Endloses Sandmeer

Dieses Thema im Forum "Reich des Windes" wurde erstellt von Tatsumaki Hei, 9. Feb. 2015.

  1. Hasekura Chinatsu

    Hasekura Chinatsu Genin

    Beiträge:
    285
    Alter:
    16 Jahre
    Größe:
    163 cm
    Fraktion:
    Shiro
    Dorf:
    Kumo
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    Uhhhh. Raku konnte ja richtig gut den Bösen mimen. Die Mundwinkel der Hasekura zogen sich weit nach oben, während sie das Schauspiel beobachtete. Sie fand das ziemlich cool – dass die Wache um ihr Leben bangte und rotzte, machte sie dabei in keiner Weise betroffen. Sollte ihr doch egal sein, ob diese Wache überlebte oder nicht. Selbst schuld, wenn man sich so einer bösartigen Organisation anschloss und dann nicht einmal stark genug war, um sich gegen so einen simplen Angriff von Shinobi zu wehren. Nee, Chinatsu war es egal, ob der Typ weinte und jammerte, wenn es nach ihr gegangen wäre, hätte sie ihn einfach umgebracht. Vielleicht hätte sie ihn auch laufen lassen, einfach nur um sich einen Spaß aufgrund seiner Verzweiflung zu erlauben. Gespannt wartete die Kunoichi ab, was der Manako stattdessen tat. Kurzzeitig sah es so aus, als würde Raku die Wache von ihrem Leiden erlösen, er hob seinen Bogen vielsagend an. Doch… dann brach er ab. Nein? Kein Schuss? Hm. Chinatsu war irgendwie nicht zufrieden mit diesem Ausgang der Situation, sagte allerdings vorerst Nichts. Nach kurzem Zögern zog die verletzte und vergiftete Wache davon, humpelnd, langsam und vermutlich alsbald sterbend. „Es wäre gnädiger gewesen, den Typen umzubringen“, kommentierte die Weißhaarige und legte den Kopf etwas schief. Die gelben Äuglein musterten den Teamkollegen, suchten nach einer Gefühlsregung in dem so wächsernen Gesicht. Doch ehe sie eine Antwort erhielt, scheuchte Raku sie zurück zu der Felsformation – es war soweit, um ins Innere des Hexenkessels vorzudringen.

    Der Plan sah laut Raku also wie folgt aus: Reingehen, Fara und andere Tiere in Sicherheit bringen. Die Banditen… dingfest machen? Nur töten, wenn es sein musste? Nein, der letzte Teil ging so gar nicht in die Richtung, die Chinatsu wollte. Sie hatte keine Lust, sich zugunsten ein paar kleiner Gauner zurückzuhalten – die würden sie immerhin auch töten, wenn sie die Gelegenheit dazu bekommen würden. Warum sollte sie also nicht auch mit allem an die Sache herangehen, was sie zu bieten hatte? Es war wieder einer dieser Momente, in denen der Hasekura jedes Mitgefühl und jedes Verständnis fehlten. Das würde für Raku also noch eine ziemliche Herausforderung werden. Da die Weißhaarige allerdings keine Lust auf Diskussionen mit dem Manako hatte nahm sie sich vor, ihn einfach im entscheidenden Moment vor vollendete Tatsachen zu stellen. War das nett? Nein. War das schlau? Vermutlich nicht. Aber Chinatsu verschwendete keine Gedanken in diese Richtung. „Vermutlich“, antwortete sie also auf die Frage, ob sie mit ihrem Papier sechsundzwanzig Menschen festsetzen könnte. In Wahrheit konnte Chinatsu das nicht, zumindest nicht so, wie Raku es sich vorstellte. Aber egal, musste er im Moment nicht wissen. Kaum hatte Raku die magischen Worte ausgesprochen, surrte die Papierfliege herbei, die bereits zuvor von der Kumo-Nin erschaffen worden war. Sie zwinkerte dem Kollegen amüsiert zu. „Papierinsekt: Check.“ Und schon flog das Origami-Kunstwerk vor, dicht gefolgt von den Shiro-Nin. Das Ganze war schon ziemlich aufregend, das musste Chinatsu schon zugeben. Sie spürte ihr Herz pochen und sie liebte dieses Gefühl der Anspannung, so als könnte jeden Moment etwas Unerwartetes passieren. Endlich mal wieder Abwechslung von dem sonst so eintönigen Alltag! „Hmm. Ziemlich dunkel“, fasste die Hasekura zwischendurch zusammen und gab somit zu verstehen, leider keine Möglichkeit zu haben, durch eine Technik die Umgebung aufzuhellen. Irgendwo hatten sogar die Fähigkeiten einer so grandiosen und einmaligen Kunoichi wie Chinatsu ihre Grenzen. Was wohl als nächstes passieren würde?
     
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  2. Manako Raku

    Manako Raku Genin

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    Alter:
    17
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    180 cm
    Fraktion:
    Shiro
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    Raku hatte nicht mit mehr als einer erhobenen Augenbraue auf die 'Gnädigkeit' von Chinatsu reagiert. Meine sie das ernst? Sie wusste doch noch nicht einmal was das Wort bedeutete und so seltsam das klang - das war kein Scherz. Raku war sich ziemlich sicher, dass Chinatsu wirklich nicht wusste was 'Gnade' war, oder warum man sie walten ließ. Genauso wenig wie sie wahres Mitgefühl oder so zu empfinden schien. Chinatsu war kaputt, und das war okay soweit - nur gefiel es Raku nicht wirklich, dass sie dann auch noch über ihn und seine Taten urteilte. Aber andererseits war das dann auch nicht sein Problem. Sollte sie denken was sie wollte, solange sie nicht in ihrer verkehrten Welt entschied, dass der Typ doch noch sterben sollte. Er hatte eine Chance verdient, und Raku hatte sie ihm gegeben. Wenn er sie nicht nutzte, war das sein eigenes Problem. Ach, und außerdem: 'Vermutlich'? Was sollte das denn heißen? Genauso hätte sie sagen können: 'Ich weiß nicht'. Und das war es wahrscheinlich auch. Raku brummte der Schädel, denn so viel hatte er ewig nicht auf einmal nachgedacht. Seine Gedankenwelt war in der Regel simpel, und das hatte System - zu viel nachdenken konnte man nicht gebrauchen, nicht auf der Jagd und in diesem Job sowieso nicht. Aber das hier forderte ihn ungemein heraus und der Hellhaarige hatte dafür natürlich den bestmöglichen 'Ballast' mitbekommen.

    "Hm", machte Raku zustimmend, aber leise. Papierfliege war am Start, jetzt mussten sie nur noch durch die Dunkelheit pirschen. Das wiederum war eher Rakus Element und so konnte man beinahe vergessen, dass er da war, so leise bewegte sich der Manako durch den Felsen. Es war schwierig, sich leise zu bewegen, aber viel schwieriger war es, sich zu orientieren - durch einen Spalt konnten sie einmal einen Blick in Richtung des inneren Teils der Formation werfen und Raku war noch einmal erstaunt über die schiere Größe des Areals. Und dass dort eine Art Trainingsplatz abgesteckt zu sein schien, gefiel ihm noch viel weniger - der Hexenkessel war wie eine Arena aufgebaut. Und das wiederum konnte nur heißen, dass die Wachen auch wegen ihrer Überraschung nur nichts gerissen hatten. Immerhin konnte man ab und zu ein leises Schnauben hören, und auch das kam vom Innenhof. Es musste also in irgendeiner Art und Weise einen Zugang geben, der auch für Nutztiere erreichbar war. Seltsam, bisher war es hier nur ein Tunnel mit gelegentlichen Abzweigungen. "Wo sind die alle", murmelte er ganz leise, nachdenklich. "Wir versuchen da in die Mitte zu kommen", ergänzte er für Chinatsu hörbar und deutete durch den Schlitz. Sie pirschten weiter und gelegentlich konnte man aus einem Tunnel einen fernen Schein von Feuer erkennen, aber im Moment... schienen sie unbemerkt zu sein. Der Griff um seinen Bogen festigte sich. Er war aufgeregter als erwartet. Hatte er sich nicht genau auf so etwas vorbereitet? Natürlich sah man ihm nichts an, dafür war seine Gesichtsmuskulatur viel zu unterentwickelt. Aber trotzdem, ein Mensch mit viel sozialer Kompetenz könnte es wohl an seinen Augen erkennen. Nur war leider kein Mensch mit diesen sozialen Stärken anwesend, oder? Sie pirschten noch weiter, dann teilte sich der Tunnel in zwei weitere - und einer führte offenbar ins Freie. Nach innen. Raku nickte dorthin, und als sie schon das dunkle Blau des Himmels sehen konnten, hilt er die Weißhaarige an. "Fliege?" War wohl klar was gemeint war, oder? Die Fliege würde keine Feinde erkennen, wohl aber mehrere Pferde und Esel, die eingepfercht waren - und auch, dass die Sonne demnächst aufgehen würde. Raku versuchte, selbst etwas zu erkennen, aber dieses kurz-vor-Dämmerung-'Licht' war einfach furchtbar um etwas zu sehen. Die letzte Stunde der Nacht, keine gute Stunde, um zu jagen.