[Mission] Von Jôsei nach Konoha

Dieses Thema im Forum "Feuerreich" wurde erstellt von Atarashi Ryakuga, 8. März 2012.

  1. Atarashi Ryakuga

    Atarashi Ryakuga Member

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    -> Einkaufspassage

    ... Nach wenigen Minuten hatten sie die großen Mauern der Hauptstadt der Shiro-Fraktion soweit hinter sich gelassen, dass sich Rakugaki erlaubte, kurz stehen zu bleiben, um auf Yuuta und Akeno zu warten. Der Sprayer hatte einen straffen Marschschritt vorgegeben, damit er die Fitness ihres Händlers einschätzen konnte. Genau wie er gedacht hatte, pfeifte dieser bereits aus dem letzten Loch ... unangenehm. Aber nichts, was man nicht beheben konnte. "Akeno, pack seine Tasche nun doch in eine Schriftrolle." Der Andere konnte das besser, glaubte er zumindest. Selbst wenn sie eine ganz neue Rolle anfertigen mussten, weil der Blonde sie nicht auf Vorrat hatte, würde es bei ihm eine Ewigkeit dauern, die richtigen Zeichen zu schreiben. War halt so, konnte man nichts machen.
    Wachsam wanderten die grauen Augen über die vor ihnen liegende Ebene, während er seine Jacke aufknöpfte und in seinen Rucksack stopfte. Mit einem dunkelblauem T-Shirt bekleidet wischte sich Rakugaki die Haare aus dem Gesicht und wandte dieses in den aufgekommenen Wind. Ein scharfer Kontrast zum warmen Vormittag. Er brachte Gänsehaut, ließ ihn von Höhen träumen. Allerdings konnte er auch Anzeichen für einen drohenden Sturm sein - mal sehen, ob dieser noch drei Tage auf sich warten lassen konnte.
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. März 2012
  2. Yamanaka Akeno

    Yamanaka Akeno Member

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    Wie schnell die Befürchtungen des Sprayers doch wahr werden konnten, war manchmal atemberaubend. Kaum hatten sie nämlich die Stadtgrenze von Jôsei hinter sich gelassen, wo Akeno immer noch den Fremdenführer für die fette Katze hatte spielen können und ihr alle möglichen Sehenswürdigkeiten mit sehr wissend klingender Stimme erläutert hatte, begann sich der Yamanka zu langweilen. Das war nie ein gutes Zeichen, denn sobald das geschah, konnte man sich nicht mehr sicher sein, was als nächstes passieren würde. Solange er abgelenkt war, eine abwechslungsreiche Aufgabe hatte oder einfach nur Spaß an etwas fand, war seine Laune oft stabiler als jetzt, wo es nur noch Wiesen und vereinzelte Bäume zu bestaunen gab. Es mochte ja viele Menschen geben, die die Natur wunderschön fanden, Bäume und Gräser liebten und sie als die grüne Lunge der Erde verehrten, aber Akeno fand sie gerade so unglaublich öde, dass er schon nach wenigen hundert Metern eine Schnute zog und in das Fell der Katze schmollte, die sich mit ihrem Schicksal als Kuscheltier scheinbar abgefunden hatte. Er mochte die Katze ja irgendwie, aber nun kam sie ihm vor allem unsagbar fett und unhandlich vor und er hätte sie jederzeit gegen einen kleinen Kanarienvogel getauscht, der ihm sicherlich ein wunderbares Lied gesungen hätte. Auch wenn er es nicht hätte verstehen können, so hätte es ihn glücklicher gemacht als dieses ab und zu den Kopf hin und her bewegen und manchmal mit etwas Glück schnurren. Manno...! Er wollte einen Vogel, einen echten, einer der die Flügel ausbreitete und um seinen Kopf zwitscherte, keine fette Katze, die, wenn er sie probehalber in die Luft werfen würde, sicherlich zu Boden rumsen und ein tiefes Loch hinterlassen würde. Apropos: Es hieß doch, dass Katzen immer auf allen Vieren landen würden... ebenso, wie, dass Marmeladenbrote immer auf der Marmeladenseite auf den Boden klatschten... er sollte die nächste Katze fangen, der er Zuhause begegnete und ihr ein mit seiner Lieblingskonfitüre (Erdbeere, was sonst?) bestrichenes Toast auf den Rücken pappen, nur um zu sehen, ob sich das Tier dann ewig im Kreis drehen würde. Was würde stärker sein, Katzen- oder Süßigkeitenmythos?! Während er sich also die Zeit, bis Rakugaki stoppte, mit solch tief schürfend wichtigen Überlegungen vertrieb und zwischenzeitlich sogar kurz davor war, der Katze fliegen beizubringen (Per learning by doing selbstverständlich, flieg, Katze, flieg!), schien es Yuuta immer schwerer zu fallen, mit dem Tempo des Genin mitzuhalten. Akeno hatte damit keine Probleme, aber der Händler schien das nicht so gewöhnt zu sein. Umso weniger wunderte es den Yamanaka da, dass der Künstler irgendwann doch noch Vernunft annahm und ihn dazu aufforderte, den Rucksack zu versiegeln. Es war eine Aufforderung, keine Bitte, denn die kamen eher selten über die Lippen des Dunkelhaarigen. War okay, daran war er schließlich gewöhnt... "Akeno tu dies, Akeno tu das, Akeno flieg auf den Moooooond...", kommentierte er das allerdings mit genervter Tonlage, ehe er die Katze kurz auf ihre eigenen Füße entließ und sich die Reisetasche des Händlers schnappte, während er eine noch leere Rolle aus seiner Beintasche fischte. Was war er hier eigentlich, der Bedienstete des Hauses? Pfff... mit einigen Fingerzeichen war das Gepäckstück allerdings schnell sicher verstaut und die Rolle wieder zurück in Akenos Hose gewandert, bevor der Blonde die Katze wieder hochnahm und darüber nachdachte, ob er sie erst töten müsste, ehe er sie auch in so einem Schriftstück verschwinden lassen könnte.
     
  3. Atarashi Ryakuga

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    Zugegeben, wenn Akeno auf den Mond hätte fliegen können, wäre das ziemlich cool. Rakugaki hätte vermutlich sogar ein beeindrucktes Pfeifen übrig gehabt, doch so wie es jetzt aussah würde er den kleinen Jungen nicht für etwas bewundern, was eigentlich eine komplette Anfängerkunst war. Vielleicht hätte er seinem Freund ja einfach, weil er manchmal wahnsinnig nett sein konnte, das Zwitschern eines Kanarienvogels imitiert - da er sich mit Vögeln ganz besonders gut auskannte, konnte er einige Rufe täuschend echt nachmachen - aber wenn man nichts davon wusste, konnte man schlecht nett sein. Das war das große Übel mit ihm: Er war gar nicht so übel, wie die meisten dachten, es war nur wahnsinnig leicht, dass ihm die Lust am Freundlichsein madig gemacht wurde. Wie zum Beispiel von einer fetten Katze, die bei seiner Stimme schon wieder in seine Richtung stolziert war und sich an seinem Schienbein rieb, ehe Akeno fertig war und sie gnädigerweise wieder aufnahm. Echt mal, was hatte dieses Vieh denn mit ihm? Roch er nach Fisch oder so? Misstrauisch schnüffelte er kurz an seinem Handgelenk. Roch nach Farbe, was vielleicht daran lag, dass er heute seine Spraydosen frisch aufgefüllt hatte - wie unschwer zu erkennen war, immerhin hingen sie wie Pistolen links und rechts an seinem Gürtel und waren mangels seiner Jacke gut sichtbar. "Fertig? Gut." Ein kurzer Blick über die Schulter verriet, dass auch Yuuta fertig war, und so stolzierten die drei über eine gepflasterte Straße, eingefasst von einer elfenbeinfarbenen, kniehohen Mauer, die Rakugaki schnell als neuen Gehweg etablierte. Während er also mit nach links und rechts ausgestreckten Armen so schnell eben diese entlangbalancierte, wie Yuuta wandern konnte - klar, er konnte auf Dachrinnen balancieren, so eine Mauer war lahm - flogen die Meter nur so dahin ... jedenfalls wünschte er sich das.
    "Habt ihr viel Erfahrung damit, Händler zu eskortieren? Ihr wirkt professionell. Als ich noch jung war, habe ich auch Händler eskortiert. Ich war zwar selbst nicht wirklich im Kampf ausgebildet, aber man behauptet viel, wenn man jung und fit ist. Das bringt ganz schön Geld, ich sag's euch ..." Lebensgeschichte Volume 2? Rakugaki beschloss, abzuschalten. Zielsicher tappten seine Füße über die Mauersteine, sein Pferdeschwanz flatterte ihm Wind und trug schnell die Worte Yuutas davon, bis ... "Ich finde es im Übrigen ausgezeichnet, dass ein junges Paar wie ihr so toleriert wird! Als ich jünger war, da war das ganz anders ..." Rakugaki stieg daneben, fiel beinahe auf die Fresse und konnte sich nur mithilfe eines flotten Sprunges wieder in seine Balance bringen, der ihn zum Glück ein Stück weiter weg von Yuuta brachte. Ein Paar? Bitte?! Diesen ... diesen ... Egal, was er war, er würde ihn fertigmachen, wenn er das noch einmal sagte!
     
  4. Yamanaka Akeno

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    Na, mit fliegen in so große Höhen konnte Akeno leiden nicht dienen. Er schaffte das vielleicht vier Meter weit und abschließend auf die Fresse, da er auch körperlich sicher nicht einer der fittesten Genin war, eben eher durchschnittlich. Dafür konnte er immerhin schon an Wänden hoch laufen, was sein geschätzter Mitbewohner immer noch nicht konnte. Jedem das seine also, Akeno die Katze... die er nach einiger Zeit lustlos auf seinen Kopf setzte und sie nur noch mit einer Hand festhielt, weil die Langweile mit eiskalten Fingern nach seinem Herzen gegriffen hatte. Es war so verdammt öde hier... er musste dringend etwas dagegen tun, sonst würde er noch wahnsinnig werden - also mal ganz davon abgesehen natürlich, dass er das laut vieler sowieso schon war. Selbst Rakugaki hatte sich eine neue Beschäftigung auserkoren, nämlich ein kleines Mäuerchen, auf dem er balancierte, warum sollte er da denn nicht was lustiges unternehmen? Er könnte... rückwärts gehen zum Beispiel! Und wie auf Kommando machte die schmale Gestalt eine Drehung um die Längsachse, um Mushi-hime ebenfalls um 180 Grad zu drehen und danach nach hinten blickend mit der Katze als Koordinator den Weg in Angriff zu nehmen. Er war nicht vollkommen ungeschickt, das sollte funktionieren und immerhin unterstützte die Katze ihn ja hervorragend mit dem spontanen Versuch, vor ihm zu flüchten. Leider hielt er sie auf, denn er konnte nicht es zunächst nicht zulassen, weil er ja auf sie Acht geben sollte und zudem konnte er auch nicht verstehen, warum sie ihn auf einmal nicht mehr mögen konnte - ihr Herrchen war ja nun auch nicht gerade der Inbegriff von Normalität. Vielleicht müsste er sich auch mit dem komischen Zeug einnebeln, das der Händler offenbar benutzt hatte, um seine Wohnung zu wässern, aber ehrlich gesagt war er nicht bereit, dieses Opfer für eine Mission zu bringen, nein. Da ließ er sich lieber von der Katze kratzen als danach wie ein Freudenhaus zu riechen, bah. Wirklich... da war es doch fast schon interessant, dass die Katze so einen Gefallen an Rakugaki gefunden zu haben schien, was? Ob das wohl irgendeine Korrelation haben mochte? Nein, bestimmt nicht.
    Und dann begann Yuuta wieder zu reden, wie man das ja schon von ihm kannte, ein wenig mit Geschichten aus seiner Vergangenheit zu prahlen, von denen Akeno nicht so ganz überzeugt war. Immerhin, was sollte er denn sonst noch alles gewesen sein, das einzige, was er auf jeden Fall über ihn wusste war, dass er entweder keinen Geruchssinn hatte oder einen sehr seltsamen Geschmack, Katzen und Kalorien mochte und gerne Geschichten erzählte sowie scheinbar gerne sang. Letzteres konnte Akeno ihm unmöglich übel nehmen, denn das tat er auch liebend gerne, ersteres wäre traurig, aber auch der Yamanaka wünschte sich manchmal eine sensorische Behinderung auf diesem Gebiet. Das Kompliment, von wegen sie wirkten professionell, nahm er mit einem Augenbrauenzucken hin, weil er sich ziemlich sicher war, dass die beiden Chaoten nun wahrhaft nicht das waren, was man sich unter Profis vorstellte. Sie hatten gerade erst die Akademie abgeschlossen, einer von ihnen war bereits Patient einer geschlossenen Anstalt gewesen und der andere war ein Kleinkrimineller, ja natürlich: Das nannte man vertrauenserweckende Qualitätsarbeiter. Aber nun gut, das musste der ja nicht wissen. Auf den nächsten Satz blickte er ziemlich komisch aus der Wäsche und legte dann nachdenklich den Kopf schief, sodass die weiße Katze unwillig aufmaunzte. "Eh...? Aber Gaki-chan ist doch nur was seine Haare angeht ein Mädchen...", meinte er nachdenklich und mit perfekt unschuldigem Gesicht. Das war nicht etwa einem herausragenden schauspielerischen Talent zuzuschreiben, sondern der Tatsache, dass er wirklich keine Ahnung von diesem Thema hatte. So gar nicht. Davon abgesehen, dass er kein Interesse an irgendwelchen Menschen hatte, das über eine psychologische Auseinandersetzung hinaus ging - und vielleicht einer Freundschaft in Rakugakis Falle - wäre er von sich aus auch nicht so schnell darauf gekommen, was Yuuta hätte meinen können. Es dauerte also einen ganzen Moment, bis er rot anlief und heftig den Kopf schüttelte, ehe er sich wieder für vorwärts laufen entschied, damit er etwas anderes vor die Nase bekam als einen grinsenden Händler.
     
  5. Atarashi Ryakuga

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    Rakugaki und Akeno sollten wie ein Paar wirken? Zugegeben, sie hockten beinahe 24 Stunden am Tag aufeinander und stritten sich häufig, so dass man meinen konnte, dass sie schon seit Jahren verheiratet waren, aber das, was so ein Liebespaar ausmachte fehlte doch vollkommen ... Zärtlichkeit, Berührungen von beiden Seiten, solcher Kram, der für den Sprayer vollkommen überflüssig war. Man konnte fast sagen, dass er allergisch auf Liebe reagierte, ganz besonders, wenn diese zwischen zwei Menschen desselben Geschlechts stattfinden sollte ... Da war unser Held leicht homophob. Allein die Vorstellung, er und Akeno könnten jemals ... er wollte gerade am liebsten ins Gras kotzen. Widerlich. Das Einzige, was seinen besten Freund jemals berühren würde war seine Faust oder sein Finger, er musste sich ja schon zusammenreißen und überwinden, um ihn auf die Schulter zu klopfen. Und außerdem, wenn irgendjemand von den beiden die weibliche Rolle in der Beziehung einnehmen würde, dann war das ja wohl er! Er mochte lange Haare haben, aber im Gegensatz zu Akeno wusste er wenigstens, wenn auch eher unfreiwillig, über Bienchen und Blümchen Bescheid. Hmpf. Am besten er dachte erst gar nicht darüber nach, wieso zur Hölle der gerade rot angelaufen war und lenkte seinen Blick wieder nach vorne auf die Straße, kopfschüttelnd. Dass die peinliche Stille Yuuta nur noch mehr dazu animierte, still in sich hineinzugrinsen, bemerkte er zum Glück nicht ...

    ... Nach etwa fünfhundert Metern der Schmach, in denen hoffentlich auch der irre Händler alle Gedanken bezüglich unterschwelliger Liebesaffären, die verdammt nochmal NICHT existent waren, verdrängt hatte, trat plötzlich ein großes Haus in ihr Blickfeld. Na ja. Es war nicht aus dem Boden gepoppt oder so, es war schon vorher aus der Ferne zu erkennen gewesen, aber nun ließ sich das Schild lesen, welches Rakugaki als "Inn" identifizierte. Ah, das war ja schon das Gasthaus, indem sie ihr Mittagessen einnehmen wollten, hätte es keinen Schokoladenkuchen gegeben. Da es noch früh war, entschied der Sprayer spontan, dass sie nicht dort übernachten würden ... Er wollte also gerade daran vorbeigehen, als Yuuta ein freudiges Jauchzen ausstieß. "Oh, hier gibt es eine heiße Quelle! Lasst uns baden gehen, ich bin schon vollkommen verschwitzt~" Rakugakis Blick war wenig begeistert von der Vorstellung, sich mit den beiden zu baden - von Baden überhaupt, eigentlich - aber er blieb still. Es war vielleicht wirklich gut, die Gelegenheit am Schopf zu packen und Energie für den langen Marsch zu tanken. Bezahlt wurden sie ja so oder so, ob Yuuta nun fröhlich und aktiv oder griesgrämig war, mussten sie entscheiden. Und vielleicht musste er ja auch gar nicht mit ins Wasser, hm? " ... Akeno?" Ungewohnt demokratisch gestikulierte er zu seinem besten Freund, sollte der doch das Zünglein an der Waage sein.
     
  6. Yamanaka Akeno

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    Akeno war motzig. Das bemerkte man schon alleine daran, dass er die Katze wieder von seinem Kopf genommen hatte und sie in seinen verschränkten Armen trug, die auch langsam schwerer wurden. Er wusste zwar nicht genau, warum es ihm so ging, aber es mochte wohl daran liegen, dass Yuuta ihm irgendwie die Laune verdorben hatte. Wahrscheinlich hatte er das geschafft, indem er seltsame Vermutungen aufstellte, die dem Yamanaka gar nicht behagten, jedenfalls hatte er nun einfach aus Protest keine Lust, baden zu gehen. Generell würde er das bestimmt gerne tun, da im Wasser zu planschen immer lustig war, aber es gab nun einige Faktoren, die dagegen sprachen: Nummer eins war der Händler selbst. Er war zwar nur ein ganz kleines bisschen verrückt, aber immerhin doch so sehr, dass er bestimmt komische Sachen machen würde. Zudem hatte er ebenso abgedrehte Thesen über die beiden Genin aufgestellt, die wohl anhand ihrer Persönlichkeiten der totale Unsinn waren und die hatten scheinbar seinem Mitbewohner noch weniger gefallen als ihm selbst. Nummer eins war die Tatsache, dass nicht Hauptbetriebszeit war und alleine baden vollkommen lahm war. Der Genin betrachtete generell vieles unter dem Aspekt, wie viele Menschen wohl zum beobachten da sein würden, in diesem Falle vielleicht nur Yuuta und Rakugaki und das machte keinen Spaß: Ersten kannte er auswendig, zweiten wollte er nicht unbekleidet beobachten. Natürlich beobachtete er NIE unbekleidete Menschen, aber über dem Wasser sah man ja eh nicht besonders viel von irgendetwas. Nummer drei war, dass sie in drei Tagen in Konoha sein sollten und sie sonst am Ende noch hasten mussten, worauf er keine Lust hatte. Nummer vier war: Akeno war motzig. Also ging er einfach wortlos weiter, am Gasthaus vorbei und streichelte in abgehakten Bewegungen die Katze, die sich wohl auch langsam zu fragen begann, an wen sie da nur geraten war. Tja, manchmal kommt solche Einsicht eben zu spät, wie in diese Falle, denn Akeno hatte sie nun als Punchingball zum Abregen etabliert, auch wenn er diesen eher noch kraulte, als ein harmloses Tier zu schlagen. Das brachte sowieso eher weniger, denn dann würde Yuuta sicherlich an die Decke gehen. Der Yamanaka fand es zwar etwas eigenartig, dass man ein Tier dermaßen vergötterte, aber nun gut... sie hätten es sonst ja auch nicht mit den Tatzen an einen Stock gebunden und einer Jagdbeute gleich durch die Gegend geschleppt, oder? Na, vielleicht hätte man einen Tragekorb benutzen können oder so. "Macht ihr mal hinne?", rief er über die Schulter und schlang den Arm unter das fette Hinterteil der Katze, damit sie ihm ja nicht abrutschte. Mal sehen, ob der Händler es sich einfach so gefallen ließ, wenn man seine Bitte einfach so überging. Denn im Grunde genommen war er der Klient, Rakugaki und Akeno nur die Helfershelfer. Auch wenn der Künstler diesen Fakt sehr gut mit ziemlich herrischem Getue unterminierte, müsste es ihm doch eigentlich mal auffallen - andererseits, was würde Rakugaki tun, wenn der Mann sich weigerte, auch nur einen Schritt weiter zu laufen? Jemand wie er, der den Körperkontakt mit anderen Menschen ablehnte, hatte doch bestimmt eine Menge dagegen, jemanden einfach mitzuschleifen, oder?
     
  7. Atarashi Ryakuga

    Atarashi Ryakuga Member

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    Rakugaki war im Allgemeinen keine sehr fröhliche Person. Lächeln sah man ihn selten, Lachen überhaupt nicht, wenn es nicht gerade eine unheimlich witzige Situation gab, die auch seine finstere Seele erweichen konnte. Ansonsten hatte er die Position des Trauerkloßes inne, während Akeno der Strahlemann war, der regelmäßig Regenbögen kackend durch die Gegend hüpfte. Umso härter traf es unseren Helden da, wenn der blonde Junge ein Launentief durchlebte, was dafür sorgte, dass er keine große Hilfe war. Nicht, dass es ihn gestört hätte, angefahren zu werden, er war immerhin selbst nicht gerade sanft im Umgang mit seinen Mitmenschen, aber eine Lösung des Konflikts hätte er sich schon erhofft. Vor allem, da er sich die ganze Zeit schon so zusammenriss und sogar mit Bauchschmerzen noch nett für seine Verhältnisse gewesen war ... Nein, so nicht, Akeno. "Komm wieder her." Er sagte das ruhig, kein Anzeichen von Zorn in der Stimme. Er war auch nicht wütend, nur etwas angepisst, weil er eigentlich derselben Meinung war wie der Yamanaka, aber auch wusste, dass es ein geringeres Übel war mit einem missgelaunten Akeno herumzulaufen als mit einem streitsüchtigen Auftraggeber. Sein Geduld war bekanntlich ein dünner Faden, er würde also früher oder später zuschlagen. Seinen Kameraden konnte er treten, aber bei Yuuta wäre das etwas ungünstig ... Bevor dieser also fertig damit war, eine Schnute zu ziehen, die an ein kleines Kind erinnerte, seufzte der Dunkelhaarige und gestikulierte zum Gasthaus. "Wir verbringen allerhöchstens zwei Stunden hier, verstanden?" Er würde sich erst einmal eine Toilette suchen, der Laktose den Kampf ansagen, die sich gerade rächen wollte ...
     
  8. Yamanaka Akeno

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    Tja, wenn Rakugaki meinte, er müsse autoritär werden, durfte er sich allerdings bei dem Yamanaka nicht wundern, wenn dieser dann nicht gut drauf war. Er war sowieso schon motzig gewesen und nun sollte er auch noch zwei Stunden seiner kostbaren Lebenszeit verplempern? Na, dann durfte der Sprayer aber auf das Fellknäuel aufpassen, das ihm der Blonde im Zurückkommen ins Gesicht warf, das empörte Fauchen und Krallenausfahren ignorierend. Das würde Akeno nicht tun, er würde diese zwei Stunden irgendwie sinnvoll nutzen und hatte keinen Bock auf die blöde Katze. Er trug doch schon die Tasche des Händlers, unabhängig davon, ob er sie nun versiegelt hatte oder nicht, da konnte der blöde Sprayer auch mal was tragen! Blöd, alles blöd, man merkte es schon. Und einfach weil alles so doof war, setzte er sich gleich hier, am Rande des Weges im Schneidersitz auf den Boden, verschränkte die Arme und begann die Sekunden zu zählen, bis sie weiter gehen würden. Hatte er gerade nicht noch etwas sinnvolles machen wollen? Es war ihm wieder entfallen, stattdessen rechnete er eben nach, wie viele Sekunden zwei Stunden waren und kam überraschend schnell auf 7200, die er nun runter zählen würde. Wenn sie danach noch nicht wieder hier waren, würde er alleine losgehen, wie blöd das auch klingen mochte (wahrscheinlich dann allerdings auch nicht blöder als ein Blondiner, der schmollend im Staub saß und unendliche Zahlenreihen vor sich hin murmelte) und die beiden hier alleine lassen. Trotz des aus spontanem Zorn auf die Welt - und vor allem auf Rakugaki - entstandenen Beschlusses, musste man sich natürlich nach der Lebensdauer seiner Laune fragen, weil es bei ihm ja höchst unwahrscheinlich war, dass er länger als ein paar Minuten sauer war. »Dann geht doch planschen, ihr Kinder~«, meinte er in schnippischem Tonfall und machte die Augen zu, um sich besser konzentrieren zu können. 7170, 7169, 7168... faszinierend, wie relativ die Zeit doch war. Oft kam sie ihm viel schneller vor, als jetzt, wo er so absolut nichts zu tun hatte, als die Sekunden zu zählen. Er könnte eine Unterhaltung mit Miyuki führen...! Das überhaupt eine gute Idee - aber erst einmal wurde noch ein wenig gezählt.

    out: Motivation tot, muss man nun mit dem Minipost leben.
     
  9. Atarashi Ryakuga

    Atarashi Ryakuga Member

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    Wie konnte man eine solche Nervensäge sein? Gab es dafür irgendeinen Grund? Vermutlich war es nicht unbedingt angenehm, die ganze Zeit eine Katze mit sich herumzuschleppen. Wahrscheinlich war es nervtötend, wenn der eskortierte Händler ihn für den Partner eines Monstrums hielt, was auf den Namen Rakugaki hörte. Natürlich. Er würde auch ausflippen, wenn man ihm unterstellen würde, dass er sich lieben würde. Wer würde so etwas Abstoßendes schon freiwillig tun wollen? Doch auch wenn es einigermaßen verständlich war, weshalb Akeno gerade die größte Zicke des Feuerreiches spielte, es gab keine Entschuldigung dafür, sich unprofessionell zu verhalten - zumindest solange sich ihr Schützling noch direkt neben ihnen befand. Dementsprechend sollte man auch nicht dessen wertvollsten und nebenbei bemerkt auch noch lebendigen Besitz durch die Luft schmeißen, so dass dieser ein schrilles Kreischen ausstieß und Rakugaki beinahe zu Boden gerissen wurde. Glück für Akeno, dass er Schmerzen gewohnt war, so grunzte er nur leicht, als sich die Krallen des flauschigen Kätzchens in seinen Arm gruben und tiefe Furchen darin hinterließen, während das arme Tier sich fauchend und beißend Halt suchte. Vielleicht hätte seine Stimme ja dafür gesorgt, dass sie ihn rammelte statt zu verletzen, aber wenn er so die Wahl hätte, beobachtete er lieber die Blutstropfen bei einem Wettrennen über seinen Arm, ehe er Mushi-hime in die Arme ihres Besitzers drückte und diesen, der sich rührend um seine Prinzessin kümmerte, in das Gasthaus winkte. Rakugaki selbst, der annahm, dass sich Yuuta in diesen Onsen nicht ersaufen würde, wandte sich nun Akeno zu, der sich wie ein trotziges Kind auf den Boden gesetzt hatte. Augenverdrehend hockte er sich vor ihm - in dieser Pose genauso groß wie er - und starrte in seine geschlossenen Augen. Mit schiefgelegtem Kopf hob er eine Hand, alle Finger gestreckt, und überlegte sich, ob er ihm eine Ohrfeige geben wollte, oder doch lieber die ganze Hand benutzen sollte. Schließlich krümmten sich alle Glieder bis auf den Zeigefinger und er stuppste den albernen kleinen Jungen damit unsanft genau zwischen die Augenbrauen, mit etwas Glück fiel dieser ja sogar um. "Was ist los?" Hoffentlich konnten sie das Problem gleich wieder aus der Welt schaffen, dann konnten sie die zwei Stunden einigermaßen sinnvoll verbringen. Wenn nicht - Akeno wusste wohl, dass Rakugaki durchaus für das Zeitintervall vor dem Kleineren hocken konnte und ihn so lange pieksen würde, bis er explodierte. Tolle Aussichten, nicht wahr?
     
  10. Yamanaka Akeno

    Yamanaka Akeno Member

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    Rakugaki handelte taktisch unklug, selbst wenn er das vermutlich selbst nicht so sah. Es wäre für ihn nämlich deutlich angenehmer, wenn er den Jungen einfach schmollend da sitzen lassen würde, anstatt zu verrsuchen, ihn wieder aufzumuntern, denn was war ihm lieber: Ein im Schneidersitz grummelnder Junge, der sich wahrscheinlich innerhalb von fünf Minuten eh wieder fangen würde, ganz einfach weil ihm langweilig werden würde oder ein quietschender Yamanaka, der alles daran setzen würde, den Anderen in den Onsen zu schubsen, hm? Hmmm?! Blöderweise war das nicht der Gedankengang des Sprayers gewesen, sodass er den Fehler gemacht hatte, Akeno aus seiner Trotzstarre zu piksen, ehe dieser sich von selbst daraus erholen konnte, sicherlich ein nobler Versuch, aber nicht das, was klug gewesen wäre. Das würde er wohl schon selbst bemerken, sobald der Yamanaka die blauen Augen öffnete und auf einmal nur noch Himmel vor sich sah, weil sein schmaler Oberkörper mit einem dumpfen Schmerz zwischen den Augen unwillkürlich nach hinten geruckt war und ihn hatte umkippen lassen, ehe sein Körper automatisch gegensteuerte und ihn davor bewahrt, mit dem Hinterkopf auf die Straße zu krachten. So entrang sich bloß ein überraschtes »Oh...« der Kehle des Jungen, ehe er seinen Körper anspannte, um wieder in die Senkrechte zu kommen und den Anderen mit großen Augen anblickte, als habe er keine Ahnung, was genau er eigentlich von ihm wollte. Was los war? Eh... ihm war langweilig. Reichte das nicht als Ausrede aus? Zwar wusste er ganz genau, dass er die blöde Katze aus Trotz weggeworfen hatte, aber er schämte sich nicht etwa dafür, es hatte einfach so sein müssen, egal wie unprofessionell oder was auch immer es war. Dass die Katze dabei wahrscheinlich auch seinen Freund verletzen würde, war ihm da auch vollkommen egal gewesen, da er es im Grunde sogar verdient hatte, er und die ganze blöde Welt, die sich gegen ihn verschworen hatte - aber nun war das ja schon wieder anders. Nun fand er schon eher Missfallen daran, dass der Sprayer wieder wie Regenwetter blickte und ihn gepikst hatte! Das verlangte nach Rache. Mit einer reflexartig plötzlichen und vor allem vollkommen unvorhersehbaren Bewegung sprang er auf, während er sich gleichzeitig nach vorne fallen ließ und den anderen, der in der Hocke bekanntlich nicht sonderlich standfest war, umsprang, sodass dieses Mal er auf der Straße landete und Akeno mit der Miene eines Kleinkindes auf ihm landete. Sofort machte er sich daran, den Größeren (von dem er wusste, dass er kitzelig war) mit spitzen Fingern in den Bauch zu tippen, keinesfalls fest, aber durchaus genug, um ihn hoffentlich zum Lachen zu bringen. Mal sehen, ob es dieses Mal funktionieren würde! »Lach doch mal, Miesegaki!«, kicherte er, alles, was ihn noch zuvor sogar aufgeregt hatte, war längst im Sumpf des Verdrängens verschwunden. Es war natürlich keinesfalls so, dass er sauer gewesen war, weil irgendeine der Thesen des Größeren der Wahrheit entsprachen, sondern einfach und allein, weil er eben blöd drauf gewesen war… das müsste der Andere doch nun wohl mal langsam wissen, oder?
     
  11. Atarashi Ryakuga

    Atarashi Ryakuga Member

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    Hätten Akeno und Rakugaki eine ganz normale Beziehung gehabt, wie sie beste Freunde nun einmal besitzen sollten, wäre die Kitzelaktion des Blonden sicher lustig ausgegangen. Der Größere, Stärkere, hätte lachend und nach Luft schnappend versucht den Schwächeren von sich zu bugsieren, nachdem dieser ihn an einer sehr empfindlichen Stelle piekste. Alles wäre schön gewesen, garniert von Regenbögen und Plüschehäschen, wie man sich das vorstellen mochte. Doch leider waren in Rakugakis Welt die bunten Himmelslichter nichts anderes als sich krümmende, blutende Leiber, die Kaninchen waren gewalttätige Kampfhunde, die alles bissen, was sich ihnen näherte, und die sanft tippenden Finger waren Liebkosungen aus längst vergangener Zeit, die sich nun, wo er in ähnlicher Situation lag, auf einen unbequemen Boden gepresst, umso heftiger in sein Gedächtnis drängten, brannten. Akenos kleine Finger waren rasiermesserscharfe Scherenspitzen, die seine Haut durchstoßen wollten. Panik durchflutete Rakugakis Organismus, spreizte seine Augenlider, so dass die grauen Iriden voller Angst von einer Seite zur anderen zischten, immer schneller, scheinbar ins Leere starrend. Sein Herz klopfte so heftig, dass man es sicher unter der Hand spüren konnte und seine Atemfrequenz beschleunigte sich ins Unermessliche. Der Schrei hing schon in seiner Kehle fest, die Tränendrüsen waren gefüllt und das erstickte "Bitte nicht..." hing schon auf seiner Zunge, als er sich schlussendlich doch zusammenriss und den Kleineren von sich herunterwalzte, sich auf ihn drehte, um den Spieß umzudrehen und ihn mit dem Gesicht in den Dreck zu drücken. Nur schwer konnte er den Impuls abschütteln, seine Haare zu packen und das unschuldige Antlitz immer wieder auf den Weg zu schmettern, unaufhörlich zu zerstören. Eigentlich sollte sein Freund doch wissen, dass es ein Unding war, ihn auf den Boden, gegen Wände oder Ähnliches zu drücken, ihm das Gefühl zu geben, unterdrückt zu sein. Wenn er ihn unbedingt kitzeln musste, konnte er das ja tun, aber dazu musste er ihn nicht so überfallen ... Nein, das musste nicht sein ... Er wollte etwas sagen, um die Situation zu entspannen, schämte sich dafür, sich solche Blöße gegeben zu haben, doch ihm fiel nichts ein. Viel zu heftig klopfte das Herz in seiner Brust, viel zu deutlich spürte er die Stellen, an denen Akeno ihn berührt hatte ... Für andere mochte kitzeln lustig sein, aber das war bei einer kaputten Persönlichkeit wie ihn wohl leider nicht möglich - oder?
     
  12. Yamanaka Akeno

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    Und dabei mochte Akeno Plüschhäschen so gerne! Was für eine unglaubliche Ungerechtigkeit das doch war! Natürlich wusste er im Grunde genommen, dass er seinen Mitbewohner am besten gar nicht anfasste, aber ein hervorstechender Charakterzug seiner selbst schien doch zu sein, dass er sich von dem puren Wissen um eine Tatsache noch lange nicht abschrecken ließ, wenn es um Rakugaki ging. Zum einen Pech für den armen Jungen, der so den Drang nach Körperkontakt des Blonden aushalten musste, zum anderen ebenso Pech für den Knuddler selbst, der dich eigentlich nur gutes im Sinn hatte, denn er bekam das meistens dafür sofort gewaltvoll zurück. Das allerdings nahm er dem Größeren dafür niemals übel, weil das ja scheinbar eine Macke von ihm war und Akeno wirklich der letzte war, der Menschen aufgrund seltsamer Angewohnheiten verurteilte. Trotzdem ruderte er mit den Armen, als er auf einmal vor lauter Dreck keine Luft mehr bekam, bevor er auf die Idee kam, dass es unter Umständen eine bessere Idee wäre, zu versuchen, irgendwie an Entfernung zwischen seinem Gesicht und dem Boden zu kommen. Aber blöderweise hatte er eindeutig den falschen Hebel, um der von oben kommenden Kraft entgegen zu wirken und konnte sich so nur darauf verlassen, den Kopf mit aller Macht zur Seite zu drehen und so die Atemwege wieder frei zu bekommen. Mit einem Husten blies er den Staub seinem Mund und meldete sich sofort zu Wort: »Staub schmeckt scheiße...!«, maulte er und wand sich noch ein wenig im Griff des Größeren. Der war immer so unheimlich empfindlich gegenüber seinen nett gemeinten Überfällen, dass er sich langsam wirklich fragte, warum. Klar, das fragte er sich so gut wie immer und jedes Mal wieder, aber vielleicht wäre es langsam mal an der Zeit, etwas gegen diese Unwissenheit zu unternehmen! Natürlich würde er nicht einfach fragen, er musste irgendeinen anderen Weg finden. Wenn sie in drei Tagen sowieso in Konoha sein würden, hatte er im Clananwesen in Konoha sicherlich die Möglichkeit, mal kurz in die Bibliothek zu rennen und sich durch einen Haufen lahmer Bücher zu wälzen, bis er entweder fündig wurde oder der Bibliothekar ihm eindrücklich klar machte, dass man Bücher bitte etwas pflegsamer behandelte. Mit ein bisschen Glück würde man vielleicht etwas entdecken, was ihm helfen würde, das zu verstehen - obwohl es natürlich eine ganz andere Sache war, ob er sich an sein neu erworbenes Wissen halten würde. Immerhin wusste er ja auch, dass man den Jungen nicht berühren durfte und trotzdem tat er das eigentlich dauernd. Es war ja auch nicht so, als sehe er dazu keinen Grund, immerhin war der Größere doch mit ihm befreundet, oder? War das da nicht okay, hm? Alles so verdammt kompliziert, was einfach sein sollte. »Biste mal fertig da? Das ist unbequem.«, meinte er mit gelangweilter Stimme und schabte mit dem Zeigefinger über den Straßenbelag, der wohl auch schon bessere Tage gesehen hatte. »Ich wette, der Fette und seine Katze ertränken sich gerade~« Ja, so wie sich das anhörte, konnte der Yamanaka ihren Auftraggeber auch nicht besonders gut leiden, warum auch immer so plötzlich. Es lag übrigens ganz bestimmt nicht an der Tatsache, dass er irgendwen irgendwelcher Liebschaften bezichtigt hatte, sondern eher daran, dass sie nun hier warten mussten, worauf er immer noch keine Lust hatte. »Wir hätten schon losgehen sollen.«
     
  13. Atarashi Ryakuga

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    "Ohne sie können wir kaum eine Eskorte machen, Superhirn." Reichlich missmutig rollte sich der Größere, Schwerere und Stärkere von seinem wiedereinmal 'leicht' misshandeltem Opfer herunter und brachte den massigen Körper mit Schwung wieder in die Vertikale. Hatte Akeno wirklich gedacht, dass sie ohne die beiden weitergehen konnten? Wieso rechnete er die Katze als Person? Er wurde hier langsam so irre wie sein kleiner Freund, das war gar nicht gut. Darüber hinaus sah er nach nicht einmal einen Tag im Freien schon aus wie ein Landstreicher, ganz abgesehen von dem Blonden, der ebenfalls aussah, als habe ihn eine Horde Wildpferde überwalzt. Das war alles seine Schuld! Was musste der Idiot ihn auch umarmen? Und nun auch noch solch hirnrissige Vorschläge machen ... Rakugaki wollte ja schon wieder die schlechte Laune an irgendetwas auslassen, aber er zügelte sich und versuchte stattdessen das Ganze einigermaßen optimistisch zu betrachten, denn er wollte auf keinen Fall weitere Knuddelattacken, nicht, bis sich sein Geduldsfaden wieder regeneriert hatte. Gut. Was gab es denn Schönes an zwei Stunden sinnlosem Herumsitzen? Ruhe. Genau. Er würde einfach meditieren oder soetwas. Ächzend ließ sich der Sprayer also wieder auf den Boden fallen und zerrte die Beine zu einem Schneidersitz zusammen. Seine Körperseiten hielt er dabei extra angespannt, da er befürchtete, dass Akeno zu spontanem Pieksen neigen würde. Man musste ja nicht auch noch kitzeln, oder? Was, wenn der Kleine ihn nun zum Lachen brachte und Yuuta in genau dem Augenblick wiederkam? Am Ende wusste der Händler noch, wo man ihn anfassen musste, damit der Wolf zu einem gefügigem Schoßhündchen wurde, welches vor Glucksen beinahe erstickte. Das konnte man sich sparen. Vorsichtshalber verschränkte er jedoch trotzdem die Arme vor dem Bauch und beobachtete den Yamanaka aus den Augenwinkeln. Manchmal war der ein ganz interessantes Objekt zur Betrachtung, da ihm immer neue Dinge einfielen ... Was war also nützlicher als ein unberechenbarer Irrer, wenn man ewig Zeit hatte und definitiv NICHT nachsehen wollte, ob ein runzliger, nackter Mann schon in seiner Quelle saß und werweißwas mit seiner Mushi-hime anstellte?
     
  14. Yamanaka Akeno

    Yamanaka Akeno Member

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    Ja... das erwartete man sich von einem Irren, nicht wahr? Dass er mit den Augen rollte, mit dem Kopf wackelte, im Handstand über die Straße lief oder sonst was lustiges machte, was der Schaulust Zuschauers genüge tat. Dummerweise war das auch genau der Grund, weswegen Akeno den Umgang der meisten Menschen mit denjenigen, die geistig eben etwas anders tickten, nicht leiden mochte. Seines Erachtens war er ein ganz normaler Mensch, den man ebenso wenig wie andere als Fernsehersatz missbrauchen durfte, nur weil er unterbewusst zu Dingen neigte, die man nicht erwarten würde. Das war es zwar nicht gewesen, was ihn dazu bewegte, sich einfach neben den Größeren zu setzen (Ohne sich den Staub abzuklopfen, sodass er ein wenig wie der Sandmann wirkte) und die blauen Augen zu schließen, aber es hätte ihn sicherlich aufgeregt, wenn er die Gedanken des Sprayers hätte lesen können. Ein Glück, dass er das (noch) nicht konnte... denn dann würde er ganz andere Dinge mitbekommen, die auf ihn vielleicht ein wenig fremd erscheinen mochten. So aber mochten sie ein seltsames Bild abgeben, wie sie da nebeneinander saßen und scheinbar nichts taten. Bei Rakugaki mochte das ja auch der Wahrheit entsprechen, aber Akeno hatte sich innerhalb von kurzer Zeit in ein sehr unterhaltsames Gespräch mit seiner Mentorin verstrickt, die wohl gerade Einkaufen war und spontane Überfälle auf ihren Geist gewohnt war. Dabei ging es nacheinander um Gott, die Welt, Bananen, Teebeutel, Radieschen und die Frage, was jemanden dazu bringen konnte, berührungsscheu zu bringen. Aber wie immer wurde der Junge nicht wirklich schlau aus den Antworten, die ihm gegeben wurden, auch wenn er nun wusste, dass Miyuki scheinbar die Schärfe frischer Radieschen nicht mochte und alte nicht kaufen wollte, weil sie eben nicht mehr knackig waren. Würde er sich merken, sollte er je dazu kommen, ihr die roten Gewächse zu kaufen. Unwahrscheinlich war das allerdings, denn man schenkte nur selten Sträucher oder Gemüsebünde, sondern eher andere Pflanzen, wie beispielsweise Rosen. Miyuki hatte einmal eine Rose geschenkt bekommen, das hatte er miterlebt, auch wenn er den Mann nicht noch einmal gesehen hatte. Was auch immer dahinter steckte, es hatte ihn auch nicht sonderlich interessiert. Die Frage war für ihn eher gewesen, ob das nicht Diskriminierung den anderen Gewächsen gegenüber war. Vielleicht sollte er das nächste mal mit einem Bund Karotten in der Hand bei ihr antanzen... obwohl er das ja eh nie tat. Meistens war sie es ja, die ohne vorherige Ankündigung bei den beiden hereinschneite, was in den falschen Momenten seltsam anmuten konnte. Jedenfalls wusste er nun, was zu tun war!
    Mit einem spontanen Satz und einem Aufreißen der Augen stand der Junge plötzlich kerzengerade auf den Beinen und streckte die Arme zur Seite aus. Zunächst anmutig wie eine Seiltänzerin, aber dann immer kindisch-verspielter werdend, begann er um den noch Sitzenden herumzugehen. Während er am Anfang noch schritt, wurde er immer schneller, seine Schritte immer mehr zu Hopsern und Sprüngen. Wahrscheinlich würde ihm demnächst schwindelig werden, aber daran dachte er momentan gar nicht.
    »Wuuuuiii~«, machte er, in einem Ton, der irgendwo zwischen genuiner Langeweile und aufgesetzter Fröhlichkeit angesiedelt war, auch wenn er es nicht einmal so meinte. Um genau zu sein wusste er auch nicht, warum er das gerade tat, es war ihm einfach in den Sinn gekommen, aus einer Laune heraus. Letzten Endes hatte er doch eigentlich so etwas wie gedanklichen Durchfall... wobei dieser Vergleich unschöne Bilder in seinem Kopf reifen ließ, weswegen er ihn ganz schnell vergessen wollte.
     
  15. Atarashi Ryakuga

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    Wenn man ein großer, breitschultriger Junge war, dessen Körper mehr Narben als Haut besaß und der selbst vor der mangelhaftesten Hygiene nicht zurückschreckte, mochte man wohl erwarten, dass es eher kompliziert war, ihn aus der Fassung zu bringen. Natürlich hatte man meistens Recht damit, es war wirklich schwer, ihn zu irgendwelchen emotionalen Regungen zu verleiten, dabei war er eigentlich überhaupt nicht so ruhig, wie es den Anschein hatte. Er konnte austicken, Leute verprügeln bis das Blut spritzte und hätte theoretisch kein Problem damit ein wehrloses Kind zu erstechen, wenn es ihm denn irgendetwas brachte, aber das waren ja nicht wirklich Gefühle, sondern einfach natürliche Reaktionen auf die Dummheit anderer Menschen. Rakugaki versucht ja, die Leute von sich fernzuhalten, wenn sie sich nicht daran hielten, waren sie selber Schuld. In dieser Welt gab es keine Schutzengel und keine Babysitter, die darauf achteten, dass man es nicht ganz so rau abbekam, das war eine der ersten Lektionen, die er hatte lernen müssen – wieso sollte er also versuchen, jemanden sanft zu behandeln, wenn er sich sicher sein konnte, dass er es am Ende nur mit Schmerzen bezahlen musste? Soziale Kontakte waren unnötig, dafür und für alles Andere hatte er ja Akeno. Mit ausdruckslosem Blick betrachtete er den kleineren Blonden, wie er so unbekümmert um ihn herumtänzelte, als wäre die ganze Welt in Ordnung und kein Haufen Trümmer. Er hatte gehofft, dass er ihn vom Nachdenken abhalten würde, aber das war leider nicht der Fall. Wenn er stürzte und vor lauter Unsinn reihern musste vielleicht, aber bis zu dem Punkt würde er ihn einfach anstarren. Er musste nur ein wenig schwanken, dann war er auf den Beinen, mit der grandiosen Entschuldigung, Yuuta zu holen, aber bisher lief alles glatt. Allerdings war der Typ langsam echt ziemlich lange da drin. Was er wohl anstellte? Ob er vielleicht geflüchtet war? Wenn er nicht er selbst wäre, er würde auch von sich weglaufen ... Allerdings bezweifelte er, dass der Händler seine ganzen Sachen in Akenos Hosentasche lassen würde ... Also badete er vermutlich immer noch. Das konnte doch nicht sein. Sie hatten nicht ewig Zeit! Sie sollten schleunigst weiterkommen ... Mit einem Satz war Rakugaki auf den Beinen, klopfte sich etwas Dreck vom Hintern und pflanzte sich in die Wirbelbahn des Kleineren. „Das reicht. Wir holen ihn uns und gehen dann endlich mal weiter...“ Wenn er so auf Körperpflege abfuhr, wieso trug Yuuta dann so ein ekliges, penetrantes Parfüm? Allein der Gedanke daran ließ seinen Magen schon wieder beleidigt grummeln – konnte aber auch der Restkuchen sein, der sich verzwickt hatte.
     
  16. Yamanaka Akeno

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    Akenos Welt war keinesfalls in Ordnung, auch wenn das den meisten wohl so vorkommen mochte, da dem blonden Jungen im Allgemeinen die Sonne so strahlend hell aus dem Popo schien, dass man sich fragen musste, ob er nicht einen Flutlichtscheinwerfer verschluckt hatte. Allerdings war es keinesfalls das Wissen darum, dass die Welt okay war, dass ihn sich wie ein Dreijähriger aufführen ließ, rational gesehen hatte er wirklich keine Ahnung, warum er das gerade tat, er machte es einfach. Das war oft so, dass er auf etwas reagierte oder etwas machte, ohne genau zu wissen, was das nun sollte, einfach aus dem Gefühl heraus, dass das das richtige in diesem Moment sei. Dummerweise war es meistens genau das Falsche, das kannte er schon – aber das wusste er in dem Entscheidungsmoment nicht, der meistens nur ein paar Sekunden lang war. So hatte er in den letzten Sekunden sogar die großen, blauen Augen geschlossen, um sich nur auf das verwirrend desorientierte Gefühl in seinem Kopf zu konzentrieren, das gleichzeitig irgendwie drückend und entspannend war, aber ihn immer mehr die Kontrolle über seine Schritte verlieren ließ. Er war kein besonders geschickter Geselle, sogar der grobschlächtigere Rakugaki hatte körperlich eigentlich mehr Feingefühl als er, sodass er zwar nicht stolperte, aber dafür erst einmal in ein Hindernis rein lief, von dem er hätte schwören können, dass es zuvor noch nicht da gewesen war. Es war eindeutig lebendig und menschlich und weil er es irgendwie im Gefühl hatte, glitt der Kleinere an Rakugaki vorbei und drehte sich erst einmal um die eigene Achse, während sich seine Augen wieder der Sonne öffneten und nach einigem mühsamem Blinzeln seine Vermutung bestätigten. Hatte nun auch der Größere endlich bemerkt, dass sie sich mal vom Fleck bewegen sollten? Na bitte – offenbar war er doch noch nicht ganz verloren. Man musste nur noch ein wenig an seiner Einstellung zu sich und der Welt im Allgemeinen feilen, dann würde schon noch was aus seinem Freund werden… »Wir holen ihn uns? Heißt das, du marschierst da nun rein und zerrst einen nackten alten Mann aus einer heißen Quelle?«, fragte er feixend und mit einem Gesichtsausdruck, der naiven Unglauben, gemischt mit eiskalter Berechnung ausdrückte. Natürlich würde er das nicht tun, warum aber sagte er dann so etwas? Das Feixen mutierte zu einem Grinsen, die blonden Augenbrauen wurden hochgezogen und er blickte von unten in das Gesicht des Künstlers, aus babyblauen Augen in einem schmutzigen Gesicht, das er immer noch nicht abgewischt hatte. Seine ganze Wange war noch von braunem Staub überlagert, den er nicht einmal versucht hatte, zu entfernen, weil es ihm einfach egal war. Nicht egal war ihm wiederum, wie Gaki es bitte anstellen würde, den Mann aus den Quellen zu holen… »Oder hast du damit kein Problem?«, fragte er und legte sich nachdenklich den Zeigefinger an die Unterlippe, »Ich glaub ich kümmer mich jedenfalls um die Katze!«
     
    Zuletzt bearbeitet: 31. März 2012
  17. Atarashi Ryakuga

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    Genau das hatte Rakugaki vor. Der große, dunkelhaarige Junge würde sich vorbei an all denen, die an diesem wundervollen Tag einen kurzen Badeurlaub genießen wollten, selbstverständlich ohne von ihren nackten Körpern auch nur die geringste Notiz zu nehmen, direkt auf den mit hoher Wahrscheinlichkeit unterdurchschnittlich bekleidteten Yuuta stürzen, ihn an seinen weibisch langen Haaren - wobei, nichts gegen lange Haare und so - vor die Tür schleifen und dann den Rest ihrer Wanderung damit verbringen, nicht zwischen die Beine eines alten Mannes zu starren und dabei an Augenverätzung zu sterben. Der Plan war so genial, der könnte fast von Akeno stammen. Kein Wunder also, dass er alles tat, nur nicht das. Zunächst einmal war es wenig sinnvoll, wenn er als Ausgeburt des Bösen, der er um sich herum eine Aura von Hass und Vernichtung verbreitete, den sozial Kompetenten spielte. Das klappte einfach nicht, war so, als würde man eine bissige Bulldogge als kleinen Welpen tarnen wollen. So lief das nicht. Rakugaki musste, wenn er etwas wollte, erstmal mit der Faust auf den Tisch schlagen - ganz besonders dann, wenn seine Laune exponentiell dem Nullpunkt entgegenstrauchelte. Er war dreckig, Akeno war wiedereinmal absonderlich albern und zu allem Überfluss wurde ihre kostbare Mission von einem launischen alten Mann verzögert, der nun zusammen mit seiner fetten Katze in unerreichbarer Ferne lag. Ja, selbst wenn er direkt neben ihm gesessen hätte, alles, was nackt war, war für ihn unantastbar und löste tiefschürfende Abscheu aus. Sein kleiner blonder Freund wusste das ganz genau, und deshalb erntete der auch erst einmal einen Schlag mit der Hand gegen den Hinterkopf, ehe der Größere sonor grunzte und sich auf den Weg zur Gaststätte machte.

    Als sich seine Augen an den dämmrigen Zustand des Innenraumes, welcher tatsächlich von kitschigen Duftkerzen beleuchtet wurde, gewöhnt hatten, wollte er eigentlich direkt den Männerbereich der heißen Quellen ansteuern und sich rücksichtslos einen Weg durch diverse höchst spirituell anmutende Möbelstücke bahnen, da bemerkte er aus dem Augenwinkel eine Bewegung, die ihn stutzen ließ. Eine alte Frau, behangen mit zahllosen Bändern und Tüchern, tapste auf ihn zu und hielt eine Kristallkugel in der Hand. Was war das hier bitte für ein Schuppen? Alles Bekiffte hier ... Bevor sie auch nur den Mund aufmachen konnte, um ihre Dienste anzubieten, stieß er die Tür zu seinem Ziel auf und war erst einmal in seiner grenzenlosen Freundlichkeit verschwunden. Dafür, dass Akeno ihn mit solch wundervollen Kommentaren beglückt hatte, durfte der jetzt diese Alte loswerden. War Gaki-chan ein bisschen nachtragender als sonst? Ja? Lag vermutlich an seiner Laune, die wirklich großartig war. Yuuta tat ihm ja ein bisschen Leid.
     
  18. Yamanaka Akeno

    Yamanaka Akeno Member

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    Und was tat Akeno? Der blonde Junge blieb wie angewurzelt stehen und schielte zu der Alten mit der Kristallkugel hinüber, da ihm auf einmal - wie üblich, wenn man ehrlich war - eine spontane Idee gekommen war, die er ganz unterhaltsam fand. Er war bekanntlich nicht verblödet und glaubte auch nicht an übernatürliche Mächte, selbst wenn es manchmal den Anschein hatte, sodass er sich durchaus bewusst war, dass sicherlich nicht einmal eine alte Frau mit einer klischeehaften Kristallkugel seine Zukunft wissen konnte. Allerdings war er ein neugieriger kleiner Junge und hatte einfach Spaß daran, Menschen zu beobachten, wenn diese ebenso wie er ein wenig neben der Spur standen. Und er hatte so im Gefühl, dass die grauhaarige, runzelige Frau die normalsten Tage ihres Lebens bereits lange hinter sich hatte, weswegen er im Gegensatz zu seinem Mitbewohner, der mal wieder, beziehungsweise immer noch, grantig war, nicht das Weite suchte, sondern sie geradezu dazu brachte, ihn anzusprechen. Er tat das nicht nur aus dem Grunde, dass er sie beobachten konnte, versuchen konnte, sich in die hinein zuversetzen, nein... ulkigerweise konnte er ja auch mal sein Glück versuchen. Im Grunde genommen war es nämlich gar nicht schwer, die Masche der Wahrsager nachzuahmen, wenn man auch nur ein ganz klein bisschen Ahnung hatte, wie man das anzugehen hatte. Der Yamanaka verfügte bekanntlich nicht nur über das nötige Fingerspitzengefühl, was Menschen und ihr Inneres anging, er hatte auch mal von einem ehemaligen Mitbewohner derselben Anstalt erfahren, wie das fahrende Volk so im Allgemeinen vorging. Erster Schritt war ganz einfach eine kurze Einschätzung auf den ersten Blick. Wie alt war derjenige, dem man weiß machen wollte, man wisse etwas über seine Zukunft? Mit wem hatte man ihn beobachtet? Wie gebärdete er sich? Was schien er vorzuhaben? Beispielsweise konnte man bei alten Menschen, die einen Wahrsager aufsuchten, schon einmal ins Blaue raten, dass sie mal einen Ehepartner gehabt hatten, um den sich der Besuch drehte. Dann musste man darüber nachdenken, was typische Namen aus der Generation waren, die dieser Ehepartner angehören könnte und konnte dann einen typischen Namen raten, schwummrig, als sei man noch nicht sicher. Oft erledigte sich dann der Rest im Gespräch selbst, weil der andere oft mehr von sich preisgab, als er eigentlich vorgehabt hatte. Schnöde Theorie, denn Akeno war nicht im passenden Alter. Auch war die Wahrscheinlichkeit, dass ein junger Mann wie er jemals eine Freundin finden könnte, so gering, dass sich ein Rateversuch in diese Richtung nicht lohnte. Zudem hatte er sich draußen wie ein Kind gebärdet, dass eine über die Rübe bekommen hatte. Was also würde die Frau raten? Schwer zu übersehen war das Stirnband, das um seinen Hals baumelte, sicherlich nicht...
    "Oh, junger Ninja, hör mir zu...!", begann sie und der Blonde spitzte die Ohren. Nun sollte eigentlich der Part folgen, an dem sie eine schockierende Feststellung treffen sollte, die dermaßen unglaublich war, dass sie ihn sofort davon überzeugen sollte, dass sie tatsächlich mythisch befähigt war. "Ich habe etwas wichtiges zu sagen - es betrifft eure Mission!" Oh, langweilig. Und er hatte schon gedacht, sie würde ihm auf den Kopf zusagen, dass er seit einigen Tagen eine Puppe seiner Mutter unter dem Bett verschimmeln ließ oder so etwas. "Hm... was'n?", fragte er deswegen mit einer Spur Enttäuschung in der Stimme, ehe er trotzdem versuchte, ein interessiertes Gesicht zu machen. "Gerade eben, als ich euch zur Tür hineinspazieren sah, dich und deinen Partner...", sie rümpfte die Nase, worüber, war wohl schwerlich nicht zu erraten, "Traf es mich wie ein Blitzstrahl aus dem Himmel selbst - ihr seid in großer Gefahr!" Jup, jup... lahm. Hatte sie wirklich nichts anderes drauf als dieses "Oh mein Gott, ihr werdet alle sterben!"? Das war etwas bitter, zumindest war sie der Meinung. "Haben Missionen so an sich, oder?", fragte er nur noch mäßig begeistert, "Haben Sie das in dem Ding da gesehen? Vielleicht war es ja nur ihr Spiegelbild oder so..." Empört schnaubte die Frau und hob den knorrigen Zeigefinger, ehe sie ihn ihm wie einen Dolch unters Kinn hielt, was den Yamanaka vor Schreck etwas zurück weichen ließ. "Einem von euch droht Unheil, Schmerz und die Behinderung eurer Mission ist gar nicht mehr abzuwenden! Erst recht nicht, wenn man Menschen mit dem dritten Auge so schamlos verspottet!" "Drittes Auge?", Akeno wich dem Zeigefinger aus und kratzte sich am Kinn, "Ist das nicht etwas groß dafür? Außerdem... hat es einen Sprung. Vielleicht ist es doch Ihr Auge, danach zu urteilen...", meinte er mit tatsächlicher Überlegung in der Stimme, bis er plötzlich wieder strahlte. "Ich glaube, dass ich weiß, was Sie meinen. Ich werde einfach versuchen, ihn nicht zu ärgern." Und mit einem Hopser folgte er Gaki doch noch, hinein in die Nebelschwaden.
     
  19. Atarashi Ryakuga

    Atarashi Ryakuga Member

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    Dass man Unheil und Schmerzen von der Menschheit abwenden konnte - zumindest vom Teil der Menschheit, welcher sich in Rakugakis Nähe aufhielt - indem man ihn so wenig wie möglich aufregte, war eine Erkenntnis, die niemand dem kleinen blonden Jungen zugetraut hätte, der die beiden unterschiedlichen Freunde draußen beobachtet haben könnte. Natürlich nicht, schließlich wirkte es für die Meisten so, als wäre der Größere einfach aus Prinzip heraus gemein, immerhin schlug er sein armes Opfer, obwohl dieses ihn lediglich umarmte und mit Zuneigung überschüttete. Wie man mittlerweile wissen sollte war das in seinem Falle mit Misshandlungen brutaler Art gleichzusetzen, so war das nun einmal. Jeder Mensch hatte so seine Ticks und wenn er Akeno für jeden verurteilen würde, den der kleine Junge ausprägte, wäre es kompliziert unter einem Dach zu leben. Tatsächlich lief das jedoch ausgesprochen gut, sie ergänzten sich prima und somit war alles geritzt, denn echte Freunde konnten ja wohl über Kleinigkeiten wie blaue Augen und Schmutz hinwegsehen, besonders wenn die Luftfeuchtigkeit in dem Raum, in welchem sie sich befanden so hoch war, dass sie unweigerlich dazu führte, dass dem Langhaarigen unter ihnen die Mähne an Wangen und Nacken pappte wie mit Kleister bestrichen. Böse Zungen mochten munkeln, dass diese kleine Dusche nicht so unnötig war, wie er es mit seinem blutlüsternen Blick hinstellen mochte, doch trauten sich diese nicht zu sprechen oder waren mit anderen Dingen beschäftigt, so dass Rakugaki - hoffend, dass seine Farbe ihm nicht bald aus der Hose rann, wenn das so weiterging - sich einen Weg durch Nebelschwaden bahnen konnte, stets auf der Hut, nicht in irgendetwas Nacktes zu laufen. Das hier war für ihn wie ein Ausflug in das Innere eines Wildtiergeheges, doch selbst umzingelt von zähnefletschenden Raubtieren hätte er sich vermutlich gerade wohler gefühlt. Als sein Fuß an den Rand einer im Boden eingelassenen Quelle vorbeischlich und seine Schulter eines der vielen von der Decke hängenden Handtücher streifte, blieb er stehen. War das ein Maunzen gewesen? Mushi-hime! Wo war sie in diesem Getümmel aus Stoff, Wasser und nackten Leibern? Und wo war eigentlich Akeno schon wieder hin?!
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Apr. 2012
  20. Yamanaka Akeno

    Yamanaka Akeno Member

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    Wo Rakugaki entsprechend langsam und vorsichtig durch die Menge der nackten Leiber strich, weil er Berührungsängste hatte, kam Akeno deutlich später in den nebelverhangenen Raum und da er vorhatte, den Größeren noch einzuholen, allerdings nicht sehen konnte, wohin er gelaufen war, musste er sich beeilen. Einfache Rechnung, mochte man meinen, jedenfalls sorgte sie dafür, dass der Junge schneller ging, als er gleichzeitig durch den Nebel alles um sich herum wahrnehmen konnte. Zudem war man ja schon daran gewöhnt, dass der Yamanaka öfter mal mehr Glück als Verstand hatte, denn von letzterem gab es öfter nicht besonders viel in seinem Kopf. Intelligenz war ja bekanntlich ungleich Verstand und während die erste ihm sagte, dass er den Jungen mit den langen Haaren einholen musste, sorgte die Abwesenheit von zweitem dazu, dass er ihn schließlich fand... blöderweise indem er in ihn rein lief und durch sein zusätzliches Körpergewicht und eine nicht zu verachtende Beschleunigung dafür sorgte, dass der Atarashi per Turbogang das Gleichgewicht verlor und mit einem lauten Platsch und einem erschrockenen Fauchen im Wasser landete. So viel von wegen, Akeno würde den Anderen nicht noch einmal ärgern - was interessiert mich mein Geschwätz von vor wenigen Sekunden? Dabei hatte er es nicht einmal absichtlich gemacht, blöderweise war das Kind nun schon in den Brunnen gefallen. Oder eben in die heiße Quelle, die rein zufällig auch noch die war, in der sich ihr Auftraggeber und seine Katze aufhielt. Diese war es übrigens auch gewesen, die das Fauchen ausgestoßen hatte und nun nass bis auf die Knochen und mit einem Ausdruck, der sicherlich so etwas wie "Stirb, Mensch" (wobei nicht sicher war, wer damit genau gemeint war) bedeuten sollte. Das Handtuch jedenfalls hatte der Atarashi mit sich gerissen, sodass der Blonde nun ganz nonchalant und mit einem klischeetypischen Pfeifen auf den Lippen auf dem Absatz kehrt machte und vollkommen unschuldig davon schlenderte. Wahrscheinlich hatte seine Vernunft ein einziges Mal zugeschlagen und ihn gewarnt, dass es höchst unklug wäre, an Ort und Stelle zu verweilen. Es könnte aber auch sein, dass sich ein ureigener Instinkt eingeschaltet hatte, den man vielleicht "Selbsterhaltungstrieb" nannte und der ihm diktierte, möglichst viel Abstand zwischen sich und eine Zeitbombe zu bringen, deren Countdown er in diesem Moment gestartet hatte und dabei möglichst wenig aufzufallen. So ein Pech aber auch, dass er wohl die einzige nicht nasse und nicht nackte Gestalt in diesem Raum war, was?
     
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