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Langweilige Umgebung mit viel Grün

Hiragana Kayros

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Schweigend folgte Kayros seinem Team. Das Bandana um den Kopf geschnürt, gehüllt in einen warmen Mantel und mit einem Rucksack auf dem Rücken schritt er im Tempo der anderen den Weg entlang. Er machte sich Gedanken um den Ausgang der Mission. Natürlich war Versagen keine Option, und ohne sich zu sehr aufzuspielen, Kayros war überaus überzeugt, dass dieses Team das Schaffen konnte. Mai war eine hervorragende Chuunin und er selbst hatte ja noch ein paar Tricks auf Lager. Gut, sie würden es mit Verbrechern zu tun haben, aber die meisten Handlanger arbeiteten für das Geld. Es war herzlich egal, wer ihnen das gab. Daher vermutete er, dass es ein Einfaches sein würde, an die notwendigen Informationen heranzukommen. Entscheidend war, dass die Gruppe nur ein relativ geringes Zeitfenster hatte, um vom Verschaffen eines Überblickes zum Durchführen ihrer Aktion - wie auch immer gestaltet - zu gelangen. Egal wie gut die Spähtrupps waren, man durfte nicht davon ausgehen, dass es alles reibungslos abgelaufen war. Wer weiß, vielleicht fand die Gruppe ja eine Stadt in Alarmbereitschaft vor.

Als das Bild dem Jungen gereicht wurde, nahm er nur kurz Notiz davon. Dann reichte er es weiter an Lihaku. Wenn überhaupt wäre es für den Aufklärer am Wichtigsten. Es war unwahrscheinlich, Kemuru am Tag im Supermarkt antreffen zu können. "Zwielichtige Gestalten" deutete an, wann sich Diebe, Halunken und andere Verfechter nicht alltagstauglicher "Berufe" am liebsten an ihre "Arbeit" machten. Sie mussten also dort suchen, wo das Zwielicht verblasst. Während die Gruppe weiterging, bat Mai um die demokratische Abstimmung, wie die Gruppe in Mayaku agieren sollte: Alle zusammen oder in Kleingruppen. Kayros sah zu den Genin herüber und machte nicht die geringsten Anstalten, etwas zu sagen. Er wusste, dass Mai das gesamte Team einbeziehen wollte, und diese Art der Teamführung hatte durchaus didaktischen Charakter, denn in der Schule Theorie pauken ist einfach (für die meisten), es aber anzuwenden und abzuwägen, wenn wirklich etwas auf dem Spiel stand, zeigte, ob man Gefühle und Rationalität trennen konnte. Das Ziel war ja langfristig, dass sie aufsteigen und ihrerseits gute Shinobi heranziehen könnten oder anderweitig ihrem Dorf und ihrer Fraktion dienen konnten. Für die kurze Diskussion versammelten sich alle in einem Kreis. Zeit genug, die Umgebung nach unerwünschten Beistehern zu untersuchen. Unter seinem weiten Mantel fiel es nicht auf, dass er vorsichtig Fingerzeichen formte. Als er dann in die Hoch ging und sich mit den Händen abstützte, wirkte die Haltung eventuell etwas untypisch, aber auch nicht allzu unbequem. Nun hatte er ein wenig Zeit, den Worten der anderen zu lauschen - und gleichzeitig konnte er so eine Spur ihrer Chakrasignatur kennen lernen.

Also, was denkt der Nachwuchs?
 

Hyuuga Lihaku

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Lächelnd nahm der Schwarzkopf die nett gemeinten Kommentare zu seiner Verwandlung entgegen. Die Tatsache, dass die Tarnung ausreichend gut zu sein schien, senkte den Puls gefühlt um 20 Schläge pro Minute. Die darauf folgende Diskussion um das Vorgehen und weitere Hinweise beäugte Lihaku zunächst etwas ruhiger. Er war das vielleicht kleinste Glied in der Kette und sollte zunächst die erfahrenen Chuunin den Vortritt lassen. Doch schienen die abwarten zu wollen. Prüfen sie uns etwa? Vielleicht wollen sie unsere Fähigkeiten abtasten. Bisher haben wir ja auch noch gar nichts über unsere Künste verraten...

Schließlich konnte Lihaku nicht mehr an sich halten und sprudelte mit seinen Gedanken heraus: Ich denke, dass wir uns aufteilen sollten. Die Mission beinhaltet Geheimhaltung und dies ist in kleineren Gruppen schlichtweg einfacher. Bleiben die Fragen, wie wir uns aufteilen und wo: hier direkt oder später vor Ort. Ich wäre für eine frühzeitige Trennung. Wir haben so zwar weniger Zeit, einander kennen zu lernen, doch erhöht sich das Risiko, enttarnt zu werden, wenn wir länger warten. Das Ziel ist klar als vorsichtig deklariert und mit Wachen ist tendenziell zu rechnen. Außerdem brauchen wir keine lange Vorlaufzeit, um einen detaillierten Plan zu schmieden, da wir uns vor Ort so oder so erst ein Bild machen müssen. Daher sollten wir hier regeln, wer vor Ort welche Informationen einholt und einen Zeitpunkt und Treffpunkt ausmachen, an dem wir uns dann treffen. Am besten ein gut besuchter Ort, an dem sich Fremde häufig begegnen und Freundschaften schließen, wie eine Bar. Und Fußball-Fans gehen doch häufig in Bars, oder?, er wartete mit seinen weiteren Ideen und hoffte Zustimmung aus den Gesichtern der anderen lesen zu können. Die Aufteilung bei fünf Personen wird 2 und 3 sein. Kayros und Mai werden die Gruppen leiten. Zumindest wäre dies mein erster Gedanke. Arata mit seinen Fähigkeiten könnte vermutlich besser in der Zweier-Gruppe agieren. Und ich gehöre zwecks Fantum-Tarnung sowieso in die Dreier-Gruppe. Wäre nur zu klären, ob Shin mich erneut erträgt und wer uns beide vorantreibt und maßregelt, falls wir über die Strenge schlagen. Immerhin sind wir Fußball-Fans, oder? Mit einem Zwinkern versuchte er wieder etwas Lockerheit auszustrahlen. Er wirkte sonst zu belehrend. Aber letztlich oblag die Entscheidungsgewalt zu diesen Fragen auch nicht in seiner Hand...
 

Mashido Shin

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Shin blickte ein wenig enttäuscht drein, als Mai auf seine Frage hin erwiderte, dass nichts über die Persönlichkeit der Zielperson bekannt sei. Da dies aber nun auch kein Grund war Trübsal zu blasen, nahm der Mashido das ihm angebotene Lichtbild Kemurus entgegen und reichte es, nachdem er selbst einen Blick darauf geworfen hatte, an Kayros weiter, der ihm am nächsten stand. Auf dem Foto konnte man tatsächlich nicht viel erkennen. Dann musste das Team eben anderweitig Informationen sammeln. Die weiteren Gedankengänge seiner Teamkameraden waren da zu diesem Zeitpunkt schon um einiges sinnvoller. „Sollten wir uns trennen und wenn ja: wann?“ Die Sakaida stellte die Vor- und Nachteile beider Möglichkeiten sehr gut gegenüber, sodass eigentlich klar war, was getan werden musste. „Es mag sein, dass wir in zwei kleinen Gruppen angreifbarer sind, aber dafür müsste der Feind uns erstmal entdecken. Wenn wir nicht entdeckt werden, können wir auch nicht angegriffen werden. Das denke ich zumindest. Wenn wir aber als große Gruppe operieren und entdeckt werden, stehen wir wahrscheinlich einer Übermacht gegenüber.“ sagte der Neunzehnjährige und fügte nach einem Moment des konzentrierten Grübelns hinzu: „Ich denke zwar, dass ihr, Mai-senpai und Kayros-senpai sicher mit einer großen Menge Schlägern zurechtkommt...“ er zögerte „... aber ich bezweifle, dass ich mehr als fünf Gegnern gleichzeitig gewachsen bin.“ Während der Mönch dies sagte, ließ er seinen Blick über alle Anwesenden schweifen und blieb letztendlich kurz auf Arata und Lihaku stehen. „Ihnen wird es wahrscheinlich nicht besser gehen. Wir müssen auf jeden Fall undercover bleiben.“

Innerlich zufrieden lauschte der Wüstenbewohner Lihakus Einteilung der Teams. Es schien so tatsächlich am Erfolgversprechendsten zu sein. Allerdings sagte er nichts dazu. Seiner Meinung nach hatte der Glatzkopf bereits ausreichend gesagt. Immerhin war er nicht in der Position, Noten zu verteilen.
 
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Arata für seinen Teil war überwiegend erleichtert, dass ihre Aufgabe hier nicht in einer Hinrichtung bestand. Nicht mal unbedingt weil er große Bedenken gegen außergerichtliche Todesurteile hatte (auch wenn das sicher ein sehr ernstzunehmender Gedanke war) sondern auch weil er ganz persönlich keine Lust hatte, Menschen umzubringen. Dass die Mission es nicht einschließen sollte nährte die Hoffnung dass er sich vielleicht doch nicht den völlig falschen Beruf ausgesucht hatte. Naiv? Bestimmt. Aber zumindest für den Moment konnte er es glauben, und das war doch auch schön. Auch das Problem von Lihakus Nebenhaus-Siegel war relativ unkompliziert zu lösen mit ein wenig Kostümierung - Arata war nur ein wenig erstaunt wie schnell der Hyuuga Kontaktlinsen einsetzte, aber beim zweiten Gedanken trug er die ja vermutlich nicht zum ersten Mal - auf vielen Missionen war ein so offensichtliches Doujutsu ja ein echtes Hindernis.

Was war noch zu diskutieren? Nun, die Gruppe musste sich wohl aufteilen, wie Mai in die Runde einbrachte, kaum dass sie das Tor verlassen hatten. Ihr Argument war recht schlüssig - am Stadttor würde eine kleine Reisegruppe zwar kein Aufsehen erregen, aber wachsame Untergebene würden eine Truppe wie ihre im Auge behalten, wenn sie sich gut organisiert zeigte und in die falschen Gegenden lief. Kleiner hatten sie eine bessere Chance unbeachtet zu bleiben. Und wenn ein eventueller Kampf ganz von ihnen abhing und somit berechenbar blieb hatte er auch nicht allzu viele Bauchschmerzen bei der Vorstellung die Gruppe zu teilen. "Mhmh. Wenn das so ist teilen wir uns besser auf. Was die Einteilung angeht wäre es wohl am besten in jeder Gruppe einen der Chuunin zu haben, der kritische Entscheidungen treffen kann." Trug Arata zu dieser Überlegung bei, und spähte wachsam auf das Foto, das Mai hervorzeigte. Mh ... auch mit einem Jungen der durch Wände sehen konnte im Team keine so ganz einfache Aufgabe. Jedenfalls nicht anhand dieses Bildes, auch wenn sie immerhin die Größe und Statur einschätzen konnten. "Ich denke wir müssten auch nicht direkt Kemuru selbst zu fassen bekommen ... unter diesen Umständen genügt es jemanden zu finden der weiß wo er sich befindet oder auch nur wie er genauer aussieht, damit Lihaku-san ihn erkennen kann. Sobald wir jemanden mit entsprechenden Informationen haben bin ich sicher dass ich sie gewaltlos aus ihm herausbekomme." War es eigenartig dass der vom Körperbau doch sehr an eine Lauchstange erinnernde, mädchenhafte Yamanaka das so selbstverständlich sagte dass es nicht mal angeberisch wirkte? Nur wenn man die Familie nicht genauer kannte.

"Mein Hiden bringt es aber mit sich dass ich einen Partner brauche, der mich während der Anwendung vor möglichen Angriffen schützt."
Er blickte offen in die Runde. Mai hatte bisher ein bisschen Angst vor seinen Jutsu gezeigt, der Hiragana schien schlechte Erfahrungen mit so ziemlich jedem hier vertretenen Clan gemacht zu haben - aber beide wären sicher so professionell das zu schlucken in dem Moment da es problematisch wurde. "Die Gruppe die mich einschließt könnte nach Personen mit Informationen zu Kemuru suchen, der andere mit konventionellen Methoden - und mit dem Byakugan - nach der möglichen Operationsbasis der Gruppe." Schlug er eine Einteilung vor die ihre "besonderen" Ermittlungsmöglichkeiten gleichmäßig unter den beiden Gruppen aufteilte. Was Spionage anging war er freilich noch ziemlich grün hinter den Ohren - noch grüner als in allem anderen - aber irgendjemand musste schließlich den Anfang machen.
 

Sakaida Mai

Chuunin
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Erwartungsvoll sah Mai ihre Teamkollegen an, als sie ich im Kreis versammelt hatten. Wie immer gesellte sich der Blauschopf zu ihrem liebsten Freund und warf ihm einen vielsagenden Blick zu. Bestimmt wäre das Team um sie herum clever und es waren gute Vorschläge und Argumente zu erwarten. Jeder von ihnen, auch Mai und Kayros selbst, mussten dazulernen. Die Kunoichi hätte gerne mehr Freiraum gehabt, als sie noch Genin war, doch ihre Teamleiter waren meist sehr bestimmend. Sie selbst wollte es besser machen und versuchte, alle zum Nachdenken anzuregen. Nur so konnten sie verstehen, wie man selbst später ein Team anleitet.

Lihaku machte den Anfang und es war für Mai nichts Neues mehr, dass der Junge mit dem langen, schwarzen Haar sich sehr überlegt und angenehm ausdrückte. Man merkte, dass er aus einer edlen Familie stammte. Seine Wortwahl war beachtlich und auch der Inhalt kam nicht zu kurz. Er wäre also dafür, dass die Gruppe sich sofort aufteilt und Arata aufgrund seiner besonderen Fähigkeiten im Zweierteam sein sollte. Als nächstes äußerte Shin seine Meinung und Mai fand es großartig, dass er ein Mensch zu sein schien, der auf Nummer Sicher ging. Der großgewachsene Glatzkopf hatte recht, wenn er zu bedenken gab, dass nicht alle Mitglieder des Teams einer Übermacht von Schergen gewachsen waren. Eine Gruppe ist nur so stark, wie ihr schwächstes Mitglied - das sollte stets bedacht werden. Anerkennend nickte Mai dem ihr noch relativ unbekannten Shin zu, um seinen Einwand eine gewisse Wertschätzung entgegen zu bringen. Sie selbst agierte auch stets nach dem Motto „Vorsicht ist besser als Nachsicht“. Nun, dann war Arata an der Reihe. Wenngleich Mai den blonden Jungen noch nicht so gut kannte, so war er ihr nach Kayros der vertrauteste. Überrascht über den neuen Einwand, an Kemuru heranzukommen, schürzte Mai die Lippen. Das war wirklich gut! Diese Idee sollten sie unbedingt im Hinterkopf behalten. Einen Hyuuga und einen Yamanaka im Team zu haben war unsagbar wertvoll!

Gut!“, beendete Mai schließlich die Runde. Sie sah noch einmal zu Kayros und lächelte dann alle Anwesenden an. „Es wäre natürlich am einfachsten, wenn wir unsere Fähigkeiten rund um die Uhr kombinieren könnten. Aber wir sollten nicht zusammenbleiben, sondern entweder über Funk kommunizieren oder uns verdeckt treffen, um uns schnell auszutauschen.“, fasste sie den O-Ton des Teams zusammen. „Kayros, ich würde dich gerne an Aratas Seite wissen. Er sagte bereits, dass er vor Angriffen geschützt werden muss, wenn er sein Hiden anwendet und ich weiß, dass an dir keiner vorbei kommt. Außerdem bist du in der Informationsbeschaffung überaus geschickt, ich habe es ja in Yugakure erlebt. Ihr werdet zu zweit ausreichend bedient sein.“, endete Mai lächelnd und hoffte, dass Arata und Kayros einverstanden waren.

Und Shin, Lihaku und ich bilden das zweite Team. Wir nutzen die Tarnung als Fußballfans, die zufällig durch die Stadt kommen. Und wer weiß, vielleicht kann es uns helfen, ein wenig Interesse an den Drogen zu heucheln?“, grinste sie gegen Ende. Naja, wie das Dreiergespann letztendlich an Informationen zu Kemuru kam, musste noch in trauter Dreisamkeit besprochen werden. „Das Ziel jedes Teams ist es, Informationen über Kemuru und seinen Aufenthaltsort zu beschaffen. Sobald klare Anhaltspunkte da sind, werden sie dem anderen Team mitgeteilt. Sollte einer von euch auf die Idee kommen, das Versteck im Alleingang zu stürmen, werde ich Kemuru zuvorkommen und denjenigen umbringen!“, drohte Mai und natürlich klang es nicht wirklich bedrohlich. Wie könnte sie auch? Aber immerhin versuchte der quirlige Blauschopf es.

Eine ganze Weile war das Team noch unterwegs, ehe sie in der Abenddämmerung ungefähr noch eine Stunde Fußmarsch von Mayaku entfernt waren. „Bis wir dort ankommen, wird es dunkel sein. Ich denke, dass wir uns nun trennen sollten.“, murmelte Mai leise. Die Gruppe war noch immer im Wald vor neugierigen Blicken geschützt, doch der Waldrand würde nicht mehr lange auf sich warten lassen. Ein wenig verunsichert sah die Kunoichi zu Kayros, dessen Blickkontakt sie auffallend oft suchte. Manchmal wäre es ihr lieber, er würde die Mission leiten und die Verantwortung tragen.

-> Lihaku, Shin und Mai - Stadtzentrum
 
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Hiragana Kayros

Chuunin
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Und so war es entschieden. Kayros würde mit dem jungen Yamanaka ein Tag Team bilden, Mai würde mit Shin und Lihaku agieren. Der Suna-Nin erhob sich, sich sehr sicher, dass sie fünf die einzigen waren in der näheren Umgebung. „Verlass dich auf mich, Mai-taicho!“, sagte der Hiragana und zwinkerte dabei dem Yamanaka zu. Er straffte seine Körperhaltung und streckte sich etwas, als sie ihren Weg fortsetzten. Sie sprachen wenig, dafür hing jeder mehr seinen Gedanken nach. Nachdenklich ging der Chuunin neben seiner Freundin her, die Situation abschätzend. Ihnen war nicht bewusst, wie viel Macht Kemuru tatsächlich in Mayaku hatte. Sie mussten unter allen Umständen vorsichtig sein, dass sie sich nicht verrieten. Vor den normalen Schlägern hatte er ehrlich gesagt überhaupt keine Angst. Mai war stark, sie könnte vermutlich im Alleingang Kemurus Gang besiegen, ohne auch nur ihre Frisur dabei zu ruinieren. Sie war schnell, und ihre Raitonkünste würden jeden Mann sofort bewegungsunfähig machen. Nein, Sorgen machte sich Kayros keine - eigentlich. Aber er musste diese eine unwahrscheinliche Option doch im Hinterkopf behalten, er durfte auf keinen Fall überrascht werden. Sein Blick suchte den von der Sakaida, nicht besorgt, nur ernst. Als sie sich ansahen, Kayros den ernsten Blick seiner Teamleiterin sah, ein wenig Bedrückheit oder Zweifel in ihren Augen meinte zu erkennen, musste er sie einfach mit seinem wärmsten Lächeln anstrahlen - trotz der kalten Temperaturen. Sie hatte Bedenken, ein Zustand, den Kayros in jeder einzelnen seiner Missionen in leitender Rolle kannte. Wurde alles bedacht? Ist das Team vernünftig vorbereitet? Stürze ich sie alle nicht ins Verderben? Ja, Kayros war manchmal ein Fatalist. Und bisher ist doch alles immer ziemlich gut verlaufen, oder? Er hatte nie jemanden hängen gelassen, und genausowenig hat es Mai jemals getan.

In diesem Moment erhob sie auch schon ihre Stimme. Sie gab den Befehl, sich zu trennen. „Wir funken heute Abend um 22:46 Uhr auf dem üblichen Kanal. Hört ihr in dem Zeitraum von plus minus drei Minuten nichts von uns, dann wieder am nächsten Tag. Hören wir nichts von euch, ebenfalls.“ Kayros konnte jetzt noch nicht sagen, wohin sie kommen würden und ob es für sie eine Möglichkeit gab, direkt Kontakt mit dem Rest aufzunehmen. Aber beide Teams hatten sich ja für eine mehrtägige Suchaktion gewappnet. Ein Problem gab es nur an ihrer Tarnung: Es wird schnell auffällig, wenn sie länger als zwei Abende blieben. Ein kniffliges Zeitfenster. Bevor die anderen gingen, klopfte Kayros Shin und Lihaku jeweils auf die Schulter. „Passt mir auf Mai auf, ja? Ein Mädchen sollte nicht ohne aufmerksame Begleitung in einer solch düsteren Stadt verkehren.“ In diesem Sinne: Haltung annehmen, Männer! Kayros wird vermutlich schneller zur Stelle sein, wenn ihr eure Aufgabe vergeigt, als euch lieb ist.

Als Arata und Kayros letztlich zurückblieben, schaute der Blondschopf den Langhaarigen aus Shirogakure für einen Augenblick an. Der Wind spielte mit ihrer Kleidung, schien beide auch schon zum Aufbruch zu drängen, und doch mussten sie an sich halten. Was eine gute Zeit, sich gegenseitig kennen zu lernen, oder? „Sag mal... Was ist eigentlich deine Lieblingsfarbe?“ Wahnsinnig guter Eisbrecher, Kayros.
 

Mashido Shin

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Die Planung als Großgruppe neigte sich schließlich dem Ende und Kayros kam noch ein letztes Mal auf Shin und Lihaku zu, um ihnen etwas zuzuflüstern. Für den Mashido stand es außer Frage, dass niemand Schaden nehmen würde, wenn er es verhindern kann. Da gab es nur ein Problem. „Kayros-senpai bringt mich um, wenn ich Mai-senpai im Notfall nicht beschütze. Aber Mai-senpai bringt mich um, wenn ich Alleingänge starte. Was ist also, wenn ich Mai-senpai nicht ohne einen Alleingang schützen kann?“ er nickte auf die Information des Hiragana hin, um zu signalisieren, dass er verstanden hatte. Der Glatzkopf nahm jede Drohung der Chuunins absolut ernst. Selbst die der Blauhaarigen, wo wahrscheinlich jeder andere sofort erkennen würde, dass keine wirkliche Gefahr bestand. Kaum hatten die beiden männlichen Blondinen sich aus der Hörweite begeben, wandte sich der Neunzehnjährige an sein jüngeres Pendant und flüsterte: „Ich fürchte, keiner von uns beiden wird diese Mission überleben.“ Sein Ton war zwar mit einem deutlichen Augenzwinkern versehen, aber ein gewisses nervöses Zucken der Adern an seiner Schläfe konnte er nicht unterdrücken. Natürlich bestand noch immer die Möglichkeit, dass es gar keinen Bedarf an Alleingängen geben würde. Seiner Meinung nach war diese Wahrscheinlichkeit aber vergleichsweise gering. „Es bringt nichts. Ich muss einfach mein bestes geben und auf die Stärke meiner Kameraden vertrauen. Immerhin ist Lihaku-san auch nicht ohne und Mai-senpai genauso eine Chuunin, wie Kayros-senpai. Da fällt mir ein...“ Stimmt, die Fähigkeiten des Hyuuga-Sprösslings konnte der Mönch schon einigermaßen einschätzen, aber die Teamleiterin war dahingehend ein geschlossenes Buch mit Vorhängeschloss. Kurz entschlossen trat er an die Blauhaarige heran und fragte: „Nur so aus Neugier, Mai-senpai, worin bestehen eigentlich deine Stärken? Als Chuunin musst Du unglaublich stark sein. Und Kayros-senpai auch.“ Es war sicher nützlich, ein wenig über jeden zu wissen. In erster Linie war es aber nur reine Interesse und diente sogar eher dem Smalltalk, als der gezielten Informationsbeschaffung.

tbc: Stadtplatz
 
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Die Gruppen wurden eingeteilt, und das Los für Arata fiel Kayros zu - und wie erwartet reagierte der sehr professionell und traf bereits Entscheidungen, wie ihre Gruppen kommunizieren würden wenn sie bereit waren. Offenbar machte er soetwas nicht zum ersten Mal, und der Yamanaka für seinen Teil nickte nur und wartete ab, bis der erfahrene Kollege sich von seiner langjährigen Freundin verabschiedet hatte - und den anderen zwei noch aufgetragen hatte auf sie aufzupassen. Er konnte das gut nachempfinden - Mai war einfach liebenswürdig, und ganz egal wie viel kampfstärker als ihre beiden Begleiter sie auch sein mochte, man wollte sie unversehrt wissen. Arata für seinen Teil winkte den anderen drei zum Abschied noch hinterher, machte aber sonst keine großen Gesten - so nahe stand er Shin und Lihaku dann auch nicht, dass er sich mit einer Umarmung oder etwas ähnlichem wohl gefühlt hätte - und dann waren sie auch schon allein miteinander ...

Naja, nicht wirklich. Aber jedenfalls soweit allein dass Kayros vielleicht erstmals dazu kam sich wirklich auf Arata zu konzentrieren. Und ... offenbar versuchte er es jetzt mit Kennenlernen? Ein leiser Anklang von Belustigung blitzte in den dunkelgrünen Augen des Yamanaka auf, als er die Frage hörte, aber natürlich antwortete er - er war schließlich höflich. "Unterschiedlich. Kleidung habe ich gern in grün oder braun, aber ich sehe auch hellblau sehr gerne. Der Himmel gerade ist schön, nicht?" Erwiderte er ungewöhnlich offenherzig (gut, es war eine banale Frage) und betrachtete Kayros nachdenklich, während sie beide sich etwas langsamer in Bewegung setzten, um nicht zeitgleich mit Mais Gruppe einzutreffen. Er würde das Kennlernspiel gleich mitspielen, aber vorher wollte er noch eine Sache loswerden. "Was ich noch besprechen wollte ehe wir vor Ort sind - ich habe die Möglichkeit eine gedankliche Verbindung zu Menschen aufzubauen um Sprache zu übertragen." Er vermied ganz bewusst das Wort "Telepathie" - die Leute dachten dann sofort er wäre im Stande ihre geheimen erotischen Fantasien auszugraben nur indem er ihnen in die Augen schaute. Abgesehen davon dass er das in den meisten Fällen gar nicht hätte wissen wollen, die Technik gab das einfach nicht her. "Wärst du einverstanden wenn ich das im Einsatz tue, falls ich gerade nicht laut reden kann? Sobald die Verbindung steht könntest du mir auch auf diesem Weg auch antworten." Es schien ihm klüger das direkt anzusprechen - nicht dass sie in einer Notlage kostbare Sekunden mit Erklärungen verloren. "Und ansonsten ..." Nach Sternzeichen würde er nicht fragen, nein. Das klang wie ein ganz einfallsloser erster Kontaktversuch an der Bar. Abgesehen davon hielt er das alles für völligen Unfug den die Menschheit besser vergessen sollte, wie er einigen interessierten Barbesuchern weit nach Mitternacht erklärt hatte. Ähm ... normal wirken. Keine Psychoanalyse, er scheint wie jemand den das irritieren würde. "... du wirkst wie jemand der gerne liest. Irgendwelche Vorlieben?" Schloss er den begonnen Satz nach einer viel zu langen Pause - verdammt, doch analysiert. Das fing ja gut an.

TBC: Wohngebiet
 
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c.f. Getsurin - Hafen

Kenta musste Lachen, das war schön. Joudan mochte es, wenn andere sich freuten. Und wenn seine Schneiderei tatsächlich nur eine kleine war, dann würde der junge Herr sie nach Beenden der Mission definitiv aufsuchen. Handwerker, die was von ihrer Kunst verstanden, gehörten gefördert. Schändlich genug, dass es in Sora einen guten Schneider gab, von dem Joudan noch nichts wusste. Das Schicksal eines Neu-Dazugezogenen. Der rothaarige Teamleiter stellte Joudan gerade eine Frage, die das Ziel der Mission betraf. Joudan wusste eine Menge über das Reich der Wasserfälle, doch noch während er abwog, welche Informationen für Kenta wohl von Interesse waren, gesellte sich der Dritte im Bunde, der vom Rotschopf als Tamaki vorgestellt wurde, zu Kenta und Joudan. Sein Erinnerungsvermögen hatte den Blondschopf tatsächlich nicht getäuscht, das Gesicht Tamakis kam Joudan vage bekannt vor. "Seid auch Ihr gegrüßt, Suzuya-san. Zur kürzlichen Ernennung zum Genin gratuliere ich. Auch Tamaki gegenüber deutete Joudan eine kurze Verbeugung an, dann wandte der Blondschopf sich an seine beiden Teammitglieder:

"Wie Kinzoku-san richtig schlussfolgerte bekleide ich erst seit einigen Tagen den Rang des Genin und dies ist meine erste Mission. Für eure entgegengebrachte Geduld und Anleitung bedanke ich mich schon im Voraus. Um zu Eurer Frage zurückzukommen, Kinzoku-san, das Reich des Wasserfalls steht derzeit politisch neutral zu den beiden Großbündnissen, auch wenn mit den umliegenden Ländern, speziell Iwa und Hi, reger Handel betrieben wird. Groß Teile des Landes sind von Wald bedeckt, entsprechend besteht größere Fauna vor allem aus Rotwild und Wildschweinen. Binnenländische Wasserwege sind aufgrund der vielen Wasserfälle kaum oder nur in sehr kurzen Abschnitten beschiffbar, das Straßennetz ist gut ausgebaut. Einen großen Teil der Reise innerhalb Takis sollten wir auf großen Hauptstraßen zurücklegen können, diese sind der schnellste Reiseweg - zumindest für Zivilisten. Aufgrund Takis mangelhaft ausfallender Streitkräfte sind die Straßen durch größere Waldstücke gerne Schauplatz für Überfälle durch Strauchbanditen, doch sollten wir uns keiner großen Wagenkaravane anschließen werden wir drei sicher nicht wie ein lukratives Ziel für ein einen solchen Überfall wirken." Joudan hielt kurz inne. Zum reich der Wasserfälle hatte er genug erzählt. "Ein planloses Absuchen der Umgebung des Dorfes Tousho halte ich für keine gute Idee. Der Wald bietet unzählige Versteckmöglichkeiten und die Wahrscheinlichkeit, den Verursacher des Problems so zu finden, halte ich für verschwindend gering. Ein möglicher Ansatz wäre, herauszufinden seit wann sich diese "Entführungen" ereignen und den unmittlebar-davorgehen Zeitraum nach unüblichen Vorfällen zu forschen. Ich bin nicht in der Lage, wochenalte Spuren zu lesen und ihnen zu folgen, doch sofern einer von euch derart ausgebildet ist, wäre das ein weiterer Ansatz. Zuletzt kam mir noch der Gedanke, einen von uns als "Köder" für den Verursacher zu verwenden. Dies birgt jedoch einige Risiken, weshalb ich vorerst davon abraten würde. Vielleicht hatte Kenta noch etwas darauf zu erwidern und vielleicht würde Tamaki noch seine eigenen Gedanken zur Situation offenlegen. Doch die drei Genin mussten relativ bald danach ihre Fähre betreten, denn der bärige Fährmann, der selbst bei so warmen Wetter einen Ame-Nerz (spöttisch-ironische Bezeichnung für einen Ölmantel oder auch Regenbekleidung im Allgemeinen. Anspielung darauf, dass im Reich des Regens die meisten Bewohner mehr Regenjacken als sonstige Kleidungsstücke haben) trug, würde sicher sein Auslaufen nicht der drei jungen Männer wegen verschieben.

-- Eine Schifffahrt und ein bisschen später --
Die Überfahrt aufs Festland des Feuerreiches hatte etwa einen halben Tag in Anspruch genommen, den restlichen Tag waren die drei Genin Soragakures auf Schusters Rappen unterwegs gewesen. An den Straßenrändern spielte sich wie jedes Jahr im Spätsommer die Weizenernte ab. Die riesigen, weitreichenden Kornfelder, die die Bewohner des Feuerreich ernährten, wurden von duzenden Bauern und Helfern mit Sensen geerntet. Joudan konnte sogar einmal beobachten, wie ein kleiner Trupp Shinobi mit Futon-Jutsus großflächig das Getreide einfuhren. Um solche Erntehelfer zu bezahlen musste der Bauer dem das Feld gehörte, odentliche Gewinne erwarten, denn die Kosten für Shinobiarbeit in Weizen aufzuwiegen war zu dieser Jahreszeit, wenn die Kornspeicher überquollen, nicht einfach. Das Geschäftsmodell nicht weiter hinterfragend ließ Joudan mit seinen Gefährten die Felder bald hinter sich, denn umso weiter sie in Richtung Norden reisten desto bewaldeter wurde die Umgebung.
Joudan war während der Reise ausnahmsweise nicht wirklich nach Reden. Zum einen war er lange Marscheinheiten noch nicht wirklich gewohnt und er hatte mit der Ausdauer zu kämpfen. Zum anderen war er viel zu sehr damit beschäftigt, diese bisher von ihm unbereiste Gegend mit seinen Augen zu erkundigen. Er zählte die verschiedenen Schreine, die an Kreuzungen angebracht waren um für die Gunst von Reisenden zu sorgen, vermerkte interessante Details in der Architektur wie zum Beispiel das vormehrte Aufkommen von Flachdächern landeinwärts, das vom Mangel an regelmäßigen Regenfällen deutete, oder versuchte, an er Kleidung vorbeigehender Reisender auf ihre Lebensgeschichte zu schließen - ein Spiel das er gerne mit Rin gespielt hatte. Nur laut, miteinander (und meistens aus einer Kutsche heraus).
Die Sonne hing schon tief am Himmel und der Geruch nach frischem Heu war schon längst dem würzigen Duft von immer häufiger auftretenden Tannen- und Fichtenbäumen gewichen, als Joudan am Straßenrand ein Gasthaus erspähte. Aus dem Schornstein dringender Rauch deutete auf eine warme Küche hin und als die Shinobi sich dem Gasthaus näherten konnten sie auch freudige Stimmen und sogar Musik aus dem Gebäude dringen hören. Das Gasthaus lockte mit einem warmen Mahl, einem weichen Bett und Gesellschaft für den Abend. Aber vielleicht würden die beiden anderen auch noch bis nach Sonnenuntergang noch weitergehen wollen. Joudan blickte seine Kollegen fragend an, das Gasthaus dürfte keiner von beiden übersehen haben. Doch noch bevor die Dreie sich über ein Vorgehen einigen konnten schwoll hinter ihnen, wie Donnergrollen, das Getrampel von Pferdehufen an. Joudan musste einige Ausweichschritte machen um nicht von zwei Reitern, die in einheitliche Uniformen gekleidet waren, über den Haufen geritten zu werden. Sie trugen beide eine leichte Rüstung und ein Katana als Bewaffnung an der Seite. Ihre Pferde brachten die Männer, deren Uniform Joudan auf die Schnelle nur als dem Staate des Feuerreiches zugehörig einordnen konnte, vor der Herberge zum Stillstand bevor die beiden eiligen Schrittes in der Türe zum Gasthaus verschwanden. Joudan blickte erneut zu Kenta und Tamaki.
"Die hatten es ja eilig."
 
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- am Hafen -

Ach, danke. Euch natürlich ebenso.“, erwiderte Tamaki den Glückwunsch wie auch die Verbeugung und machte sich die gedankliche Notiz beim nächsten Wortwechsel mit Joudan wieder zum Familiennamen zu wechseln. Die ungute Aufregung, die er vor wenigen Momenten noch durchlitten hatte, hatte ihn für einen Moment vergessen lassen, dass er dem anderen Genin bei Weitem nicht so vertraut war wie umgekehrt. Und da er selbst kaum etwas über Joudan wusste, mochte es gut sein, dass der blonde Junge bis eben gar nichts von seiner Existenz gewusst hatte. Was jedoch viel zu deutlich war als dass es ihm entgangen wäre, war Kentas Umgang mit ihm. Das war nicht der Kenta, den er kannte. Das war Kenta, so wie er sich den Lehrern an der Akademie gezeigt hatte. Der, der einen guten Eindruck hinterlassen wollte. Oder etwas vorhatte. Tamaki musste sich unweigerlich fragen, was davon hier und heute zutraf und ob es etwas mit dem Kushou zu tun hatte oder Kenta einfach die Rolle eines verantwortungsvollen Missionsleiters ausfüllen wollte. Nun, es würde sich beizeiten zeigen und er würde wie immer achtgeben.

Vorerst aber galt es, sich Dingen zu widmen, die greifbarer waren. Der Suzuya war ganz froh, dass Joudan das Reden übernahm und die wichtigsten Eckpunkte zu ihrem Reiseziel zusammenfasste sowie einige erste Überlegungen zum weiteren Vorgehen in den Raum stellte. Zu Taki no Kuni oder Tousho hatte Tamaki für den Moment nichts weiter hinzuzufügen, jedoch klinkte er sich ein, als es um den Auftrag selbst ging. „Haben wir den Namen unseres Auftraggebers?“, fragte er in Kentas Richtung. „Falls ja, schlage ich vor, wir setzen uns zuerst mit ihm oder ihr in Verbindung und lassen uns auf den neuesten Stand bringen. Vielleicht haben sich zwischenzeitlich neue Entwicklungen ergeben. Im Idealfall wissen wir dann auch, wen wir weiter befragen können. Ohne genaueres zu wissen, würde ich den Familien der Verschwundenen erste Priorität beimessen. Unser weiteres Vorgehen müssen wir an die gewonnenen Erkenntnisse anpassen.“. Jetzt konnten sie noch nicht viel anderes tun als einen Blumenstrauß an Optionen zusammenzuwerfen. Aber auch das half, wenn sie vor Ort schnelle Entscheidungen treffen mussten. „Spuren lesen kann ich leider nicht, aber für Ablenkung sorgen, falls es notwendig wird. Falls wir es mit Illusionen zu tun bekommen, kann ich vielleicht auch ein bisschen Licht ins Dunkel bringen.“. Und falls sich die Möglichkeit bot, den Dorfbewohnern ein bisschen unbemerkt hinterher zu spionieren, ergab sich vielleicht auch das eine oder andere hilfreiche Detail. „Stellen wir uns in Tousho eigentlich als Shinobi vor oder reisen wir inkognito ein?“, fragte Tamaki, während sie den Weg zur Fähre antraten. „Falls jemand im Dorf selbst für die Vorkommnisse verantwortlich ist, könnte es hilfreich sein, wenn wir uns nicht zu erkennen geben. Und sollten wir die Sache mit dem Köder umsetzen, auch.“. Nur ein paar erste Gedanken, die sie während der Reise weiter umwälzen und ausarbeiten konnten. Für den Moment hatte Tamaki nun wirklich genug geredet.

- an Land -

Sie waren noch nicht einmal besonders weit von Soragakure und Getsurin entfernt – der riesige Turm war von der Küste noch aus zu erahnen -, doch für Tamaki taten sich neue Welten auf. So Kenta nicht irgendwelche Maßnahmen ergriff, um die Stille in der kleinen Gruppe zu brechen, würde während des Fußmarsches wohl kaum ein Wort gewechselt werden, denn auch der Suzuya war vollauf damit beschäftigt, in der Gegend umher zu schauen und all die neuen Eindrücke aufzunehmen. Wie hatte sein Vater nur all das aufgeben können und sich in einem Dorf über den Wolken zur Ruhe setzen können? Einem Dorf, das Tamaki zusehends enger geworden war… Über diese und andere Gedanken und noch viel, viel mehr, was es zu sehen gegeben hatte, war der Tag wie im Fluge verstrichen. Erst als die Sonne das Land mit weichem Abendlicht überzog, merkte der Suzuya, wie sehr ihm die Beine schmerzten. Wie es morgen sein würde, daran wollte er gar nicht erst denken, doch er beklagte sich nicht. Das Wirtshaus musterte er zwiegespalten. Ein anständiges Bett und eine warme Mahlzeit klangen verlockend, andererseits schien dort auch einiger Trubel zu herrschen, nach dem Tamaki nicht unbedingt der Sinn stand. Gerade noch konnte er den jäh heranpreschenden Reitern ausweichen und sich strauchelnd abfangen, um nicht hinzufallen. Natürlich hielten die Männer genau auf das Gasthaus zu. „Wollt ihr dort übernachten?“, fragte Tamaki mit leisem Zweifel in der Stimme.
 

Kinzoku Kenta

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Joudan war ja wirklich großartig ... er zog die Nummer eiskalt durch, und machte endgültig offensichtlich zu welcher Seite sein Charakter die Schlagseiten hatte. Kenta war nicht so blöd sich auf laufender Mission Probleme einzukaufen die er dafür nicht brauchte (... meistens) aber sein blonder neuer Freund war definitiv dringend vorgemerkt für spätere Tricks, wenn sie alle drei wieder friedlich im Dorf hockten. Für den Moment war es sinnvoll wenn sie alle brav zusammenspielten, also tat Kenta so als würde die ungebetene Geographiestunde, die nur mit viel Augenzusammenkneifen noch auf seine Frage passte, ihn irgendwie interessieren ... das einzige wobei er innerlich aufmerkte war die Bemerkung zu Strauchdieben, die ihn kurz überlegen ließ ob er einen Vorwand fand gerade deswegen eine Handelskarawane zu begleiten. Aber nein ... das wäre jetzt albern.
Nach der unnötigen Extemporation zum Land, in dem ihre Mission stattfinden würde, kam Joudan jedenfalls auch irgendwann mal zur Frage wie er die Mission angehen würde, und damit ein bisschen mehr zum Thema ... blieb aber recht allgemein und sagte vor allem was nicht gehen würde. Sehr hilfreich. Zumindest die Köderidee war kein völliger Käse, falls denn etwas an dem Monster dran sein sollte. Kenta hatte schon eine Idee wen er zum Freiwilligen ernennen könnte. Tamaki gefiel das Konzept offenbar auch ... hmmm. Kenta fand es zwar interessant die Mission quasi inkognito zu lösen, aber das würde es auch erschweren verdächtige Fragen zu stellen. "Schauen wir uns den Ort an bevor wir entscheiden wie wir auftreten. Falls es eines der üblichen verschlossenen kleinen Winzdörfer ist kommen wir als rätselhafte Fremde eh nicht weit. Einen richtigen Namen habe ich nicht - in den Unterlagen steht nur das Dorf als Auftraggeber. Ich nehme an es gibt vor Ort jemanden der repräsentative Aufgaben hat und den Auftrag erteilt hat." Oder sie hatten all ihr Geld, ein paar speckige Seiten Papier und den einzigen Briefumschlag im Ort zusammengeworfen und "Das Dorf" auf den Absender geschrieben. Vorstellbar wärs ja!


Das Wegstück durchs Feuerreich fiel zumindest am ersten Tag etwa so pittoresk aus, wie Kenta in seinen schlimmsten Träumen befürchtet hatte. Sie hatten sogar Ninja, die Getreide mähten ...? Musste eine besonders alberne Abschlussprüfung sein, er konnte sich nicht vorstellen dass die Bauern hier so viel Geld übrig hatten wenn sie nicht gerade Großgrundbesitzer waren. Oder vielleicht machte Konoha so einen Käse einfach aus Nettigkeit. Das Gasthaus gefiel Kenta schon vom ersten Anblick nicht besonders, und als auch noch eine kleiner Reiterstaffel halt machte, war die Entscheidung bis zur Dunkelheit zu marschieren endgültig gefallen.

"Wir ziehen weiter. Es wird noch ein paar Stunden hell sein und ich möchte nicht unnötig Zeit mit irgendeiner militärischen Affäre verlieren. Notfalls schlagen wir unterwegs ein Weglager auf."
Entschied Kenta. Er hatte zwar keine Ahnung was die berittene Truppe hier vorhatte, aber er wollte es auch nicht wissen - und das war genau der Grund warum er seine kleine Gruppe weiterscheuchte. Wenn sie Pech hatten wurde das Gasthaus gerade wegen krimineller Umtriebe hochgenommen und sie würden nur unnötig aufgehalten oder als fremde Shinobi gar in ernstere Probleme geraten, wenn sie einem Militär ins Auge fielen. "Tamaki - wenn du nicht mehr laufen kannst gib Bescheid. Wir sollten dich auch tragen können wenn es nicht anders geht." Kenta war zwar auch nicht mehr gerade frisch, aber den Großteil des heutigen Tages hatte er ja auf einem Schiff hockend verbracht - eine Weile hielte er sicher noch aus. "Na, wie frisch ist das Überlebenstraining noch bei euch?" Fragte er launig in die Runde, nachdem die Möglichkeit eines Zeltlagers im Raum stand. Vor allem Joudan war dabei das Objekt seiner Neugier.

tbc: Sumamura
 
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Kenta und Tamaki schienen wohl schon miteinander bekannt zu sein, zumindest schätzte Joudan das anhand der Art, wie der Rothaarige mit Tamaki umsprang, ein. Doch die bisherige Beziehung zwischen seinen beiden Teammitgliedern war nebensächlich, denn etwas viel wichtiges beschäftigte den Blondschopf: Schon in seiner ersten Nacht würde Joudan unter freiem Himmel kampieren müssen. Kalten Angstschweiß schwitzte der frischgebackene Genin noch nicht, doch sonderlich viel fehlte dazu nicht. Kentas Frage nach dem Überlebenstraining macht das Ganze auch nicht wirklich besser. "Werden wir schon hinbekommen.", antwortete er Kenta nicht sonderlich überzeugend. Den Rest des Tages lang war Joudan nicht mehr wirklich auf Gespräche scharf. Nicht nur die fortschreitende Uhrzeit sondern auch die immer waldiger werdende Landschaft sorgten dafür, dass es schnell dunkel wurde. Am Rande der Wege waren bald nur noch massive Laubbäume zu sehen, da gab Kenta den Befehl, das Nachtlager aufzuschlagen. Sie hatten eine größere Lichtung gefunden, an der für Reisende eine kleine Wanderhütte stand. Das Holzkonstrukt hatte seine besten Tage schon hinter sich: Vereinzelte Seitenlatten waren schon angebrochen, das hölzerne Dach war löchrig und Joudan konnte sich auch irgendwie nicht vorstellen, dass die kleine Hütte nicht allen möglichen Waldbewohnern als gelegentliche Schlafstätte diente. Vermutlich roch sie auch noch nach Tier.

Dennoch war Joudan froh, sich um das Aufbauen des Zeltes gefrückt zu haben. Die kleine Wohung in Soragakure, in der er mit Rin wohnte, hatte keinen Garten, also konnte er Zeltaufbauen noch nicht üben. Zwar war der Blondschopf technisch nicht gerade unbegabt und den Anweisungen, die ihm der Verkäufer aufgeschrieben hatte, könnte der junge Mann sicher folgen, doch würde er dabei wahrscheinlich unbeholfen wirken. Und diese Blöße gab er sich besser spät als früh. Nachdem die Hütte gesichtet, gesichert und mit Decken, Schlafsäcken und Gepäck der drei Genin eingerichtet worden war spürte Joudan endlich den halben Tagesmarsch in seinen Gliedern. Die Füße taten ihm weh (und das konnte er noch nichtmal auf seine Stiefel schieben), er war erschöpft und hätte sich am liebsten direkt in den Schlafsack geschmissen, doch zu erst galt es, das Nachtlager noch ein wenig weiter auszubauen. Joudan nahm sich der Aufgabe, Feuerholz zu sammeln, an. "Das muss hier, so mitten im Wald, ja zu schaffen sein.", dachte der junge Herr sich, als er sich einige Schritte von der Lichtung entfernte. Joudan war zwar nicht der geborene - oder erfahrenste - Camper, doch die Grundlagen hatte er auf der Akademie gelernt. Feuerholz gab es im Wald meist genug auf dem Boden, extra Äste abzusägen oder Bäume zu fällen war Zeit- und Kraftverschwendung. Um Feuer zu machen mussten die Äste recht trocken sein, das war einleuchtend. Nach diesen zwei Prinzipien vergehend trat Joudan durch den Wald. Er versuchte dabei, sich möglichst parallel zu dem Weg zu halten, auf dem die Soragakurer Shinobigruppe angereist war, dann konnte er nämlich dort den Rückweg zum Lager antreten.
Der lange, warme Sommer, an dessen Ende sich das Land gerade befand, war gnädig zu Joudan. Die meisten größeren Äste und umgeknickten Bäume, die er auf dem Boden fand, waren schön trocken und würden sich sicherlich für ein Feuer eignen. Was dem jungen Herren jedoch gar nicht gut kam war, wie sich das Gestrüpp und Gebüsch, durch das Joudan sich Schritt für Schritt schlug, ihn an Hose und Haaren zerrte. Den robusten Mantel hatte Joudan -nicht nur des Stils wegen und trotz des warmen Wetters - anbehalten und das robuste Leder schützte Hemd und Weste vor den zerrenden und kratzenden Sträuchern, doch der Blondschopf war sich nach einigen Minuten sicher, die schöne dunkelbraune Hose ohne einen Besuch beim Schneider vorerst nicht in feiner Gesellschaft tragen wollte. Als Joudan sich einen Weg durch einen Dornenbusch zwang und dabei ein mit Draht zusammengebundens Bündel aus Holz hinter sich herzog riss ihm sogar eines der Hosenbeine auf Knöchelhöhe zentimetertief ein. "Scheiß Wald...", dachte der feine Herr sich und war froh, dass niemand seine Gedanken lesen konnte.
Nach etwa einer Viertelstunde hatte Joudan genug. Nicht nur genug Holz sondern auch genug vom Holzssammeln und durch-den-Wald-wandeln. Also machte er einen scharfen Rechtsknick und schlug sich innerhalb weniger Minuten auf den Weg zurück. Der Wald hatte seine Spuren auf Joudans Hose und auch in seiner Frisur hinterlassen. Missmutig stellte Joudan fest, keinen Spiegel dabei zu haben um das Ausmaß der Schäden zu betrachten. Also schnürte er das Feuerholz fester zusammen, nahm es in die Arme und machte sich auf den Weg zurück zum Lager.
Es gab vor der Hütte eine deutlich definierte Feuerstelle. Einige größere Steine standen dort im Kreis und innerhalb und in etwa anderthalb Metern Umkreis wuchs kein Gras. Dort warf der Blondschopf einen Teil des Holzes ab und legte den Rest außer Reichweite - Brandschutz und so! Dann entnahm er aus seiner Tasche eine neue Errungenschaft: Ein Feuerzeug. Es war aus polierten Stahl, etwa vier Finger breit und als Joudan die Kappe öffnete und mit einer Dauembewegung eine kleine Flamme zum Tanzen brachte, war er äuerst froh über diese Investition. Er war wahnsinnig schlecht darin gewesen, Feuer zu machen, dieses Kleinod würde ihm dabei assistieren. Vorfreudig hielt er das Feuerzeug an einen der größeren Äste und wartete, bis er Feuer gefangen hatte. Und wartete. Und wartete. Und hab nach einer Minute etwa aus. Das Feuerzeug war nicht stark genug um größere Äste zu entzünden. Also rollte er die meisten größeren Äste bei Seite und fing mit ein paar kleinen Spächtelchen an. Eine ordentliche Pyramide gelang dem Genin nicht, doch mit einigen trockenen Blättern als Zunder und dem großzügigen Einsatz des Feuerzeuges schaffte Joudan es, ein Feuer zu machen. Nun schichtete er ab und an immer größer werdende Äste auf bis das Feuer eine verwandbare Größe erreicht hatte. Es war zwar nicht perfekt, doch seinen Zweck würde es erfüllen.

Inzwischen war es richtig dunkel geworden und Joudans Feuer (ja, er musste es als "Sein Feuer" ansehen) spendete neben dem klaren Sternenhimmel das einzige Licht, der Mond war nämlich dezeit nur eine kaum auszumachende Sichel. Nach einem nicht ganz ausgewogenen Abendessen - Brot und Würstchen - wollte Joudan sich recht schnell in seinen Schlafsack verziehen. Er war zu erschöpft um große Gespräche anzufangen und der morgige Tag würde nicht besser werden.
"Ich werde mich nun schlafen legen. Sollte Bedarf für eine Nachtwache bestehen, wecket mich einfach, sobald es meine Schicht ist." So, vergleichsweise wortkarg, verabschiedete sich Joudan von seinen beiden Teamgefährten und verschwand noch kurz in die Büsche. In einer perfekten Welt war dieser Lagerplatz an einem See, an dem der junge Herr sich hätte Waschen können. Doch weit gefehlt. Also nahm er viel zu viel von seinem Trinkwasser, nässte damit ein Tuch ein und rieb sich den Schmutz und Schweiß so vom Körper. Nachdem er mit dem Oberkörper fertig war, war Joudan sich nicht sicher ob er, vor oder nach dieser Katzenwäsche, sauberer war. Es half ihm zumindest nicht dabei, sich ein wenig wohler in seiner Haut zu fühlen.
Auch das Einschlafen wollte dem Blondschopf, trotz seiner Müdigkeit - oder eher: Erschöpfung - nicht so recht zu gelingen. Der Gedanke, dass es hier Spinnen oder Ameisen oder - noch schlimmer - Schaben geben konnte und wo die sich überall rumtreiben konnten sobald Joudan eingeschlafen war, hielt ihn noch einige Zeit wach. Doch irgendwann obsiegte der Schlaf und überkam Joudan.

Als Joudan geweckt wurde fühlte er sich ganz und gar nicht entspannt oder erholt, nur aufgekratzt und - vor allem - immernoch irgendwie schmutzig. Dennoch murrte er nicht als die dreie noch früh am nächsten Morgen weiterzogen, dem Reich der Wasserfälle entgegen. Und hoffentlich mit einem Zwischenstop, an dem Joudan Duschen oder Baden konnte.



tbc - irgendwo im Reich der Waserfälle
 
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Mach ich. Aber es wird schon noch gehen.“, erwiderte Tamaki leise auf die Anweisung, sich zu melden, wenn er nicht mehr laufen konnte. Für den morgigen Tag konnte er nichts garantieren, aber er wollte es um jeden Preis vermeiden, getragen zu werden. Und das nicht nur, weil auch Kenta und Joudan lange nicht mehr frisch aussahen. Nein, irgendeinen Funken Stolz besaß der Suzuya dann doch und wollte nicht das schwächste Glied der Kette sein und den anderen zur Last fallen. „In der Theorie noch sehr frisch.“, fügte er hinzu, als sie ihre Erfahrungen im Überlebenstraining abglichen. Wirkliche Erfahrung hatte Tamaki abseits der Akademie nicht sammeln können, war seine Familie doch noch nie zuvor verreist. Und selbst dann schätzte er seinen Vater mittlerweile als zu behäbig ein als dass ihm das Nächtigen unter freiem Himmel noch große Freude bereitet hätte. Bei seiner Mutter war er sich hingegen nicht so sicher. Was in mehr als nur einer Hinsicht auf sie zutraf. Nichtsdestotrotz war Tamaki zuversichtlich, dass sie die Nacht gut überstehen würden. Sie waren zu dritt und zwar vielleicht erschöpft, aber deswegen noch lange nicht wehrlos.

Weitere Stunden vergingen in Schweigen, das selbst Tamaki, der Stille gewohnt war und sie schätzte, allmählich seltsam vorkam. War es normal, dass man auf Missionen kaum ein Wort miteinander wechselte und einfach nur nebeneinander her existierte? Im Unterricht hatte das mit der Teambildung noch anders geklungen… Andererseits war auch gerade erst ein Tag vergangen, wenngleich der Suzuya hoffte, dass er nicht wegweisend für den weiteren Verlauf des Einsatzes war. Darin, die Stille zu brechen, war er nämlich alles andere als gut…

Als ein Weitergehen ob der immer schlechter werdenden Sichtverhältnisse schließlich unmöglich wurde, hatte das Team zum Glück einen einigermaßen geeigneten Rastplatz gefunden. Auch wenn die Hütte ihre beste Zeit hinter sich hatte, war sie geschützt genug, um ihnen für eine Nacht Unterschlupf zu bieten. „Machen wir ein bisschen sauber.“, seufzte Tamaki matt, als er seinen Rucksack absetzte und das Innere des kleinen Holzbaus begutachtete. Dann ging er nach draußen, um einen Ast zu suchen, mit dem er den Hüttenboden von Staub, Blättern, Kötteln und Spinnen befreien konnte. Längst waren seine Beine zittrig und fühlten sich an als würden sie gar nicht mehr richtig zu ihm gehören wollen. Aber ohne zu murren ging er an sein Werk und hatte bald für …nun ja, nicht unbedingt mehr Sauberkeit, aber immerhin weniger Dreck gesorgt. Dann war es wohl an der Zeit, sich ein Schlaflager einzurichten. Schnell waren Matte und Schlafsack ausgerollt und Tamaki ließ sich schwerfällig darauf nieder, allerdings noch ohne sich hinzulegen. Aus seinem Reiseproviant angelte er sich Mochi und Dörrfisch und bot auch Kenta und Joudan davon an, so sie wollten. Als der Kushou sich wenig später direkt zum Schlafen hinlegte, nickte Tamaki nur. Eigentlich keine schlechte Idee, auch er war hundemüde, wartete aber noch ab, ob es nicht seitens Kenta, der schließlich das Kommando innehatte, noch irgendetwas zu klären gab. Aber der unmittelbare Weg schien klar: vor ihnen lagen noch einige Tage Marsch durch die Wildnis und was sie bei der Ankunft im Dorf tun würden, war ebenfalls beschieden worden. So murmelte Tamaki nur noch ein leises „Oyasumi…“ und war alsbald eingeschlafen.
 

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Beginn B-Rang Mission: Der Zirkel

Eine Mission diesen Ranges in Yugakure. Seit Mai diesen Auftrag bekommen hatte, plagten sie ein mulmiges Gefühl und Nächte geprägt von unruhigem Schlaf. Sie träumte von den engen, dunklen, schlecht durchlüfteten Gängen in den Stollen, in welchen sie einst gemeinsam mit Hyuuga Itoe und Hiragana Kayros nach ihrem Freund Kiyama Mura gesucht hatte. Die damalige Mission war geprägt von Angst, Trauer und großen Sorgen. Man hatte das Gasthaus, in welchem sie genächtigt hatten, in die Luft gejagt. Die bewusstlose Itoe wurde von Kayros durch die Stollen geschleppt. Mai wurde von schrecklichen Wesen überrannt und von der Gruppe getrennt. Und als sie Mura endlich gefunden hatte, musste sie ihn in seinem mehr als besorgniserregenden Zustand sehen. All diese Erinnerungen und Bilder verband Mai mit Yugakure und sie hatte gehofft, nicht mehr so schnell dorthin zurück zu gehen. Doch nun, ein paar Jahre später, sollte ihr Weg erneut in das Reich des heißen Wassers führen. Ob sie ihr Trauma dadurch überwinden könnte? Oder würde alles nur noch schlimmer werden? Geblieben war ihr aus der ganzen Geschichte nur noch Kayros.

Doch Mai war zum Glück auch auf dieser Reise nicht allein: An ihrer Seite war eine Bekannte, welche ihr jedoch erst einmal begegnet war. Hasekura Chinatsu war noch viel kindlicher gewesen, als sie gemeinsam mit Mai, Miki Benjiro und Mura in Kraterstadt eine Mission erfüllt hatte. Mai war damals absolut entzückt gewesen von der Weißhaarigen und hatte sich daher sehr gefreut, sie nach all der Zeit wiederzusehen. Die Ältere staunte jedoch nicht schlecht, als Chinatsu als junge Dame auf sie zukam. Nicht nur, dass sie deutlich erwachsener geworden war! Sie war damals so klein gewesen.. nun trennten sie nur noch wenige Zentimeter von Mai! Hoch erfreut hatte Mai die Jüngere am Treffpunkt begrüßt und ihr beteuert, sich über das Wiedersehen sehr zu freuen..

*

Einige Zeit zuvor am Eingangstor zu Shirogakure..
Von weitem erkannte Mai den weißen Haarschopf von Chinatsu und ein breites Lächeln bildete sich in ihrem Gesicht. Wie aufregend! „Guten Morgen, Chinatsu!“, rief sie ihr bereits von weitem gut gelaunt zu. „Schön, dich nach all der Zeit wiederzusehen. Toll siehst du aus!“, offenbarte Mai ihr lächelnd. Tatsächlich legte sich das mulmige Gefühl der Chuunin ein wenig, welches sie seit Tagen hatte.


*

Und während die beiden Kunoichi nun so nebeneinander hergingen und Jôsei verließen, blickte die Ältere immer wieder nervös zu Chinatsu. Ihr lag eine Frage auf den Lippen, deren Antwort sie wohl bereits kannte und nicht hören wollte. Dennoch musste sie diese einfach stellen: „Sag mal, hast du Mura nach unserer Mission in Kraterstadt noch einmal gesehen? Er hat sich wirklich rar gemacht.. mittlerweile weiß ich nicht einmal mehr, wo er steckt. Ich dachte, vielleicht hast du ihn ja noch einmal gesehen..“, erklärte sie Chinatsu ihre Frage, noch bevor diese überhaupt hätte antworten können. Der junge Mann schien an seinem Schicksal zerbrochen zu sein.

Mai schob diese Gedanken bewusst zur Seite und entschied sich, von nun an nicht mehr in der Vergangenheit zu leben. Es gab eine neue Aufgabe und diese stand nun im Fokus! Also war es nun auch an der Zeit, ihre Teamkollegin über den Inhalt des Auftrages aufzuklären: „Ich bin nun gar nicht sicher, wie viele Informationen du zu dieser Mission bekommen hast. In Yugakure werden seit Wochen Menschen entführt und nicht mehr wiedergefunden. Anscheinend konnte man auch keine Zielgruppe feststellen.. sie werden jeden Alters und Geschlechts entführt. Publik wurde das Ganze aber erst, als der Sohn des Daimyō entführt wurde. Auf dieses Verbrechen hin hat er sowohl Shinobi aus Shiro- als auch aus Soragakure angefordert, um dem auf den Grund zu gehen.“, erklärte sie Chinatsu und verschränkte dann nachdenklich die Arme. Das alles klang gar nicht gut.. Hoffentlich könnten sie den Menschen in Yugakure helfen. Was steckte wohl hinter dieser Serie an Entführungen? Lebten die Opfer noch? So viele Fragen.. „Der Daimyō ist unser Auftraggeber und die Rettung seines Sohnes, Takekazu, hat oberste Priorität für ihn. Aber ich denke, dass wir die anderen Opfer nicht vernachlässigen dürfen.“, hing sie nachdenklich an. Es wäre eine Schande, nur den Obrigkeiten zu helfen! Das Leid aller Betroffenen war gleich, der Daimyō musste nicht mehr erleiden, als die anderen. „Oder wie denkst du darüber?“, fragte sie Chinatsu. Velleicht hätte sie ja auch noch Fragen?

Shinobi aus Soragakure.. Das könnte nun wieder alles bedeuten. Das große Los oder aber Pech und Verderben. Die letzte Mission im Reich des Grases war sehr gut gelaufen, was unter anderem der guten Zusammenarbeit mit dem Team aus der anderen Fraktion geschuldet war. Das hatte Mai gezeigt, dass diese Shinobi nicht nur schlecht sein mussten. Nervös strich sie sich eine Haarsträhne hinters Ohr. Das wurde ihr sogar sehr deutlich gezeigt! Natürlich war der Blauhaarigen der Gedanke gekommen, dass sie erneut auf einen bestimmten Shinobi aus Amegakure treffen könnte, allerdings war sie noch keinem dieser Leute zweimal begegnet (mit Ausnahme von Hiniko Seishin). Von daher wollte sie sich darauf gar nicht erst versteifen. Lächelnd wandte sich Mai daher Chinatsu zu: „Wie ist es dir in den letzten Jahren ergangen?


@Hasekura Chinatsu
 
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Einige Zeit zuvor vor und in Chinatsus Schlafzimmer:
„Natsu? Natsu!“ Wild hämmerte die Faust Kenshins gegen die Holztür, er rüttelte am Türgriff, doch vergeblich. Chinatsu hatte abgeschlossen. „Das kann nicht dein Ernst sein! Verdammt, ich bin doch nicht dein Sekretär! Natsu!“ Die Hellhaarige drehte sich von links auf rechts, wieder zurück und zog sich die weiche Decke über den Kopf, bevor sie grummelnd antwortete. „Kenshin… kannst du mich nicht einmal heute ausschlafen lassen?“ Tatsächlich war die Hasekura letzte Nacht ein wenig länger unterwegs gewesen… wie ihr Bruder genau wusste. Warum konnte er ihr dann nicht ein wenig Ruhe gönnen?! „Natsu, du hast eine Mission! Das kannst du doch nicht vergessen haben!“, donnerte ihr älterer Bruder zurück und rüttelte erneut an der Tür. Erneut brummte die Kunoichi. „Morgen, Kenshin. Morgen habe ich eine Mission.“ Doch Kenshin gab auch nach dieser Antwort noch auf. Heute, Natsu. Heute hast du eine Mission.“ … Stille. Und dann, plötzlich, traf die 16-Jährige die schreckliche Erkenntnis.

Ja. So hatte der Tag für das Mädchen gestartet, die so gar nicht damit gerechnet hatte, heute in Richtung Teereich aufzubrechen. Ihre letzte Mission im Schneereich, zusammen mit Pakura und Rai, war doch noch gar nicht lange her. Und jetzt musste sie schon wieder soweit laufen? Natsu war verspätet am Treffpunkt angekommen, denn auch wenn sie verschlafen hatte, musste sie sich natürlich entsprechend zurechtmachen, bevor sie aufbrechen konnte. Die Haare ordentlich zum hohen Dutt frisiert, ein schönes Make-Up aufgelegt – dezent, aber eben doch sichtbar – dazu noch ein bauchfreies Top und eine lockere ¾-Hose, die genügend Beinfreiheit bot, aber dennoch den neuesten Modemagazinen hätte entnommen werden können. Ja, Chinatsu war zu einer jungen Frau geworden, die sehr viel Wert auf ihr Äußeres legte. Das war vielleicht nicht mehr ganz das, was Mai von damals kannte. Oh, da waren wir ja auch schon beim nächsten Thema: Mai! Die Hasekura hatte ihren Augen kaum trauen können, als sie die Sakaida am Eingangstor von Shirogakure getroffen hatte. Es war JAHRE her, dass sie die blauhaarige Kunoichi gesehen hatte. Moment, jetzt, wo sie darüber nachdachte, war es sogar die erste Mission gewesen, an der Chinatsu nach ihrer Ernennung zur Genin teilgenommen hatte. Und jetzt, einige Jahre später, war Mai wieder da. Ein wenig älter wirkte auch die Sakaida, doch im Grunde strahlte sie noch immer das aus, woran sich Chinatsu von früher erinnerte. Ihnen blieb nicht viel Zeit, um das unerwartete Wiedersehen zu feiern, denn Mai ging sofort los – offensichtlich war die Ältere motivierter als Natsu selbst, die einmal herzhaft gähnte, als sich die Müdigkeit durchkämpfte. „Mura?“, fragte die Kleine und legte eine Hand ans Kinn, erinnerte sich vage an den blonden Shinobi von damals. Es war einfach so lange her, dass die Erinnerungen leicht verschwommen waren. Dass Mai besorgt um Mura war, bemerkte die Hasekura nicht. „Nein, habe ich nicht“, antwortete sie wahrheitsgemäß und musterte dann mit den gelben Äuglein neugierig die Sakaida. „Aber dich hab ich seit damals ja auch nicht mehr gesehen und jetzt bist du plötzlich hier! Und letztens habe ich auch einen alten Freund, der jahrelang einfach verschollen war, plötzlich wiedergetroffen. Wahrscheinlich wird das mit Mura genauso sein!“ Chinatsu kicherte und hob den Daumen an. Die 16-Jährige war eine Optimistin – in jeder Hinsicht. Dann jedoch verstummte das Mädchen vorerst wieder, denn Mai wurde professionell. Relativ aufmerksam hörte die Origami-Userin den Erläuterungen zur Mission zu, wiegte den Kopf etwas zur Seite. Verschwundene Leute… das erinnerte sie irgendwie an die Mission mit den verschwundenen Kindern. Da hatte sich ja im Nachhinein herausgestellt, dass die ganzen Kiddies absichtlich abgehauen waren. Ob das hier auch so war? Dann würden sie diese Mission ja vielleicht schneller als gedacht erledigen können! Und sie konnte ihren wohlverdienten Schlaf zeitnah nachholen... „Oh, Shiro und Sora?“, fragte Natsu gespannt nach und überlegte, ob sie vielleicht Pakura wiedersehen würde. Auch Pakura kannte Chinatsu mittlerweile schon viele Jahre… sie würde sich freuen, die begabte Medic-Nin wiederzusehen! „Dann drück ich die Daumen, dass Paku dabei ist! Kennst du Pakura? Sie ist wirklich super!“, sprach sie den Gedanken Mai gegenüber lächelnd und ganz offen aus. Als Mai nach ihrer Meinung bezüglich der Mission fragte, zuckte Chinatsu mit den Schultern. „Also ich denk mal, da wo dieser Takekazu ist, wird auch der Rest sein.“ Sie tippte sich erst nachdenklich an die Wange, dann grinste sie und ballte die Hand zur Faust und spannte ihren – nicht sonderlich dicken – Bizeps überzeugt an. „Wenn wir dann einfach alle vermöbeln, die sich uns in den Weg stellen, müssen wir uns gar nicht entscheiden, wen genau wir retten! Wir machen einfach alle platt und sind die Helden des Tages!“ Sie nickte der Sakaida selbstbewusst zu. Wäre Natsu etwas aufmerksamer, hätte sie sicherlich die kurze Nervosität der Teamleiterin bemerken können. Aber… Natsu achtete selten viel auf die gezeigten Emotionen anderer Menschen. Entsprechend entging ihr dieses interessante Detail und sie ging naiv auf die letzte Frage der älteren Kunoichi ein. „Die letzten Jahre… sag das nicht so, dann fühl ich mich ja richtig alt!“, tadelte sie Mai lachend. „Aber es ist schon ziemlich viel passiert! Ich bin verdammt stark geworden, du wirst dich wundern.“ Ein kurzes Zwinkern folgte. „Hast du in den Nachrichten von dem Gefängnisausbruch in Kumogakure vor ein paar Monaten gehört? Da, wo so extrem viele Ninja nach Kumo geschickt wurden, um die Entflohenen wieder einzufangen?“ Chinatsu wartete einen Moment – einerseits, um Mai die Gelegenheit zu geben, sich zu erinnern, aber auch, um es spannender zu machen. „Da war ich zum Beispiel dabei! Sogar als Teamleitung. Kennst du Yui und Raku? Die waren in meinem Team und wir haben diesen Entflohenen so richtig den Hintern versohlt. So schnell werden die bestimmt nicht wieder abhauen!“, berichtete Natsu sichtlich stolz und kicherte dann. „Und wie siehts mit dir aus, Mai? Wie hast du die Welt in den letzten Jahren gerettet?“
 

Sakaida Mai

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Auf die tröstenden Worte bezüglich ihrer Frage auf Mura hin lächelte Mai Chinatsu dankbar an. Vielleicht hatte sie recht! Das Leben wäre im Normalfall noch lang, wer weiß, auf wen sie noch treffen würde? Mit Sicherheit wäre das ein oder andere bekannte Gesicht dabei. Doch verblieb da ein Gefühl tief in Mai, welches nicht an ein glückliches Ende glaubte. Es war eigenartig, aber seit einigen Monaten schon bemerkte die Chuunin eine Veränderung an sich. Der Blauhaarigen fiel es immer schwerer, alles positiv zu betrachten oder vom Besten auszugehen. Es war, als könnte sie nach all den Jahren die Realität erkennen. Und diese machte ihr schmerzlich bewusst, dass sie im Grunde allein war. Kayros sah sie nur noch wenig, ihre Familie sowieso nicht und ihr Bruder war seit Jahren tot. Joudan lebte in der anderen Fraktion und Izuya, Takeo und Arata hatte sie bisher nur beruflich angetroffen. Seit wann war der Weg des Ninja so einsam geworden? Erst die Frage Chinatsus, ob Mai „Pakura“ kannte, holte sie aus ihrer depressiven Episode zurück ins Hier und Jetzt. Diesen Namen hatte sie noch nie gehört! „Leider nicht, aber vielleicht lerne ich sie ja kennen!“, antwortete sie hoffnungsvoll. Wenn Chinatsu diese Person mochte, konnte sie bestimmt nicht verkehrt sein!

Die Weißhaarige ließ plötzlich ihre Muskeln spielen und legte ihren - zugegeben etwas plumpen - Plan dar. Einfach alle vermöbeln und die Helden sein? Dann müssten sie nicht großartig entscheiden, wen sie retten.. das stimmte wohl! Mai ging davon aus, dass Chinatsu nur einen Scherz machte und lachte amüsiert darüber auf. Die Mission mit ihr würde bestimmt gut werden! Überhaupt war sie unglaublich selbstbewusst und trat sicher auf. Mai könnte über sich selbst niemals sagen, dass sie stark geworden ist. Dabei hatte Chinatsu mit dieser Einstellung ja recht! Es würde der Blauhaarigen nicht schaden, sich diesbezüglich eine Scheibe von ihr abzuschneiden. „Du wurdest an diesem Auftrag beteiligt? Meine Eltern haben mir in einem Brief ausführlich darüber berichtet. Das ist ja toll!“ Nicht nur, dass Chinatsu daran beteiligt wurde: Sie durfte ihre Mission sogar anführen! „Das klingt super! Aber ich kenne keinen Yui.. aber Raku schon, glaube ich zumindest.“ Falls sie vom gleichen Ninja sprachen. „Ich war mit einem Manako Raku zuletzt auf einer Mission im Reich des Grases.“, hing sie nachdenklich an und blickte fragend zu Chinatsu, ob sie denn von diesem Raku sprach. Eigentlich fand Mai Raku in Ordnung! Ja, er war staubtrocken, vielleicht zu direkt und vermochte sich manchmal eigenartig zu verhalten (Stichwort: Baden mit den Bediensteten), aber sie war gut mit ihm ausgekommen.

Die Gegenfrage ließ nicht lange auf sich warten, auch Mai wurde nach den letzten Jahren gefragt. Nachdenklich blickte sie gen Himmel und versuchte ihre Gedanken zu ordnen. Eine Zeit lang war Mai zurück nach Kumogakure gegangen, um sich um ihre erkrankte Mutter zu kümmern. Erst nach ihrer Rückkehr konnte sie wieder Aufträge ausführen. „Ich war viel unterwegs.. zunächst nur im Feuerreich, in Mayaku. Die Stadt wurde von einem Verbrecher und seinem Gefolge eingenommen, er stellte dort illegale rauscherzeugende Substanzen her. Es ist uns gelungen, ihn festzunehmen. Die Stadt wird wieder aufgebaut.“ Doch Shin, einer der Ninja ihres Teams damals, würde nicht wieder aufgebaut werden können. Er musste sich aufgrund seiner Verletzungen nach Sunagakure zurückziehen. „Oh, dann war da noch Isekai im Reich des Schnees. Darüber wusste fast niemand Bescheid, aber in diesem Dorf kamen mehr und mehr Menschen ums Leben. Glücklicherweise konnten wir den Täter finden und festnehmen. Er wollte die Leute glauben lassen, dass das Dorf verflucht sei.“ Diese Mission war eine eisige Hölle gewesen! Hoffentlich würde Mai nun nicht erneut auf diesen Verrückten aus Soragakure treffen.. „Ansonsten.. hat es mich zweimal innerhalb kurzer Zeit ins Reich des Grases verschlagen.“, endete sie ihre Erzählung und lächelte Chinatsu an. Schon verrückt, wie die Zeit vergeht!

Eine ganze Weile waren die beiden Kunoichi bereits unterwegs, die Grenze zum Reich des heißen Wassers wäre nicht mehr ewig entfernt. Allerdings würden sie wohl erst im Dunkel der Nacht dort ankommen. „Im Grenzgebiet zu Yu no Kuni gibt es eine alte, unbewohnte Villa.“ Um genau zu sein war das ein mega gruseliges Geisterhaus, welches gespenstisch heruntergekommen war. „Dort treffen wir uns heute Nacht mit den Shinobi aus Soragakure.“, erklärte sie Chinatsu. „Und mit einem Vertrauten des Daimyō, welcher uns Informationen geben soll.“, fügte sie etwas leiser an, wenngleich das wohl gar nicht notwendig gewesen wäre. Eine dumme Angewohnheit! Nachdem sich Chinatsu dazu geäußert hatte, falls ihr etwas auf der Seele brannte, wollte Mai noch eine ziemlich übliche Sache abfragen: „Würdest du mir noch sagen, worauf du dich in den letzten Jahren spezialisiert hast, was deine Fähigkeiten betrifft?“ Es war wirklich der Standard, aber diese Mission würde wohl nicht friedlich ausgeführt werden können. Es war daher wichtig, dass die beiden Kunoichi wussten, was die jeweils andere konnte.


@Hasekura Chinatsu
 
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Shiro
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Manako Raku! „Ja, das ist er!“, bestätigte Chinatsu ihre Kollegin und nickte eifrig, um jeden Zweifel bei der Sakaida zu vertreiben. Dann musste sie lachen. „Findest du auch, dass Raku echt nen Stock im Arsch hat?“, fragte sie vollkommen unverblümt nach, doch der amüsierte Tonfall ließ zumindest vermuten, dass die Hasekura die Aussage an sich nicht beleidigend meinte. Sie fand es eher lustig, auf so eine Person getroffen zu sein. Ihre Wortwahl war manchmal leider etwas… unglücklich. Die Kunoichi winkte mit der Hand ab und erinnerte sich an ihr letztes Zusammentreffen mit Raku. „Ich hab ihm schon so oft gesagt, dass er sich mal locker machen soll. Aber so richtig scheint das zu ihm nicht durchzudringen. Stattdessen guckt er mich dann doch immer nur total ernst an und will, dass wir uns auf die Mission konzentrieren und so einen Quatsch! Ich glaub, ein bisschen Entspannung und Spaß würden Raku mal ganz guttun!“ Mit einem Seitenblick musterte die Jüngere Mai, um herauszufinden, ob sie ähnlich darüber dachte. Dass der Manako bei der letzten Mission mit irgendwelchen Bediensteten im Bad verschwunden war, um scheinbar seinen Spaß zu haben, wusste die Hasekura nicht. Und selbst wenn Mai es erzählen würde… fraglich, ob Chinatsu das glauben würde. Andererseits: Stille Wasser sind bekanntlich tief. Aber egal, das war im Moment ja kein Thema. Schließlich erzählte die Kollegin von ihren eigenen Missionen und was sie in den letzten Jahren so alles bewegt hatte. Verbrecher, die illegale Rauschmittel erzeugten? Mehrere Morde im Reich des Schnees? Das hörte sich… super cool an! „Wow! Da werde ich ja fast schon neidisch!“, kommentierte die Origami-Userin, kicherte und klatschte dann beide Hände aneinander. „Du ziehst die spannenden Missionen ja geradezu an, Mai! Dann kann die Mission jetzt ja auch nur spannend werden, oder?“ Chinatsu zwinkerte und man merkte, dass sie den Ernst der Lage nicht unbedingt sah. Die Hellhaarige mochte das Abenteuer und war so überzeugt von sich selbst, dass sie keine Gefahr für sich selbst erkannte. Eher eine angenehme Abwechslung zum sonst teilweise recht tristen Alltag. Außerdem hatte die Hasekura immer Spaß daran, im Kampf mal alles aus sich herausholen zu können, ohne Rücksicht auf irgendwelche Leute, Gebäude oder Trainingsplätze nehmen zu müssen. Chinatsu fühlte sich so stark, dass es eh niemand so einfach mit ihr aufnehmen konnte, wenn sie wirklich ernst machte! Was? Sie überschätzte sich damit maßlos? Ach Quatsch. Das war nur eine gesunde Portion Selbstbewusstsein!

Nach einer Weile kam die Blauhaarige auf den Treffpunkt zu sprechen, an dem sie nicht nur einen Vertrauten des Daimyo für weitere Informationen, sondern auch die Kolleginnen und/oder Kollegen aus Soragakure treffen würden. Chinatsu dachte kurz darüber nach und entschied sehr schnell, was ihrer Ansicht nach die wichtigste Frage war, die es darauf zu stellen gab. Sie beugte sich mit einem verschwörerischen Grinsen auf den Lippen in Richtung der Sakaida. „Meinst du, da sind ein paar hübsche Sora-Nin dabei?“, fragte sie nach und hob die Augenbrauen beide spielerisch an. „So etwas fürs Auge wäre schon echt gut. Da könnten wir dann bestimmt umso mehr unseren Spaß bei der Mission haben!“ Dann stoppte sie abrupt und der Kopf des Mädchens legte sich fragend schief. „Oh. Oder hast du einen Freund, Mai?“, fragte sie nach, denn das war natürlich entscheidend, ob die Blauhaarige von diesem Plan genauso begeistert wäre wie die Hasekura. Noch bevor sie eine Antwort auf diese Frage bekommen konnte, fragte Mai nach den Fähigkeiten der Weißhaarigen, die sich kurz räusperte, um adäquat auf dieses ernstere Thema zu reagieren. Irgendwie konnte Chinatsu sich gar nicht daran erinnern, was Mai damals auf der Mission eigentlich von ihr mitbekommen hatte. Wusste sie überhaupt um das Bluterbe der Hasekura? Ach. Erinnerung war nicht unbedingt die Stärke der 16-Jährigen. „Ich kann viel!“, begann die Origami-Userin schließlich überzeugt und lächelte. Sie begann an den Fingern abzuzählen. „Also zuerst bin ich eine tolle Ninjutsuka und kann super coole Fuuton-Techniken einsetzen. Also nicht nur so ein laues Lüftchen, sondern Orkane und sowas. Wenn du willst, zerschneid ich dir den ganzen Wald mit einem kurzen Wink mit meinem Fächer.“ Sie streckte der Sakaida verspielt die Zunge raus, zählte dann weiter mit den Fingern ab. „Damit kommen wir auch schon zum nächsten Punkt: Ich kämpfe gerne mit meinen Fächern. Wenns nicht so ernst ist, dann nehm ich meine kleinen Fächer, aber wenn ich mehr Wumms haben will, dann hol ich auch den großen Fächer hervor. Und den benutz ich nicht nur für mein Ninjustu, wenn die Leute mir doof kommen, hau ich denen auch einfach so mit dem Fächer auf die Rübe. Manchmal kämpfe ich auch mit meinem Schirm, aber den hab ich eher, weil ich ganz hübsch damit aussehe. Im Zweifel benutz ich ihn eher als Schlagstock, um ehrlich zu sein. Und dann wäre da natürlich noch mein Bluterbe!“ Wie auf Kommando löste sich ein einzelnes Blatt Papier vom Körper des Mädchens und ein Fingerzeichen später verdrehte es sich so, dass ein Origami-Schmetterling durch die Luft flatterte und um die Sakaida kreiste. „Ich kann alles Mögliche mit Papier anstellen. Wenn du möchtest, erschaff ich dir eine ganze Horde von Schmetterlingen!“ Sie kicherte zufrieden. „Meine Waffen erschaff ich mir meist auch einfach aus meinem Papier. Ist einfacher, dann muss ich die Dinger nicht immer am Körper tragen. Das macht sonst auch nur die Ästhetik kaputt.“ Sonst noch etwas? Jaaaaa… die wichtigsten Punkte sollten damit wohl aufgezählt sein. „Aber jetzt musst du mir auch erzählen, was du so alles auf dem Kasten hast, Mai!“, forderte die Hasekura ihre Kollegin auf, während sie dieser weiter den Weg entlang folgte.

Tbc: Grenzgebiet zu Yu no Kuni
 
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