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Kurobu - Stadt im Norden des Landes

Kushou Joudan

Chuunin
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Der Weg durch Kurobu war... öde. Die Strecke machte ab und an Knicke und Biegungen, doch überall war es mehr oder weniger das gleiche. Joudan lief eine freie Straße entlang, an deren Ränder hinter Absperrungen und Barrikaden jubelndes Publikum stand. Immerhin waren auch ein paar aufmunternde Worte für den blonden Sora-Nin dabei: "Beiß dich durch, du schaffst das!", rief man ihm zu. "Auf geht's, Junge!!", brüllte jemand anderes. Was Joudan ein wenig überraschte war die Tatsache, dass er, trotz seiner begrenzt zügigen Fortbewegungsweise, von seinen direkten Kontrahenten nicht überholt wurde. Vielleicht waren sie ja irgendwie ausgeschieden oder so. So kam er am dritten Hindernis an - oder zumindest bei dem, was davon noch übrig war. Die Steinmauer auf Joudans und Nanamis Bahn war bereits zerstört worden. Im Vorbeigehen (oder eher: Vorbeihumpeln) warf der Blondschopf einen Blick auf die Trümmer. Ein größeres Loch im Boden, wo die Mauer einst stand, deutete darauf hin, dass Nanami die Mauer ein wenig untergraben und dann mit Sprengsiegeln zerstört hatte. "Kluges Mädchen.", dachte Joudan sich. "Hätte sie die Siegel einfach nur an die Mauer geklebt hätte die Wucht wahrscheinlich nicht gereicht. Werden die Siegel darunter vergraben geht nicht annähernd so viel Kraft der Explosion verloren." Nun, unter diesen Umständen war es der Weißhaarigen auch nicht zu verübeln, dass sie am Hindernis nicht auf Joudan gewartet hatte.
Erst an den hohen Holz-Gerüsten traf der junge Herr wieder auf seine Partnerin. Nanami hatte es bereits auf die andere Seite geschafft, nun mussten die beiden Joudan noch hinüberbekommen.
"Hey, Nanami, gute Arbeit mit der Mauer!", rief Joudan ihr zu, als er die Holzstufen erklomm. "Und wir haben scheinbar auch noch einen guten Vorsprung auf das andere Team!" Der Gedankengang, vielleicht tatsächlich in die Finalrunde zu kommen, schien die Hozuki in eine ehrgeizige Stimmung versetzt zu haben. "Kann ich dir irgendwie herüberhelfen?", rief sie ihm zu. "Ich werfe dir ein Seil zu, binde das irgendwo bei dir fest! Und wenn ich springe, dann zieh daran.", antwortete Joudan und warf der Weißhaarigen alsbald auch ein Drahtseil-am-Shuriken zu (natürlich so, dass er Nanami nicht traf, sondern so, dass das Shuriken hinter ihr auf dem Gerüst landete).
Während Nanami Joudans Drahtseil an der Plattform befestigte, schätzte der Blondschopf die Distanz zwischen den Plattformen, die Höhe ebenjener und die Länge des Stabes ab. 4m Höhe, 5m Stablänge, 2x3m Distanz, sich das Ganze mit einem Satz des Pythagoras auszurechnen war so ganz und gar nicht weiter schwer. Joudan nahm den Stab, platzierte untere Ende genau in der Mitte zwischen den beiden Plattformen und siehe da, er reichte genau auf Höhe der Plattform. "Das einfachste Beispiel von A²+B²=C²...", dachte Joudan sich und sammelte, wie schon beim ersten Hindernis, Chakra an seinen Fußsohlen für das Kinobori und stand dann auf das obere Ende des Stabes.
"Los!", rief der Blondschopf Nanami zu. Diese hatte das Drahtseil - für alle Fälle - am Geländer der Holzplattform befestigt und zog Joudan nun, der seine Konzentration darauf verwendete, die Balance zu halten, zu sich. Das Fußende des Stabs verblieb zum Glück an Ort und Stelle und so beschrieb Joudan auf dem Stecken eine recht hübsch anzusehende Viertelkreisbahn und trat an der anderen Seite erstaunlich unbeschwerlich auf die Plattform. Das Hindernis hatte er besser überstanden als gedacht. Gute Sache, denn seine Kondition hätte keine allzu anstrengende Aufgabe mehr vertragen.

Ins Ziel schafften die beiden sich dann zusammen. Sowohl Nanami als auch Joudan waren kräftig außer Puste, doch der Anblick von bisher nur zwei dort wartenden Teilnehmern beflügelte sie auf ihren letzten Schritten und so schaffte das junge Sora-Team es tatsächlich auf den zweiten Platz. Aus Kuros Moderation, der Joudan nur so halbherzig lauschte, konnte er mitbekommen, dass die beiden verbleibenden Teams wohl beide in der Wassermischung steckengeblieben waren. Das andere Shiro-Team war wohl aus Versehen hineingefallen und das Sora-Team hatte den Wasserlauf probiert, doch die Eigenschaften der Flüssigkeit nicht richtig eingeschätzt.
Zwei Medic-Nin standen bereit, um nach Ende der Übertragung noch einen Blick auf das Bein des Blondschopfes zu werfen. Joudans Gedanken kreisten wirr, während er ein wenig winkte und ein äußerst überzeugendes Lächeln aufs Gesicht zwang, da schnitt eine Stimme durch den Trubel.
"Glückwunsch." Ein einziges Wort. Der junge Herr mit dem dunklen Teint hatte Nanami und Joudan angesprochen, ihr morgiger Gegner. "Ebenfalls.", erwiderte Joudan und blickte in die himmelblauen Augen Heis. "Wehe, ihr haltet euch morgen zurück!", fügte er freundlich doch herausfordernd hinzu und reichte seinem Gegenspieler dann in einer recht wortlosen Geste die Hand. Manche Dinge müssen unter Männern nicht ausgesprochen werden und Hei würde es nicht schwerfallen zu erkennen, dass in Joudan dasselbe Feuer wie im Wüstensohn brannte, sich morgen beweisen zu können.


Tag 3 - Finalkampf

Wie Gewitterwolken oder Sturmwellen brach der Applaus über Joudan herein als er zusammen mit Nanami zum zweiten Mal dieses Wochenende die Arena betrat. Wie ein Gladiator fühlte der Genin sich, als sein Name, von Kuro angefacht, hundertfach von den Rängen niederschallte. Hei und Mari warteten bereits in der Arena auf das Team Sora. Ihnen war, im Gegensatz zu Nanami und Joudan, kaum Anspannung anzusehen. Sicher, als klarer Favorit konnte man es etwas gelassener angehen. Lange konnte Joudan die Atmosphäre der Arena nicht unbeschwert genießen, denn Kuro begann schon schnell mit dem Countdown, in den das ganze Stadion einstimmte. Die Tatsache, dass der männliche Shiro-Nin vortrat, und die braunhaarige Dame sich erst einmal im Hintergrund hielt, hätte so manch anderer an seiner Stelle sich sicher veralbert gefühlt. Doch dass der Wüstensohn sich alleine Nanami und Joudan stellen wollte würde nicht nur bedeuten, dass Team Sora vielleicht länger als ein paar Augenblicke im Kampf blieb, sondern auch dass Hei sich nicht ganz so sehr zurückhalten konnte. Als Joudan das erkannte, zog sich ein breites Grinsen über sein Gesicht und voller Inbrunst rief er dem Suna-Nin, über die Stimmen der Tausenden hinweg, zu: "HEI! DU HAST STIL!!" Dann war genug gesagt und es ging los.

Nanami preschte auf Hei zu, während Joudan sich von ihm entfernte. Sie hatten einen groben Schlachtplan ausgemacht, wie weit sie kommen würden stand in den Sternen. Haken schlagend wie ein junges Kaninchen näherte die weißhaarige Schwertkämpferin Hei. Durch die präventiven Ausweichbewegungen würde es dem Ninjutsuka hoffentlich schwerer fallen, einfache Geschoße auf Nanami loszufeuern. Mit beiden Händen fest am Griff Kiriseis, ihres Katanas, führte sie schließlich einen Hieb gegen Heis rechte Flanke aus und brachte sich in eine Reichweite, in der sie den Sunanin zwar mit ihrem Schwert angreifen konnte doch noch außer Griffreichweite war.
Joudan hatte sich stattdessen mit dem Kinobori an der Arenawand festgeklebt. Er hatte noch nie mit einen Sand-Nutzer wie Hei zu tun gehabt, doch schätzte er die Anwendung grundsätzlich ähnlich wie Doton ein. Und gegen einen Doton-Nutzer war es immer gut, sich nicht direkt auf dem Boden zu befinden. Während Nanami sich auf Heis rechte Flanke konzentrierte hatte Joudan sich auf der anderen Seite positioniert. Der Blondschopf war zu dem Schluss gekommen, dass er hier wahrscheinlich nicht siegreich aus der Arena treten würde. Das hatte er Nanami so nicht gesagt, doch war sein Ziel etwas anderes. Er wollte sehen, wie viel er ausrichten konnte, deshalb würde er mit seinem stärksten Angriff, einer Kombination, eröffnen. Mit der Rechten griff er in die Umhängetasche und zog drei Kunai hervor, die er in Heis Richtung schleuderte, nur um danach ein, zwei schnelle Fingerzeichen zu formen.
"SHURIKEN KAGE BUNSHIN NO JUTSU!", rief er laut, doch das war eine Finte. Zwar multiplizierten die drei Kunai sich zu über dreißig Stück, doch waren dies keine echten Shuriken Kage Bunshin, sondern nur mit dem Gen'ei Shuriken erschaffene Trugbilder. Dieses "Ablenkungsmanöver bedeutete für Nanami, sich zurückzuziehen, das hatten sie ausgemacht. In einem großen Satz sprang sie zurück, noch bevor die Kunai und ihre Trugbilder Hei erreichten.
Joudan konnte dem Verlauf der Attacke nicht wirklich folgen, denn seine Kombination war noch nicht fertig. Während er an der Arenawand entlangrannte um einen etwas anderen Winkel zu bekommen verschwand seine Hand erneut in der Ledertasche und kaum einen Augenblick später flog ein Fuuma Shuriken in Heis Richtung. Nun, nicht ganz, eigentlich waren es zwei der großen Wurfwaffen, die da auf den Suna-Nin zuschossen, doch dank Joudans Kage Shuriken no Jutsus erspähte Hei das zweite vielleicht ein wenig zu spät. Doch ein letztes Kettenglied hatte Joudans Kombinationsangriff noch: Um einen Arm des Fuuma Shurikens hatte der Blondschopf sein letztes Explosionssiegel gewickelt. Das war sein letzter Trumpf, danach war Joudan, dem am dritten Tag des Wettkampfes die Ressourcen zu Ende gingen, praktisch nutzlos. Er ließ das Kinobori fallen und landete erschöpft auf dem Arenaboden.

Währenddessen hatte Nanami sich aus der direkten Nahkampf-Reichweite Heis zurückgezogen. Geduldig ließ sie Joudans Projektil-Trommelfeuer über Hei ergehen und hielt das Schwert in einer offensiven Form, weit über den Kopf erhoben. Sobald sich nach der Explosion Rauch, Sand und Staub gelegt hatten, war es an ihr, den Kampf zu Ende zu bringen.


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Verwendete Techniken:

Gen'ei Shuriken no Jutsu (Technik des Phantom-Shurikens)

Element: keines
Typ: Ninjutsu
Rang: D
Chakrakosten: E pro Shuriken Bunshin
Reichweite: Wurfweite

Voraussetzung: Chakrakontrolle 2, Geschick 2

Beschreibung: Noch während ein Shuriken in der Luft ist werden mit diesem Jutsu einfache Doppelgänger, ähnlich wie dem des Bunshin no Jutsus, des Wurfgeschosses erschaffen. Diese Phantom-Shuriken richten keinen Schaden an, können den Gegner aber verwirren, einschüchtern und - vor allem - verschleiern, welches Shuriken das richtige ist. Selbstverständlich lässt sich diese Technik nicht nur auf Shuriken sondern auf alle geworfenen Waffen verwenden.

Chakrakontrolle Stufe 4: Nun ist es möglich, das Jutsu deutlich kosteneffektiver zu verwenden. Die Anzahl der Shurikendoppelgänger verzehnfacht sicht, die Chakrakosten steigen jedoch nur auf D pro 10 Shuriken.
Kage Shuriken no Jutsu (Jutsu des Schattenshuriken)

Element: Keines
Typ: Ninjutsu
Rang: D
Chakrakosten: E
Reichweite: Wurfweite

Voraussetzung: Geschick Stufe 3

Beschreibung:Bei dieser Technik wirft der Anwender zwei große Shuriken, oder auch Fuuma-Shuriken, direkt hintereinander auf den Gegner, wobei er den zweiten Shuriken so wirft, dass er sich im Schatten des ersten befindet. Dadurch ist das Ausweichen wesentlich schwieriger, da sich der Gegner meist nur auf das erste Shuriken konzentriert. Selbst ein geschultes Auge kann in einer hitzigen Situation den zweiten Shuriken übersehen. Mit normalen Shuriken ist diese Technik nicht möglich, da ihre Flugbahn aufgrund ihres geringen Gewichtes zu sehr beeinflusst wird.
Jibaku Fuda: Kassei (Explosionssiegel aktivieren)

Element:
keines
Typ: Ninjutsu
Rang: E
Chakrakosten: E
Reichweite: 10 Meter steigend

Voraussetzungen: Keine

Beschreibung: Der Shinobi konzentriert sein Chakra um den Mechanismus einer entfernten Bombe zu aktivieren. Desto höher die Chakrakontrolle ist, desto weiter kann man sich entfernen, ehe man die Siegel hochjagt.
 
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Hyuuga Mari

Chuunin
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Der Tag des Finales – der Höhepunkt des gesamten Wettbewerbs. Der Höhepunkt der letzten drei Tage… oder vielleicht sogar von noch viel mehr als nur das? Mari blickte zur Uhr, gleich war es soweit. Zusammen mit Hei wartete sie außerhalb der Arena, bereit, jeden Moment vor das Publikum zu treten. Die trommelnde Musik aus dem Inneren der Arena drang nach außen, peitschte Teilnehmer und Zuschauer zunehmend auf. Mari selbst hatte sich noch keinen genauen Plan für den heutigen Kampf zurechtgelegt, von brachialer Gewalt bis hin zu effizienter Zielgenauigkeit war noch alles möglich. Doch vermutlich würde es wie folgt aussehen: Sie stürmte vor, hielt die Gegner an der Front in Schach, während Hei aus dem Hintergrund angriff. Eine Formation, die sich bereits mehrfach in der Vergangenheit bewiesen hatte. Die Hyuuga und der Tatsumaki ergänzten sich mit ihren Stilen perfekt und konnten mittlerweile auch ohne Worte die Aktionen des jeweils anderen einschätzen und das Wissen in das eigene Handeln einfließen lassen. Bisher ging Mari noch davon aus, dass sie auch heute in dieser gewohnten Strategie bleiben würden. Als sie schließlich in das Innere der Arena gerufen wurden, warf sie ihrem Freund ein überzeugtes Lächeln zu und schritt dann vor – wie immer. Sie voran, Hei hinterher.

Mari legte den Kopf in den Nacken, direkt nachdem sie die Arena betreten hatten. Unzählige Menschen hatten sich hier versammelt, alle sahen sie hinab, applaudierten, schrien, trommelten und das nur wegen des bevorstehenden Kampfes. Alles nur wegen Hei, Mari, Joudan und Nanami. Die Blicke und Kameras waren auf sie gerichtet, der letzte Akt eines Turniers, das offensichtlich eine große und lautstarke Fangemeinde besaß. Die Hyuuga blieb stehen, sah zuerst erwartungsvoll zur gegenüberliegenden Seite der Arena – darauf wartend, dass Joudan und Nanami auftauchten. Doch stattdessen war es Hei, der sich von hinten weiter annäherte, schließlich an der 19-Jährigen vorbeischritt und mit den hellblauen Augen den Blick der jungen Frau suchte. Der Mund der Kunoichi öffnete sich einen Spalt breit vor Verwunderung, immerhin war Mari von einer ganz anderen Sache ausgegangen. Doch dann, wenige Augenblicke nachdem Hei geendet hatte, schloss sich der Mund und formte sich zu einem munteren Schmunzeln. Sie schloss die Augen für einen Moment, nickte langsam und trat dann symbolisch einen Schritt zurück. Die Bühne gehörte ihm. „In Ordnung. Heute bilde ich die Nachhut.“ Die letzten Worte, die beide Shiro-Nin austauschen konnten, bevor der donnernde Countdown durch Kuro begann. Das Publikum stimmte ein, wurde lauter, noch lauter… und schließlich wurde der heiß ersehnte Kampf mit einem Schrei der Massen freigegeben. Mari zog sich noch ein Stück zurück, immerhin wollte sie Hei bei seinen Techniken nicht in die Quere kommen. Anstatt in Kampfhaltung zu gehen, verschränkte die Hyuuga die Arme vor der Brust und beobachtete, wie Nanami auf Hei zustürmte und Joudan sich auf die Arenamauer zurückzog. Sie vertraute ihrem Teamkollegen… und ihrem Freund. Hei würde das alleine hinbekommen.
 

Tatsumaki Hei

Chuunin
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Er war dankbar für die Unterstützung von Mari. Das würde er ihr auch sagen, allerdings... nicht jetzt. Später. Kaum, dass die Erde unter dem Tatsumaki zu beben begann und sich in Richtung von dem jungen Mann bewegte, alles im Boden zu Sand zermalmend, wusste er, dass er diese Technik nicht lange aufrecht erhalten können würde. Die Gegner hatten keine Angst und waren von seinem Auftritt nicht eingeschüchtert, sondern gar noch ein wenig motivierter. Gut so. Der Tatsumaki lächelte schmal, aber selbst die Geschwindigkeit seiner Gegner konnte ihn nicht mehr schrecken. Früher, ja. Früher wäre er hier untergegangen, aber ganz so lahm war er nicht mehr. Und vor allen Dingen nicht überrascht. Nanami, die offenbar noch nie wirklich auf Sand gekämpft hatte, brauchte länger zu ihm als sie wohl gehofft hatte und so hatte Hei genug Zeit, zwei weitere Fingerzeichen zu formen. "Suna no Yoroi", ertönte seine Stimme, aber sie war nicht einmal laut genug um den johlenden Kuro oder die Zuschauer zu übertönen. Anstatt, dass sich die Rüstung an ihm formierte, ließ er sie direkt im losgelösten Zustand und hielt damit die Klinge seiner Gegnerin ohne Probleme an seinem Körper auf, allerdings hörte der Mahlstrom in diesem Moment auf, sich zu drehen. Egal. War genug Sand, den er zur Verfügung hatte. Joudan, der Blondschopf, hatte genug Feuer, dass Hei gleich wissen würde, wie gut seine Verteidigung gegen 'normale' Angriffe wirklich war. Der Sand bewegte sich schnell, sehr schnell - wohl so schnell, dass Joudan und Nanami gar nicht richtig folgen konnten. Mit einer Handbewegung drückte er die Schwertkämpferin weg und ließ den Sand dann zur anderen Seite die Shuriken abwehren. Dass es keine echten Kagebunshin-Shuriken war, bekam er nicht einmal mit - der Sand formte sich zu einer halben Schale in die Richtung des Kushou, während Nanami zurücksprang. Das musste abgesprochen gewesen sein. Heis helle Augen taxierten kurz das Mädchen, dann fegte er die paar Shuriken an seinem Sandschild mit einer Bewegung beiseite und sah direkt noch eine Waffe auf ihn zufliegen. Hm. Auch das sollte kein Problem sein... Hei blockte das erste Shuriken mit seinem Sand, hörte und spürte dann aber einen zweiten Aufschlag. Moment, was? "Kage Shuriken?", murmelte er verwundert, dann... explodierte das Siegel und riss seinen Sand auseinander. Staub wirbelte auf, und einen Moment lang konnte man nichts sehen außer Sand und Staub, der den Wüstensohn verdeckte.

"Respekt", ertönte die Stimme des Tatsumakis aus dem Dunst, der sich langsam legte. Seine Sandrüstung hatte er aufgelöst, und der Staub legte sich. Sein Blick huschte zu Joudan, der sein Pulver wohl verschossen hatte. "Für die Ressourcen war das ein außergewöhnlicher Angriff." Natürlich lange nicht genug, um seine Sandrüstung einfach komplett in Stücke zu legen, aber kurz erschreckt hatte sich der Tatsumaki tatsächlich ziemlich. Das Jutsu war allerdings eines von Heis flexibelsten und stärksten Verteidigungsjutsus, wenngleich er... nicht mehr genau da stand, wo er vorher gestanden hatte. Die Druckwelle der Explosion hatte ihn wohl ein paar Schritte zurückgedrängt. Wieder das Siegel. Der Wüstensohn sah zu Nanami, die angriffsbereit aussah, und zu Joudan, der absolut fertig aussah. Die Erkenntnis, dass das hier beide noch recht frische Shinobi waren, traf Hei in diesem Moment härter als erwartet. Bisher hatte er ihre Fähigkeiten nur sehr eingeschränkt beurteilen können, aber so... war es sehr deutlich. Eine Kenjutsuka deren Geschwindigkeit selbst ihm nicht schnell vorkam und ein... ja... Techniker, der sein Pulver verschossen hatte. Er sah eine Menge Potential, aber noch keine wirkliche Herausforderung. Und das stimmte ihn beinahe traurig. Er hatte gehofft gehabt, sich und seine Fähigkeiten ausreizen zu können, aber das würde wohl heute nicht der Tag sein. Hei schien innezuhalten und als Nanami angriff, sprang er schnell einige Schritte zurück, formte ein paar Fingerzeichen, atmete tief ein. "Katon: Gokakyuu!", rief er und aus seinem Mund brach ein gewaltiger Feuerball hervor, blau glühend, groß genug, dass Nanami ihm zur Seite ausweichen musste, heiß genug, dass sie ihn immer noch spürte, langsam genug, dass sie auch eine Chance hatte. Die blauen Augen von Hei huschten zwischen seinen Gegnern hin und her, dann führte er seine Hände wieder zusammen, pumpte mehr Chakra durch seine Adern. Es tat was er wollte, fügte sich willig seinen Befehlen, schien fast begierig, sich ihm zu beugen. "Sabaku Kyū", grummelte er und Sand brach hinter ihm hervor, direkt auf Nanami zu - viel zu schnell, als das sie hätte reagieren können. Der Sand packte sie und schloss sie innerhalb von Sekunden mühelos ein, bis nur noch der Kopf herausschaute. Hei ging mit seiner so Gefangenen in Richtung Joudan, während der Sandsarg neben ihm herschwebte und folgte. Die eine Hand hatte er erhoben, und es war offensichtlich, dass der Sand dieser Hand folgte. Schließlich ließ er Nanami neben Joudan fallen, und bevor sie etwas anderes tun konnten, formte er noch ein Fingerzeichen, stieß fast sanft die Worte für das nächste Jutsu aus. "Suna no Dai-Henkei!" Mit einem Mal befanden sich die drei Ninja unter einer Sandkuppel. Gewaltig groß, aber eben so, dass der Lärm und die Kameras für den Moment nicht hierhin vordrangen. "Ihr habt Mut im Herzen und Feuer in den Augen", stellte Hei fest. "Aber im Moment..." Er sprach es nicht aus, aber jeder wusste, was er meinte. Die beiden kamen nicht gegen ihn an, selbst, wenn sie alles gaben was sie hatten. "Ich würde mich freuen, euch wiederzusehen, wenn ihr in eurer Blüte steht. Und dann kämpfen wir auf Augenhöhe." Seine Lippen verzogen sich zu einem leichten Lächeln, und seinen Augen konnte man im Dämmerlicht der Sandkuppel Schalk ansehen. "Allerdings wollen wir sicher alle unsere Mission vernünftig zuende bringen. Und die Mission ist es wohl, den Leuten da draußen eine Show zu bieten. Und ich glaube, das können wir ganz gut, wenn wir ein wenig zusammenarbeiten. Mein Name ist Tatsumaki Hei. Ich hoffe, wir sehen uns einmal unter anderen Umständen wieder." Er neigte leicht den Kopf. Dann ging er rückwärts auf seine Kuppel zu, wartete einen Moment... und löste das Jutsu auf, während sich der Sand wieder hinter ihm formierte. "Also. Lasst es uns zuende bringen!"

Suna no Yoroi (Sandpanzer)

Element: Keines
Typ: Ninjutsu
Rang: C
Chakrakosten: C pro 30 Sekunden
Reichweite: 0-1m

Voraussetzungen: Chakrakontrolle Stufe 4, Chakramenge Stufe 3, Sand

Beschreibung: Der Benutzer schützt sich durch eine massive Sandschicht, die ihn wie eine zweite Haut umhüllt und einen ganz hervorragenden Schutz gegen die meisten Angriffe bietet. Abgefedert werden Schläge bis ungefähr Kraft 6 und Ninjutsus bis zum C-Rang. Leider verbraucht der Panzer sehr viel Chakra. Der Anwender kann die Sandschicht auch ablösen und damit Angriffe auf kurze Distanz abblocken. Der Sand bewegt sich dann mit einer Geschwindigkeit in Höhe seiner Chakrakontrolle minus eins. Wasser bzw. entsprechende Wasserkünste können unter Umständen zum Abwaschen der Sandrüstung führen.

Katon: Gokakyuu (Großer Feuerball)

Element: Feuer
Typ: Ninjutsu
Rang: C
Chakrakosten: C-B
Reichweite: 50 Meter (100 Meter)

Voraussetzung: Chakrakontrolle Stufe 4, Chakramenge Stufe 3

Beschreibung: Dieses Jutsu ist auf dem gleichen Prinzip aufgebaut wie Katon: Boya Dangan. Auch hier sammelt der Anwender zuerst Chakra in der Lunge, jedoch muss er eine perfekte Atemtechnik beherrschen, um der austretenden Flamme mehr Sauerstoff hinzuzufügen. Dadurch entsteht ein Feuerball von einem Meter Durchmesser, der über recht lange Strecken stabil bleibt und so extreme Temperaturen erreicht, dass das Feuer blau-violett wird. Direkter Kontakt mit diesem Feuerball führt zu drittgradigen Verbrennungen - die Hitze ist so intensiv dass man nicht mal Zeit hat richtig Schmerzen zu haben ehe die Nerven verbrannt sind. Mit Chakrakontrolle 5 kann der Feuerball über längere Strecken (100 Meter) zusammengehalten werden. Die Fluggeschwindigkeit beträgt weiterhin etwa sechzig Stundenkilometer - die Jutsu ist eher als Artilleriewaffe denn für den offenen Kampf mit Ninja konzipiert.
Chakrakontrolle Stufe 6: Für hohe Chakrakosten (Chakrakosten B) kann ein Feuerball mit so viel Energie und Sauerstoff versehen werden, dass die Flamme zu einem schwach bläulich leuchtenden Flimmern wird - im Gegenzug nimmt allerdings die Geräuschentwicklung des Feuerballs zu einem lauten Dröhnen zu, sodass man sein Kommen auch im Dunkeln noch ganz gut bemerkt. Dieser Feuerball lässt sich von einem menschengroßen Hindernis fast gar nicht mehr aufhalten, sondern verkohlt die äußere Schicht und saust ungebremst weiter, bis er eine Wand oder den Boden trifft.

Sabaku Kyū (Wüstensarg)

Element: Keines
Typ: Ninjutsu
Rang: B
Chakrakosten: B
Reichweite: 10m

Voraussetzungen: Chakrakontrolle Stufe 5, Chakramenge Stufe 4, Sand

Beschreibung: Dieses Jutsu verwendet Sand, welches den Gegner schnappt und komplett einhüllt. Es wird primär dazu benutzt um den Gegner bewegungsunfähig zu machen. Dieses Jutsu kann jedoch auch seine tödlichen Folgen haben, indem es das Opfer erstickt oder durch das Sabaku Sōsō zerquetscht. Es kostet auf Grund der großen Kraft, die der Sand auf das Opfer auswirken muss sehr viel Chakra. Die Geschwindigkeit des Sandsargs entspricht der Chakrakontrolle des Anwenders minus zwei. Falls ein Wüstensarg mit einem gleichrangigen Wasserjutsu bearbeitet wird, neigt er dazu, sich aufzulösen. Auch sonst ist die Zugabe von Wasser der Kunst eher abträglich. Ein Opfer kann sich befreien, sofern es eine höhere oder zumindest vergleichbare Stärke mit dem Chakrakontrollewert des Anwenders besitzt. Mit viel Wasser, Mühe und Einsatz kann der Sarg unter günstigen Bedingungen peut-á-peut abgetragen, wenn nicht sogar weggewaschen werden.

Suna no Dai-Henkei (Große Sandverformung)

Element: Keines
Typ: Ninjutsu
Rang: C
Chakrakosten: D-A
Reichweite: 15 Meter

Voraussetzung: Chakrakontrolle Stufe 4, Chakramenge Stufe 2, Sand

Beschreibung: Ein Jutsu, welches für den Kampf sicherlich ungeeignet ist, dafür aber von kreativen Shinobi sicherlich hier und da eingesetzt werden kann: Das klassische Sandburgenbauen im Shinobi-Stil. Eine bestimmte Menge Sand wird für diese Kunst angesteuert und mithilfe von Chakra in die gewünschte Form gebracht. Dabei ist alles möglich: eine Figur, eine gewaltige Sandburg, ein Sand-Iglu oder sonst ein Kunstwerk. Allerdings muss der Shinobi das Objekt schon einmal gesehen haben oder muss es komplett aus der eigenen Fantasie formen, was dann allerdings meistens nicht so akkurat wird, als wenn man ein deutliches Bild im Kopf hat. Die benötigte Chakramenge variiert von der Menge des verwendeten Sandes an, da ihm aber keine besonderen Eigenschaften gegeben werden; außer ein gewisser Härtegrad, so dass das Gebilde nicht auseinanderfällt, benötigt diese Kunst nicht viel Chakra. Allerdings reicht schon ein kleines bisschen Wasser, um es wegzuspülen...
 

Kushou Joudan

Chuunin
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"Team Sora geht in die Offensive! Aber was macht denn Mari? Sammelt sie sich etwa für etwas GROSSES? ETWAS SPEKTAKULÄRES?!?!?!", brüllte Kuro und seine Worte drückten schwer auf Joudan hinab. Er konnte den letzten Augenblicken des Kampfes nur im Zuschauer-Modus folgen. Gerne wäre er eingeschritten oder hätte Nanami geholfen - arme Nanami - doch er konnte nicht. Er hatte kein Ass mehr im Ärmel und mit den paar einfachen Kunai, die seine Tasche noch zu bieten hatte, würde er nichts mehr ausrichten können. Sein Explosionssiegel hatte zwar eine gewisse Wirkung gegen Heis Verteidigung gezeigt, doch es war das letzte gewesen, das Joudan dabei hatte. "Hei schlägt sich FANTASTISCH gegen ZWEI TRAINIERTE NINJA!!" Mit rasenden Gedanken wägte der Blondschopf Option um Option ab, während Nanami gerade von einem großen Feuerball in die Defensive gedrängt wurde. "WOAH, HEISS!!!" Kaum zwei Augenblicke später hatte Hei sie in einem Haufen Sand begraben und in die Luft gehoben. Langsam, siegessicher lief er auf den Blondschopf zu, während Nanami erfolglos gegen den Sandsarg ankämpfte. "Oh nein, ob Nanami sich davon befreien kann? Und was ist mit Joudan?! " Joudan wollte sich lieber nicht vorstellen, was ihr Kontrahent alles mit Nanami in diesem Zustand anstellen konnte. Resignierend hob der Genin die Arme, doch noch bevor er ein Wort sprechen konnte, wurden Nanami, er UND Hei von einer gigantischen Sandkuppel umgeben. Zappenduster war es darin und Joudan fürchtete einen kurzen Moment, ihr Gegner würde sie hierdrin nun derart zurichten, dass er es vor den Kameras verstecken wollte. Jugendfreigabe und so. Aber weit gefehlt, dem Wüstensohn stand es anscheinend viel eher nach einem kleinen Plausch. In die Kuppel drangen die Geräusche von draußen nur seltsam gedämpft ein. Das Raunen und Jubeln der Zuschauer war zu einem Murmeln abgeschwollen, nur Kuros Lautsprecherverstärkte Stimme war auch hier irgendwie noch deutlich zu hören. "Wir versuchen, an ein Bild zu kommen, Damen und Herren!!"
"Ihr habt Mut im Herzen und Feuer in den Augen. Aber im Moment..."
Hei sprach aus, was Joudan und auch Nanami schon von Anfang des Wettbewerbs klar war: Nanami und Joudan konnten mit diesen beiden Shiro-Nin nicht mithalten. Einer von beiden hatte gereicht, um Nanamis und Joudans Angriffe ganz mühelos abzuwehren. Wäre das braunhaarige Mädchen miteingeschritten, so wäre dieser Kampf wahrscheinlich in den ersten Sekunden schon vorbei gewesen. "Im Moment können wir euch nicht das Wasser reichen.", gestand Joudan. Zum Glück konnte man hier in der Schwärze nicht sehen, wie der Genin errötete. "Ich würde mich freuen, euch wiederzusehen, wenn ihr in eurer Blüte steht. Und dann kämpfen wir auf Augenhöhe." Ein gnädiger Vorschlag. Dieser Hei war echt in Ordnung. Anstatt darauf herumzureiten, dass er und seine Partnerin diesen Kampf spielerisch gewinnen konnten, ließ er seinen Gegnern ein paar inspirierende Worte zukommen. Diese Geste war aus Respekt geboren, und das rechnete Joudan seinem Kontrahenten hoch an. "Allerdings wollen wir sicher alle unsere Mission vernünftig zuende bringen. Und die Mission ist es wohl, den Leuten da draußen eine Show zu bieten. Und ich glaube, das können wir ganz gut, wenn wir ein wenig zusammenarbeiten. Mein Name ist Tatsumaki Hei. Ich hoffe, wir sehen uns einmal unter anderen Umständen wieder." "Kushou Joudan aus Amegakure. Sehr erfreut! Und auf Angebot werde ich zurückkommen.", antwortete Joudan und auch Nanami stellte sich namentlich vor. Alles noch immer unter der Sandkuppel. "Also. Lasst es uns zuende bringen!", sprach Hei und ließ im gleichen Zug die Sandkuppel fallen.

"WIR SIND WIEDER DA!!!" brüllte Kuro ins Mikrofon und augenblicklich schwellte die Reaktion der Zuschauer wieder an. Hei trat ein paar Schritt von Nanami und Joudan zuürck. "Team Sora scheint sich ENDLICH aus Heis Angriff befreit zu haben!! Halt, was ist das? Was... Ich GLAUBE ES NICHT, TEAM SORA GIBT AUF!!" Und tatsächlich hatten Nanami und Joudan, nachdem Hei seine Sandkuppel aufgelößt hatte, sich mit einem Blick zu verstehen gegeben, dass dieser Kampf für sie vorüber war. Heis Angebot, noch ein wenig eine "Show" abzuliefern, hatten beide aus dem selben Grund abgelegt. Sie waren nicht hier um sich vor den Zuschauern zum Affen zu machen sondern um ihr Bestes zu geben. Das hatten sie getan und sie hatten schmerzlich erfahren, dass es bei Weitem nicht genug war. Den Kampf nun fortzuführen würde keine Bedeutung mehr haben. So fühlte Joudan sich zumindest. Deshalb hatte er sich mit erhobenen Händen aufgerichtet während Nanami vielsagend ihr Katana Kirisei wieder in seiner lackierten Schwertscheide hatte verschwinden lassen. "DAMIT STEHT ES FEST, MARI UND HEI HABEN DEN WETTSTREIT GEWONNEN!! LASST DIE BEIDEN WISSEN WIE KRASS IHR DAS FINDET!!!!" Joudan hatte zwar nicht geglaubt dass die Zuschauer noch einen Gang nach oben schalten konnten, was das Jubeln, Klatschen, Stampfen und Schreien anging, doch die Menschen Kurobus belehrten ihn eines besseren. Während sich alle Aufmerksamkeit sich nun auf Hei und Mari richtete trat Joudan an seine Teamkameradin heran. "Zweiter Platz ist doch gar nicht schlecht, oder? Ich bin ehrlich, damit hätte ich nicht gerechnet.." Nanami war die Entscheidung, aufzugeben, nicht ganz so leicht gefallen wie Joudan, das konnte er der Weißhaarigen ansehen. Grinsend verneigte sich Joudan tief vor seiner Teamkameradin. "Danke, dass du mich so weit gebracht hast. Wir können stolz auf uns sein!", dann wandte er sich Hei und Mari zu, die in der Mitte der Arena standen. Auch ihnen gegenüber verneigte Joudan sich, wollte den beiden aber ihren Moment im Rampenlicht nicht stehlen und blieb deshalb am Rande der Arena stehen. Nein, besser noch, er setzte sich wieder. Jetzt, da der Wettkampf vorbei war und Adrenalin und Willenskraft keinen Grund mehr hatten, Joudan voranzutreiben, merkte der Blondschopf deutlicher als nach seiner langen Reise mit Kenta und Tamaki die Erschöpfung in seinen Gliedern. Mit einem Grinsen auf dem Gesicht lehte er sich an die Holzwand und klopfte sich Sand aus den Haaren. "Jetzt ein Bad..."
 

Hyuuga Mari

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Ein kleines, kaum merkbares Schmunzeln. Es kam nicht oft vor, dass Mari ihren Teamkollegen so kämpfen sah. Seine Techniken waren im Ganzen eben doch zu groß, zu zerstörerisch, als dass man sie auf ungesichertem Gelände oder bei einem freundschaftlichem Gerangel ohne Weiteres nutzen konnte. Hier, in der Arena, hatte der Tatsumaki die Möglichkeit, mehr aus sich herauszukommen als sonst. Und doch konnte der Schwarzhaarige auch hier nicht all seine Chakrareserven nutzen, konnte sich nicht verausgaben – denn die Gegner waren noch nicht so weit, als dass sie mit Hei hätten mithalten können. Mari glaubte nicht, dass ihre Gegner zu schwach für diesen Wettbewerb waren – sie ging viel eher davon aus, dass sie und ihr Teamkollege hier nicht hingehörten. Beide hatten sie sich ein Jahr gänzlich aus ihrer Ninja-Karriere zurückgezogen, waren abrupt und ohne Vorbereitung in diesen Wettbewerb geschickt worden. Doch wie die Hyuuga in den letzten drei Tagen festgestellt hatte, konnten Hei und sie noch immer kämpfen. Das, was man einst erlernt hatte, konnte einem wohl doch nicht so schnell abhandenkommen, Pause hin oder her. Die 19-Jährige legte den Kopf in den Nacken, betrachtete die gigantische Sandkuppel, die sich über der Arena formierte. Die Geräuschkulisse ebbte ab, es wurde dunkel – beeindruckend. Mari stand zu weit entfernt, als dass sie sich dem Gespräch zwischen Hei, Joudan und Nanami hätte anschließen können. Und doch konnte sie sich allzu gut vorstellen, was ihr Freund sagte. Naja… und die Fähigkeit des Lippenlesens kam der jungen Frau hier natürlich auch zugute.

Der Sand zog sich zurück, ließ das Tageslicht zurück auf den Arenaboden fallen. Tatsächlich musste Mari blinzeln, um sich an die erneut veränderten Lichtverhältnisse zu gewöhnen. Sie spürte das noch immer wild zuckende Chakra um den Tatsumaki, betrachtete den Sand, der sich hinter ihm aufbäumte. Doch der Kampf setzte sich nicht fort, denn die Hand des blonden Sora-Nin hob sich in die Höhe. Auch das weißhaarige Mädchen an seiner Seite steckte das Katana zurück in die Schwertscheide. Die Hyuuga war vielleicht nicht die feinfühligste Person, doch sie konnte verstehen, weshalb diese Entscheidung des Sora-Teams getroffen worden war. Dieser Kampf musste nicht mehr fortgesetzt werden – es wäre eine Farce gewesen. Das Publikum tobte, als Kuro die Siegernamen ins Mikrofon brüllte und Mari löste die Verschränkung ihrer Arme und schritt auf Hei zu.

„Glückwunsch.“ Nachdem sie sich von hinten genähert hatte, legte die die Hand auf seine Schulter und lächelte den Tatsumaki an. Die Stimme der jungen Frau hatte Probleme, den gewaltigen Lärm der Zuschauerinnen und Zuschauer zu übertönen. „Wenn ich dich jetzt so sehen… wird es mir erst wirklich bewusst. Unsere ersten Aufträge sind wirklich lange her, oder?“ Für einen Moment schwelgte Mari in Erinnerungen, sah sich selbst zu Beginn ihrer Karriere vor dem Inneren Auge. Damals, mit vierzehn Jahren - sie erinnerte sich daran, wie genervt sie davon gewesen war, als sie auf eine Schafherde hatte aufpassen müssen und eines der Schafe ihren Pullover ruiniert hatte. Oder wie sie den 15-jährigen Hei im Bad hatte ertränken wollen, nachdem er sie nackt gesehen hatte. Bei der Erinnerung musste Mari unweigerlich schmunzeln. Und dann, plötzlich, kam sie zurück in die Gegenwart. Hörte den Applaus, Kuros aufgeregten Schreie ins Mikrofon und sah den 20-jährigen Hei, der direkt neben ihr stand. Und das erste Mal kam ihr eine Floskel in den Sinn, die sie niemals gedacht hätte, selbst auszusprechen. „Ich glaube, wir werden alt.“ Dann sah sie an dem Tatsumaki vorbei, zu Joudan und seiner Kameradin am Rande der Arena. Der Blonde verneigte sich und ganz gleich, dass Mari im Finale nicht wirklich gekämpft hatte, so verneigte auch sie sich leicht. Die Geste gehörte dazu, immerhin hatten sie nun drei Tage lang im gleichen Boot gesessen und waren bis ins Finale gekommen.

„Wenn DAS nicht mal ein GRANDIOSER Wettbewerb war!“ Kuro lachte ins Mikrofon, peitschte die Meute weiter auf. „Als wären Drähte, Kunai und Shuriken nicht schon genug... wir hatten eine Verdreifachung einer einzelnen Kämpferin, hatten Explosionen, Schwertkämpfe, Fallen, Feuerkugeln, gigantische Sandkuppeln… ach, ICH KANN ES SCHON GAR NICHT MEHR ALLES AUFZÄHLEN!“ Der Moderator krächzte. „Meine Damen, meine Herren. Ich hoffe, Sie hatten einen genauso großen Spaß an diesem Wettbewerb wie ich. Es war mir eine Ehre, drei Tage, die ich für immer im Herzen und in guter Erinnerung behalten werde!“ Er strich sich durch die Haare, beobachtete, wie zwei Mitarbeiter in die Arena traten und zuerst Silbermedaillen an Joudan und Nanami verteilten, um danach in die Mitte der Arena zu treten und die Goldmedaillen für die Erstplatzierung an die Genin aus Shiro zu übergeben. „Gebt ihnen einen letzten Applaus. Unsere Zweitplatzierten: Joudan und Nanami! Und natürlich für die Sieger… Hei und Mari!“ Das Publikum kam der Bitte nach, doch man merkte bereits, dass die Stuhlreihen sich leerten und die Menschen allmählich in Richtung der Ausgänge strömten. „NATÜRLICH werden wir auch nächstes Jahr wieder für Sie da sein. GLEICHE Zeit, GLEICHER Ort. Ich freue mich schon darauf!“ Und damit fiel der Vorhang. Die Sora-Nin wurden von einer Mitarbeiterin durch einen Ausgang aus der Arena herausgeführt, gleiches geschah mit Hei und Mari. Die Braunhaarige war froh, dass der Wettbewerb nun endlich ein Ende gefunden hatte. Doch trotz aller Erhabenheit, die Mari so gern vorführte, ertappte sie sich doch mehrfach dabei, stolz auf die goldglänzende Medaille um ihren Hals herabzublicken.

Am nächsten Tag traten Hei und Mari den Heimweg an. Und während sie durch Kurobu gingen, wurden sie mehrfach angesprochen und sogar um Autogramme gebeten. Die Hyuuga ging davon aus, dass sich dieses Verhalten legen würde, sobald sie die Stadt verlassen hatten - sie wusste nicht, dass sie mit dieser Annahme nicht ganz richtig liegen würde. Denn auch in Shirogakure gab es einige Fans, die den Wettbewerb im Fernsehen mitverfolgt hatten. Aber das... war Teil einer späteren Geschichte.

Joudan und Nanami? Die Sora-Ninja hatten Kurobu vielleicht unbemerkt verlassen wollen, doch tatsächlich wurden sie am Nordtor abgefangen. Von jemandem, der ihnen durchaus bekannt vorkommen würden. „Hey! Joudan, Nanami!“ Die dunkle Stimme hatten beide Sora-Nin bereits in der Vergangenheit gehört. Ein junger, rothaariger Mann mit grünen Augen stand neben dem Nordtor, an seiner Seite ein weißhaariges Mädchen. Der Rothaarige war am ganzen Körper bandagiert, stützte sich auf zwei Krücken, doch ganz gleich, wie schmerzhaft die Bewegungen sein mochten – er ließ es sich nicht anmerken. War das… „Nijo! Du sollst vorsichtig sein!“, mahnte das weißhaarige Mädchen an der Seite des Jungen. Sie sah ehrlich besorgt aus, doch davon ließ sich der junge Mann nicht beirren. „Beruhig dich mal, Kleine. Locker bleiben.“ Er grinste, sah dann wieder zu Joudan und Nanami und sein Blick wurde ernster. „Ihr habt mich ganz schön weggebombt in der ersten Runde.“ Eine kurze Pause, dann hoben sich die Mundwinkel zu einem überheblichen Lächeln an. „Das kriegt ihr irgendwann zurück.“ Er verbeugte sich, was mit den Krücken gar nicht so leicht war. „Wenn wir uns das nächste Mal sehen, kriege ich eine Revanche. Dann werde ich es euch nicht so leicht machen. Macht euch darauf gefasst.“ Nachdem der Wakui sich wieder in eine gerade Haltung begeben hatte, suchte er noch einen Moment den Blick von Joudan und Nanami, dann drehte er sich um und nach einem kurzen Moment des Zögerns folgte Yudi. „Ach. Glückwunsch zum zweiten Platz.“ Er hob die Hand zum Abschied.

Und damit endete die Mission. Eine Mission, in der es vielleicht nicht darum gegangen war, das Heimatdorf vor dem Untergang zu bewahren oder mit einer heldenhaften Aktion eine Gruppe von Zivilisten zu retten. Eine Mission, über deren Sinnhaftigkeit mit Sicherheit eine Diskussion geführt werden könnte. Und dennoch war es ein Auftrag, den alle Beteiligten nicht nur in Erinnerung behalten würden, sondern der auch die Entwicklung eines jeden Einzelnen vorangetrieben hatte.


- Mission Ende -
 
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cf: Südtor

Geduldig lauschte Yuichiro den Gedanken seines Missionspartners, während es in seinem eigenen Kopf ratterte und ratterte. Wenn er eine Maschine wäre, würde man mittlerweile wohl schon den Dampf sehen, der aus seinem Kopf steigen würde. Sie hatten einfach noch zu wenige Informationen, um aus dieser Gesamtsituation schlau zu werden. Hoffentlich würde sich alles aufklären, wenn sie in Kurobu waren. “Ja, deine Sorgen sind nicht unbegründet. Eine Kontaktaufnahme zu Kenji ist sehr riskant. Besonders, da er zwei “Bodyguards” bekommt, über die wir nichts wissen. Ich weiß nicht wieso, aber irgendwie habe ich das Gefühl, wir laufen auf ein Pulverfass zu.” Das wurde ihm alles zu politisch in seinem Kopf. “Aber vielleicht müssen wir nicht direkt mit Kenji den Kontakt suchen...zumindest nicht direkt zu Anfang…”, murmelte der Takegatama vor sich hin. Als er allerdings bemerkte, dass er diese Gedanken laut ausgesprochen hatte, und Arata diese vermutlich auch hörte, räusperte Yuichiro sich kurz und fuhr dann fort. “Das war nur eine spontane Idee, die mir in den Kopf gekommen ist. Wir könnten und mit den Sora-Nins in Verbindung setzen. Das birgt ebenfalls ein großes Risiko, da wir weder ihre Gesichter noch ihre Namen kennen, ich weiß. Aber wenn jemand Kenji befragen könnte, ohne Aufmerksamkeit zu erregen, dann bestimmt sie! ….wäre zumindest meine Vermutung. Das größte Problem dabei ist wohl, dass wir nicht wissen, ob sie uns überhaupt bei der Informationssuche helfen würden. Sie wären zurecht skeptisch.” und ein Seufzen entwich dem jungen Mann, der sich einmal kurz durch die Haare fuhr und dann zu seinem Begleiter sah. “Das ist alles nicht so einfach.” so viele Möglichkeiten, wie etwas ablaufen könnte. Um ehrlich zu sein, das war das erste Mal, dass Yui sich so viele Gedanken zu einer Mission machte. Natürlich ging er nie blind in einen Auftrag rein, aber irgendwie verleitete ihn seine Rolle als Teamleiter dazu, das ganze drei oder vier Mal zu überdenken… und eventuell auch zu zerdenken. Ob Natsu das auch immer machte, wenn sie, wie so häufig, als Missionsleiterin auserkoren wurde? Irgendwie kannte er die Antwort wahrscheinlich schon, aber vielleicht sollte der Schwarzhaarige sie mal fragen, wenn er zurück war. “Hmmm…ich denke, wir sollten nur im Notfall auf deine Clantechniken zurückgreifen. Ich gebe zu, es wäre unglaublich interessant, so etwas mal live mitzuerleben. Ich habe bisher nur in über den Yamanaka Clan gelesen. Aber sparen wir uns diese Sachen auf, bis uns nichts anderes mehr übrig bleibt.” und wo sie gerade schon einmal dabei waren. “Was kannst du eigentlich genau? ...also außer Waffeln backen. Wir sollten uns vielleicht auch absprechen, was unsere Fähigkeiten angeht. Ich bin hauptsächlich bewandert in Raiton und im Schwertkampf. Diese Qualitäten werden wir zwar für so einen Auftrag vielleicht nicht brauchen, aber sie sind zumindest vorhanden.” Damit dürften sie den wichtigsten Teil ihrer Missionsbesprechung abgeschlossen haben…zumindest laut Yui. “Sag mal, Arata: Hast du eigentlich schon Missionen geleitet?” viel wusste der Shinobi ja nicht über seinen Missionspartner.


Mittlerweile war es Abend und die Sonne war fast schon untergegangen. Viel erleuchtete die Landschaft nicht mehr, doch inmitten dieser fast schon malerischen Dunkelheit hob sich ein leuchtender Punkt vom Rest ab. Naja, um genau zu sein war es kein einzelner, kleiner Punkt. Schon aus der Ferne ließen sich die Umrisse vieler Häuser ausmachen und schnell wurde klar: Sie hatten ihr Ziel erreicht. Kurobu war nicht mehr weit entfernt und so wie es aussah, war diese Stadt von morgens bis abends belebt. Zur späten Stunde trieben sich logischerweise weniger Menschen rum als tagsüber, doch trotz allem waren die Straßen der Stadt gut gefüllt. Von einfachen Teehäusern über Imbissbuden bis hin zu den Gasthäusern, es fanden sich überall Menschen, die den Tag bei einer warmen Mahlzeit oder einem Getränk ausklingen lassen wollten. “Wenn ich mich recht entsinne sollte das Gasthaus, in dem Amaya-san übernachtet, gleich dort hinten sein. ” Und er zeigte in Richtung einer Häuserreihe, in der nur ein Gebäude noch Licht ausstrahlte. Schnurstracks ging Yui auf das Gebäude zu und schwang die Tür auf, hinter der sich ein recht schickes, aber auch schlichtes Holz-Interieur verbarg. Er warf einen Blick durch das Erdgeschoss dieses Gebäudes. Rechts schien es zu einer Art Gemeinschaftsraum zu gehen, links wiederum sah man nur einzelne Türen, einige von ihnen mit Zimmernummern versehen. In der Mitte des ganzen befand sich ein Tresen und eine Treppe, die wohl zu den oberen Geschossen führte. Neben der Treppe stand ein Mann, volles, braunes Haar, zurückgekämmt, graues Hemd und schwarze Hose, dazu schwarze Lederschuhe und eine Sonnenbrille im Gesicht. Sein Blick richtete sich direkt auf die beiden Gestalten, die diesen Laden soeben betreten hatten. Er musterte sie mit starrer Miene einige Sekunden lang, bevor sein Kopf bei den Stirnbändern der beiden Ninjas hängen blieb. “Ihr habt euch aber Zeit gelassen. Kommt mit.” Und damit ging er die Treppe hoch, erwartend, dass sie ihm folgten.

@Yamanaka Arata
 
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~*~ noch auf der Fähre ~*~

Er ... gefiel ihr? Die so komplett unvorhergesehenen Worte ließen Tamaki stutzig aufschauen. Doch es dauerte nur den Bruchteil einer Sekunde, dann brach seine verwirrte Miene in einem dankbaren Lächeln auf. Es war selten, dass der Suzuya solche Worte hörte. Zumindest außerhalb der Familie, wo es keinen Freundeskreis gab, der diesen Namen verdiente. An ein hohes Gut wie Freundschaft wollte Tamaki in dieser Situation natürlich noch nicht denken. Die erste Begegnung mit Kaya lag kaum eine halbe Stunde zurück und sie hatten gerade einmal die wichtigsten Dinge zur Mission besprochen. Aber dabei hatte sich bereits abgezeichnet, dass sie als Team funktionieren würden, und das war ein guter Start. “Danke.“, sprach er das Sichtbare noch einmal aus. “Das kann ich nur erwidern.“. Und auch Oma Umekos Kochkünste sollten an diesem Tag einen kleinen Sieg erzielen. Die Gyoza bekam Kaya natürlich sofort gereicht. “Nichts lieber als das!“. Tamaki freute sich ehrlich darüber, dass die Hayabusa einmal probieren wollte – nicht nur, weil er damit ein bisschen weniger selbst futtern musste. “Ja, aber nur einmal bisher.“, begann er von seinen Erfahrungen mit Shirogakure zu erzählen und dachte schaudernd an die Mission in Tokoharu zurück, auf der er den ersten Drogentrip seines jungen Lebens erfahren hatte. Und der war noch das Beste an dem ganzen Schlamassel gewesen. Mit Ausnahme vielleicht von Arata und dem kleinen Hund. “Es war eine gemeinsame Mission, bei der wir verschwundene Reisende in einem kleinen Dorf im Reich des Grases finden sollten. Wir haben also direkt mit zwei Shiros zusammengearbeitet und die waren unterschiedlich wie Tag und Nacht.“. Wobei „Gut und Böse“ vielleicht auch ein treffender Vergleich gewesen wäre. “Einer war Yamanaka und der andere Inuzuka. Arata-san – das war der Yamanaka – war ziemlich nett und vernünftig. Klar war jeder vorsichtig dem anderen gegenüber, aber wir hatten ein gemeinsames Ziel und haben gut zusammengearbeitet. Ara, der Inuzuka ... puh, der war dauerwütend und irgendwie mit sich beschäftigt. Aber er ist ziemlich bald entführt worden und dabei beinahe ums Leben gekommen, deswegen kann ich nicht viel zu ihm sagen. Unterm Strich hängt es wohl sehr von den jeweiligen Leuten ab, ob es miteinander funktioniert.“. Was wohl bei SoraNin nicht anders war, auch wenn die moralischen Ausrichtungen der beiden Fraktionen ja deutlich auseinanderklaffen sollten. Ob dem wirklich so war, gehörte zu den Dingen, die Tamaki gern einmal herausfinden wollte. “Hoffe nur, die haben keinen Hyuuga oder so geschickt.“. Oder noch schlimmer: einen Yagami.

Tamaki kam nicht umhin, Kayas Begeisterung für die Teigtasche ebenfalls mit einem kleinen Schmunzeln zu kommentieren. Seine liebe Oma würde sich freuen zu hören, dass ihr Reiseproviant im Hause Hayabusa gut ankam (er hatte Ray noch lebhaft in Erinnerung). Der Suzuya angelte sich ebenfalls eine weitere Gyoza. Während er selbst aß, schaute er dann und wann zu der rabenhaften Kunoichi. Unaufdringlich natürlich, denn wer wurde schon gern beim Essen angeglotzt? Der Suzuya jedenfalls nicht und somit wollte er es auch seinen Mitmenschen nicht zumuten. Aber neugierig war er schon, denn Kaya schien beinahe in andere Sphären entrückt, so sehr genoss sie die schlichte kleine Teigtasche. Kochte seine Omi wirklich so gut und er war es einfach nur gewohnt? Oder steckte hier doch mehr dahinter? Eine Nachfrage verbot sich an der Stelle aber von selbst. Er wollte Kaya den Genuss ganz sicher nicht verderben. So mümmelte Tamaki still und leise vor sich hin und nickte dem dunkelhaarigen Mädchen schließlich lächelnd zu. „Gern. Nimm dir so viel du magst.“. Es sollte aber bei einer einzigen Teigtasche bleiben und auch Worte fielen weiter keine mehr. Nun, ein bisschen Ruhe tat ihnen beiden gut, bevor es mit der Mission so richtig losging. Tamaki blieb auf der Koje sitzen, auf der er sich niedergelassen hatte, und richtete sich dort im Schneidersitz ein. Er setzte einen der Ohrstöpsel seines mp3-Players auf (das andere Ohr ließ er unbeschallt, damit er Kaya noch hören konnte) und holte noch einmal die Unterlagen hervor, die ihm die Dorfverwaltung mitgegeben hatte. Es schadete sicher nicht, sie noch weiteres Mal durchzugehen. So verging die restliche Überfahrt in relativer Stille – denn nur das anhaltende Tuckern der Fähre begleitete die beiden, während sie sich Meile um Meile auf den Kontinent zubewegten.

~*~ Kurobu, einige Stunden später ~*~

Aus der Stille hinein ins Chaos. So ähnlich fühlte es sich für Tamaki an, als sie am frühen Nachmittag die Landebrücke hinunterstiegen. Warum mussten Häfen immer so elend laut und geschäftig sein? Und unübersichtlich obendrein. “Die Herberge ist irgendwo in der Innenstadt ... also nichts wie weg hier, oder?“. Ein paar Schweißperlen, die nicht der Temperatur geschuldet waren, standen auf Tamakis Stirn. Gab es hier am Hafen noch irgendetwas, das wichtig für ihren Auftrag wäre? Vermutlich nicht. Hoffentlich nicht. Der Suzuya spürte, wie die Hektik an der Anlegestelle allmählich auch auf ihn übergriff. Nicht gut. Gar nicht gut. Und damit höchste Zeit, hier zu verschwinden. Den Hafen konnten die beiden SoraNin zum Glück bald hinter sich lassen und stolperten inmitten des daran anschließenden weitläufigen Händlerviertels mit seinen vielen Kontoren und Warenhäusern auf etwas, das ihnen das Leben um einiges erleichtern sollte: eine Bushaltestelle. Der Stadtbus – ein großer offener Wagen, der von sechs stämmigen Pferden gezogen wurde – brachte die beiden zwar nicht besonders schnell, dafür aber auf dem direktesten Weg in Richtung des Zentrums, und hatte den angenehmen Nebeneffekt, dass sie die Hauptachsen der Stadt schon einmal ohne viel Stress kennenlernen konnten. Kurobu war ... lebendig, was ihrer Lage an wichtigen Verkehrswegen zwischen den Allianz- und neutralen Reichen geschuldet war. Eine Stadt, in der Reisende aus aller Welt zusammentrafen, um miteinander Handel zu treiben, aber auch um den vielfältigen Turnieren und Spielen beizuwohnen, die weit über Kurobus Grenzen hinaus bekannt waren. ‘Waren Joudan und nicht auch hier gewesen und hatten gegen irgendwelche ShiroNin gekämpft?‘. Bei Gelegenheit musste er die beiden einmal fragen. Auf großen Plakatwänden wurden schon die nächsten Turniere aller möglichen und unmöglichen Sparten angekündigt. “Hundefrisuren ... größter Kohlkopf ... Kampf bis zum ersten Blut ... Kampf auf Leben und Tod ... Das Duell der Meister-Geister: Saeko Amaya gegen Iwasaki Kenji.“, las der Suzuya murmelnd mit. Auf dem Plakat waren in übertriebenen Leuchtfarben die Symbole Shirogakures und Soragakures dargestellt, die in einer Explosion ineinander stießen. WER WIRD SIEGEN?!, war die große Frage, die Kurobu beschäftigte. Tamaki wandte den Blick von dieser visuellen Orgie eines sensationsheischenden Grafikdesigners ab und schaute zu Kaya, die eindeutig der schönere Anblick war. “Das kann ja was werden ...“, meinte er halb lachend, halb resigniert. “Dabei ist es doch nur Schach.“.

Dank der Wegbeschreibung, die der Buskutscher ihnen noch mitgegeben hatte, erreichten sie alsbald ihr erstes Ziel: ein zweigeschossiges Gebäude mit traditioneller Holzfront, die die Witterung vieler Jahre hatte dunkel werden lassen. Doch wirkte alles sehr gepflegt und verströmte Eleganz und Schlichtheit. Das Tsukiyo, wie ein weißes Schild mit schwarzen Schriftzeichen verriet, war für Tamakis Augen eine wahre Wohltat. Der kleine Vorgarten mit sauber gestutzten Zierkiefern war mit wenigen Schritten passiert und Tamaki zog die reispapierbespannte Tür auf, um Kaya und sich einzulassen. Sie waren kaum eingetreten, als ihnen schon ein freundliches „Irasshaimaseeee~“ entgegenträllerte. Hier im Inneren des Hauses setzte sich die Ästhetik aus Holz, Reispapier und klaren Linien fort. Offenbar hatten entweder Soragakure oder der Schachmeister selbst für die Mission einiges springen lassen. Denn günstig waren Übernachtungen hier sicher nicht. Von der Theke her strahlte eine ältere Frau die beiden SoraNin an. Sie hatte wohl schon das eine oder andere Kind oder Enkelkind großgezogen, doch ihr Kurotome mit Kamon, die Tamaki nichts sagten, saß ebenso makellos wie ihr angegrautes, zu einem Dutt aufgerolltes Haar. Der Anblick der zwei jungen Menschen schien sie zu entzücken. „Ooooh, der erste gemeinsame Urlaub?“. Tamakis aufgerissene Augen bedurften keiner weiteren Erklärung. Zum Glück fing er sich schnell wieder und räusperte sich die Verlegenheit aus der Kehle. “Ähm ... nein, wir sind die Shinobi aus Soragakure, die Iwasaki Kenji-sensei zur Seite gestellt wurden. Das ist Hayabusa Kaya-san und ich bin Suzuya Tamaki.“. Verstehen, aber auch eine große Portion Überraschung traten in das Gesicht der alten Dame. „Ooooh, natürlich! Bitte verzeiht, Okyakusama-tachi. Ich führe Euch gleich auf Euer Zimmer. Iwasaki-sama und seine werte Gattin sind gerade noch außer Haus, aber so könnt Ihr Euch noch etwas erfrischen.“. Damit watschelte die Gastwirtin hinter der Theke hervor, um gemeinsam mit ihren Gästen den Weg ins erste Obergeschoss anzutreten. „Wenn Ihr ein Bad nehmen oder etwas Essen möchtet ... Der Fang des Tages ist sehr zu empfehlen. Gegrillter Aal!“. Tamaki musste schmunzeln. Omas waren wohl wirklich überall gleich ...

@Hayabusa Kaya
 
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Yamanaka Arata

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"Mmh ... zumindest keine militärisch ernste Situation, solange wir oder sie keine daraus machen." Warf Arata ein. Es war beruhigend gemeint, aber noch während er es sagte wurde ihm klar, dass es keineswegs zwingend so verstanden werden musste - immerhin hatte man dann auch mehr zu verderben, hm? Aber Yui war vernünftig, wenn die Gegenseite niemand ganz dummes schickte, blieb es hoffentlich bei einem sportlichen Wettbewerb. "Aber ja. Es lädt alles dazu ein, sich nicht gut zu verstehen." Absicht? Schwer zu sagen. Jedenfalls war er froh, dass Yuichiro das Gegenteil anstrebte.
Yui machte sich überhaupt jede Menge Gedanken - worin Arata irgendwie sich selbst als Teamleiter wiedererkannte und direkt mitfühlte. "Direkt mit Sora zu sprechen ... hängt sehr davon ab, wer dort auftaucht. Wie du schon sagst haben sie jeden Grund, einer Anfrage von uns zu misstrauen. Aber vielleicht wäre das gar keine so schlechte Grundlage?" Hing natürlich furchtbar davon ab, mit wem sie es zu tun bekamen und ob derjenige solche Spielchen verstand, aber Arata erklärte gleich darauf, was er meinte: "Es liegt nicht in unserem Eigeninteresse, ihnen von unserer Seite irgendetwas einzugestehen - etwa dass von uns ein illegitimes Angebot kam. Wenn wir das trotzdem tun, ist das ein Vertrauensbeweis. Und mit Sicherheit wäre eine Zusammenarbeit mit einem vertrauenswürdigen Shiro-Team für die anderen verlockend. Denn die haben mit Sicherheit den Auftrag, dieses Angebot aufzuklären und Einflussnahme zu verhindern. Das wäre natürlich umso attraktiver, wenn wir ihnen auch etwas von Substanz anbieten können. Also ja. Wir müssen erstmal wissen, ob das in irgendeiner Weise von unseren Leuten kam und weshalb." Wenn nicht, hatten sie einen gemeinsamen Gegner. Wenn doch ... müssten sie sich mal ernsthaft zusammensetzen, aber er hoffte einstweilen einfach das beste. Als der Takegatama seufzend meinte, dass das alles nicht so einfach war, hatte er sofort ein mitfühlendes Lächeln von Arata verdient. "Allerdings! Ich hoffe ja, es geht nur um Geld. Das ist immer am einfachsten nachzuvollziehen." Und dass Yui sein Hiden erst einmal zurückstellen wollte, quittierte der Yamanaka mit einem einfachen Nicken. "Ich wollte dich nur wissen lassen, dass es die Option gibt: Wenn jemand überhaupt nicht mit uns reden will, dann kannst du ihn festhalten und ich schaue einfach in seinen Kopf." Er schmunzelte kurz und dachte nur kurz daran, dass er diesen Witz zu Beginn seiner Karriere wohl nie gemacht hätte, dann kam Yui zu einer berechtigten Frage nach seinen sonstigen Fähigkeiten. Und obwohl es verlockend war, sofort mit "eigentlich nur Waffeln backen" zu antworten, ganz so selbstverachtend fühlte er sich heute trotz sportlicher Tiefstleistung noch nicht. Außerdem wäre das keine hilfreiche Antwort gewesen. "Ich habe ansonsten noch ein paar Iryou-Fähigkeiten, und ein paar Katonjutsu, die durchaus gefährlich sind. Ich hoffe, beides werden wir nicht brauchen. Ich denke meine Hauptfähigkeit hier dürfte wirklich das Hiden sein ... es kann auch deutlich subtiler funktionieren als das Gedächtnis aufzuknacken." Schob er gleich darauf hinterher. "Ich kann auch die Augen und Ohren von anderen ausborgen oder sie in Gedanken ansprechen - wobei die meisten das nicht besonders gut aufnehmen wenn man es unangemeldet macht."
Auf die Frage nach Missionsleitungen musste Arata tatsächlich kurz sardonisch Grinsen. "Oh ja ... Ich mache es nicht besonders gern, aber ja. Einige. Ich denke, du wirst es gut machen - ich fühle mich bei dir jedenfalls in guten Händen." Versicherte er, und meinte das warme Lächeln zu diesen Worten sogar. Dass er ziemlich ins Schwitzen kam, weil der Takegatama heute noch da sein wollte, ließ er dabei außer Acht - das war ja irgendwie seine Schuld, weil er sich damals freiwillig für diese Ninjasache gemeldet hatte ...


Überflüssig zu sagen, dass Arata bei ihrer Ankunft in Kurobu direkt den kürzesten Weg ins nächste Bett hätte nehmen können, allenfalls noch mit einem kurzen Abstecher ins Bad, um dann am nächsten morgen diese faszinierende Stadt zu erkunden. Er hatte bisher gedacht, Jôsei und Shiro seien Zentren des urbanen Lebens, aber so vom ersten Augenschein schien auch Kurobo sich nicht verstecken zu müssen, was das Nachtleben anging ...
Allein, solche Gedanken war ihm nicht vergönnt, sie waren hier um für die Sicherheit ihres Schachmeisters zu sorgen, und es war gut dass, Yui die Adresse in der fremden Stadt so schnell fand. Als er in dem Hotel ihren Aufpasser sah, ging Arata unwillkürlich ein ganz unpassender Song über Sonnenbrillen bei Nacht durch den Kopf, was er eilig der Erschöpfung zuschrieb und sich bemühte, zu vergessen. Er hätte sich noch für seine mangelnde Fitness entschuldigt, aber der Mann war wohl nicht an einer längeren Unterredung interessiert, sondern dirigierte sie direkt nach oben. Nach einem fragenden Blick zu Yuichiro - war der Herr, der sich nicht vorgestellt hatte, wenigstens Teil der Missionsinformation gewesen? - folgte er dem die Treppe hinauf. 'I wear my sunglasses at night so I can so I can watch you weave then breathe your story lines ...'

Verdammt. Das bekäme er jetzt die nächsten drei Tage nicht aus dem Kopf ...

@Takegatama Yuichiro
 
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CF: (GETSURIN) Anlegestelle der Fährlinie "Tairiku-Express"
I will not 'poligise - I will not walk away
I will not compromise - you'll find I'm here to stay


Es war selten einen anderen Menschen zu finden, mit dem man gemeinsam schweigen konnte ohne sich unwohl zu fühlen. Dessen war sich die junge Hayabusa bewusst und umso mehr wusste sie es zu schätzen. Tamaki... ob die Beiden eine Freundschaft würden entwickeln können? Aus den Augenwinkeln sah sie flüchtig zu ihm, während er seine Papiere erneut in den Papieren versunken hatte und mit einem Ohr seiner Musik lauschte. Ein leichtes Schmunzeln stahl sich auf die Lippen des Rabenmädchens bei dem Anblick: Ja...doch. Das versprach doch vielversprechend zu werden. Begleitet von einem leichten Seufzen wandte sie die tiefschwarzen Augen wieder ab: in den vergangenen Wochen... hatte sie sich wirklich verändert. Seit wann scherte sie sich um so etwas wie Freundschaft? Wann hatte sie die Einstellung der einsamen Wölfin verloren, die sich um nichts und niemanden scherte...? Ihr Blick fiel auf Saku, der es sich auf ihrem Schoß bequem gemacht hatte - nicht, dass jemand außer ihr ihn würde sehen können. Er schien zu dösen und war einfach nur ein großer, wabbelnder, schattenhaften Plopp. IHR wabbelnder, schattenhafter Plopp. Wieder musste sie schmunzeln und mit verschränkten Armen lehnte sie sich leicht zurück um weiter auf dem Fenster zu schauen. Es spielte keine Rolle. Sie war dank Saku nie allein... ganz gleich was je geschehen würde und sie würde irgendwie klar kommen. Das hatte sie immer getan und so würde es auch weiterhin sein. Aber...vielleicht schadete es ja nicht noch einen Freund da draußen zu haben.

Das Rabenmädchen hing ihren eigenen Gedanken nach, wiederholte Tamakis Worte und versuchte sich einen Reim auf die ganzen Clans zu machen, die er so beiläufig genannt hatte und die wohl in Shiro ansässig waren. Denn so wie er die Familiennamen betont hatte... mussten die wohl etwas bedeuten und waren in irgendeiner Form repräsentativ. Inuzuka sagte ihr noch am ehesten etwas - schlicht, weil sie mal von diesen gehört hatte und es sich gemerkt hatte: gemeinsam mit speziell ausgebildeten Hunden zu kämpfen ... das musste wunderbar sein. Wieder fiel ihr Blick auf Saku. So sehr sie ihren Rabengeist auch liebte - man konnte nicht wirklich behaupten das sie gemeinsam agierten. Es machte eher jeder so sein eigenes Ding. Wobei sie sich immer auf ihn verlassen konnte wenn es darauf ankam. Nachdenklich beobachtete sie wie die schemenhaften Schatten sich sanft bewegten, beinahe wie die Gischt des Meeres, welches gegen das Schiff schlug. Wie Wasser... so unbeständig, anpassungsfähig und unberechenbar. Das war ein passender Vergleich. Nachdenklich fuhr sie sich über die Lippen: Hyuuga... sie wusste noch, dass diese wohl eine ganz große Nummer in Shirogakure waren - doch wirklich erinnern konnte sie sich nicht an die Eckdaten des Clans. Zu ihrer eigenen Überraschung musste sie sich eingestehen, sich mit der fremden Ninjafraktion eigentlich nie groß beschäftigt zu haben. Es hatte sie schlicht nie interessiert: wozu denn auch? Bis heute hatte sie nie Kontakt mit diesen gehabt und bis heute hatte es so fern auf sie gewirkt... hoffentlich würde ihr diese Ignoranz nicht während der Mission den Hals brechen. Wenn sie wieder zurück in Soragakure waren, würde sie sich intensiver mit der anderen Fraktion beschäftigen müssen. Das hatte sie sich zumindest vorgenommen - anders herum war es wohl nicht das schlechteste vollkommen voreingenommen zu sein: oder?

Als die Fähre im fremden Reich anlegte, schoss es der Schwarzhaarigen durch die trainierten Glieder: sie hatte Soragakure hinter sich gelassen und die ihr so bekannten Gefilde verlassen um ein für sie vollkommen neues Reich zu betreten. Scheiße...! fluchte sie nervös, während sie versuchte sich nichts anmerken zu lassen. Sie war unsicher - verdammt unsicher. Das war gar nicht gut... jetzt war es wichtig sich diese Unsicherheit nicht anmerken zu lassen und sich auf die Mission zu konzentrieren. Sie rief sich immer wieder ihren eigens auferlegten Ehrenkodex in den Sinn: keine Schwäche zeigen. Das würde verdammt schwer werden und zu einer größeren Herausforderung werden, als sie gedacht hätte. So schien es zumindest. Immerhin störte sie sich nicht groß an der Hektik und der Menge an Menschen, das war immerhin etwas Gutes. "Ja." erwiderte sie knapp, doch ausgesprochen angespannt auf Tamakis Vorschlag hin, sich Richtung Innenstadt zu bewegen. Dabei wäre sie lieber wieder auf die Fähre gestiegen, zurück in das ihr bekannte Territorium. Sie schluckte, folgte ihrem Teamkollegen dann jedoch schweigend, darauf bedacht mit Niemanden zusammen zu stoßen. Im primitiven Bus angekommen, atmete sie kaum merklich auf. Als sie das Murmeln des Anderen vernahm, folgte sie dessen Blick und betrachtete ebenfalls die Flut an Plakaten. Hier schien ja einiges los zu sein .. das hatte die Hayabusa wirklich nicht erwartet von einem Reich, das "Reich des Tees" hieß - eigentlich hatte sie erwartet, dass es hier sehr ruhig und traditionell vor sich her ging. "Gerade weil es Schach ist, müssen sie es wohl irgendwie pushen um das öffentliche Interesse zu wecken." stellte Kaya ihre Überlegung einfach mal in den nicht vorhandenen Raum. Immerhin interessierten sich nicht viele für Schach - geschweige denn dafür, dabei zuzusehen. Ganz gleich wie berühmt die jeweiligen Teilnehmer waren. Um das Ganze irgendwie ans Publikum zu bringen, war es halt das nächst legende sich auf die beiden konkurrierenden Ninjafraktionen zu stürzen und es zu einer Art Wettstreit der beiden Fraktionen werden zu lassen. Nun ja das war es ja auch - aber eben eigentlich nur im Schach. Ziemlich unverblümt erwiderte Kaya ihren Blick zu ihrem Kollegen. "Spielst du eigentlich?" fragte sie interessiert, sich sehr wohl darum bewusst, dass das keine Selbstverständlichkeit war. Sie selbst mochte Schach und spielte es eigentlich auch gern... sie hatte es immer mit ihrer geliebten Großmutter gespielt. Doch seit ihrem Tod... Oh verdammt ! - kein guter Gedankenansatz..!

Leicht schüttelte sie den Kopf und sie versuchte die Gedanken und aufkommenden Gefühle einfach abzuschütteln. Doch die Sterne standen nicht zu ihren Gunsten: denn als sie die Herberge erreicht hatten, wurde es nur noch schlimmer. Nicht nur, dass sie sich hier vollkommen fehl am Platz fühlte, so edel wie es hier zu sein schien, nun entpuppte sich die Wirtin auch noch als liebenswürdige Großmutter. "Großartig...!" stieß das Rabenmädchen resignierend aus und ließ den Kopf hängen. Die nächsten Geschehnisse bekam sie nur so halb mit - die fälschliche Interpretation der Dame entging ihr völlig. Lediglich den Aspekt Urlaub nahm sie mit halben Ohr war. Als ob... an so etwas wie Urlaub hatte die Kunoichi noch nie denken dürfen, geschweige denn, dass sie je in einer so feinen Herberge genächtigt hätte. Natürlich, vor einigen Jahren war sie dann und wann mit ihrer Großmutter zusammen in dessen Heimatdorf gereist... doch dann hatten sie bei Bekannten von dieser geschlafen und auch wenn es sehr nett gewesen war, war es eng und bescheiden gewesen. Davon abgesehen... erinnerte sie sich nur verschwommen. Und...es war auch zu schmerzhaft daran zu denken. Mit verschränkten Armen strich sie sich über die Oberarme. Sie fühlte sich sichtlich unwohl. Die Wirtin war wirklich zuvorkommend und Alles - aber so wie sie klang, würden sie tatsächlich hier Urlaub machen... und sich länger hier aufhalten. Resignierend ließ sie erneut das schwarze Haupt fallen. Bereits auf dem Weg hier her hatte sie auf dem Plakat lesen können, dass das Schachduell erst Morgen Abend stattfinden würde. Natürlich war es nicht verkehrt rechtzeitig da zu sein und sich vorab vorzubereiten... aber irgendwie hatte sie gehofft das Ganze so schnell wie möglich hinter sich zu bringen und schnell wieder auf der Fähre Richtung Soragakure zu sitzen. "Ein Bad klingt gut." gestand die Hayabusa, denn auch wenn es ihr peinlich war - sie war in sprichwörtlichen Angstschweiß ausgebrochen. Wenn auch zum Glück so dezent, dass niemand außer ihr es bemerken würde. "Selbstverständlich! Sehr gern ~" entgegnete das Ömchen fröhlich und Kaya hatte ein schlechtes Gewissen, dass sie sie am liebsten die Treppe runtergeschubst hätte. Die Oma...weckte in ihr zu viele schmerzhafte Erinnerungen. "Was hälst du davon wenn wir uns heute Abend die Begebenheiten vor Ort ansehen? Uns einen ersten Überblick verschaffen?" schlug Kaya an ihren Teamkameraden gewandt vor. Als man sie in ihr Zimmer entlassen hatte, warf sie ihr Schwert auf den vorbereiteten Futon und ließ sich erschlagen auf dem Boden nieder: "Verfluchter Mist...!"



My good beautiful world, your tales of sin, our cries of truth.
Notoriety, we're here for reasons no one knew.

Obwohl das Bad durch aus gut getan hatte, hatte sich Kayas Stimmung nicht wirklich gebessert. Ganz im Gegenteil - ihr Überforderung war umgeschlagen und hatte sie genervt zurückgelassen, mit den Gedanken nach wie vor ganz woanders. Sie musste sich verflucht nochmal zusammenreißen und das ihr dies nicht so recht gelingen wollte, nervte sie nur umso mehr. Sie war in eine bequeme, recht eng anliegende schwarze Hose geschlüpft und hatte ihre übergroße Kapuzenjacke gegen eine knallrote Sportjacke ausgetauscht, die sie ob ihres Unwohlseins bis zum Kragen zugezogen hatte und ihr Kinn, wie auch ihre Lippen hinter dem weichen Stoff vergrub. Auf ihr Ninja Stirnband hatte sie verzichtet: sie hatte schlicht vergessen es anzulegen. Doch wie immer trug sie ihr Katana bei sich, fest auf ihrem Rücken befestigt. Als Nächstes würde sie sich mit Tamaki treffen und gemeinsam würden sie den Austragungsort des Schachduells unter die Lupe nehmen - ob sie dort auf die ShiroNins treffen würden...? Es war doch nur nahe liegend sich mit den Örtlichkeiten vertraut zu machen, sodass man seine volle Aufmerksamkeit den Kandidaten widmen konnte. Wie es Tamaki wohl ging..? Sie hoffte inständig, dass er mehr auf der Höhe war als sie. Genervt schnaubend bog die Hayabusa um die Ecke, mit den Gedanken noch völlig hin und her gerissen, als ihr Weg ein abruptes Ende fand. Noch am Anfang der Treppe, die sie gerade hinabsteigen wollte, stieß sie mit jemanden zusammen, der ebenso unachtsam gewesen war wie sie selbst. Ein älterer Kerl - mit Sonnenbrille. Der ob des Zusammenstoßes beinahe die Treppe hinunter geflogen wäre. Kaya schnaubte verächtlich, das half nicht wirklich um ihre Stimmung zu heben. "Was zum?!" fluchte sie lautstark, anstatt froh zu sein, dass der ältere Kerl nicht tatsächlich gestürzt war. Dieser war offensichtlich eingeschüchtert von der jungen Dame - wohl zum einen, weil ihm noch der Schock in den Knochen steckte, zum anderen, weil sie eine bedrohliche, mystische Ausstrahlung umgab. Saku hatte seine Flügel ausgebreitet und schimpfte mit weit aufgerissenen Schnabel - auch wenn man ihn natürlich nicht hören oder gar wahrhaftigen wahrnehmen konnte, verstärkte er die finstere Aura, die die Hayabusa in diesem Moment umgab. "Wer trägt denn bitte Abends - im Haus - eine Sonnenbrille? Pass gefälligst auf wo du hin trittst, Opa!" schnauzte sie ihn missmutig an - dabei war sie eher sauer auf sich selbst, dass sie so abgelenkt gewesen war, dass sie ihm nicht ausgewichen war. Eine schöne Kunoichi war sie ... die Beiden, die sich kurz hinter dem älteren Herrn auf der Treppe befanden, hatte sie noch nicht bewusst registriert. Hoffentlich würde sich diese Fahrlässigkeit nicht rächen...

@ Yagami Tamaki, @ Takegatama Yuichiro, @ Yamanaka Arata
 
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Einen Moment lang schaute Yuichiro nur verwirrt zu dem Typen, der sie anwies, mit ihnen ins Obergeschoss des Gebäudes zu gehen. Er konnte sich nicht daran erinnern, dass im Brief etwas von einem Empfangskomitee stand. Aber er schien mit ihrer Anwesenheit gerechnet zu haben, dementsprechend ging der Takegatama davon aus, dass das alles seine Richtigkeit hatte. Nachfragen würde er später trotzdem, was es mit diesem Mann auf sich hatte. Sein Blick traf kurz den Aratas, die Aufmerksamkeit des Schwarzhaarigen wurde allerdings wieder nach vorne gelenkt, als der Typ mit einer anderen Person auf der Treppe zusammenstieß. Es schien wohl eine junge Dame zu sein, die sich danach auch direkt lautstark über diese Situation aufregte. Ihr Einwand war nicht gerade unbegründet. Wer trug denn zu dieser Uhrzeit, und dazu noch in einem Gebäude, eine Sonnenbrille? Trotz ihrer Größe blickte der ältere Herr etwas eingeschüchtert zu diesem Mädchen, fing sich einen Moment später allerdings wieder, zumindest etwas, auch wenn ihm das “Opa” nicht gerade gut bekam. Mit einer flüssigen Armbewegung nahm er sich die Sonnenbrille vom Gesicht und verstaute sie in seiner Brusttasche, sodass man nun seine stechenden, eisblauen Augen sehen konnte. “Entschuldigen sie, junge Dame” und mit einer leichten Verbeugung machte er sich weiter die Treppe hinauf.

Normalerweise wäre das jetzt nichts auffälliges. Zwei Personen sind nun mal kurz aneinandergestoßen, es wurde sich entschuldigt, alles gut. Das Mädchen sah auch wie ein stinknormaler Gast aus...zumindest fast. Das Katana auf ihrem Rücken war etwas ungewöhnlich. Klar, es hätte auch ein einfaches Dekostück sein können, aber wer läuft denn mit so etwas einfach so herum? Und irgendwas war an der Ausstrahlung dieses Mädchens komisch, auch wenn das nur ein Bauchgefühl des Takegatamas war. Ehe sie genug Zeit hatte, die beiden Ninjas genauer unter die Lupe zu nehmen, beugte Yuichiro sich kurz zu seinem Teampartner und flüsterte ihm ins Ohr. “Geh schon mal mit ihm mit” Und bewegte sich damit ebenfalls in Richtung Treppe, blieb allerdings bei der anderen Person stehen. Dabei veränderte er seine Körperhaltung leicht, sodass der Arm, an dem sein Shiro-Stirnband hing, schlechter zu sehen war und blickte dem Mädchen in die Augen. “Alles okay mit dir?” kam es direkt vom Shinobi und ein sanftes, aber auch leicht besorgtes, Lächeln zierte das Gesicht des jungen Mannes. Er versuchte die Aufmerksamkeit des Mädchens auf sich zu ziehen, sodass Arata mehr oder minder unbemerkt vorbeigehen konnte. Vielleicht interpretierte er zu viel in das Ganze rein, aber momentan war Vorsicht besser als Nachsicht. “Bist du auch hier, um Urlaub zu machen?” irgendwie musste er ja das Gespräch aufrechterhalten. Zumindest gelang es ihm solange, bis er der Letzte war und sich auch endlich aufmachen konnte. “Vielleicht sieht man sich ja nochmal. Übrigens, die Jacke steht dir super!” Und damit ging nun auch Yuichiro die Treppe hinauf. Natürlich achtete er auch dabei darauf, sein Stirnband erstmal zu verstecken, bis er zu Arata und dem anderen Typen aufgeholt hatte. Sie schienen auf ihn vor einer der Zimmertüren oben zu warten. Ein Missmutiger Blick des Empfangskomitees, der wohl dachte, dass Yui diese Chance genutzt hätte, um sich ein Date oder so zu verschaffen, flog durch den Raum und wenige Sekunden später standen sie in besagtem Zimmer. Es war recht schick eingerichtet. wenn auch der klassische Holzstil nicht zu kurz kam. Viele kleine, hölzerne Figuren standen in einem kleinen Regal, sowie handgemalte Bilder von Berglandschaften über Flüsse, bis hin zu einem Portrait einer wunderhübschen Dame. Dieser Raum sah aus wie ein einladendes Wohnzimmer mit seiner hölzernen Couch, die natürlich mit Polstern und Kissen ausgestattet war, sowie einem kleinen Tisch in der Mitte und einem Teppich auf dem er stand.

“Setzt euch” Sagte der Mann, nahm sich einen Stuhl und setzte sich dann an die gegenüberliegende Seite des Tischs. “Machen wir es kurz, es ist immerhin spät. Mein Name ist Masayoshi Kido, ich bin sowas wie Amaya-san’s Manager. Zumindest für den Moment. Ich verwalte ihre Termine und mache den ganzen Papierkram drumherum, der während dem Schachturnier aufkommt. Ihr wurdet hierher gerufen, um sicherzustellen, dass Amaya-san nichts passiert. Dementsprechend erwarte ich, dass sich mindestens einer von euch immer in ihrer Nähe bewegt. Sie ist manchmal etwas durch den Wind und sehr eigenwillig, also lasst sie nicht aus den Augen. Sie schläft momentan im Raum nebenan” und er zeigte auf eine Tür, die dann wohl der Eingang zum Schlafzimmer sein würde. Dieses Zimmer war deutlich größer als Yui es von einer schlicht wirkenden Herberge erwartet hätte. “Ich habe das Zimmer nebenan für euch gebucht. Noch Fragen?” Hmmm...irgendwie hörte es sich so an, als würde er ihr nicht so viel Vertrauen entgegenbringen. Eigentlich hätte Yui ganz viele Fragen, aber gleichzeitig sagte ihm sein Gefühl, dass es noch zu früh war, diese zu stellen. Dementsprechend schaute er zu Arata. Vielleicht hatte er ja etwas, dass ihn brennend interessierte.

@Yagami Tamaki @Yamanaka Arata @Hayabusa Kaya
 

Yamanaka Arata

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Wer trug schon drinnen eine Sonnenbrille? Die Frage konnte man sich durchaus stellen. Arata war zwar ein paar Schritte weiter als bloß bis zur Frage, aber keine der möglichen Antworten kam ihm besonders reizvoll vor. Erst recht wenn man bedachte, dass dieser Mann hier ihr Kontakt sein sollte - oder zumindest wollte, so wie Yuichiro reagierte schien er ihn nicht unbedingt erwartet zu haben. Besser, sie blieben vorsichtig ... und wer war die junge Frau, dass Yui so dringlich ein paar Worte mit ihr wechseln wollte? Vermutete er das Shiro-Team? Aber er konnte nicht bleiben, um über die Frage nachzudenken, denn er hatte die Aufgabe, direkt mit dem etwas fragwürdigen Herren mit Sonnenbrillenvorliebe mitzugehen ... das könnte ja sonst ein Ende nehmen, am Ende führte der Weg aber nur in ein typisches Hotelzimmer, wie man es wohl für Besprechungen oder ein gemütliches Beisammensein unter Gentleman benutzen würde ... immerhin hatte der Mann inzwischen die Sonnenbrille abgenommen.
Er outete sich dann als Manager, was zumindest seine etwas eigene Kostümierung ansatzweise erklärte, ihn aber irgendwie nicht vertrauenswürdiger machte. Und er hatte diese Aufgabe "zumindest für den Moment"? Das klang beim besten Willen nicht nach einer harmlosen Randbemerkung, auch wenn seine Forderungen aktuell nicht überzogen wirkten - ein Auge auf seinen Star zu halten war wohl das, wozu man erwartete, dass Ninja gut waren. Auch wenn die beiden ihre Rolle hier ein wenig aktiver verstanden. "Ich gehe davon aus dass wir eine Übersicht über ihre Termine und deren vorgesehenen Ablauf der nächsten Wochen bekommen?" Hakte er nach, als Masayoshi-san sich nach offenen Fragen erkundigte, ansonsten hatte er für den Moment keine - und auch die hatte er eher gestellt um nicht gar keine Fragen zu äußern, was vielleicht suspekt gewirkt hätte. Dass er ihm zutraute, für Manipulationen verantwortlich zu sein (gerade wenn er so offen sagte, nur temporär Manager zu sein?) war klar - er würde mit Yui darüber reden wenn sie sicher sein konnten, dass niemand zuhörte. Nachdem der Manager ihnen zugesichert hatte, dass er morgen detaillierte Pläne für sie haben würde, waren sie erstmal entlassen - vielmehr entließ er sich selbst, indem er eilig zu irgendeinem Gespräch abmarschierte, das sich wohl mit der Vorbereitung des Turniers befassen sollte.

"Mmh." Machte Arata vorsichtig, und erhob sich rasch wieder. "Ich würde mal einen Blick in die Lobby werfen, wenn du einverstanden bist ... einfach mal die anderen Gäste anschauen, beobachten was sie treiben. Vielleicht hab ich Glück und mir fällt jemand auf. Vielleicht guckst du dir so lang unser Zimmer und das Hotel an ...? Ich trau der Sache nicht ganz." Und wenn er das schon nicht tat ... könnte er sich wenigstens ein wenig nett hinsetzen und einen Tee trinken. Ihm tat immer noch alles weh, vor allem die Beine.
Der Yamanaka kehrte also vorsichtig in den Eingangsbereich des Hotels zurück, schaute sich einen Moment in der eher leeren Lobby um, und entschied sich für einen sehr bequem aussehenden Sessel in der Nähe des Kamins, der auch wirklich so wunderbar warm und bequem war wie er ausgesehen hatte. Ein leises Seufzen entwich ihm, er lehnte den Kopf zurück, und ließ den Blick über die Gäste schweifen. Ein paar von ihnen unterhielten sich leise und angespannt an den Seitentischen, aber das könnte sich auch um Schulden oder Beziehungsfragen drehen. Eigentlich hatte er etwas anderes vor - vorne aus dem Fenster sah er gerade noch so den Manager. Er schloss die Augen, legte sich die Hände an die Schläfen, und öffnete gleichzeitig die Lider und sein Bewusstsein ... (Yamanaka Shingan!).
 
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Schach? Nein ... das hatte er noch nicht ein einziges Mal versucht, so dass er Kayas Frage bedauernd verneinen musste. Aber warum eigentlich, wo es doch ein so beliebtes Spiel war und gefühlt jeder zweite seiner Kommilitonen entweder Schach, Go, Shogi oder Ähnliches spielte, um seine strategischen Fähigkeiten zu schulen? Den Rest der Fahrt über kaute Tamaki auf der Frage herum und kam letztlich zu dem Schluss, dass er durch das Training mit seiner Mutter schon genug mit Taktiererei, Täuschen und gegenseitigem Hinters-Licht-Führen zu tun hatte. So war es auch kaum verwunderlich, dass seine Freizeitaktivitäten eher passiver Natur waren. Einfach irgendwo herumzuhocken und Menschen und Tieren bei ihrem alltäglichen Leben zuzusehen, war dem Suzuya genug. Umso mehr, da er an diesem Leben nur selten teilhatte.

So nahm er auch sehr deutlich wahr, wie Kaya auf die Hoteloma reagierte. ’Was hat sie denn nur?‘, dachte Tamaki, ließ sich die Sorge aber nicht anmerken. Auf den ersten Blick erkannte er keine äußeren Umstände, die Resignation herausgefordert hätten. Wenn er also nicht irgendetwas übersah, das scharfe Hayabusa-Augen längst erfasst hatten, war es wohl irgendetwas Persönliches. Vielleicht konnte er es später einmal ansprechen, wenn sie ein wenig Ruhe hatten. Aber ganz gewiss nicht hier und jetzt, wo sie Zuhörer hatten (ganz gleich, wie herzlich die alte Dame ihnen begegnete) und zudem noch geschafft von der Reise waren. Nichtsdestotrotz fand er ein ehrliches Lächeln für Kaya. “Gute Idee. Ich hol‘ dich in zwei Stunden ab, ja?“.

Tamakis erste Amtshandlung im Zimmer war es gewesen, den Rucksack von den Schultern gleiten und sich dann selbst Nase voran aufs Bett fallen zu lassen. So blieb er für einige Minuten reglos liegen, bevor sich ein leises Stimmchen meldete (im Geiste klang es wie die Hoteloma), dass er gefälligst die Schuhe ausziehen sollte. Leise grummelnd schob sich der Suzuya vom Bett herunter, entledigte sich seiner Schuhe und stellte sie brav neben den Eingang, bevor er auf Socken das Zimmer erkundete. Auch hier waren, soweit Tamaki das einschätzen konnte, nur hochwertige Materialien verbaut und verwendet worden. Die schlichte Einrichtung wirkte edel, fügte sich wohlproportioniert in den Raum ein und – Moment, war das ein Wagashi auf dem Nachttisch?! Beinahe ehrfürchtig nahm der Junge das kleine Ahornblatt aus Zucker in die Hand und betrachtete die feine Konditorkunst. Da konnte seine Oma dann doch nicht mithalten (und er liebte ihre Wagashi). Viel mehr Geduld hatte Tamaki dann auch nicht und so war das Zuckerwerk im nächsten Moment Geschichte. Apropos Oma ... da war noch einiges an Proviant, das vertilgt werden wollte, und inzwischen war Tamaki auch so weit, dass sich wieder leiser Hunger regte. Oder doch lieber der gegrillte Aal? Na, der würde schon Abnehmer finden. Es hätte ihm sehr leidgetan, wenn das Essen, das seine Oma ihm mitgegeben hatte, verderben würde. Also tat er sich noch einmal an den Gyoza, Onigiri und vor allem den Süßigkeiten gütlich und packte den Rest (ja, es gab immer noch einen Rest!) in den Minikühlschrank, den er auf seinem Rundgang entdeckt hatte. Vielleicht mochte Kaya später noch etwas davon haben, aber für den Moment wollte er ihr etwas Ruhe gönnen. Seit ihrer Ankunft am Hafen und besonders vorhin an der Rezeption hatte er den Eindruck gehabt, dass sie dringend ein bisschen Zeit für sich brauchte, was er nur zu gut nachvollziehen konnte. Insgesamt war Tamaki mit dem Start ihrer gemeinsamen Mission aber sehr zufrieden und mit Kaya an seiner Seite war er zuversichtlich, dass sie das Kind schon schaukeln würden. Es war doch auch nur ein olles, politisch relevantes Schachspiel ...

Apropos Kaya ... Tamaki stutzte. Hatte er da eben ihre Stimme gehört? Draußen auf dem Korridor? Auf leisen Sohlen (gut, dass er die Schuhe ausgezogen hatte!) schlich sich der Suzuya zur Tür und lauschte. Ja, eindeutig die Hayabusa, die sich gerade mit irgendjemandem anlegte. Vooooorsichtig schob Tamaki die Tür einen Spalt auf und spähte hindurch. Zunächst einmal sah er Kayas Kehrseite. Die Kunoichi hatte sich oben an der Treppe vor irgendeinem Typen mit Sonnenbrille aufgebaut (Wer bitte trug -? Egal.), der wohl beinahe in sie hineingelaufen war. Der Konflikt war zum Glück schnell beigelegt, doch als der Sonnenbrillenmann (jetzt ohne Sonnenbrille) an Kaya vorbeiging, wurde der Blick auf die Personen hinter ihm frei. Irgendein dunkelhaariger, ziemlich riesiger Kerl und ... Arata, der jetzt auch noch auf ihn zukam! Erschrocken zog Tamaki sich hinter die Tür zurück. Da hätten sie nun also das Shiro-Team ... Noch war der Suzuya sich nicht sicher, ob er sich freuen sollte, den Yamanaka wiederzusehen. Irgendwie schon, schließlich war Arata sehr nett gewesen. Aber wusste er, was sein genauer Auftrag war? Was, wenn es nicht nur darum ging, die Schachmeisterin aus Shiro zu beschützen? Er lauschte noch dem kurzen Wortwechsel zwischen Kaya und dem Dunkelhaarigen, denn es kam ja nicht in Frage, dass er die Hayabusa jetzt in einer potentiellen Gefahrensituation allein ließ, dann zog er sich ein weiteres Mal zurück, als der fremde (vermutlich) Shinobi Arata und dem Sonnenbrillenträger nachfolgte. Erst dann huschte Tamaki – Moment, Schuhe! – nach draußen und holte Kaya am Fuß der Treppe ein.

„Kaya ...!“, machte er sich leise bemerkbar. Die Anspannung war deutlich aus seiner Stimme zu hören. “Du bist gerade dem Shiro-Team begegnet. Einen davon kenn‘ ich sogar-“. Ein Winken von der Rezeption unterbrach ihn jedoch. „Aaah, die jungen Herrschaften!“, meldete sich die Hoteloma, fröhlich wie immer. „Die Eheleute Iwasaki sind zurückgekehrt. Ich darf euch ausrichten, dass sie in der Kameliensuite auf euch warten. Ihr sollt einfach klopfen, wenn ihr soweit seid.“.

@Hayabusa Kaya @Takegatama Yuichiro @Yamanaka Arata
 
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WHO ARE YOU INSIDE? - I'M SICK OF NEVER FEELING QUITE RIGHT
I'M GONNA MAKE A CHANGE THIS TIME


Mit finsterem Blick - was angesichts ihrer pechschwarzen Augen schon eine Kunst war noch dunkler dreinzuschauen - erwiderte sie den Blick der eisblauen Augen des Opas. Na gut...für einen Opa war er eigentlich noch zu jung, aber das war noch das netteste Wort, welches der Hayabusa in dieser Situation in den Sinn gekommen war. Dabei hatte der Kerl ja eigentlich nichts gemacht.. außer sie auf dem falschen Fuß zu erwischen. Genervt seufzte Kaya und trat ein Stück beiseite um den Herr und seine Begleiter vorbei zu lassen. Interessiert warf sie aus dem Augenwinkel heraus einen Blick auf den blonden Begleiter. Er war hübsch... wirklich hübsch. Leicht hoben sich ihre Brauen: Moment. War das wirklich ein Junge...? Eigentlich konnte sie ihren Augen vertrauen: ihr entging kaum ein Detail und auch wenn man körperlich nicht unbedingt direkt einen geschlechtlichen Unterschied machen konnte - beziehungsweise der Anschein auch leicht täuschen konnte - verriet einen in der Regel die Art und Weise wie man sich bewegte. Oder sonst irgendwie sowas in der Art... doch bei dem Fremden (oder der Fremden?) war sie sich gerade nicht wirklich sicher. Doch ehe sie sich tatsächlich herum drehen und ihrer Neugier nachkommen konnte, wurde sie von der Seite angesprochen.

Immerhin war das eine eindeutig männliche Stimme. Als sie sich zum Ursprung der Stimme, die nach ihrem Behagen fragte, herumwandte, sah sie direkt in ein paar von Blaugrauen Augen. Instinktiv ging sie einen Schritt zurück um mehr Distanz zwischen sich und dem Fremden zu bringen. Seine Größe schüchterte sie etwas ein - doch noch mehr war sie von seinem Äußeren irritiert: der Kerl sah gut aus...! Eine leichte Röte stieg ihr in die Wangen. Was zum Geier?! fluchte sie innerlich über ihre eigene Reaktion. Das mussten diese blöden Hormone sein, von den man immer hörte. Schöner Mist...! Wie zur Abwehr hob sie ihre Hand und zupfte sich den Kragen ihrer Jacke wieder über die Lippen. Wie peinlich war das denn bitte...! Sein Lächeln machte das Ganze nur noch schlimmer. "Hmpf." stieß sie missmutig aus und verschränkte die Arme. Eilig wandte sie den Blick ab und zuckte auf seine Frage hin nur mit den Schultern. Meine Güte was futterte dieser Kerl bitte um so groß zu werden? Was gab man dem bitte zu Essen? "So in der Art." antwortete die kurz angebunden auf seine Frage hin, ob sie hier auch Urlaub machte. Auch ...das implizierte, dass der Riese hier zu seinem Vergnügen war. Allerdings zweifelte das Rabenmädchen diese Theorie instinktiv an. Begründen konnte sie es nicht so Recht: doch alles an ihr signalisierte ihr, dass sie vorsichtig sein sollte mit diesem Kerl. Dennoch... sie war doch sonst nicht so auf den Mund gefallen...! Gerade als sie zu einem ihrer typischen, spitzbübischen Kommentare ausholen wollte, entwaffnete er sie mit seiner Verabschiedung. Übrigens, die Jacke steht dir super! schossen ihr seine Worte nochmal durch den Kopf, während sie wie bestellt und nicht abgeholt angewurzelt stehen blieb. Völlig perplex sah sie ihm schließlich nach: Was stimmt denn mit diesem Kerl nicht?!

Knallrot und stocksteif ging sie die Treppe hinab, wollte hier unten auf Tamaki warten, als sie bereits dessen Stimme vernahm. Noch mit einer leichten Röte auf den Wangen, aber direkt deutlich entspannter, wandte sie sich zu ihrem Kollegen herum und schenkte ihm sogar ein freundliches Lächeln. Ein Glück - Tamaki! Die Anspannung, die aus seiner Stimmlage hervor kam, ließ sie jedoch wieder aufmerksamer werden. Was hatte er denn? Mit den folgenden Worten sorgte er dafür, dass sich ihre Augen vor Staunen weiteten: "Was?!" entfuhr es ihr wütend. Wusste sie doch das an dem Kerl was komisch war! Er war also nur so nett zu ihr um sie abzulenken...! Sowas hinterhältiges...! Plötzlich stahl sich ein süffisantes Schmunzeln auf ihre Lippen und sie schnaubte amüsiert: Wirklich geschickt...! komplementierte sie die Shiro-Nin gedanklich. Hatte der junge Mann seinen Charme doch geschickt eingesetzt um sie abzulenken. Ein wirklich kluger Schachzug... sie würden gut auf der Hut sein müssen. Kaya jedenfalls nahm sich fest vor konzentrierter an die Arbeit zu gehen. Mit einem Nicken vernahm sie die Neuigkeiten der Hoteloma, ließ es sich jedoch nicht nehmen ihre Hand aufmunternd auf Tamakis Schulter zu legen. Sie wollte ihm signalisieren, dass es in Ordnung war und sie das Ganze gemeinsam angehen würden. Was diese Shio-Nin auch planten oder wer auch immer sie waren, Tamaki und sie würden das Ding schon schaukeln. Sie ließen sich von der Omi den Weg beschreiben und machten sich auf den Weg zur besagten Kameliensuite. "Kamelien...meinte sie vielleicht Kamille?" fragte Kaya frei heraus, die sich so null mit Blumen auskannte. War das für ein Mädchen ungewöhnlich...? Naja, sie wirkte ja eigentlich auch nicht wie das typische Mädchen...oder doch? War sie durch die gemeinsame Zeit mit Shunsui weiblicher geworden in ihrem Auftreten? Oder war es einfach nur ihrem Heranwachsen verschuldet? Diese Gedanken gefielen ihr gar nicht und ließen sie ihr Kinn nur noch tiefer in ihrem Kragen vergraben. Zum Glück führte sie Tamaki zum richtigen Zimmer, dessen Tür mit einer wunderschönen, rot lackierten Blüte aus Holz geschmückt war. So sahen also Kamelien aus... Kaya hätte sie weiter den Flur hinab geführt, wo eine weiße Kamillenblüte eine Tür zierte. Das hätte peinlich werden können...


IF ONLY I COULD CHANGE IT NOW - NOT SURE I EVEN WOULD
'CAUSE I CAN FEEL IT IN MY BONES


Sie klopften artig an, warteten auf Einlass und bedankten sich, als man ihnen die Tür öffnete. Dabei blieb Kaya die ganze Zeit direkt an Tamakis Seite. Auch wenn sie ihre Hand nicht mehr auf seiner Schulter hatte, war sie fest entschlossen ihm durch ihre direkte Nähe ihren Beistand zu signalisieren. Dabei hielt sie jedoch einen angemessenen Abstand um ihm nicht unangenehm auf die Pelle zu rücken. Die Arme verschränkt ließ sie die Eindrücke der beiden Anwesenden auf sich wirken: das Ehepaar wirkte... wie aus zwei verschiedenen Welten und doch wirkten sie unerschütterlich miteinander verbunden. Es waren Kleinigkeiten in ihrer Körpersprache, in ihrer Haltung zueinander, feine Noten in der Art und Weise wie sie mit einander sprachen, die diese Intimität spiegelten. Irgendwie...tat es weh. Doch Kaya hatte sich etwas vorgenommen und schob daher ihre eigenen Gefühle beiseite. Iwasaki Kenji war ein Mann in seinen besten Jahren und erinnerte im Auftreten und in der Wahl seiner Kleidung eher an einen Wissenschaftler, als an einen professionellen Schachspieler. Dennoch strahlte er ein gesundes Selbstbewusstsein aus: es gab keinen Zweifel daran, dass er sich seines Sieges gewiss war. Dabei schaffte er die hauchfeine Gradwanderung zwischen Überheblichkeit oder Arroganz zu tatsächlichem, ehrlichen Selbstbewusstsein. Iwasaki Tomoko hingegen war einige Jahre jünger als ihr Ehemann - zumindest wenn ihr Äußeres da nicht täuschte (seit der Begegnung mit dem blonden Shiro-Nin auf dem Flur war sich Kaya ihrer Einschätzung da nicht mehr so sicher) und stellte sich als Managerin ihres Mannes vor. Sie schien sich lieber im Hintergrund zu halten und wirkte ruhig, dabei aber auch außerordentlich freundlich. Der Glanz in ihren Augen verriet, dass sich hinter ihrer ruhigen Fassade ein scharfer Geist verbarg.

Während sich Tomoko noch eher zurückhaltend zeigte, verkündete Kenji bezüglich seiner Herausforderin aus Shirogakure, selbstischer wie er war: "Ja, sie spielt hervorragend und hat einen messerscharfen Verstand. Aber ihr fehlt noch eine gewisse Dynamik. Das Organische unter all der Logik. Und deswegen werde ich gewinnen." Ob dieses Kommentars hob Kaya erstaunt die Brauen und presste die Lippen fest aufeinander - verborgen unter dem roten Kragen ihrer Jacke. In ihrer vergangenen Mission mit ihrem Clanbruder Ray hatte sie gelernt sich mit Kommentaren zurückzuhalten. Wenigstens während ihrer Arbeit... Tamaki führte diese Mission, also musste sie sich zusammenreißen. Es stellte sich heraus, dass sie auch gar nichts zu sagen brauchte: Tomoko selbst rief ihren Mann zur Besinnung. Sie ermahnt ihn, dass sein Fraktionswechsel ein politisches Problem darstellen könnte, was es zu Bedenken gab. Dabei richtete sie sich nicht nur an ihren Ehemann, sondern auch an die beiden Shinobi, die zu seinem Schutz abgestellt worden waren. Ehe einer von Beiden sich diesbezüglich äußern konnte, ergriff Kenji selbst erneut das Wort. "Mach dir nicht immer solche Sorgen." versuchte er seine Frau zu beruhigen und anscheinend jede politische Verantwortung von sich zu schieben: zweifelsohne war sein Seitenwechsel kein Thema, dem er sich gern widmete... verständlicherweise. "Natürlich mache ich mir Sorgen. Ich weiß nicht, ob vielleicht Attentäter im Publikum sitzen. Bei diesem Match geht es nicht nur um einen Titel. Schlimmstenfalls geht es um dein Leben." entgegnete seine Frau - ruhig, doch bestimmt. Kenji beschwichtigte seine Frau, in dem er an ihre Seite trat und ihr einen flüchtigen Kuss auf die Hand legte. Wieder setzte es Kaya einen Stich ins Herz. Verdammt. Ihre Finger gruben sich in den Stoff ihrer Jacke, während sie den Blick kurz abwandte.

Kaya schloss für einen kurzen Moment die Augen, überließ Tamaki die professionelle Einleitung, ehe sie sich einschaltete und ihren Blick wieder auf das Ehepaar legte. "Wieso nehmen Sie ihren Ehering immer mal wieder ab?" fragte die Hayabusa plötzlich und irritierte damit alle Anwesenden. Kaya schwieg, fixierte Kenji nur mit durchdringendem Blick. "Woher...?" fragte er perplex und hob seine Hand, an dessen Ringfinger der goldene Ehering ruhte. Seine Frau hob ebenso erstaunt wie er die Brauen. "...wenn ich bade nehme ich ihn vorsichtshalber ab... ich habe ihn schonmal verloren und wage es nicht, ihn noch einmal im Wasser zu verlieren." erklärte er, nach wie vor überrumpelt. "Ich habe einiges an Gewicht verloren und deswegen sitzt er nicht mehr so gut wie früher..." fügte er hinzu. "Aber woher...?" harkte er nochmal nach und hob den Blick um der Hayabusa in die tiefschwarzen Seelenspiegel zu sehen. Er schien zu schaudern - das konnte man ihm nicht übel nehmen. Kaya nickte in Richtung seines Ringfingers: "Ihre Ringe sind beide matt, weil sie sie die ganze Zeit tragen. Aber die Innenseite ihres Ringes ist glänzend." die Augen des Schachspielers weiteten sich, als er etwas gegen den Ring drückte, damit ein geringer Abstand zwischen Ring und Finger sichtbar wurde. Der Abstand war so minimal... wie hatte sie...? "Wenn sie ihren Ring abziehen polieren sie ihn so gesehen." ergänzte sie und zuckte leicht mit den Achseln. Tomoko schmunzelte amüsiert: "Ich sagte doch, wir sollten zum Goldschmied." merkte sie deutlich entspannter an. Diese kleine Vorführung schien sie etwas beruhigt zu haben und auch Kenji konnte sich ein peinlich berührtes Grinsen nicht verkneifen. Kaya hob leicht ihr Kinn, befreite es so vom Stoff und zeigte ein offensichtliches Schmunzeln. "So schnell entgeht uns nichts." versicherte Kaya noch einmal und als sich ihr Blick mit dem von Tamaki kreuzte, zwinkerte sie ihm leicht zu. Eine kleine Vorführung sagte mehr als tausend Worte. Oder nicht?

Deutlich beruhigter als zuvor verabredete sich das Ehepaar mit den Sora-Nins, dass man sich am nächsten Morgen in der Hotellobby treffen und gemeinsam zum Austragungsort gehen würde. Und so trennten sich ihre Wege wieder - vorerst. Kaya war schon wieder deutlich besserer Laune, sie wirkte auch wieder deutlich ....sortierte als zuvor. "Wollen wir dann?" fragte sie ihren Teamkollegen. Immerhin hatten sie sich ja vorgenommen sich vorab schon mal den Austragunsort anzusehen und diesen auszukundschaften. Als sie jedoch die Hotellobby betraten und im Begriff waren weiter ihres Weges zu gehen, stoppte Tamaki plötzlich. Fragend fuhr Kaya zu ihrem Kollegen herum und sah, dass dieser jemanden am Fenster fixierte. Sie folgte seinem Blick und zuckte leicht zusammen, als sie den gewellten, blonden Schopf am Fenster erkannte. Das war doch dieser junge Mann... oder die junge Frau...was auch immer, das war doch der andere Shinobi aus Shiro? "Ist das der Shiro-nin den du kennst...?" griff sie ihr Gespräch von vorher wieder auf, bevor die Hoteloma sie unterbrochen hatte. Sie nahm kurzerhand die männliche Anrede - in der Hoffnung damit niemanden auf den Fuß zu treten. Wenn der eine Shinobi hier war...dann war der Andere doch sicher auch nicht weit. Beim Gedanken an den hübschen Riesen sträubten sich ihre feinen Nackenhaare. Nochmal würde sie ihm nicht auf den Leim gehen...!
 
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