Das Spa Enoshima

Dieses Thema im Forum "Yugakure" wurde erstellt von Takeshi Rai, 24. Sep. 2018.

  1. Takeshi Rai

    Takeshi Rai Genin

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    ~Off: Das Spaabenteuer~

    Das Leben eines Shinobi war mit vielen Gefahren, Intrigen und Verschwörungen geprägt. Dies zehrt nicht nur an den Kräften ebendieser, nein, es gab so gut wie keinen richtigen Zeitpunkt sich davon zu erholen – das Böse schläft nie! Nichtsdestotrotz gab es mal die ein oder andere Woche in denen kein Terror die Welt beherrschte. So obliegt dies den Shinobi, die sich tagtäglich die Aufgabe zu Herzen nahmen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Und so einer war auch Rai, denn dieser kam gerade von einer seiner letzten Missionen. Auf dem Weg nach Hause entdeckte er dieses wunderschöne Spa im Reich des heißen Wassers. Sogleich er sich das Gefühl einer Massage und einem Bad in einer heißen Quelle hervorrief, so entsandte er sich eines Besuchs in diesem Ort. Schon allein der Duft des heißen Wassers machte ihn ganz verrückt nach so einem kleinen Urlaub. Und ja, eine heiße Quelle entledigte sich eines wundervollen Dufts. Nicht jeder war der totalen Entspannung zugeneigt. „Pfft, immer diese Workaholics.“

    Der Eingangsbereich des Spas wirkte sehr einladend; die Mitte des Raumes wurde von einem roten Teppich ausgefüllt, der sich bis zum Ende der Halle zog – er mündete fast direkt in den Fahrstuhl hinein. Womöglich führte dieser zu den Zimmern im oberen Teil des Gebäudes. Vom Eingang aus betrachtet, verfügte das Spa auf der rechten Seite der Halle auch über einen Anmeldepult. Wenn man dann den Blick zur linken Seite schwenkte, dann konnte man dort den Zugang zu den Umziehmöglichkeiten erkennen, hinter denen wahrscheinlich auch der interessante Teil der ganzen Sache lag – die heißen Quellen. Im Grunde genommen diente der linke Teil der Halle, der mit einer großen durchsichtigen Schiebetür abgegrenzt wurde, als Verteiler, denn dort befand sich auch der große offene Eingang zu den Essräumlichkeiten. Diese konnte man sich als separate Räume vorstellen, also jeder Tisch verweilte in einem gesonderten Raum, versperrt durch eine halbdurchsichtige Schiebetür. Das Ganz hier wirkte auf Rai richtig heimelich, denn er fühlte sich gleich wie zu Hause. Ihm fielen auch die vielen verschiedenen Pflanzen auf, die die Atmosphäre des großen Empfangsbereichs etwas auflockern sollten. Er konnte so lange staunen wie er möchte, aber irgendwann musste er dann doch einchecken. Also begab er sich schlussendlich zum Anmeldepult, an dem ihn eine nette Frau begrüßte: „Willkommen in unserem Spa Enoshima. Was kann ich für Sie tun?“ Sie wirkte recht freundlich, auch ein Lächeln zierte ihre Miene. „Ich bin auf der Durchreise und glaub, dass mir ein wenig Entspannung guttun würde.“ Auch der Takeshi brachte ihr die angebrachte Freundlichkeit entgegen, so war er doch von Haus aus freundlich. „Sehr gerne. Sie haben es hier gut erwischt, denn wir sind hier weit und breit das Spa mit dem größten und besten Angebot! Wir bieten Ihnen einen Zugang zu den heißesten und besten Quellen, die Sie hier finden werden. Zu jedem Bad in unseren Quellen, bekommen Sie eine kostenlose Massage obendrauf, die Sie ganz nach Ihren Wünschen anpassen können. In unserem All-Inclusive-Angebot versteckt sich auch das kostenlose Benutzen unserer Bar – auch das Essen ist von früh bis abends inkludiert. Insgesamt haben Sie die Wahl zwischen zwei Angeboten: der Casual-Aufenthalt oder der All-Inclusive-Aufenthalt. Ersteres wird nicht mit kostenlosem Essen und Benutzen der Bar vergütet. Dafür ist es aber billiger. Für welches entscheiden Sie sich?“ Für Rai hörte sich das alles äußert gut an, überhaupt das Essen machte ihm das All-Inclusive-Angebot schmackhaft. Wann gönnte er sich denn schon etwas? „Ich würde gerne das All-Inclusive-Angebot nehmen. Ist es in Ordnung, wenn ich meinen Besuch hier jeden Tag verlängern kann und auschecken kann wann ich will? Sie wissen schon, der Beruf…“ Die Rezeptionsdame entgegnete ihm schnell und freundlich: „Natürlich können Sie das. Ich trage nur noch schnell Ihre Daten ein und dann können Sie auch schon Ihr Zimmer beziehen.“ Nach der raschen Aufnahme der Daten und der Bezahlung, machte der Shinobi sich auf den Weg in sein Zimmer, welches sich im ersten Stock befand. Natürlich nahm er dabei auch die Treppe, denn fit mach mit! Oben angekommen, verstaute er erstmal seine Sachen im Kleiderschrank des Zimmers. Darunter befanden sich diverse Sachen wie Kleidung, seine zwei Bücher und auch seine Ninjawerkzeuge. Wieso sollte er diese hier schon gebrauchen? Auch sein Stirnband verstaute er behutsam im Schrank. Als sich schon auf den Weg in das heiße Bad machen wollte, entschloss er sich doch eines seiner Bücher mitzunehmen; gerade erst hatte er diesen Krimi gekauft und er wollte ihn unbedingt weiterlesen.

    Im Umkleidebereich für Männer angekommen, entledigte er sich seiner Kleidung, entnahm ein Handtuch aus dem Wäscheschrank, welches er sich sogleich um seine Hüfte band, und öffnete die Tür zum Ziel der Reise: Die heiße Quelle. Just strömte ihm die angenehme Wärme ins Gesicht und übermannte ihn mit Gefühlen von Entspannung. Der Bereich hier war abgegrenzt zum Bereich der Frauen, das war klar. Lag irgendwie auf der Hand oder? Der steinerne Bereich um die heiße Quelle war mit Liegen und Stühlen zugekleistert. Und wie es den Anschein hatte, hatte die Dame an der Rezeption auch nicht gelogen, denn der Andrang hier war so groß, dass der Takeshi es schwer hatte eine freie Liege zu finden. Nichtsdestotrotz fand er schließlich eine und reservierte sie für sich, indem er sich seines Buches und Handtuchs entledigte. So, nun stand er nackt da… was ein Anblick. Um dieses Bild zu vervollständigen, bewegte er seinen Adoniskörper in Richtung Becken und ließ ihn darin verschwinden. Jetzt konnte er endlich richtig entspannen… nackt.
     
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  2. Kinzoku Kenta

    Kinzoku Kenta Chuunin

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    Puuuh ... nach so vielen Missionen in Yuki war es wirklich dringend nötig gewesen, sich mal Urlaub der entgegengesetzten Richtung zu gönnen! Kenta war zwar niemand der unbedingt darauf bestand zu verreisen - er hatte ja doch überwiegend stille Hobbies (oder zumindest solche, denen man überall wo es Idioten gab nachgehen konnte) und war es von zuhause bisher kaum gewohnt ins Ausland zu fahren - aber wenn er jetzt eine Gelegenheit zu ausgedehnten heißen Bädern vernachlässigt hätte, wäre er zweifellos völlig eingefroren. Naja, nicht wirklich. Eigentlich überhaupt nicht. Aber es hatte witzig geklungen und er war noch nie in so einer Einrichtung gewesen, also warum denn eigentlich nicht? Er hatte sogar einen Mitreisenden gefunden ... dem Kenta gerade grinsend zuwinkte. Er grinste ständig - und ließ sich davon auch nicht abbringen, als ein wenig heißes Wasser zwischen seinen Zähnen in seinen Mund strömte, denn er befand sich unter Wasser und tauchte, als Tamaki es ebenfalls hockend bis zum Boden schaffte und sich hier unten umguckte - das war der Anlass des Winkens gewesen. Es war ganz witzig hier - angenehm heiß, und dass sie im Wasser waren hieß dass trotzdem kein nerviger Schweiß entstand. Sie hatten ein relativ kleines Becken ausfindig gemacht, in dem Moment sonst keiner hockte - vielleicht weil die Aussicht über dem Wasser hier nicht so szenisch war, wer vermochte das schon zu sagen?

    Für den distinguierten Urlauber aber, der sich gewitzt und kreativ unter der Oberfläche versteckte, kam man in den zugegebenermaßen etwas fragwürdigen Genuss bis dahin ganz unvertrauter Anblicke - zum Beispiel wie es vom Wasser aus betrachtet aussah, wenn jemand nackt ins Becken stieg. Kenta legte kurz den Kopf schief, dann sprang er aus seiner unter Wasser hockenden Position nach oben - mit genug Schwung dass er beim Durchbrechen der Oberfläche eine kleine Welle auslöste. Nachdem er erstmal heftig den Kopf geschüttelt hatte, um ein bisschen von dem Wasser aus seinen tiefroten Haaren zu bekommen, machte er den Neuzugang ausfindig - und schüttelte gleich nochmal den Kopf. "Meine Güte, Mensch! Nimm mal ein bisschen Rücksicht auf uns unschuldige kleine Taucher hier!" Beschwerte er sich. Dass das hier definitiv kein Schwimmbad mit Tauchbecken war überging er ganz elegant - und nicht zuletzt sollte gleich klar werden dass Kenta es vielleicht nicht vollkommen ernst meinte, als er mit einer Hand unter das Wasser griff und dort vorsichtig herumfischte - bis er Tamakis Schulter fand und ihn sachte nach oben zog.

    "Guck mal! Der Kleine hier ist völlig schockiert von deiner Anstößigkeit." Verkündete Kenta mit der Miene eines Moralwächters, und verließ sich darauf dass Tamakis übliche, etwas rätselhafte Art als verstört rüberkommen würde, wenn er vorher das Stichwort angeboten hatte ... überhaupt, wer war der Kerl eigentlich? Die einzige blauhaarige Person die Kenta kannte war diese hoffnungslose Weltretterin namens Mai ... dieser Typ sah auf den ersten Blick aus als würde er vor dem Frühstück erstmal ein paar Gewichte heben, und möööglicherweise ein bisschen viel auf sein äußeres geben. Kenta würde aber mal seine Reaktion abwarten bevor er seine intellektuellen Fähigkeiten endgültig einwertete. Prickelnd waren sie aber vermutlich nicht...
     
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  3. Yagami Tamaki

    Yagami Tamaki Genin

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    Tamaki konnte es kaum glauben. Er war tatsächlich auf einen Urlaub geschickt worden. Und seine Mutter hatte die Entscheidung nur ein ganz kleines bisschen missbilligend aufgenommen. Sein Vater, der sich fast mehr über Tamakis neueste Erfolge freute als dieser selbst, war auf die glorreiche Idee gekommen, seinen Shinobi-Sohn nach Enoshima zu schicken, um dort Hiroe-hime, einer befreundeten Handelspartnerin, einige Dokumente zu überbringen, die die Lieferung für zwei Kisten feinster Mandarinentörtchen nach Soragakure festzurren sollten. Miho hatte der Auftragserteilung skeptisch beigewohnt und ihr schließlich nur zugestimmt, wenn Tamaki in Begleitung eines weiteren SoraNin reiste. Was nun auch nicht weiter schlimm war, denn er durfte sich seinen Reisegefährten selbst aussuchen. Dass die Wahl auf Kenta fiel… bedurfte wohl keiner weiteren Worte.

    Dass sie nun gerade in einem Nobelhotel mit Onsen und allen weiteren Schikanen gelandet waren… nun gut. Das hohe Fräulein Hiroe war hier Dauergast und so lag es nahe, das Team aus Sora ebenfalls hier einzuquartieren (auch wenn Tamaki vermutete, dass seine Mutter hier die Finger im Spiel gehabt hatte, um seinem armen Vater mit der Hotelrechnung die Tränen in die Augen zu treiben). Aber wenn sie nun schon einmal hier waren, konnten sie es sich auch gutgehen lassen. Selbst wenn Tamaki damit anfangs etwas überfordert war. Kentas Gesellschaft war er ein bisschen aufgetaut und dümpelte nun leicht teilnahmslos, aber doch zufrieden in einem der warmen Becken herum. Zumindest bis Kenta aus irgendeinem Grund tauchen wollte. Also gut... Tamaki tat einen tiefen Atemzug und versuchte, sich irgendwie schwer zu machen, was gar nicht so leicht war, wenn man sonst kaum Masse hatte. Als kleines Päckchen mit angezogenen Armen und Beinen sank er dann schließlich doch auf den Grund des Beckens und sah dort erst einmal Kenta, der ihm grinsend zuwinkte. Der Suzuya löste zögerlich einen Arm, um halbherzig zurück zu winken, als die untere Hälfte eines weiteren Menschen ins Becken trat. Die obere Hälfte zeichnete sich verschwommen über der Wasseroberfläche ab (alles andere hätte Tamaki wirklich verstört). Kenta nutzte die Ankunft des Fremden natürlich gleich, um einen neuen Schabernack zu treiben. Der Suzuya blieb erst einmal wo er war, in der Hoffnung, dass der Unbekannte die Flucht ergriff, bevor ihm hier unten die Luft ausging. Aber nichts da. Mit sanfter Gewalt aus dem Hause Kinzoku wieder an die Oberfläche befördert, tauchte er auf und guckte die beiden an wie ein begossener Pudel, unschlüssig was er jetzt tun sollte.
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. Nov. 2018
  4. Takeshi Rai

    Takeshi Rai Genin

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    Da wollte man sich einfach nur richtig entspannen, weil man so harte Arbeitstage hinter sich hatte… da wird man einfach von der Seite angepöbelt. Naja, vielleicht traf dieses Wort wohl eher nicht zu, denn irgendwie konnte man einen leicht sarkastischen Unterton aus der Stimme des rothaarigen Jungen heraushören. Mit einem schiefen Blick drehte sich der Takeshi zu diesem Individuum hin. Und was er da sah, ließ ihn leicht schmunzeln. Ein sehr enthusiastisch wirkender Rotschopf, der mit der linken Hand den Kopf eines ersichtlich mageren Jungen umklammerte – ein Bild für Götter. „Du weißt schon, dass ich dich bei diesem Anblick nicht ernst nehmen kann oder? Außerdem glaube ich auch nicht, dass du das ernst meinen kannst.“, verkündete Rai und ihm entkam ein kleiner Lacher. „Ach komm, außerdem sind wir hier alle unter Männer. Falls du dich irgendwie bedrängt fühlen solltest, dann wäre dort hinten der richtige Ort.“ Dabei deutete er mit dem Daumen in die Richtung der großen hölzernen Trennwand, welche sich um die Geschlechtertrennung kümmerte. Auch ließ er es sich nicht nehmen dabei auch den angeblichen Jungen anzublicken, dessen Kopf gerade von einer Hand umgriffen wurde. Sah der Typ nicht ein wenig weiblich aus? Naja, der würde schon wissen welche Abteilung die richtige für ihn ist.

    Irgendwie kam in Rai gerade das Gefühl hoch, dass er heute nicht mehr zum Entspannen kommen würde. Lag es an der Ausstrahlung dieses Rotschopfs? Es kam ihm so vor, als ob dieser so eine Art Magnet für Probleme sein könnte. Er konnte sich dabei auch täuschen, aber bis jetzt hatte ihn seine Intuition und Menschenkenntnis noch nie im Stich gelassen. Und so offen wie Rai auch war, so gierig war er auch darauf neue Menschen kennenzulernen. Das Gefühl von grade verstärkte sich nur noch mehr und mittlerweile hatte er sich auch damit abgefunden. Er wandte sich wieder den beiden zu und stellte sich nun vor: „Mein Name ist Rai. Ich hab‘ mir gedacht, dass ich mal Urlaub brauche und nun bin ich hier. Was treibt euch zwei hierhin?“ Aber vielleicht tat dieser bevorstehende Ärger dem Takeshi auch gut, denn immerhin mochte er das Kämpfen – die Art und Weise war dabei egal. Mal schauen, was dieser Urlaub noch so mit sich bringen würde - was vor allem davon abhing, ob die zwei deren Urlaub gemeinsam mit dem Blauhaar verbringen mochten. Aber wer konnte schon diesem sympathischen und charismatischen Kerl widerstehen?
     
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  5. Kinzoku Kenta

    Kinzoku Kenta Chuunin

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    Kenta hielt seine Miene noch einen Moment aufrecht, dann zuckte er mit den Schultern und ließ Tamakis (Schulter) in der selben Bewegung los. "Ich finde zwar es wäre nicht zu viel verlangt mal kurz nach Mitbadenden zu spähen bevor du deinen Tauchsieder ins Becken hängst, aber sei's drum." Räumte er grinsend ein, und glitt nach hinten, bis er sich an den Beckenrand lehnen konnte. Offensichtlich war der Bursche relativ unempfindlich für Verwirrung - Kenta stellte sich zwar vor dass das vorwiegend an einer dröhnenden Leere in seiner Gehirnverpackung lag, aber das gehörte hier ja nicht hin. Jedenfalls noch nicht. Falls ihm später so langweilig wurde dass er sich nach einer Schlägerei umschaute, wäre es vermutlich keine schlechte Idee, Rai zu beleidigen ...

    Aber für den Anfang war er noch bereit, die wohlige Hitze des Beckens zu genießen. "Hmm ... letztlich auch sowas wie Urlaub." Erwiderte er nach kurzem Überlegen. Zwar hatten sie nominell einen Auftrag von Tamakis Vater (der offenbar mit Süßigkeiten handelte - kein Wunder dass der Junge immer irgendwas dabei hatte) aber den meinte vermutlich sogar ihr Auftraggeber eher als Prämisse für eine kleine Lustreise. Immerhin konnte man Dokumente auch durch Boten überbringen lassen. "Ich bin sonst nicht so der Onsenliebhaber, aber wo es schon mal zum Hotel gehört, warum nicht?" Und die Hitze war eine interessante Erfahrung ... das war auch der wesentliche Grund für den kleinen Tauchgang gewesen. Hmm. Jetzt wo sie zu dritt waren könnte man ja mal drüber nachdenken gemeinsam was anzustellen, oder? Einfach nur hier hocken wurde ja auch ein bisschen dröge.
    "Ich bin übrigens Kenta, und unser schüchterner Freund hier ist Tamaki." Erklärte er mit ein bisschen lässiger Verspätung, nachdem Rai schonmal seinen eigenen Namen gesagt hatte. "Was macht man hier denn so, wenn du dich offenbar schon auskennst?" Fragte er bei Rai nach, und formte ohne hinzuschauen einen stahlglänzenden kleinen Quader mit Noppen auf der Spitze in seiner rechten Hand, wie er zu irgendeinem Bausatz oder Kinderspielzeug gehören könnte. Einen kleinen Moment betrachtete er das Metallgebilde - perfekte Form - dann schnippte er es über seine Schulter in Richtung des Gangs zur Dusche. "Einfach im Becken sitzen wird ja doch ein bisschen langweilig, hm?" Irgendwo hinter ihnen gab es ein dumpfes "Unngh!" und jemand hüpfte einbeinig ein paar Schritte weiter - was Kenta dazu veranlasste sich kurz umzuwenden und breit grinsend wieder umzudrehen. "Auch wenn ich mich wohl ein Weilchen beschäftigen könnte, wenns sein muss." Räumte er ein - plötzlich nicht nur oberflächlich eine erhebliche Ähnlichkeit zur Grinsekatze entfaltend.
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. Jan. 2019
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  6. Yagami Tamaki

    Yagami Tamaki Genin

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    In was für eine Situation war er denn nun wieder hineingeraten? Gut, da Kenta bei ihm war, stellte sich die Frage nicht wirklich, denn wenn der Kinzoku Langeweile hatte, suchte er sich selbst Stress. Oder schuf sich welchen wie in diesem Fall. Bislang hatten sich die Auswirkungen zwar von Tamaki ferngehalten, aber irgendwann würde auch Kenta einmal seinen Meister finden. Ob es sich dabei um den blauhaarigen Kerl handelte, den er sich als neuestes Opfer herausgepickt hatte, vermochte der Suzuya noch nicht zu sagen - und blieb gerade deshalb sehr vorsichtig. Der trügerische Schutz, den Kenta ihm bot, konnte nämlich schnell ins Gegenteil umschlagen.

    Nichtsdestotrotz – oder vielleicht auch gerade weil sie etwas brisant war - fand Tamaki die unerwartete Begegnung recht interessant. Zwar war ihm der Kopf vom Tauchen im warmen (um nicht zu sagen heißen) Wasser noch ganz rot und auch die Augen brannten ihm ein wenig, aber das verging hoffentlich bald, selbst wenn der aufsteigende Dampf nicht unbedingt zur Kühlung beitrug. Nachdem Kenta seine Schulter losgelassen hatte, stellte sich der Suzuya dann auch etwas aufrechter hin und verbeugte sich, als sein Name fiel. „Freut mich, Rai-san.“, ließ er vernehmen und stellte damit unter Beweis, dass er der Sprache doch mächtig war. „Wir haben einen geschäftlichen Botengang für meinen Vater erledigt und ruhen uns jetzt noch ein wenig aus.“, ergänzte er. Die Unternehmung war ja kein Geheimnis und ohnehin schon in Sack und Tüten, wie es so schön hieß.

    Gespannt verfolgte Tamaki den weiteren Verlauf des Gesprächs und sah nur nebenbei aus dem Augenwinkel, dass Kenta … irgendetwas vorbereitete, aber was es war, konnte der Suzuya erst erkennen, nachdem es fertig war. Makibishi wollte seinem Spitznamen also wieder einmal gerecht werden... Tamaki wandte nur halb interessiert den Kopf nach dem weggeschnippten Klötzchen. Er wusste schon, was gleich kommen würde. Drei… zwei… eins… Aua. ‚Ach Kenta… eine Front reicht dir einfach nicht.‘ Kaum hörbar seufzte der kleine Genin und richtete den Blick wieder auf Rai. Was der sich bei der ganzen Aktion wohl denken musste? Einmal mehr hätte Tamaki gern Mäuschen gespielt und einen Blick auf die Emotionen des jungen Mannes geworfen. Aber das war wohl der Preis, wenn man ein Bluterbe am falschen Ort abbekommen hatte…
     
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  7. Dokúiki Takeo

    Dokúiki Takeo Genin

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    In den letzten Wochen hätte man wahrlich denken können, dass Takeo verliebt war. Warum? Es fing schon bei den kleinen Dingen an, die nur seiner Familie auffielen. Er träumte zwar schon immer viel, aber neuerdings saß er deutlich mehr herum und verbrachte seine Zeit damit, Löcher in die Luft zu starren. Ihn aus seiner Traumwelt zu reißen war kaum noch möglich. Viel merkwürdiger war es jedoch, dass er angefangen hatte, der körperlichen Ertüchtigung zu frönen, die er sonst immer hintenanstellte. Sogar an seinem Taijutsu hatte er gearbeitet und das mehr als nur ein bisschen. Kein Scherz! Was war also geschehen, dass der Dokuiki so viel nachdachte und wie ein Wilder trainierte? Nein, es war definitiv keine Liebe, doch trotzdem drehten sich seine Gedanken seit Wochen nur um eine Person, die ein Feuer in ihm entfacht hatte. Kinzoku Kenta war passiert. Er war mit einem lauten Knall in seine Welt getreten und hatte sie mit einigen grobschlächtigen Hieben in Stücke gerissen. Takeo war jedoch nicht zu Boden gegangen. Er hatte die Scherben zusammengekehrt und sein Weltbild wieder zusammengeflickt. Lücken wurden dabei mit neuen Impulsen gefüllt, die vor allem in Training resultierten. Nach und nach wurden die schlechten Gedanken eliminiert, und seit einer Woche war der Spuk vorbei. Der imaginäre Kinzoku, der ihm seit Wochen von seiner Schulter schlecht zugeredet hatte, war verschwunden. Grund genug, sich mal wieder eine Auszeit zu gönnen und von der harten Arbeit der letzten Woche zu entspannen. Und wo ging das besser als in einer heißen Quelle?

    So hatte es sich begeben, dass Takeo sich seit einer Woche im Spa Enoshima herumtrieb. Um das volle Angebot in Anspruch zu nehmen und sich dennoch nicht in den finanziellen Ruin zu entspannen, hatte Takeo kurzer Hand einen kleinen Nebenjob in eben jenem Spa angenommen. Da nicht nur Gifte in seinem Repertoire vorhanden waren, war es nicht schwer, den Besitzer zu überzeugen, dass es seinem Saunabereich an ein paar ausgefuchsten Aufgüssen fehlte und Takeo genau die richtige Person war, um diese zu liefern. Er arbeitete also jeden Tag ein wenig und nahm in Pausen und nach Feierabend die Angebote des Spas kostenlos wahr. Einer dieser Momente war jetzt, denn auch wenn es sich anbieten würde, arbeitete Takeo nicht nackt, sondern machte sich für eine wohlverdiente Pause in der heißen Quelle bereit. Tiefenentspannt schlenderte er auf den warmen Tümpel zu und konnte das warme Wa- "Unngh!" Takeo hielt sich den Fuß und hüpfte auf einem Bein zur Wand, um sich festzuhalten. Was auch immer da gerade auf dem Boden lag war verschwunden. Wahrscheinlich war es in irgendeine Ecke gerutscht, denn manchmal konnte es hier ganz schön rutschig werden. Er rieb sich den Fuß und schüttelte den Kopf. Nichts, was ihn jetzt aufhalten würde. Wenn der Fuß erst einmal von heißem Wasser umströmt würde, wäre der Schmerz schnell vergessen.

    Aaaaaaaah… Die heilende Wirkung dieser Quellen war echt unglaublich. Es dauerte kaum eine Minute und das Missgeschick auf dem Weg ins Wasser war vergessen. Er tauchte kurz unter, um jede einzelne seiner Zellen in den Genuss des Wassers kommen zu lassen, und schoss dann wieder aus dem Wasser heraus. Er schüttelte sich seine strahlend bernsteinfarbene Mähne aus dem Gesicht und spähte dann über die Wasserfläche, um eine geeignete Stelle zum Entspannen zu finden. An einer Stelle blieb sein Blick hängen. Diesen großgewachsenen Blauschopf kannte er doch. „Rai-kun!“, rief er und lief grinsend auf ihn zu. Die Mission mit Rai war einer der Momente, die ihm die Geschehnisse in und um Isekai wenigstens für kurze Zeit aus dem Kopf trieb. Es freute ihn deshalb sehr, ihn jetzt in solch unbeschwerter Atmosphäre zu treffen. „Welch Zufall, dass wir uns gerade hier wiedertreffen. Was treibt dich denn hierher?“ Er blickte an Rai vorbei und stellte schnell fest, dass er nicht alleine hier war. Ein schlanker Junge mit braunem Haar stand hinter ihm und in dessen Schatten war ein weiterer mit rotem Haar. Rotem Haar? Nein. Das musste in seinem „Urlaub“ wirklich nicht sein. Er merkte, wie ihm kurz die Gesichtszüge entglitten, und ärgerte sich sofort darüber, denn Kenta hatte dies sicher gemerkt und ihn würde es freuen. Warum gerade hier?