The real deal: Giftige Natter in Lummerland gesichtet!

Dieses Thema im Forum "Wasserreich" wurde erstellt von Sakkaku Hebi, 9. Jan. 2015.

  1. Kazegawa Toru

    Kazegawa Toru Active Member

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    Der Tinitus wollte einfach nicht weichen. Nachdem sie so knapp ihrem Schicksal entronnen waren stellte sich der vermeintliche Heilsbringer als ebensolche Krachmaschine heraus wie die beiden Krawallköppe, die er umgenietet hatte. "Könnten sie bitte ein wenig lei- WENN SIE BITTE EIN WENIG LEISER SPRECHEN WÜRDEN? DANKE!" Der spukte ja bei jeder Silbe! Ekelhaft sowas. Hatte der keinen Rotzlappen zur Hand? Bei dem Gebrüll konnte doch kein Mensch denken, kein Wunder wenn seine Frau bei dem Stress krank wurde. Das war sicher weniger eine Ehe als eher eine Herausforderung. Apropos: Was hatte Hebi da gerade vor sich hingebrabbelt? Den Großteil hatte Toru akustisch und inhaltlich nicht ganz sauber mitgeschnitten, aber am Ende war von einem Wettstreit die Rede gewesen. Hell yeah! Aber erstmal den Onkel auskni-äääääh ruhigstellen. Ob das so einfach werden würde? Immerhin hatte der gerade eine astreine Zwei-in-Eins-Schlappen-Todesschelle verteilt, sogar mit der charakteristischen 3/4-Drehung der linken Sohle am Schluss. Für sowas gab es andernorts Bestnoten, das hatte Toru gleich erkannt. Eine nicht zu unterschätzende Gefahr! Dennoch konnte die Krankheit seiner Ehegattin nicht so einfach abgetan werden, darum mussten sie sich kümmern! "Mach mal halblang Onkel, wir sind Shin-", oh, verdammt nochmal, "Shinto-mönche. Genau. Das wollte ich sagen. Das hier ist, äh, Bruder Hebi der Hochachtungsvolle und ich bin Bruder Toru der Taktvolle. Von der ersten Hilfe bis letzten Ölung - haben wir alles drauf.", sagte Toru der Taktvolle. "Ach, eine Sekunde, ich hab' da noch was zu erledigen." Der Möchtegernmönch stolperte an dem Schlappenschlenkerer vorbei zu den reglosen Körpern der beiden Musikerinnen und griff sich deren Gitarre, um sie mit einem beherzten Schwinger auf der Erde zu zerlegen. "WAS ZUR HÖLLE? DU BENGEL! NENNST DU DAS ETWA RUHE?" Nachhaltigkeit nannte er das. Andere nannten es Heavy Metal. Hauptsache war, dass die Bedrohung durch weitere grauenhafte Gigs der beiden vorerst beseitigt war. Hoffentlich. "So, erledigt. Jetzt reparieren wir deinen Schuh und helfen deiner Frau, immerhin hast du uns hier gerade den Hintern gerettet! Und keine Widerrede."
    "HÄ?", antwortete der Mann teilnahmsvoll und wandte sich wieder an Hebi: "SPINNT IHR?" "Wir können nicht spinnen, wir können nicht weben, wir können dir höchstens... beim Aufräumen helfen." 'Aufräumen' und Beweise beseitigen. Das wurde langsam ein kleinwenig kriminell, aber immerhin waren die beiden Frauen ja nicht tot. Glaubte Toru jedenfalls. "Weisst du wo die wohnen oder lassen wir die hier einfach so liegen?" "IST MIR DOCH SCHNUPPE! KÜMMERT EUCH LIEBER UM THEODORIA, WENN IHR SCHONMAL DA SEID; IHR ROTZNASEN!" Jetzt also doch? Hatte er also endlich noch eingesehen, dass seine heldenhafte Tat ihm die unglaublich nützlichen Dienste dieser zwei überaus hilfsbereiten Gelegenheitssuperhelden eingebracht hatte? "KOMMT MIT RAUF, ABER ZIEHT DIE SCHUHE AUS BEVOR IHR MEINE WOHNUNG BETRETET. ACH JA: WIEVIEL WISST IHR ÜBER BRECHDURCHFALL?" "Oh Kacke." "NAJA, ALSO IMMERHIN ETWAS. DAMIT LÄSST SICH ARBEITEN!"
     
  2. Sakkaku Hebi

    Sakkaku Hebi Well-Known Member

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    Von einem Hörsturz direkt in den Nächsten. In Lummerland wurde einem echt gar nichts gegönnt. Seit sie hier ankamen, hatten sie es nur mit Bekloppten zu tun, wenngleich Hebi wohl der einzige war, der sich bis zum Auftritt der Schwestern da eher in Sicherheit wiegen konnte. Vielleicht haben sie sich aber gerade deswegen aufgedrängt - konnte ja nicht angehen, dass einer ungeschoren davonkommen würde! Wo bliebe dann die Gerechtigkeit!? Naja, war ja nun eh egal. Die Sache war vorbei und der Sakkaku konnte sich so allmählich von zumindest dem grässlichen Gesang regenerieren. Wildfluchendes Geschrei war er von seinem Elternhaus und dem Training mit Toru gewohnt, somit konnte er also ganz gut damit leben, dass der Neuankömmling eine etwas lautere Aussprache besaß - solange sie ihm nicht entgegenflog. Glücklicherweise übernahm Toru das Reden, sodass Hebi größtenteils davor verschont geblieben ist - einen Regenschirm zum Abfangen hätte er allerdings dennoch gerne gehabt. Auch fragte er sich, woher Toru diese komischen Bezeichnungen auf einmal herfischte; seine größte Sorge war aber, dass er sich mit diesem Titel irgendwie in seiner Bösartigkeit verletzt sah oder zumindest nicht realisieren konnte, was "hochachtungsvoll" denn eigentlich für ein Wort sein sollte beziehungsweise wie man das sein konnte. Musste er sich jetzt so benehmen als hätte er Respekt? Oh boy, als er das das letzte Mal gemacht hatte, war er... in der Akademie eingeschult worden? Er konnte sich da gar nicht mehr so recht dran erinnern. Fraglich, ob er sich in seinem gesamten Leben jemals entsprechend benahm. War ja schon irgendwie zweifelhaft.
    Das Metal-Cover der Einmannband Justin Toruieber betrachtete das Rotauge mit allseits gleichgültigem Gesichtsausdruck, innerlich allerdings doch mit einer Art Wohlwollen. Der Junge begann, vorausschauend zu denken - sehr gut. Aus dem konnte wirklich noch was werden, wenn er weiterhin so fleißig übte. Das mit dem Sarkasmus und der Ironie kriegen sie sicher auch noch hin. Und die Sachen, die sich so allgemein ums Lügen und Verleumden drehten. Nicht, dass der noch einmal auf die Idee kam, Hebi als seinen Leiter in Frage zu stellen, weil irgend so ein Fischkopf vorbeikam und beteuerte, er würde hier irgendwas anführen. Dass Toru ihm das glaubte, obwohl er seit Wochen bereits mit Hebi allein unterwegs war, konnte nämlich selbst der nicht so richtig fassen. Aber vielleicht war das wieder nur Masche und niemand wusste, welche dunklen Machenschaften tatsächlich in der Birne des Kazegawa Einzug hielten. Am Ende war er der Puppenspieler und alle um ihn herum nichts weiter als kleine, austauschbare Püppchen. Wenn sich Hebi allerdings anhörte, über was und wie er mit dem Brüllaffen da redete... hatte er so seine Zweifel daran. Oder einfach nur perfekte Tarnung? Dann hielt er die aber schon ganz schön lange aufrecht.

    Brechdurchfall. Geil. Hebi hatte mit einer einfachen Erkältung gerechnet. Mit einem leichten Schnupfen, vielleicht noch ein wenig Husten dazu, aber Brechdurchfall? Die Sache stank zum Himmel. Wortwörtlich. Statt sich nun darüber aufzuregen, nahm er sein Schicksal momentan jedoch einfach hin und sah es als gute Gelegenheit, die Mission wieder aufzugreifen. Wenn sie Glück hatten, war die Frau ebenfalls vergiftet. Wenn nicht, dann... Wurde sie halt bald wieder gesund. Irgendeine Seite ging also so oder so gut aus. War doch auch schon mal was, oder?

    "SCHUHE AUS, HAB ICH GESAGT!" Der Mann wusste scheinbar nicht, wie schwer es war, wieder in die Stiefel hereinzukommen! Aber okay, er wäre derjenige, der sich die Extra-Zeit über mit Hebi herumschlagen würde, den interessierte es nämlich herzlich wenig, ob sich jemand wegen ihm aufregte oder nicht, gab es dafür immerhin eine Art On- Off-Schalter in seinem Kopf, sodass er das Genörgel später einfach guten Gewissens ignorieren könnte.
    Jetzt ging es aber erst einmal in die Stube und danach ins Schlafzimmer des gutgelaunten Onkels und der im Bett liegenden Kranken Theoria oder wie auch immer die hieß. Die Fenster waren schottendicht und abgedunkelt, soweit Hebi das beurteilen konnte und die Temperatur war nicht gerade niedrig. Dazu kam, dass es stickig wie Scheiße war und auch so roch. Woher der Geruch wohl kam? Wird für immer ein Geheimnis bleiben. "Wie lange liegt die Leiche denn schon hier herum?" "LEICHE!?" "Eh, deine Frau. Wer bist du überhaupt?" Der Kunde hatte ihnen noch gar nicht seinen Namen verraten. "PHILLIPINIBUS! UND SIE IST SEIT CIRCA EINER WOCHE KRANK! HAT MIT ÜBELKEIT UND BAUCHSCHMERZEN ANGEFANGEN; SEIT EIN PAAR TAGEN LÄUFTS NUR NOCH - ZU ALLEN KÖRPERÖFFNUNGEN HERAUS! EINE SAUEREI, SAG ICH EUCH, EINE SAUEREI!" Hebi verzog angewidert das Gesicht. Zu viele Infos. Wenigstens konnte er Phil Gewissheit geben, was mit seiner Frau passieren würde. "Okay, dann können wir hier nicht mehr viel machen und müssen bis morgen warten. Sieh zu, dass sie bis dahin auf dem Damm bleibt, sonst kann sie sich mit Sicherheit die Radieschen von unten ansehen." "HÄ!? WAS LABERST DU!? KLATSCHT GLEICH!" Drohend hob er den Pantoffel des Todes empor. "Noch nicht von dem Gift gehört, das hier den Umlauf macht? Soll wohl 'nen ganz mieses Zeug sein." Wo war Toru eigentlich? Die Informationen bezüglich des Giftes würden ihm auch nicht schaden.
     
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  3. Kazegawa Toru

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    "Sieht tot aus." Ein gurgelndes Geräusch, das von der Position der vermeintlichen Leiche her herüberschallte, überzeugte die Gruppe vom Gegenteil. Besonders in der unschlagbaren Kombination mit dem Geruch, der wohl als Folge des Gurgelns - und was immer dem gefolg war - auftrat. Toru war heilfroh, dass er keine Ninjutsu (und schon garnicht Katon) beherrschte, denn das wäre im Moment fatal gewesen. Der Brüllaffe hatte sicherlich bisher einiges an Überlebenswillen und -fähigkeit an den Tag gelegt, wenn er es hier so lange ausgehalten hatte. Wie unmenschlich da das Gedudel von Kuhliefumdenteich nebst Band erschien, denn damit hatten sie den armen Mann auch noch gezwungen das Fenster, das letzte offene Portal zu frischer Luft, Sonnenschein und Freiheit zu schließen, um den jämmerlichen Krach auszusperren. Kein Wunder, dass er da zu einem Mord imstande war... naja, jedenfalls ein beinahe-Mord. Unter Umständen konnte man es als... erweiterte Notwehr ansehen?
    Aber auch wenn er dankbar für die Geste war, die Hebi und ihm möglicherweise das Leben gerettet hatte, so fand er den aggressiven Tonfall derzeit nicht besonders nett. "Wenn, dann klatscht es zweimal: Ich klatsch dich und du klatscht auf den Boden. Nimm's nicht persönlich, das steht alles in den allgemeinen Geschäftsbedingungen im Handbuch für den artgerechten Umgang mit freilaufenden Ninja, Kapitel 'Der Ninja in Heim und Garten: Die zehn beliebtesten Todesdrohungen für den Hausgebrauch'" Selbstverständlich gab es ein solches Buch nicht wirklich und würde es auch niemals geben. Toru kam einfach nicht mit dem Schreiben hinterher.
    "Was genau hat sie denn so zu sich genommen, bevor sie verst- erkrankte? Ich meine nicht das übliche Zeug, sondern irgendwas neues. Vielleicht habt ihr mal auswärts gegessen?" "NÖ, AM MONTAG GAB'S ERDEBEERTORTE WIE IMMER. WAR'N GANZ FRISCHE FRÜCHTE VON 'FRISCHE FRÜCHTE FERDINAND', DEM LADEN UNTEN AM MARKT! DA SIND DIE FRÜCHTE IMMER FRISCH." So langsam glaubte Toru, dass es hier in der Gegend auch Leute mit Namen Fischer Fritz und Tarzan Spargel gab - und dass sie irgendwo gemeinsam einen Feinkostladen betrieben. Zuzutrauen wär's ihnen.
    "ABER MACH MAL HALBLANG FREUNDCHEN, WIE REDEST DU HALBE PORTION EIGENTLICH MIT EINER RESPEKTSPERSON WIE MIR?" Toru glotzte vielsagend zu Hebi. Das mit dem Respekt hatte sich in Rauch aufgelöst, sobald Phillipinibus ihnen seinen Namen offenbart hatte. "ACH JA RICHTIG, IHR KÖNNT'S JA NICHT WISSEN. KEINE AHNUNG WEN IHR HIER VOR EUCH HABT UND SO, NICHT? ICH BIN SOZUSAGEN DER ORDNUNGSBEAUFTRAGTE IN UNSEREM SCHÖNEN STÄDCHEN. ERSTER VORSITZENDER DER NACHBARSCHAFTSHILFE! PHILLIPINIBUS BUS." Ach du Sch... reck. Daher wehte also der Wind, auch wenn Toru für alle Anwesenden in dem kleinen Schlafzimmer eher gewünscht hätte, dass der Wind und alles was er mit sich führen konnte dort blieb, wo der Duftbaum wächst.
     
  4. Sakkaku Hebi

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    Oh Gott, oh Gott. So schnell wie Hebis Anflug plötzlicher Dankbarkeit gekommen war, so schnell war er auch wieder weg, als er merkte, dass Phillipinibus solche Tonstärken wohl stets und ständig verwendete, wenn er sich in einem Gespräch befand. Irgendwie verging dem Sakkaku da die Lust, sich noch weiter mit ihm auseinanderzusetzen, völlig gleich, ob das nun bedeutete, dass sie die bisher sinnigste Spur für die Mission verlieren würden. Vielleicht würden sie aber auch alsbald eine neue finden? Auf das Glück wollte sich das Rotauge allerdings nicht verlassen, mal davon ab, dass sie schneller wieder von Lummerland weg wären, je schneller der Fall gelöst war, sodass er sich fürs Erste dafür entschied, bei Mister und Miss Bus zu verweilen und herauszubekommen, was denn genau Phase bei den beiden war. Toru sprach dabei einen guten Punkt an: Wer Verdauungsprobleme hatte, hatte in der Regel auch irgendwas Falsches gegessen. Wenn sie die Erdbeertorte allerdings von ihrem Stammhändler bekamen, lag der Verdacht fern, dass der die gute Frau umbringen wollte. Wäre ja auch zu einfach gewesen, hm? "Gut, dann können wir den zumindest schon einmal ausschließen. Würd' mich wundern, wenn der Knallkopf sie auf einmal umbringen wollte, wenn er das doch schon die ganze Zeit über hätte machen können. Außerdem ist es merkwürdig, dass nur einer von euch gesto- äh, erkankt ist." Der Sakkaku schaute sich im Raum um. Da dieser ein Schlafzimmer war, konnte der Braunhaarige wohl nicht zwangsläufig davon ausgehen, hier etwas zu finden, das Brechdurchfall verursachte. Also wandte er sich wieder an Phillipinibus, der in der Zwischenzeit lautstark bekanntgab, Ordnungshüter zu sein und damit implizierte, dass er die Straßen reinigte und Rasierklingen von Kinderspielplätzen sammelte - so eine Spaßbremse. "Okay, ignorieren wir den Umstand, dass du sicher kein Spaß auf Partys bist und kommen wieder zurück zu den möglichen Ursachen für die Lei-, die Erkrankung deiner Frau." Konnte die nicht bereits tot sein? Das würde einiges so viel einfacher machen... "Gibt es sonst irgendwas, das sie vor kurzem erst ganz neu bekommen oder gekauft hat? Muss nicht einmal was zu Essen sein. Eine Creme? Frische Zahnpasta?" Plötzlich entgleisten dem älteren Herren sämtliche Gesichtszüge, man merkte, dass ihm ein Lichtlein aufging. Doch darauf verdunkelte sich seine Miene zusehends, zeigte Trauer und Reue. Sogar seine Stimme wurde auf einmal ganz kleinlaut. "I-ich...", begann er zu schnäuzen, "Ich habe ihr vor einigen Tagen ein neues Parfum gekauft. Hab ich von Fischers Fritz bekommen, dem Händler nicht weit von hier entfernt, und der sein Geschäft erst vor Kurzem neu eröffnet hatte." Auch bei Hebi machte es nun Klick. Endlich etwas, mit dem sie arbeiten könnten! "E-es hat so gut gerochen. Hätte ich gewusst, dass es sowas..." Phillipinibus brach heulend zusammen, Hebi ignorierte das einfach als das Arschloch, das er nun einmal war und knüpfte eins und eins zusammen. "Taktvoller. Geh und such das Flakonscheißding von dem Parfum. Wie heißt das Zeug?", fragte er zum Schluss noch einmal Mister Bus. "Opium." Damit würde der Kazegawa wohl wissen, was zu tun sei.
    Während der also das Zeug hoffentlich im Bad suchte und auch dort finden würde, sprach der Sakkaku noch einmal zu dem Alten am Boden. "Pass auf. Bevor du dir nun vor Selbstmitleid die Kehle aufschlitzt, sieh zu, dass deine Alte überlebt. Morgen wird ein Arzt vorbeikommen und nach dem Rechten sehen. Ich und mein Partner werden uns nun erst einmal zurückziehen und das scheiß Parfum genauer unter die Lupe nehmen." Wie auch immer sie das machen wollten. Lebendopfer?

    Da das nun geklärt wäre, Toru irgendwann das Parfum gefunden hätte, machten sich die Ninja auf - zurück zur Absteige, die sie durch einen glücklichen Zufall noch gefunden hatten. Wollen sie doch mal gucken, ob sie was herausbekommen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. Mai 2015
  5. Kazegawa Toru

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    "Sag mal, glaubst du im Ernst, dass das Zeug hier irgendwie gefährlich ist?", fragte Toru den Sakkaku, während er im Schneidersitz auf seinem Bett saß und den Flakon eingehender betrachtete. "Wäre ja irgendwie raffiniert... eine grauenhafte Botschaft: stink oder stirb!" Das hatte ihn schon den ganzen Weg von Phillipinibus' Domizil bis hier her in die gute Stube ihrer last-minute Unterkunft beschäftigt: Wer würde Leute mit Parfüm umbringen? Die Sache stank doch zum Himmel! Selbiger nahm daraufhin eine immer bedrohlichere Tönung an - erst blutrot mit dem Sonnenuntergang und nun würde er bald langsam aber sicher genauso pechschwarz wie Hebi's Seele werden!
    Zwar hatte der komische Kauz Hebi sowas gesagt, aber wussten sie ganz sicher, dass das üble Leiden dieser Frau von tödlichen Düften herrührte? Vielleicht war sie einfach allergisch auf das Zeug? Er wurde zusehens neugieriger. Wenn Toru schon nicht dem Tod ins Gesicht spucken würde, dann konnte er doch zumindest an seinem Deo schnuppern! Langsam und äußerst vorsichtig drehte er am Verschluss des Flakons - und verschüttete versehentlich einen Teil des Inhalts auf dem Untergrund, der seine Tagesdecke hätte sein sollen - hätte er nicht faulerweise sein liebstes Ausrüstungsstück unachtsam darauf abgelegt, bevor er sich selbst aufs Bett flätzte - und so bekam das Blatt seiner Axt einige Tropfen ab. Leicht in Panik verfallend, schraubte Toru sofort wie ein Irrer das Gefäß wieder zu und betrachtete sich den entstandenen Schaden: Wasserflecken auf seiner Lieblingsaxt! Obwohl, wenn Hebi Recht hatte... hatte das Teil nun einen Hach des Todes an sich haften! Eines besonders blumigen Todes! "Hebi... wie soll ich sagen... hier, riech mal!", sagte er und hielt dem Sakkaku seine Axt unter die Nase. "Das ist voll das tolle Zeug! Und die trulla und ihr Trullrich hatten das einfach auf ihrer versifften Frisierkommode liegen lassen! Gehört doch verboten!" "Was gehört verboten, meine Herren? Stimmt etwas nicht mit dem Zimmer? Oh-" Ach guck, die Tante Hauswirtin schaute mal vorbei! Wie nett von der Dame, obwohl Toru ja immerhin auch für sie in einen Brunnen gekrabbelt war, um- ja, wieso eigentlich noch gleich? Wird wohl nicht so wichtig gewesen sein. "Nö, alles gut. Hab zwar ein bisschen gekleckert, aber das Inventar ist nocht sauber." Dann stand er auf, stellte den Flakon auf den kleinen Tisch in der Zimmermitte zwischen den beiden Nachtlagern und holte ein Tusch aus seinem Rucksack in der Ecke, um seine Axt zu säubern. Oder sollte er sie so lassen? Roch doch garnicht schlecht. Ganz im Gegenteil, der Duft war eine wahnsinnige Verbesserung! Hebi musste verrückt sein, sowas für schädlich zu halten. "Reika-san? Schauen Sie doch nicht so entsetzt, ich hab' wirklich nichts angestellt!" "W-wie? Oh ja, ich sehe schon... und riechen kann ich es auch. Ich habe nur kurz befürchtet, dass ich es beim Herrichten der Zimmer mit dem Lufterfrischer etwas übertrieben haben könnte.", sie schnupperte herum, wie um ihre Aussage noch einmal deutlicher zu veranschaulichen. "Aber diesen Duft finde ich auch nicht schlecht, nur... ähem, wenn ich das sagen darf... ein wenig ungewöhnlich, wisst ihr... für zwei junge Herren." Toru war sprach- und ratlos. Waren ihr müffelnde Männer mit Käsefußarome etwa lieber? Die war ja komisch drauf! "Oder habt ihr diesen Duft womöglich von einer abenteuerlichen Reise mitgebracht? Ich frage nur... für eine Freundin. Sie hat demnächst Geburtstag und ich suche nach einem besonders einzigartigen Geschenk..." "Topfpflanzen! Meine Oma war ganz verrückt nach sowas!", schlug Toru hilfsbereit vor und sah abwartend zu Hebi hinüber.
     
  6. Sakkaku Hebi

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    Ob das Parfum gefährlich war oder nicht, konnte Hebi sich nicht erschließen. Es war lediglich ihre erste Anlaufstelle und andere Hinweise hatten sie nicht, wenn man Familie Bus Glauben schenken mochte. Eigentlich könnte man davon ausgehen, dass der nette Herr viel zu aufgewühlt schien, um auch nur einen klaren Gedanken zu fassen, auf der anderen Seite konnte sich der Sakkaku allerdings sehr gut vorstellen, dass jemand Gifte mal auf eine andere Art und Weise wirkte. Immer nur ins Essen hineinzumischen oder sie mittels einer Wunde in den Organismus zu bringen, war mittlerweile so offensichtlich, dass sich Verfolger des Giftmischers zu schnell darauf fixierten und herausfanden, wer der Mörder war, immerhin kannten sie solche Methoden meist aus erster Hand. Nun, Hebi kannte sich nicht mit Giften aus, wohl aber mit Menschen. Wenn er jemand vergiften wollen würde, ohne dass es herauskommen, würde er es wahrscheinlich ebenfalls auf eine weniger aggressive Weise versuchen und das Parfum, das selbst er als gutriechend erachtete war dafür bestens geeignet, wenngleich es ihm spanisch vorkam, dass er es gut fand. Sakkaku Hebi findet nämlich nichts gut außer sich selbst. Ob der Mörder extra etwas hineingemischt hatte, das dafür sorgte, dass es auf wirklich jeden sympathisch wirkte? Gut vorstellbar, bedachte man, das es ein ganzes Kekkei Genkai gab, das sich auf Düfte verstand. Leider Gottes wusste das Rotauge jedoch nicht mehr davon, hatte er an der Akademie doch stets sein bestes gegeben, den Unterricht lieber zu stören, statt ihm zu folgen. Sie sollten wohl wirklich warten bis der Arzt morgen Mittag eintraf.

    Hebi hatte keine Ahnung, in welchem Universum es die Shinobi interessieren sollte, dass Reika ein Geschenk für ihre Freundin suchte. Er war zu unfreundlich und menschenhassend, um ihr nun von sich aus eine adäquate Antwort geben zu wollen und runzelte lediglich missbilligend die Stirn, als sie nach Torus Topfplanzen-Kommentar zusammen mit dem Kazegawa selbst auch ihn anschaute, um einen Tipp zu bekommen. Damit schien seine Antwort ziemlich klar, wenngleich sie einige Sekunden brauchte, um zu raffen, dass Seitens des Sakkaku nichts mehr kam und der keine Lust hatte, sich mit ihr auseinanderzusetzen. So ein ungehobelter Kerl, dachte sie sich. Ein Glück war der nur solange da, wie die Mission ging und würde anschließend direkt verschwinden. "Okay, Jungs!", begann sie dann und ließ ihre Abneigung nicht durchschimmern, "Es ist schon spät und ich bin mir sicher, ihr möchtet eure Ruhe. Wenn ihr noch etwas brauchen solltet: Mein Zimmer ist eine Etage über dieser, direkt über eurem." Damit ging sie zur Tür und war im Inbegriff, sie zu schließen. "Oh, und solltet ihr Hunger bekommen: Unten in der Küche ist noch etwas vom Mittagessen im Kühlschrank. Bedient euch ruhig. Gute Nacht!" Die Tür fiel zu, Hebi und Toru waren nun wieder mit sich allein. "Wie kommen die Leute nur immer darauf, dass mich ihr Leben interessieren würde, wenn sie mich eigentlich nur bedienen sollen?", sprach der Sakkaku mehr zu sich selbst und entledigte sich seiner Stiefel, gähnte dabei und rieb sich das rechte Auge. Aus seiner Tasche zückte es ein paar Zettel, die das Missionsprotokoll darstellten und pinselte circa eine halbe Stunde lang darin herum. "Achso: Keine Ahnung, ob du's mitbekommen hast, aber morgen Mittag holen wir irgend so einen Arzt von Hafen ab, der sich die Mordfälle aus medizinischer Sicht anschauen will. Je nach seinen Ergebnissen werden wir dann handeln, verstanden?" Natürlich hatte Toru das, denn ein zweites Mal würde Hebi es ganz sicher nicht sagen. Ansonsten war es jetzt wohl Schlafenszeit und die beiden Ninja würden die Beleuchtung des Zimmers ausknippsen und endlich pennen gehen. Heute war ein so nervenaufreibender Tag, dass selbst das Rotauge einmal zu sterblichen Zeiten ins Land der Träume abdriften würde. So eine Nahtoterfahrung verarbeitete man einfach nicht so schnell!
     
  7. Kazegawa Toru

    Kazegawa Toru Active Member

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    Der nächste Morgen kam, knipste das Licht an und brachte zu allem Überfluss auch gleich all seine gefiederten Freunde mit. Da an weiterschlafen bei dem Höllenlärm nicht zu denken war und ihm ohnehin der Bauch wehtat, beschloss Toru aufzustehen und im mutigen Alleingang den Weg zur nächsten Örtlichkeit auszukundschaften - und das, wie er spürte, würde er möglichst schnell tun müssen. Es blieb keine Zeit für Fragen, jetzt war die Stunde gekommen, da er handeln musste! Nicht auszudenken was für Folgen sich ergaben, sollte er den Weg aus den Augen verlieren oder sich in der winzige Herberge verlaufen, unterwegs aufgehalten werden oder zu spät kommen. Nein nein nein! Er durfte nichtmal daran denken zu versagen. Nichtmal nachdem er ungeschickt, sich den schmerzenden Bauch haltend über seine Schlappen stolperte und praktisch zur Tür hinaus fiel. Wer hatte die denn offen gelassen? Oh, das musste er wohl selbst gewesen sein, als er nach Mitternacht schlafwandelnd den schon einmal den Gang angetreten hatte, auf den er sich nun wieder wagen musste. Unterwegs huschte er an Reika vorbei, die ihn nach irgendetwas fragte -vielleicht stand es im Zusammenhang mit seiner vornehmen blässe oder den dunklen Augenrändern oder dem merkwürdigen Gang- doch Toru bekam nur ein "Hab's eilig, kann jetzt nicht reden." heraus, bevor er auch schon weitergeflitzt war. Himmel noch eins, die hatten ihre Keramikausstellung hier wirklich gut versteckt! Der Kazegawa blieb stehen und musste erstmal tief durchatmen und sich konzentrieren. Sehr stark konzentrieren. Nach einer gefühlten Ewigkeit voller Schmerz und Sehnsucht kroch er schließlich fast auf allen vieren zur Tür der Toilette - vor der ein Schild mit der Aufschrift "Besetzt" gelassen hin- und herpendelte. "D-das ist das Ende." Merkwürdig, vielleicht Ironie des Schicksals oder ein Fehler bei der Berufswahl, aber es kam ihm so vor, als ob er diese Worte in den letzten Tagen schon eindeutig zu oft ausgesprochen hatte. Doch da, in der Stunde allergrößter Not, flackerte ein winziger Schein der Hoffnung in Torus Erinnerungen auf: die Bauarbeiter, die er am Vortag getroffen hatte! Wenn es eine Baustelle im Ort gab, dann hatten die Handwerker sicher auch sanitäre Einrichtungen! Eine geringe Chance, doch Toru beschloss, sie zu nutzen - es ging ihm einfach zu bescheiden...

    Stunden später kehrte der tragische Held dieser kleinen Odyssee abgekämpft und ausgemergelt zur Herberge zurück. Seine Erscheinung ähnelte der einer ausgewickelten Mumie - eingefallene Wangen, tiefdunkle Augenränder und verschwitzte Haarstähnen anstatt des üblich locker-fluffigen Scheitels. Doch er hatte noch immer eine Mission! Dieses "Besetzt"-Schild würde in den nächsten Minuten einen grausamen Unfall erleiden. Zu viel hatte er durchgemacht - Beschimpfungen ertragen und Prügel angedroht bekommen. Woher sollte er denn wissen, dass die Männer vom Bau auch nur eine einzige Hütte besaßen. Aber trotz aller Widrigkeiten hatte er den Ort seiner Rettung gegen jeden Versuch einer feindlichen Übernahme erfolgreich verteidigt und sich dort verschanzt, bis seine Schmerzen nachließen und er genug Kraft gesammelt hatte, um während der Frühstückspause der Belagerungsstreitmacht den Heimweg anzutreten. Sein verlassenes Fort verdiente mittlerweile schon einen Orden - oder doch lieber gleich eine Kugel.

    "Oh, und solltet ihr Hunger bekommen: Unten in der Küche ist noch etwas vom Mittagessen im Kühlschrank. Bedient euch ruhig. Gute Nacht!"


    Dunkel erinnerte sich Toru an die heitere Stimme Reikas und schon wurde ihm wieder übel. Das Schild vor der Toilette sah seinem Ende entgegen und wer immer auch gerade davon Gebrauch gemacht haben sollte, würde richtig schwere Zeiten durchmachen müssen.
     
  8. Hinkétsu Yami

    Hinkétsu Yami Member

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    Die Sonne brutzelte auf das Deck des Schiffes hinunter, das zwischen Getsurin und dem Wasserreich hin- und herpendelte, und ein kräftiger Wind wehte die Wellen gegen den Bug. Das Einzige, das zu hören war, war das Klatschen der Wassers, und ab und an die gedämpften Rufe der Matrosen, die weiter hinten das Deck schrubbten. Es würde nichtmehr lange dauern, bis sie den Hafen des Kaffes, dessen Namen Yami vergessen hatte, erreichen würden. Oder zumindest hoffte es der junge Hinkétsu. Er hatte keine Lust mehr, auf so kleinem Raum mit so vielen Unbekannten eingepfercht zu sein - genaugenommen hätte er sich sogar eine Koje mit irgendeinem anderen Passagier teilen sollen. Am Arsch. Das eine Problem war der wirklich geringe Platz. Man musste praktisch über die andere Person latschen, um in das Ding zu kommen, das die hier "Bett" nannten. Das Zweite waren seine Träume. Er hatte nicht daran gedacht, die Tabletten mitzunehmen, und es wäre äußerst unangenehm, nach einem Albtraum in einer fremden Umgebung aufzuwachen. Mal davon abgesehen, das er das ganze Schiff wachhalten würde, aber das kümmerte Yami eher weniger. Das Einzige, was ihm im Endeffekt blieb, war die Nacht über wachzubleiben und zu hoffen, das er vielleicht an Land irgendwie eine Mütze Schlaf bekommen würde. Nicht, das es ihm etwas ausmachte, über längere Zeit nicht zu schlafen, aber er fühlte sich immer unwohler, je länger die Wachphase anhielt.

    Momentan hockte der Schwarzhaarige am äußersten Rand des Schiffsrumpfes, den schmalen Rücken gegen die Reling gelehnt, auf dem Boden. Zum Schutz gegen das grelle Licht hatte er die Kapuze seines Mantels tief ins Gesicht gezogen, die müden Augen geschlossen.
    Er hatte einen Brief von der Verwaltung bekommen, eine Mission, zusammen mit einem Zettel, auf dem stand, das er die Vertretung für zwei Shinobi sein sollte. Es stimmte ihn ein wenig nachdenklich, kam er doch erst von der Akademie und sollte dann für warscheinlich erfahrenere Ninjas den Platzhalter spielen, aber so war es nun mal. Warum auch immer die abgehauen waren - Der Elfjährige würde den Teufel tun und sich darüber beschweren, war es doch das erste Mal, das er etwas anderes sehen würde außer die ewig tristen Regenwolken Amegakures und die fliegenden Plattformen Soras. Yami hörte noch immer die Freudenschreie seiner Mutter, als diese das Blatt in die Finger bekommen hatte, von dem er in das Wasserreich zitiert wurde. Sie warf ihm unzählige Male an den Kopf, wie schön es doch wäre, endlich ein Genin zu sein und Missionen zu bekommen, auf denen man die Welt sehen konnte. Was interessierte ihn ihr Gelaber über ihre Shinobizeit? Zwei geschlagene Stunden musste der Junge sich in seinem Zimmer einschließen, mit einem Kissen auf den Kopf gedrückt, bis Ayame sich endlich beruhigte und ihn in Frieden ließ.
    "Hei, Kleiner!"
    Der Hinkétsu hob den Kopf und kniff der Sonne wegen die dunkel umschatteten Augen zusammen, als er den Ruf vernahm. Ein älterer, dickbauchiger Herr mit verwaschenen Klamotten kam auf ihn zugewatschelt, die kurzen Beine versteckt in hohen Gummistiefeln. "Wir legen gleich an." Sogar auf die Entfernung konnte Yami die seltsame Duftmischung riechen, die den Mann umwaberte: Irgendetwas zwischen Algen, Salz und Zigaretten. Das Kind blickte dem Seebären nach, der mittlerweile wieder davongelaufen war und mit der nächsten Person schwatzte. Anscheinend hatte er nur die Aufgabe, die paar Passagiere davon zu informieren, das sie bald da wären. Na endlich. Hat ja lang genug gedauert.

    Am Hafen angekommen, brauchte der Dunkelhaarige erst einen Moment, um sich zu sammeln. Alles sah anders aus als gewohnt - die Häuser, die Leute, das ganze Kaff allgemein. Mit großen Augen schaute Yami sich um, bis ihm einfiel, das er keine Ahnung hatte, wo er seine Missionspartner finden sollte. Er wusste zwar, wer der Leiter war; Hebi, der Typ, den er auf seinem ersten Job kennengelernt hatte, mit den dunklen Haaren und den roten Augen, der seine Fresse so weit aufriss, das man ihm von Ame aus noch in den Mund rotzen konnte - aber er hatte keine Ahnung, wer die zweite Person sein würde oder wo er die beiden finden sollte. Nadann, auf gut Glück. Hat ja schon öfter funktioniert.. Mit einem Seufzen machte der Hinkétsu sich auf die Socken. Während er darauf wartete, irgenjemanden zu sehen, der irgendwie halbwegs so aussah, als könne er ein Shinobi im Dienste Soragakures sein, wanderte er über einen Markt, bei dem um diese Uhrzeit glücklicherweise noch nicht allzuviel los war. Neben dem Standartzeugs wie Obst und Gemüse gab es auch einen Stand mit Waffen, bei denen manche größer waren als der Elfjährige selbst. Nach einer kurzen Auseinandersetzung - Yami hatte einen Morgenstern angetippt, um zu sehen, ob die Stacheln so spitz waren wie sie aussahen (waren sie), und der Verkäufer wäre beinahe an einem Herzanfall gestorben, so herumgeschrien hatte er danach - ging es weiter, an einem Friedhof und einem haufen Häuser vorbei, bis er in eine Gegend kam, in der es ruhiger war als in der Nähe des Marktplatzes. "...." Das Kaff war gar kein Kaff, sondern eine gottverdammte Stadt. Wenn auch eine kleine.
    Mittlerweile von der Sonne und dem Laufen ziemlich aufgewärmt, zog Yami seine Kapuze ab und krempelte seine Ärmel nach oben, als ihm eine Bewegung im Augenwinkel auffiel. Als der Junge den Kopf drehte, um zu schauen, was dort so herumalberte, musste er erst einmal blinzeln. In ein großes, weißes Shirt gehüllt, mit kurzen Laufhosen, kam der werte Herr Missionsleiter angelaufen. Ehhhh.. Aha. Irgendwie passte das Bild so garnicht mit dem bisherigen Eindruck überein, den er von dem Rotäugigen hatte, aber gut. Wer seine Lehrerin in der Akademie nur sah, würde auch nie auf die Idee kommen, dass sie Blumen und Schokoladentäfelchen austeilte. Yami verzog das Gesicht beim Gedanken an die Weißhaarige und beschloss, sich nun erst einmal drum zu kümmern, das Hebi ihn bemerkte und das Gezettel in die Finger bekam. Wenn der überhaupt stehenblieb - man wusste ja nie. Aber zur Not konnte er ihm ja auch einfach einen Stock zwischen die Füße werfen. "Yo, Hebi!" Der Hinkétsu hob eine Hand und kramte mit der anderen in seiner Manteltasche, um den Brief herauszufischen. Ich hoff' nur, der rennt nich' einfach weiter. Hinterrennen wie so ein dämlicher Schoßhund würde er sicher nicht. Als der Braunhaarige näher kam, streckte der Genin ihm einfach den Zettel entgegen. "Ne' Nachricht für dich." Ein Grinsen fiel auf die blassen Wangen des Kindes. Oh, er konnte sich die Freude des anderen bereits ausmalen, die aufkommen würde, sobald er die Neuigkeiten las - Das er der Ersatz für zwei Andere war, die sich wohl in Luft aufgelöst hatten. Tja, dumm gelaufen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. Juni 2015
  9. Sakkaku Hebi

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    Willkommen in der wunderbaren Welt des Sakkaku Hebi: Von nur drei Stunden Schlaf, über einen dauerschnarchenden und bei Nacht türenknallenden Zimmerkollegen bis hinüber zu laut arbeiteten Baurarbeitern war hier alles vertreten, was dem normalen Hebi auf den Sack ging. Verschlafen rieb sich der Braunhaarige die Augen, als seine nackten Füße den Boden berührten und Hilfestellung beim Aufstehen gaben. Ein Blick verriet ihm, dass Toru sich wohl bereits auf die Socken gemacht haben musste, wenngleich er nicht wusste, wohin seine Reise ging und wieso er sie überhaupt erst antrat. Dass der Kazegawa ohne das Rotauge joggen gehen würde, glaubte es nicht, immerhin war der Junge in letzter Zeit so sehr darauf erpicht, aus Hebi einen ehrenhaften Gegner zu machen, dass er keine Gelegenheit ausgehen lassen würde, seinen Leiter dazu zu zwingen, so zu tun, als würde er nur wegen ihm die Laufschuhe auspacken und ein paar Meter weiter gehen als er es normalerweise tun würde. Mittlerweile machte er das jedoch vollkommen von sich aus, konnten sich die Ergebnisse hinsichtlich seiner Kraft, Geschwindigkeit und Ausdauer zumindest in dem Maß sehen lassen, dass man einen deutlichen Unterschied zu zuvor bemerkte und das Training nun nicht schleifen lassen sollte, wenn es doch gerade so gut lief. Genau aus diesem Grund wartete er selbst erst gar nicht auf Toru - nur Gott wusste, wann der wiederkam - und schlüpfte in ein weißes Shirt, das ihm bis über den Hintern reichte und zog eine kurze schwarze Hose über die Beine, die kurz über seinen Knien ihrem Ende entgegensah. An die Füße kam ein Paar weiße Socken, das man durch die Turnschuhe ohnehin kaum sah.
    Während der Sakkaku sich ankleidete kam Tante Toru doch früher zurück als erwartet, sah aber irgendwie alles andere als gesund aus. "Was is' los? Du siehst aus wie'n Blobfisch. Nur noch beschissener." Fehlte nur noch, dass sich über Toru ebenfalls eine glitschige Schicht legte und er zu sabbern begann - so wie der aussah, würde zumindest letztens jedoch nicht mehr lange auf sich warten lassen. Auf die Erklärung hin, dass sein Gegenüber momentan Montezumas Rache unterlag, musste sich Hebi ernsthaft verkneifen, nicht laut loszulachen und verschwendete alle Konzentration darauf, keinen Deut seines Amüsements durchblicken zu lassen. Leider Gottes klappte das nur mäßig und Toru konnte beobachten, wie die Winkel seines Mundes immer wieder nach oben und wieder herunter gingen, Hebi sich sogar kurzzeitig auf die Lippen biss, um sich wieder einzukriegen. Erst ein kurzes Husten verhalf ihm dann zum Normalzustand. "Dann sieh zu, dass du dich bis zum Mittag leer geschissen hast. Wir müssen noch diesen bekloppten Scheißdoktor vom Hafen abholen, falls du dich erinnerst." Wieso Toru überhaupt solche Verdauungsprobleme hatte, wusste der Sakkaku nicht und in Anbetracht der Tatsache, dass der Typ sich wohl hoffentlich nicht doch noch das Parfum auf die Haut schmierte, ging er auch nicht davon aus, dass er sich irgendwie vergiftet hätte. Vermutlich hatte er einfach nur irgendwas falsches gegessen. War da nicht ohnehin so ein sehr, sehr komischer Bäcker, der steinharte Brötchen verkaufte? Hebi erinnerte sich, dass er selbst damit beinahe eine Katze erschlagen hätte und wettete, dass das Loch des Aufschlages auch noch immer auf der Straße abgezeichnet wäre. Aber selbst wenn das Brötchen für Torus Probleme verantwortlich sein sollte, so widersprach sich der Durchfall im Hinblick auf die Härte des Teils, müsste der Kazegawa schließlich eher unter Obstipation leiden als an Diarrhoe. Nun, Hebi war kein Arzt und schon gar nicht dafür verantwortlich, nun Mitleid mit dem Jungen zu haben, weswegen er ihn einfach fürs Erste sein ließ und den Platz mit Reika tauschte - er ging aus dem Zimmer heraus, sie herein. "Ich habe vorhin mitbekommen, wie schlecht es dir geht. Ich hoffe, es ist schon etwas besser geworden?", meinte sie besorgt und blickte dem Schwarzhaarigen entgegen, der sie vermutlich aus leeren Augen anstarrte. In ihren Händen trug sie eine gefüllte Wärmflasche und etwas Tee. Die Wärmflasche reichte sie ihm, den Tee stellte sie auf dem Nachtschrank neben seinem Bett ab. "Hoffentlich hilft das wenigstens ein wenig. Wenn du irgendwas brauchst, dann sag mir bitte bescheid; ich kümmere mich um dich, bis es dir wieder besser geht." Wie eine Mutti. "Weißt du denn überhaupt, wieso es dir so schlecht geht? Hast du irgendwas zu dir genommen, das dir nicht bekam?" Vielleicht hatte er ja irgendwo diese komischen Erdbeeren gegessen, von denen Mister Bus und seine Frau ebenfalls schnabuliert hatten?

    Hebi ging unterdessen aus der Herberge heraus und begann sofort in leichtem Tempo zu joggen, sodass es zwar anstrengend aber aushaltbar war, wenn man solch miserable Ausdauer besaß wie er. Sein Weg führte ihn eher an den Rändern des Dorfes entlang, da er keinen Bock hatte, sich mit den bekloppten Einwohnern abgeben zu müssen, die dachten, er hätte Interesse daran, ein kleines Schwätzchen mit ihnen zu führen. Doch selbst die, an denen er direkt vorbeizog, wagten es nicht, das Wort zu erheben, waren sie schließlich viel zu geschockt von dem Anblick, welchen er bot. Hebi selbst achtete da schon gar nicht mehr drauf, aber für Außenstehende und Menschen, die mit sowas in dieser Vielzahl nichts zu tun hatten, es einfach nicht gewohnt waren, mussten die unzähligen Narben an Armen, Beinen und sicher auch an den Füßen ein abstruses Bild abgeben, allem voran, weil man ihnen ansah, dass es sich größtenteils um Schnitt- und Brandwunden handelte - nicht um Narben, die man sich mal eben beim Arbeiten zuzog. Seine Eltern hatten ganze Arbeit geleistet, aber das interessierte nicht, schließlich hörte er dann auf einmal jemanden seinen Namen rufen und fragte sich, wer von den Vollpfosten den denn kennen sollte. Reika hatte er sich nicht vorgestellt, Toru hatte wahrscheinlich besseres zu tun, als durch die- Ach, Mister Bus gab's ja auch noch, richtig? Allen Überlegungen zum Trotz war es jedoch der Zwerg von einem Hinketsu, mit welchem er schon einmal einen Job hatte bestreiten müssen und welcher ihm nun einen Zettel in die Hand drückte. Schwer atmend nahm er das Ding wortlos entgegen und strich sich die Haare aus dem Gesicht, ehe er das Ende seines Shirts nahm, sich die Stirn wischte und nebenher las. Yami war Ersatz für Shunsui und Seishin? Die beiden hatten sich verpisst? "Sehr gut." Mehr konnte er dazu nicht sagen. Shunsui stotterte eh nur vor sich hin, Seishin machte die Mission mit seiner nicht vorhandenen Diskrepanz noch schlimmer als ohnehin schon. Mit Yami schien also auf jeden Fall eine Steigerung eingetreten zu sein, selbst wenn Hebi sich im selben Moment wunderte, wieso man einen Chuunin mit einem Genin tauschte. Entweder war Yami kompetenter als es den Eindruck machte oder Seishin war einfach eine Vollflasche. Der Sakkaku entschied sich dafür, dass der Hiniko inkompetent to the max war und wandte sich an den Gelbäugigen, der nun sicher irgendwas von ihm erwartete. "Das dämliche Vorgestelle könn' wir uns glücklicherweise sparen, also kommen wir gleich zum Punkt: Kannst du irgendwas, das mir von Nutzen is'? Oder zumindest so tun, als wäre es so?" Eine charmante Art, jemanden zu fragen, was er drauf hatte. Aber wer konnte es Hebi verübeln? Yamis Vorgänger waren in den Augen des Sakkaku alles andere als kompetent.
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. Juni 2015
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  10. Kazegawa Toru

    Kazegawa Toru Active Member

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    Wie eine Mutti. Toru fand das echt nett von Reika, denn immerhin hatte er erst kurz zuvor solche Unordnung in ihrem Herbergshäuschen ange- oh, verdammt! Da war ja noch was, das er dringend jemandem beichten musste. "Äh... danke für den Tee und die komische Thermoskanne. Ich muss dir dringend noch was erzählen... wegen eurem Klo hier..." Oder vielmehr dem, was noch davon übrig war. "Oh, sicher, sicher. Ich werde ein Schild an die Tür hängen, damit niemand abschließt, wenn nicht besetzt ist." Diese Maßnahme konnte sich die gute Frau wohl sparen. Nicht, dass der Gedanke so abwegig war, ganz im Gegenteil, doch es gab bei der Sache seit kurzem einen Haken. Oder genauer gesagt keinen Haken und nichts woran man einen festmachen könnte - worin die Ursache des Problems lag."Richtig... hm... was das angeht... äh nun...".
    Glücklicherweise verlies Hebi in dem Augenblick den Raum - um zu joggen? Anders ließ sich die Bekleidung wohl nicht erklären, es sei denn der Sakkaku hätte über Nacht seinen Stil im Bezug auf Klamotten drastisch geändert. Vielleicht ein Alptraum? So sah eher das aus, was in den Joggingsachen steckte. Was nicht von atmungsaktivem Hochleistungskittel bedeckt wurde, war zu einem hohen Anteil nichtmehr Haut sondern Narbengewebe. So ungeschickt hatte Toru Hebi garnicht eingeschätzt. Und eigentlich sah der Flickenteppich auch nicht wirklich danach aus, als hätte sich das Rotauge am Papier geschnitten - da schon eher am Rapier.
    Torus tiefgreifende Tagträumereien nahmen ein jähes Ende (oder schlugen vielmehr eine neue Richtung ein) als Reika nochmals nachfragte, was er zu sich genommen hatte. "Allergien hab ich eigentlich nicht." Sowas passierte nur anderen Leuten. Genau wie Toru. "... d-das kann doch nicht..." In seinem schrägen Kopf keimte eine Idee oder vielmehr ein schlimmer, abgründiger, unausgegorener Verdacht! "Sag mal... wie gut kennst du eigentlich den Bäcker hier?" Dieser ausgebuffte Teigmatscher hatte sicherlich irgendwas damit zu tun. Die knusprige Semmel war doch das einzige, das der Kazegawa gestern gegessen hatte! So ungefähr. Grob. Er schlürfte den Tee und verschluckte sich.
    "Haltet den Kerl auf! Wenn ihn keiner stoppt wird er die ganze Stadt beim Frühstück vergiften!" Eine kühle Hand legte sich auf seine Stirn und nahm die Temperatur. "Hm-hm. Fieber hat er auch, ganz eindeutig. Alles wird gut, das geht schon wieder vorbei." Das schlug dem Fass doch den Boden unter den Füßen weg! (Sein Opa wäre stolz auf Torus einwandfreies Gedächtins gewesen) Da entlarvte er endlich den Giftmischer und es interessierte keine Sau! Nichtmal Reika schien von der Aussicht, hunderte von Leben retten zu können besonders angetan zu sein. Eigentlich hätte das Toru zu denken geben sollen, wo sie sich doch gerade um ihn kümmerte. Er schielte misstrauisch zu der Gummithermoskanne und roch nochmal am Tee. Nö, roch ganz normal, wie Kräutertee eben. Schmeckte ein wenig bitter. Oh Mist, jetzt könnte er sich eben schonwieder vergiftet haben! MIT KRÄUTERTEE! Das war zu viel für den gestreiften Kopf und er fiel kurzzeitig in Ohnmacht.
     
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  11. Hinkétsu Yami

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    Als der Rotäugige schweißüberströmt und mit fliegendem Atem vor ihm zum Stehen kam, betrachtete Yami ihn einen Moment lang skeptisch. Sollte der sein Training nicht lieber für seine Freizeit aufsparen? Dort störte es niemanden - vielleicht abgesehen von Hebi selbst - wenn er vor Erschöpfung zusammenklappte. Aber jetzt gerade wäre es etwas ungünstig, vorallem da der Hinkétsu seine erste Mission nicht unbedingt vergeigen wollte, nur weil er den Leiter ein bisschen zu lange in der Sonne liegengelassen hatte und dieser infolgedessen einen leichten bis mittelschweren Dachschaden erhielt. Den der Sakkaku zwar sowieso schon hatte, aber man musste das Ganze ja nicht schlimmer machen als es eh schon war. Während selbiger sich den Schweiß vom Gesicht wischte und den Zettel studierte, den er dem Jüngeren aus der Hand genommen hatte, fiel Yami etwas Interessantes an ihm auf. Narben. Nicht, das so was neu für ihn war - er hatte selbst mehr als genug davon - aber bei einem anderen Menschen wurde er doch neugierig. Die gelben Augen des Elfjährigen hingen praktisch an der Haut des Braunhaarigen, als er das Gewebe betrachtete. Sah man irgendwann so aus, wenn man länger als Genin unterwegs war? Oder war Hebi einfach nur unglaublich ungeschickt? Der Hinkétsu betrachtete sich die geheilten Wunden genauer, wusste nicht recht, was er davon halten sollte. Brandmale? Mit einem Mal sah es für den Schwarzhaarigen mehr so aus, als wäre sein Gegenüber einmal in einer Folterkammer gelandet, inklusive besonderer Zuwendung des dazugehörigen Kerkermeisters. Was ihm wohl passiert war? Bevor Yami jedoch den Mund aufmachen konnte, um einfach interessehalber nachzufragen, wurde er unterbrochen. "Sehr gut." Der Hinkétsu blinzelte, verbannte die Frage nach dem Woher? vorerst aus seinen Gedanken. Bitte was? Wenn der damit den Austausch der beiden anderen Shinobi gegen den kleinen Genin meinte... was für eine lahme Reaktion. Da hatte er sich schon auf einen kleinen Ausbruch gefreut, dann kam sowas. "Warum 'sehr gut'? Zwar zweifelte er nicht an seinem Fähigkeiten, er wusste die meiste Zeit sehr genau, zu was er in der Lage war und zu was nicht. Aber irgendwie glaubte Yami nicht wirklich, das er einen Ausreichenden Ersatz für zwei andere Genin darstellen konnte, zumindest von den Fähigkeiten und von der Erfahrung her. Selbst wenn die Beiden ebenfalls direkt von der Akademie in dieses Dorf geschickt worden waren, so waren es immernoch Zwei. Aber... er würde sich ja nicht beschweren. Außerdem freute er sich irgendwie auf so eine 'Feuerprobe'. Der Gelbäugige kratzte sich am Ohr und seufzte. Hoffentlich würde Hebi nicht immer so entgegen seiner Erwartung reagieren und noch ein paar seiner vulgären Ausfälle kriegen, sonst würde der ganze Aufenthalt in diesem komischen Kaff wahrscheinlich nur halb so amüsant werden wie erwartet.
    Der Rotäugige hatte den Brief anscheinend beendet und wandte sich nun an den Hinkétsu. "Das dämliche Vorgestelle könn' wir uns glücklicherweise sparen, also kommen wir gleich zum Punkt: Kannst du irgendwas, das mir von Nutzen is'? Oder zumindest so tun, als wäre es so?" Hinter seinem Schal musste Yami grinsen. Was dem Sakkaku von Nutzen war? Nunja, neben dem 0815-Standartgedöns von der Akademie... konnte er ein klitzekleines bisschen Taijutsu, was hauptsächlich zu seiner Verteidigung taugte. Und - das Grinsen des Gelbäugigen wurde mehr zu einer verzogenen Fratze - er beherrschte das "Yukètsu", die Bluttransfusion. Was aber eine ziemlich unsichere Angelegenheit war, wenn er beispielsweise eventuelle Gegner nicht richtig zu fassen bekam, oder die Sache mit der zu geringen Blutmenge machte ihm einfach einen Strich durch die Rechnung - die Abstoßungsreaktion war nicht heftig genug. Solange er also die weiterführenden Jutsus nicht draufhatte, war das Ganze mehr oder weniger Nutzlos. Einmal davon abgesehen, das er sein Erbe nicht ausstehen konnte und es dementsprechend auch nicht wirklich benutzen wollte. Die gelben Augen Yamis blickten zu den Roten des Sakkaku. "Ich kann nähen." Das war doch mal was Tolles, oder nicht? Der Hinkétsu sah keinen Sinn darin, dem Älteren von irgendwelchen super-duper-mega-Fähigkeiten zu erzählen, die er garnicht hatte. "Nein. Genaugenommen is' das meine erste Mission nach der Akademie. Also kann ich zumindest so tun, wenn dir das wirklich weiterhilft." Sollte er davon denken, was er wollte - das Rotauge hatte auch einmal klein Angefangen. Mit einem Gähnen rieb sich Yami ein Auge. Irgendwie könnte er jetzt etwas Unterhaltung vertragen, sonst schlief er noch im Stehen ein. Apropos... Der Kleine fixierte sein Gegenüber erneut, schaute ihm ins Gesicht. "Worum gehts' bei der Mission überhaupt?" Wäre mal ganz Nett zu wissen. Während der Schwarzhaarige Hebis Worten lauschte, wippte er auf den Fußballen, die blassen Hände vor der Brust verschränkt. Hoffentlich meinte Hebi nicht, das er nach erfolgreicher Kontaktaufnahme einfach weiterwetzen konnte - dann hätte er die längste Zeit einen Ersatz gehabt, denn der Hinkétsu hatte weder die Muße noch die Fähigkeiten, seinem Missionsleiter hinterher zu rennen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Juni 2015
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  12. Sakkaku Hebi

    Sakkaku Hebi Well-Known Member

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    "T-Toru!", rief Reika erschrocken aus, als der Kazegawa auf einmal im Bett umkippte und das Bewusstsein zu verlieren schien. Sie hatte absolut keine Ahnung, was mit dem Jungen los war und wieso der zuvor so unverständliches Zeug brabbelte, aber eines war klar: Der Typ war eindeutig krank! In welcher Weise, also ob psychisch oder körperlich, das blieb vorerst ihr Geheimnis - Zeit, sich um das Wieso und Warum seines Zustandes zu kümmern hatte sie nicht, musste sie schleunigst etwas gegen sein Fieber unternehmen. Deswegen rannte sie im zügigen Gang in das nächste Badezimmer, ignorierte die Verwüstung, die der Schwarzhaarige dort hinterlassen hatte und schnappte sich kurzerhand eine Schüssel, die sie mit kaltem Wasser hat volllaufen lassen, und einen Waschlappen, welchen sie ins Wasser warf, ehe sie sich zurück zu dem Kranken begab und sich neben ihn aufs Bett setzte. Mit mütterlicher Fürsorge strich sie ihm die Haare aus dem Stirnbereich und legte den nassen Stoff darauf. Vielleicht sollte sie noch einen Wadenwickel machen, sicher war einfach sicher. Oder sie ließ ihn fürs Erste in Ruhe; noch schien er nicht in der Ebene der Bewusstlosigkeit zu sein, die sich als lebensgefährlich definierte. Um das Fieber hatte sie sich gekümmert, jetzt konnte sie nichts weiter tun, als sich zurückzulehnen und abzuwarten. Ärzte gab es in Lummerland schließlich nicht, was zum größten Teil daran lag, dass sich hier kaum jemand schwer verletzte (wenn er nicht gerade an Gift verreckte) und die nächstgelegene Stadt nur einen Katzensprung entfernt war, sodass wenn mal ein Doktor auf die Insel kam, er keinen weiten Weg hatte und sich eben einfach die sechs Stunden Zeit für die Überfahrt nahm. Meist war es auch der Gleiche. Lummerland maß nicht so viele Einwohner, dass der einzelne keinen Überblick behalten würde, und monatliche Kontrollbesuche in der Regel reichten, um die Gesundheit der Bewohner zu gewährleisten.
    So beschloss Reika, das Zimmer der Shinobi zu verlassen, nahm allerdings das Flächchen mit, das sie für den momentan Attentäter der Giftmorde hielten. "Hm, mal ausprobieren. Meine Freundin wird sicher heller Freude sein, sobald sie das Parfum riecht.", gab sie zufrieden wieder und schloss die Tür hinter sich. Toru hatte nun unterdessen alle Zeit, die er wollte. Er konnte aufs Klo gehen, wie er lustig war und seinen Darmwinden freien Lauf lassen. Doch einen Haken hatte das Ganze. Einen Haken, der ihn bis aufs Mark erschüttern würde: Es war kein Klopapier mehr da.

    Während der Kazegawa mit seinen Körperöffnungen zu kämpfen hatte, kämpfe der Sakkaku mit seinem Hörapparat, denn er wollte nicht so recht glauben, was er da gerade hörte. Genau aus diesem Grund popelte er ein wenig in seinen Ohren, ehe er die Ausbeute auf denjenigen schnippte, der ihm gerade erzählte, dass er außer Nähen tatsächlich nichts vorzuweisen hatte und gerade erst frisch von der Akademie kam. Und dann sagte er es auch noch so, als wäre das was ganz normales. Das einzige, was das Rotauge dem Jungen gerade positiv anrechnen konnte, war, dass er zumindest mit Ehrlichkeit glänzte. "Wenn du Kackbratze so tun würdest, hättest du mich bereits angelogen. Du bist ja noch nutzloser als die beiden Spinner vor dir zusammen." Hebi fasste sich an den Kopf und atmete einmal tief durch. "Oder lügst mir grad wirklich in die Fresse? Hinketsu sind nen scheiß Clan - irgendwas sinnvolles musst du doch können." Und dann hatte Yami nicht einmal einen Plan, wieso er überhaupt hier war. Ehrlich, langsam war es wirklich fraglich, wieso immer er derjenige war, der mit den stümperhaftesten Shinobi arbeiten musste. Dachte die Verwaltung etwa, er wäre eine Art Erzieher? Und würde die, die ihr Ninja-Leben nicht auf die Reihe kriegen, in die richtige Bahn leiten, indem er sie zusammschiss und von einem Eck ins andere prügelte? Zur Hölle, er ist doch nicht deren scheiß Mutter. "Gegenfrage: Wieso rennst du Spinner einfach los, ohne dich zu informieren?" Da es aber alles nichts half und der Hinketsu die Mission nicht noch schlimmer machen sollte, als sie durch Seishin, Shunsui und Toru ohnehin schon war, fasste er sich in seinem - und nur in seinem - eigenen Interesse ein Herz und erklärte dem Jungen, inwiefern sich der Auftrag überhaupt als solcher definierte. Wie immer und für ihn Standard, sprach der Braunhaarige dabei so ruhig und gelassen als wäre es das peripherste der Welt. "Hier rennt irgendso'n beschissener Giftmörder herum, der reihenweise die kack Leute abmurkst." Dass sie den fassen sollten, musste Hebi nicht extra dazusagen. Das erschloss sich von selbst. Viel interessanter fand er auch das Gewippe seines Gegenübers, welches er mit leicht zugekniffenen Augen beobachtete. "Hast du ADS oder so?"
     
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  13. Kazegawa Toru

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    Toru erwachte aus seinem hundertjährigen Schlummer, öffnete die Augen, atmete tief ein... und stieß einen krächzenden Schrei der Überraschung und Verwunderung aus! Wieso war alles so dunkel und kalt und nass? Hatten diese irren Lummerländer ihn etwa während seiner Ohnmacht für eine rumgammelnde Leiche gehalten und schon mit der Einbalsamierung begonnen? Lag er vielleicht schon in einer Grube? Zu Testzwecken warf der Kazegawa die Beine nach oben (woraufhin er von zwei weiteren nassen und kalten Projektilen erwischt wurde) und nutzte den Schwung, um sich aus der Ruhestätte zu hebeln - was mit einem lauten platschen in einer halb gefüllten Wasserschüssel endete. Nun fielen ihm endlich die Lappen von den Augen und er erkannte die Unterkunft wieder, in die Hebi und er am Vortag gezogen waren. Also doch noch kein Friedhof... aber neue ungeklärte Mysterien lagen vor seinem leidgeprüften Hirn. Welcher Scherzkeks hatte ihm eine Schüssel mit Wasser vors Bett gestellt und ihm kalte Lappen ins Gesicht geklatscht? Eine lummerland'sche Foltermethode? Den armen Kerl über den das Urteil verhängt wurde so lange mit einem feuchten Lappen bedecken, bis er ertrank? Würde zu den Leuten hier passen. Aber warum wollten die auch seine Füße ertränken? Und weswegen kippte die Zimmerdecke plötzlich vorn über-

    Toru erwachte aus seinem hundertjährigen Schlummer, öffnete die Augen, atmete tief ein... Halt, das hatten wir doch schonmal! Wieso lag er schonwieder auf der Matte? Oh, richtig - er war in der Pfütze ausgerutscht, die von der Schüssel übrig geblieben ist. Kaum zu glauben, dass ihn sowas läppisches sofort wieder ausgeknockt haben soll. Die Waschlappenertränkungsfolter war heimtückischer und effektiver als er erwartet hätte. Da konnte Toru sicherlich von Glück reden, dass er überhaupt nochmal aufgewacht war! Aber die im Moment noch viel wichtigere Frage: Wo waren Hebi und Reika? Verschleppt? Entführt? Abgemurkst? Ebenfalls der Folter und dem Tode durch den Lappen ausgeliefert? Nope, so einfach würden sie nicht ins Gras beißen, das würde er nicht erlauben! Vor allem keinen Lummerländern, denn das wäre obendrein noch sehr, sehr peinlich. Also packte Toru Kazegawa alles nötige zusammen (inklusive seiner Axt, auf die er sich stützen musste, um den arg schwankenden Gang auszugleichen) und machte sich auf, seine Freunde vor ihrem Ende durch die Hände der ortsansässigen Anstaltsflüchtigen zu erretten!
    Er scheiterte an der Zimmertür. Sie war verschlossen. Natürlich war sie verschlossen! Wäre ja sonst auch zu einfach gewesen. Zitternd hob sich die Hand des Kazegawa wie die eines alten Mannes zur Klinke und drückte sie nach unten, was in seinem Zustand ein Kraftakt war, bevor er einen Schritt nach vorn machte und beinahe zur Tür hinaus fiel. Über den gefährlichen Steilpass der Treppe kam er schließlich ins Erdgeschoss und schleppte sich durch die Haustür ins Freie... Nein, das hier war nicht die Freiheit die er suchte! Wie um alles in der Welt war er auf der Toilette gelandet? Toru verfluchte seine eigene Schwäche - sein Wille hatte dem Unterbewusstsein in dieser Stunde der Not nachgegeben und seine Rettungsmission für einen Trip zum Topp aufgegeben! Sein Körper hatte ihn Verraten!

    Nach einer kleinen existenziellen Krise traf Toru den Kompromiss, die gegebenen Vorteile des Terrains zu seinem Vorteil zu nutzen und öffnete vorsichtshalber noch ein Fenster zur besseren Belüftung - eine dringend notwendige Handlung. Während er dort so auf seinem Porzelanthron residierte und den Lummerland-Boten studierte, begannen seine Sehnerven eine emsige Datenübertragung zum Hirn. Was sie soeben ausgemacht hatten, war von äußerster Dringlichkeit! Daraufhin machte immer rascher die Panik in Torus Kreislauf die Runde und Verzweiflung initiierte in seinem Kopf die Idee, dass die Lektüre in seinen Händen noch für andere Zwecke zu gebrauchen sei, als nur um darin zu lesen. Außerdem... die Artikel waren eh für'n Arsch.
     
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  14. Hinkétsu Yami

    Hinkétsu Yami Member

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    Während Andere im Angesicht des gereizten Hebi schleunigst das Weite suchen würden, musste der junge Hinkétsu sich zusammenreißen, nicht zu grinsen - wenn der Ältere dachte, er könnte ihn so einschüchtern, hatte er sich viel - sehr viel - vorgenommen. Denn als der generell ruhige, geduldige und überaus humorvolle Mensch, der Yami nun einmal war, blinzelte er nur, als der Sakkaku seinen Ohrenschmalz auf ihn schmiss, und wischte sich mit dem Ärmel über seinen Mantel. Hallo? Er hatte doch nur seine Fragen beantwortet. "Bist du taub? Du solltest noch ein bisschen da drin rumpopeln, dann hörst du mich vielleicht besser. Ich gebe dir auch gerne n' Taschentuch." Warum zum Teufel sollte er Hebi anlügen? Zugegeben, er hatte ihm nicht alles erzählt, aber gelogen hatte er nicht - er kam von der Akademie, konnte gerade einmal die Grundlagen und hatte noch keine wirklich nennenswerten 'Fähigkeiten', die er dem Rotäugigen jetzt unterbreiten konnte; Und daran konnte auch die Tatsache nichts ändern, das er aus einem Clan stammte. Apropos - Warum meinte der Sakkaku, das die Hinkétsu "etwas Sinnvolles" tun konnten? Nur weil es ein Clan war? Oder kannte der etwa jemanden aus seiner Sippschaft? Der Schwarzhaarige zog die Augenbrauen nach oben und schaute den Größeren an. Und wenn schon. Selbst wenn es sich so anhörte, es musste ja nicht zwangsläufig auch bedeuten, das der Andere damit über das Kekkei Bescheid wusste. Auch wenn der Hinkétsu diese Fähigkeiten (und den dazugehörenden Clan) hasste, so hatte er doch das unbestimmte Gefühl, das er nicht einfach jedem Deppen, der danach fragte, irgendwelche Informationen weitergeben sollte. Der Hinkétsu unterdrückte ein erneutes Gähnen. Sicherlich würde er dem Sakkaku nichts von dem dummen Erbe erzählen. Davon abgesehen wäre es eh sinnlos, sich darüber auszulassen, beherrschte er es ja nicht.
    Den Teil mit dem "...Irgendwas sinnvolles musst du doch können" ignorierte das Kind geflissentlich. Der Schwarzhaarige sah keinen Sinn darin, sich nochmal zu wiederholen, denn solangsam müsste der Sakkaku ja geschnallt haben, das er keinen allzu erfahrenen Ninja vor sich hatte. "Gegenfrage: Wieso rennst du Spinner einfach los, ohne dich zu informieren?" "...." Hauptsächlich aus dem einfachen Grund, dass er das früheste Schiff genutzt hatte, welches in Richtung dieses Kaffes gondelte - um so bald wie möglich nicht mehr Zuhause herumsitzen zu müssen. Das war wohl der einzige Nachteil daran, das er nun nicht mehr täglich in die Akademie musste: Er war öfter im Haus, als ihm lieb war. Zwar hatte er so auch bedeutend mehr Freizeit, die der Elfjährige sich damit vertrieb, sein Zimmer bis zur Decke hin mit enstellten Krüppelbären zu füllen, aber auch das war auf die Dauer kein Zustand. Umso größer war also die Freude, als der Brief mit dem Auftrag eintraf. Ohne groß über das Warum? nachzudenken, packte der Hinkétsu seine Siebensachen und machte sich auf schnellstmöglichem Weg auf zum Wasserreich; Das er garnicht wusste, worum es bei der Mission eigentlich ging, war ihm in dem Moment mehr als egal.

    "Hier rennt irgendso'n beschissener Giftmörder herum, der reihenweise die kack Leute abmurkst." Der Gesichtsausdruck Hebis, als er diesen monumentalen Satz losließ, war so gleichgültig, das es schon wieder komisch wirkte. Vor einem Augenblick noch überaus gelangweilt, biss der Hinkétsu sich nun krampfhaft auf die Unterlippe, um nicht zu kichern. Warum er das so amüsant fand, konnte sich der Gelbäugige selbst nicht erklären - vielleicht lag es am Schlafmangel, das er ein wenig seltsam reagierte. Oder es lag an der unpassenden Wortwahl des Sakkaku: Jeder andere hätte vermutlich zumindest ein bisschen an Emotion gezeigt, Besorgnis, Wut über eine solche Untat, irgend etwas. Nicht so Hebi. Der brachte es fertig, dabei nicht nur gelangweilt auszusehen, sondern sich auch genauso anzuhören. Was is' nur bei dem schiefgelaufen? Nicht, das es den Hinkétsu groß kümmerte, dass in dem komischen Dorf die Leute umgebracht wurden, aber er fand es wenigstens interessant, einen Auftrag zu bekommen, bei dem es um einen Mörder ging. Aus dem gegebenen Kontext konnte Yami nur schließen, das sie den Kerl fassen sollten - oder der Giftmischer war ebenfalls ein Ninja im Dienste Soras und sie sollten ihm nun helfen, das Kaff dem Erdboden gleichzumachen. Auch wenn sich Letzteres sehr unwahrscheinlich anhörte, es würde so oder so bestimmt unterhaltsam werden.
    Das der Hinkétsu während der ganzen Zeit herumgezappelt hatte, war ihm selbst garnicht bewusst, zumindest bis er den nächsten Satz an den Kopf geworfen bekam. "Hast du ADS oder so?" Bitte? Yami musste den nächsten Lachanfall unterdrücken. Ein ersticktes Gurgeln drang durch seinen Schal, und der Elfjährige drehte den Kopf, um das Gesicht des Sakkaku nicht mehr sehen zu müssen. Wie kommtn' der da drauf? Nachdem er sich einen Moment lang gefasst hatte, schaute der Schwarzhaarige dem Anderen wieder ins Gesicht. "...Keine Ahnung." Hatte er wirklich nicht - er würde nie freiwillig zu einem Arzt gehen, um sowas Unnötiges feststellen zu lassen. Selbst wenn er kurz davor wäre, den Löffel abzugeben, würde ihn nichts auf der Welt in eine Arztpraxis bringen.
    Das er eine Aufmerksamkeitsstörung haben könnte... Der Hinkétsu blinzelte, stellte fest, das es ihn kein bisschen juckte, und grinste. "Ist nur der fehlende Schlaf, schätz' ich."
     
    Zuletzt bearbeitet: 16. Juni 2015
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  15. Sakkaku Hebi

    Sakkaku Hebi Well-Known Member

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    "Manchmal wünschte ich, ich wäre es." Dann hätte er das entsetzliche Gejaule des gestrigen Tages nicht hören und keine Nahtoderfahrungen machen müssen. Auch der momentane Fremdschämfaktor wäre um einiges geringer, stellte Taubheit immerhin sicher, dass er gar nicht erst mitbekam, dass der Hinketsu nichts von Bedeutung vorzuweisen hatte. Offensichtlich rettete nicht einmal die Frage nach irgendwelchen clanbezogenen Kompetenzen etwas und der Sakkaku musste unweigerlich die rechte Braue nach oben ziehen, um seiner Verwunderung Ausdruck zu verleihen. Er fand es einfach seltsam, jemanden vor sich stehen zu haben, von dem er wusste, dass er einem Clan angehörte, jedoch keinen Plan zu haben schien, wozu der eigentlich gut war. Nicht, dass Hebi irgendwelches Wissen darüber besaß, was Hinketsu mit ihrem Bluterbe anstellen könnten, oder nicht, dass er davon ausging, dass Yami es ihm direkt unter die Nase reiben würde. Jedoch hatte er schon gehofft, dass der Junge sich irgendwie hätte nützlich machen können. So wusste das Rotauge gar nicht, was es nun mit dem Schwarzhaarigen anfangen sollte. Es konnte ihn vielleicht als Köder für irgendwas nutzen, aber das war Schwachsinn, wenn es gar nicht wusste, wogegen oder wofür, für wen. Naja, im Grunde konnte es ihm vorerst egal sein. Noch hatte der Sakkaku keine Ambition, auch nur einen Schritt in Richtung Mission zu tun und würde dem auch nicht nachkommen, solange der Arzt nicht am Start war. Zumindest nicht direkt. Indirekt plante er, Yami für den Auftrag fit zu machen. Sonst stand er ihnen mehr im Weg herum als wirklich etwas produktives zu leisten. "Gibt es irgendwas, das du weniger scheiße kannst? Rennen oder so?" Also irgendeine Stärke? Hebi war so ein guter Motivator. Wenn der Hinketsu jetzt keinen Bock hatte, die Hufe zu schwingen, dann... war es dem Dunkelhaarigen auch egal. Schließlich war er weder seine Mutti noch sein Trainer. Lediglich sein Vorgesetzter - und als solcher war es nur bedingt sein Zuständigkeitsbereich dafür zu sorgen, dass aus der heutigen Jugend etwas wurde. Alles, was der mit der zu tun hatte, war die anschließende Bewertung, die an die Verwaltung ging. Sollte die sich damit herumärgern.

    Dieses seltsame Gurgeln seitens seines Gegenübers interpretierte der Sakkaku hingegen vollkommen falsch. Für ihn klang es nicht nach unterdrücktem Lachen, sondern nach dem Versuch, Erbrochenes in der Speiseröhre und damit im Magen zu behalten. Er wollte Yami schon nahelegen, bitte woanders kotzen zu gehen, bekam dann jedoch zu hören, dass er wahrscheinlich nur so komisch war, weil ihm der Schlaf fehlte. Nun, davon konnte irgendwie das gesamte Team ein Lied singen. Toru bekam durch seine nächtlichen Toilettenbesuche sicher auch zu wenig Schlummer. Ob das so ein Amegakure-Ding war? Hebi hatte keine Ahnung. Aber apropos Toru: "Wie du sicher noch mitbekommen hast", immerhin wusste Yami ja auch, dass Hebi sein Leiter war, "ist Toru ebenfalls ein Mitglied dieses Teams. Allerdings hat der irgendwas falsches gefressen und scheißt sich gerade die Seele aus'm Leib. Deswegen werden wir uns in nächster Zeit um alles kümmern müssen, was so ansteht." Was so viel bedeutete, wie "Ich mache nur das nötigste und schaue dir bei der Arbeit zu." "Da wir bis dahin noch ein paar Stunden haben, sollten wir unsere Unterkunft aufsuchen und das Ganze nutzen, dir den Auftrag näher zu bringen." Eigentlich würde er ihm lediglich seinen Bericht in die Pfoten klemmen, immerhin stand in dem alles, was er wissen musste. Eine Sache wollte er jedoch noch einmal klarstellen: "Ach, übrigens: Tu dir selbst den Gefallen, halt die Fresse und sei nicht so bescheuert wie deine Vorgänger, hier irgendwem zu erzählen, wer du bist und was du hier machst. Noch könnte jeder der Giftmörder sein. Wäre doch zu schade, wenn dir was passiert. Gerade auf deiner ersten Mission." Nicht wirklich Bedauern zeigend, wandte sich Hebi wieder von dem Elfjährigen ab und tat einen Schritt in Richtung besagter Unterkunft - darauf hoffend, dass Yami ihm schon folgen würde. Ansonsten müsste er halt sehen, wo er blieb. "Erzähl was über dich. Wie alt? Was für Hobbies? Lebt deine Familie noch?" Vollkommen aus dem Kontext gerissen, aber gerade bei letztem war er neugierig, schien es in letzter Zeit schließlich Mode zu sein, keine näheren Verwandten mehr sein Eigen nennen zu können. Was würde Hebi nur dafür geben, zu ihnen zählen zu können. Da konnte man glatt schon neidisch werden.
     
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  16. Kazegawa Toru

    Kazegawa Toru Active Member

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    Tag 2. Zustand bessert sich. Mache mich auf die Suche nach Hebi. Muss noch irgendwo da draußen sein, wenn ihn nicht schon die Lummerländer erwischt haben. Habe neues Lieblingsmagazin entdeckt, mit ganz weichen Seiten. Feuchttücher werden knapp. Schickt Hilfe...

    Wie lange war er jetzt schon so unterwegs? Eine Stunde? Zwei Stunden? Er machte Fortschritte, daran bestand garkein Zweifel - die Schübe seines vorübergehenden Unwohlseins kamen in immer größeren Abständen. Vermutlich lag das daran, dass er seit nun beinahe 24 Stunden nichts mehr gegessen hatte. Um überdies nicht auch noch auszutrocknen, hatte er nach seiner Odysse zum Badezimmer noch einmal die Treppe in Reikas Herberge erklommen und die seltsame Thermoskanne aus Gummi geholt, die er nun als Feldflasche zweckentfremdete. In den Straßen dieser gottverlassenen Stadt nach diesem gottverlassenen Hebi zu suchen war schon schwer genug, auch ohne Montezumas Rache auf sich lasten zu haben. Toru schraubte den Verschluss ab und nam einen Schluck aus der Wärmflasche. Kalt. Wer zur Hölle war auf die Schnapsidee gekommen, eine Thermoskanne ganz aus Gummi zu zimmern? Toru verstand die Welt nicht mehr. Aber das würde sich bald geben, denn der Inhalt der Flasche war nicht nur kalt, sondern glänzte auch noch zusehens mit Abwesenheit. Toru fürchtete, er könnte es nichtmehr bis zum Hafen schaffen. Wie Hebi wohl reagieren würde, wenn von ihm nur noch Staub und Knochen übrig waren, die auf der verwaisten Hauptstraße Lummerlands ausdorrten und in der sengenden Sonne bleicher und bleicher wurden? Höchstwahrscheinlich erleichtert. Aber dann wäre der Sakkaku ganz auf sich allein gestellt gegen diesen Wahnsinn! Lange würde der das auch nicht mehr machen... und dann war da ja auch noch irgendwo ein Giftmörder in der Gegend. "Keine Sorge alter Junge, ich räche dich schon!", sagte der inzwischen halluzinierende und Selbstgespräche führende Kazegawa zu niemandem im Speziellen. Dann warf er die leere Wärmflasche beiseite, stützte sich schwer auf seine Axt und schlurfte weiter stur geradeaus, Schritt für Schritt für Schritt, bis...

    "H-Hebi bist du das? HEEHEEY, HEEEBIIII!!!" Da er nun endlich den verschollenen Kameraden gefunden hatte und der obendrein noch am Leben zu sein schien... oder jedenfalls nicht mehr als sonst den Eindruck zu erwecken schien abgenibbelt zu sein, gab es für den nahe am Delirium befindlichen Toru kein Halten mehr. Nun, abgesehen von einer bestimmten, nicht näher beschriebenen Körperregion, bei der es ihm sehr darauf ankam, dass es dort jederzeit so viel Halt wie irgend möglich gab. Aber sonst war er nun ganz locker drauf, winkte Hebi auffallend euphorisch entgegen und machte sich daran, ihm von den jüngsten Ereignissen und dem vermeindlichen Lappen-Attentat zu berichten, das auf Toru verübt worden war, um ihn im Schlaf abzumurksen. Doch da zeigte sich nun das volle Maß seiner Erschöpfung und raffte ihn nieder, sodass er im kalten, toten Staub der Ebene liegen blieb. Teilweise könnte sein Fall auch auf die Interaktion zwischen zwei verhedderten Füßen und einem Axtstiel zurückzuführen sein, aber mit solchen Detailfragen befasste man sich im Augenblick nicht weiter. Es ging schließlich um einen dramatischen Augenblick, da war von so etwas banalem wie stolpern nicht die Rede.
     
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  17. Hinkétsu Yami

    Hinkétsu Yami Member

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    Mit einem unterdrückten Gähnen, das ihm die Tränen in die Augen trieb, verschränkte Yami die Arme hinter dem Kopf. Glücklicherweise wusste er nichts von den Überlegungen des Sakkakus, der ihn bereits als potenzielles Hindernis abgestempelt hatte und mit dem Gedanken spielte, ihn als Lockvogel für... irgendwas einzusetzen. Prinzipiell sprach nichts dagegen, beherrschte das Kind ja auch die Verwandlungstechnik, aber mit seinen nicht vorhandenen Schauspielkünsten würde er jegliche Tarnung sofort zunichte machen. Nämlich sobald das "angelockte Opfer", wer immer das auch sein sollte, sich auch nur näher als einen Meter näherte - dann war es mit der Toleranz des Hinkétsus vorbei, und damit auch mit dem Ködern. Das heißt, falls sie kein Tier fangen wollten. Katzen standen ungemein auf den dunklen Mantel des Jungen, vielleicht, weil sie ihn mit ihren Haaren immer so einsauen konnten..
    "Gibt es irgendwas, das du weniger scheiße kannst? Rennen oder so?" Der Gelbäugige blickte auf. Solangsam überkam ihn das seltsame Gefühl, das Hebi die falschen Fragen stellte - und er konnte keine ausreichenden Antworten geben. Nicht, das es ihn störte, aber der Sakkaku musste ihn schon für ziemlich minderbemittelt halten, von den bisherigen Informationen ausgehend, die er über den Hinkétsujungen erhalten hatte. Er hatte keine Erfahrung, hatte nichts spezielles drauf - ABER (!) konnte nähen. Einfach wunderbar. Yami dachte an seine Schulzeit, und wenn er sich so mit den anderen Deppen dort verglich, war seine größte Stärke wohl seine Ausgeglichenheit. Er war nicht schneller oder langsamer als der Durchschnitt, stolperte nicht über seine eigenen Füße, und hatte eine relativ gute Kontrolle über sein Chakra, dafür, das er nie übte. Auch wenn sie, verglichen mit den Vollstrebern seiner letzten Klasse, natürlich immernoch miserabel war. Das Einzige, das ihm fehlte, war die Ausdauer - er kam unheimlich schnell außer Puste, und seine Muskelkraft ließ auch zu wünschen übrig. Vielleicht sollte ich damit anfangen, ein bisschen Sport zu treiben... Der Schwarzhaarige verzog das Gesicht. Er würde trainieren. Wenn er mal Langeweile hatte. Extreme Langeweile. "Ähm... Rennen geht. Aber nicht lange, hab' ne' scheiß Ausdauer." Sehr aussagekräftig, das Ganze. Yami musste sich zusammenreißen, um nicht wieder auf den Fußballen zu wippen, und kramte stattdessen in seinen Manteltaschen nach etwas, mit dem er seine Hände beschäftigen konnte. Normalerweise war der Elfjährige bei weitem nicht so unruhig - genaugenommen konnte er stundenlang auf einem Fleck sitzen und an einem Bären arbeiten oder lesen, aber die neue Umgebung und die bevorstehenden "Herausforderungen" machten ihn irgendwie hibbelig.

    Als der Sakkaku damit begann, ihm zu erzählen, dass der Junge mit den komischen Haaren ebenfalls ein Teil des Teams war, (Oh, noch einer aus Ame mit nem' Schaden!) dieser sich aber aufgrund von Darmproblemen rar machen musste und damit die Arbeit wohl oder übel an ihm selbst und dem kleinen Schwarzhaarigen hängenblieb, versuchte Yami ernsthaft, ihm konzentriert zuzuhören. "Da wir bis dahin noch ein paar Stunden haben, sollten wir unsere Unterkunft aufsuchen und das Ganze nutzen, dir den Auftrag näherzubringen." Das mit dem freilaufenden Giftmischer war noch nicht alles? Auch gut. Je mehr, desto besser. "Ach, übrigens: Tu dir selbst einen Gefallen, halt die Fresse und sei nicht so bescheuert wie deine Vorgänger, hier irgendwem was zu erzählen, wer du bist und was du hier machst. Noch könnte jeder der Giftmörder sein. Wäre doch zu schade, wenn dir was passiert. Gerade auf deiner ersten Mission." Daran merkte man, das der Rotäugige seinen neuen Mitstreiter nicht kannte: Der Hinkétsu war praktisch das komplette Gegenteil von "offen". Bevor er irgendjemandem auch nur seinen Nachnamen sagte oder woher er kam, musste er ersteinmal einschätzen, wen er da überhaupt vor sich hatte. Wenn es sich um Teamkollegen handelte, mit denen er zusammenarbeiten musste, sah er ja ein, das ein bisschen Hintergrundinfo wichtig war. Aber bevor er sich einfach so mit diesen seltsam angezogenen Leuten über etwas unterhielt, das ihn selbst betraf, musste schon irgendwas höchst Beunruhigendes passieren. "Aye." Die gelben Augen musterten den Älteren kurz. Irgendwie hatte er das Gefühl, das er sich nicht nur vor eventuellen Giftanschlägen in Acht nehmen musste, sondern auch vor Hebi selbst. Nicht, das er ihm vertraute - er traute aus Prinzip niemandem - aber nur, da sie nun in demselben Team waren, hieß das nicht, das der Sakkaku ihn nicht einfach abkratzen lassen würde, wenn der Hinkétsu in Schwierigkeiten geriet.
    Yami grinste und piekste sich mit der Nadel, die er in seiner Tasche gefunden hatte, in den Finger. Wird schon werden.

    Als der Braunhaarige sich schließlich abwandte, war der Jüngere einfach nur froh, das er nicht mehr in der Gegend herumstehen musste. Und das Hebi anscheinend nicht vorhatte, zu dem neuen Ziel zu rennen - denn dann hätte er ihm wohl nicht lange folgen können, selbst, wenn er gewollt hätte. Die Hände im Mantel versteckt, mit genügend Abstand zwischen sich und dem Sakkaku, tappte er also neben dem Älteren her.
    Irgendwie kotzte ihn das Wetter an. Es war viel zu hell und zu sonnig, die Wärme war jedoch nicht unangenehm. Noch nicht. Der Blick des Hinkétsus wanderte über den Himmel, auf der Suche nach eventuellen Wolken, die Regen versprachen, aber nichts sprach dafür. Schade. Er hatte sogar seinen Regenschirm eingepackt - für alle Fälle. Aber so wies aussah, würde das arme Ding ungenutzt wieder in seinem Schrank vor sich hinvegetieren müssen. "Erzähl was über dich. Wie alt? Was für Hobbies? Lebt deine Familie noch?" Hä? Leicht überrascht wandte der Genin den Kopf zu dem Sakkaku. Warum stellte der so viele Fragen? Und, vorallem, warum wurden die immer persönlicher? Misstrauisch betrachtete er das Profil des Anderen, konnte aber nichts in dessen Gesicht erkennen als die allgegenwärtige Gleichgültigkeit. "Warum fragst du?" Nachdem der Blutjunge sein Gegenüber noch einen Moment angestarrt hatte, kniff er die Augen zusammen und wandte den Blick auf den Boden vor sich. "Ich bin elf. Ich mag gruselige Bücher, Musik, und ich nähe Plüschbären." Seine Familie? Unwillkürlich grub der Hinkétsu seine Fingernägel in seine Hände, und seine Stimme klang nicht mehr ganz so beherrscht wie zuvor. "Die leben." Das 'noch' konnte er sich gerade so verkneifen. Und hatte er diesen... Mann gerade wirklich als seine Familie bezeichnet? Unwillkürlich kam ihm die Galle hoch. Denk an was anderes!
    Yami räusperte sich, dann schaute er seinen Teamkollegen an. "Und du?-" Als sein Blick auf die Narben des Anderen fiel, kam ihm auch seine eigene Frage wieder in den Sinn. "Woher hast du die?" Ihm war es gleich, ob er antworten würde, er wollte schlicht an etwas anderes denken - selbst wenn er Smalltalk führen musste.

    Während sie so einträchtig nebeneinander herlatschten, kam ihnen plötzlich, verzerrt durch die flirrende Luft über der aufgeheizten Sraße, ein alter Mann mit Krückstock entgegen. Zumindest sah es auf die Entfernung für den Elfjährigen so aus - ein alter Mann mit Gehstock und fiesen Rückenschmerzen. "HEEHEEY, HEEEBIIII!!!" Der sich so anhörte wie der Typ mit den weißen Streifen im Haar. Toru? Verdutzt beobachtete der Schwarzhaarige, wie die Gestalt unter heftigem Gewinke auf sie zugestolpert kam, nur um in einer äußerst spektakulären Art und Weise über seine Gehilfe zu fallen und auf dem Weg abzulatzen. "...." Diesmal konnte er sich nicht zurückhalten; Ein schadenfrohes Kichern drang durch den Schal. Er hatte sich ablenken wollen? Pefektes Timing, Toru. Ohmann. Hoffentlich hat er unterwegs nichts... verloren. Bevor er endgültig losprustete, biss er sich auf die Lippe und wandte sich ab, weg von der wunderbaren Szenerie. Vielleicht würde der Aufenthalt hier ja doch unterhaltsam werden? Momentan sah es jedenfalls ganz danach aus..
     
    Zuletzt bearbeitet: 17. Juni 2015
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  18. Sakkaku Hebi

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    Gut, dass Yami rennen konnte. Noch besser, dass er Hebi lediglich das sagte, nach was er direkt gefragt hatte. Himmelherrgott, musste man dem denn alles aus der Nase ziehen? "Du bist nicht der Hellste, hm?" Zumindest erinnerte dieses Gespräch den Sakkaku sehr an die einfältigen Unterhaltungen, die Ottonormalmenschen gerne miteinander zu führen pflegten. "Hallo." "Hi." "Wie geht's?" "Gut, und dir?" "Nicht so gut." Und damit begann dieses Ausdemnasegezerre. Als ob es ein Ding der Unmöglichkeit sei, direkt auf das zu sprechen zu kommen, das tatsächlich von Interesse war. In Yamis Fall interessierte es Hebi einen Scheiß, ob der rennen konnte oder nicht, schließlich konnte das so ziemlich jeder, der keine Behinderung besaß. Er wollte wissen, was sich an ihm am leichtesten trainieren ließ und kein stupides "Ja-Nein"-Spiel spielen. Er verlangte ja nicht, dass er ihm sein Innerstes präsentierte, weswegen es eigentlich keine Probleme dabei geben sollte, über etwas so banales wie Fähigkeiten zu sprechen. Weiter erwähnen wollte Hebi allerdings nichts. Yami verweigerte sich offensichtlich - ob nun bewusst oder unbewusst sei dahingestellt - und das Rotauge selbst hatte keine Lust, sich damit auch noch auseinandersetzen zu müssen, obgleich es ihm eigentlich ohnehin egal sein konnte, welche Fähigkeiten Yami sein eigen nannte. Entweder der überlebte die Mission oder verreckte jämmerlich an ihr. Und wenn der Hinketsu dann keine Lust hatte, letztem irgendwie entgegenzuwirken, war das dem Braunhaarigen nur recht - weniger Arbeit für ihn. Ein paar Worte mehr im Bericht, die Yamis Ableben beschrieben, kümmerten ihn nun echt nicht. Es war ja sowieso schon komisch, dass eine Mission, die sich mit dem Tod anderer Menschen befasste, als C-Rang eingestuft wurde, konnte man davon ausgehen, dass sie es mit einer Person zu tun bekämen, die sich auf Gifte verstand und somit Richtung Ninja gehen müsste. Und wie jeder wusste, wurden Aufträge, die sich um die Beseitigung solcher drehten, als B-Rang eingestuft. Nun, sei's drum - kümmerte Hebi genauso wenig. Er würde einfach seinen Job machen - die Person ausfindig machen, sie hinrichten, in aller Seelenruhe die Heimreise antreten und so tun, als hätte es diese Mission nie gegeben, weil sie einfach uninteressant war. So gar nicht wert, sich an sie zu erinnern.

    Mit demselben Desinteresse bedachte der Dunkelhaarige Yamis Antwort, die dazu diente, ihm mitzuteilen, dass er sich anders verhalten würde als seine Vorgänger und Toru. Hebi würde es erst glauben, wenn er es sah und keine voreiligen Schlüsse ziehen, geht er immerhin davon aus, dass sich der Hinketsu und Toru den gleichen Intelligenzquotienten teilten, wenn er bedachte, dass beide ähnlich Dünnes von sich gaben. Wobei, ähnlich? Quatsch. Toru ist ungeschlagen. Niemand kommt da auch nur im Ansatz heran. Eine Art unentdecktes Talent? So gut versteckt, dass es keiner fand? Wie schön, dass Hebi ein Auge für sowas hatte und wusste, wie er es benutzen könnte. Wenn er jemanden in den Wahnsinn treiben möchte, sperrt er ihn einfach mit Toru zusammen in einem Raum ein und wartet ab. Vielleicht sollte er das mal mit Yami machen? Witzige Vorstellung. Fast schmunzelte er.

    "Warum fragst du?" Das bedurfte keiner Antwort. Die Frage war rhetorisch und selbsterklärend. Oberflächlich betrachtet. Er ließ Yami in dem Glauben oder der Vermutung, dass er einfach nur wissen wollte, mit wem er es zu tun hatte, hatte allerdings ganz andere Dinge im Kopf als den Jungen simpel kennenzulernen. Etwas so einfältiges war gar nicht seine Art, etwas so stupides entsprach nicht seinem Charakter. Der Sakkaku war ein vorausschauendes Wesen, plante jeden einzelnen Schritt, den er machte bis ins kleinste Detail aus, selbst wenn es oft nicht danach aussah. Für den einzelnen mochten seine Taten vielleicht wie ein einziger Akt der Grausamkeit sein, nicht gerade von Intelligenz zeugen. Hebi wusste allerdings, dass sie ein Teil des großen Ganzen waren. Ein Teil des Spiels, das er sich so detailgenau erdachte. Bekanntlich brauchte man für Spiele jedoch entsprechende Spielfiguren, gegen und mit sich selbst spielen war langweilig, wusste man dann schließlich immer, was als nächstes passierte. Als Ninja hatte man da mit seinen Missionspartnern ein gutes Los gezogen, sodass schnell ersichtlich wurde, dass Hebi lediglich fragte, um zu erfahren, welche Rolle Yami in seinem Spiel einnehmen würde. Viel bekam er zwar nicht raus, aber das, was er erfuhr, konnte er nutzen.
    Elf Jahre? Jung, unerfahren, formbar. Mag gruselige Bücher? Brauchte vermutlich etwas länger, um ihn psychisch an seine Grenzen zu bringen. Plüschbären? Okay, das ist seltsam.
    Natürlich realisierte der Sakkaku auch, dass die Stimme des Hinketsus schwankte, als er von seinen Eltern sprach, bohrte jedoch nicht weiter nach. Offensichtlich schien er nicht gerne über sie zu reden - ihn noch weiter auszufragen, wäre dem Zweck der Informationsbeschaffung abträglich und der Junge würde nur dichtmachen. Leider Gottes würde er ihm wohl auch nicht helfen können, was das Ablenken anging, hatten seine Narben denselben Ursprung als die eigenen. "Erzeuger.", gab er unberührt von sich und starrte weiter lethargisch geradeaus als sie liefen und liefen, "Hatten zu viel Langeweile." Hebi wusste, dass sie kein Training im Sinn hatten, als sie auf ihn eindroschen, weil er sein Spielzeug liegen ließ, also konnte er nur davon ausgehen, dass sie einfach nichts besseres zu tun hatten. Klar gab es da noch die Möglichkeit des Disziplinarverfahrens, aber Hebi war bereits in jungen Jahren derart verschroben und unbelehrbar, dass die keine Besserung mehr brachten, egal, wie oft sie ihn aus dem Haus schmissen, seine Arme über die Flamme des Herds hielten oder mit Messern und Kunai auf ihn einstachen. Eigentlich grenzte es an ein Wunder, dass sie ihn nicht längst umbrachten. Und der Hinketsu konnte davon vermutlich ebenfalls ein Lied singen. Ob es ihm tatsächlich damit besser ging, sowas zu erfahren? Ob es tatsächlich eine Ablenkung war?
    "HEEHEEY, HEEEBIIII!!!" Wenn nicht das, dann war es Toru. Toru, der wie ein alter Mann an seiner Axt über die Straße krüppeln wollte und sich aufs Gesicht legte. Hebi beobachtete das Spektakel mit nach oben gezogener Braue und ging zu dem Kazegawa herüber, um ihn mit dem Fuß auf den Rücken zu drehen oder ihm zumindest den Impuls zu geben, es selbst zu tun. "Was machst du Spinner hier? Solltest du nicht im Nest bleiben, bis es dir wieder besser geht?" Besser aussehen tat er nämlich nicht. Eher schlimmer.
    Aber was machte er nun mit ihm? "Steh auf - wir gehen zurück zur Herberge, gehen noch allen Scheiß für heute durch und machen uns dann auf den Weg." Und duschen musste Hebi auch noch. "Ansonsten bleibst du die nächsten Stunden hier liegen und wartest. Trittst dich sicher fest bis dahin." Mitleid? Kannte er nicht. Außerdem war Toru selbst Schuld, wenn er trotz Krankheit durch die Gegend rannte. Kroch. Was auch immer. "Was ist überhaupt mit Reika? Wollte die Tante sich nicht um dich kümmern, solange du krank bist? Ich bin mir sicher, ich hab sowas ähnliches gehört, als ich zur Tür raus bin."
    Das Rotauge starrte zu einer Uhr, die an einer Kirche prangte. Es war fast zehn, die große Glocke des Turms würde bald schlagen. Zwei Stunden hatte das Team noch, bis es am Hafen sein musste, um den Doktor zu holen und anschließend zum Dorfmeister zu bringen. Warum überhaupt? Hebi rätselte. Jetzt, wo das Ninja-Team da war, konnte es dem Typen doch eigentlich egal sein, was passierte. Sie würden sich um alles kümmern und wenn sie weg waren, hatte er sein glückliches, gut gelauntes Dorf wieder. Oder vertraute er ihnen etwa nicht? "Was für eine Schande~"
     
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  19. Kazegawa Toru

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    Plötzlich war alles so dunkel und hart. Hinter seinem Rücken sprachen die Leute über ihn, zwischendrin hörte Toru auch vereinzelte Ausdrücke von Entsetzen. Zwei oder drei hielten ihn für tot und ein Kind piekte ihn probeweise mit einem Stöckchen. Dann trat Hebi näher. Genau genommen etwas zu nahe. So nah, dass er Toru seine Schuhspitze in die Seite stieß, dieser von dem übertragenen Impuls aus seiner Ruhelage gestoßen wurde und die abschüssige Hauptstraße entlang wegkullerte bis seine Irrfahrt von einem Haus gestoppt wurde. "Nur noch fünf Minuten Opa. Mir geht's heute nicht so gut. Tante Reika wollte mich mit feuchten Tüchern ersäufen und ist dann mit dem Duftzeug abgedampft. Klopapier hat sie auch keins dagelassen. Leb wohl Welt." Dann lag er reglos eine Weile im Schatten des Hauses, bis leises Schnarchen hörbar wurde. Dieser Shinobi würde seinen Posten nicht verlassen, selbst wenn Stürme und Gezeiten und der Himmel selbst über ihm zusammenbrachen! Außerdem träumte er gerade von Erdbeertorte. Niemand sollte einen Mann wecken, wenn dieser gerade von Erdbeertorte träumte. Dann erledigte sich das jedoch von ganz allein, als ein fast schon schmerzhafter Stich der Erkenntnis sich durch Torus Hirnrinde bohrte, seine Alarmglocken schlug und alle Systeme in den Wachzustand beförderte. "Ich hab's! Die Erdbeertorte war an allem Schuld! Jemand hat den Bäcker vergiftet... also der Bäcker hat die Torte vergiftet... äh... die Erdbeeren sind Gift für die Torte... na egal... was ich sagen wollte... was... GIEFFFT!" Alles fühlte sich so schwammig an in seinem Kopf. Er sah doppelt: Neben Hebi stand jemand. Ein Nicht-Hebi auf den zweiten Blick. War das eine von diesen Nahtoderfahrungen bei denen er nun seinen Körper verlassen hatte und von Außen darauf hinabblickte? Seit wann sah er denn wie eine lebendig gewordene, umherwandelnde Jacke aus? Ob er, so körperlos wie er war, sich bemerkbar machen durfte? Konnte er es überhaupt? "Hulllllo, schbin Trrrruh Krzugawwa." Der Straßenbelag vorm Mund machte es auch nicht leichter. Das letzte Mal hatte er sich so gefühlt, als er Fushigi-sensei gebeten hatte, ihm Poweryoga beizubringen. Kein Wunder dass sie eine der Stärksten Lehrerinnen der Akademie war. Hmm.. der Belag schmeckte komisch. Vor Torus Mund begann sich leicht grünlicher Schaum zu bilden, der einen interessanten Kontrast zu seinem blassen, pergamentartigen Hautton bildete. Da sage noch einer der Tod hätte keinen Stil...
     
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  20. Hinkétsu Yami

    Hinkétsu Yami Member

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    Die gelben Augen des Jungen weiteten sich unmerklich, doch ansonsten war ihm die Überraschung nicht anzumerken - beinahe zwanghaft tappte er weiter neben Hebi her, das Gesicht stoisch auf den staubigen Boden gerichtet. Wer hätte das gedacht? Genaugenommen hatte er auf soetwas wie eine schwierige Mission oder einen Unfall getippt, aber das sein Vater... seine Eltern.. dafür verantwortlich waren, war dem Jungen nicht wirklich in den Sinn gekommen. Sicher war er sich dessen bewusst, das es in der Ninjawelt mit Sicherheit noch mehr von dieser wunderbaren Art von Eltern geben musste, das Hiru an sich kein Einzelfall sein konnte, aber anscheinend sah Yami noch nicht schwarz genug. Musste man denn immer sofort das Schlimmste annehmen? Konnte es nicht einmal eine andere Antwort geben, eine, die einen weniger grausamen Ursprung hatte? Unwillkürlich flackerte der Hass in dem Jungen auf, und er kaute auf seiner Unterlippe herum, um sich zu beruhigen. Scheiße. Warum hatte er fragen müssen? Warum hatte er nicht einfach seine Klappe gehalten? Jetzt würde er jedes Mal, wenn er die Narben des Älteren sehen konnte, auch automatisch eine Vorstellung davon haben, wie jede einzelne Wunde entstanden war - verbrannt, gestochen, zerschnitten. Von...
    Egal!
    Yami blinzelte, als ob er so die unliebsamen Gedanken loswerden könnte, und konzentrierte sich auf die Steine, die auf der Straße lagen. Während er seinen Unmut an den armen Dingern ausließ und sie den Weg entlangkickte, atmete er einmal tief ein, um herunterzukommen. Jetzt war wohl kaum der Zeitpunkt, um über seine Vergangenheit nachzudenken. Und über die des Sakkaku auch nicht. Klar, natürlich war dort eine eigenartige, morbide Neugierde in ihm, wie es wohl dazu kam, aus welchem Grund oder zu welchem Ziel Hebis Eltern ihn misshandelten ("Hatten Langeweile" zählte für den Hinkétsu nicht als triftiger Grund) - konnte er selbst schließlich ein Lied davon singen. Aber es kam ihm einfach falsch vor, über 'das Thema' zu reden, davon abgesehen, das er es nie von sich aus ansprechen würde - dieses eine Mal ausgeschlossen, wusste er es schließlich nicht besser, als er Hebi auf seine Narben ansprach. Okaaay, Schluss! Mit aller Macht zwang Yami sich, an etwas Anderes zu denken. Irgendwas, das nicht ganz so negativ war. Die Mission. Oder..Sein Bruder! Was der Zwerg wohl treibt?
    "Sakura, sakura, yayoi no sora wa~"
    Während Yami leise in seinen Schal summte, verpasste er seinem neuen Beschäftigungsobjekt - dem Stein - bei jeder Silbe einen Tritt. Es war nur ein kurzes Kinderlied, Yuito hatte es irgendwann mal gesungen, und es hatte eine sehr schlichte Melodie - wunderbar geeignet, um jegliche Gedanken einfach abzutöten. "Mi-ra-ta-su ka-ghi-RI~" Mit der letzten Silbe holte der Hinkétsu aus, und sein Spielzeug flog die Straße entlang, außer Reichweite. Oh, mann. Bevor er sich jedoch einen neuen Kiesel aussuchen konnte, um seine Konzentration auf das Lied nicht zu verlieren, kam ihm die richtige Ablenkung entgegengetaumelt, in Form des kranken Toru.

    Während der Hinkétsu seine Schadenfreude unterdrückte, folgte er dem Sakkaku, der geradewegs auf den gefallenen Krieger zuging. "Was machst du Spinner hier? Solltest du nicht im Nest bleiben, bis es dir wieder besser geht?" Gute Frage. Während Hebi ihm die Wahl ließ zwischen aufstehen und mitkommen oder liegen bleiben und Teil des Straßenbelags werden, schaute Yami den Gestreiften genauer an. Anscheinend hatte er etwas sehr, sehr Falsches gegessen - wie konnte man von Dünnpfiff so ... tot aussehen? Der Hinkétsu überwand sein Verlangen, dem Kranken mit einem Stock ins Gesicht zu pieken, um irgend eine Reaktion herauszufordern, und kratzte sich stattdessen am Ohr. Komischer Typ. Schon bei ihrem ersten Treffen, bei dem Job mit den ganzen Bekloppten auf dem Fest, hatte der Schwarzhaarge das Gefühl gehabt, das mit dem Kazegawa irgendwas nicht so ganz stimmte. "Was ist überhaupt mit Reika? Wollte die Tante sich nicht um dich kümmern, solange du krank bist? Ich bin mir sicher, ich hab sowas ähnliches gehört, als ich zur Tür raus bin." Wer ist Reika? Noch ein Teammitglied, das das Rotauge nicht erwähnt hatte? "...Wer is' Reika?" Yami schaute kurz zu Hebi auf, bevor er wieder auf Toru starrte, der auf einmal anfing, wirres Zeug zu schreien - irgendwas von wegen Erdbeeren und Bäcker und Gift; der Elfjährige konnte sich keinen Reim darauf machen. Genauso wenig wie auf die grüne Spucke, die sich auf einmal vor dem Mund des Anderen sammelte. Unwillkürlich trat der Hinkétsu einen Schritt zurück. Was auch immer sich der Typ da eingefangen hatte, er konnte wirklich getrost darauf verzichten, es auf seinen Schuhen kleben zu haben. Obwohl es Toru vielleicht helfen würde, wenn er sich erbrach - so würden die Reste dessen, was auch immer er auch gegessen haben mochte, schneller herauskommen. Wenn er es nicht schon verdaut hatte.. Der Gelbäugige schüttelte sich. Manchmal war es wirklich praktisch, wenn man Ärzte als Eltern hatte, besonders, wenn er da an den Medizinschrank dachte, der bei ihnen rumstand. Aber in solchen Momenten, wie jetzt zum Beispiel, konnte er auf das so unfreiwillig erhaltene Hintergrundwissen eigentlich getrost verzichten. Bah. Eklig. Aber vielleicht sollte er es dem Jungen ja trotzdem vorschlagen? Schlechter als sowieso schon konnte es ihm ja wohl kaum gehen. Naja, doch, es ging noch schlechter, aber dann würde der Kazegawa nicht mehr länger unter den Lebenden weilen. Nicht, das es ihn groß kümmerte - aber irgendwie hatte der Schwarzhaarige keine große Lust darauf, bei seiner ersten Mission jemanden wegen Dünnschiss und Kotzerei sterben zu sehen. Da fehlte irgendwie der kämpferische Aspekt, durch den die Ninja ja normalerweise zugrunde gingen...
    Yami ging ein Stück neben Toru in die Hocke und schaute ihn an. "Du solltest dich ma' richtig auskotzen, das hilft vielleicht. Aber.. dreh dich in die andere Richtung, die Blumen da freuen sich bestimmt über n' bisschen Dünger." Ha, oder er ruinierte den Leuten einfach den Vorgarten, wenn die armen Blümchen jämmerlich eingingen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. Juni 2015
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