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Inmitten der Gewitterfelder

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Mit einem eisernen Griff, so als würde sein Leben davon abhängen, hielt Yui sich an diesem Stein fest. Ach Moment...sein Leben hing davon ab! Und nicht nur seines, denn Raku war momentan wohl in keiner Verfassung um irgendetwas tun zu können, damit die Beiden aus dieser Situation entkommen könnten. Also lag seine einzige Hoffnung gerade auf Chinatsu. Er wusste zwar nicht wie, aber sie würde es schon hinbekommen. Wenn nicht, dann...nein, in diese Teufelsspirale des Denkens durfte er gar nicht kommen. Das endet nie gut. Es waren nur wenige Sekunden, die vergingen, doch es fühlte sich wie Minuten, fast schon Stunden, an. Das Geröll machte dem Takegatama weiter zu schaffen und mittlerweile wusste er nicht mal mehr, wie oft ihn diese Steine schon erwischt hatten. Zum Glück konnte er dem ein oder anderen Stück durch leichtes schwingen ausweichen, angenehm war es hier aber trotzdem nicht wirklich. Ein wenig verwirrt schaute er hoch zur Hasekura, die ihn anleitete, den Stein loszulassen. Hatte sie das gerade wirklich gesagt oder hatte Yui vielleicht schon den ein oder anderen Felsen zu viel abbekommen? Es schien wohl Realität zu sein, denn kurz darauf kam auch seine Teamkameradin direkt auf sie zu, ihr Unterkörper schien sich komplett aufgelöst zu haben. Okay, was hatte er verpasst? Ehrlich gesagt hatte er in dieser Situation sowieso nicht viel Auswahl, denn mit der Zeit bröckelte auch seine Halterung und würde nicht mehr lange halten. Ein kurzer Blick zum hängenden Raku und wieder zurück zu Natsu genügte. Na dann, von nichts kommt nichts…

Yui ließ den Stein los und befand sich nun völlig frei in der Luft. Gut, die Schwerkraft und sein Anhängsel hatten auch noch ein Wörtchen mitzureden, denn sofort zog ihn die Tiefe zu sich und er stürzte den Abgrund hinunter. Dieser Fall hielt aber auch nicht lange, denn auf einmal schienen sie...in der Luft zu schweben? Yui schaute nach vorne, doch seine Sicht wurde von Natsu und zwei riesigen Papierflügeln behindert. “Wow…”, sowas hatte er noch nie gesehen und neben dem ganzen Adrenalin und seiner langsam schwindenden Kraft fand sich ein Ausdruck von Erstaunen in seinem Gesicht wieder. Die eine Hand hielt Raku weiterhin so fest es ging, die andere umklammerte nun Natsu und gemeinsam flogen sie solange, bis sie einen Unterschlupf fanden. In dieser kleinen Einbuchtung angekommen, legte Yui ihren Teamkameraden erstmal sanft auf den Boden, setzte sich erstmal an eine Felswand und schnaufte durch. Raku zu tragen wäre alleine nicht so anstrengend gewesen, als dass man sich hätte ausruhen müssen, allerdings hatte das ganze Geröll stark an seinem Körper gezerrt. Natsu schien auch nicht mehr in bester Verfassung zu sein und von dem Manako fangen wir gar nicht erst an. Sein Blick wandte sich nur Hasekura und er zwang sich ein lächeln aufs Gesicht. “Ich werde es schon überstehen. Du warst unglaublich”. Ihm war gerade eigentlich so gar nicht nach lächeln aber er tat es trotzdem. Sein gesamter Körper beschwerte sich, doch war er nicht der einzige, der etwas abbekommen hatte. Apropos, sie sollten sicher gehen, dass es Raku nicht allzu schlecht ging, weswegen Yui ihn erstmal “untersuchte”. Naja, was er eben so hinbekam. Gucken, ob er noch atmete und auf offensichtliche Verletzungen überprüfen. “Am Kopf ist Blut. Wir sollten das wohl verbinden”. Yui richtete den Manako leicht auf und lehnte ihn gegen die Felswand. In diesem Moment fiel ihm aber ein, dass er keinen Verband oder dergleichen dabei hatte. An sowas hatte er ehrlich gesagt nie gedacht, da er das noch nicht brauchte. Aber ihm kam eine Idee, wie man das lösen konnte. Kurzerhand riss der Schwarzhaarige sich ein Stück seiner Kleidung ab und Band es dem Manako, so gut er konnte, um den Kopf. Er war definitiv kein Profi, aber das würde hoffentlich halten. Kurzerhand drehte er sich wieder zu seiner anderen Teamkameradin um, um zu sehen, wie es ihr ging. “Alles okay bei dir?” Was Yuichiro allerdings nicht bemerkt hatte war, dass ihm mittlerweile neben dem linken Auge Blut das Gesicht hinunter floss. “Was machen wir jetzt, Teamleiterin?”
 
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Alles, aber wirklich alles lief schief. Draußen tobte der Sturm, sie selbst war völlig entkräftet, ein Teamkollege war bewusstlos. Chinatsu sah auf, hörte das Lob des Takegatama, konnte sich aber im Moment zu keinem Lächeln durchringen. Unglaublich… naja, sie hatte es geschafft, ihre Technik im Ernstfall anzuwenden, das war tatsächlich ein Erfolg. Doch der Blick auf den reglosen Körper des Manako milderte das Erfolgserlebnis deutlich ab. Die Hellhaarige holte tief Luft, während Yuichiro Raku untersuchte und schließlich mit einem abgerissenen Stück seiner eigenen Kleidung notdürftig versorgte. Das Mädchen richtete sich auf, sah über die Schulter zurück zum Ausgang der Einbuchtung, konnte den prasselnden Regen inmitten der Sturmböen nur zu gut beobachten. Als sie sich wieder umwandte, war Yuichiro mit der Versorgung fertig und die gelben Äuglein weiteten sich ungemein, als sie das Blut erkannte, dass auch von seiner Schläfe herablief. Er auch. Auch er war verletzt.

Einen kurzen Moment verharrte die Hasekura in ihrer Position, starrte Yuichiro ungläubig an. Plötzlich drang die wispernde Stimme von ihrem Bruder an ihr Ohr: „Pass auf dich und dein Team auf.“ Das hatte er auf dem Dorfplatz zu ihr gesagt. Sie sah Kenshin bildlich vor sich, mit seinem schiefen Grinsen. Sie dachte darüber nach, was er in ihrer Situation tun würde. Nach ein paar Sekunden gab sich die 16-Jährige endlich einen Ruck, ging entschlossen auf den deutlich größeren Takegatama zu, packte ihn schließlich am Arm und zog ihn unwirsch mit sich nach unten, sodass sie sich beide neben den bewusstlosen Manako auf den Boden setzten. „Wir bleiben hier“, verkündete sie dem Dunkelhaarigen, ohne ihm dabei in die Augen zu sehen. Dann griff sie in ihre eigene Tasche und fischte ein blaues Stoffband hervor – ein Accessoire, das sie normalerweise für ihre Haare benutzte. Sie hielt es bereitwillig Yuichiro hin. „Hier, nimm das.“ Und als er nicht sofort reagierte, verzogen sich die Mundwinkel des Mädchens ein wenig nach unten. „Du blutest. Egal, halt still.“ Sie entschied sich doch anders, wollte Yuichiro das Stoffband nicht einfach geben, sondern kniete sich vor ihn. Zuerst legte sie seine Kapuze zurück in seinen Nacken, dann strich sie seine Haare vorsichtig zur Seite – um den Ursprung der Wunde zu erkennen – und band den Stoff schließlich um seinen Kopf, um zumindest zu verhindern, dass noch mehr Blut aus der Wunde strömte. Ob das Prozedere dem jungen Mann Schmerzen verursachte? Wenn Chinatsu gerade nicht so unter Druck wäre, hätte sie sich wohl darüber geärgert, dass eines ihrer Lieblingsbänder nun durch Blut besudelt und unbrauchbar war. Gerade war sie aber tatsächlich nur froh darüber, Yuichiro etwas helfen zu können. Als sie mit der Versorgung des Dunkelhaarigen fertig war, fiel der Blick der gelben Äuglein auf den bewusstlosen Raku, der direkt neben ihnen lag. Sie setzte sich direkt hinter ihn, hob seinen Kopf vorsichtig an und bettete ihn auf ihren eigenen Schoß – sie hatte keine Ahnung, ob das half, aber sie wollte ihn nicht einfach so auf dem kalten Boden liegen lassen. Die Augen der Hellhaarigen schlossen sich erschöpft. „Danke, dass du dich um Raku gekümmert hast.“ Es kam nicht oft vor, dass sich das Mädchen bedankte – aber es erschien der 16-Jährigen irgendwie angemessen. Sie war ratlos und hoffte, dass der Manako bald wieder zu sich kam. Das kleine Lächeln, das im nächsten Moment über ihr Gesicht huschte, erreichte zwar nicht ihre Augen, aber es reichte, um den ernsten Ausdruck verschwinden zu lassen, als sie wieder zu Yuichiro sah. „Mir geht’s im Vergleich zu euch beiden ganz gut.“ Sie schüttelte kurz den Kopf. „So können wir nicht weiter, erstmal muss Raku wieder zu sich kommen. Und wir beide sollten auch Kraft sammeln.“ Und gedanklich ergänzte sie: „Das würde Kenshin jetzt mit Sicherheit auch so machen.“ Die Hasekura seufzte, blickte dann direkt in die blaugrauen Augen Yuichiros, so als würde sie darin etwas suchen. „Ohne euren Einsatz wäre ich vorhin vermutlich abgestürzt. Mein Tenshi no tsubasa hätte ich im freien Fall nicht vorbereiten können.“ Eine Pause. „Danke.“ Wieder ein Dankeschön, ehrlich und direkt. Erneut fischte das Mädchen in ihrer Tasche, holte eine kleine Schriftrolle hervor und entsiegelte eine Trinkflasche mit klarem Wasser. Anstatt zuerst zu trinken, hielt sie die Flasche dem Takegatama hin. „Trink was. Und dann lehn dich zurück und ruh dich aus.“ Unerwartet schmunzelte Chinatsu wieder, fast auf die gleiche Art, wie sie es sonst auch immer tat. „Ich sag Bescheid, wenn unser Raku-chan genug geträumt hat.”
 

Manako Raku

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Noch immer konnte er keinen Finger rühren, wohl aber spüren, dass irgendetwas an ihm herumgefummelt wurde. Ob der junge Mann nun saß oder lag, es machte für ihn absolut keinen Unterschied - war nicht so, als würde er das mitbekommen. Doch was er merkte war, dass dieses unheimliche Auslaufen, dieser Verlust von Kraft, mit einem Mal nicht mehr so... präsent war. Der Manako hing noch immer in einem imaginären Netz, aber immerhin schien sein Körper langsam ein wenig zu sich zu finden. Ohne dass er wusste wie er dorthin gekommen war spürte er eine weitere Berührung, dieses Mal wohl von jemandem anderen als zuvor. Der Schlitz seines Auges verriet nur, dass es nicht Dunkelhaar-Yuichiro war. Worte verstand er keine, aber es war schon so seltsam genug für ihn. Langsam kam ein wenig Gefühl zurück in seinen Körper und der junge Mann spürte eine gewisse Wärme von dem Körper unter seinem Kopf ausgehen. Als er nach oben sah (also... durch sein eines, halb verschlossenes Auge) erkannte er weiße Haarsträhnen, die zu ihm herunterhingen und für einen Moment lang war er vollkommen verwirrt. Ein krasses Gefühl von Deja-vú drängte sich ihm auf, ein unfassbar starkes Gefühl von 'das hatte ich doch schon einmal' überkam ihm und in einem Bruchteil dieser Sekunde fühlte sich der Bogenschütze gute fünfzehn Jahre zurück in die Vergangenheit versetzt - mit seiner Mutter über sich, und einer der letzten Male dass er so eine Nähe wirklich gespürt hatte. Seine soziale Isolation hatte nicht wirklich lang danach angefangen, und - mal ganz abgesehen davon - war seine Mutter auch eine Irre. Und doch vermisste er sie. Raku wurde klar, dass es um ihn ziemlich schlecht stehen musste, wenn ihm schon so eine simple Berührung eine solche Sehnsucht verpasste, und doch tat er in diesem Moment das, was er immer machte: Er verschloss dieses Bedürfnis tief in sich, konnte aber nicht verhindern, dass für einen Moment eine (dramatische) Träne seine Wange hinunterlief. Lag natürlich nur daran, dass er zu lange nicht geblinzelt hatte. Eine andere Erkenntnis drängte sich wieder auf, während sein Bewusstsein immer näher wieder zu ihm kam, und eben jene Erkenntnisse zuließ. Chinatsu war seiner Mutter wirklich ähnlich. Und das war ein extrem seltsames Gefühl. Es wunderte ihn aber auch nicht, dass er so auf die junge Kumo-nin reagierte - er projezierte seine eigenen Konflikte auf sie, ohne, dass er wirklich versucht hätte ihr eine Chance unabhängig von seinen negativen Gefühlen bezüglich seiner Mutter zu geben. Das würde er wohl ändern müssen.

Schließlich blinzelte er und öffnete sein Auge wieder, sah nach oben in die seltsam gefärbten Augen der Kunoichi, auf deren Schoß er lag. Wäre er auch nur ein wenig reflektierter, hätte er sich eingestehen müssen dass er sich in diesem Moment wohl fühlte, irgendwie. Da er aber noch lange nicht soweit war, raffte er sich so schnell es ging auf und schwankte kurz ein wenig im Sitzen, fing sich aber schnell wieder und fasste sich an den Kopf - nachdem er sich die seltsame Flüssigkeit an seiner Wange abgewischt hatte, die kein Blut war. Die Müdigkeit war immerhin weg, es blieb ein mörderischer Durst. "Wasser", krächzte er dann - ein wenig fragend, mehr als einfacher Ausdruck seines Bedürfnisses. Er entdeckte eine Flasche, in der noch ein wenig Wasser übrig geblieben war, und stürzte die Flüssigkeit herunter. Wie ein Schwamm fühlte sich der Hellhaarige in dem Moment, so ausgetrocknet, dass seine Zunge ihm wie ein dickes Stück Fleisch im Mund zu liegen schien. Er klopfte seine Kleidung vorsichtig ab und spürte, dass alles soweit noch dran war - soweit er beurteilen konnte. Mit etwas zittrigen Händen entsiegelte er selbst noch eine Flasche und trank die mit gierigen Schlucken aus, wischte sich dann über die Mundwinkel und sah zu seinen Kameraden. Es waren vielleicht zehn Minuten vergangen, seit sie in der Höhle angekommen waren, aber das wusste er ja nicht. "Alle noch am Leben. Gut", sagte er - gewohnt im Stakkato. Seine Sorge, sein Instinkt zum Beschützen, war ihm in diesem Moment nicht mehr so recht anzumerken. Aber Raku war heilfroh dass es seinen Kollegen gut ging (mehr oder weniger, wenn man nach Yuichiros Verarztung urteilen wollte). Chinatsu schien unverletzt, was er beeindruckend genug fand. "Was ist...", fing er an, dann zuckte seine Augenbraue kurz. Eigentlich war es auch egal. Es war ihm ein Rätsel wie er noch lebte, aber sein persönlicher Schutzengel hatte ihm mal wieder beigestanden, wie auch bei der Hexenkessel-Geschichte. Dass sein Schutzengel diesmal wortwörtlich seine Kollegen gewesen waren, wusste er nur noch so halb. Er stand auf, lehnte sich kurz gegen die Wand und atmete einen Moment durch. Dann stieß er sich ab und ging zur Öffnung, durch die sie wohl hereingekommen waren. Es regnete noch immer wie verrückt. "Lass' uns gehen. Keine Zeit verlieren", sagte er und sein regungsloses Gesicht sagte nichts darüber aus, wie er sich fühlte - schwach und vor allen Dingen ausgeliefert. Ihm fiel etwas ein, griff in eine seiner Innentaschen und holte eine kleine Box heraus, nahm eine kleine Tablette heraus und besah sich das Aufputschmittel einen Moment lang. Eigentlich mochte er es nicht solche Mittel zu verwenden, aber es war genauso ein Werkzeug im Arsenal eines Shinobi wie jedes andere. Mit einer schnellen Bewegung schmiss er es sich ein und wand sich seinen Kollegen zu. "Bin bereit."
 
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Ihm wäre die rote Flüssigkeit, die sein Gesicht herunterlief wahrscheinlich früher aufgefallen, wären seine Gedanken momentan nicht einhundertprozentig darauf fokussiert, wie es seinen beiden Teamkameraden erging. Vor allem Raku, ihn schien es ja ordentlich erwischt zu haben. Natsu hingegen sah recht unverletzt aus, wenngleich man ihr ansehen konnte, dass auch sie nicht gerade an ihrem Höhepunkt war. So langsam war das vorherige Adrenalin auch komplett verflogen und Yui merkte, was er seinem Körper dort vorhin angetan hatte. Ihm wurde gerade klar, wie viel Training er noch durchziehen musste, um so eine Steinlawine mit gutem Gewissen angehen zu können. Diese Mission öffnete ihm das ein oder andere Auge, aber momentan stand dies eher an zweiter Stelle.

Etwas überrascht schaute er drein, als die Hasekura ihn auf einmal nach unten zog und ihm ein blaues Band hinhielt. Leicht verwirrt guckte er sie an, bis sie ihm nun mitteilte, was er eigentlich schon längst hätte bemerken müssen. Seine linke Hand ließ er kurz über die Gesichtshälfte fahren und schaute sich das Ergebnis an. “Oh…” mehr sagte der Dunkelhaarige darauf nicht und ließ sich verbinden. Sein Gesicht verzog er kein bisschen, auch wenn es dort oben langsam anfing, zu stechen. Wie groß die Wunde wohl war? Alleine durch den Schmerz konnte er das nicht abschätzen. Wollte er das wissen? Naja...irgendwie schon, aber irgendwie auch nicht. Nachdem sie fertig war, Yuis Wunde zu behandeln, lehnte der Takegatama sich an die Felswand und atmete mehrere Male tief durch. Das war einfach nur dafür da, um ein wenig Ruhe finden zu können. Er hatte zwar keine Ahnung von richtigen Atemtechniken, doch das, was er machte, würde schon seinen Zweck erfüllen. Sein Kopf drehte sich leicht zur Hasekura, als diese sich bedankte und er entgegnete ihr mit einem sanften, ruhigen Ausdruck. “Wir sind Teamkameraden. Wir helfen uns, das versteht sich von selbst. Außerdem hast du uns genauso gerettet. Wir wären ohne dich in den Abgrund gestürzt.” Was sie in seinen Augen sah, war pure Erleichterung. Erleichterung darüber, dass sie es alle überstanden hatten. Erleichterung darüber, dass sie Raku einigermaßen versorgen konnten. Und Erleichterung darüber, dass keiner von ihnen wohl ernsthaft zu schaden gekommen war. “Was meinst du? Kannst du mir vielleicht irgendwann noch etwas mehr von diesen Papierjutsus zeigen? Wenn wir von dieser Mission zurückkommen, brauche ich definitiv etwas mehr Training. Wir könnten das verbinden. Wie wärs?” schlug er dem hellhaarigen Mädchen nun vor. Yuichiro war sehr fasziniert von diesen Techniken und er wollte unbedingt mehr sehen! Außerdem war es vielleicht gar nicht so schlecht, die Stimmung etwas zu verbessern, indem man sich miteinander unterhielt.

Mit einem dankenden Nicken nahm er die Flasche der Hasekura und füllte seine Kehle mit dem, was gerade einem Gottesgeschenk gleichkam. Dann lehnte er sich zurück und schaute erstmal einige Zeit die Decke an. Naja, anschauen kann man das nicht nennen, denn seine Augen waren die ganze Zeit geschlossen. Und so langsam offenbarte sich ihm, was die Steine bei ihm anrichteten. Die blauen Flecke waren kein Wunder, dass würde er einfach ignorieren und weitermachen können. Doch merkte Yui langsam, wie seine rechte Schulter sensibler auf Berührungen reagierte und bei Bewegungen anfing, zu schmerzen. Das war schlimmer als ein blauer Fleck, besser einschätzen konnte er es aber auch nicht. Fürs Erste würde er die Schmerzen erstmal runterschlucken und sich auf andere Dinge konzentrieren. Von der Seite vernahm er nur das Geräusch eine Bewegung, reagierte im ersten Moment allerdings nicht drauf. Erst als er Rakus Stimme hörte, öffneten sich seine Augen und er wand sich dem Geschehen zu. Der Manako war wach, das war gut. Allerdings schien er nicht wirklich in der besten Verfassung zu sein, kein Wunder. So schnell wie er wach war, so eifrig war er auch schon wieder, weiterzuziehen. Einen Moment lang blickte der Takegatama einfach nur in Richtung der Öffnung und stand dann auf. Mit einem Blick, der mit dem ausdruckslosen Ausdruck seines Teamkameraden gleichziehen könnte, ging er auf ihn zu und starrte ihn einige Sekunden einfach nur an. Ein Seufzen zerbrach den gleichgültigen Blick des Takegatamas und ersetzte ihn durch eine Mischung aus Sorge und Ernsthaftigkeit. “Wir haben eine Mission zu erfüllen, das stimmt. Und diese Aktion hat und sicherlich genug Zeit gekostet.” fing er an “aber…” jap, sowas hat immer ein “aber”. “...ich kaufe dir nicht ab, dass du wieder vollständig auf den Beinen bist.” Er legte Raku eine Hand auf die Schulter und sah ihm tief in die Augen. “Natürlich zählt jede Sekunde, aber das werde ich nicht auf Kosten der Gesundheit eines Kameraden auf mich nehmen. Wir können von mir aus aufbrechen, wenn…” und ein “wenn” ist auch noch dabei, bald sind sie alle da gewesen! “...du es langsamer angehen lässt. Wir wollen nicht, dass es sich verschlimmert.” Und sein Blick wandte sich zur Hasekura, nun wieder etwas sanfter ausschauend. “Wie siehst du das, Captain?” Vielleicht hatte sie ja irgendwelche Einwände oder andere Vorschläge.
 
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Konzentriert sah Chinatsu auf den reglosen Körper des Manako hinab, konnte allerdings zufrieden feststellen, dass sich sein Brustkorb gleichmäßig hob und senkte. Er war verletzt, keine Frage, aber es schien ihm ansonsten gut zu gehen. Zumindest rechnete die Hasekura damit, dass er ansonsten weder so ruhig liegen, noch so gleichmäßig atmen würde. Rein vom dem, was ihr Gefühl ihr sagte. Als Yuichiro sie fragte, ob sie ihm ein paar ihrer Papiertechniken zeigen würde, schlich sich ein überhebliches Grinsen in die Gesichtszüge des Mädchens. „Das war noch lange nicht alles, was ich so kann. Ich geb dir gerne eine Kostprobe, wenn wir wieder zurück in Jôsei sind.“ Sie zwinkerte dem Takegatama zu, legte den Kopf dann in den Nacken, als sie an die Decke der Höhle blickte. „Wir können gerne zusammen trainieren. Es ist echt viel Zeit vergangen, seit wir zusammen gegen das Krokodil im Sumpf angetreten sind. Ich habe viele coole Techniken seitdem gelernt. Und du bestimmt auch!“ Das würde mit Sicherheit eine interessante Trainingseinheit werden. Die gelben Äuglein musterten den Dunkelhaarigen, der nach der Wasserflasche griff und einige gierige Schlucke zu sich nahm. Nachdem er abgesetzt hatte, trank Chinatsu ihrerseits aus der Flasche und stellte diese dann – mit einem kleinen Restinhalt – auf dem Boden neben sich ab.

So wie es auch Yuichiro tat, schloss die Weißhaarige die Augen und versuchte, Energie zu sammeln. Sie mussten noch immer die Gefangenen einholen… und vermutlich gegen sie antreten. Diese Minuten Pause waren daher mehr als kostbar. Die Weißhaarige war bereits leicht weggedämmert, als sie plötzlich eine Bewegung in ihrem Schoß spürte. Als sie die Lider hob, hatte Raku sich bereits aufgerappelt und wankte selbst in seiner sitzenden Position. „Du bist wach!“, stellte die 16-Jährige erfreut fest, doch Raku reagierte darauf gar nicht. Er krächzte nach Wasser und griff ohne Umschweife nach der fast leeren Flasche, die von Yuichiro und ihr übriggeblieben war. Direkt danach leerte er auch eine zweite Flasche. Chinatsu wusste noch gar nicht, was sie sagen sollte, da stand der Teamkollege bereits auf, lehnte sich kurz gegen die Wand und stieß sich dann entschlossen ab. Was warf er sich denn da für eine Pille ein? Die Hasekura hatte eine Ahnung, aber so schnell hatte sie es nicht erkennen können. Raku wollte weiter? Aber… war er nicht bis eben noch bewusstlos gewesen? Chinatsu stand nun auch ihrerseits auf, doch Yuichiro kam ihr zuvor. Er legte eine Hand auf die Schulter des Manako, sah ihn eindringlich an. Chinatsu nickte eifrig, natürlich stimmte sie dem größeren Teamkollegen voll und ganz zu! „Der Captain sieht das genauso!“, verkündete sie, hob die Nase und die Mundwinkel weit an. Der Begriff Captain gefiel ihr. Dann wurde sie wieder ernster, trat auf beide jungen Männer zu, blieb vor ihnen stehen und tippte Raku unsanft mit dem Finger gegen die Brust. „Ernsthaft. Wenn du uns nochmal umkippst, werde ich verdammt sauer! Dann fessele ich dich mit meinem Papier, sodass du dich keinen Millimeter mehr bewegen kannst. Verstanden?!“ Das waren wohl mehr als klare Worte gewesen - und jeder, der die Weißhaarige auch nur annähernd kannte, wusste, dass sie diese Drohung sofort wahrmachen würde. Sie sah zu Yuichiro und nickte ihm dankend zu. Er war mit Sicherheit auf ihrer Seite was das anging. „Yui, wohin müssen wir gehen, um weiter Richtung Norden zu kommen? Ich hab auf dem Weg zu dieser Höhle ein wenig die Orientierung verloren…“, gestand das Mädchen ein und wartete, dass der Dunkelhaarige ihnen sagte, wohin sie gehen mussten. „Es dürfte aber nicht mehr weit bis zum Rand des Gebirges sein – dann werden wir Gokoyama schon sehen können. Am Rand des Gebirges sollte das Wetter sich auch wieder beruhigen. Mit ein bisschen Glück erwischen wir die Gefangenen noch!“
 

Manako Raku

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Ehrlich gesagt hatte Raku nicht erwartet, dass es noch einmal zur Sprache kommen würde, dass er eben bewusstlos gewesen war. Er erinnerte sich ja noch nicht einmal wirklich daran was passiert war – da wäre es wohl auch ein wenig zu viel gewesen, die Situation noch einmal zu evaluieren. Normalerweise hätte er sich wohl Gedanken darüber gemacht, wie er das in Zukunft vermeiden konnte – aber so war es einfach nicht möglich. Und er würde nicht seine Kollegen noch einmal daran erinnern, was eben gewesen war. Der Bogenschütze spürte, wie sein System durch das Aufputschmittel wieder in Fahrt kam, wie sein Herz anfing, schneller zu schlagen. Auf einem Auge hatte er noch ein wenig verschwommene Sicht, aber das passte schon. Würde sich sicher fangen. Also konnte es weitergehen. Seine Kollegen hatten nur leider andere Pläne.
Stumm und mit wenig bewegter Miene horchte Raku den Aussagen seiner Kollegen. Wahrscheinlich wollten sie ihn aufmuntern, aber so richtig bei ihm ankommen… tat die gute Intention nicht. Es war eher so, dass der Hellhaarige peinlich berührt war. In letzter Zeit bekam er auf Missionen so gar nichts mehr hin, und es war wirklich wie verhext – er übersah Sachen, er machte sich lächerlich, er bekam Steine an den Hinterkopf und fiel beinahe eine Schlucht hinab… für jemanden, der sich für einigermaßen geschickt und aufmerksam hielt, war das doch ein Armutszeugnis. Er verschränkte die Arme hinter dem Körper und sah Yuichiro nicht direkt an, als er ihn ansprach. Voll auf den Beinen? Er hatte nicht behauptet vollständig auf den Beinen zu sein. Er hatte gesagt, er wäre bereit, weiterzuziehen. Es gab wichtigere Dinge als sich in einer Höhle in den Bergen auszuruhen. Das konnte er später auch immer noch machen, oder? „Ich brauche keine…“, fing er an, verstummte dann aber als Chinatsu das Wort ergriff und ihm auf die Brust tippte. Seine Augen lagen einen Moment auf der Hellhaarigen, doch in die Augen sah er ihr auch nicht. Umgekippt? Er war nicht einfach so umgekippt, verdammt nochmal. Rakus Mundwinkel zuckte leicht, als wolle er etwas sagen, trat dann zwei Schritte zur Seite. „Entschuldigt. Die Kritik ist berechtigt. Ich koste zu viel Zeit“, sagte er dann im Stakkato und sah dann zu Yuichiro, der die Himmelsrichtung erneut bestimmen sollte. Raku fühlte sich schon wieder fiel fitter, aber ob das an seinem generellen Zustand oder nur an dem Mittel lag, welches er so noch nie eingenommen hatte, wusste er nicht. Während sich Chinatsu und Yuichiro darum kümmerten, die Richtung festzulegen, überprüfte Raku all seine Ausrüstung und stellte erfreut fest, dass sowohl sein Mantel – wenn auch nass – und seine Ausrüstung – wenn auch verrutscht – alles noch da war. Er ordnete sich, seine Kleidung und seine Ninjawaffen und Verschlüsse, zurrte einige der Befestigungen fester, fasste sich einen Moment an den Hinterkopf. Es war kein wirklicher Schmerz, den er spürte, eher immer noch ein dumpfes Pochen. Und dann war da noch die Erinnerung an seine Position eben. Und die Tatsache, dass trotz all der Fehler, die Chinatsu seiner Meinung nach hatte, sie sich doch mit Yuichiro zusammen um ihn gekümmert hatte. Vielleicht musste er einige Dinge überdenken, aber dafür… hatte er wohl später noch Zeit. Der Hellhaarige zog seine Kapuze wieder über den Kopf, atmete durch – und trat schließlich mit seinen Kameraden wieder vor den Eingang der Höhle, wo noch immer der Sturm tobte. Immerhin regnete es nicht mehr so stark wie zuvor.

Die drei Genin schafften es trotz der widrigen Umstände, dem Wetter zu trotzen und ihren Weg fortzusetzen. Raku hielt sich am Ende, ließ Yuichiro den Weg weisen, welcher zusammen mit Chinatsu immer einen guten Weg fand, um sich durch das unwegsame Gelände zu bewegen. Der Wind bließ ihnen regelmäßig die Kapuzen vom Kopf, aber durch den schweren Stoff ließen sie sich leicht wieder in die richtige Position ziehen. Der Hellhaarige verschwendete keine Zeit damit sich zu ärgern, konzentrierte sich vielmehr darauf, Schritt zu halten. Trotz aller Wachheit und Energie, die das Aufputschmittel geliefert hatte – seine Glieder schienen schwerer als sonst, seine Reaktionsfähigkeit gedämpft, und dann fiel es ihm auf einem Auge noch immer etwas schwer zu sehen. Das wiederum ließ ihn sich im dreidimensionalen Raum ein wenig unbeholfen bewegen, und so war er mehr als erleichtert als sie schließlich über eine Höhung geklettert waren und das Gebirge langsam abfallen sahen. In der Ferne konnte man eine Stadt erahnen, hinter ihnen grummelten schwarze Wolken noch immer bedrohlich, als wollten sie ihnen sagen, bloß nicht wiederzukommen. Raku atmete schwer, aber er hielt sich wacker. Fand er. Ob die anderen das so sahen, wusste er nicht – das einzige, was er als sicher erachtete war, dass er hiernach eine ganze Auszeit brauchte um sich zu erholen. Und zu trainieren. Er war nicht gut genug, um solche Aufgaben regelmäßig und schmerzlos aneinanderzureihen. Der junge Mann schloss das eine Auge, mit dem er verschwommen sah, gab sich eine leichte Ohrfeige, um wacher zu werden. „Glaube nicht dass sie im Gebirge geblieben sind“, merkte er nüchtern an. Trotz allem war das Land um die Gewitterfelder nicht eben grün, so dass das senf- oder ockerfarbene Gewand der Häftlinge zusätzlichen Schutz gab. Raku zog sich die Kapuze tief in Gesicht, um sein Gesicht in Schatten zu hüllen und seinen Horizont oberhalb des Sichtfeldes zu reduzieren. Dann formte er ein Viereck mit seinen Händen um sich auf einen kleinen Bereich der vor ihnen liegenden Ebene zu konzentrieren. Es vergingen ein paar Momente, dann stieß er Luft aus. „Bewegung dort unten. Vielleicht vier, fünf Kilometer vor uns. Ockerfarbene Gestalten.“ Er deutete dorthin. „Die Landmarke ist dieser große Felsbrocken“, ergänzte er und deutete auf einen natürlichen (?) Obelisken. Dann rannte er los, das Ziel vor Augen – und den Abschluss der Mission noch dazu.
 
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Also eines war sicher: Nach dieser Mission kam Yui nicht um ein bis zwei erholsame Tage herum. Sein Körper fühlte sich schwerer an als sonst und seine Schulter schien in schlechter Verfassung zu sein. Keine guten Voraussetzungen für ein erfolgreiches Training. Außerdem sollte man Verletzungen, wenn möglich, immer schonen, sonst konnte das Ganze irgendwann noch schlimmer werden. Umso zufriedenstellender war es aber, danach wieder mit vollem Elan seinen Körper zu verausgaben, weswegen er sich auf die Trainingseinheit mit Natsu freute. Er hatte während dieser Mission immerhin nur einen Teil von dem gesehen, was seine Teamkameradin so drauf hatte. “Stimmt, das ist echt lange her. Apropos, vielleicht sollten wir Izuya fragen, ob er nicht auch Lust hat. Ich habe ihn ewig nicht gesehen. Er hat sicher auch Fortschritt gemacht.” kam ihm spontan in den Kopf. Er hätte jetzt noch weiter darüber nachgedacht, wer sich wie weiterentwickelt haben könnte, aber um ehrlich zu sein, seine Gedanken wollten sich momentan auf andere Sachen fokussieren. Welche, die ihn hier weiterbringen würden.
So sammelten alle ihre Kräfte, so gut es ging, und irgendwann kam auch Raku wieder zu sich. Naja...wirklich fit sah ihr Teamkamerade auch nicht aus, aber so wie es schien, sollte es wohl für den Rest dieser Mission ausreichen. Eines war sicher, sie mussten diese Mission so schnell wie möglich zu Ende bringen. Es war wichtig, nicht zu trödeln und trotz allem auf seinen Körper zu achten. Wenn der Takegatama daran dachte, dass sie diese Gefangenen wahrscheinlich auch noch bekämpfen mussten, war sein Wille, das alles hier so schnell wie möglich hinter sich zu bringen, größer denn je. So viel länger würden sie diese Verfolgungsjagd in ihrem vorherigen Tempo nicht mehr beibehalten können. Naja, er zumindest. Seine Muskeln beschwerten sich, er schüttelte dieses Gefühl aber erstmal beiseite. Als seine Teamkameradin ihn fragte, wo sie denn lang müssten, konzentrierte Yui sich wieder einen Moment und formte ein einziges Fingerzeichen, bevor er verkündete. welche Richtung sie einschlagen mussten. “Wir sollten uns schnell aufmachen. Bleibt trotzdem vorsichtig, bis wir das Gebirge verlassen haben. Sowas soll nicht nochmal passieren.” Noch einen Zwischenfall wie diesen konnten sie wirklich nicht riskieren, ansonsten würden ihre Ziele mit großer Wahrscheinlichkeit entkommen. Wenn die Gruppe hier ihr Leben riskierte, dann musste am Ende auch etwas bei rauskommen.

Mit...mehr oder weniger Elan begaben sie sich wieder in das unliebsame Wetter, das Ziel vor Augen mit der Hoffnung, dass sich das Wetter bald legte, sobald sie draußen waren. Während des Weges achtete Yui darauf, dass jeder das Lauftempo halten konnte, niemand durfte weit zurückfallen. Diese Umgebung war deutlich zu gefährlich, um sich aufzuteilen und so war es mehr als nur erfüllend, als das Wetter langsam aber sicher immer angenehmer zu werden schien und sie das Gebirge bald hinter sich ließen. “Das nächste Mal, wenn wir hier sind, zeigst du uns etwas anderes als ein tödliches Ödland, okay?” Sagte er zu Natsu, sein Blick in die Ferne gerichtet. Kaum schaute er auf die Umrisse einer Stadt, bei der es sich wohl um Gokoyama handeln musste, schien Raku die Gestalten schon ausgemacht zu haben. Das war gut, sie hatten sie noch eingeholt. Jetzt hieß es, die Gefangenen Dingfest machen. “Ich brauch danach erstmal was zu Futtern…” und mit diesen Gedanken rannte der Schwarzhaarige seinem Kollegen auch so schnell es ging hinterher. Er passte sich Rakus Tempo an und lief neben ihm. “Ich denke, wir sollten auf komplizierte Pläne verzichten und das alles so schnell wie möglich hinter uns bringen.” vermittelte er seinem Teamkameraden. Je näher sie kamen, desto mehr Details konnte man ausmachen. Sechs Männer, größtenteils eine recht durchschnittliche Figur. Jedenfalls war es das, was man von dieser Entfernung ausmachen konnte. Einer schien etwas größer und...eventuell etwas breiter zu sein. Yuichiro lief ein paar Meter abseits des Manakos und versuchte, im Schutze der wenigen Bäume und größeren Felsbrocken, die hier vereinzelt herumlagen, an sie heranzulaufen. Viel gab es hier aber nicht, es war also gut möglich, dass die Gefangenen sie irgendwann sehen würden, wenn sie sich umschauten und nicht völlig blind waren. Mit diesem Tempo dürfte es allerdings nicht mehr lange dauern, bis die Ninja ihr Ziel erreichten. Yuis Beine fühlten sich schwer an, aber er durfte jetzt nicht schlapp machen. Der Abschluss war zum greifen nahe.
 
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Izuya – ein Name, den Chinatsu schon lange nicht mehr gehört hatte. Die Weißhaarige erinnerte sich gerne an die Treffen mit dem ebenso hellhaarigen Genin zurück. Er als Anführer von krassen Ghetto-Geistern. Wie war das nochmal gewesen? Sie als Geister-Prinzessin? Die Hasekura war sich mittlerweile bewusst darüber, dass das alles ein ziemlicher Schwachsinn gewesen war, glaubte sogar daran, dass Izuya sich das alles nur ausgedacht hatte, um sie zu beeindrucken… was ja damals auch viel Erfolg gehabt hatte. Sie wollte den Akinawa gerne treffen, natürlich um zu wissen, wie er sich weiterentwickelt hatte. Ob er immer noch so lustig wie damals war? So oder so war Izuya mit Sicherheit eine der schillerndsten Persönlichkeiten gewesen, die Chinatsu in ihrer bisherigen Laufbahn als Kunoichi hatte kennenlernen dürfen. Der Meister der Eh-Roh-Tick, wie sie ihn selbst genannt hatte. Bei dem Gedanken musste sie unweigerlich schmunzeln. Es waren ein paar warme Gedanken, die Chinatsu von dem regnerischen, windigen und einfach grausigen Wetter ablenkten, das sie außerhalb der Höhle erwartete. Immer wieder strich sich das Mädchen unbeholfen über Stirn und Augen, versuchte zumindest einigermaßen, ihr Sichtfeld freizuhalten. Die Kapuze flog ihr gelegentlich vom Kopf, sodass sie genervt daran ziehen musste. Die Gewitterfelder waren erbarmungslos und nahmen keine Rücksicht darauf, dass die Genin eben erst knapp dem Tode entkommen waren. Und doch… Chinatsu biss die Zähne zusammen, genauso wie ihre beiden männlichen Teamkollegen und auch ihr entging es nicht, als das Wetter allmählich nachließ und irgendwann ein erträgliches Maß erreichte. Es regnete zwar noch, peitschte allerdings nicht mehr erbarmungslos ins Gesicht. Der Wind wurde zahm, wechselte nicht mehr im Sekundentakt die Richtung und ließ sogar die Kapuze dort, wo sie hingehörte. Irgendwann tröpfelte es nur noch und dann ließ sogar dieser Hauch von Regen nach, sodass Chinatsu das erste Mal seit mehreren Stunden unbesorgt den Regenschutz zurückstrich und in den grauen, aber scheinbar trockenen Himmel blickte. Sie hatten die Gewitterfelder tatsächlich hinter sich gelassen.

„Abgemacht.“ Sie zwinkerte Yuichiro amüsiert zu, als dieser darum bat, das nächste Mal eine andere Seite des Reiches der Blitze zu Gesicht zu bekommen. „Du wirst dich wundern, wir facettenreich meine Heimat sein kann!“, wurde prompt mit einem breiten Grinsen auf den Lippen ergänzt. Professionell, wie er eben war, war es Raku, der den Fokus zurück auf die eigentliche Mission lenkte. Ockerfarbene Gestalten? Ja, das mussten die Gefangenen sein. Wer sonst würde sich in so einer widerlichen Farbe in die Öffentlichkeit trauen? Chinatsu konnte erneut nur den Kopf über diese Modeverirrung schütteln, schloss sich ihren zwei Teamkollegen allerdings an, als diese entschlossen in die Richtung der sechs Ziele liefen. Chinatsu formte ein paar Fingerzeichen und Papierblätter lösten sich von ihrem Körper, während sie weiter nach vorne marschierte. Natürlich wandte das Mädchen eine ihrer Spezialitäten an: „Kami: Heiki no katameru“, murmelte sie und die Papierblätter verkeilten sich ineinander, nahmen die Form eines Fächers an. Im letzten Moment versteckte sich hinter einem der letzten großen Felsbrocken, der die Genin von den Gefangenen trennte. Sobald sie den Schutz dieses Felsbrockens verließen, würden die Ziele unweigerlich auf die Genin aufmerksam werden. Als kurze Erklärung: Die Stadt befand sich mittlerweile nordöstlich der Genin, die Gefangenen näherten sich von einem Pfad, der aus dem Westen kam und Richtung Stadt führte. Von besagtem Pfad waren die Genin nun noch rund fünfzig Meter entfernt… hier könnten sie die Gefangenen konfrontieren. Chinatsu hielt ihren großen Papierfächer in den Händen, sah hinüber zu Raku und Yuichiro. „Ich lenk sie ab. Fangt sie, solange sie benommen sind.“ Was sie damit genau meinte? Also bitte, als würde die Hasekura mehr Worte als nötig verlieren. Sie wartete noch einen Augenblick, bis die sechs Gefangenen sich auf ihrer Höhe befanden… und sprang dann plötzlich mehr als offensichtlich auf den Felsbrocken. Oben angekommen riss sie den Fächer in die Höhe. „Fuuton: Daitoppa!“, rief sie und riss damit die Aufmerksamkeit der sechs Männer auf sich, die verdutzt stehen blieben – sie wussten im ersten Moment wohl nicht, was dieses kleine Mädchen auf dem Felsbrocken für sie bedeutet. Dieser eine Moment war alles, was Chinatsu gebraucht hatte. Als sie ihren Fächer nach unten riss, entstand eine chakrageladene Böe, die einem Orkan hätte Konkurrenz machen können. Der Staub des Ödlands wurde aufgewirbelt, Steine flogen durch die Luft, Sträucher wurden aus der Erde gerissen und dieser zerstörerische Wind bahnte sich in wenigen Augenblicken seinen Weg zu den Gefangenen. Diese wussten nicht, wie ihnen geschah, rissen noch die Arme nach oben, um das Gesicht zu schützen, stemmten sich gegen den Wind, doch er war viel zu stark, als dass ein normaler Mensch diesem hätte standhalten können. Die Männer verloren nach und nach den Halt, taumelten zurück. Nachdem die ersten zwei Gefangenen mit dem Wind durch die Luft geschleudert wurden, suchten die anderen verzweifelt nach Felsen oder kleinen Sträuchern, an denen sie sich festhalten konnten, um nicht das gleiche Schicksal zu erleiden - da der Wind auf diese Entfernung an Stärke verlor, war das sogar möglich. Chinatsu ging in die Knie, immerhin war es eine ihrer chakraintensiveren Techniken. Und dennoch – es war wohl die perfekte Grundlage für Raku und Yuichiro, um die Gefangenen endgültig dingfest zu machen!
 

Manako Raku

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Raku hatte sowieso nicht genau verstanden, wer mit Izuya gemeint war - er erinnerte sich nicht an so eine Person. Aber vielleicht war das auch besser so, wenn dieser jemand auch nur ein wenig wie Chinatsu war... naja, er war ja eh nicht eingeladen. War aber auch vollkommen in Ordnung für ihn. Allgemein hielt er sich jetzt nicht mehr auf, sondern rannte so schnell er gerade noch konnte in Richtung der gesichteten Personen. Tatsächlich schien er wirklich nicht auf der Höhe zu sein, denn Yuichiro schien locker mit ihm mithalten zu können - dabei hatte Raku das Gefühl gehabt, dass er ihm körperlich ein wenig voraus sein sollte. Aber da der Hellhaarige auch ein wenig Schlagseite hatte, während er den letzten Hügel herabhechtete. Facettenreiche Heimat? Dafür mussten sie erst einmal diese Mission erledigen. Und trotzdem konnte er nicht umhin, ein wenig neidisch zu sein auf die Art und Weise wie Yuichiro und Chinatsu kommunizierten: Es wirkte so natürlich. Der junge Mann rief sich zur Konzentration und doch war es eben jene, die in diesen Momenten ziemlich litt. Anders als sonst schien er sich nicht wirklich fokussieren zu können, und so traute sich Raku in dieser Lage nicht einmal mehr, seinen Bogen herauszuholen. Zu groß war die Sorge, nicht zu treffen - im Sinne von: Nicht tödlich zu treffen, oder gar einen Mitstreiter. Das konnte und wollte er nicht verantworten. Egal was die Hasekura gesagt hatte, egal wie dieser Tag zuende gehen würde: Er würde keinen Menschen töten an diesem Tag. Nicht... schon wieder. Raku wartete ab und nickte leicht bei Chinatsus 'Plan'. Er fragte sich zwar ein wenig was das bringen würde - gingen sie doch nicht davon aus dass die Kriminellen einfach davon laufen konnten. Vielleicht traute sie aber auch einfach den Fähigkeiten ihrer Mitstreiter nicht (mehr) so ganz - wohl zurecht, gestand er sich ein, denn noch immer hatte er keinen Bogen in der Hand, sondern es fand sich nur ein schlichter Dolch in seinen Fingern, den er statt einem Standard-Kunai aus einer Scheide zog. Er hatte schon einmal beinahe den kürzeren gezogen, als er mit einem Kunai gegen einen ausgebildeten Schurken gekämpft hatte, und so hatte sich der junge Mann noch einige andere Fähigkeiten antrainiert. Außerdem lockerte er eine kleine Vorrichtung an seiner Hüfte etwas auf... sein eines Seil war im Sturm verloren gegangen, das konnte er also nicht mehr nutzen. Ohne weiter darüber nachzudenken biss Raku die Zähne zusammen, als die Technik von Chinatsu einschlug. Die Wucht, mit der ihr Ninjutsu an den Männern zehrte war verheerend, und doch... sein Blick huschte zu der Teamleiterin. Chinatsu war... auch ziemlich erledigt, oder? Im Hexenkessel hatte sie damals die ganze Gesteinsformation zum zittern gebracht, und auch wenn die Gegebenheiten ihr da in die Hände gespielt hatten - es schien ihm, als wäre sie sehr erschöpft. Er spürte es in seinen Knochen, und an ihrer Aura, als er zu ihr nach oben sah. Ein wenig konnte er sie mittlerweile ja einschätzen, auch wenn es ihn selbst ein wenig wunderte.

"Lassen wir uns keine Zeit", warf er Yuichiro zu, während sie auf die ein wenig weggeschleuderten Männer zurannten. "Hinter sie. Chinatsu kann nicht mehr. Ich von vorne", fuhr er atemlos fort, und blinzelte zweimal, um seine Augen wieder zu fokussieren. Der Blutverlust machte sich bemerkbar, und doch war es immerhin eine gute Sache, die ihm in die Hände spielte: Das Adrenalin in seinen Adern gab ihm wieder Kraft. Die Häftlinge hatten sich den anlaufenden Genin zugewandt, aber es schien Raku nicht so als wären sie erpicht darauf zu bleiben. Ein wenig langsamer trabte Raku heran, wartete darauf, dass Yuichiro den Bogen gemacht hatte um die Männer in die Zange zu nehmen. Die ockerfarbenen Gestalten konnten sie jetzt zum ersten Mal alle sehen, alle ins Auge fassen und Raku zählte schnell durch. Es waren alle - immerhin! Erleicherung machte sich breit, aber dann sah er die Blicke der Männer. Sie wollten sich nicht ergeben, sie wollten fliehen - und waren eindeutig in die Ecke gedrängt. Sie alle waren offenbar trainiert, was wohl eher an dem Gefangenenalltag als an irgendetwas anderem lag. Raku hatte keine Ahnung was die Gepflogenheiten in diesem Reich bezüglich Kriminellen war, vermutete aber dass es durchaus auch etwas mit Arbeit zu tun haben konnte. Wer wusste das schon. Sein Gesichtsausdruck änderte sich nicht, als er bei den Männern ein paar Stöcke und zwei Eisenstangen (hohl, wahrscheinlich, weil sonst zu schwer - vermutete der Manako) erkannte. Der junge Mann schluckte leicht, packte seine Waffe fester. Das Problem? Die Männer sahen nicht so aus als würden sie ihre Feinde unterschätzen, und die weggeschleuderten rappelten sich wieder auf. Raku zauderte ein wenig, doch dann rammte er seine Ferse in den Boden des Hochlandes. Zeit seinen Mann zu stehen, dachte er sich und flitzte auf den ersten Mann zu, tauchte unter dem schnell geführten Schlag ab und rammte ihm den Knauf des Dolches an den Unterkiefer, was ein schauriges Knacken und spritzendes Blut aus dem Mund des Mannes ergab - aber im nächsten Moment sah der junge Mann bereits die nächste Waffe auf sich zurauschen. Behände ließ sich der junge Mann fallen, rollte nach hinten und stieß sich zur Seite ab, um den erstaunlich koordinierten Männern zu entkommen, deren Stangen sehr scharf an ihm vorbeischrammten. Einer erledigt, blieben, was... sieben? Raku warf einen Blick zu Yuichiro. Erging es dem jungen Mann besser? Der Hellhaarige hatte seine liebe Not, konnte nicht fassen wie langsam er sich vorkam, wie ungeschickt er die Schläge der Männer verarbeitete. Sie trieben ihn zurück, aber... das Gute? Sie flohen nicht. Sie rochen eine Chance. Und das mussten die Genin am Schopfe packen. Raku biss sich von innen in die Wange, spürte den Schmerz durch seine Adern pochen, nutzte dieses widerliche Gefühl von Taubheit und Schmerz dazu, seine Sinne für einen Moment zu schärfen, tauchte ab, spaltete einen der Holzwaffen mit dem Dolch, zog dem Schläger die Beine weg und rammte ihm den Ellenbogen in den Hals, so dass dieser für den Moment nur ächzend auf dem Boden zusammenbrechen konnte. Die Eisenstange, die auf den Rücken von Raku zuraste, entging für diesen Moment seiner Aufmerksamkeit.
 
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Bei all dem, was Yui sich jetzt schon wieder für nach der Mission vorgenommen hatte, war es langsam an der Zeit, dass sie sich diese Gefangenen holten und sie dorthin verfrachteten, wo sie hingehörten. Denn je früher das geschah, desto eher konnten sie diesen Trip als abgehakt sehen...und sich eine Mütze Schlaf holen. Die Shinobi waren immerhin seit früh morgens unterwegs, mussten den Naturgewalten trotzen und aufpassen, keine Abhänge hinunter zu stürzen oder von riesigen Felsbrocken zerquetscht zu werden. Ja, ein wenig Schlaf müsste er definitiv nachholen. Aber vorher standen zwischen ihm und diesem Ziel ein paar Gestalten, die sich bestimmt nicht kampflos ergeben würden. Wäre schön, aber unwahrscheinlich. Natsu machte also den Anfang. Was genau der Anfang sein würde? Keine Ahnung, aber es erfüllte bestimmt seinen Zweck. Zumindest hoffte Yui das. Sekunden vergingen, der richtige Moment war fast gekommen. Yui atmete einmal durch und wo vorher nur ein leichter Luftzug in der Gegend umherzog, bildete sich durch das Jutsu der Hasekura ein starker Luftzug, die den Männern offensichtlich zu schaffen machte. Einige flogen durch die Gegend, der Rest schien sich noch irgendwie auf den Beinen halten zu können. Im Gegensatz zu seiner Teamkameradin, denn diese schien sich damit nun endgültig verausgabt zu haben. Ein kurzes auf Rakus Plan hin und Yui machte sich auf, um die Gefangenen einzukesseln. Währenddessen zückte er eine kleine Schriftrolle aus einer seiner Taschen und mit einem kleinen PUFF befand sich im nächsten Moment auch schon ein Kurzschwert in der Hand des jungen Mannes. Sie wollten es schnell beenden und der Dunkelhaarige hatte keine Intention, sich zurückzuhalten. Nunja, bis auf eine Sache: Es sollte alles mit so wenig Todesfällen wie möglich von statten gehen. Ja, es waren gefährliche Kriminelle, die sicher auch schon das ein oder andere Leben auf ihrem Gewissen hatten. Eines dieser sogar erst vor ein paar Stunden. Dennoch war es an diesem Tag nicht nötig, unnötiges Blut zu vergießen.

Mittlerweile hatten sich alle Gefangenen wieder aufgerappelt und waren wohl mehr oder minder dazu bereit, für ihre Freiheit zu kämpfen. Yuichiros Blick fokussierte sich auf die Gegner, seine zweite Hand legte er auf die Klinge seines Kodachis und begann diese langsam, mit Elektrizität zu laden (Raiton: Raikyuu). Mit Fäusten und Stöcken im Anschlag knurrten die Männer den Takegatama an und rannten schnurstracks auf ihn zu. Diese Beiden waren wohl von der ungeduldigen Sorte. Sie schienen sich nicht wirklich abgestimmt zu haben, was ihre Taktik angeht, doch die sehr direkt Art, diesen Shinobi anzugehen, verlieh dem ganzen eine Art ungewollte Koordination. Unter dem ersten Schlag duckte der Takegatama sich weg und die Faust, die von der Seite auf ihn zugeschnellt kam, blockte er mit seinem rechten Oberarm. Der Dunkelhaarige vollführte eine schnelle Drehung auf der schnelle, um etwas Schwung zu sammeln, und knallte dem ersten Typen die breite Seite seines Schwertes gegen den Kopf, wo sich nun auch die gesammelte Elektrizität entlud und dem Kriminellen einen Schock verpasste, den er so schnell erstmal nicht mehr vergessen würde und ihn zu Boden schickte. Der andere wiederum sah seinen Kameraden zu Boden gehen und hörte nicht auf, unentwegt mit diesem Stock auf Yuichiro einzuprügeln. Diese blockte er jedoch relativ leicht ab und in seinem peripheren Blickfeld sah er, wie ein weiterer Kerl auf ihn zustürmte und noch einer gerade dabei war, auszuholen um Raku eine Eisenstange in den Rücken zu treiben. Okay, jetzt musste er schnell handeln. Zu ihm rennen würde er nicht mehr schaffen, dafür war die Zeit zu gering und der Mann, der direkt vor ihm stand, im Weg. So schnell er konnte, zog Yuichiro ein Kunai aus seiner Tasche und warf es in Richtung des Mannes, der hinter Raku stand. Hoffentlich hatte sich das Wurftraining ausgezahlt. Er musste sich noch nie in so einer Situation verteidigen und gleichzeitig eine Wurfwaffe irgendwo anders hinwerfen. Das Kunai flog und flog und erwischte letztendlich tatsächlich sein Ziel. Naja...zumindest anders als erwartet. Den Mann traf es, keine Frage. Allerdings steckte das Kunai nicht in seinem Arm, so wie geplant, sondern tief im Hals des Typen, welcher vor Schock die Stange fallen ließ, kurz bevor sie Rakus Rücken erwischte. Darauf konnte Yui aber im Moment nicht achten, wohin er getroffen hatte, er zerschnitt kurzerhand den Stock des Kriminellen vor ihm und verpasste ihm einen Faustschlag direkt ins Gesicht, gefolgt vom Knauf seines Kurzschwertes. Ein Mann stand dort noch, wenn man von oben drauf schaute genau in der Mitte von Yui und Raku. Er schaute sich um, seine Kameraden waren am Boden. “Wir können verhandeln.” Fing er in einem mürrischen Ton an. “Ich habe wohlhabende Verbündete, de euch reicher belohnen könnten als die Dörfer. Ihr müsst mich nur gehen lassen. Was sagt ihr?”
 
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Chinatsu hatte mal wieder ihre Grenzen erreicht. Und sie hasste es. Die Weißhaarige war schon immer eine Meisterin darin gewesen, die Signale ihres eigenen Körpers zu ignorieren, gerade wenn es um Kampfhandlungen ging. Meistens ging sie viel weiter, als sie eigentlich sollte und bezahlte im Nachhinein den Preis dafür. Aber jetzt, in diesem Moment, konnte sie es nicht weiter ignorieren. Ihre Sicht wurde verschwommener, sie musste mehrfach blinzeln. Schweiß sammelte sich auf ihrer Stirn, ihr Atem wurde schwerer und ihre Beine fühlten sich so an, als wollten sie nicht mehr weitermachen. Es war der leere Chakrahaushalt, der dem Mädchen zu schaffen machte. Gerade für sie als Ninjutsuka war es die größte Schwäche, am Ende des eigenen Chakras zu sein – sie arbeitete daran, versuchte, dahingehend mehr Ausdauer zu bekommen. Doch gerade das Fuuton mit seiner immateriellen Form war bekannt dafür, besonders große Mengen an Chakra zu verbrauchen. Es war noch nicht so schlimm wie damals im Hexenkessel, als sie nach dem Kampf ohnmächtig geworden war, doch die Hasekura spürte, dass weitere Techniken unweigerlich zum gleichen Ende wie damals führen würden. Sie kniete also auf dem Felsen und musste mit zusammengebissenen Zähnen zusehen, wie ihre männlichen Kollegen sich alleine um die Kriminellen kümmerten. Klar, Yuichiro und Raku würden das auch ohne sie hinbekommen, aber es wurmte Chinatsu trotzdem, nicht weiter unterstützen zu können.
Raku tauchte unter der ersten Eistenstange hinweg, die einer der Männer gegen ihn erhob und schlug danach mit dem Knauf des eigenen Kunais gegen dessen Unterkiefer. Die Kunoichi war zu weit entfernt, um das unschöne Knacken von gebrochenen Knochen zu hören, doch das spritzende Blut war auch auf die Entfernung gut erkennbar. Das musste weh getan haben. Auch Yuichiro kämpfte gut, parierte Schläge mit seinem Kurzschwert und wich anderen Angriffen gekonnt aus, bevor er zum Gegenangriff ansetzte. Chinatsu hatte nicht gewusst, dass der Takegatama mit einer Waffe umgehen konnte, aber der Anblick begeisterte sie. Immerhin kämpfte auch sie selbst oft im Nahkampf mit einer ihrer Waffen, wenn auch nicht mit einem Schwert. Yuichiro stand das ausgezeichnet!

Genug ausgeruht! Die Hasekura rappelte sich auf, wollte nun doch wieder ihren Teil zum Erfolg des Auftrages beitragen und sprang vom Felsen herab, auf dem sie eben noch gehockt hatte. Es war eine wackelige Landung auf dem trockenen Boden, doch immerhin fiel Chinatsu nicht um. Sie atmete einmal tief durch, doch dann nahm sie aus dem Augenwinkel wahr, dass Raku mit einer Eisenstange im Rücken angegriffen wurde. Sie wollte rufen (so schnell dorthin schaffen konnte sie es nicht), aber zum Glück war Yuichiro bereits zur Stelle. Er warf ein Kunai auf den Gegner und die Waffe bohrte sich in seinen Hals, sodass der Kriminelle gurgelnd hinter dem Manako zu Boden ging, bevor er ihn hatte treffen können. Yuichiro hatte den Typen getötet? Nicht, dass Chinatsu damit ein Problem hatte, von ihr aus konnten all diese Banditen sofort dran glauben. Doch sie erinnerte sich daran, dass Yuichiro und Raku eigentlich dagegen gewesen waren, zu viel Blut zu vergießen. Für den Moment war das Mädchen jedenfalls erleichtert, machte sich auf den Weg, um ihren männlichen Teamkollegen zu helfen. Als sie relativ nah am Geschehen war, konnte sie bereits die Worte des letzten noch stehenden Mannes verstehen, der tatsächlich anfing, von irgendwelchen Verhandlungen zu faseln. Pah! Glaubte der echt, dass sich der Takegatama und der Manako auf so etwas Billiges einließen? Kurz wollte die Kunoichi sich einmischen, öffnete bereits den Mund – entschied sich dann aber dagegen. Die beiden würden ihn schon in seine Schranken weisen, daran hatte die Hasekura keine Zweifel. Stattdessen begann sie damit, die gefallenen und zumeist ohnmächtigen Typen zu fesseln, damit man sie alsbald zurück nach Kumogakure bringen konnte. Das war gerade vielleicht nicht die spannendste Aufgabe, aber irgendjemand musste ja auch das erledigen.
 

Manako Raku

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Einen winzigen Bruchteil einer Sekunde lang zweifelte Raku. Er sah dieses Kunai auf sich zufliegen, welches von Yuichiro - einem Teamkameraden - geworfen worden war und für einen kleinen Moment lang hatte der Hellhaarige das Gefühl, dass dieses Kunai ihm galt. Was logisch definitiv nicht erklärbar war, würde sich wohl nur auf einen natürlichen Instinkt zurückführen lassen, als er ein wenig den Kopf einzog, sich der Gefahr immer noch nicht bewusst war - und im nächsten Moment ein Gurgeln hinter sich hörte. Sein Kopf fuhr herum und fassungslos sah er dabei zu, wie einer der Zielpersonen hinter ihm zu Boden ging. Wie vom Donner gerührt erstarrte der junge Mann, atmete schwer und angestrengt, obwohl die rein körperliche Anstrengung überhaupt nicht das Problem war. Es war einerseits die Tatsache, dass er gezweifelt hatte, die ihn tief traf. Dann war da die Erkenntnis, dass er - erneut - nicht genug aufgepasst hatte. Und drittens der Anblick des Mannes vor ihm, der stark blutete und an dieser Verletzung vermutlich nicht sterben würde (hoffte er) - und doch erinnerte es ihn stark an den Hexenkessel. Seine wirbelnden Gedanken ergaben in Summe einen stechenden Kopfschmerz, der durch seinen Schädel blitzte und ihn unwillkürlich seinen Kopf halten ließ, während Yuichiro aufräumte. Es war wirklich gut, dass der Takegatama hier war, erkannte Raku - Chinatsu und er wären zusammen in dieser Mission wohl gescheitert. So ein dysfunktionales Team, wie sie abgeben, konnten sie wohl von Glück sprechen dass es da ein Bindeglied gab, welches mit beiden ungefähr auf einer Flughöhe reden konnte. Und dafür war Raku in diesem Moment wirklich dankbar. Sein Atem rasselte noch immer, aber langsam kam sein Körper ein wenig runter. Der kurze, brutale Kampf war vorbei, alle - bis auf einer - Häftlinge waren kampfunfähig. Und der letzte wagte es auch noch, ihnen ein Angebot zu unterbreiten? In Raku wallte Zorn auf, etwas, was er bisher so äußerst selten verspürt hatte. Sie waren sicher nicht durch dieses Dreckgebirge gekrochen, um dann angegriffen zu werden und dann auch noch bestochen, wenn das vorige nicht funktionierte! Er war empört, dass der Gesetzlose überhaupt so ein Angebot unterbreitete!

Raku war kein Typ für irgendwelche Spielchen. Für ihn zählte letztlich das Abschließen der Mission, und auch nur das - mit Geld würde man einen Manako Raku nicht locken können. Sein No-Nonsense-Attitude war dafür einfach zu ausgeprägt und als er merkte, dass Chinatsu sogar ohne Worte, freiwillig und beflissen ein paar der Typen anfing zu fesseln, wand er sein unbewegt wirkendes Gesicht in Richtung des Mannes, der sie hatte bestechen wollen. Andere hätten vielleicht eine Ansprache machen können, wieso sie das Angebot ablehnten, aber Raku war einfach weder in der Lage noch der Typ dafür. Deshalb schüttelte er den Kopf. "Keine Option", sagte er und sah den Mann ausdrucklos an. "Ein Auftrag ist ein Auftrag." Mit diesen Worten bedeutete Raku Yuichiro den Zugriff, während der Mann auf ihn fixiert war. Der große Genin ließ sich nicht lumpen, brachte den Mann mit einem Tritt in die Kniekehlen zu Fall und setzte auch ihn fest. Raku spürte wie Erleichterung und unendliche Müdigkeit ihn überschwemmte, als sie endlich alle der Männer soweit verschnürt hatten, dass sie nicht mehr davonkommen würden. "Vorschlag... wir schleppen sie nicht zurück über die Gewitterfelder", murmelte er seinen Kollegen matt zu, als das Werk getan war und sein Mundwinkel zuckte sogar ein wenig nach oben, so als ob da eine kleine Regung in ihm zu spüren war. Zum Glück war die Stadt nicht weit, so dass es kein Problem werden würde, die Häftlinge erst einmal dort festhalten zu können - und die Nachricht über die erfolgreiche Jagd zurück in Richtung des Auftraggebers melden zu können. Raku hatte noch nie in seinem Leben so viel einstecken müssen, hatte noch nie in seinem Leben so viele Fehler gemacht, hatte noch niemals an einem Teammitglied gezweifelt - und so war diese Mission für ihn auch ein wenig eine Erschütterung in seinem bisherigen Ninja-Dasein. Und trotz allem wusste er, dass es alles seine ganz eigene Schuld war. Der Bogenschütze war überhaupt nicht zufrieden mit sich, und er schaffte es nicht einmal mehr Chinatsu dafür verantwortlich zu machen. Deprimiert zog er sich die nächsten Tage noch mehr in sich selbst zurück, und selbst wenn Chinatsu in ihren 'übelsten' Angriffsmodus verfallen würde, wäre es wohl nicht genug, ihn aufzurütteln. Wohl aber sprach der Manako am Ende der Reise, als sie bereits kurz vor Shirogakure waren, noch ein Angebot aus: Die Mäntel, die sie getragen hatten, würde er gerne auf das jeweilige Teammitglied zurechtschneidern, damit es genau passend war. Mit einem Blick zu Chinatsu merkte er noch an, dass er sicherlich auch mit etwas anderem dienen könne, und verabschiedete sich dann so schnell es ging, nicht aber, ohne sich noch einmal zu bedanken. "Vielen Dank, Takegatama-san, Hasekura-san. Ihr habt gute Arbeit geleistet."

Ende Mission
 
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