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Verlassene Ordensfestung

Jirokou Shunsui

Chuunin
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Off: Der Orden des Weißen Lotus

Weiß, soweit das Auge nur reichte. Das war die alltägliche Sicht, die man im Reich des Frosts zu sehen bekam. Manchmal stellte dies auch einen reizvollen und schönen Anblick da, wenn es ein klarer und wolkenloser Tag war, und sich das Himmelsblau in alle Richtungen verteilte. Die Sonne erleuchtete an solch einem Tag Frost und Schnee auf dem Boden, und auch die ganzen alten und verlassenen Bauten, zerfallenen Burgen und vom Zahn der Zeit betroffenen Ruinen zeigten sich von ihrer besten Seite und versprühten einen besonderen Charme. Doch an den meisten anderen Tagen – wie es auch heute einer war – herrschte seit Stunden ein unerbittlicher Schneesturm, der die Tiere und sehr wenige im Reich befindlichen Reisenden dazu zwang, Schutz zu suchen, bis der Sturm endlich vorbeizog. Abgesehen von einer einzigen und einsamen Gestalt, die sich stur den Kräften der Natur stellte und sich Stück für Stück seinen Weg bahnte. Bei dieser Person handelte es sich um Jirokou Shunsui, einen Shinobi aus Kirigakure und somit auch Bewohner der fliegenden Stadt über dem Meer Soragakure. Doch was machte der junge Mann im verlassenen Reich des Frosts, vor allem in so einem Schneesturm? Nun, Sightseeing traf es nicht ganz. Er hatte vor einigen Tagen einen mysteriösen Brief eines unbekannten Absenders erhalten, der ihn hier in den Norden einlud. Für gewöhnlich hätte er diesen Brief einfach als Werbung abgetan, aber irgendetwas hatte der Verfasser des Briefes an sich, dass ihn nicht mehr ruhen ließ. Zum Zeichen der Anerkennung seiner Leistungen und gleichzeitig auch der Beweis seiner Einladung, diente ein Token aus geschnitztem Elfenbein, der auf beiden Seite von einem weißen Lotus geprägt war. Sehr seltsam das Ganze, aber doch spannend genug, als dass der junge Mann zu dieser einsamen Reise aufbrach.

Seit gefühlten Stunden rackerte er sich bereits mit dem Aufstieg auf diesen riesigen Berg ab, dessen Spitze einfach nicht näher kommen wollte. Shunsuis Hände waren bereits blutig von den scharfen Felsen und dem eiskalten Wind, sodass er immer mal wieder unfreiwillig eine Pause einlegen musste, um seine Hände zu behandeln und zu heilen. In solchen Augenblicken waren die medizinischen Jutsu, die er sich für sein Alter Ego zu eigen gemacht hatte. Jeder Atemzug resultierte in einem weißen Hauch, der von den starken Winden gleich weggeweht wurde und zum ersten Mal seit Stunden wunderte sich der Jirokou, ob seine Reise in dieser Eiseskälte vielleicht ihr Ende finden würde. *Nein, Aufgeben ist keine Option.*, schallt er sich in Gedanken und vertrieb jeden Zweifel. Er hatte nicht Jahre des Hasses und der Intrigen hinter sich gelassen und ein neues Leben begonnen, um jetzt hier auf diese armselige Art und Weise zu krepieren. Oh nein! Der Gedanke an Kaya, die unmittelbar mit dieser Entscheidung verbunden war, stärkte ihn und wärmte ihn von innen. Der Gedanke an seine Liebste und die neu gewonnene Zuversicht zauberte ein Grinsen auf sein Gesicht, welches inmitten dieses Schneesturms wirklich fehl am Platz war, und es dennoch schaffte, ungeahnte Reserven im Blondschopf freizusetzen. Shunsui ging ein wenig in die Knie und stieß sich anschließend Dutzende Meter in die Luft. Schnee und Steine schwirrten an ihm vorbei, ehe sein Aufstieg sich verlangsamte und er sich schließlich von der nächsten Klippe abstieß. Nach einer gefühlten Ewigkeit machte der für gewöhnlich eine falsche Hornbrille tragende junge Mann – die er in diesem Wetter natürlich nicht angezogen hatte – einen letzten Satz und erreichte schließlich ein Plateau. Der Taijutsuka landete auf hartem Frost und stolperte einige Schritte, ehe er sich fangen konnte. Die Hände ruhten auf den Knien und der Rücken war tief gebeugt, während Shunsui die eisige Luft einsog, damit sein Körper den benötigten Sauerstoff erhielt. Vor allem in dieser Höhe gab es viel weniger Sauerstoff als einige Hundert oder Tausend Meter tiefer, weshalb dieser Aufstieg sich um ein Vielfaches komplizierter und schwerer herausgestellt hatte, als zunächst angenommen. Aber er hatte es geschafft! Der geschwächte Shinobi taumelte einige Schritte voran und wurde durch den heftigen Wind durchgeschüttelt, doch wohin nun? Die Sicht wurde immer schlechter und er musste schnell Unterschlupf finden, sonst würde er hier draußen erfrieren. Die Hoffnung des jungen Mannes begann wieder zu schwinden, als sich plötzlich ein gewaltiger Schatten vor ihm erhob, der sich nach einigen weiteren Schritten als alte und verfallene Burg herausstellte. Hier würde er fürs Erste Schutz vor dem Sturm finden und sicher wieder zu neuer Stärke finden!

Als der Blondschopf schließlich die alte Burg erreicht hatte, fand er jedoch das Tor als verschlossen vor, was er äußerst seltsam fand! Ehe er sich noch Gedanken über Banditen und seinen geschwächten Zustand machte, öffnete sich schließlich ein Schlitz und ein blaues Augenpaar betrachtete ihn aus der Dunkelheit heraus. „Was verschlägt Euch hierher?“ Ein raues und tiefes Brummen begrüßte den jungen Mann, der völlig verdattert ob dieser seltsamen Entwicklung war. Hatte er es hier mit Banditen zu tun? Wer sonst würde hier weit oben im Norden leben? Andererseits gab es keinerlei Bevölkerung hier, die es sich lohnte, auszurauben. Bedeutete das etwa … dass er sein Ziel erreicht hatte? „I-ich habe ei-eine Einladung erhalten.“, stotterte Shunsui, nicht aber etwa wegen seines Alter Egos, sondern weil seine Zähne vor Kälte klapperten. „Weist Euch aus!“, ertönte der knappe Befehl. Was wollten die jetzt von ihm sehen? Seinen Ausweis? Oder war es doch …? Seine steifen Finger suchten in seinen Taschen herum, bis er endlich das gefunden hatte, was der Unbekannte wohl von ihm sehen wollte: Der Token aus Elfenbein. Shunsui hielt diesen in zitternden Händen hoch und offenbarte der Person hinter der Tür einen guten Blick auf die Prägung des weißen Lotus, woraufhin der Schlitz wieder zugeknallt wurde. Ein fragender Ausdruck hatte sich auf seinem Gesicht abgebildet, doch er kam gar nicht dazu, sich zu fragen, ob er etwas falsch gemacht hatte, denn im nächsten Augenblick gab es ein lautes Rumpeln und das große Tor öffnete sich. Ein Bär von einem Mann starrte auf ihn herab und musterte ihn abschätzend. Schließlich trat er einen Schritt zur Seite, um dem jungen Mann Einlass zu gewähren. „Willkommen beim Orden des Weißen Lotus.“

@Akinawa Izuya
 

Akinawa Izuya

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Ein Ort der undankbarer nicht hätte sein können. Ein Reich welches seit geraumer Ewigkeit von frostigem Weiß bedeckt war und seit jeher auf einen Frühling wartete, der vermutlich nie einkehren sollte. Natürlich war diese Schönheit eine gänzlich Einzigartige auf dieser Welt und das Antlitz dieses Reiches unter wolkenfreien und himmelblauen Bedingungen war jede Mühe wert, um dies in Augenschein nehmen zu können. Die Fähigkeit zur Reflektion des Schnees benetzte die Silhouette der zerstörten Bauten und Ruinen mit einem Charme der nirgends auf der Welt seinesgleichen fand. Doch der heutige Tag war versehen mit einem bitteren Schneesturm, der das Antlitz des Reiches in eine monotone Hölle aus Eis und Schnee verwandelte. Die Tierwelt und vereinzelte Reisende waren dazu gezwungen sich Schutz zu suchen, um diesem Sturm zu entgehen, doch gab es da einen Menschen, der allen Widrigkeiten trotzte und seinen Weg durch diese Hölle zu beschreiten gedachte. Akinawa Izuya – ausnahmsweise gehüllt in außerordentlich dicke Kleidung – marschierte durch den störrischen Schnee und brachte Meter für Meter hinter sich. Er war ein Shinobi aus Shirogakure und ebenso dort wohnhaft, war ein berühmter Basketball Spieler der internationalen Liga und in seiner Fraktion allen voran als übermäßiger Taijutsuka bekannt. Doch was suchte er hier im Frostreich? Dies war kein einfacher Urlaub und gewiss keine Reise zu einem abgelegenen Basketballspiel, nein. Vor wenigen Tagen flatterte ein mysteriöser Brief in seinen Postkasten, der einen ziemlich unheimlichen Inhalt besaß und etwas beigelegt hatte, was wie ein Token aus Elfenbein aussah und auf beiden Seiten eine Prägung des Weißen Lotus beherbergte. Izuya konnte sich darauf keinen wirklichen Reim bilden, doch entschloss er sich kurzerhand eine Trainings- und Erkundungsreise in das Frostreich zu unternehmen, um den Autor dieses Briefes aufzusuchen. Der Akinawa wusste um die Hartnäckigkeit des Reiches und stattete sich Kleidungstechnisch entsprechend aus, hüllte seinen Kopf in Verbandszeug und verdeckte sein Gesicht mit Hilfe einer Wintermaske. Doch die Trainingsgewichte durften natürlich nicht fehlen, denn wenn er schon die Chance hatte das Frostreich zu besuchen, dann natürlich mit großem Trainingsaspekt.

Der riesige Berg war natürlich im wahrsten Sinne des Wortes der Gipfel dieses Trainings, denn sein Körper fühlte sich bereits relativ taub an und doch hatte er den beschriebenen Weg noch nicht zur Gänze geschafft. Seine eisblauen Augen betrachteten das Ungetüm von Natur, seine Miene unterhalb der Maske brachte Überzeugung, Mut und Stärke zum Ausdruck. Izuya fürchtete keine Herausforderungen und fürchtete selbst den Tod nicht, denn Risikobereitschaft war eines seiner Eigenschaften. Egal ob für sich selbst oder für diejenigen die er liebte, er würde sein eigenes Leben ohne weiteres beenden können, wenn es vorausgesetzt wäre. Mitunter einer Gründe wieso er seit kurzem den Pfad der potenziellen Selbstzerstörung eingeschlagen hatte. Dann ballte er Fäuste, denn er hatte genug Pause und somit begann der Aufstieg des Berges, der es wirklich in sich hatte. Dank seines Gepäcks und seiner Trainingsgewichte erzielte er zwar schöne Ergebnisse in der Steigerung seiner Muskulatur und Belastungsgrenzen, aber die Arbeit dafür war natürlich eine besonders harte. Der Wind pfiff umso stärker, je höher er den Berg erklomm und die niedrigen Temperaturen waren einfach bestialisch undangenehm, doch er durfte nicht aufgeben. Er musste den Zielort unbedingt erreichen, koste es, was es wollte. Etwa auf der Hälfte griff Izuya nach einer Kante, zog sich daran hoch und stürzte plötzlich in die Tiefe, als die Kante aus ihrer Fassade brach. Unkontrolliert rutschte der Genin hinab, doch verfiel er nicht in Panik, denn mithilfe seiner immensen Kraft konnte er sich nach einigen Metern wieder fangen und erklomm nach kurzem Durchatmen erneut den Berg. Nichts und Niemand würde ihn hiervon abbringen können. Und so gingen die Stunden ins Land und der Schneesturm schien sich in keinster Weise auflösen zu wollen, was die Belastung und Entbehrung für Izuya nur noch härter gestaltete, je fortgeschrittener sein Erschöpfungsgrad war. Er biss sich auf die Zähne, zog sich erneut auf einen Vorsprung und atmete dort tief durch. Die Muskulatur im ganzen Körper brannte, die Gliedmaßen waren Taub und die Kraft einfach aufgebraucht, doch noch war das Ziel nicht erreicht. Vor seinem inneren Auge tauchte plötzlich das Gesicht seiner Schwester auf, gefolgt von seinem Vater. Danach noch Mai, Takeo, Yuichiro und Chinatsu. Aufmerksam blickte Izuya hinauf zur Bergspitze und atmete erneut tief durch. Seine Freunde gaben ihm die Kraft dies durchzustehen, jetzt durfte er sie nicht enttäuschen. Wenn er sie alle beschützen wollte, dann musste er dies hier durchstehen. Und so erklomm der junge Taijutuska unter größten Anstrengungen weiter dieses Monstrum von Berg, bis er schlussendlich auf einem Plateau weiter oben ankam. Er konnte hier deutliche Fußspuren erkennen, also war er nicht der Einzige hier draußen. Doch während er sich umsah, konnte er keine weitere Silhouette ausmachen. Das Atmen fiel ihm schwer, die Luft hier oben war schlichtweg zu dünn, doch hatte er es scheinbar geschafft.

Die eisblauen Augen des Mannes fixierten die Burg, die sich vor ihm aufgetan hatte und er wusste, dass er endlich einen Unterschlupf gefunden hatte. Izuya fixierte die Fußstapfen im Schnee und folgte den Spuren, die ihn direkt zu dieser Burg führten, dessen Tor verschlossen war. Also dafür das hier draußen eigentlich nichts existieren durfte, war das schon ein ziemlich merkwürdiger Fakt, aber Izuya war so durchgefroren und erschöpft, dass er diesen Umstand gar nicht in Betracht zog. Doch auf der anderen Seite erhielt er ja schließlich einen seltsamen Brief von hier, also wozu war er noch gleich hier? Er wusste es nicht, denn aus den kryptischen Zeilen des Papieres ging die Absicht dahinter nicht hervor. Izuya erreichte das Tor und klopfte an, als sich auch schon ein Schlitz öffnete und er von blauen Augen konfrontiert wurde. „Was wollt Ihr?“, brummte es rau hervor und Izuya blinzelte überrascht. Hier wohnte ja tatsächlich jemand! „Ich bekam diesen Brief“, zeigte der Blauschopf die Einladung und zugleich den Elfenbein-Token des Weißen Lotus. Der Mann hinter dem Tor brummelte unverständliche Worte und schloss den Schlitz. „Falsche Adresse? Komm schon. Lasst mich wenigstens darin aufwärmen!" Dann ertönte ein lautes Rumpeln und das große Tor öffnete sich, entblößte dabei einen Bären von Mann hinter diesem Tor. Neugierig lunzte der Taijutsuka hinein und blickte dann zum Mann, der ihm Einlass gewährte. „Willkommen beim Orden des Weißen Lotus.“, begrüßte ihn dieser und Izuya zeigte ihm den Daumen. „Danke, Keule“, und trat dann ein, während sich hinter ihm das große Tor schloss.

Izuya schritt weiter hinein und sah sich neugierig um. Das alles war hier ziemlich altmodisch aufgezogen und wirkte beinahe ritterlich, aber es strahlte eine immense Stärke und Harmonie aus. Der Taijutsuka fühlte sich hier merkwürdiger weise ziemlich wohl, obwohl er keine Einladung nach Hoguwartsu bekommen hatte. Doch der Orden des Weißen Lotus schien gleichermaßen genial zu sein. Der Blauschopf zog sich die Maske aus dem Gesicht und entblößte seine markanten Gesichtszüge, die nur noch einen Hauch von Jugendlichkeit beherbergten. Der ein Zentimeter kleinere Akinawa kam dann direkt beim ein Zentimeter größeren Jirokou an, der gemäß seiner Kleidung offenbar auch erst kürzlich eingetreten war. Waren das seine Fußspuren gewesen? Sah zumindest danach aus. Doch Izuya brachte kein Wort heraus, denn die Silhouette dieses Anblicks verschlug ihm die Sprache.

@Jirokou Shunsui
 

Jirokou Shunsui

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Die Kälte saß dem Jirokou noch tief in den Knochen, selbst als dieser schon die – etwas – wärmere Ordensfestung betreten hatte. Aus diesem Grund klapperten seine Zähne noch ein wenig, während er sich im Eingangsbereich der Ordensfestung umsah. Eines war sicher: Was seine goldenen Seelenspiegel hier erblickten, damit hatte er nun wirklich nicht gerechnet. Der Gang wurde durch eine große Anzahl antiker Fackeln in ein warmes Licht gehaucht und Stoffbanner mit dem Symbol eines weißen Lotus hingen von der Decke. Dabei handelte es sich genau um dasselbe Symbol, welches sich auf dem Token befand und Shunsui Einlass gewährt hatte. *Die sind hier nicht erst vor Kurzem eingezogen.*, schoss es dem Blondschopf durch den Verstand beim Anblick der altertümlichen, aber definitiv traditionsvollen Einrichtung. Derartige Themen interessierten den jungen Mann eigentlich nicht, doch konnte er nicht anders als zugeben, dass das alles einen sonderbaren Eindruck auf ihn machte. Es hatte ganz den Anschein, als ob das alte Gemäuer und alles Dazugehörige von Geschichte durchtränkt war. Die ausführliche Begutachtung seiner neuen Umgebung führte wohl dazu, dass Shunsui ein wenig zu lange im Eingangsbereich herumbummelte und er aus diesem Grund Zeuge eines anderen Neuankömmlings wurde. Neugierig, wer ebenfalls dem mysteriösen Ruf gefolgt war, drehte er sich zur Eingangstür um, damit er einen besseren Blick auf den Anderen werfen konnte. Dessen Auftreten war geprägt von Selbstsicherheit, seine Statur offenbarte auf den ersten Blick ein rigoroses Training und auch die Gesichtszüge waren hart und markant. Der Jirokou vermochte das Gefühl nicht erklären, aber bei dem blauhaarigen Neuankömmling handelte es sich um jemanden, den man unter keinen Umständen unterschätzen sollte. Immerhin hatte er den eisigen und schweren Weg auf den Berg hinter sich gebracht, was auch kein Zuckerschlecken war. Doch das Gefühl beruhte nicht nur darauf, es kam in ihm auch der Wunsch, ja gar das Verlangen auf, sich mit ihm zu messen, denn der erste Eindruck vermittelte ihm, dass er hier mit einem wahren Kampf rechnen konnte. Und gab es etwas Besseres, als an seine Grenzen zu gehen und sich selbst zu übertreffen? Wie sagte man so schön? Plus Ultra!

Jedenfalls nickte Shunsui dem blauhaarigen jungen Mann zu und drehte sich anschließend um, damit er seinen Weg aus dem Eingangsbereich fortsetzen konnte. Es besaß etwas Ehrfürchtiges, den durch Fackeln beleuchteten Gang entlang zu wandern und wieder überkam den Blondschopf das Gefühl, dass Tausend Jahre Geschichte auf ihn herabblickten. Dabei befand sich der junge Mann vorhin auch unmittelbar hinter ihm und sogar der bärenhafte Türwächter leistete ihnen Gesellschaft – scheinbar waren sie die Letzten, die erwartet wurden. Andernfalls konnte er es sich nicht erklären, warum der Mann seinen Posten verlassen sollte. Falls Izuya und Shunsui bereits von dem Eingangsbereich beeindruckt waren, dann würde sich dieses Gefühl in der folgenden Halle nur noch verstärken: Banner, welche Geschichten von Kriegern und Heldentaten festhielten, wo das Auge auch nur hinreichte. Das Holz der Tische und Stühle hier war antik und in jedem das Emblem des weißen Lotus eingeschnitzt. Zudem befand sich eine Art Podest in der Halle, die an einen Kampfring erinnerte. Unwillkürlich wurde der junge Mann an den Showkampf in Soragakure erinnert, in welchem er zusammen mit seinem Kollegen Kushou Joudan gegen die beiden Hayabusas angetreten war. Das war nichts, rein gar nichts, im Vergleich zu dem, was sie hier vor sich hatten. Spannung lag in der Luft, und kaum hatte der Jirokou sie eingeatmet, wurde auch er von diesem Gefühl übermannt. Die goldenen Augen mussten den Raum nicht lange absuchen, ehe er auch die Quelle dieses Gefühls fand. Ein älterer Mann befand sich mitten im Raum, nicht unnahe des Ringes und war in einem Halbkreis umringt von acht jungen Menschen. Die Männer wiesen ein ähnliches Profil wie Izuya und Shunsui auf und auch die jungen Frauen waren ziemlich muskulös. Es war jedoch der Anblick des Mannes, der dazu führte, dass der Jirokou wie angewurzelt stehen blieb. Eines war gewiss: Er brauchte nicht in den Ring zu treten um zu wissen, dass er hier die stärkste Person vor sich hatte, die ihm jemals unter die Augen gekommen war. Hier war er scheinbar an den richtigen Ort gekommen!

Die weißen Augen des Mannes richteten sich plötzlich auf die Neulinge und seine Züge formten sich zu einem warmen Lächeln. Die Stimme war leise, aber kraftvoll und sofort lag die Aufmerksamkeit im gesamten Raum auf ihn und jeder konnte ihn problemlos hören. „Es scheint so, als ob wir nun vollständig sind.“ Automatisch schloss der Blondschopf zum Kreis auf und belegte den vorletzten Platz, somit gehörte der Letzte dem Blauhaar. „Willkommen beim Orden des Weißen Lotus. Ihr alle …“, begann er und schaute einen nach dem Anderen an. „…seid gestandene Kämpfer und habt eines gemeinsam: Ihr habt den Weg der Tore, den Weg der Erleuchtung angetreten.“ Ahhh, jetzt wurde dem Jirokou klar, was der Grund für seine Einladung war. „Unser Orden hat tausendjährige Geschichte und nur wenige Auserwählte sind in der Lage, Teil des weißen Lotus zu werden.“ Einige der Anwesenden schluckten gespannt und auch Shunsui konnte nicht umhin, als eine gewisse Menge an Aufregung zu verspüren. „Den ersten Test habt ihr gemeistert, als ihr diesen Berg überwunden habt. Ihr habt in eure Stärke vertraut und habt es bis hierher geschafft. Doch die nächste Herausforderung wartet bereits auf euch und es liegt nicht nur an euch alleine, ob ihr sie besteht.“ Bei diesen Worten zeigte er auf eine Kiste hinter sich. „Tretet heran und schaut, was für ein Schicksal euch bevorsteht.“ Zwar ein wenig nervös, dennoch entschlossen, trat der Taijutsuka als Erster an die Kiste und entdeckte, dass er mittels eines Loches in ihr Inneres greifen konnte. Ohne zu zögern griff er mit der Hand rein und spürte, dass sich Kugeln im Inneren befanden. Nachdem er zwei, drei Sekunden herumgekramt hatte, zog er schließlich eine Kugel mit der Nummer „2“. Was das wohl zu bedeuten hatte?

@Akinawa Izuya
 

Akinawa Izuya

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Kein Wunder wieso sich ein so alter Orden über all die Zeit hier im Reich des Frosts erhalten konnte. Im Regelfall kam hier ja nun wirklich keine Menschenseele vorbei und schon gar keiner erklomm einfach mal eben so den höchsten Gipfel im Reich. Doch offenbar gab es da ein paar Hirnverbrannte, körperlich fähige Aspiranten, die sich dieser Herausforderung stellten. Und offenbar gab es diese Hirnverbrannten seit vielen Generationen immer und immer wieder, sonst wäre dieser Orden nicht länger beständig gewesen. Izuya hatte vom Orden des Weißen Lotus noch nie etwas gehört oder gelesen, obwohl er so ziemlich jedes Geschichtsträchtige Buch in der Bibliothek in Shirogakure durchgelesen hatte. Und nun befand er sich hier in den Festen des Ordens, wie ein Anthropologe. Allerdings war Izuya eben nicht zu Forschungszwecken hier. Die immense Kälte ließ noch immer das Mark des jungen Taijutsuka erzittern, obwohl hier im Inneren der Festung angenehme Temperaturen herrschten, denn die vielen Feuer – die zugleich als Lichtquellen dienten – sorgten für entsprechende Hitze. Das Bummeln des Vorgängers sorgte dafür, dass Izuya in der Eingangshalle direkt neben ihn treten konnte, nachdem sich dieser offenbar schon ein Bild von ihm gemacht hatte. Trotz der dicken Kleidung, um die Kälte abzuwehren, konnte auch Izuya erkennen, dass der goldblonde Kerl definitiv ein ernst zu nehmender Gegner wäre. Der Mann neben ihm wirkte wie jemand, der äußerst viel Zeit und Härte in seinen Körper investierte und die Früchte erntete, dessen Samen gesät waren. Izuya sah seinem Vorgänger kurz in die Augen und verspürte einen seltsamen Drang zur Konkurrenzwirtschaft. Ein Kampf mit dieser Person konnte absolut vielversprechend und außerordentlich fordern sein, also genau das, was Izuya in Shirogakure eher weniger hatte. Ein kurzes Schmunzeln legte sich auf die Lippen des jungen Tajutsuka, erwiderte das Nicken und blickte wieder nach vorn. Diese Festung machte einen verdammt interessanten Eindruck auf ihn.

Der Blondschopf setzte seinen Weg dann fort und Izuya folgte ihm, war dann aber doch überrascht, dass auch der Torwächter vorn folgte. Offenbar war Izuya der Letzte gewesen, was irgendwie nicht gerade für dessen Pünktlichkeit sprach, aber da er anscheinend noch pünktlich war, war ja alles in bester Ordnung! Sie gingen einen Gang entlang, der von vielen Fackeln gespickt war und Izuya wurde übermannt von einem Gefühl voller Nostalgie, obwohl er diesen Ort noch nie zuvor erblickt hatte. Was war das nur für ein merkwürdiges Gefühl? Aber diese Verbundenheit die er empfand und diese Spiritualität, die förmlich durch seinen Körper floss, waren einfach nur überwältigend. Sie erreichten die große Halle und Izuya blieb direkt stehen, riss die Augen auf und bestaunte fasziniert den Anblick, der ihm da geboten wurde. Riesige Banner mit erzählten Heldengeschichten, antikes Mobiliar und eine Art Kampfring. Der Blauschopf trat weiter ein und warf kurz einen Blick zu Shunsui, der offenbar genauso überwältigt war. In der Mitte der Halle stand ein älterer Herr, umringt von acht jungen Menschen die ein ähnliches Profil aufwiesen wie die zwei Neuankömmlinge es taten. Irgendetwas stimmte hier nicht, aber Izuya konnte sich noch überhaupt gar nicht vorstellen, worum es hier ging. Was genau war der Orden des Weißen Lotus überhaupt? Hoffentlich keine merkwürdige Sekte, denn mit so etwas wollte er sich nicht abgeben.

Plötzlich hallte die warme aber kraftvolle Stimme des älteren Herren an die Neuankömmlinge und die übrigen angereisten, jungen Menschen. Izuya konnte spüren wie mächtig dieser Mann war und bekam Gänsehaut vor lauter Ehrfurcht, aber seine Risikobereitschaft trieb ihn dazu sich zu den übrigen acht zu gesellen. Sie wurden herzlich willkommen geheißen und sogleich löste sich auch das Geheimnis ihres Erscheinens, denn sie alle hatten etwas gemeinsam. Sie hatten die Hachimon Tonko ergründet und mindestens ein Tor davon erfolgreich öffnen können, was offenbar Grundlage zum Beitritt dieses Ordens war. Doch wofür dieser Orden einstand, vermochte noch keiner zu sagen. Izuya ballte Fäuste und blickte motiviert zum älteren Herrn, denn er war nun Feuer und Flamme für diesen Orden. Diese Form der Herausforderungen war genau nach seinem Geschmack. Augenblicklich hatte der blauhaarige Taijutsuka keine Aufmerksamkeit für seine Mitstreiter übrig, denn seine Aufmerksamkeit war voll und ganz auf den stärksten Mann des Raumes fixiert. Womöglich war dieser Mann sogar der stärkste Mann auf dem ganzen Berg, so wahnsinnig wie dessen Aura ausstrahlte. Ein Freudestrahlen zeigte sich in Izuyas Gesicht als ihm mitgeteilt wurde, dass sie den ersten Test schon bestanden hatten, in dem sie den Berg erklommen waren. Doch nun sollte sich ihr Schicksal offenbaren. Der Blondschopf von eben übernahm den Vortritt und zog eine Kugel aus der Kiste, dann reihten sich auch die übrigen sowie Izuya ein, um eine Kugel zu ziehen. Der Blauschopf zog als fünfter eine Kugel und betrachtete diese, während er zurück an seinen Platz ging. Die Kugel wies die Nummer „2“ aus, doch was hatte das zu bedeuten? Automatisch Platz 2, Treppchen und gewonnen? Wohl kaum.

Sie alle hatten nun eine Kugel und der ältere Herr auf dem Podest entfernte die Kiste wieder, ehe er sich mit einem warmen Lächeln an die versammelten, jungen Menschen wandte. „Es wird Zeit für Euch die zweite Prüfung zu absolvieren. Ihr alle habt nun eine Kugel mit einer aufgezeichneten Ziffer gezogen. Jede Ziffer ist exakt zweimal vergeben, also tut Ihr euch nun gemäß Eurer Bezifferung zusammen“, erläuterte der Herr ruhig und harmonisch, aber kraftvoll. Izuya hielt also seine Kugel hoch und drehte sie zu allen, damit sie alle seine „2“ lesen konnten und diese Methode kupferten sich die übrigen Mitstreiter natürlich auch ab. Der Blauschopf sondierte die einzelnen Kugeln und konnte somit schnell feststellen, dass der Blondschopf von eben ebenfalls die „2“ haben musste. Izuya trat nickend an diesen heran, doch was genau bedeutete dieses Zusammentun nun? Mussten sie gegeneinander kämpfen oder was? Der Akinawa konnte deutlich spüren, dass der Jirokou eine harte Herausforderung sein würde und er hatte definitiv Interesse daran sich mit diesem Kerl zu messen, doch sie mussten wohl oder übel die offiziellen Anweisungen abwarten. Der junge Kampfsportler mit den eisblauen Augen fixierte also wieder den älteren Herrn, der sich kurz räusperte und die Aufmerksamkeit aller wieder auf sich lenkte. „Ihr befindet Euch nunmehr in Euren Gruppen für die nächste Prüfung. Ihr seid ab jetzt Kameraden und mit demselben Schicksal verbunden“, sprach er und Izuya blickte kurz zu Shunsui. Sie waren also keine Gegner, sondern gezwungenermaßen Kameraden in einem Team. Ein Lächeln bildete sich auf den Lippen des Jungen, doch schaute er nun wieder zum Großmeister des Ordens. „Es werden nun alle Gruppen gegeneinander kämpfen. Die Gruppe, die als letzte Gruppe noch einsatzfähig bereit steht, wird diese Prüfung bestanden haben. Die erste Gruppe die ausfällt ist disqualifiziert und darf wieder abreisen“, erläuterte er. „Die übrigen Gruppen mit Ausnahme der Siegergruppe müssen sich einer Prognostizierungsprüfung unterziehen.“ Damit war die Prüfung also erläutert. „Waffen aller Art sowie Nin- und Genjutsu sind absolut untersagt. Wer gegen diese Regel verstößt, der wird diesen Orten hier sofort wieder verlassen“, fügte er dann als einzige Regel für das Battle Royale der Gruppe an. „Auf dem Boden sind Markierungen angebracht. Jede Gruppe begibt sich zu einer dieser Markierungen. Dann fangen wir an!“

Der Blauschopf nickte und wandte sich dem Jirokou zu. „Wir sind also in einer Gruppe, hm?“, sprach er diesen an und lief langsam los in Richtung der Markierung, die am nächsten dran war. „Ich bin Akinawa Izuya. Es ist mir eine Freude Euch kennen zu lernen“, stellte er sich dem anderen Taijutsuka vor und hielt ihm die einbandagierte Faust hin, damit dieser wie Bro-Fist mäßig abkumpeln konnte. Sie waren nun ein Team, also war es ja nicht verkehrt, sich mit den Fäusten zu begegnen wie Brüder.

@Jirokou Shunsui
 

Jirokou Shunsui

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So kam es, dass nach Shunsui auch die anderen Aspiranten zur Kiste traten und einer nach dem anderen eine Kugel herausfischte. Aufmerksam beobachtete der Jirokou das ganze Treiben, welches in absoluter Stille von statten ging. Anschließend drehte und musterte er die Kugel mit der Ziffer 2 in seiner Hand. Was das wohl zu bedeuten hatte? Handelte es sich dabei um die Reihenfolge, um sich der nächsten Prüfung zu stellen? Der Jirokou kam gar nicht dazu, ewig lange darüber zu grübeln, da nach kürzester Zeit jeder eine Kugel in den Händen hielt und der alte Mann wieder zu Wort kam. Die Aussage des Mannes wurde vielerseits – auch von seiner Warte – mit Überraschung wahrgenommen, denn das Letzte, womit er gerechnet hatte, war, dass sein Schicksal mit dem eines anderen zusammenhing. Der Blondschopf war ein klassischer Einzelkämpfer, weswegen ihn gewisse Zweifel plagten, wie er über das Ganze zu denken hatte. Sicher, diese Kämpfer vom Orden hatten sich bestimmt einiges bei dieser Prüfung gedacht, aber es behagte dem jungen Mann trotzdem nicht, dass er sein eigenes Schicksal nicht in seinen Händen hielt. Der für gewöhnlich bebrillte junge Mann wurde aus seinen Überlegungen gerissen, als sich ihm eine mehr oder weniger bekannte Gestalt näherte: Der blauhaarige junge Mann von vorhin, der nach ihm die Ordensfestung betreten hatte. Da er ebenfalls die Kugel mit der Nummer 2 in den Händen hielt, war klar, dass es sich bei ihnen beiden um eine Gruppe handelte. Und nicht nur die Gruppen wurden zusammengewürfelt, weiterhin gab es strikte Regeln: Die erste Gruppe, die verlor, würde wieder abreißen. Lediglich die Siegergruppe wäre weiter, alle anderen Gruppen müssten sich dann einer weiteren Prüfung stellen. Bedächtig nickte der Blondschopf bei den Worten des Alten und begutachtete seine Konkurrenten, Mann wie Frau. Schwach wirkte keiner, doch wie stark und erfahren sie wirklich waren, würde er wohl erst herausfinden, wenn es losging. Waffen aller Art waren untersagt, von Nin- oder Genjutsu brauchte man gar nicht erst anzufangen, das gefiel ihm.

In diesem Augenblick stellte sich ihm sein Partner auch als Akinawa Izuya vor. Da Shunsui bereits zuvor das Verlangen verspürt hatte, sich mit dem anderen Neuankömmling zu messen, würde er nun einen ersten Eindruck seiner Fertigkeiten zu Gesicht bekommen. Anschließend hielt ihm der junge Mann die Faust zum Gruß hin. Daraufhin musste der Jirokou einfach grinsen, denn Izuya schien nicht lange zu fackeln und einfach direkt zur Sache kommen, was ihn durchaus sympathisch machte – zumindest in Shunsuis Augen, der Wert auf sowas legte. „Die Freude ist ganz meinerseits. Jirokou Shunsui.“, gab der Blondschopf von sich und bumpte mit seiner Faust an die des anderen Kämpfers. „Dann lass uns das Ding mal heimbringen.“, sagte er noch, während sein Grinsen verblasste und er die Konkurrenten aufs Neuste begutachtete. Die meisten hatten sich schon zu den Markierungen begeben, nur noch der Akinawa und der Jirokou fehlten. Dort angekommen, bekamen sie alle schlichte und weiße Trainingskleidung übergeben, die aus einem rauen Stoff bestand. „Ihr alle seid nun gleich und werdet unter denselben Umständen getestet werden.“, verkündete das alte Ordensmitglied, welches geduldig darauf wartete, dass sich alle Aspiranten entsprechend gekleidet hatten. Shunsui dehnte sich schon ein wenig und versuchte die Bewegungsfreiheit der Kleidung einzuschätzen, damit ihm ja kein Missgeschick im Ring unterlief. Die Leute hier machten auf ihn den Eindruck, dass selbst der kleinste Fehler genug war, um nach Hause geschickt zu werden. Und wenn alle nur halb so stark waren, wie sie wirkten, dann würde es sicherlich nicht bei einem blauen Auge bleiben, mit dem man heimgeschickt wurde. „Bereit?“, fragte er den Akinawa schließlich.

Dann ging alles ganz schnell! Es ertönte ein Gong und das große Chaos nahm seinen Lauf! Zwei in der Nähe befindliche Personen, eine junge Frau und ein junger Mann, stürzten sich sofort auf die beiden Kämpfer von Gruppe 2 und attackierten mit einer schweren Tritt-Kombo. Shunsui wich den ersten Angriffen instinktiv aus und hoffte, dass auch sein Partner keine Probleme damit hatte. Ein Fehltritt war genug, um sie beide aus dem Ring zu werfen! Die junge Frau, die ihn mit einem Tritt nach dem Anderen attackierte, war relativ schnell und ihre Tritte hatten ordentlich Wucht – doch das war nichts, was er nicht wegstecken konnte. Die ersten zwei Angriffe ihrerseits blockte er noch ab, ehe er schließlich mit einem Satz unter ihrem nächsten Angriff durchbrach und sie nun seinerseits attackieren konnte. Kuma! Mithilfe der Technik des Bären, holte der Jirokou zu einem kräftigen Hieb aus, dem seine Kontrahentin aufgrund seiner hohen Geschwindigkeit und ihrer ungünstigen Position weder blockieren noch entgehen konnte. Mit voller Wucht traf er sie in den Bauch und schleuderte sie einige Meter in die Luft, doch sein Angriff war noch nicht beendet. Der Weg nach oben führte schließlich wieder nach unten, sodass sein nächster Prankenhieb sie mitten in der Luft traf, laut und schmerzhaft auf den Ring des Bodens aufprallen ließ, ehe sie ihr Flug noch weiter trug und gegen die nächste Wand prallen ließ. „Und dann waren es nur noch Neun.“, gab Shunsui leise von sich. Wie sich wohl Izuya zwischenzeitlich schlug?

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Akinawa Izuya

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Es war schon eine interessante Fügung das ausgerechnet Izuya und Shunsui in eine Gruppe kamen, doch stören tat es den Blauschopf keineswegs. Bereits im Eingangsbereich hatte er spüren können, dass dieser Blondschopf eine große Herausforderung war und definitiv eine Mauer darstellte, die es zu überwinden galt. Und diese Sympathie schien jener auch genauso zu erwidern, denn er stellte sich vor und bumpte seine Faust mit einem Grinsen. Sie waren von nun an schicksalhaft aneinander gekettet und mussten zusammen dafür sorgen, nicht das letzte Team zu werden, denn jenes müsste abreisen. Im Grunde blieb klar, dass sie Erster werden mussten, denn eine Extra-Prüfung wollte sich der Akinawa eigentlich nicht zwangsläufig antun. „Das Ding wird uns gehören“, grinste Izuya und nickte daraufhin, denn nun ging es ans Eingemachte. Ein Battle Royale auf Teambasis. Wann hatte der junge Kampfsportler das letzte Mal gegen jemanden gekämpft, der ihm im Taijutsu ebenbürtig war? Daran erinnerte er sich überhaupt nicht, also kam es definitiv nicht sonderlich häufig vor. Die eisblauen Augen des Basketballspielers musterten die übrigen Teilnehmer, die mit Masse schon auf den Markierungen standen und er stellte dabei fest, dass sie alle wirklich trainiert waren. Das durfte definitiv keine leichte Sache werden, aber wenn er auch nur ansatzweise kompatibel mit dem Jirokou war, dann konnte es ein Heimspiel werden. Izuya und Shunsui befanden sich nun auf ihrer Markierung und jener fragte ihn, ob er bereit war und der Taijutsuka nickte mit einem Lächeln. Es konnte los gehen!

Der Gong ertönte und der Gruppenkampf startete. Das Chaos nahm zügig seinen Lauf und die einzelnen Kontrahenten suchten sich ihre jeweiligen Gegner aus. So manches Team versuchte sofort ein gutes Gruppenspiel an den Tag zu legen, bei einer Gruppe waren bereits erste Unstimmigkeiten zu erkennen und Shunsui und Izuya? Die brauchten nicht mal einen Schritt machen als schon ein gegnerisches Team, bestehend aus einer jungen Frau und einem jungen Mann, auf sie zustürmten. Auch diese Angreifer griffen auf eine Kombination ihrer Kräfte zurück und deckten die beiden Shinobi mit heftigen Tritten ein. Izuya machte einen leichten Satz nach hinten und wich den ersten Tritten der Gegner aus und begab sich direkt in die Verteidigungshaltung seines Kampfstiles, fing drei weitere Attacken des jungen Mannes ab und stieß diesen beim Blocken des vierten Angriffes zwei Meter weit zurück. Izuya konnte fühlen wie kräftig die Tritte des jungen Mannes waren, der hier auf einen sehr bodenständigen Kampfstil aus Iwagakure setzte. Ein leichtes Pulsieren konnte der Blauschopf in seinen beiden Armen fühlen, mit denen er die harten Tritte abgefangen hatte, doch nichts was seine schiere Willenskraft nicht wegstecken konnte. „Ich bin dran!“, kommentierte Izuya dies und schoss blitzschnell nach vorn und verpasste dem jungen Mann einen harten, frontalen Schlag den dieser mit seinen beiden Händen abfing, doch Izuya war schneller und setzte sofort drei weitere Schläge nach und durchbrach dabei die Verteidigung seines Kontrahenten, was der Blauschopf nutzte um sofort einen frontalen Tritt auf den Brustkorb des jungen Mannes nachzusetzen. Dynamikku Akushon! Dieser stöhnte bereits vor Schmerz auf, doch war Izuya noch nicht am Ende, denn dieser nutzte seinen Schwung für eine Drehung um die eigene Achse und setzte noch einen kräftigen Tritt hinterher und steckte dabei seine volle Kraft hinein. Ein lautes Knacken war zu hören und schmerzstöhnend schoss der Körper des jungen Mannes aus dem Ring, wo dieser unsanft zu Boden kam. Nur wenige Augenblicke vorher war dort, relativ nahe, die junge Dame gelandet, die Shunsui rausgefegt hatte. „Du meinst Acht“, schmunzelte Izuya, nachdem er die Situation bei Shunsui abgecheckt hatte.

Nach einer kurzen Deutung schoss der Blauschopf wieder nach vorn und visierte das nächste Team an, welches gerade ein anderes Team ausmerzt hatte und sich gerade den beiden Shinobi widmen wollte als das blaue Biest aus Shirogakure schon vor den zweien auftauchte und sich plötzlich in eine tiefe Position begab, sich um die eigene Achse drehte und einen Fußfeger einsetzte um beide Kontrahenten – die Zwillinge zu sein schienen- von den Füßen zu hebeln. Konoha Reppu! Izuya stützte sich dann mit seinen beiden Händen auf dem Boden ab, drehte sich um die eigene Achse und verpasste dem einen jungen Mann einen harten Tritt, um diesen in die Bewegungsrichtung des Jirokou zu bringen, ehe sich Izuya kräftig mit den Händen abstieß und dem anderen Jungen einen Hebeltritt unterhalb des Kinns verpasste, woraufhin dieser einen hohen Bogen in die Luft machte. Konoha Shoufuu! Kräftig stieß sich Izuya erneut ab und schoss dem fliegenden Jungen hinterher und schlug diesem volles Mett den Ellenbogen in dessen Brustkorb. Konoha Kaiganshou! Danach hagelte Izuya noch einige harte Schläge und Tritte auf den armen Burschen ein und ließ dessen zerbeulten Körper kurzerhand außerhalb des Ringes landen, während Izuya innerhalb des Ringes zu Boden kam und sich direkt zurück in die unmittelbare Nähe des Jirokou begab. Der Blauschopf spürte deutlich, wie ihm der Körper allmählich Schmerzen bescherte, denn ein harter Taijutsu Kampf gegen widerstandsfähige Kämpfer war einfach anstrengend. „Einer weniger!“, kommentierte er zu Shunsui, abwartend wie dieser nun vorging.

Was weder Shunsui noch Izuya bemerkten war, dass sie bereits das Zentrum der Aufmerksamkeit der Prüfer waren, denn offenbar schlugen sie sich bisher keineswegs schlecht. Aber sie schienen bisher auch die eher einfacheren Gegner erledigt zu haben.

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Jirokou Shunsui

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Es vergingen keine zwei Sekunden, dass die junge Frau den Ring verlassen und dabei unsanft auf dem Boden aufgekommen war, als ihr Teamkollege ihr schon Gesellschaft leistete. Aus den Augenwinkeln heraus hatte der Jirokou gerade noch die Manöver seines eigenen Kollegen mitbekommen, ein kräftiger frontaler Tritt, der den Kontrahenten in einem hohen Bogen aus dem Ring befördert hatte. Anerkennend nickte ihm Shunsui zu und ein Anflug eines Lächelns erschien auf seinem Gesicht. Das gefiel ihm! Der Blondschopf konnte sich gar nicht an das letzte Mal erinnern, dass er im Vollbesitz seiner Fähigkeiten hatte kämpfen und alles geben können. Zudem waren sie alle hier wirklich talentiert und die Vorführung des Akinawa hatte im Jirokou das Feuer noch weiter geschürt, sich mit ihm zu messen. Doch fürs Erste würden sie hier ihren Mann stehen und weiterkämpfen müssen, denn Niederlage und Versagen waren ausgeschlossen! „Weiter so.“, stimmte Shunsui ein und beobachtete fasziniert, wie der Blauschopf keinerlei Rast einlegte, sondern sich sofort auf die nächsten Gegner warf. Diese waren völlig unvorbereitet ob des Auftauchens eines Kontrahenten in ihrer Mitte, weshalb es Izuya gelang, die beiden Geschwister(?) mit einem Manöver aus dem Gleichgewicht zu bringen. Dabei war es dem jungen Mann sogar gelungen, einen der Gegner in Richtung Shunsui’s zu befördern, sodass dieser den auf dem Silbertablett präsentierten Kontrahenten nur noch ordentlich bearbeiten musste. Hebi! Die Technik der Schlange führte dazu, dass der Blondschopf eine tiefe Stellung einnahm und seine Oberschenkel anspannte. Die Hände waren zu kleinen Schlangenköpfen gebildet, sodass er mit einem Mal, unberechenbar wie eine Schlange, vorstieß und mit den Fingerspitzen auf die ungeschützten Gelenke seines aus dem Gleichgewicht gebrachten Gegners schlug. Wieder und wieder prallten die Fingerspitzen auf Ellenbogen, Handgelenke, Knien, was jedes Mal schmerzhaftes Aufstöhnen seines Gegners hervorrief. Je länger diese Tortur andauerte, desto weniger Möglichkeiten hatte sein Gegner sich zu wehren, denn die knirschenden Gelenke gaben nach und verweigerten ihrem Besitzer so, angemessen reagieren zu können. Mitten in dem Angriff, wechselte der Jirokou jedoch seine Stellung zu einer etwas aggressiveren und brachialeren Form: Hyo! Der Blondschopf machte einen Satz nach vorne und schlug mit den zu Krallen geformten Händen nach seinem Gegner, der auch diesen Angriff nicht mehr blocken konnte und mit einer Wucht durch die Luft geschleuderte wurde. Der Junge legte einige Meter zurück, ehe er unsanft auf dem Boden aufkam und dort regungslos liegen blieb. Unter Anstrengung atmete der Blondschopf aus und nickte seinem Kollegen zu, der seinen Kontrahenten wiederum auch ausgeschaltet hatte.

Ehe Shunsui so etwas Törichtes machen konnte, wie einen Daumen zu zeigen und zu grinsen, tauchte vor ihm urplötzlich eine Person auf: Halblange blonde Haare, tiefblaue Augen, das Gesicht vernarbt, die Mundwinkel zu einem höhnischen Grinsen verzogen. Der Jirokou verfügte über exzellente Reflexe, doch sein neuer Gegner war schnell, vermutlich genauso schnell wie er selbst. Deshalb vermochte er nicht mehr, dem Schlag auszuweichen, der ziemlich kraftvoll war und ihn einige Meter zurückfliegen ließ – ohne ihn jedoch aus dem Ring zu befördern. Die goldenen Seelenspiegel betrachteten den Neuankömmling verwirrt, verwirrt darüber, dass dieser seine Sequenz nicht fortsetzte und sich stattdessen Izuya zuwandte. Die Antwort offenbarte sich Shunsui auf eine schmerzhafte Art und Weise, als er von Armen mit gewaltigen Muskelsträngen von hinten gepackt und festgehalten wurde. *Was zum Teufel…?!* Völlig überrumpelt schaute der Blondschopf über seine Schulter und entdeckte einen Riesen von Mann, der gut zwei Köpfe größer und doppelt so breit war wie er selbst. Genau wie sein Teamkollege, hatte er ein vernarbtes Gesicht und ein grausames Grinsen. „Jetzt fängt der Schmerz an.“, teilte er Shunsui mit und begann ihn sogleich in seinen Armen zu zerquetschen. Die Knochen des jungen Mannes knirschten schmerzhaft bei diesem Kraftaufwand und der Schmerz, der ihn bittersüß durchzuckte, führte dazu, dass der Jirokou vor Schmerzen aufschrie. „Aaaaaaaaargh!“ Der Andere genoss es ganz offensichtlich, den Blondschopf zu quälen, denn er lachte bei der Tortur laut auf. Die beiden Kontrahenten von Izuya und Shunsui waren die beiden letzten verbliebenen Kämpfer in dem Ring, die sich zwischenzeitlich genau wie Team Shunzuya um die restlichen Kämpfer gekümmert und diese eliminiert hatten. Das bedeutete, dass zwei der vier noch im Ring befindlichen Kämpfer in die nächste Runde kommen würden und es sah wirklich nicht gut für den Akinawa und den Jirokou aus. Der eine Gegner war schnell, der andere ungemein stark. Shunsui biss vor Schmerzen die Zähne fest zusammen und versuchte seine Muskeln anzuspannen, um genügend Kraft zu sammeln, damit er sich aus dem peinigenden Klammergriff befreien konnte – doch nichts. Das war doch nicht möglich, er musste dagegen ankämpfen! Er würde dagegen ankämpfen! So durfte es nicht enden! Auf den Akinawa konnte er wohl im Augenblick nicht zählen, denn wahrscheinlich war dieser beschäftigt genug mit seinem eigenen Gegner. Was für Möglichkeiten standen dem jungen Mann nun noch zur Verfügung? Sollte er es wagen und aufs Ganze gehen?

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Zum Glück litt der Blauschopf nicht an Selbstüberschätzung, sonst hätte er die ganze Angelegenheit bisher für viel zu leicht gehalten und vermutlich war es das sogar, aber das zeigte auch den Brüdern des Ordens, welche Kräfte der Knabe aufbringen konnte. Und auch sein Teamkollege Shunsui zählte zu den Kämpfern, die echt einiges zu bieten hatten. Minute um Minute an der Izuya Seite an Seite mit dem Jirokou kämpfte, fachte zugleich den immensen Willen, sich mit diesem zu messen, an. Ob die zwei Shinobi die Gelegenheit bekamen diesen innigen Wunsch in die Tat umzusetzen? Das vermochte wohl keiner zu sagen und Izuya wollte darüber auch nicht nachdenken, denn gegenwärtig waren sie Brüder und mussten gemeinsam dafür sorgen diese Prüfung zu bestehen. Das erste Team war zügig aus dem Ring befördert und auch das Geschwister-Team hatte es wahrlich nicht leicht gegen das dynamische Duo, denn das geschickte Manöver des Blauschopfes beförderte das eine Geschwisterkind direkt in die Angriffsbahn Shunsuis, der natürlich nicht lang fackelte und erneut zeigte, aus welchem Holz dieser geschnitzt war. Izuya konnte mit einer starken Kombination dafür sorgen, dass sein Kontrahent den Ring verließ und auch Shunsui verpasste seinem Gegner einen Angriff, den er nicht mehr vergessen würde. Das Team war nun ebenfalls ausgeschaltet und Team Shunzuya bekam einen kurzen Augenblick um Luft zu holen, doch dann stellten die beiden Taijutsuka etwas fest. Alle übrigen Teams waren bereits eliminiert und jetzt gab es nur noch zwei verbliebende Teams, die gleich um den ersten Platz dieser Prüfung kämpfen mussten.

Die starken Gegner tauchten urplötzlich vor ihnen auf und einer von denen beförderte Shunsui sogleich einige zurück. „Shunsui!“, rief Izuya überrascht und drehte sich dann um, als auch schon ein Schlag auf ihn zu jagte. Der Akinawa riss seine Arme hoch und baute eine effiziente Verteidigungsstellung auf, als der Schlag dann auch schon auf seine Arme traf und das Kontrahentenpaar für einen Augenblick ruhig dort stand. Die Prüfer zogen in der Zwischenzeit die Augenbrauen zusammen und beäugten den Augenblick, als plötzlich die Wucht des Schlages einzusetzen schien und Izuyas Verteidigung zerlegt wurde. Der Blauschopf flog einige Meter nach hinten und überschlug sich dabei sogar, ehe er unsanft auf den Boden knallte und noch etwas rutschte. Er hatte ein Knacken in seinem Arm vernommen und verspürte einen harten, stechenden Schmerz. „Scheiße…“, murrte der Taijutsuka und kämpfte sich mühsam auf die Beine, fixierte dabei seinen Kontrahenten und hoffte, dass Shunsui mit seinem Gegner vorerst zurecht kam. Der Blauschopf stürmte auf seinen Gegner zu und setzte zu einem Fußfeger an, doch der Konoha Reppuu schlug fehl. Sein Gegner wich dem Angriff auf und machte einen Satz zurück, doch das hielt auch einen Izuya nicht auf. Der Shiro-Nin setzte zu einer Kombination an und hagelte einige Schläge und Tritte auf den Körper des Gegners, doch dieser blockte alles weg und durchbrach erneut die Verteidigung des Genin, der mit starken Magenschmerzen auf ein Knie fiel und Schwierigkeiten mit der Atmung bekam. Die vernarbten Männer waren wirklich nicht ohne und allmählich wurde es für Izuya an der Zeit zu entscheiden, ob er auf die Vollen gehen musste. Der Gegner spielte mit ihm, daher ließ sich dieser auch Zeit. Zeit, die Izuya nutzen konnte um die Situation bei Shunsui zu eruieren.

Die Situation war zügig erkannt. Sie waren beide stark, doch Shunsuis Gegner besaß weitaus mehr Stärke, Izuyas Gegner hingegen verfügte über Geschwindigkeit. „Du lässt mir keine andere Wahl“, meinte Izuya zu seinem Kontrahenten und schob die Stulpen an den Beinen runter, die er trotz des einheitlichen Trainingsanzuges angezogen hatte. Unterhalb der Stulpen zeigten sich schwere Trainingsgewichte an den Beinen, was sogar die Prüfer zum Staunen brauchte und der Akinawa löste diese allmählich, ehe er die schweren Dinger zu Boden fielen ließ. „Endlich kann ich mich frei bewegen“, kommentierte der Blauschopf diese Aktion und deutete einen schnellen Angriff auf seinen Kontrahenten vor, allerdings machte er auf den Hacken kehrt und schoss seitlich auf Shunsui zu, der in der Klemme steckte. Um einiges schneller als vorher tauchte Izuya in der Flanke auf und verpasste dem Knochenbrecher einen ordentlichen Konoha Senpuu, damit dieser von Shunsui abließ, was zum Glück auch funktionierte. Leider packte der Knochenbrecher das Bein des Blauschopfes und schleuderte ihn volle Wucht in die Richtung seines vernarbten Partners. Die Prüfer staunten nicht schlecht, denn Izuya hatte bewiesen, dass er Leid zum Wohle seines Partners zu schultern begann. Noch im Flug kniff Izuya die Augen zusammen. „Los, Shunsui! Nutz es!“, rief er seinem Kameraden zu, wissend, dass auch dieser den Pfad der Hachimon Tonko betreten hatte. Der Blauschopf wurde mit einem Ellenbogenschlag begrüßt und zu Boden gehämmert, was ihm einige gebrochene Rippen bescherte. „Argh“, stöhnte Izuya auf und krümmte sich etwas auf dem Boden, als sein Gegner ihm dann noch in die Seite trat und er dadurch erneut einige Meter weit flog und unsanft landete. „Mir bleibt keine Wahl…“, murrte er leise. „Auch wenn ich geschworen habe, es nicht leichtfertig zu nutzen“, fügte er murrend an und hievte sich auf die Beine, nahm dann zittrig die Haltung des Konoha Taijutsu Stiles an und öffnete dann mit einem tiefen Atemzug das erste der acht Tore des Hachimon Tonko. Der junge Genin spürte wie sein Körper mit Kraft durchströmt wurde und schoss dann mit einem Affenzahn auf seinen Kontrahenten zu, fing an diesen zum Umkreisen und sorgte dafür, dass der Gegner seine Bewegungen kaum mit verfolgen konnte.

Plötzlich verschwand Izuya und tauchte direkt vor seinem Gegner wieder auf, verpasste ihm einen senkrechten Hebeltritt nach oben. Konoha Shoufuu. Direkt schoss Izuya in dessen Schatten hinterher. Kage Buyou. In der Luft hagelte er eine Serie von Schlägen und Tritten auf den Gegner ein, der sich dagegen gar nicht mehr groß wehren konnte. Dann nutzte Izuya seinen momentanen Zuwachs an Kraft und kickte den Gegner immer weiter in die Luft, bis er anfing diesen großflächig in Verbandszeug einzuwickeln. Izuya packte das verschnürte Paket und begann allmählich sich um die eigene Achse zu drehen. „OMOTE RENGE!“, rief dieser und sie drehten sich immer schneller, bis sie förmlich zu einem Bohrer wurden und dann schoss sie auch schon gen Ringboden zu. Kurz vorher stieß sich Izuya von dem Paket ab, landete auf dem Boden und rutschte einige Meter, während sein Kontrahent auf dem Boden einschlug und sich massiv in diesen Bohrte. Die Wucht des Aufschlages und dieser Technik zerstörten große Teile des Ringes und der Taijutsuka schloss sofort das Tor wieder, in der Hoffnung, nicht zu viel Zeit gebraucht zu haben. Schwer atmend hockte Izuya dort und spürte wie ihm der Körper höllisch schmerzte und zwar so sehr, dass er sich nicht mehr auf die Beine heben konnte. „Einer…weniger…“, stöhnte er unter starken Schmerzen und warf einen Blick über die Schulter, um zu schauen, was mit Shunsui war. Hatten sie es geschafft?

Die Prüfer waren erstaunt von dieser Leistung. Sie hatten den Lotus aus Konohagakure schon ewig nicht mehr gesehen.

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Jirokou Shunsui

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Während sich der Jirokou im Klammergriff seines Kontrahenten befand, überkamen ihn so starke Schmerzen, wie er sie selten zuvor verspürt hatte. Der Koloss hatte eine Kraft, die unfassbar war – und Shunsui war sich nicht wirklich sicher, ob seine Stärke mit der Öffnung des Tores so weit zunehmen würde, dass er den Anderen einfach abschütteln könnte. Er wusste ob der negativen Folgen des Tores, weshalb er dieses lediglich als letztes Mittel, sozusagen als Geheimwaffe nutzen konnte. Es war ein zweischneidiges Schwert und sollte er es zum falschen Zeitpunkt nutzen, dann würde er selbst und nicht seine Gegner das Nachsehen haben. Die Zähne des jungen Mannes waren vor Schmerzen zusammengebissen und knirschten unangenehm, doch egal wie viel Kraft er aufwand und sich dagegen stemmte, die Muskeln seines Gegners gaben keinerlei Millimeter nach. *Ich habe keine Wahl… jetzt oder nie!*, schoss es dem Blondschopf durch den Kopf und er hoffte, dass es ihm selbst unter diesen Schmerzen gelang, die nötige Konzentration zu sammeln, um das erste Tor zu öffnen. „Aaaaaaaaargh!“, ertönte es, als er seinen Mund öffnete und versuchte seinen Geist frei zu machen. Zu seinem Glück tauchte in diesem Augenblick sein Kamerad Izuya seitlich auf und traf den Koloss mit seinem Angriff ziemlich empfindlich, da sich der Klammergriff unter einem Aufstöhnen löste und sich der Kerl die Seite rieb.

Während Shunsui nun keuchend und schwer atmend zu Boden ging und auf seine Knie ging, sah er nur noch aus den Augenwinkeln, wie der Koloss den Akinawa am Bein packte und wegschleuderte. Bei diesem Anblick entzündete sich das Innere in Shunsui und ein Feuersturm des Zorns brach in ihm aus, wie er ihn schon seit einigen Monaten nicht mehr empfunden hatte. Wie konnte dieser Wurm es wagen, ihn und seinen Mitstreiter so anzugehen? Es war allerhöchste Eisenbahn, Gleiches mit Gleichem zu vergelten. „Los, Shunsui! Nutz es!“, ertönte es vom blauhaarigen jungen Mann. Einen kurzen Augenblick zögerte der Jirokou noch, dann nickte er und schwor sich, das Opfer seines Teamkollegen nicht ungesühnt zu lassen. Und mit diesem Gedanken erhob sich der blonde Taijutsuka erneut und atmete konzentriert ein und aus. Der Feuersturm durfte nicht unkontrolliert in seinem Innersten brennen, sondern musste gezielt eingesetzt und entfesselt werden. Und das würde sein Gegner nur allzu bald spüren. Dieser hatte sich nun wieder voll und ganz dem Jirokou gewidmet und griff bereits mit seinen riesigen Pranken nach ihm, um ihn erneut in einen schmerzhaften Klammergriff zu packen. Shunsui schien sich nicht zu bewegen und atmete weiterhin kontrolliert ein und aus, sodass sich der Riese siegessicher war, als seine Arme zupackten … doch nichts. Er hatte ins Leere gegriffen! Ein verwirrter und verdutzter Ausdruck machte sich auf seinem Gesicht breit, denn er war felsenfest davon überzeugt gewesen, dass er den blonden Shinobi gepackt hatte. Indes war der junge Mann hinter dem grobschlächtigen Koloss aufgetaucht und bedachte ihn mit einem grimmigen und zornigen Blick. „Das war nicht schlecht vorhin, aber … du wirst mich nie wieder zu packen bekommen.“ Und damit begab er sich in Position, ballte seine Hände zu Fäusten, konzentrierte sich und dann: „Hachimon Tonko: Kai-Mon … KAI!“ Und bei diesem Schrei, öffnete sich das erste Tor im jungen Mann, der einen unmenschlichen Kraftzuwachs verspürte.

Nun war es an der Zeit, den Feuersturm zu entfesseln, der sich in seinem Innersten aufgebaut hatte. Schneller als irgendeiner der Kämpfer – wahrscheinlich mit Ausnahme des altehrwürdigen Meisters – schauen konnte, hatte der Jirokou die Distanz zu seinem Gegner überbrückt. Seine Geschwindigkeit war jener seines Gegners weit überlegen und auch wenn dieser unglaublich stark und viel einstecken konnte, würde er ihn eben mit einer ungeheuren Anzahl an Angriffen langsam, aber sicher zu Boden bringen. Hebi! Die Hände hatten sich zu Schlangen gebildet, sodass er nun mithilfe seiner Fingerspitzen kraftvolle und schmerzhafte Angriffe auf die empfindlichsten Stellen seines Gegners starten konnte. Immer und immer wieder stieß Shunsui auf die Knie, Handgelenke und empfindlichen Stellen seines Gegners ein und tanze in einem wahren Sturm an Stoßen geschickt um ihn herum. Das Tor überflutete ihn mit Kraft, sodass jeder Angriff die Knochen und Gelenke seines Gegners knacken ließ, der kaum Zeit hatte, vor Schmerzen zu stöhnen oder gar zu schreien. Schließlich ging er auf die Knie und zu Boden, denn seine Kniescheibe war gebrochen und hatte nachgegeben, sowie einer seiner Arme hing schlaff hinunter. Wer jetzt dachte, dass der Jirokou ihn verschonen würde, lag leider ganz falsch. Die letzten Wellen des ersten Tores nutzend, ging Shunsui auf alle Viere und katapultierte sich mit einem Satz nach vorne. Hyō! Mit einem frontalen Aufprall, warf er den Koloss in hohem Bogen aus dem Ring und noch weiter als all die anderen Gegner, die bisher rausbefördert war. Durch die Öffnung des Tores war der Blondschopf nicht in der Lage, sich zurückzuhalten, weshalb er seinen Gegner gegen die nächste Wand gedonnert hatte, an welcher er abprallte und schließlich regungslos zu Boden ging. Der Kampf war vorbei!

Schwer atmend drehte er sich um und hielt Ausschau nach seinem Kameraden und erblickte ihn schließlich. Izuya hatte – genau wie er – auf die Kraft des ersten Tores zurückgegriffen und den Kampf für sich entschieden. „Gut gekämpft … danke dir!“, teilte er dem blauhaarigen jungen Mann unter keuchenden Atemzügen mit. Die Wirkung des Hachimon Tonko ließ allmählich nach, sodass sich Shunsui gerade so fühlte, als ob ihn ein Dreijährige zu Boden ringen und besiegen könnte. In der Zwischenzeit waren die Prüfer zu den beiden jungen Männern in den Ring getreten. „Wie es scheint, hat das Schicksal entschieden und Akinawa Izuya und Jirokou Shunsui den Weg geebnet, die letzte Prüfung des Ordens zu bestreiten. Bitte kommt hier entlang.“ Und mit diesen Worten winkte der Prüfer den Beiden zu und zeigte auf eine große Tür am Ende des Halle. „Nutzt die nächsten Stunden, um euch auszuruhen und auf die letzte, die schwerste Prüfung vorzubereiten. Die anderen Teilnehmer kommen bitte zu mir in diesen Raum.“ Dabei zeigte der alte Mann auf eine andere Tür. Shunsui warf Izuya einen unwissenden Blick zu und begann schließlich, in Richtung des zuvor gezeigten Raumes zu gehen. Mit jedem Schritt wurde er von Schmerzen durchzuckt, das Öffnen eines Tores war wirklich ein zweischneidiges Schwert. Zum Glück hatte es sich dieses Mal ausgezahlt!

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Akinawa Izuya

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Unter starken Schmerzen stöhnte Izuya auf und versuchte seinen Atem wieder zu finden. Der Sekundäre Lotus aus Konohagakure hatte große Teile vom Ring zerstört und die Prüfer sehr ins Staunen gebracht. Jede einzelne Faser der Muskulatur brannte wie ein Feuer, welches seinen Ursprung in der Hölle fand. Die Hachimon Tonko machten aus einem Taijutsuka zwar einen Krieger von großer Macht, doch war das zu erbringende Opfer definitiv gewaltig, schließlich konnten manche Techniken und allen voran das letzte Tor zum Tod des Anwenders führen. Izuya besaß keinerlei Fähigkeiten im Nin- oder Genjutsu und konnte seine Energie daher nur in sein Taijutsu stecken, aber gerade deshalb war er dazu in der Lage die Hachimon Tonko zu erlernen und effektiv zu nutzen. Und damit er die Tore nicht leichtfertig nutzt, hatte er sich einen Kodex zu Recht gelegt, der über die Anwendung dieser geheimen Techniken entscheidet. Im Kern sagte dieser Kodex aus, dass er diese Befähigung nur zum Schutze derer einsetzen sollte, die ihm lieb und teuer waren. Doch wie passte Shunsui in das Bild? Eigentlich gar nicht, wenn man es ehrlich betrachtete, aber der blonde Taijutsuka hatte etwas an sich, was den Blauschopf faszinierte. Sie kannten einander nur die Namen, wussten nichts weiter, außer dass sie beide den Pfad der Tore beschritten und doch hatte Izuya darauf zurückgegriffen um ihn zu befreien. Trotz aller Unbekanntheit, verspürte Izuya große Verbundenheit mit dem Jirokou, der in der Zwischenzeit ebenfalls das erste Tor öffnete und seinen Gegner auf die Bretter schickte. Der Kampf war vorüber und die beiden Taijutsuka hatten den ersten Platz belegt, wodurch sie direkt zur nächsten Prüfung konnten. Alle anderen mussten zu einer weiteren Evaluation, während das letzte Team bereits abreisen durfte.

Der Akinawa blickte zum Jirokou, der sich für die Hilfe bedankte und ebenso fertig wirkte, wie er es selbst war. Mit einem Schmunzeln im Gesicht, nickte Izuya ihm zu und zeigte ihm den Daumen. „Gleichfalls und nicht der Rede wert, Shunsui“, erwiderte der Blauschopf also und kicherte danach, nur um sich danach kurz vor Schmerzen zusammenziehen zu müssen. Sein Körper pulsierte, alles schmerzte ihm. Doch Izuya musste wieder einmal feststellen, welch immensen Kraftzuwachs dieses Tor einen bescheren konnte. Die Prüfer hatten ihre Entscheidung also bekundet und wiesen den beiden Gewinnern nunmehr den Weg zur nächsten Prüfung. Eine große Tür am Ende der Halle sollte also den weiteren Pfad des Ordens symbolisieren, doch gegenwärtig waren die beiden Kampfsportler echt für gar nichts zu gebrauchen. Glücklicherweise erhielten sie einige Stunden Zeit um sich die Wunden zu lecken und mental auf die nächste Prüfung vorzubereiten, die natürlich noch immer unbekannter Natur war. Wie bereitete man sich also auf etwas vor, was man gar nicht kannte und einschätzten konnte? Schwierige Frage. Shunsui schritt zur anderen, gezeigten Tür und Izuya folgte diesem. Jeder einzelne Schritt und jede Vibration brachte dem Körper einen stechenden Schmerz, entlockte dem Taijutsuka ab und zu ein angestrengtes Stöhnen. Gemeinsam betraten sie den Ruheraum der Prüflinge, der entsprechende Betten bereithielt aber auch die Möglichkeiten bot, sich angemessen zu waschen, mit Nahrung und Wasser zu versorgen. Der Blauschopf sah sich um und begab sich direkt zur Obstschale, um sich eine Banane zu schnappen, dazu dann eine Wasser-Elektrolyt-Mischung. Seine eisblauen Augen musterten den Raum und wanderten dann zu seinem Kollegen. „Du bist ein wirklich starker Taijutsuka. Deine Bewegungen waren grandios!“, kommentierte Izuya den Blondschopf, dabei hatten seine Worte eine gehörige Portion Respekt im Unterton. Der Drang sich mit dem Jirokou zu messen stieg beinahe ins Unermessliche, doch noch konnten sie sich nicht die Schädel einhauen.

„Das hier nehme ich“, meinte er noch salopp hinterher und belegte eines der eher spartanischen Betten, um sich zu entspannen. Dort aß er zunächst die Banane und trank einige Schlucke von dem Wasser, nur um dann entspannt aufzustöhnen. Sein Körper schmerzte ihm noch immer, doch die nächsten Stunden konnte er nutzen, um sich wirklich auszuruhen. „Wo kommst du eigentlich her? Ich bin aus Shirogakure. Ich bin nicht nur Kampfsportler, sondern auch Shinobi“, erklärte Izuya ihm und war gespannt darauf mehr über seinen Kollegen hier zu erfahren. Die Tatsache, dass Shunsui aus der Sora-Fraktion kam, würde ihn sicherlich überraschen. Denn von all den anderen Teilnehmern der Prüfung eben, war nämlich niemand ein offizieller Shinobi der Dörfer gewesen. Doch was hatte das zu bedeuten?

@Jirokou Shunsui
 

Jirokou Shunsui

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Gemeinsam mit seinem Teamkollegen betrat Shunsui den Ruheraum, welchen er sogleich nach dem Betreten mit seinen goldenen Seelenspiegel abcheckte. Die blaue und weiße Farbe der Wände strahlte Ruhe und Kraft aus, was der Regeneration der Kämpfer in diesem Raum sicherlich half. Es gab eine Auswahl spartanischer Ruhebetten, sowie energiezuführende Nahrung und Trank. Das war sicherlich alles Andere als ein Fünf-Sterne Hotel, aber das war dem Jirokou in diesem Augenblick wirklich gleich. Jede Bewegung schickte Schmerzenswellen durch seinen Körper und er wollte nichts lieber, als seinen durch das geöffnete Tor überlasteten Körper ein wenig Ruhe gönnen. Genau wie sein blauhaariger Kamerad, stöhnte Shunsui alle paar Schritte aufgrund von Schmerzen auf. Aus diesem Grund ließ sich der Blondschopf langsam auf einem der Betten nieder, jedoch nicht ohne sich zuvor ebenfalls noch eine Banane und eine Flasche Wasser zu schnappen. Mit zitternden Händen setzte er die Flasche an seine Lippen und trank begierig mehrere große Schritte, ehe er zufrieden ausatmete und es sich gemütlich machte. „Danke.“, nahm der für gewöhnlich bebrillte Kämpfer die lobenden Worte seines neuen Kameraden an. Das von einem anderen Kämpfer dieses Niveaus zu hören, bereitete ihm durchaus einen Anflug von Freude. „Du hast aber auch wirklich eine Menge auf dem Kasten, das habe ich gesehen.“ Nun war es an der Zeit, das Kompliment zurückzugeben. Immerhin wären sie beide wohl nicht hier, hätte der Akinawa Shunsui nicht aus den Fängen seines Gegners befreit. Mehr denn je, wollte er seine Kräfte mit denen des Anderen messen. Doch a) sollten sie sich ja in den nächsten Stunden ausruhen und wieder zu Kräften kommen, um die nächste Prüfung zu meistern und b) war sein Körper so überansprucht und lädiert, dass er wahrscheinlich keinen guten Kampf hinlegen würde. Selbiges galt natürlich auch für Izuya, weshalb sich das Ganze wohl erstmal erledigt hatte – vorerst.

Jetzt, wo er seinen Körper nicht mehr großartig bewegen musste und er sich gestärkt hatte, musste er gähnen und die Müdigkeit breitete sich in ihm aus. Doch noch kam Shunsui nicht zu seinem wohlverdienten Schlaf, da der andere Kämpfer das Gespräch fortführte. Als das Blauhaar erwähnte, aus Shirogakure zu kommen und Shinobi zu sein, hoben sich die Augenbrauen des Jirokou etwas. Früher hätte ihn der Fakt, dass der Andere ein Shinobi war, möglicherweise antagonisiert. Doch seitdem er versuchte, sein Leben zu ändern und auf eine andere Bahn zu bringen, löste diese Information keine großartigen negativen Empfindungen mehr in ihm aus. Weiterhin stammt er ja auch aus der weißen Stadt, was ihn so oder so ein wenig höher im Stellenwert setzte als alle Shinobi der fliegenden Stadt. Aber genug davon – jemand der so kämpfte wie Izuya, hatte Respekt verdient, Shinobi hin oder her. „Ich komme aus Soragakure.“, teilte er dem Anderen mit. „Ich bin … gehe ebenfalls der Tätigkeit eines Shinobi nach.“, sprach der Jirokou nun nach einem kurzen Zögern. Irgendwie brachte er es nicht über sich zu behaupten, dass er ein Shinobi war. Gleichwohl hatte er natürlich die Ausbildung an der Akademie in Soragakure abgeschlossen, doch lediglich dem Zweck geschuldet, dass er Soragakure infiltrieren und von innen zu Fall bringen wollte. Auch wenn er versuchte sein Leben zu ändern, haderte der junge Mann noch sehr mit sich und seiner Rolle in dieser Welt. Möglicherweise wäre es ihm eines Tages möglich, sich komplett mit seiner Rolle als Shinobi zu identifizieren – doch dieser Tag war nicht heute. „Ich bin echt gespannt, was uns gleich erwartet. Vielleicht sollten wir uns noch ein wenig ausruhen, um fit für die nächste Prüfung zu sein.“ Damit war der Themenwechsel eingeleitet und es war wohl die klügste Entscheidung. Die bisherigen Prüfungen waren auch nicht ohne gewesen, weshalb man nicht davon ausgehen sollte, dass die Tests im weiteren Prozess leichter wurden. Shunsui gähnte nochmals laut auf, ehe er die Augen schloss und sofort einschlief.

Einige Stunden später wurden die beiden Prüflinge von einem der Prüfer abgeholt. Der Schlaf war erholsam gewesen, sodass sich der Blondschopf wieder etwas besser fühlte und nicht mehr bei jedem Schritt von Schmerzen durchzuckt wurde. Dennoch spürte er noch, dass sein Körper sich noch nicht auf dem Niveau des Prüfungskampfes befand. Wahrscheinlich hatte er noch ein wenig Regeneration nötig, aber fürs Erste sollte es reichen. Shunsui und Izuya wurden vom Prüfer stumm durch die alte Festung geführt und waren gefühlt so lange unterwegs, dass dem jungen Mann die Orientierung und das Zeitgefühl komplett abhanden kamen. Schließlich blieben sie an einer Sackgasse stehen und Shunsui warf seinem Kameraden einen fragenden Blick zu. Was wollten sie hier vor einer einfachen Steinwand? „Ihr werdet nun die letzte und schwerste Prüfung antreten. Der Kampf gegen euren größten Feind. Tretet ein.“ Und mit diesen kryptischen Worten, berührte der alte Prüfer einen unscheinbaren Felsen, sodass sich ein Spalt im Fels vor ihnen öffnete. Dieser war gerade groß genug, als dass man sich geschickt durchwinden könnte. Mit einem Anflug von Aufregung, nickte der Jirokou bestätigend und begab sich als Erster durch den Spalt. Die ersten Schritte verliefen in kompletter Dunkelheit, ehe er schließlich ein leises, immer lauter werdendes Rauschen hörte. Auch die Luft wurde feuchter, bemerkte der Taijutsuka mit einer Mischung aus Verwirrung und Ungewissheit. Schließlich wurde ihnen des Rätsels Lösung präsentiert, als die Beiden den dunklen Weg durch den Spalt hinter sich ließen und einen runden Raum betraten, an deren Wänden ein Wasserfall fiel. Die beiden Shinobi befanden sich sozusagen auf einer runden Plattform, umgeben von Wasserfällen, die durch einen Abgrund an den Wänden seinen Weg in die Tiefe fand. Shunsui näherte sich dem Wasser und erkannte schließlich sein – durch das rauschende und in die Tiefe fallende Wasser – verzerrte Spiegelbild. „Hast du 'ne Idee, was wir hier jetzt machen sollen?“, erkundigte er sich bei seinem neuen Kameraden und drehte sich mit einem fragenden Ausdruck auf seinem Gesicht zu ihm um. Was der Jirokou jedoch nicht bemerkte war, dass das Spiegelbild im Wasserfall seine Bewegungen nicht nachahmte und ihn weiterhin – aus dunkelroten Augen heraus – anblickte.

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Akinawa Izuya

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Da waren sie nun beide. Völlig erschöpft von den Strapazen der ersten Prüfung, bei denen insbesondere die Endgegner alles abverlangt hatten. Sowohl Izuya als auch Shunsui mussten auf die Macht des ersten Tores der Hachimon Tonko Formation zugreifen und wurden sogleich Zeuge ihrer zweischneidigen Wirkung. Sie hatten den Kampf zwar gewonnen und die erste Prüfung entsprechend bestanden, aber jeder Schritt, gar jeder Atemzug löste harte Schmerzimpulse aus. Wenn es jetzt hart auf hart käme, dann hätten die zwei nicht annähernd die Kraft, ihrem Potenzial gerecht zu werden. Und Gott sei Dank mussten sie jetzt auch nicht kämpfen, wenngleich in beiden das Feuer der Herausforderung brannte. Am liebste würden sie sofort zurück in den Ring und die Fäuste sprechen lassen, denn ein harter Kampf war letztlich das, wodurch sich ein Taijutsuka lebendig fühlen konnte. Wahres Verständnis und gegenseitigen Respekt konnte man nicht besser austauschen als bei einem Faustkampf. Und der Blauschopf hoffte sehr, dass er diese Gelegenheit eines Tages erhalten würde, um Shunsui den Respekt zu erweisen, den er sich Heute im Kampf redlich verdient hatte. Der blauhaarige Taijutsu grinste also zufrieden, als Shunsui das Kompliment bezüglich der Befähigungen im Taijutsu entsprechend zurückgab. Da hatten sich definitiv zwei Gestalten gefunden, die einander tiefes Verständnis entgegen bringen konnten, völlig irrelevant woher sie kamen.

Sie hatten nun eine wohl verdiente Ruhephase, hatten sich etwas Verpflegung gekrallt und ein Bett gesichert. Luxus war es nun wirklich nicht, aber zum Ausruhen reichte es wirklich alle Male. Izuya gab sich ein wenig seiner Neugier hin und hielt den Sora-Nin ein wenig vom Schlaf ab, was ihm aber gar nicht so bewusst war. Er hatte nachgehakt, woher Shunsui eigentlich stammte und zugleich preis gegeben, dass er aus Shirogakure kam und das Handwerk eines Shinobi nachging. Der Jirokou reagierte darauf verhältnismäßig ziemlich gelassen, was nur bedeuten konnte, dass er damit schon gerechnet hatte oder das es ihn nicht sonderlich tangierte. Das Shunsui ihn aufgrund seiner Herkunft ein wenig im Stellenwert anhob, war dem Blauschopf dabei natürlich nicht bewusst. Shunsui stellte sich als Shinobi aus Soragakure vor, was Izuya ebenso wenig überraschte. Natürlich hätte der Blondschopf überall herkommen können, doch das er aus Sora kam, war für Izuya keineswegs etwas schlimmes, geschweige denn senkte es das Ansehen des Mannes. Er hatte sich den Respekt und die Freundschaft des Akinawa hart erkämpft und verdient, das war alles was hier im Orden des Weißen Lotus zählte. Den Vorschlag bezüglich der Ruhe nickte der Basketballprofi selbstverständlich ab. „Du hast recht. Erholen wir uns erst einmal“, entgegnete er und schloss dann die Augen, um tief durch zu atmen. Worum es wohl bei der nächsten Prüfung ging? Izuya konnte gar nicht lang darüber nachdenken, da dämmerte er auch schon weg und fiel in einen tiefen aber erholsamen Schlaf. Die immense Erschöpfung seines Körpers sorgte nun dafür, dass sich der Körper die Erholung holte, die er dringend brauchte.

Nach einigen Stunden der Erholung, wurden die beiden Prüflinge dann vom Prüfer abgeholt und durch die alte, steinerne Festung geführt. Der Weg zum Ziel entpuppte sich als so derbe lang, dass beiden Shinobi das Zeitgefühl abhanden kam, zuzüglich zur Orientierung. Was auch immer das hier für ein Ort war, Izuya kam nicht umhin etwas Besonderes zu spüren. Dieser Ort hatte irgendetwas Heiliges und Spirituelles an sich, so viel konnte der Kampfsportler sagen, doch noch immer war dieser Orden in tiefste Geheimnisse gehüllt. Schlussendlich waren sie vor einer Steinmauer zum Stehen gekommen und der fragende Blick von Izuya traf den von Shunsui. Sie wussten also beide nicht, was das hier sollte, daher zuckte der Blauschopf nur mit den Schultern und deutete mit einem Blick an, dass sie sich wohl oder übel überraschen lassen mussten. Der Prüfer offenbarte nun die letzte Prüfung, drückte es aber außerordentlich kryptisch, wenn auch mit einfachen Worten, aus. Nun folgte der Kampf gegen seinen größten Feind? Na toll. Als wären die zwei Kampfsportler von vor ein paar Stunden nicht schon schlimm genug gewesen. Zwar hatte der Schlaf gut getan, aber völlig schmerzfrei war der Taijutsuka noch nicht. Das sollte also wirklich ein harter Kampf werden. Plötzlich öffnete sich ein Spalt in der Steinwand und die beiden Shinobi wurden angewiesen hindurch zu schreiten. Nun war es also weit. Der Kampf gegen den größten Feind. Izuya schluckte kurz und dann schritten die zwei Shinobi hindurch, zunächst umhüllt von reinster Dunkelheit, allerdings konnte man sachtes Rauschen vernehmen. Sie erreichten einen Raum, an deren Wänden ein Wasserfall fiel und entsprechend für die Geräuschkulisse sorgte. „Beeindruckend“, kommentierte Izuya diesen Raum und blickte zurück, nur um festzustellen, dass der Spalt in der Steinmauer verschlossen war. Also egal wie es hier ausging, es musste zu Ende gehen, bevor sie hier heraus kamen. Der Taijutsuka trat tiefer in den Raum, blickte sich aufmerksam um und blieb dann direkt vor dem Wasserfall stehen, wo er sein verzerrtes Spiegelbild betrachtete. Kurz blickte er über die Schulter zu Shunsui, der selbiges Tat. Okay. Was hatte all das zu bedeuten? Izuya wusste es nicht.

Die Worte des Blondschopfes vernahm der Akinawa jedoch nicht. Aus der Sicht des Blauschopfes, stand sein neu gewonnener Freund einfach seelenruhig vor dem Wasserfall. „Echt cool, nicht wahr?“, sprach er den Jirokou an und sah sich wieder um, ehe er zurück zu seinem Spiegelbild schaute. Noch war ihm nicht aufgefallen, dass dieses Spiegelbild unlängst die Spiegelung unterbrochen hatte und seine Bewegungen nicht länger mimte. „Shunsui?“, hakte der Blauschopf dann nach und drehte sich zu seinem Kumpanen um, der noch immer still vor dem Wasserfall stand. Der Blauschopf lief geradewegs auf ihn zu, als er plötzlich eine all zu bekannte Stimme vernahm. „Er wird dich nicht hören. Hier sind nur du und dich“, sprach sie und Izuya blieb stehen. Er drehte sich um und blickte sein Spiegelbild an, welches den Wasserfall verlassen hatte und es nun so aussah, als gäbe es den Blauschopf zweimal. „Das kann doch nicht…“, stammelte der Taijutsuka und warf einen prüfenden Blick zu Shunsui, der sich immer noch nicht regte. Gerade wollte der Teilzeitnudelsuppenkoch nach vorn blicken, da spürte er auch schon einen heftigen Schlag in seiner Magengegend. Sofort wurde ihm schwummerig, während er einige Schritte nach hinten torkelte und etwas Schwindel entwickelte. Er kannte diese immense Kraft nur zu gut, denn es war seine eigene. Da Izuya völlig unvorbereitet war, hatte er auch null Spannung auf der Bauchmuskulatur gehabt und nun war sein Körper durchzogen von Schmerz und Übelkeit, weshalb er kurzerhand auf ein Knie fiel. Keine Sekunde zu spät landete das lebendig gewordene Spiegelbild auch schon einen saftigen Kick und beförderte das Original kurzerhand viele Meter nach hinten gegen den Wasserfall. Izuya landete unsanft auf dem Boden und keuchte vor Schmerzen auf. Was zum Henker ging hier nur vor sich?!

Mühsam hievte sich der Taijutsuka wieder auf die Beine, fixierte seine eigene Kopie und stürmte mit Höchstgeschwindigkeit auf sie zu, setzte zum Fußfeger an und….Fehlschlag. Das Spiegelbild manövrierte ihn kurzerhand aus, verpasste ihm eine harte Kombination und schmetterte ihn dann mit einem Felsenbrecher wieder zu Boden. Izuya landete unsanft auf dem steinernen Boden und spuckte etwas Blut, während jede Zelle im Körper einfach nur schmerzte. „Wieso…tust…du…das?“

„Ich bin dein größter Feind.“

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Jirokou Shunsui

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„Izuya?“, erkundigte sich Shunsui bei seinem neuen Kameraden. Gerade befanden sich die beiden Kämpfer in einem geschlossenen Raum, der von einem Wasserfall umgeben war. Das hier war die letzte Prüfung, sofern es ihnen gelang sie zu meistern, würde man sie wohl in den Orden des weißen Lotus aufnehmen. Doch dafür mussten sie diese Prüfung auch meistern. Und der Jirokou hatte keinerlei Ahnung, was sie hier erwartete. Der Prüfer war relativ kryptisch gewesen und lediglich prophezeit, dass sie sich ihrem schlimmsten Feind stellen müssten. Aber wer sollte das nur sein? Die Mörder seiner Eltern? Die waren doch sicher nicht hier. Was also meinte der alte Prüfer mit „schlimmsten Feind“? „Alles in Ordnung?“, fragte er erneut nach und näherte sich dem Blauschopf, der wie eingefroren war. Was ging hier nur vor sich? „Er kann dich nicht hören.“, ertönte eine ihm bekannte Stimme hinter sich. Es war … seine eigene Stimme! Langsam drehte sich der Blondschopf um und wurde gerade noch Zeuge, wie sich sein Spiegelbild vom Wasserfall löste und heraustrat. Es handelte sich um eine exakte Kopie des jungen Mannes, mit einer einzigen Ausnahme: Wo Shunsui goldene Augen hatten, so leuchteten die Augen seines Spiegelbildes in einer Mischung aus Rot und Schwarz, ohne wirklich definieren zu können, um welche Farbe es sich wirklich handelte. *Was zum Teufel ist hier los?*, fragte sich der Taijutsuka. Doch nicht etwa Genjutsu? Das war doch ein Orden ehrenvoller Kämpfer hier, die würden doch nicht zu so etwas Hinterhältigem wie Illusionen greifen, oder etwa doch? „Oh, ich bin echt, da besteht kein Zweifel.“, plauderte der falsche Shunsui mit einem vergnügten Ton – ganz so, als könne er die Gedanken des echten Shunsuis lesen. „Ich bin immer da. Hier, ganz tief drinnen.“, sprach er weiter, mit einem diabolischen Grinsen und zeigte mit seinem Daumen auf sein Herz. Der echte Shunsui schaute seine Kopie aus aufgerissenen Augen heraus an. Schlief er vielleicht noch und es war alles nur ein Traum? Im nächsten Augenblick grub sich eine Faust schmerzhaft in seinen Magen und schleuderte ihn gegen die nächste Wand. Mit einem lauten Krachen prallte der Jirokou gegen die sich hinter dem Wasserfall befindliche Wand und stöhnte schmerzerfüllt auf. Jap, das hier war kein Traum, dafür waren die Schmerzen zu real. Und über was für eine Kraft sein dunkles Ich verfügte – es war wie eine Kopie seiner eigenen.

Für einen kurzen Augenblick erlaubte sich Shunsui die Unaufmerksamkeit und schaute, wie es Izuya ging. Dieser hatte sich keinen Millimeter gerührt, ganz so, als ob er nicht mitbekommen hatte, dass sein Kamerad gerade durch den halben Raum geprügelt worden war. Ob sich der Akinawa auch einem Feind stellen musste? Aber warum rührte er sich dann nicht? Sehr seltsam alles. Fürs Erste war es wohl das Beste, wenn er sich auf den Gegner vor sich konzentrierte. Sobald er ihn besiegt hatte, konnte er nach dem Blauschopf schauen. Da er sich nun einen Plan zurechtgelegt hatte, rappelte sich der Jirokou langsam auf und fixierte sein Ebenbild mit seinen goldenen Seelenspiegeln. „Ich weiß nicht, was du sein sollst, aber du bist sicher nicht ich.“ „HA HA HA HA HA!“, lachte sein Ebenbild nur laut auf, was Zorn im echten Shunsui brodeln ließ. Kuma! Mit einem Satz schmiss er sich auf seinen Gegner und holte mit seinen Händen aus, um diese wie Pranken auf seinen Gegner schießen zu lassen. Wie eine Schlange wand sich der dunkle Shunsui unter seinen Angriff, nur um ihn zu kopieren und ihn seinerseits mit einem prankenartigen Hieb zu treffen. Urgh! Schmerzhaft musste der Jirokou feststellen, dass sein ungestümer und zorniger Angriff ihn zu sehr aus der Deckung hatten gehen lassen, sodass er den Konter nicht abwehren konnte. Egal, dann ein neuer Versuch. Hebi! Nun führte Shunsui die Fingerspitzen zusammen und schlug mit diesen auf seinen Gegner ein, versuchte dabei empfindliche Stellen wie das Knie und die Weichteile zu treffen. Doch als ob er es geahnt hätte, ging auch dieser Angriff daneben. Sein dunkles Ich verschwand einfach aus seinem Blickfeld, sodass der sonst so agile und geschickte junge Mann ins Leere taumelte und schließlich zu Boden ging. Dabei wäre er sicherlich mit der Nase auf dem Boden gelandet, wenn er sich nicht im letzten Augenblick mit den Händen abgefangen hätte. Vor Schmerz keuchend und halb in Erwartung eines weiteren Angriffes, drehte er sich zu seiner Kopie um, die ihn nur aus dunklen Augen heraus beobachtete. „Ich verstehe es nicht…“, begann sein Ebenbild schließlich langsam zu sprechen. „Du hast all diese Wut, all diesen Zorn, all diese Macht in dir … doch nutzt du sie nicht. Wieso?“ Für diese Worte hatte Shunsui nur ein verächtliches Schnauben übrig. „Ich habe das hinter mir gelassen. Ich muss nicht so sein und mein ganzes Leben in der Dunkelheit verbringen.“ Nun war es wiederum die dunkle Kopie, die verächtlich schnaubte und beinahe enttäuscht den Kopf schüttelte. „So etwas Dummes habe ich ja selten gehört. Wenn du die Dunkelheit nur annehmen würdest, könnte dich niemand mehr aufhalte. Ungefähr so… Sei-Mon! KAI!“ Eine Schockwelle ging von seiner dunklen Kopie aus, die Shunsui beinahe von den Beinen riss. Viel sorgenerregender war jedoch all das schwarze Chakra, dass aus dem Körper der dunklen Kopie strömte und seine Haare zu Berge stehen ließ. Das Chakra trat dermaßen kraftvoll aus dem Körper aus, dass man es selbst einige Meter entfernt stehend spüren konnte. Shunsui schluckte bei diesem Anblick ein Mal tief und begab sich erneut in Kampfposition. Diesen Gegner durfte er nicht aus den Augen lassen, ansonsten war es um ihn geschehen.

„Wo schaust du denn hin?“, ertönte es mit einem Mal neben sich und als der Jirokou noch ein Mal blinzelte, stand sein dunkles Ich nicht mehr vor ihm. Das nächste, was er fühlte, war wie die Welt vorbeirauschte und er erneut in die Wand hinter dem Wasserfall prallte. „Wer nicht hören will, muss fühlen. Und Schmerz ist ein großartiger Lehrmeister.“, vertönte der dunkle Shunsui und schritt langsam und bedrohlich auf den richtigen Shunsui zu. Irgendwas musste er tun, sonst würde er hier nicht lebend rauskommen!

@Akinawa Izuya
 
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