angegossen passte, und ging dann schnurstracks in die Richtung los, in die Yuichiro sie wies. Wenn sie ein Blitz traf, würde das allerdings auch nichts mehr helfen. Der Manako seufzte als er noch einmal in Richtung der dunklen Wolken sah. Das Team bewegte sich noch ein wenig weiter, und irgendwann... änderte sich das Szenario. Während vorher noch verhältnismäßig stabile Verhältnisse geherrscht hatten, änderten sich diese schlagartig. Wind kam auf, starker Wind - in Böen sogar so stark, dass sich auch Raku dagegen stemmen musste. Die Regentropfen, erst nur wenige, wurden schnell mehr, groß und schwer. Die Blitze zuckten im Sekundentakt über den Himmel, und dann war da noch dieses Heulen... das Heulen des Plateaus. Raku war sich nicht sicher woher es kam, aber der Wind schien sich irgendwo zu fangen und ein widerliches, grauenvolles Pfeifen und Heulen ertönte immer wieder. Als ob sie von wilden Bestien umgeben wären... aber Raku sah nichts, was sie bedrohen würde. Und dieses Mal sah er genauer hin. Er zog die Kapuze tiefer ins Gesicht und stemmte sich gegen die Elemente. Sein einziger Trost war, dass dieses Wetter vielleicht auch die Häftlinge aufhalten würde. Immer tiefer drangen sie in die Gewitterfelder vor, kämpften sich einen Hügel hinauf - und da wurde das wahre Ausmaß dieser geografischen Begebenheit erst klar. Kilometerweit Felsen und Plateau - und nichts, was Schutz bot. Sein Gesicht war halb von der Kapuze bedeckt und er murmelte etwas, was seine Kameraden wohl nur schwer verstehen konnten, aber der Subtext war so etwas wie 'Wenn sie hier wären, wir würden sie nicht sehen'.
     
  15. Takegatama Yuichiro

    Takegatama Yuichiro Genin

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    Ehrlich gesagt wusste Yui nicht genau, was er auf Chinatsu Aussage antworten sollte. Er schaute ihr in die Augen, aber mehr als das absolute Vertrauen in ihre Worte konnte er nicht herauslesen. Natürlich hatte sie einen guten Punkt. Es waren Verbrecher, die nicht ohne Grund in diesem Gefängnis saßen. Selbst diese Bemitleidenswerte etwas, oder was auch immer von diesem Mann übriggeblieben war, wurde für etwas verurteilt und hinter Gitter gebracht. Das waren keine Unschuldsengel, die von hier auf gleich ihre Gräueltaten bereuen und mit ihnen ganz friedlich und freundlich wieder zurück nach Kumogakure zurückkehren würden. Zusätzlich zu ihren früheren Verbrechen kamen jetzt außerdem noch Mord, versuchter Mord und Flucht dazu. Ja, das waren Kriminelle, ohne die die Welt wahrscheinlich besser dran wäre. Yuichiro verstand das und er verstand auch Natsus Einwand. Aber irgendwie hatte das Ganze doch einen bitteren Beigeschmack. Das Ninja Handwerk war blutig und der Schwarzhaarige war sich bewusst, dass er in seiner Laufbahn nicht drumherum kommen würde, das Blut eines anderen an seinen Händen zu tragen. Dennoch fragte er sich in diesem Moment, ob das denn momentan wirklich die einzige Möglichkeit war, die seine Teamleiterin in Betracht ziehen konnte.

    Seine Gedanken wurden allerdings davon unterbrochen, dass im auf einmal ein Mantel über den Kopf geworfen wurde. Zwischen dem ganzen diskutieren, was die Verbrecher nun machen könnten und wo sie genau sind, waren die Gedanken des Takegatamas immer wieder abgedriftet, sodass er nicht bemerkte, dass Raku ihnen einen Regenmantel hinwarf. Nunja, er war zwar ein wenig zu klein für Yui, aber das dürfte reichen, um ihn vom meisten Regen abzuschirmen. Wenn sie weiter in dieses stürmische Gebiet reinlaufen würden, konnte er allerdings seine Kleidung nicht so lassen, wie sie war. Mit ein paar einfachen Handgriffen zog er sich seine normalen Sachen zurecht, sodass der, normalerweise recht große, Ausschnitt nur noch minimal war und band sich eines seiner Bänder um die Taille, damit das alles unter dem Regencape nicht so im Wind umherflatterte. Nun da das geklärt war, konnten sie sich in Richtung Gokoyama aufmachen, auch wenn der Weg nicht gerade der Beste war. Das Natsu sich an dieses, normalerweise recht unwichtige, Detail, dass Yui Norden bestimmen konnte, erinnerte, erstaunte ihn. Nicht weil es Natsu war, aber für gewöhnlich braucht man diese Fähigkeit nicht, weswegen sie von den meisten wieder vergessen wird. “Alles klar” Es brauchte nicht mal einen kurzen Moment der Konzentration, da verriet ihm das Raiton: Inochi Rashingi schon, wo sich Norden befand. “Da lang” und er zeigte in Richtung Norden, mitten in die Gewitterfelder.
    Je tiefer sie in dieses Ödland vordrangen, desto bestärkter fühlte sich Yui sich darin, warum er dieses Wetter nicht sonderlich mochte. Der starke Wind, der die Gruppe hin und wieder etwas bremste, war dabei nicht mal das schlimmste für ihn. Es war eher der penetrante Regen, der sich irgendwann so anfühlte, als würden kleine Steine mit hoher Geschwindigkeit auf einen niederprasseln. Nunja, zumindest hielten Rakus Regencapes das, was sie versprachen. Zwar bekam Yuichiro hin und wieder ein paar Tropfen ab, was seiner Größe, die nicht für diesen Mantel gemacht war, lag, aber im großen und ganzen blieb er doch recht trocken. Den Hügel endlich erklommen, blickten die drei auf das, was wohl mehr oder minder zu erwarten war - nichts, nichts, ein paar Hügel und ansonsten...nichts. Wie lange sie wohl noch durch diese verlassene Umgebung laufen mussten, bis sie endlich wieder ein Stück Zivilisation erreichten? Mit einem Blick in dieses Brachland bestimmte Yui erneut Norden und stellte fest, dass sie wohl ein klein wenig vom Weg abgekommen waren. Er wandte sich seinen Teamkameraden zu und zeigte erneut in die Richtung, in die sie mussten. “Wir sind ein wenig nordöstlich gelaufen. Lasst uns so schnell wie möglich weitergehen” er musste deutlich lauter reden als sonst, damit man ihn zwischen dem Heulen, dem Regen und den Blitzen auch verstehen konnte. Nichtsdestotrotz wies er sie erneut in die richtige Richtung, dort wo man in weiter Entfernung, relativ klein, so etwas wie eine Art Gebirgskette erblicken konnte...oder so. Viel konnte man da ehrlich gesagt nicht sehen, dafür waren die Wetterbedingungen nicht gerade optimal. Na ob das gut gehen würde...
     
  16. Hasekura Chinatsu

    Hasekura Chinatsu Genin

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    „Ist das dein ernst?!“ Chinatsu konnte gar nicht an sich halten, als sie perplex die dunkelgrün-braune Sünde namens Regenmantel auffing. Sie sah auf das Kleidungsstück herab und musste innerlich fluchen, dass sie dieses … DING … auch noch gedanklich als Kleidungsstück bezeichnet hatte. Der Mantel war sinnvoll? Funktional? Und auch noch aus hochwertigen Materialien handgefertigt? Und was war es noch? Ja? Ja? Natürlich! „Das ist total hässlich!“ Ob Raku empört darüber war, ein solches Urteil über eines von seinen selbstgemachten Kleidern zu hören? Naja, er war ohnehin dauerhaft empört von der Hasekura, da machte es auch keinen Unterschied mehr. „Diese Farbe ist seit mindestens fünf Jahren auf keinem Modemagazin mehr zu finden… und das aus gutem Grund! Das ist ja noch schlimmer als diese senffarbene Gefangenenkluft…“, maulte das Mädchen weiter und beiläufig huschte ihr Blick zu Yuichiro, der den Mantel bereits übergestreift hatte. Ja, gut, er lag schön an… aber das änderte trotzdem nichts! Hektisch schüttelte die Weißhaarige den Kopf, zögerte, den Mantel überzuziehen. Erst als die ersten Regentropfen vom Himmel fielen und sie sah, wie gut das Wasser auf dem Kleidungsstück von Yuichiro abperlte, während sie allmählich durchnässte… sprang die 16-Jährige über ihren Schatten. „Ein Danke hörst du trotzdem nicht von mir“, murmelte das Mädchen in den nicht vorhandenen Bart, unzufrieden damit, sich der Vernunft des Manako geschlagen geben zu müssen.

    Das Team lief weiter, das Wetter wandelte sich. Aus den einzelnen Tröpfchen wurde ein heftiger Schlagregen, aus dem leichten Windhauch eine Böe, die an einen Orkan erinnerte. Chinatsu kannte dieses Wetter, immerhin stammte sie aus Kumogakure und dennoch… auch das zierliche Mädchen hatte sichtliche Probleme, sich gerade durch den Sturm zu bewegen. Nicht nur einmal hatte sie das Gefühl, einfach vom Wind davongetragen zu werden, sodass sie nicht umhinkam, ihren Halt mit Chakra an den Füßen zu festigen. Tatsächlich war die Hasekura jetzt sogar dankbar für den Regenmantel, der ihr ein Stück zu groß war, der dadurch aber auch jeden Kontakt ihrer Haut mit dem Regen verhinderte – aber natürlich gab sie sich nicht die Blöße, diesen Dank nach außen zu zeigen. Chinatsu blieb stehen und horchte Yuichiros Worten, der seiner Aufgabe als Navigator vorbildlich nachkam und ihnen nach einem kurzen Moment mitteilte, in welche Richtung sie gehen mussten. Die gelben Äuglein folgten dem Handzeichen des Takegatama und auch sie sah die schemenhaften Umrisse der Gebirgskette in weiter Ferne. „Na dann – jetzt geht es erst richtig los!“, brüllte die 16-Jährige gegen den Wind und man konnte ihr ihre Aufregung deutlich anhören. Die Wangen wurden ein wenig rot, sowohl von Wind und Kälte, aber auch vom kribbelnden Gefühl in ihrem Innern. Man setzte sich eben nicht jeden Tag mit solch einer Naturgewalt auseinander! Ob ihre Kameraden auch so eine freudige Aufregung empfanden wie sie?

    Etwa eine dreiviertel Stunde und sehr viel Plateaulandschaft später war es dann soweit: Die Genin kamen an der Gebirgskette an, die zuerst klein ausgesehen hatte, mit dem Näherkommen allerdings zunehmend an Größe hinzugewonnen hatte. Chinatsu hatte zuerst gar nicht bemerkt, dass sie bereits dabei waren, an Höhe zu gewinnen – erst als sie im Starkregen einen Blick zur Seite warf, wurde ihr bewusst, dass der Boden plötzlich deutlich weiter von ihr entfernt lag, als zuerst angenommen. Leider sorgte der Höhenunterschied nicht dafür, dass das Wetter besser wurde. Tatsächlich hatte Chinatsu sogar das Gefühl, dass der Wind hier oben noch an Kraft hinzugewonnen hatte, sodass sie unweigerlich mehr Chakra in ihren Füßen konzentrieren musste. Das Team wandelte zunehmend auf hohen, ungesicherten Pfaden entlang des Gebirges und es war offensichtlich, dass hier selten eine Menschenseele vorbeikam. „Wenn wir das Gebirge hinter uns gebracht haben, sollten wir Gokoyama bald erreicht haben!“, brüllte die Weißhaarige. Sie zweifelte immer noch nicht an ihrer Entscheidung, mitten durch die Gewitterfelder zu reisen, aber auch sie merkte mittlerweile, dass der Weg an ihren Kräften zerrte. Sie deutete den Teamkollegen mit einer schnellen Handbewegung an, weiterzugehen, als plötzlich ein ohrenbetäubender Lärm durch den Wind schnitt. Chinatsu sah ruckartig nach oben, dorthin, wo sie die Quelle des Geräusches vermutete und schnappte erschrocken nach Luft, als sie mehrere Steinbrocken auf die Genin hinabrollen sah. Der Boden bebte. Hatte ein Blitz dort oben eingeschlagen? „Scheiße! Passt auf!“, schrie die 16-Jährige und riss die Augen auf, als sie plötzlich spürte, wie der Boden nicht nur bebte, sondern direkt unter ihren Füßen nachließ. Sie sah zu ihren Teamkollegen, bevor sie genauso wie der Boden unter ihr schlagartig nach unten fiel. Chinatsu versuchte noch, sich mit einer Hand am Klippenrand festzuhalten, rutschte allerdings im triefenden Regen ab, schlitterte über steinigen Untergrund und bekam erst mehrere Meter tiefer einen Felsen zu greifen, um nicht endgültig in die Tiefe zu stürzen. Die Weißhaarige stöhnte schmerzvoll auf, blickte angestrengt nach oben. Sie konnte das Geröll von hier unten zwar nicht sehen, aber sie spürte noch immer das Beben und ihr wurde bewusst, dass sie gerade Nichts unternehmen konnte, um ihren Kollegen oder sich selbst zu helfen.
     
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