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Ländereien im Reich des Flusses

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„Was machst du da?“ Was sie tat? Sie versuchte einen ihr vollkommen überlegenen Shinobi zu überlisten, damit auch sie eine leise Chance hatte, aus dieser Situation herauszukommen. Doch Airika schwieg und stützte sich auf die Ellbogen, rappelte sich auf und wischte sich vorsichtig über die Stirn, nur um auf ihre Hand einen blutroten Fleck zu entdecken. Sie spürte, dass ihr schwindelig wurde; die Kopfschmerzen hatten ihr schon einiges an Kraft abverlangt, doch der Sturz auf den Stein gab ihr beinahe den Rest. Airikas rote Augen froren ein und sie versteckte sich erneut, dieses Mal ziemlich erfolgreich, hinter einer eisigen Maske, die nicht zuließ, dass ihr innerstes zum Vorschein trat. Mit diesen Fragen über ihr Selbstbewusstsein, ihrer Identität und der Behauptung, sie würde jemanden nachahmen, verunsicherte er die Kenjutsuka. Wie sollte sie denn bitte auf solche tief greifenden Fragen antworten und überhaupt: Musste sie diese Fragen beantworten? In der Tat: Sie hatte ein schlechtes Selbstbewusstsein und in der Tat: Sie wollte so gut und stark sein, wie er; ihr Vater. Airika hatte ihn stets bewundert und zu ihm hinauf gesehen und sein Ableben hat ein tiefes Loch in ihr hinterlassen. Stumm ließ sie den Sora-Nin reden, schaute ihn mit kühler Distanz an und wagte, keinen Ton von sich zu geben. Wollte er etwa in ihrer Psyche graben? Airika hatte es immer vermieden, tiefgründig über sich und ihrer Identität nachzudenken. Sie war eben Airika, Tochter einer Pianistin und eines Samurais, Schwester eines kranken Bruders und Schülerin von Menma, den damals besten Freund ihres Vaters. Tja, wer war dann sie? Eine schwierige Frage, die das Mädchen nicht einfach so beantworten konnte. Lediglich, wer sie für Andere war. Jeder hatte eine Rolle im Leben, sei es als Mutter, Vater, Schwester oder Bruder. Unwillkürlich verspürte das Mädchen ein Gefühl in ihr aufkommen, dass sie lieber nicht haben wollte. Airika kam sich vor, als würde Ray sie mit seinen Fragen infiltrieren und in ihre Gedanken und Gefühle eindringen.

„Tja“, sagte sie und verschränkte die Arme, spreizte ein wenig die Beine um einen sicheren Stand zu haben, denn ihr Gegenüber sollte auf gar keinen Fall merken, dass ihr der Schwindel zu schaffen machte und dass er sie gehörig verunsicherte. „Das sind ziemlich viele Fragen, auf die ich nicht antworten werde, tut mir leid.“ Airika hob den Kopf und versuchte mit ihrer Körpergröße zumindest ein wenig Autorität auszustrahlen. „Ich mache niemanden nach“, trotzig hob sie das Kinn. „Ich bin ich und ich wüsste nicht, dass du mich so durchschauen kannst, dass du es wagen kannst zu behaupten, ich versuche, jemanden nachzuahmen. Du kennst mich nicht, du weißt gar nicht, wer ich bin. Mag ja sein, dass du ein toller Chuunin bist und meine Fähigkeiten lange nicht ausreichen, um dir auch nur ein Haar zu krümmen“, sie legte eine künstliche Pause ein. Langsam bröckelte ihre kalte Fassade und ihre roten Seelenspiegel fingen an, Funken zu sprühen. „Aber ich verbitte mir solche unverschämten, intimen Fragen zu stellen. Du bist nicht mein Psychologe und ich werde garantiert jetzt nicht meine intimsten Gedanken preisgeben: Schon gar nicht jemanden, der der feindlichen Fraktion angehört. Ich will einfach nur in Ruhe dieses beschissene Heilkraut finden. Mehr nicht. Mag sein, dass du nicht so schlimm bist, wie ich gedacht habe.“ Airika spürte, dass das Blut schneller durch ihre Adern rauschte, das Herz so kräftig schlug, dass sie es am ganzen Körper spüren konnte. Die Wut und der Stress, der sich die letzten Tage angestaut hatten, ihr körperlicher Zustand und dann noch Rays Fragen… „Mag sein, dass du dich jetzt über mich lustig machst, weil ich eine schlechte Kunoichi bin. Ist mir egal, aber ich habe jetzt beschlossen, dass ich nicht hören will, welche Fehler ich gemacht habe. Das werde ich früher oder später selbst herausfinden und dafür brauche ich nicht den Feind um Rat zu bitten.“ Trotzig zog Airika die Augenbrauen zusammen. „Ich mach mich hier doch nicht zum Affen!“ Schmerzlich dachte sie an die fehlgeschlagene List, die sie eben hatte ausprobieren wollen. Sie musste schnellstens zu Yasua. Wo war er nur? Spürte er etwa nicht, dass sie in Gefahr war? Toller Shinobi, toller Begleiter. Der würde sich was anhören, wenn sie hier lebend wieder herauskam. Die Hanabira holte tief Luft und starrte Ray wütend an. Dann konnte sie seinem Blick nicht standhalten und schaute zur Seite. Sie fuhr sich mit der Hand durch das gelockte Haar und schüttelte ein paar Blätter von ihrer Hand ab, die sie durch die Geste mitgenommen hatte. Sie sah bestimmt aus, wie eine Vogelscheuche. Erneut seufzte sie und sagte resigniert: „Wie du ja sehen kannst, habe ich mich bereits zum Affen gemacht. Ich bin durchschnittlich, mehr nicht.“ Ihre Stimme beruhigte sich nun und sie starrte auf einen Punkt direkt neben Rays Kopf. Was machte sie hier überhaupt? Es war doch schon verrückt genug, dass sie sich einfach mit einem Sora-Nin unterhielt oder stritt – wie auch immer man das in diesen Moment betrachten mochte. Die Kenjutsuka schwieg und überlegte, was sie nun sagen sollte. Langsam wurde ihr das alles gehörig peinlich, natürlich gemischt mit dem Gefühl der Gefahr, der von Ray ausging, obwohl er nichts Verdächtiges tat. „Außerdem verstehe ich deine Fragen nicht – wie kämpft man bitte, wie man ist? Was hat das bitte zu bedeuten? Du warst doch bestimmt auch in einer Akademie. Da hast du wahrscheinlich die Grundlagen von Gen- Tai- und Ninjutsu erlernt, oder?“ In diesem Moment kam Airika der Gedanke, dass die Sora-Nins wahrscheinlich nicht wirklich von den Shiros unterschieden. War das Mädchen etwa Opfer jahrelanger Propaganda gegen die Soras? Innerlich schüttelte sie den Kopf. Nein, an den Gerüchten musste doch etwas dran sein. Oder doch nicht? „Ich kämpfe so, wie man es mir beigebracht hat.“ Irgendwie klang das mehr als schwachsinnig, das wusste das Mädchen selbst. Als ob sie ihr ganzes Leben nur Ja und Amen gesagt hätte und nicht daran gedacht hatte, etwas zu hinterfragen.

Moment mal…

Sie hatte das ganze Leben lang nichts hinterfragt. Diese plötzliche Erkenntnis traf die Siebzehnjährige wie ein Blitz, nicht imstande, noch ein Wort herauszubringen. Bis jetzt hatte sie die Welt Schwarz-Weiß gesehen. Sora, die Bösen, Shiro, die Guten. Doch die Welt hatte Graustufen und womöglich hatte sie ein perfektes Beispiel einer Graustufe vor sich. „Wer bist du? Wieso bist du so… Nett? Warum greifst du mich nicht an und tötest mich?“

@Hayabusa Ray
 

Hayabusa Ray

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Je länger Airika sprache, desto breiter wurde das Grinsen des Hayabusa. Mit den spitzen Zähnen sah es vielleicht immer noch ein bisschen gruselig aus, aber ausnahmsweise lag mal nur ein klitzekleiner Hauch des Jägers in ihm. Stattdessen wies der Schalk, der aus den schwarzen Augen blitzte darauf hin, dass gerade alles nach Plan lief. Und in gewisser Weise tat es das auch, mal abgesehen davon, dass Ray keinen Plan gehabt hatte, aber hätte er einen Plan gehabt, dann würde jetzt alles genau nach diesem Plan laufen. Von daher ließ er die große Rothaarige einfach reden. Sein Part war getan, er hatte genug Nadelstiche und Hammerschläge verteilt um das Weltbild der Shiro-Nin gehörig ins Wanken zu bringen und ihr Selbstbild in den Grundfest zu erschüttern. Vielleicht waren seine Fragen tatsächlich intim gewesen, aber was Airika nicht wusste. Es steckt tatsächlich kein Plan dahinter. Ray war nicht daran interessiert über Airika an Informationen über Shirogakure zu erlangen. Ray war einfach Ray und in diesem Moment vor allem der philosophische Ray, der einfach hinter die Fassade der Genin blicken wollte. Und es war doch wirklich einfach ironisch, dass Airika trotz ihrer Beteuerung nicht antworten zu wollen genau das gerade tat.

"Ich bin ich...." Airika wusste es vielleicht noch nicht, aber auf diesen Satz hatte Ray gehofft. Endlich fing da jemand an zu sich selbst zu finden. Ihr fehlte noch jede Menge Selbstbewusstsein und noch immer glaubte sie, dass Ray schlecht von ihr dachte oder sich über sie lustig machen wollte, aber das war egal. In den Augen des Hayabusas hatte sie sich zu keinem Zeitpunkt zum Affen gemacht. Sie war für ihn auch keine schlechte Shinobi, eher im Gegenteil. Sie besaß jede Menge Willenskraft, sie lebte für andere und genau das machte sie stark, obwohl sie das vielleicht gar nicht realisierte. Sie war weit weg davon Durchschnitt zu sein. Freude stieg in dem Rotschopf auf und noch immer lächelte er geheimnisvoll, als Airika ihren Monolog unterbrach, um ihn ihrerseits Fragen zu bringen, auf die Ray lediglich sacht nickte. Das waren genau die richtigen Fragen. Wie kämpft man bitte, wie man ist? Das war eine sehr wichtige, eine fundamental wichtige Frage, vor allem wenn man der Profession eines Shinobis nachging.

Und dann fiel der Groschen endgültig. Ray konnte ihn förmlich hinter den roten Seelenspiegeln fallen sehen. Ganz langsam rollte er zum Rand der Klippe des großen Ungewissen, taumelte an seiner Kante, als ob er sich nicht entscheiden konnte, nur um sich gleich darauf hinabzustürzen. Airika wusste es nocht nicht, aber jetzt gab es kein Zurück mehr. Sie hatte angefangen zu hinterfragen. Er wusste nicht genau was es war, aber der Schock, der in ihren Augen stand machte deutlich, wie sehr gerade ihre Weltsicht auf den Kopf gestellt wurde. Jetzt reichte das Grinsen tatsächlich von einem Ohr bis zum anderen und der Falkenjunge lachte laut und herzerfrischend auf. "Na endlich ist der Groschen in deinem hübschen Köpfchen gefallen." kommentierte er ohne auf ihre Fragen einzugehen und klatschte begeistert wie ein kleines Kind in die Hände. Ach was war das herrlich miterleben zu dürfen, wenn jemand eine so fundamental neue Erkenntnis machte. Ray war kurz davor Airika an den Armen zu greifen und durch die Lüfte zu wirbeln. So klatschte er aber nur in die Hände und schüttelte der verdutzten Airika die Hand, als ob er ihr gratulieren wollte. "Endlich fängst du an Fragen zu stellen und noch dazu die richtigen. Sehr gut." Die Freude war dem Jungen deutlich anzusehen.

"Dann will ich mal nicht so sein und sie dir auch beantworten." Ray zwinkerte Airika verschwörerisch zu, ehe er zu einer Antwort ansetzte. "Erstmal: Du hast dich in meinen Augen überhaupt nicht zum Affen gemacht. Ich finde auch nicht, dass du eine schlechte Kunoichi bist oder nur durchschnittlich. Und selbst wenn, was wäre so schlimm darin in allem durchschnittlich zu sein. Dann wärst du doch einfach ein Allrounder und somit vielseitig einsetzbar. Das braucht es doch auch. Außerdem sind deine Schwertfähigkeiten alles andere als durchschnittlich. Die sind ganz außerordentlich." fing der Junge mit seiner Antwort an und ging dann gleich zu ihrer nächsten Frage über. "Ich meinte auch nicht, dass du jemanden nachahmst. Vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt. Was ich meinte ist: Wonach strebst du?" Wie zu erwarten waren die Fragezeichen im Gesicht der großen Rothaarigen immer noch riesengroß, also setzte Ray zu einer weiteren Erklärung an. "Was ich damit meine ist: Wieso versuchst du krampfhaft dem Bild von einem 'guten' oder 'richtigen' Shinobi nachzueifern ohne sich daber darauf zu konzentrieren wer du bist. Wieso hast du mich mit diesem komischen Trick versucht anzugreifen, anstatt mit deinen Schwertkünsten. Ich will dir diese Tricks nicht verbieten und du solltest sie sogar in deinen Kampfstil mit einbauen, aber versuche nicht einfach irgendetwas zu kopieren. Dabei bin ich nicht gegen das Kopieren, aber eine Kopie wird immer hinter dem Original zurückbleiben. Also kopiere alles was du siehst, aber dann mach es dir zu eigen, mache die Kopie zu einem Original, zu deinem Original. Limitiere dich selbst doch nicht, indem du denkst: Ein guter Shinobi macht das aber so und so, wenn alles in dir danach schreit es so und so zu machen. Verstehst du was ich meine?" Wie so oft legte Ray den Kopf schief, während er nach einem Beispiel suchte. "Pass auf, ich mache es dir mal vor. Das hier ist die offizielle Lehrbuchversion des Hocho uzu." Und mit diesen Worten sprang Ray in die Luft, drehte sich dabei perfekt horizontal und trat gegen einen der Bäume. "Und das hier ist meine ganz eigene Version." Erneut sprang der Hayabusa in die Luft und drehte sich, doch diesmal war sein Sprung minimal höher und somit die Drehung nicht perfekt horizontal, sondern um wenige Grad nach unten geneigt. "Die zweite Version mag ich lieber, sie fühlt sich natürlicher an. Liegt vielleicht daran, dass ich schon als kleines Kind wie wild durch die Gegend herumgesprungen bin und immer ein bisschen höher springen wollte, als alle anderen. " Ray grinste und kehre zurück zu seinen Ausführungen. "Meine Version des Hocho uzu ist immer noch ein hocho uzu, aber es ist meine Version, es ist die Version, die sich für mich natürlich und richtig anfühlt. Verstehst du was ich meine? Finde den Kampfstil, der sich für dich natürlich anfühlt."

Immer noch grinsend wie ein kleiner Schuljunge kehrte der Rotschopf nun wieder zurück und wechselte erneut das Thema, denn es gab da noch eine zweite Frage, die er beantworten musste. "Mein Name ist Ray Hayabusa, Jäger und Philosoph, wild und meistens ziemlich unberechenbar, manchmal sogar unberechenbar ruhig." stellte er sich mit einer galanten Verbeugung, die wohl eher komisch anmutete, vor. "Und warum sollte ich dich angreifen? Wir befinden uns auf neutralen Gebiet? Wenn ich dich angreife oder gar töte, wird das garantiert als kriegerischer Akt gewertet und ich würde jede Menge Ärger kriegen. Außerdem...." Ray machte eine kurze Pause in der er erneut den Kopf schief legte. "Ich mag dich und ich wollte sehen, was in dir steckt."
 
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Airika war ziemlich baff, als der Chuunin völlig begeistert von ihrer Rede schien. Zuerst hatte sich das Mädchen gefragt, warum und wieso, doch langsam aber sicher verstand sie den Grund. Der Groschen war also gefallen. Diese Metapher traf den Nagel tatsächlich auf den Kopf, denn Ray hatte recht: Er IST gefallen. Sie sah den jungen Mann jetzt mit anderen Augen. Während sie vorhin lediglich die Farbe Rot für Gefahr sah, eröffneten sich ihr plötzlich allerlei andere Farben und Facetten, die sie vorhin vollkommen ignoriert hatte. Das Mädchen war sich dessen zwar nicht bewusst, doch später würde sie sagen: Dieser Tag war ein entscheidender Wendepunkt in ihrem Leben, ein Punkt, wo sie weiterkam und nicht auf einer Stelle stehen blieb. Sein Lächeln wirkte jetzt nicht mehr ganz so raubtierhaft, sondern irgendwie… Sympathisch. Ihre Mundwinkel zuckten und irgendwann konnte sie es nicht mehr zurückhalten und musste ebenfalls grinsen. Vielleicht war es die Erleichterung außer Gefahr zu sein, die sie zum Lächeln brachte. Vielleicht war es Ray selbst.

Und dann fing er an zu reden. Er erklärte ihr seine Worte und je mehr er sprach, je mehr Beispiele er nannte, desto mehr verstand die Hanabira auch. „Danke“, sie wurde ganz rot bei all den Komplimenten, die er ihr zuwarf. Und so was von einem Chuunin zu hören, schmeichelte ihr doch sehr. Andere hätten bei ihren Fähigkeiten vielleicht nur müde gelächelt, doch der Rotschopf war voll des Lobes. Das Mädchen war zwar etwas überrumpelt über den plötzlichen Körperkontakt, den er durch das begeisterte Händeschütteln aufnahm, doch es störte sie seltsamerweise gar nicht und Airika ließ es lächelnd zu. Als der Hayabusa mit der Erklärung fertig war, was er damit meinte, wie man 'wie man selbst' kämpfte, demonstrierte er eindrucksvoll ein Beispiel von sich selbst und das war dann der Moment, wo sie vollkommen verstand, was er ihr damit sagen wollte. In der Tat… Ja, sie musste ihren eigenen Stil finden. Bisher hat sie nur ihren Vater nachgeeifert und er war ohne Zweifel brillant in seiner Kunst. Doch vielleicht war das für Airika nicht der richtige Stil. Einen Stil, der sich für sie natürlich anfühlte… Wie recht er hatte. Erleichtert fasste sie sich an die Stirn, ihre Zähne blitzten weiß hervor und sie kicherte, während sie den Kopf schüttelte. „Oh Mann, du hast vollkommen recht. Ich… Bin echt sprachlos. Sowas ist mir tatsächlich noch nie in den Sinn gekommen und du kommst einfach daher und bringst mir voll die wichtigen Sachen bei. Das ist einfach verrückt. Verrückt ist das. Ich…“, sie stockte kurz und wusste nicht, ob das der richtige Zeitpunkt war, soetwas zu sagen, doch sie nahm sich zusammen und tat es doch: „Ich glaube, auch wenn unsere Begegnung anfangs etwas problematisch war, dass das Schicksal ist. Irgendjemand wollte mir wohl einen Tritt in den Hintern verpassen und sieh her, da bist du nun. Der, der mir in den Hintern getreten hat!“ Sie lachte. „Ich weiß jetzt, was du meinst. Und… Ich danke dir, vom ganzen Herzen.“ Während sie diese persönlichen Worte aussprach, fühlte sie sich immer wohler und vergaß beinahe, dass es sich bei Ray um einen Sora-Nin handelte – und selbst wenn es ihr wieder in den Sinn kam: Seit diesem Tag würde sie niewieder so eine Panik verspüren. Denn es konnte doch sein, dass sich unter den Soras richtig korrekte Leute befanden. Andererseits durfte das Mädchen natürlich nicht naiv sein: Bloß, weil er so war, hieß es nicht, dass die anderen auch so waren. Doch jetzt würde sie garantiert mehr differenzieren und nicht sofort vom Schlimmsten ausgehen. Das würde ihr das Leben in Zukunft deutlich einfacher machen.

„Ich weiß echt nicht was ich noch sagen soll. Vielen Dank!“ Ray stellte sich vor und verbeugte sich wie ein Gentleman vor ihr, das ihr erneut die Röte ins Gesicht schoss. „Hayabusa Ray…“, wiederholte sie mehr zu sich als zu ihm. Den würde sie sich merken. „Ja, da ist definitiv etwas dran. Das hatten wir auch in der Akademie gelernt. Voreilig jemanden anzugreifen könnte tatsächlich als kriegerischer Akt aufgenommen werden. Aber… Im Eifer des Gefechts, tja, da kann man solche Regeln schnell vergessen. Es tut mir leid. Ich habe dich wirklich verschätzt. Du scheinst ein echt netter Kerl zu sein. Und tut mir leid, das ich vorhin geblufft habe“, Airika spielte auf ihren Partner an, dessen Stärke sie mit den eines Kages verglichen hatte. Sie wischte sich das sich langsam verkrustende Blut von der Stirn, darauf bedacht, nicht die Wunde zu treffen. „Ach ja, und ich bin Hanabira Airika“, sie überlegte sich, was sie seiner kreativen Vorstellung entgegenzusetzen hatte. „Tochter eines Samurais, Hobby-Pianistin und… Äh…“, sie kratzte sich nachdenklich an die Schläfe, schweifte den Blick durch die Gegend, als fände sie dort einen Tipp, der ihr auf die Sprünge half und blickte ihn danach mit einem strahlenden Grinsen direkt in die schwarzen Seelenspiegel. „Und das wahrscheinlich größte Mädchen in ganz Shiro!“ Sie verbeugte sich überschwänglich vor dem Chuunin.

Ihr Gesicht glich einer Tomate, als er ihr sagte, er würde sie mögen und wollte wissen, was in ihr steckte. Sie hatte heute so viele Komplimente bekommen, wie in zehn Jahren zusammen. Das Mädchen kicherte verlegen und schaute kurz auf ihre Füße, um Rays Blick auszuweichen. Es gab schon wirklich sehr charmante Kerle da draußen, das musste sie sich eingestehen. Airika musste aufpassen, dass sie nicht ihr eigentliches Ziel, Tsugari Akiyoshi, aus den Augen verlor. Doch je mehr nette Menschen sie kennenlernte, desto schwerer fiel es ihr. Außerdem hatte sie den Mann seit Monaten nicht mehr gesehen. Es war auch ihre Schuld, denn sie hatte sich nicht getraut, mal zu ihm zu gehen. Auch, nachdem Asami ihr damals mal in den Hintern getreten und ihr geraten hatte, ihre Liebe zu ihm endlich mal zu gestehen. Doch das lag auch wieder eine ganze Weile zurück. Sie seufzte innerlich. War diese Liebe vielleicht doch nur ein Affekt? Nein, sie liebte ihn immer noch! Auf keinen Fall wollte die Kenjutsuka von der Liebe Abstand nehmen. Niemals!

„Tja, da wir das jetzt geklärt haben und offensichtlich nicht feindlich gesinnt sind… Weißt du rein zufällig, wo man ein bestimmtes Heilkraut findet? Es heißt Mirantibus Flos und bisher habe ich hier nichts gefunden. Angeblich soll es ja genau zwischen Waldrand und Fuß des Berges sein, aber ich habe da nichts gefunden. Und…“ Airika brach mitten im Satz ab, als sie merkte, dass die Erschöpfung der letzten Stunden und Tage urplötzlich auf sie hereinbrach und sie beinahe auf die Knie zwang, hätte sie nicht aktiv darauf geachtet, den Stand zu wahren. Die Aufregung, die Sorge, ihre körperlichen Schmerzen… Auch die große Erleichterung und die abgefallene Anspannung ließen sie jetzt spüren, wie kaputt und fertig das Mädchen mittlerweile war. Das Adrenalin hatte sie lediglich betäubt. Jetzt kam die ganze Erschöpfung auf einmal. „Ich muss mich mal kurz hinsetzen.“ Sie ließ sich auf das weiche Gras plumpsen. „Wenn du gerade nicht zufällig in einer Mission unterwegs bist, könntest du mir vielleicht sagen, wo es sich befindet? Du kennst dich bestimmt besser aus, als ich. Mein…“, kurz überlegte, ob sie es ihm sagen sollte, entschied sich aber dann dafür. „Mein kleiner Bruder hat eine Vergiftung und er braucht ein Gegengift. Deswegen bin ich hier.“ Sie schaute Ray ernst an und hoffte, dass er das Heilkraut kannte.

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Hayabusa Ray

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Es war doch immer wieder ein Genuss Zeuge dabei zu sein, wenn eine neue Erkenntnis geboren wurde. Selten allerdings war Ray bisher in das Privileg gekommen bei der Geburt einer solch tiefgreifenden, lebensverändernder Erkenntnis anwesend sein zu dürfen. Doch es war herrlich zu sehen, wie das ganze Verhalten und die gesamte Ausstrahlung der Kunoichi aus Shirogakure sich veränderte. Plötzlich war sämtliche Furcht wie weggeblasen und ehrliche Dankbarkeit war in ihr Gesicht getreten. So sah sie doch gleich viel hübscher aus, als mit dem grimmig verzerrten Gesicht oder den angsterfüllten Augen. Im Gegensatz zu ihr hatte Ray eigentlich keine Vorurteile gegen Shinobi aus Shirogakure, was vor allem an seinem Vater lag, der ihn von Kindesbeinen dazu erzogen hatte hinter die Fassaden der Menschen zu schauen und sie nicht nach ihrer Herkunft oder irgendetwas anderem zu beurteilen. Das war ihm tatsächlich ins Blut übergegangen. Aber nicht jeder wusste darum und umso glücklicher war Ray, dass es nun zumindest eine Person mehr gab, die darum wusste.

Auf die Entschuldigung der Hanabira reagierte Ray nur indem er abwinkte. Er war nicht nachtragend und für ihn gab es auch nichts zu entschuldigen. "Kein Problem. Nur wenn du in Zukunft wieder bluffen willst, solltest du das vorher nochmal üben. Poker ist ein gutes Spiel dafür." grinste er und wurde dann von einem sehr strahlenden Grinsen und einer heftigen Verbeugung überrascht. "So so, du bist also das größte Mädchen von Shirogakure. Stimmt, du bist echt ein wenig groß. Aber das hat sicher jeder Menge Vorteile." erwiderte Ray mit einem schelmischen Lächeln.

Als sie dann aber bei seinem 'Kompliment', welches Ray gar nicht unbedingt so als Kompliment gezielt verwendet hatte, rot wie eine Tomate oder besser gesagt rot wie die Haarfarbe der beiden Shinobi blickte, schaute er sie fragend an. Was war denn jetzt mit ihr los? Und was sollte das verlegene Kichern? Mit diesen Reaktionen konnte der Chuunin tatsächlich nichts anfangen. Aber da Airika gerade auf den Boden blickte, konnte er auch nicht ihren Blick einfangen. Daher hockte sich der Falkenjunge kurz entschlossen hin, um so einen Blick in die roten Augen von Airika werfen zu können. "Alles in Ordnung mit dir? Du siehst aus, als ob du eine viel zu scharfe Chili gegessen hast?" platzte es unbedarft aus ihm heraus, während er den Kopf schief legte und so sicher einen sehr lustigen Anblick abgab, wie er da so hockte.

Dann aber wechselte das Thema und nun verriet ihm Airika sogar warum sie unterwegs war. Sie suchte also die Mirantibus Flos. Zu blöde, dass Kaya nicht hier war. Mittlerweile wusste Ray, dass sich das Rabenmädchen relativ gut in Heilkunde auskannte. Bestimmt hätte sie sofort gewusst, wo dieses Kraut zu finden war. Ray hingegen hatte keine Ahnung von solchen Sachen. Er wusste noch nicht einmal wie diese Pflanze aussehen sollte und daher schüttelte er den Kopf, als sich das Mädchen jetzt in das Gras plumpsen ließ. Im Gegensatz zu ihr war er noch mehr oder weniger taufrisch.
"Tut mir Leid, ich kenne mich hier überhaupt nicht aus. Ich bin in Clanangelegenheiten unterwegs und war vorher noch nicht in dieser Gegend. Von daher weiß ich auch nichts von dieser Mirantibus Flos. Ich bin auch nicht sonderlich gut mit Kräutern." Ray schüttelte dabei den Kopf und überlegte. Wenn er ein Bild von der Pflanze hätte, dann könnte er vielleicht helfen. Vielleicht hatte er diese Pflanze ja sogar schon gesehen nur nicht registriert, dass es sich um dieses besondere Kraut handelte.
"Hast du eine Zeichung oder ein Foto oder etwas ähnliches? Wenn ich wüsste, wie die aussähe, dann könnte ich die vielleicht helfen. Aber ansonsten wird das wohl nichts."
 
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„Poker? Das habe ich noch nie gespielt. Aber ich gucke mich mal um, danke für den Tipp“, sie lächelte verschwörerisch. Es war schon irgendwie komisch, dass jemand, dem sie vor einigen Minuten noch sehr feindlich gesinnt war, ihr einfach so einen Tipp gab, wie man richtig bluffte. Tja, so konnte sich eine Situation ändern. Die Anspannung hatte sich verflüchtigt und sie fühlte sich so, als begegnete sie einen Shinobi-Kollegen aus ihrem eigenen Dorf. „Nein, habe ich nicht“, antwortete sie etwas verdattert auf seine Frage. „Ich mag gar kein Chili. Das ist mir viel zu scharf“, sie kratzte sich verlegen am Kopf. Poker sollte sie vielleicht wirklich anfangen zu spielen. Dieses schnelle Erröten war wirklich eine Schwäche, die ihr in Zukunft noch einige Probleme bereiten würde, wenn sie nicht schnellstmöglich etwas dagegen tat. Ray sah etwas ratlos aus, als Airika ihn wegen der Miratibus Flos ausfragte. Er kannte sich wohl wirklich nicht aus… So ein Mist. Dann musste sie wohl oder übel darauf warten, bis Yasua zurückkam und hoffentlich etwas Nützliches in den Händen hielt. Dann aber kam das Stichwort. „Ja, warte, ich habe ein Zettel, wo die drauf gezeichnet sind“, vorsichtig kramte die Hanabira die Papiere hervor und reichte sie Ray. „Also, wie du sehen kannst, soll das Kraut rosa Blüten haben und haben die Form eines Sternes. Und am Ende der jeweiligen Blütenblätter sind so kleine, goldene Pünktchen“, erklärte sie, während sie mit ihrem Finger auf die entsprechenden Stellen der Grafik tippte. Das Bild wurde von einem bewanderten Künstler gezeichnet, der mit feinen, gekonnten Pinselstrichen eine ansehnliche Blume geschaffen hat, die auch hätte von einem romantischen Gemälde sein können. Geschmückt mit Verzierungen war es eine wahre Augenweide.

„Airika!“, rief plötzlich eine ihr bekannte Stimme, gefolgt von einem Rascheln und einem eindrucksvollen Auftauchen. Yasua sprang von der oberen Klippe der Felswand hinab und stellte sich in Windeseile zwischen sie und Ray, wohl die Intention habend, sie vor dem Sora-Nin zu beschützen. „Warte, Yasua, warte!“, rief sie und packte ihn an den Schultern, die mehr als angespannt waren. Er beäugte seinen Gegner grimmig. „Ist alles in Ordnung?“, wollte er wissen. „Ja, warte, beruhig dich. Er hat mir nichts getan. Er ist korrekt“, die Sorge, dass es gleich eskalierte, stand ihr ins Gesicht geschrieben und färbte sich auch auf Airikas Stimme ab. Nach einem kurzen Schweigen schien er sich ein wenig zu entspannen. „Gut, wenn du das sagst, gehe ich mal stark von der Richtigkeit aus.“ Er seufzte. „Verzeihung, ich bin ihr Begleiter, Yasua.“ Der Shinobi nickte dem männlichen Rotschopf höflich zu, behielt ihn aber im Auge. Irgendwo war dies verständlich, immerhin war er nicht nur hier, weil er sich fachkundig mit verschiedensten Kräutern gut auskannte, sondern auch, weil er deutlich erfahrener war als sie und die Hanabira im Ernstfall beschützen musste. Langsam lockerte sich der Griff auf seiner Schulter. „Das ist Ray. Wir sind uns über den Weg gelaufen und ich habe ihn gefragt, ob er vielleicht weiß, wo man die Mirantibus findet“, log sie. Der Hayato kniff kurz die Augen zusammen; er merkte, dass sie log, was die Kenjutsuka aber nicht mitbekam. Yasua unternahm aber nichts dagegen und klopfte seiner stattdessen Kollegin aufmunternd auf den Arm. „Und, weißt du, wo sich das Kraut befindet?“, wollte er Richtung des Hayabusas wissen. „Ich habe schon etwas gefunden, aber es reicht noch nicht.“ Der Blondschopf holte eine Glasbox hervor, wo er ein paar dieser Kräuter sorgfältig hineingelegt und gelagert hatte. In Echt sahen sie noch schöner aus, als auf dem Bild. Das Gold auf den Spitzen schimmerte sogar ein wenig. Bewundernd betrachtete Airika das Gefäß und richtete ihren Blick dann entschuldigend zu Ray. „Danke für deine Unterstützung, ich denke, wir kommen nun allein zurecht, Ray.“ Airika erschauderte über die Art, die Yasua an den Tag legte. Scheinbar wusste er, dass der Rotschopf ein Sora-Nin war. Diese ruhige Professionalität, die er an den Tag legte, hätte sie ihm nicht zugetraut. Auf den Hinweg hatte er immer Witze gerissen und war sehr locker drauf, aber jetzt? Sie spürte die Anspannung in der Luft. „Komm, Airika. Lass uns weitersuchen“, sprach er ernst und blickte seine größere Kollegin auffordernd an. „O-kay, na dann… Ray, danke noch mal. Ich hoffe, eines Tages sehen wir uns wieder.“ Das ‚Danke‘ war nicht darauf bezogen, dass er ihr beim Kräutersuchen helfen wollte, sondern auf die Einsichten, zu die er sie gebracht hatte. Dieser Tag würde ihr noch in vielen Jahren in Erinnerung bleiben. Sie unterstrich ihren Abschied mit einem verschwörerischen Lächeln und ging dann mit Yasua von dannen.

Minuten des Schweigens verstrichen, ehe Yasua die Stille durchbrach. „Airi?“
„Ja?“, sie schaute ihn unschuldig an.
„Was ist passiert?“ Mist, er hat mitbekommen, dass sie nicht die Wahrheit gesagt hat. „Muss ich dir das erzählen?“, fragte sie in dickköpfiger Manier und blickte in die Gegend, um nach dem Kraut Ausschau zu halten.
„Dir ist klar, dass das ein Shinobi aus Soragakure war, oder?“ Ernsthaft versuchte er ihren Augenkontakt zu gewinnen, was ihm aber nicht so recht gelingen wollte, weil die Hanabira ständig woanders hinsah.
„Ja, das… Ist mir klar.“
„Und?“
„Was und? Er hat mich nicht angegriffen“, sie verschränkte die Arme. Dann blieb er stehen, packte sie an den Armen und hielt sie fest, zwang sie, ihm ins Gesicht zu gucken.
„Jetzt hör mir mal zu, das ist extrem gefährlich. Natürlich kann ich mir vorstellen, dass er schlau genug ist, dich nicht anzugreifen, weil dies als Kriegserklärung hätte interpretiert werden können. Warum bist du nicht weggelaufen?“
Airika musste kurz prusten. Das hatte sie. Doch er war zu schnell.
„Habe ich ja versucht, aber er ist so schnell wie der Blitz. Da habe ich keine Chance. Aber, Yasua, ich steh doch noch hier, mir ist nichts passiert, also können wir uns jetzt wieder beruhigen und das Kraut finden.“ Sie hatte gut reden; vorhin war sie diejenige gewesen, die nicht ruhig gewesen war.
„Das ist alles schön und richtig, Airika, aber ich bin für dich verantwortlich. Und wenn da etwas passiert wäre, dann bin ich für den Rest meines Lebens gezeichnet. Mein zukünftiger Weg hängt hiervon ab, verstehst du das? Deine Familie wartet auf dich und sie verlassen sich voll und gannz auf mich. Außerdem bist du mir sympathisch. Wäre nicht auszudenken, wenn dir was zugestoßen wäre.“ Aus dem ernsten Gesicht erwachte nun ein schelmisches Lächeln, was Airika mit einem genervten Seufzen quittierte. „Ist schon gut. Tut mir leid. Aber was hätte ich denn machen sollen? Du warst nirgends zu sehen und ich wollte nicht um Hilfe schreien. Wer weiß, wen ich da alles angelockt hätte, nein danke. Außerdem ist Ray wirklich ein netter Kerl. Glaub mir. Und jetzt“, sie riss sich beherzt von seinem Griff los, „jetzt will ich das restliche Kraut finden und schnellstens nach Hause. Mir tut zwar alles weh und ich werde den Muskelkater meines Lebens haben, aber für Yoshi mach ich das, jawohl!“ Motiviert ging sie voran und so suchten die beiden das Kraut. Es dauerte auch nicht mehr lange, bis sie endlich fündig wurden und eine ganze Wiese entdeckten. Sie steckten sich so viel ein, wie sie tragen konnten und machten sich dann bereit für den Heimweg. Airika und Yasua beeilten sich so gut, wie sie konnten, hielten aber an einer Gaststätte an, um sich eine deftige Mahlzeit zu gönnen, um den körperlichen Tank wieder zu füllen. Die Rückreise dauerte einige Stunden länger als die Hinreise, weil beide Ninja an ihre körperlichen Grenzen kamen. Das lag aber auch daran, dass Yasua sich bereiterklärt hatte, die junge Kunoichi huckepack zu tragen, weil ihre Füße einfach nicht mehr mitmachten. Einige Stunden später war sogar seine Ausdauer dahin und sie musste wieder selbst gehen.

Als sie endlich in Shirogakure ankamen, ging alles ratzfatz. Die Ärzte hatten in Windeseile ein Gegengift produziert und es ihrem Bruder mit einer Spritze intravenös injiziert. Schon eine halbe Stunde später zeigte es Wirkung, das Fieber klang ab und der Junge begann, sich zu regenerieren. Zwei Wochen später würde er wieder gesund und munter mit seinen Kumpels abhängen können. Und Airika? Tja, sie hatte sich für zwei Wochen Urlaub genehmigt und freute sich insgeheim schon auf ihren nächsten Einsatz, auch wenn sie erst einmal die Nase voll von langen Reisen hatte…

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Tatsächlich war die Miratibus Flos dem Falkenjungen mehr oder weniger unbekannt. Was kein Wunder war, denn bisher hatten ihn seien vielfältigen Interessen noch nicht in das Reich der Kräuter und Pflanzen verschlagen. "Sie sieht auf jeden Fall sehr hübsch aus." meinte er, während er mit scharfen Augen die Zeichnung begutachtete, die ihm die Rothaarige gereicht hatte. Neben den offensichtlich feinen Pinselstrichen erkannte Ray, dass es sich bei dem Zeichner dieser Grafik um einen wirklich guten Künstler handeln musste. Nahezu alle Pinselstriche waren perfekt gesetzt, schmiegten sich förmlich aneinander um die runden Blütenblätter zu bilden und darüber hinaus musste er für die zahlreichen Highlights einen wirklich sehr feinen Pinsel benutzt haben. Und dabei redete er nur von der Blume und nicht von den zahlreichen verspielten Verzierungen am Rand des Blattes. Doch bevor er das Bild kommentierte und Airika mitteilen konnte, dass er diese Pflanze nicht gesehen hatte, tauchte der bis dato unbekannte Begleiter der Kunoichi auf.

Ganz kurz zuckte Ray zusammen, als er von den Rascheln überrascht wurde und in dem Moment, als sich der Medic-Nin zwischen die beiden Rotschöpfe platzierte, änderte sich Rays Haltung erneut. Wie weggeblasen war der ruhige Philosoph und der deutlich misstrauischere Jäger trat auf den Plan. Auch er beäugte seinen Gegenüber, abschätzend und taxierend. Würde er angreifen? Wenn er erfahren genug war, dann sehr wahrscheinlich nicht, aber man konnte ja nie wissen. Zwar war sich Ray ziemlich sicher, dass er auch diesem Shinobi im Kampf überlegen war, immerhin lagen die Schwerpunkte eines ausgebildeten Medic-Nin selten im Kampfbereich. Doch Airika schaffte es die Situation schnell zu entschärfen, wenn auch mit einer Lüge. Wobei es nicht mal eine 100% Lüge war. Sie waren sich ja tatsächlich über den Weg gelaufen und sie hatte ihn ja auch nach der Mirantibus gefragt. Hieß die Pflanze jetzt eigentlich Mirantibus oder Miratibus? Innerlich zuckte Ray mit den Schultern. Im Grunde war es egal, denn dieser Yasua hatte schon etwas gefunden. "Nein, das weiß ich leider nicht." gab der Falkenjunge ebenfalls deutlich unterkühlter als noch vor wenigen Momenten zurück, während sein Blick über die Kräuter im Glas huschte. Wieder einmal staunte er darüber, wie genau der Künstler die Blume nachempfunden hatte. Natürlich war die Zeichnung nur ein schwaches Abbild der Realität, dennoch war konnte absolut kein Zweifel daran herrschen, dass der Zeichner diese Kräuter intensiv studiert hatte.

"Kein Problem. Ich selbst muss auch weiter. Ich wünsche noch viel Erfolg bei der Suche." erwiderte Ray professionell und nickte dem Blondschopf zum Abschied zu. Es war nicht so, dass die beiden jungen Männer sich nicht mochten. Sie standen lediglich auf unterschiedlichen Seiten und wollten die Situation keineswegs eskalieren lassen. Yasua drehte sich daraufhin auch um und als sich Ray bei ihm noch bedankte, lächelte er verschwörerisch schelmisch zurück und formte ein stummes 'Gern Geschehen'. Im nächsten Moment schoß er wie ein Blitz von der Stelle. Immerhin hatte er noch eine Mission auszuführen.

Es dauerte noch eine ganze Weile, bis er das Dorf erreichte, in dem das angebliche Hayabusa-Mädchen geboren worden war. So hatte der Falkenjunge noch etwas Zeit um über seine Begegnung mit der großen Rothaarigen nachzudenken. Sie war interessant, sie hatte ihre Prinzipien und gleichzeitig jede Menge Selbstwertprobleme. Allein eines davon auszuräumen war sicherlich ein massiver Schritt in ihrer Charakterentwicklung und würde sie sicherlich weiterbringen. Man hätte jetzt durchaus argumentieren können, dass Ray damit dem Feind geholfen hatte, aber der Hayabusa sah die Sache anders. Er hatte Airika geholfen, das war richtig, aber vor allem hatte er ihr bewusst gemacht, dass es mehr als weiß und schwarz gab. Das Shinobi nicht gleich Shinobi war und dass nicht jeder aus Soragakure automatisch ein Feind war. Wenn das in Zukunft dafür sorgte, dass Airika sich auf ihren Missionen für Deeskalation aussprach und Menschen und Shinobi aus anderen Ländern und Reichen mit mehr Offenheit begegnete, dann könnte sie eventuell im entscheidenden Moment Leben retten. Ray lächelte bei dem Gedanken, da er sich an ein Beispiel seines Vaters erinnerte. Behalte immer im Kopf, dass der Flügelschlag eines Schmetterlings eventuell einen Hurrikan auslösen kann. Unsere kleinsten Handlungen können unter Umständen große Auswirkungen haben.

Der Rest seiner Mission verlief erstaunlich unspektakulär. Tatsächlich handelte es sich bei der Neugeborenen um eine Hayabusa, also erklärte er ihren Eltern, dass es sich bei ihr nicht um einen Dämon handelte und die Narben auf dem Rücken vollkommen normal waren. Es war nicht der Hinweis darauf, dass ihr dort die dämonischen Flügel ausgerissen worden waren, um sie so auf ein Leben auf der Erde zu verbannen. Vor allem die Mutter war glücklich das zu hören und als sie dann noch erfuhren, dass es einen ganzen Clan in Soragakure gab, waren beide sehr erleichtert. Zufrieden mit dem Ausgang dieses Gesprächs machte sich der junge Hayabusa zurück nach Soragakure und meldete dort das Ergebnis der Mission dem Clan. Natürlich erwähnte er eine gewisse Begegnung mit einer gewissen jungen Frau nicht. Er wäre kein Hayabusa, wenn er dieses Geheimnis nicht für sich bewahren würde.

~Off Ende~
 
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