Langweilige Umgebung mit viel Grün

Dieses Thema im Forum "Feuerreich" wurde erstellt von Aza Kyoko, 23. Juli 2009.

  1. Tatsumaki Hei

    Tatsumaki Hei Well-Known Member

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    "Dito", antwortete der junge Mann und lachte leise. Er hatte sich, ähnlich wie Mari, relativ gierig dem Essen gewidmet. Warum? Es war bei ihm nun einmal so, dass er generell nicht gut verköstigt wurde – wie es bei seiner Kollegin vielleicht der Fall war – und es ausnutzen musste, wenn er schon einmal ein selbst gekochtes, gutes Essen vorgesetzt bekam. Ja, mittlerweile hatte er sich schon selbst beigebracht, ein wenig Selbstversorgung zu betreiben – aber das war wirklich etwas anderes, oder? Nun aber war er voll und war froh darüber – eines der schönsten Gefühle, die er bis dato kannte. Wirklich satt war er selten… lustig, wie Mari sich mittlerweile richtig in seiner Anwesenheit entspannen konnte. Das war gut, das gefiel ihm – größtenteils, weil er sich so auch sicher sein konnte, dass er nicht noch einmal Tritte ins Gesicht bekommen würde oder ähnliches. Quasi… sicherer. Und außerdem musste er sich selbst nicht andauernd kontrollieren, wenn er in ihrer Nähe war. Sein Selbst war hier eher gut aufgehoben als sonst. Und das war dem jungen Mann wohl bewusst. Dankend neigte er den Kopf, als sie ihm den Teller wieder abnahm und ihn somit auch von dieser Aufgabe entlastete. Auf ihren Hinweis hin legte er den Kopf schief und grinste leicht. „Das hört sich ja wirklich so an, als seiest du nicht sonderlich begeistert gewesen, nicht? Aber das heißt ja auch nichts. Er ist, soweit ich das verstanden hatte, kein alter Hase gewesen und noch ziemlich beeinflussbar. Vielleicht hat ihn jemand ein wenig umgedreht – in dem Falle hätten wir es auch wieder rückgängig machen können. Aber da er jetzt weg ist… ist das auch erstmal egal. Und ja – da mache ich mir wirklich keine Sorgen.“ Er lachte und stand seinerseits auf, streckte sich leicht, öffnete das Fenster, um den Geruch des Essens ein wenig aus dem Zimmer zu bekommen – so schweres Essen hatte eben einen gewissen Duft an sich. Den brauchte er nicht unbedingt beim Schlafen in der Nase zu haben. Mit verschränkten Armen lehnte er sich gegen das Fensterbrett und lächelte leicht, konzentrierte sich dann aber wieder auf Mari. Sie hatte also ein wenig im Stillen nachgedacht? Interessant – was hatte sie aus ihrem Bewusstsein herausgekramt, worauf er nicht gekommen war? Der Tatsumaki nickte nachdrücklich, als die Hyuuga ihre Beobachtungen über die Physis ihrer Gastgeberin aufzählte. Genau diese Dinge waren es auch gewesen, die ihm aufgefallen waren. Je länger sie daraufhin sprach, desto deutlicher wurde das Bild – und schließlich ging es auch ihm auf, kurz bevor Mari selbst den Namen der Familie aussprach. Klar! – Das war es gewesen. Deshalb war es so rar, so jemanden zu Gesicht zu bekommen. Hei vermutete, dass das ‚Aussterben‘ auf den Ninja-Clan bezogen war, denn hier war der lebende Beweis, dass zumindest die Gene im Strudelreich überdauert hatten. Wie hätte es auch anders sein können – man konnte keine ganzen Clans ohne Probleme so ausrotten, außer, sie lebten halt auf einem Fleck zusammengepfercht. Soweit er wusste, gab es so etwas nur in Ausnahmefällen. Und das rezessive Gene Ewigkeiten und über Generationen hinweg überleben konnten… dafür war er ja der beste Beweis, nicht? Jeder, der behauptete, das Sand-Bluterbe wäre eine ‚Anomalie‘, der hatte keine Ahnung von Genetik. Sowas wie Anomalien dieser Art gab es in der Natur nicht. Höchstens negativer Art – und wie könnte so etwas eine Missbildung sein? Im Gegenteil.

    „Du hast Recht“, gab Hei zu und runzelte die Stirn. „Waren die nicht mit sehr langer Lebenszeit beziehungsweise allgemein mit einer großen Lebenskraft gesegnet? Jedenfalls kommt mir das als erstes in den Sinn. Es scheint seltsam, dass die Großeltern von Hikari einfach so, nach- oder miteinander verstorben sein sollten. Passt nicht zusammen“, meinte er weiterhin und legte den Kopf zurück, schloss die Augen und ging noch einmal alle Informationen durch, die sich durch die neue Erkenntnis vielleicht verändert hatten. Aber viel ergab das nicht – nur, dass Hikari ihnen eventuell etwas vorenthalten hatte. Oder, dass diese Sache vielleicht größer war, als angenommen. Aber konnte auch sein, dass er ein wenig paranoid wurde. Himitsu wurde zurückgerufen, aus einem schwer für ihn zu durchschauenden Grund und dann noch in aller Eile. Hikari war vielleicht eine Genverwandte dieser alten Familie mit der Lebensessenz schlechthin. Und ausgerechnet hier hatten sie ein Gasthaus eröffnet. Aber das passte alles nicht in ein Gesamtbild. Der junge Mann schüttelte den Kopf – die Verbindungen passten in seinem Kopf noch nicht zusammen, also gab es da nichts, was er anbringen konnte. „Es ist alles sehr seltsam. Ich gehe davon aus, dass wir ein wenig mehr Probleme bekommen werden, als ursprünglich gedacht. Vielleicht leide ich nur unter Verfolgungswahn, aber… wir passen auf, was wir den Leuten sagen. Wir sehen erst einmal, wie diese Arbeiter aussehen und schmuggeln uns im Henge rein – wenn wir morgen angekommen sind. In Ordnung?“ Hei gähnte und verschränkte die Arme hinter dem Kopf, lehnte sich ein wenig nach hinten. Es war stockfinster draußen – hier kam kein Licht mehr aus der Stadt an. Nur die Sterne und der Mond spendeten ihr spärliches Licht. Wolkig war es zum Glück nur bedingt. Er hatte ein seltsames Gefühl. Und das hatte sich noch nie wirklich getäuscht – wenn jemand ihn beobachtete, merkte Hei das. Instinktiv. Er wusste nicht von wo oder wie – aber irgendwo war jemand, dessen Augen auf ihm lagen. „… Es tut mir Leid, aber kannst du kurz nachsehen, ob hier in der Umgebung jemand ist? Die einfache Information würde mir genügen“, bat er Mari und lächelte leicht, nicht wissend, dass er Recht behalten sollte. Und zwar nicht zu knapp - zwei Menschen waren in den Bäumen um das Gasthaus versteckt.
     
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  2. Hyuuga Mari

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    Nein, Gene konnte man nicht so schnell auslöschen. Selbst die Hyuuga, die immer versuchten, mit ihrem reinen Blut zu glänzen, wichen davon nicht ab. Warum? Ganz einfach, selbst wenn man jeden offiziellen Hyuuga-Angehörigen umbrachte, gab es sicherlich noch irgendwo anders unentdeckt die Gene in einem Menschen, der diese in die Zukunft weitergab. Mari mit ihren braunen Haaren war mehr oder minder der beste Beweis, dass die Blutlinie – mit der sonst pechschwarzen Haarpracht – nicht vollkommen rein gehalten worden war. Hei erklärte die junge Frau also nicht für völlig bescheuert, sondern ergänzte ihre Überlegungen sogar noch weiterhin und versuchte damit tiefer zu blicken. Eine Verbindung zum momentanen Auftrag? Den konnte die Hyuuga jedenfalls nicht herstellen und glaubte eigentlich auch nicht an eine Verschwörungstheorie. Vor allen Dingen die Sache mit Himitsu – nein, die musste unabhängig von der Mission passiert sein. Oder? Die Braunhaarige hörte stumm zu, sah nachdenklich und ernst zugleich aus, nickte dann. Dafür, dass sie vor anderen Menschen zu viel ausplauderte, war sie ohnehin nicht bekannt. Also sollte es auch kein Problem darstellen, aufzupassen, was sie morgen in der Öffentlichkeit so von sich gab. Dann musste sie aber doch schmunzeln. „Du klingst ja wie ein richtiger Teamleiter, Tatsumaki-kun. Aye, aye.“ Während der Suna-Nin nun nachdenklich aus dem Fenster blickte, kam der 16-Jährigen in den Sinn, dass es mittlerweile schon merkwürdig klang, wenn sie Hei mit seinem Nachnamen ansprach. So viel Zeit, wie sie miteinander verbracht hatten, so viele Informationen die sie ausgetauscht hatten. Ganz abgesehen davon, dass sie den Tatsumaki sogar recht offen als ihren besten Freund bezeichnen konnte. Wäre es da nicht angebrachter, zumindest auf den Vornamen umzuändern? Vermutlich schon. Sie wollte gerade eine Äußerung in diese Richtung tätigen, da unterbrach Hei sie bereits mit einem anderen Anliegen, das etwas dringlicher schien. Die Stirn runzelte sich ein klein wenig, die weißen Äuglein sahen den Schwarzhaarigen an. Sie sollte nachsehen, ob hier jemand in der Umgebung war? Was zum.. nein, wenn der Suna-Nin nachfragte, würde es schon einen Grund haben. Nun kam doch wieder die Ernsthaftigkeit in der 16-Jährigen hoch, genauso wie die professionelle Kunoichi. Weniger wie eine gute Freundin, sondern mehr wie eine brave Teamkollegin, die einen Befehl vom Leiter entgegen genommen hatte, nickte sie, fragte nicht weiter nach und konzentrierte ihr Chakra. Sofort stachen sämtliche Adern um ihre Seelenspiegel heraus, die Augen wirkten angespannter. Die Suche konnte losgehen.

    An sich sah alles normal aus. Dank des Byakugans war es keine besondere Leistung, durch die Dunkelheit der Nacht zu blicken, die Bäume raschelten im gelegentlichen Wind, doch sonst – keine Auffälligkeiten. Während sich Mari im Zimmer stehend kaum bewegte, suchten ihre Augen weiterhin die gesamte Umgebung des Gasthauses ab, sah hinter Sträucher und Gebüsche. Nichts, nichts... Moment! Da war doch noch Etwas! Die Hyuuga untersuchte ihren Fund genauer, hielt währenddessen mit ihrer linken Hand zwei Finger hoch, um zu verdeutlichen, wie viele Funde sie gemacht hatte. „Eine Frau und ein Mann. Hocken dort im Gebüsch. Scheinen ihrem Chakra nach zu urteilen allerdings keine allzu große Bedrohung für uns beide darzustellen.“ Das Byakugan blieb aktiv, jedoch sah die Braunhaarige nun wieder direkt zu Hei. „Wer hockt mitten in der Nacht in einem Gebüsch vor einem heruntergekommenen Gasthaus, wenn er nicht irgendetwas ausfressen will?“ Kurz dachte die junge Frau darüber nach, das Fenster zu öffnen und die beiden Spitzel eigenhändig zur Rede zu stellen. Dann besann sie sich jedoch darauf, wer der Leiter dieses Auftrages war – und irgendwo wollte sie dem Tatsumaki auch nicht das Anrecht darauf streitig machen. Es war seine Möglichkeit, Erfahrungen in diesem Bereich zu sammeln. „Also? Sollen wir sie dort lassen oder lieber stellen? Ganz deine Entscheidung“, kommentierte sie also nüchtern. Wahrscheinlich war es mit aktiviertem Kekkei Genkai nicht einmal dem Tatsumaki möglich, in den Augen Maris zu lesen. Doch er kannte sie – und würde vermutlich auch so erkennen, warum sie sich zurückhielt.
     
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  3. Tatsumaki Hei

    Tatsumaki Hei Well-Known Member

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    Hei grinste leicht. „Nur manchmal“, meinte er und schmunzelte. Das stimmte, er klang sonst nicht wie ein Teamleiter. Das war nicht unbedingt gut, oder? Vielleicht sollte er sich mehr darauf konzentrieren, ein Leiter zu sein! – Führen mit starker Hand, um seine Untergebenen nicht von der Leine zu lassen! Klar. Mari würde ihn dann auch noch voll ernst nehmen, oder? Der Wüstensohn verschränkte die Arme und sah zu Mari, die ihn – verständlicherweise – kurz ein wenig verwundert (oder etwas in der Art) ansah. War ja auch eine seltsame Frage, nicht? Im Prinzip hätte er ja auch nichts dagegen, wenn sich ihre Nicht-Vermutung bestätigte und sein kleines Gefühl nicht bestätigte, aber er vermutete, dass das nicht der Fall war. Bisher hatte es ihn noch nicht im Stich gelassen. Zum Glück fragte sie nicht weiter nach, sondern ließ Worten Taten folgen. Um die Augen der jungen Frau bildeten sich die so typischen Adern, wenn das Byakugan aktiv war, und sie stierte quasi in die Luft – aber eigentlich musste es eine Durchsicht sein, die Hei so nie kennen lernen würde. Schade eigentlich, nicht? Einen Moment lang sah sie sich um, schien aber nichts zu finden – und der Wüstensohn hoffte schon, dass sie nichts fand und auch nichts weiter finden würde; Aber seine Hoffnung löste sich einen Moment später bereits in Luft auf. Tja, wer starb noch einmal zuletzt? In diesem Fall jedenfalls nicht die Hoffnung. Zwei also? Er legte den Kopf schief, wartete aber noch einen Moment ab, bis sie ihre Suche vollendet hatte. Ja, die Informationen waren jedenfalls brauchbar. Nicht umsonst waren die Hyuuga die begehrtesten Späher. „Und du lebst dein Erbe“, meinte er und lachte leise, sah überlegend aus dem Fenster, ließ es aber offen. Es sollte so aussehen, als würden sie noch ihren Abend entspannt verbringen. „Keine große Bedrohung… das muss nichts heißen, oder? Aber ich weiß nicht, wie man das daran erkennt. Sagt es auch etwas über die rein körperlichen Fähigkeiten aus? Du weißt, in dieser Disziplin bist nur du gut von uns beiden.“ Nachdenklich musterte er die junge Frau einen Moment. Mit ihrem irgendwie süßen grünen Oberteil, welches ein Yin-und-Yang Zeichen zierte, und ihrer schwarzen, weiten Jogginghose sah sie nicht wirklich nach einem Ninja aus, wenn er ehrlich war. Aber nun, er war nicht besser. Und man musste ja nicht hauteng tragen, um sich gut bewegen zu können, nicht? Die Typen würden sicherlich überrascht sein, wenn sie von so einer hübschen jungen Dame am Schlawittchen gepackt werden würden. Trotzdem war er sich nicht sicher, was das richtige war.

    „Da hast du schon Recht, es ist verdächtig. Aber können wir deshalb einfach zwei Menschen ‚festnehmen‘?“ Er kratzte sich am Kinn, legte den Kopf leicht schief. „Ich denke, du würdest sie vermutlich locker abgreifen können?“ Das leichte Lächeln von Mari war ihm Antwort genug. Er konnte ihren Gesichtsausdruck gut genug deuten. „… Du hast mir einiges voraus“, gab er zu und lachte. Sie war ja irgendwie schon lieb – dass sie ihm seine ‚Position‘ nicht streitig machte. Kurz dachte er darüber nach, ihr zu sagen, dass sie bitte nicht auf Befehle von ihm hören musste – sie waren gleich alt und sie sogar ein wenig erfahrener. Und stärker auch noch. Aber gut, das konnte auch noch ein wenig warten, oder? „Gut… ich teile aber deine Ansicht. Ich denke, wir sollten kurz fragen, was diese beiden Turteltäubchen wollen… ich vermute nicht, dass sie da gerade irgendwelche Dinge tun, die nur Pärchen machen.“ Er nickte. „Kannst du hinter sie kommen, ohne, dass sie dich bemerken? Versuch‘, etwas hören – vielleicht besprechen sie sich. Wenn nicht, stell sie. Wenn sie etwas vorhaben, stell sie. Alle anderen Szenarien sind eigentlich unwahrscheinlich… dann entscheide selbst“, gab er noch hinzu und schmunzelte leicht. „Ich komme nach.“
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Apr. 2014
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  4. Hyuuga Mari

    Hyuuga Mari Active Member

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    Ob Mari aufgrund des Chakras auch die rein körperlichen Fähigkeiten erkennen konnte? Diese Frage konnte recht schnell und einfach beantwortet werden. „Nicht direkt, nein. Allerdings wird sogar das Chakra von reinen Taijutsuka ab einem gewissen Level geschult, um die hohen Techniken zu unterstützen. Das unterscheidet dann den wahren Kämpfer vom reinen Bodybuilder.“ Sie zuckte mit den Schultern, während ihr angespannter Blick weiterhin auf dem Suna-Nin lag. „Diese Beiden da unten sind mit Sicherheit keine ausgebildeten Shinobi.“ Und damit war für die Hyuuga schon alles klar. Sie war schon längst nicht mehr auf einer Stufe mit normalen Zivilisten, die vielleicht ein paar mehr Muskeln besaßen. Um die Braunhaarige zu besiegen, musste man Techniken besitzen – und auch nicht mehr allzu Schwache. Und eine Strategie war auch nicht schlecht. Jedoch ging Mari nicht davon aus, dass diese Personen da unten auch nur eine dieser Sachen ihr Eigen nennen konnten. Also... wie würde Hei sich entscheiden? Er war der offizielle Teamleiter, daher lag es an ihm, die Befehle zu erteilen. Sollten sie gestellt werden? Oder ignoriert? Zweiteres konnte sich die 16-Jährige bei ihrem Kollegen kaum vorstellen. Sie hörte die Antwort des Tatsumakis und musste Lächeln. „Ach, wenn wir eine potenzielle Bedrohung wahrnehmen, dürfen wir als Ninja auf einem Auftrag sicherlich einige Menschen 'einfach so' stellen. Da würde ich mir nun wirklich keine Gedanken drum machen.“ Sie legte ihre rechte Hand in die Hüfte, verlagerte ihr Gewicht auf ihr linkes Bein und hörte damit auch den letzten Anweisungen ihres Missionsleiters zu. Maris Kopf deutete ein leichtes Nicken an. Hinter diese Turteltäubchen kommen, ohne dass sie etwas bemerkten? Nichts leichter als das. Kurz sah die junge Frau an sich hinab – barfuß und in Schlafkleidung war sie dafür vielleicht nicht optimal ausgerüstet, aber sollte reichen. Anstatt weiter zu warten, lehnte sich das Mädchen mit dem Rücken gegen die Wand neben dem Fenster – an dem zum Glück Hei noch immer als Ablenkung stand – spähte mit aktiviertem Byakugan noch einmal zu den beiden Personen im Gebüsch... und verschwand dann schneller von der Stelle, als das normale Auge gucken konnte.

    Es war stockfinster draußen – was nur von Vorteil für die Braunhaarige war. Sie hielt ihr Kekkei Genkai aktiv und hatte somit wortwörtlich den perfekten Durchblick. Schnell bewegte sich die junge Dame mit nackten Füßen von einem Baum zum Nächsten, immer darauf bedacht, dass sie nicht versehentlich auf irgendeinen Ast trat. Zum Glück war das Mädchen – auch Dank ihrem Bluterbe – mittlerweile gut genug im Spähen geschult, dass ihr solch ein Missgeschick nicht passierte, solange sie sich auch nur einigermaßen konzentrierte. Hinter dem letzten Baumstamm angekommen, hockte sich die Hyuuga auf den Boden, sah vorsichtig zu den Verdächtigen. Nun konnte schon mehr erkannt werden. Sowohl Mann wie auch Frau hatten sich in dunkle Kleidung gehüllt, die kein Stück Haut freigab, aber nicht besonders eng anlag. Während der Mann seine dunklen Haare zu einem kurzen Zopf gebunden hatte, trug die Frau ihre schwarze Haarpracht offen. Sonst besondere Auffälligkeiten? Tja, die versteckte Klinge im Ärmel der Frau und das Kurzschwert an der Hüfte des Mannes wirkten schon verdächtig für ein harmlos schmusendes Pärchen, das sie hätten sein können, oder? Doch noch griff Mari nicht ein, viel mehr wollte sie dem Befehl des Suna-Nin nachkommen und lauschen. Danach würde sich entscheiden, ob die Kunoichi einschritt oder nicht. „... vorhin am Fenster gesehen? Seit wann gibt es hier Gäste?“, zischte die Frau angespannt, erhielt aber nicht sofort die gewünschte Antwort. Erst einige Augenblick später bequemte sich ihre Begleitung dazu, etwas zu sagen. Hatte aber nicht unbedingt direkt mit der Frage zu tun. „Wir haben lange genug gewartet. Statten wir der Besitzerin endlich unseren Besuch ab.“ Seine Hand glitt zielsicher in Richtung seines Schwertes, gleichzeitig wollte der Mann aus der Hocke aufstehen. Doch noch ehe er auch nur eine seiner Aktionen zum Ende hatte führen können, tauchte eine barfüßige Gestalt im Yin-Yang-Schlafoutfit zwischen beiden Verdächtigen auf, packte das Handgelenk des Mannes, der abrupt in seiner Bewegung innehielt. „Die Nachtruhe zu so einer späten Stunde stören zu wollen ist aber nicht die feine Art.“ Ein Lächeln zierte die Kunoichi, ihre braunen Haare wehten im Wind ungebändigt ihr Gesicht entlang. Vielleicht ein zusätzlicher Grund, dass die weißen Seelenspiegel und die hervor gestochenen Adern in der Dunkelheit nicht auf Anhieb von den Fremden erkannt wurden. „Wer bist du denn?“, hörte Mari die Frau sagen. Sie nahm die 16-jährige Gestalt mit ihrem momentanen Aussehen wohl nicht als wirkliche Gefahr wahr, weshalb sie nach ihr greifen wollte und nicht sofort zur versteckten Waffe griff – die das Weißauge allerdings schon vor einigen Minuten hatte erkennen können. Ihr Griff ging ins Leere, denn sofort löste sich der Körper der Hyuuga augenscheinlich wieder in Luft auf, hatte dabei allerdings das Kurzschwert gegriffen, das sich an der Hüfte des Mannes befunden hatte. Mit einem gewissen Sicherheitsabstand zu den Fremden tauchte die Kunoichi wieder auf, sah sich die Klinge in ihrer rechten Hand an. Nein, sie hatte niemals gelernt, mit so einer Waffe umzugehen. Aber dass die verdammt gefährlich sein konnte – selbst in den Händen eines Laien – wusste auch sie. „Ich frage mich eher, wer ihr seid, dass ihr mitten in der Nacht vor diesem Gasthaus lauert. Dazu noch mit einer solch scharfen Klinge ausgestattet. Die versteckte Waffe in deinem Ärmel habe ich übrigens auch schon gesehen.“ Wieder lächelte Mari unschuldig – es war einfach ihre Angewohnheit, wenn sie mit Fremden ernsthafte Gespräche führte – und legte den Kopf schief, steckte das Kurzschwert mit einem ordentlichen Ruck in den Erdboden vor sich. „Aber ich möchte nicht unhöflich sein. Ich bin eine Kunoichi Shirogakures. Hyuuga Mari mein Name, erfreut, die Bekanntschaft zu machen.“ Beim Klang des Familiennamens ging auch den beiden Fremden ein Licht auf, was man ihnen nur zu deutlich ansehen konnte. Irgendwie konnte die Braunhaarige damit immer trumpfen und das wusste sie. „Also..“ Sie begab sich neben das Kurzschwert im Boden, stemmte ihre Hand in die Hüfte, hob die Augenbraue an und lächelte. „Was wollt ihr von der Besitzerin der Gaststätte?“ Jetzt ging es um direkte Konversation – da durfte sich ruhig Hei endlich bequemen, wie angekündigt nachzukommen. Er war da immer noch besser als sie.
     
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  5. Tatsumaki Hei

    Tatsumaki Hei Well-Known Member

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    Hm. Keine ausgebildeten Shinobi. Dann war die Angelegenheit wohl nicht ganz so schlimm, wie er erwartet hatte. Vielleicht waren das ja wirklich nur Turteltauben… Nein, das war Blödsinn. Es war schon richtig: Das hier war eine Bruchbude. Zwar sah sie von außen nicht unbedingt so aus – es musste nur ein wenig Landschaftsgärtnerei betrieben werden – aber sie war es, und die Menschen in der Umgebung sollten das wissen. Und wer sonst sollte da rumhocken, mitten in der Nacht? Vernünftige Menschen hielten sich sonst auf dem Weg auf. Hei seufzte leise und nickte. Gut, Information bekommen und wurde verarbeitet. Lustigerweise hatte sich die Rollenverteilung so – wie von selbst – gemacht, dass Mari für das Grobe zuständig war. Und er war… wofür noch einmal genau zuständig? Wohl für das feine, die Arbeit mit den Worten? Das war irgendwie ein wenig traurig für einen Kerl, aber… das ließ sich wohl nicht verhindern. Der Tatsumaki war nun einmal kein Kraftpaket, seine Stärken lagen woanders. Tief in einem Kopf verborgen, und das war nicht physisch gemeint. „Dann bitte“, meinte Hei und verneigte sich leicht, als Mari sich zum Fenster begab. Sie konzentrierte sich, und Hei tat es ihr gleich. Nicht in dem Sinne, dass er seinen Körper darauf einstellte, gleich unmenschliche Bewegungen zu vollführen, sondern auf das, was danach kam. Wenn Maris Teil vollkommen war und er seinen Teil leisten musste. Kurz nachdem die Hyuuga sich aus dem Fenster (oder wie auch immer) heraus bewegt hatte – er hatte das ja kaum auch nur sehen können – holte er in aller Ruhe eine Schriftrolle aus den Tiefen seiner Kleidung. Das war Sand aus der Wüste Sunas, der darin versiegelt war. Genug, dass er zwei Menschen tragen konnte und im Zweifel einen Wüstensarg bilden konnte…. Das musste ganz ohne Probleme reichen. War nicht sein bester, nicht sein ‚ältester‘ Sand. Das war ein Handicap, an dem er noch arbeiten musste. Seine Fähigkeiten waren effizienter mit Sand, der von seiner Präsenz, seinem Chakra, durchtränkt war. Quasi mit seiner puren Energie, das machte es leichter. Schmunzelnd zog Hei die Rolle auseinander, formte ein Fingerzeichen und hockte einen Moment später auf einem Haufen Sand. Klang ein wenig doof, aber das war nun einmal seine ureigene Fähigkeit. Auch Katon war nur erlernt. Das hier… war er. Einen Moment lang schloss er die Augen, erfühlte die Umgebung, ließ sein Chakra den Sand der Umgebung erfassen. Hm, schön war es hier für ihn nicht. Erde dominierte. Die war zu fest, zu nass für ihn – aber stellenweise, vor allen Dingen unter Bäumen und Büschen und – witzig - größtenteils unter dem Haus gab es hier doch Ressourcen, die ihm zur Verfügung standen. Aber ohne Frage war das nicht wichtig; Nicht, wenn Mari die beiden ohne Probleme überwältigt bekam. Damit rechnete er allerdings fest. Einen Moment und eine kleine Veränderung in den Strukturen seines Chakras – von weit zu nah – zog sich das Netz unter ihm zusammen und seine kleine Wolke erhob sich mit ihm von dem Boden des Zimmers. Jedes auch nur sandähnliche Korn natürlich mit ihm. Zeit für seinen Auftritt.

    „Tz“, machte die weibliche Person, die sich von Mari gestellt sah. Offensichtlich war sie nicht wirklich gewillt, etwas zu sagen. Der Mann betrauerte wohl noch ein wenig, dass er sein Schwert verloren hatte. Der Tatsumaki war in der Finsternis nicht zu sehen. Das einzige, was ihn vielleicht hätte verraten können, waren seine Augen, aber die strahlten ja nicht. Sie waren nur recht hell und fingen das Licht gut ein, so dass er selbst in dem Restlicht noch genug sehen konnte, um nicht zu fallen. Trotzdem, finster war es – die Wolken hatten sich vor den Mond geschoben… seine dunkle Haut und seine noch dunkleren Klamotten gaben ihm den perfekten Schutz in der Nacht. Unabhängig natürlich von irgendeinem Henge. Shinobi mussten sich auch auf die natürlichen Vorteile ihrerseits verlassen können. In seinem Falle halt die Hautfarbe. Noch beobachtete er. Die Wolke hatte er verlassen und nur benutzt um aus dem Zimmer zu kommen, ohne Hikari aufzuschrecken. Sie schwebte über ihm, so weit, dass man sie nicht sofort bemerkte. Er sah, wie die Frau zu ihrem Begleiter sah, als wollte sie sagen: ‚Können wir fliehen?‘ Der aber schüttelte den Kopf, war offensichtlich nicht so dumm, anzunehmen, dass er vor der ausgebildeten Shinobi weglaufen konnte. Vor allem nicht vor einer Hyuuga – bitte. Er wusste also, wie jeder hier in der Umgebung, Bescheid. Hei nahm jedenfalls an, dass Mari bereits ihren Namen genannt hatte. Selbst wenn nicht, hatten sie wohl ihre Geschwindigkeit gesehen… niemand mit Menschenverstand tat das als ‚Glück‘ oder so ab. Auch Attentäter nicht, jedenfalls nahm der Wüstensohn an, dass diese beiden Menschen das waren. Der Mann verschränkte die Arme, seine leise Stimme durchschnitt trotzdem ohne Probleme die Luft. War ja nichts anderes los hier. „Wir können dir nicht weglaufen, aber wir haben auch keinen Grund dazu. Wir haben nichts Falsches getan.“ Noch nicht, ergänzte der Tatsumaki im Geiste, aber das wurde ihm schon von Mari abgenommen, die noch einen Schritt auf die Eindringlinge zuging. Diese wichen ein wenig zurück, bis sie immer weiter in die Richtung gedrängt wurden, in der der Wüstensohn stand, immer noch für normale Augen nahezu unsichtbar. Regungslos. „Vergesst es. Wir wollten hier nichts… nur spähen.“ Das reichte Hei, dem ein leichtes Grinsen über die Züge huschte. „Nur... spähen?“ Er machte seine Stimme absichtlich ein wenig tiefer. Für die beiden, die nur Mari fokussiert hatten, musste es sein, als würde sich hinter ihnen quasi ein Teufel materialisieren. Genauso reagierten sie – sie fuhren zusammen und herum, während Hei seine Augen nur noch ein wenig weiter weitete, um den Eindruck zu unterstützen. „Mitternacht, zwei Bewaffnete Menschen, ein Gasthaus mit nur einem Menschen darin… wisst ihr, was ein glühendes Sandkorn mit euch machen kann? Es verursacht Schmerzen.“ Das war komplett aus dem Zusammenhang gerissen, aber Hei hatte keine Zeit oder Lust, sich hier noch lange aufzuhalten. Er trat ein Schritt nach vorne, effektvoll umweht von Sandkörnern, die immer wieder nach den beiden zu greifen schienen. „W-wer bist du denn, du Freak“, knurrte die Frau. Sie war professionell, ließ sich nicht so leicht einschüchtern. „Ich glaube, ich bin hier derjenige, der Fragen stellt“, versetzte er und grinste leicht, hob die Hand. Dort sammelte sich ein wenig Sand, um eine winzige Kugel zu bilden – diese sah man nicht. Aber durch Zusatz von Katon entstand etwas, was Hei wohl sein Eigen nennen konnte. Ein kleines, rot gleißendes Kügelchen, unheilvoll pulsierend. Alles Effekthascherei, klar. Aber das wussten die armen Attentäter ja nicht. „Wenn ich diese Kugel in euren Körper stanze, wird sie sich die nächsten Jahre durch euren Körper fressen… heiß und schmerzvoll. Von unten nach oben. Wenn ihr Glück habt, sterbt ihr schnell… wenn nicht, dann fällt sie irgendwann unten wieder heraus und ihr habt ein kleines Locht im Körper – für immer.“ Der Tatsumaki legte den Kopf schief, die Kugel begann, ein wenig zu vibrieren und auf die beiden zuzufliegen. „Warum, sagtet ihr, wart ihr hier? Ich warte... aber nicht lange!“
     
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  6. Hyuuga Mari

    Hyuuga Mari Active Member

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    Zwei Attentäter auf frischer Tat ertappt – davon war die Hyuuga vollkommen überzeugt. Sie behielt ihr Lächeln bei, ebenso die Hand in ihrer Hüfte und während sie den Fremden so gegenüber stand, konnte sie mithilfe des Byakugans schnell den Standort ihres männlichen Kollegen ausmachen. Nicht nur, dass sie durch diese Dunkelheit sehen konnte – die schier riesigen Chakramengen, die durch den Körper des Tatsumakis strömten, strahlten förmlich, wenn man durch das aktivierte Byakugan sah. Seine Sandwolke verbrauchte eben Chakra, da konnte er jenes schlecht unterdrücken. Zumindest waren diese beiden Personen nicht vollkommen bescheuert. Auch wenn die Frau ihrem Komplizen einen fragenden Blick zuwarf, so erkannte dieser sofort, dass eine Flucht ohne Aussicht auf Erfolg war. Das Byakugan und dann auch noch so eine unmenschliche Geschwindigkeit – für die Mari wohlgemerkt lange hatte trainieren müssen. Nein, hier musste vorsichtiger vorgegangen werden. Reden und sehen, was man rausschlagen konnte. Als der Fremde meinte, sie hätten noch Nichts getan und seien nur am Spähen – aha – gewesen, verlagerte Mari ihr Gewicht und verschränkte wohlwissend, dass der Suna-Nin sich direkt hinter den Attentätern befand, die Arme vor ihrer Brust. Dann ging es auch schon los und Hei machte mit einer unheilvoll klingenden Stimme auf sich aufmerksam, für die ein Schauspiellehrer ihn mit Sicherheit gelobt hätte. Tief, angsteinflößend, gefährlich… so etwas in der Richtung, wenn man nicht damit rechnete, auf noch eine Person in dieser Einöde und Dunkelheit zu treffen. Das nächste, was sich der Braunhaarigen offenbarte, waren glühende Körner Sand, die sich in der Hand des Suna-Nin zu einer Kugel komprimieren ließen. Er versuchte also, diese Menschen zu bedrohen und damit an die nötigen Informationen zu kommen? Na, mal sehen, ob das Wirkung zeigte. Dass Hei die ganze Sache gut verkaufte, stand dabei außer Frage. Jetzt musste gesehen werden, ob dies wirklich gute Attentäter waren – oder im Endeffekt doch nur Amateure.

    Der Mann überlegte, was er sagen sollte, wie er am besten zu reagieren hatte. Eindeutig der ruhigere und eher überlegende Teil des süßen Gespanns. Die Frau hingegen wollte sich gar nicht beeindruckt geben, soweit durfte es auch noch kommen! Sie behielt ihren zornigen Gesichtsausdruck eher bei. „Was erlaubst du dir eigentlich?! Als hättest du irgendein Recht dazu, uns Zivilisten mit deiner Ninja Scheiße zu bedrohen!“ Ganz Unrecht hatte sie damit nicht einmal. Shinobi hatten sich an gewisse Spielregen zu halten – eine davon war, dass Zivilisten in keinem Fall etwas geschehen durfte. „Irgendein Recht? Ja, das haben wir“, schaltete sich wie auf Kommando die freundlich klingende Stimme des Weißauges wieder ein, die für den Augenblick von den Fremden gar vergessen worden war. Tja, so eine heiß glühende Kugel weckte schon Eindruck. „Da lauern zwei bewaffnete Gestalten mitten in der Nacht vor der Gaststätte, in der wir übernachten möchten. Und das während einem Auftrag. Das gibt uns Ninja Recht genug, hätten wir euch auch einfach zum persönlichen Schutz direkt ausschalten können. Wie du siehst, brauchst du dir in dieser Hinsicht also keinerlei Gedanken machen. Wir wissen, was wir dürfen und was nicht.“ Mari trat wieder ein paar Schritte näher, behielt jedoch stets das Kurzschwert hinter ihrem Rücken im Blick, damit dieses nicht durch irgendeine Unachtsamkeit wieder in die Hände des Attentäters gelangte. „Wir haben uns verdächtig gemacht, das stimmt.“ Es war eine gewisse Zeit der Stille eingetreten, bevor sich der männliche Part des Gespanns meldete, jedoch nicht auf die Hyuuga in seinem Rücken achtete, sondern mit dem schwarzhaarigen Teamleiter sprach. Nicht, weil er wusste, dass Hei den momentanen Auftrag leitete – sondern weil er die Waffe in Händen hielt, mit der ihnen gedroht wurde. Und das nicht zu knapp. Er sah zu seiner aufgebrachten Komplizin, die just in diesem Moment jedoch auch keinen Rat wusste. „Was haben wir jetzt für eine Wahl. Reden? Keine Option.“ Er sah auf, die grünen Augen blitzten förmlich. Ohne eine weitere Vorwarnung zu geben, hetzte der Mann mit geballten Fäusten nach vorne, den Tatsumaki als direktes Ziel. Er wusste, was sein Beruf für ihn bedeutete. So wie Mari es vorhergesagt hatte, handelte es sich bei diesem Mann um keinen ausgebildeten Shinobi mit entsprechenden Techniken. Dennoch – seine offensichtliche Stärke war berauschend und seine Geschwindigkeit trotz allem auch nicht von schlechten Eltern. Das musste man ihm ja zumindest zugestehen. Nicht, dass Hei sich mit seiner glühenden Kugel nicht hätte selbst verteidigen können – für den direkten Nahkampf war eben Mari zuständig. Daher flitzte die junge Dame auch sofort los, als sie den Angriff wahrnahm und tauchte zwischen ihrem Partner und dem Attentäter auf. Die Hyuuga wusste, dass sie diesen Kraftkoloss mit ihrer eigenen Stärke nicht aufhalten konnte, daher schoss ihre flache Hand nach vorne und anstelle von Körperkraft strömte die pure Konzentration ihres Chakras in Form einer Druckwelle hinaus. Während der Körper des Mannes nun gegen den nächsten Baum krachte – oha, das hatte Lärm verursacht – hatte die Frau die Gelegenheit genutzt, um wieder an das Kurzschwert zu kommen. Hatte man es auch anders erwartet, hielt sie es in geschulter Position, bereit sich selbst – nicht unbedingt den gerade weggeschleuderten Kollegen – zu beschützen. Sie setzte zum Angriff an, Mari machte sich bereit, den Angriff zu parieren. Dann plötzlich ein greller Blitz, der die Umgebung für einen Augenblick vollkommen unsichtbar machte. „Scheiße!“ Mari brach auf der Stelle in die Hocke zusammen, musste sich ihre Augen zuhalten. Blendgranate. Das Schlimmste, was einem aktivierten Byakugan passieren konnte. Ob auch Hei getroffen worden war, konnte die Hyuuga nicht wissen, doch sie ging davon aus – denn woher zum Henker war diese verfluchte Granate gekommen?! In ihrer absoluten Blindheit vernahm die 16-Jährige plötzlich eine Stimme, nicht die von Hei, doch eindeutig musste sich diese Person in direkter Nähe zu den beiden Jugendlichen befinden. Zwischen ihnen? „Haltet euch aus Geschäften heraus, die euch Nichts angehen. Eine Warnung.“ Diese Stimme war noch viel tiefer und unheilvoller als jene, die Hei zuvor geschauspielert hatte. Vor allen Dingen wirkte sie nicht so, als sei sie aufgesetzt. Sondern schlicht die Realität. Mari konnte Nichts machen, versuchte zu blinzeln, doch immer noch schmerzten ihre Augen unerträglich, sodass sie sie geschlossen halten musste. Als die Blendung – für einen Menschen ohne Dojutsu - vorüber war, waren die beiden Attentäter verschwunden. Genauso der Fremde, der sie offenbar gerettet hatte. In was waren Hei und die Hyuuga jetzt schon wieder hineingeraten?
     
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  7. Tatsumaki Hei

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    Moment, moment, moment mal! Ninja-Scheiße!? Hätte Hei nicht gerade ein Schauspiel aufrecht zu erhalten, hätte er empört nach Luft geschnappt. Wusste diese dumme Kuh eigentlich, wieviel Zeit und Mühe es ihn gekostet hatte, überhaupt diese kleine, gleißende Kugel quasi aus dem Nichts zu erschaffen!? Das war keine Scheiße, das war große Kunst, damit das mal klar war. Innerlich nickte Hei mürrisch – es war doch offensichtlich, dass das etwas Besonderes war. Jetzt war er beleidigt. Und irgendwie hatte er beinahe Lust, tatsächlich mal zu probieren, ob diese Kugel überhaupt irgendwas konnte… wusste aber gleichzeitig, dass er nicht nach Lust und Laune Menschen verletzen konnte. Dumm, nicht? Sein Gesichtsausdruck verfinsterte sich ein wenig, während er den beiden Attentätern trotzdem irgendwie Respekt zollen musste. Es lief nicht immer alles nach Plan, aber sich jetzt noch so am Riemen zu reißen, war trotzdem gewissermaßen bewundernswert. Machte aber keinen Unterschied, Hei wusste, wie man notfalls Informationen aus einem Menschen herausbekam. Dazu war sein Bluterbe ja geradezu prädestiniert. Er brauchte nur eine gewisse Zeit und einen stillen Ort, aber… tatsächlich schienen die das nicht mit sich machen lassen zu wollen. Der Mann flitzte plötzlich auf ihn los, und Hei blinzelte verwundert. Ernsthaft? Was hatten die bitte zu verbergen, dass sie sich partout nicht outen wollten? Klar, so eine Sache war nicht ohne, aber so schlimm? Nein, diese Art von Überzeugtheit und Verbissenheit wurde oft nur erreicht, wenn da jemand war, vor dem der Kerl mehr Angst hatte als vor Hei jetzt in diesem Moment. Hm. Eigentlich wollte der Wüstensohn gar nicht mehr. Mari und er waren kurz davor, wieder in Dinge verstrickt zu werden, in die sie sich eigentlich gar nicht verstrickt haben wollten. Musste das sein?
    All diese Gedanken huschten dem jungen Mann durch den Kopf, bevor Mari vor ihm auftauchte und in einer unheimlich schnellen, eleganten und beeindruckenden Bewegung den Kraftprotz gegen den nächsten Baum beförderte. Das war gut gewesen. Natürlich hätte er sich verteidigen können, nur hätte ihn das ungleich mehr Kraft gekostet, als Mari. Jedenfalls erschien ihm das so. „Danke“, murmelte er kurz, während er sich mit zwei, drei Fingerzeichen darauf vorbereitete, die beiden widerspenstigen Besucher dingfest zu machen. Ein kleiner Wüstensarg würde reichen – nur die Beine, vielleicht – um die beiden zumindest festzusetzen. Er konzentrierte sich, wollte gerade ein Wort ausstoßen, als er eine Anomalie in der Dunkelheit bemerkte. Er blinzelte einmal kurz – und plötzlich wurde es hell, furchtbar hell. Die Blendgranate traf ihn lange nicht so schlimm wie Mari, seine Augen waren nicht so empfindlich wie ein aktiviertes Byakugan, aber trotz seiner nur halbwegs geöffneten Augen fetzte es ihm erst einmal die Linse weg, sozusagen. Der Ausruf seiner Kameradin hingegen traf ihn beinahe noch mehr. Es war seine Schuld, dass sie das abbekommen hatte. Grimmig holte er seinen Sand heran, für den er keinen Blickkontakt brauchte, lies ihn die Luft schwängern. Wo war derjenige, der sich einmischte? Nicht bei den Attentätern… zwischen ihnen! Schnell wollte Hei auch den Angreifer festsetzen, aber ein sehr fester, gezielter Schlag in seine Magengrube ließ ihn zusammenklappen. Der Wüstensohn gab nicht einmal einen Laut von sich, als er beinahe nach vorne fiel und sich auf dem Knie abfing. Urgh! Seine Konzentration brach ab wie ein trockener Ast unter dem Fuß eines fetten Wanderers. Der Sand verflüchtigte sich vorerst, und als er sich einigermaßen wieder gefangen hatte und seine Augen wieder funktionierten, wie sie sollten, holte er tief Luft, erholte sich mehr schlecht als recht von dem Angriff. Sorgen tat er sich mehr um Mari. Ihre Augen waren ja quasi ihr Kapital. „Alles in Ordnung?“, fragte Hei, krüppelte sich in Richtung Mari und strich sich die Haare aus dem Gesicht, sprach aus, was sie wohl auch dachte. „Ich glaub’s nicht… wo sind wir da schon wieder reingeraten?“ Er knurrte leise, ‚rief‘ seinen Sand wieder zusammen und versiegelte ihn in eine Schriftrolle. War ja nicht viel, was er dabei hatte. Kernsand. „… Lass uns ins Zimmer gehen. Ich vermute, für heute haben wir nichts mehr zu befürchten. Die wissen genauso wie wir, dass sie eine Hyuuga nicht zweimal auf die gleiche Weise kriegen.“

    Kurze Zeit später: Die Braunhaarige und ihr dunkelhaariger Kollege saßen in dem Zimmer, auf den Betten. Gegenüber, Hei hatte nicht mehr den Mut zusammennehmen können, sich neben Mari zu setzen. Nicht, nachdem er sie praktisch im Stich gelassen hatte. War zu hart? Vielleicht, aber er fühlte sich trotzdem verantwortlich. „Verzeih‘, dass ich nichts mehr tun konnte“, entschuldigte er erst einmal, setzte sich in den Schneidersitz auf die weiche Matratze. Die Fensterläden waren mittlerweile zu, also quasi Schlafbedingungen. Normalerweise hätte Hei unter diesen Umständen nur schlecht schlafen können, aber er war sich recht sicher, dass sie heute nichts mehr zu befürchten hatten. Außerdem flachte der kurze Schub Adrenalin ab, hinterließ Müdigkeit. Der Tatsumaki massierte sich die Schläfen. „Eigentlich würde ich mich ja beschweren, dass das genau passiert, wenn ich die Mission leite, aber… das wäre ein wenig albern. Wenig professionell“, brummte er leise, sah der jungen Frau ihm gegenüber in die Augen. „Hast du irgendwas sehen können?“ Dumme Frage. Mari machte ihm deutlich, dass das unmöglich gewesen war. Klar, Blendgranate auf aktiviertes Byakugan. Hei konnte sich überhaupt nicht vorstellen, wie so etwas war – logisch, dass da nichts mehr ging. Das heißt, er konnte sich nur darauf verlassen, was ihm sein Körper mitgeteilt hatte. Irgendwie. Und das war wenig, höchstens Schmerz. Er seufzte. „Das gehört eindeutig nicht in die Missionsbeschreibung hinein…“ Immer noch sah er zu der Hyuuga. Seufz. „Kommt mir so vor, als hätte Hikari uns noch nicht alles erzählt. Aber wir sollten eigentlich erst den Hauptteil der Mission abschließen, bevor wir uns hier festbeißen, nicht?“ Tatsächlich war er der Meinung, dass hier dringender Handlungsbedarf bestand. Das Dorf würde davon hören. Aber jetzt? Nur sie beide? Ihm stand es nicht zu, einfach das zu tun, was er wollte. Außerdem hatte man ja gesehen, was dabei rauskam, wenn er sich zu viele Gedanken machte. Seine Augenbrauen verzogen sich unzufrieden, lächelte dann aber leicht. "Was sagt meine normalerweise-Teamleiterin zu der Sache?"
     
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  8. Hyuuga Mari

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    Ihre Augen schmerzten höllisch und es verlangte eine ganze Menge Selbstdisziplin von Mari, keine unkontrollierte Kette von Flüchen zum Besten zu geben. Das hätte zwar nicht wirklich den Schmerz gelindert, aber es tat gut, irgendetwas von sich brüllen zu können. Nun, egal. Die Hyuuga behielt ihr Leiden stumm für sich, ließ sich das Unwohlsein höchstens dadurch ansehen, dass sie weiterhin am Boden hockte und sich die Augen zuhielt – bis der Tatsumaki sie zum Zimmer geleitete. Dort angekommen hatte es noch einige Zeit gedauert, bis die junge Frau ihre Lider wieder hatte anheben konnte. Freundlich vom Schwarzhaarigen, dass er ihr die nötige Zeit zur Erholung gab. Erst als Mari einigermaßen normal sehen konnte, kam es zur weiteren Konversation darüber, was soeben passiert war. Woraus dieses Gespräch bestand? Rätselraterei, was denn sonst? Genauso wenig wie Hei hatte die 16-Jährige eine Ahnung, was vorhin passiert war und in was sie hineingerutscht waren. Diese Blendgranate war viel zu heftig gewesen, als dass Mari hätte erkennen können, wohin die Attentäter verschwunden waren. Irgendwie konnte sich die Braunhaarige nicht vorstellen, dass all das zu ihrem momentanen Auftrag zählte. Sie mussten morgen noch ein ganzes Stück reisen, bis sie am eigentlich in der Missionsbeschreibung festgelegten Ort ankamen, an dem die Probleme mit den Metallen gemeldet worden waren. War es da nicht wahrscheinlicher, dass all die Dinge um diese Gaststätte eine eigene Angelegenheit waren und es reiner Zufall gewesen war, dass die Genin mit hineingezogen worden waren? Vermutlich. Nachdem Hei in seinen Ausführungen geendet hatte, dachte die Hyuuga noch eine Minute darüber nach, was sie sagen sollte. Ihre Augen fixierten das verschlossene Fenster, als sie ihre Überlegungen vorerst beendet hatte, sah sie wieder zum Teamleiter, das Gesicht vollkommen nüchtern, genauso die Stimme. „Ich habe die Blendgranate selbst zu spät bemerkt. Dafür brauchst du nicht um Verzeihung bitten.“ Um zu Beginn die Schuldfrage ein wenig aus dem Raum zu fegen. Mari machte ihrem Kollegen keinerlei Vorwürfe, im Prinzip war sie selbst Schuld. Und wenn überhaupt hätte sie (!) sich in dem Sinne entschuldigen können, dass sie durch ihr Byakugan dafür verantwortlich war, das Team rechtzeitig vor nahenden Gefahren zu warnen. Hatte sie im Falle der Blendgranate nicht getan, da sie nicht damit gerechnet hatte, auf einen zusätzlichen dritten Feind zu treffen. Es war doof gelaufen, aber nicht mehr rückgängig zu machen und wenn die Hyuuga ganz ehrlich zu sich selbst war, konnte sie noch glücklich damit sein, wie die Situation ausgegangen war. Nach der Blendung wäre es ein Leichtes gewesen, ihr die Kehle durchzuschneiden – sie war in diesem Moment zu rein gar nichts mehr zu gebrauchen gewesen. Glück im Unglück gehabt, sozusagen. „Ich weiß nicht, was ich von den Geschehnissen halten soll.“ Während Hei sich in den Schneidersitz begeben hatte, stützte Mari sich nach vorne, legte das Kinn in ihre Handfläche und sah mit den noch etwas rötlich umrandeten Seelenspiegeln zum Suna-Nin. „Das scheint eine sehr tiefgreifende Angelegenheit zu sein, die man nicht gerade so eben nebenbei erledigen kann. Bisher gibt es auch keine Hinweise darauf, dass es in direktem Kontakt mit unserem eigentlichen Auftrag steht.“ Mari stieß Luft aus der Lunge, hörte sich nach einem offenen Seufzer an, auch wenn die Gesichtsmuskeln weiterhin keine Gefühlsregung offenbaren wollten. „Es steht uns nicht zu, den uns zugeteilten Auftrag hinten anzustellen, nur um auf eigene Faust einer Sache nachzugehen, die hinzukommend ein gewisses Gefahrenpotenzial hegt und über dessen Ausmaße wir keinen Schimmer haben. Was die Attentäter auch immer von Hikari wollten, ich denke, sie sollte für die nächsten Tage in Sicherheit sein. Nachdem der heutige Angriff durch unsere Anwesenheit in die Hose gegangen ist, werden sie nicht gleich morgen Abend die nächste Bande losschicken. Das wäre unklug, steht nun alles in Alarmbereitschaft. Vermutlich wird gewartet, bis sich die Lage beruhigt hat. In der Zeit können wir unsere Mission beenden, das Dorf informieren und ich denke, dass der Kage dann schon die nötigen Mittel in Bewegung setzen wird. So viel jedenfalls zu der Meinung deiner 'normalerweise-Teamleiterin'.“ Die Mundwinkel hoben sich minimal an, aber es war anstrengend. Der Körper der Hyuuga war durch den Angriff ausgelaugt, verlangte Ruhe, um sich vollkommen regenerieren zu können. Dann begab sich die 16-Jährige wieder in eine gerade Sitzposition und zuckte mit den Schultern. „Natürlich obliegt dir im Endeffekt die Entscheidung.“ Anstatt noch länger darauf zu warten, legte sich die Kunoichi nun endlich vollends in das weiche Bett, schloss ihre Augen, die wieder hatten anmerken lassen, dass sie eine Pause wollten. „Lass uns langsam schlafen – ist sicherlich das Beste. Morgen früh können wir uns dann ja endgültig entscheiden, wie wir weiter vorgehen.“ Hei äußerte keine Einwände gegen diesen Plan, daher passierte es auch erstaunlich schnell, dass Mari ins Reich der Träume überwechselte. War sie wirklich so fertig gewesen? Offensichtlich, schlief sie so schnell normalerweise nicht einmal in ihren eigenen vier Wänden ein. Wie erwartet verlief die restliche Nacht ruhig – auch Hikari ließ Nichts von sich hören. Die frische Hotelbesitzerin hatte den nächtlichen Angriff nicht mitbekommen, was auch besser so war. Bei ihrer schreckhaften Natur hätte man nicht wissen können, wie sie reagiert hätte. Naja, einen Schreikrampf hätte man sicherlich erwarten können. Der kommende Tag kündigte sich nicht annähernd so freundlich an, wie der Vergangene. Geweckt wurde Mari nicht von dem sanften Zwitschern eines Vogels, sondern vom peitschendem Wind, der die Regenmassen draußen gegen das Fenster wirbelte. Sturm? Das hatte gerade noch gefehlt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Apr. 2014
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  9. Tatsumaki Hei

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    Hm. Man sah Mari an, dass es ihr ein wenig ‚nahe‘ ging. Beziehungsweise sie beschäftigte. Verständlich, eigentlich, war sie doch der ‚Späh‘-Part der kleinen Gruppe, die nur aus ihr und ihm bestand. Das machte es allerdings nicht besser - und doch musste er ein wenig um Verzeihung bitten. Allerdings traf sie beide im Prinzip beide keine Schuld. Er war immer noch ein wenig angegriffen von dem heftigen Schlag in die Magengrube, der zumindest von großer Körperkraft gezeugt hatte, war sich aber im Klaren darüber, dass sie letztlich Glück gehabt hatten. Aber dieser jemand wollte nicht in die Öffentlichkeit treten, das war klar. Zwei Shinobis die Kehle durchzusäbeln hätte unweigerlich dazu geführt, dass Untersuchungen, möglicherweise sogar mit Anbu-Beteiligung, durchgeführt wurden. Vor allem, wenn es sich um kleine Genin handelte. Mal ganz abgesehen davon, dass der Hyuuga-Clan vor Wut schäumen würde, wenn einer ihrer Sprösslinge nicht mehr da war… Mari war die Zukunft des Clans, und wer die angriff, konnte sich ausmalen, was der Rest des Clans tun würde. Vor allen Dingen: Haupthaus und so. Hei seufzte leise. Es half nichts darüber nachzudenken. Sie hatten in ein Bienennest gestochen und hatten mit den Konsequenzen leben müssen. Vielleicht hätten sie die beiden direkt neutralisieren sollen, ohne mit den sanften Methoden vorzugehen. Aber das war Schwachsinn; Sie hatten keine Lizenz zum Töten und genauso wenig, irgendwelche Leute auf Verdacht zu foltern. Leider? Nein, Hei wollte das überhaupt nicht. Aber neugierig war er trotzdem, und das nicht zu knapp. Blöd, dass sie eine Mission zu erledigen hatten – allerdings auch gut, so dass sie sich nicht blind in Gefahr begeben mussten. Aber Mari hatte Recht und bestätigte ihn in ihrem Gedankengang. Letztlich mussten sie ihren Auftrag erledigen. Und dieser bestand nun einmal darin, das Ausbleiben der Metalllieferungen zu untersuchen und nicht, ob es irgendwelche Querverbindungen zu irgendwem oder was geben konnte. „Hm“, machte der Tatsumaki nachdenklich, hatte die Arme verschränkt, während er Mari beobachtete. Die junge Frau war müde. Ziemlich müde; Und ihre Augen sahen angestrengt und gerötet aus. Sie musste sich ausruhen, Hei aber war noch nicht so müde. Natürlich hatte ihn das alles angestrengt, vielleicht sogar mehr als die Hyuuga. Mari hatte mehr Ausdauer und Kraft als er; Trotzdem würde er wohl noch eine Weile nachdenken. Aber keine Frage, seine Kollegin wollte er unbedingt schlafen lassen, machte es ihn doch wenig glücklich, sie so zu sehen. „Gute Nacht, Prinzessin“, meinte der junge Mann ein wenig gedankenverloren und lächelte leicht, als sie sich in das Bett kuschelte. „Erhol‘ dich. Wir gehen morgen in Richtung der Mienen und werden diese Mission abschließen.“

    Der nächste Morgen begann tatsächlich einmal nicht so, wie der Tag davor geendet hatte. Als Hei erwachte, noch lange vor Mari, war der Himmel draußen grau und dunkel. Tageslicht schien durch die Wolken, ja, aber mehr auch nicht – ein Schleier aus Regen hatte sich über die Welt gelegt und ein unbarmherziger Wind peitschte über das Land. Unangenehm. Der Tatsumaki stand, ohne ein Geräusch zu verursachen, auf und strich sich die Haare aus dem Gesicht. Gestern hatte er Mari noch ein wenig (stalkermäßig) beim Schlafen zugesehen und hatte ihr eine gewisse ‚Süßigkeit‘ beim Schlafen zugestanden. Ihr Mund hatte leicht offen gestanden und irgendwie… naja. Egal. Jedenfalls hatte er ein wenig nachgedacht und war zu dem Schluss gekommen, dass das hier der beste Zeitpunkt war, ein wenig klein beizugeben, um später wieder zu kommen. Der Unbekannte hatte von einer „Warnung“ gesprochen. Im Umkehrschluss hieß das, dass er nichts unternehmen würde, so lange er und die Hyuuga selbst nichts taten. Hei machte sich ein wenig fertig, ging dann nach unten, wo Hikari ihn fröhlicher als gedacht begrüßte. Sie richtete schnell ein Frühstück her und wechselte einige belanglose Sätze mit Hei, der aber nicht so ganz bei der Sache war und lieber wieder nach oben gehen wollte – Vielleicht war die Hyuuga ja mittlerweile aufgewacht. Als er mit dem Essen wieder oben ankam, war die junge Frau tatsächlich gerade wach geworden – oder es sah auf jeden Fall so aus. Sie saß mit zerwuschelten Haaren (knuffig!) im Bett und stierte ihn nahezu böse an (nicht so knuffig). Als sie aber sah, dass nur er es war, schien sich ihr Gesicht ein wenig aufzuhellen. „Ich habe ein kleines Frühstück besorgt. Für dich am Bett. Sowas hast du nicht einmal zuhause, hm?“, meinte er und lachte leise. „Ich habe darüber nachgedacht, was du gesagt hast. Wie gestern schon gesagt, wir werden so tun, als wäre hier nichts geschehen, jedenfalls sie Mission betreffend. Wir ziehen die Sache durch und werden ausführlichst Bericht erstatten und dann darauf wetten… oder hoffen, wie auch immer, dass da etwas passiert. Wir sind uns ja einig, dass hier etwas nicht im Lot ist.“ Der junge Mann mit den langen Haaren stellte das Essen an das Fußende des Bettes, in dem Mari noch immer saß. Hatte er sie ein wenig überrumpelt? Nunja, selbst wenn. „Iss‘ erst einmal was und lass dir Zeit. Das Wetter ist furchtbar… vielleicht bessert es sich ja noch.“
     
  10. Hyuuga Mari

    Hyuuga Mari Active Member

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    Wunderschöner Morgen – solange man Drinnen saß und nicht nach Draußen musste. Die Augen der Hyuuga öffneten sich allmählich, die Müdigkeit war aber noch deutlich ablesbar. Selbst wenn Mari es aus Stolz nicht sofort zugegeben hätte, der Schlaf hatte ihr gutgetan. Und dementsprechend fühlte sich ihr Körper auch an. Im Gegensatz zum Abend zuvor konnte sie wieder Kraft in den Gliedmaßen spüren – soweit diese eben schon aus dem Schlaf erwacht waren. Die 16-Jährige richtete sich auf, sah zu dem Bett auf der anderen Seite des Zimmers, konnte Hei allerdings nicht ausmachen. Wohin war der denn verduftet? Und wie hatte sie so fest schlafen können, dass sie sein Verschwinden nicht mitbekommen hatte? Aufgrund dieser Tatsache ging Mari nicht davon aus, dass es zu irgendeinem Überfall – bezogen auf die Attentäter – gekommen war und der Suna-Nin deshalb nicht mehr in seiner Schlafstelle war. Dann wäre sicherlich auch die müde Kunoichi aufgewacht... Sie wartete also, bemerkte das schreckliche Wetter, das gegen das Fenster hämmerte und hob eine Augenbraue an. Na, das konnte noch heiter werden, wenn die Genin bald weiterreisen mussten. Hoffentlich beruhigte sich bis dahin das Wetter, ansonsten würden sie pitschnass werden. Nicht, dass die Jugendlichen aus Zucker bestanden, schon klar. Aber wer bevorzugte es schon, durchnässt zu reisen, wenn es auch eine trockene und wärmere Variante gab? Just in dem Augenblick, in dem Mari ihre Gedanken abgeschlossen hatte, öffnete sich die Tür und der Blick der Hyuuga wich abrupt zur besagten Stelle. Etwas strenger, als eigentlich beabsichtigt, zugegeben. Schnell stellte sich heraus, dass es sich 'nur' um den Tatsumaki handelte, der das heutige Frühstück in den Händen hielt. Frühstück am Bett? Auch noch während einer Mission, für die Mari vom Dorf bezahlt wurde? So einen Luxus hatte wirklich nicht jeder. Dass ihre Haare noch vom Schlaf zerzaust waren, daran dachte das Weißauge gerade nicht. Viel eher hörte sie gespannt zu, wie der Teamleiter das weitere Vorgehen entschieden hatte. Also nicht eingreifen und lieber erst einmal dem Dorf Bericht erstatten. Bestimmt die schlauste Lösung, daher widersprach Mari nicht, nickte einmal und betrachtete danach das Essen, das an das Fußende ihres Bettes gestellt worden war. Brot, Belag und sogar zwei Gläser mit Milch – was konnte man denn mehr wollen? Kaffee-Junkie war die Hyuuga nun wirklich nicht. Schnell ergriff das Mädchen eine Scheibe Brot, legte das erstbeste Stück Wurst darauf und begann genüsslich zu knabbern. Natürlich knurrte auch genau in diesem Augenblick ihr Magen leise. Perfektes Timing. „Schmeckt gut. Vergiss nicht, selbst zu essen.“ Die Kunoichi lächelte leicht und so, wie sie den Tatsumaki auch eingeschätzt hatte, schlug dieser eine solche Aufforderung nicht ab. Nachdem auch er sich sein Frühstück genommen hatte, sah die Hyuuga zum Fenster, schluckte ein weiteres Stück Brot hinunter. „Es sieht nicht so aus, als wolle sich das Wetter so schnell beruhigen. Und ewig können wir hier drinnen auch nicht verharren.“ Sie sah zu Hei, zuckte mit den Schultern. „Naja, die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.“ Nach diesem Satz trank Mari einen ordentlichen Schluck der Milch und machte sich eine weitere Scheibe Brot. Zumindest noch ein bisschen Zeit lassen, sich stärken und sehen, wie sich das Wetter entwickelte.

    Natürlich besserte sich das Wetter nicht. Nachdem das Frühstück beendet worden war, brachte Hei das Tablett zurück zu Hikari. Die Zwischenzeit nutzte Mari, um sich ein wenig fertigzumachen. Ergo aus den Schlafklamotten raus, dafür wurden der weiße Kapuzenpullover und die immer noch schwarze Hotpants mit entsprechender Leggins darunter angezogen. Warum man sich so anzog, wenn es draußen regnete und stürmte? Weil es eng anlag und somit auch im nassen Zustand nicht eklig klebte, sondern an Ort und Stelle verweilte, bis es eben wieder getrocknet war. Für eine Taijutsuka viel besser, als komisch hin- und herfallende Hosen. Die Haare wurden in den Pullover gesteckt und die Kapuze bereits darüber gezogen. Jetzt noch das Abzeichen um die Hüfte – fertig. Nun gesellte sich die Hyuuga zu dem Tatsumaki nach unten und beide verabschiedeten sich von Hikari. Sie hatten sich dafür entschieden, sie nicht darüber einzuweihen, was am Abend zuvor geschehen war. Warum? Erstens, weil vorerst nicht davon ausgegangen wurde, dass es so schnell zu einem erneuten Angriff kommen würde. Und Zweitens, viel wichtiger, weil man bei Hikaris schreckhafter Natur nicht hätte voraussagen können, wie sie reagiert hätte, mit dem Wissen, dass jemand nach ihrem Leben getrachtet hatte. Also – besser schweigen, Mission schnell beenden und das Dorf informieren. „Das wird lustig.“ Die ersten Worte Maris, als die Jugendlichen die warmen vier Wände hinter sich gelassen hatten und nach draußen getreten waren. Begrüßt wurde Mari mit einem Haufen Wasser, der ihr vom Wind ins Gesicht gepeitscht wurde. Supi. Und damit machten sie sich wieder auf den Weg – unwissend, dass ein gewisser Kajiya doch nicht so schnell verschwunden war, wie man erst angenommen hatte.
     
  11. Kajiya Himitsu

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    Ob diese eisige Kälte um ihn herum, die ebenso trostlose Landschaft, seine ohnehin angeknackste Psyche oder auch nur der Zwist mit seinen Kollegen an seiner heute besonders schlechten Laune schuld waren, konnte Himitsu nicht diagnostizieren. Vielleicht und sehr wahrscheinlich spielten mehrere dieser Faktoren eine maßgebende Rolle dafür. Bei diesem trockenen Boden, dem eisigen Wind und der gänzlich grauen und starren Welt um ihn herum, konnte man auch keine richtig gute Laune entwickeln, nicht? Nein, die Lebensfreude dieses Landes hatte anscheinend Urlaub und wurde nur noch durch die wenigen nervigen Optimisten erhalten, welche die depressiven Gemüter mit Frohsinn zu versorgen zu versuchten, um die Glut ihrer Herzen bis zum nächsten Sonnenstrahl weiterhin glühen zu lassen. Früher war der junge Kajiya einmal einer dieser Optimisten. Heute gehörte er mehr zu denen, die jemanden eine reinschlagen wollten, wenn dieser grundlos einfach doof drauf los grinste. Auf seine Rede hin hatten seine Teamkameraden wie erwartet schlecht reagiert und so wurde ihre kleine Wanderung lang und still, sehr still. Vielleicht suchte deshalb der Tatsumaki nach einiger Zeit seine Gesellschaft, wobei er auf seine vorherige Rede eingehen und seinen Blickwinkel dazu äußern wollte. Mit einem sehr nachdenklichen Gesichtsausdruck warf Himitsu unter seiner Kapuze immer wieder einen kurzen Seitenblick zu dem feurigen Anblick Heis, dem es damit tatsächlich gelang ihn damit von der grauenhaften Kälte abzulenken, zumindest von der äußeren. Lag er wirklich so falsch? Hatte Kibi ihn nun erleuchtet oder in die Dunkelheit gesperrt? Nein der Kajiya war sich sicher, er kannte die Wahrheit, den wahren verdorbenen Zustand dieser Welt. Dennoch wärmte ihn der kurzzeitige Gedanke, dass der Tatsumaki tatsächlich recht haben könnte.


    Doch alles in allem wurde diese Mission wirklich immer anstrengender für Himitsu, weniger physisch, dafür umso mehr psychisch. Erst musste er diese nervigen und geradezu grotesken Gespräche mit der Hyuuga führen, die ihn einfach nicht zu verstehen schien und ganz nebenbei wohl auch nicht ihren eigenen Beruf. Dann versuchte auch noch der Moralapostel von einem Teamleiter ihm ein Gewissen zu verpassen, ihm zu erklären, dass die Welt nicht nur aus Krieg bestünde und sie somit selbst auch nicht nur Krieger waren, einfach lachhaft, denn es ging immer nur um Stärke, überall. Aber er konnte es ihnen nicht übel nehmen, immerhin lebte er selbst mal mit diesen Gedanken. Ja, er war selbst so naiv gewesen und dachte, dass er sich nicht im Krieg befinden würde, sondern das die Welt zum größten Teil friedlich war und er nur dazu da war, um diesen Frieden zu erhalten. Er war überzeugt, dass Ehre den Klang eines Lachens beinhaltete, eines glücklichen und fröhlichen Lachens und mit einem hellen Licht zu vergleichen war, dass zum Schutz vor allem Übel diente. Doch dann wurde er erleuchtet, von einem anderen Licht, strahlend und dennoch dunkel wie Nacht. Kibi zeigte ihm wie die Welt wirklich war, grausam und voller Tod, ohne Gnade, ohne Mitgefühl. Ehre war somit nur ein Privileg der Starken, erlangt durch Gleichgültigkeit und Ernsthaftigkeit und der damit verbundenen Fähigkeit hinter die Illusionen der eigenen Gefühle zu sehen, um die Kälte des Lebens zu erkennen und ihn ihr zu überleben. Viel Leid war nötig, um Himitsu die Augen zu öffnen, sehr viel Leid. Also wie sollten die reiche Prinzessin Konohas und der Wüstenprinz das selbe sehen können wie er? Nein, sie würden weiter in ihren Illusionen gefangen bleiben, bis die Welt sie mit ihrer grauenhaftesten Seite konfrontierte und sie aus ihrer heilen Welt entriss, so wie es ihm passierte. Bis dahin würde sich der Kajiya aber wohl oder übel dieses Gerede anhören müssen. Doch auch als er dazu schwieg, wurde es nicht besser. Denn die Sorglosigkeit und das missionsunabhängige Getratsche der beiden ging ihm gewaltig auf den Keks, immerhin waren sie nicht auf einer Urlaubsreise. So ärgerte sich der Kajiya bis in Konoha hinein über das ständige Gegrinse, während einer zumindest für ihn bedeutsamen Mission, die er einfach schnell geregelt haben wollte.

    Dennoch, als Himitsu mit seinen Kameraden das versteckte Dorf Konoha betrat, vergaß auch er für eine kurze Zeit denn Ernst ihrer Anwesenheit. Denn nie zuvor, hatte er ein anderes Dorf solcher Größe betreten. Auch wenn es lange nicht so majestätisch wie sein Heimatdorf Shirogakure war, so wirkte es doch sehr reich an Harmonie und Glückseligkeit. Hier kam Mari und der mächtige Clan der Hyuuga also her? Natürlich hatte dieses Dorf weitaus mehr starke Clans hervorgebracht, die nun auch in Shiro zugegen waren, doch von keinem hatte der Kajiya so viel gehört, wie von ihnen. Als er in seinen Gedanken so zu Mari sah, meinte er sie auf eine bestimmte Weise lächeln zu sehen. Es musste schon etwas besonderes sein, wenn man nach einiger vergangener Zeit sein ursprüngliches Heimatdorf wieder betrat, doch vielleicht bildete sich der Kajiya das auch nur ein. Er konnte auch nicht länger auf sie starren, denn andere Ereignisse eroberten die Aufmerksamkeit seiner Sinne. Kinder mit den Augen Maris rannten lachend durch die Straßen, alten Leuten wurden die Einkaufstüten getragen und Himitsu bekam sogar mit , wie ein Händler, der anstatt auf seinen festen Preis zu beharren einer jüngeren Frau einfach einen Preisnachlass bei einem Sack Kartoffeln gewährte, für den sie nicht das nötige Kleingeld besitzen zu schien. Hier schien wirklich jeder jeden zu kennen und das auf freundschaftlicher Ebene. Keinen Hass und keinen Groll konnte man hier spüren, es war wie der Schatten einer Idylle des Friedens. Oder auch nur eine besonders starke Illusion der tückischen Welt, auf die Himitsu beinahe hereingefallen wäre. Es spürte gerade noch rechtzeitig sein unbewusstes Grinsen beim Anblick dieser Scharade, ehe er es sich wieder aus dem Gesicht schüttel und in die Realität der eisigen Welt zurück kehren konnte. Ein Welt die so kalt war, dass wohl selbst ihr Teamleiter zu frieren schien. Aber ernsthaft, so kalt war es auch wieder nicht und doch sah man dem Tatsumaki ganz genau an, dass er mit dem derzeitigen Klima nicht so ganz zurecht kommen wollte. Mari reagierte als Erste darauf, indem sie für ihn kurzerhand eine orangene Bommelmütze kaufte. Ja, eine Bommelmütze in orange mit weißem Bommel und es sah genauso lächerlich aus, wie es sich anhörte. Himitsu würde es später hin sicherlich noch schwer fallen seinen Teamleiter zu respektieren, während er dieses...dieses Ding anstarren musste, wobei für ihn persönlich auch noch mittlerweile eine recht normale und unkomplizierte Temperatur herrschte. Bis auf einen verwirrten Gesichtsausdruck zeigte der Kajiya aber auch keine weitere Reaktionen, würde sie wohl auch nur noch mehr aufhalten, wenn er darauf einen Spruch los ließ. Stattdessen entschied er sich einfach schweigsam hinterher zu laufen. Jedoch kam er nicht drum rum etwas zu kichern, als er den hin und her wackelnden Bommel beim Laufen nachstarrte. Natürlich unterdrückte er sofort das Gekicher und peitschte sich innerlich selbst dafür aus, da es einfach unprofessionell und kindisch war. Eines Shinobis absolut unwürdig. Damit so etwas garnicht mehr vorkommen konnte, wandte er den Blick von Hei bewusst ab und lief gesenktem Blickes die ganze Zeit hinter Mari her, bis sie zu einer Gaststätte kamen, die zumindest äußerlich nicht viel her zu machen schien. Allerdings konnte sich der 13-Jährige nicht vorstellen, dass gerade Mari sie in einen Schuppen mit unterem Niveau führen würde. Also war er durchaus bereit sich vom Inneren positiv überraschen zu lassen.

    Leider war dem nicht so und zwar ganz und garnicht. Das Innere sah genauso schrecklich aus, wie das Äußere, vielleicht sogar noch eine Spur schlimmer. Überall Staub, Spinnenweben und schlechte Luft, als wären die einzigen Bewohner dieses Hauses Nagetiere und Spinnen oder andere Wesen, die kreuchten und fleuchten. Himitsu wollte sich gerade wieder umdrehen und zur Tür hinaus gehen, als ein äußerst überraschender Schrei ertönte, gefolgt von Glas- und Porzellangeklirre. Verwirrt drehte sich der junge Genin zur Ursache dieser nervigen Geräusche. Der Auslöser der besagten Geräuschkulisse entpuppte sich als rothaariges, schüchternes Mädchen mit strahlend blauen Augen und einer Brille. Entgegen seiner Kollegen erschien Himitsu das Erscheinungsbild der jungen Erwachsenen nicht als sonderlich merkwürdig, dafür umso mehr das Gasthaus. Wie konnte eine Gaststätte in Konoha in der tatsächlich noch jemand arbeitete, so herunter gekommen sein? Es dauerte nicht lange, bis Mari diese Antwort aus der zarten Persönlichkeit entlockte. Letztendlich interessierten den Kajiya die persönlichen Probleme der Wirtin aber herzlich wenig, dafür waren sie nicht hier. Sie hatten wirklich weitaus besseres zu tun, als ein herunter verwahrlostes Gasthaus zu unterstützten, dass sich anscheinend schon selbst aufgegeben hatte. Himitsu wollte sich gerade wieder Richtung Tür drehen, als Mari doch tatsächlich ein Zimmer für sie bezahlte. "Was?!" Himitsu drehte sich ungläubig wieder um. Er konnte es nicht glauben, ausgerechnet die verwöhnte Hyuuga ließ sie in so einem Loch schlafen. Selbst in einer Unterkunft für Obdachlose hätte Himitsu sich wohler gefühlt, da er dort so etwas wie hier erwartet hätte, aber das hier, das war absolut das letzte. Dass man hier für überhaupt Geld verlangen, war Himitsu sowieso unverständlich. Doch nun gut, solange der Rest des Trupps einverstanden war, wollte er nicht den Miesehimi spielen. Das Zimmer welches für sie vorgesehen war entpuppte sich aber dann doch als überraschen angenehm, als recht schön sauber und auch gut eingerichtet, bis auf eine Ausnahme: Es gab nur zwei Betten. Himitsu war weder erpicht darauf mit der Hyuuga in einem Bett zu schlafen, noch mit dem Tatsumaki, aber es gehörte nun mal zum Beruf, sich mit gewissen Gegebenheiten zu arrangieren. So würde er eine Nacht, Seite an Seite mit Hei schon überleben, zumindest er. Doch bevor er überhaupt daran denken konnte zu schlafen, musste er unbedingt seinen zunehmenden Hunger besänftigen. Er hatte den halben Tag nichts gegessen und sein Körper verlangte nun Nahrung. So folgte er Hei aufs Kommando in die Küche, die bereits herrlich nach einer energiereichen Mahlzeit duftete. Allerdings sollte er nicht zum Essen kommen, denn sie hielten sich noch nicht lange dort auf, als ein Shinobi aus Shiro auftauchte und nach ihm verlangte. Es war ein Inuzuka, den beiden monströsen Ninken zu urteilen und ein ernster noch dazu. Die Frage war nur ob diese Ernsthaftigkeit seiner Persönlichkeit entsprach oder diese von der Situation abhängig war. Himitsu konnte sich nicht daran erinnern irgendetwas ausgefressen zu haben, dass seinen sofortigen Abzug von einer offiziellen Mission rechtfertigen würde, weshalb er darüber auch nicht minder verwirrt war. Doch die Situation löste sich schnell auf, indem ihm der Shinobi klar machte, dass er nicht direkt betroffen war, sondern sein Bruder in ein Problem verwickelt war. Dennoch beruhigte das Himitsu nicht, er war wahnsinnig aufgeregt, tat jedoch sein Bestes um das zu verbergen.

    Langsamen Schrittes ging er durch die Tür nach draußen, nachdem er sich vor seinem Teamleiter ein letztes Mal verbeugte. Himitsus Blick war starr auf den Boden gerichtet, er konnte sich einfach nicht vorstellen, dass Isamu etwas so großes ausgefressen hatte, dass er selbst dadurch zurück beordert wurde. Er war doch eigentlich immer sehr pflichtbewusst und zuverlässig, was seine Arbeit anging. Für den Kajiya gab es daher nur einen sinnvollen Gedanken. "Lebt er noch?", fragte er ernst und doch etwas bedauernd, als der Hundeflüsterer ihm nach draußen gefolgt war. Dieser reagierte jedoch nicht darauf, sondern entfernte sich immer weiter vom Haus, während seine Hunde nah bei Himitsu stehen blieben. Erst als sie einige Meter entfernt waren, blieb der braunhaarige Chuunin stehen und luckte unter seiner Kapuze zu ihm. "...Folge mir" Der Mann war anscheinend nicht gewillt ihn hier ausführlich über die Sachlage aufzuklären, was ihm zusammen mit dem Knurren der Hunde keine andere Wahl ließ, als ihm zu folgen. Es war bestimmt keine Einbildung, dass der Chuunin ihn mehr wie einen Gefangenen behandelte, als einen Kameraden und das machte Himitsu ernste Sorgen. Es dauerte eine Weile, bis sie ein kleines Lager außerhalb des Dorfes erreichten, wo zwei weitere Chuunin bereits auf sie zu warten schienen. Ein recht großer Mann mit langen blonden Haaren, die ihm über die Schulter fielen, wärmte seine Hände am Schein des Lagerfeuers, während eine etwas dicklichere Person ohne Haare auf den Kopf sich an einen Baum anlehnte und finster zu ihm herüber sah. Die Nukenin des Inzuka legten sich gleich ans Feuer, während er selbst sich zu dem blonden Mann stellte. "Kajiya Himtsu ist hier.", sagte er ohne die Spur einer Emotion und setzte sich dann in den Schneidersitz, wobei er einen Beutel rausholte und ein paar Stückchen Fleisch seinen Hunden zuwarf. Der blonde Mann, der hier wohl das Sagen zu haben schien, starrte eine Zeit lang nur ins Feuer, grinste Himitsu dann aber leicht an. Erst jetzt erkannte Himitsu, dass er auf einem Auge blind war und sich eine lange Narbe quer darüber zog. "Hallo Himitsu-kun, setz dich doch zu uns." Himitsu zögerte, er fühlte sich wirklich unwohl und das war wohl auch beabsichtigt. Er schenkte jedem noch einen abschätzenden Blick und ging dann zögernd zum Feuer, um sich kurz davor hinzusetzen, jedoch mit einem gewissen Abstand zu seiner fragwürdigen Gesellschaft. Der blonde Mann grinste ihn weiter an, schien jedoch jede seiner Bewegungen zu analysieren und ergriff erst knappe 20 Sekunden nachdem Himitsu sich gesetzt hatte das Wort. "Ich bin Yamanaka Tori, da hinten steht mein Freund Akimichi Yoshi und Inuzuka Atarashi kennst du ja bereits. Himitsu-kun, sag mir, hast du die geringste Ahnung warum du hier bist?" Der Mann lächelte ihn weiterhin an, jedoch war es kein freundliches Lächeln. Es war viel mehr das Lächeln einer Katze, die eine Maus in die Enge gedrängt hatte. Himitsu war nervös, er spürte wie ihm der Schweiß über die Stirn lief, er verstand einfach nicht, was hier los war. "Mir wurde nur gesagt, dass es einen Zwischenfall mit meinem Bruder gab, aber warum unterbrecht ihr deswegen meine Mission?" Der Yamanaka wartete wieder einige Sekunden in denen er ihn genau beobachtete und redete dann weiter. "Deine Lieblingsfarbe ist grün, du magst deinen Bruder nicht sonderlich, du verbirgst ein schlimmes Geheimnis in dir, vielleicht ein schreckliches Erlebnis? Es freut dich, dass deine kleine Schwester zugenommen hat, etwa 5kg, dein Lieblingstee ist Ingwertee." Himitsu war irritiert und erschrocken zugleich. "Ja, das stimmt alles, aber ich weiß nicht...Was ist hier los?!" "Himitsu-kun, ich sage dir das, damit du weißt, dass es sinnlos ist etwas vor mir zu verbergen. Dein Bruder Kajiya Isamu hat vor etwa vier Tagen eine Mission begonnen, bei der es darum ging eine Verbrecherorganisation, die im illegalen Waffenhandel tätig ist und zahlreiche gewalttätige Überfälle durchgeführt hat zu infiltrieren. Er leitete ein Team von zwei erfahrenen Genin. Diese Genin wurden in der Nähe des Dorfes Kumogakure tot aufgefunden. Von deinem Bruder allerdings fehlt jede Spur. Also entweder ist er auch tot, wurde gefangen genommen oder hat uns aus irgendeinen Grund verraten." Himitsu hatte sich alles in Ruhe angehört, doch bei diesem letzten Gedanken konnte er sich nicht mehr zurück halten. "Isamu mag ein richtiger Kotzbrocken sein, doch er würde seine Familie und sein Dorf niemals verraten! Das ist Blödsinn!", Himistu wollte eigentlich nicht schreien, doch er war darüber mehr als verärgert. Tori musterte ihn nur weiterhin. "Nun Himitsu, damit sprichst du etwas wichtiges an, er würde seine Familie niemals verraten. Uns ist bekannt, dass Waffen aus eurer Schmiede an einen unbekannten Ort transportiert wurden. Und wir finden es ziemlich merkwürdig, dass alles dafür getan wurde um dies zu verbergen. Des Weiteren finden wir merkwürdig, dass es bei den toten Genin keine Anzeichen eines Kampfes gab. Sie mussten also überrascht worden sein, vielleicht von einer Person, der sie vertrauten. Im Klartext Himitsu-kun, du und deine Familie stehen unter Verdacht in illegale Geschäfte verwickelt zu sein und gegen das Wohl Shirogakures zu arbeiten." Der Yamanaka grinste jetzt nicht mehr, sondern schaute ihn bitter ernst an, auch der Akimichi löste sich nun von seinem Baum und baute sich bedrohlich auf. Die Hunde hatte sich bereits hinter ihm aufgestellt, bereit auf jede Situation zu reagieren. Himitsu hatte Angst, er hatte mit all dem zu keiner Sekunde gerechnet und es klang alles zu falsch, um wahr zu sein. "Nein...das kann nicht sein...ihr irrt euch. Meine Familie würde Shiro niemals verraten!" Für eine kurze Zeit war alles still und in Himitsus Augen bildeten sich Tränen, vor Wut und vor Verzweiflung. Tori funkelte ihn wieder etwas ruhiger an und seufzte. "Gib mir bitte deine Hand Himitsu-kun" Himitsu zögerte und streckte dem Yamanaka schließlich schluchzend seine Hand entgegen, worauf sein Handgelenk umgriffen wurde. "Dein Name ist Kajiya Isamu richtig?" "Was? N...nein!" "Himitsu-kun, du lebst in Shirogakure richtig?" "Ja...aber..." "Nur mit Ja oder Nein antworten." "Ja" "Bist du in illegale Geschäfte verwickelt Himitsu-kun?" "Nein!" "Hast du merkwürdige Gespräche zu Hause mitbekommen oder irgendetwas eigenartiges gesehen?" "Nein" "Hast du jemals an der Loyalität Isamus gegenüber seinem Dorf gezweifelt?" Bei dieser Frage zögerte Himitsu einen Moment. Konnte er sich da wirklich sicher sein? "Nein, ich glaube nicht." Der Yamanaka lächelte ihn nun wieder an und stand auf. "Du kannst zu deiner Mission zurück kehren Kajiya Himitsu, ich danke dir für deine Kooperation." Dem Akimichi verwunderte das Verhalten seines Teamleiters und legte daher schnell die Hand auf Himitsus Schulter, damit er nicht weglaufen konnte. "Aber..." "Er hat die Wahrheit gesagt, sein Puls zeigte keine Unregelmäßigkeiten, ausgenommen bei der letzten Frage. Er hat nichts damit zu tun und bei ihm finden wir auch keine weiteren Antworten. ich werde den Kage alles nötige erklären." Der Akimichi schien nur widerwillig damit einverstanden zu sein und nahm daher nur zögerlich die Hand von Himitsus Schulter, während der Inuzuka bereits das Feuer löschte. Es dauerte nur wenige Minuten, da war der Shinobitrupp auch schon bereit abzuziehen. "Warte, was passiert mit meiner Familie?", schrie der junge Genin Tori hinter her, der sich darauf nochmal umdrehte. "Das werden die Ermittlungen zeigen. Bist du in der Lage die Mission fortzuführen oder willst du mit uns kommen?" Himitsu blickte einen Moment auf den Boden. Er hatte Angst davor nach Hause zurück zu kehren. Er hatte Angst davor, was ihn dort erwarten würde. Nein, er konnte noch nicht zurück. "Ich bin ok und führe die Mission fort.", antwortete er schließlich ohne dabei Tori in die Augen zu sehen. Dieser bekam dies jedoch schon garnicht mehr mit, da er mit seinem Team längst verschwunden war. Wahrscheinlich wusste er bereits, wie Himitsu sich entscheiden würde. Jedoch kam der Kajiya nicht auf die Idee sofort zu seinem Team zurück zu kehren. Er brauchte etwas Zeit für sich allein, um die Gedanken, die sich ihn hinein fraßen zu verarbeiten. Er warf sich seine Kapuze über, lehnte sich sitzend gegen einen Baum und winkelte die Beine an. So saß er die ganze Nacht, ohne viel zu schlafen, hauptsächlich nachdenkend. War seine Familie wirklich zu so etwas fähig? War Isamu zu so etwas fähig? Würde er selbst zu so etwas fähig sein, wenn sie so etwas von ihm verlangen würden? Himitsu hatte Angst vor diesen Fragen und deren Antworten, wahnsinnige Angst. Und für diese kurze Zeit verlor er die innere Kraft, die ihn Kibi gegeben hatte, bis hin zum regnerischen Morgengrauen.

    Der Regen peitsche ihm gegen die Kleidung, während er sich langsam auf das Gasthaus zubewegte, dass er gestern so überraschend verlassen hatte und wovon er wünschte, dass er es nie verlassen hätte, von all dem nichts erfahren hätte. Doch nun regnete es, in seinem Inneren. Der Weg fühlte sich so an, als hätte er Stunden führ inh gebraucht. Tatsächlich kam ihm aber alles nur viel langsamer vor, als wäre er in Trance. Er fühlte sich schwach, nicht nur wegen der unheilvollen Nachrichten, er hatte auch kaum geschlafen und immer noch nichts gegessen. Wenigstens standen bereits Mari und der Tatsumaki bereit, um die Mission fortzusetzen, als hätten sie sich verabredet. Langsam, mit bedrückter Miene und gesenktem Blick ging er zu ihnen, verbeuge sich langsam und kuckte dann unter seiner Kapuze hervor. "Ich kann meine Mission fortsetzen. Was ist unser nächster Schritt?" Man musste Himitsu wohl deutlich ansehen, dass ihn etwas bedrückte, allein schon wie er redete, doch er tat sein Bestes um sich auf das hier und jetzt zu konzentrieren.
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. Apr. 2014
    Tatsumaki Hei und Hyuuga Mari gefällt das.
  12. Tatsumaki Hei

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    Tja, das kleine Frühstück, in Eile, aber wenigstens in Harmonie zu sich genommen, sättigte den ersten Hunger und Hei fühlte sich danach wirklich wieder besser. Gestern Nacht war ja nun wirklich ein kleiner Schrecken gewesen. Aber er war optimistisch, dass das die aktuelle Mission nicht behindern würde. Der junge Mann erbot sich, die fertigen Frühstückssachen auch wieder nach unten zu bringen, was Mari nicht ausschlug. Warum auch. Sie musste sich wohl noch ein wenig fertig machen – Hei war ein bisschen der Versuchung erlegen, einen Blick auf die Hyuuga zu erhaschen, aber… tief, tief in seinem Kopf befand sich so oder so noch dieser Anblick von damals. Nie würde er vergessen; Es war sein Schicksal, das im Kopf zu behalten. Für immer! – So schnell, wie er das Essen geholt hatte, hatte er es auch wieder weggebracht. Er sprach kurz mit Hikari und gab ihr noch einige Ratschläge, die unterschwellig darauf hindeuteten, dass sie sich ein wenig mehr um die Sicherheit in ihrem Hause kümmern sollte. Das würde ja das Klima verbessern und mehr Kunden anlocken – und so. Der Tatsumaki glaubte nicht unbedingt, dass die Rothaarige hier wieder was daraus machen konnte; die Anlagen dafür hatte sie aber. Also nicht verzagen oder gar verzweifeln. Als Mari schließlich nach unten kam, hatte sie wieder ihren Pullover und eng anliegende Hotpants plus Leggins an. Der Wüstensohn konnte nicht umher zu bemerken, dass er auf dieses Outfit ein bisschen stand… aber das war ja nur seine persönliche Meinung. Unwichtig, jedenfalls für diesen Augenblick. Hikari bekam ihr Geld und ein kleines Startkapital, dann wandten sich die beiden Genin der Tür zu. War ja nicht so, als hätten sie noch einen Auftrag zu erledigen… „Hast Recht“, brummte der Tatsumaki, der sich ohne Frage sein Mützchen wieder in die Tasche stopfte. Sie sollte nicht nass werden, und eine Nasse Pudelmütze war ganz offensichtlich erbärmlich. Der junge Mann kramte einen Moment in seinen Taschen, dann in seinem Beutel, und zauberte einen Moment später aus einer kleinen Schriftrolle einen Pullover. Moment! – Er besaß so etwas!? Ja, tatsächlich, auch der Prinz aus der Wüste kannte etwas, was dicker war als hauteng und luftdurchlässig. Musste halt manchmal sein, wenn man sich in den kalten Gefilden der Welt aufhielt, nicht? Er zog sich das Kleidungsstück über den Kopf. Es war weiß – das war nicht beabsichtigt, dass es mit Mari übereinstimmte – und trug die Buchstaben LL darauf. Wofür stand das eigentlich? Wusste er nicht. Aber der Pullover war angenehm warm und würde ihn zumindest vor der Kälte beschützen. Hikari drehte ihm noch einen traditionellen Regenschirm an – mehr hatte sie nicht – und so wurden sie in die kalte, graue und nasse Welt entlassen. Na super. Und der Schirm würde erst etwas bringen, wenn der Wind nachließ. „Auf, auf! Wir haben keine Zeit zu verlieren“, versuchte Hei aufmunternd zu klingen, aber er selbst war bei diesem Wetter maximal nutzlos. Wirklich toll.
    Aber was war das? Mit einem Mal hörte er patschende Schritte hinter ihnen, aus der Richtung Konoha, und wunderte sich nicht schlecht, als der Kajiya wieder auftauchte. Moment, sollte der nicht mittlerweile wieder in Shiro bei Mama auf dem Schoß sitzen? Offensichtlich nicht. Das war dann aber eine sehr seltsame Aktion gewesen, oder? Der Wüstensohn runzelte die Stirn, fragte aber nicht nach. Das war die Sache des Blauhaarigen, irgendwie. Er war für die Mission zurückgekehrt, also würde das wohl nicht so wichtig gewesen sein, wie ursprünglich angenommen. Mysteriös. „Willkommen zurück, Himitsu-kun“, meinte Hei und tauschte kurz einen Blick mit Mari aus, die wohl ähnlich dachte wie er. „Ich habe entschieden, dass wir uns erst einmal das Gasthaus ansehen, welches hier vor kurzem erbaut wurde. In der Folge ist das Gasthaus von Hikari-san nach und nach verfallen, nachdem die Großeltern starben. Da ich einen gewissen Verfolgungswahn in meinem Kopf habe, und die Zeit ungefähr passt, werden wir uns dort einmal umsehen. Nicht für lange; wir werden uns dort nicht aufhalten. Gegen Nachmittag sollten wir die Mienen erreichen.“ Kurz wartete er auf eine Antwort, bekam aber nicht mehr, als ein Nicken. Der Kerl hatte doch etwas auf dem Herzen. Wieder ein kleiner Blickwechsel. Hei vertraute darauf, dass Mari ihm in die Parade fuhr, wenn er etwas falsch machte. Dafür war sie doch quasi da, so als Kameradin und Freundin, nicht? Aber sie schien so ratlos wie er. Na, super. Das würde dann ja nur umso schöner werden… er hatte sich eigentlich mehr oder minder darüber gefreut, dass erst-wie-verrückt-Himitsu nicht mehr da war. Nun gut… man konnte nicht alles haben.

    Der folgende Marsch in Richtung des neuen Gasthauses war nicht mehr als eine Schlammschlacht. Gut, so schlimm war es nicht; Trotzdem peitschte der Wind ihnen böenweise immer wieder Wasser ins Gesicht, selbst Kapuzen brachten da nichts. Hei war kalt, verdammt! – Dieses Mistwetter hier im Feuerreich. Oft schien wenigstens die Sonne, aber das hier!? In Suna würde ihm jetzt die heiße Sonne auf den verschwitzten Rücken brennen – das war doch ein wunderbares Gefühl, oder nicht? Immer diese weichen Leute aus dem Rest der Welt, die sich über die Hitze beschwerten… vielleicht musste er einfach selbst Hitze hierhin bringen, wenn sie schon nicht vom Firmament kam. Nachdenklich legte Hei den Kopf schief, schloss das Fingerzeichen für Katon und versuchte, sich selbst zu wärmen oder zumindest zu trocknen. Funktionierte ja auch mit seinen Haaren, was konnte da schon schiefgehen? Aber erst passierte gar nichts. Dann breitete sich plötzlich Hitze in seinem Körper aus, aber… zuviel. Schnell und ohne mit der Wimper zu zucken brach er ab, aber wenigstens war ihm jetzt für kurze Zeit warm. Dass seine feuchten Hände leicht dampften, da das Wasser entsprechend verdampfte, nun… das merkte er nicht. „Also, Himitsu-kun, wir wollen nur ein paar Informationen, in Ordnung? Angeblich gehen viele der Arbeiter aus den Mienen zu dieser Gaststätte, wenn sie von ihren langen, oft tage- oder wochenlangen Schichten zurückkommen. Genau weiß ich das nicht. Aber das ist auch eine der Dinge, die wir herausfinden müssen. Wie funktioniert die Miene, wer hat das Sagen… und so weiter“, klärte der Tatsumaki auf, als sie von weitem die Silhouette eines Gebäudes ausmachen konnten. Nun, und ein wenig aufwärmen war nun auch nicht schlecht. Ein paar Minuten später schälte sich ein komplexer Neubau aus dem Nebel, der wirklich schön aussah; abgesehen davon, dass übermäßig viel Metall und Glas verarbeitet worden war. Hei mochte diese neumodischen Häuser nicht so gerne, aber das war wohl Geschmackssache. Über der Tür war ein kleiner, fünfzackiger Stern eingeritzt und drinnen… hielten sich eine Menge rauer Burschen auf, muskulös und immerhin nicht angetrunken. Dafür war es wohl noch zu früh. Sie genossen gerade das Frühstück, dass ihnen von einer reizenden jungen Frau gebracht wurde. Nun, die fuhren wirklich alle Mittel auf, nicht? Das Trio ließ sich an einem Tisch nieder, und Hei strich sich die Haare aus dem Gesicht. „Hime, ist dir noch etwas aufgefallen? Zwei deiner Augen sehen mehr als zwei der meinen“, fragte er an Mari gewandt, lächelte leicht. Was nicht hieß, dass sie ihr Byakugan auspacken sollte, nein. Aber sie sah einfach so schon mehr. Gewohnheit. Plötzlich ertönte ein lautes Lachen, und er sah zwei dieser rauen Burschen, offensichtlich Arbeiter, die sich vergnügt unterhielten. Hm. Das war doch eine gute Feuerprobe für Himitsu, oder? Notfalls konnte Hei ja noch eingreifen. „Himitsu-kun, diese beiden Kerle da sehen so aus, als wären sie ein guter Ansatzpunkt. Traust du dir zu, aus ihnen ein paar Informationen herauszubekommen, ohne dass hier sonst jemand etwas davon mitbekommt?“ Abgesehen von dieser Frage kam die junge Frau, vielleicht gerade über achtzehn, auf sie zu. Vermutlich sowas wie Bestellung, hm?
     
  13. Hyuuga Mari

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    Das Wetter war wirklich widerlich. Selbst die Kapuze konnte Mari nicht vor den ständigen Wasserattacken in ihr Gesicht schützen. Sie unterdrückte einen Seufzer – konnte man leider Nichts dran ändern. Mit ein bisschen Glück beruhigte sich das Wetter zum Nachmittag hin. Die Hyuuga wollte sich gerade zusammen mit ihrem männlichen Kollegen auf den Weg machen, da tauchte – recht unerwartet – ein 13-jähriger Junge mit einem blauen Haarschopf auf. Aber das war nicht irgendein Junge, der da auftauchte, sondern Kajiya Himitsu. Mari musste skeptisch die Augenbraue anheben, war der nicht zurück nach Konoha geschickt worden? Das hatte Hei ihr zumindest erzählt. Tja, so ganz konnte es nicht gewesen sein, sonst hätte Himitsu es niemals in dieser Zeit zurück zum Hotel schaffen können. Sie tauschte einen kurzen Blick mit dem Suna-Nin, fixierte sich dann aber wieder auf das dritte, jüngere Teammitglied. Offensichtlich hatte sich Etwas an seinem Auftreten geändert, er wirkte nicht mehr ganz so abweisend kalt, auch wenn er versuchte, jene Fassade aufrechtzuerhalten. Ein Leichtes, das Schauspiel zu durchschauen – auch wenn das natürlich keinerlei Antwort darauf gab, was genau vorgefallen war. Mari verzog keine Miene, hatte auch nicht vor, so offen nachzufragen. Ob das jetzt so gut war? Nicht nur, dass der Kajiya noch weniger als vorher auf der Höhe war, wer wusste schon, in was dieser vorerst wohl ungeplante Schwung Emotionen enden würde. Noch kämpfte der 13-Jährige damit – mal sehen. Danach übernahm der Tatsumaki als Teamleiter wieder das Wort, erklärte kurz das weitere Vorgehen und schon machte sich die Gruppe auf den Weg. Unnötig, dass Mari noch irgendetwas ergänzt hätte, Hei hatte das schon gut zusammenfassen können.

    Nun also ab durch Sturm und Regen! Die Strecke über – es war nicht allzu weit entfernt – wurde wenig bis gar nicht gesprochen. Vom Himitsu hätte man mit seiner neuen Art ohnehin keinen Smalltalk erwarten können, Mari fand es ebenfalls überflüssig und Hei hatte wohl kein Verlangen danach, die Stimmung aufzulockern. Seine Hände dampften zwischendurch, aber das bei diesem Sturm und Regenguss zu merken, wäre schon eine echte Glanzleistung gewesen. Bald zeichnete sich jener Neubau in der Ferne ab, von dem Hikari gesprochen haben musste. Das neue Hotel? Korrekt. Es war wirklich eine neuartige Bauweise, die Mari in solch einer Art noch nicht untergekommen war. Hyuuga waren ja auch eher die traditionellen Kandidaten, wie jeder wusste. Tja, Mari war sich nicht einig, was sie davon halten sollte. Hatte sicherlich seine Vorteile, wenn sich die Menschen dazu entschieden, zunehmend auf diese Art und Weise Gebäude zu erstellen. Aus dem strömenden Regen fliehend, betraten die Genin also das Gasthaus und wurden begrüßt – so mehr oder weniger – von vielen fleißigen Muskelprotzen, die sich mit ihrem Frühstück für den kommenden Tag zu stärken versuchten. Der Einzelne nahm die Jugendlichen, die soeben durch die Tür getreten waren, kaum wahr. Dafür waren die Männer in diesem Hotel viel zu sehr mit ihren Gesprächen und dem Essen beschäftigt. Hei, Himitsu und Mari suchten sich also eher still und heimlich ein paar Sitzplätze, von der aus sie eine gute Sicht haben konnten. Als Hei sich schließlich an die Hyuuga wandte, zuckte diese mit den Schultern, sah sich noch einmal unauffällig um, schüttelte dann aber den Kopf. Nein, außer der Tatsache, dass dieses Hotel – wie bereits erwähnt – alle Geschütze auffuhr, um Interesse bei den Kunden zu wecken, nicht wirklich. Als an einem Nachbartisch zwei Männer durch ihr lautes Gelächter auf sich aufmerksam machten, sahen die weißen Seelenspiegel einen Augenblick in jene Richtung. Dann vernahm Mari das Angebot – oder Aufforderung – von Hei an den Kajiya. Er sollte versuchen, Informationen zu bekommen? Eigentlich zweifelte die Braunhaarige nicht daran, dass der 13-Jährige sich dieser Aufgabe annehmen würde. Daher wartete sie nur darauf, dass er bestätigte und zimmerte die kommende Kellnerin mit der Bestellung eines einfachen Glas Wassers ab. Für die Hyuuga gab es gerade nicht mehr zu tun, als zu warten.



    [Entschuldigt, irgendwie hatte ich kaum Ideen, was ich schreiben könnte. Hoffe, das ändert sich im nächsten Post wieder.]
     
  14. Kajiya Himitsu

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    Der Regen prasselte so hart auf den Boden und der kurzzeitige Wind zog so stark um Himitsus Ohren, dass er sich wirklich anstrengen musste, um die Worte des Suna-Nins zu verstehen zu können. Ihr Teamleiter hatte also mit seinem feinen Gespür oder auch seinen Wahnvorstellungen, eine Verbindung zu einem anderen Gasthaus hergestellt, dass die Minenarbeiter neuerdings als ihr Stammlokal nutzten. Es war auf jeden Fall nicht die schlechteste Idee sich dort um zu sehen und sich dort als erstes auf die Pirsch zu legen, da ein Gasthaus generell immer eine gute Möglichkeit bot, um an Informationen über lokale Probleme oder Gerüchte zu kommen, denen man folgen konnte. Und wenn sie am selben Tag noch zu ihrem eigentlichen Auftragsort gelangen würden, umso besser. Entgegen seiner inneren Überzeugung von dieser Idee, ließ der Kajiya aber nur ein schlichtes Nicken erkennen, zu mehr war er emotional auch gerade nicht fähig gewesen. Auch wenn er versuchte die Gedanken zur gestrigen Nacht zu verdrängen, legten sie sich doch wie Schatten über ihn und raubten seine geistigen Kräfte, was sich natürlich auch auf seine körperliche Haltung auswirkte. So wanderte er als stummer Begleiter zwischen seiner Gedankenwelt und der Realität hinter seinen Kameraden hinter her. Mit der Vergangenheit auf der linken und der Zukunft auf der rechten Schulter, und der Gegenwart voraus, schleppte sich der junge Genin durch die matschige Landschaft, durch Wind und Regen, durch Schatten und Trauer. Nach einiger Zeit sprach ihn nochmal Hei auf seinen Plan an. Wahrscheinlich wollte er nur, dass Himitsu seine Absichten verstand, dem Kajiya kam er aber so vor, als ob er sich bei ihm rechtfertigen wollte. War er sich etwa so unsicher? Da eine gute Tat am Tag nicht schaden konnte, zwang sich der Schmiedelehrling ein Lächeln in sein müdes Gesicht und sah seinen Teamleiter zuversichtlich an. "Alles klar, ich habe verstanden. Ich halte es für einen guten Plan und bin zuversichtlich, dass wir dort zumindest eine Spur aufnehmen können." Der 13-jährige musterte seinen älteren Kollegen noch einmal genauer und bemerkte erst jetzt, dass er leicht dampfte. "A...Alles in Ordnung bei dir?", fragte er leicht irritiert und fixierte den nur schwer erkennbaren Dampf, der von seinen langen Kameraden ausströmte. Ein größere Konversation ergab sich dadurch aber nicht mehr, allein weil das tobende Wetter ein Gespräch nicht gerade begünstigte. Jeden seiner Schritte musste er erzwingen und um jede Sekunde, die von Konzentration geprägt sein sollte, musste er kämpfen. So war er doch äußerst dankbar als sie das neue Gasthaus erreichten.

    Man musste nur wenige Sekunden davor stehen, da erkannte man auch, warum das neue Gasthaus so einfach die Kundschaft zu sich locken konnte. Allein das Gebäude an sich war schon wirklich neuartig und zog geradezu alle Augen und Füße in seiner Umgebung an. Doch auch, wenn Himitsu als Kajiya jede Form von Metallarbeit sehr zu schätzen wusste, so fand er in diesem Fall ein traditionelles Haus doch weitaus schöner. Allerdings war er wohl einer der Wenigen, die sich gegen den Fortschritt der Architektur wehrten. Drinnen erinnerte die Gesellschaft aber an eine richtige Taverne, voller rauer und muskulöser Burschen- Mienenarbeiter eben. Himitsu hatte nur wenig Zeit sich umzusehen, bevor er auch schon die erste Aufgabe von seinem Teamleiter bekam. Er sollte Informationen beschaffen. Er?! Himitsu war ziemlich skeptisch gegenüber dieser Entscheidung, immerhin würde das sein erstes unterschwelliges Verhör werden und er war ehrlich gesagt nicht in der besten Verfassung dafür. War er gerade für überhaupt etwas in der richtigen Verfassung? Wenn er auf dieser Mission hilfreich sein wollte, konnte er sich nicht weiterhin vor allem drücken. "Gut, ich versuche es," sagte Himitsu letztendlich etwas nervös und starrte dabei seine Ziele an. Er atmete einmal tief ein und wieder aus und versuchte dann locker auf zwei Kerle zu zugehen. Als er vor ihnen stand, grinste er sie einfach nur breit an. "Hey Kleiner, können wir dir helfen?" "Ihr seid Mienenarbeiter, oder? Erkennt man an euren Muskeln. Ich hätte auch gern so welche." Der große dunkelhaarige Arbeit wischte es sich etwas Schmutz aus dem Gesicht, grinste dann seinen etwas kleineren glatzköpfigen Kollegen an und lachte dann auf, worauf er sich dann Himitsu zuwand. "Soso, wenn du jeden Tag duzende Steine schlagen und schleppen musst, bekommst du die auch. Du hast recht wir sind Mienenarbeiter und erholen uns gerade von unserer harten Arbeit und würden daher gerne unter uns sein. Übrigens, cooles Tattoo Junge." "Danke, es soll Stärke symbolisieren, weil ich so stark werden will wie ein Mienenarbeiter. Ja kann ich schon verstehen, muss echt hart sein in der Meine zu schuften. Aber bei euch ist doch zur Zeit kaum was los, habe ich gehört?", fuhr Himitsu einfach grinsend fort, worauf ihn die gestandenen Männer erst einmal musterten. Der glatzköpfige Mann wurde dann schließlich leicht sauer. "Kaum was los? Willst du etwa sagen, dass wir nicht hart genug arbeiten? Da irrst du dich aber gewaltig! Bei uns ist mehr los denn je! Dabei könnte man uns zumindest besser bezahlen. Wenn das so weiter geht, schuften wir uns noch zu Tode!" "Ganz ruhig!", hob Himitsu beschwichtigend die Hände und sprach dann ruhig weiter. "Entschuldigt, ich wollte euch nicht als faul bezeichnen, man spricht nur rum, dass ihr Lieferprobleme habt." "Davon ist mir nichts bekannt. Das ist auch nicht meine Aufgabe. Ich hole das Metall aus der Miene und bekomme dafür Geld, mehr interessiert mich nicht und jetzt verschwinde." Himitsu verbeugte sich, holte ein paar Münzen aus seiner Tasche und legte sie auf den Tisch. "Ok, schon gut. Hier, die Runde geht auf mich." Der Glatzkopf wurde wieder ruhiger, nachdem sich Himitsu entfernte. Das große breite Schwarzhaar, dass den Rest des Gespräches plötzlich so still war, beäugte nun sehr misstrauisch das Stirnband von Himitsu. Der Kajiya hatte wohl wirklich Glück, dass ihnen das nicht früher aufgefallen war. Sie mussten wohl wirklich müde sein. Nachdem Himitsu ihnen nun den Rücken zugekehrt hatte, packte der Muskelprotz den Glatzkopf energisch am Arm und zog ihn zu sich, um ihn etwas ins Ohr zu flüstern. Himitsu bekam dies jedoch garnicht mehr mit und gesellte sich wieder zu Hei und Mari. Als er sich vergewissert hatte, dass sie keiner belauschte, begann er schließlich zu flüstern. "Also, Metallmangel gibt es in der Miene nicht. Im Gegenteil, es wird dort härter gearbeitet als je zuvor. Die beiden Arbeiter wissen daher nicht von Lieferproblemen, merkwürdig oder?" Himitsu schaute zwischen seinen Kollegen hin und her, als plötzlich sein Magen so laut knurrte, dass selbst der Nachbartisch zu ihnen rüber sah. Himitsu wurde langsam schwindelig und er hielt sich vor Übelkeit die Hand an den Bauch. Er musste langsam wirklich etwas essen.
     
  15. Tatsumaki Hei

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    Viellleicht war das ja Heis Weg, Himitsu ein wenig auf den Zahn zu fühlen. Der junge Shinobi hatte vielleicht schon das Gefühl, eine Menge durchgemacht zu haben, aber wenn man mal ehrlich war: Mit der Erfahrung kam erst das, was man als 'etwas durchgemacht' bezeichnen konnte. Und in diesem Falle war es nicht nur so, dass es dem Jungen gut tun würde, mal etwas sinnvolles zu tun, sondern auch, dass Hei sich sicher war, dass er das konnte. Der Suna-nin sah zu Mari, die im Moment nicht Recht etwas mit sich anzufangen zu wissen schien. Unglücklicherweise war das nicht einmal so falsch... aber das würde schon noch kommen. Ein etwas entschuldigendes Lächeln warf Hei ihr zu, dann sah er sich um, während Himitsu die Aufgabe mit ein wenig Zurückhaltung anging. Natürlich, er war nicht in Top-Form, das sah man ihm an... aber er schaffte es trotzdem, die beiden Kerle in ein kleines Gespräch zu verwickeln. Während er das tat, sah sich der Tatsumaki um, aufmerksam, um nichts dem Zufall zu überlassen. Es war absehbar, dass man hier gegenüber Fremden nicht unbedingt offen war. Grupendynamisch war das oft so: Gegenüber Äußeren verschloss man und verbündete man sich untereinander, während intern so ganz eigene Spielchen abliefen. Die Blicke, die auf die kleine Gruppe geworden wurden, vermehrten sich, noch allerdings nicht in einem bedenklichen Ausmaße. Das war normal, urteilte Hei und trank einen Schluck aus seinem Glas. Einen Moment später kam Himitsu wieder zum Tisch zurückschlawinert, setzte sich erst einmal hin. Hei bemerkte die Tuschelei der Beiden allerdings noch und behielt sich unauffällig im Auge. Leichte Unruhe, noch nichts bedenkliches. Und was der Blauhaarige sagt, bestätigte auf jeden Fall einen kleinen Anfangsverdacht von Hei - beziehungsweise eine der Möglichkeiten, die es gab. Die Miene schien erträglich wie eh und je zu sein. Interessant. Ergo: In der Miene wurde fleißig gearbeitet, das Metall wurde gefördert - doch auf welchem Wege ging es dann verloren? Die beiden Arbeiter hatten diesen Part sicherlich nicht erfunden - dafür hatten sie das Stirnband von Himitsu zu spät beäugt.

    Hei wiegte nachdenklich den Kopf, schielte dann zu dem jungen Shinobi, dessen Magen laut knurrte. Hatte der nichts gegessen? Kein Wunder, dass er so bleich war. Der Tatsumaki bestellte ein Essen für den Jungen, und als die Mahlzeit ankam, verstand der Leiter dieser Mission ein wenig, wie der tätowierte Heranwachsende gewesen sein musste, bevor er die 'Umwandlung' vor sich genommen hatte. Er schlang das Essen mit einer Dynamik und Energie herunter, dass es kaum zu dem für ihn doch normalen Himitsu zu passen schien. Hei zog kurz eine Augenbraue hoch, sah zu Mari, die diese Essgewohnheit mehr oder weniger zu kennen schien. Kam ihm jedenfalls so vor. Der Kajiya fraß, bis er nichts mehr auf dem Teller hatte, und sah noch immer nicht zufrieden aus. Aber ein wenig Hunger hatte noch nie geschadet. "Gut, gut. Sag' so etwas in Zukunft früher; Wenn du mir aufgrund von Nahrungsmangel umkippst, köpft mich die Dorfleitung", merkte der Wüstensohn trocken an. Noch einmal sah er sich um und bemerkte einen Neuling. Vielleicht kam der ja aus den Zimmern im ersten Stock... Fakt war, dass der nicht normal aussah. Weiße Haare, so etwas sah man selten. Und als er sich umdrehte, kam es Hei so vor, als würde aus seinen Augen die Finsternis selbst tropfen - pechschwarze Augen, durch und durch. Kein Weiß zu sehen. Der war seltsam. Plötzlich fühlte sich der Tatsumaki nicht mehr wohl und stand auf. "Wir gehen. Ich denke, hier gibt es für uns nichts mehr zu sehen", kündigte er an, ging vor in das grausame Wetter draußen - immerhin hatte der Wind nachgelassen und wartete, bis seine Kameraden nachkamen. Sie machten sich wieder auf den Weg, Hei hielt Himitsu und Mari noch eine Weile neben sich. "Fassen wir zusammen: Irgendwas ist in der Miene nicht mehr korrekt am Laufen. Irgendwo gibt es ein Loch, und zwar zwischen dem Abbauprozess, der funktioniert, und dem Ankommen in Konoha, worüber die Materialien ja nach Shiro geschleust werden. Das müssen wir finden. Wir laufen jetzt bis zur Miene durch, Wetter hin oder her." Mittlerweile hatte Hei keine Geduld mehr. Und dieser Weißhaarige hatte ihn irgendwie alarmiert. Diese Sache mussten sie abschließen, möglichst elegant und fix. Mehr zählte erst einmal nicht. "Also los. Marschtempo. Hime, bitte häng uns nicht ab, aber halt uns auf Trapp", bat er Mari und lächelte. "Auf ins Tal der Mienen! Man sagt, es gäbe dort mehr Löcher als in dem Käse, der von den Schafen der großen Hochebenen im Osten gewonnen wird."
     
  16. Yagami Yurei

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    Vom Hauptplatz des Jôseis aus startete die Reise des Teams, mehr oder weniger ohne jegliche unnötige Verzögerung oder Unterbrechung und unter wirklich ungewohnten Witterungsbedingungen für die Sunanin.

    Dieses Wetter war wirklich nicht nach Yureis Geschmack. Er konnte den kalten Wind auf seiner Haut spüren und zog stets und ständig den Mantel an seiner Brust enger zusammen, um sicherzugehen, dass sich die eisige Kälte nicht an seinem dürren, ungeschützten Körper zu schaffen machte. Nachdem keiner der beiden Genin eine Frage zur Mission hatte, was Dokúiki offenbar betonen wollte, kündigte der Teamleiter den Beginn ihrer Reise an. Schweigsam folgte Yurei, mit dem üblich höflichen Anstandslächeln auf den Lippen, und beobachtete bei jedem Schritt insgeheim ganz neugierig seine beiden Begleiter. Die Wärter am Tor nahm er quasi nicht wahr, viel eher versuchte er durch die äußere Schale der beiden jungen Männer zu blicken. Während Kayros eher verschlossen und professionell in seiner Rolle wirkte, fiel es dem Yagami noch schwer einzuschätzen was sich im Inneren des Dokúiki verbarg… Allerdings war Yurei nicht die Art Person, die ein Gespräch ins Rollen brachte, weshalb er eher still und heimlich beobachtete. Die Umgebung hatte ihn persönlich noch nie sonderlich interessiert. Zwar hegte er keinen Groll gegen jegliche Natur oder darin hausende Lebewesen, doch sein größtes Interesse galt den Menschen und deren Seelenleben… Tatsächlich fragte er sich gerade schon eine Weile was wohl im Kopf des jungen Yukio für Fragen herumgeistern, wenn er sie als nicht für die Mission betreffend kategorisiert hatte… Oder hatte er diese Aussage falsch interpretiert? Die Umgebung war karg und vom Winter quasi überrannt. Es war eisig kalt, windig und die Nasenspitze des Yagami begann sich in einem purpurroten Ton zu färben… Eine ganze Weile schon hatte er selbst nichts gesagt und auch der Teamleiter hüllte sich in Schweigen. Er war nicht unbedingt weniger interessant als der Weißhaarige, allerdings glaubte Yurei, dass er aus sich nicht viel herauskitzeln ließ… Es wäre wohl auch unangemessen dem einzigen Chuunin im Team zu nahe zu treten, weshalb auch dazu kein Ton gesagt wurde. Wenn er wüsste, dass Kayros daran glaubte, dass seine Genin den Grundstein für eine Freundschaft auf dieser Mission legen könnte, würde Yurei wohl ein wenig mehr schmunzeln. Er war noch nie der Mensch für Freundschaften gewesen und jeglicher Kontakt zu ihm war nur schädlich, weshalb er es trotz seines großen Interesses vermied Menschen für längere Zeit um sich zu dulden…
    Sie waren wirklich schon ein ganzes Stück gelaufen und Yurei hatte das Gefühl in der Zeit hatte sich nichts getan. Die Wegbefestigung sah immer noch genauso aus, wie sie es vor einigen Minuten getan hatte und jeder Stein am Boden oder Ast am Baum sah aus wie der Nächste… Immerhin half die stetige Bewegung ein wenig gegen die Kälte. Nach einer unbestimmten Zeitspanne, die Yurei leider verpasst hatte wirklich für voll zu nehmen, verkündete ihr Teamleiter, dass sie sich nun zur Rast setzen würden… Seine Wortwahl war irgendwie interessant. Yurei hatte den Eindruck, dass Kayros eine selbstsichere und ambitionierte Führungsperson war, aber er nahm sich auch Zeit dafür die Stimmung zu lockern. Dieser Versuch war vermutlich nicht unangemessen, wenn man sich unterwegs mit mindestens einem Menschen befand, der es vorzog vor sich hinzugrinsen, anstatt zu kommunizieren…
    Yurei begutachtete die Bank und stellte erneut fest, dass seine Zwänge sein Leben stetig einschränkten. Obwohl er sich auf Missionen mittlerweile oft zu Dingen zwingen konnte, die ihm im innersten widerstrebten, war es immer wieder ein kleiner Kampf, den er mit sich ausfechten musste… Eine Bank, auf der vermutlich schon hunderte Menschen vor ihm gesessen hatten, war da auch so eine Sache. Allerdings wirkte diese hier weniger bewandert, als die im Dorf, weshalb er sich einredete, dass gerade bei diesen lebensfeindlichen Temperaturen jede noch so hartnäckige Bakterie ihren Untergang fand. Still setzte er sich ans äußerste Ende der Bank und packte sein Essen aus, welches einen vermutlich recht tristen Eindruck auf jeden Begutachter machen würde… Yurei öffnete eine Büchse in der sich nichts anderes als massig Reis und ein wenig Gemüse befand. Er wünschte den beiden Herren einen guten Appetit, bevor er nicht länger zögerte, um keine Zeit zu verschwenden, und zu essen begann… Auch dabei würde er sicher kein Wort von sich geben, wenn es die Situation nicht ergab und ihn niemand ansprach… Ein richtiger Partykracher, nicht? Zu seiner Verteidigung muss man ihm wohl zu Gute halten, dass er tatsächlich noch ruhiger als sonst war. Die Situation sich auf eine Mission zu begeben, sorgte bei Yurei immer für viel Anspannung. In seinem Kopf sah er schon die Szenarien, die den Opfern seines Unglücks widerfahren könnten. Man konnte nur hoffen, dass es so harmlos wie möglich war…
     
  17. Dokúiki Yukio

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    Die Stille war fast schon unerträglich. Bei dem kalten Wetter hatte sich die Tierwelt gleich ganz verabschiedet, sodass man außer den Schritten der drei Shinobi und einem steten Rauschen, das der Wind verursachte, nichts weiter hörte. Sehr zum Leidwesen Yukios hatten sich seine zwei Reisebegleiter wohl dazu entschlossen, den ersten Teil des Wegs schweigend zurück zu legen. Andererseits traute er sich nicht, sie schon auf den ersten Metern zu nerven. Wobei er sich noch nicht einmal sicher war, ob er sie nerven würde, wenn er ein Gespräch anfangen würde. Wahrscheinlich eher nicht. Was jedoch nicht erklären würde, warum sie nicht von sich aus anfingen zu reden…eine ziemlich vertrackte Situation! Letzten Endes schwieg der Dokúiki. Zumindest sahen seine Begleiter nicht unglücklich darüber aus. Kayros ging festen Schrittes voran und sah zufrieden aus. Eine bessere Beschreibung fiel Kio nicht ein. Seine Haltung wirkte offen, das Gesicht freundlich. Trotzdem merkte man, dass er der Teamleiter und Chuunin dieser Gruppe war. Yurei lächelte. Unentwegt, wie es schien und dem weißhaarigen Jungen entging nicht, dass er von Yurei eingehend gemustert wurde. Seinerseits tat Kio auch nicht viel anderes, als die beiden anderen Gruppenmitglieder genauer unter die Lupe zu nehmen. Er war gespannt darauf, sie näher kennen zu lernen. Die Umgebung hatte ohnehin nicht viel zu bieten: Kränklich aussehendes Gras am Wegesrand, ein paar Büsche und karge Bäume durch die der Wind ungehindert hindurchpfiff. Yukio konnte auch keine Kräuter ausmachen, die er hätte sammeln können, was ihm einen leisen Seufzer entlockte. Immerhin hatte er sich extra ein Paar leere Phiolen eingesteckt. Damit, so schien es, musste er jedoch noch warten, bis sie in wärmere Gegenden vorstoßen würden. Alles in allem war dies die perfekte Kulisse für diesen kalten Tag.

    Als Kayros das Schweigen brach, fühlte sich Yukio plötzlich viel besser. Eine solch lange Zeit ohne irgendetwas von sich zu geben war ziemlich anstrengend für den jungen Genin. Darum ließ er sich auch nicht zweimal bitten, als der Hiragana zum Mittagessen aufrief. Summend lud Kio seinen Rucksack ab, setzte sich auf die improvisierte Bank und holte sein Lunchpaket heraus. „Wer auch immer die Idee hatte, diese Rastplätze anzulegen, verdient ein großes Dankeschön! Guten Appetit euch beiden.“ Damit nahm er einen großen Happen in den Mund. „Jetzt merke ich erst richtig, wie hungrig ich war!“, sagte er lachend zu seinen Begleitern und schob gleich noch eine Portion hinterher. Als er runtergeschluckt hatte sah er Kayros und Yurei abwechselnd an. „Seid ihr zwei eigentlich oft auf Missionen unterwegs?“
     
  18. Hiragana Kayros

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    „Entscheidung der Jounin, ausgeführt von zwei Genin“, meinte Kayros freundlich. Er wollte sich ungern damit brüsten, eine Aufgabe ausgeführt zu haben, die jemand anderes geplant hatte. Und Bänke von Karren schleppen war nun nicht wirklich eine dramatische Wagnis für die beteiligten Shinobi. Um ehrlich zu sein, so leicht hatte Kayros noch nie Geld verdient. Kayros aß sein Bento, während er erklärte, dass auf den wichtigsten Strecken nach Kaze no Kuni, Yu no Kuni und Mizu no Kuni überall solche Checkpoints eingerichtet wurden, wo es keine naheliegenden Außenposten gab. Man hat sich bewusst dagegen entschieden, diese Punkte an strategischen Orten zu platzieren, damit schlicht die Gefahr eines Hinterhalts dort geringer ist. Aber schließlich war das schlimmste, was man zu befürchten hätte, ein paar Banditen oder entlaufene Häftlinge.
    Nach der Aussage stutzte Kayros kurz, widmete sich dann aber wieder seinem Essen. Ihm war eine ungenehme Sache eingefallen. Eine Angelegenheit, die man jungen Genin nicht unbedingt schon erzählen sollte. Für einen winzigen Augenblick wirkte er so etwas wie besorgt, dann aber trug er eine täuschende Fassade der Unbekümmertheit. Als Yukio danach fragte, ob Kayros häufig auf Missionen ginge, hatte er gerade den Mund zu voll, um sarkastisch zu antworten, dass es heute seine erste Mission sei und er seinen Titel aus einem Kaugummi-Automaten hatte. Glück für alle, dass er erst in Ruhe zuende kaute und herunterschluckte, um sich eine passendere Antwort zu überlegen. Yurei konnte ja erst einmal antworten. „So, wie man mich halt einsetzt.“ Kayros schaute lächelnd zu seinen Kameraden. „Vermutlich weniger als andere Chuunin, da ich ja nebenbei noch ständig den Job als Mediziner ausübe im Krankenhaus.“ Gut gerettet, dachte er sich. Freundlich sein ist das A und O, und nicht jeder versteht es, wenn man etwas scherzhaft auf unglücklich gestellte Fragen reagiert. „Was ist mit dir?“, fragte der Hiragana in Retour, als er den letzten Bissen heruntergedrückt hatte. Endlich hatten sie so etwas wie ein Gespräch. Das sollte jetzt nicht abreißen. Er schulterte nebenbei seinen Rucksack und entsorgte den Müll, dann ermunterte er die beiden, im Gehen weiter zu reden.
     
  19. Dokúiki Yukio

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    „Ich?“ Yukio blickte seinen Teamleiter verdutzt an und hielt mitten in der Bewegung inne. Kayros schien das nicht bemerkt zu haben, denn er lief weiter, ohne sich noch einmal umzusehen. Bis Yukio seine Überraschung überwunden hatte, waren seine zwei Begleiter schon ein gutes Stück weiter. Er beeilte sich, seinen Rucksack zu nehmen und wieder zu Kayros und Yurei aufzuschließen. „Naja, eigentlich bin ich das erste Mal auf einer Mission. Meine Prüfung ist noch gar nicht so lange her. Ich dachte, dass man als Teamleiter über so etwas informiert wird. Aber egal, ich hab mich riesig gefreut, die Mission zu bekommen.“ Da Yurei in Gedanken vertieft zu sein schien und scheinbar von ihrer kleinen Unterhaltung gerade nichts mitbekam, fuhr Yukio fort: „In meinem Rucksack habe ich ein paar Phiolen verstaut, dich ich mir extra noch besorgt habe, um Kräuter oder interessante Substanzen zu sammeln“ Etwas wehleidig musterte Kios Blick die Umgebung. „Falls ich welchen begegnen sollte“, fügte er hinzu. „Ich hoffe, dass wird mit der Vegetation schnell besser. Würde ungern mit leeren Händen zurückkommen.“ „Ich denke, heute wirst du wohl leer ausgehen. Wenn wir gut durchkommen, könnte es morgen etwas besser werden“, antwortete Kayros und fügte mit einem Blick auf seine beiden Begleiter augenzwinkernd hinzu: „Und wärmer.“ „Stimmt wohl.“ Yukio musste unweigerlich grinsen. „Und jetzt kommt, ich möchte die Nacht gerne in der Herberge verbringen.“ Damit zog Kayros das Tempo etwas an.

    Mit Anbruch der Dunkelheit erreichten sie eine kleine Herberge etwas abseits des Weges. Kio hätte den kleinen Pfad, der vom Hauptweg abzweigte und zwischen den Bäumen hindurchführte, um dann ganz zwischen ihnen zu verschwinden, gar nicht wahrgenommen, wenn seine zwei Begleiter nicht abgebogen wären. Das Haus, vor dem der Pfad endete wirkte von außen eher unscheinbar. Einstöckig und ganz ohne Verzierungen stand es plötzlich mitten im Wald. Aus der Ferne betrachtet musste es wohl vollkommen mit der Umgebung verschmelzen. Im Sommer zumindest. Jetzt im Winter lugten die zahlreichen Fenster ungehindert bis tief in den Wald hinein. Die Bäume standen teilweise so dicht am Haus, dass man sich wunderte, dass sie noch nicht mit dem Haus verschmolzen waren. An der Tür deutete lediglich ein roter Schriftzug darauf hin, dass man hier etwas zu essen und ein Bett für die Nacht bekam.

    Kayros ging als erster hinein, gefolgt von Yurei und Yukio bildete das Schlusslicht. Im Innern fand man sich in einem Raum wieder, der als Eingangshalle und Wirtsraum zugleich diente. Etwa ein Dutzend Tische füllten ihn nahezu komplett aus. Sie waren, wie scheinbar alles, aus dunklem Holz gefertigt. Von der Decke aus verbreiteten Leuchten ein angenehmes Licht im ganzen Raum. Von der Eingangstür aus führte ein Gang zwischen den Tischen hindurch zu einer Tür auf der gegenüberliegenden Seite. Direkt daneben stand eine Theke, hinter der sie ein Mann freundlich anlächelte und mit einem Nicken begrüßte, während er damit beschäftigt war, selbige mit einem gelben Tuch abzuwischen. „Sucht euch doch schon mal einen Platz, ich werde uns anmelden“, meinte Kayros und ging auf den Mann zu, der sogleich seine Tätigkeit unterbrach. Außer den drei Shinobi waren noch zwei weitere Reisegruppen im Raum. Insgesamt 7 Leute, die sich an zwei der Tische niedergelassen hatten. Die eine Gruppe, bestehend aus drei Männern und einer Frau, unterhielt sich leise aber sehr angeregt. Immer wieder fuchtelten sie mit den Händen, als ob sie sich über irgendetwas streiten würden, sorgsam darauf bedacht, dass die anderen Gäste nichts mitbekamen. Etwas abseits davon saßen drei Frauen, die vollauf damit beschäftigt waren ihr Essen zu genießen und den anderen Gästen scheinbar keine Aufmerksamkeit schenkten. Yurei und Kio entschieden sich, den Tisch anzusteuern, der am weitesten von den beiden Gruppen weg stand, um sie nicht zu stören. Kaum hatten sie sich hingesetzt, stieß ihr Anführer wieder zu ihnen, dicht gefolgt von dem Wirt, der sogleich wissen wollte, was die drei haben möchten.
     
  20. Sakaida Mai

    Sakaida Mai Chuunin

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    -> Der alte Übungsplatz
    __________________________________

    Aufmerksamen Blickes und wie immer mit einem leichten Lächeln auf den Lippen sah Mai zu Kayros und hörte seiner Anmerkung zu ihren Worten zu. Als er betonte, dass der Drogenboss Kemuru nicht getötet sondern lebendig nach Shirogakure gebracht werden soll, nickte sie sofort bekräftigend, denn dieses Detail war von besonderer Bedeutung. Sie alle waren Ninja, welche in erster Linie für die Gerechtigkeit kämpften, nicht für Selbstjustiz. Als auf Kayros Hinweis hin, dass sie nicht als Ninja auffallen dürften, alle Mitglieder außer den beiden Älteren sich sofort ihre verräterischen Utensilien schier vom Leib rissen, konnte der Blauschopf nur grinsen. Witzig! Aber eigentlich hatten sie ja recht, umso näher sie im Lauf des Tages schließlich Mayaku kamen, desto gefährlich wäre es, sie würden als Ninja identifiziert werden. Wer weiß, in welchem Umkreis Kemuru seine Spitzel hatte? Mai selbst musste nichts an sich ändern, denn das Stirnband mit dem Kumo-Emblem war im Rucksack verstaut und auch ansonsten war sie - wie eigentlich immer - in normalen, mädchenhaften Straßenklamotten unterwegs.

    Lihaku hingegen hatte deutlich größere Umstände mitgebracht, wofür er jedoch gar nichts konnte. Zum einen waren da seine Hyuuga-Augen, zum anderen hatte er.. naja, was eigentlich? Unauffällig schielte Mai auf seine Stirn. Hätte Lihaku nichts dazu gesagt, wäre es ihr niemals aufgefallen, doch nun musste sie einfach gucken! Eine Narbe. Eine besonders auffällig geformte Narbe. Mai hätte das nun nicht direkt dem Clan zuordnen können, allerdings hatte sie schon öfter gehört, dass Familien sich über Tattoos oder Narben gerne von anderen Menschen abhoben. Und als dieses Problem gelöst war, besorgte sich der Hyuuga noch gleich grünfarbige Kontaktlinsen. Auf seine Frage hin, ob er denn gut aussehe, schritt Mai näher an ihn heran und sah ihm ein paar Sekunden ins Gesicht, ehe sie leicht auflachte: „Das ist so verrückt! Vor allem wenn man weiß, wie du eigentlich aussiehst!“, amüsierte sie sich gut gelaunt und freute sich innerlich, dass nach der kleinen Verzögerung nun alles zu laufen schien.
    Und was war diese Gruppe kreativ! Der nächste, der eine gute Idee hatte, war Arata. Wenn sie sich alle als Fußballfans ausgaben, hätten sie einen Grund, warum sie als Gruppe auftraten. „Allerdings bleibt uns nur zu hoffen, dass uns kein fanatischer Fußballfan auf die Schliche kommt und den Spielplan der Feuerreich-Liga auswendig kennt.“, kicherte Mai, denn dann würde die Lüge sofort als solche ertappt sein. „Ich finde die Idee trotzdem gut, wie halten uns das mal offen. Allerdings müssen wir uns zuerst darüber klar werden, ob wir gemeinsam als Gruppe auftreten und uns dann trennen oder ob wir von Beginn an in zwei Teams auftreten. Um eine Spaltung kommen wir vielleicht nicht herum. Laut den Shinobi der Informationssuche, von welchen Kayros sprach, werden sie Schergen von Kemuru sofort misstrauisch, sobald fremde Gruppen unserer Größe in die Stadt kommen.“, seufzte Mai gegen Ende auf.

    Mittlerweile hatte das Team Shirogakures das Haupttor einige Meter hinter sich gelassen. Aufmerksam hörte sich Mai Shins Frage an, schüttelte dann jedoch bedauernd den Kopf. „Über Shiba Kemuru ist leider kaum etwas bekannt. Die Informationen beschränken sich lediglich darauf, dass er mit Sicherheit in Mayaku lebt und sich dort penibel behüten lässt. Ich kann euch ein Foto zeigen, aber das ist auch nicht sehr aussagekräftig. Es wird sehr schwer werden, ihn zu erwischen.“ Mit diesen Worten kramte sie das Foto hervor und reichte es Shin, welcher es weitergeben konnte. Doch alles, was man darauf sah, war ein Mann mittleren Alters, welcher aussah wie ein italienischer Mafioso. Allerdings wurde das Bild in schlechten Lichtverhältnissen und von einigen Metern Entfernung gemacht, ein Gesicht erkannte man nicht. Kurz: Das Foto half kaum bis gar nicht. Doch statt sich darüber zu grämen, war es an der Zeit, einen Plan zu schmieden! Allerdings würde Mai das weder für sich machen, noch allein im Gespann mit Kayros. Nein, alle Mitglieder des Teams waren gefragt. „Wir setzen uns so oder so einem Risiko aus: Entweder wir treten als Gesamtgruppe auf und setzen unsere Glaubwürdigkeit aufs Spiel oder wir trennen uns von Beginn an, bleiben wohl eher unerkannt, sind aber natürlich verwundbarer. Was denkt ihr, was ist sinnvoller?
     
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Feuerreich Kita no Goro & Umgebung 2. März 2012