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Östliches Hochland - Die Weiden des Reiches

Haemasu Ai

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Jôsei – Das Nordtor

Die Reise ins Reich des Wasserfalls verlief überraschend ereignislos. Sicher, Ai hatte keine Ahnung, was sie erwartete hatte, die Hälfte der Wirtshäuser hatte sie beim letzten Mal mit Yamato gesehen und die eigentliche Mission würde so oder so erst beginnen, wenn sie beim Auftraggeber waren. Dennoch, etwas langweilig war es schon gewesen, doch daran wart nicht wirklich jemand schuld, weder Ai noch ihr Begleiter. Takeo war eigentlich ein angenehmer Reisebegleiter, etwas verträumt, aber dafür auch still. Eine Quasselstrippe wäre sicherlich anstrengender gewesen. Die Eintönigkeit der Reise hatte aber Ai beinahe nicht mitbekommen lassen, dass sie das Reich des Feuers verließen. Gut, um ehrlich zu sein, spektakulär war der Grenzübergang nicht gewesen, ein kleiner Posten aus zwei Holzhütten trennte die Reiche auf der Strecke, die Takeo und Ai entlangreisten. Das Fehlen von Zäunen oder Mauern sagte viel darüber aus, dass hier entweder Vertrauen herrschte oder es weitere unsichtbare Mechanismen gab, die unerlaubte Grenzübergänge verhindern sollten. Wahrscheinlich befand sich die Wahrheit irgendwo in der Mitte der beiden Varianten. Eigentlich war es in diesem Moment so oder so egal für die beiden Genin, denn es schien bereits Nachricht an den Grenzposten geschickt worden zu sein, der es den beiden ohne Probleme ermöglichte das fremde Reich zu betreten.

Was sich Ai erhofft hatte wusste sie nicht, aber ein wenig war sie schon enttäuscht, als die Reise weiter ging. Die Flora hatte sich kaum verändert. Gut, zwanzig Meter hinter der Grenze würden sich die Pflanzen kaum völlig durch andere Arten vertreiben lassen, aber der Wald fühlte sich noch immer so an, als wären sie noch im Reich des Feuers. Ich muss sagen, ich war noch nie im Ausland. Das ist also ganz frisch für mich. Auch wenn der Wald doch noch sehr wie die Heimat aussieht, aber das wird sich sicher noch ändern. Smalltalk, nicht die Stärke der Haemasu, aber sie versuchte es. Nur in Stille zu wandern wäre einfach zu langweilig, also musste wenigstens der Versuch unternommen werden das zu ändern. Ein schwacher Versuch, aber wenigstens tat sie etwas. Der Pfad teilte sich einige Zeit später in zwei Wege auf, der breitere führte nach Nordwesten in Richtung von Takigakure, das gut ausgeschildert war, der andere führte eher in östlicher Richtung, dies war der Pfad der Genin. Früher waren die meisten der versteckten Dörfer … nun, versteckt. Und jetzt? Handelsstraßen und Beschilderung. Es klang etwas so, als würde sich Ai nach der guten alten zeit sehnen, aber dem war nicht so. Mit der aktuellen Lage war sie eigentlich zufrieden, nur die Ironie, dass die Dörfer noch immer die Bezeichnung versteckt trugen, wenn jeder einen Atlas aufschlagen konnte und genau sah, wo sie lagen. Aber größere Gedanken machte sich Ai nicht darum, manchmal blieb sie halt an komischen Details hängen und dies war ein solcher Fall. Wichtigkeit bemaß sie der Angelegenheit keine. Daher ließ sie das Thema so schnell fallen, wie sie es aufgegriffen hatte.

Außerdem nahm etwas anderes die Aufmerksamkeit von Ai in Anspruch, denn als sich der Wald lichtete und der Weg anfing etwas anzusteigen, konnte sie in das linkerhand gelegene Flusstal blicken. Im Reich des Wasserfalls durften Flüsse nicht fehlen, aber der Anblick, der sich den beiden Genin bot, verschlug der Haemasu geradezu die Sprache. Ein riesiges Tal, welches von mehreren breiten Flüssen durchschnitten wurde, die sich weiter im Südosten miteinander verbanden, öffnete sich. Im Nordosten verlief eine wahrlich gigantische Klippe, die von mehreren Wasserfällen, der Name des Reiches musste ja irgendwo her kommen, durchschnitten wurde. Am Ostende, dort wo sich gerade die beiden Genin befanden, war die Klippe nicht ganz so hoch und öffnete sich zu einer Hochebene, die nicht mehr bewaldet war, sondern von Feldern, Äckern und Viehgattern bedeckt waren. Eindeutig das agrikulturelle Zentrum des Reiches und sehr wahrscheinlich auch das Ziel ihrer Reise, doch welcher Hof der richtige war, das konnte Ai nicht sagen. Zwischen einzelnen Gehöften schienen teilweise Kilometer lang nur Wiesen oder vereinzelte Bachläufe zu liegen und ein großes Schild mit dem Namen „Hasai Hiro“ würden die Genin sicherlich vergeblich suchen. Hoffentlich hatte Takeo einen genaueren Plan, denn das einzige, was Ai vor sich sah, war ein Weg, der den Rand der Klippe verfolgte und von verschiedenen Höfen gesäumt war, kein Indiz, wohin es ging. Wahrscheinlich war das eine ihrer Unzulänglichkeiten, an denen sie arbeiten musste. Informationsbeschaffung und das Behalten von Hinweisen.
 
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Takeo dachte ein wenig über Ais Worte nach und kam mit etwas Verzögerung auf das Thema zurück, da er es nicht einfach so im Raum stehen lassen wollte. „Die Bezeichnungen kommen aus der Zeit von offenen Kriegen. Heute brauchen wir nicht mehr versteckt sein, da der Krieg vorbei ist.“ Er machte eine kurze Pause, bevor er seine Aussage um eine kleine Information ergänzte, die ein wenig Traurigkeit in seinen Gesichtszügen hervorbrachte. „...der offene Krieg jedenfalls“, flüsterte er. Takeo schloss die Augen und nahm einen tiefen Atemzug. Er hielt einen Moment inne, bevor er die Luft mit einem zufriedenen Seufzer wieder ins Freie entließ und seine Mundwinkel zu einem breiten Grinsen formte. „Hier sieht man das sehr gut: Ein so reichhaltiges Land hätte sich den Fängen des Krieges wahrscheinlich nicht entziehen können. Ein gutes Zeichen, dass es hier größtenteils ohne Militär auskommt.“ Er wusste, dass das wahrscheinlich auch das nur die halbe Wahrheit war, aber jetzt war nicht die Zeit, um über Politik zu diskutieren und außerdem waren seine Einblicke in dieses Thema nur sehr gering. Er war immerhin auch nur ein kleiner Fleck auf diesem großen Planeten.

Zielstrebig lenkte Takeo das Zweiergespann durch die Felder des Reiches, denn er hatte seine Hausaufgaben gemacht. Schließlich blieb er an einer Weggabelung stehen.. Welche Richtung noch gleich? Er wusste natürlich, dass es um zwei benachbarte Bauern ging, aber war irgendwie davon ausgegangen, dass sich an der letzten Weggabelung so etwas wie eine Art Hausnummer finden würde. Er war der Natur sehr verbunden, doch in solchen Momenten merkte er, dass er doch irgendwie ein Stadtkind war. „Ich glaube…“ Er zog eine Karte aus seiner Tasche und schlug sie auf. Rechts war der Hof von Hetake Basu, der beschuldigt wurde, die Kühe von Hasai Hiro vergiftet zu haben, der demzufolge linkerhand zu finde war. Er ließ seinen Blick schweifen. Man musste den Wegen noch ein ganzes Stück folgen, bis man die tatsächlichen Wohngebäude erreichte, jedoch waren sie für für Ackerbauverhältnisse, wenn man das so nennen konnte, sehr nah beieinander und Takeo konnte sich gut vorstellen, dass man so schnell mal aneinander geriet. „…wir müssen links entlang.“ Einen Umstand, den er im Hinterkopf behalten sollte.

Der Weg von der Weggabelung zum Hof, der sich direkt an eine Lange Reise reihte, ließ den Abstand der beiden Streithähne noch kleiner erscheinen und bevor er diesen Gedanken mit Ai besprechen konnte, stand er auch schon vor der Tür des Hofes. Er gestaltete sich von außen genauso, wie man sich einen solchen Hof als Stadtkind vorstellen würde. Das Hauptgebäude bot von außen offensichtlich Platz für drei Generationen. Es würde ihn also nicht wundern, wenn sie dort neben dem Auftraggeber und seiner Ehefrau noch mindestens auf seine Eltern und, wie auf dem Land üblich, mindestens zwei bis drei Kinder treffen würden, denn andernfalls wäre das ganze Gebäude ein wenig zu groß. Um das Gebäude herum fanden sich einige weitere Gebäude. Vermutlich Ställe für die verschiedenen Tiere, Speicher für Futter und Ackererträge, sowie Schuppen für Werkzeuge und Gerätschaften, um das umliegende Land zu bewirtschaften.

Er hob die Hand um zu klopfen, ließ sie dann jedoch fallen und trat einen Schritt zurück. Sie sollten noch einmal alles durchgehen, bevor sie Hals über Kopf in die Mission stürzten. „Also Ai. Höchste Priorität hat-“ Mit einem lauten Rumms wurde die Eingangstür aufgeschlagen und ein großer, bulliger Mann mit Glatze und buschigem Vollbart stand ihnen gegenüber. Auf seiner hochroten Stirn pochte eine dicke Ader. Sein muskulöser Körper ließ keinen Zweifel daran, dass er jeden Tag auf diesem Hof schuftete und es sich somit um den Auftraggeber handeln musste. „Da seid ihr ja endlich! Kommt schnell rein, damit ich euch auf den aktuellen Stand bringen kann! Heute Morgen ist schon wieder eine Kuh den dreckigen Mitteln dieses Gauners von Gegenüber erlegen und um viele andere steht es auch nicht gut. Ihr müsst euch schnell, um die anderen kümmern, damit wir einen Plan für den Gegenschlag aushecken können!“ Genauso schnell wie er aufgetaucht war, verschwand er auch wieder im Inneren des Gebäudes und ließ zu mindest Takeo relativ sprachlos zurück. Mit offen stehendem Mund wandte er sich zu Ai „Gegenschlag? Habe ich das richtig gehört? Was für ein Gegenschlag? Bitte keinen Gegenschlag.“ Spätestens jetzt war klar, dass es hier genug Stoff zum Deeskalieren gab.
 

Haemasu Ai

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Das Bauernhaus war … langweilig. Man musste es so ausdrücken, da es wirklich absolut keine besonderen Merkmale aufwies. Es war ein großes im Fachwerk gebautes Gebäude mit zwei Stockwerken, wobei das Dachgeschoss unter dem steilen Dach durchaus ebenfalls ausgebaut worden sein konnte. Seitlich lehnte sich eine aus rötlichem Holz erbaute Scheune an das Wohnhaus, scheinbar gab es einen direkten Durchgang von drinnen in den Bereich, der das Vieh an schlechten Tagen und im Winter beheimatete. Auf der anderen Seite des Hofes erhob sich ein etwas klapprig wirkender Bau aus dunkelgrauem Stein. Man mochte meinen, dass Stein das stabilste der hier verwendeten Materialien war, aber die Jahre hatten dem Gebäude etwas zugesetzt. Von der Größe her schien es nicht als Stall zu dienen, dafür reichten die Ausmaße nicht. Wahrscheinlicher war dies ein Lager für Geräte und Futtermittel. Der hinter dem Gebäude hervorlugende Heuhaufen bekräftigte dieses Bild nur. Die Chance sich großartig umzusehen hatte Ai jedoch nicht, denn auch wenn Takeo zögerte an die Tür zu klopfen und scheinbar noch etwas Wichtiges mit ihr teilen wollte, schienen die Umstände es anders geplant zu haben. Mit einem kräftigen Ruck wurde die Tür zum Haupthaus aufgerissen und ein Mann begrüßte die beiden eher forsch und sehr knapp. Stumm erwiderte Ai nur den Blick ihres Teamkollegen und schickte sich an dem Mann ins Innere zu folgen.
Direkt hinter der Tür führte ein zugegeben enger Flur ins Innere des Hauses. Linkerhand konnte die Haemasu einen kurzen Blick in eine kleine Kammer werfen, die wahrscheinlich als Raum für Mäntel und etwaige Schuhpaare diente. Den Raum rechterhand konnte die junge Frau nicht schnell genug einsehen, denn schon öffnete sich der Flur vor den beiden Genin zu einer urigen Wohnküche. Eine hölzerne Eckbank nahm einen großen teil der rechten Seite des raumes ein, während links die Küchenmöbel dominierten. Ein alter mit Holzbefeuerter Ofen brannte direkt neben der Tür und verstrahlte eine angenehme, wenn auch etwas trockene Wärme. Direkt neben der Eckbank befand sich eine weitere Tür, die, wenn Ai es richtig einschätzte, direkt zum Stall führte. Als AI einen Schritt in den Raum hinein machte, bemerkte sie, wie linkerhand gar keine Wand war, sondern der Raum ein wenig zurückwich, um einer hölzernen Treppe Platz zu machen, deren Stufen in drei verschiedenen Farben, wahrscheinlich später nach gebesserte Holzteile, schimmerten. Doch der Raum war gerade eher Nebensache, denn Ai und Takeo wurden ja von ihrem Auftraggeber hineingeführt. Dieser nahm ohne die Genin weiter vorzustellen auf der Eckbank Platz, wobei eine Vorstellung vielleicht nicht schlecht gewesen wäre. Neben ihres Auftraggebers befanden sich noch vier weitere Personen im Raum. Eine kleine, ältere Frau, die vor dem Herd stand und sich mit einem etwas zahnlosen, aber ehrlichen Lächeln umdrehte, um die Neuankömmlinge zu begrüßen, war die erste, die AI ins Auge sprang. Wahrscheinlich die Mutter des Bauern, sie erfüllte auf jeden Fall optisch alle Kriterien, um als das Mütterchen zu gelten. Der leicht gebeugte Gang, das hellgraue Haar, das zu einem unordentlichen Dutt gebunden war und der etwas unförmig wirkende Stock, auf den sie sich stützte, obwohl sie eine Rüstigkeit verstrahlte, die eine Stütze überflüssig wirken ließ. Direkt daneben saß ein griesgrämig wirkender Mann auf einem Schaukelstuhl und obwohl er gerade schlief, verströmte er eine Aura purer Unzufriedenheit. Gedanklich machte sich Ai die Notiz diesen Kerl lieber nicht zu wecken, wenn es nicht unbedingt sein musste. Anders sah es bei der Frau aus, die neben dem Bauern saß und eine Hand, scheinbar um zu beruhigen, auf die Schulter ihres Auftraggebers legte. Das einfache, rot-weiß karierte Kleid wurde von eine einfachen grau-braunen Schürze verdeckt und ihre leuchtend roten Haare fielen in unkontrollierten Locken bis auf die Schultern der Frau. Einen ähnlichen Lockenschopf konnte Ai auch neben sich ausmachen, gegen die Wand gelehnt saß ein Mädchen im selben Alter, wie Ai und Takeo es waren, in einem Buch versunken. Ihre Augen schimmerten smaragdfarben und die helle Haut, die fast wie Porzellan aussah, wurde durch die einzelnen Sommersprossen nicht verunstaltet, sondern noch deutlicher hervorgehoben. Leider blieb eine Vorstellung aus, denn selbst nachdem Ai und Takeo eingetreten waren, machte der Bauer keine Anstalten es auch nur zu versuchen. Eher kochte er vor sich hin. Ich frag‘ da lieber nicht nach der Laus, die über seine Leber gelaufen ist. Es war ja eigentlich auch offensichtlich, es gab immerhin einen Grund, warum zwei Shinobi hier mitten im Nirgendwo in einem Bauernhaus standen.
Nach einer gefühlten Ewigkeit, so etwa fünf Sekunden, wandte sich der Bauer endlich den beiden Ninjas zu. So, dann mal hopp hopp! Keine Zeit zu verlieren, dem Mistkerl müsst ihr das Handwerk legen. Den Hof am Besten schließen. Okay, langsam mit den jungen Pferden. Der Typ wollte doch nicht wirklich, dass die Shinobi dafür sorgten, dass ein anderer Bauer seinen Hof verlor, weil er vermutete, dass dieser andere Bauer seinen Kühen etwas angetan hat, oder? Da musste ja mehr schief hängen, als nur ein kleiner Haussegen. Mal langsam, Alter. Sollten wir nicht erstmal rausfinden, was losgeht, bevor wir hier Höfe schließen? Hast du einen Mitbekommen? Haemasu Ai, die Stimme der Vernunft ohne Sozialkompetenz. Einen bereits verärgerten Klienten so anzusprechen schaffte auch nur die junge Frau. Hatte sie nicht eben noch darüber nachgedacht vorsichtiger zu sein? Nun lag es wohl an Takeo den Karren aus dem metaphorischen Misthaufen zu ziehen, in den Ai gerade gekonnt gesteuert hatte.
 
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Noch etwas perplex folgte Takeo seinem Auftraggeber ins Innere des Bauernhauses. Seine Umgebung nahm er dabei kaum war, da sich in seinem Schädel bereits viele kleine Rädchen in Bewegung setzten, um genug Energie für eine erfolgreiche und konfliktlose Investigation zu generieren. Das Wesen und die Intention des Bauern hatten seine ursprüngliche Planung nämlich ein wenig ins Wanken gebracht, so hatte er sich die Landleute doch eher als ausgeglichene und ruhige Persönlichkeiten vorgestellt. Was für ein naiver Stadtjunge Takeo doch war. Nun gut. Jammern brachte die beiden Genin jetzt auch nicht voran. Sie hatten in ihrer Ausbildung des Öfteren eingebläut bekommen, dass ein guter Shinobi immer bereit sein musste, sich an geänderte Gegebenheiten anzupassen, und heute war nicht der Tag eine Ausnahme zu machen.

Als er wieder ins Hier und Jetzt zurückkam, befanden sie sich bereits im Wohnraum des Bauernhauses. Der hitzige Hiro malte sich vor seinem inneren Auge scheinbar schon aus, wie die noblen Ninja sich zum Hof des bösen Basu aufmachten, um diesen zu zerschmettern. Ein Blick auf die Eltern des Bauern, die sich im Bereich der Küche aufhielten, verriet auch schnell, wo dieses Temperament herkam. Seine Mutter stand am Herd und erfüllte genau das naive, idyllische Bild, welches Takeo von den Bewohnern der ländlichen Regionen gehabt hatte. Dem zum Trotze erblickte er daneben den schlafenden Vater des Bauern, der seiner Fratze nach zu urteilen gerade von dem träumte, was Hiro gerade verbal formulierte: Basu das Handwerk legen und zwar nicht auf die freundliche Nachbarschaftsart.

Die alte Dame schien jedoch nicht die einzige ausgeglichene Person in diesem Hause zu sein, denn Hiros Frau machte sich bereits daran, den kochenden Hünen zu besänftigen. Genau die richtige Herangehensweise, wie Takeo fand, denn wenn er das Ganze zu einem diplomatischen Abschluss bringen wollte, konnte er jetzt nichts weniger gebrauchen als hitzige Gemüter. "Mal langsam, Alter. Sollten wir nicht erstmal rausfinden, was losgeht, bevor wir hier Höfe schließen? Hast du einen mitbekommen?" Kurz wurde der gesamte Raum von einer unangenehmen, fast tödlichen Stille durchzogen. Ein Blick in das Gesicht von Hiros Frau verriet Takeo, dass dies nicht die Art der Anrede war, die den tobenden Bauern wieder auf den Boden brachte, und kurz viel sein Blick mit einem Schrecken auf den alten Herren im Schaukelstuhl. Hoffentlich würde er nicht geweckt werden. Bevor Hiro sich wütend aufrichtete, durchbrach das Kichern eines jungen Mädchens die Stille. Takeo hatte sie bisher nicht bemerkt, aber sie schien die ganze Situation urkomisch zu finden und war wahrscheinlich froh darum, dass auf dem Hof mal ein wenig Action abseits der Landwirtschaft geboten wurde. Mit hochrotem Kopf richtete Hiro seinen dicken Finger auf Ai und ergriff das Wort. „Was fällt dir eigentlich ein? Ich, Hasai Hiro, bezahle euch mit meinem hart erarbeiteten Geld! Was sollte bitte sonst mit meinen Kühen los sein?! So viele gefährliche Dinge außer diesen Dreckssack da drüben gibt es hier nicht und ich werde garantiert nicht warten, bis ich noch eine Kuh verliere! Ihr geht da jetzt rüber und werdet gleiches mit gleichem vergelten, habt ihr das verstanden?! Ich bezahle euch nicht zum Spaß!“ Er holte kurz Luft und seine Frau nutzte die Gunst der Stunde, um einige beruhigende Worte an ihn zu richten, die seine Aufmerksamkeit von Ai lenkten. Takeo beschloss, es ihr gleich zu tun und ebenfalls die Gunst der Stunde zu nutzen. Auch wenn das Ehepaar gerade abgelenkt war, gebot es seine Erziehung noch, ein paar Worte an den Auftraggeber zu richten, jedoch tat er es so leise, dass es die beiden hoffentlich nicht unterbrechen würde, und fasste sich kurz. „Ich entschuldige mich vielmals für unser forsches Auftreten. Wir wissen ihr Engagement sehr zu schätzen und werden uns direkt auf den Weg machen, um eine Lösung des Problems zu finde.“ Er verbeugte sich für einen kurzen Moment, drehte sich dann auf dem Absatz um und zeigte auf das immer noch amüsierte Mädchen. In Ermangelung eines Namens musste er auf die übliche Anrede verzichten, denn er wollte schnell hier raus und keine Zeit aufs Fragen verschwenden. „Du! Wärst du so nett, uns zu den Kühen zu bringen? Bitte. Jetzt?“

Auch wenn das Mädchen, welche sich im Weiteren als Hasai Kazuko vorstellte, die chaotische Situation sehr genossen hatte, war sie seiner Bitte nachgekommen und hatte die beiden Shinobi auf die Weide hinausgeführt. Er hoffte, dass sie einen etwas neutraleren Blick auf die Sache hatte und ihnen vielleicht erklären könnte, wie diese beiden Höfe so lange nebeneinander ohne Eskalation koexistieren konnten. Ai und Takeo folgten Kazuko mit einem kleinen Abstand und schnell kamen die Kühe in Sicht. „Also Ai, ich werde gleich mal schauen, was den Kühen fehlt. Vielleicht kannst du währenddessen ein paar mehr Informationen über den Konflikt herauskriegen? Kazuko wird zwar auch auf der Seite Ihres Vaters sein, jedoch wirkt sie ein kleines Bisschen ausgeglichener.“ Takeo kratzte sich mal wieder ikonisch am Kopf. Vielleicht war es nicht seine beste Entscheidung als Teamleiter, Haemasu Ai, die im Dialog gerade so große Stärken bewiesen hatte auf die Befragung anzusetzen, jedoch musste er sich definitiv um die Kühe kümmern und wenn sie als Ninja etwas werden wollte, musste sie dort schließlich auch ihre Erfahrungen sammeln. Er klopfte ihr auf die Schulter und setzte sich dann zu den Kühen ab. „Das wird schon.“, flüsterte er zu Ai ohne zu Wissen warum er das Gefühl hatte, dass er das jetzt sagen musste.

Bei den Kühen angekommen, machte er sich direkt ans Werk. Er glaubte nicht, dass es sich hier um einen Giftanschlag handelte, denn eine Krankheit konnte ähnliche Auswirkungen auf die Tiere haben. Schnell war einer erkrankten Kuh ein bisschen Blut entnommen und mit seinem eigenen vermischt worden, jetzt musste er nur noch dies Reaktion abwarten, um einen Giftangriff auszuschließen. Och nö… Er legte sich die rechte Faust auf die Stirn und kniff die Augen zusammen, denn die Verfärbung deutete leider sehr eindeutig darauf hin, dass hier ein synthetischer Stoff am Werk war, was die diplomatische Lösung in weite ferne Rücken ließ. Takeo war jedoch trotzdem weitab davon, die Mistgabeln auszupacken. Er verschloss schnell das Gefäß und steckte es ein. Diese Erkenntnis würde er erstmal am besten für sich behalten und später in aller Ruhe mit Ai teilen, um dann zu entscheiden wie sie damit umgehen würden. Vielleicht handelte sich ja alles um einen doofen Zufall, vielleicht aber auch nicht. Er brauchte jedenfalls erstmal ein wenig Zeit zum Nachdenken.
 
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>> cf: Hafen, Dock 3

Die Reise ins Reich der Wasserfälle dauerte nicht allzu lange an. Ein paar Tage auf hoher See und ein paar Tage wurden mit einem Fußmarsch beschritten. Das gab den beiden Ninja die Gelegenheit, sich ein wenig näher kennenzulernen und ausgiebig über die Vorgehensweise dieser diplomatischen Mission zu unterhalten. Und während die beiden dies taten, betrachtete die Hinketsu die wunderschöne Landschaft, die sich immer wieder vor ihren Augen auftat. Seen, Wasserfälle, Flüsse, grasende Tiere – hier fühlte sie sich wie zu Hause. Dieses Land war ein wirklich sehr idyllisches und friedliches – ganz im Gegenteil zu dem Ort von dem sie herkam. Ihr Geburtsort und ihr derzeitiger Wohnort waren Dreckslöcher im Gegensatz hierzu. Zwischendurch spielte die junge Frau mit dem Gedanken sich hier nach ihrer Karriere als Ninja niederzulassen, einen Bauernhof zu gründen und ihre letzten Tage im Frieden mit sich selbst zu verbringen. Wirklich schöne Gedanken, die sie so durch ihren Kopf kreisen ließ – diese ließen sie sogar ihre eigenen Probleme vergessen. Das war auch gut so, denn auf diese wollte sie ihre Gedankengänge wohl eher nicht richten. Dies sei nun aber dahingestellt, denn bald schon kamen die beiden Ninja aus Sora an die Grenze eines Tals, auf dieses die beiden von oben herabblicken konnten. Gerade als die Hinketsu dieses wunderschöne Bild von grasenden Kühen und Schafen, Bauernhöfen verschiedenster Formen und Größen und des gigantischen Sees, der sich zur linken Seite des Tals auftat, betrachtete, merkte der Hayabusa an, dass die beiden ihren Zielort erreicht hatten. Mit seinem Zeigefinger deutete er auf zwei kleine Häuschen – die sollten nur von hier aus so klein wirken – um dem Mädchen zu erklären, dass er die beiden gesuchten Bauernhöfe dort gefunden hatte. Dabei galt es dem Burschen gegebenen Respekt zu zollen, denn zu dieser Erkenntnis wäre das Mädchen nie im Leben gekommen. Aber eigentlich hatte er dies vor allem seinem Bluterbe zu verdanken, dachte sich die Hinketsu, und zierte ich nicht dem Teamleiter danach zu folgen.

Die beiden kamen nach guten zwei Stunden Marsch – der Abstieg des Berges ging relativ schnell von dannen, aber das Tal zu durchqueren dauerte schon ein gutes Stück – beim Bauernhof des Auftraggebers an. Eben jenes Haus, welches von oben noch so klein aussah, tat sich nun kolossal vor den beiden auf: Ein dreistöckiges Monstrum von Haus, verziert mit vielen Spielereien, die das urige Gefühl des Landlebens vermitteln sollten. Daneben befand sich eine halb so große Scheune, die wahrscheinlich die Werkzeuge und Fahrzeuge beinhaltete, die man so für die Arbeit hier benötigte. Diese war im selben Stil wie das große Haus gebaut, wies aber weit ältere verbaute Holzplanken auf wie das andere Haus. Ging man nun den Pfad weiter, der hinter die Scheune führte, kam man bei der persönlichen Weide des hier lebenden Bauers raus. Von dort wo sich die beiden Ninja befanden – das war fast direkt vor der Eingangstür der Hütte – konnte man erkennen, dass der Auftraggeber sich wohl auf die Zucht von Schafen spezialisiert hatte. Er besaß zwar auch einige Kühe, aber diese waren deutlich in der der Unterzahl gegenüber der Schafe. Wie es wohl war ein Schaf zu streicheln? Oder eine Kuh zu melken? Und wie würde es sein… Plötzlich riss ein Mann mittleren Alters, vermutlich der Auftraggeber, die Haustüre auf und sprach die beiden Genin ohne Umschweife an: „Gut, dass ihr da seid – wir haben ein Problem! Ich bin Hetake Basu – ich habe schon auf euch gewartet. Kommt schnell rein!“ Die beiden Ninja tauschten kurze, skeptische Blicke aus, ehe sie dem Bauern in sein Haus folgten. Das ging aber schnell los!
 

Haemasu Ai

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Deeskalation. Ein Wort, das dem Wortschatz der Haemasu auf keinen Fall entspringen konnte, daher war es gut, dass sie Takeo an ihrer Seite hatte, der mehr diplomatisches Geschick in seinem kleinen Finger hatte, als Ai in ihrem gesamten Körper. Die Situation nicht sofort zum Überkochen zu bringen schien aktuell ziemlich hoch in der Prioritätenliste des anderen Genin zu sein. Er entschuldigte sich sogar für das forsche Auftreten. Absolut nicht nachvollzieh bar für Ai und ein wenig beleidigend für das Mädchen. Sie hatte doch nur ausgesprochen, was sie dachte, die Wahrheit, da gab es nichts zu beschönigen. Gerne hätte sie noch mehr gesagt, aber scheinbar hatte Takeo so etwas in der Art geahnt, sorgte er doch dafür, dass sie gleich wieder getrennt wurden und Ai keine weitere Chance bekam sich mit dem Auftraggeber anzulegen. Doch erst als die Tochter des Bauern die beiden aus der Küche geführt hatte, entspannte sich Ai wieder ein wenig und der Drang etwas zu sagen schwand. Vielleicht sollte Ai langsam lernen, dass es manchmal besser war nichts zu sagen, aber heute wäre nicht dieser Tag.

Takeo schien sich recht schnell um die Kuh kümmern zu wollen, die aktuell vergiftet worden sein sollte. Schnell näherte er sich dem betroffenen und ließ Ai mit der Bauerstochter Kazuko am Rande der Weide zurück. Einwände durch die Haemasu hätte der Dokuiki so oder so nicht gehört, war es ihr doch lieber nicht den Tierarzt mimen zu müssen. Pflanzen waren ihr lieber, nur war dies kein Hof, der hauptsächlich mit Getreide, Gemüse oder Früchten handelte, also waren ihr die Hände gebunden. Begrenzte Expertise konnte schon mal hinderlich sein, wenn man nicht genau in seinem Gebiet eingesetzt wurde. Andererseits war das Gebiet, in das Takeo sie gerade schickte, ebenfalls denkbar ungeeignet für sie. Gesprächsführung. Die Tochter schien wenigstens nicht so ein Griesgram zu sein, wie ihr cholerischer Vater. Und? Das plötzliche Ansprechen durch die Bauerstochter brachte AI kurz aus dem Takt, sie fing sich jedoch schnell wieder und wandte sich dem Mädchen zu. Ein wenig verwirrt blickte sie die junge Kazuko jedoch an. Während sie drinnen in etwa so alt, wie sie selbst oder Takeo gewirkt hatte, schien sie ihnen im hellen Sonnenlicht ein oder zwei Jahre voraus zu haben. Noch nicht ganz volljährig, aber auf jeden Fall reif und kurz davor flügge zu werden. Und, was? Was genau das Mädchen von Ai wollte, war ihr nicht ganz klar, weshalb initiierte sie das Gespräch? Na, du wolltest mich bestimmt über den Krach von meinem Paps mit dem Nachbarn ausfragen. Nur noch verwirrter blinzelte Ai das Mädchen an. Wozu sollte AI noch etwas tun, wenn sich die Ausfragearbeit gerade von selbst erledigte. Ähm ja, aber ich hätte nicht gedacht, dass du da so offen einfach mit rausrücken würdest. Jetzt war es an Kazuko ein verwirrtes Gesicht zu machen. Hatte AI so falsch gelegen? … Spoiler, ja hatte sie. Warum denn nicht? Diese ganze Fehde geht mir gehörig auf den Senkel. Paps und der alte Basu haben sich verkracht und es geht beiden Höfen nicht so gut damit. Die waren mal richtig gute Freunde, weißte? Die Arbeit machte sich wirklich von alleine, so konnte Ai fast die Füße hochlegen und genießen nichts tun zu müssen, aber nur fast.

Gerade als sie auf die Aussage des Mädchens etwas erwidern wollte, trottete ein Kalb mit beinahe weißem Fell, das nur von einigen hellbraunen Flecken unterbrochen wurde, auf die beiden zu und stupste Ai mit der Schnauze sanft an. Die kleine Haemasu war leider nicht ganz darauf vorbereitet und wurde von dem Jungtier prompt auf den Hosenboden gestoßen. Hey! Mehr in ihrem Stolz, als körperlich verletzt erhob sich Ai wieder und rieb sich den Allerwertesten. Das Jungtier blickte ein nun neugierig an und schien den Neuankömmling kennen lernen zu wollen. Nur aus den Augenwinkeln konnte das Mädchen sehen, wie die Tochter des Bauern damit kämpfte nicht in Gelächter auszubrechen. Einen Kampf, den sie zu verlieren drohte. Nur zu lach nur. Muss schon lustig ausgesehen haben. Und du kleine Nervensäge, geh wieder zurück zu Mama. Natürlich verstand das Kalb kein Wort und begann lieber damit am Saum von Ais Shirt zu knabbern. Scheint so, als hättest du mit der kleinen Suri eine neue Freundin gefunden hättest. Genervt rollte Ai mit den Augen und blickte in Richtung des Dokuiki, der scheinbar mit seinem Test fertig geworden ist. Super. Der sarkastische Unterton war deutlich zu hören, soviel stand fest. Hoffentlich hat Takeo etwas herausgefunden.
 

Hayabusa Ray

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Etwas staunend stand Ray vor dem Haus ihres Auftraggebers. Natürlich hatte er es mti seinen scharfen Augen auch schon aus der Ferne beobachten können, aber es war noch mal was anderes es jetzt auch aus der Nähe zu begutachten. Es war wirklich kolossal um es mit einem Wort zu beschreiben. Zahlreiche Verzierungen schmückten die Holzfassade, den Balkon und sogar den Dachgiebel und nette kleine Details, wie ein Wetterhahn auf dem Dachfirst rundeten das Gesamtbild des Hauses stimmungs- und stilvoll ab.

Doch viel Zeit zum Staunen hatten die beiden Shinobi nicht, denn kaum waren sie auf dem Hof, schon wurden sie von Hetake Basu mit heftigen Armwinken und unterdrücktem Zischen ins Haus gebeten. Etwas verdutzt von der merkwürdigen Begrüßung kamen die beiden Ninja der Aufforderung nach und kaum im Haus angekommen, wurden sie in die Küche geschoben die in einem merkwürdigen Dämmerlicht lag, denn sämtliche Vorhänge waren zugezogen. Ihr Auftraggeber war ein kleiner, misstrauisch um sich blickender Mann mittleren Alters, der in diesem Moment finster durch die Vorhänge in die Richtung der Weide seines Nachbarn lugte.
"Wusste ich es doch, dieser verfluchte Hiro. Guckt euch das an." Mit wilden Gesten bedeute er seinen Gästen vorsichtig ebenfalls durch die Fenster zu schauen. Etwas verwirrt kam der Rotschopf der Aufforderung nach und spähte aus dem Fenster nur um zwei Mädchen zu sehen, die sich auf der Nachbarswiese unterhielten. Eine von beiden hatte mit ihren türkisen Haaren eine doch etwas ungewöhnliche Farbe, doch weitaus interessanter war ihre Ausrüstung und das Band mit dem Abzeichen von Shirogakure, die sie eindeutig als Kunoichi kennzeichnete.

"Diese verdammte Hiro. Erst beschuldigt er mich, dass ich seine blöden Kühe vergiftet habe und jetzt ist er tatsächlich so dreist sich Shinobi als Unterstützung zu holen. Bestimmt will er, dass sie mir eines auswischen. Wie gut, dass ich das schon vorausgeahnt habe." Basu grinste schon beinahe teuflisch und blickte nun das erste Mal zu den beiden Ninjas. "Ihr kommt gerade rechtzeitig. Ich hoffe ihr könnt kämpfen. Denn so wie ich Hiro kenne, stiftet er die beiden Ninjas garantiert an, dass sie mein schönes Haus in Brand stecken können oder noch schlimmer, dass sie meinen Schafen irgendetwas antun sollen. Das müsst ihr auf jeden Fall verhindern. Besser noch, am besten geht ihr gleich noch oben und überlegt euch einen Präventivschlag. Hopp, Hopp. Ich habe euch ein Zimmer unter dem Dach gegeben, von dort habt ihr einen genialen Überblick über den gesamten Hof." Tatsächlich ließ Basu die beiden Ninja erst gar nicht zu Wort kommen, sondern lief gleich die Treppe hinauf, um die beiden in ihrem Dachquartier unterzubringen, nur um dann gleich wieder zu verschwinden. Er müsse noch weitere Verteidigungsmaßnahmen vorbereiten. Nun standen die beiden Shinobi etwas verdutzt gegenüber und erst jetzt fand Ray seine Sprache wieder. "Oookay, der scheint ja mächtig Angst um seinen Hof zu haben." meinte er zu seiner Mitstreiterin und blickte aus dem Fenster auf den Hof. "Tatsächlich scheinen wir es mit einer anderen Ninjapartei zu tun haben, wenngleich ich mir jetzt irgendwie nicht vorstellen kann, dass sie sich ohne Grund zu einer Racheaktion hinreißen lassen. Was meinst du Aryane? Und hast du eine Idee, wie wir weiter vorgehen wollen?" Natürlich hatte Ray selbst auch schon die eine oder andere Idee, vor allem wollte er sich mit dem 'feindlichen' Teamleiter unterhalten und dann Basu suchen, um mehr über die Situation zu erfahren, aber ihn interessierte es, wie die Hinketsu vorgehen würde.
 
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Fassung behalten war jetzt angesagt. Er wollte seinen Auftraggeber auf keinen Fall betrügen, aber jetzt war noch nicht der richtige Zeitpunkt, um Öl ins Feuer zu streuen. Das Problem an der Sache war, dass er sich noch nicht so richtig sicher war, wie eine friedliche Lösung jetzt aussah. Hiro schien auf jeden Fall nicht der Typ zu sein, der die Botschaft, dass sein Nachbar nachweislich seine Kühe vergiftet hatte, ruhig aufnehmen würde. Er würde sich wahrscheinlich sofort eine Mistgabel schnappen, eine Fackel anzünden und dann ein paar Straftaten begehen. Wie sah es wohl mit Hetake Basu aus? Es wäre wohl auch für Takeo ein wenig naiv, zu erwarten, dass es sich bei ihm um eine durch und durch vernünftige Person handeln würde. Warum hatte er dann die Kühe seines Nachbarn vergiftet? Ein Streit war jetzt nicht unbedingt eine super Begründung. Eine goldene dritte Lösung gab es auch nicht. Es bestand noch die kleine Hoffnung, dass irgendeine dritte Partei einen Streit anzetteln wollte, doch wer interessierte sich für einen Streit zwischen zwei Bauern? Wirklich viele Gründe konnte er sich nicht vorstellen. Er neigte seinen Kopf und schaute zum Haus von Hetake Basu. Was hast du dir dabei gedacht? Was geht in deinem Kopf vor?

Er hielt noch ein wenig an dieser Frage fest, doch schreckte dann auf und schüttelte den Kopf. Für einen kurzen Moment, dachte er Kenta am Fenster des anderen Hofes erblickt zu haben, aber das musste er sich eingebildet haben. Dies wäre zumindest eine logische Begründung gewesen. „Hey. Ich wollte einfach nur sehen was passiert, wenn ich die zwei Bauern gegeneinander ausspiele. Lustig, nicht?“, sagte der kleine nervige Kenta auf seiner Schulter. Sei still du Idiot. Er schnipste ihn aus seinen Gedanken. Anderseits hatte er sich schon die ganze Zeit gefragt, wie Hetake Basu an so ein Gift gekommen war, denn es war nichts, was man einfach in seinem Keller zusammenmixte. Takeo kannte die Struktur und Wirkung nicht, aber die Färbung der Mischung teilte ihm mit, dass hier eindeutig ein wenig Chemie am Werk gewesen war. Wenn sich unter dem Hof nicht ein unterirdisches Labor befand, musste man sich sicherlich ein wenig Mühe geben, um hier an so ein Gift zu kommen. Aber war ein Nachbarschaftsstreit die Mühe wirklich wert? Er schüttelte abermals den Kopf und untersuchte noch zwei weitere Kühe. Er wusste leider zu wenig über das Gift, um es zu heilen. Es war jedoch auffällig, dass das Gift in jeder Kuh unterschiedlich stark konzentriert war, was die Vermutung nahelegte, dass erst eine bestimmte Dosis tödlich war. „Halte noch ein wenig durch. Ich denke, dass es dir bald besser gehen wird.“ Jedenfalls wenn sie dafür sorgen konnten, dass die Kühe nicht noch mehr Gift zu sich nahmen. Er strich einer Kuh übers Fell und machte sich dann wieder auf den Weg zu Ai. Vielleicht konnte Sie ja ein wenig mehr über die Situation herausfinden. Takeo hatte jedenfalls schon eine Vermutung, wo das Gift herkam.

„Na ihr beiden? Habt ihr euch gut unterhalten?“ Takeo kratzte sich am Kopf und lächelte verlegen. Er war ein schlechter Lügner, aber er hoffte, dass die Bauerntochter ihn nicht durchschauen würde. „Bevor ihr fragt: Es handelt sich um Gift.“ Er machte eine kurze Pause und merkte dann, was er gesagt hatte. „Äh. Nochmal von vorne. Es handelt sich sehr wahrscheinlich nicht um Gift. Ich denke… Eine Krankheit. Es ist der Verdauungstrakt. Schlimme Sache. Die Kühe sollten jetzt erstmal ruhen. Nichts essen und trinken für den Tag. Wenn die Verdauung arbeitet, ist das nicht gut. Gar nicht gut. Wir werden noch ein paar Nachforschungen anstellen, um ganz sicher zu gehen, aber du kannst deinem Vater schonmal mitteilen: Wahrscheinlich kein Gift. Kein Grund Hetake Basu den Kopf abzureißen.“ Wow. Das war grauenvoll. Jetzt konnte er nur hoffen, dass Kazuko ihm glauben würde oder so verwirrt wäre, dass Sie nicht weiter nachfragen würde. Sein nervöser Blick wanderte zu Ai. Vielleicht war das größere Problem aber auch, dass Ai die Lüge sofort durchschaute und nicht wartete bis sie zu zweit waren, ehe sie diesen Umstand ansprach.
 
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Also wenn es nach Aryane gehen würde, dann würde sie es nicht als dreist bezeichnen, dass sich der rivalisierende Bauer auch etwas Verstärkung zugelegt hatte. Tatsächlich konnte auch die Hinketsu erkennen, dass es sich bei dem Mädchen und dem Jungen um Shinobi aus Shirogakure handelte. Wenn etwas aus der Akademie hängen geblieben ist, dann definitiv das. Schließlich musste man seine Feinde kennen, obwohl sie diesen Begriff ihnen gegenüber als sehr vage bezeichnen würde. Diese Bezeichnung fällt definitiv noch in das alte Gedankengut, welches heute noch immer an den Schulen in Soragakure vermittelt wird. Was früher war, musste heute nicht auch noch der Fall sein. Deshalb war es nicht in ihrer Intention gegen die zwei Shinobi vorgehen zu wollen, ganz im Gegenteil zum Befehl des Auftraggebers. Normalerweise sollte man diesen ja Folge leisten, aber hier würde sie eine strikte Linie ziehen wollen. Vielleicht würde dies ja einen erneuten Krieg zwischen den zwei Fraktionen auslösen, wenn die zwei Ninja aus Sora einfach die zwei aus Shiro attackieren würden. Nein, nein, das konnte kein Mensch auf dieser Welt gebrauchen. Und deshalb entschied sie sich für einen diplomatischen Vorschlag, den sie Ray bekanntgab: „In Anbetracht der Ereignisse würde ich hier einen diplomatischen Weg wählen wollen. Ich denke nicht, dass es im Interesse unserer Fraktion ist, dass wir gegeneinander vorgehen. Vielleicht können wir diese Situation ja alle gemeinsam entschärfen? Ich würde vorschlagen, dass wir vielleicht zu den beiden hingehen und mit ihnen reden. Wer weiß, vielleicht sind die zwei ja ganz nett.“ Den letzten Satz beendete sie mit einem verschmitzten Augenzwinkern gen Ray. Letztendlich würde es seine Entscheidung sein, wie die beiden nun vorgehen würden. Sie kannte den Rotschopf noch nicht wirklich gut, was nicht unbedingt von Vorteil war, denn sie wusste nicht wie klar sein Kopf in diversen Situationen bleiben würde. Vielleicht hatte er einen Hang fürs Dramatische oder überreagierte schnell, wenn es keinen Grund zur Überreaktion gab. Aber sollte dies der Fall sein, dann war ja Aryane da, um solche Situationen zu entschärfen, falls sie auftreten sollten. Das sollte nicht heißen, dass sie kein Vertrauen in Ray hatte, aber es war nun mal ein Fakt, dass er der deutlich jüngere der beiden war. Dennoch würden sie das schon irgendwie hinbekommen, denn schließlich waren die zwei aus Shiro doch auch nur Menschen und mit denen konnte man ja für bekanntlich reden.
 

Haemasu Ai

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Wäre ein Yamanaka gerade in der Gegend gewesen, er hätte ein lautes, mentales Klatschen vernehmen können. Innerlich schlug sich Ai mit der Hand vor das Gesicht, während Takeo versuchte eine halbwegs glaubhafte Geschichte zusammen zu lügen. Er war nicht sonderlich gut darin, soviel stand fest. Generell mochte Ai Lügen nicht sonderlich, aber das hier war eine besondere Art der Folter, der Takeo sie gerade aussetzte. Lügen mit Fremdschämpotential. Auch etwas Neues. Unauffällig linste Ai zu der Bauerstochter herüber und versuchte einzuschätzen, ob sie die Lüge glaubte. Wirklich zuversichtlich war die Haemasu hierzu nicht, immerhin war Takeo gerade so ungeschickt herumgestolpert, dass selbst Ai Schwierigkeiten hatte dem Shinobi abzukaufen, dass er Ahnung von Medizin hatte. Was folgte war eine eher unerwartete Reaktion, Kazuko brach in schallendem Gelächter aus. Ein wenig verwirrte blickte Ai zu dem Mädchen neben ihr und wechselte dann auf das ungläubige Gesicht des Dokuiki. Ihr müsst mich nicht belügen, die dumme Fehde geht mir auf den Senkel, da werde ich nichts sagen, was es nur noch eskaliert. Aber wenn ihr so schlecht lügt, sollte euer Job echt hart sein. Na toll, jetzt kamen auch noch Hilfestellungen für die Arbeit von den billigen Plätzen.

Mit einem tiefen Seufzer ging Ai auf Takeo zu und gab ihm einen halb aufmunternden und halb spöttischen Klaps auf die Schulter. Gut gemacht, Tiger. Schrei doch gleich alles raus. Hätte der Dokuiki nur einfach den Mund gehalten, aber was ausgesprochen worden ist, konnte nicht zurückgenommen werden, so war es halt. Blieb den beiden nichts anderes übrig, als weiter zu machen. Gut, dass die Tochter des Auftragsgebers scheinbar kein Interesse daran hatte die Situation zu verschlimmern. Wenigstens ein Mitglied der Bauersfamilie von dem Ai der Meinung war, dass man ehrliche und halbwegs unvoreingenommene Informationen erhalten konnte. Auch wenn diese etwas begrenzt zu sein schienen, denn viel Neues, abgesehen von dem Gift wussten die beiden jetzt nicht. Eine Besprechung schien notwendig zu sein. Da eignete sich die Weide doch ausgezeichnet, egal aus welcher Richtung jemand kommen würde, man würde die Person sehen, bevor sie etwas hören konnte. Ohne Takeo um Erlaubnis zu bitten ließ sich Ai auf der weide nieder, nur um in der Folge von dem Kalb Suri angestupst zu werden. Das Tier ließ sich hinter Ai nieder und schien sich geradezu als Stütze anzubieten, was Ai auch gleich ausnutzte. Also, wie machen wir weiter? Gift ist ja erstmal keine gute Nachricht, aber das sagt nichts über die Herkunft der Vergiftung. Ich kenne alleine fünf verschiedene Sorten von Fungi, die vergiftungsähnliche Zustände hervorrufen können und sich in trockenem Stroh und Heu verbreiten. Es muss ja nicht der Nachbar sein, es könnte auch am Futter oder dem Wasser liegen. Vielleicht gibt es sogar eine weitere Partei. Eigentlich wollte Ai gar nicht so hart darüber nachdenken. Das war nicht ihr Stil und für irgendwas musste Takeo ja auch gut sein, Lügen waren es ja offensichtlich nicht. Es bereitete dem Mädchen Kopfschmerzen sich weitere Möglichkeiten vorzustellen. Gedankenverloren strich Ai daher mit der Hand über den Körper des Kalbes und blickte in die Runde. Würden Takeo oder Kazuko etwas sagen? Ähm … Ai horchte auf, als das Bauersmädchen das Wort ergriff. … bei weiterer Partei erinnere ich mich daran, dass vor ein paar Monaten ein Mann auf dem Hof war und mit meinem Paps gesprochen hat. Ich weiß nicht worum es ging, aber er schien nicht von hier zu sein. Ein Städter, wenn ihr wisst, was ich meine. Paps war aufgebracht nach dem Gespräch. Eine Spur? Vielleicht. Doch wenn das Treffen bereits Monate zurücklag, war es dann wirklich relevant? Ai wusste es nicht und sie war ehrlich gesagt auch froh diese Entscheidung nicht treffen zu müssen.
 

Hayabusa Ray

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"Ich stimme dir zu. Ich habe auch keine Lust wegen diesen beiden Bauern einen Streit zwischen den Fraktionen anzuzetteln, vor allem da wir noch nichts über die Situation wissen. Von daher bin ich auch dafür mit ihnen zu reden." Versonnen blickte Ray aus dem Fenster und beobachtete mit seinen scharfen Augen die Szenerie. Zu blöde, dass er nicht Lippenlesen konnte, sonst hätte er, zusammen mit seiner scharfen Sicht eine Ahnung haben können, über was die beiden Mädchen dort drüben sprachen. In dem Moment aber fiel sein Blick auf einen weiteren jungen Shinobi, den er definitiv kannte. "Hey, den Typen kenn ich sogar. Mit ihm war ich schon mal auf einer Mission. Das macht dich Sache leichter." rief er freudig aus, als er Takeo erkannte.
Er war sich zwar nicht ganz sicher, wie er auf ihn zu sprechen war und ob er ihn in dieselbe Schublade wie Kenta, den anderen Rotschopf aus Soragakure, steckte, aber zumindest konnte er ihn schon ein wenig einschätzen.
"Warte mal kurz hier Aryane, ich spring mal eben aufs Dach und kontaktiere die beiden. Jetzt ist die Gelegenheit günstig, solange das Mädchen nicht rüberschaut." Was Ray nicht explizit sagte war, dass er nicht direkt rübergehen wollte, sondern erstmal ein geheimes Treffen anberaumen wollte. Wenn sie offen und freundlich auf die 'Feindespartei' zugingen, dann könnte das Basu stören udn außerdem war ein Geheimtreffen viel spannender. Das war auch der Grund, warum er nicht einfach einen Pfeil mit einer Nachricht hinüberschoß. Das hätte als Aggressionsakt oder sonst was interpretiert werden können.
Also öffnete der Hayabusa das Fenster und war mit wenigen Sätzen auf dem Dach verschwunden. Geschickt positionierte er sich so, dass er vom anderen Bauernhof nicht gesehen werden konnte und eigentlich nur Takeo ihn entdecken konnte. Mit durchdringenden Augen blickte er zu dem Takeo und versuchte ihn quasi mit Gedanken dazu zu zwingen hochzuschauen. Lange musste er zum Glück auch nicht warten, ehe der andere Ninja hochschaute. Ob tatsächlich erkennen in seinen Augen aufblitzte vermochte selbst Ray auf diese Entfernung nicht zu identifizieren, aber er war sich sicher, dass er zu ihm hinaufschaute. Schnell übermittelte er mittels einfacher Handzeichen folgende Botschaft. 'Du', dabei zeigte er auf Takeo; 'Ich' dabei zeigte er auch sich selbst; 'treffen', dabei machte er mit seinem Zeige- und Mittelfinger eine krabbelnde Bewegung, ehe er die Hände zusammenklatschte; 'im Wald', dabei zeigt er auf ein kleines Wäldchen etwas außerhalb, was ihnen Sichtschutz ermöglichte.
Und kaum war die Nachricht übermittelt, Ray vertraute einfach mal darauf, dass Takeo ihn richtig verstanden hatte, kletterte er wieder vom Dach und verschwand im Zimmer.
"Also wenn Takeo mich verstanden hat, dann treffen wir uns jetzt gleich in dem kleinen Wäldchen. Dann können wir uns beraten, wie wir vorgehen wollen. Ich weiß nicht, ob es zu auffällig ist, wenn wir beide in dieses Wäldchen gehen. Ich will nämlich erstmal nicht, dass Basu etwas von diesem Treffen mitbekommt. Deswegen wäre mein Vorschlag, dass ich mich mit Takeo treffe und du vielleicht noch versuchst etwas über diese Bauernfehde herauszufinden."
Er wartete ab, ob Aryane diesem Vorschlag zustimmte oder eine bessere Idee hatte und machte sich dann auf den Weg zu dem kleinen Wäldchen, wobei er darauf achtete von niemandem gesehen zu werden. Jetzt war er gespannt, ob Takeo seine Nachricht richtig interpretiert hatte.
 
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Es dauerte wirklich nicht lange, bis Kazuko ihn durchschaute. Eigentlich durchschaute sie ihn sogar sofort und behielt das auch gar nicht für sich. Takeo wurde – wahrscheinlich sogar berechtigterweise – zum Mittelpunkt des Gespötts. Glücklicherweise schien die Loyalität des jungen Mädchens zu ihrem Vater aber nicht allzu hoch zu sein. Sie waren jedenfalls nochmal mit einem blauen Auge davon gekommen, auch wenn Takeo aufgrund seiner Aktion kurz ein wenig geknickt war. Sein intensives körperliches Training hatte wohl dafür gesorgt, dass er ein paar andere Qualitäten nicht so richtig präsent hatte. Vielleicht musste er dort auch nochmal nachbessern.
Im weiteren Gespräch kamen durch Kazuko ein paar mehr Informationen ans Licht. Eigentlich sollte er keine Informationen mit Zivilisten teilen, aber der Zug war schon abgefahren. Er konnte jetzt genausogut offen reden, denn wenn Kazuko ihnen etwas anhaben wollte, dann hätte sie schon jetzt genug Stoff dafür. Es brauchte wahrscheinlich nicht viel mehr, damit Hasai Hiro zu den Mistgabeln griff. “Ich muss dich leider enttäuschen. Es handelt sich bei dem Gift definitiv nicht um etwas, dass in der Natur vorkommt. Es ist irgendwas Synthetisches. Es könnte sein, dass eine weitere Partei mit drin steckt, man...” Takeo stockte nur einen kurzen Moment, bevor er weiter redete, denn er wollte den gleichen Fehler nicht noch einmal machen und sich wie ein offenes Buch lesen lassen. “...man könnte das Gift aber sicherlich auch von einem etwas geübteren Hobbymischer auf dem Schwarzmarkt erstehen. Die Struktur ist nicht extrem simpel, aber sonderlich fein ist sie auch nicht.” Er hatte also wirklich einen Rotschopf am Fenster gesehen. Es beruhigte ihn ungemein, dass es sich nicht um Kenta, sondern um Ray handelte, den Takeo in deutlich besserer Erinnerung hatte. Trotzdem sollte er einem Treffen mit Vorsicht begegnen. Seit dem letzten Mal war viel passiert und er wusste nicht, ob Ray sich zum Guten entwickelt hatte. “Ich vermute mal, dass der Schwarzmarkt hier im Reich nicht zu den größten gehört. Hetake Basu hätte also ein wenig Aufwand betreiben müssen, um an das Gift zu kommen.. Der Städter könnte ein Hinweis sein oder eine Sackgasse. Das sollte jedoch schnell zu klären sein, wenn wir sein Anliegen herausfinden.” Er dachte nach, denn er spaltete die Gruppe nicht gerne. Einerseits würde er Ai gerne zu dem Treffen mitnehmen, denn es war die beste Möglichkeit, um Informationen von der Gegenseite zu erhalten. Andererseits war sein Vertrauen in Soragakure immer noch erschüttert. Jetzt, wo er wusste, dass sie da waren, wollte er den Hof ungern aus den Augen lassen. Ray war sicher nicht allein, und in Sora hätte man das Gift ohne Probleme auftreiben können. Wenn es so war, dann hatten sie vielleicht noch mehr Überraschungen auf Lager.
“Du hast offensichtlich auch ein Interesse daran, den Konflikt zu beenden, Kazuko?” Kazuko nickte genervt. “Ja. Natürlich. Früher waren mein Vater und Basu mal gute Freunde, auch wenn man sich das heute nicht mehr vorstellen kann. Ich weiß nicht mal, was der Auslöser war, aber heute wird über jede Kleinigkeit gestritten. Der Zaun steht zu weit auf irgendeiner Seite. Die Kuh hat auf mein Feld geschissen. Dein Schaf hat mich geweckt. Wir leben hier auf dem Land. Warum kann man sich nicht einfach mit den wenigen Menschen ordentlich verständigen, die man jeden Tag sieht?” Wahrscheinlich war Kazuko die erwachsenste Person auf diesem gesamten Hof. Gut, dass die Shinobi an sie geraten waren. “Sehr gut. Dann tu uns doch bitte einen Gefallen und beruhige deinen Vater ein wenig. Ich denke mal, dass er noch immer am Fenster steht und darauf wartet, dass wir den Hof anzünden oder so. Vielleicht kannst du schon ein bisschen was über den Besuch herausfinden. Wir suchen hier noch nach ein paar Hinweisen, wo das Gift herkommt, und kommen dann zurück zum Hof.” Kazuko stimmte zu. Sie war offensichtlich der Meinung, dass es eigentlich die Aufgabe von Ai und Takeo war, mit ihrem Vater zu reden, aber machte sich trotzdem auf den Weg zurück zum Haus.
Sie hatte damit auch Recht, aber sie mussten erst sicher gehen, dass Soragakure den Konflikt nicht befeuerte, und Ai hatte keinen so guten Start mit Hasai Hiro gehabt. Ihre jetzige Aufgabe würde ihr hoffentlich besser zusagen. “Also gut Ai.. Ich weiß nicht, ob du es auch gesehen hast, aber Hetake Basu hat sich offensichtlich die Hilfe von Soragakure für diesen Konflikt geholt. Glücklicherweise – so hoffe ich jedenfalls – kenne ich einen der Ninjas der Gegenseite bereits, und wenn ich seine Gesten richtig gedeutet habe, will er mit mir an einem etwas abgelegenen Ort reden. Ich denke nicht, dass es eine Falle ist, allerdings habe ich schon ein paar schlechte Erfahrungen mit seinen Freunden gemacht und würde den Hof ungerne aus den Augen lassen. Ich schlage also vor, dass du hier aufpasst, während ich mich mit dem Ninja aus Soragakure treffe. Ich kann auf mich aufpassen, wenn ich dort in einen Hinterhalt gerate, auch wenn du das aufgrund meiner bisherigen Vorstellung vielleicht nicht zu hundert Prozent glauben kannst. Ich mache mir da wahrscheinlich viel zu viele Sorgen, aber sicher ist sicher.” Er grinste. “Also gut. Genug geredet. Dann schauen wir mal was sie zu erzählen haben. Ich beeile mich. Bis gleich!” Damit verschwand er in Richtung Wald.

Ray wartete bereits auf ihn und entdeckte Takeo etwa im gleichen Moment. Der Umstand, dass er sich nicht versteckte, war erstmal positiv und auch seine Gesichtsausdruck sprach dafür, dass er sich eher freute Takeo wiederzusehen. Trotzdem blieb Takeo erstmal aufmerksam, um nicht überrumpelt zu werden. “Hallo Ray. Schön dich wiederzusehen, auch wenn ich nicht damit gerechnet habe, dass das in diesem Rahmen passieren würden. Was treibt dich oder euch hierher?” Takeo entgegnete Ray auch mit einem freundlichen Lächeln. Er war wirklich froh ihn zu sehen, und lediglich eine kleine Unsicherheit sorgte dafür, dass er seine Umgebung im Blick behielt. “Hallo Takeo! Es freut mich auch dich wiederzusehen, und keine Angst: Ich bin alleine hier. Meine Partnerin ist noch am Hof, um mehr über den Konflikt herauszufinden, wo wir auch schon beim Thema wären.” Der Umstand, dass es sich um eine Partnerin handelte, und auch Rays weitere Ausführungen ließen auch die letzte Unsicherheit verschwinden. Kenta war nicht hier und er war offensichtlich genauso wie Takeo an einer diplomatischen Lösung interessiert. Hetake Basu hatte sie offensichtlich zum Schutz angeheuert, aber war wohl ein genauso aufbrausender Mensch wie Hasai Hiro. Von den beiden Bauern konnte man also nicht so einfach eine diplomatische Lösung erwarten. “Das ist ja alles schön und gut, aber leider habe ich bereits verifiziert, dass die Kühe vergiftet wurden. Ich nehme an, du weißt nichts davon? Hetake Basu wird sicher auch nichts erwähnt haben, aber die Chance ist groß, dass er dahinter steckt. Es gibt noch eine weitere Spur, der wir gerade nachgehen: Hiro hatte vor einigen Wochen Besuch von einem Städter, der ihn sehr verärgert hat. Eine kleine Spur, aber vielleicht ist es eine Spur, die eine diplomatische Lösung wieder wahrscheinlicher macht, wenn wir etwas finden.” Er hoffte, dass sein Vertrauen in Ray hier nicht verschwendet war. Er wusste nicht, ob er Sora jemals wieder vertrauen konnte, wenn er hier und heute erneut enttäuscht werden würde. Kenta war aber hoffentlich ein Einzelfall. Ray nahm die Informationen interessiert auf. Sie vereinbarten noch ein weiteres Treffen heute Abend, wo sie ihre neuen Infos teilen wollten. Dann beendeten sie ihr kleines Meeting und machten sich auf den Weg zu den beiden Höfen.

Wieder auf dem Feld angekommen, traf er wie erhofft Ai an. “Irgendwelche Neuigkeiten?” Im Großen und Ganzen schien hier alles gut zu sein, also teilte Takeo seine neuen Erkenntnisse. “Die zwei Ninja aus Sora sind glücklicherweise auch an einer diplomatischen Lösung interessiert. Sie sammeln auch weitere Informationen, und wir treffen uns heute Abend, um herauszufinden, wie wir das Debakel hier gemeinsam lösen können. Wir können erstmal nur hoffen, dass das Gift nicht von Hetake Basu stammt. Heute Abend wissen wir sicher mehr. Lass und jetzt erstmal zum Hof gehen, um zu schauen, wie weit Kazuko ist.”
 
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Aryane konnte sowieso nichts gegen den Plan ihres Anführers anmerken, denn dieser verschwand sogleich mit einem eleganten Schwung aus dem Fenster. Vielleicht war es eine gute Idee, dass die beiden sich treffen würden, aber sollte sie da nicht eher mitkommen und ihm zur Seite stehen? Zugegebenermaßen war sie ein wenig neugierig, was dabei herauskommen würde und sie wollte nicht ewig darauf warten, bis Ray ihr alles erzählen würde. In der Zwischenzeit lehnte sie sich an das Fenster, dabei war der Kopf auf ihren beiden Armen abgestützt, und beobachtete die beiden anderen Ninja. Beide waren definitiv nicht bedrohlich, zumindest ließ das deren Aussehen vermuten, und der Blondschopf war sogar ganz süß. Noch so jung und grün hinter den Ohren… älter als 16 konnte er sicher nicht sein. Lange durfte die Hinketsu nicht über irgendetwas fantasieren, denn schon konnte sie hören, wie der Hayabusa wieder zurückkam. Da sie gerade im Fenster lehnte, musste sie schleunigst wieder weg, denn ansonsten riskierte sie vielleicht einen Kick mitten in ihr Gesicht – das wollte sie um jeden Preis vermeiden. Der andere Rotschopf an ihrer Seite gab ihr Bescheid, dass dieser sich jetzt mit dem blonden Shiro-Nin in einem der kleinen Wälder treffen wollte. In der Zwischenzeit sollte Aryane sich ein wenig umsehen, ob sie vielleicht etwas über zuvor herausgefundenen Thesen und Vermutungen des Auftraggebers herausfinden konnte. Sie wollte zwar unbedingt mit auf dieses Treffen, aber ein Befehl war ein Befehl und diesem musste sie sich wohl oder übel unterordnen. „Okay, ich werde schauen, was ich finden kann.“, sagte sie mit einem Lächeln, ehe der Hayabusa sich schon auf den Weg machte. Als er weg war, seufzte Aryane tief. War das so eine gute Idee, sich ganz allein auf so ein Treffen einzulassen? Naja, umsonst wurde er nicht als Anführer dieser Mission erkoren – er hatte sicher was auf dem Kasten. Aber wo fing sie nun an? Kurz überlegte sie, ob sie nicht zu dem Mädchen am Hof gehen sollte, um eine Konversation anzufangen, aber das war nicht das, was von ihr verlangt wurde. Deswegen sollte sie sich vielleicht hier im Haus umsehen. Aber warum? Sie musste davon ausgehen, dass Basu nichts mit der Fehde zu tun hatte, oder sie zumindest nicht ausgelöst hatte. Nachdem sie nachdachte, wurde ihr aber bewusst, dass wenn Basu Beweise hätte, dann hätte er sie den beiden Ninja sicher nicht vorenthalten. Außer es waren Beweise, die ihn selbst verdächtigen würden, … eine extrem schwierige und knifflige Situation, denn würde sie etwas zu Lasten Basus finden, müssten die beiden Sora-Nins damit sehr vorsichtig umgehen. Einfach mit dem Auftraggeber reden wollte sie nicht, denn das war die Art von Mensch, mit der man einfach nicht gerne eine Konversation führte. Deswegen machte sie sich vorsichtig auf den Weg in die unteren Stockwerke, wo sie auch damit begann, das Haus auf irgendwelche Indizien zu durchsuchen.

Im nächstgelegenen Stockwerk angekommen, horchte sie zuerst an jeder Tür, bevor sie diese öffnete. War jemand in einem Raum drinnen, oder konnte sie irgendwelche komischen Geräusche daraus vernehmen – man wusste ja nie – ging sie schnell wieder weg und wiederholte diesen Prozess bei der nächsten Tür. Dabei ging sie vorsichtig zur Sache, denn bei so einem alten Haus, war es nicht verwunderlich, wenn die Türen, Stiegen und Fußdielen knarrten und knirschten. Für dieses Stockwerk brauchte sie deshalb eine ansehnliche Menge an Zeit, was ihrem Vorhaben nicht gerade zu Gute kam. Als sie sich dann zum nächsten Stockwerk aufmachte – im vorherigen fand sie nichts außer ein paar sonderbare Gegenstände des Sohnes der Bauernfamilie – stellte sie fest, dass sie auf dem halben Weg nach unten, ein paar Stimmen vernehmen konnte. Eine davon konnte sie eindeutig dem Auftraggeber zuordnen, so hatte dieser eine wirklich tiefe und besondere Stimme. Hinzu kamen auch noch die Geräusche von knarrenden Fußdielen, die sie zum Nachdenken anregten. Sollte sie ihre Mission abblasen und einfach wieder nach oben gehen? Aber trotz alle dem war sie ein Gast in diesem Haus und sie konnte sich frei bewegen – ein Gefängnis sah nämlich anders aus. Deshalb ging sie unbeschwert den Rest der Treppe hinunter und lief – wer hätte es denn geahnt – Basu über den Weg. Dieser zögerte nicht lange und sprach sie sogleich an: „Und, habt ihr schon etwas herausgefunden? Wenn nicht, dann macht gefälligst hinne, denn umsonst bezahle ich euch nämlich nicht!“ Um jetzt keinen Streit anfangen zu wollen, den sie aber gerade nur zu gerngehabt hätte, entgegnete sie ihm mit einer einfachen Frage, um diesem Mann schnellstens aus dem Weg zu gehen: „Ähm, naja, ich wollte Sie gerade eben fragen, wo wohl die Toilette ist? Ich müsste nämlich eben mal für kleine Mädchen.“ Mit verlegenem Gesicht und etwas Peinlichkeit in ihrer Stimme, versuchte sie nun an die Unannehmlichkeiten in diesem Mann zu appellieren… und es funktionierte. Er lief sofort rot an und bedeutete ihr mit seinem Zeigefinger, wo sich das Badezimmer befand. Mit einem verspielten Lächeln bedankte sie sich bei ihm, ehe er sich mit einem Grummeln verabschiedete. „Was für ein Idiot…“, dachte sie sich und verdrehte dabei die Augen. Naja, wenigstens konnte sie sich jetzt im Badezimmer umsehen. Dort angekommen, öffnete sie sofort jeden Schrank, der ihr unter die Finger kam, wohl bedacht darauf, dass sie alles wieder an Ort und Stelle zurücklegte, wie sie es vorgefunden hatte. Als sie schlussendlich aufgeben wollte und schon beim letzten Schrank, nämlich dem Medizinschrank, angekommen war, wurde sie doch fündig. Sie fand irgendeine Glasflasche, die irgendeine seltsam dickflüssige Substanz enthielt, die sicher keine Medizin gewesen war. Auch der Name darauf kam ihr nicht bekannt vor. Sollte es sich dabei um einen Fehlgriff halten, dann würde sie das Ding einfach wieder zurücklegen und nie war irgendetwas geschehen. Mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht, steckte sie die Flasche in eine ihrer Taschen und machte sich auf den Weg zurück ins Zimmer im Obergeschoss, wo sie schon sehnlichst auf die Ankunft des Hayabusas wartete.
 

Haemasu Ai

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Die Haemasu war gleichzeitig überrascht, wie schnell Kazuko eingewilligt hatte mit ihnen zusammenzuarbeiten und hatte dies gleichzeitig irgendwie erwartet. Erklären konnte Ai das nicht wirklich, aber sie hatte so ein Gefühl, dass die Tochter des Bauern eine der wertvollsten Verbündeten sein würde, während dieser Mission. Sie machte es einem aber auch ziemlich leicht ihr zu vertrauen, das offene Wesen und die erfrischend ehrliche und direkte Art waren ein Segen und ungewohnt in der Welt der Shinobi, wo Geheimhaltung und Tücke gefragter denn je waren. Für die Haemasu verkörperte das Mädel auf jeden Fall die Werte, die sie selbst auch so schätzte. offensichtlich dachte der Dokúiki ähnliches, denn er begann bereits mit Ausführungen zur Zusammensetzung des Giftes. Offensichtlich war die Vermutung der gärtnernden Kunoichi nicht treffend gewesen, aber man musste alle Möglichkeiten abwägen und wenn Ai mit ihrer Expertise auch nur irgendwie helfen konnte, dann würde sie das tun. Man sollte von ihr nur keine ausgefeilten Pläne, Winkelzüge oder Strategien erwarten, denn denken war sicherlich nicht die Stärke des Mädchens. Dafür störte es sie aber auch nicht wirklich großartig, dass sie falsch gelegen hatte, so war das Leben. Es ging ihr ja nicht darum unbedingt recht zu haben oder im Rampenlicht zu stehen, für Ai war dies ein Job und wenn das Ergebnis zufriedenstellen konnte, war alles gut so. Eine überraschend nüchterne Betrachtungsweise, aber Ai war da realistisch, sie hatte zwar ihren Traumberuf ergriffen, aber sich falschen Vorstellungen hin zu geben würde nur in Enttäuschung enden … oder schlimmer, darin, dass ihre Mutter recht gehabt hätte. Allein bei dem Gedanken lief Ai ein eiskalter Schauer den Rücken herunter. Das durfte niemals passieren. In ihren eigenen Gedanken gefangen, hatte Ai gar nicht so recht mitbekommen, was Takeo und Kazuko noch besprochen hatten. erst als die Tochter des Bauern sich auf den Weg in Richtung Hof machte, merkte Ai, dass es wohl besser wäre wieder etwas Konzentration walten zu lassen. Sich die Blöße zu geben, dass sie nicht zugehört hatte, wollte sie dann aber doch nicht. Sie würde einfach mit dem Strom schwimmen, bis sie wieder auf dem Stand war, der notwendig zu sein schien. Scheinbar hatte die Kunoichi bei ihrer Träumerei mehr verpasst, als erwartet, wie war denn plötzlich Soragakure in die Gleichung geraten? Doch bevor sie aufgeregt nachfragen konnte, ob dann alles weitere gut verlaufen würde, setzte ihr Begleiter nach und eröffnete der jungen Frau, dass er wohl wenigstens einend er Shinobi der Gegenseite kannte. Es beruhigte sie schon ein wenig, dass sie eine Art Ansprechperson auf der anderen Seite hatten, nicht, dass das eine automatische Lösung ihrer Probleme sein würde. Dennoch ein Trost. Kurz darauf machte sich Takeo auf den Weg den Shinobi Soras zu treffen und hoffentlich ein wenig Licht in die Angelegenheit zu bringen. Ai hingegen würde wohl auf dem Hof Wache schieben müssen.
Diese Wach bestand im Wesentlichen daraus, dass sie mit dem ziemlich aufdringlichen Kalb Zeit verbrachte. Das Tier schien wirklich einen Narren an der jungen Frau gefressen zu haben, folgte es ihr doch auf Schritt und Tritt, als sie versuchte die Umgebung wenigstens etwas zu patrouillieren. Gut, es sah gerade, besonders wegen des Kalbs, eher nach einem ruhigen Spaziergang über die Weide aus, doch das täuschte, denn Ai versuchte wenigstens sich etwas mit der Umgebung zu beschäftigen. Jedes Detail konnte helfen und auch wenn Ai nicht sonderlich gut darin war Pläne zu schmieden, sie würde wenigstens Informationen an jemanden weitergeben können, der das eher konnte, wie Takeo. Vielleicht wäre ja ein Detail, dass sie aufspürte der wichtige Hinweis zur Lösung des Ganzen. … Unwahrscheinlich, aber immerhin eine Möglichkeit. Außerdem hatte Ai so gar keine Lust zurück zum Hof zu gehen, um sich der erneuten Konfrontation mit dem Auftraggeber auszusetzen. Wäre weder dem Auftrag noch Ais Laune zuträglich. Daher begnügte sie sich damit die Weide einmal zu umrunden und sich zu merken, wie die Landschaften den Hof beschaffen war. Die Aussicht war auf jeden Fall überwältigend, zwar waren Takeo und sie selbst bei der Anreise noch einige Zeit von der Bruchkante gelaufen und konnten daher das Tal, in dem ein großer Teil des Reiches lag, nicht mehr sehen, aber man merkte auf Anhieb, dass sie hier höher waren, als es den Anschein hatte. Besonders an den Wäldern, die einen überraschend hohen Anteil an Nadelbäumen aufwiesen, konnte Ai sagen, dass sie doch recht weit über dem Meeresspiegel lagen. Es musste am guten Boden liegen, dass sich hier Viehzucht und Landwirtschaft lohnten, denn normalerweise waren gerade Höhenzüge eher schlechte Gebiete für ausgiebig landwirtschaftliche Bewirtschaftung. Die weiten Felder und Weideflächen straften das Wissen der Haemasu lügen. Doch Ai vermutete, dass es etwas mit dem Rest des Reiches zu tun hatte, das tief in einer Senke lag, die durchaus mehr Feuchtigkeit abbekam, als ihr gut tat. Das übersprudelnde Grundwasser musste die überschüssige Feuchtigkeit in den Höhengrund pressen und ihn so fruchtbarer machen, als er es eigentlich sein sollte. Ob sie Bodenproben für ihre Familie, die sich besser damit auskannten, mitnehmen sollte? Sicherlich wäre das ein oder andere Mitglied des Clans, besonders jene, die Jôsei so gut wie nie verließen, glücklich über eine Probe mit der sie testen konnten, wie gut die Pflanzen mit anderen Erden wachsen konnten. Wenn das hier erledigt ist, werde ich einfach ein paar Schaufeln Erde mitnehmen, ich muss das nur gut aufteilen, damit ich jeweils kleine Proben versiegelt bekomme. Tobidôgu ist da etwas begrenzt, was größere Mengen angeht.
Ai hatte gerade den Gedanken hierzu beendet, da kam schon Takeo wieder aus dem Wald zurück. Das Treffen mit dem Typen aus Soragakure musste gut verlaufen sein, wenn man bedachte, dass Takeo zurückgekommen und nicht blutbefleckt war. Kein Kampf sollte also zwischen Takeo und dem Sora Ninja ausgebrochen sein. Außer Takeo ist so ein Monster, dass er den Boden mit dem Typen gewischt hat. … Nee. Ja, den Gedanken verwarf sie gleich wieder, das konnte nicht wahr sein. Schon wieder hatte Ai sich ablenken lassen, es wäre wahrscheinlich besser, wenn sie wieder gedanklich zur Mission zurückkehrte und mit Takeo sprach. Mit einer schnellen Bewegung schwang sich Ai über den niedrigen Zaun, der die Weide von einem landwirtschaftlichen Weg trennte und joggte dem Genin locker entgegen. Keine Neuigkeiten, hab mich aber ein wenig umgesehen. Das Gelände ist recht eben und die Hochlandlage begünstigt eher das Wachstum von Nadelwäldern. Auch wenn das Gift nicht natürlich ist, kann es ja natürliche Inhaltsstoffe haben und zum Beispiel Eibe wäre dann leicht zu bekommen. Ja, Ai hatte da ein bisschen Ahnung durch ihre Familie und Gifte könnten schon Interessant sein, aber zu wissen, was giftig ist, macht einen noch nicht zu einem guten Giftnutzer, das benötigte auch das Wissen, wie die einzelnen Wirkstoffe mit dem menschlichen Körper interagierten. Und das bedeutete pauken, daher scheute Ai noch immer das Training, um sich in diese Richtung zu bilden. Sie wusste, dass einige ihrer Pflanzen mit Giften interagieren konnten, aber das lernen, das dem voran ging war ihr etwas zu viel. Vielleicht irgendwann mal, wie sie sich schon seit längerer Zeit sagte. Aber sag mal, woher wusstest du so schnell, was für eine Art Gift das ist? Gifte interessieren mich ja schon, aber die Lernerei, um die auch gut nutzen zu können, nicht mein Ding. Mit diesen Worten marschierten die zwei in Richtung des Bauernhofes zurück.
Das Licht der spätnachmittäglichen Sonne tauchte den Innenhof des Bauernhofes in den tiefen Schatten des eigentlichen Gebäudes und sorgte für eine kühle Atmosphäre. Reichte die Kälte aber aus, um die erhitzten Gemüter zu beruhigen? Offensichtlich nicht, denn gerade als die beiden Shinobi auf den Hof traten, öffnete sich die Tür des Hauses und sowohl der Auftraggeber der zwei, als auch Kazuko kamen mit hochrotem Kopf heraus. Eher laut, als mit wirklichen Worten schrien sich die beiden an und ignorierten vollkommen, dass Ai und Takeo gerade wieder eingetroffen waren. Langsam beugte sich Ai zu ihrem Begleiter herüber und flüsterte ihm etwas ins Ohr. Der Plan von vorhin hat sich damit wohl in Luft aufgelöst, oder? Ein Schuss ins Blaue, Ai hatte keine Ahnung von einem etwaigen Plan, aber sie hatte das Gefühl, dass sie etwas sagen musste.
 

Hayabusa Ray

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Es war nicht so, dass Ray irgendetwas besonderes gegenüber den Ninjas aus Shirogakure empfand. Manche hassten die Ninjas aus diesem anderen Reich, er selbst aber hatte bisher nicht wirklich schlechte Erfahrungen gemacht und war dementsprechend aufgeschlossen. Das und die Tatsache, dass er Takeo kannte, ließ ihn relativ fröhlich den Weg zurück von der geheimen Besprechung antreten. Es war gut zu wissen, dass auf dem anderen Bauernhof ebenfalls Shinobi ermittelten und diese ihnen weder feindlich gesinnt waren noch ihnen unterstellen würden gemeinsame Sache mit ihrem cholerischen Auftraggeber zu machen. Das würde schon mal einigen Missverständnissen vorbeugen, ganz egal, was in nächster Zeit passieren würde.

Ungeachtet ihres Auftrages lag Ray auch relativ wenig daran gelegen den Bauern zu schützen, indem er die Wahrheit vertuschen würde oder sich von ihm in seine Machenschaften mit hinein ziehen würde. Da würde Basu bei ihm auf Granit beißen. Wie das Aryane sah, wusste er nicht so genau, aber fürs erste ging er einfach mal davon aus, dass sie sich ebenfalls als standfest erweisen würde. Wieso sollte sie auch mit dem Bauern gemeinsame Sache machen wollen? Ray wollte die Wahrheit herausfinden und nichts als die Wahrheit, allerdings dürfte das wesentlich schwerer werden, als gedacht. Immerhin hatte er von Takeo schon einige interessante Neuigkeiten gefunden. Offensichtlich war es tatsächlich so, dass die Kühe vergiftet worden waren. Dementsprechend konnte man ihrem Besitzer keineswegs eine Lüge unterstellen. Also war die neue Frage: Wie waren sie vergiftet worden und vor allem: Wer hatte sie vergiftet? Ob Basu dazu etwas sagen würde. Der Rotschopf legte den Kopf schief, blieb stehen und dachte nach, ehe er einen Moment später mit seinem Kopf schüttelte. Der Mann sah nicht unbedingt danach aus, dass er einfach so gestehen würde. Wahrscheinlicher war, dass er einfach ausrasten würde, wenn Ray ihn damit konfrontieren würde, dass die Kühe seines Nachbarns tatsächlich vergiftet worden waren. Gab es hier auf dem Hof denn keinen mit dem man vernünftig reden konnte? Ray blickte sich suchend um und hörte in diesem Moment eine kräftige, junge Männerstimme. "Du musst einer der Ninjas sein, die mein alter Herr angeheuert hat." Ruckartig drehte sich Ray um und fixierte seinen Gegenüber mit den schwarzen Falkenaugen, woraufhin dieser trotz seiner beeindruckenden Statur leicht eingeschüchtert wirkte. Ja die Blicke eines Hayabusas, noch dazu, wenn er im Jagdmodus war, konnten selbst gestandene Männer nervös machen, vor allem, wenn diese nicht darauf vorbereitet waren. Doch der breit gebaute, gar nicht mal schlecht aussehende, junge Mann in einfacher Bauerskleidung fing sich schnell und schenkte dem Rotschopf ein sympatisches, breites Lächeln. "Entschuldige, ich wollte dich nicht erschrecken." meinte er abwehrend, woraufhin Ray ebenfalls die Mundwinkel zu einem kleinen Lächeln verzog, welches ein bisschen Verlegenheit ausdrückte. Da seine Augen so gut waren, verließ er sich so manches Mal viel zu sehr auf diese, was durchaus dazu führen konnte, dass man sich an ihn heranschleichen konnte. Eine Tatsache, die ihm nicht sonderlich gefiel, die allerdings immer wieder passierte.
"Ja ganz genau, ich bin Ray Hayabusa. Und du bist?" "Ich bin Taki, erster und einziger Sohn von Basu." erwiderte er ein klein wenig stolz. "Und ich muss mit dir reden, aber nicht hier." Geheimnistuerisch bedeutete er dem Hayabusa ihm zu folgen und lotste ihn in eine etwas abgelegene Scheune. Wenngleich etwas misstrauisch, ließ sich Ray nichts davon anmerken, wenngleich er all seine Sinne spitzte, denn immerhin war es ja nicht garantiert, dass der Bauerssohn ihn gerade nicht in eine Falle lockte. Doch all sein Misstrauen war an dieser Stelle nicht angebracht, denn kaum in der etwas abgelegenen Scheune verschwunden, schon begann Taki wie ein Wasserfall zu sprudeln. "Also ich halte diesen Streit zwischen den beiden Alten nicht mehr aus. Tagein, tagaus streiten die sich über ihre Grenzen, über das Wetter, darüber wer die bessere Weide hat und bei jeder Kleinigkeit wird der andere beschuldigt. Das ganze geht jetzt schon seit Jahren so. Die beiden hassen sich wie die Pest, wobei sie früher mal die besten Freunde waren." Ray war ein wenig verdutzt, mit diesem Wortschwall hatte er nicht gerechnet. "Sie waren Freunde??" Unglaube stand ihm ins Gesicht geschrieben. "Ja, das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Ist eine lange Geschichte und jetzt haben wir nicht die Zeit dazu. Wenn Paps rauskriegt, was ich hier mache, lyncht der mich. Aber wir können uns heute Abend im Wäldchen treffen, dann kann ich dir die ganze Hintergrundgeschichte erzählen. Und falls du Kontakt zu den beiden Ninjas vom anderen Bauernhof hast, bring sie am besten gleich mit. Dann muss ich nicht alles doppelt erzählen. Aber nur soviel. Sowohl ich, als auch Kazuko stehen auf eurer Seite und wir wollen, dass sich unsere Väter wieder vertragen. Vielleicht kann uns das mit eurer Hilfe gelingen, aber am besten treffen wir uns heute Abend."
Und kaum hatte er seinen Monolog beendet, schon war Taki auch wieder verschwunden und ließ einen etwas verdatterten Ray zurück. "Ok, damit hab ich nicht gerechnet." murmelte er und machte sich daran zu Aryane zurückzukehren.

Diese war schon in ihrem Zimmer, als Ray die Tür öffnete und hatte offensichtlich gewartet. Immer noch etwas verwundert von dem unerwartetend Verbündeten, ergriff Ray nicht sofort das Wort, sondern ließ sich erstmal auf den Stuhl plumpsen, ehe er sich an die Rothaarige wandte. "Ok, also ich habe einige Neuigkeiten, aber du zuerst. Hast du etwas herausgefunden?" fragte er seine Kollegin, die ihn zufrieden angrinste. Offensichtlich war sie ebenfalls erfolgreich gewesen.
 
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Takeo beruhigte es sehr, was Ai zu berichten hatte. Keine großen Neuigkeiten, was hieß, dass noch niemand irgendeine Bauernhütte angesteckt hatte. Sie setzten sich in Bewegung und Takeo freute es, dass Ai sich ihre eigenen Gedanken gemacht hatte. “Eine gute Beobachtung. Das könnte in der Tat eine Rolle bei der Zusammensetzung des Giftes spielen. Leider übersteigt die genaue Identifikation der Komponenten jedoch meine Fähigkeiten. Jedenfalls im Feld. Mit einem Labor sähe das anders aus, aber ich vermute , dass es hier im Dorf kein großes Labor gibt, obwohl das natürlich schnell klären würde, woher das Gift kommt.” Er lachte kurz und machte sich dann an die Beantwortung von Ais Frage. “Die Wissenschaft und die Medizin wurden mir quasi in die Wiege gelegt, was ja auch nicht unüblich für einen Dokuiki ist. Mein Opa ist ein angesehener Wissenschaftler der Dokuikis, meine Mutter und ihr Bruder beide Jonin, die auf Gifte spezialisiert sind oder jedenfalls waren. Mein Vater hat zwar nichts mit den Dokuiki am Hut, aber ist Arzt. Meine familiären Vorbilder sind also alle mehr oder weniger in diesem Gebiet unterwegs. Und dann bin ich auch irgendwie reingerutscht. Heute bin ich quasi angehender Medic-Nin mit dem Spezialgebiet der Gifte.” Er kratzte sich am Kopf. “Mein Vater hätte es wahrscheinlich lieber, wenn ich nur Medic-Nin wäre oder noch besser einfach Arzt, aber das Wissen über Gifte kann viel Gutes anrichten. Es ist in vielen Situationen sehr nützlich, um ein großes Blutvergießen zu verhindern, denn die wenigsten Gifte töten. Es gibt allerhand Wirkungen.”

Takeo wollte die Zeit nutzen, um auch noch etwas mehr über die Haemasu zu erfahren. Doch kaum hatten sie den Innenhof des Bauern betreten, öffnete sich auch schon die Tür der Bauernbehausung mit einem lauten Rumpeln. Takeo hatte zu Anfang zwar richtig bemerkt, dass keines der Bauernhäuser in Brand gesteckt wurde, innerhalb des einen Hauses hatte sich jedoch scheinbar langsam ein kleines Feuer entwickelt, welches nun nach außen trat. Kazuko und ihr Vater stampften wutentbrannt über den Hof, während sie eine nicht ganz freundliche Konversation führten. Auch Takeo beugte sich noch ein wenig mehr zu Ai. “Sieht ganz so aus. Da scheint es einen tiefen animalischen Groll gegen den Nachbarn zu geben, der wohl nicht so einfach zu bändigen ist.”
Takeo schaute dem Schauspiel noch ein wenig zu, denn bisher wurden die beiden Shinobi noch nicht bemerkt. Er versuchte herauszufinden, wie es zu diesem Konflikt gekommen war. “... alter Sturkopf! Kannst du auch noch einen gerade Satz bilden, der nicht das Wort ‘niederbrennen’ enthält?”, warf Kazuko ihrem Vater entgegen und versuchte gar nicht zu verbergen, wie lächerlich sie das Verhalten ihres Vaters fand. Takeo konnte gut nachvollziehen, dass auch ihr irgendwann die Schnur riss. Doch es trug wenig dazu bei, die Situation zu deeskalieren. “Pass auf, wie du mit deinem Vater redest, Fräulein! Das ist ein Streit zwischen Erwachsenen. Kinder haben hier nichts zu suchen. Du verstehst nicht, was hier läuft, und ich verstehe nicht, warum dieses Haus da drüben immer noch steht. Langsam glaube ich, dass mein Geld an diese Ninja verschwendet ist. Es ist doch nicht so schwer ein Haus niederzubrennen.” Der Blick des Bauern schweifte über den Hof und traf auf Takeo. Das war wohl der Punkt, an dem auch die beiden Teil der Konversation wurden. “Wenn man vom Teufel spricht. Hey! Ihr werdet nicht fürs Rumsitzen bezahlt! Warum brennt der Hof dieses Idioten da drüben noch nicht? Das Ganze löst sich nicht durch herumschnüffeln und auch nicht durch Fragen stellen.” Takeo hob ein wenig beschwichtigend die Hände und ging auf Hasai Hiro zu. Er bildete sich nicht wirklich ein, dass er diesen Mensch beruhigen konnte, aber er konnte auch nicht einfach weglaufen. “Hören Sie: Wir wissen, dass es eine unbefriedigende Situation ist, in der Sie sich befinden, aber wenn wir jetzt unüberlegt handeln, dann machen wir möglicherweise alles schlimmer als es vorher war. Wenn wir aggressiv vorgehen, sollten wir auch genug Informationen haben, um uns auf einen etwaigen Gegenschlag vorzubereiten. Deshalb: Kazuko erzählte uns, dass hier vor einiger Zeit ein Fremder aufgekreuzt ist, mit dem es einen Streit gab. Könnte diese Person auf der Seite von Hetake Basu stehen?” Den aggressiven Weg hatte Takeo nicht wirklich in Betrachte gezogen, aber er hielt es für eine gute Idee, wenn er seinem Auftraggeber wenigstens verbal ein wenig entgegen kam. Die Antwort von Hasai Hiro zeigte ihm jedoch, dass er bei Hasai Hiro wirklich an der völlig falschen Adresse war, wenn es um konstruktive Diskussionen ging. “So eine Scheiße! Dieser Mann war lediglich irgendein unverschämter Städter, der mein Land kaufen wollte. Als ich abgelehnt habe, wurde er unverschämt und ich habe ihn von meinem Land gejagt. Das ist alles und ich sag euch was: Ihr habt noch bis morgen früh Zeit, diesen dummen Giftmischer von Gegenüber niederzumachen und von seinem Land zu jagen. Sonst gehe ich wirklich selber darüber und regel die Sache. Keine weitere Diskussion.” Danach drehte er auf dem Absatz um und verschwand mit einem lauten Türknallen wieder im Bauernhaus. Kazuko schüttelte nur den Kopf. “Ganz schön naiv, dass du denkst, man komme bei Vater mit Worten irgendwo hin.” Takeo kratzte sich am Kopf. “Vielleicht hast du Recht.. Jedenfalls tickt jetzt die Uhr, falls dein Vater ernst macht.” Dann wandte er sich wieder an Ai. “Was hältst du von der Sache? Ich glaube, dass der Besuch dieses unbekannten Mannes vielleicht nicht ganz unerheblich ist.”
 
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Während die 18-Jährige auf Ray wartete, sah sie sich das Zimmer etwas genauer an. Dabei drehte sie immer wieder die kleine Glasflasche in ihrer Hand herum, was ihr ein wenig an Nervosität nahm. Sie wusste nicht genau, warum sie nervös war, aber es bereitete ihr Kopfschmerzen jetzt darüber nachzudenken. Seit der Ankunft in diesem Tal, hatte sie keine freie Minute gehabt und das ermüdete sie ein kleines Bisschen. Vor allem lag ihr das Wohl der Bauernhofstiere sehr am Herzen und sie wollte alles tun, um diesen Streit aufzuklären. Der Gedanke, dass sie vielleicht gerade das Gift in der Hand hielt, mit welchem die Tiere vergiftet worden waren, beunruhigte sie sehr. Konnte sie es vor sich selbst rechtfertigen für einen Tierquäler zu arbeiten? Wie würde sie sich entscheiden, wenn das wirklich das Gift war? Würde sie die Shinobi-Regeln brechen und ihrem Auftraggeber den Rücken kehren? Oder würde sie die Mission dennoch gewissenhaft erfüllen, obgleich der Auftraggeber ein bekennender Tierquäler ist? Diese Fragen wollte sie sich eigentlich gar nicht stellen, aber dennoch schlichen sie sich in den Kopf der Hinketsu ein und hinterließen eine moralische Explosion in ihrem Kopf, der zu pochen begann. Um sich davon etwas abzulenken, öffnete sie auch hier alle Schränke, die ihr unter die Augen kamen. Sie fand aber nichts Interessantes, was ihrer weiteren Aufmerksamkeit bedarf. Außer einigen alten und etwas ranzigen Kleidungsstücken, war da nichts dabei, was für das Weiterkommen in der diplomatischen Mission sorgen konnte. Da begrüßte sie es sehr, als plötzlich die Tür aufging und der Hayabusa das Zimmer betrat. Mit einem müden Lächeln begrüßte sie ihren Teamleiter, der offenbar auch neue Informationen in Petto hatte. Zuerst war aber Aryane dran, die sogleich von ihrer Entdeckung erzählte: „Während du weg warst, habe ich mir die Freiheit genommen, das Haus ein wenig unter die Lupe zu nehmen. Natürlich war ich leise und unauffällig, bin aber fast von Basu erwischt worden… Zum Glück konnte ich den leicht wieder abschütteln. Ich wollte die Suche schon aufgeben, habe aber dann dieses Fläschchen hier gefunden.“ Sie präsentierte voller Stolz ihre Entdeckung. Das dickflüssige Etwas schwappte dabei gegen die Glaswand. Sie fuhr mit ihrer Ausführung fort: „Ich habe dann das hier gefunden. Ich hab’s noch nicht geöffnet, aber das ist nicht gerade das, was man in einem Medizinschrank haben sollte, schätze ich mal. Vielleicht ist das ja das Gift, womit die Tiere vergiftet wurden. Ich hoffe es nicht, denn ansonsten würde das für Basu sehr schlecht ausgehen… Aber egal, was hast du herausgefunden? Du scheinst auch einen anstrengenden Tag hinter dir zu haben.“ Sie musterte den Rotschopf, der sich gleich nach dem Betreten in einen Sessel hat fallen lassen. War die Begegnung mit dem Shiro-Nin wirklich so anstrengend gewesen? Na hoffentlich waren die ihnen freundlich gesinnt und stellten nicht noch eine Gefahr dar, auf die man aufpassen musste. Wieso musste es auch auf dieser Mission so viele Überraschungen geben? Aryane seufzte und ließ sich ebenfalls auf einen Stuhl fallen, ehe sie gespannt den Entdeckungen ihres Begleiters lauschte.
 

Haemasu Ai

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Dier Vergangenheit des Dokuiki schien ihm eine eindeutige Richtung im leben aufgedrückt zu haben. Mit einem Arzt als Vater und einem Clan voller Giftnutzer mütterlicherseits gab es für den jungen Mann wohl kaum die Möglichkeit etwas anderes zu sein, als ein Iryounin und Giftnutzer. Das konnte Ai wirklich gut nachvollziehen, ihr Clan war auch sehr auf ihre Kunst fokussiert. Leider auf das Gärtnern mehr, als ihre Shinobitätigkeiten. Diese Zweigleisigkeit war auch einer der Gründe, warum die junge Haemasu nicht mit ihrer Mutter klar kam, die ihren Wunsch Kunoichi zu sein nicht so recht zu unterstützen vermochte. Hatte sich die Frau doch immer vorgestellt, dass Ai den laden von ihr übernehmen würde. Sicherlich wäre das anders, wenn ich ein Junge geworden wäre, aber ich lass mir nicht vorschreiben, was ich zu werden habe. Aber das hielt Ai nicht davon ab sie selbst zu sein, Geschlecht hatte da nun wirklich nicht viel zu suchen. Das kann ich richtig gut nachvollziehen. Der Clan in den man hineingeboren wird, hat bei solchen Entscheidungen schon eine Menge Zugkraft. Wobei meine Mutter mich auch lieber nur im Blumenladen bei sich sehen würde. Das könnte ich nie. Ein kleiner Schauer lief der jungen Frau über den Rücken, als sie nur an die Möglichkeit dachte. Niemals.
Dieses kurze und relativ persönliche Gespräch wurde jäh beendet, als die beiden Shinobi wieder am Hof eintrafen und gleich von einem lauten Streit zwischen Vater und Tochter begrüßt wurden. Ai kannte den Ton, sie schlug ihn zur Genüge bei ihrer Mutter an und auch wenn sie wusste, dass das absolut nichts bringen würde, sie konnte Kazuko verstehen. Manchmal trieben Eltern einen so sehr zur Weißglut, einfach weil sie in ihrem dem Alter bedingten Starrsinn nicht auf das hören wollten, was Jüngere zu sagen hatten. Oft zu ihrem eigenen Nachteil. Daher konnte sie gedanklich der Einschätzung Takeos nur zustimmen. Animalischer Groll oder auch absolut dämliche Sturheit. Die Diskussion ging sogar noch weiter, indem der Auftraggeber andeutete, dass Kinder in dem Streit nichts zu suchen hatten. Nach dem, was Ai bisher mitbekommen hatte war Kazuko wesentlich reifer, als ihr sturer, alter Herr. Dies war auch der Moment, wo der Zorn des Hausherren auf die beiden Shinobi umschwenkte. Während der Bauer seine Tirade über Takeo und Ai ausbreitete, blickte die junge Haemasu den Mann nur finster an. Wie konnte er nur so mit den Leuten umgehen, die ihm helfen sollten? Er bezahlte, das stimmte, aber Ai war alles andere als eine Leibeigene. Wenn der Kerl es nicht packte zivil mit ihnen umzugehen, würde sie ihm mal das ein oder andere mitgeben. Mit zu Fäusten geballten Händen wartete Ai darauf, dass eine Pause entstand und sie sich dazwischen klinken konnte, doch Takeo kam ihr zuvor. Wahrscheinlich war es so auch besser, war er doch der rationalere von den beiden Shiroshinobi hier. Doch schienen seine Worte nicht wirklich auf fruchtbaren Boden zu fallen. Wie es schien hatte der versuch Takeos den Auftraggeber zu beruhigen nur dazu geführt, dass den Shinobi ein Ultimatum gesetzt wurde. Morgen? So eine Scheiße. Bevor Ai sich einmischen konnte, hatte sich der Auftraggeber schon wieder im Bauernhaus verschanzt und die drei draußen stehen lassen. Produktives Gespräch. Genervt schnaubte Ai einmal und wandte sich dann ihrem Teamkollegen, sowie der Bauerstochter zu. Wie es jetzt weiter gehen sollte, konnte Ai nicht wirklich sagen, aber sie wusste, dass sie tierisch geladen war. Der Kerl und seine Anmaßungen hatte etwas in ihr angestoßen. Jetzt haben wir also keine Zeit mehr. In Ruhe die Weiden mehrere Tage ausspähen, ob etwas passiert, wäre damit nicht mehr drin. Blieben nur noch zwei Spuren. Der Nachbar, der ja scheinbar Soragakure um Hilfe gebeten hat, und der fremde Städter, von dem wir nicht wirklich was wissen. Wie machen wir weiter? Für Pläne bist du zuständig, wobei wir uns nicht unbedingt hier austauschen müssen. Sorry Kazuko, aber dein Vater geht mir auf den Piss. Grinsend winkte die Tochter des Bauern die Aussage Ais ab. Nee, ich versteh das. Paps ist gerade richtig unausstehlich. Kommt, wir können sicher besser etwas vom Hof entfernt reden, wir haben in der Nähe der Grundstücksgrenze einen Schuppen. Paps nutzt den nicht mehr seit dieser Kleinkrieg ausgebrochen ist, ist ihm zu nahe am „Feindgebiet“. Da sind wir ungestört. Eigentlich perfekt und wenn der Schuppen auf halber Strecke zwischen den Höfen war, konnten die sie möglicherweise mit den anderen Shinobi dort eine Art Treffpunkt ausmachen und ihre Basis beziehen. Schnell setzte sich Kazuko in Bewegung. Mit einer Geste bedeutete Ai, dass sie noch etwas holen wollte und ließ die anderen vorgehen.
Langsam begann Ai auf dem Hof auf und ab zu gehen und ließ dabei einige Ihrer Samen aus ausgewählten Stellen fallen, bevor sie Takeo folgte. In wenigen Minuten würde auf dem ordentlichen Schotterhof ein wunderschöner Rasen wachsen, der die von Schriftzeichen hatte. (頑夫 – Sturkopf) Wie wollte der Bauer das seinem Nachbarn in die Schuhe schieben? Und dass Ai Pflanzen so schnell wachsen lassen konnte, sollte der Typ nicht wissen. Falls er etwas ahnte war es Ai aber egal, sollte er sich doch seinen Teil denken, wenn er sie wie Kinder behandelte, dann konnte sie sich auch kindisch benehmen. Doch bevor sie erwischt werden konnte, machte sie sich daran den anderen beiden zu folgen.
 

Hayabusa Ray

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Während die Hinketsu von ihrer Durchsuchung des Bauernhofes erzählte, nahm Ray das Fläschen mit der dickflüssigen Substanz neugierig in die Hand und betrachtete es so intensiv, als ob er all die Informationen allein mit seinen Blicken herausholen wollte.
"Das ist nun wirklich interessant." murmelte er, während er das Fläschen hin und her schwinkte, um die Viskosität der Flüssigkeit zu analysieren. "Nur kenne ich mich leider überhauüt nicht mit Giften aus. Aber eines sag ich dir. Sollte das Gift tatsächlich von Basu stammen und er derjenige sein, der die Kühe vergiftet, dann werde ich ihn garantiert nicht decken." Ray hatte immerhin seine Prinzipien und wie selbstverständlich ging er davon aus, dass auch seine Kollegin sich der Wahrheit stärker verpflichtet fühlen würde, als ihrem Auftraggeber.
"Aber ich habe auch so einige Neuigkeiten." übernahm jetzt Ray das Berichten. "Also der Teamleiter auf der anderen Seite heißt Dokúiki Takeo, ich habe ihn auf einer anderen Mission im Reich des Schnees kennengelernt, wo wir schlussendlich mit noch anderen Shinobi einen Serienmörder dingfest gemacht haben." Besonders ruhmreich hatte er sich dabei nicht verhalten und wahrscheinlich waren er und Kenta auch nicht in allerbester Erinnerung geblieben. Vor allem die beiden Teamleiter Kenta und Mai hatten sich ziemlich in die Haare bekommen. "Wenn ich mich recht erinnere, kennt sich Takeo mit Giften aus, das ist schon mal von Vorteil, vielleicht kann er uns etwas hierüber sagen." Ray hatte in aller Regel kein Problem mit den Shinobi aus Shirogakure, weswegen er Takeo in dieser Sache vertrauen würde. "Jedenfalls konnte er mir bestätigen, dass die Kühe tatsächlich vergiftet worden sind und sie verfolgen im Moment die Spur von einem Städter, der wohl den anderen Bauern verärgert hatte." Ray legte den Kopf schief und kam erst jetzt dazu über diesen Hinweis nachzudenken. Noch war ihm nicht klar ob und wenn ja welche Rolle dieser Städter spielen könnte. "Wir wollen uns jedenfalls heute Abend alle nochmal gemeinsam treffen und bei dieser Gelegenheit können wir uns auch gleich anhören, was Taki zu sagen hat. Das ist der erste Sohn von Basu." Immer noch etwas ungläubig schüttelte er den Kopf, ehe er weiter erzählte. "Der hat mich auf meinem Rückweg abgefangen und meinte was davon, dass Hiro und Basu mal die besten Freunde waren, er und auch die Tochter von Hiro auf unserer Seite steht und er uns heute Abend mehr erzählen kann." Es war erstaunlich wie schnell sie Fortschritte machten, wobei das Wenigste davon wirklich ihr Verdienst war. Die Ereignisse schienen sich so schnell zu überschlagen, dass Ray kaum noch hinterherkam. Nachdenklich blickte er mit seinen schwarzen Augen die rothaarige, junge Frau an, die sich auf den Stuhl vor ihm gesetzt hatte. "Übrigens gut gemacht mit der Flasche." lobte er jetzt und seinem Lächeln, was nun folgte fehlte ausnahmsweise jegliche raubtierhafte Schärfe.
Gleich im nächsten Moment aber warf er, völlig unvermittelt die Flasche mit einer schnellen Handbewegung zurück zu Aryane, nur um gleich darauf aufzustehen, sich umzudrehen und aus dem Fenster zu schauen. Sicherlich waren jetzt einige Fragezeichen im Gesicht der Aryane zu sehen. Doch auch, wenn es für sie nicht ersichtlich war, so hatte das Verhalten des Hayabusa einen triftigen Grund: Bodo! Seine Herausfordererstimme, der er kaum wiedersprechen konnte, hatte sich nämlich ausgerechnet jetzt gemeldet. //Wetten, dass ...// und in dem Moment hatte der Rotschopf die Flasche zurückgeworfen. Er war sich beinahe sicher, welcher idiotischer Vorschlag von Bodo kommen würde. //...dass du dich nicht traust das Gift zu trinken.// Mit aller Willenskraft hielt Ray sich zurück und nur einem sehr aufmerksamen Beobachter würden die verkrampfte Faust auffallen, zu der er seine linke Hand ballte. "Ich sag dann mal den Shiro-Nins Bescheid, dass wir uns heute Abend treffen und dann ruhen wir uns vielleicht erstmal aus." verabschiedete er sich abrupt von seiner Teamkollegin und war im nächsten Moment schon aus dem Fenster verschwunden, weit weg von der Flasche, die möglicherweise ein hochpotentes Gift enthielt. Zwar war Aryane jetzt wahrscheinlich hochgradig verwirrt, aber das war immer noch besser, als wenn ihr Teamleiter plötzlich mit einer Vergiftung ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Manchmal war Bodo echt nervig.

Der Rest des Nachmittags verlief ereignislos. Gut, Hiro regte sich nocheinmal auf, weil die Schriftzeichen für Sturkopf auf mysteriöse Art und Weise in seiner Einfahrt erschienen, aber ansonsten blieb es ruhig. Auch Basu ließ Ray und Aryane erstmal in Ruhe. Vielleicht ging er davon aus, dass sie hinter der Rasenaktion steckten und diese als Auftakt für einige weitere Streiche dienen sollte. Takeo und Ray machten aus, sich abends zusammen mit Kazuko, Taki, Aryane und Ai in einer kleinen Hütte zu treffen. Der Abend kam dann auch wesentlich schneller als gedacht und im Schutz der Dunkelheit schlichen sich die beiden Sora-Nins zur Hütte. Wie selbstverständlich ging Ray erstmal davon aus, dass seine Kollegin keine feindlichen Gefühle für die Shiro-Fraktion hegte, weswegen er ihr lediglich nochmal Mut machte ihre Gedanken und Ideen zur Planung beizutragen. Für ihn waren sie jetzt ein Team, was diese Feindschaft irgendwie zu einem friedlichen Ende bringen wollte.

Die Hütte an sich war nicht mehr als ein kleiner Schuppen voller Werkzeuge und Gerümpel, dem man ansah, dass er nicht mehr regelmäßig genutzt wurde. Kurz um ein idealer Ort für eine geheime Besprechung zwischen 'verfeindeten' Shinobi. Nachdem sich alle in den Schuppen gequetscht hatten, immerhin mussten sechs Personen Platz finden und sie sich kurz einander vorgestellt hatten, nickte der Rotschopf Taki zu, damit er mit seiner Erklärung beginnen konnte. "Also Taki, du hast gemeint, du kannst das Verhalten von euren Väter erklären?"
"Ganz genau."
begann der Bauerssohn mit seiner Rede. "Wie ich schon sagte, fing der ganz Streit schon vor Jahren an, etwa zu dem Zeitpunkt, wo Hiro und Basu gemeinsam überlegten die beiden Höfe zusammenzuführen." Das konnte sich Ray jetzt schwer vorstellen, weswegen er überrascht die Augenbrauen hochzog, aber Taki nicht unterbrach. Jetzt war er wirklich neugierig. "Das mag euch vielleicht überraschen, aber es standen sogar Überlegungen im Raum, dass Kazuko und ich heiraten sollten, um die Zusammenführung quasi offiziell zu machen. Ihr müsste wissen, unsere Väter lieben ihre Höfe, aber noch mehr lieben sie uns Kinder. Das war schlussendlich auch der Grund warum Basu, mein Paps, dem ganzen nicht zustimmte. Er wollte mein Leben nicht für mich bestimmen und mir die freie Wahl lassen. Das wiederum hat Hiro nicht sonderlich gut aufgenommen. Er hatte schon jede Menge in die gemeinsame Zukunft investiert und hielt nun seinerseits Basu vor ihn von Anfang an getäuscht zu haben." Diesen Frust konnte Ray ein wenig verstehen. Er mochte es auch nicht getäuscht zu werden, wenngleich er deswegen keine zweijährige Fehde vom Zaun brechen würde. "Naja und da die beiden a) absolut stur sind..." Kazuko nickte zustimmen, während Taki bei seiner Aussage mit den Augen rollte. " ... und b) ziemlich cholerisch, führte eines zum anderen. Jeder hat nur noch das Schlimmste vom anderen angenommen und jetzt können sie nicht mehr miteinander reden ohne aus der Haut zu fahren." Wie immer legte Ray seinen Kopf schief, während er nachdachte. "Ok, das ändert natürlich einiges, aber es scheint auch nicht alles zu sein. Takeo, du hattest vorhin noch irgendwas von einer weiteren Spur gemeint. Was hat es damit auf sich?" übergab er jetzt das Wort an dem Teamleiter aus Shirogakure.
 
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Ai hatte definitiv recht. Das Ultimatum spielte ihnen nicht gerade in die Hände, denn jetzt mussten schnelle und vor allem die richtigen Entscheidungen getroffen werden. Für Takeo, der eher ein Fan davon war, weit im Voraus zu planen, wenn sich die Möglichkeit ergab, war das keine angenehme Situation. Als Teamleiter musste er aber souverän auftreten und versuchte wenigstens, sich nichts anmerken zu lassen. Der Vorschlag, die weitere Planung in eine Hütte zu verlegen, kam ihm da ganz gelegen, denn der Weg bot ihm selbst Zeit, ein neues Vorgehen zu planen. “Ich denke, wir kommen gut mit dem Ultimatum klar. Vielleicht sind wir dem Ganzen schon mehr auf der Spur als wir denken.” Es war wirklich nur eine sehr wage Vermutung, aber Verzweiflung war das letzte, was half. “Aber lasst uns den Plan woanders besprechen. Die Hütte scheint mir ein guter Ort zu sein und ich kümmere mich darum, die anderen zu informieren.” Die kleine Gruppe machte sich sofort auf den Weg. Jedenfalls fast, denn Ai hatte noch etwas zu erledigen. Takeo war jedoch bereits zu vertieft in die weiteren Überlegungen, um irgendwas davon mitzubekommen. Das Ergebnis würde ihm später aber ein breites Grinsen auf das Gesicht zaubern.
Die Hütte war tatsächlich ein perfekter Treffpunkt. Takeo hatte sie schon auf dem Weg in den Wald ins Auge gefasst, da man von ihr einen guten Blick auf den Schauplatz hatte. Sowohl der Hof von Hetake Basu als auch der Hof von Hasai Hiro waren von hier einzusehen. Und doch lag sie abgelegen genug, um nicht überrannt zu werden, falls Hasai Hiro sich entschied, doch schon in den nächsten Minuten einen wütenden Mob zu seinem Nachbarn zu führen. “Danke nochmal, Kazuko. Deine Hilfe ist wirklich Gold wert.” Sie hatte heute schon sehr viel geleistet und die beiden Shironins konnten wirklich glücklich sein, dass sie mit ihnen kooperierte, denn sonst hätten sie vermutlich deutlich weniger Informationen. “Kein Ding. Ich hoffe nur, dass die ganze Aufruhr nicht umsonst ist und mein Vater irgendwann endlich die Klappe hält und mal wieder zur Ruhe kommt.” , bemerkte sie immernoch genervt, aber es klang auch ein wenig Hoffnung in ihrer Stimme mit.
Takeo stellte sich an ein kleines Fenster und betrachtete den Hof von Hetake Basu “Also…” Als er gerade einen improvisierten Plan auf die Beine stellen wollte, entdeckte er erneut Ray, der auf Dach des Bauernhofs herumfuchtelte. Regenbogen? Fantasie? Sonnenuntergang! Schön und gut. Bei Sonnenuntergang im Wald war schon abgesprochen. Dann zeigte Ray immer wieder auf die Hütte, was für Takeo relativ leicht zu verstehen war. Ein geänderter Treffpunkt. Das schien dafür zu sprechen, dass sich auf der anderen Seite immerhin etwas getan hatte. Hoffentlich hatte er damit recht. “Ich schätze die Ninja aus Soragakure als vertrauenswürdig ein, auch wenn ich mich da natürlich irren könnte. Sie sagen, dass Hetake Basu sie zum Schutz angeheuert hat und nichts mit dem Gift zu tun haben. Das heißt, dass entweder er lügt oder unsere Kollegen aus Soragakure. Um das herauszufinden, müssten wir auf den Hof von Hetake Basu. Das wird sofort einen Konflikt mit den Soranins vom Zaun brechen und das können wir im Zweifelsfall auch heute Abend nach dem Treffen noch machen. Die Spur des Städters können wir nicht in einer Nacht verfolgen. Kazuko kann sich vielleicht noch an sein Aussehen erinnern, aber er wird nicht aus der näheren Umgebung kommen. Bei der geringen Bevölkerungsdichte würde man sich kennen, wenn das Nachbarschaftsverhältnis nicht überall so ist wie hier.” Takeo kratzte sich am Kinn. “Ich schätze also, wir sind auf das Treffen mit den Soras angewiesen. Aus irgendeinem Grund haben diese das Treffen gerade in diese Hütte verlegt, also scheint sich dort etwas geändert zu haben. Das spricht auf jedenfall dafür, dass sie nicht auf einen Konflikt aus sind, denn im Wald haben die beiden deutlich bessere Möglichkeiten.” Er wechselte die Seite des Schuppens und betrachtete nun den Hof von Hasai Hiro. “Mit Kazukos Vater sollten wir heute nicht mehr in Kontakt kommen. Das führt nur dazu, dass er direkt zum Angriff übergeht, weil er uns für tatenlos hält. Ich will seine Bezahlung aber auch ehren und nicht tatenlos hier warten.” Dann wandte er sich an Ai. “Ich würde vorschlagen, dass wir mal die umliegenden Bauernhöfe ansteuern und uns umhören, ob dieser Städter dort auch gesehen wurde. Da du beim letzten Mal auf den Hof aufpassen musstest, werde ich das diesmal tun. Vielleicht gewinnen wir dadurch ja ein paar neue Erkenntnisse. Wenn es dir nichts ausmacht, würde ich dich bitten einfach nur ein Auge auf deinen Vater zu werfen, Kazuko. Wir treffen uns dann eine Stunde vor dem eigentlichen Treffen wieder hier.”

Takeo hatte nicht damit gerechnet, dass es tatsächlich zu einem Angriff kam und dem war auch nicht so, aber er hielt es trotzdem für die richtige Entscheidung. Dann kam langsam das Treffen näher. Hasai Hiro verhielt sich ruhig und Ai konnte tatsächlich von ein paar weiteren Bauern in Erfahrung bringen, dass ein Städter ihre Höfe kaufen wollte. Die Stimmung unter den Bauern war im gesamten Tal allerdings sehr angespannt, wie es schien. “Sehr gut, Ai. Vielleicht hilft uns das zusammen mit den Erkenntnissen der anderen weiter. Schauen wir mal.” Denn dann war es Zeit für das Treffen.

Takeo lauschte interessiert den Worten des Bauernsohnes und betrachtete dabei das Fläschchen, welches das Team aus Soragakure mit zu dem Treffen gebracht hatte. Eine verzwickte Geschichte, wo natürlich viel Kapital im Spiel war. Aber warum führte das dazu, dass Hetake Basu jetzt tatsächlich die Kühe seines Nachbarn vergiftete? Es war für Takeo nicht schwer zu erkennen, dass er hier das Gift vor sich hatte, welches auch die Kühe in sich hatten. Er behielt das erstmal für sich und beschloss, es zu gegebener Zeit einfließen zu lassen. Bevor er sich jedoch einschalten konnte, ergriff Kazuko das Wort. “Ist das deren Ernst? Die wollten uns einfach hinter unserem Rücken verheiraten? Ticken die noch ganz richtig? Wann hattest du vor mir das zu erzählen, Taki?” Kazuko war mal wieder sichtlich angepisst und Taki schaute verschämt zu Boden. “Ich weiß es auch erst seit kurzem. Jetzt wo sich die Situation so zugespitzt hat, wusste ich nicht, wann ich es dir am besten sage.”, druckste er herum. Die beiden tauschten ein paar vielsagende Blicke aus und es war klar, dass hier noch nicht das letzte Wort gesprochen war. Dann ging Takeo auf Rays Frage ein. “Ja, dank Kazuko sind wir darauf aufmerksam geworden, dass es vor einigen Wochen einen Konflikt mit einem Städter gab, der das Land von Hasai Hiro kaufen wollte. Er wurde weggescheucht, aber durch den zeitlichen Zusammenhang hielten wir es für wichtig der Spur nachzugehen. Tatsächlich ist dieser Städter auch auf ein paar der umliegenden Höfe aufgeschlagen. War er vielleicht auch bei deinem Vater, Taki?” Bei dieser Frage schaute Tako noch verschämter zu Boden und betrachtete dann einen langen Augenblick Kazuko. Es war für alle im Raum spürbar, dass es jetzt ein paar wichtige Informationen geben würde. “Nunja… Dieser Städter war zweimal bei uns und mein Vater war danach sehr aufgebracht, aber nicht wegen des Städters. Sie schienen einen ganz guten Draht gehabt zu haben. Beim zweiten Mal wurde er sogar zum Essen empfangen. Mein Vater wollte mir nicht sagen, worum es ging. Er behandelt mich immernoch wie ein kleines Kind, also habe ich selber ein paar Nachforschungen angestellt und diesen Brief hier gefunden.” Er reichte einen Brief an Takeo, der daraufhin erschrocken zu Kazuko schaute und den Brief dann an Ray weitergab. So ging das weiter, bis der Brief am Ende bei Kazuko landete. Das würde ihr nicht gefallen. Es war ein Brief von ihrem Vater, in dem er sich mit einem Unbekannten darüber austauschte, den Hof von Hetake Basu gewaltsam zu übernehmen.
"Hetake Basu ist deinem Vater dann scheinbar zuvor gekommen. Das Fläschen stimmt mit dem Gift überein, dass den Kühen verabreicht wurde." Erneut eine Wendung, die alles komplizierter machte. Beide Bauern waren kein weißes Blatt Papier. Kazuko hatte den Brief inzwischen gelesen und es war nicht schwer zu erkennen, dass sie wütend war. Sie zerknüllte den Brief und warf ihn Taki überraschend zielsicher an den Kopf. "Du Idiot!" Taki stand schaute ziemlich verdutzt und ging dann auf Kazuko zu, um diese in den Arm zu nehmen. Das war ihm jedoch nicht möglich, denn Kazuko begrüßte seine Ankunft mit einem Faustschlag ins Gesicht, der sich gewaschen hatte und Taki auf seinen Allerwertesten schickte. "Wenn du mich in Zukunft wirklich heiraten willst, solltest du mir vielleicht mal besser zuhören, anstatt den ganzen Tag ausschließlich damit zu verbringen, dass es mir gut geht." Dann reichte sie Taki die Hand, um ihm wieder auf die Füße zu helfen. Kommunikation scheint ein generelles Problem zwischen den Mitgliedern der beiden Familien zu sein. "Mit mir reden hätte vielleicht auch geholfen. Dir ist schon klar, dass ich die Briefe meines Vaters schreibe, wenn das überhaupt mal gebraucht werden sollte? Mein Vater kann gar nicht schreiben. Das ist also weder seine, noch meine Handschrift, du Strohkopf. Hab ich dir so sehr den Kopf verdreht? Da haben wir schon drüber gesprochen." Das war wiederum eine interessante Wendung.

@Hinketsu Aryane @Hayabusa Ray @Haemasu Ai
 
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