Der weg nach Sôhon

Dieses Thema im Forum "Reich der Steine" wurde erstellt von Nita Ayane, 28. Dez. 2017.

  1. Meteki Pakura

    Meteki Pakura Genin

    Beiträge:
    409
    Alter:
    15
    Größe:
    1,52
    Fraktion:
    Sora
    Dorf:
    Kiri
    Steckbrief:
    Link
    „Unglaublich, wie leicht man Männer reinlegen kann.“ dachte Pakura, während sie in Gestalt eines fettleibigen Wachmannes eine öffentliche Toilette verließ, eine Schlüsselkarte sowie die Notizen der Person in den Taschen. Was im Detail vorher geschah, würde niemals die schmutzige Klokabine verlassen, in welcher ihr vorübergehendes Ziel nun seinen Rausch ausschlief. Die Meteki hatte Glück. Sie war entweder an jemanden geraten, der ein sehr schlechtes Gedächtnis hat oder noch neu in seinem Beruf war. Die Notizen enthielten nämlich einen aufgemalten Grundriss der Stadtverwaltung mitsamt Erläuterungen über die Nutzung der jeweiligen Zimmer. Das würde ihr mit Sicherheit von großem Nutzen sein.

    Auf direktem Weg marschierte die Fünfzehnjährige zur Stadtverwaltung und versuchte dabei nach Möglichkeit genauso schwerfällig zu wirken, wie der Mann, dessen Identität sie vorgaukelte. Die Stimme imitierte sie außerdem durch die Anwendung des Kowairoya no Jutsu. Dadurch fiel die Schwarzhaarige auch nicht auf, als sie in der Eingangshalle von einer anderen Sicherheitskraft angesprochen wurde, ob sie nicht schon im Feierabend sein sollte. In dem Moment setzte das kleine Herz der Braunäugigen zwar gefühlt eine Sekunde aus, aber im großen und ganzen konnte sie doch recht zufrieden auf die Situation zurückblicken. Hatte doch niemand Verdacht geschöpft. Auch das Archiv und der Gang dorthin waren Menschenleer, sodass sie hinter verschlossener Archivtür recht ungestört die Kartei durchblättern konnte und auch nach knapp einer Viertelstunde den gesuchten Gegenstand vor sich liegen hatte. Um Sicherzustellen, dass der Datenklau nicht zu schnell auffliegt, verstaute die Kunoichi den Ordner in einer ihrer Makimono, nahm einen leeren Ordner aus den Vorräten, den sie dann an die Stelle des geklauten Ordners stellte und vertauschte daraufhin noch ein paar Einträge in der Kartei, damit auch vorerst gar nichts mehr gefunden werden konnte. Zu guter Letzt verließ die Getarnte die Einrichtung, ein paar freundliche Abschiedsworte auf den noch schmierig wirkenden Lippen und löste das Henge no Jutsu hinter der nächsten Ecke auf. Die ganze Aktion hatte der Iryōnin viel zu viel Chakra gekostet. Aber das war es wert.
     
  2. Hayabusa Ray

    Hayabusa Ray Genin

    Beiträge:
    53
    Alter:
    14
    Größe:
    1,67m
    Fraktion:
    Sora
    Dorf:
    Sora
    Steckbrief:
    Link
    Ray störte es ganz und gar nicht, dass sie den Rest des Weges schweigend miteinander verbrachten. Vertieft in der Betrachtung des Kirchturmes, bemerkte er gar nicht, wie die Schweißperlen ihm in den Nacken liefen und sich von dort aus einen Weg seinen Rücken hinab suchten. Ihn strengte der Weg ebenso an, wie seinen Kumpanen und auch wenn er kein Wort darüber verlor, so war er dankbar für die Pause, bevor sie in den Schatten der Kirche traten.
    Während des Weges hatte er über das Wesen von Religion nachgedachte. Ray war nicht besonders religiös, obwohl er einen Sinn für das Übernatürliche besaß. Er war sich absolut sicher, dass es wesentlich mehr gab, als sein Verstand erfassen konnte und warum sollte es dann nicht auch einen oder sogar mehrere Götter geben. Wenn er tief in sich hineinhorchte und in einer klaren Sternennacht die gigantische Größe des Himmels über ihm betrachtete, so überkam ihm ein Gefühl von Ehrfurcht. Gab es einen Schöpfer? Gab es jemanden, der die Welt aus dem Nichts erschaffen hatte, der das Leben erschaffen hatte? Die Antwort auf diese Fragen wusste er nicht und wahrscheinlich waren diese Fragen für einen Menschen auch zu groß, um sie zu beantworten. Es blieb wohl eine Frage des Glaubens.

    Jetzt aber galt es erstmal sich auf die Mission zu konzentrieren und so folgte er Rai und dem Pater in die Kirche. Gleich wurde die Luft um einige Grad kühler, was an den dicken Steinmauern lag und für einen Moment fragte sich Ray wohl, wie lange es gedauert haben muss diese Kirche mit bloßen Händen zu errichten. Auch wenn es keine besonders schöne oder große Kirche war, so war die Leistung doch beachtlich, wenn er sich in dem Gebäude umschaute.

    Während Rai begann mit dem Pater zu sprechen und ihm erklärte, warum sie hier waren, fokussierten die schwarzen Augen des Rotschopfes den Pfarrer. Wahrscheinlich wirkten sie unheimlich auf ihn, was nicht zuletzt daran lag, dass sie Iris und Pupille zu einer einzigen schwarzen Fläche verschmolzen und das Funkeln eines Raubvogels in ihnen lag. Genau studierten sie jeden Schweißtropfen auf der Stirn und schon nach kurzer Zeit war sich Ray sehr sicher, dass dem Pater nicht wohl war von den beiden Jungen so ausgefragt zu werden. Und er war sich sehr sicher, dass er mehr wusste, als er zugab. Wie eine Schlange wand er sich unter den Fragen des Shinobis aus Kumogakure und wollte sein Beichtgeheimnis nicht brechen. Ray hatte Verständnis dafür und ein Teil von ihm bewunderte die Loyalität des Paters, wenngleich es für ihre Mission eher hinderlich war.

    "Was halten Sie von folgendem Vorschlag: Sie erzählen uns nicht, was die Bewohner ihnen gebeichtet haben, sondern beantworten unsere Fragen mit einem einfachen Nicken oder Kopfschütteln. Technisch gesehen haben sie dann nichts erzählt." Dem Pater war sichtlich unwohl in der Haut, aber offensichtlich war der Vorschlag eine Lösung für das Dilemma in dem er sich befand. Einerseits wollte er das Beichtgeheimnis waren und die Leute schützen. Andererseits war es ihm sicherlich auch ein Bedürfnis Licht in das Dunkel zu bringen und die Überfälle aufzuklären.
    Nach mehreren weiteren Fragen, fanden Rai und Ray dann tatsächlich heraus, dass einige Dorfbewohner zu ihm gekommen sind und sogar einer der Banditen. Der Pater wusste sogar die ungefähre Richtung des Banditenlagers, die er ihnen schließlich auf einer Karte einzeichnete. Technisch gesehen waren seine Lippen dabei geschlossen geblieben.
    Mit einer kurzen Verbeugung verabschiedeten sich die Shinobis und traten aus der Kirche zurück in das Sonnenlicht. "Also. Wie gehen wir jetzt weiter vor? Stürmen wir direkt das Banditenlager?" wandte sich Ray an ihren Teamleiter.
     
  3. Takeshi Rai

    Takeshi Rai Genin

    Beiträge:
    278
    Alter:
    17
    Größe:
    1,86 m
    Fraktion:
    Shiro
    Dorf:
    Kumo
    Steckbrief:
    Link
    Nachdem die Befragung des Paters in einem satten Erfolg geendet hatte, fühlte der Takeshi sich siegessicher. Er wusste, dass das Ganze bald ein Ende finden würde und sie endlich alle nach Hause gehen konnten. Die Reise bis hierhin war lang und steinig (na, naa?!) und nun, endlich ein Lichtblick am Ende des Tunnels. Der Geistige erläuterte den beiden Ninja nach ewig langem Befragen und nach aller ernster Eindringlichkeit endlich die gesamte Sachlage. So war es nur eine Bande aus Banditen, die sich für die Überfälle verantwortlichen musste. Mit solchen Typen hatte Rai es schon mehrmals zu tun gehabt und er schätzte die Lage auch nicht als sehr ernsthaft ein, dass die drei das nicht schaffen würden. Er schätzte den Hayabusa auf ein recht fähiges Level ein und die Meteki müsste ungefähr auf seinem Level sein, wenn nicht sogar stärker. Gewappnet mit diesem Set an Fähigkeiten und einer Karte mit der Lage des Lagers, traten die beiden Shinobi aus der Kirche heraus. Draußen sah Rai sich zuerst um und er musste eines feststellen… wo war das weibliche Glied der Kette eigentlich abgeblieben?! Die beiden Männer waren wohl so vertieft in ihr Gespräch und ihre Gedanken gewesen sein, dass sie völlig auf Pakura vergessen hatten. Und so ein Fehler unterlief gerade ihm als Anführer! Ohje, das war aber mal peinlich. Aber wenigstens konnte er sich mit dem Fakt rausreden, dass er in diesen Eklat einfach so reingeworfen wurde. Hoffentlich unterlief aber nicht nur ihm dieser Fehler, also fragte er mal sicherheitshalber bei seinem Gegenüber nach: „Hey, ist dir aufgefallen, dass Pakura gar nicht bei uns ist?“ Ganz verdutzt wirkte das Blauhaar in eben diesem Moment. Er wollte sich diesen Fehler eigentlich nicht eingestehen, aber er musste es dennoch tun. Im Normalfall bemerkte er so etwas, so wie es ein richtiger Ninja tun sollte. Die Schuldgefühle brauchten ihn aber nicht mehr lange plagen, denn das Fräulein kam schon den Berg hinauf. Der Hayabusa würde sie wahrscheinlich schon vor Meilen erkannt haben, so wie dieser vorhin seine Fähigkeiten demonstriert hatte. Sie wirkte ebenfalls siegessicher und strahlte den Eindruck aus, dass sie ebenso erfolgreich war bei was auch immer so gerade getan hatte. Als sie bei den beiden ankam und somit das Team wieder vollständig war, wollte Rai ihr aber trotzdem ein wenig die Leviten lesen: „Das nächste Mal sagst du es bitte, wenn du dich von der Gruppe davonmachst. Wir haben uns beide Sorgen um dich gemacht! Sei froh, dass wir noch hier sind und noch nicht aufgebrochen sind.“ Seine Lüge überspielte er gekonnt, indem er nach einem kurzen Seufzer fortsetzte: „Wie dem auf sei, wir waren erfolgreich. Es hat zwar lange gedauert, aber wir wissen jetzt den Grund für die Überfälle. War irgendwie vorhersehbar. Was hast du so unternommen auf deinem kleinen Ausflug?“ Vielleicht dachte sie sich jetzt, dass sie bei ihm unten durch war, aber das war so gar nicht der Fall. Er mochte sie, aber sie hatte einen Fehler gemacht. Deshalb sein Verhalten zu ihr. Während ihre Antwort aus hier rauskam, setzte er das Raiton: Inochi Rashingi ein, um zu erfahren in welche Richtung der Trupp schlussendlich aufbrechen musste. „Na gut, vergessen wir das. Folgt mir und ich erzähle euch die weitere Vorgehensweise auf dem Weg.“ Und mit einem gemächlichen Sprint legte er das Tempo in Richtung Banditenlager vor.
     
  4. Meteki Pakura

    Meteki Pakura Genin

    Beiträge:
    409
    Alter:
    15
    Größe:
    1,52
    Fraktion:
    Sora
    Dorf:
    Kiri
    Steckbrief:
    Link
    Scheinbar war der Bunshin, welchen Pakura bei ihrem Team gelassen hatte zwischendurch wieder zu einer Wasserpfütze geworden. Sonst hätten die beiden Jungs sicher nicht mitbekommen, dass sie sich eigenständig auf Informationssuche gemacht hat. „Ich habe die Reichweite wohl doch unterschätzt.“ dachte die Meteki und machte sich auf eine saftige Maßregelung gefasst. „Tut mir leid, Rai-san. Wird nicht mehr vorkommen.“ antwortete sie auf die zugegebenermaßen überraschend sacht ausgefallene Schelte. Scheinbar war der Teamleiter wirklich eher der coole Typ, welcher er vorgab zu sein. Umso besser. Was war aber nun mit der Akte? Die Fünfzehnjährige entsiegelte diese kurzerhand und bot sie dem Takeshi mit den Worten: „Die Akte, welche ich besorgt habe kann mein Bunshin dann sicher einfach wieder in den Briefkasten der Sohoner Verwaltung werfen, oder möchtest Du die noch durchsehen?“

    Ob der Kumonin noch einen Blick in die Akten geworfen hatte oder nicht, Pakura schickte schließlich den besagten Mizú-Bunshin los und die Gruppe machte sich auf den Weg. „Nun, was genau stellst Du dir vor, Rai-san? Willst Du frontal angreifen oder lieber verdeckt vorgehen?“ Letztendlich würde es seine Entscheidung bleiben, da er der Erfahrenste von den Dreien und als Teamleiter vorgesehen war. Die Kirinin schätzte ihr Gegenüber aber nicht so ein, dass dieser keine Vorschläge zuließ und gab daher gewohnt ihre Meinung zum Besten: „Ich schlage vor, wir warten bis es ganz dunkel ist und greifen dann an, bleiben aber verdeckt, bis wir nah genug sind.“ Es war eine ordentliche Strecke, welche sie zurücklegten. Bis das Banditenlager am Horizont erkennbar wurde, war die Sonne schon fast dahinter verschwunden. Etwa ein halber Kilometer vor den Shinobi erstreckte sich eine ebene aber dünn bewaldete Fläche, in deren Mitte etwa ein halbes Dutzend Lagerfeuer entzündet sowie ca. doppelt so viele Zelte aufgeschlagen waren. Daraus hervor stach eindeutig ein einzelner einspänniger Wohnwagen, dessen Zugpferd ein wenig abseits graste. Die Ninjutsuka zeigte darauf und sagte: „Da wird der Anführer schlafen. Soll ich den zuerst erledigen, bevor wir die Meute hochnehmen?“
     
  5. Hayabusa Ray

    Hayabusa Ray Genin

    Beiträge:
    53
    Alter:
    14
    Größe:
    1,67m
    Fraktion:
    Sora
    Dorf:
    Sora
    Steckbrief:
    Link
    "Pakura? Ja, die ist bevor wir den Berg hochgegangen verschwunden. Stattdessen ist uns eine ganze Weile eine Doppelgängerin von ihr gefolgt." erwiderte Ray und weder Stimme noch Tonfall ließen darauf schließen, dass er nun schlecht von Rai denken würde. Hätte Rai nichts gesagt, dann wäre der Rotschopf davon ausgegangen, dass die Aktion von Pakura mit ihrem Teamleiter abgesprochen war. Aber im Grunde war es ihm auch relativ egal. Sie würde sicherlich ihre Gründe für den Alleingang gehabt haben und es war ja nicht so, als ob drei Ninja nötig gewesen wären, um den Geistlichen zu befragen. Und wie Pakura ihnen mitteilte war sie sogar ausgesprochen erfolgreich gewesen.

    Jedenfalls hatten sie jetzt alle benötigten Informationen und somit war alles bereit, um die Mission zu einem guten Abschluss zu bringen. "Die Dunkelheit wird uns sicherlich vom Vorteil sein. Ich würde aber vorschlagen, dass wir uns aufteilen und von mehreren Seiten angreifen. Das stiftet zusätzlich Verwirrung." brachte der Shinobi einen weiteren Vorschlag in die Diskussion ein.
    Die Strecke an sich brachte den Shinobi schon ein wenig aus der Puste. Erst die anstrengende Wanderung den Berg hoch und jetzt noch diese Strecke, er musste dringend an seiner Ausdauer arbeiten. Daher brauchte er einen Moment, bis er wieder zu Atem kam und die Szenerie genauer beobachten konnte. Mit zusammengekniffenen Augen betrachtete er das Lager der Banditen und entdeckte dabei zahlreiche Details, die den anderen beiden verborgen bleiben würden.
    "Die scheinen ja ziemlich sicher zu sein, dass sich keiner traut sie anzugreifen, wenn sie sich so öffentlich preisgeben." meinte Ray. "Wahrscheinlich bauen sie darauf, dass es keiner wagt so eine große Menge anzugreifen. Jedenfalls wirken sie einigermaßen selbstsicher und scheinen keinen Überfall zu erwarten." Zwar würden Pakura und Rai es aus dieser Entfernung nicht erkennen, aber die Räuber wirkten ruhig, selbstsicher und waren gerade dabei ihr Abendessen einzunehmen. Es war fast schon verdächtig ruhig.
    "Hmm. Ich würde mit einem Angriff noch warten, bis es dunkler ist und die ersten Banditen schlafen, dann haben wir noch einen stärkeren Überraschungsmoment. So wie ich das sehe haben sie drei Wachen postiert. Einen bei der Baumgruppe links vom Wohnwagen, die andere sitzt auf dem großen Stein rechts und der dritte hat sich halb hinter dem großen Eichenbaum verschanzt hinter dem Wohnwagen." Die Wachen waren gar nicht mal so doof, denn sie waren mit dem Rücken zum Feuer postiert, sodass ihre Augen von den Flammen nicht geblendet waren. "Was haltet ihr davon, wenn wir relativ zeitgleich zusschlagen und die drei Wachen möglichst lautlos überwältigen. Wenn uns das gelingt, können wir den Rest vielleicht sogar im Schlaf überraschen und kampfunfähig machen, bevor es zum Kampf kommt."