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Tatsumaki Hei

Chuunin
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Alter
21 Jahre
Größe
185 cm
Fraktion
Shiro
Dorf
Suna
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'Da kommt man halt nicht drum herum'? Hm. Das stimmte wahrscheinlich für Nibori, aber Hei wies ihn nicht darauf hin dass er durchaus darum herum kommen konnte. Chuunin mussten solche Arbeiten nicht mehr wirklich erledigen, wenngleich sie natürlich eingesetzt wurden, wenn Personalknappheit herrschte oder es Neulinge zu unterstützen galt. Der Tatsumaki schmunzelte leicht, denn die Verbeugung von seinem Kollegen war zwar nicht zu 'klein' gewesen, aber es hatte kaum etwas daran geändert, dass er gegen den ungewöhnlich aussehenden Nibori immer noch wie ein Pimpf wirkte. Naja. Es gab Dinge, die ließen sich halt wirklich nicht ändern und das gehörte wohl dazu. Nicht, dass es ihn störte. In Anwesenheit von diesem Mann war er nahezu unauffällig, was ungewohnt, aber ganz nett war. "Alles klar, Nibori-kun. Keine Einwände. Dann bin ich aber auch 'Hei'." Der Suna-nin schaute an seinem Kollegen vorbei und runzelte leicht die Stirn. Er war wohl noch müde. Das 'geschlossen'-Schild war ihm nicht einmal aufgefallen - war aber im Zweifel auch kein Wunder, Hei war kein Frühaufsteher. Nie gewesen. "Hm", machte der Tatsumaki und schmunzelte, als er sich wieder dem Hünen zuwand. "Wohl wahr, es gibt keine riesige Masse an Suna-nin. Aber so wenig dürften es dann auch nicht sein", erwiderte der Schwarzhaarige und strich sich ein paar der Strähnen aus dem Gesicht. "Außer die Jahrgänge nach mir sind alle in Suna geblieben, ohne zur Akademie zu gehen. Ja, geboren und aufgewachsen in Suna. Ein Wüstensohn im wahrsten Sinne des Wortes. Ich kam mit neun Jahren oder so nach Shirogakure. Genau weiß ich das nicht mehr." Ein kleines Grinsen huschte über seine Züge. "Du widerum scheinst dir recht viel Zeit mit deiner Karrierewahl gemacht zu haben. Was wären denn deine präferierten Aufträge? Missionen können genauso langweilig sein wie das hier, kann ich dir sagen. Jedenfalls... die niedrigrangigen." Etwas resigniert zuckte Hei mit den Schultern. "Allerdings wird's dann auch schon gefährlich, insofern gibt's irgendwo dazwischen so einen Punkt, der ganz angenehm ist." Kurz schwieg der Tatsumaki und musterte sein Gegenüber noch einmal. "Aber ich schätze dich irgendwie so ein, als würde dir Herausforderung und Einsatz nicht fremd sein. Lass uns zu Mister Kiren gehen." Hei verschränkte in einer für ihn sehr typischen Geste die Hände hinter dem Kopf. "Er wird schon sagen, was wir tun sollen. Solche schräge Vögel gibt es hier zuhauf, und er klingt mir wie einer."

Die Lagerhalle war... sehr unbequem. Es war einfach kein besonders schöner Ort - nicht, dass er es sein musste. Zwar mit einer gewissen Neugierde, aber auch bereits ahnenden Erschöpfung betrachtete Hei die ganzen Räder, die hier herumstanden. Noch vor einigen Jahren hätte ihn so eine Aufgabe vermutlich absolut an den Rand seiner Leistungsfähigkeit gebracht. Heute würde er das wohl hinkriegen, aber auch das nur mit innerlichem Motzen. Er war eben kein Typ für körperlicher Anstrengungen. Hei erwiderte in der Folge die Begrüßung, hielt sich sonst aber eher bedeckt. Die Fahrräder - oder das, was daraus gemacht worden war - schienen ihm sehr suspekt. Wie albern musste es aussehen, wenn man im Tandem Leute durch die Stadt fuhr damit? Mal abgesehen davon, dass ihm das vorher nie richtig aufgefallen war. Zugegeben war Hei sonst oft auf seiner Sandwolke unterwegs, aber... leichtes Kopfschütteln konnte er sich nicht verkneifen. 'Mister' Kiren hingegen stellte sich als ein schlechter Abklatsch von Yamada-san heraus, die Hei Gott sei Dank bereits Jahre nicht mehr gesehen hatte. Der Wasserfall an Worten, der ihnen präsentiert wurde, wurde zumindest durch Punkte getrennt - mit einigen Pausen zur Erholung. Damals bei... ach, er verlor sich schon wieder in alten Geschichten. Hei riss sich zusammen und versuchte einen Moment zuzuhören. Es war nicht seine Schuld, fand er, dass es ihm nicht gelang. Fahrräder waren keine Leidenschaft von ihm, definitiv nicht. Das deuten auf eines der zusammengeschweißten Doppelfahrräder entlockte Hei ein leises Seufzen. Es war eine Herausforderung, aber auch nur, weil der junge Mann es als irgendwie... peinlich empfand. Andererseits war es gut, so würde sein fatal schlechter Orientierungssinn nicht so schnell zur Sprache kommen. "Furchtbar", erwiderte Hei trocken und kratzte sich am Hinterkopf. "Kiren-san, oder Mister... wie auch immer, ich bin mir sicher, die Fahrräder sind technische Meisterwerke, aber vielleicht solltet ihr euch noch einmal einen Designer zu Rate ziehen." Nicht, dass es sein Geschäft war. Der Tatsumaki grinste schief, als ihr Auftraggeber kurz empört die Wangen aufpustete und etwas von dem 'rustikalen Charme von Zweirädern' und der 'geerdetsten Art und Weise sich fortzubewegen' faselte. Der Wüstensohn warf Nibori einen Blick zu und grinste schief. "Dann zähl' ich auf dich, Nibori-kun, körperliche Arbeit ist nicht eben meine Forte." Impliziert, dass er davon ausging, bei Nibori wäre es anders. "Kiren-san, äh... Mister... ach, egal, jedenfalls: Was ist denn überhaupt unsere Aufgabe? Es wurden doch sicher keine Shinobi engagiert, um nur Bereitschaftsdienst zu schieben, oder?" Kiren verstummte einen Moment und lachte dann gutmütig. "Ach, junger Mann, aber keinesfalls! Wir operieren natürlich auch auf kurzfristige Anfragen, aber... ich habe heute ein ganz besonderes Leckerli für euch! Ein paar hochrangige Herrschaften wollen abgeholt und zum Kage-Gebäude gebracht werden. Ihr sollt sie am Südtor von Jôsei abholen, aber die Kutsche ist im Stadtgebiet halt immer sehr... schwierig." Er holte eine altmodisch anmutende Taschenuhr aus der... naja... Tasche. "Ihr habt noch eine halbe Stunde Zeit. Gibt's noch Fragen?"
 
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Shiro
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Alle Achtung, Hei-san war also ein Chuunin. Der große Mann war nicht unbeeindruckt und nickte ihn anerkennend zu. Nibori wusste es nicht genau, aber es könnte sein, dass Hei sich sicherlich gewundert hat, dass ein zwanzigjähriger ein Geninfrischling war. Immerhin ist er ein paar Mal sitzengeblieben, hatte sogar eine Auszeit nehmen müssen und ist dann erst mit zwanzig fertig geworden. So manch ein arroganter Schnösel mag es erbärmlich finden, erst jetzt Genin zu sein. Aber war der berühmte Naruto Uzumaki nicht auch erst Genin und hat die Welt gerettet? Na gut, selbst Nibori musste zugeben, dass er sich unmöglich mit ihm vergleichen konnte. Der Tsugari hörte seinem Gegenüber interessiert zu und lauschte der Geschichte seiner Vergangenheit. Soso, ein Wüstensohn also. Musste eine krasse Umgewöhnung gewesen sein… von der Wüste ins blühende Feuerreich. Aber scheinbar hatte sich Hei so gut zurechtgefunden, dass er jetzt ein erfahrener, ranghoher Shinobi war.

„Ehrlich gesagt gab es ein paar unvorhersehbare Ereignisse, eigen- und fremdverschuldet, auf die ich jetzt nicht näher eingehe, die mein verspätetes Genin-Dasein erklären. Am liebsten hätte ich Aufträge, die großes bewirken, wo ich den Schwächeren helfen und den Ungerechten das Handwerk legen kann.“ Er ballte die Faust und grinste. „Ich will der stärkste werden!“ Hei-san hatte verdammt recht damit, dass ihm Herausforderungen und Einsatz nicht fremd waren. Er liebte es sogar und er war sich auch nicht zu schade, kleinere Aufträge zu machen, um seine Stärke weiterzuentwickeln. Natürlich hätte er lieber Dinge getan, die ihm ins Rampenlicht stellten, wo er Anerkennung und Aufmerksamkeit bekam. Aber er sah auch ein, dass so manches auch im Schatten, von wenigen Augen gesehen, erledigt werden musste. Wo er nur sein Honorar und keine Auszeichnungen bekam.

Hei war diese Situation in der Halle, umstellt von diesen Fahrrädern, der tristen Lagerhalle und dem schrägen Vogel namens Mr. Kiren gelinde gesagt peinlich. Jedenfalls hatte Nibori den Eindruck. Er fragte den Auftraggeber, was denn überhaupt ihr Job war und als dieser erklärte, dass man hochranginge Herrschaften zum Kagegebäude kutschieren sollte, wurde der weiße hellhörig. „Klingt spannend. Wüsste zu gern um wem es hier handelt. Haben Sie noch mehr Informationen über die Herrschaften? Oder unterliegt das irgend ‘ner Schweigepflicht?“

„Oh nein. Ihr seid ja keine Außenstehende, sondern mit eingeweiht. Es handelt sich um die Adelsfamilie Yokusaki. Die haben eine enge Verbindung mit dem Kage und besuche ihn für wenige Tage. Genauere Details weiß ich aber ehrlich gesagt auch nicht und das geht mich auch nichts an. Braucht ihr eine Karte als Orientierung?“, fragte der Mann, während er seine Hände in die Taille stemmte. „Nein. Ich kenne mich hier so gut aus, ich könnte blind durch Jôsei und Shiro laufen und wüsste, wo ich bin.“ Gut, das war vielleicht etwas übertrieben. Dennoch steckte da ein Stück Wahrheit drin: Nibori kannte sich wirklich sehr gut aus. Das lag an seinen ständigen Ausflügen außer Haus und mit der Zeit hat er so einige Ecken und Wege kennenlernen dürfen. Manche mehr, manche weniger schön. Mr. Kiren lachte amüsiert. „Na schön, wenn das so ist kann dieser Arbeitstag ja nur ein voller Erfolg werden! Also, Männer, tut was euch die Yokusakis sagen, haltet hier und dort an, wenn sie es wünschen und legt das beste Benehmen am Tag, damit sie euch ordentlich Trinkgeld geben. Wenn es gut läuft, könnt ihr die Hälfte davon behalten. Die Hauptsache ist, dass sie sicher ans Ziel kommen.“
Wie kam er darauf, dass Nibori sich nicht benahm? Er doch nicht! Er war der am meisten angepasste Kerl der Stadt! Vollkomme harmlos und er würde ganz bestimmt nicht mit schönen Mädels flirten, wenn eine unter den Adligen ist. Ein schiefes Lächeln zierte sein Gesicht. Er versuchte sich im Griff zu haben. Ob es von Erfolg gekrönt war, war keine Garantie.

Fakt war, dass es eindeutig mehr als eine Taxifahrt war. Es war ja schon fast eher eine Stadtrundfahrt, so wie er es beschrieben hat. Aber gut, wenn das gewünscht war, würde sich der indigohaarige ins Zeug legen. Der Mann verabschiedete sich fröhlich von den beiden Shinobi und ließ die beiden mit dem Fahrrad allein. „Also Hei-kun, wir haben noch eine halbe Stunde Zeit. Wie wär’s wenn wir die Route planen, bevor wir die Yokusakis abholen. Mr. Kiren sagte uns ja bereits, wir sollen auf ihre Wünsche eingehen. Wäre es dann nicht angebracht, die Herrschaften durch die besonders ansprechenden Ecken zu fahren? Gerade in Jôsei gibt’s echt interessante Ecken. Aber das weißt du sicherlich, bist da ja aufgewachsen. Vielleicht an den Sehenswürdigkeiten vorbeifahren oder so. Was ich damit sagen will: Wir müssen ja nicht zwingend die kürzeste Route nehmen.“ Er zuckte mit den Schultern. „Irgendwelche Einwände?“

Nibori inspizierte das Fahrrad. Es war ein metallic-rotes Doppelfahrrad, das mit mehreren Eisenstangen zusammengeschweißt wurde. Die beiden Fahrzeuge hatten etwa einen halben Meter Abstand voneinander. Langsam bekam der Hüne Bedenken. Wie sollten die beiden Shinobi das seltsame Werk einer Ingenieurskunst lenken? Er drehte das Lenkrad und sah, dass beide irgendwie miteinander verbunden waren. Heißt, wenn einer nach rechts lenkte, drehte das andere Lenkrad auch synchron nach rechts. Was für eine seltsame Mechanik. Nicht, dass Nibori sich damit auskannte, aber irgendwie kam ihm das langsam auch ziemlich suspekt vor. „Na schön, ziehen wirs durch. Ab zum Südtor“, seufzte der Tsugari schlussendlich und setzte sich auf den Sattel. Wenigstens war der weich und bequem und drückte nicht an seine Gesäßkochen.

tbc. ⇨ Südtor, Suzaku-Bezirk

@Tatsumaki Hei
 
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