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Ireshimura, Grenzdorf (Wasserfall-/Feuerreich)

Tatsumaki Hei

Chuunin
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Ireshimura


Ireshimura ist ein kleines Dorf, welches förmlich auf der Grenze zwischen dem Feuer- und dem Wasserfallreich liegt. Es zeichnet sich durch nichts spezielles aus, außer dass es einen klaren Bach gibt, der direkt hindurch fließt. Die Menschen hier sind alle ziemlich abgeschnitten von der Welt, und technischer Fortschritt ist hier nahezu nicht vorhanden. Es werden rundherum Felder bestellt und Tiere gehalten, und Handel wird praktisch keiner betrieben. Es gibt eine kleine Schänke und einen noch kleinen Laden für Allgemeines.

Einziger wirklicher Fokuspunkt des Dorfes ist ein ziemlich großes Landhaus, welches auf einer Seite des Dorfes dominiert und dessen Grundstück sich fast über die gesamte Breite des restlichen Dorfes erstreckt. Besitzer sind die Watanabe, die Grundeigentümer der meisten Felder und Wiesen im Umkreis. In dem Anwesen der Watanabe konzentriert sich nahezu der gesamte Wohlstand im Dorf, und so befindet sich dort ein Badehaus, eine Unterkunft für Gäste sowie weitere Annehmlichkeiten, zu denen sonst niemand im Dorf Zugang hat. Handel findet nur über die Watanabe statt.
 

Hyuuga Mari

Chuunin
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Cf: Westliche Wälder

Es… gab kein Kajiya-Metall? Das war tatsächlich eine neue Erkenntnis, die Mari eine gewisse Verwunderung entlockte. Irgendwie hatte sie den Schmiede-Clan auch immer mit ihrem eigenen Metall in Verbindung gebracht, zumindest war es naheliegend für sie gewesen, dass die Kajiya ganz spezielles Metall nutzten. So wie ein Inuzuka ja auch nicht irgendeinen Straßenköter in den Clantechniken unterrichten konnte oder die Aburame eine Symbiose mit speziellen Käfern eingingen. Na gut, ihr fiel selbst auf, dass diese Theorie hinkte, immerhin handelte es sich bei diesen Clans um die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Lebewesen. Aber was war mit den Senju, die ihr eigenes Holz erstellten? Die Shouton-User mit ihrem speziellen Kristall? Ach. Mari merkte selbst, dass sie sich viel zu viele Gedanken um dieses Detail machte, was vermutlich daran lag, dass ihr Hirn in den letzten Tagen zumeist auf Autopiloten gelaufen war. Sie riss sich zusammen und nickte die Information, die Ayumi mit ihr teilte, lieber einfach ab. Sie musste es immerhin am Besten wissen. Für einen kleinen Augenblick hatte die Braunhaarige befürchtet, dass sie nun doch nicht herausfinden konnten, wem oder was das Kunai gehörte, doch da zauberte die Kollegin einen anderen Hinweis hervor, der eindeutig eine Verbindung zu ihrem Clan darstellte: Initialen der Kajiya, versteckt im Griff der Klingenwaffe. Also doch ein Kajiya-Kunai? Wenn auch nicht aus speziellem Kajiya-Metall. Auf jeden Fall konnten sie davon ausgehen, dass es ihr gesuchtes Team gewesen war, das hier gelagert hatte und sich dann auf den Weg gen Norden gemacht hatte. Mari war erleichtert, irgendwie fiel doch eine Last von ihren Schultern. Es stand in Aussicht, dass sie vielleicht doch nicht mit leeren Händen nach Shirogakure zurückkehren mussten. Die Hyuuga spürte, wie die Energie in ihre Glieder zurückkehrte. Sie war ehrgeizig und die Vorstellung, so viele Tage ohne konkretes Ergebnis vertrödelt zu haben, hatte durchaus an ihr genagt. „Das macht ihr Verschwinden dann allerdings nur noch merkwürdiger“, kommentierte die 20-Jährige skeptisch, als Ayumi und Hei zum Besten gaben, dass das Team nicht auf der Flucht gewesen war. Sie stimmte den beiden mittels kurzen Nickens zu, dass sie den Spuren folgen sollten. Gesagt, getan: Das Team, angeführt von Ayumi und Shino, nahm die Fährte auf und schlängelten sich an der Grenzlinie entlang. Als auf dem Weg auch noch eine Chipstüte auftauchte, fühlten sich die Ninja in ihrer Vermutung nur erneut bestätigt: Wer sonst sollte den Müll hinterlassen haben als ein Akimichi? Immerhin hatte es im gesuchten Team einen Akimichi gegeben und Mari konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, warum sonst irgendjemand in letzter Zeit hier irgendwo im Nirgendwo herumgestreunt und zufälligerweise eine Chipstüte verloren haben sollte. Die Packung kam der jungen Frau auch recht bekannt vor: Diese Marke fand man in Shirogakure zu genüge. Und vielleicht erkannte die Hyuuga die Tüte auch, weil es eine Sorte war, die sie selbst in der hintersten Ecke des Küchenschranks versteckte und gelegentlich, in unbeobachteten Momenten, in sich hineinschaufelte… aber das war ein Geheimnis, das Mari jetzt sicherlich nicht Preis geben würde. Nicht einmal der Tatsumaki wusste von diesem kleinen Laster seiner Freundin. Daher hob sie vielmehr die Nase über den Fund und schüttelte sachte den Kopf, um ihre Missbilligung über diese schlimme Umweltverschmutzung kundzutun.

Mari wusste nicht genau, wie lange sie schon unterwegs gewesen waren, als sie von der nahenden Abenddämmerung regelrecht überrascht wurde. Die Aussicht darauf, doch endlich einer konkreten Spur folgen zu können, hatten der Kunoichi in gewisser Weise das Zeitgefühl gestohlen. Ein Glück, dass das Team just in diesem Moment in der Ferne die Umrisse einiger Häuser erkennen konnte. Ob die Kollegen hier auch vorbeigekommen waren? Sie mussten, wenn man den Spuren traute. Dass sich die Spuren vorerst in diesem unscheinbaren Dörfchen verloren, ließ Mari aufmerksamer werden. Ihr Bauchgefühl sagte ihr, dass hier irgendetwas nicht stimmte. Und das lag nicht nur daran, dass sie als Stadtkind mit kleinen Bauerndörfern insgesamt recht wenig anfangen konnte. Kaum waren sie in die Nähe der wenig prunkvoll aussehenden Gebäude gekommen, kreuzten sie auch schon den Weg mit einem jungen Kerl, der insbesondere durch die Hacke über seiner Schulter ziemlich ins Auge sprang. Zusammengefasst erzählte der Kerl, dass er keine Ninja gesehen hätte, aber die Familie Watanabe, da könnten sie ihr Glück versuchen, denn die würden alles mitbekommen. Okay, der Typ wirkte nicht besonders helle, aber er schien nichts gegen Ninja zu haben, wenn man seinen Worten, der Gestik und Mimik sowie dem Tonfall glauben durfte. Er bezeichnete sie sogar als tapfere Krieger, die für Frieden in ihrem kleinen Dörfchen sorgten. Aha. Suspekt erschien Mari die dreifache Betonung der Familie Watanabe. Meine Güte, sie hatten es verstanden. Merkte der eigentlich, wie oft er sich wiederholte? Mari war geneigt, ihn darauf aufmerksam zu machen, doch da wurde das Gespräch bereits von Shino fortgeführt, die sich an der Ausdrucksweise wenig zu stören schien. Den Watanabe gehörte also das Land hier und die Bauern durften kostenlos für sie darauf schuften. Hm. Wenn diese Familie dafür umgekehrt von den Erträgen der Bauern profitierte, war das ein Handel, den diese Familie mit Sicherheit nicht aus reiner Nächstenliebe einging. Aber natürlich war das Spekulation und – wenn die Hyuuga ehrlich war – ihr auch eigentlich recht egal. Sie war wegen der Mission hier, nicht um andere Menschen darüber aufzuklären, ob sie ausgebeutet wurden oder nicht. Die Ninja entschieden sich, das Haus der Watanabe aufzusuchen und schnell stellte sich heraus: Wow. Die mussten echt stinkreich sein. Selbst die Äuglein der Hyuuga weiteten sich ein wenig, als sie das gigantische Landhaus erblickte. Sie hatte ähnliche Gedanken wie Hei: Die Villa ihrer Eltern wirkte dagegen richtig schäbig! Mari war beeindruckt. Vielleicht auch ein Stück weit neidisch. Aber vorwiegend beeindruckt.

Angeführt vom dem Hacken-Kerl näherten sich die Ninja dem Landhaus, stolzierten durch einen großen Vorgarten, stiegen einige Treppenstufen nach oben und kamen schließlich vor einem hohen Eingangstor zum Stehen. Mittig des Tores hing ein massiver Türklopfer in Form eines Löwenschädels – natürlich, was auch sonst. Mari war nicht verwundert. „Hey!“ Kaum hatte der junge Kerl dreimal kräftig gegen die Tür geklopft, rief er bereits hinterher und seine Stimme hallte über das umliegende Land. Es dauerte einige Sekunden, aber dann öffnete sich das Tor und das Gesicht einer mittelalten Dame spähte durch den Türschlitz hinaus in die Dunkelheit. „Emon? Was machst du denn hier?“, erklang eine überraschte, aber freundliche Stimme. Sofort wurde die Tür weiter geöffnet. Vor den Ninja präsentierte sich eine Dame in einem zartrosa Kimono, deren schwarzes Haar bereits einige graue Strähnen aufwies und deren Gesicht durch die eine oder andere Falte gezeichnet war. Doch die blauen Augen strahlten aufgeweckt und die Grübchen an ihren Mundwinkeln deuteten darauf hin, dass diese Dame gerne lächelte. Sie sah zuerst zu dem jungen Bauernkerl und als sie merkte, dass er nicht alleine gekommen war, legte sie den Kopf fragend schief. Emon – wie der Name zu sein schien – deutete mit dem Daumen hinter sich, direkt auf Hei, Ayumi, Shino und Mari. „Hallo, Mao-san! Diese wackeren Ninja habe ich gerade auf dem Heimweg aufgegabelt, sie suchen ein paar Kollegen, die in Ireshimura vorbeigekommen sein sollen. Ich habe keine anderen Ninja gesehen, aber ich dachte mir: Wenn jemand was weiß, dann ja wohl die Watanabe!“ Er drehte sich zu dem Ninjateam um und grinste: „Wenn ich vorstellen darf: Mao Watanabe-san. Ihr und ihrem Mann gehört der Großteil des Landes, auf dem Ireshimura erbaut wurde.“ Frau Watanabe also? Mari war tatsächlich verwundert über den direkten Tonfall, den der Bauer gegenüber der Eigentümerin des Landes einschlug, irgendwie hätte sie sich einen förmlicheren Umgangston vorgestellt. Aber vielleicht war das hier draußen, mitten im Nirgendwo, auch etwas anderes. Hier gab man nicht so viel auf Förmlichkeiten. „Oh, Ninja? Herzlich Willkommen in Ireshimura!“ Nun lächelte auch Mao herzlich und schlug die Hände ineinander. Dann schien sie darüber nachzudenken, was Emon noch erzählt hatte und sie schüttelte bedauernd den Kopf. „Ihr sucht nach Kollegen von euch? Nein, leider habe ich niemanden gesehen…“ Sie schien wirklich bestürzt, doch dann hellte sich ihr Gesicht doch noch einmal auf. „Aber vielleicht weiß mein Mann ja etwas? Kommt doch herein, dann werde ich gleich nach ihm schicken lassen! Oh und ihr seht aus, als hättet ihr eine lange Reise hinter euch. Vielleicht können wir euch etwas zu Essen anbieten? Es würde mich freuen!“ Sie winkte die Ninja herein und Emon zwinkerte dem Team zu. „Bei Mao-san seid ihr in besten Händen. Und ich kann die Küche der Watanabe nur empfehlen.“ Er lachte gelöst und hob die Hand zum Abschied, bevor er sich auf dem Absatz umdrehte und verschwand. Mari war sich nicht sicher, ob sie das unterschreiben würde, aber nicht einmal sie konnte das Knurren des Magens gänzlich unterdrücken, das bei der Aussicht auf Essen leise ertönte. Die letzte Mahlzeit lag wirklich eine ganze Weile zurück und die Suche mit dem Byakugan zehrte durchaus an den Kraftreserven… Hm. Sie hörte Mao bereits mit einer Bediensteten sprechen, zum Einen schickte sie nach ihrem Mann, aber sie bat auch darum, eine kleine Mahlzeit für die Reisenden zu bereiten. Naja. Wenn sie an Informationen kommen wollten, konnten sie das Angebot kaum ablehnen, oder?

@Tatsumaki Hei @Kajiya Ayumi
 

Kajiya Ayumi

Genin
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Gemeinsam folgten Shino und Ayumi der Spur des Ninja-Teams (wobei einmal dahingestellt sei, ob Ayumi denn Shino tatsächlich eine Hilfe war). Sich die ganze Zeit auf etwas so... actionfreies.... wie das Spurenlesen zu konzentrieren, fiel der kleinen Kajiya nicht gerade einfach. Ab und zu wanderten ihre Gedanken und ihre Aufmerksamkeit anderswo hin, doch zwang sie sich immer schleunigst wieder zurück zur selbstauferlegten Aufgabe. Die ganze Zeit war Ayumi nur wie das dritte Rad am Wagen mit Hei und Mari mitgedackelt, jetzt konnte sie zumindest irgendetwas zur Mission beitragen.
Es war schon langsam dabei, Abend zu werden, als die bunte Vierertruppe an die Ausläufer eines kleinen Dorfes stießen. Shino tat kund, dass sie über die Existenz dieses Dorfes bescheid wusste und laut ihren Vermutungen wäre, es zu betreten, noch kein Grenzübergang. Da selbst Ayumi klar war, dass die gesuchten Ninja wohl ebenfalls hier durchgekommen sein mussten, war es für die Schwarzhaarige also nur selbstverständlich, dass auch sie nun dem kleinen Dörflein einen Besuch abstatten mussten. Vielleicht fanden sie ihre Ziele ja direkt hier (Wer weiß, vielleicht hatte es ihnen in dem Dorf ja so gut gefallen, dass sie eine Weile geblieben sind?). Und vielleicht mussten die Shiro-Nin samt Anhängsel ja auch erst einigen Leuten auf den Zahn fühlen und richtige Detektiv-Arbeit leisten. Das war bestimmt auch cool. Glücklicherweise waren auch Hei und Mari der Meinung, dass man nicht mehr warten musste, das kleine Dörflein zu betreten, sodass die Viere einfach so reinstiefelten.
Kaum einen Augenblick später standen die Viere also auch schon im Dörflein drinnen und Hei hatte ein Gespräch mit einem Farmer angezettelt. Er hatte die anderen Ninja leider nicht gesehen, dafür gab er dem Team den Rat, mit den Watanabe zu reden. Das waren wohl sowas wie die Lehnsherren hier. Schnell wandelte sich das Gesprächsthema - durch Shino geschuldet - jedoch zu Erläuterungen über Badebekleidung, sodass Hei ein paar geheime Worte mit Mari und Ayumi wechseln konnte. Der Teamleiter wollte, dass die Ninja vor den Watanabe den Ball flach hielten. Hmm, das würde Ayumi hinbekommen. Und auch dass sie unauffällig nach den Kameraden suchen sollten leuchtete Ayumi ein. Kurz konzentrierte sie sich mit einem gelschossenen Fingerzeichen auf ihr Bluterbe, streckte ihre Fühler nach dem Metall in ihrer Umgebung aus, doch im Dorf gab es viel zu viel davon, alsdass Ayumi daraus irgendwelche Informationen hätte sammeln können. "Verstanden!", bestätigte Ayumi und musst dabei nicht einmal lügen. Hatte sie wirklich. Wirklich.

Kaum fünf Minuten später fanden die drei Ninja und Shino sich im gewaltigen Anwesen der Watanabes wieder und die Dame des Hauses wusste über den Auftrag des Teams, das andere Team zu suchen, Bescheid. So viel zum Thema "Ball flach halten". Und nichts davon war, soweit sie das einschätzen konnte, Ayumis Schuld gewesen.
Das Anwesen der Watanabes war riesig, weitläufig und von einer tollen Gartenanlage umgeben. Die prunkvolle Villa ließ Ayumi ganz schön staunen, irgendwie konnte sie nicht ganz verstehen, warum jemand so ein tolles Haus in so einem abgelegenen Dörfchen bauen wollte. Doch mit dem Gerede Emons vorhin über "Banditen" konnte die kleine Schmiedin sich wenigstens erklären, warum die Villa so massiv gebaut war. Für die Schwarzhaarige wirkte das Gebäude mit seinen robusten Mauern und dem geschlossenen Tor beinahe wie eine kleine Festung.
Emon stellte die Reisegruppe bei der Watanabe-Dame, die Mao hieß, vor. Ayumi musste sich zusammen reißen, dabei nicht an eine alte Katze zu denken, die auf einer Strickdecke liegend "Maooo... "-te.
Ayumi tat wie angehießen und hielt die Augen offen. Dass die Watanabes ja alles wussten, machte Mao-san für Ayumi ein wenig verdächtig und die Schmiedin misstraute ihr. Das verflog aber schnell, als die Dame des Hauses den Ninjas und Shino etwas zu Essen in Aussicht stellte. Etwas ordentliches, leckeres zwischen die Zähne zu bekommen und nicht nur auf Nahrungspillen und mittlerweile festem, hartem Brot herumzukauen, ließ Ayumis Lauen aufhellen. Bisher hatten Hei und Mari sich der Watanabe-Dame ein wenig zurückhaltend verhalten, aber die kleine Schmiedin wollte die Gastfreundschaft Maos nicht unkommentiert lassen. "Das wäre voll lieb." Damit war ja wohl der Höflichkeit genüge getan, oder? Emon wandte sich um und verließ das Anwesen wieder, Ayumi winkte ihm zum Abschied hinterher, dann wurden die Tore des Anwesens hinter dem Suchtrupp geschlossen.

"Dann folgt mir doch bitte, ihr Lieben.", bot Mao-san mit einem freundlichen Lächeln an und führte die vier Suchenden in einen geräumigen Raum Saal mit einem Tisch, an dem sicher ein Dutzend Leute Platz gefunden hätten. "Nebenan gibt es ein Badezimmer, falls ihr euch ein wenig frisch machen wollt.", erklärte Mao den vier Suchenden und deutete mit der Hand auf das entsprechende Zimmer. Ayumi nickte, wollte jedoch erstmal bei ihrem Team bleiben. Mao nahm Platz und die Schmiedin tat es ihr gleich. Auf einem ordentlichen Sitzkissen zu sitzen gefiel der Kunoichi deutlich besser, als dass sie das zugeben würde. "Ich bin mir sehr sicher, dass mein Mann euch bei eurer Suche behilflich sein kann. Er ist gerade außer Haus, sollte aber bestimmt bald hier sein.", erklärte Mao und das kleine bisschen Zuversicht, das in Ayumi seit dem Fund der Lagerstätte aufgekeimt war, blieb bestehen. "Es ist super nett, dass Sie uns helfen.", ließ Ayumi die Gastgeberin wissen. Mit ihren dankenden Worten plante sie, die nette Dame richtig einzulullen, sodass sie sie nachher gnadenlos ausfragen konnte. Detektiv Ayumi war in der Verhörs-Szene angekommen. Nun galt es, die Wahrheit zu finden. Doch das Auftauchen einer schüchtern-wirkenden Bediensteten in einem süßen Kleidchen brachte Ayumi aus dem Konzept, denn sie hatte Getränke dabei. Zwei Glaskaraffen mit eisgekühltem Inneren wurde auf dem Tisch abgestellt. Klares Wasser und Pfirsich-Eistee - so die Bedienstete. Wer konnte zu eiskaltem Eistee schon nein sagen? Übreglücklich sah Ayumi zu, wie ihre von dem tiefbraunen Getränk eingeschenkt wurde und ein paar Eiswürfel laut klackernd mit in ihren Becher rutschten. Wie ein Kind, dem man sein Lieblingsspielzeug überreichte, griff sie mit beiden Händen nach dem dargebotenen Gefäß und trank schnell ein, zwei Schlücke. Herrlich. Mao-san musste bei Ayumis überschwinglichem Handeln ein wenig kichern, hielt sich damenhaft dabei die Hand vor den Mund. "Nur keine flasche Scheu. Ihr seid meine geschätzten Gäste." Das fühlte sich gut an.
Einige Minuten plauderte Mao-san mit den Ninja, berichtete ihnen davon, wie die Watanabe den Menschen hier in Ireshimura ein gutes Leben ermöglichten, wie das Dorf ab und zu von Räubern und Banditen heimgesucht wurde, wie das Dorf gute Verhältnisse zu größeren Städten im Wasserfallreich pflegte und wie das mit dem Handel funktionierte. Ayumi hörte begeistert zu und versuchte, möglichst viel davon im Kopf zu behalten. Im Vergleich zu ihrem Leben in der "Großstadt" Jôsei war es so anders hier auf dem Dorf.
Doch schon schnell wurden die Gespräche von etwas wichtigerem unterbrochen: Dem Essen. Blütenreiner Reis wurde, zusammen mit Glasnudeln, aufgetischt. Dazu gab es zweierlei Fleisch - Hühnchen und Schwein - sowie eine Auswahl an fünf verschiedenen Soßen mit verschiedenen Gemüsearten als Grundlage und verschiedenen Schärfegraden. Es war ein wahres Buffet. Ayumi lud sich Reis, Hühnchen und die schärfste Soße, die sie finden konnte, auf und machte sich, nachdem Mao-san das Essen freigegeben hatte, über ihre Portion her. Und dann über eine zweite.
Etwas ordentliches - und dazu noch - so leckeres zu Essen zu bekommen, genoss die kleine Schmiedin sichtlich. "Das is' super...", murmelte sie zwischen zwei Happen, das scharfe Essen hatte ihr Gesicht eine leichte Rot-Tönung annehmen lassen und trieb ihr kleine Schweißperlen auf die Stirn - genau so liebte Ayumi das.
Während sie aß hatte Ayumi das Gefühl, dass sie zum ersten mal seit Tagen, Wochen, so richtig locker wurde. Immer auf der Reise zu sein, nirgendwo lang zu bleiben, der ganze Sand, das war anstrengend gewesen. Der heutige Tag, mit dem Spurenlesen, war sogar noch ein wenig schlimmer gewesen als die Tage zuvor. Jetzt war es, als würde eine große Last von Ayumis Schultern abfallen. Mit der Wärme des Essens breitete sich auch eine wohlige Entspannung in der kleinen Kunoichi aus, ließ ihre Lieder schwer werden. Sie ertappte sich dabei, wie sie beinahe am Wegnicken war, als sich die Türe zum Speisesaal aufschob und ein großgewachsener Mann mit dunklen Haaren, einem getrimmten Bart und traditionellem Kimono in den Raum trat. "Oh, Liebling.", grüßte Mao-san ihren Mann und wies dann in die Runde. "Das hier sind Ninja aus Jôsei, sie sind heute Abend unsere Gäste." Der Mann antwortete mit einer Bass-Stimme, die Ayumi durch Mark und Bein ging, gleichzeitig jedoch ruhig und entspannt wirkte. "Dann... willkommen in meinem Haus."
 

Tatsumaki Hei

Chuunin
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Endlich ein Dorf, was? Hei konnte das leicht ungute Gefühl nicht abschütteln, abe rmal ganz ehrlich: Was waren schon die Alternativen? Nach diesen ganzen Tagen voller Nichts war der Drang, das Bedürfnis nach Ergebnissen so groß, dass selbst der Missionsleiter dieses Auftrags die Regeln der Vorsicht ein wenig vergas. Man mochte meinen, er hätte schon genug erlebt und wäre vorsichtiger, aber... nein, selbst Hei war noch mehr als anfällig für das Gefühl eines dringend benötigten Erfolgserlebnisses. Also, wo war er stehen geblieben? ​

Richtig, vor dem gewaltigen Anwesen der Watanabe. Es war wahrscheinlich nur naheliegend, aber... der Türklopfer setzte dem Ganzen noch einmal einen Deckel auf. Hei hatte die Arme - ausnahmsweise - vor der Brust verschränkt und starrte skeptisch auf die große Tür, hinter der sich recht schnell nach dem Klopfen etwas rührte. Das war... wirklich schnell gewesen. Der Vorgarten war zwar groß, aber es musste Zufall sein, dass jemand so schnell an dieser Tür war, oder? Technisch gesehen war es unmöglich, so schnell an der Tür zu sein, wenn man sich irgenwo anders als in den Räumen hinter dem Haupteingang aufhielt. Wahrscheinlich war Watanabe Mao, die sich ohne Zögern zeigte und die Tür öffnete, nur grade in der Nähe gewesen. Hei musterte die Frau einen Moment, konnte aber nichts schräges an ihr feststellen. Sie sah halt so aus wie jemand, der in so einem Haus wohnte. Gepflegt, hübsche Kleidung und ein Gesicht was auf ihre priviligierte Lebenssituation hinwies. Es gefiel dem Tatsumaki nicht unbedingt, dass der Dorfbewohner gleich ihre Frage vorwegnahm, aber ändern ließ es sich letztlich wohl auch nicht mehr. So war der Überraschungsmoment sofort verflogen, und die Karten lagen auf dem Tisch ihrer Gastgeberin. Hei gefiel es nicht, auf dem Präsentierteller zu sitzen, aber es musste für den Moment wohl sein. Anders würden sie nie an Informationen kommen und die Spuren waren defintiv in Richtung dieses Dorfs gegangen. Ein Essen? Hei seufzte ganz leise. Ayumi ließ es sich nicht nehmen, die angebotene Gastfreundschaft anzunehmen und so blieb ihnen wohl keine andere Wahl. Hei, und das gab er sich selbst auch zu, war zu schwach zu protestieren. Auch er konnte was Vernünftiges zu Essen vertragen. Emon verzog sich, Mao sprach mit Bediensteten, und kurz darauf fanden sie sich in einem... Saal wieder, in den Heis erste Wohnung viel zu oft reingepasst häte. Sogar ein Badezimmer für Gäste gab es? Man... die Leute hier hatte es aber wirklich gut getroffen. Respekt zumindest dafür, selbst die Hyuuga hatten nicht eine derartige Dekadenz an den Tag gelegt. Andererseits war das Verhalten von Watanabe Mao bisher ein bisschen freundlicher als das der meisten Hyuuga die Hei kannte - andererseits, und das musste man wohl sagen, er hatte auch nicht vor mit der Tochter der Watanabe eine Beziehung zu führen. Das war wohl noch etwas anderes.​

"Ich stimme meiner Kollegin zu", sagte Hei sanft und lächelte leicht. Ayumi zog es zwar vor, ähm, sehr einfache Worte zu benutzen, aber sie traf am Ende des Tages doch den Kern. Es war nett, dass Mao ihnen half. Und das unabhängig davon ob hier etwas dabei herauskam. Dass eine Grundbesitzerfamilie Ninja so behandelte, war zwar nicht absolut ungewöhnlich, aber die zuvorkommende Art hier war schon speziell. "Selbst wenn Euer Mann nichts beitragen könnte, die Chance einer kurzen Rast ist schon eine große Hilfe", ergänzte der Wüstensohn. Zusammen setzte sich die Gruppe, wurde schneller als gedacht mit Getränken versorgt. Der Chuunin warf einen unauffälligen Seitenblick auf die Bedienstete in ihrem Kleidchen, konnte aber nichts erkennen, was ungewöhnlich gewesen wäre. Sie schien einfach nur schüchtern, nicht verängstigt oder hilfesuchend. Hatten sie vielleicht einfach mal... Glück? Das wäre ja was. ​

Maos Ausführungen verfolgte Hei nur mit halbem Ohr. Er konnte sich schon in etwa denken, wie das Leben hier vonstatten ging. Letztlich war es so: Alle hörten auf die reichen Grundbesitzer, dann wurde alles gut. Trotz der Tatsache, dass Watanabe Mao es alles sehr wohlklingend ausdrückte, konnte sie diesen Fakt nicht ganz vertuschen. Dafür konzentrierte sich zu viel des Wissens und des Wohlstandes in diesem Haus. Hei selbst gönnte sich nur etwas Wasser. Nach den Tagen der Entbehrnisse hatte er das Gefühl, ein auch nur ein bisschen gezuckertes Getränk würde ihn die ganze Nacht wachhalten. Da musste man sich erstmal wieder dran gewöhnen. Das Gute an Maos Ausführungen: Die Gruppe musste erst einmal nichts über sich selbst preisgeben. Und so wurde tatsächlich ohne, dass sie noch irgendetwas großes sagen mussten, Essen serviert. Hei betrachtete das Festmahl fast ein wenig ungläubig. Das war... zwar schlicht, aber in dessen Schlichtheit sicherlich einer der schönsten Mahlzeiten die er jemals gesehen hatte. "Ayumi, war-", fing er an, konnte aber seine Kollegin nicht davon abhalten, direkt reinzuhauen. Er beobachtete die Schmiedin einen Moment, warf dann Mao einen Blick zu, die zart lächelte und Gefallen daran zu finden schien, wie gierig Ayumi reinhaute. "Vielen Dank für die Gastfreundschaft", meinte Hei noch einmal und neigte leicht den Kopf. "Es sieht ganz außergewöhnlich aus." Ayumi sagte, es war super? Na, immerhin, dann war es wohl nicht vergiftet, oder? Was ihn beruhigte: Shino war zwar erstaunlich still gewesen bei dem ganzen Austausch mit Mao, aber vielleicht hielt sie sich ja auch ob ihres Outfits ein wenig im Hintergrund. Erstaunt stellte der Tatsumaki fest, dass die junge Dame sogar so etwas wie eine kurze Hose über den Badeanzug gezogen hatte - wohl wissend, dass es sonst ein wenig... unangemessen wäre. Hei war zwar der Meinung, dass es sowieso nicht immer besonders angemessen war, aber letztlich war es ihm auch ein wenig egal. Das sie noch da war, ließ ihn allerdings weiterhin ein wenig vorsichtig sein. Letztlich war sie Zivilistin und grade unter ihrem Schutz.​

Hei nahm sich vorsichtig etwas von dem Reis, begann erst einmal zurückhaltender zu Essen - aber das Gemüse schmeckte fantastisch und das Fleisch erst... vielleicht war es einfach die lange Zeit in der Wildnis, aber es war ein wahres Feuerwerk. Und auch wenn er nicht direkt Freund von Schärfe war, er wusste, Mari liebte es feurig. Selbst der Tatsumaki, der sich doch ein wenig versucht hatte zurückzuhalten merkte, wie er ein wenig lockerer wurde und die Mission zumindest für einen Moment ein wenig in den Hintergrund rückte. Für nur einen kurzen Moment der Entspannung war es als wären sie nicht hier, weil sie sechs vermisste Kollegen suchten, sondern nur, weil sie auf ein leckeres Mahl eingelagen wurden. Der Wüstensohn genoss es mehr als er gedacht hatte. Normalerweise hatte er sich immer für jemanden gehalten, dem es nicht sonderlich viel ausmachte, in der Wildnis zu sein, aber... offenbar hatte dieses Gefühl ihn ein wenig betrogen. Nach all den Jahren der Bequemlichkeit, die jetzt mehr oder weniger hinter ihm lagen, schien es ihm gar nicht mehr so einfach zu fallen, einfach nur unterwegs zu sein. Das erschreckte ihn ein wenig. ​

Erschrecken tat ihn auch ein wenig das Auftauchen des Mannes, der wie Mao zwar ein wenig älter wirkte, aber sehr gepflegt und... wohlhabend. Ja, er schaffte es, reich auszusehen, ohne dass er Goldketten trug, und das war schon eine herausragende Eigenschaft. Und seine Stimme schaffte es ohne Probleme, den Raum zu durchdringen. Hei drückte unbewusst seinen Rücken ein wenig durch und gerade, legte seine Stäbchen für einen Moment beiseite und neigte leicht den Kopf. "Watanabe-dono, nehme ich an. Eure Frau hat uns sehr freundlich empfangen. Mein Name ist Tatsumaki Hei. Wir hatten gehofft, hier vielleicht Hilfe zu bekommen." Der Hausherr schien nicht sonderlich überrascht zu sein, lächelte jedoch leicht. "Verehrte Ninja, wir sind immer froh wenn wir euch die Ehre erweisen können, die euch gebührt. Greift also bitte zu, unsere Angestellten übertreffen sich regelmäßig selbst. Und Mao kann dieses Essen ja unmöglich alleine verdrücken." Er lachte leise, und der Ton vibrierte in der Luft. Seine dunklen Augen lagen auf den Gästen seines Hauses, und er setzte sich neben seine Frau. "Aber Tatsumaki-san... wobei könnte jemand wie ich denn behilflich sein?" Hei gefiel der Ton des Hausherren nicht. Es war viel zu unterwürfig für einen Mann, der ein Haus hatte was fast so groß wirkte wie der Rest des Dorfes. ​
"Nun... wir sind auf der Suche nach einigen unserer Kollegen. Wir sind schon eine Weile ohne Spuren geblieben, und so kam es, dass einer der Dorfbewohner uns sagte, dass Ihr - die Watanabe - alles mitkriegen würden und vielleicht etwas gesehen hätten." Das war nicht ganz die Wahrheit, immerhin hatten Spuren sie hierhin gewiesen. Irgendwie fand Hei, dass es taktisch klüger war, das so nicht aufzutischen, wie Mao dieses Buffet aufgetischt hatte. "Lasst mich sie kurz beschreiben", fügte er hinzu und beschrieb einige der wichtigsten Merkmale der Kollegen. Der Watanabe hatte die Hände leicht gefaltet und schien ihm aufmerksam zuzuhören. ​
"Was für ein Zufall, verehrte Shinobi! Tatsächlich kann ich mich daran erinnern, mit diesen Individuen Kontakt gehabt zu haben", antwortete der Mann langsam und erzählte dann eine kurze Geschichte davon, wie er sie angeblich außerhalb des Dorfes aufgefunden hatte. Es fiel Hei allerdings mit der Zeit schwerer und schwerer, der einschläfernden Stimme des Gastgebers zuzuhören. Es war, als sackte die ganze Müdigkeit der letzten Tage durch seinen Körper, und er versuchte das unbedingte Bedürfnis abzuschütteln, den Kopf auf den Tisch zu legen und zu schlafen. Der Wüstensohn blinzelte ein paar Mal. ​
"Ihr habt sie aufgelesen? Aber... wo sind sie?", meinte er langsam, und es schien als würden seine Worte mehr wie Honig aus seinem Mund tropfen als wie Wasser über seine Lippen fließen. Jedes Wort nur mit Mühe hervorgebracht. Hei strengte sich wirklich an, aber nach und nach spürte er wie seine Glieder ein wenig erlahmten. Was war hier nur los? Ein Klappern erschreckte ihn nur kurz auf, aber die Müdigkeit kam sofort zurück. Sein Blick fiel auf Shino, deren Kopf grade unelegant auf ihren dreckigen Teller gefallen war - offensichtlich schlief sie. Ein Blick zu seinen Kolleginnen erweckte den Eindruck, dass auch sie die Müdigkeit verspürten. "Was wird hier gespielt?", murmelte er aufgebracht, aber es klang eher... müde. ​
"Mein lieber Tatsumaki-san, bitte verzagt nicht. Ich werde euch bald mit euren Kollegen zusammenführen, schließlich gehört es sich so, dass man Freunde nicht voneinander trennt." Der Mann lächelte sanft und sah seine Frau fast liebevoll an. "Mao, da hast du mal wieder ganze Arbeit geleistet, Liebling." Er nahm ihre Hand in seine und küsste die Rückseite eben jener. Hei stützte sich nur noch schwer mit seinen Armen auf dem Tisch ab. "... dammt", wisperte er. Der Watanabe wurde wieder auf ihn aufmerksam. ​
"Sieh' an, noch immer nicht weggetreten, was? Keine Sorge, es ist kein Gift... jedenfalls wird es euch nicht umbringen, wehrte Shinobi." Seine dunkle Stimme schien ein wenig schadenfroh. "Aber oh, entkommen werdet ihr diesem Schlafmittel trotzdem nicht. Es könnte einen Elefanten fällen!" Einen Elefanten? Hei verstand nicht, worum es hier ging, aber es machte auch keinen Sinn mehr. Einen Moment später spürte er wie sein Kopf sich langsam wie von selbst auf den Tisch senkte. Sein Herz zog sich schmerzhaft zusammen, als ihm bewusst wurde, dass er - mal wieder - zu unachtsam gewesen war. Oh Gott, bitte... "Mari", murmelte er leise, aber konnte nicht mehr wirklich sehen. Und dann wurde alles schwarz. ​

"Nun denn." Der Watanabe rümpfte leich die Nase und erhob sich. "Die Bediensteten sollen sie auf die üblichen... Zimmer bringen. Die Armen waren ja wirklich so müde." Ein Grinsen huschte über das Gesicht des Mannes. "Endlich frisches Blut", murmelte er und wedelte sich mit einem parfümierten Tuch etwas Luft zu. "Aber schafft sie schnell hier raus. Die müssen schon eine Weile kein Bad mehr genossen haben."
 

Hyuuga Mari

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Mari folgte der restlichen Gruppe als Schlusslicht, als sie in das Anwesen der Watanabe eintraten. Mao führte sie schon bald in einen Essensaal, der sowohl von der Größe als auch der Ausstattung fast schon mit dem Palast mithalten konnte, den sie in Toshi no Kokka gesehen hatten. Die Hyuuga kam nicht umhin, den Reichtum, der sich hier zeigte, in gewisser Weise zu bewundern. Gleichzeitig stellten sich der jungen Frau allerdings auch die Nackenhaare auf und sie merkte, dass sie sich im Umfeld der Gastgeberin nicht besonders wohl fühlte. Die Braunhaarige konnte nicht festmachen, woran es lag: Mao war freundlich, die Bediensteten ebenso und sie zeigten eine Gastfreundlichkeit, die ihresgleichen suchte. Eigentlich schätzte Mari sich selbst nicht so ein, dass anderer Reichtum sie tatsächlich neidisch werden ließ… woran lag es dann? Vielleicht die Erfahrung, dass Menschen, die abseits der großen Städte lebten, in der Regel Fremden eher voreingenommen und abweisend gegenüber auftraten, anstatt sie zu einem Festmahl einzuladen? Ja, das könnte es sein. Kaum hatten die Ninja sich gesetzt, wurde auch schon aufgetragen: Kaltes Wasser und Eistee, gekühlt durch Eiswürfel, die in der Flüssigkeit tanzten. Es wurde gar nicht darauf gewartet, dass die 20-Jährige fragte, da wurde ihr bereits ein Glas eingeschenkt und zugeschoben… und nachdem sowohl Shino als auch Ayumi gierige Schlucke getrunken hatten, nahm auch Mari das Wasserglas in die Hand. Es war einer Mischung aus guter Erziehung, aber auch tatsächlichem Durst geschuldet, dass die junge Frau über ihren eigenen Schatten sprang und vorsichtig nippte… nur um zu merken, wie trocken ihre Kehle gewesen war und gleich noch einen Schluck zu trinken.

Auch als das Essen aufgetischt wurde, hielt sich Mari im Gespräch sehr zurück. Sie war noch nie eine der gesprächigsten Menschen gewesen, war froh, wenn andere Leute diesen Part übernahmen. Mao erzählte von dem Leben in diesem abgelegenen Dorf und bis auf ein gelegentliches Nicken – um zumindest den Anschein zu wahren, sie würde aufmerksam zuhören – äußerte die Hyuuga keine weiteren Nachfragen. Die Mahlzeiten, die ihnen in der Wartezeit aufgetischt wurden, waren wirklich köstlich. Wer auch immer dieses Essen zubereitet hatte, verstand etwas von seinem Geschäft. Und mit der Schärfe der Speisen traf man genau den Geschmack der Taijutsuka, die sich dabei ertappte, den gerade geleerten Teller tatsächlich ein weiteres Mal zu füllen. Und die Skepsis, die Mari doch eigentlich gehabt hatte, als sie das Haus der Watanabe betreten hatten, war mit jedem getätigten Bissen mehr vergessen, als wäre es nicht mehr so wichtig… der Hyuuga war noch nicht bewusst, wie sehr sie sich über diese Nachlässigkeit zu einem späteren Zeitpunkt noch ärgern würde. Genauso wie Hei horchte die 20-Jährige auf, als eine weitere Person den Raum betrat: Der Hausherr. Er hatte eine… beeindruckende Ausstrahlung. Hei übernahm das Gespräch und die junge Frau hörte aufmerksam zu. Oder? Moment. Was hatte er gesagt? Nur mit einiger Verzögerung merkte die Hyuuga, dass Teile des Gespräches einfach an ihr vorbeigegangen waren. Dass ihr Kopf sich zunehmend in Watte gepackt anfühlte. Dass sie sich die Dinge, die Watanabe-dono äußerte, einfach nicht behalten konnte. Und erst, als Shino vornüberfiel und mit dem Gesicht voran auf ihrem Teller landete wurde der jungen Frau bewusst, dass sie offensichtlich nicht die Einzige war, der es so ging. Sie ließ die Gabel fallen, als stünde sie unter Strom und doch wusste Mari, dass es zu spät war. Ihre Lider wurden schwerer und es kostete sie alle Mühe, bei Sinnen zu bleiben. In einem letzten Versuch des Widerstands stoppte sie ihren Chakrafluss, in der Hoffnung, es vielleicht doch mit einer Ninjatechnik zu tun zu haben, die sie mittels Chakrakontrolle aufhalten könnte. Aber… es half nicht. Was auch immer die Watanabe ihnen eingeflößt hatten, es war in ihren Körpern, vermutlich über das Essen. Oder die Getränke. Oder beides. Die hellen Augen sahen zu Ayumi, dann zu Hei. Sie konnte nicht mehr verstehen, was der Suna-Nin sagte, doch seine Lippenbewegung war eindeutig. Auch sie bewegte die Lippen, doch kein Ton drang heraus, als ihr bewusstwurde, dass sie vollkommen machtlos waren. Und als Mari schließlich das Bewusstsein verlor, war sie gepackt von dem entsetzlichen Gedanken, dass es das letzte Mal gewesen sein könnte, dass sie ihren Freund sah.



Dunkelheit umgab den Körper der Kunoichi, ein merkwürdig wohliges Gefühl, welches ihre Sinne betäubte. Schlief sie? Wohl eher, warum schlief sie?... Die Gedanken der jungen Frau wollten nicht funktionieren, auch ihre Muskeln nicht arbeiten. Stimmen? Was waren das für Stimmen? Das Gehör schaltete sich wieder ein, zwar noch nicht zu voller Leistung fähig, doch gemurmelte Worte drangen bis in das Gehirn Maris vor, selbst wenn sie unfähig war, genaue Zusammenhänge daraus schließen zu können. Erneut sammelte die Hyuuga ihre Kraft – und ihre Finger begannen zu zucken. Wie in Trance hoben sich die Lider der 20-Jährigen, zuerst nur ein Stückchen. Sie sah verschwommen. Weder wusste sie, wo sie hier gelandet war, noch aus welchen Gründen. Eindeutig war es nicht das Anwesen ihrer Familie, nicht ihre Wohnung, denn der Boden war steinig und nur ein fahles Licht erhellte die dunkle Kammer, in der sich die Braunhaarige befand. Just in diesem Moment traf es Mari wie ein Schlag, sie riss ihre Augen auf. Die Watanabe! Die Erinnerungen überfielen im rasanten Tempo das Hirn der Chuunin, die Suche nach den Kollegen, ihre Ankunft in dem Dorf, das Essen bei den Watanabe. Doch was war danach passiert? „Heh. Sie ist wach.“ Eine dunkle Männerstimme drang an ihr Ohr, begleitet von einer weiteren Stimme, die leise lachte. Klarheit kehrte zurück in den Blick der Hyuuga, als sie aufsah, aufstehen wollte – und dann merkte, dass Hand- und Fußgelenke in Eisenringen hingen, die an Boden und Wand hinter ihr befestigt worden waren. Aus schmalen Augen betrachtete die 20-Jährige die Fesseln… es fühlte sich an wie ein Deja Vu. Damals, im Erdreich, als Shuji sie betäubt hatte, da war es ganz ähnlich gewesen. Ihr Chakra? Mari beruhigte ihren Atem, schloss die Augen und lauschte auf ihren Chakrafluss. Er… floss. Sie konnte ihr Chakra einsetzen. Die kurze Panik, die in ihr aufgestiegen war, ebbte sogleich ab – solange man ihr ihr Chakra nicht gestohlen hatte, sollte es ein Leichtes sein, sich von diesen Fesseln zu befreien. Und auch von allen anderen Dingen, die sie vielleicht erwarten würde. Aber zuerst… die hellen Augen suchten die leere Kammer ab, in der sie hockte, doch außer ihr war niemand hier. Keine Ayumi. Keine Shino. Kein Hei… Mari biss sich auf die Unterlippe. „Oh, sag bloß, du vermisst deine Kollegen?“, sprach erneut die Männerstimme, was die Hyuuga endlich dazu brachte, aufzublicken. Gitterstäbe trennten sie von den beiden Herren, die ihr gegenüberstanden und auf sie herabblickten. Mari schätzte die Entfernung ab, die zwischen ihr und den beiden Männern lag und kam schnell zu dem Schluss, dass weder die Fesseln, noch die Gitterstäbe oder diese beiden Aufpasser sie wirklich würden aufhalten können. Sie wollte bereits ihr Chakra konzentrieren, da durchschnitt die scharfe Stimme des zweiten Mannes die Stille. „Das würde ich mir gut überlegen“, er stoppte, genauso wie Mari ihre Konzentration für einen Moment unterbrach. „Außer natürlich du möchtest, dass dieser jungen Frau hier was geschieht.“ Der Fremde zog eine Gestalt aus der dunklen Raumecke, die sich beim zweiten Blick als Shino herausstellte. Die Einheimische war ebenfalls gefesselt und dazu noch geknebelt worden, außerdem hatte man ihr die Augen verbunden, sodass ihr nicht viel übrigblieb, als sich dem Kommando des fremden Mannes zu überlassen. Die Hyuuga schnaubte hörbar, ihre Seelenspiegel verengten sich, doch für den Moment unterließ sie es, einen Fluchtversuch zu starten. „Was wollt ihr? Wo sind die anderen?“ Die vertraute Stimme ließ Shino aufhorchen, doch ehe sie etwas sagen konnte, lachte bereits der Mann. „Hast du endlich deine Stimme wiedergefunden? Wie schön. Was wir wollen? Nicht mehr als ein wenig Unterhaltung. Wir haben hier schon viel gesehen, aber eine Hyuuga… du kannst dir nicht vorstellen, wie die Wetteinsätze in die Höhe geschnellt sind.“ Wetteinsätze? Was sollte das bedeuten? Und auf die Frage, wo ihre Teamkameraden waren, hatte dieser Mann nicht geantwortet. Aber wenn es ihr gutging, dann doch hoffentlich auch Ayumi und Hei? Mari musste sich unter Kontrolle halten, wenn sie Shino nicht in Gefahr bringen wollte, weshalb ihr nicht mehr übrigblieb, als auf die Fähigkeiten der beiden Kollegen zu vertrauen. Und gleichzeitig Informationen zu sammeln, um ihre gemeinsame Flucht von diesem Ort zu ermöglichen.

@Tatsumaki Hei @Kajiya Ayumi
 

Kajiya Ayumi

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Hei und der Herr des Hauses hatten eine Unterhaltung, das bekam Ayumi noch mit. Doch die Details dieses Gespräches drangen schon gar nicht mehr an den Verstand der Schmiedin vor. Die Stimmen der beiden Männer vermischten sich zu einem monotonen Brummen, das im Kopf der Kajiya auf ihre Sinne drückte. Das Essen war super, doch mit jedem Bissen und jeder verstrichenen Minute wurde die Schmiedin müder und müder. Mit einem "Tonk" krachte Shino neben ihr in den eigenen Teller, ihre Wange lag in der warmen Soße und sie sah echt, echt dämlich aus. "He... Hehe....", lachte Ayumi noch schadenfroh, dann ließ sie erschöpft den Kopf in den Nacken fallen und schloss die Augen.

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Als sie die Augen wieder öffnete, fühlte ihr Kopf sich schon ein wenig klarer an. Der Schlaf hatte gut getan, Ayumi fühlte sich erfrischt und ausgeruht - für etwa eine Viertelminute. Dann wurde sie sich der Klemme bewusst, in der sie steckte , oder eher, hing. Denn die Handgelenke der Schmiedin wurden von zwei schweren, metallenen Handfesseln festgehalten, die an einer Kette von der Decke hingen. Die Schultern Ayumis schmerzten jetzt schon, denn scheinbar hing ihr ganzes Körpergewicht schon eine ganze Weile an den eigenen Armen. Die Fußgelenke der Schmiedin steckten ebenfalls in Fesseln. Mit einem "RAAAAAAAAHHHH!" und kräftigem Rütteln machte Ayumi auf sich aufmerksam. Im von Laternenlicht stammenden Halbdunkel konnte sie erkennen, dass sie sich in einer kleinen Zelle befand, die mit einem Metallgitter von einem kleinen Gang getrennt war. Und in diesem Gang saßen gerade zwei Kerle, die sich über Ayumis Ausrüstung hermachten. Diese Penner hatten der stolzen Kajiya tatsächlich die Schriftrollen, die Kunai und - viel viel schlimmer - die Rüstung geklaut. Natürlich wurden sie auf die brüllende Ayumi aufmerksam. "Hehe, die ist ja lebhaft, das wird ein Spaß!", meinte der eine. "Ich mag es, wenn sie schreien...", pflichtete der andere ihm bei.
"Wo bin ich?", verlangte Ayumi zu wissen, doch ein spitzfindiges "In der Scheiße.", war alles, was sie als Antwort erntente. "Das seh ich selber." "Warum fragst du dann so dämlich?" Hmm, da hatte der Kerl einen Punkt. Kurz warf Ayumi den beiden einen giftigen Blick zu, dann schloss sie die Augen und konzentrierte sich. Die Schwarzhaarige hatte seit Jahren ihr Bluterbe trainiert, das Verformen von Metall lag ihr, wortwörtlich, im Blut. Ein Blick nach oben verriet, dass sie wohl mit ein wenig Anstrengung die Hände zu einem Fingerzeichen zusammenpressen konnte. Nun musste sie nur noch die Wachen ablenken. "Was passiert mit mir?" "Du wirst abgehangen." "Und dann?" "Geräuchert und gegessen!" "Echt?" Die Kerle prusteten und lachten, das war Ayumis Chance. Sie zog die Hände zusammen und faltete die Finger ineinander und formte so das Schlangenzeichen. Das hatten die Kerle nicht bemekrt. So konnte sie beginnen, ihr Chakra in die Fessel zu leiten und sie langsam, langsam zu verformen, ihre Struktur zu verändern und sie aufzuweichen. "Ne. Du kommst in die Arena!" Das hörte sich eigentlich gar nicht so schlimm an. "Und meine Freunde?" "Denen geht es nicht anders als dir." "Doch!" "Woher willst du das wissen? Die haben wir genau so hinter Gittern wie dich." Auf Ayumis Aussage reagierten die beiden Kerle ein wenig verwirrt. "Dann geht es mir viel besser wie ihnen." Interessiert ließen die beiden Wächter von Ayumis Sachen ab und wandten sich ihr zu. Besser so. "So, warum?" "Weil ich bin Ayumi...." Endlich hatte sie ihr Jutsu lange genug gewirkt. Das Reikô no Jutsu entfaltete seine Wirkung und ein beherztes Zerren der Schmiedin bog sie vollends auf. "... vom mächtigen Clan der Kajiya. Und kein Metall der Welt kann mich aufhalten!" Die Wachmänner sprangen auf, überrascht von der plötzlichen Wendung der Dinge. "Scheiße!!" Zwar waren Ayumis Beine noch aneinandergekettet, doch reichte die wenige Bewegungsfreiheit aus, um einen beherzten Satz nach vorne zu machen. In der Luft formte sie erneut das Schlangenzeichen und Griff nach den Gitterstäben, um sie aufzubiegen.

Dann traf sie ein mächtiger Schlag. Es fühlte sich an, als würde Kälte und Hitze gleichzeitig durch ihren Körper schießen, der bei der Berührung mit den Geitterstäben sofort verkrampfte. Unfähig, auch nur den Griff um das Metall zu lösen, zuckte und zitterte Ayumi für einige Sekunden, während ihre Wächter erneut in schallendes Gelächter ausbrachen. "Mächtige Ayumi, am Arsch!" Der andere nahm einen Speer, der da wohl für die Wächter als Bewaffnung stand, und stieß Ayumi mit der stumpfen Seite vom Gitter weg. "Nicht, dass du hier in deiner Zelle krepierst.", meinte er abwertend. Ayumi lag nun auf dem Boden und hatte noch immer mit den Nachwirkungen des Schocks zu kämpfen. Ihr Mund schmeckte nach Eisen, ihre Augen verwehrten ihren Dienst, zeigten der Schmiedin nur weiße Sterne und die Brust schmerzte ihr sehr - ganz zu schweigen von der linken Hand, die eine üble Verbrennung aufwieß. Es verlangte der Kajiya einige Momente ab, bis sie sich wieder aufgerichtet hatte. Als sie wieder halbwegs bei Sinnen war, bemerkte sie eine Armbrust, die einer der Wächter auf sie gerichtet hatte. Grummelnd gestand die Schmiedin sich ein, dass die Beherrschung ihres Bluterbes noch nicht weit genug fortgeschritten war, um Armbrustbolzen an ihrer Stahlspitze im Flug abzuweheren. "In der Arena hast du schlechte Chancen mit einem durchlöcherten Bein. Also keine Spielchen mehr!" Ayumi nickte schwach, kroch in den hinteren Teil der Zelle, lehnte sich dort an die Wand und versuchte, mit tiefem Atmen ihr rasendes Herz zu beruhigen. Währenddessen schaute sie sich um, was sie für weitere Spielchen für Material zur Verfügung hatte.

@Tatsumaki Hei @Hyuuga Mari
 

Tatsumaki Hei

Chuunin
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Das Erwachen des Suna-nin war schlagartiger als erwartet. Als er seine Augen aufriss und die ganzen Eindrucke, ganz ähnlich derer seiner Kollegen, auf ihn einprasselten, war kurz noch ein anderer, absurder Gedanke mit dabei: Irgendwie hätte ich gedacht, dass man aus so einer Ohnmacht langsamer aufwacht. Der Tatsumaki hatte noch nicht oft das 'Glück' gehabt, richtig ohnmächtig geworden zu sein, und es überraschte ihn schon, dass es sich wie ein Wimpernschlag seines Bewusstseins anfühlte. Naja, es war ja auch keine echte Ohnmacht gewesen, nur... irgendein Zeug. Nichtsdestotrotz war es natürlich deutlich ersichtlich, dass sich die Szenerie geändert hatte und mit einer fast milden Neugierde ließ der Tatsumaki seinen Blick schweifen - zumindest bis zu dem Moment, in dem er die Gitterstäbe sah, die ihn bindenen Ketten bemerkte und seinen schmerzenden Rücken. Seine Muskeln versteiften sich krampfhaft als er sich ein wenig in eine aufrechtere Position drückte. Anders als seine Kollegen (was er natürlich nicht wusste) stand er grade nicht unter Beobachtung. Jedenfalls nicht direkt. Hei schloß kurz die Augen wieder, um sich in Erinnerung zu rufen, was geschehen war - und spürte gleich wieder eine kalte Hand nach seinem Herzen greifen, dieselbe die immer nach ihm griff wenn es um das Wohlergehen von Mari ging. Was war geschehen? Ganz offensichtlich waren sie einer Farce auferlegen, einem Trick. Es war peinlich genug, das zu wissen, und erschreckend genug seine eigene Dummheit einzugestehen (mal wieder), aber irgendwie fast schon beruhigend, dass es ihm soweit gut ging. Mist, fluchte er in seinem Geiste, aber seine wie immer rastlosen Gedanken waren schon weit darüber hinaus, sich mit der Unausweichlichkeit des Moments anzufreunden. Fieberhaft suchten sie bereits jetzt nach Lösungen, kamen aber im Moment noch nicht wirklich auf eine Möglichkeit. Die in groben Fels geschlagene Zelle hatte kein Licht, nur vom Gang kam funzelige Beleuchtung zu ihm herein. Die Leute die ihn gefesselt hatten, wussten offenbar, dass man Fingerzeichen als Ninja ganz gut gebrauchen konnte, dann seine Hände waren links und recht von ihm an den Boden gekettet. Keine Chance, die Finger aneinanderzubekommen und eine Technik zu formen, die ihn befreien würde. Seine Körperkraft würde auf keinen Fall ausreichen, um die Ketten zu sprengen. Wo sind die anderen?, fragte sich der Tatsumaki besorgt. Warum sind sie nicht auch hier? Er meinte Stimmen zu hören, aber wirklich hören konnte er nicht, was gesagt wurde. Irgendwie passte das Ganze noch nicht zusammen. Warum sollte man sie einfach 'nur' fangen? Sie waren als Faustpfand nicht wirklich was wert (außer Mari, aber in dem Falle wäre er vermutlich nicht aufgewacht). Sie hatten keine Informationen für die sich der Aufwand gelohnt hätte.​

Alles was ihm blieb war warten. Auch sonst hatte er nichts mehr bei sich - allein seine Kleidung war geblieben. Ich hoffe den anderen geht es gut..., seufzte er innerlich und hätte sich gerne am Kopf gekratzt, aber das ging gerade schlecht. "Mir gehts gut", formte er mit den Lippen ein paar leise Worte. Wenn es niemand hörte, war es in Ordnung. Die kleine Chance, dass Mari mit ihrem Byakugan seine Lippen lesen konnte, wollte er ihr ein wenig Entlastung geben. Probehalber zog der Tatsumaki an den Ketten, die leicht klirrten, aber die Befestigung am Boden rührte sich keinen Millimeter und knarzte nicht mal. Wie enttäuschend. Der Wüstensohn schüttelte sich ein wenig, verscheuchte die übrig gebliebene Erschöpfung aus seinen Knochen und ließ seinen Nacken einmal knacken. Es verschaffte ihm unerwartete Befriedigung und seufzte zufrieden, während seine hellblauen Seelenspiegel in Richtung des Ganges sahen. Ein gellender Pfiff, für den er keinen Finger brauchte, sollte die Aufmerksamkeit von... irgendjemandem erwecken - immerhin würden sie ihn doch sicher nicht einfach so hier sitzen lassen, oder? Mit einem Mal flackerte das Licht kurz auf, und stirnrunzelnd blickte er zu den funzeligen Lampen. Seltsam.​

Immerhin hier hatte er Glück. Keine dreißig Sekunden später tauchte ein bulliger Mann auf, einen Speer in der Hand. "Auch endlich wach, Kerl? Wurde aber auch Zeit. Deine drei Schnecken sind schon länger wach. Bist wohl nicht der widerstandsfähigste, was?" Der Mann grinste leicht und zuckte mit den Schultern. "Hoffe du lässt dich nicht vom ersten Tiger fressen, was?" Hei runzelte die Stirn. "Tiger?" Der Bulle nickte. "Klar. Tiger, Löwen, Bären... Und wer weiß, vielleicht lassen sie dich sogar gegen deine Kollegen kämpfen? Die Schnösel lassen sich hier gerne mal spaßige Spielchen einfallen. Zum Glück muss ich da nicht zugucken." Hei blinzelte. Das klang nicht gut. "Aber was...", fing er an, unterbrach sich aber, als er Schritte auf dem Gang hörte. Mehrere Männer tauchten vor den Gitterstäben auf, während die Wache sich zurückzog. Sie alle waren gut gekleidet. Zu gut, um irgendwelche Wärter zu sein. "Ohh, der sieht aber nicht grade stark aus...", beschwerte sich einer und seufzte. "Naja, immerhin werden die Wetten dann ein wenig Quote bringen. Wenn wir den gegen einen der anderen Ninja kämpfen lassen, kriegen wir für ihn vielleicht eine eins-zu-fünf Quote, oder?" "Ein zu sieben, vorher wette ich auf den nicht." Hei war normalerweise niemand der sich Beleidigungen wirklich zu Herzen nahm, aber irgendwie störte es ihn dann doch ein wenig. Und die Puzzleteile konnte er sich ja auch selbst zusammensetzen. Seine dunkle Stimme erhob sich und seine blauen Seelenspiegel glimmten leicht auf. "Ich höre euch, ihr Geier", knurrte er und die Männer sahen ihn überrascht an, lachten dann auf. "Na, na, Herr Ninja. Spar dir deine Kraft für die Arena auf. Aber lass dir mal besser nicht einfallen, hier Ärger zu machen. Wir haben gehört, ihr hattet noch eine bemitleidenswerte Zivilistin dabei... eine Schande. Mit ihr können wir natürlich nichts anfangen, das wäre kein Spaß. Aber... eine Geisel mehr, um uns ein wenig zu unterhalten." Hei kniff die Augen zusammen. Hieß zumindest, dass es Shino (den Umständen entsprechend) gut ging, oder? Die Männer beobachteten ihn noch kurz, dann aber verschwanden sie - wohl genug gesehen. Der bullige Wachmann tauchte einen Moment später wieder auf. "Sieht nicht so als als würden sie viel auf dich geben." Wieder ein Grinsen. "Hab gehört, eine deiner Tussen soll sich einem wilden Tier stellen. Einer der edlen Herren aus dem Reich der Winde soll einen Löwen gespendet haben, einen besonders wilden..." Hei konnte nicht so ganz fassen was er da hörte. Was für... ein Konglomerat war das hier bitte? Kurz verarbeitete er, was er gehört hatte - dann konzentrierte er sich auf sich und sein Chakra, versuchte, es in der Umgebung zu verteilen und zu spüren, wie viel Sand er hier überhaupt zur Verfügung hatte. Das würde... eine ganz schön harte Nummer werden. Er machte sich ein wenig Sorgen um Ayumi. Mari würde kein Problem mit einem Wildtier haben, egal was für eines. Bei der kleinen Schmiedin konnte er gar nicht einschätzen was sie konnte - und er wollte definitiv nicht, dass sie unter seiner 'Aufsicht' verletzt wurde. ​

Mist, verdammter.​

_________________________

[Bei der Zelle von Mari]​

Das hatte ja ganz wunderbar funktioniert. Gleich den beiden anderen Gruppen, die die Watanabe wie die Profis, die sie waren, geliefert hatten, hatte es auch bei diesen dreien - oder vieren - hervorragende Ergebnisse geliefert. Und die braunhaarige Hyuuga hier hatte sich ihrem Schicksal auch ergeben. Sehr gut. Keine großen Zuckungen oder Versuche, auszubrechen. Fast ein wenig schade fand der Mann es, der dafür abgestellt worden war, diese junge Frau hier in Zaum zu halten. Direkt nach der Lieferung war klar gewesen, mit was sie es hier zu tun hatten, und während zwar niemand so ganz genau wusste, was Hyuuga so alles konnten, war doch klar, dass die hier eine war - und folglich ganz besonders stark unter Verschluss gehalten wurde. Das Mädchen, welches gefesselt und geknebelt neben ihm saß, war nur eine der Karten, die man ihm an die Hand gegeben hatte. Mal abgesehen von den Ketten und Handschellen, waren die Gitterstäbe wie bei den anderen auch unter sehr starken Strom gesetzt. Im Notfall hatten er und sein Kollege noch ihre verlässlichen Speere an der Hand.​

Kurz flackerte das Licht, und die Männer sahen nach oben auf die Leuchte, die an der Decke befestigt war. "Hah", machte einer und lachte. "Da hat wohl einer deiner Kameraden Bekanntschaft mit unseren Sicherheitsmaßnahmen gemacht." Er sah zu der Hyuuga herein. Es war doch immer wieder schön zu sehen, wenn diese Ninja erst hochnäsig dachten sie könnten hier ohne Probleme rauskommen - nur um von Moral und ein bisschen Grips leicht in Zaum gehalten werden zu können. Vielleicht sollte er die Braunhaarige ja ein wenig erschrecken? Immerhin konnte es ja nicht schaden, wenn sie ein wenig Angst bekam, oder? Wenn diese Hyuuga so stark waren wie diese Edelleute gesagt hatten, dann war es doch nur 'fair' für die anderen 'Teilnehmer', wenn sie ein wenig erschüttert war, oder? "Ihr Ninja seid wirklich immer spaßig", meinte er gut gelaunt. "Die anderen vor euch haben auch versucht, rauszukommen. Ist ihnen nicht so gut bekommen, und jetzt haben sie sich ihrem Schicksal ergeben. Wie ist's mit dir, Hyuuga? Bereit für ein Leben in der Arena?" Der Mann grinste, packte die hilflose Shino, führte sie zu den Gitterstäben. "Ansonsten passiert dir leicht... das hier." Er packte den Arm des Mädchen, welche noch immer nur einen Badeanzug und eine Hose trug, und ließ ihn an die Gitterstäbe schwingen. Natürlich zog er seine eigene Hand schnell zurück, und kurz darauf hörte man schmerzhafte, gedämpfte Laute von Shino. Das Licht flackerte kurz. Dem Mädchen versagten die Beine, und der Mann zog sie wieder zurück auf ihren Platz, sah neugierig durch die Gitterstäbe. "Na, Hyuuga? Beeindruckt? Wer von deinen Leuten das wohl grad mitmachen musste?"

_________________________

[Bei der Zelle von Ayumi]​

"Mächtige Ayumi vom Kajiya-Clan...", murmelte der eine Wächter abwesend und schüttelte amüsiert den Kopf. "Was für ein schwachsinniges Mädchen." "Naja", erwiderte der andere, der die Armbrust noch immer auf die Schmiedin gerichtet hatte. "Sie hat die Fesseln selbst lösen können. Wir sollten also ein wenig vorsichtiger sein. Allerdings sah er nicht so aus, als könnte sie irgendwas gegen den Strom ausrichten." "Wohl doch nicht so mächtig. Wenn sie sich noch öfter so grillt, können wir sie vielleicht wirklich noch essen." Die letzten Worte hatte er absichtlich ein wenig lauter gesagt und warf einen Blick in die Zelle. "He, mächtige Ayumi, willst du nicht nochmal an die Stäbe fassen? Das erste Mal war schon richtig witzig", foppte er seine Gefangene.​

Leider kam es erstmal nicht so weit. Eine Gruppe von den... 'Edelleuten' tauchte auf und wedelte ein wenig mit parfümierten Tüchtern von ihrer Nase herum. "Nein, was stinkt denn hier so?"​
"Die mächtige Ayumi vom Kajiya-Clan", antwortete der Wächter furztrocken. Auf die fragenden und ein wenig düpierten Gesichtsausdrücke der 'Gäste' nickte er in Richtung der Zelle. "Die Göre dort drin. Hat an die Gitterstäbe gefasst und sich fast selbst gebraten. Die ist nicht die hellste, die Herrschaften." "Oh. Nun, das ist eine wertvolle Information. Schließlich müssen wir für den richtigen Wetteinsatz auch möglichst viele Informationen kennen, nicht wahr?" Sie spähten in die Zelle. "Der Geruch ist zwar unerfreulich, aber sie sieht ja ganz hart im Nehmen aus. Dieser Ninja mit der dunkleren Haut, nein, der sah so aus als würde er nichts aushalten. Ich würde auf die hier wetten, die Herren, ganz sicher." Die Männer tuschelten ein wenig untereinander, dann nickte der eine. "Wir sollten sie gegen Narbe in den Ring werfen. Gleich sehen, ob sie etwas taugt. Aber vielleicht sollten wir noch über ein anderes Outfit nachdenken. Das ist ja so lächerlich ninjahaft, was sie trägt..." Wieder tuschelten die Herrschaften, dann ging einer von ihnen zu dem Wächter (ohne Armbrust). "Macht sie transportbereit. Der Löwe wird auf sie in der Arena warten." Wieder wedelte er mit seinem parfümierten Tuch. "Macht ihr ein paar kleine Schnittwunden, das macht ihn fuchsteufelswild."​

Ganz aufgeregt tuschelnd verschwanden die Edelmänner wieder. Plötzlich flackerte das Licht kurz wieder, und die beiden Wächter sahen kurz zur Decke. "Sieht so aus als würden die anderen auch nervtötend sein wie die hier. So, mächtige Ayumi, hast gleich deinen ersten Auftritt. Da haste dich doch drauf gefreut, oder? Komm zu den Gitterstäben, ich muss dich leider verpacken. Hast Glück, heute musst du keinen deiner Kollegen halbtot prügeln. Vielleicht."
 
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Hyuuga Mari

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"Mir gehts gut"

Egal wie dunkel, egal wie groß, egal wie verwinkelt dieses Kellergewölbe war – Mari hatte Hei einfach nicht übersehen können. Selbst wenn der Tatsumaki sich nicht darauf konzentrierte, eine Technik einzusetzen, waren die Chakramassen in seinem Körper so enorm, dass er durch die Augen eines aktivierten Byakugan mit der Sonne um die Wette strahlte. Der 20-Jährigen war ein Stein vom Herzen gefallen, als sie das bläuliche Schimmern wahrgenommen hatte, das sich bei näherer Betrachtung tatsächlich als ihr Freund herausgestellt hatte. Ihm ging es gut – den Umständen entsprechend. Es war eine pure Entlastung für die Kunoichi. Trotz der Umstände kam sie nicht umhin, leicht zu lächeln, als sie die non-verbale Botschaft von seinen Lippen las. Er wusste, dass sie ihn mittels Byakugan finden und auch Wörter von seinen Lippen lesen konnte. Okay, sie wusste, wo Hei war. Jetzt fehlte nur noch… ehe sie weitersuchen konnte, flackerte das Licht in der kleinen Kammer verräterisch auf.

"Da hat wohl einer deiner Kameraden Bekanntschaft mit unseren Sicherheitsmaßnahmen gemacht."

Mari sah nur aus dem Augenwinkel zu dem Mann, der im halbdunkeln der kleinen Zelle noch nicht hatte erkennen können, dass sich die Adern des aktivierten Byakugans um die hellen Seelenspiegel der jungen Frau gebildet hatten. Sollte er nur weiter denken, dass sie ahnungslos war. Meinte er etwa... Ayumi?, schoss es der jungen Frau sofort durch den Kopf, doch noch ehe sie nach der schwarzhaarigen Schmiedin suchen konnte, trat der Mann plötzlich näher an die Gitterstäbe heran. Seine gute Laune konnte er sich sonst wo hinstecken. Und auch die Fragen, die er stellte, sollten unbeantwortet bleiben: Es hatten schon andere versucht, Mari zum Reden zu bringen und sie waren stets gescheitert. Die Hyuuga war niemand, der sich auf einen Plausch mit Gegnern einließ – mit ausdrucksloser Miene starrte sie dem Mann entgegen. Zumindest bis zu dem Punkt, an dem er Shino am Arm packte und gegen die Gitterstäbe fallen ließ. Die Seelenspiegel der Braunhaarigen weiteten sich, als nicht nur erneut das Licht in der kleinen Kammer flackerte, sondern auch der schmerzhafte Aufschrei der unschuldigen Shino ertönte. Ehe die junge Frau zusammenbrechen konnte, warf er das Mädchen ruppig zurück auf ihren Platz. Die Kunoichi hatte sich zurückgehalten, um Shino nicht in Gefahr zu bringen. Leider hatte dieser Mann mit seinen Handlungen bewiesen, dass die Zurückhaltung nichts brachte – sie verletzten Shino, ganz gleich, ob Mari nach ihrer Pfeife tanzte oder nicht.

Na schön, dann wurde die Strategie jetzt eben geändert.

Die Fesseln an Fuß- und Handgelenken sprangen dank ihres Nobasu Nami klirrend auf und sofort war Mari von ihrem Platz verschwunden. „Was-?!“ Weiter kam der Mann nicht mehr. Die schemenhafte Gestalt der Hyuuga tauchte vor den Gitterstäben auf, die Handfläche schoss nach vorne. „Hakke Hasangeki!“ Eine große Menge Chakra entlud sich zu einer Explosion, noch ehe ihre Hände die Metallstangen tatsächlich berührt hatten. Die Metallstangen sprengten auseinander und die beiden Männer, die sich noch keinen Zentimeter hatten rühren können, wurden von der Wucht der Explosion zusammen mit den Speeren in ihren Händen nach hinten geschleudert. Noch während die beiden Männer sich im Flug befanden, erschien Mari an der Decke über ihnen, drückte sich von dort aus ab und schmetterte beide Körper mit gestreckten Beinen auf den steinernen Boden des Kellergewölbes. Erstickte Schmerzensschreie entkamen den Kehlen beider Männer, bevor sie reglos liegenblieben. Nur noch das klirrende Geräusch der davonrollenden Speere durchbrach die sonstige Stille, die sich von jetzt auf gleich eingestellt hatte. Mari hielt sich nicht länger mit ihren Gegnern auf, sondern trabte zurück zu Shino, die noch immer gefesselt und geknebelt auf dem Stuhl saß – sicherlich hatte sie gehört, dass etwas geschehen war, aber ganz abgesehen davon, dass ihre Augen verbunden waren, war der Angriff so schnell schon wieder vorbei gewesen, wie er gekommen war. Als ihre Schritte sich näherten, zuckte die Einheimische ängstlich zusammen. „Shino, ich bin’s.“ Mari gab sich Mühe, vertrauensvoll und fürsorglich zu klingen, was gar nicht so leicht war. Die Kunoichi war immer noch bis aufs Letzte angespannt, wie sie gerade jetzt merkte. „M-mari…“, wimmerte die Schwarzhaarige unsicher, ließ sich aber bereitwillig von den Fesseln und schlussendlich auch von dem Verband um ihre Augen befreien. Sofort fiel Shino der Hyuuga um den Hals. „Ich bin so froh, dass du da bist!“, schniefte Shino verängstigt weiter und vergrub das Gesicht an Maris Brust. Die Kunoichi haderte nur einen kleinen Augenblick, bevor sie die Einheimische an den Schultern packte und wieder von sich drückte, ihr direkt in die Augen sah. "Shino, wir haben keine Zeit dafür. Ich muss Hei und Ayumi finden." Verdammt, Shino würde sie aufhalten. Andererseits konnte Mari die Einheimische auch nicht alleine hier zurücklassen. Ein anderer Plan musste her. Mari trat einen Schritt zurück, formte Fingerzeichen. "Kagebunshin no Jutsu" und puff, erschien eine zweite Hyuuga, gleich neben dem Original. Shinos Augen wurden groß und sie konnte sich gar nicht entscheiden, welche Mari sie zuerst ansehen sollte. Die 20-Jährige ließ sich davon allerdings nicht beirren, sondern fuhr bestimmend fort: "Hör zu, du folgst meinem Bunshin. Er wird dich hier rausführen. Ich werde in der Zeit nach Hei und Ayumi suchen." Und dabei war der Braunhaarigen nicht klar, dass die Kajiya genau in diesem Augenblick bereits in die Arena geführt wurde...

@Tatsumaki Hei @Kajiya Ayumi
 

Kajiya Ayumi

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Zwar wurde Ayumi für ihre Aktion (in ihren Augen vollkommen zu unrecht) verarscht und gefoppt, doch ein gutes hatte die Sache gehabt: Die Typen hatten sich wenigstens ihren Namen merken können. Als sich der Puls der kleinen Schmiedin wieder ein wenig normalisierte und die Krämpfe in den Gliedern sich langsam lößten, war das doch immerhin ein kleiner Trost für die Kajiya. Sobald sie aus dieser Zelle entkommen war und die Typen da draußen richtig, richtig böse verprügelt hatte, würde ihnen wenigstens im Kopf bleiben, wem sie ihre Abreibebung zu verdanken hatten.
Doch leider kam es nicht dazu. Bevor Ayumi einen Plan fassen konnten, kamen ein paar Leute an ihre Zelle, die nach Geld stanken - wortwörtlich, wenn man das teure Parfum bedachte. Zufrieden stellte Ayumi fest, dass ihr Wächter sie auch richtig vorstellte. "WAS SOLL DAS HEISSEN, NICHT DIE HELLSTE, DU HUNDESOHN!?" Ayumi hatte nicht wirklich "Hundesohn" gesagt. So ähnlich. Ayumi hat nichts gegen Hunde (außer gegen Okami, den Stolch! Und das beruhte auf Gegenseitigkeit). Die hohen Herren und Damen ließen sich von ihren Worten nicht aus der Fassung bringen. "Hoho, die hat ja richtig Feuer.", kommentierten sie den Ausruf der Schmiedin, bevor sie tuschelnd irgendwas über Wetteinsätze redeten. "SETZT LIEBER ALL EUER VERSTICKTES GELD AUF MICH, IHR SCHLAPPTÄNZE!!" Ayumi hatte nicht wirklich "verstickt" und "-tänze" gesagt. Aber so ähnlich.

Zwei Dinge passten der Kajiya ganz und gar nicht: Dass ihre Garderobe überarbeitet werden sollte und dass sie scheinbar gegen einen Löwen kämpfen musste. Was war denn das für eine Behandlung, war die Schwarzhaarige nur der Vorkampf vor dem Main-Event? Da hatten die Organisatoren sich einen ganz schönen Mist ausgedacht. Naja, einfach den Löwen schnell kalt machen, dann würde man Ayumis Stärke sicher besser evaluieren können.
Die Tatsache, dass sie gegen ihren Willen in die Arena gezwungen wurde, fand Ayumi mittlerweile nicht mal anseitsweise so schlimm wie die Ignoranz, die ihr ihres Stärkelevels (das bestimmt über 9000 lag) betreffend entgegengebracht wurde.

Als einer der Wächter Ayumi aufforderte, sich den Stäben zu nähern, gab diese naütlich Kontra. "Einen Fleiß werd ich kommen." Ayumi hatte nicht wirklich "Fleiß" gesagt. Etwas Ähnliches aber. Das schien Wächter eins nicht ganz zu passen, der wohl nun endlich genug von Ayumis Gehabe hatte. "Ich hab dich gewarnt...", ließ er noch verlauten, dann machte es ein "Sproing" und keinen Herzschlag später hatte Ayumi tatsächlich einen Armbrustbolzen im Oberschenkel stecken. Sie zog scharf Luft ein, biss die Zähne zusammen, ballte die Hände zu Fäusten und versuchte, es zu unterdrücken, doch letzten endes konnte sie die Schmerzen nicht ganz in sich behalten, ließ ihnen mit einem hohen Winseln Luft. Sofort klappte ihr das linke, getroffene Bein unter dem Leib weg und ließ die Schmiedin schmerzhaft auf den steinernen Zellenboden klatschen. "FFFFFFFFFFFFFFF...", zischte sie, hob sich die frische Wunde und drückte mit den Händen darauf.
Der Wächter lud so lange nach. "Spinnst du?", fragte Wächter zwei. "Ist doch besser als nur ein paar Schnittwunden. Da wird Narbe sicher ganz heiß.", erwiderte Wächter eins. Die beiden stellten den Strom an den Gitterstäben aus und näherten sich Ayumi. Die trat, am Boden liegend, einmal nach den Kerlen aus, doch in ihrer momentanen Situation konnte sie wenig dagegen machen, dass die beiden sie einfach packten und sorgfältig mit einem dicken Hanfseil fesselten. Kein Metall, verdammt.
Von ihren Sachen holte Nummer 2 ein Kunai und trat an Ayumi heran. "Na dann machen wir dich mal hübsch." Die Schmiedin grunzte den Kerl tief an, doch konnte nichts dagegen machen, dass er mit dem Kunai ihren Kampfanzug rudimentär zerschnitt. Er entblößte ihre Beine bis zur Mitte der Schenkel, den Bauch und große Teile der Brust der kleinen Schmiedin, sodass man die Bandagen erkennen konnte, die sie anstatt eines BHs verwendete. Als der Kerl das sah, schnitt er den Kampfanzug obenrum voll ganz ab. "So gefällst du den Herren sicher besser, mächtige Ayumi.", ließ er sie höhisch wissen. Ayumi spuckte ihn an. Er griff nach dem Bolzen in ihrem Oberschenkel und drückte daran herum. Ayumi schrie auf. "Ich glaub, die ist soweit fertig.", meinte der andere Wächter und wandte sich dann direkt an Ayumi. "Du hattest jede Menge Kram dabei. Wir wollen einen guten Kampf, such dir von deinen Sachen etwas raus, was du in den Ring mitnehmen willst.", erklärte er, während er Ayumi, verschnürt wie ein Rollbraten, an ihrer Ausrüstung vorbeiführte. "Nur eine Sache?" "EINE ODER KEINE!" Ayumi biss sich auf die Lippe und bedachte gut.

⚜

Mit einem Schnitt wurden Ayumis Fesseln gelöst, dann wurde die Genin mit einem kräftigen Tritt in den Allerwertesten in die Arena befördert. Der Boden der runden Kampffläche war etwas sandig, er würde Stürze gut abbremsen. Der Fall Ayumis war etwa zwei Meter tief, also hatte sie Gelegenheit, diese Hypothese zu testen. Als sie sich abrollen wollte, knickte sie mit ihrem verletzten Fuß, aus dem die Wächter zumindest den Bolzen gezogen und die Wunde obligatorisch verbunden hatten, um und landete mit dem Gesicht voran im Sand. "FANG!" Auf den Rücken der Kajiya wurde was schweres, hartes geworfen. Sie drehte sich um und sah ihre Panzerung. Die Kerle hatten Wort gehalten und der kleinen Schmiedin die Rüstung gestattet.
Der Raum, in dem sich die Arena befand, war dunkel - vermutlich unterirdisch. Feuerkörbe setzten Ayumi sicher herausragend in Szene, sodass sie bei ihrem Kampf sicher eine gute Figur abgeben würde. Vor Schmerzen keuchend richtete die Kajiya sich auf, began, mit geübten Handgriffen, die Rüstung anzulegen, und sah sich dabei um. Die Arena war kreisrund, hatte einen Durchmesser von vielleicht zehn Schritt und war in einer Versenkung, zwei Meter tiefer als der Rest des Raumes, angesetzt. Über der Kante des Arena-Loches waren ringsum hohe Drahtzäune aufgestellt, die ein Entkommen der Kämpfenden wohl verhindern sollten. Und Ayumi konnte sich nur zu gut vorstellen, was dieser Drahtzaun für ein Geheimnis parat hatte. Rausklettern war eher nicht angesagt.
Während der Kampfring hell erleuchtet war, waren die Zuschauerränge im Halbdunkel, sodass Ayumi nicht sehen konnte, wer ihr zusah. Und wie viele Zuschauer sie hatte. Wütend schnaubte sie, als von irgendwo die Stimme einer Frau ertönte. "Im erste Kampf des heutigen Tages tritt eine neue Gladiatorin an. Ayumi, eine Ninja aus Shirogakure." Ein wenig Raunen und Tuscheln ging durch die Reihen. War das alles? Die Kajiya hatte Applaus oder so erwartet. "Ihr Gegner wird der gute alte Narbe sein." Narbe bekam Applaus. Frechheit.
Ihr gegenüber wurde in der "Wand" der Arena eine Tür geöffnet, die Ayumi gar nicht bemerkt hatte. Daraus schritt, gemächlich und siegessicher, Narbe heraus. Ayumi musste sich eingestehen, dass sie Löwen nicht so groß eingeschätzt hätte. Herb schluckte sie, als das majästätische Tier in den Ring trat, die Türe hinter ihm geschlossen wurde und der Löwe sie aus grünen Augen anblickte. Über das Gesicht der Raubkatze zog sich eine namengebende Narbe und die doch ansehnliche Anzahl an verheilten Schnitten und Wunden, die der Löwe hatte, zeugten davon, dass er wohl schon so manchen Kampf überstanden hatte. Aber er war auch bisher nicht der großartigen Ayumi vom mächtigen Kajiya-Clan entgegengestanden. Listig abwartend fixierte Narbe die Schmiedin, die den ersten Schritt im tödlichen Tanz wagte. Mit einem kurzen Fingerzeichen lud sie Raiton-Chakra in die rechte Armschiene, die daraufhin von leuchtenden blauen Blitzen überzogen wurde. Etwas zeitgleich setzte Narbe zu einem ersten Angriff auf Ayumi an.

@Tatsumaki Hei @Hyuuga Mari
 

Tatsumaki Hei

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Vielleicht war Heis Glück auch einfach, dass er sich weniger gegen seine aktuelle Situation wehrte und mehr darüber nachdachte, wie er aus der noch kommenden Situation herauskommen würde. Im Gegensatz zu Mari (und vermutlich auch Ayumi) hatte er nicht sonderlich viel zu bieten, was im Handgemenge wirklich nützlich war. Selbst wenn er einen langen Stock in die Hände bekommen würde, würde wahrscheinlich ein normaler Mensch mit Kampferfahrung ihn bezwingen können. Nein, er musste bereits vorher sicherstellen, dass seine Situation entsprechend war. Der Wüstensohn bekam natürlich nicht mit, was seinen Kolleginnen passierte, hätte sich aber wahrscheinlich nur mehr Sorgen gemacht wenn er es gewusst hätte. Seine Sorge galt einerseits Shino, weil sie die verletztlichste Teilnehmerin ihrer Expedition war. So spritzig und fröhlich die junge Frau auch war, sie hatte schon so viel durchgemacht und hatte es nicht verdient, noch einmal in so etwas hereingezogen zu werden. ​

Das mehrfache Flackern des Lichtes stimmte ihn nicht eben optimistischer. Klar, konnte schon sein dass es hier noch weitere Gefangene gab die sich wehrten, aber - sagte er sich - seien wir mal ehrlich: Wenn, dann war das bestimmt Ayumi. Der Wildfang würde sicherlich nicht gerne hinter Gitterstäben hocken die sie aufbieten konnte wenn sie es wollte. Naja... wenn sie halt nicht unter Strom standen. Hei zermarterte sich das Hirn: Sie hatten keine Chance gerade Kontakt aufzunehmen. Sie waren auf sich alleine gestellt. Mari war in der Initiativposition sich auszusuchen was sie tat, weil sie die einzige war, die sich orientieren konnte in diesem offensichtlich unterirdischen Komplex. Hei hoffte, sie würde sich erst einmal um Shino kümmern... und dann um Ayumi. Und dann waren da noch die ganzen anderen Ninja, die sie ja eigentlich hatten suchen sollen. Die steckten hier sicherlich auch irgendwie im Komplex. Was für ein unwahrscheinlicher Aufwand, der hier getrieben worden war. Der Tatsumaki biss sich auf die Unterlippe und starrte düster in Richtung des Wächters, der den Blick auf ihn gerichtet hatte, grundsätzlich aber eher abgelenkt schien von allem, was interessanter war als der sich nicht rührende Gefangene. Es half wohl nichts. Hei musste versuchen hier herauszukommen. Einfach nur warten würde wohl nichts bringen. Aber - was dann? Diesen Mann dort töten? Es musste doch irgendeine Lösung dafür geben, ohne wahllos zu morden, oder? Davon war Hei (trotz seiner theoretischen Fähigkeit dazu) immer noch überhaupt kein Freund. Es waren schon zu viele Menschen durch ihn zu Tode gekommen. Der Wüstensohn ächzte leise, spürte die lange Zeit der Unbeweglichkeit in seinen Knochen. Mit einiger Mühe kämpfte er sich auf seine Knie, hockte jetzt dort, beinahe wie zum Gebet, während seine Hände noch immer in den Fesseln am Boden festgehalten wurden. ​

"Nicht, dass du so aussiehst als könntest du etwas gegen die Fesseln tun, aber ich warne dich mal vor: Wenn du Mätzchen machst, dann schieß' ich dich einfach mit dem Baby hier ab", ließ sein Wächter hören und hob eine Armbrust an, zielte probeweise auf den Tatsumaki. "Und so wie du sitzt geht das nur in empfindliche Bereiche. Oder, naja, wir nehmen uns halt deine Schnecken vor, als Strafe sozusagen."
Hei lächelte müde. "Ich würde vorschlagen, bei Option eins zu bleiben. Meine Kolleginnen werden euch vermutlich mehr Ärger machen, als ich mit einem Bolzen im Körper", gab Hei vollkommen wahrheitsgemäß zu. Würde er einen Bolzen theoretisch aushalten? Oder war das der Preis, den er bezahlen würde um hier herauszukommen? Sein Herz begann ein wenig stärker zu klopfen und der Dunkelhaarige schluckte schwer. Sich quasi bewusst in die Gnade von jemandem zu begeben der sich für sein Leben vermutlich nicht sonderlich interessierte war Wahnsinn. Andererseits hatte er sicherlich Anweisung, ihn nicht zu töten. Einen Schuss hatte er also. Hei atmete leise durch, biss sich noch einmal auf die Unterlippe - und hoffte, es würde nicht allzu sehr wehtun.​
"He, was tust du da?", brüllte die Wache jetzt doch aufgebracht. Die Ketten klirrten, als Hei die Glieder seiner Fesseln umgriff und erstmal vergeblich daran zog. "Keine Mätzchen hab ich gesagt. Bei Drei gibts nen Bolzen... drei..." Heis Hände begannen zu glühen, als er Katon-Chakra in die Handflächen pumpte und spürte, wie sich die Ketten unter seinen Handflächen langsam aufzuweichen begannen. Es war Metall, ja, aber kein rostfreier Stahl. Es war bloß stinknormales, unreines Eisen. Seine Muskeln, lange nicht so ausgeprägt wie bei einigen Kollegen, spannten sich an und er riss daran, merkte, dass die Glieder der Kette sich mit einem Knirschen begannen, zu verformen. Das Geräusch einer Sehne lenkte ihn ab, und dann schrie er auf, als sich ein Bolzen in seinen Oberschenkel bohrte und seine Welt für einen Moment rot und schwarz und schwindelig wurde, als Schmerz durch seinen Körper raste und ihm für diesen Bruchteil einer Sekunde absolut den Atem und den Verstand raubte. Aber er hatte sich ja vorbereitet, verstärkte seine Bemühungen und riss schließlich mit einem schweren Ächzen die Ketten auseinander, versuchte aufzuspringen - knickte aber sofort zur Seite. Sein Bein hatte einfach nachgegeben. Ein Glück, denn so verfehlte der zweite Bolzen ihn. Stöhnend rollte sich der Tatsumaki über die Seite in eine hockende Position, führte seine Hände zusammen, die immer noch in den Handschellen hingen - nur, dass sie halt keine Funktion mehr hatten. "Katon: Hinokumo no Jutsu!" Seine Brust hob sich beim nächsten Atemzug, und kurz darauf stieß er eine große, dichte Rauchwolke aus, um seinem Wächter die Sicht zu nehmen. Kein Bolzen würde ihn treffen wenn der Mann nicht sehen konnte.
"Verdammt", klang es von dem Mann, und ein Bolzen flog über Hei hinweg, der sich kurz auf den Boden presste. Das hätte auch von ihm kommen können. Jetzt musste er sich ein wenig Sand zusammensammeln... immerhin hatte er seine Schriftrollen nicht. Und falls einer ihm zu nahe kommen würde, musste er ihn wohl oder übel anbrennen. Noch war Hei hier nicht raus. Angestrengt zog er sich in eine Ecke zurück, packte erstmal den Bolzen, atmete einmal flach ein, biss in eine freie Stelle seines Armes - und zog. Schmerz gesellte sich zu noch mehr Schmerz, als er entgeistert stöhnte und sich blutig biss - und ein wenig weiß um die Nasenspitze wurde.​

"Ennosuke!", brüllte sein Wächter. "Der hier macht sich selbstständig!"

Ennosuke?​

_________________________

[Bei der Zelle von Mari]​

"W-was? Ich soll mit dem Doppelgänger mitgehen?" Shino war überhaupt nicht wohl zu sein bei dem Gedanken und klammerte sich an den Arm von Mari, von der sie ausging, dass es die echte war (Spoiler: Es war wirklich die echte, weil sie sich ja nicht wirklich bewegt hatte). "Mari, geh nicht", bat die junge Frau und biss in die Fingerkuppe ihres Daumens. "Was soll ich denn machen, wenn irgendwas den Doppelgänger erwischt oder wenn da draußen noch mehr Leute warten oder so..." Die junge Frau war verängstigt, ja, aber andererseits war sie immer noch Shino, und plusterte die Wangen auf. "D-das hat außerdem gar nicht so weh getan, ne?" Ihre zitternden Beine sprachen allerdings eine eigene Sprache. Sie wollte nur absolut nicht von Mari getrennt werden. Selbst, wenn dieser Doppelgänger genauso wie Mari aussah, Shino kannte keinen Doppelgänger der so weit hielt und so stark war wie das Original! "Doppelgänger gehen doch gar nicht so weit, das haben mir die Ninja in Takigakure schonmal erklärt, ne? Lass mich nicht alleine! Wenn wir Hei und Ayumi finden kann mir doch gar nichts mehr passieren, ne?"

Zum Beweis ihrer Stärke löste sich die junge Frau von Mari und ging mit zitternden Knien zu den besiegten Gegnern. Shino wusste nicht ob sie tot waren oder nicht, aber sie dachte diesen gruseligen Gedanken auch nicht zuende. Sie packte die beiden Speere und nahm sie an sich, trat einen kaputt und stützte sich auf den anderen. Sie schniefte. "Das ist alles so unheimlich... wo sind wir hier?", fragte sie laut und sah Mari mit feuchten Augen an. Es war eine Mischung aus Trotz, Mut und Angst, aus den sich bekämpfenden Instinkten - Flucht oder Kampf. Shino war noch nicht ganz fertig mit der Entscheidung. "Diese Gitterstäbe stehen unter Strom, ne? Ich hab gehört was die gesagt haben! Bestimmt hat Ayumi was davon abgekriegt! Wir müssen ihnen den Strom abstellen, dann können die Ninja doch bestimmt alle entkommen, ne? Kennst du dich mit Elekrizität aus, Mari, ne? Ich nicht... ne..." Shino sank wieder ein wenig in sich zusammen als ihr bewusst wurde wie wenig sie helfen konnte. Dann aber kam ihr ein Einfall. "Sie sagten doch es hätte geflackert, oder? Können wir es nicht vielleicht irgendwie so belasten, dass das Netz zusammenbricht, ne? Du kannst im Dunkeln doch sehen, Mari?"

_________________________

[In der Arena, bei Ayumi]​

Narbe war ein majestätisches Wesen. Ein König. Oder jedenfalls war es das, was er hätte sein sollen. Jetzt, hier, in der Arena, war er nur noch ein Raubtier, eingepfercht, immer wieder gepiekst und gestochen von einer kleinen Mücke, die er sonst mit einem entspannten Schlag seines Schweifes verjagte. ​

Insekt, grollte das große Tier, der von den Rufen der Menschen auf den Rängen und von dem Geruch des Blutes des Insekts vor ihm vollkommen in den Wahn getrieben wurde. Er war ein König, er war der alte Herrscher der Wüste, und diese Witzfiguren hatten es gewagt ihn mit einem Trick einzufangen, wegzusperren, von seinem Rudel zu trennen - und ohne, dass er diese Gedanken wirklich hatte war diesem Tier klar, wer dafür büßen würde. Nämlich dieses verdammte, flinke, kleine Insekt die ihn mit Stromstößen ärgerte und immer wieder zurücktrieb. Aber er war nicht umsonst Narbe, Bezwinger des vorigen Königs, Vater dutzender starker Nachkommen, dem, vor dem selbst junge, starke Rivalen den Schwanz einzogen oder starben. ​

Ein kehliges Grollen ertönte erneut aus den Tiefen des Löwenkörpers. Das Menschending war zu klein, um ihm wirklich an die Kehle zu gehen, aber seine Zähne waren noch immer seine furchteinflößenste Waffe. Die Augen des alten Kriegers weiteten sich ein wenig, die gelben Bernsteine in den tiefen Höhlen glimmten auf, als er das nächste Mal einen Angriff wahrnahm, konterte mit einem Schlag seiner gewaltigen Pranke und stürzte sich dann - ohne Rücksicht auf Verluste - auf seine Gegnerin. Er würde hier nicht sterben. ​

NICHT HIER!​
 

Hyuuga Mari

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Mari verzog das Gesicht, als Shino sich unerwartet an ihren Arm klammerte und bettelte, nicht allein gelassen zu werden. Warum konnte die Einheimische nicht einfach machen, was man ihr sagte? Sie machte alles nur unnötig komplizierter... „Dieser Doppelgänger ist nicht so leicht zu besiegen…“, widersprach die Braunhaarige und wollte bereits beginnen, der jungen Frau den Unterschied zwischen Kagebunshin und Elementarbunshin zu erklären. Doch noch im Luftholen hielt Mari inne… nein, Shino war nicht in dem Gemütszustand, um für solche Erklärungen empfänglich zu sein. Tatsächlich war die Schwarzhaarige schlicht verängstigt, unsicher und zu allem Überfluss eine Zivilistin, die es zu schützen galt. Die Hyuuga war überzeugt davon, dass ihr Schattendoppelgänger vollkommen ausreichte, um Shino nach draußen zu führen und in Sicherheit zu bringen – selbst wenn noch ein paar Gegner mit Speeren in dem Kellergewölbe lauerten, würde der Bunshin sie besiegen können. Und doch konnte Mari eine verängsigte Zivilistin kaum guten Gewissens mit dem Doppelgänger losschicken, im schlimmsten Fall würde sich Shino weigern oder aus Schreck einen Alleingang starten, der die Situation nur noch komplizierter als ohnehin machen würde. Nein, der Plan mit dem Doppelgänger musste angepasst werden, das sah Mari ein, während sie Shino nachsah, die sich auf wackeligen Beinen in Richtung der bewusstlosen Feinde bewegte. Die 20-Jährige glaubte zumindest, dass sie bewusstlos waren – der Angriff war stark gewesen, aber nicht stark genug, um zwei Leben auszulöschen. Schweigend folgte ihr Blick Shino, die sich – gestützt auf einem der Speere – zu den zerstörten Stangen des Gefängnisses bewegte und begann, laut über die Elektrizität nachzudenken, die durch die Stangen floss. Ob sie sich mit Elektrizität auskannte? Ob sie das Netz irgendwie so belasten könnten, damit das Netz zusammenbrach?

Sowohl die echte Mari als auch der Kagebunshin legten synchron den Kopf zur Seite und sahen Shino sprachlos an.

„Shino…“, begann die echte Mari nach einer kurzen Pause zu sprechen und hob eine Augenbraue skeptisch an. „Wenn du möchtest, kann ich ein kleines, elektrisches Feld erzeugen, durch das du ein paar Sterne siehst. Ich bezweifle allerdings stark, dass das ausreicht, um das Netz zum Zusammenbrechen zu bringen“, sprach sie trocken aus und räusperte sich. Die Hyuuga besaß zwar theoretisch eine Affinität zum Raiton, war aber so schrecklich unbegabt in der Anwendung, dass sie sich in ihrer Karriere auf andere Fähigkeiten spezialisiert hatte. Man konnte eben nicht in allem gut sein, oder? Sie verschränkte die Arme vor der Brust, musterte die zerstörten Gitterstäbe genauer, genauso die Lampe, die zuvor geflackert hatte. Der Plan von Shino klang grundsätzlich nicht schlecht, allerdings… „Ich kann Sachen kaputt machen. Ich bin keine Elektrikerin.“ Mari zuckte mit den Schultern und sah mit einem Seitenblick zu der Einheimischen. Es war keine Entschuldigung, eher eine Feststellung von Tatsachen. Oder wie sie selbst gerne sagte: Sie war Praktikerin, keine Theoretikerin. Hei wüsste sicherlich, wie man vorgehen konnte, um dieses Stromnetz zu einer Überlastung zu bringen – aber Hei war nicht hier. Und die Hyuuga hatte kein Interesse daran, Experimente zu starten, ohne auch nur die leiseste Ahnung zu haben, wie sie ans Ziel kommen konnten. Dafür reichte die Zeit auch gar nicht aus. Die Kunoichi schloss die Augen, massierte sich die Schläfe und dachte nach. Sie musste jetzt eine Entscheidung treffen. „Und abgesehen davon: Ich kann im Dunkeln sehen, ja. Aber was ist mit Ayumi und Hei? Die beiden müssen sich ebenso orientieren können.“ Hei konnte sich notfalls Licht mit seinem Katon machen, das wusste die Hyuuga. Aber die Kajiya? Sie war sich nicht sicher. Hmpf. Wenn sie gewusst hätte, dass die jüngere Kollegin schon gar nicht mehr in ihrem Gefängnis hockte, wäre die Entscheidung vielleicht leichter gefällt worden. „Okay, ich habe eine Idee“, schloss Mari am Ende, drehte sich zuerst zu ihrem Kagebunshin, der schweigend im Hintergrund gestanden hatte. „Du läufst los und suchst nach Hei und Ayumi. Hilf ihnen mit dem Byakugan, uns zu finden, damit wir wieder zusammenkommen. Keine Kämpfe auf dem Weg, konzentrier dich darauf, sie zu finden.“ Denn gerade war jede Minute kostbar. Der Doppelgänger zeigte durch ein kurzes Nicken, dass er verstanden hatte, formte Fingerzeichen… und nach wenigen Sekunden verschwamm die Gestalt mittels Meisaigakure no Jutsu mit dem Hintergrund. Shinos Kinn klappte nach unten, was Mari sah, als sie sich zu der Einheimischen drehte. Sie hätte ihr erklären können, was für eine Technik der Doppelgänger angewandt hatte, aber auch das war gerade nicht besonders wichtig. Ohne lange zu zögern, sprach Mari weiter: „Wir beide kümmern uns in der Zwischenzeit um das Stromnetz.“ Der Zeigefinger der 20-Jährigen wanderten nach oben an die Decke, dort waren diverse Stromkabel zu sehen, die in dem dunklen Gang irgendwohin verschwanden. „Wir kennen uns beide nicht mit Stromnetzen aus, aber Dinge zerstören kann ich ganz gut.“ Mari schmunzelte, als sie weitersprach. „Wir suchen die Zentrale. Von dort aus sollten wir die Stromversorgung unterbrechen können.“ Es war mit Sicherheit nicht die Lösung, die der Tatsumaki parat gehabt hätte… aber hey, Hauptsache das Ziel wurde erreicht, oder? „Und jetzt komm auf meinen Rücken. Dann sind wir schneller.“ Mari wandte Shino den Rücken zu und ging in die Hocke. Die Einheimische zögerte nur kurz, kam dann mit immer noch wackligen Beinen auf die Kunoichi zu und ließ sich Huckepack tragen. Als die Braunhaarige loslief, hüllte sie ihre Schritte in das Shizukaho, um keine Geräusche zu verursachen und Konfrontationen möglichst aus dem Weg gehen zu können. Solange ihre Gegner noch nicht wussten, dass die Ninja ausgebrochen waren, waren sie im Vorteil. Daher wollte Mari so lange wie möglich verhindern, dass Chaos ausbrach… abgesehen davon, dass sie mit Shino auf dem Rücken im Nachteil war.

@Tatsumaki Hei @Kajiya Ayumi
 

Kajiya Ayumi

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Mit einer Gewissheit, dass er sich nicht beeilen musste sondern sich Zeit lassen konnte, kam Narbe der jungen Schmiedin näher. Schritt. Für Schritt. Für Schritt. Die Augen des Löwens langen ruhig, erwartend auf den Seelenspiegeln der jungen Schmiedin. Narbe hegte keinen Zweifel, dass er auch diesen Menschen zerreisen und zerfetzen würde, wie all die anderen zuvor. Wie ein verwundetes Tier musste sie sich, auf einem Bein hinkend, durch die Arena schleppen um eine vorsichtige Distanz zwischen ihm und ihr zu wahren. Doch bald würde ihr der Platz ausgehen. Als sie endlich mit dem Rücken zur Wand stand, setzte Narbe zu einem Sprung an. Seinen muskulösen Körper konnte das Raubtier wie aus dem Nichts in die Luft befördern, mit den Krallen voran und aufgerissenem Maul versuchte er, auf dem Menschen zu landen. Hatte er sie einmal unter seinem schweren Leib begraben, so konnte sie den messerscharfen Zähnen, die schon so vielen das Leben beendet hatten, nicht mehr entkommen.

Flackerndes Licht aus Feuerkörben und von Fackeln tauchte die Arena in warmes, waberndes Licht. Mit jedem Schritt, den Ayumi tat, tanzten duzende ihrer Schatten die Wände der Grube entlang (jetzt ein Nara sein, hm?). Obwohl ihr Gegner auf allen Vieren ging, stand sie ihm Auge in Auge. Es war wie ein kleiner Tanz, Ayumi trat zurück und der Löwe folgte ihr. Selbst mit schmerzhaft pochendem Bein kniff Ayumi die Zähne zusammen und wagte es nicht, ihre Augen von ihrem Kontrahenten zu nehmen. Blickte sie in die Bernsteine, die tief im Gesicht der Raubkatze saßen, sah sie Entschlossenheit und Siegessicherheit. Was Narbe wohl in ihren Augen sehen würde?
Dann stieß Ayumi mit dem Rücken gegen die Wand der Arena. Ihr Blick schweifte nur einen Herzschlag lang nach hinten, intuitiv blickte die Schmiedin sich um, dann war er schon unterwegs.
Ayumi hechtete zur Seite und schaffte es geradeso, sich unter dem König der Tiere (und sicher auch dem König dieser Arena) hinwegzuducken. Ihr linker Arm schnellte nach vorne, streifte den Leib Narbes nur kurz, doch das reichte aus, um ihr Jutsu zu entfesseln. Mit einem kleinen Knall, als lasse man eine Papiertüte platzen, entlud sich die in ihrer Rüstung aufgebaute elekrische Ladung in den Leib des Löwens.

Wie eine Gazelle hatte der Mensch sich im letzten Moment unter den Pranken des Löwens hinweggeduckt, kaum einen Moment später traf ihn ein bekanntes Gefühl. Diese Menschen, sie waren alle gleich. Mit Stromschlägen hatten sie ihn gefangen gehalten, ihn abgerichtet, ihn trainiert, ihn bestraft. Er hasste dieses Gefühl, es war ein Sinnbild für seine Auswegslosigkeit geworden. Tief knurrend richtete Narbe sich erneut auf, schüttelte den Leib. Es war kein starker Schlag gewesen, weit weniger stark wie die Gitterstäbe ihn trafen, die seinen Käfig bildeten, wann immer er nicht in der Arena kämpfte. Dennoch würde das Raubtier seine Beute für diese Beleidigung leiden lassen.

Aufmerksam blickte Ayumi sich um. Sie hatte nur ihre Rüstung, keine Waffe, doch das hielt eine Kajiya nicht ab. Sie musste zu erst versuchen, nicht zu sterben, und dann einen Weg finden, den Kampf zu gewinnen. Glücklicherweise hatte sie einige Tricks auf Lager. Ihr Blick wanderte kurz über den Kontrahenten hinweg zur Begrenzung der Arena. Es war ein Maschendrahtzaun, der an einigen Stellen mit Kabeln verbunden war. Sicher stand er auch unter Strom. Vielleicht kannte die Schmiedin sich das zunutze machen? Eine Art Kabel oder Leiter improvisieren und damit den Löwen ausknocken? Ein Versuch war es wert. Doch dazu brauchte sie Zeit, die ihr der Löwe sicher nicht geben würde. Doch auch dafür hatte Ayumi eine Lösung parat. Sie schloss die Hände zu einem Fingerzeichen zusammen. "KATON..."

Von Mordlust und Stolz getrieben schüttelte Narbe die Wirkung des Stromschlages ab. Seine schweren Schritte im staubigen Arenaboden waren Boten des Untergangs, der das Mädchen gleich ereilen würde. Zwei dieser Schritte nahm er als Anlauf, dann setzte er zu einem Prankenhieb an, doch noch bevor seine Klaue das Ziel erreichte, spie das Mädchen schwarzen Rauch aus. Der qualmige Gestank eines Buschfeuers irritierte die Bestie, ließ ihn zurückweichen. Er hatte seine Beute aus den Augen verloren und wittern konnter er sie auch nicht mehr. Abwartend wich er ein wenig zurück, doch der Rauch legte sich nicht. Aufmerksam schritt Narbe von links nach rechts und zurück. Er hasste es zwar, hier ein Gefangener zu sein, doch die Menschen, die ihn hier banden, hatten bisher zumindest immer dafür gesorgt, dass keine Beute ihm entkommen konnte.

Um Ayumi herum war alles schwarz. Sie sah nichts mehr, konnte aber definitiv hören, dass die Zuschauer mit ihrer feurigen Rauchwolke alles andere als zufrieden waren. "Nur die Ruhe!", rief sie, über das enttäuschte und empörte Murmeln hinweg. "Ihr kriegt eure Action!"
Währenddessen arbeiteten die Hände Ayumis auf Hochtouren. Aus ein wenig Metallschrott, den sie immer bei sich hatte, und der ihr glücklicherweise nicht abgenommen wurde, hatte die Schmiedin mit ihrem Bluterbe schon ein kleines Wurfmesser hergestellt und zwischen die Zähne geklemmt, nun war die zweite Waffe dran, ein einfaches Kunai. Zu gerne hätte die Schmiedin mit dem restlichen Metall ein Stahlseil oder eine Kette geformt, doch dazu fehlte die Zeit. Denn während sie ihr Bluterbe verwendete, konnte sie den Rauch nicht aufrecht erhalten, der langsam aber gnadenlos beständig lichter wurde. Bald war ihre Vorbereitungszeit vorbei. Nur ein letztes Jutsu noch. Die Schmiedin legte die Hand auf den linken Armschoner und beschwor mit dem Reiko no Jutsu alle Härte, die sie aufbringen konnte, in die Panzerung. Sie musste Narbe standhalten.

Endlich, endlich lichtete sich der Qualm und satt des Wartens stürzte der Löwe sich hinein, auf die Gestalt, die er so langsam zu erkennen meinte. Doch der Mensch wich wieder aus, indem er ein Stück der Arenawand erklomm. Wie eine Fliege konnte das Mädchen an der senkrechten Wand kleben, das hatte Narbe nicht eingeplant. Schnell setzte er zu einem Sprung an, doch der Mensch war schon unterwegs, rannte die Wand entlang. Dem Löwen blieb nichts weiter übrig, als erneut und erneut nach seiner Beute zu springen, doch erneut und erneut ins Leere zu greifen.

Endlich war ein wenig Applaus zu vernehmen, als Ayumi den Baumlauf verwendete, um sich kurzzeitig aus der Reichweite ihres tierischen Kontrahenten zu begeben. Doch den Arenarand lief Ayumi nicht nur entlang, um es Narbe schwerer zu machen, sie zu erreichen, sie musste auch eine geeignete Stelle im Zaun zu finden. Und das tat sie. Ayumi schleuderte das Wurfmesser, doch warf sie es nicht auf den Löwen sondern zerteilte damit eines der Kabel, die den Arenazaub unter Strom setzten. Die Kajiya war zwar keine Elektrikerin, aber dass Kabel Strom transportierten, das konnte selbst sie erahnen. Und auch, dass sie innen drin aus Metall bestanden.
Funken stoben, als der Elektrozaun in seiner Verbindung unterbrochen wurde. Sofort sprangen ein paar Handlanger auf, begannen ihre Armbrüste und Speere bereit zu halten, erwarteten sie doch einen Fluchtversuch von Ayumi, doch die sprang wieder in die Arena hinein.

Es hatte sich endlich ausgerannt und ausgeflüchtet für das Mädchen. Sie war von der Wand gefallen, stand nun wieder in der Arena. In einem letzten Anfall an Kampfeslust begab sie sich in eine tiefe Stellung, wie ein Büffel, der mit den Hufen scharrte, um Narbes Angriff frontal abzufangen. Das würde er sie versuchen lassen, denn im Gegensatz zu einem Büffel hatte dieser Mensch keine Hörner. Narbe nahm Anlauf und sprang.

Als die Raubkatze auf Ayumi zusprang, sah sie die nächsten Sekunden vor ihrem geistigen Auge ablaufen. Sie wusste, was sie zu tun hatte. Angriff mit der gehärteten Rüstung blocken, Konterangriff mit dem Kunai und dann das befreite Stromkabel mit dem Bluterbe mit dem Kunai verbinden. Löwe geschockt, Kampf gewonnen. Nur ihre Rüstung musste dem Angriff des Löwen standhalten, den Rest würde Ayumi hinbekommen.

Dieses Mal wich der Mensch nicht aus. Mit den Tatzen landete er auf ihren Schultern, riss sie rücklings auf den Boden. Narbes Maul schnappte herab, würde kurzen Prozess mit seiner Beute machen. Ein Biss in den ungeschützten Hals und es war um den Menschen geschehen.

Gerade rechtzeitig riss Ayumi den linken Arm hinauf und brachte den geschienten Unterarm zwischen das Maul des Löwen und den Hals. Die Zähne schlossen sich um ihren Arm. "HALTE!", flehte sie ihre Rüstung an, während die recte Hand gnadenlos das geschaffene Kunai wie einen Eispickel auf die Schnauze des Löwens zutrieb.

Narbes Kiefer schloss und er hörte sie bersten - seine Zähne. Es war, als hätte er mit voller Kraft auf einen Stein gebissen. Momente später schoss ein brennender Schmerz durch seinen Kopf, denn der Mensch hatte eine feine Klinge in sein Gesicht gebohrt. Es war nicht das erste Mal, dass jemand die Raubkatze gestochen hatte, daher ließ er nicht locker.

Erleichtert atmete Ayumi aus. Die Rüstung hielt dem Löwen und seinem Biss stand. Mit dem Kunai, das nun im Kopf des Raubtiers steckte, an Ort und Stelle, war es Zeit für den letzten Teil von Ayumis genialem Plan. Sie brachte die rechte Hand zur linken, die immer noch gefährlich nahe an den Zähnen Narbes waren, faltete die Hände zum Schlangenzeichen, und konzentrierte sich auf das freigeschnittene Kabel. Ironischerweise machte es auf Ayumi den Eindruck einer giftigen Schlange, wie es zischend und Funken-schlagend durch die Luft getragen wurde. Bald würde es sein Opfer finden.

Wut keimte im Löwen auf. Wie konnte dieses niedere Lebewesen es wagen, sich ihm zu widersetzen? Er hatte sie doch schon auf den Boden gedrückt, nun musste er ihr nur noch den Garaus machen? Doch der Arm des Mädchens hielt seinem Biss stand und verhinderte, dass Narbe ihr an die Kehle konnte. Also riss er daran.

Das Kabel war schon in Sichtweite, da spürte Ayumi plötzlich einen Ruck am Arm. Der Löwe hatte ihren Unterarm noch immer fest in den Kiefern und versuchte, ihn aus dem Weg zu reißen. Ayumi biss sich durch , konzentrierte alle körperliche Kraft die sie hatte, die Hände beieinander zu halten, denn das Stromkabel war nur noch Zentimeterweit vom Kunai entfernt. "KOMM SCHON VERDAMMT!"

Narbe drehte den Kopf, zerrte so gut er konnte. Dann traf ihn ein Blitzschlag, direkt ins Gesicht. Wo das Menschenmädchen ihn zuvor gestochen hatte, hatte sich nun ein schwarzes Seil verstrickt, und mit einer Kraft wie Narbe sie kaum kannte, schlug ihm die Elektrizitöt durch den Leib.

Ayumi grinste siegessicher auf, als sie die Stromleitung um den Kunaiknauf gewickelt hatte. Der Stromschlag sollte selbst für den König der Tiere reichen, den würde sie gleich entthronen.

Doch Narbe gab nicht nach. Er riss und zerrte weiter. Mochte auch der Rest seines Körpers ihm nicht mehr gehorchen, so zwang er jeder Faser seines Willens in diesen Akt.

Ayumi atmete flach aus, als der Löwe über ihr zusammenbrach und sein schwerer Leib auf ihren krachte. Unfähig, sich zu befreien, schlug trampelte sie aus. Wo sie sich zuvor durch die Arena hatte ziehen und schieben lassen um nicht ganz der Kraft des Löwens zu erliegen, fiel dies auf einmal Weg. Und so schrie sie auf, als Narbe ihr den Ellenbogen umdrehte.

Mit einer Verzweiflung in seiner Handlung riss Narbe den Kopf hin und her, drehte ihn und damit den Arm in seinem Maul.

Ayumi kreischte grell auf, als eine weitere Windung Narbes ihr den Unterarm derart drehte, dass sie ihren Ellenbogen splittern spürte. Verzweifelt strambelte und zerrte sie, griff mit der freien Hand nach irgendeinem halbwegs spitzen Metallsplitter in ihrer Tasche und hieb und stach auf den Löwen ein, erreichte die Seite seines Halses und punktierte sie, so gut sie konnte, doch der ließ nicht locker.

Mit einem letzten Ruck riss Narbe den Arm des Menschen aus. Warmes Blut benetzte endlich seine Lippen, doch war es nicht nur das Blut seiner Beute. Aus unzähligen kleinen Wunden an seinem Hals tropfte mittlerweile der eigene Lebenssaft. Immerhin... eine Narbe hatte er schlagen können...

Einen Moment lang blickte Ayumi ungläubig auf den eigenen Arm, den der Löwe im Maul hielt. Er war nicht mehr da, wo er hingehörte. Dass die kleine Schmiedin Blut hutestete, nahm sie kaum selbst wahr. Für einen unwirklichen Augenblock lang fühlte sich ihr ganzer Körper dumpf und taub an.

Dann setzte der Schmerz ein. Ayumi schrie aus, schrie sich die Seele aus dem Leib und presste ihren blutenden Arm, der irgendwo am Ellenbogen endete, gegen den Körper. Und während sie schrie und weinte, zog sich ihr Verstand langsam zurück und setzte aus. Ließ die kleine Schmiedin sie wie eine Beifahrerin im eigenen Körper fühlen, der durch eine beschlagene Scheibe nur Bruchstücke der Realität wahrnehmen konnte.


Dass Ayumi noch schrie und Narbe leblos über ihr zusammengesunken war, bedeutete wohl, dass sie den Kampf gewonnen hatte.

Hände griffen nach der Schmiedin, zerrten sie unter dem Löwen vor.

Die Füße Ayumis streiften auf dem Boden, als sie durch dunkle Gänge getragen wurde.

Ein harter Tisch in ihrem Rücken.

Zischen, der Geruch von verschmortem Fleisch.

Und dann endlich, endlich erlösende Ruhe und ein traumloser Schlaf.

@Hyuuga Mari @Tatsumaki Hei
 
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