Inmitten der Gewitterfelder

Dieses Thema im Forum "Gewitterfelder" wurde erstellt von Hasekura Chinatsu, 14. Juli 2019.

  1. Hasekura Chinatsu

    Hasekura Chinatsu Genin

    Beiträge:
    304
    Alter:
    16 Jahre
    Größe:
    163 cm
    Fraktion:
    Shiro
    Dorf:
    Kumo
    Steckbrief:
    Link
    Cf: Vorplatz der Dorfverwaltung

    Okay, okay. Also eines stand fest: Chinatsu war ja wohl die beste Motivatorin (gab es das Wort?), die man sich nur vorstellen konnte. Sie konnte förmlich spüren, wie die Energie in Yui und Raku ankam, direkt nachdem sie deren Hände angefasst und gedrückt hatte. Das beste Team! Jaha, da konnten sich die anderen Gruppen gerne eine Schreibe von Abschneiden. Die Weißhaarige war so stolz auf sich und zufrieden mit ihren Worten an das Team, dass sie – wie so oft – die schlechte Laune des Manako gar nicht bemerkte. Die Kommunikation der beiden war… verbesserungswürdig, um es nett auszudrücken. Und der arme Yuichiro stand zwischen den Stühlen, musste irgendwie ein Vermittler sein. Tja… aber er machte den Job bisher sehr gut! Das konnte durchaus mal erwähnt werden! Während sie sich auf den Weg Richtung Gewitterfelder machten, erklärte Raku, dass er Spuren lesen könnte. Hätten die Gefangenen Spuren hinterlassen, würde er sie aufspüren können. Das war doch ein Anfang! Die gelben Äuglein wechselten auf den Takegatama, der an das Spuren lesen leider nicht herankam – er konnte ihnen aber immerhin die Himmelsrichtung nennen. Chinatsu wusste zwar auf Anhieb nicht so recht, wie sie diese Fähigkeit bei der Suche nach den Gefangenen nutzen könnten, aber sie versuchte dennoch, die Information irgendwo im Hinterkopf zu behalten. Vielleicht würde sich ja noch eine Situation ergeben, wo es ganz praktisch wäre.

    Und dann, irgendwann, wurde die Gegend hügeliger, weniger vom Menschen erschlossen. Die Genin erklommen einen Berg und Chinatsu musste sich ziemlich anstrengen, um auf dem kieseligen Steinpfad nicht auszurutschen. Ein unheilvolles Grollen offenbarte, dass sie auf dem richtigen Weg waren… die Hasekura kannte diesen Ort. Als sie den Kopf in den Nacken legte und nach oben sah, erkannte sie die dunklen Gewitterwolken, die sich in einiger Entfernung am Himmel formierten. Und die Lichter, die inmitten der Wolken herumspielten und so aus der Entfernung betrachtet eigentlich ganz schön aussahen. Doch auch Chinatsu wusste, dass diese Lichter nicht nur schön, sondern vor allen Dingen verdammt gefährlich waren. So ein Blitz konnte einen schnell töten… wenn man nicht aufpasste. „Ich könnte mir vorstellen, dass sie darauf hoffen, ihre Verfolger abzuschütteln. Oder dass die Verfolger vom Blitz getroffen werden“, antwortete Chinatsu dann, sogar recht ernst. Sie grinste, als sie den Blick von Yui und Raku suchte. „Also uns. Um genau zu sein.“ Dann tippte sich das Mädchen nachdenklich ans Kinn. „Naja, außerdem liegt hinter den Gewitterfeldern die Landesgrenze. Ich denke, wenn sie dort durch sind, wird es ziemlich schwer, sie wiederzufinden.“ Das waren natürlich alles nur Vermutungen, aber grundsätzlich war es schon möglich, dass das die Beweggründe der Gefangenen gewesen waren. „Das wird auf jeden Fall ziemlich spannend! Ich bin als Kind manchmal zu den Gewitterfeldern gelaufen, aber hab mich nie getraut, wirklich reinzugehen. Ist für mich heute also auch mein erstes Mal.“ Bei den Worten erstes Mal musste Chinatsu verheißungsvoll kichern. Teenager eben. Naja… egal. Weiter im Text. Sie stimmte Yui zu, dass sie sich beeilen sollten und so erklommen die Ninja die letzten Höhenmeter, bevor sie an der Spitze angekommen waren. Chinatsu bedeutete ihren Kollegen, stehen zu bleiben und hinter den Felsen, vor denen sie derzeit standen, zu warten. Vor den Genin erstreckte sich ein riesiges, endlos aussehendes Feld voller Geröll, kleineren Hügeln und einzelnem Gestrüpp. Unverkennbar waren die Gewitterwolken, die sich direkt über dem Feld ebenso endlos weit formiert hatten und ihrem Ruf alle Ehre machten, indem sie ein dauerhaftes Grollen tief aus ihrem Inneren hören ließen. So als würden sie nur auf ein Ziel warten, das sie abschießen könnten. Chinatsu formte ein paar Fingerzeichen. „Kami: Hinko no Kemono“ Von ihrem Körper lösten sich Papierblätter, die sich sofort in kleine Fliegen verformten und in alle möglichen Richtungen los flogen. Sie schloss die Augen, konzentrierte sich und schwieg. Wie das wohl für Yuichiro und Raku wirken musste? Die sonst so viel plappernde Teamleiterin, plötzlich ganz still und konzentriert? Ungewohnter Anblick, mit Sicherheit. Es verging ein wenig Zeit, dann riss die Kunoichi die Augen auf. „Da liegt ein Toter.“ Sie sah in die Richtung, in die eine der Fliegen geflogen war. Gar nicht allzu weit von ihnen entfernt, hinter ein paar Sträuchern, flog eine der Fliegen auffällige Kreise – nur erkennbar, wenn man ganz genau hinsah. Die erste Spur für Raku?
     
    Manako Raku gefällt das.
  2. Manako Raku

    Manako Raku Genin

    Beiträge:
    168
    Alter:
    17
    Größe:
    180 cm
    Fraktion:
    Shiro
    Steckbrief:
    Link
    Raku hätte von sich noch nicht einmal zwingend behauptet dass er schlechte Laune hatte - es war eher so, dass er überhaupt nicht mit der Situation umgehen konnte. Das Beste war noch dass sie draußen unterwegs waren und auch das unwegsame Gelände und das Gewitter schreckten ihn nur bedingt. Viel mehr fand er es erschreckend (mal wieder) mit wie wenig Reflektion Chinatsu ihre Führungstätigkeit ausübte und wie locker-flockig Yuichiro darauf reagierte. Naja. Wäre der Stock im Hintern des Manako nur ein wenig flexibler, er hätte wohl sowas wie 'Sucht euch doch ein Zimmer' gesagt. Aber auf die Idee kam er nicht einmal im Nachhinein, insofern machte es wohl auch keinen Unterschied mehr. "Hm", brummte er und fand Chinatsus Erklärung überhaupt nicht naheliegend. Das Einzige, was logisch klang, war die Sache mit der Landesgrenze. Aber es war in dieser Gegend doch bestimmt einfach nur ein Glücksspiel, ob man vom Blitz getroffen wurde oder nicht - vermutete er. Wohl kaum konnten das nicht-Ninja kontrollieren. Das Gewitter im Himmel beschrieb ganz gut sein Gemüt, denn es blitzte und donnerte um seinen Schädel herum als Chinatsu mit dem 'Ersten Mal' kam. War das ihre erste Reaktion? Es ging hier um Schwerstverbrecher und eine gefährliche Landschaft. Von ihm aus konnte sie so viele erste Male erleben wie sie wollte, aber bitte nicht mit ihm. Er hätte ein wenig Erfahrung deutlich angenehmer gefunden. Immerhin brauchte er klare Ansagen, Raku war eben eher ein Macher, kein Stratege. Höchstens im Mikro, nicht im Makro.

    Kurze Zeit später hatten sie endlich die Ebene erreicht und das Auge des Manako bewegte sich schnell hin und her, während er versuchte, alle Details aufzunehmen. Ohne Verzögerung versuchte er sich ein paar Punkte einzuprägen, an denen er sich orientieren konnte, scannte die Spitzen und das Geröll ab, warf einen kurzen Blick in den Himmel. Dann öffnete er seinen Blick und fixierte sich nicht auf etwas bestimmtes, sondern versuchte sein Blickfeld ein wenig... zu weiten und nur auf Bewegungen zu achten. Aber die paar Bewegungen die er registrierte waren gleichmäßiger Art - ein paar sich im Wind wiegende Sträucher und Büsche. Während sich der Hellhaarige noch damit beschäftigte die Eindrücke zu verarbeiten machte Chinatsu ausnahmsweise mal etwas nützliches und erschaffte wieder mal ihre Papierfreunde. Immerhin stellte sie Yuichiro und ihm nicht erstmal die ganzen Fliegen einzelnd vor. Raku hatte mittlerweile gelernt, so etwas nicht noch einmal laut zu sagen, denn sonst würde die Weißhaarige das sofort als Anlass nehmen, eben das zu tun. Missmutig sah er in ihr Gesicht, welches - im Gegensatz zu 99% der Restzeit - konzentriert aussah. Wow. Sie machte was. Kurz darauf aber strafte ihn seine Skepsis Lügen, als Chinatsu wirklich etwas gefunden zu haben schien. Raku blinzelte verwirrt und brauchte einen Moment, um das zu verarbeiten - sah dann in die Richtung, in die die Kumo-nin zeigte. "Ein... Toter?" Er schien etwas zurückhaltend und war das auch - seit der Mission in Suna war er sehr, sehr vorsichtig was dieses Thema anging. Er fiel regelmäßig in ein sprichwörtliches Loch, wenn er sich Gedanken zum Tod machte, vor allen Dingen den Tod, den er gebracht hatte. Aber auch ganz generell. Es gefiel ihm nicht wie die beiden Teamkameraden ihn ansahen - so als wollten sie sagen, er sollte doch bitte etwas mit dieser Information anfangen (sei mal dahingestellt, ob die es wirklich machten). Er verzog das Gesicht und folgte dem Wink von Chinatsu, konnte die Fliegen erst nicht erkennen - doch nachdem er wieder seinen Blickwinkel ein wenig geändert hatte, klappte auch das. Der Bogenschütze umging die Sträucher und sah den Toten erst nach einem Moment. Ja, der war wahrscheinlich wirklich tot. Wilde Tiere schienen sich schon Teile seines Körpers geholt zu haben und so war da nicht mehr alles hundertprozentig identifizierbar. Wie lange er tot war? Schwierig zu sagen, Raku hätte ihn anfassen müssen um das herauszufinden. Das wollte er aber nicht. Wahrscheinlich hätte er 'früher' kein Problem damit gehabt, aber im Moment war das einfach... nur eine Vorstellung, die gar nicht ging. "Yuichiro", sagte er deshalb und deutete auf den Toten. "Untersuch' den Typen mal. Ist das einer unserer Gesuchten?" Kurz schwieg er, dann trat er ein wenig zur Seite und sah weg. "Wenn du mir ein paar Informationen geben kannst dann kann ich vielleicht auch sagen, wie lange er schon tot ist. Ist er kalt?" Der Manako ging ein wenig herum und schien nach Spuren zu suchen. "Ich sehe mich um ob ich hier noch was anderes finden kann..." Tatsächlich war das - wer hätte das gedacht - gar nicht sein erstes Ziel, sondern er wollte nur von der Leiche weg. Auch der Mann da hatte mal eine Flamme des Lebens in sich getragen. Doch die war verloschen. "Hast du sonst noch was gesehen?", fragte er Chinatsu und untersuchte den Boden. Ob es hier auch regnete? Oder blitzte es nur? Blut sah er jetzt keines direkt... "Wie erkennen wir eigentlich die Insassen?"
     
  3. Takegatama Yuichiro

    Takegatama Yuichiro Genin

    Beiträge:
    121
    Alter:
    16
    Größe:
    1,88m
    Fraktion:
    Shiro
    Dorf:
    Suna
    Steckbrief:
    Link
    Es war manchmal echt nicht einfach, zwischen “zwei Parteien” zu stehen und dafür sorgen zu wollen, dass die beiden gut miteinander klarkommen. Nicht, dass jemand von ihnen noch irgendwann mental zusammenbricht. Wobei, bei Natsu dürfte das, laut Yuis Einschätzung, kein Problem sein. Sie hatte so viel Elan und Energie, wenn es jemanden gab, der bis zum Ende eine einigermaßen positive Stimmung behielt, dann wohl sie. Ob das jetzt gut oder schlecht sei, war jetzt mal dahingestellt. Raku hingegen war das genaue Gegenteil. Seine Stimmung war nicht die Beste, er redete anscheinend nur so viel, wie es nötig war und...naja, mehr brauchte man da nicht zu sagen. Ehrlich gesagt fand Yui es schon irgendwie ganz spannend, die beiden einfach nur ein wenig zu beobachten und machen zu lassen. Aber gleichzeitig hatte er das Gefühl, für einen von beiden würde es stark auf die geistige Verfassung gehen. Raku hatte ihm gegenüber mal erwähnt, dass er nicht unbedingt gut mit Natsu klar kommt, was Yui damals irgendwie nicht verstanden hatte. Aber so langsam schien sich zumindest ein Bild von dem abzuzeichnen, was er damals meinte. Oder der Manako war mit dem falschen Fuß aufgestanden, wer weiß.

    “Dann sind sie aber auch das Risiko eingegangen, selbst vom Blitz getroffen zu werden. Wobei, sie hatten wahrscheinlich nichts zu verlieren.” Zumindest war das Yuichiros erste Idee, wieso sie ausgerechnet hierher gelaufen sind. Natürlich war es gefährlicher für ihre Verfolger, diesen Weg zu gehen. Aber es war genau so gefährlich für die Verfolgten, wenn sie keine Mittel hatten, sich zu schützen. Oder hatten sie vielleicht sowas? Naja, die Gruppe erklomm erstmal die letzten Meter, bis sie letztendlich oben auf den Gewitterfeldern standen. Ein echt...trostloser Anblick. Das war ein reines Ödland, hier und da ein paar Grasbüschel aber im großen und ganzen gab es hier nichts außer Boden und Steine. Yui konnte hier nichts außergewöhnliches erkennen, er überließ den anderen beiden mal das Scannen des Gebiets. Natsu machte es auch gleich vor und suchte das Gebiet mithilfe von Papierfliegen ab. Nützlich. Und der Anblick war etwas neues, sie sah so ernst und konzentriert aus. Bei ihren nächsten Worten staunte der Takegatama nicht schlecht. Ein Toter? Also...er hatte sich schon vorgestellt, dass es vielleicht dazu kommen könnte, dass sie sowas finden aber...irgendwie bereitet es ihm doch ein wenig unbehagen. Und der Anblick der Leiche machte es auch nicht gerade besser. Ehrlich gesagt war das das erste Mal (hier ein Kichern von Chinatsu einfügen), dass Yuichiro eine Leiche sah. Naja, technisch gesehen das zweite Mal, damals im Sumpf gab es da noch eine, aber die war so stark vom Matsch überzogen, dass man dort nichts genaueres sehen konnte. Jetzt allerdings...sah man alles. Die weit aufgerissenen Augen, die offenen Stellen, an denen sich anscheinend schon Tiere vergangen haben, alles. Neben der, nicht zu bestreitenden, Neugier kam in Yui auch ein breites Gefühl des Unbehagens hervor. Er sollte sich diesem toten Menschen annehmen und ihn...untersuchen? Aber wie genau? Einige Momente vergingen, in denen der Takegatama das entstellte Ding nur ansah, bevor er sich zu ihm hinunter beugte und...Sachen tat. Zuallererst fasste er ihn an um zu sehen, ob er kalt war. “Ich würde sagen...lauwarm? Fühlt sich nicht warm an, komplett kalt aber auch nicht.”, richtete er an seine Kameraden, hauptsächlich an Raku, da er danach gefragt hatte. Was konnte er noch tun? Ah ja, es gab da noch was! Yui überprüfte, zumindest mit seinem Laienwissen, ob die Totenstarre schon eingesetzt hatte. Dabei bewegte er einfach mal ein wenig die verschiedenen Körperteile, ohne zu wissen, ob er es richtig machte. “Lässt sich noch bewegen...so einigermaßen.” Nachdem er die Leiche noch, mehr oder weniger, auf Hab und Gut untersuchte, stand Yui wieder auf und richtete seinen Blick an Raku. “Viel hatte er nicht bei sich. Haben wir irgendwelche Hinweise darauf bekommen, wie die Insassen aussehen? Ansonsten können wir erstmal nur darauf spekulieren, dass es einer von ihnen ist. Aber wieso ist er tot?”
     
    Manako Raku gefällt das.
  4. Hasekura Chinatsu

    Hasekura Chinatsu Genin

    Beiträge:
    304
    Alter:
    16 Jahre
    Größe:
    163 cm
    Fraktion:
    Shiro
    Dorf:
    Kumo
    Steckbrief:
    Link
    Chinatsu blieb unweit ihrer beiden Teammitglieder stehen, verschränkte die Arme vor der Brust und beobachtete, wie Yuichiro und Raku damit begannen, den namenlosen Toten auf dem Boden zu untersuchen. Naja, eigentlich untersuchte nur Yuichiro, während der Manako ihm kurz die Anweisung dazu gegeben hatte. Wäre die Hasekura minimal empathischer gewesen, hätte sie vielleicht eine Vorstellung davon gehabt, warum sich Raku so auffällig verhielt. So nahm sie zwar mit einer gewissen Neugier zur Kenntnis, dass der Hellhaarige sich scheinbar davor scheute, den toten Körper zu berühren, wusste aber nicht, warum das so war. Es hatte auf sie eigentlich nicht den Anschein gemacht, als würde sich Raku viel um Leben und Tod scheren, eher als würde er seinen Job als Ninja über alles stellen – oder hatte sie da vielleicht einen falschen Eindruck gehabt? Bei Chinatsu gut möglich. Sie nahm sich vor, Raku beizeiten nochmal auf die Situation anzusprechen, einfach um ihre Neugier zu stillen. Für den Moment jedoch beließ es das Mädchen dabei, linste nur gelegentlich zu den dunklen Gewitterwolken, die sich unweit des Teams unheilvoll am Himmel aufblähten. Sie ging davon aus, dass sie in diesem Gewitter noch mehr Tote finden würden... es gab einen guten Grund, warum hier für gewöhnlich keine Menschen unterwegs waren. Die, die sich freiwillig zu den Gewitterfeldern begaben, waren entweder hochrangige Ninja bei intensivem Training oder lebensmüde Adrenalinjunkies, die selten mit dem Leben davonkamen...

    „Das da…“ Chinatsu deutete auf den Toten, direkt nachdem Yuichiro geendet hatte. „… ist die Gefangenenkluft, die jeder Insasse eines Gefängnisses in Kumogakure trägt.“ Tatsächlich konnte man trotz des teilweise entstellten Körpers, der zerrissenen Kleidung und dem Dreck eine senffarbene, sehr dünne Jacke mit einer Hose in gleicher Farbe erkennen. Dazu sehr dünne Sandalen, die nicht sonderlich bequem wirkten. Einen langen Marsch hätte Chinatsu in solchem Schuhwerk nicht zurücklegen wollen. „Ein paar Bekannte meiner Mum waren im Gefängnis, die hatten das auch immer an.“ Die Weißhaarige grinste, löste die Verschränkung ihrer Arme und trat ein Stückchen näher. „Ich gehe davon aus, dass die anderen Insassen genau die gleichen Klamotten tragen werden.“ Als sie neben Yuichiro zum Stehen kam, kratzte sich die 16-Jährige nachdenklich am Kinn, grummelte leise. „Die Armen, in so nem Outfit würde ich mich ja niemals freiwillig in der Öffentlichkeit zeigen“, fasste sie ihre Überlegungen zusammen – senffarben war aber auch nicht unbedingt die Trendfarbe dieses Jahres. „Er sieht nicht so aus, als wäre er vom Blitz getroffen worden.“ Als Yuichiro fragte, warum der Insasse tot war, überbrückte Chinatsu auch noch den letzten Meter zwischen ihr und der Leiche. Er lag auf dem Bauch, den Kopf seitlich weggedreht. Die Augen weit aufgerissen blickten irgendwo in die Ferne. Kein Blut. Keine Verbrennungen. Was blieben für Todesursachen übrig? Ohne Zurückhaltung – oder einen gewissen Respekt – stieß die Hasekura den Leichnam mit dem Fuß an, damit er sich drehte und schließlich auf dem Rücken lag. „Er wurde gewürgt.“ Durch die neue Position wurde der Blick auf die Kehle des Mannes freigegeben, an dem tiefrote Würgemahle zu erkennen waren. „Meine Güte, das ist ja wie in den Fernsehserien, die Kenshin manchmal guckt.“ Chinatsu fand das ziemlich amüsant, fast als wäre sie selbst eine Kommissarin im Einsatz. „Wer auch immer es war, muss mit sehr viel Kraft zugezogen haben“, sie nickte und zitierte damit wortgetreu eine Schauspielerin der besagten Sendung - das Mädchen kicherte innerlich bei dieser Erkenntnis. „Vielleicht haben die sich ja gestritten oder so…“

    Wenn Raku auf seiner Pirsch in der Umgebung und mit den neuen Informationen zu der Insassen-Kleidung aufmerksam war, könnte er vielleicht etwa hundert Meter entfernt, versteckt in einem der Büsche, eine zierliche, senffarbene Gestalt erkennen. Wenn nicht… dann würde diese Gestalt in den nächsten Augenblicken mit Sicherheit die Flucht ergreifen.
     
    Takegatama Yuichiro gefällt das.