Der Palast des Königs

Dieses Thema im Forum "Toshi no Kokka" wurde erstellt von Tatsumaki Hei, 12. Juli 2019.

  1. Tatsumaki Hei

    Tatsumaki Hei Chuunin

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    » Das Stadttor

    Nicht, dass Hei das nicht irgendwie ziemlich witzig fand - aber natürlich hätte er den Spitznamen für Mari nicht benutzen dürfen. Er würde sich wohl später entschuldigen müssen - also bei seiner Freundin - aber für den Moment war die Verwirrung wohl aus dem Weg geräumt. Zum Glück schien sich Beniko nicht mehr Gedanken darüber zu machen, wieso Hei seine Kollegin Hime nannte... oder es war ihr schlicht und einfach egal. So oder so: Mari holte das bereits entsiegelte Schreiben des Kage heraus und hielt es der weiblichen Thronfolgerin (?) entgegen. Hei beobachtete die junge Frau bei ihrem Studium des Inhalts und merkte dann einen Moment, wie sich neben ihm eine Spannung aufbaute. Ein nur angedeuteter Seitenblick auf die Hyuuga, die sich mit dem Torwächter zu messen schien - er fand es faszinierend, wie diese Seite an Mari nach und nach mehr zu Tage trat. Sie schien selbstbewusster geworden zu sein - und damit meinte er nicht überheblich. Das Selbstbewusstsein was Mari mittlerweile nach außen trug war nicht mehr die Hochnäsigkeit von früher oder eben ein Selbstbewusstsein, was aus ihrer Clanmitgliedschaft oder von ihrem Namen her rührte. Es war ein simples Selbstbewusstsein ihrer Fähigkeiten und ihrer Lebensumstände wegen, jedenfalls interpretierte das der Tatsumaki so. Es gefiel ihm. Schließlich entspannte sich die Situation, als Beniko sich bewegte und ihnen anzeigte, mitzukommen. "Ein echter Torwächter also", brummte Hei halb beeindruckt, halb ein wenig mitleidig. Das musste ein langweiliges Leben sein, aber vermutlich ein sehr respektiertes. In die Hände klatschen konnte Hei nicht, aber der Wüstensohn hätte es wohl aufmunternd getan, als sie durch die ewig langen Gänge spazierten. Frei nach dem Motto: So, los gehts! Das aber war tatsächlich noch eine Sache von mehreren Minuten, da dieses Gebäude... groß war. Nicht Mari-Anwesen-groß, nicht einmal Kage-Gebäude-groß. Es war richtig groß. Und voll! Der Chuunin empfand es bereits beinahe als Privileg auf so einem Boden laufen zu dürfen... dieser Marmorboden, der offensichtlich aus gewaltigen Stücken geschnitten war - wertvoller als alles, was er jemals besessen hatte. Vielleicht mit Ausnahme des Chakrametall-Stabes, den er nicht nutzte beziehungsweise nutzen konnte. Er unterließ es, Mari darauf hinzuweisen, aber bei den Schwertern konnte er sich dann doch nicht mehr ganz zurückhalten. "Hoffentlich ist die Stadt nicht genauso voll mit Waffen wie dieses Haus", murmelte er leise in seinen nicht vorhandenen Bart und verstummte dann wieder. Sie fanden sich nur ein paar Minuten später in einem Raum wieder - einer Halle. Zwei Männer standen sich gegenüber, bekämpften sich, trainierten.

    Es war nicht so als wäre Hei unkonzentriert, aber bei der sich entfaltenen Szenerie wurde er unangenehm daran erinnert, was in Shiro noch auf ihn wartete. Shirou. Das war vielleicht ein dummes Wortspiel, aber... wie gut er sich in den Mann da hineinversetzen konnte - den, der das Schwert an der Kehle hatte. Das war so ziemlich das, wovor der Wüstensohn sich fürchtete... eine Deklassierung. Es war doch irgendwie ein Wink des Schicksals, oder? Immerhin schien Beniko sich nicht um seine Vergleiche zu kümmern und verhielt sich anders, als es Mari wohl in so einer Situation getan hätte. Auch wenn Hei pikiert auffiel, dass sie 'To-san' sagte - so wie es im Hause Hyuuga auf gepflegt wurde. Das wiederum.... naja. Vielleicht machte er sich auch viel zu viele Gedanken um dieses Thema, aber so recht loslassen konnte der junge Mann auch nicht - diese Herausforderung seines 'Stiefvaters in spe' (oder so?) war für ihn trotz aller Aufmunterung von Mari ein Brocken. Na, zumindest Beniko schien sich überhaupt nicht an der Situation zu stören und setzte dazu an, sie wie befohlen in das 'Studierzimmer' zu bringen. Pah! Hei hätte auch gerne ein Studierzimmer... bisher war das immer sein Schlafzimmer gewesen. Hei folgte also und zuckte mit den Schultern. "Für mich keine Umstände", antwortete er und warf Mari einen kurzen Blick zu. "Senshi-san, das war also euer Vater. Gehe ich richtig in der Annahme, dass er der Thronfolger ist?" Er dachte kurz nach, strich sich die dunklen Haare nach hinten. "Besser: Wäre, wenn er das Schwert der Könige hätte, richtig?" Hei war sich nicht sicher, ob es überhaupt angedacht war, solche Informationen weiterzugeben, sollte er nicht fragen. Da es ihm aber wichtig schien, so viele Informationen wie möglich über die Vorgänge in dieser Stadt zu bekommen wie es ging, fragte er einfach ihre fröhliche Gastgeberin. "Und wer war der Mann, der mit Eurem Vater trainiert hat?" Er gab sich große Mühe, sehr formell mit der jungen Frau zu sprechen, auch wenn es ihm ob dieser gewissen Ähnlichkeit mit Mari etwas schwer fiel. Beniko schien einen Moment zu überlegen, aber dann zwinkerte sie ihm beinahe ein wenig keck zu. "Tatsumaki-san, deine Fragen sollen alle beantwortet werden, aber hab Geduld!" Die Prinzessin schmunzelte und führte ihn und Mari von der Halle weg, den Gang hinunter. 'Gleich nebenan' hieß natürlich trotzdem 'ganz schön weit weg', zumindest in diesem Haus. "Mein Vater wird euch sicher alles erzählen, was ihr wissen müsst, um das Haoken wirklich finden zu können." Zufrieden aussehend strebte sie auf eine Tür zu, die genauso groß und schwer erschien wie die restlichen und öffnete sie (mit einiger Anstrengung).

    Das Studierzimmer öffnete sich ihnen. Hei konnte beinahe ein wenig klassische Musik spielen hören, während er über den dicken Teppichboden ging, der den ganzen Raum ausfüllte. Die Schalldämmung war so gut dass er seine Schritte nicht hörte, und als er sich umsah war er sprachlos - der Raum war riesig, offensichtlich alt, mit einem gewaltigen Tisch in der Mitte der eine riesige Karte der Stadt zeigte. Die Seiten des Raumes, gesäumt von schweren Regalen aus dunklem Holz, zeigten wofür dieses Zimmer benutzt wurde. Folianten und Bücher, Rollen von Papier. Aber auch in diesem Raum waren einige Schwerter ausgestellt, aber sie schienen entweder zeremonieller Natur zu sein oder nur dekorativ. Hei fühlte Neid aufkommen. Der Reichtum war wirklich sehr ungleich verteilt in der Welt. Beniko führte Mari und ihn zu einer Ecke, in denen ein etwas niedrigerer Tisch von einigen festen Polstermöbeln umgeben stand. Sie deutete auf das Sofa, welches sich nach kurzer Zeit als gar nicht so furchtbar gemütlich herausstellte. "Mein Vater wird sicher gleich da sein. Vielleicht kann ich ja noch eine Frage von dir beantworten, Tatsumaki-san?" Sie lächelte und setzte sich ihnen gegenüber, sah kurz zu Mari. "Auch wenn ich interessiert daran bin, was mein lieber Torwächter meinte... bezüglich der Hyuuga?" Sie legte die Fingerkuppen aneinander und ihre Augen wurden ein wenig schmaler. Das Mädchen war neugierig und gleichzeitig auch nicht eben dumm, das merkte man. Nur wahrscheinlich nicht unbedingt weit gereist. Für Hei war es allerdings nichts neues, das Mari Neugierde weckte. Für ihn interessierten sich die Leute in der Regel nicht. Insofern hüllte er sich in diesem Moment in Schweigen. Er hatte seine Fragen schon gestellt, jedenfalls... für jetzt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. Sep. 2019
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  2. Hyuuga Mari

    Hyuuga Mari Chuunin

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    Ein Zimmer, das für einen Gelehrten einem Traum gleichkommen mochte – für Mari jedoch eher erschlagend wirkte. Die unzähligen Bücher, Karten, Folianten, Briefe und teilweise unordentlich gestapelten Notizen… es war eine Welt, in der sich die Hyuuga nicht wiederfand. Während Hei vor Neid platzte (nicht äußerlich sichtbar, aber innerlich dennoch vorhanden), versuchte die Braunhaarige den Blick ihrer weißen Augen möglichst wenig umherschweifen zu lassen, suchte stattdessen zielstrebig die in der Ecke des Raumes stehenden Polstermöbel auf und ließ sich ohne weitere Umschweife darauf nieder. Auf die Frage, ob sie einen Tee trinken wollen würde, schüttelte die junge Frau nur sacht den Kopf und verneinte ähnlich, wie ihr Freund es bereits zuvor getan hatte. Mari hoffte, dass der Auftraggeber baldmöglichst erschien, damit sie in ihrem Auftrag vorankamen. Sie brauchten mehr Informationen und insbesondere Anhaltspunkte, die sie abarbeiten konnten. Ihr Bauchgefühl sagte ihr, dass ihnen die Zeit davonrannte… vielleicht lag es aber auch nur an der merkwürdigen Begegnung auf offener Straße mit dem Mann, der sich ihnen als Motosuke vorgestellt hatte. Er hätte wohl in jedem Menschen mit gesundem Verstand das Misstrauen geweckt.

    Ohne es zu merken, hatte die 19-Jährige kurz in die Luft gestarrt und wurde zurück in die Realität gerissen, als der Name ihrer Familie an ihr Ohr drang. Hyuuga. Sie sah zu Beniko, die sich gegenüber der Ninja ebenfalls gesetzt hatte und die Kunoichi neugierig anfunkelte. Eine Frau, die noch nie von den Hyuuga gehört hatte? Mari konnte sich nicht daran erinnern, wann ihr das letzte Mal ein solch unwissender Blick begegnet war, sobald ihr Familienname ins Gespräch kam. Sie schätzte Beniko bisher nicht als dumm ein, weshalb der Braunhaarigen ihre Isolation als Tochter der Familie Senshi auf Anhieb als einzige Erklärung für ihr Unwissen in den Sinn kam. „Die Hyuuga sind ein alteingesessener Clan des Feuerreiches, der bereits unzählige Shinobi und Kunoichi hervorgebracht hat. Und nicht wenige von ihnen haben sich im Kriegen und Kämpfen einen Namen gemacht.“ Auch wenn derzeit kein offener Krieg herrschte, so gab es in der Vergangenheit genügend Konfrontationen dieser Art. Und auch wenn es niemand als Krieg betitelte, so waren Kämpfe auch heute noch alltäglich. „Yuuma-san wird einem Hyuuga im Kampf begegnet sein.“ Beniko horchte neugierig auf und in ihren Augen lag ein merkwürdiges Glitzern. „Ein Clan aus dem Feuerreich also. Besitzt deine Familie etwa auch ein Erbe? Deine Augen...“ Immerhin dies schien Beniko bekannt zu sein – Familien, die durch besondere Erbanlagen außergewöhnlichen Fähigkeiten besaßen. Die Mundwinkel Maris hoben sich leicht an zu einem höflichen Lächeln. „Ihr werdet verstehen, dass das ein Geheimnis meiner Familie ist.“ Die 19-Jährige wusste, dass Beniko sicherlich schnell herausfinden konnte, welche Fähigkeiten die Hyuuga besaßen – im Groben. Dafür waren die Hyuuga schlicht zu bekannt. Doch die wirklich verheerenden Dinge lagen im Detail und dies sollte – soweit möglich – eine familieninterne Information bleiben. Die dunkelhaarige Königstochter erkannte sofort die Grenze, was Mari nur noch einmal bewies, dass sie durchaus intelligent war. Lächelnd wandte sie sich an Hei und legte den Kopf ein Stück weit zur Seite. „Tatsumaki-san, zu deiner Frage…“, fing sie an, unterbrach jedoch in ihren Worten, als die Tür zum Studierzimmer schwungvoll aufgerissen wurde.

    Es trat ein Mann in den Raum, dessen Erhabenheit seinesgleichen suchte. Seine breiten Schultern, der stämmige Körper und die stramme Haltung sprachen von einem Krieger, der in das Zimmer eines Gelehrten noch weniger zu passen schien als Mari. Unter dem weiten Hemd und den ebenso weiten Hosen, die auf den ersten Blick verhältnismäßig schlicht wirkten, ließen sich die Muskeln nur erahnen – dennoch waren die Ansätze mehr als deutlich erkennbar, bevor diese unter der Kleidung verschwanden. Das kantige Gesicht und die gefurchte Stirn ließen Mari den Mann auf etwa fünfzig Jahre schätzen – doch dem ersten Eindruck nach zu urteilen, hatte er seinen Körper trotz des fortgeschrittenen Alters noch äußerst gut unter Kontrolle. Es war eindeutig der Mann, der zuvor im Trainingsraum mit dem Schwert gekämpft hatte… und doch wurde die Hyuuga sich erst jetzt über die Präsenz bewusst, die dieser Mann ausstrahlte. „To-san, nimm Platz!“ Beniko lächelte unbeeindruckt und deutete auf dem Sitzplatz neben sich. Wider ihrer Erwartung kam der Mann jedoch nur etwas näher und blieb stehen. Von oben sah er erst auf Beniko und dann auf die Ninja herab. Die sturmgrauen Augen lagen einen Moment auf Mari, dann auf Hei - auf Hei verharrte der Blick länger. „Ihr seid die Ninja, die das Haoken zurückbringen werden.“ Seine tiefe Stimme erfüllte den Raum und als er fortfahren wollte, öffnete sich die Tür zum Studierzimmer ein weiteres Mal – vorsichtig und langsam. In der Tür erschien der junge Mann, der ebenfalls im Trainingsraum gekämpft hatte… und gnadenlos besiegt worden war. Mari fiel sofort auf, dass die Erscheinung dieses Mannes Nichts war im Vergleich zum älteren Herren, der direkt vor ihnen stand. „Mein Name lautet Senshi Naoku, rechtmäßiger Thronfolger von Toshi no Kokka. Und ich bin derjenige, der nach euch geschickt hat.“ Der Jüngere schloss in der Zwischenzeit die Tür des Studierzimmers und trat näher. Auch dieser Mann war breit gebaut, keine Frage, doch seine Haltung war eher gebückt und sein Blick unstet. Mari war sich nicht sicher, was sie von ihm halten sollte – er musste ungefähr in ihrem Alter sein. „Das ist mein Sohn. Senshi Akira.“ Ah, sein Sohn also. Warum er wohl auch hier war? Der Blick des Ältestens wandte sich abrupt an Beniko. „Beniko. Bring uns Tee“, befahl er, wenn auch mit einem weichen Tonfall. Die schwarzhaarige Schönheit zögerte kurz, bevor sie jedoch nickte und ohne Umschweife aus dem Raum eilte. Naja, dann kamen sie wohl doch nicht um den Tee herum. Kaum hatte Beniko den Raum verlassen, drehte sich Naoku wieder den Ninja entgegen. „Wie gedenkt ihr, das Schwert von den Kao zurückzuholen?“, eröffnete er das Gespräch und Mari hörte den Zorn im Unterton brodeln.
     
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  3. Tatsumaki Hei

    Tatsumaki Hei Chuunin

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    Hei wusste dass Mari ihn am Anfang der Mission gebeten hatte - oder eher eine Feststellung getätigt hatte - dass es sein konnte, dass er die diplomatischen Gespräche führen musste, falls sie sich verrannte. Oder so. Hei vermutete nicht wirklich dass das der Fall wäre, und außerdem fiel es ihm im Moment noch außergewöhnlich schwr, sich auf die bevorstehende Aufgabe zu konzentrieren. Beniko stellte Fragen aus Interesse und auch wenn seine Freundin nur mehr oder weniger inhaltlich antwortete, spürte er die Unruhe in sich ein wenig größer werden. Noch immer kein Wort über den Auftrag an sich und gerade als es spannend geworden wäre, ging die Tür auf. Nun, sie wurde geöffnet... und das mit einigem Schwung. Der Mann aus dem Trainingsraum trat in das Studierzimmer, in dem Hei sich vermutlich tagelang hätte vergraben können... und seine Ausstrahlung nahm sofort den Raum komplett ein. Allerdings war Hei nicht sonderlich anfällig für diese Art Ausstrahlung. Sie ließ ihn mittlerweile eher ein wenig misstrauisch werden, denn meistens war diese Art von Selbstbewusstsein und Charisma auf den Rücken anderer Menschen aufgebaut. Zumindest war das seine Empfindung. Natürlich war Hei beeindruckt, aber es führte im Grunde nur dazu dass er noch vorsichtiger war. Hei runzelte leicht die Stirn, als der Ältere das erste Mal sprach und befand seine Bedenken für bestätigt. Das war das Problem mit den Reichen, Schönen und Mächtigen. Sie stellten keine Fragen, sondern schafften in der Regel Fakten. Und das führte nicht selten zu mehr Problemen als sein musste.

    Bevor Hei zu einer Antwort kam trat Senshi Akira in den Raum. Ausstrahlung nicht zu vergleichen mit dem lieben Vater, wahrscheinlich eingeschüchtert und stets im Schatten seines alten Herren stehend nie die Möglichkeit gehabt so etwas wie Selbstbewusstsein aufzubauen. Die Fühler des Tatsumaki schlugen sofort aus, als er den Mann so sah. Sohn, hm? Die hellen, blauen Augen des Chuunin lagen auf den Anwesenden und obwohl er kein Wort sagte, sog er doch die Informationen die er so bekam möglichst in der Gesamtheit auf. Beniko und Akira schienen sehr unterschiedlich. Auch die Behandlung war anders. Diese Menschen waren alles sehr verschieden und doch... irgendwie war das alles ein wenig seltsam. Aber er sparte sich seine Zweifel erst einmal noch auf. Jetzt musste er diesem Thronanwärter erst einmal klar machen, dass sie erstens nicht seine Untergebenen waren und zweitens hier waren, um saubere Arbeit zu leisten und nicht auf gut Glück verheizt zu werden. "Tatsumaki Hei, Suna-Chuunin", antwortete Hei leise und wartete, bis Mari sich vorgestellt hatte. Seine Augen verengten sich etwas. Oh, das war ja schon einmal sehr interessant. Hei mochte den Mann nicht. Er strahlte einen Anspruch an Macht und Ansehen aus, den er zum Kotzen fand. Alleine aufgrund seines Status. "Ich vermute, das ist keine rein technische Frage?" Hei versuchte mit schon seinem ersten Satz klarzumachen, dass sie ihm keinen Gehorsam schuldig waren, sondern einen Auftrag erledigten, den sie - im Zweifel - auch abbrechen konnten, sollten sie mit den Bedingungen nicht einverstanden sein. Natürlich war das eher unwahrscheinlich, waren er und Mari trotz allem interessiert daran ihre Aufträge erfolgreich abzuschließen... aber er würde sich nicht ins offene Messer stürzten für den Typen. "Wir sind die Ninja, die damit beauftragt wurden, den Verbleib des Haoken zu klären und zurückzubringen, ja", antwortete er dann auf die Frage, die der Mann überhaupt nicht gestellt hatte. Hei beugte sich ein wenig nach vorne, griff in seine Kleidung und holte ein kleines Notizbüchlein heraus - er machte sich in letzter Zeit manchmal mehr Notizen, Gedankenstützen. Die Aufträge waren einfach nicht mehr nur 'Passt auf die Schafe auf'. Daran würde er sich gewöhnen müssen. "Ihr scheint einen sehr deutlichen Verdacht zu hegen", stellte der Schwarzhaarige fest. "Entschuldigt, Senshi-dono, aber wir brauchen ein paar Informationen. Unsere Recherchen besagten, dass derjenige diese Stadt regiert, der dieses Schwert besitzt. Eure Familie regierte in den letzten Jahren, doch zuvor gab es auch Herrscher der Kao-Familie. Wenn diese Familie das Schwert hätte... könnte sie nicht einfach den Thron beanspruchen?" Das würde - für ihn - eindeutig dafür sprechen dass die Kao das Schwert nicht hatten. "Wie läuft das ab? Und wer sorgt dafür dass diese Tradition eingehalten wird? Gibt es Regeln in diesem..." Er hätte beinahe Spiel gesagt, aber das würde den Mann vielleicht verärgern. "Vorgang?" Hei warf einen Blick zu Akira, der bisher noch nichts gesagt hatte. Beniko war auch noch nicht zurück. Naoku musste wissen, dass Informationsbeschaffung für einen Ninja das A und O war, oder?
     
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  4. Hyuuga Mari

    Hyuuga Mari Chuunin

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    Hei empfand also eine gewisse Antipathie gegen den großgewachsenen Mann, der inmitten des Studierzimmers stand und seine Erhabenheit offen nach außen zeigte? Es wäre übertrieben gewesen, zu behaupten, dass es Mari sofort auffiel – auch wenn sie natürlich bemerkte, dass der Tatsumaki eher angespannt wirkte. Doch das musste nicht allein an der Antipathie liegen, sondern konnte ebenso aus der Gesamtsituation heraus entstanden sein. So oder so… für den Moment mussten sie die Situation aushalten und möglichst viele Informationen herausholen. Nur so konnten sie ihren Auftrag vorantreiben – und der Stadt helfen, einen Bürgerkrieg zu umgehen. Die Hyuuga streifte Hei mit einem Blick, nachdem dieser seinen Namen genannt hatte und ergänzte die eigene Vorstellung direkt im Anschluss in gleicher Art und Weise: „Hyuuga Mari, Konoha-Chuunin.“ Die Augenbraue des älteren Senshi zuckte bei der Erwähnung des Nachnamens für den Bruchteil einer Sekunde nach oben, doch mehr ließ er sich nicht anmerken. Im Gegensatz zu seiner Tochter musste ihm der Name Hyuuga ein Begriff sein… als Thronfolger einer solch großen Handelsstadt hätte es die junge Frau aber auch überrascht, wenn es anders gewesen wäre. Egal wie viele Muskeln dieser Mann besaß, einen Herrscher machte mehr aus – und das war mit Sicherheit auch in seine Erziehung eingeflossen. Die Aufmerksamkeit, die auf Mari lag, hielt allerdings nicht sonderlich lange an, denn Hei führte das begonnene Gespräch fort. Die 19-Jährige zog sich vorerst in den Hintergrund zurück und überließ dem Teamkollegen den Wortwechsel. Sie hörte aufmerksam zu, für den Fall, dass es eine Gelegenheit gab, sich einzubringen.

    Auch wenn Hei vielleicht etwas Anderes erwartet hatte: Senshi Naoku ließ sich mit keinem Wimpernzucken anmerken, dass ihn die fast schon aufmüpfigen Worte des Suna-Nin beeindruckten. Er hörte zu und hob vorerst nur skeptisch eine Augenbraue, als der Tatsumaki in seine Tasche griff und ein Notizbuch hervorholte. Die Gesichtsmuskeln entgleisten dem Mann erst, als Hei von Herrschern der Kao-Familie sprach. „Herrscher der Kao-Familie?!“ Der Blick des Senshi hob sich an und unerwartet sauste seine geballte Faust auf den aus purem Holz gefertigten Tisch nieder, sodass Papiere und Stifte darauf hüpften. Mari wusste, dass ihr ein solcher Schlag mindestens wehgetan hätte, vermutlich wäre ihre Hand jedoch gebrochen gewesen. Senshi Naoku ließ sich dergleichen jedoch nicht anmerken, stattdessen wurden seine Augen schmal, als er Hei fixierte und seine Stimme bedrohlich leise wurde. „Die Kao-Familie hat bisher keinen Herrscher gestellt und wird das auch zukünftig nicht tun.“ Es war eine Klarstellung, die keine Widerworte zuließ. Akira, der sich bisher gekonnt im Hintergrund gehalten hatte, knetete seine Hände, während sein Blick hektisch von einer zur anderen Seite im Raum wanderte. Ihm war die Gegenwart seines wütenden Vaters offensichtlich sehr unangenehm, wie der Hyuuga sofort auffiel. Langsam entfernte sich die Faust des scheinbaren Thronfolgers wieder von dem Holztisch, bis er sich zu seiner vollen Größe aufgerichtet hatte. „Die Senshi und Kao stammen vielleicht beide vom Gründer der Stadt ab. Doch seit die Familien sich trennten, war stets die Familie Senshi an der Macht. Und ich schwöre bei Gott, so wird es auch bleiben.“ Er wartete einen Augenblick ab, vielleicht um seine Worte wirken zu lassen. Danach fixierten die sturmgrauen Augen erneut den Tatsumaki – jenen, der die Dreistigkeit besessen hatte, die Senshi und Kao in einen Topf zu werfen. „Das Haoken war seit jeher das Schwert des Herrschers von Toshi no Kokka. Für das Volk ein Symbol, das die Rechtmäßigkeit der Herrschaft präsentierte. Der damalige Gründer der Stadt besaß zwei Söhne, die in ewigem Streit miteinander standen. Er übergab das Schwert seinem jüngeren Sohn, der die Familie Senshi gründete und damit mein Vorfahr ist.“ Mari stutze einen Moment, legte dann den Kopf leicht schief. „Und der ältere Sohn war der Vorfahr der Kao?“, fragte sie nach und es schien das erste Mal zu sein, dass Naoku die Braunhaarige richtig ansah. Er runzelte die Stirn, zwang sich jedoch zu einem kurzen Nicken. „Schon damals erkannte der Gründer, dass die Kao nicht fähig sind, eine Stadt zu regieren. Und deshalb tat er gut darin, das Schwert meinem Vorfahren zu geben. Seither blieb das Schwert in der Obhut meiner Familie und so war auch die Thronfolge geregelt. Jedenfalls bis diese Bastarde meinen Vater töteten.“ Die letzten Worte kamen einem boshaften Zischen zwischen zusammengebissenen Zähnen gleich. Und wieder wurde die Hyuuga hellhörig, immerhin war das ebenfalls eine neue Information. „Ihr glaubt, die Kao haben den König getötet?“, fragte sie nach und erntete dafür erneut einen erzürnten Blick von Senshi Naoku. Überraschenderweise war es nicht der Ältere, der antwortete – ein Flüstern aus dem Hintergrund zog die Aufmerksamkeit auf sich. „S-sie haben ihn vergiftet.“ Man musste sich anstrengen, um die leisen Worte von Akira zu verstehen. Sein Blick huschte während des Sprechens immer wieder zu seinem Vater und das Kneten seiner Hände wurde unwillkürlich stärker. Mari meinte, das wild pochende Herz auf Akiras Brust sehen zu können. Erst als sein Vater zustimmend nickte, ließ die Anspannung des jüngeren Senshi ein Stück weit nach. „Die Kao sind der Überzeugung, dass eigentlich sie einen Anspruch auf den Thron gehabt hätten. Immerhin war ihr Vorfahre der ältere Bruder. Und das ist auch der Grund, warum sie meinen Vater töteten und das Haoken mit sich nahmen.“ Für Mari unerwartet entfuhr dem alten Senshi ein Lachen – dieses klang allerdings keineswegs befreiend, sondern bitter. „Nein, das Schwert alleine ist nur ein Symbol des Herrschers. Nur weil ein Kao das Schwert besitzt, werden die Menschen ihn nicht als König anerkennen. Der wirkliche Anspruch auf den Thron wird vererbt. Und dieses Erbe liegt immer noch in der Familie Senshi, ganz gleich, was die Kao sich wünschen.“ Die Tür öffnete sich und Beniko kam zurück. Sie balancierte ein Tablett auf den Händen, auf dem diverses Teegeschirr zu finden war. Vorsichtig näherte sie sich dem Tisch, doch ihr Vater ließ sich davon in seinen Worten nicht unterbrechen. „Sie glauben, mir den Thron streitig machen zu können, indem sie das Haoken verstecken. Denn genauso wie es Widerstand geben wird, wenn ein Kao mit einem gestohlenen Schwert den Thron besteigen möchte, so wird es auch Widerstand geben, wenn ein Senshi ohne das legendäre Haoken des Gründers die Stadt regiert. Aber glaubt mir, notfalls werde ich gewaltsam meinen Anspruch auf den Thron geltend machen. Ob mit oder ohne Schwert.“ Beniko verteilte die Teetassen auf dem Tisch – Mari fiel sofort auf, dass die Schwarzhaarige aufmerksam den Worten ihres Vaters lauschte, auch wenn sie den Blick nicht anhob.
     
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  5. Tatsumaki Hei

    Tatsumaki Hei Chuunin

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    Oh! Na das war eine Überraschung. Hei hatte das bisher anders verstanden, aber gut, in der Deutlichkeit war wohl an dem Wahrheitsgehalt der Aussage des Älteren nicht zu zweifeln. Jetzt nur noch die Frage, wohin sie das alles führte. Das Einzige an Hei, was bei dem Ausbruch des Thronanwärters zuckte, war seine Augenbraue, aber innerlich spürte auch der Tatsumaki die Präsenz des Senshi auf ihn wirken - es ließ ihn innerlich zusammenzucken. Unangenehm eingeschüchtert fühlte sich der Schwarzhaarige, nach außen hin wahrte er noch die Contenance. Der Typ würde ihn nicht mit ein paar Worten in die Ecke drängen, und Hei blinzelte den Mann nur interessiert an. "Ah", machte er. "Mein Fehler", ergänzte er und notierte sich etwas in seinem Büchlein. Es war also eine solche Geschichte. Der Bruderkrieg. Die älteste Geschichte der Menschheit. Kain erschlägt Abel... und das seit Anbeginn der Menschheit, nicht erst seit Hashirama und Madara. Natürlich war es eine solche Geschichte, wenn der Mann schon auf irgendeinen Gott schwor. Übrigens hatte der Ältere faszinierende Augen, aber das hörte er bestimmt öfter. Hei gefiel nicht, wie er mit ihnen Mari ansah. Der sollte man ganz ordentlich aufpassen, sie waren zwar angeheuerte Shinobi, aber keine Lakaien. Hei folgte dem Gespräch einen Moment, Mari warf die richtigen Fragen ein - und wurde absolut überrascht davon, dass Akira das Wort für einen Moment ergriff. Na, das war ja spannend. Hei fasste der Jüngeren ins Auge und ließ ihn auch nicht mehr so leicht aus seinem Blick entkommen - warum wirkte der junge Mann so angespannt? Unruhig? Hm. Und warum hatte er sich ausgerechnet bei diesem Thema eingemischt? Hei machte sich noch weitere Notizen. Sie vermuteten also, der alte König war von den Kao getötet worden. Nun, möglicherweise naheliegend, aber auch wahr? Hei hatte leise Zweifel. Und es kam noch doller. Der Tatsumaki wurde nur kurz von Beniko abgelenkt, die hereinkam und Teegeschirr verteilte. Dafür war sie ihrem Vater offenbar gut genug. Der Suna-nin war nicht aufmerksam genug in diesem Moment um die Aufmerksamkeit von Beniko zu bemerken - er wurde sehr hellhörig und auch extrem misstrauisch als der Senshi von Gewalt sprach. Gewaltsamer Anspruch auf den Thron. Er warf einen Seitenblick zu Mari, wusste nicht recht, wie er darauf reagieren wollte oder sollte.

    Eigentlich hätte er dem Mann einiges an den Kopf werfen können. Arroganz der Macht. Größenwahn. Ein Despot zu sein, und ein Macho obendrein. Egoismus beziehungsweise Egozentrik. Aber er hielt sich zurück und es kostete ihn tatsächlich mehr Kraft als gedacht. Hei war nicht mehr der junge Genin, der zwar durchaus mit einer spitzen Zunge, wohl aber auch mit einer gewissen Gleichmütigkeit und Fahnentreue gesegnet gewesen war. Er hatte seine eigenen Erfahrungen gemacht und... diese Art Mensch einfach nur meiden gelernt. Irgendwann - fand er - war es auch keine Sache mehr von 'der Klügere gibt nach', manchmal musste man solchen Menschen die Stirn bieten. Es war in dieser Situation nicht angebracht, das wusste er, aber wenn er es nur irgendwie mit seinem Auftrag und seiner Arbeit hätte vereinen können - er wäre komplett abgegangen auf die absolutistische und arrogante Art des Auftraggebers. Die Welt lebte schon so in einem sehr, sehr brüchigen Frieden, ohne dass Kerle, die irgendwas kompensierten, mit Gewalt einen Machtanspruch ausübten. Er ließ die Tirade in seinem Kopf abklingen und das hatte einige Sekunden gedauert, aber zum Glück schien der Mann die bedeutungsschwangere Stille ein wenig zu genießen. Hei räusperte sich leicht. "Nun gut", sagte er und kritzelte noch ein paar Worte in sein Heft. "Danke für den Tee, Senshi Beniko-san", meinte er dann an Beniko gerichtet und hoffte irgendwie, dass sie sich auch eine Tasse nehmen würde - war aber nicht der Fall. Hei sah wieder zu dem Thronfolger. "Falls die Kao das Schwert entwendet haben, werden wir natürlich alles daran setzen, es zurückzuholen." Aber er würde niemanden auf Gutdünken eines anderen töten, das würde er im Zweifel schon selbst entscheiden müssen. "Die Anschuldigungen wiegen schwer. Hyuuga-san und ich müssten dem nachgehen und sehen, ob wir das Schwert bei diesem Familienteil finden können. Habt Ihr einen bestimmten Kao im Verdacht? Einen, der sich für einen Thronfolger halten könnte?" Der Tatsumaki versetzte sich mit Gewalt in den Detektiv-Modus, um sich auf seine Aufgabe konzentrieren zu können. "Gibt es Hinweise bezüglich Aufenthaltsort der Kao, und wenn nicht, einen Anfangspunkt der Suche?" Kurz hielt Hei inne, sah dann bewusst zu Akira, der sich bisher sehr zurückgehalten hatte, aber irgendwie hatte der Chuunin das Gefühl, dass dieser junge Mann da noch irgendwas versteckte. "Senshi Akira-san, denkt Ihr, die Kao haben das Schwert? Wieso ausgerechnet einen alten Monarchen töten und das Schwert stehlen, wenn Zeit doch genauso abhelfen würde? Ist der Zeitpunkt besonders?"
     
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  6. Hyuuga Mari

    Hyuuga Mari Chuunin

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    Frieden wahren und seinem Volk ein gütiger Herrscher sein – was auch immer Senshi Naoku sich zum Ziel nahm, dies war es nicht. Mari wurde schnell klar, dass dieser Mann Prioritäten setzte. Er wollte Traditionen wahren und seiner Familie die Macht erhalten, die über Generationen hinweg aufgebaut worden war. Seiner Familie… und natürlich sich selbst. Senshi Naoku sah nicht auf die Bevölkerung, wollte nicht für den kleinen Menschen da draußen leben und regieren. Er befürchtete, dass ihm etwas weggenommen werden sollte, wovon er glaubte, schon seit seiner Geburt ein Anrecht gehabt zu haben – egal wie lange die Hyuuga im Blick des älteren Mannes nach mehr, nach tiefsinnigeren Gründen suchen wollte, sie fand es nicht. Ob sie sich irrte? Schwer einzuschätzen, immerhin blieben ihr nur wenige Minuten, um einen Eindruck des Sohnes des verstorbenen Königs zu gewinnen. Die weißen Augen blickten zur Seite und sie tauschte einen vielsagenden Blick mit Hei aus. Sie empfanden das gleiche. Und doch sandte die 19-Jährige dem schwarzhaarigen Kollegen die stumme Bitte zu, seine Gefühle nicht nach außen zu kehren. Ganz gleich, wie Senshi Naoku wirkte – es würde ihren Auftrag schwieriger gestalten, wenn sie ihm in die Parade fuhren. Mari wollte auch nicht herausfinden, was der Senshi mit ihnen anstellen konnte, solange sie sich im Stadt- und Herrschaftsgebiet Toshi no Kokkas befanden. Er war vielleicht bisher nicht offiziell gekrönt worden und doch war sich die Hyuuga sicher, dass Naoku Senshi derzeit das war, was an diesem Ort einem König und Herrscher am nächsten kam. Es gab sicherlich noch immer genügend Menschen die bereit waren zu springen, sobald der alte Senshi es befahl. Ganz gleich, ob der Tatsumaki wusste, worum Mari gebeten hatte oder nicht – er kontrollierte sich, schluckte jede unsachgemäße Erwiderung herunter und öffnete den Mund erst einige Sekunden später. Alles was kam, waren weitere Fragen, die sie in der Aufklärung des verschwunden Haoken voranbringen sollten. Mari hob einen Mundwinkel leicht an, während sie Hei einen Seitenblick zuwarf und ihn stumm ermutigte. Wie es die Höflichkeit verlangte, nahm sich die braunhaarige Kunoichi eine Tasse des frisch gebrühten Tees und nippte sehr vorsichtig am Tassenrand. Beniko nickte sie dankend zu, während sie dem Gespräch weiterhin aufmerksam lauschte.

    Akira zuckte merklich zusammen, als sein Name fiel. Er hatte nicht damit gerechnet, direkt angesprochen zu werden und sogleich verkrampfte sich seine Haltung noch mehr. Er knetete die Hände ineinander, die mittlerweile schon eine ungesunde Färbung angenommen hatten. Ein trockenes Schlucken folgte, bevor sich die Lippen voneinander lösten. „I-ich…“ Wieder huschte der unstete Blick zum älteren Senshi, fast so, als wolle er warten, bis Naoku sprach. Und doch nahm ihm sein Vater die Antwort nicht ab, sondern strafte den Jüngeren nur von oben herab mit einem ungeduldigen Blick. Akira sah schlagartig zu seinen Füßen. „G-großvater wollte bald a-abdanken… i-ich denke…“ Der Jüngere zappelte, warf einen fast schon flehentlichen Blick in Richtung seines Vaters. Und tatsächlich ließ es sich Senshi Naoku nicht nehmen, diese Gelegenheit zu ergreifen. Vielleicht dauerte es ihm auch einfach zu lange, auf die Worte seines Sohnes zu warten. Ob das Hei gefiel? Der Ältere konzentrierte sich auf den Suna-Nin. „Mein Vater war schon lange nicht mehr so stark wie einst und ein leichtes Ziel für die Kao. Hätte er rechtzeitig abgedankt oder wäre er gar eines natürlichen Todes gestorben, wäre das Haoken unweigerlich in meine Hände gefallen.“ Eine Feststellung, nicht mehr. Und doch nahm das Gesicht des Alten kurz daraufhin wieder einen bitteren Ausdruck an. „Die Kao haben in dem Moment zugeschlagen, in dem es am günstigsten für sie war, sich des alten Königs zu entledigen und gleichzeitig meiner Familie das Haoken zu entreißen.“ Akira nickte hektisch im Hintergrund, Beniko hingegen hatte sich wieder auf ihren alten Platz gesetzt, die Hände in den Schoß gelegt und schwieg mit einem leichten Lächeln auf den Lippen. Sie sah ihrem Vater entgegen und fing seinen Blick für einen Moment auf. Mari fand es beeindruckend, wie unterschiedlich diese Geschwister sich in Gegenwart ihres Vaters verhielten. Woran das wohl lag? „Oh, eindeutig stecken die verfluchten Kao-Brüder dahinter. Kao Ren und Kao Kotarou. Sie führen das Hause Kao an und rebellierten oft gegen den alten König, beschwerten sich über die Behandlung ihrer Familie, obwohl sie doch ebenso königliches Blut in sich tragen würden. Wenn es nach mir ginge, hätte ich diese verdammten Brüder schon viel eher von der Bildfläche verschwinden lassen. Das hat mein Vater nun von seiner Nachsicht. Aber sie werden ihre Taten schon bald bereuen.“ Für einen kurzen Moment befürchtete Mari, dass Naoku zur Seite ausspucken würde, doch der Ältere beherrschte sich. Es war nicht mehr als das boshafte Grollen, das seine Abneigung gegenüber den Kao-Brüdern zum Ausdruck brachte. „Beniko.“ Wieder wandte sich der ältere Senshi an seine dunkelhaarige Tochter. „Schicke nach einem unserer Wächter. Er soll die Ninja zum Anwesen der Kao führen.“ Die junge Frau nickte, sah flüchtig zu Mari und Hei, bevor sie letzterem ein aufmunterndes Lächeln zuwarf, aufstand und erneut den Raum verließ. Naoku verzog die Mundwinkel ein Stück nach unten, senkte seine Stimme und drehte sich zu Hei und Mari. „Wenn ihr die Kao trefft, richtet ihnen eine Nachricht von mir aus: Wenn sie das Haoken heute noch aushändigen und die Thronfolge der Senshi öffentlich anerkennen, werde ich vielleicht Gnade walten lassen. Andernfalls wird es das letzte Mal gewesen sein, dass sie als freie Männer einen Fuß auf die Straßen Toshi no Kokkas setzen konnten.“
     
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  7. Tatsumaki Hei

    Tatsumaki Hei Chuunin

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    20 Jahre
    Größe:
    185 cm
    Fraktion:
    Shiro
    Dorf:
    Suna
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    Hätte Hei vor noch nicht wenigen Jahren den Blick von Mari aufgefangen, hätte er fast ein wenig empört sein können - er und seine Gefühle nicht unter Kontrolle!? Mittlerweile gab er zu, dass er sich ein wenig mehr darin wohlfühlte, auch mal zu zeigen was in ihm vorging und deshalb war es in diesem Moment auch nicht unangebracht, dass sie ihn so ansah. Der junge Mann war ja nicht unkontrolliert, nur eben manchmal ein wenig leidenschaftlich. Er merkte, dass Mari den Tee an sich nahm und - höflich, unauffällig, aber trotzdem merklich für den Gastgeber - an dem Getränk nippte. Hei hielt sich noch zurück, auch, weil er ja gerade sprach. Naja, um genau zu sein war die Frage ja an Akira gegangen, der absolut nicht damit umgehen konnte, dass ihn ein Fremder ansprach (anscheinend). Der Suna-nin fand es fast amüsant: Sein Vater fühlte sich wohl, als würde er hier mit einfachen Söldnern sprechen, die ihm nicht das Wasser reichen konnte. Akira wirkte so als wäre Hei ein lebender Halbgott. Die Differenz dieser Personen war so groß, dass Hei sich fragte, ob Beniko und Akira die gleiche Mutter hatten. Hei machte zwei elegante Schriftzeichen, aber viel weiter als das kam er mit der Aussage der jüngeren Senshi nicht. Der Blick der hellblauen Augen huschte wieder zu dem Älteren, der das Wort wieder ergriff. Hei hatte im Grunde auch nur sehen wollen, wie Akira reagierte, aber es bestärkte ihn in dem Wunsch, mit diesem Mann einmal ohne seinen dominanten Vater zu sprechen. Sein Verhalten war reichlich seltsam, das war keine einfache... Schüchternheit. Es schien ihm eher Scham zu sein. Hei sah noch einmal kurz zu dem zurückhaltenden Thronfolger-Sohn, sah dann wieder zu dem Gastgeber. Er konnte der Argumentation nicht ganz folgen. Wenn es den Kao - anscheinend - verhältnismäßig leicht gefallen war, unauffällig und ohne einen Alarm auszulösen, in den Palast einzudringen, das Haoken zu stehlen UND den König zu vergiften, dann hätten die das sicherlich besser abpassen können. Heis Blick huschte kurz zu Beniko, von der er noch nicht ganz wusste, wo sie sich in dieser ganzen Abfolge befand. Nachdenklich ließ Hei den Stift um seinen Finger wirbeln, ließ ihn dann beinahe fast fallen. Seine Augen wurden schmaler.

    Es gab Namen? Zwei sogar? Dringend Tatverdächtige und dann auch noch einen direkten Ort wo er das Schwert vermutete (oder zumindest als Anhaltspunkt)? Es kam dem Tatsumaki immer seltsamer vor dass ihre Hilfe gebraucht wurde, aber der Umkehrschluss war wahrscheinlich der einzig richtige: Das was der Alte vermutete war nicht wahr, und es würde weitaus schwieriger werden das Schwert zu finden. Attentäter und Spione würde der Mann selbst haben. Der Tatsumaki sah einen Moment auf seine vollgeschriebene Seite im Notizheft, legte kurz einen Zeigefinger an sein Kinn. Es waren nur wenige Sekunden von intensiver Einkehr, aber sie reichten ihm um die nächsten Schritte und Fragen zu überlegen. Beniko war schon wieder weg, und es war Hei nicht gelungen, sie in das Gespräch zu verwickeln. Der Tatsumaki schrieb in sein Heftchen. Nochmal mit Beniko reden. Alleine. Er hielt das Heftchen ein wenig schräg, so dass Mari es lesen konnte, und verkritzelte die Notiz dann, wand sich wieder an den Naoku. "Das scheint ein guter Startpunkt zu sein. Wir sind dankbar für die Hinweise." Das Aber schwebte in der Luft bevor er es überhaupt sagte. "Ich halte es für keine gute Idee, wenn wir ihnen ins Haupttor fallen. Ich bin sicher, ihr habt diese Nachricht bereits ausrichten lassen, oder? Ansonsten hättet ihr unsere Hilfe ja nicht benötigt, wenn das geholfen hätte." Und mit ihren Kräften drohen würde Hei nicht geradeheraus. "Aber falls sie uns in die Arme laufen, richten wir die Nachricht aus. Hyuuga-san und ich haben unsere eigenen Methoden, Nachforschungen anzustellen. Es genügt vorerst, wenn wir wissen, wo der Sitz der Kao ist." Hei war absolut unbeeindruckt von dem 'Ich-hab-hier-die-größten-Eier'-Getue des Königs in Spe. Er schien seine Stadt nicht wirklich unter Kontrolle zu haben, also konnte er auch nicht willkürlich irgendwelche Gnade oder Nicht-Gnade walten lassen. Diese Mission war ein diplomatisches Desaster, einfach weil Hei und Mari nur eine sehr, sehr enge Marge für Versagen hatten - und der Grad, den sie wanderten, war schmal. Zwischen 'Wir unterstützen einen Tyrannen' und 'Wir verhelfen zu einem legitimen Anspruch'. Das Einzige, was Hei beruhigte war, dass der Kage vor allen Dingen am Handel interessiert war. Und doch war der Shiro-Verbund auch nicht unbedingt darauf ausgelegt, Gewaltherrschaft zu tolerieren. Das hatte die Welt nun einmal schon eher hinter sich. "Kao Ren und Kao Kotarou...", murmelte Hei und schrieb sich die Namen auf. Es schien so als würde dieser Konflikt schon lange wüten. Das Problem war, dass er nicht einmal endete, wenn einer tot am Boden lag. Es wurde weitergegeben, von Generation zu Generation. Es erinnerte ihn an den einen kleinen Auftrag, den er und Mari früher einmal erledigt hatten. Zwei Familien, die erst wieder zusammenfanden, nachdem die alten Patriarchen gestorben waren und sich eine junge Liebe zwischen den Nachkömmlingen entwickelt hatte. Nur schien das hier weit entfernt davon. Ein Geräusch verlangte nach Aufmerksamkeit und Hei sah, wie Beniko hereinkam. "Der Wächter ist bereit und wartet vor der Tür", sagte sie sanft und lächelte wieder. Hei suchte nach ihrem Blick, fand ihn aber in diesem Moment nicht. Hm. "Nun", sagte er dann und zog die Aufmerksamkeit auf sich. "Wir werden sehen, was wir herausfinden können. Aber ich vermute, wir brauchen eine Operationsbasis. Das wird sich nicht in zwei Stunden klären lassen", stellte er fest und sah den Mann mit der drückenden Ausstrahlung fest an. "Bevorzugt keine, in die wir durch ein gewaltiges Tor ein und ausgehen müssen", ergänzte er. "Und wohin berichten wir?"
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. Okt. 2019
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  8. Hyuuga Mari

    Hyuuga Mari Chuunin

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    19 Jahre
    Größe:
    170 cm
    Fraktion:
    Shiro
    Dorf:
    Shiro | Konoha
    Steckbrief:
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    Ehe der alte Senshi antwortete, zog sich bereits ein höhnisches Grinsen über seine sonst eher steifen Züge – es passte nicht zu dem strengen Gesicht und die Falten, die sich bildeten, wirkten wenig natürlich. Mari ging davon aus, dass es einer der seltenen Momente war, in denen sich die Mundwinkel des Mannes anhoben – selbst wenn es kein freundliches Lächeln war, das er den Ninja zuwarf. „Wenn es so einfach wäre, säße ich schon lange auf dem Thron“, war alles, was er auf den Hinweis des Tatsumaki als Erwiderung übrighatte. Er hatte die Nachricht also bisher nicht an die Kao ausrichten lassen? Blieb die Frage, warum es noch nicht geschehen war, wenn der Sohn des verstorbenen Königs doch so sicher war, die richtigen Übeltäter zu kennen. Beniko kehrte zurück und teilte mit, dass der Wächter bereitstand, um die Chuunin zum Anwesen der Kao zu führen. Die braunhaarige Teamleiterin war bereits drauf und dran, aufzustehen, doch da wandte sich Hei noch ein letztes Mal an Naoku. Eine Operationsbasis… in der sie nicht durch ein gewaltiges Tor schreiten mussten? Mari stellte sich vor, wie das aussehen würde und kam ebenso zu dem Schluss, dass es in ihrer unauffälligen Arbeit wohl eher hinderlich wäre, wenn sie dabei beobachtet werden konnten, im Königspalast ein- und auszugehen. Wieder musste sie an die Begegnung mit Motosuke denken… und das Misstrauen, das er ihnen entgegengebracht hatte. Er war mit Sicherheit kein Einzelfall und wollten sie im Zweifel an Informationen kommen, war es wichtigl, dass man ihnen vertraute. Ganz gleich, ob Königsfamilie oder einfaches Volk. Naoku erwiderte den festen Blick des Suna-Nin, ließ einige Momente verstreichen. Mari wurde das Gefühl nicht los, dass dieser Mann ihre Fähigkeiten infrage stellte. Zumindest gedanklich. „Es ist mir egal, wo ihr eure Operationsbasis, wie ihr es nennt, aufbaut. Sucht euch ein Gasthaus am Hafen, es werden mit Sicherheit Zimmer frei sein.“ Klar, derzeit kam ja auch niemand von außen einfach so in die Stadt. Für die Gasthäuser musste es ein ziemliches Verlustgeschäft sein. „Doch ich bin kein geduldiger Mensch, wenn es darum geht, mein Recht durchzusetzen. Und meine Bedingung den Kao gegenüber bleibt bestehen. Ich hoffe also nicht, dass ihr eure Operationsbasis lange benötigen werdet." Und wieder betonte der alte Senshi das Wort in einem abfälligen Tonfall, so als könne er es nicht ganz ernst nehmen. "Ihr werdet morgen früh herkommen und mir berichten. Je nach Ergebnis...“ Er brach den Satz abrupt ab, vielleicht weil er glaubte, dass das eine Angelegenheit war, die die Ninja im Zweifel nicht mehr angehen würde. Er winkte ungeduldig mit der Hand: Für den alten Senshi war das Gespräch an dieser Stelle beendet.

    tbc: Stadtkern
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. Okt. 2019