Endloses Sandmeer

Dieses Thema im Forum "Reich des Windes" wurde erstellt von Tatsumaki Hei, 9. Feb. 2015.

  1. Tatsumaki Hei

    Tatsumaki Hei Chuunin

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    [ Die uralte Kathedrale ]​

    Hei strich sich durch die Haare, während er jetzt wieder den Weg aufnahm, den sie gestern ja schon angefangen hatten, sozusagen. In Richtung des Ausgangs des Dorfes Sunagakure, denn trotz der Tatsache, dass er gestern vielleicht Flugerlaubnis gehabt hatte, hieß das ja nicht, dass dem heute genauso war. "Hast du irgendwie gesehen, was für ein Potential in den beiden steckt?", fragte er nach, mit dem Blick in Richtung Mari. "Zumindest Chakratechnisch sollte das Byakugan das doch erkennen können?" Nachdenklich sah er in den blauen Himmel, auch, als sie die Klippen passierten und durch den Spalt in den Gesteinsformationen gingen. Als sie endlich wieder draußen standen, lächelte der Tatsumaki leicht. "Na, dann wollen wir mal... mal sehen, ob ich das noch finde." Er formte ein Fingerzeichen, ließ seine Sandwolke entstehen und ließ sich mit seiner Freundin darauf nieder. Die Wolke stieg ein Stück höher, so dass man sofort merken konnte, dass es ein klein wenig kühler wurde. Das war ja auch der Grund, warum sich viele Wüstentiere mit langen, staksigen Beinen ausgestattet hatten - im Laufe der Jahrtausende, natürlich. Wüstenfüchse, Skorpione... im Verhältnis zu ihrer Körpergröße hielt sich jeder von dem Boden, der nahezu durch die Hitze brannte, fern. So hielt es Hei nun auch und Mari nahm er natürlich gleich mit, als sie sich im Eiltempo entfernten. Suna ließen sie hinter sich, und flogen... ins Nichts, förmlich. Die Oasenstadt lag hinter Suna, das war nicht die Richtung, in die sie sich aufmachten. Aber auch nicht in Richtung des Gras- beziehungsweise Feuerreiches. Nein, es war einfach ins Nichts, und Hei orientierte sich alleine mit Hilfe seiner Intuition und einigen kleinen Hinweisen, die aber durch die Jahre im Sand nicht wirklich mehr da waren - zum Teil. Einige größere Gesteinsformationen waren noch zu erkennen, manchmal schien er in der Ferne etwas auszumachen und nickte. Die Hitze hier draußen war zwar immer noch erbarmungslos, aber die absolute Stille und das Flirren machte es nicht wirklich besser. Wirklich, jemand der hier länger als ein paar Tage überleben wollte, brauchte einfach einen Kommunikationspartner, sonst erdrückte einen die Stille. Das einzige Geräusch, was zu hören war, war der sanfte Luftzug, der über die endlosen Weiten der Wüste huschte und wie kühles Wasser auf der Haut wirkte. Hei lächelte leicht, hatte mittlerweile schon dafür gesorgt, dass ein Teil des Sandes wie ein Sonnenschirm fungierte und somit besonders Mari vor dem gleißenden Ball am Firmament schützte. "Wenn ich dich nicht ein wenig von der Sonne fernhalte, halten die dich bald für einen Abkommen aus dem Reich der Blitze oder so - oder aber sie halten dich für einen geborenen Suna-nin und mich für einen hellhäutigen Kellerjungen." Kichernd sah er nach vorne. Es würde wohl nicht mehr lange dauern, bis sie da waren. Mit einem Mal wurde der Tatsumaki einer kleinen Kuppel gewahr, die sich aus dem Wüstensand erhob. Kaum zu sehen, weil sie eine ähnliche Farbe wie der Sand hatte. Hei hatte aber ja genau danach gesucht und landete daneben. "Diese Kuppel... sie ist nur ein kleiner Teil des Gebäudes", erklärte er, leckte sich über die Lippen. Es war ein seltsames Gefühl, hier... wenn man wusste, was sich darunter noch verbergen konnte. War das Angst? Nein... Aufregung. Hei spürte, wie wie von selbst ein Lächeln auf seinem Gesicht spross. "Ich bin noch nie wirklich hineingegangen, nur einen Blick habe ich hineingeworfen. Man kann sich hineinbewegen: Dort drin ist kein Sand. Es ist ziemlich resistent gebaut worden, Fenster findet man kaum. Klar, die, die da sind, sind kaputt: Aber Sand verhält sich nicht wie Wasser, wie du ja weißt." Er führte Mari zu einer Ecke der Kuppel, und nach einem Fingerzeichen schaufelte sich der Sand wie von selbst beiseite und eröffnete einen kleinen Spalt, durch den man schlüpfen konnte. Das getan, fanden sich die Jugendlichen in einem Raum wieder, der wohl unter der Kuppel gelegen hatte und früher vielleicht mal so etwas wie ein Glockenraum gewesen war... oder so. Das Holz, welches verwendet wurde, war sehr hochwertig, weshalb man darauf noch stehen konnte. Hei lächelte leicht, sah zu Mari, wollte wissen, was sie von der Sache hielt. "... da geht es weiter... runter." Er sprach leise, als ob er keine Toten wecken wollte. "Es ist ein ziemlich unheimlicher Ort, finde ich, aber... faszinierend. Wer weiß, wie lange der hier schon in der Wüste vergraben ist?" Seine Augen funkelten ein wenig, und da war vielleicht der Wissenschaftler und Geheimnisgräber in Hei erwacht. "Was für Geheimnisse in dieser alten... Kathedrale wohl verborgen sind?" Er lachte leise, nahm dann die Hand der Hyuuga. "Komm', lass' uns sehen, wie tief wir kommen." Er führte sie zu der Treppe, die in die Tiefe führte. Es war durchaus interessant: Je tiefer sie in die Kathedrale vordrangen, desto kühler wurde es. Tatsächlich fröstelte Hei ein wenig, als sie ein paar Stockwerke tiefer waren. Schließlich kamen sie an das Ende der Treppe an, an dessen Ende... es tief hinab ging. Sie befanden sich am Rande einer kleinen Abschlusskuppel, unter der es wohl mal eine Leiter gegeben hatte. Hei grinste. "Hier wäre Schluss... wenn wir nicht ein Transportmittel hätten!" Er formte wieder ein Zeichen und kurze Zeit später sanken er und Mari in die Dunkelheit unter ihnen, die ziemlich durchdringend war. Hei ließ es sich nicht nehmen, eine Flamme auf seiner Handfläche erscheinen zu lassen. Die Ausmaße der Kathedrale war gewaltiger, als Hei erwartet hatte. Große Säulen links und rechts von der Sandwolke ließen darauf schließen, dass das Gebäude nur wegen dieser Bauweise überhaupt die Sandmassen tragen konnte. Hei vermutete, dass das hier älter war als er gedacht hatte. "Hmm...", murmelte Hei, kramte in seinen Klamotten herum und holte schließlich eine Schriftrolle hervor, aus der er einige Fackeln hervorzauberte. Heute morgen hatte er natürlich noch daran gedacht gehabt, wohin sie noch wollten. Und ein Abenteurer wollte vorbereitet sein! Er steckte eine an, gab sie Mari und steckte sich selbst eine weitere an. Schließlich waren sie am Boden angekommen und Hei pfiff leise. Der Ton verlor sich in der großen Halle. "Das ist erstaunlich", murmelte er. "Ich war noch nie so tief hier drin", meinte er dann. Das Licht der Fackeln erhellte gerade so mal ein paar Meter der Dunkelheit, danach wurde es schon wieder kaum sichtbar und Schatten schienen gerade so am Rande der Sichtbarkeit hin- und her zu huschen. Ab und zu hörte man das Klicken und Klacken eines Skorpiones, der sich entfernte, aufgescheucht durch die beiden Eindringlinge. Und genau das schienen sie ja auch zu sein. Aber Hei wäre nicht er selbst gewesen, wenn er hier nicht forschen hätte wollen. "Hime, kurzer Byakugan-Check? Wie tief sind wir?"
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. Feb. 2015
  2. Hyuuga Mari

    Hyuuga Mari Chuunin

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    Nao und Chiyoko waren zwei interessante Kinder, ohne Frage. Sie bargen Potenzial und - noch viel wichtiger - den nötigen Willen, Dinge zu erreichen. Sie wollten lernen und sich verbessern, allerdings schien ihnen ein Mentor zu fehlen, der ihnen half. Es war schön und gut, dieses persönliche Training, doch an gewissen Stellen war es unmöglich, ohne Unterstützung weiterzukommen. Warum die Beiden die Akademie wohl abgebrochen hatten? Es war Mari immer noch ein Rätsel und sie nahm sich vor, es bei der nächsten Begegnung mit den Kindern noch einmal anzusprechen. Hei und die Hyuuga kamen ihnen bereits entgegen, da war es das Mindeste, die Wahrheit zu sagen. Man musste schließlich wissen, womit man zu arbeiten hatte, nicht? Als der Tatsumaki nachfragte, was die 16-Jährige mit ihrem Byakugan als Potenzial in Chiyoko und Nao erkannt hätte, musste sie milde lächeln. „Ich hatte mein Doujutsu nicht aktiviert.“ Die weißen Seelenspiegel wirkten ein wenig amüsiert darüber, dass der Schwarzhaarige auf dieses Detail nicht geachtet hatte. Oder hatte er es schlicht vergessen? „Also nein, keine Ahnung. Ich kann es bei Gelegenheit morgen nachholen. Die Beiden werden morgen mit Sicherheit auf uns warten, ganz gleich, ob sie die Technik bis dahin beherrschen oder nicht.“

    Kurze Zeit später befanden die Jugendlichen sich außerhalb von Sunagakure und Hei beschwor seine Sandwolke. Sie flogen über die weiten Sanddünen hinweg und auch, wenn es Mari schwerfiel, eine genaue Orientierung zu behalten, so bemerkte sie zumindest, dass dies eine Richtung war, die sie zuvor noch nie in der Wüste eingeschlagen hatte. Hier ging es nicht zum Feuerreich und auch die Oasenstadt hatte in einer anderen Richtung gelegen. Wo wollte der Suna-Nin hin? Mari blieb keine andere Möglichkeit, als abzuwarten und in die Ferne zu sehen. Irgendwie.. sah hier Alles ähnlich aus. Der Hyuuga fehlten Punkte, an denen sie ausmachen konnte, wo sie sich befand. Ein Seitenblick zum Tatsumaki verriet, dass dieser eher wusste, woran man sich inmitten der Wüste zu orientieren hatte. Aber was erwartete die junge Frau auch? Sie kam nicht von hier und würde das hier auch niemals als eine Art Zuhause ansehen. Es war ein interessanter Ort, der sie fortbildete, aber in ihr steckte anderes Blut. Ein sanftes Lächeln der Dankbarkeit, als Hei einen Sandschirm erstellte, der die stärksten Sonnenstrahlen abfing. Es tat gut und er hatte durchaus Recht - Mari war in den vergangenen zwei Tagen deutlich dunkler geworden. War sie jemals so dunkel gewesen? Gab es keine Grenze? Irgendwann hatte die Haut vermutlich das Maximum an Bräune erreicht. Nach einer ganzen Weile des stummen Wartens kam eine Kuppel im Sand zum Vorschein. Nein, Mari hätte diese nicht auf Anhieb erkannt, hätte der Kollege nicht darauf aufmerksam gemacht. Wie war er als Kind hierher gekommen? Ohne die Sandwolke war es doch unmöglich.. ach, egal. Der Schwarzhaarige hatte schon seine Möglichkeiten gehabt, daran zweifelte die Hyuuga mittlerweile nicht mehr. Sie landeten neben dem Überbleibsel eines noch viel größeren Gebäudekonstruktes und nach kurzer Einführung formte Hei Fingerzeichen, sodass der Sand sich an einer Stelle von alleine beiseite schaufelte. Zugegeben - Mari war skeptisch. Nicht, dass sie Angst empfand, eher Respekt vor der Situation. Sollte man da einfach so reingehen? Die junge Frau hatte keine Ahnung, wie viel Gewicht solche Gebäude aushielten. Und wie instabil es vielleicht in Wirklichkeit war. Als die weißen Augen zum Suna-Nin wanderten, konnte Mari dort Erwartung, Aufregung und Spannung erkennen. Natürlich brachte sie es da nicht übers Herz, etwas gegen das Vorhaben zu sagen. Außerdem sollte Hei sich hier besser auskennen als sie, nicht? Sie vertraute darauf, dass ihr Freund wusste, was richtig war und was nicht. Sie ließ sich somit ohne Gegenwehr mitziehen, bis sich die Jugendlichen inmitten der Kuppel befanden. Dabei beließen sie es allerdings nicht, sondern drangen noch tiefer hinein und Mari spürte, wie es zunehmend kühler wurde. Es fühlte sich merkwürdig an - das Wissen, dass tonnenweise Sand über einem lagen. Und wenn es dumm lief, könnte nicht einmal das Kaiten helfen. Nicht einmal der Tatsumaki würde es schaffen, schnell genug solche Massen an Sand unter seine Kontrolle zu bekommen. Oder? Hei entsiegelte zwei Fackeln, zündete sie an und überreichte eine davon der Hyuuga. Dann kamen sie am Boden an und auch wenn Mari durch die Dunkelheit Nichts sehen konnte, so verdeutlichte der schallende Pfiff des Suna-Nin, dass diese Hallen ungeheuer groß sein mussten.

    Die Braunhaarige brauchte noch einen Augenblick, um die Eindrücke zu verarbeiten - erst dann drehte sie sich zum Tatsumaki. Sie wollte zuerst etwas sagen, entschied sich dann allerdings vorerst dagegen. Stattdessen formten sich die Adern um ihre Augen, der Kopf legte sich in den Nacken. „Hm.“ Doch just in diesem Augenblick verschwand das aktivierte Byakugan auch schon wieder und Mari schüttelte den Kopf. „Wie vermutet.“ Sie fixierte Hei und hob fast entschuldigend die Schultern. „Mein Byakugan hilft uns hier nicht. Ich kann nicht durch Dunkelheit gucken, höchstens richtige Chakraquellen erkennen. Zwar schaffe ich es, mit meinem Byakugan nach draußen zu sehen, doch da die Strecke dazwischen vollkommen dunkel ist, kann ich die Entfernung nicht wirklich einschätzen.“ Das Doujutsu der Hyuuga war ein Segen und konnte in vielerlei Hinsicht genutzt werden, doch an gewissen Stellen stieß auch diese Technik an seine Grenzen. Wollten der Tatsumaki und sie in dieser Dunkelheit Entfernungen einschätzen können, hätten sie in gewissen Abständen Chakraquellen montieren müssen, an denen sich Mari hätte orientieren können. Siegel oder so. Die 16-Jährige setzte sich in Bewegung und hob die Fackel in ihren Händen ein wenig an, um einen größeren Durchmesser zu erhellen. Jeder Schritt verursachte ein hallendes Geräusch und die Hyuuga hob eine Augenbraue an, als sie einige Sitzbänke aus massiven Holz fand. Die Zeit hatte sie mitgenommen, doch an sich sahen sie noch intakt aus. „Wie hast du das hier gefunden?“ Irgendwie konnte sich Mari die Frage dann doch nicht verkneifen. „Das werden ja wohl schon Leute vor dir gefunden haben, oder? Ich meine Forscher oder so.“
     
  3. Tatsumaki Hei

    Tatsumaki Hei Chuunin

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    "Hm", machte der Tatsumaki und kicherte leise. "Das hätte ich nicht erwartet, aber... das macht es irgendwie fast noch spannender, oder?" Lächelnd legte er den Kopf schief. "Angenommen, dass ich eben verhältnismäßig langsam nach unten geglitten bin, sind wir trotzdem mindestens... hm... sechzig Meter unter der Erde?" Hei hätte die Arme verschränkt, aber da er eine Fackel trug, konnte er das logischerweise nicht tun. Also hob er diese ein wenig weiter an, machte Mari ein wenig nach, um ein wenig größeren Sichtradius zu erreichen. Immer noch war nicht wirklich etwas zu sehen, was von den vorigen Beobachtungen abwich. Abwesend überlegte Hei, in welche Richtung sie sich zuerst wenden sollten, um diese Wunderwerk hier zu erforschen. Über die Haltbarkeit machte er sich keine Sorgen: Es sah noch immer so aus wie vor Jahren (jedenfalls theoretisch, so tief war er ja noch nie gewesen) und solange sie keinen Blödsinn machten, sollte das ja auch alles halten. Hoffte er zumindest... und wenn etwas schief ging, würde er notfalls sein Leben aufs Spiel setzen, um sie hier rauszubringen. War natürlich ein wenig gefährlich aber... Hei war aufgeregt! Es war so spannend - er hatte schon lange nicht mehr so etwas gemacht. "Wie ich es gefunden habe...", meinte er und legte den Kopf schief. "Naja, ich habe früher ziemlich viel Zeit in der Wüste verbracht, aber das war wirklich Zufall. Es war verhältnismäßig kurz bevor ich von meinem Vater auf die Akademie geschickt wurde... vielleicht war es auch einer der Gründe. Ich war in die Wüste gelaufen - wegen einer Meinungsverschiedenheit oder sonst etwas, ich erinnere mich nicht mehr wirklich - und bin dann hier irgendwo gelandet. Aber dummerweise ist ein Sandsturm aufgezogen und nun ja - man könnte meinen, ich hatte ziemliches Glück, als ich mit der Kuppel oben ein Versteck gefunden habe, wo mir der Sturm nicht wirklich etwas anhaben konnte." Der Tatsumaki seufzte leise, kratzte sich am Kopf. "Ich nehme an, ich habe immer dann Glück, wenn es sein muss." Nachdenklich blickte er in Richtung Mari, leckte sich leicht über die Lippen. "Das weiß ich nicht. Ich habe nie etwas darüber gelesen, aber vielleicht habe ich auch nur nicht richtig gesucht... andererseits: Wenn man nicht sehr spezielle Ausrüstung oder Fertigkeiten hat, kommt man ja nicht einmal hier herunter. Und es sieht hier nicht so aus, als wäre ein professionelles Team von Forschern vorbeigekommen." Er sah sich um. "Ich habe keine Ahnung, wie alt das hier ist. Vielleicht ist es schon lange in Vergessenheit geraten - das wäre spannend - oder vielleicht ist es ja auch nur noch so (verhältnismäßig) jung, dass es uninteressant ist. Egal was es ist: Dieser Ort hat etwas mystisches an sich." Hei lachte leise, und der Klang seines Lachens klang durch den Raum. "Wir sollten sehen, dass wir an irgendeine Wand kommen, um uns orientieren zu können", stellte er dann fest und grinste leicht, zog Mari kurz zu sich um ihr einen Kuss zu geben. "Verzeih', aber lass dem neugierigen Hei noch ein wenig Zeit."

    Es dauerte ein wenig, bis sie - immer in eine Richtung gehend - an einer Wand ankamen. Diese hatte feine Risse, sah aber sonst ziemlich gut aus. Auch hier waren kaum Fenster zu finden. Die, die man sah - eigentlich nur eines - war zerbrochen und Sand war durch den Spalt gesickert. Aber es war ein sehr schmales Fenster gewesen - vielleicht war die Bauart damals noch nicht mit zu großen Fenstern bekannt gewesen und allgemein... schien es fast, als wäre dieses Gebäude errichtet worden, als es noch eine andere Zeit gewesen war. Man konnte sehen, dass das Mauerwerk ziemlich massiv war - dort, wo der Sand durchgesickert war. "Hm", meinte er. "Anscheinend halten die Mauern stand. Allerdings gibt es hier ja auch keine Bewegung, die etwas zerstören würde. Solange hier kein Erdbeben kommt oder wir mit irgendwelchen Techniken um uns schmeißen, wird das sicherlich passen." Hei strich über die Wand, sog die Luft durch die Lungen. "Etwas muffig ist die Luft hier aber schon", merkte er nachdenklich an. "Das passiert wohl, wenn sie lange steht. Nur da oben findet ein leichter Luftaustausch statt." Der Wüstensohn schmunzelte, deutete in eine Richtung. "Komm, wir folgen der Wand." Einige Zeit lang tappten sie in eine Richtung - und in verhältnismäßig großen Abständen war immer wieder ein gebrochenes Fenster zu sehen. Offenbar aber in ziemlich gleichen Abständen. Außerdem konnte Hei immer wieder kleine Lampen erkennen, die... offenbar mit Öl (?) betrieben worden waren. Natürlich waren die Dochte längst verfallen, aber in einigen konnte man noch ein klein wenig schleimiges Öl finden, welches nicht mehr zum anzünden geeignet war. "Hm", macht Hei. "Ich hab' kein Öl, ansonsten könnte man die wieder in Betrieb nehmen. Das ist Messing, glaub' ich... oder etwas in der Art. Eine Kupferlegierung. Sehr beständig; Guck' mal, in dieser Luft hat es sich kaum verändert." Hei nahm eine der Lampen aus ihrer Halterung und schmunzelte. "Recht schwer. Ich werde mal eine Mitnehmen." Er versiegelte die Kupferlampe und steckte die Schriftrolle in seine Kleidung. Einige Zeit später kamen sie zu einer Tür, die aus dem Hauptraum abzweigte. Schweres Holz... Hei klopfte sehr sanft daran, und das Klopfen erklang zwar sehr dumpf, aber es schien noch ein Raum dahinter zu sein. Was auch hieß, dass nicht nur Sand dahinter war. Sehr, sehr vorsichtig zog er die Tür auf, und war erleichtert, als sie mit ein wenig Kraftaufwand auch aufschwang. Die Scharniere waren ziemlich ramponiert, aber hielten die schwere Tür noch grad so. Qualitätsarbeit war das. Schien so, als wäre das mal sehr teurer Bau gewesen. "Das hier ist sicher kein normales Gebäude", fasste Hei unnötigerweise zusammen. Natürlich war es das nicht, es war etliche Meter hoch. Aus dem dunklen Raum hinter der Tür dran ein etwas strengerer Geruch, der sich aber recht schnell verflüchtigte, als die Tür geöffnet worden war. Der Wüstensohn schnupperte. "Öl!", meinte er und lachte leise. "Oder? Das muss Lampenöl sein. Ob es noch verwendbar ist?" Mit erhobener Fackel betrat der junge Mann den Raum und sah sich um. Lange nicht so groß. Die Fackel erhellte den Raum einigermaßen und es war ein schönes Gefühl, alle Wände wahrnehmen zu können. Es standen Behältnisse hier, anscheinend Luftdicht versiegelt. Öl konnte, soweit Hei wusste, wenn richtig gelagert, etliche Jahre brennbar bleiben. Licht gab es hier auch keines... keine Fenster (also bevor der Sand gekommen war, natürlich). Der Tatsumaki trat an ein Behältnis heran, zerstörte das Siegel daran und öffnete es. Darin? Eine Flüssigkeit, die... nun ja, sehr wahrscheinlich Öl war. Der Tatsumaki leckte sich über die Lippen, riss ein Stück Stoff aus seiner Kleidung und tunkte es in die Flüssigkeit. Dann legte er den Stofffetzen auf den Boden, hielt die Fackel daran und... der Stofffetzen brannte! Hei grinste leicht, wandte sich zu seiner Freundin. "Wollen wir mal für Erleuchtung sorgen? Ich opfere auch ein wenig Kleidung."
     
  4. Hyuuga Mari

    Hyuuga Mari Chuunin

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    Er hatte diesen Ort also tatsächlich als Kind gefunden? Es war erstaunlich, wie zäh der Tatsumaki früher gewesen sein musste. Wüstenkind hin oder her, selbst in ihrem heutigen Zustand wäre es für Mari eine Herausforderung gewesen, zu Fuß bis zu dieser Koppel blind durch die Wüste zu laufen. Hei hingegen hatte solche Aktionen bereits mit.. zehn (?) Jahren vollführt. Beeindruckend. Mari nickte auf die Erklärung ihres Freundes hin und war so in Gedanken versunken, dass das Gefühl seiner Lippen sie überraschte. Nicht, dass sie sich dagegen wehrte, aber dieser Ort war so besonders und mysteriös, dass Mari nicht damit gerechnet hatte, plötzlich einen Kuss zu bekommen. Ein leichtes Lächeln schlich sich auf ihre Lippen, sie nickte und folgte dem Suna-Nin auf der Suche nach einer Wand. Es dauerte eine beachtliche Weile, bis die Jugendlichen an eine Mauer stießen, die zwar Risse beinhaltete, sonst allerdings stabil aussah. Hei begutachtete die Stelle und kam zu dem Schluss, dass das Gebäude halten sollte, solange sie keinen Unsinn anstellten. Gut zu wissen, die Hyuuga hatte nämlich wenig Lust, lebendig begraben zu werden. An der Wand orientierend gingen die Genin weiter und bemerkten schon bald Öllampen, deren Dochte allerdings nicht mehr brauchbar waren. Auch das darin befindliche Öl erschien matschig und wenig nützlich - schade. Es wäre eine Möglichkeit gewesen, endlich Licht ins Dunkel zu bringen, wortwörtlich. Hei versiegelte eine der Lampen in einer Schriftrolle - zur späteren Begutachtung, vermutlich - danach ging die Erkundungstour weiter. Es war wirklich lange her, dass die Hyuuga so Etwas gemacht hatte. Natürlich war sie nie in irgendwelche Gebäude geklettert, die vom Wüstensand verschluckt worden waren, es ging eher allgemein um Erkundungen. Zuletzt kurz nach ihrem Eintritt in die Akademie.. danach war es vorbei gewesen mit der schlichten Kindheit und zugehörigen Albereien. Hm. Es fühlte sich komisch an, mit sechzehn Jahren erneut einem alten Trend zu verfallen. Andererseits war das hier wirklich eine besondere Beobachtung.. Mari entschied sich, sich vorerst auf die Situation einzulassen. Der Tatsumaki fand derweil ein weiteres Zimmer, dessen Tür sich vergleichsweise gut öffnen ließ. Was befand sich dort…

    „Öl.“ Für die Lampen? Sicherlich. Die Hyuuga sah zu, wie das Kleidungsstück des Suna-Nin Feuer fing - offenbar war das Öl noch zu gebrauchen. Die junge Frau konnte es sich nicht verkneifen, leicht zu grinsen. „Als hätte ich Etwas dagegen, wenn du Kleidung opferst.“ Mittlerweile konnte Mari ja ganz offen sagen, dass sie auf das Aussehen des Schwarzhaarigen stand. Und das gerne auch ohne bedeckendes Oberteil. „Du hast ja deine Wärmetechnik, um hier unten nicht auszukühlen“, ergänzte sie, nickte dann zustimmend und die Jugendlichen machten sich ans Werk. Natürlich hatten die Genin keine genaue Ahnung und improvisierten eher, als sie versuchten, die Lampen wieder in Gang zu bekommen, aber es funktionierte. Die abgerissenen Stücke Stoff wurden als Ersatz für die verfallenen Dochte genutzt, das Öl wurde ausgetauscht und abschließend versuchten Hei und Mari, die Konstruktion mit der eigenen Fackel zu entzünden. Nach diesem Prinzip gingen die Genin eine Lampe nach der Anderen ab und allmählich, sehr langsam, erhellte sich der wahrlich gigantische Raum. Es dauerte verdammt lange, bis die gesamte Wand abgelaufen worden war, jedoch nahm Mari das nicht entsprechend war. Hier unten, vergraben unter Tonnen von Sand, abseits der Himmels- und Sonnenbewegung, stand die Zeit still. Die Lampen an den Außenwänden reichten nicht aus, um das gesamte Ausmaß dieser Kathedrale zu erhellen und die Jugendlichen machten noch weitere Lichtquellen aus, die an verschiedenen Säulen in der Mitte der Halle angebracht waren. Einige von Ihnen tauschten sie noch aus, als die Reserven an Öl und vor allen Dingen Kleidung jedoch ihre Grenzen erreichten, beendeten sie die Aktion vorerst. Das jetzige Licht reichte aus, um einen groben Eindruck des Inneren zu bekommen. Die Holzbänke, die Mari bereits zuvor erkannt hatte, entpuppten sich nun als riesige Sitzreihen zur rechten und linken Seite des Raumes. Umrahmt wurden sie von mehreren massiven Säulen, die dem Konstrukt einerseits Halt verliehen, andererseits auch imposant und mächtig wirkten - war mit Sicherheit ein gewollter Nebeneffekt. Nur mittig der riesigen Halle gab es einen komplett freien Gang, durch den man ungehindert an sämtlichen Sitzreihen und Säulen vorbei schreiten konnte. Am Ende führten ein paar wenige Treppenstufen zu einer erhöhten Fläche, auf der eine Art.. Podium (?) zu finden war. An diesem Ende der Kathedrale waren mehrere dünne Fenster zu finden, die allesamt mittlerweile vom Sand zerstört worden waren. Allgemein wirkte dieses Ende des Raumes sehr.. anziehend. So Etwas hatte die Hyuuga noch nie gesehen, denn solche Gottesgebäude existierten heutzutage in der normalen Welt nicht mehr. Allgemein war der Glaube nicht mehr so verbreitet wie in früheren Zeiten. Die Jugendlichen hatten bereits so viel Zeit in der Kathedrale verbracht, dass die Fackel der Hyuuga abgebrannt war. Als Ersatz hatte sie sich eine der Lampen angeeignet, sie schritt bedächtig an den Sitzreihen vorbei zum Altar. Mari hatte das Gefühl, als schwebe eine undefinierbare Aura in diesen Hallen - wie eine Kraft, die einerseits die gesamte Aufmerksamkeit auf den Altar lenkte, andererseits davon abhalten wollte, jenen einfach so anzufassen und zu untersuchen. Sicherlich eine Einbildung, dennoch beeindruckend. „Hm.“ Vorsichtig überwand die Hyuuga die wenigen Treppenstufen, blieb einen Moment stehen und stutzte. Dann ging sie an der Seite des Altars vorbei und ihre Augen wurden kurz schmaler. „Wir sind nicht alleine.“ Der Tatsumaki könnte es erst erkennen, wenn er zu seiner Freundin kam. Direkt hinter dem Altar halb lag, halb saß ein lebloses Skelett… was fast interessanter war, war die verschlossene Schatulle, die neben dem Gerippe auf dem Boden lag. Sie sah intakt aus und beim Versuch, sie hochzuheben, bemerkte Mari, dass die Schatulle für ihre Größe recht schwer gebaut war. Sie hob die Box auf den Altar, legte sie darauf ab und untersuchte das Schloss. Es.. brauchte keinen Schlüssel. Nach ein paar Handgriffen erklang ein Klacken, das durch den Raum hallte - dann öffnete die Hyuuga das Gefäß. Auf der Innenseite der Schatulle fielen Mari einige eingravierte Worte auf. Die Buchstaben sahen merkwürdig aus.. aber die junge Frau glaubte, es richtig lesen zu können. „Shinkō no ichi?“ Sie sah zum Tatsumaki.
     
  5. Tatsumaki Hei

    Tatsumaki Hei Chuunin

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    Hei schmunzelte - hatte Mari das grad wirklich gesagt? Es war immer noch ungewohnt, so etwas von der Hyuuga zu hören... nicht, dass es ihn störte, mitnichten. Trotzdem: es musste an der Luft liegen, dass Mari so, hm, offensichtlich war, oder? Hei hob grinsend einen Finger und machte sich dann mit der jungen Dame ans Werk. da seine Kleidung gebrannt hatte und Hei wusste, dass Öl nicht so von selbst korrekt, sondern nur mit einem Docht anständig für Licht sorgte, machte er sich mit Hilfe seiner Kleidung ein paar neue Dochte - leider wurde dadurch nach und nach sein Oberteil aufgebraucht. Erst hatte er nur vorgehabt, einige Lampen anzuzünden, um so einige Eckpunkte zu markieren, aber Mari schien nun doch ein wenig in die Laune zu kommen und machte noch einige weitere Lampen an... nach einigen Minuten (langen Minuten) des Arbeitens war das Mittelschiff ziemlich gut beleuchtet, jedenfalls im Vergleich zu vorher. Die Decke war kaum zu sehen, nur da, wo sie herkamen, schimmerte ganz, ganz fein Licht herab. Und das auch nur über die Wände reflektiert. Es war allerdings trotzdem ein wenig kühl, weshalb Hei sich mit seiner Technik leicht aufwärmte. Er wollte ja nicht mitten in der Wüste einen Schnupfen bekommen - das wäre ja der Gipfel der Lächerlichkeit gewesen. Der Tatsumaki pfiff leise durch die Zähne, als sie ihr Werk betrachteten. Ruhig und überhaupt komplett ungestört brannten die Lampen vor sich hin und verbreiteten ein orange-gelbes Licht, welches jeweils einige Meter erhellte. Dann würde von der nächsten Lampe übernommen und so konnte man sehen, dass dies wohl mal eine Art... Altarraum gewesen war? Hei kannte sich nicht besonders gut aus mit solchen Dingen: Religion war nie und wäre wohl auch nie sein Ding gewesen. Trotzdem erkannte er, dass dies eine Art Versammlungsstätte gewesen war. Die Bänke waren alle in eine Richtung ausgerichtet, und dort vorne... war diese erhöhte Fläche, dieser Altar. Was da wohl mal für Rituale stattgefunden hatten? Der Tatsumaki verschränkte die Arme vor der Brust und ließ das Bild auf sich wirken. Ja, es hatte schon etwas besonderes. Diese großen Hallen, in dem jeder Ton lange brauchte, bis er sich verlor. Mari ging, beinahe bedächtig, nach vorne, während er nur nach und nach folgte. Er sog die Eindrücke in sich auf und speicherte die Bilder in seinem Gedächtnis ab, um sich später daran erinnern zu können. Das schrie förmlich nach einer Aufzeichnung, die er sich machen würde. Das Geräusch der Öllampen war momentan das einzig Hörbare: Dann aber unterbrach Maris Stimme die Stille. "Hm?", machte Hei und runzelte dann die Stirn. "Nicht alleine?", fragte er nach, hielt seine Stimme allerdings ruhig, damit sie nicht zu sehr hallte. Wie gesagt: Er hatte das Gefühl, wenn man hier zu viel Terz veranstaltete, würde man die Toten noch aufwecken. Und die gehörten definitiv nicht in die Welt der Lebenden. Er stellte sich hinter die Hyuuga und runzelte dann die Stirn. "Nun, ich würde behaupten, dass wir den nicht mehr stören", meinte er trocken und beobachtete neugierig, was Mari da tat. Sie nahm die Schatulle und öffnete sie - und las etwas vor, was in Hei einen fernen Nachhall von Erinnerung weckte. Aber er konnte nicht wirklich festmachen, was genau es war, an das er sich erinnerte.

    "Hm...", murmelte er nachdenklich, sah dann richtig in das Kästchen hinein. Dort drin lag ein ziemlich wertvoll aussehender Armreif; was der hier zu suchen hatte und wieso es gerade hier in so einer Schatulle zu finden war? Hei hatte keinen Schimmer. Außerdem waren da die Abdrücke von zwei kleineren Ringen... vielleicht eine Art Trauung? Hei legte den Kopf schief, holte den Reif aus dem Kästchen und betrachtete ihn neugierig. "Das ist ziemlich feine Arbeit", meinte er. "Da sind kleine Verzierungen drauf..." Er rieb das Schmuckstück leicht zwischen den Fingern, nickte. "Das ist Gold. Zumindest jedenfalls eine Legierung. Das ist sicherlich ziemlich wertvoll." Nachdenklich betrachtete er den Reif, lächelte dann fein. "Der ist, wenn überhaupt, für eine Frau gemacht, ich kann damit also nichts anfangen. Er würde dir sicherlich hervorragend stehen, Hime", meinte er dann mit einem leichten Zwinkern und legte es vorerst wieder in das Kästchen zurück. Die Inspektion der Schriftzeichen folgte, dann seufzte Hei leise. "Dieses Gebäude ist so riesig... Shinkō no ichi... Was, wenn hier eine ganze Stadt vergraben ist? Sie wird nie wieder das Tageslicht erblicken." Nachdenklich strich er sich durch die Haare, besah sich die Wände an den Seiten des Altars. Darauf waren Abbildungen zu sehen: Menschen, die sich um einen anderen Menschen versammelten, dann andere Gestalten, die irgendwelchen Tätigkeiten nachgingen... Die Farbe war verblasst und kaum noch zu erkennen. Sein Blick wanderte zur anderen Seite der Halle, dann ganz nach hinten, wo wohl mal eine Art Ausgang/Eingang gewesen war. "Wie gesagt, es muss schon sehr alt sein. Die Wüste ist tatsächlich noch nicht immer da gewesen, wo sie jetzt ist... so etwas bildet sich und bewegt sich mit der Zeit. Gut möglich, dass das der ursprüngliche Boden ist, auf dem wir hier stehen." Er ging wieder zurück, auf die andere Seite der Halle - nicht die Seite, die das Öl beherbergt hatte. Hier waren einige Türen, von denen eine wohl nach draußen geführt hatte - sie ließ sich nicht öffnen - und einige kleinere Räume, in denen sich nichts interessantes fand. Als Hei weiter in den hinteren Teil der Kathedrale kam, und eine Tür öffnete, wurde dahinter ein kleiner Gang sichtbar. "Hime, komm' mal... ich glaube, hier können wir weiter 'forschen'." Er lachte leise, nahm sich eine der Lampen von der Wand und ging durch den Gang bis zur Tür am hinteren Ende. Diese geöffnet, stand er in einem sehr viel kleineren Raum. Ein Tisch auf der anderen Seite... und darauf eine Art Stände, auf der ein langer Stab lag. Auf den Wänden waren Abbildungen zu sehen von einem Mann, der mit diesem Stab in der Hand Licht heraufbeschwor und einige Menschen, die sich vor ihm niederwarfen. Hei hob diesen Hoch und wog das schwere Stück in den Händen, ging dann wieder zurück - Mari war ihm noch nicht gefolgt. Er traf sie bei der Tür in den Gang wieder, schüttelte aber den Kopf. "Dort gibt es nichts mehr zu sehen, aber sieh' mal." Er schmunzelte, hob den Stab hoch. "Vielleicht hat das mal eine Art Priester getragen?" Er strich darüber. Der lange Schaft des Stabes war anscheinend aus robustem, dunklen Holz, aber das Stück war zu schwer um einfach nur aus Holz zu sein. Vielleicht ein Kern aus Metall? Oben konnte man einen metallischen Knauf sehen, der von zwei 'Ästen' umgeben wurde, dessen Enden auf den Knauf zeigten. "Was für ein merkwürdiges Design", meinte Hei und kratzte sich am Kopf.
     
  6. Hyuuga Mari

    Hyuuga Mari Chuunin

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    Ein Goldreif? Wow, da hatten die Genin aber einen ziemlich wertvollen Fund gemacht, dafür, dass das hier nicht einmal eine Mission war. Mussten sie diesen Gegenstand irgendjemandem melden? Die Hyuuga war sich nicht sicher, ob es das Richtige war, diese Schatulle und den zugehörigen Inhalt einfach mitzunehmen und zu behalten. Andererseits wäre es auch Verschwendung, diesen Fund hier liegen zu lassen. Wer wusste, wie lange diese Kathedrale noch zugänglich sein würde - der Sand konnte jederzeit weiter ansteigen und auch die Kuppel verdecken. Die weißen Augen musterten die Verzierungen auf dem Reif, bevor Hei das Schmuckstück zurücklegte. Mari würde dieser Armreif stehen? Eigentlich war die junge Frau noch nie ein großer Fan von Schmuck gewesen, hatte ihn zugegeben allerdings auch nie wirklich ausprobiert. Beim Taijutsu war so Etwas eben eher hinderlich, weshalb man es nicht anlegte. Aber für die Freizeit? Die Hyuuga könnte zumindest darüber nachdenken. Shinkō no ichi… eine ganze Stadt, die hier vergraben liegen sollte? Die Wüste war mächtig und unaufhaltsam, das wurde Mari bei diesem Gedanken bewusst. So wie alle Naturgewalten war es nicht einmal Shinobi möglich, die Natur aufzuhalten. Was aus den Menschen geworden war, die hier gelebt haben? Ein Seitenblick auf das Skelett folgte. Waren sie alle gestorben? Vielleicht… waren sie überrascht worden. Anders konnte es sich die junge Frau nicht erklären, warum jemand so lange in dieser Kathedrale verharrt haben sollte, bis er gestorben war. Hatte diese Person Schutz vor der Naturgewalt gesucht? Und hatte die Kathedrale dann nicht mehr verlassen können? Ein grausames Schicksal, sollte es stimmen. Ob es hier noch mehr Tote gab? Die Hyuuga hob den Blick, als der Tatsumaki auf sich aufmerksam machte. Da hinten konnte weiter geforscht werden.. die 16-Jährige nickte und folgte langsamen Schrittes dem Kollegen. Sie durchschritt die Tür, durch die Hei verschwunden war, stand in dem Gang - da kam der Tatsumaki ihr bereits erneut entgegen. In seinen Händen? Ein merkwürdiger Stab.

    Mari betrachtete den Stab genauer, nahm ihn ihrerseits in die Hände und wog. Schwerer als erwartet - ähnlich der Schatulle. „Merkwürdig?.. Besonders trifft es eher.“ Sie hob die Schultern an, gab das gute Stück Hei dann zurück. „Es ist auffällig. Wer weiß, wofür es früher benutzt wurde.“ Die Jugendlichen gingen zurück in die große Haupthalle und nach kurzer Probe auf Stabilität setzte sich die junge Frau auf eine der Sitzbänke. Es knarrte, hielt dem Gewicht sonst allerdings stand. Sie sah einen Augenblick zum Tatsumaki, dann zum Stab, dann zu der Schatulle, die immer noch auf dem Altar lag. Schlussendlich stieß Mari Luft aus der Lunge und lehnte sich ein Stück nach hinten. Ihr Blick glitt nach oben, in das tiefe Schwarz der Decke, aus dem sie gekommen waren. „Sollten wir das Zeug lieber hier lassen?“, fragte sie ihren Freund, ohne ihn direkt anzusehen. Man merkte der Hyuuga an, dass sie unschlüssig war. „Wenn bisher keine Forscher hier waren, dann werden sie sicherlich noch kommen. Die haben mit Sicherheit mehr Ahnung und sehen in diesen Sachen vielleicht Dinge, über die wir uns überhaupt nicht bewusst sind. Würden wir Gegenstände entwenden, könnten wir Spuren verwischen, mit denen Forscher wichtige Erkenntnisse über die Vergangenheit sammeln könnten.“ Mari senkte ihren Blick wieder, sah dann mit einem unentschiedenen Lächeln zum Schwarzhaarigen. „Andererseits wissen wir nicht, wie lange diese Kathedrale noch zugänglich sein wird. Nachher wird dieser Ort vollkommen von der Wüste verschluckt sein und niemand wird sich über seine Existenz bewusst sein. Wir könnten die Dinge auch mitnehmen und sie irgendjemandem geben. Aber ich wüsste nicht, an wen. Wenn ich an Leute wie Shinsou-san denke, befürchte ich, dass er diesen Fund höchstens für den eigenen Profit nutzen würde. Kennst du Jemanden?“ Die Braunhaarige sinnierte noch ein paar Sekunden darüber, dann stand sie auf, kam auf den Tatsumaki zu, seufzte und lehnte sich an ihn. Nicht fordernd, eher so, als wolle sie ihre vielen Gedanken dadurch beruhigen. Sie löste sich wieder von dem Suna-Nin und lächelte leicht. „Ich hätte nicht erwartet, so einen Ort einmal in meiner Freizeit aufzusuchen. Hätten wir eine Mission, wäre die Entscheidung deutlich einfacher. Da gäbe es zumindest einen speziellen Auftrag zu erledigen. Naja..“ Ihre Mundwinkel verzogen sich ein Stück, dann wandte sich Mari ab und ging zurück zu dem Altar. Sie schloss die Schatulle, strich mit den Fingern über die Außenseite. Sehr hochwertiges Holz, doch das Gewicht der Box ließ darauf schließen, dass noch ein stabileres Material darunter zu finden war, um den Inhalt vor jeglichen Schäden zu schützen. Auch Mari sprach mit gedämpfter Stimme, dennoch hallten ihre Worte noch eine Weile nach. „Du hast mehr Ahnung davon als ich. Also - was meinst du, sollten wir machen? Im Vergleich bist du der Forscher unter uns.“
     
  7. Tatsumaki Hei

    Tatsumaki Hei Chuunin

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    Hei lächelte fein - nun, besonders traf es vielleicht wirklich besser. Nichtsdestotrotz schien es, als wären die Ausläufer dafür da, irgendetwas wieder zurück in die Mitte zu führen. Nachdenklich nahm er den Stab wieder an sich, den Mari kurz behutsam in der Hand gewogen hatte. Tja, wofür war er benutzt worden... Hei hatte eine leichte Ahnung, wofür er mal benutzt worden war, jedenfalls, wenn man von den Zeichnungen an den Wänden des Raumes, aus dem der Stab stammte, trauen konnte. Eine Art Stab, den jemand benutzt hatte, der damit Macht ausgedrückt oder sogar ausgeübt hatte. "Hm", machte der Tatsumaki leise, während er sich vor Mari stellte und sich auf den schweren Stab stützte. Der eignete sich dafür eigentlich ganz gut, und er hatte irgendwie keine Sorge, dass er beschädigt wurde. Er sah zum Teil ein wenig abgewetzt aus, benutzt, sozusagen, wohl aber komplett intakt. Hei widerstand der Versuchung, das Ding einfach einmal auf eine Holzbank zu schlagen - das wäre vielleicht ein wenig extrem gewesen. So aber bohrte sich der etwas spitz zulaufende, untere Teil nur in den Boden der Kathedrale und schien wenig beeindruckt von dem Stein zu sein. "Forscher sagst du, hm?", meinte er nachdenklich und kratzte sich am Kinn. Hei war sich nie so ganz sicher gewesen, wie 'offiziell' einige der 'Forscher' waren, die in diesem Land umherstromerten. Außerdem... ein Sandsturm konnte genügen, um diese beiden Kostbarkeiten und alles, was hier unten vielleicht sonst noch verborgen war, für immer unter den Sandmassen verschwinden zu lassen. Da hatte Mari interessanterweise ziemlich richtige Argumente gesagt... lächelnd legte er kurz seine Arme um die Hyuuga, als sie sich an ihn lehnte, strich ihr einmal sanft über die Haare und sah dann in die weißen Augen, die ihn fragend ansahen und sich dann wieder der Schatulle widmeten. "Tja, ich bin der Forscher unter uns, sagst du?", meinte der Tatsumaki nachdenklich und verschränkte die Arme vor seiner Brust. "Ich bin mir nicht so ganz sicher; das, was du sagtest, ist schon ziemlich richtig. Ich möchte es auch niemandem wie Shinsou anvertrauen, wenn ich ehrlich bin. Und bei der Obrigkeit wären diese Dinge vermutlich bis ans Ende aller Tage in einem Zimmer eingeschlossen..." Er legte den Kopf in den Nacken und schien einen Moment nachzudenken.

    "Ich glaube, ich bin dafür, dass wir diese beiden Sachen erst einmal mitnehmen. Es gibt sowieso noch viel zu tun; Vor allen Dingen in die Archive möchte ich noch, um wirklich mal ein wenig zu graben. Da kann ich glaub sehen, ob ich etwas über eine Glaubensstadt finde und... naja... vielleicht finde ich ja auch jemanden, der davon ein wenig Ahnung hat. Ich habe das Gefühl, dass es hier noch viel mehr zu entdecken gibt." Er seufzte leise, lächelte dann fein und holte eine Schriftrolle heraus. Sorgsam platzierte er die Schatulle darauf und versiegelte sie; Der Stab fand - längs - in einer anderen Schriftrolle Platz. Hei seufzte leise, trat von hinten an Mari heran und platzierte einen sanften Kuss auf ihrem Nacken. "Aber du hast Recht, es ist keine Mission und deshalb ist es auch unsere Verantwortung." Ein leichtes Schmunzeln huschte über die Züge des Tatsumaki, als er die Braunhaarige umdrehte und sich einen Kuss stahl. "Allerdings glaube ich, dass wir uns keine Sorgen machen müssen. Selbst ich habe noch nie von dieser Glaubensstadt gehört und glaube deshalb nicht, dass es so etwas wie... 'Allgemeinwissen' ist, davon zu wissen. Vielleicht irgendwelche Archäologen oder so - nicht aber normale Sammler wie Shinsou. Wahrscheinlich wüsste er überhaupt nichts damit anzufangen." Hei kicherte leise, feixte ein wenig. "Normalerweise würde ich dafür plädieren, die Dinge hier zu lassen, aber... ich möchte mehr darüber erfahren. Und falls ich zu dem Schluss komme, dass wir hier etwas unmoralisches tun, dann bringe ich die Gegenstände zurück. So aber bleiben es erstmal zwei Artefakte, die ich ein wenig erforschen möchte." Er summte leicht, dann sah er sich um. "Wir sollten die Lampen - jedenfalls einige - wieder löschen. Wer weiß, wann wir die noch einmal brauchen können - falls wir jemals zurückkommen sollten, müssen wir eh etwas mitbringen, womit wir hier eher Licht ins Dunkel bringen können." Kurz hielt er inne, formte dann die Fingerzeichen für die Sandwolke, und der Sand, mit dem sie vorhin hineingekommen waren, erhob sich brav, um sich seinem Meister zu fügen. "Ich hoffe, das hier war nicht allzu enttäuschend?", fragte er mit einem Lächeln, während sein Sand ausschwärmte, um die Flammen der Lampen zu ersticken.
     
  8. Hyuuga Mari

    Hyuuga Mari Chuunin

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    Mari verschränkte die Arme vor der Brust und hörte dem Tatsumaki ruhig zu - anschließend beobachteten die weißen Augen seine Aktionen, um die Gegenstände in Schriftrollen zu versiegeln. Er wollte diesen Stab und die Schatulle also wirklich mitnehmen? Die Hyuuga hatte nach der Einschätzung ihres Kollegen gefragt, da sie überzeugt davon war, dass er mehr Ahnung davon hatte als sie selbst. Deshalb fügte sie sich vorerst seinem Urteil, denn zugegeben war ihr diese Alternative immer noch lieber, als dass zum Beispiel Shinsou-san oder einer seiner Kumpanen der Sachen habhaft wurden. Hei besaß freien Zugang zu den Archiven.. er könnte selbst forschen, um Erkenntnisse über diese Kathedrale zu gewinnen. Wo würde man eher Antworten finden, als in den geheimen Unterlagen Suna-Gakures? Die Braunhaarige nickte, spürte dann, wie der Schwarzhaarige von hinten an sie trat und ihr einen Kuss in den Nacken hauchte. Als sie sich umdrehte, trafen sich erneut die Blicke der Jugendlichen und Mari wurde mal wieder bewusst, was für eine Wirkung diese himmelblauen Augen des Tatsumakis haben konnten. Natürlich wollte sie sich deshalb nicht von dem eigentlichen Thema ablenken lassen - dennoch mochte sie seine Seelenspiegel. „Na schön.“ Ein leichtes Lächeln fand den Weg auf ihre Lippen. „Aber dafür hältst du mich auf dem Laufenden, was du in den Archiven so findest.“ Hei formte weitere Fingerzeichen und der Sand, mit dem die Jugendlichen zuvor in die Tiefen der Kathedrale geglitten waren, breitete sich aus, um die Lampen zu löschen.

    Moment. Hatten sie nicht eine Kleinigkeit vergessen? Die Hyuuga schaltete schnell und noch während der Kollege seinen Sand manövrierte, kniete sich Mari auf den Steinboden der Kathedrale, kramte in ihrer Hüfttasche und holte einige beschriebene Papiere hervor. Siegel? Schon richtig, allerdings keine besonderen Fuuin-Künste - Hei würde erkennen, dass es sich bei diesen Siegeln um die Grundlagen handelte, die man an der Akademie beigebracht bekam. Die 16-Jährige stand auf, holte sich Sand aus einer Ecke der Kathedrale, an der die Fenster zerbrochen waren, kam mit diesem zurück und verteilte ihn auf den einzelnen Zetteln. Einige Fingerzeichen und Chakra später, wurden die Sandhaufen versiegelt. Mari spürte, wie der Tatsumaki sie ansah, deshalb erhob sie sich, ließ die Papiere auf dem Boden liegen und wandte sich lächelnd an den Schwarzhaarigen. „Diese Kathedrale könnte mit dem nächsten Sandsturm vergraben werden“, begann sie mit einer Erklärung, um den Partner nicht mit seinem Unwissen alleine zu lassen. „Wenn ich diese Siegel hier lasse, kann ich die Kathedrale auch unterhalb des Sandes wiederfinden. Sie werden für mein Byakugan als kleine Lichtquellen sichtbar sein. Nur für den Fall, dass wir noch einmal wiederkommen möchten.“ Das war doch ein richtig raffinierter Plan, nicht? So ein Byakugan war eine verdammt praktische Fähigkeit, wenn man wusste, wie man es zu nutzen hatte und die entsprechenden Vorbereitungen traf. Allmählich wurden die Lampen gelöscht und die Kathedrale in die vorige Dunkelheit getaucht. Die weißen Augen blickten zum Altar, der immer schwerer zu erkennen war - bis er völlig verschwand. Im letzten Restlicht stehend formte der Tatsumaki seine Fingerzeichen, sodass die Sandwolke sich bildete. „Keine Enttäuschung. Ziemlich beeindruckend sogar, dass du mich an so einen Ort bringen konntest.“ Die Braunhaarige lächelte und wartete ab, bis die Technik des Suna-Nin fertig war. Danach nahm sie hinter ihrem Freund auf der Wolke Platz und sah hinab, während sich das Gefährt zurück zur Oberfläche bewegte. Um nicht gegen irgendeine Wand oder eine Säule zu stoßen, hatte Hei inzwischen mit einer kleinen Flamme in seiner Hand für das nötige Licht gesorgt. Unglaublich, dass es auf der Welt vermutlich noch unendlich weitere verschollene Orte gab, die nur darauf warteten, entdeckt zu werden. Je höher die Ninja stiegen, desto wärmer wurde die Luft - ob sie eines Tages zu dieser Kathedrale zurückkehren würden?



    => Trainingsplatz C-II - freies Gelände
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Feb. 2015
  9. Hasekura Chinatsu

    Hasekura Chinatsu Genin

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    cf: Allgemeines Krankenhaus Sunagakure

    Aufmerksam lauschte Chinatsu den Antworten, die der durchaus angeheiterte Baku ihr gab. Provisorische Waffen, aha. Sensen… ja, das konnte sich das Mädchen vorstellen. Als allerdings von einem besonderen Kurzschwert gesprochen wurde, wurde die Hasekura ein bisschen hellhöriger und nippte an ihrem eigenen Getränk. Auch wenn das mit Sicherheit nicht das erste Mal war, dass die Weißhaarige Alkohol trank, so spürte auch sie das leichte Brennen in der Kehle – sie wusste, dass sie dieses Getränk in Masse wohl nicht vertragen würde. Eigentlich beeindruckend, wie viel Baku von dem Zeug bereits runtergeschluckt hatte. Die Kunoichi nahm sich vor, noch einmal genauer wegen des besonderen Kurzschwertes nachzufragen, hörte dann allerdings zuerst den Erzählungen bezüglich der vermissten Fara zu. Unersetzliche, treue Partnerin… Ach so. Und weiter? Die Hasekura bekam keine Gelegenheit mehr, um weitere Fragen zu stellen, denn plötzlich knallte der Heiri seinen Becher auf den Tisch und eilte davon. Zurück blieb Chinatsu mit einem motzenden und mosernden Raku. Super, alleine mit der Spaßbremse schlechthin. „Ach, das kriegen wir schon noch raus. Immer locker bleiben, Rakuuuu~“ Die Kunoichi grinste, hob ihren eigenen Becher an und trank noch einen Schluck, bevor sie dem Teamkollegen ein zuversichtliches Zwinkern schenkte.

    Es verstrich noch ein wenig Zeit, bis die Karawane sich – fertig vorbereitet – in Bewegung setzte. Während der Manako sich zwischen die Waren in den hinteren Teil des Wagens quetschen musste, bekam Chinatsu einen Sonderplatz direkt neben Baku, vorne mit perfektem Blick auf die Straße. Da sagte die Hasekura gewiss nicht nein! Die gelben Äuglein sahen kurz zurück zu Raku, dann spürte das Mädchen den Ellbogen von Baku (Mensch, warum mussten diese beiden Namen auch so verdammt ähnlich sein?!) und konzentrierte sich deshalb wieder auf den Händler. Dieser erzählte zuerst begeistert von seinem epischen Kampf gegen die Banditen. Diese Erzählungen schweiften dann irgendwann ab, zur Wüste, dem Händlerdasein und den Erfolgen des Heiri. Die Hasekura hatte sich schon lange nicht mehr alles behalten können, wovon Baku so sprach – er plapperte wirklich viel. Das war irgendwie echt abtörnend! Chinatsu sprach nicht so viel… oder? Oder? Erst als Chinatsu ihren Namen hörte, wurde sie wieder aufmerksamer und versuchte die letzten Worte, die Baku gesprochen hatte, zusammenzusetzen. Spuren. Spurenlesen? Ach so! „Klar. Ein Ninja kann doch alles!“ Die 16-Jährige lachte, dachte allerdings insgeheim daran, dass Raku da vermutlich viel besser war als sie. Aber egal, das musste sie hier ja nicht erwähnen – das würde nur ihrem Coolness-Faktor senken. Und das wollte die Hasekura keinesfalls. Von der Kälte bekam das Mädchen bisher noch nicht viel mit, was vermutlich aber auch daran lag, dass sie abgelenkt war durch das Gespräch. „Spezialität? Was ist das denn für eine merkwürdige Frage?“ Sie lachte. Damit konnte alles und nichts gemeint sein. Sie glaubte kaum, dass der Händler viel mit Ninja-Begriffen anfangen konnte, weshalb sie es ihm ersparen wollte, mit irgendwelchen Fachbegriffen von Kampfstilen um sich zu schmeißen. Deshalb verstand sie seine Frage eher danach, was sie besonders machte – so ganz allgemein. „Ich bin eine Kunoichi aus Kumogakure und bin ziemlich gut im Ninjutsu. Leg dich also lieber nicht mit mir an, das könnte übel enden.“ Sie streckte ihm die Zunge raus, lehnte sich dann zurück. Sie wollte keine Ausführungen zu ihren Berufsqualitäten geben, das fand sie hier fehl am Platze. „Aber ich kann auch noch ganz andere Sachen als nur Kunoichi-Kram. Sachen, die sogar viel interessanter sind als das! Ich bin eine Meisterin im Backen und kenne mich zudem noch ziemlich gut mit Mode aus. Vor unserer Abreise muss ich dir unbedingt noch einen meiner Spezialkuchen backen. Du wirst hin und weg sein! Und ich bin eine Künstlerin, fast vergessen!.“ Was? Das waren private Informationen, die überhaupt Nichts in einer Mission verloren hatten? Naja, Chinatsu war ziemlich offen und zog auch keine wirklichen Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben. Daher durfte Baku ruhig ein bisschen mehr von ihr wissen als nur ihren Job – immerhin war Chinatsu viel mehr als nur eine Kunoichi. „Und du? Du sprichst immer nur von deinem Händlerdasein. Gibt’s denn noch was Anderes von dir zu wissen? Wo kommst du her, wie bist du zu deinem Beruf gekommen? Erzähl mir ein bisschen mehr von dir und deiner Freundin Fara. Wie habt ihr euch kennengelernt? Ist sie auch eine Händlerin?... Bist du in sie verknallt?“ Chinatsu grinste schelmisch. Man könnte jetzt meinen, dass die Hasekura ein höheres Ziel mit diesem privaten Geplänkel verfolgte, einen Draht zwischen sich und dem Händler aufbauen wollte und zudem vielleicht noch relevante Informationen einholte. Doch in Wirklichkeit interessierte sich das Mädchen nur für den Menschen, der hinter dem Händler Baku steckte. Das war vielleicht nicht professionell, aber das interessierte das Mädchen wie so oft herzlich wenig.
     
    Meteki Pakura gefällt das.
  10. Manako Raku

    Manako Raku Genin

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    "Hahaha!", machte Baku und schien sich zu amüsieren. "Ihr Ninja immer mit eurem Selbstbewusstsein!" Er schüttelte amüsiert den Kopf. Der Blondschopf konnte schon mit einigen Dingen etwas anfangen, was Chinatsu hätte erzählen können, aber der Händler war auch einfach eine recht neugierige Seele. So war es ihm auch recht, zu erfahren, dass die kleine Weißhaarige offenbar ganz klassische Fraueninteressen hatte. Backen, Mode und Kunst? Nun, für Kunst interessierte er sich in der Regel nur wenn er sie kaufen und verkaufen konnte, aber vermutlich meinte sie so etwas auch gar nicht? Vielleicht hatte das ja auch etwas mit ihrer Arbeit zu tun... Baku (und auch Raku) spitzte die Ohren, als sie selbst anfing Fragen zu stellen. Naja, eigentlich versuchte Raku eher wegzuhören, aber er schaffte es irgendwie nicht, sich zu konzentrieren. Das Rattern der Wagen war fast einschläfernd und wenn er nicht irgendwo zuhörte, würde die sonst vorherrschende Stille wohl dazu führen, dass der stille Manako wegpennte. Baku schien hellwach und Raku fragte sich mittlerweile ob er nicht irgendeine Krankheit hatte, die es ihm nicht erlaubte, Müdigkeit zu empfinden. Er hatte getrunken, war umhergerannt, schon seit Stunden auf den Beinen - wenn nicht Tagen - und schien davon nichts zu merken. Aber der Grünäugige sagte weiterhin nichts. Das war nicht sein Problem. Es interessierte ihn eigentlich auch überhaupt nicht. "Immer nur?" Baku überlegte kurz. "Hm, wahrscheinlich hast du gar nicht so Unrecht, Natsu-chan. Aber es ist ja nicht nur Arbeit, sondern Berufung, denke ich. Ich hab' irgendwann mal überlegt, was mir am meisten Spaß macht, und der Lebensstil von Händlern ist super. Passt alles. Außerdem bin ich eh quasi eingeborener Händler." Er schien ein wenig kürzer angebunden, als ob er nicht recht wusste was er auf die (doch sehr persönlichen) Fragen von Chinatsu antworten sollte. Dann aber grinste der Blondschopf. "Was? Fara? Ich hab' sie auf der Straße gefunden, schwach und noch ganz klein. Aber ich hab' sie aufgepäppelt und seitdem sind wir unzertrennlich!" Er lachte herzhaft und auf Chinatsus letzte Frage entgleiste kurz sein Gesichtsausdruck. "Äh... nein, sie ist keine Händlerin, aber sie ist sowas wie meine Assisstentin! Sie ist super." Raku knurrte genervt auf. "Schwafel weniger, man", brummte er. "Was für ein Wesen ist Fara?" "Na, ein Esel! Was denn sonst!" Baku kicherte leise und lehnte sich leicht zurück. "Ich hoffe wirklich, dass es meinem Mädchen gut geht. Sie ist wirklich treu, man erkennt sie daran, dass ihr linkes, halbes Ohr fehlt."

    Damit war dann auch das Rätsel gelöst und Rakus Laune verschlechterte sich weiter, einfach, weil er sich so wenig informiert fühlte, dass es fast schon wieder eine Art Unsicherheit darstellte. Und Unsicherheiten gefielen Raku überhaupt nicht. Waren sie letztlich engagiert worden, um einen Esel zu retten? Warum nervten ihn Chinatsu und Baku so? Warum war er nicht einfach nach Hause gefahren? Sein idiotischer Kodex hatte ihn dazu gebracht diese Aufgabe anzunehmen und er würde lieber draufgehen als ihn abzubrechen, aber seine Motivation ging gegen null. Und sein Zeitverständnis auch. Baku erzählte die Geschichte von seiner Ausbildung und wie er den östlichen Teil der Wüste wie seine Westentasche kannte (auch wenn Raku daran zweifelte, dass Baku außerhalb der Wege groß zu gebrauchen war). Schließlich wurde es ihm zu bunt er unterbrach Baku, fragte ihn in unwiderstehlicher Raku-Manier über das besondere Kurzschwert aus. "Na, es ist eben ziemlich gut verarbeitet. Ein netzartiges Muster bedeckt den Griff, denke ich, und es ist eindeutig gefalteter Stahl. Keine Allerweltswaffe. Die ist locker...", fing der Händler an und erklärte, dass die Waffe so viel wert war wie Rakus Miete in mehr als einem Jahr verschlang. Irre. "Netzartiges Muster?" Raku fragte ungern weiter, aber es schien notwendig. "Ja, solche Waffen tauchen in Suna in letzter Zeit öfters auf. Fragt mich nicht wieso." Baku zuckte mit den Schultern und verfiel tatsächlich kurz in Schweigen. "Wir sind gleich da. Ihr solltet aussteigen, während wir fahren, das ist besser, denke ich. Braucht ihr noch was von uns?"
     
  11. Hasekura Chinatsu

    Hasekura Chinatsu Genin

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    So richtig viel erzählte Baku ja nicht von sich – da hätte Chinatsu irgendwie ein bisschen mehr Offenheit erwartet. Es schien ihm schwerzufallen, mehr als das Händlerdasein von sich preiszugeben… oder wollte er es bewusst nicht? Die Hasekura legte den Kopf etwas schief, nickte auf die Antwort, dass das Händlerdasein weniger Arbeit, sondern mehr Berufung wäre. Schön und gut, das beantwortete ihre Fragen aber noch lange nicht. Nach einigem Hin und Her konnte sich aber immerhin eine Frage lösen: Fara war ein Esel. Ein… Esel. Die Kunoichi blinzelte, die gelben Äuglein sahen überrascht zu Baku. Darauf wäre sie nie gekommen! „Da hast du mich aber echt aufs Glatteis geführt!“ Chinatsu legte eine Hand ans Kinn, das Bild einer hübschen Händlerin in Bakus Alter verschwand und anstelle dessen erschien ein Esel mit einem halben, linken Ohr in ihren Gedanken. Das Mädchen musste unweigerlich lachen. „Oh man! Dass ich da nicht früher draufgekommen bin. Aber wir werden Fara retten, keine Sorge!“ Ein überzeugtes Nicken folgte. An dem Auftrag änderte sich Nichts, ganz gleich welche Art von Wesen Fara nun war. Für Chinatsu war ein Esel genauso gleichberechtigt wie eine Frau, insbesondere wenn es sich um eine so enge Freundin von Baku handelte.

    Schließlich wechselte das Gespräch durch Raku geführt zu dem besonderen Kurzschwert. Ein netzartiges Muster, aha. Chinatsu nahm diese Information eher beiläufig auf, denn ein besonderes Interesse an der Verarbeitung oder dem Wert von Waffen hatte sie nicht. Die Waffen, die sie benutzte, waren allesamt selbsterschaffen mithilfe von Mokuton und ihren Origami-Techniken. Richtige Waffen, in diesem Sinne, interessierten sie eher nicht. Irgendwann wurde Baku dann ruhiger, bis er schließlich vorschlug, dass die Ninja aussteigen sollten. Wieder blinzelte die Hasekura, musterte den Heiri genauer. Dann hob sich ihr Mundwinkel an. „Du bist deutlich verklemmter, als ich gedacht hab“, fasste sie zusammen und schenkte dem Händler ein amüsiertes Grinsen. „Raku und du seid euch ziemlich ähnlich. Irgendwie. Aber vielleicht erzählst du mir ja irgendwann nochmal unumwundener ein bisschen mehr von dir. Würde mich interessieren.“ Sie nickte, wandte den Blick dann ab. „Aber zuerst werden wir Fara retten und ein paar bösen Leuten den Hintern vermöbeln.“ Ohne weiter nachzufragen, stand das Mädchen auf und sprang vom Wagen herab. Sie holte ein bemaltes Stück Papier aus der Tasche, legte die Hand kurz darauf und aus einer Rauchwolke erschien ihr geliebter Sonnenschirm, der sogleich über dem Köpfchen des Mädchens aufgespannt wurde. Jetzt brauche ich Nichts mehr.“ Sie war bereit, den Banditen entgegenzutreten.
     
  12. Manako Raku

    Manako Raku Genin

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    Der Blonde grinste breit und schüttelte den Kopf. "Quatsch, das war doch von Anfang an klar", widersprach er amüsiert und legte dann den Kopf schief. Verklemmt? Er? Tatsächlich konnte er damit nichts anfangen und war sich nicht wirklich sicher, was die Hellhaarige damit meinte. Raku bekam davon nichts mit, so gut war seine Menschenkenntnis nicht, allerdings merkte er schon, dass die Aussage 'Raku und du seid euch ähnlich' eigentlich als Beleidigung aufgefasst werden konnte? Zumindest, wenn sie das so aussprach. Sollte er sich jetzt angegriffen fühlen? Der Grünäugige überlegte einen Moment, entschied sich dann aber dafür, es zu ignorieren. Ihm konnte es ja nur Recht sein, wenn Chinatsu nicht weiter versuchte, Freundschaften oder mehr zu schließen, wo sie es professionell nicht gebrauchen konnten. Unbewegt hüpfte der Hellhaarige von dem Wagen und sah in die Richtung, die Baku ihnen wies. So konnte er in der Dunkelheit nichts erkennen, obwohl der Mond sehr hell auf die Wüste schien. Als Chinatsu ihren Schirm beschwor, blinzelte Raku kurz und nickte dann zustimmend. Es war sicher gut, sich so ein wenig vor den Blicken des Feindes zu verbergen. "Heiri-san, gibt es noch weitere Instruktionen oder Anweisungen?" "Aber nicht doch", antwortete dieser mit einem Schmunzeln. "Außer dass ihr nicht draufgeht... und dass Chinatsu-chan so süß wiederkommt, wie sie jetzt ist." Mit diesen Worten trieb er den Tross wieder mehr an, und die Karawane zog weiter - und am Ende blieben nur noch Raku und Chinatsu zurück, mit einem Schirm, ein wenig Ausrüstung, einer Himmelsrichtung... und immer noch nicht sonderlich schlau darüber, was sie erwartete. Außer eben, dass sie einigen Leuten 'den Hintern vermöbeln' wollten. Raku stimmte dieser Planung zwar zu, war sich aber sicher, dass das nicht ausreichen würde.

    "Was meintest du mit 'er ist verklemmter' als du dachtest?" Er sprach die Worte aus bevor er darüber nachdachte, während er seine Überlebensfähigkeiten in der Natur hervorkramte und abschätzte, in welche Richtung und wie weit sie wohl gehen mussten. Außerdem nutzte er seine Augenklappe (oder besser: den verborgenen Zoom), um ein paar Landmarken zu fixieren. Von denen es hier tatsächlich nicht so viele gab. "Ekelhaft aufdringlich war er, fand' ich", brummte er und marschierte dann in eine Richtung los, einen strammen Schritt vorlegend. "Komm schon, Hasekura-san, wir haben nicht die ganze Nacht Zeit." Seine Effizienz durfte nicht leiden, nur weil er einen Ansatz von sozialem Interesse zeigte. Und die Kälte, die sich langsam in der Wüste ausbreitete, machte es nicht leichter, weshalb Bewegung an sich schon viel wert war. Es dauerte gar nicht so lange, da erspähte sein 'Fernglas' in eben jener Ferne einen dunklen Schatten im Wüstensand. Noch mehrere Kilometer weg, aber ein deutlicher Koloss in dieser hügeligen, kargen Landschaft, in der es zwar auch eine ganze Menge Sand, aber auch viele kleine Steinchen, Büschchen und trockenes Gras war. Hier, auf der Strecke zwischen Suna und Hi no Kuni, war es eben eher eine furchtbar trockene Steppe als eine richtige Sandwüste. Aber sie würden selbst bei dem Marschtempo noch eine ganze, ganze Weile brauchen, bis sie bei der Felsformation angekommen waren, die von weitem wie ein unheimlicher Schädel aussah. Und ein paar Lichtpunkte ähnelten fast glühenden Augen, auch wenn das wahrscheinlich nur Wachen waren. "Wir haben noch ungefähr drei Stunden bis Sonnenaufgang", schätzte der Manako und sah zu Chinatsu. "Im Falle von Geiselnahmen, und wenn es nur der Esel ist, sollten wir entweder reinschleichen oder alle Männer ausschalten, die wir sehen, bevor sie Alarm schlagen."
     
  13. Hasekura Chinatsu

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    Oh… damit hatte das Mädchen jetzt nicht gerechnet. So wie Baku gesprochen hatte, hatte Chinatsu gedacht, sie würden neben dem Wagen herlaufen… und nicht mitten in der Wüste alleine gelassen werden. Tzz! Alle Pluspunkte, die Baku sich in den letzten Stunden erarbeitet hatte, wurden nach und nach zunichtegemacht. Ob er das mit Absicht machte? Ach und nebenbei angemerkt: Natürlich hatte die Spielerin von Chinatsu NICHT übersehen, dass es mittlerweile Nacht und nicht mehr Tag war… sondern war davon ausgegangen, dass die Weißhaarige auch vor dem strahlenden Mond einen gewissen Schutz benötigte. Vielleicht konnte der ja auch eine Art Sonnen/Mondbrand verursachen? Naja, egal. Der Schirm war jedenfalls aufgespannt und wurde so schnell nicht wieder eingepackt.

    Die Kunoichi hatte dem sich entfernenden Tross noch kurz nachgesehen, dann wandte sie sich an Raku. Tatsächlich hatte ihr Teamkollege sich die letzten Stunden ziemlich ruhig verhalten und wären nicht die gelegentlichen Äußerungen gegenüber Baku gewesen, hätte sie vielleicht sogar vergessen, dass sie gar nicht alleine hier war. Raku war eben auch nicht gerade die gesprächigste Person... und in den Mittelpunkt stellte er sich auch nicht unbedingt. „Wäre er nicht verklemmt, würde er direkt antworten und nicht um den heißen Brei herumreden.“ Chinatsu zuckte mit den Schultern, beobachtete den hellhaarigen Kollegen einen Augenblick. Ekelhaft aufdringlich hatte Raku den Händler also gefunden? Das Grinsen in ihrem Gesicht reichte plötzlich von einem Ohr zum anderen. „Eifersüchtig?“ Das Mädchen strotzte nur so vor Selbstbewusstsein, aber so kannte man es ja auch von ihr. Sie trat näher heran und klopfte dem Teamkollegen auf die Schulter. „Keine Sorge, Rakuuu~ Jetzt sind wir ja wieder zu zweit. Ich weiß, darauf hast du nur gewartet.“ Als der Manako dann brummend davon marschierte, war das für Chinatsu die volle Bestätigung für ihre Annahme. „Und wieder: Natsu reicht aus.“ Freudig summend folgte sie ihm.

    Die beiden Genin waren eine Weile unterwegs und wäre die Weißhaarige alleine hier gewesen, hätte sie wohl schon längst die Orientierung verloren. Alles hier sah gleich aus… keine endlose Sandwüste vielleicht, aber die trockene Steppe bot auch nicht sonderlich viel Abwechslung. Ein paar verdorrte Büsche, Bäume und Steine, die allesamt gleich aussahen. Während die Hasekura bereits ein wenig gelangweilt von dem eintönigen Anblick war, konzentrierte sich wenigstens ein Teammitglied hier und heute auf ihr Ziel und den Weg dorthin. Ein bisschen Professionalität war schon nicht schlecht. „Drei Stunden bis Sonnenaufgang… und keine Zeit für ein kleines Nickerchen?“ Nein, natürlich nicht. So wirklich gemütlich schlafen hätten sie hier eh nicht gekonnt, inmitten der Steppe. „Und wie lange brauchen wir noch, bis wir da sind?“, stellte Chinatsu gleich die nächste Frage im wehleidigen Tonfall. Sie waren schon so lange unterwegs, hätte Baku sie nicht ein bisschen näher an diesen Hexenkessel heranfahren können? Als der Manako seinen Plan mit ihr teilte, dachte die Weißhaarige kurz nach. „Geheime Übergriffe sind nur halb so cool wie ein Auftritt mitten ins Geschehen. Aber… wir wollen Fara ja nicht gefährden.“ Die Hasekura zuckte mit den Schultern, sah dann zu Raku. „Du hast wohl recht. Ist in Ordnung. Aber… dann kann uns zumindest einer meiner Freunde helfen.“ Sofort formte das Mädchen ein paar Fingerzeichen. „Kami: Hinko no Kemono.“ Von ihrem Oberarm löste sich ein kleines Blatt Papier, das sich ineinander faltete. Keine Sekunde später schwirrte eine wirklich winzige Origami-Fliege um Raku herum. „Mein kleiner Freund wird bestimmt nicht so schnell auffallen und kann für uns auskundschaften, wo die Banditen denn so rumstehen. Ich bin genial, oder? Nein, sag Nichts. Ich weiß es auch so!“
     
    Meteki Pakura gefällt das.
  14. Manako Raku

    Manako Raku Genin

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    Um den heißen Brei herumreden? Er wusste nicht, was Chinatsu damit meinte - er redete doch nie um den heißen Brei herum. Jedenfalls würde Raku das immer behaupten - er sagte nur was nötig war und redete eben nicht um den heißen Brei herum. Deshalb verstand er ihre Argumentation nicht ganz, wenngleich er allerdings auch einsah dass er natürlich weit davon entfernt war, das Mädchen zu verstehen. Sie war ein Rätsel, einfach, weil sie so bipolar erschien. Auf ihre Frage, ob er eifersüchtig wäre, sagte er nichts sondern marschierte nur weiter - aber er schüttelte ein wenig ergeben den Kopf. Selbst für jemanden wie Raku war klar, dass das nicht nur Selbstbewusstsein war, was Chinatsu hatte - es grenzte schon an Verdrängung. Realitätsverdrängung. Denn fast alles was sie sagte war an den Haaren herbeigezogen und der Hellhaarige wusste mittlerweile auch nicht mehr so recht, was er dazu sagen sollte. Wenn er etwas sagte, was ihr 'gefiel', verstand sie ganz genau, was er meinte. Wenn er etwas anderes sagte, naja, dann verstand sie eben das, was sie verstehen wollte. Es war verwirrend und sehr schwierig für Raku im Umgang. "Keine Zeit für ein Nickerchen", sagte er schließlich bestätigend. Er zog eine Augenbraue hoch, zuckte dann mit den Schultern. "Ein, zwei Stunden, würde ich behaupten. Wir müssen vorsichtig sein." Er sah ernst aus, weil jetzt langsam wirklich klar wurde, dass das hier zu einer Infiltration wurde. Oh, er hoffte inständig, dass Chinatsu wusste, was das war. Der junge Mann zog seine Augenklappe nach oben, als sie ein Jutsu wirkte, und seine grünen Augen, die im Mondlicht fahler wirkten als sonst, verfolgten die daraus entstandene Fliege. Fast sah es aus, als wolle er sie totklatschen, dann runzelte er die Stirn. "Super. Du kannst also mit der Fliege kommunizieren?" Es wunderte nicht, die Kapazitäten von Chinatsu und einer Fliege schienen manchmal ähnlich groß zu sein. Das war gemein? Vielleicht ein wenig, aber Raku ätzte ja nur in seinem Kopf herum. Außerdem brauchte er das auch nur um die Ruhe zu bewahren, er schätzte die Fähigkeiten der Hasekura schließlich ziemlich stark ein.

    "In Ordnung. Dann lass' uns sehen, dass wir uns so nah heranbegeben wir möglich. Unsere Kleidungsstücke sind in der Landschaft tarnend, aber ich schlage ein zusätzliches Henge vor." In Ruhe formte er die Fingerzeichen, und auch wenn er kein Experte war was Ninjutsu anging, schaffte er es, seine Gestalt noch 'wüstiger' zu machen als sie es wegen der hellen Kleidung sowieso schon gewesen war. Chinatsu war viel stärker als er in Jutsu, aber er machte sich dahingehend auch nichts vor. "Los gehts. Schick' dir Fliege schon einmal los, nicht, dass die hier irgendwo schon Wachtposten haben." Er hatte schon wieder zu viel geredet. Furchtbar. Nie wieder leiten! Der junge Mann stapfte wieder los, wand sich aber trotzdem nochmal an seine Kameradin. "Der Auftritt kommt später, wenn wir sicher sind, dass kein Zivilist beschädigt wird." Das klang als wäre ein Zivilist ein Objekt, aber für Raku war das auch irgendwie so.

    Sie kamen näher an die Felsformation heran, die sich immer mehr aus dem Dunkel der Nacht schälte, und der Mond ging schon langsam unter, als Raku und Chinatsu zumindest in 'laut-schreien'-Reichweite des Hexenkessels waren. Raku kniff die Augen zusammen, denn sie hatten nicht mehr viel Zeit. Die Sonne hier ging schnell auf und der Mond ebenso schnell unter, allerdings hatten sie genau dazwischen kurze Zeit, in der es sehr, sehr dunkel werden würde. Vielleicht die Chance? "Sieht verzweigt aus", murmelte er, während sein Blick über die Felsen wanderte. Einzelne Löcher, aus manchen Drang Licht, aus manchen nicht; was man nur erahnen konnte waren die etlichen Gänge und Einbuchtungen im Inneren des Felsens, die Ecken und Kanten, Fallgruben und Biegungen die der Sand und der Wind über Jahrhunderte in den Fels geschliffen hatten. Raku ging leicht in die Hocke und zog Chinatsu hinter eine kleine Düne, sah, dass vor einer Spalte eine Wache stand. Ansonsten... einige Fackeln in Felslöchern, ein paar undefinierbare Geräusche und kalter Wind, der über die Steppe fegte. Was für furchtbare Bedingungen. "Was sagt die Fliege? Können wir...", fing er an, bewegte sich plötzlich ziemlich schnell auf Chinatsu zu und hielt plötzlich einen Skorpion am Stachel hoch, der sich an dem Hosenbein des Mädchens festgeklammert hatte. "Du musst aufpassen", stellte er fest und sah überlegend auf das sich windende, kleine Stachelvieh, dessen Gift... hm... "Wir können den Skorpion auf die Wache schmeißen. Er wird sich so aufregen, dass er sticht. In dem Moment können wir ihn überwältigen... sobald wir wissen, ob sich da noch andere Wachen aufhalten."
     
  15. Hasekura Chinatsu

    Hasekura Chinatsu Genin

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    „Natürlich kann ich mit der Fliege kommunizieren. Sie ist immerhin mein Freund.“ Was für eine doofe Frage das doch war! Die Hasekura verschränkte die Arme vor der Brust, direkt nachdem die Papierfliege auf ihrer Schulter gelandet war. Was wäre das denn für eine Freundschaft, in der man nicht miteinander sprechen konnte? Verhältnismäßig aufmerksam lauschte die Weißhaarige den weiteren Worten von Raku und sah zu, wie dieser sich mithilfe eines Henge no Jutsu in eine Gestalt verwandelte, die die gleiche Farbe wie die restliche Wüstensteppe trug. Hellbraun... oder so ähnlich. „Die Farbe passt wirklich überhaupt nicht zu mir…“, grummelte das Mädchen und versuchte noch einen Moment, sich vor der Verwandlung zu drücken. Ein schönes Himmelblau wäre ihr da deutlich lieber gewesen. Als sie allerdings den bohrenden Blick des Manako auf sich ruhen spürte, gab sie schließlich doch nach. „Na gut. Aber dafür schuldest du mir was, verstanden? Mindestens eine Essenseinladung!“ Es kostete die Hasekura keine große Mühe, ihr Chakra zu sammeln und eine Verwandlung gleich jener von Raku hinzulegen. Dafür war die Kunoichi mittlerweile geschult genug im Ninjutsu. Sie zuckte mit der Schulter, auf der die Papierfliege noch immer verweilte. „Los geht’s!“ Direkt auf das Kommando hin erhob sich das Origami-Kunstwerk und zischte davon – in guter Fliegenmanier. Zwar konnte Chinatsu nicht dauerhaft die Reize wahrnehmen, die die Fliege einsammelte, doch immerhin konnte sie immer wieder mit ein bisschen Konzentration Ausschnitte einsammeln. Das sollte ausreichen, um das umliegende Gebiet unauffällig im Blick zu behalten, während Raku und sie sich dem Hexenkessel näherten.

    Sie kamen der Felsformation – dem Hexenkessel – mit der Zeit zunehmend näher. Die Hasekura gähnte, immerhin war sie mittlerweile ganz schön lange ununterbrochen auf den Beinen… ein kleines Nickerchen im Vorfeld hätte sie nicht schlecht gefunden. Während Raku sich die Felsformation näher ansah (was wohlgemerkt sehr weise von ihm war), konzentrierte sich die Weißhaarige kurz auf ihre Fliege – die sah auf Anhieb allerdings keine weiteren Banditen – und trottete dann erneut dem Manako hinterher. Unerwartet packte der Teamkollege das Mädchen am Arm und riss sie förmlich hinter eine Düne, um Schutz zu suchen. „Eh. Nicht so ruppig!“, motzte Chinatsu und dämpfte ihre Stimme erst, als Raku ihr einen warnenden Blick zuwarf. Meine Güte, der war mal wieder verspannt! Als würden sie nicht mit ein paar Banditen fertigwerden… Chinatsus leichteste Übung! Die 16-Jährige hing noch einen Augenblick ihrem Gedanken nach, da zischte die Hand von Raku plötzlich heran und ehe die Hasekura richtig hatte reagieren können, hielt der Kollege einen Skorpion in der Hand. „Oh.“ Die gelben Äuglein blinzelten verwundert, dann wandte das Mädchen den Blick ab. „Danke... und so.“ Es kostete die Kunoichi ein bisschen mehr Überwindung als gedacht, sich bei Raku für die Hilfe zu bedanken. Vielleicht, weil sie ihm gerade eben noch gedanklich Vorwürfe gemacht hatte? Naja… anderes Thema. Er wollte den Skorpion auf die Wache werfen? Ein breites Grinsen schlich sich auf Chinatsus Lippen. „Mensch, du bist aber gemein. Hätte ich gar nicht von dir gedacht.“ Dann kicherte das Mädchen erfreut, hielt sich eine Hand vor den Mund. „Aber das könnte echt lustig werden. Eine panisch herumspringende Wache... Klingt gut!“ Ob es so schlau war, den Skorpion zu werfen? Könnten die Gegner dann nicht erahnen, dass jemand sie aus einer bestimmten Richtung kommend angriff? Alles Gedanken, die Chinatsu in diesem Moment nicht hatte, weshalb sie sich zusammen mit Raku noch ein Stückchen näher an die Wache heranpirschte und den Manako schließlich dazu animierte, den Skorpion tatsächlich zu werfen (Chinatsu traute ihrer eigenen Zielgenauigkeit bei solchen Dingen dann doch nicht genug). Gesagt, getan. Der Skorpion flog im hohen Bogen auf die Wache zu und ehe die richtig hatte verarbeiten können, was passiert war, stach der Skorpion bereits zu. „AHHHHH!“ Der erschrockene Schrei der Wache hallte durch die dunkle Steppe und sofort kamen drei weitere Wachen herangerannt, um nach ihrem Kollegen zu sehen. Also in der Summe vier Wachposten, von denen eine bereits vergiftet worden war? Das sollte machbar sein.
     
  16. Manako Raku

    Manako Raku Genin

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    Wunderte ihn überhaupt nicht, dass Chinatsu von seiner Idee begeistert war. Andererseits musste man wohl nur wissen, wie man die Weißhaarige bei Laune hielt, und wenn es sich so miteinander kombinieren ließ - guter Plan und gute Laune - dann war das für ihn mehr als nur vertretbar, wenn da eben jemand bei draufging. Es ging hier schließlich um sein Wohlbefinden und seine geistige Gesundheit. Ach übrigens: Er hatte nicht auf ihren Anspruch des Essens reagiert, denn er war sich ziemlich sicher, dass er ihr überhaupt gar nichts schuldete. Wäre ja auch ein wenig zu einfach, wenn Chinatsu sich nur wegen drei Worte mit Essen durchschnorren konnte, oder? Bei ihrer Erfahrung war ihr Geldbeutel um einiges größer als seiner, wenn überhaupt konnte sie ihn ja mal einladen. Gleichberechtigung war etwas wunderbares. Das Zögern bei ihrem Dank fiel Raku kein Stück auf, allerdings hatte er auch keinen Dank erwartet. Viel wichtiger war, dass sie sich an den Plan hielten und während Chinatsu sich beinahe vorbildlich mit ihm in Richtung des Hexenkessels bewegte, passte Raku auf, das ihn der Skorpion nicht doch noch erwischte. Das kleine Vieh war deutlich aufgebracht und wand sich wie eine Schlange in seiner Hand... naja, oder eben wie ein wendiges Insekt. Die vielen kleinen Chitinplatten bildeten eine seltsame Harmonie und Raku fand es fast ein wenig schade, dass er diesen Plan ersonnen hatte. Das Tier konnte überhaupt nichts für die Situation, und kurz war er versucht, lieber selbst die Sache in die Hand zu nehmen. Aber mit Glück überlebte das Spinnentier diese 'Attacke' und lebte danach glücklich weiter. Gesagt, getan: Raku zielte, warf - und traf. In der Dunkelheit war es absolut unmöglich zu sehen woher der Skorpion geflogen kam und als die Wache das Tier bemerkte war es schon zu spät - ein Stich, ein Schrei, und... Unruhe. Mehr Wachen als gedacht. Raku spannte bereits seinen Bogen, als die Wachtposten sich sammelten und ihren einen Kameraden begutachteten. Offensichtlich war das Gift des Skorpions nicht tödlich, sondern mehr schmerzhaft und unangenehm. Stimmengewirr, Fragen, wie das hätte passieren können, während Raku seinen Bogen einmal testweise spannte. Dann sah er zu Chinatsu. "Falls ich einen nicht erwische, musst du nachlegen."

    Dann zog er drei Pfeile aus seinem Köcher, den er sich eben umgespannt hatte, begutachtete eine Sekunde lang seine Werkzeuge, legte dann einen Pfeil auf. Die Augenklappe zog er nach oben, und seine grünen Augen weiteten sich, während er durchatmete... und schoss. Der Pfeil sirrte durch die Luft, bohrte sich ohne Mühe durch die Kehle des einen Wächters, der gurgelnd zu Boden ging. Die anderen reagierten schnell, aber nicht schnell genug - und ein weiterer Pfeil landete direkt in der Augenhöhle einer anderen Wache, dessen Blut auf den am Boden liegenden Kameraden herabspritzte und ihn arg besudelte. Der letzte warf sich zu Boden, entging sogar dem Pfeil und rief um Hilfe - aber vermutlich war gerade niemand in Hörreichweite, ansonsten wären sie wohl schon vorher gekommen. "Los. Töte ihn. Den Gestochenen halten wir am Leben. Aber wir bringen ihn vorerst zum Schweigen und ein Stück weg. Schnell!" Der Befehl war eindeutig und er hoffte, dass Chinatsu da Mittel und Wege hatte. Währenddessen griff er in den Köcher, holte noch zwei Pfeile und legte einen auf - wenn sich jemand anderes zeigte, würde er auch einen Pfeil kassieren. "Ich decke dich!"
     
  17. Hasekura Chinatsu

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    Ein Volltreffer! Die Hasekura hätte begeistert in die Hände geklatscht, wenn die Situation nicht ein ruhigeres Vorgehen verlangt hätte. Das Mädchen war ja nicht dumm – manchmal nur ein wenig voreilig. Der Blick huschte zur Seite, als Raku seinen Bogen spannte, der erste Pfeil mit einem surrenden Geräusch durch die Nacht flog und zielsicher in der Kehle eines der Wächter landete. Hm. Chinatsu sah, wie Blut aus der Wunde floss und der Wachposten mit einem unschön gurgelnden Geräusch zu Boden fiel, dort reglos liegen blieb, die rote Färbung am Boden zunahm. Doch… sie empfand weder Ekel, noch Scheu oder Angst. Sie nahm es hin, als einen Umstand, den es nun eben gab. Mit derselben Gleichgültigkeit beobachtete sie auch den zweiten Schuss des Manako, diesmal in die Augenhöhle des Gegners. Diese Situation war ein Paradebeispiel für den kleinen Knacks, den das Mädchen hatte – schon immer. Das einzige, was sie störte, war der befehlerische Tonfall, mit dem Raku sprach. „Ach, weil du verfehlt hast muss ich das jetzt ausbaden?“, ärgerte sie den hellhaarigen Kollegen, grinste, ließ sich von seiner Hast überhaupt nicht anstecken. Das Mädchen formte Fingerzeichen und plötzlich lösten sich in einer strudelnden Bewegung unzählige Papierblätter von ihrem Körper. „Kami: Chakuramu“, ein murmelnder, schwer verständlicher Ton. Die Papierblätter gehorchten ihrer Meisterin dennoch, drückten sich zusammen, komprimierten sich zu einer glatten, weißen Fläche – in der Luft schwebte ein Chakram. Chinatsu sprang auf die Düne, hinter der sie sich eben noch versteckt hatte, sah erhobenen Hauptes hinüber zu der am Boden kauernden, wimmernden Wache. Sie streckte die Hand in die Richtung, grinste amüsiert. „Los geht’s. So macht man das!“ Das Chakram reagierte just in dem Moment, als die Hasekura ihre Hand in die Richtung hatte fliegen lassen. Mit einer schier ungeheuren Geschwindigkeit raste die gigantische Wurfwaffe durch die Luft, direkt auf die Wache zu. Diese riss die Augen auf, hatte vielleicht noch einen kurzen Augenblick, um einen Blick auf die Gestalt auf der Düne zu werfen – auf die Gestalt, die für seinen Tod verantwortlich sein würde. Und dann… schnitt das Chakra bereits mitten durch den Körper der Wache, wirbelte beim Tiefflug Sand und Staub vom Untergrund auf, bevor es eine harte Kurve nach oben flog, um der Steinformation im Rücken der Wachen auszuweichen. Es war schon fast gespenstisch, wie schnell, wie still Raku und Chinatsu Menschen, die nicht damit gerechnet hatten, aus dem Leben rissen. Wie das Blut langsam in den sandigen Boden einsickerte, still, unbeachtet. Chinatsu lächelte zufrieden, als sie sah, dass ihr Plan aufgegangen war. Dann sah sie zu Raku. „Jetzt zeig mal, wie du mir den Rücken freihältst! Du solltest besser ein bisschen Abstand zu mir halten“, sprach sie aus, hüpfte von der Düne herunter und eilte im Schatten der Dunkelheit, aber auch geschützt durch ihr Henge auf die letzte, überlebende Wache zu. Das Papier-Chakram löste sich auf, die Papierblätter eilten zurück zu der Hasekura und wurden wieder eins mit deren Körper. Das Mädchen formte allerdings bereits neue Fingerzeichen. „Fuuton: Setsunai no Jutsu.“ Sie blieb mit ein wenig Abstand zu der überlebenden Wache stehen und selbst wenn die Technik, die sie eingesetzt hatte, keinen nach außen sichtbaren Effekt hatte, so erkannte die Hasekura beim Anblick des fremden Mannes sofort, dass es wirkte. Die Schmerzens- und Hilfeschreie ebbten sofort ab, der Mann riss den Mund auf, rang offensichtlich nach Atem. Doch Sauerstoff… bekam er in diesem Moment nicht mehr. Mit letzter Kraft sah die Wache mit aufgerissenen Augen hinüber zu Chinatsu – zumindest zu deren Umrissen, die man vielleicht mit sehr viel Anstrengung erkennen könnte. Und dann verdrehten sich die Augen der Wache und auch er blieb reglos auf dem Steppenboden liegen. In dem Moment löste die Kunoichi ihre Technik auf, sodass auch Raku sich wieder ohne Probleme annähern können sollte. Hatte sie etwa übertrieben? Chinatsu hatte die Wache bewusstlos werden lassen wollen – aber ob das geklappt hatte, dafür wollte sie keine Garantie übernehmen. Sie konnte den motzenden Raku jetzt schon hören… „Hm. Hoffentlich ist der noch am Leben.“ Mit einem Zeichen gab sie dem Manako zu verstehen, sich annähern zu können.
     
  18. Manako Raku

    Manako Raku Genin

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    Raku beachtete Chinatsus spielerische Art in diesem Moment so wenig wie möglich. Er hatte zwar kein Problem mit der Situation, aber er fand es trotzdem despektierlich, wie sie sich verhielt. Sie töteten hier, verdammt nochmal. Ein wenig Respekt war da durchaus angebracht, aber was erwartete er denn auch von der Hasekura, deren Knacks in diesem Moment ganz besonders eindeutig wurde. Raku war dagegen ja fast noch ein heiles Individuum... der junge Mann antwortete nicht, verstand nichtmal genau, was sie murmelte und hielt die Umgebung im Auge, einen Pfeil im Anschlag. Einen Moment später wurde der vorletzte Mann von einer wuchtigen Jutsu zerrissen. Während Rakus Herangehensweise beinahe subtil gewesen war, war ihr Angriff ziemlich brutal - fast komplett zerteilt sackte der leblose Körper, in dessen Augen in diesem Moment noch der Schrecken zu lesen war zusammen und Raku schluckte. Es war okay. Notwendiges Übel. Langsamer als Chinatsu näherte er sich dem Geschehen, denn sie hatte immerhin sein Befehl ganz gut verstanden - und setzte ihn auch um? Erstaunlich. Sie junge Frau konnte ja doch ein wenig konstruktiv sein, wenngleich er natürlich nicht wusste, was sie da tat. Lieber blieb er in diesem Moment ein wenig auf Abstand und kniff die Augen zusammen. Es sah so aus als... bekam der Kerl keine Luft mehr. Das musste grausam sein, das Gefühl, nicht atmen zu können, Die Gewissheit, dass man komplett in der Hand eines anderen Wesens war... ein leichter Schauer durchfuhr den Manako. Chinatsu war ein gruseliges Wesen. Sie zögerte keinen Moment, nichtmal, um sich in Erinnerung zu rufen, was sie tat, sondern sie machte alles ohne einen Gedanken daran zu verschwenden - zumindest, wenn es um negative Dinge ging. Raku hätte da sicherlich noch mehr interpretieren können, wenn er sich nicht selbst wenig genug mit der menschlichen Psyche und sozialen Kompetenzen auskannte. Nur eine Sache war ihm in diesem Moment klar geworden: Im Weg stehen wollte der der Hasekura nicht. Und naja, demjenigen gegeneüber, der den Scherbenhaufen mal auffegen musste, hatte er nur Mitleid.

    "Was hast du gemacht?", fragte er und beäugte den bewusstlosen Dieb kurz, warf dann einen Blick auf die Umgebung. Der Skorpion war nicht zu sehen. Gut. Die Leichen sahen zum Teil grauenvoll aus, aber Raku zog sie trotzdem zur Seite und lehnte sie (den einen, den Chinatsu halb zerteilt hatte, mehr schlecht als recht) gegen den Felsen. "Ruhe in Frieden", murmelte er leise und schloss die Lider von fünf Augen, trat dann zu dem letzten Kerl, der durch den Skorpionenstich wahrscheinlich nicht mehr Ewigkeiten durchhalten. Nicht ohne Gegengift. "Okay", nuschelte er, packte den Kerl am Fuß und zog ihn weg vom Felsen, zu ihrem vorigen Versteck. Dort versicherte sich der Manako, dass noch niemand ihre Attacke bemerkt hatte. Der Blick seiner grasgrünen Augen huschten über den Hexenkessel, aber er erkannte niemanden. "Wenn er gleich anfängt zu schreien oder so, mach es nochmal. Wie vernehmen ihn", ließ er Chinatsu wissen, wand sich dann wieder dem Gefangenen zu. "He, aufwachen", schnauzte er den Mann an, ohrfeigte ihn einige Male saftig. Der brauchte ein wenig, aber der Schmerz schien ihn aus seiner Ohnmacht zurückzuholen. Der (vermutete) Sauerstoffmangel schien also noch nicht tödlich gewesen, aber der Mann schnappte trotzdem nach Luft, als wäre er gerade aus Wasser aufgetaucht. "Hallo. Mein Name ist Manako Raku, das hier ist Hasekura Chinatsu. Wir sind hier, um euer Loch hier auszuheben. Der Skorpionstich wird noch ein paar Minuten brauchen, um dich umzubringen. Denkst du, du kannst uns vorher noch erzählen, wie viele ihr seid?" Raku wirkte sehr höflich, foltern und so war nur bedingt seine Stärke. Aber ein Ass im Ärmel hatte er noch. "Oder soll ich das Gegengift in den Wüstensand kippen?" Er lächelte leicht und schlug dem Kerl mitten ins Gesicht, seine Faust schmerzte seltsamerweise. Das Knacken unter seiner Faust war gespenstisch, und irgendwie fühlte Raku sich schlecht. "Wie viele seid ihr? Habt ihr Geiseln oder Gefangene?"
     
  19. Hasekura Chinatsu

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    Der Typ lebte noch? Gut! Erleichterung machte sich in Chinatsu breit, immerhin hatte sie wenig Lust gehabt, mit einem miesepetrigen Raku die Mission fortzuführen. Das war so… unlustig. Und ein bisschen Spaß bei der Arbeit konnte ja nicht schaden, oder? Als der Manako fragte, was sie getan hätte, zuckte sie mit den Schultern und verschränkte dann die Arme hinter dem Kopf. „Jutsu. Was sonst?“ Wenn er mehr wissen wollte, musste er schon ein bisschen mehr ins Detail gehen. Beiläufig beobachtete die Hasekura, wie ihr Kollege die Leichen beiseiteschaffte und ihnen auch noch die Lider schloss. An sich war es dem Mädchen ziemlich egal, doch dafür, dass Raku so sehr gehetzt hatte, nahm er sich nun ziemlich viel Zeit für ein paar Tote. Die konnten eh nicht mehr viel machen – und ob die Lider geschlossen oder offen waren, war doch eigentlich auch total egal? Hm. Zusammen mit dem Manako – und ihrer Geisel – schlenderte die Kunoichi den Weg zurück zu ihrem Versteck hinter die Sanddüne und grinste vergnügt, als der Teamleiter verlangte, die vorherige Technik nochmal zu verwenden, sofern der Kerl schreien sollte. „Klar. Aber ich übernehme keine Garantie, dass er es nochmal überlebt.“ Nur um sicherzugehen.

    Noch immer mit den hinter dem Kopf verschränkten Armen betrachtete Chinatsu das Szenario, das sich nun folgend bot. Raku weckte den Typen auf, der schnappte zuerst erschrocken nach Luft (was der Hasekura ein befriedigendes Gefühl bescherte) und konzentrierte sich dann erst eher schlecht als recht auf den hellhaarigen Shiro-Nin. Klar, erst die Vergiftung, dann fast Ersticken, jetzt wieder Vergiftung… er hatte in wenigen Minuten viel durchgemacht. Es gab nun viele Möglichkeiten: Entweder, dieser Typ war rebellisch, würde sich zumindest verbal für den Tod seiner Kameraden rächen. Oder er würde stoisch schweigen, um seine Kameraden nicht zu verraten. Vielleicht würde er auch aus letzten Kraftreserven schöpfen, um Chinatsu und Raku anzugreifen? Nicht unmöglich. Die Hasekura machte sich auf alles gefasst. Die Augen des Mannes wurden größer, das Gesicht verzog sich… „B-bitte nicht!“ Tränen. Moment… Tränen? Ja, verdammt, Tränen! Sogar die Weißhaarige blinzelte überrascht, als sich diese Wache nicht als Mann, sondern als verdammter Jammerlappen entpuppte. „Tötet mich nicht! I-ich sag euch alles, was ich weiß! Aber… bitte, gebt mir das Gegengift! Und… lasst mich laufen!“ Trotz der Schmerzen, die er durch den Skorpionstich spüren musste, fasste er sich unwillkürlich an die Kehle. Der Schock des Erstickens saß wohl noch ziemlich tief. Die Tränen flossen weiter, ungehindert. Der Typ hatte jede Haltung verloren. „Wir sind viele. 20? Nein, eher 30. Vielleicht auch mehr, ich weiß es nicht genau. Wirklich, bitte, glaubt mir!“ Auf dem Boden kauernd blickte er flehend nach oben, suchte den Blick von Raku. Nun kam auch noch der Schnodder aus seiner Nase dazu. Das… fand sogar Chinatsu eklig. Dann schüttelte er energisch den Kopf. „Keine Geiseln!“ Natürlich hatten sie Geiseln! Der Typ log doch wie gedruckt! „Was ist mit Fara? Ihr habt den Esel von einem Freund entführt!“ Als sich die Hasekura einmischte, zuckte der Bandit merklich zusammen, sah dann an Raku vorbei zu dem Mädchen im Hintergrund. Er stotterte. „I-ich meinte, keine Menschen. Nutztiere, ja. Nutztiere haben wir entführt“, stimmte er sofort zu, vermutlich darauf aus, Chinatsu nicht weiter zu verärgern. Diese Wache war schon eine ziemliche Schande…
     
  20. Manako Raku

    Manako Raku Genin

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    Was für eine nutzlose und wenig verwertbare Antwort. Raku nahm sich vor, Chinatsu das demnächst mal zu sagen, denn es war wirklich schwierig für ihn, mit ihren Fähigkeiten zu rechnen wenn er nur wusste 'macht, dass man keine Luft bekommt'. Außer, naja, wenn das halt der einzige Nutzen war. Dann war das natürlich etwas anderes. Der junge Mann dachte einen winzigen Augenblick darüber nach, konzentrierte sich dann wieder auf die eklige Situation vor ihm. Der Typ tat ihm nicht leid, immerhin hatte er sich dazu entschieden zu rauben und zu plündern und zu verletzen - Rakus Motto war es halt schon immer gewesen, dass man nur schießen sollte, wenn man bereit war, erschossen zu werden. Es gab keine einfachere Wahrheit auf dieser Welt und es war vor allen Dingen ein Kredo, mit dem er sich identifizieren konnte. Er packte den Kerl fester am Schlawittchen, als Chinatsu die Nachfrage stellte und sah dem Typen böse ins Gesicht. Wusste nicht wirklich, ob es klappte, aber die Information floss trotzdem und er fand es interessant, dass keine Geiseln genommen wurden. Vermutlich um kein hartes Ausschlagen von Suna zu riskieren. Bei Geiseln waren Ninja-Dörfer in der Regel relativ empfindlich, ein wenig wirtschaftlicher Schaden war da noch ganz so relevant. "In Ordnung." Raku ließ ihn los, während der Kerl immer noch wimmerte. "U-und das Gegenmittel?" Der Räuber schien langsam wirklich Schmerzen zu haben, zusätzlich zu der ganzen Angst die ihn durchflutete und die Erkenntnis, dass er ganz in der Hand dieser beiden jungen, doch trotz allem relativ unerfahrenen Shinobi war. Raku sah zu dem Menschen hinab. Natürlich hatte der Manako kein Gegenmittel gegen das Gift irgendeines Skorpions dabei, woher hätte er auch wissen sollen, dass er genau das gebraucht hätte? Nein. Sein Gesicht war wieder wächsern und er griff ruhig zu seinem Bogen. "Danke für die Informationen." Höflich bedankte er sich, neigte leicht den Kopf. Irgendwie sträubte sich sein Arm kurz, sich zu bewegen. Zögern? Ja, tatsächlich. Raku überlegte ob er diesen Menschen töten sollte. Durfte. Das Lebenslicht eines Menschen so auszulöschen, war doch noch etwas ganz anderes. Noch nie hatte der Manako sich Gedanken darum gemacht, immerhin stammte er aus einer Familie, wo töten durchaus an der Tagesordnung gewesen war. Aber der Kerl heulte, rotzte, und würde sich wahrscheinlich gleich selbst beschmutzen, wenn das so weiterging. Der junge Mann hob den Bogen, spannte die Sehne mit einem Pfeil und deutete auf das Gesicht des Mannes. "Wir haben kein Gegengift. Deine Chance, dich zu beweisen. Wenn du leben willst, kriech nach Suna. Nur sie können dir helfen." Dann senkte er die Waffe wieder. Der Schock der den Mann bereits durchfahren hatte, war wahrscheinlich noch schlimmer - kurze Todesfurcht, dann Hoffnung, dann... wieder Furcht. Raku fühlte sich übel, als wäre er selbst ein Gesetzloser. Er musste dringend seine Kompetenzen überprüfen.

    "A-aber...", fing der Mann an und Tränen rollten ihm die Wangen hinunter, während er sich hochkämpfte, aber gerade mal so stehen konnte. Raku hob den Bogen wieder und deutete in die Richtung, aus der er und Chinatsu gekommen waren. "Geh. Oder ich töte dich." Denn wenn der Feind in diesem Moment noch etwas gegen ihn unternommen hätte, hätte er kein Problem mehr gehabt, ihn zu erlösen. Die Wahrscheinlichkeit, dass er Suna erreichte, lagen bei vielleicht... zehn Prozent? Raku kannte sich hier in der Wüste nicht so gut aus, aber der Mann hatte noch ein bisschen Zeit bevor die Sonne aufging. Heulend, schniefend, aber sich seinem Schicksal (erstmal) fügend, humpelte der Mann davon, weg vom Hexenkessel. Raku sah ihm noch ein paar Sekunden hinterher, wand sich dann an Chinatsu. Sein Gesicht war unbewegt, aber es schien, als hätte sich etwas geändert. Raku hatte zum ersten Mal in seinem Leben wirklich so einfach Leben genommen und so wenig ihn der Gedanke bisher gekümmert hatte, es war doch anders, es tatsächlich auszuführen. Es war zu einfach. Das war keine Jagd, das war einfach nur wie ein Lamm zur Schlachbank zu führen. "Wir gehen da rein. Nur töten, wenn es sein muss. Wir suchen Fara, bringen alle anderen Tiere in Sicherheit und machen den Rest dingfest. Könntest du mit deinem Papier dreißig..." Er sah zu den Leichen am Hexenkessel, schwieg kurz. "... naja, so sechsundzwanzig Menschen festsetzen?" Unabhängig von der Antwort brachte er Chinatsu dazu, sich wieder in Richtung des Hexenkessels zu schleichen. Der Plan: Eindringen, und das Shinobi-mäßig. Keine Aufmerksamkeit, ausspähen. Das ungleiche Team fand sich in einem Tunnel wieder, der sich in den Felsen grub und offenbar nicht natürlich war. Ihre Schritte knirschten nur leise auf dem Boden, und es war offensichtlich, dass die Wachen (bisher) alle ausgeschaltet oder nicht aufmerksam geworden waren. Raku beugte sich zu Chinatsu. "Wir brauchen Führung. Papierinsekt?", wisperte er die Frage in ihr Ohr. Das Labyrinth, in welches sie sich wagten, war voller Winkel und Tunnel, kleinen Räumen, bewohnt und unbewohnt, und wenn man einige Abzweigungen nahm, kam man auf eine Art offenes Loch, welches den Blick in das Innere der Formation erlaubte. Und von Innen sah es noch mehr aus wie ein Kolloseum als von außen. Aber hell erleuchtet war nichts, so mussten sie sich mit ein paar Fackeln und ihrem Gefühl abgeben. Oder hatte Chinatsu da noch was?