Stadtkern

Dieses Thema im Forum "Toshi no Kokka" wurde erstellt von Hyuuga Mari, 4. Okt. 2019.

  1. Hyuuga Mari

    Hyuuga Mari Chuunin

    Beiträge:
    1.043
    Alter:
    19 Jahre
    Größe:
    170 cm
    Fraktion:
    Shiro
    Dorf:
    Shiro | Konoha
    Steckbrief:
    Link
    cf: Der Palast des Königs

    Und so fanden sich Mari und Hei plötzlich zurück auf den Straßen Toshi no Kokkas. Vor ihnen ging ein junger Mann, vielleicht Mitte Zwanzig, der sogar noch ein Stückchen größer als Hei war. Im Gegensatz zu Naoku oder dem Wächter Yuuma wirkte dieser Mann eher drahtig, weniger breit gebaut. Seine blonden Haare hingen ihm in wilden Locken bis in den Nacken und Mari konnte sich vorstellen, dass diese voluminöse Mähne nur schwer zu bändigen war. Im Gegensatz zu Yuuma hatte dieser Wächter keine Regung gezeigt, als er die Ninja erblickt hatte. Nachdem sie das Studierzimmer verlassen hatten, hatte der blonde Mann sich nur kurz verbeugt und mit sehr knappen Worten zu verstehen gegeben, dass sie ihm folgen sollten. Seitdem… hatte er nicht mehr gesprochen, sondern schien erpicht darauf, seine Aufgabe zu erfüllen. Mehr nicht. Er schien sich nicht sonderlich für die Ninja zu interessieren, aber ganz schweigend wollte Mari den Weg nicht verbringen. Es wunderte sie ohnehin, wie ruhig es in Toshi no Kokka war… sie begegneten kaum einer Menschenseele, obwohl sie auf der Hauptstraße der Stadt unterwegs waren. Zumindest vermutete die Hyuuga das. Sie wollte gerne fragen, was Hei von den bisherigen Personen hielt... Naoku, Beniko und auch Akira. Aber in Gegenwart des Wächters war ihr das Thema dann doch zu prekär. „Wie sollen wir den Kao begegnen? Ich befürchte, dass sie uns nicht mit offenen Armen empfangen werden, wenn wir ihnen sagen, wer uns schickt.“ Immerhin das war ein Thema, über das sie ungehindert sprechen konnten. Sie sah zu Hei, hob die Schultern kurz an. „Andererseits müssen wir ihnen einen Grund liefern, überhaupt mit uns über das Haoken zu sprechen. Ich meine, warum sollten sie irgendein Wissen mit Fremden teilen, die zufälligerweise an ihre Tür klopfen?“ Mari war mehr eine Person der Taten, weniger der Worte. Je mehr sie darüber nachdachte, desto mehr störte es sie, in solch einer politisch schwierigen Situation zu stecken. Sie hatte das Gefühl, mit einem falschen Wort könne der Auftrag bereits kippen. Vielleicht hatte man die Ninja an einem viel zu späten Zeitpunkt eingeschaltet? Zu einem Zeitpunkt, zu dem man die Situation bereits nicht mehr retten konnte? „Darüber braucht ihr euch noch keine Gedanken machen.“ Mari horchte auf, als sich der Wächter, der vor Ihnen ging, unerwartet zu Wort meldete. Er sah nicht zurück und doch wurde der Braunhaarigen bewusst, dass dieser Mann sich mehr für die Ninja und ihr Gespräch interessierte, als er den Anschein gemacht hatte. „Dort hinten ist das Anwesen der Kao.“ Er blieb stehen und deutete auf ein Gebäude, noch etwa hundert Meter entfernt, das nicht ansatzweise mit dem glänzenden Palast im Stadtinneren zu vergleichen war. Anwesen… war ein Begriff, der hier vollkommen übertrieben war. Mari erkannte ein Gebäude mit schlichten Steinmauern, die an mancher Stelle ein wenig brüchig war. Ein paar kleine Fenster und eine Haustür, die direkt zur Straße zeigte, vervollständigten das Bild eines einfachen Hauses. Kein großer Vorgarten, keine verschnörkelten Steinfiguren… wenn die Hyuuga nicht gezielt hergeführt worden wäre, wäre sie wohl geradewegs an diesem Gebäude vorbeigelaufen. Gut, sie wusste nicht, wie viel Raum dieses Gebäude nach hinten hin einnahm, aber auffällig war es dennoch nicht. „Versucht euer Glück, aber es haben schon viele vor euch versucht.“ Der Wächter trat zur Seite, um den Ninja Platz zu machen. Er ließ offen, was genau er damit meinte, sondern verneigte sich vor den Ninja. „Meine Aufgabe ist damit erledigt. Ich wünsche euch viel Erfolg und hoffe, dass ihr das Haoken seinem rechtmäßigen Besitzer zurückbringen werdet.“ Mari hatte das Gefühl, dass der letzte Satz des Wächters mehr beinhaltete, als der reine Wunsch, dass die Senshi ihre Thronfolge hielten. Vielleicht war diesem Mann einfach bewusst, in welcher schlechten Situation sich Toshi no Kokka befand – und das Haoken zurückzubringen könnte sie davor bewahren, endgültig den rechten Pfad zu verlieren? Der Wächter erhob sich wieder, warf den Ninja einen letzten zuversichtlichen Blick zu und machte sich dann auf den Weg zurück in Richtung des Palastes.
     
    Tatsumaki Hei gefällt das.
  2. Tatsumaki Hei

    Tatsumaki Hei Chuunin

    Beiträge:
    1.144
    Alter:
    20 Jahre
    Größe:
    185 cm
    Fraktion:
    Shiro
    Dorf:
    Suna
    Steckbrief:
    Link
    Hei brodelte. Der Typ hatte sie doch angeheuert und beim Kage um Hilfe gebeten - wieso verhielt er sich dann so? Die Arroganz die der Mann ausstrahlte war zwar Teil seines Charismas, aber Hei konnte sich einfach nicht vorstellen dass das alles war, was er zu bieten hatte - ansonsten wäre er wohl nicht in so einer exponierten Lage. Der Tatsumaki war nicht besonders gut gelaunt als sie von dem Wächter durch die Straßen geführt wurden. Einfach nur lächerlich; wie sollte man arbeiten, wenn man mit solchen Auftraggebern zu tun hatte? Und dann auch noch in einer Drucksituation wie dieser, wo es tatsächlich auch um Menschenleben gehen konnte. Der Gesichtsausdruck des Chuunin war finster, als Mari ihn ansprach und wurde nur ein wenig entspannter, als er über die Frage nachdachte. "Ich bin mir nicht sicher", brummte er und schien nicht wirklich begeistert. "Ich bin mir nichtmal sicher, ob wir direkt versuchen sollten mit ihnen zu sprechen...", murmelte der junge Mann nachdenklich, aber dann fühlte sich der Wächter auch noch angehalten, ein paar Worte zu sagen. Er verstand nicht so recht was der Mann ihnen sagen wollte, aber erwidern tat er auch nichts. Hei fand, dass alle hier ein wenig zu geheimnistuerisch waren. Offenbar wussten hier Menschen Dinge, aber sie entschieden sich, möglichst viel für sich zu behalten. Als ob kein wirkliches Interesse da war, dieses Schwert möglichst schnell und effizient zu finden, und das störte ihn. Es war, als wäre es Absicht. Der Wächter zeigte ihnen etwas, was aussah, wie ein Haus, aber mehr auch nicht - und es war sogar ein relativ abgerissenes Gebäude. Heil, ja, aber einfach und nicht wirklich gepflegt. 'Anwesen' war wirklich übertrieben. Wächter-Mann machte sich auf den Weg zurück und ließ die braunhaarige Kunoichi und ihren Partner alleine stehen. Hei machte ein finsteres Gesicht, noch immer. "Die sind doch alle vollkommen irre", knurrte er und verschränkte die Arme. "Der Kerl heult rum weil die bösen Kao ihm da Schwert weggenommen haben wie ein Kind, aber auch wenn er laut tönt - er scheint nicht die Mittel oder den Mut zu haben die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Dann heuert er Shinobi und meldet Ansprüche ohne Ende an, gleichzeitig droht er nicht nur uns sondern auch der ganzen Stadt. Und macht uns die Arbeit noch schwieriger indem er uns nicht einmal eine vernünftige Plattform verschafft." Er schnaufte aus. "Einmal mit Profis arbeiten", blökte der Tatsumaki unzufrieden und verschränkte die Arme hinter dem Kopf, atmete tief ein und wieder aus, die Augen geschlossen.

    Dann wand er sich seiner Freundin zu, ein wenig entspannter wirkend. "Bisher ist hier jeder höchst suspekt in dieser Stadt. Beniko vielleicht ausgeschlossen. Aber sie wiederum ist zu entspannt, wenn man sich ihren Bruder und Vater ansieht. Auch nicht ganz normal. Gefühlt könnte hier jeder das Schwert versteckt halten und auf irgendeinen Moment warten, der ihnen günstig erscheint." All das sagte er in möglichst leiser Stimme, aber eine gewisse Frustration war herauszuhören. "Aber das Schlimmste ist wie der 'Thronfolger' mit uns geredet hat. Seine gewaltherrschaftlichen Tendenzen sollten wir dem Kage zumindest anzeigen, denke ich. Und wenn hier jemand einen Auftrag bekommt, dauerhaft einen Blick auf die Stadt zu werfen, wäre das wohl auch gut." Immerhin war das ein wichtiger Platz in der Welt, ein Warenumschlagplatz. So, nun aber zurück zum täglichen Geschäft. Hei sah zu dem Haus und überlegte einen Moment. "Ich halte es für absoluten Schwachsinn, direkt da hinzurennen und anzuklopfen. Nicht, ohne einen Blick geworfen zu haben, ob da jemand drin ist - und wenn ja, wie viele." Er zog Mari ein wenig weg, in eine Seitengasse, in der - nach kurzem Umsehen - kein anderer Bewohner der Stadt vorzufinden war. Immerhin. Erwartungsvoll sah Hei die Hyuuga an - und verwandelte sich in der Zwischenzeit mithilfe des Henges in eine Version von sich selbst, die helle Haut und sehr viel kürzere Haare hatte. Relativ unscheinbar eigentlich. Nur seine Augen ließ er wie sie waren. Die Information? Es befanden sich keine Leute im Haus. Hei nickte nachdenklich, dann zuckte er mit den Schultern. "In Ordnung. Sieht nicht nach einem Hinterhalt aus, sagst du?" Kurz schwieg er. "Lass uns sehen, dass wir da reinkommen", brummte er und ging auf das Haus zu, versuchte, die Tür zu öffnen - aber sie war verschlossen. Na, kein Wunder. Er klopfte, aber es gab keine Antwort. Er sah durch ein Fenster, konnte aber nicht wirklich etwas erkennen - das Tageslicht erhellte den Innenraum nicht genug, als das man viel sehen konnte. "Notfalls sehen wir auf der R-", fing er an, wurde dann aber von einer rauen, zittrigen Stimme unterbrochen. "Hinfort, Eindringlinge! Das ist Privatgelände", krächzte der Jemand, der sprach - die Stimme kam von der Seite, nicht aus dem Haus. Hei drehte sich um und sah sich von Angesicht zu Angesicht mit einem alten, drahtigen Mann konfrontiert, der sie mit Argusaugen beobachtete. Und doch - in dem Moment, in dem sich der Tatsumaki drehte, blitzte etwas wie... ein Erkennen in den Augen des Mannes auf. Sein Gegenüber stockte kurz, stützte sich auf seinen massiven Stock und fasste Hei ganz genau ins Auge. Dann sah er zu Mari, wieder zu Hei, und seine Augen wurden schmaler. "Habt ihr nicht gehört? Weg!" Hei war skeptisch. Wieder so seltsames Verhalten. "Wir wissen, dass das Privatgelände ist", erwiderte er sanft. "Wir suchen nach den Herren Kao und Kao. Das hier ist doch ihr Haus?"
     
    Hyuuga Mari gefällt das.
  3. Hyuuga Mari

    Hyuuga Mari Chuunin

    Beiträge:
    1.043
    Alter:
    19 Jahre
    Größe:
    170 cm
    Fraktion:
    Shiro
    Dorf:
    Shiro | Konoha
    Steckbrief:
    Link
    „Hm.“ Mari sah den finsteren Blick, den Hei ihr zuwarf und auch wenn er sich bemühte, die Gesichtszüge zumindest ein wenig zu entspannen, während er über ihre Frage nachdachte, so verfestigte sich für die junge Frau doch der düstere Ausdruck, der für einen Moment in seinen Augen gelegen hatte. Sie konnte verstehen, warum Hei so reagierte und auch, dass ihn das Verhalten des Auftraggebers störte. Nein, Senshi Naoku war mit Sicherheit keine einfache Persönlichkeit und hatte so manchen Makel, den ein vollkommener Herrscher nicht haben sollte. Dem ersten Eindruck nach zu urteilen war er ein Egozentriker, der einzig auf seine Macht aus war. Und doch… hatte sie das Gefühl, dem alten Mann auch irgendwie ein wenig Unrecht damit zu tun, das Verhalten so einfach, wie Hei es äußerte, als irre zu bezeichnen. Die Hyuuga war momentan nicht erpicht darauf, Diskussionen über die positiven oder negativen Eigenschaften des Senshi zu halten und darüber zu philosophieren, warum er so war, wie er eben dem ersten Eindruck nach zu urteilen war. Das wäre der Erfüllung des Auftrages nicht dienlich, weshalb Hei wohl höchstens an ihrem Blick eine gewisse Skepsis hätte ausmachen können. Doch wenn sie eines bisher gelernt hatte, dann dass man Menschen nicht so schnell in Schubladen stecken sollte. Einen Fehler, den sie früher viel zu oft getan hatte. Und auch ein Senshi Naoku stand mit Sicherheit seit jeher unter großem Druck, der nach dem Verschwinden des Haoken sicherlich nicht weniger geworden war. Vielleicht drängte die Zeit sogar wirklich… wenn man doch bedachte, in welch instabilem Zustand sich die Stadt befand. Es macht das Gesagte des alten Senshi nicht besser, half aber vielleicht, den Hintergrund mehr zu verstehen und vielleicht sogar nachvollziehen zu können. „Ich werde die Eigenschaften und die damit einhergehenden Gefahren des Auftraggebers in den Bericht an den Kagen einfließen lassen“, antwortete sie, legte dann eine Hand an ihr Kinn, während ihr Blick kurz abschweifte. „Auch wenn ich befürchte, dass der Kage in diesem neutralen Land und dazu noch in Toshi no Kokka wenig Einfluss haben kann“, ergänzte sie ihre Ausführungen nüchtern. Sie befanden sich nicht im Feuerreich, da wäre es vielleicht anders gewesen. Das hier war eine unabhängige Stadt in einem unabhängigen Land – dass es Ninja aus Shirogakure waren, die für den Auftrag angeheuert worden waren, war im Prinzip reiner Zufall. Wie wohl der alte König geherrscht hatte? War er ein gütiger Mann gewesen? Oder ähnlich wie Senshi Naoku? Als sie den Griff um ihren Arm spürte, sah sie Hei einen Moment verwundert an, ließ sich allerdings ohne Widerworte mitziehen. In der Seitengasse angekommen, schummelte sich ein amüsiertes Lächeln auf ihre Lippen, als sie den erwartungsvollen Blick aus den hellblauen Augen des Tatsumaki spürte. Sie kam nicht umhin, die Situation zu kommentieren: „Dein Blick könnte auch etwas Anderes meinen.“ Noch einen Moment behielt sie das erheiterte Grinsen bei, wurde sich dann aber wieder über den Ernst der Lage bewusst. Es formten sich um die Augen der Hyuuga die altbekannten Adern – mittlerweile musste sich Mari kaum noch konzentrieren, um ihr Byakugan einzusetzen. „Das Haus ist leer“, antwortete sie dem Suna-Nin auf die von ihm nur indirekt gestellte Frage. Die Adern verschwanden und sie sah zu ihrem Freund und Teamkollegen. Verwundert stellte sie fest, dass dieser sich mit dem Henge in eine alternative Variante von sich selbst verwandelt hatte – hellere Haut und kürzere Haare. Sie konnte sich vorstellen, warum er es machte, immerhin hatten sie sich in der Vergangenheit oft nur mit einer Tarnung fortbewegt. Doch im Moment war sie nicht sicher, ob es der richtige Weg war, ihre Herkunft so derart zu verschleiern. Sie hatten niemanden, vor dem sie sich verstecken mussten und konnten mit ihrer Herkunft zumindest Aufmerksamkeit und vielleicht sogar einen gewissen Respekt erlangen. Ehe sie etwas sagen konnte, ging Hei allerdings schon auf die Haustür des Gebäudes zu, klopfte an die Tür und sah durch ein Fenster hinein. Sie folgte dem Suna-Nin, wollte ihn gerade ansprechen, da ertönte eine alte, krächzende Stimme, die sie aufhorchen ließ.

    Mari ärgert sich, in diesem Moment erwischt worden zu sein – und sie ärgerte sich über ihre eigene Nachlässigkeit. Ihr hätte auffallen müssen, dass sich jemand näherte… und doch war sie kurzzeitig so in Gedanken versunken gewesen, dass sie ihrer Umwelt nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt hatte. Nun standen sie hier, Hei verwandelt, sie nicht… und vor den Augen dieses Mannes wollte sie ungern etwas daran ändern. Die Braunhaarige musterte den Alten genauer, der sich mit seinem massiven Stock näherte und versuchte, sie barsch davonzujagen. Er ging gekrümmt, seine grauen Haare waren lang und zu einem losen Zopf im Nacken gebunden, die Falten lagen tief in seinem Gesicht. Immerhin schien es ihn wenig zu interessieren, ein Weißauge vor sich stehen zu haben, sondern konzentrierte sich viel mehr auf den verwandelten Tatsumaki. „Phah! Da seid ihr nicht die Ersten!“ Der Mann blieb stehen, doch Mari hatte keinen Zweifel daran, dass er auch die letzten Meter jeden Moment überbrücken würde, um sie notfalls mit dem Holzstock davonzujagen. Seine grimmige Stimme passte zum skeptischen Blick, der über die jungen Menschen wanderte. „Na? Wer schickt euch? Wieder diese verdammten Senshi? Ich bin zu alt für diesen Schwachsinn!“ Und wie Mari befürchtet hatte, ging der Mann wieder los, hob seinen massiven Stab mit einer überraschenden Leichtigkeit an und stieß Hei mit dessen flachen Spitze an die Brust. „Sie sind nicht hier! Und ihr seid Schuld daran! Ich werde dieses Haus bewachen, bis Kotarou und Ren wiederherkommen können, ohne von diesen Senshi-Hunden verfolgt zu werden!“, knurrte der Alte und schien trotz seiner gebrechlichen Haltung bereit, jeden Kampf auf sich zu nehmen. Wer auch immer dieser Mann war, er war nicht gut auf das Hause Senshi zu sprechen. Das war mehr aus offensichtlich. „Ihr kennt die Brüder Kao also? Wenn sie nicht hier sind, wo sind sie dann?“ Ehe sich die Hyuuga versah, huschte die Spitze des Stocks von Hei zu ihr. Kurz sah die Braunhaarige auf die Waffe herab, die nur kurz vor ihrem Oberkörper Halt gemacht hatte, konnte es sich dann aber nicht verkneifen, das Ende des Stocks mit der Rechten zu umgreifen und dem alten Mann einen eindringlichen Blick zuzuwerfen. Der stemmte dagegen, sodass Mari zumindest nicht in der Lage war, den Stab einfach so nach unten zu drücken. In diesen alten Muskeln schlummerte noch einiges an Kraft, wie die Hyuuga anerkennen musste. „Vielleicht kenne ich sie, ja. Aber das geht euch nichts an. Geht zurück zu eurem tollen König Senshi und sagt ihm, dass er hier nicht fündig wird. Egal, wonach er sucht!“ Mari sah zu Hei, warf ihm einen hilfesuchenden Blick zu.
     
    Tatsumaki Hei gefällt das.
  4. Tatsumaki Hei

    Tatsumaki Hei Chuunin

    Beiträge:
    1.144
    Alter:
    20 Jahre
    Größe:
    185 cm
    Fraktion:
    Shiro
    Dorf:
    Suna
    Steckbrief:
    Link
    Nicht die Ersten? Was sollte denn das heißen? Der Tatsumaki runzelte die Stirn, aber mehr Informationen dazu bekamen sie nicht aus dem Alten heraus. Die Resilienz des Alten schien ziemlich groß zu sein, und dass er ihn ziemlich hart mit seinem Stock piekte, überraschte Hei dann doch ziemlich - und er trat unwillkürlich einen Schritt zurück. Ein wenig aggressiv war der Alte trotzdem - oder nur einfach im Verteidigungsmodus? Seine Worte ließen darauf schließen, dass wohl schon früher Leute hier gewesen waren die nach den Brüdern gefragt hatten - und auch nicht fündig geworden waren. 'Wieder' diese Senshi? Auch das sagte was aus. Und was mit der Schuld gemeint war, wusste Hei auch nicht. Nachdenklich verschränkte der Tatsumaki die Arme vor der Brust und sah kurz zu der Hyuuga, die sich mit dem Alten ein kurzes Kraftmessen lieferte, was wohl nicht ganz ehrlich gewesen sein musste - er konnte sich nicht vorstellen, dass Mari den Stock wirklich nicht einfach nach unten hätte drücken können. Das hätte ihn dann doch verwirrt. Was ihn übrigens auch verwirrt hatte, war, dass Mari sich nicht verwandelt hatte. Andererseits gab er auch zu dass er überhaupt gar nicht groß darüber nachgedacht hatte warum er das gemacht hatte. Es war zu so einer Gewohnheit geworden, dass er fast unwillkürlich dazu überging, seine Gestalt zu tarnen. Besonders auch nach der letzten Mission. Irgendwie war es ja ganz schön nach hinten losgegangen, aber der Tatsumaki konnte wiederum auch verstehen dass das ein wenig etwas anderes war. Hm. Wenn Mari der Meinung war dass das nicht nötig war, dann... musste er sich das wohl auch nicht rausnehmen? Nachdenklich warf er einen Blick zu Mari, die ihn hilfesuchend anblickte, dann zu dem Mann, dessen grimmiger Gesichtsausdruck Bände sprach. Hei hob die Schultern, wusste auch nicht so recht - und überlegte sich, dass er vielleicht die Loyalität des Alten gegenüber den Kao ausnutzen konnte.

    "Wir gehören nicht direkt zu den Senshi, haben wohl aber einen Auftrag"
    , sagte er und löste die Verwandlung auf. Seine langen Haare wurden wieder sichtbar, genauso wie seine dunklere Haut, die seine hellen Augen nur umso mehr betonte. Das machte er, weil er Mari folgte und nicht andersherum - und weil dem Alten dann gleich klarsein musste, mit wem er es hier zu tun hatte. Also... mit welcher Berufsgruppe, zumindest. "Allerdings haben wir eine Botschaft auszurichten, und die ist dringend. Wir haben nicht wirklich Zeit", fuhr er fort und sah in Richtung des Hauses. "Und wenn ich ehrlich bin, glaube ich auch nicht, dass Ihr uns daran hindern könnt, in das Haus zu gehen und uns umzusehen." Sein Blick wurde ein wenig fester, auch wenn er seine Drohung nicht so leicht wahrmachen würde. Seine Motivation war momentan noch recht eingeschränkt. "Wenn Ihr hier seid, um auf das Haus aufzupassen, dann müsstet Ihr uns wohl daran hindern, oder?" Hei legte den Kopf ein wenig schief und lächelte leicht. "Ich schlage vor, dass Ihr uns hereinlasst, und uns Euren Teil der Geschichte erzählt... so dass wir uns nicht Zutritt verschaffen müssen und ein wenig mehr Informationen über die Gesamtsituation erlangen. Es scheint mir, als hättet Ihr viel zu sagen. Wer verfolgt die Kao-Brüder? Warum sollten wir Schuld daran sein, dass sie nicht hier sind? Und... wie schätzt Ihr die Situation in der Stadt ein?" Hei behielt den Stock des Mannes misstrauisch im Auge, war aber zuversichtlich dass er im Zweifel schnell eine Verteidigung aufbauen konnte. "Wir suchen keinen Ärger, aber können auch nicht ohne Informationen wieder gehen", stellte er dann fest und lockerte seine Arme. "Diese Stadt geht den Bach runter, und wir möchten ergründen, wie sich das aufhalten lässt." Das kam sogar näher an ihre wahre Mission heran als sie dem Senshi-König erzählt hatten, aber das wusste ja der alte Mann nicht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. Okt. 2019
    Hyuuga Mari gefällt das.
  5. Hyuuga Mari

    Hyuuga Mari Chuunin

    Beiträge:
    1.043
    Alter:
    19 Jahre
    Größe:
    170 cm
    Fraktion:
    Shiro
    Dorf:
    Shiro | Konoha
    Steckbrief:
    Link
    Er spielte also mit offenen Karten. Die weißen Augen musterten Hei mit einem kurzen Seitenblick, als dieser sein Henge auflöste und in seiner gewohnten Gestalt vor den Alten trat. Mari versuchte herauszufinden, ob es den Mann überraschte – doch Überraschung über die verpuffte Gestalt konnte sie ihm nicht ansehen. Entweder er war ein guter Schauspieler oder es wunderte ihn nicht, vor Ninja zu stehen. Vielleicht hatte er in seinem Leben auch schon des Öfteren Bekanntschaft mit diesem Berufszweig gemacht, darüber konnte Mari nicht urteilen. Die 19-Jährige ließ von dem Stock vor ihrem Oberkörper ab und sah genauso wie der alte Mann überrascht auf, als Hei sich dazu hinreißen ließ, eine Drohung auszusprechen. Wo war der Junge von einst hin, der zuerst versucht hätte, einen friedlichen Weg zur Versöhnung zu finden? Nicht, dass die Hyuuga an dieser neuen Seite nicht irgendwie Gefallen finden würde. Sie mochte diesen selbstbewussten, vielleicht sogar einen Hauch arroganten Tatsumaki.

    Weniger Gefallen fand der alte Mann an diesem Verhalten. Die Augen zogen sich misstrauisch zusammen, während er versuchte, in den hellblauen Seelenspiegeln des Suna-Nin zu lesen. Er schien sich einen Moment in dem Blick des Schwarzhaarigen zu verlieren, schien in Gedanken versunken… und rümpfte dann abrupt die Nase. „Phah! Respekt würde dir guttun, Junge!“ Ehe Mari sich versah, verschwand das Ende des Gehstocks aus ihrem direkten Sichtfeld und knallte stattdessen lautstark zu Boden. „Ich behalte euch im Auge. Und glaube ja nicht, dass diese alten Knochen nicht mehr fähig sind, einen Jungspund wie dich zu Boden zu strecken, wenn ich auch nur eine falsche Bewegung sehe.“ Es wunderte Mari nicht, dass der Alte genauso drohte, wie Hei es begonnen hatte. So wie man in den Wald hineinrief, so schallte es heraus. Der Mann fügte sich, aber man konnte ihm seinen Widerwillen allzu gut ansehen. „Behaltet eure Hände bei euch, ansonsten werdet ihr von mir höchstpersönlich zurück auf die Straße geschmissen.“ Er reckte das Kinn nach oben, um seine Worte zu untermalen, drängte Hei dann unwirsch zur Seite, um an die Eingangstür zu treten und aufzuschließen. Mari warf in der Zwischenzeit ihrem Kollegen und Freund ein vielsagendes Grinsen zu – wahrscheinlich wollte dieser alte Mann einfach um jeden Preis das letzte Wort behalten. Und Mari hatte keine Probleme damit, ihm diese Genugtuung zu geben, sofern es ihnen half, die Kao-Brüder zu finden.

    Wenige Augenblicke später hockte Mari auf den Fersen vor einem niedrigen Tisch und sah sich nur kurz in dem recht gewöhnlich eingerichteten Zimmer um. Ihr Gegenüber saß der alte Mann und beobachtete die Ninja mit Argusaugen. Natürlich hatte er darauf bestanden, dass die Chuunin ihre Schuhe auszogen, bevor sie die Räumlichkeiten der Kao betraten. Und so, wie es die Höflichkeit von ihr verlangte, war Mari dieser Bitte auch nachgekommen. Bisher hatte er sich nicht vorgestellt und schien auch nicht erpicht darauf, das nachzuholen. Mari ließ ihn. Das Haus hatte sich tatsächlich als ein wenig größer herausgestellt, als die Hyuuga von außen vermutet hatte. Immer noch nicht gigantisch, aber auch nicht besonders eingeengt. Und der flüchtige Blick durch ein Fenster hatte einen Hinterhof mit markiertem Trainingsfeld offenbart. Zu viel mehr Eindrücken hatte Mari allerdings nicht gelangen können, bevor sie in besagtem Zimmer angekommen war und sich auf den Boden gehockt hatte. „Ich habe lange mit keinen Ninja mehr gesprochen.“ Der alte Mann unterbrach die Stille, die sich für einen Moment über die Anwesenden gelegt hatte. Seine Stimme war nach wie vor kratzig, hatte jedoch an Kraft dazugewonnen. Sein Misstrauen war allzu deutlich zu hören. „Wenn ihr nach dem Haoken sucht, dann seid ihr hier falsch“, sprach er unumwunden weiter und durchbohrte Mari und Hei mit seinem Blick. „Ren und Kotarou haben mit dem Verschwinden des Haoken nichts zu tun.“ Mari erwartete, dass der Alte einen Beweis für die Unschuld der Brüder lieferte, doch der überzeugende Tonfall schien alles zu sein, was er zu bieten hatte. Er räusperte sich, scheinbar bewusst darüber, dass Überzeugung im Zweifel kein Beweismittel war. Und dennoch… „Seit dem Tod des letzten Königs versinkt die Stadt im Chaos. Kein Mensch, der nicht Opfer von Willkür und Kriminalität werden möchte, traut sich noch einfach so auf die Straße. Uns fehlt der König.“ Er seufzte schwer, als wolle er diese Wahrheit selbst nicht wahrhaben. Dann wurde sein Blick düster. „Kaum war der König gestorben, tauchten die Senshi hier auf. Dieser Senshi Naoku… er war höchstpersönlich hier mit unzähligen Männern hinter sich. Er beschuldigt Ren und Kotarou und wollte sie mitnehmen.“ Der Mann stoppte und eine Strähne seiner langen, grauen Haare fiel in sein Gesicht. „Er wollte sie mitnehmen? Was hat ihn daran gehindert?“ Die Hyuuga legte den Kopf etwas schief und blinzelte verwundert, als der düstere Blick des Mannes in Resignation wechselte. „Sie waren nicht hier. Ren und Kotarou waren bereits verschwunden, bevor der der Sohn des Königs hier auftauchte.“ Die Mundwinkel der Braunhaarigen wanderten ein Stück weit nach unten. Dem alten Mann wie auch ihr war klar: Das schnelle Verschwinden der Brüder direkt nach dem Tod des alten Königs ließ den Verdacht ihnen gegenüber nur steigen. Wie hatten sie so schnell verschwinden können, wenn sie doch angeblich nichts mit dem Tod des alten Königs und dem gestohlenen Haoken zu tun hatten? Als hätte er die unausgesprochenen Gedanken gehört, erhob der Alte wieder seine zornige Stimme. „Diese verdammten Senshi haben die Kao seit jeher wie Dreck behandelt! Und sie haben einen Anspruch auf den Thron geltend gemacht, der nicht der ihre ist! Und dann tauchen sie hier auch noch auf und beschuldigen die Kao des Mordes! Aber Ren und Kotarou haben weder den alten König ermordet noch das Haoken gestohlen! Wenn sie das tatsächlich gewollt hätten, hätten sie es schon viel eher verwirklicht und nicht darauf gewartet, einen alten Greis zu töten.“ Der Mann ballte die Hände auf seinen Knien zu Fäusten, vergriff sich in seiner Beinbekleidung. „Ihr sagt, ihr gehört nicht direkt zu den Senshi und doch habt ihr einen Auftrag, der euch von Ihnen gegeben wurde, habe ich nicht Recht? Ihr wurdet direkt von ihnen hergeschickt, um Ren und Kotarou zu stellen. Naoku Senshi beschuldigt die Kao, ohne sie anzuhören. Und er wird sie bestrafen, ohne ihnen eine Schuld nachweisen zu können. Ren und Kotarou waren ihm ohnehin seit jeher ein Dorn im Auge.“ Der Mann stoppte, atmete durch und sah dann eindringlich zu den Chuunin. „Aber diese Benachteiligung der Kao wird ein Ende haben. Die Stadt spaltet sich, viele sehen das Verschwinden das Haoken als Zeichen, dass die gesetzte Thronfolge der Senshi überdacht werden muss. Dass es vielleicht an der Zeit ist, die Stadt von dem stets benachteiligten Familienzweig des Gründers regieren zu lassen. Der Vorfahr der Kao war ohnehin der ältere Bruder, der rechtmäßige Thronfolger.“ Mari hatte gedacht, das Vertrauen des Alten gewonnen zu haben, doch seine Stimme schlug um und plötzlich sah sie wieder genau die gleiche Skepsis, das Misstrauen, das sie bereits vor dem Haus erhalten hatten. Er warf sie mit den Senshi in einen Topf. Die Chuunin spürte die Zurückweisung, wollte das Gespräch aber noch nicht so schnell beenden. Dieser Mann wusste mehr… und sie mussten ihn dazu bringen, sein Wissen mit ihnen zu teilen. Schnell blickte sich die Hyuuga im Raum um und jahrelange Erfahrung darin, in kurzer Zeit sämtliche Informationen in einem Zimmer aufzusaugen, machte sich bemerkbar. Auch ohne Byakugan. Mit einem kurzen Kopfnicken deutete die Kunoichi wie selbstverständlich in eine Ecke des Raumes, in dem ein Regal stand. Neben einigen Büchern und Schriftrollen standen dort auch ein paar ordentlich eingerahmte Bilder. Direkt mittig sah sie das Foto zweier junger Männer – der eine ein Stück weit größer, aber unverkennbar waren sie miteinander verwandt. Schwarzes Haar, hellblaue Augen und beide sahen sie in die Kamera. Der eine grinste breit, der andere hob die Mundwinkel nur zu einem angedeuteten Lächeln an. „Sind sie das?“, fragte Mari, das Thema wechselnd. Sogleich zogen sich die Augenbrauen des Alten skeptisch zusammen, doch er blickte über die Schulter zurück und nickte langsam. „Das Foto ist älter. Aber ja, das sind sie.“ Hm. Irgendwie schienen diese Männer Mari viel zu vertraut, dafür, dass sie sie überhaupt nicht kannte. Die junge Frau schenkte den anderen Bildern, die ebenfalls im Regal standen, noch keine weitere Beachtung. Dafür aber ja vielleicht jemand anderes?
     
    Tatsumaki Hei gefällt das.
  6. Tatsumaki Hei

    Tatsumaki Hei Chuunin

    Beiträge:
    1.144
    Alter:
    20 Jahre
    Größe:
    185 cm
    Fraktion:
    Shiro
    Dorf:
    Suna
    Steckbrief:
    Link
    Was? Arrogant?! Eine haltlose Unterstellung, die Mari da in ihrem Köpfchen vornahm, hatte Hei doch einfach nur netterweise versucht, den alten Mann ein wenig von seinem ursprünglichen Kurs abzubringen... dass er dabei durch die Blume gesagt hatte, dass er kein Problem darin sah, sich notfalls selbst zu holen was er wollte war ihm zwar klar, aber so weit weg von früher war das doch auch nicht. Oder? Na, sei's drum: Der Tatsumaki konnte ja immer noch nicht die Gedanken der Hyuuga lesen und war also weiterhin nur auf die Worte angewiesen, die in den Raum geschmissen wurden. Der ältere Mann tat das offenbar lieber als seine Freundin, sah Hei wieder einen Moment lang komisch an - um ihm dann ein wenig altherrenmäßig mangelnden Respekt vorzuwerfen. Pff. Ehre und Respekt demjenigen, dem es gebührt - das zumindest war schon immer die Ansicht des Suna-nin gewesen. Und dieser Alte hatte bisher keines von beiden verdient. Das sagte der junge Mann zwar nicht, aber er antwortete auf die Worte des Mannes mit einem Blick, der genau das aussagte. Entweder war der Alte verdammt stark oder er spuckte große Töne, Hei jedoch zuckte nur mit den Schultern. Er hatte gesagt dass er keinen Ärger wollte, sondern Informationen - und das wollte er auch weiterhin wahr machen. Hei ließ sich widerstandslos zur Seite drücken und besah sich das mürrisch wirkende Manöver des Alten. Mari schien zufrieden zu sein, das war in der Regel ein gutes Zeichen.

    Ohne Schuhe fand sich Hei in einem Zimmer wieder, welches zwar nicht furchtbar auffällig ausgestattet, wohl aber sauber und ordentlich gehalten war. Hm. Entgegen der Erwartung war das Haus nicht heruntergekommen, sondern von dem Alten wohl in Stand gehalten worden. Die Erkenntnis, dass es sich trotzdem um den Sitz der - irgendwie theoretischen - Thronanwärter handelte, fand Hei dann aber doch irgendwie seltsam... der Kontrast war einfach so groß. Der Tatsumaki hatte bisher kein Wort mehr gesagt, hatte seine Fragen ja schon gestellt gehabt - und schließlich erhob der 'Gastgeber' auch seine Stimme wieder. Hei behielt ihn im Blick, und ihm fiel sofort auf dass der Alte auch von dem Haoken sprach. Dabei hatetn sie danach nicht einmal gefragt, sondern nur nach den beiden Kao-Brüdern. Der Chuunin verschränkte die Hände ineinander und stützte sein Kinn darauf, seine hellen, blauen Augen weiterhin auf den Alten gerichtet. "Also war er schon hier...", murmelte er nachdenklich bei den Worten des Alten. Mari stellte eine ebenso wichtige Frage, aber Hei versuchte - wie schon die ganze Zeit - Puzzleteile aneinander zu fügen. Offenbar war Naoku sehr, sehr schnell auf den Plan getreten nachdem der alte König, nunja, 'abgedankt' hatte. Aber Ren und Kotarou waren bereits weg gewesen... aber wohin denn nur? Warum hatten sie sich aus dem Staub gemacht, bevor sie überhaupt von der Sachlage gewusst hatten? Hm. Und dann noch die Tatsache, dass der alte König wohl wirklich abdanken hatte wollen. Seltsam. Aber der Alte bestätigte auch einige... Vermutungen, die Hei bereits vorher gehabt hatte. Die Thronfolge und auch das Gleichgewicht in der Stadt waren nicht so eindeutig wie Naoku das dargestellt hatte. Hei ließ den alten Aussprechen, wollte gerade etwas sagen - da sprach Mari noch einmal. Und... hatte wohl eine Entdeckung gemacht. Er warf einen kurzen Blick in die Richtung, in der die anderen Personen im Raum sahen - und blinzelte ein wenig. Wie seltsam. Die blauen Augen erinnerten ihn an jemanden. Na, egal, das war wohl gerade nicht so furchtbar wichtig, oder? Hei ließ einen flüchtigen Blick durch das Zimmer schweifen, seine Gedanken kreisten aber eher darum, wie er den Alten auf seine Seite ziehen - oder besser: Ihm das Misstrauen ein wenig nehmen konnte. Doch dann hielt der Tatsumaki plötzlich inne und ein kalter Schauer lief ihm den Rücken hinunter. Sein Mund wurde ein wenig trockener, und er schüttelte leicht den Kopf. Die Frau auf einem dieser Bilder... eine junge, offenbar lebensfroh grinsende Dame, vielleicht siebzehn Jahre alt, lange, schwarze Haare, helle, blaue Augen... das Herz des Tatsumaki setzte einen Moment aus.

    Sie sah aus wie seine Mutter.

    Seine Mutter war junggeblieben, deshalb war es nicht schwer die Ähnlichkeit zu sehen. Aber konnte das wirklich sein? Nein, warum zur Hölle sollte dieser alte Mann ein Bild von seiner Mutter im Regal stehen haben? Hei stand unwillkürlich auf, stieß mit dem Knie gegen den Tisch und verzog das Gesicht, als Schmerz durch sein Bein zuckte. Verdammtes Möbelstück! "Entschuldigung", murmelte er und humpelte dann langsam in Richtung des Regals. Er hatte die Hände hinter dem Rücken verschränkt, wirkte nicht, als wolle er etwas anfassen, aber... jetzt betrachtete er die Bilder auf dem Regal genauer. Die beiden Merkmale, die Ren und Kotarou gemeinsam hatten, fanden sich eigentlich in allen der Bilder wieder. Schwarze Haare und hellblau strahlende Augen, Männer und Frauen verschiedenen Alters. Der junge Mann schluckte leicht. Sie sah seiner Mutter wirklich verdammt ähnlich. Natürlich hatte die Zeit selbst bei Hana ihre Spuren hinterlassen und doch... die Ähnlichkeit war zu groß. Der Chuunin drehte sich nicht um, als er das Wort ergriff. Seine eigenen, langen schwarzen Haare waren in diesem Moment das dominanteste Merkmal von ihm, was man erkennen konnte. "Senshi Naoku lässt ausrichten, dass ihr das Haoken zurückbringen und seine Herrschaft anerkennen sollt, nicht mehr und nicht weniger. Vermutlich will er auch eine persönliche Entschuldigung, wie ich ihn einschätze. Seiner Meinung nach haben die Kao kein Recht zu herrschen." Hei schwieg kurz. "Aber wir sind nicht zwingend hier, um Ren und Kotarou zu stellen und wurden nicht bezahlt, um den Herrschaftsanspruch von den Senshi durchzusetzen. Die Art und Weise wie wir unsere Mission erledigen, ist uns überlassen, und für Ninja zählt vor allen Dingen, dass die Mission erfüllt werden muss." Der Tatsumaki drehte sich ein wenig von dem Regal weg, ließ seinen Blick zur Seite schweifen. "Unsere Mission und der Auftrag von Senshi Naoku sind nicht zwingend deckungsgleich, alter Mann, aber ich bin zu niemandem offen und ehrlich, der es nicht auch bei mir ist. Mich würde interessieren, was damals geschehen ist... als entschieden wurde, dass der jüngere Bruder herrschen sollte, nicht aber der Ältere. Aber... ich habe noch eine viel wichtigere Frage." Der Chuunin drehte sich nun endgültig wieder um und sah mit seinen hellen, blauen Augen in die des Mannes, während sein Finger auf das Bild der jungen Frau zeigte, die seiner Mutter so ähnlich sah. "Wer ist das auf diesem Bild? In welchem Verhältnis befindet sie sich zu den anderen hier abgebildeten? Sie sieht... sie sieht ähnllich aus wie Ren und Kotarou." Sein Herz klopfte ihm bis zur Brust, und sein Brustkorb zog sich sogar ein wenig zusammen. Er hätte nie gedacht, dass sich hier etwas klären würde, was ihn schon seit einem guten Jahrzehnt immer wieder beschäftigt hatte. Seine Eltern waren um die Vergangenheit beider Teile immer still gewesen, vor allen Dingen von Hana. Es konnte doch nicht sein, dass er rein aus Zufall jetzt.... darüber stolperte, oder?
     
    Meteki Pakura und Hyuuga Mari gefällt das.