Aktuelles

Endloses Sandmeer

Beiträge
128
Alter
17
Größe
1,79 m
Fraktion
Shiro
Dorf
Shiro
Steckbrief
Link
Eine fantastische Aussicht, nette Gesellschaft und viele neue Eindrücke. Yamato war mit dem bisherigen Verlauf der Mission mehr als zufrieden. So konnte die Reise eigentlich weitergehen. Mit jedem Höhenmeter, den die Karawane sich aus dem Gebirge herunter bewegte, wurde es wärmer und deutlich trockener. Noch hatten die Reisenden einen kühlen Wind im Rücken, der von den Bergen herabwehte, doch schon nach einigen Stunden transportierte er nichts mehr als Hitze und den feinen roten Sand, der einfach überall war. Zu ihren Füßen, in der Luft, ja sogar unter der Kleidung an Stellen, wo man ihn nicht vermutet hätte. Und auch nicht gern haben wollte. Yamato tat es Sora und den anderen Mitreisenden gleich und band sich ein Tuch locker um Mund und Nase, wann immer der Wind es zu bunt trieb. Dennoch tat dem Tsukigata das heiße, trockene Klima erstaunlich gut. Es war wohl doch etwas dran, dass ein wenig Sonnenwärme den alten Knochen guttat. Und hätte nicht ebendiese Sonne ihm beharrlich den dunklen Schopf und die helle Haut frittieren wollen – er hätte seine Observations- und Trainingsrunden um die Karawane wohl noch weiter fortgeführt. So aber beschränkte er sie auf ein notwendiges Minimum und hielt sich sonst im Schatten der Plane bei Ai und Arata auf. „Ganz schön knackig. das Wetter.“, kommentierte er, ausgestreckt auf einem Getreidesack liegend. Wangen und Nasenrücken des Tsukigata waren von Sonne und Hitze gerötet und der Schweiß ließ ihm ein paar schwarze Strähnen auf der Stirn kleben. Dennoch sah er zufrieden aus. „Aber bisher ist es in Ordnung, solange ich mich nicht zu viel bewege.“. Träge angelte er sich zwei Calciumtabletten aus seiner Tasche und kaute ein paar Mal unlustig darauf herum, bevor er sie mit viel Wasser hinunterspülte. Die Milch hatte er vor einer Weile schon zügig ausgetrunken, damit sie in dem Wetter nicht verdarb. Wenn sie wie geplant zur Nacht die Oase erreichten, konnte er sich dort hoffentlich neu versorgen. „Ich bin hin- und hergerissen ... einerseits wäre ich nicht böse, wenn einfach nichts passiert und wir unser Ziel ohne Zwischenfall erreichen. Andererseits heißt das auch, dass wir die Ursache nicht gefunden und für spätere Reisende ausgeschaltet haben.“. Er zuckte knirschend mit den Schultern. „Halten wir uns für alles bereit. Bei den Karten wär ich aber dabei ...“, fügte er mit einem Lächeln hinzu. „Vorausgesetzt, ihr erklärt mir die Regeln.“.

Die Oase mochte sich schlicht präsentieren, aber das hielt Yamato, für den all das hier neu war, nicht von einer Erkundungstour ab. Die Kühle der Nacht weckte die Lebensgeister und so machte er sich auf einen kleinen Rundgang abseits des Lagers. Im Schein von Lagerfeuern und Laternen wanderte er ein wenig entlang der Hauptwege, kam an den Wasserstellen und Viehtränken vorbei und wechselte hier und da ein paar Worte mit anderen Reisenden. Zwar hatten einige von den Vorkommnissen in der Gegend gehört, konnten aber nichts Neues berichten. Zum Abschluss seiner Tour kehrte er noch im Gasthaus ein, nicht nur, um seine Milchvorräte aufzufüllen (die befremdlichen Blicke dabei war er mittlerweile gewohnt), sondern auch um sich den Schweiß des vergangenen Tages in einem halbwegs anständigen Bad vom Leibe zu waschen. So fühlte er sich für das, was kommen mochte oder auch nicht, einigermaßen vorbereitet und die leise Stimme, die ihm einreden wollte, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis er einen seiner typischen dummen Fehler machte, blieb dank der einsetzenden Müdigkeit ungehört.

Eine ruhige Nacht und ein gutes Frühstück später machte sich die Karawane wieder auf ihren sandig-staubigen Weg und hatte die Oase bald hinter sich gelassen. Mit einem Stirnrunzeln nahm er Aratas Einschätzung auf. „Gar niemanden?“. Er zweifelte die Fähigkeiten des Yamanaka nicht an, aber das stimmte doch verwunderlich. „Vielleicht haben sie den Ort gewechselt... Zu viele verschwundene Karawanen an einem Ort ziehen auf Dauer zu viel Aufmerksamkeit auf sich. Aber du hast Recht, das sollte uns nicht nachlässig werden lassen.“. Eher das Gegenteil von nachlässig. Auch vom Komfort des Planwagens aus war es auf Dauer anstrengend in die hellen Dünen zu blinzeln, aber es war das Beste, was sie gerade tun konnten. Das und sich bereit zu halten. Wie so oft hatte das Leben aber andere Pläne und die sahen vor, dass sich der Boden von einem Moment auf den anderen in Treibsand verwandelte. „Scheiße!“, entfuhr es dem sonst so gemäßigten Tsukigata. Alles um sie herum war in Aufruhr. Menschen, Tiere ... und vor allem der Sand, der sie unerbittlich in die Tiefe zog. Nein, das hier war kein normaler Treibsand. Es ging alles viel zu schnell ... Arata schien diese Gedanken zu teilen und sprach eine Wahrheit aus, die wohl keiner gern hörte. Sie kamen hier nicht weg. Schützend legte Yamato einen Arm um den Yamanaka und zog auch Ai an sich. Viel konnte er für seine beiden Gefährten nicht tun, aber was immer jetzt passierte – falls es überhaupt ein danach gab –, sie mussten in dem Chaos zusammenbleiben. Und vielleicht konnte er sie wenigstens etwas vor dem Sand schützen. Doch der war überall und hatte sie bald vollends verschlungen. Unendliche Sekunden vergingen in heißer, drückender Finsternis und Yamato war sich sicher, dass dies das Ende war. Selbst seine stabilen Knochen hielten der schieren Last des Sandes kaum noch Stand ... Dann war da wieder Luft. Sandige Luft. Und es ging deutlich schneller abwärts. Der Tsukigata hielt Ai und Arata so gut er konnte, damit der Aufprall vor allem ihn erwischte, aber der Fall verlief sich in einer holprigen Rutschpartie, die ihnen allenfalls ein paar blaue Flecke bescherte. Hustend rappelte Yamato sich auf. Der verdammte Sand war wirklich überall ... inklusive seiner Augen, Ohren und Nasenlöcher. „Alles okay...“, keuchte er dennoch auf Aratas Frage und befreite sich von dem feinkörnigen Elend so gut er konnte. „Und bei euch?“. Zumindest hatten sie damit das Mysterium gelöst, wie und wohin die anderen Karawanen verschwunden waren. Der Ort, an dem sie gelandet waren, stellte aber schon das nächste dar. Eine Kaverne, deren Wände deutliche Spuren von Bearbeitung zeigte ... das hier war vielleicht natürlichen Ursprungs gewesen, aber von Menschenhand weiter geformt worden. Aus der soliden Sanddecke hoch über ihren Köpfen wurde der Tsukigata derweil nicht schlau. Allerdings gab es einen weiteren Ausgang, wohin auch immer der führen mochte. „Sora-san, haltet Eure Leute erst einmal hier zusammen bis wir ausgekundschaftet haben, wie es da hinten weitergeht.“. Auch wenn das ganze Ausmaß noch nicht zu überblicken war, schienen die reisenden Händler den Fall mit nur leichten Verletzungen überstanden zu haben. „Wenn... das in Ordnung ist.“, schloss er mit einem deutlich unsicheren Blick zu Arata ab. Der war schließlich immer noch der Leiter dieser Mission. „Ich wollte dich nicht übergehen ... entschuldige bitte.“. Obwohl ihm der Lapsus ehrlich leid tat, musste es an dieser Stelle mit Entschuldigungen und Selbstzerfleischung gut sein. Niemandem war mit reuevollen Worten geholfen, wenn sie hier nicht schnellstmöglich wieder herauskamen. Und dafür mussten sie in der Tat erkunden, was hinter dieser Höhlenöffnung lag.

Yamato, der sich (mit Aratas Erlaubnis!) an die Spitze des Trupps gesetzt hatte, blieb der Mund offen stehen. Vor ihnen öffnete sich eine unterirdische Halle, die so weit war, dass er kaum ihr Ende sehen konnte. In der Mitte schraubte sich eine imposante Struktur aus Stein (oder Sand?) empor, die ein Tempel oder Palast sein mochte. Die Architektur vermochte der Tsukigata nicht einzuschätzen, aber es sah sehr, sehr alt aus. Kleinere Gebäude, Hütten eher, gruppierten sich in unregelmäßigen Abständen um den alles dominierenden Bau im Zentrum. Alles schien lang verlassen und es war so totenstill, dass Yamato kaum zu Atmen wagte. Doch irgendetwas störte dieses Bild und es dauerte einen Moment, bis er verstanden hatte, was es war. Ein umgestürzter Eimer, aus dem sich eine undefinierbare Flüssigkeit ergossen hatte hier, Stofffetzen über einem Holzgestell, das noch recht neu aussah ... Hier lebte jemand. „Da vorn...“, flüsterte er kaum hörbar und nickte in Richtung einer der Hütten. „Brennt dort Licht?“. Ihm tränten noch etwas die Augen, aber vielleicht konnten Arata oder Ai mehr sehen. „Vielleicht gibt es Überlebende ...“. Schließlich waren sie nicht die erste Karawane, die hier gestrandet war. Auch wenn es kein gutes Zeichen wäre, dass die Leute noch immer hier waren. Die Alternative – dass sie die Urheber für das Verschwinden gefunden hatten – war ebenso wenig vertrauenerweckend. „Lasst uns vorsichtig sein.“.

@Haemasu Ai @Yamanaka Arata
 

Haemasu Ai

Genin
Beiträge
123
Alter
15 Jahre
Größe
1,39 m
Fraktion
Shiro
Dorf
Shiro
Steckbrief
Link
Vielleicht wäre all dies nicht passiert, wenn sich die Haemasu nicht über die langweilige Reise aufgeregt hätte? Eventuell, aber wahrscheinlicher war, dass die junge Frau nicht der Auslöser der Umstände war, die die Karawane ereilten. Dabei war den Vormittag noch alles so gut gelaufen. Die Reisegruppe hatte sich normal auf den Weg gemacht und die Wüste in langsamem, aber stetigem tempo durchquert, keine Anzeichen von Banditen oder ähnlichem. Selbst Arata schien nichts Ungewöhnliches mit seinen Fähigkeiten feststellen zu können. Beruhigend, bedeutete dies doch, dass sie auch den nächsten Teil der Reise in Ruhe verbringen konnten. Wie falsch Ai da nur lag. Doch fürs erste war und blieb es ruhig. Die Sonne erreichte und überquerte ihren Zenit und mehr als nur eine Schweißperle bildete sich auf dem Körper der Kunoichi. Schlaff hing sie auf einem Sack Getreide, den sie zu einem Sitzsack umfunktioniert hatte, während sie auf die an ihnen vorbeiziehenden Dünen starrte. Ein trinkschlauch nie mehr als ein paar Schritte entfernt. Die Wüste war mehr als nur angenehm war, das hier war schon extrem. Zum Glück schienen auch die Karawanenteilnehmer so zu denken, viele, die nicht mit dem Lenken der Wagen zu tun hatten, hatten sich unter Planen in einen wenigstens erträglicheren Schatten zurückgezogen. Nur die Fahrer und die Shinobi schienen noch die Augen auf der Wüste zu haben.

Ein heftiger Ruck ging plötzlich im Laufe des Nachmittags durch den Planwagen, auf dem es sich die Shinobi „bequem“ gemacht hatten und der Aufschrei, dass sie feststecken würden, hallte noch nach. Waren sie von der Strecke abgekommen? Die Straße sah schon von vorne herein nicht sonderlich befestigt aus, da konnte es sicherlich passieren, dass man feststeckte, doch nein, als Ai den Kopf aus dem Planwagen steckte, sah sie, wie jeder einzelne der Wagen geradezu in die tiefe gezogen wurde. Der Sand schien unerbittlich an den Fahrzeugen zuziehen. Die Zugtiere wieherten in Panik, denn auch ihre Beine und Körper wurden hinabgezogen. Schnell griffen Überlebensinstinkte nach Ai, die den letzten Hauch rationalen Denkens der jungen Frau ausschalteten. Mit einem kräftigen Satz versuchte die junge Frau aus dem Wagen auf einen unbewegten Teil des Sandes zu gelangen. Leider reichte ihre Kraft bei weitem nicht aus und als ihre Füße den Sand berührten, spürte auch Ai, wie sie in ein sandiges Grab gezogen wurde. Panisch versuchte sie sich aus dem Sand zu befreien, aber jeder Versuch schien sie nur schneller in den warmen Sand eindringen zu lassen. Mit beiden Händen und sogar mit Hilfe von Chakra griff sie nach der Umgebung, um sich über dem Treibsand zu halten, doch nichts funktionierte, es gab keinen Halt. Den Blick gen Himmel sah Ai nur, wie sich von allen Seiten der Sand um sie schloss. War dies ihr Ende? Versunken im Sand der Wüste? Vielleicht würde in einigen Jahrhunderten ihr Skelett wieder an die Oberfläche gelangen und als Mahnung für Reisende dienen. Moment, schloss Ai gerade wirklich mit dem Leben ab? Doch mehr Zeit für Gedanken hatte die Kunoichi nicht, als es schwarz um sie herum wurde. Sie spürte nicht einmal, wie Yamato sie griff, um sie zu schützen.

Der Aufprall auf dem Sandhaufen im Inneren der Höhle sorgte dafür, dass Ai einmal plötzlich Luft holte und wieder halbwegs klar sehen konnte. Sand hatte sich überall festgesetzt und als sie sowohl von Yamato, als auch Arata gefragt wurde, ob sie in Ordnung war, merkte sie erst, wie viel Sand sie verschluckt hatte. Anstelle von Worten rieselte der feine Wüstensand nur so aus ihrem Mund und sorgte dafür, dass sie sich verschluckte. Anstelle einer Antwort beugte sich das Mädchen herunter und übergab sich auf den Boden neben sich. Neben dem kargen Mittagessen kam eine ungesund wirkende Menge Sand zu Vorschein, der seinen Weg wohl in den Körper des Mädchens gefunden hatte. Es fühlte sich genauso widerlich an, wie es aussah. Zittrig erhob sich Ai und blickte die anderen beiden an. Es geht, würde ich sagen. Was ist passiert? Wirklich eine Antwort erwartete sie nicht, Yamato und Arata würden kaum wissen, was sich abgespielt hatte, die beiden hatten die selben Informationen, wie die Haemasu. Also würden sie sich ein wenig umsehen müssen.

Die drei Shinobi würden wohl erstmal alleine unterwegs sein, die Sicherheit der Karawane konnte sonst nicht gewährleistet werden. Yamato schien plötzlich als Anführer auftreten zu wollen, sollte er ruhig machen. Etwas uncharakteristisch, aber so gut kannte Ai den Tsukigata ja auch wieder nicht. Bevor die drei ihren kleinen Raum verließen, drückte Ai noch schnell zwei ihrer Finger in den Sand. Keine geeignete Pflanzerde, aber besser, als Felsboden. Schnell schoben sich aus ihren Fingern zwei Samen in den Grund und begannen zu wachsen. Zwei wunderschöne, rot-orangene Lilien erblühten, vollkommen unbeirrt durch das fehlende Sonnenlicht. Mit einer schnellen Bewegung brach die Haemasu beide so tief wie möglich ab und hielt Arata eine der beiden Pflanzen hin. Hier, wenn du Chakra hineinleitest, haben wir etwas Licht. Ich weiß ja, dass du Katonchakra nutzen kannst. Damit waren sie bereit, so bereit, wie es nur ging.

Bereits der nächste Raum war eine Überraschung, eine riesige Gewölbedecke aus Sand überspannte einen Raum, der so groß war, dass Ai nicht einmal die Ausmaße zu schätzen vermochte. Mehrere Öffnungen befanden sich in Steingebilden, die diesen Ort wie eine Stadt aussehen ließen. In der Mitte erhob sich ein enormer Bau, den Ai wohl als Tempel bezeichnen würde. Mit offenem Mund blickte sich die Haemasu hier um, mit so etwas hatte sie nach dem Treibsand nicht gerechnet. Eine versunkene Stadt mitten in der Wüste. Yamato schien etwas bemerkt zu haben, denn erfragte danach, ob in einer der Hütten Licht brannte. Angestrengt kniff Ai die Augen zusammen, sie war sich nicht sicher, daher unterbrach sie den Chakrafluss in die Lilie und die Flamme starb ab. Eindeutig, in einem der Gebäude schien ein Feuer zu brennen, ein orangenes Licht flackerte unregelmäßig im Eingang auf. Da die Karawane vollzählig hinter ihnen war, mussten dies andere Menschen sein. Vielleicht andere Überlebende, aus einer der verschwundenen Karawanen? Ich geh mal nachsehen. Und damit hatte sich Ai schon an die Spitze gesetzt. In gemessenem Tempo joggte die junge Frau auf die Hütte zu.

Das Gebäude besaß nur eine wirkliche Öffnung in Form der Tür und diese war durch nichts blockiert. Weder eine Tür, noch ein Vorhang versperrten die Sicht. Vorsichtig linste Ai daher hinein, um sich einen Überblick zu verschaffen. Eine gruppe aus acht Personen fünf Männer und drei Frauen, wie es schien, hatten sich das feuerversammelt. Scheinbar wurde gerade Essen gemacht, nur kam ihr der Geruch nicht sonderlich bekannt vor. Was auch immer für Fleisch da über dem Feuer köchelte, Ai hatte so etwas noch nie gerochen oder gegessen. Neugierig machte sie einen Schritt in die Tür, um das Bild genauer betrachten zu können. Ein Fehler, denn plötzlich konnte Ai genau sehen, was da geröstet wurde. Es sah verstörender Weise sehr nach einem menschlichen Bein aus. Bei dem Anblick jede Form von Selbstkontrolle verlieren, begann die junge Kunoichi zu würgen. Verdammte Scheiße! Auch wenn sie ihre Gedanken nicht laut aussprach, ihr Würgen hatte ausgereicht, um die acht Personen auf sie aufmerksam zu machen. Acht Augenpaare blickten Ai an und die Kunoichi starrte nur zurück. Was nun? Nun, die Frage wurde schnell beantwortet, denn jede der anwesenden Personen erhob sich ruckartig und stürmte auf Ai zu. Verdammte Scheiße! Ihre Gedanken wiederholten sich, aber was sollte man in dieser Situation auch groß nachdenken? Wieder von einem Instinkt, dieses Mal die Fluchtvariante, getrieben, zog sich Ai zurück und lief auf ihre beiden Begleiter zu. Bereits auf Entfernung versuchte sie die beiden zu warten, schaffte es aber nicht wirklich eindeutige Gesten zu erzeugen. Ob die beiden verstehen würden?

@Yamanaka Arata @Tsukigata Yamato
 

Yamanaka Arata

Chuunin
Beiträge
241
Alter
16
Größe
170 cm
Fraktion
Shiro
Dorf
Shiro
Steckbrief
Link
Arata schüttelte sich ebenfalls vorsichtig, um wenigstens einen Teil des ganzen Sandes unter seinen Kleidern und aus seinen Haaren herauszubekommen, und .. lächelte Yamato dankbar an, als der sich nach ihrem Befinden erkundigte. "Es geht schon, ja ..." So erstaunlich das war, sie hatten überlebt. Was nur umso mehr die Frage aufwarf, was hier gespielt wurde, oder? Dass Yamato die Karawane ansprach, störte Arata überhaupt nicht, und er nickte rasch auf die Rückversicherung. "Alles ist gut, das war genau richtig. Ich war einen Moment zu lange in Gedanken. Aber das hier ist eindeutig eine Falle. Es wäre so leicht gewesen, uns in diesem Treibsand umzubringen, oder?" Aber Yamato hatte nun einmal Recht - sie mussten sich hier umsehen. Gerade wenn es vorne und hinten wie eine Falle roch - denn sie mussten ja trotzdem hier rausfinden. Und es schien nur diesen einen Weg nach vorne zu geben. Er nahm Ais vegane Lampe nachdenklich nickend entgegen, ehe sie sich auf den Weg machten, und setzte sie vorsichtig ... naja, in Brand. Es war wohl eher eine Fackel. "Denk nur dran, dass wir gleich beide Hände brauchen könnten." Warum hatte er eigentlich keine Katontechnik, die ein freischwebendes Licht bildete? Hrms ... wohl bisher zu wenig in Ruinen herumgestiegen, auch wenn es trotzdem ein naheliegender Gedanke gewesen wäre. War jetzt leider auch nicht mehr zu ändern. Er sprach es nicht an, weil es einem Teamleiter wohl kaum zustand, aber er ging der nächsten Enthüllung dieses Ortes mit einem ziemlich mulmigen Gefühl entgegen.

Als sich hinter dem Durchgang dann aber eine riesige Kammer inklusive seperater Gebäude enthüllte, klappte ihm allerdings trotzdem der Mund auf und ließ ein staunendes "Ooh wow ..." entweichen. Mit sowas hatte er jetzt nicht gerechnet. Das große Gebäude im Zentrum war von hier aus nicht so genau zu erkennen, aber es wirkte nicht so, als hätte man sie in den letzten Monaten aus Karawanenwagen zusammengezimmert... die kleineren Hütten, auf die Yamato ein wenig später hinweis, vielleicht schon. Andere Überlebende? "Wir können nur hoffen ..." murmelte er, nickte Yamato stumm zu, als der zur Vorsicht riet. Bei Ai kam das natürlich nur eingeschränkt an, und sie legte abrupt ein ordentliches Tempo vor, sodass Arata schon stramm laufen musste, um sie noch im Auge zu behalten. "Sei vorsichtig!" rief er ihr hinterher - wissend dass das vermutlich wenig bringen würde - und biss sich auf die Lippe, als sie den Kopf einfach durch den Türrahmen steckte. Wenn das mal gut ging.

Tat es nicht. Ai machte aus irgendeinem Grund den Mund nicht auf, aber das Tempo, mit dem sie sich plötzlich entfernte, legte für Arata doch nahe, dass hier irgendetwas gewaltig faul war - und das war noch bevor er die Handvoll Leute erkannte, die ebenso wortlos, aber dafür bitterernst, hinter Ai herrannten. "Die wollen sie fassen." stellte er angespannt fest, formte bereits Fingerzeichen, und spie einen Moment später einen kleinen, gemeinen Feuerball in die Meute (KATON: JUDAN). Er traf einen Mann in zweiter Reihe im Rumpf, der mit einem halblauten Aufjaulen zurückstolperte und die ihm nachfolgenden um ein gutes Stück verlangsamte - aber das waren eben noch nicht alle, und so nah wie sie heranwaren, traute er sich bei dem dämmrigen Licht, das hier ohne ihre Fackeln herrschte, nicht unbedingt zu, mit einem zweiten Schuss nicht Ai zu erwischen. "Ich kann hier schwer zielen - kannst du die anderen von ihr fernhalten? Und ein bisschen auseinanderziehen, wenn es geht?" Bat er Yamato, und wandte sich der kleinen und jetzt leeren Hütte zu. Die würden sicher nicht die einzigen sein, und sie mussten hier durch ... besser, er versuchte sie zu vertreiben. Arata wiederholte die Technik, die er Yamato und Ai vor einer gefühlten Ewigkeit auf dem alten Trainingsplatz gezeigt hatte, und einige Sekunden später brüllte ein feuriges Drachenhaupt durch die Dunkelheit, ehe es krachend in die schiefe Hütte einschlug und flammende Holzsplitter in alle Richtungen schleuderte (KATON: GOURYUUKA). "Da ist noch mehr wo das herkam!" Rief der Yamanaka sauer ins Dämmerlicht, während die Trümmer im Hintergrund langsam verbrannten und Arata ein wenig mehr Licht gaben, um Ai und Yamato mit weiteren von den kleinen, schweren Feuerbällen Deckung zu geben.


@Haemasu Ai @Tsukigata Yamato
 
Zuletzt bearbeitet:
Beiträge
128
Alter
17
Größe
1,79 m
Fraktion
Shiro
Dorf
Shiro
Steckbrief
Link
Arata sprach aus, was Yamato dachte, als Ai sich kurzerhand davonmachte, um den ominösen Feuerschein zu erkunden. Der Tsukigata unterdrückte den Impuls hinterherzulaufen, falls irgendetwas Unvorhergesehenes passierte. Aber seine bloße Anwesenheit, die bei einer heiklen Schleicheinlage in etwa so nützlich war wie der berühmte Elefant im Porzellanladen, hätte vermutlich erst recht dafür gesorgt, dass etwas passierte. Nun, wie es sich begab, gelang es der Haemasu völlig ohne Unterstützung. Mit angehaltenem Atem hatte Yamato ihren Weg zu den Hütten verfolgt und sich bereitgehalten. Er wusste nicht, was genau die Haemasu in der Hütte gesehen hatte, aber der Umstand, dass sie wie von der Tarantel gestochen zurückgerannt kam, bedurfte keiner weiteren Erklärung. Die acht abgerissenen Gestalten, die gleich darauf aus der Hütte stürmten, auch nicht. Körperlich mochte Yamato langsam sein, aber darüber, was gleich geschehen würde und was sie zu tun hatten, musste er gar nicht erst nachdenken. Er verzog das Gesicht, so sehr wallte der Schmerz durch seine Knochen, dann schoben sich feucht knirschend die Enden seiner Mittelhandknochen durch die Haut an den Grundgelenken seiner Finger. Viel zu langsam und noch lange nicht weit genug, aber selbst minimal mehr Wumms würde hilfreich sein. Rotgoldene Schatten tanzten durch die Höhle, als Arata seinen Feuerball in die Meute spuckte. Yamato nickte angespannt, nachdem der Yamanaka seinen Plan umrissen hatte. „Mach ich.“. Damit sprintete der Genin los. Er war nicht halb so schnell wie Ai, die ihm mit einem Affenzahn entgegen kam, und die Schmerzen, die sich von seinen Händen die Arme hinauf ausbreiteten, machten es gerade nicht besser. Aber es dauerte kaum zwei Sekunden, bis der türkisfarbene Schopf der Haemasu wie ein wehendes Kriegsbanner an ihm vorbeizog. „In Deckung, Ai!“, rief er ihr im Vorbeilaufen zu – als hätte man ihr das noch sagen müssen.

Ein Feuerdrache zog brüllend über seinen Kopf hinweg, Holz und Stein splitterten in krachendem Getöse und ließen Ais Verfolger erschreckt auseinanderstieben. Dummerweise legten sie durch den Schrecken direkt noch einen Zahn zu und plötzlich sah Yamato sich siebeneinhalb Wilden gegenüber (einer hinkte leicht angeschmort hinterher). Bewaffnet waren sie mit kruden Stöcken, Steinen und – bei den Kami! – war das ein Grillspieß? Wie auch immer – Zeit für ein bisschen Heldenmut. „Hey!“, rief der Tsukigata den Fremden entgegen und breitete die Arme aus, um zu signalisieren, dass hier Endstation war. „Wir sind Shinobi aus Shirogakure und keine Feinde!“. Doch entweder hatten die Herrschaften in den zerrissenen, grobgeflickten Kleidern heute nicht ihren gesprächigen Tag oder aber sie verstanden schlichtweg die Botschaft nicht. Wenn Yamato mit seiner Ansprache etwas erreichte, dann dass die Gestalten noch einen Zahn zulegten. Nebst einem voller Inbrunst ausgestoßenem „HUAAAARRRGH!!!“, das auf verstörende Weise gleichsam vorfreudig wie hungrig klang.

Dann eben nicht...“, stieß der Tsukigata zwischen zwei Atemzügen aus und schmiss seinen neuen Bekanntschaften eine Salve Kunai entgegen. ’Auseinanderziehen.‘, hatte Arata gesagt und genau das beabsichtigte Yamato zu tun. Zu seinem Glück waren die glorreichen Siebeneinhalb bislang nicht auf die Idee gekommen, an ihm vorbei zu laufen und sich auf Arata und Ai zu stürzen. Nichtsdestotrotz drosch im nächsten Moment ein stämmiger Kerl mit Zottelhaar mit einem Stock auf ihn ein, der verdächtig nach einer herausgebrochenen Radspeiche aussah. Einem antrainierten Reflex folgend, wich Yamato nicht aus und steckte den Schlag ein. Das immerhin konnte er ganz famos. Die kräftige Rechte, die der Tsukigata gegen das Kinn des Mannes schmettern ließ, schickte selbigen zu Boden. Vielleicht nicht für lang, denn noch regte er sich, aber vorerst war er damit beschäftigt, seinen nicht nur aufgeschlagenen, sondern auch aufgerissenen Kiefer zu halten. Bei seinen Freunden? Verwandten? Bandenmitgliedern? sorgte es für wenig Zurückhaltung. Effektiver waren da Aratas Feuerbälle, die hier und da niedergingen und bereits zwei der Gestalten in Brand gesteckt hatten. Wie schlimm, konnte Yamato inmitten des Kampfes nicht erkennen. Eine der wilden Frauen – die mit dem Grillspieß – war gerade einem Feuerball flink ausgewichen und setzte auf den Tsukigata an. Verdammt, der Spieß sah nicht nur scharf, sondern auch ziemlich schmutzig aus. Vorsicht jetzt., mahnte Yamato sich. Unvermittelt traf ihn ein mit voller Wucht geschleuderter Stein am Kopf und er sah für den Moment nur Sterne. Es war wohl einzig seinem Bluterbe zu verdanken, dass er überhaupt noch auf den Beinen war und nicht mit eingeschlagenem Schädel am Boden lag. Ein scharfer Schmerz riss ihn ins Bewusstsein zurück. Vor ihm stand die Frau und stieß einen kehligen Siegesschrei aus. Yamato spürte nun auch, warum. Kurz unterhalb seines linken Rippenbogens steckte ein Grillspieß. Soviel zum Heldenmut ... Ächzend taumelte Yamato einige Schritte zurück und schaffte es dabei noch, den Spieß festzuhalten, so dass er die Frau halb mit sich riss. Die jedoch ließ ihm letzten Moment los. Ein bisschen spät, aber sie war entwaffnet. Das hielt sie jedoch nicht davon ab, erneut auf Yamato anzusetzen. Hoffentlich sind Arata und Ai in Sicherheit..., dachte er, bevor er sich mit viel zu schnell schwindender Kraft dem nächsten Angriff entgegenstemmte.
 

Haemasu Ai

Genin
Beiträge
123
Alter
15 Jahre
Größe
1,39 m
Fraktion
Shiro
Dorf
Shiro
Steckbrief
Link
Irgendetwas mussten Arata und Yamato mitbekommen haben, wahrscheinlich die Meute, die die Haemasu verfolgten, denn plötzlich zischte ein kleines Feuergeschoss an der jungen Frau vorbei. Ein Jûdan. Eine recht simple, aber schnelle Technik des Feuerelements, also musste Arata die Verfolger bereits attackieren, denn soweit Ai wusste, beherrschte Yamato das Katon nicht wirklich. Oder doch? Vielleicht musste sie das mal in Erfahrung bringen, die Dorfverwaltung schien es ja ganz amüsant zu finden die drei zusammen auf Missionen und Jobs zu schicken. Doch wirklich wichtig war diese Frage sicherlich nicht in der aktuellen Situation, sie hatte ja noch ihre Verfolger. Aber ein einzelnes Feuergeschoss, gerade von der Größe eines Jûdan, würde kaum ausreichen, Ai wusste das, sie beherrschte diese Technik ebenfalls. Was sie hingegen nicht beherrschte und sie schon einmal tiefst beeindruckt hatte, war das feurige Geschoss in form eines Drachen, dass Arata nun los ließ. Doch zielte er nicht auf die Haemasu, gut, oder die sie verfolgende Meute, warum denn eigentlich nicht?, sondern die leere Hütte, wo noch Reste von irgendjemandem langsam kross gebraten wurden. Das kleine, zurechtgezimmerte Gebäude explodierte regelrecht und obwohl sich Ai schon ein gutes Stück davon entfernt hatte, regnete es noch brennende Trümmer, die neben der Haemasu auf dem Boden aufschlugen. Willst du mich umbringen? Katon war generell nicht für Vorsicht bekannt, aber musste Arata es so sehr übertreiben bei einer leeren Hütte? Gut, er konnte das nicht wissen, aber ein wenig Overkill war es schon. Wenigstens war jetzt alles in das beruhigende, orangene Licht der Zerstörung getaucht.
Währenddessen rannte Yamato an Ai vorbei. Wenn er Nähe suchte, bedeutete dies doch, dass er eher Taijutsuka war, oder? Doch keine Zeit um darüber nach zu denken, denn die Meute war noch immer auf ihren Fersen. Moment, wollte sich Yamato etwa für sie opfern? Was für ein Idiot, wenn das der Plan war. Von den Ausrufen des Tsukigata etwas aus dem Tritt gebracht blieb Ai stehen und wandte sich ihrem Kollegen zu. Diplomatie? Was zur Hölle? Das Ergebnis war für die Haemasu wenig überraschend, denn anstelle von freundlichen Worten wurde mit den Fäusten gesprochen. Dem ersten Kerl langte Yamato noch eine, um ihn kurzzeitig auf die Bretter zu schicken, doch beinahe im selben Moment landete ein größerer Stein am Kopf des dunkelhaarigen Genin. Was für ein Dickschädel ist das denn? Ai war sich sicher, dass sie sofort aus den Latschen gekippt wäre, wenn so ein kleiner Fels ihren Kopf getroffen hätte. Den Fokus vollends auf dem Kopf ihres Mitstreiters gerichtet, sah sie erst, als Jubel von der Meute aufstieg, was zeitgleich geschehen war. Der Grillspieß, auf dem vorhin noch schön die Überreste von einer anderen traurigen Seele geschmort hatten, war nun im Körper des Tsukigata versunken. Das sah übel aus, denn eines war sicher, desinfiziert war der Spieß nicht, das konnte eine hübsche Infektion werden. Falls sie das hier überhaupt überstanden. Gerade sah es ja nicht danach aus.
Die Rücksichtslosigkeit von Yamato konnte Ai aber auch nicht nachvollziehen, er alleine gegen acht Leute, deren Stärke nicht bekannt war? Da sollte man mal von Unvernunft sprechen. Und der Spieß war die Quittung, aber Ai konnte ja schlecht ihren Mitstreiter zurücklassen. Schnell regte sie ihren Chakrakreislauf an und lief wieder zu dem Tsukigata, der jetzt beinahe umzingelt war. Ai war realistisch, sie hatten keine Chance. Wenn Yamato so einfach überwältigt wurde, konnte Ai auch nicht hoffen da groß besser hervor zu kommen. Sie mussten sich irgendwie zurückziehen und dafür brauchten sie Abstand. Dafür hatte die türkishaarige, junge Frau auch die richtige Pflanze parat. Als das bekannte Prickeln in ihrer Haut einsetzte, die Produktion ihrer Samen hatte begonnen. Eine schnelle, ausladende Wurfbewegung folgte, bei der die Samen unregelmäßig zwischen den Angreifern und Yamato verteilt wurden. Wie zu erwarten beachtete niemand die kleinen Samen, die in dem schlechten Licht beinahe unsichtbar waren. Zwar waren nun einige Augen auf Ai gerichtet, aber das konnte ihr nur recht sein. Einige schnelle Fingerzeichen später, schossen plötzlich mehrere Disteln aus dem Boden und blockierten fürs erste den Weg. Die Pflanzen standen dicht an dicht, sodass sie beinahe so etwas, wie eine Wand bildeten, zwar sehr biegsam, es waren immer hin nur Disteln, aber mehr als nur ein wenig störend. Einige Momente würde diese Wand ihnen erkaufen, egal, ob sich jemand durch die Pflanzen einen Weg bahnen wollte oder einfach nur drum herumging. Schnell griff sie nach der viel höheren Schulter des Tsukigata und begann damit ihn in Richtung Arata zu zerren. Die Wunde an seinem Bauch bedachte sie jedoch hierbei nicht. Kommt mit, dich selbst zu massakrieren macht doch keinen Sinn.

@Yamanaka Arata @Tsukigata Yamato
 

Yamanaka Arata

Chuunin
Beiträge
241
Alter
16
Größe
170 cm
Fraktion
Shiro
Dorf
Shiro
Steckbrief
Link
Arata biss sich auf die Lippe, als deutlich wurde, dass diese Gegner auf Einschüchterungsversuche wenig reagierten ... ja, nicht mal kontinuierliches Feuer schien sie sonderlich abzuschrecken, wie er zwischen zwei Judan beobachtete. Und damit noch nicht mal genug ... bereits als Yamato den Stein an den Kopf bekam, lief es ihm eisig den Körper hinunter, und als er sah, wie der krumme Spieß durch seine Brust drang, keuchte er auf und stolperte zurück, wie selbst getroffen. Gefühlt noch im selben Moment rannte er auf die beiden anderen zu, so schnell er eben konnte ... er bekam währenddessen noch ungefähr mit, dass Ai eine notdürftige Wand aus Pflanzen aufrichtete, und kam nach einigen viel zu langen Momenten bei den anderen an - gerade als die ersten Kannibalen sich durch das Distelgestrüpp zu hacken begannen. Überwiegend mit Händen und Füßen. Arata fixierte sie allerdings ohne zu zögern, holte leicht rasselnd Luft, und spie Feuer (Katon: Karyu Endan).
Die Flamme war zunächst leuchtend rot, wurde aber in den nächsten Sekunden blendend orange und erzeugte ein dumpfes Fauchen, als Arata sie nach links und rechts schwenkte, sodass der Strahl alles hinter Ais Distelwand erfasste. Das helle Aufkreischen getroffener Kannibalen malte sich unter das inzwischen auf ein stetiges Brüllen angewachsene Geräusch des Feuers. Ein Teil der Angreifer stolperte stark verbrannt zurück - wer das nicht tat, ging unter den Flammen zu Boden. Erst, als sein Atemzug restlos verfeuert war, ließ Arata die Technik fallen ... vor ihnen lagen nun ein abgebranntes Distelfeld und ein paar verkohlte Körper, mit einzelnen immer noch tanzenden Flammen dazwischen. Der Yamanaka hatte für beides aber kein Auge - sobald er sich vergewissert hatte, dass erst einmal kein Gegner zurückkam, wandte er sich seinem Team zu - nein, eigentlich Yamato! Er war bleicher als sonst, schaute einen Moment fassungslos auf den immer noch in Yamatos Bauch steckenden Spieß - und dann zu Ai, die an ihrem Begleiter zerrte. "Lass ihn los!" rief er entgeistert, kniete nieder, und betrachtete die Wunde. "Kannst du Stehen ..?" fragte er leise, und sah besorgt zu Yamato auf. "Vermutlich tut es weh, wenn du dich hinlegst ... ich kann das heilen, aber dafür müssen wir den Spieß rausholen. K-kriegst du das hin?"
Kriegte er. Arata stand bereits mit seiner medizinischen Jutsu bereit und versuchte nicht daran zu denken, dass Shin nach seiner Behandlung am Knie immer noch dienstunfähig war ... zumindest soweit es sich für ihn anfühlte, wuchs das verletzte Gewebe unter seinen Fingern so zusammen, wie es sollte (Shosen Jutsu). "... fertig." meinte er irgendwann, und sah angespannt zu seinem Patienten. "Geht es dir besser ...?"

Ging es ... und irgendwie mussten sie diese Katastrophe jetzt aufarbeiten. "Ich ... kann nicht wirklich sagen was mit diesen Leuten los ist, aber sie sind offenbar jenseits jeder Kontaktaufnahme." Und das war traurig, aber er fühlte sich im Moment nicht besonders schlecht deswegen. Wenn man keine andere Option mehr hatte als Gewalt ... was brachte es da, sich Vorwürfe zu machen? "Und -" Da war noch etwas zu besprechen. "Ai ... ich weiß nicht was dich geritten hat, ohne uns loszurennen, aber du kannst froh sein, dass du weder diesen Stein noch den Spieß abbekommen hast. Wir bleiben hier unten dicht zusammen, sonst bringen wir uns alle in Lebensgefahr. Und wenn du nochmal so verschwindest, bringe ich dich dazu, tanzend zur Karawane zurück zu laufen und mit der Frau vom Küchenwagen Sticken zu üben, bis wir einen sicheren Weg hier raus gefunden haben." Gut. Für Stickübungen würde ihm vermutlich die Konzentration und das Chakra fehlen, aber das brauchte Ai nicht zu wissen - und hoffentlich kapierte sie, dass er es ernst meinte. "Also. Diese Ruine ist voll von gefährlichen ... Wilden, was auch immer mit ihnen passiert ist, und wir müssen hier irgendwie eine Karawane durchlotsen. Ich kann schauen, wie viele von ihnen es sind und wie sie sich in der Umgebung verteilen, das wird uns zumindest ein bisschen verraten, wie diese Ruinen aufgebaut sind. Ich fürchte aber, an Gewalt kommen wir nicht vorbei, wenn wir hier mit so vielen Leuten irgendwie raus müssen." Er suchte in seinen Sachen nach Stift und Papier und legte kurz die Hände an die Schläfen ... er hatte noch einiges Chakra, hielt aber sicherheitshalber den Radius der Technik klein, damit er nicht zu viel verbrauchte - so wie es aussah würden sie weiterhin einige Kämpfe bestreiten müssen (Yamanaka Shingan). Trotz dieser Erwartung holte erst einmal scharf Luft, als er sich seiner Ortung sicher war. "Das ... hui. Sind einige. Vielleicht nehmen wir lieber die Wege, die an ihren Hütten vorbei führen ..." Arata versuchte, die Umgebung anhand seiner gewonnenen Informationen auszumessen, und skizzierte auf dem Papier die Umgebung und die Position von weiteren Kannibalengruppen - hinter ihrem großen Raum gab es noch einen breiteren Gang, wo ebenfalls ein paar Gruppen warteten. "So etwa sieht es aus. Vielleicht schleichen wir an den Hütten vorbei und suchen erst einmal nach anderen, schmaleren Gängen, wo niemand auf uns wartet?"

@Haemasu Ai @Tsukigata Yamato
 
Beiträge
128
Alter
17
Größe
1,79 m
Fraktion
Shiro
Dorf
Shiro
Steckbrief
Link
Okay, das sah nicht gut aus. Ob irgendwann schon einmal jemand mit einem versifften Bratspieß in der Seite zu einem anderen Urteil gekommen war? Yamato nahm seinen Zustand nur fern und erstaunlich nüchtern zur Kenntnis. Aber vielleicht lag das auch an den Schmerzen und dem Blutverlust, die sich allmählich bemerkbar machten. Er taumelte ungelenk aus dem Radius des nächsten Angriffs der wilden Frau. Es war gleichzeitig Glück und Pech des Tsukigata, dass die ihren Spieß nicht mehr hatte. Reichlich ungezielt riss Yamato seine knochenbewehrte Faust nach oben und es war nur dem Umstand zu verdanken, dass er größer war und längere Arme hatte als seine Angreiferin, dass er sie irgendwie erwischte. Blöderweise waren da noch die anderen ... und Ai. Verdammte Axt, was machte die denn hier?! Yamato stolperte einen Schritt zur Seite und glotzte die Haemasu an, als sei sie eine Fata Morgana. Sie sollte sich doch in Sicherheit bringen, verdammtnocheins! Zu artikuliertem Protest war er allerdings nicht fähig. Ja, selbst ein hervorgeknirschtes Geh! hätte gerade zu viel Kraft gekostet. Gemeinsam mit dem wuchernden Dornengestrüpp schoben sich auch dunkle Flecken in Yamatos Gesichtsfeld und er hatte zusehends Mühe, auf den Beinen zu bleiben. Gerade als ihre Verfolger begannen, sich durch den Distelwall zu hacken, langte eine kleine, aber entschlossene Hand zu seiner Schulter herauf und riss sie mit sich. Wie auch den Rest von ihm. Samt Bratspieß. Flammen rauschten über ihre Köpfe hinweg, als sie sich - nur in Ais Fall zielgerichtet – in Bewegung setzten. Yamato stolperte irgendwie mit und sackte just dann in die Knie, als sie Arata erreicht hatten. Auch das nahm der Tsukigata nurmehr eigentümlich distanziert war. Ob das Training beim alten Okamura dafür gesorgt hatte, dass er sich nicht in Schmerzen am Boden wand? Oder hatte ihn der Stein doch heftiger am Kopf erwischt, als er gedacht hatte? „Was...?“, murmelte er verständnislos auf Aratas Frage. Der arme Kerl sah ja gar nicht gut aus ... Ach so. Der Spieß. Yamato brummte eine Zustimmung und griff nach dem nächstbesten Halt. Vermutlich war es irgendwas, das zu Ai gehörte, aber da sie ihn nicht postwendend umbrachte, war es wohl nichts Heikles.

Yamatos selige Benommenheit fand ein jähes Ende, als Arata den Bratspieß herauszog. Der Schmerz war so scharf und klar, dass der Tsukigata erschrocken aufbrüllte und sich in Was-immer-von-Ai krallte. Auf die Knochensplitter, die aus seiner Hand ragten, achtete er ungeheuerlicherweise nicht. Der Schmerz ließ jedoch schnell nach – zumindest der, der Yamato betraf. Wo eben noch ein kalter, böser Bratspieß gesteckt hatte, wallte ein warmes Kribbeln auf und hinterließ, nachdem es verebbte, angenehm nichtssagende Normalität. So wie man die meisten seiner inneren Organe eben nicht spürte, solange alles in Ordnung war. Lediglich die Benommenheit war geblieben, aber nachdem die Schmerzen vergangen waren und Yamatos Reptilienhirn registriert hatte, dass keine unmittelbare Lebensgefahr mehr bestand, begann auch sie nachzulassen. Der Tsukigata hatte auch eine ganze Standpauke lang Zeit, wieder einigermaßen klar zu werden, und schaltete sich geistig wieder ins Geschehen ein, als Arata seine Überlegungen zum weiteren Vorgehen kundtat. Klang nicht optimistisch. Erst recht nicht, nachdem der Yamanaka die ungefähre Anzahl ihrer Gegner erfasst hatte. „Dann zurück zu Sora, huh?“.

Zurück zu Sora. Der hatte in der Zwischenzeit seine Karawane soweit organisiert, dass jeder der Mitreisenden in irgendeiner Weise bewaffnet war, und hielt die Stimmung hoch, indem er das Gefühl von Abenteuer und Zuversicht schürte, wann immer Angst aufkeimen wollte. Dass er dabei selbst ein bisschen fahrig wirkte, konnte man ihm angesichts der Umstände wohl nachsehen. Yamato hielt sich bei den folgenden Planungen weitgehend heraus und packte einfach da mit an, wo es notwendig war. „Also gut, meine treuen Gefährten!“, erschallte die heroische und nur ganz leicht zittrige Stimme Soras. „Schirrt die Pferde ab, packt das Nötigste zusammen und macht euch zum Aufbruch bereit.“. Da mit den Wagen kaum ein Durchkommen war, mussten sie wohl oder übel zurückgelassen werden. Nicht ganz unproblematisch, falls sie es hier heraus schafften – schließlich hatten sie dann noch eine Wüste zu bewältigen. Aber das wäre der zweite Schritt. Der erste war, dieser eigenartigen unterirdischen Welt voller angriffslustiger Irrer zu entfliehen. Und das taten sie so unauffällig und agil, wie es mit einem Dutzend Menschen und einigen Zugpferden eben möglich war. Mit Wasser, Milch und viel gutem Willen beladen, setzte Yamato sich gemeinsam mit Ai ans Ende der wagenlosen Karawane, während Arata und Sora die Spitze bildeten. Nun galt es, einen sicheren Weg durch die riesige Kaverne zu finden ...

@Yamanaka Arata @Haemasu Ai
 

Haemasu Ai

Genin
Beiträge
123
Alter
15 Jahre
Größe
1,39 m
Fraktion
Shiro
Dorf
Shiro
Steckbrief
Link
Sie versuchte zu helfen und das war der Dank dafür? Hatte Arata sie noch alle? Sicher, sie wusste nicht, wie sie mit der Verletzung von Yamato umgehen sollte, aber sie gleich so anzufahren war unnötig. Entsprechend sackten die Mundwinkel der Haemasu nach unten. Sie hatte nur helfen wollen und sicherlich nicht vorgehabt, dass Yamato in diese Lage kam. Außerdem hätte Yamato sich doch gar nicht den Typen in den Weg stellen müssen, das war also auch etwas seine Schuld. Gut, das war eine recht kindische Argumentation, die Ai da gerade gedanklich durchging, denn wenigstens eine Teilschuld musste sie auch treffen, aber sie sah es nicht so. jedenfalls nicht so, dass dieser Anschiss seitens des Yamanaka gerechtfertigt war. Daher drehte sie sich weg und hielt den Blick auf die Umgebung geheftet, während Arata sich um die Heilung ihres Teamkollegen kümmerte. Da konnte Ai wirklich nicht helfen, dann eher die Umgebung beobachten. Könnten ja noch mehr von den Typen hier herumhängen. Nur einmal drehte sie sich erschrocken um, als sie spürte, wie sich Yamato um ihren Schenkel griff, gerade als der Spieß aus dem bauch des jungen Mannes entfernt worden ist, schien der Griff fester zu werden. Ai wollte schreien, unterließ es aber in dieser Situation, Yamato war hier ja das Opfer. Verdammt ist der käftig Die Haemasu war sich sicher, dass sie da unter ihrer Kleidungen einen festen Abdruck der Hände des Tsukigata vorfinden würde. Es zwiebelte noch immer ganz schön, obwohl der junge Mann bereits wieder losgelassen hatte.
Der Anschiss für Ai war übrigens noch nicht vorbei, denn kaum hatte Arata seine Heilung beendet, war Ai wieder an der Reihe. Genervt ließ sie den blonden, jungen Mann reden und wartete nur darauf, dass er sich umdrehte. Es interessierte sie gerade wenig, was der andere Genin zu sagen hatte, sie sah kein Problem darin, dass sie als Kundschafterin vorausgegangen war. Es konnte immer mal passieren, dass die Vorhut entdeckt wurde, niemand war perfekt. Daher nutzte Ai auch jegliche Unze ihrer erwachsenen und reifen Energie und zeigte Arata, als dieser nicht hinschaute, dezent den Mittelfinger. Sie hatte genug von ihm. Sollte er doch sagen, was er wollte. Eingeschnappt folgte sie jedoch ihren beiden Kollegen, doch sie sagte nichts. Die Situation war einfach scheiße und hier raus kommen hatte höchste Priorität und wenn es nur bedeutete, dass sie dann endlich Aratas Visage nicht mehr sehen musste. Daher ließ sie ihn Planen und aufzeichnen, wo seiner Meinung nach weitere dieser Menschenfresser hausten. Wenigstens seine Fähigkeiten zweifelte sie nicht an, da hatte der Yamanaka bereits bewiesen, was er draufhatte. Also ging es zurück zu ihrem Auftraggeber. Sora schaffte es auch relativ schnell die gesamte Karawane dazu zu bringen sich zu organisieren. Mit Arata an der Front, war es an Ai und Yamato die Nachhut zu bilden. Das kam der jungen Haemasu ganz recht, den Blonden musste sie jetzt nicht unbedingt sehen. Ihr Ärger würde verrauchen, aber das brauchte schon etwas mehr Zeit, als ein paar Minuten.
Da Ai und Yamato nicht sonderlichen Einfluss auf die Marschrichtung hatten, sie folgten ja nur der Gruppe, konnten sie sich etwas mehr darauf konzentrieren, was hinter ihnen war. … und eventuell etwas schwatzen. Wenn wir wieder nach Hause kommen, brauch ich echt ein Bad. Den ganzen Sand aus allem rauswaschen, was ich habe. Wie sieht es bei dir aus? Und wie geht es eigentlich deinem Bauch? Noch immer akzeptierte Ai nicht, dass sie ein wenig Schuld daran hatte, dass Yamato so zugerichtet war, aber Sorgen machen um ihren Kollegen konnte sie sich ja dennoch. Wirklich gut im Smalltalk war die junge Kunoichi jedoch nicht, daher legte sich über das Ende der Karawane ein beunruhigendes Schweigen. Falls Yamato das Gespräch fortführen wollte, würde Ai ihn sicherlich nicht daran hindern, sie selbst war jedoch nicht sonderlich geeignet für so etwas. Ihr fielen nach ein paar Sätzen einfach keine Themen mehr ein. Es brachte ja eh nicht viel über nichts zu reden.
Einige Zeit schlängelte sich diese Menschengruppe durch enge Gänge, immer der Anleitung Aratas folgend. Es war nicht viel Platz, aber das war wohl auch besser so, konnte man so niemanden verlieren und auch nicht zu viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Eigentlich war es doch merkwürdig, dass die Flammenexplosionen von vorhin niemanden wirklich auf den Plan gerufen hatten. Doch wirklich drüber nachdenken tat Ai nicht, sie wollte hier nur raus. Ein leises Klacken hinter ihr, ließ sie jedoch kurz aufhorchen. Sie drehte den Kopf um und versuchte in der Dunkelheit etwas zu erkennen. Nichts. Es musste ein Stein sein, der sich gelöst hatte, aber ganz wohl war ihr dabei nicht. Sie wollte gerade Yamato fragen, was er davon hielt, als es erneut klackte. Noch ein Stein? Unwahrscheinlich. Eine Ahnung machte sich in Ais Kopf breit, eine Ahnung, die dafür sorgte, dass sich die Haare auf ihren Armen aufstellten.
Sie waren nicht allein.
Plötzlich ging es ganz schnell, ein Grunzen in der Dunkelheit hinter der Gruppe und mehrere gestalten schossen nach vorne auf Ai und Yamato zu. Sie konnten es nicht auf einen Kampf hinauslaufen lassen und abhauen war keine Option, die Gruppe hinter ihnen würde kaum schneller vorankommen. Die Angreifer mussten aufgehalten werden. Da die Disteln vorhin so gut funktioniert hatten, versuchte Ai es erneut. Sie konzentrierte ihr Chakra in beiden Armen und schleuderte mit einer Bewegung beider Arme unzählige Samen auf den Grund und die Wände zwischen der Karawane und den Angreifern. Nach den kurzen Fingerzeichen der jungen Frau schossen plötzlich wesentlich mehr Disteln aus dem Grund und teilweise den Wänden, die eine Wand aus Dornen und Blättern aufbauten. Dicht genug, dass simples Hindurchgehen nicht mehr möglich war, selbst wenn man die Schmerzen völlig ausblendete. Wir müssen sie zurückhalten.

@Yamanaka Arata @Tsukigata Yamato
 

Yamanaka Arata

Chuunin
Beiträge
241
Alter
16
Größe
170 cm
Fraktion
Shiro
Dorf
Shiro
Steckbrief
Link
Arata fühlte sich eigentlich so überhaupt gar nicht danach, heute Heldentaten irgendeiner Art zu vollbringen. Schon nachdem er den Spieß aus Yamato gezogen hatte hätte er sich an sich am liebsten für den Rest des Tages in seinem Zimmer eingeschlossen - nachdem er sich fünftausendmal bei dem armen Tsukigata entschuldigt hätte, natürlich. Und dass bei Ai natürlich keine Kritik an ihr selbst durchkam machte ihn auch nicht glücklicher, wobei das immerhin vollkommen vorhersehbar gewesen war. Aber auch das half nichts - sie mussten hier raus. Vorwürfe würde er sich dann später machen ... vielleicht. Vielleicht hatten seine Selbstzweifel bis dahin auch endlich mal den Schuss gehört. Sie schlugen den Weg zurück zur wartenden Karawane ein, und Sora nahm es auf sich, den Zug für den Treck durch die Tunnel zu organisieren. Er machte das ziemlich gut, wie Arata fand - und dass er sich dabei wohl fragte, was zur Hölle er gerade eigentlich tat, konnte der Yamanaka sehr gut nachvollziehen. Sie teilten die Vorräte auf, so gut das möglich war, und dann auch das Team. Arata hätte am liebsten kontinuierlich ihre Umgebung überwacht, aber so schön das gewesen wäre - es war nicht umsetzbar. Das hätte auch seine Chakrareserven irgendwann strapaziert, und für den Fall dass sie auf eine wirklich große Gruppe trafen, mochte er das lieber nicht riskieren. Dass er für den Ernstfall noch Reserven hatte, war immerhin einer seiner wenigen Vorzüge auf dieser Mission ... so verließ er sich auf seine Erinnerung über die gegnerischen Positionen, um den Tross durch die unterirdischen Gänge zu geleiten. Und für die erste Zeit lang funktionierte es auch. Die trügerische Ruinenstadt hatte in ihrer lebendigen Zeit sicherlich mehr Bewohner beherbergt als die Kannibalen, die jetzt hier hausten ... ob sie aus den früheren Bewohnern hervorgegangen waren? Jedenfalls gab es mehr als genügend Platz, um den dicht an dicht schreitenden Zug im schützenden Dunkel durch die große Halle und in einen davon abgehenden Gang zu leiten, ohne dass sie weitere unschöne Begegnungen mit den Bewohnern machten. Wer waren sie überhaupt ... hier unten schien es außer unglücklichen Reisenden nichts essbares zu geben. Die kaputten Wägen in der großen Halle gehörten sicher zu früher verlorenen Karawanen, aber - wenn diese Degeneration nicht furchtbar schnell voranschritt, konnten es wohl nicht die Reisenden sein, immerhin gingen die Karawanen erst seit kurzem verloren. Aber vielleicht würden sie diese Frage auch ungelöst lassen müssen? Es ging schließlich nur mehr darum, hier heil herauszukommen ...

Nach Aratas Einschätzung hatten sie bald gut die Hälfte, vielleicht mehr, des Weges vorbei an den Kannibalen geschafft, und der zunehmende Lichtschein, ließ einen größeren Raum am Ende vermuten, wenn der ebenso beleuchtet sein würde wie die Eingangshalle. Bis die ersten Geräusche um sie herum auftauchten, die nicht mehr zum vorsichtigen Schleichgang der Reisenden passten. Die Shinobi waren alarmiert - während Yamato und Ai am Ende der Karawane eine Barrikade einzogen, suchte Arata noch einmal nach ihren Gegnern. Was er fand, war ...
"Das sind mehrere dutzend ... niemand vor uns. Oben muss ein Raum sein. Lauft!!" Rief er, und begann direkt, die Karawane anzutreiben, während er selbst sich an die Wand presste. "Wir bleiben hier und versperren ihnen den Weg!" Fügte er etwas lauter auch für seine Begleiter hinzu. Er würde ohnehin nicht furchtbar schnell sein - und falls ihre Gegner durch Ais vegetabile Barriere brachen, musste er ohnehin bereit sein. Als der letzte Reisende an Arata vorbeigezogen war, tat er das keine Sekunde zu früh - just dann knallte Stein auf Stein, als jemand mit einer kurzen, primitiven Axt durch das Distelgestrüpp zu hacken versuchte. Noch war nur ein Arm von dem Möchtegern-Gärtner zu sehen, aber Arata beäugte die Szene angestrengt. "Wir brauchen hier noch etwas Zeit bis alle oben sind - aber ich will die Wand nicht wegbrennen." Fragend sah er zu den anderen beiden - wenn es nicht anders ging, würde er das tun, aber vielleicht ging es anders.
 
Oben