Auf dem Weg in das Reich der Blitze

Dieses Thema im Forum "Feuerreich" wurde erstellt von Kiyama Mura, 27. Mai 2015.

  1. Takeshi Rai

    Takeshi Rai Genin

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    Es war gut, dass Takeo die Situation entschärfen konnte und sie aus diesem Schlamassel rausholte. Vielleicht lag dies aber auch eher an Rai, der mit seinem kleinen Ultimatum einen Eindruck hinterlassen hatte. Er bereute sein Handeln aber ganz und gar nicht. Wahrscheinlich wären sie niemals hier weggekommen. Nach diesem kleinen Debakel, machte sich der kleine Trupp wieder auf den Weg in das Reich der Blitze, die Heimat des Blauhaar. Auch bei Takeo schienen sich etwaige Zweifel an der Einfachheit der Mission aufzutun; so gab er seine Bedenken von sich, dass jemand etwas dagegen hatte, wenn dieser kleine Brief sein Ziel erreichen würde. Auch beim Takeshi schwirrten diese Gedanken schon zuvor in seinem Kopf herum. Wieso passierten genau diese zwei Zufälle auf ihrer Mission? Natürlich, sowas wie mit den Schildern kann schon mal passieren, denn die Kinder hier in der Gegend waren nicht gerade für deren Gehorsam bekannt. Und dann das mit dieser Frau im Wald… das konnte man als Pech einordnen. Wenn nochmal etwas dergleichen vorkommen würde, dann würde es Rai schon echt stutzig machen. Ein Abbruch der Mission kam allerdings nicht Frage – dann müssten sie eben schneller sein. Als würde gerade eine Gedankenübertragung stattfinden, hob der Missionsleiter das Tempo ein wenig an – richtig so. Trotz des erhöhten Tempo, Rai konnte das Tempo schon eine Zeit lang halten, führten die beiden ihre Unterhaltung von vorhin fort. Auf die Frage, warum Rai ein Ninja geworden war, antwortete er schnurstracks heraus: „Ganz einfach: Ich meinen eigenen Ninja-Weg gehen. Meine Eltern sind beide Shinobi und ziemlich stark. Ich will das auch, also stark sein. Ich möchte meine Freunde beschützen und den Menschen helfen. Klingt irgendwie richtig nach einem Klisché, oder nicht?“ Mit einem kleinen Lacher tat er das ganze ab, denn irgendwie war ihm das schon peinlich. Hatte man diese Geschichte nicht schon viel zu oft gehört? Tja, Rai hatte eine schöne Kindheit und er kann auch nicht auf irgendwelche dunklen Zeiten zurückblicken. Er war auch froh darüber, denn auch so hatte er sich gut entwickelt. Man braucht nicht unbedingt irgendwelche Schicksalsschläge, die einen prägen. Irgendwie hatte er nun das Gefühl seine Gedanken dem sympathischen Kerl mitzuteilen: „Weißt du, ich hatte eine schöne Kindheit. Nichts Dunkles oder so. Vielleicht ruht daher mein Ziel… Ich weiß es leider echt nicht. So wie ich keinen Plan hab, wieso ich dir das erzähle… Wahrscheinlich finde ich dich einfach sympathisch.“ Sie hatten ja viel Zeit zum Reden, denn es passierten grade keine Dinge mehr, die sie aufhalten könnten. Nach ein paar weiteren Minuten erzählte der Takeshi seinem Partner etwas mehr: „Du bist ganz anders als die zwei von meiner letzten Mission. Die Hyuuga und der Tatsumaki… zwei ganz starke Ninja. Ich mag die beiden, aber sie sind mir irgendwie zu… gehorsam? Vielleicht ist das nicht der richtige Ausdruck dafür, aber falls du sie doch kennst, dann weißt du ganz bestimmt was ich meine.“ Nach einer kleinen Pause fuhr er fort: „Wir bekamen den Auftrag einen Wissenschaftler zu beschützen, der sehr offensichtlich verrückt war und irgendwelche Zombies erschuf. Jedenfalls beharrten die zwei darauf den Typen zu beschützen, obwohl er eindeutig der Feind war. Lange Rede kurzer Sinn: Im Endeffekt besiegten wir diese Chimäre und den Wissenschaftler. Die beiden sind aber voll in Ordnung, ich mag sie trotzdem.“ Ein Lächeln schlich sich auf seine Lippen. In Erinnerungen zu schwelgen war einfach immer wieder toll. Hoffentlich sah er die beiden mal wieder. Und hoffentlich hatte sein Partner von diesem legendären Kampf gehört, denn da ging ganz schön die Post ab. Schon langsam dämmerte es und die Sonne ging unter. Da hatten sich die zwei aber ganz schön verplappert. „Hey, willst du mal ein Lager für die Nacht aufbauen oder noch ein wenig weitergehen? Mir ist beides recht.“
     
  2. Dokúiki Takeo

    Dokúiki Takeo Genin

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    Rais Antwort zauberte Takeo ein Lächeln aufs Gesicht. Er hatte Recht, denn dies war tatsächlich das Weltverbesserer-Klischee, das man einigen Ninjas zuschrieb, jedoch konnte auch er sich ganz und gar nicht davon freisprechen. „Schon, aber ist es wirklich ein so schlimmes Klischee? Ich finde, dass das ein gutes Motiv ist, um diesen Weg einzuschlagen. Wir treffen in unserem Beruf oft Entscheidungen, die sich auch auf andere auswirken, und ein solcher Hintergrund hilft dabei, dass wir diese richtig treffen.“ Er legte eine kurze Pause ein, denn diese Entscheidungen waren dadurch nicht immer die effizientesten. Ein gewisser Rotschopf hatte ihm das gezeigt, jedoch änderte dies für ihn nichts. „Das ist jedenfalls meine Meinung. Ich weiß, dass Viele das anders sehen. Ich bin mir sicher, dass dieses „Klischee“ deutlich mehr geschätzt würde, wenn die Zivilisten um die Vielfalt an Motiven in unserem Job wüssten.“
    Takeo merkte schnell, dass ihre Hintergründe gar nicht so verschieden waren, auch wenn sie sich trotzdem in verschiedene Richtungen entwickelt hatten. Er hoffte, dass dies nicht die letzte Mission mit Rai sein würde, denn die Sympathie beruhte auf Gegenseitigkeit. Die Arbeit mit ihm war angenehm, da sie oft den gleichen Lösungsansatz verfolgten, was schon mal eine gute Voraussetzung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit war.
    Interessiert lauschte er, wie sein Partner in Erinnerungen schwelgte. Er hatte nicht von den beiden Ninjas gehört, von denen er erzählte, aber diese Geschichte machte ihm wieder klar, wie verrückt die Welt doch war. Die Mission mit Mai war bisher das verrückteste gewesen, was er bisher erlebt hatte, doch schien in der Welt noch viel mehr im Argen zu liegen. „Nein, ich kenne die beiden nicht, aber ich würde mich freuen, sie mal kennenzulernen. Weißt du, es ist besser, an das Gute im Menschen zu glauben als umgekehrt. Wenn er der Gute gewesen wäre und ihr ihn trotzdem zur Strecke gebracht hättet, dann wäre das keine so schöne Erinnerung.“ Sein Blick ließ kurz ein wenig Niedergeschlagenheit durchblicken, bevor er wieder ein freundliches Grinsen aufsetzte. „Jetzt aber genug davon, denn immerhin ist die Welt durch euch wieder ein Stück sicherer geworden, und ihr habt einigen Leuten das Leben gerettet.“
    Rais Vorschlag ein Nachtlager aufzuschlagen, begrüßte er. Er wollte es ihm nicht unbedingt zeigen, aber er war mittlerweile schon ganz schön fertig. Außerdem lagen sie mittlerweile gut in der Zeit, sodass sie vielleicht schon morgen Abend die Grenze zum Reich der Blitze überqueren würden. Dann war es nur noch ein Katzensprung bis zu ihrem Zielort. Nach einer kurzen Suche am Rande des Weges war ein kleiner Felsvorsprung gefunden, unter dem sich ein wunderbares Lager für die Nacht errichten ließ. „Ich denke, hier lässt es sich relativ gut aushalten. Wir sind geschützt vor der Witterung und hier wächst alles für ein leckeres Abendessen. Ich hoffe, du hast nichts gegen Pilze?“

    Umezawa war ein ganzes Stück auf Abstand geblieben, denn er war kein Ninja und der Kampf lag ihm fern. Allerdings war er ein ziemlich kompetenter Dieb und sobald die beiden Shiro-Nins in die Welt der Träume verschwanden, würde er alles mitnehmen, was nicht niet und nagelfest war. Das beste daran war, dass er nicht nur die Ware an den Höchstbietenden verkaufen konnte, sondern auch noch extra dafür bezahlt wurde. Die nächsten Wochen konnte er sich mit diesem kleinen Obolus eine kleine Auszeit gönnen. Vielleicht würde es ja sogar für ein edles Bordell reichen? Er hatte langsam genug von den üblichen Absteigen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. Okt. 2018
  3. Takeshi Rai

    Takeshi Rai Genin

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    Die Entscheidung von Takeo nahm er begrüßend entgegen. Immerhin waren sie gut in der Zeit, denn sie hatten noch zwei Tage vor ihnen, in denen sie das kleine Briefchen abliefern müssen. Um nochmals alles zusammenzufassen, was bist jetzt alles passiert ist: Der kleine Trupp begann die Reise ins Reich der Blitze, ein paar Wegschilder wurden offensichtlich absichtlich falsch beschildert und eine sehr aufdringliche Dame beharrte auf ihre nichtexistierende Verletzung. Das alles mündete in einen ziemlich aufregenden Tag – ganz und gar nicht so wie es sich der Takeshi zuerst vorgestellt hatte. Jetzt nahm der Tag aber langsam ein Ende und die zwei suchten sich einen geeigneten Platz für ein Nachtlager. Dafür fanden sie einen kleinen Felsvorsprung, der für einen dezenten Schutz vor Witterungen sorgen würde. Während Takeo sich die Pilzsuche zur Aufgabe machte, durchsuchte Rai das naheliegende Dickicht nach Feuerholz ab. Diese Aufgabe stellte sich als sehr leicht heraus, denn hier lag sozusagen überall Holz herum, welches sich für ein Feuer eignete. Außerdem hatte es schon länger nicht geregnet, deshalb war das Holz trocken und es sollte ein Leichtes sein, dieses zum Brennen zu bringen. Während der Suche kamen ihm aber ein paar seltsame Geräusche unter. Manchmal hörte er wie Äste knackten oder auch Blätter raschelten, obwohl gar kein Wind vorhanden war. Der Takeshi tat dies aber ab und vermutete dahinter einfach nur ein paar Tiere. Mit einem großen Haufen an kleineren Ästen unter den Armen, machte er sich auf den Weg zurück in das Nachtlager.

    Das war aber knapp gewesen. Umezawa dachte schon, dass er jetzt aufgeflogen war – diese scheiß Hasen aber auch! Schon sein ganzes Leben hatte er Respekt vor diesen Tieren, da sie ihm ein wenig Angst machten. Das war aber allerdings das einzige, was dem harten Taschendieb den Schweiß über den Rücken trieb. Diese Ohren standen einfach in so einem ekligen Winkel vom Kopf ab… Er konnte gar nicht daran denken. Allerdings bemerkte er jetzt, dass dieser blauhaarige Typ sich wieder auf den Weg zurück in deren Lager machte. Den anderen hatte er jetzt schon eine Weile nicht gesehen. Wenn er wollte, dass das Ganze erfolgreich wird, dann durfte er BEIDE nicht aus den Augen verlieren! Bei der Verfolgung des Blauhaars blieb er weiterhin auf einem sicheren Abstand zurück. Als er sich vergewissert hatte, dass er sicher im Dickicht versteckt war, beschattete er weiterhin das Lager.

    Wieder zurück am Felsvorsprung, legte Rai einen Kreis aus Steinen auf, damit das Feuer dann nicht auf die beiden überspringen konnte. In der Mitte des Kreises platzierte er das zuvor gesammelte Holz. Dabei beachtete er keine bestimmte Konstellation – es sollte auch so brennen. Um den Haufen zum Brenne zu bringen, reicherte er seine Hand mit Raiton-Chakra an. Jetzt zuckten ein paar kleine Blitze über seine rechte Hand, die er jetzt auch über das Feuer legte. Nach einer halben Minute ungefähr, fing das Holz schlussendlich Feuer. Die Idee dahinter, zuerst war er sich nicht sicher, ob das überhaupt klappen würde, war folgende gewesen: Diese größere Menge an Chakra sollte so schnell in seiner Hand rotieren, dass sich Blitze um die Hand bilden. Diese sollten dann rein theoretisch heiß genug sein, um das Feuer zu entfachen. Gut, dass das funktioniert hatte – jetzt war er stolz auf sich selbst und seinen gewieften Verstand. Bis sein Kollege wieder zurückkommen würde, machte er es sich bequem und las in seinem Buch weiter; ein Krimi, der ziemlich interessant war. Waren das nicht alle?

    Interessant, interessant. Es war ihm vorher schon bekannt gewesen, dass diese zwei Typen Shinobi waren, aber nun konnte er sich auch wirklich etwas darunter vorstellen. Umezawa saß weiterhin in seinem kleinen Versteck und war erstaunt darüber, wie dieser blauhaarige Typ das Feuer entfachte. In ihm kamen Gefühle hoch, die Ehrfurcht und Respekt repräsentierten. Auf einen Kampf würde er sich mit diesen beiden sicher nicht einlassen, das war ihm auf jeden Fall klar. Sein Plan war, dass er die beiden in der nächsten Nacht einfach beklauen würde – eiskalt und ohne Reue. Nach ein paar Minuten, es waren sicher fünfzehn gewesen, kam auch schon der andere Typ zurück. Wann die beiden wohl endlich schlafen gingen?
     
  4. Dokúiki Takeo

    Dokúiki Takeo Genin

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    Mit Freuden stellte Takeo fest, dass Rai bereits das Feuer im Lager entfacht hatte. Die Umgebung hatte sich als ein Paradies für Kräuter und Pilze entpuppt, sogar eine leckere Wurzel konnte er finden. Einem schmackhaftem Eintopf stand nun also nichts mehr im Wege. Er legte seine Hände auf den Boden und ließ eine kleine Pfütze aus dem Boden quellen. Davon füllte er einen kleinen Teil in einen Topf und stellte ihn auf das Feuer, um das Wasser zum Kochen zu bringen. Mit dem restlichen Wasser wusch er die Kräuter, Pilze und die Wurzel, um sie dann mit einem Kunai zurechtzuschneiden. „Das wird ein Festmahl, Rai. Diese leckeren Zutaten findet man nicht überall.“ Nach und nach füllte er alles in den Topf, bis er zufrieden war, und ließ das Gemisch vor sich hin köcheln. „So. Jetzt müssen wir ein wenig warten. Darf ich fragen, was du da liest?“

    Umezawa hatte gehofft, dass die beiden sich sofort schlafen legen würden, nachdem das Feuer entzündet war, aber er hatte sich schon gedacht, dass er heute ein bisschen länger warten musste. Er musste zugeben, dass dieser Eintopf, der auf dem Feuer köchelte, sehr appetitlich aussah, und er hoffte, dass die beiden sich den Bauch nicht allzu voll schlugen, damit er sich nachher auch noch bedienen konnte. Warum sollte er die zwei Wochen in Dekadenz nicht sofort heute starten?

    Das Gespräch über Rais Abendlektüre und seine weiteren Hobbys füllte das Zeitfenster, welches der Eintopf brauchte, perfekt. Denn als Takeo sich über den Topf beugte, um nach dem Gebräu zu schauen, stieg ihm direkt ein himmlischer Geruch in die Nase. Er wusste, dass einige Kräuter gab, die den Verstand des Menschen mit ihrem Dampf in andere Sphären katapultieren konnten, doch für Takeo reichte schon der würzige Geruch des Abendessens, um ihn auf Wolke sieben zu heben. Er rührte ein letztes Mal mit dem Löffel um und beobachtete die Pilzstücke, die in der Brühe im Kreis tanzten. Er merkte, wie seine Gedanken im Begriff waren abzuschweifen, und hob den Blick wieder. „Wenn es um Essen geht, dann verliere ich mich manchmal ein bisschen.“ Er lachte. Dann nahm er sich ein Schälchen und füllte es mit einer großen Portion des Eintopfs. „Hier. Lass es dir schmecken. Wir haben morgen noch ein ganzes Stück vor uns.“

    Gierig beobachtete er, wie die Shinobi das Essen verzehrten. Leider hatte er nicht den Eindruck, dass heute noch etwas davon für ihn übrig blieb. Schade, aber dann mussten diemateriellen Besitztümer der beiden wohl ausreichen. Die Wärme des Tages hatte sich inzwischen verzogen und Umezawa beschloss, das Risiko einzugehen und sich noch ein wenig näher ans Lager zu wagen. So konnte er wenigstens ein kleines bisschen vom Feuer profitieren. Er befand ein wenig erhöht auf dem Felsvorsprung, was ihm einen guten Blick verschaffte, jedoch musste er jetzt sehr vorsichtig sein, dass - Doch was war das? Der Geruch des Abendessens stieg ihm genau in die Nase. Er strecke seinen Kopf ein wenig aus seinem Versteck, um den Geruch aufzusaugen. Dieser Eintopf roch noch besser, als er gedacht hatte. Ihm schien da heute wirklich etwas zu entgehen. Vielleicht würde ja doch etwas übrig bleiben? Er beugte sich nach vorne, um noch einmal einen Blick auf die Shinobi zu werfen und seine Hoffnungen zu vergrößern. Ein kleiner Schritt und ein Stein löste sich und fiel nach unten ins Lager der beiden. Instinktiv zog Umezawa sich zurück, denn er wusste, dass so etwas selten unbemerkt blieb. Das war leichtsinnig von ihm und dumm. Hoffentlich hatte das sein Vorhaben nicht gefährdet.
    Er wartete extra über eine Stunde, bis er sich wieder ans Lager wagte. Er hatte sich zu unrecht gesorgt, denn die beiden Ninja lagen in ihren Schlafsäcken eingemummelt im Lager. Nichtmal eine Nachtwache, ha! Er schlich sich wie ein Schatten ins Lager und steuerte zunächst zielstrebig auf die Mitte des Lagers zu. Ja, er hatte den Topf nicht vergessen. Ein kleiner Blick offenbarte die schmackhaften Reste. Einen kleinen Löffel konnte er sich gönnen.

    Er gab sich wirklich Mühe leise zu sein und vielleicht hätten Rai und Takeo ihn nicht bemerkt, wenn sie nicht bereits davon gewusst hätten, dass sie jemand beobachtete. Das kleine Steinchen, dass Takeo beim Essen auf den Kopf fiel, war eine Unvorsichtigkeit zu viel. Daraufhin bemerkte Rai, dass er beim Holz sammeln bereits viel Unruhe im Unterholz bemerkt hatte. Dies und die Ereignisse des vergangen Tages führten dazu, dass Takeo doch einmal kurz nachschaute, ob er Spuren fand, und tatsächlich hatte sich jemand im Umkreis des Lager herumgetrieben. Er hatte jedoch entschieden, von einer Verfolgung abzusehen. Rai und er waren bereit, sich auf ihn zu stürzen, jedoch hatte Takeo zunächst einen kleinen Hinterhalt gelegt und die Reste des Abendessens mit einer Dosis Sui vergiftet. Es war immer Angenehmer einem Kampf aus dem Weg zu gehen. Scheinbar war dieser Herumtreiber dumm genug, um bereits auf diese Einladung hereinzufallen. Ein Schluck und er würde die Tür zum Reich der Träume aufstoßen.
     
    Takeshi Rai gefällt das.
  5. Takeshi Rai

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    Die beiden ließen den Abend gemütlich ausklingen; so schwärmte Rai von seinem Krimi, der von einem Mord an einem Jungen handelte. Die Beweise gegen den Angeklagten waren wasserdicht, so war es aber auch sein Alibi. Hatte er nun den Mord begangen oder nicht? Rai wusste nicht, ob Takeo sich für Romane interessierte, aber trotzdem wollte man ja nicht spoilern. Während die beiden quatschten, brodelte der Eintopf über der Feuerstelle dahin. Als dieser fertiggekocht war und der Takeshi einen Löffel davon aß, begannen seine Augen zu funkeln. Einen so guten Eintopf hatte er in seinem Leben noch nie gegessen! Er verschlang Portion nach Portion bis er nicht mehr konnte und sein Magen voll war – da war der Koch noch nicht mal mit seiner zweiten Portion fertig. Ausreichend gesättigt und befriedigt, rieb Rai sich seinen Bauch. „Das hast du wirklich gut hinbekommen – ich bin beeindruckt!“, lobte er den Koch. Nachdem er dies getan hatte, flog ein kleiner Stein schnurstracks auf den Kopf von Takeo. Sofort schnellten die Blicke hoch und die beiden waren sich jetzt ihrer Gedanken sicher: Jemand verfolgte sie. Die beiden verhielten sich weiterhin so, als hätten sie dies nicht bemerkt. Doch insgeheim trafen die beiden Vorkehrungen, die den Verfolger stoppen sollten. Die Reste des überaus guten Eintopfs wurden mit einer Tinktur vermischt, die, wie Takeo ihm zusicherte, den Verfolger außer Gefecht setzen, aber nicht töten würde. Nun würden sie sich in die Schlafsäcke legen und warten bis die Falle zuschnappt.

    Als Umezawa sich einen Löffel dieses köstlichen Gerichts gönnte, bemerkte er sofort, dass etwas faul war. Seine Feinschmeckerzunge, die schon so etliche Geschmäcker erkennen konnte, wusste genau, dass dieser Eintopf vergiftet wurde. Vor lauter Schreck über diese Tatsache, fiel er rücklinks zu Boden. Auf allen Vieren kroch er rückwärts, bis sein Rücken an einen Baum stieß und sein Kriechen ein Ende fand. Seine Gedanken wurden jetzt immer lückenhafter und seine Sicht immer verschwommener. Er fühlte sich benommen, hilflos gegenüber dem was kam. Nach wenigen Sekunden wurde es schwarz um seine Augen und der Körper des Diebes sackte regungslos zu Boden. Ab jetzt war Umezawa, der ach so vorsichtige Dieb, dem Traumland ausgesetzt…

    Der Plan ging auf und die beiden Shinobi entledigten sich ihrer Schlafsäcke. Jetzt betrachteten sie den Mann, den Verfolger, der ihnen anscheinend schon länger auf den Fersen war. Das Blauhaar hatte da so einige Ideen, wie sie weiter mit dem Typen verfahren sollten. Die Entscheidung wollte er aber dem offiziellen Missionskommando überlassen. „Also, was machen wir mit ihm?“ Ehrlich gesagt würde Rai den vermeintlichen Dieb hier zurücklassen. Gefesselt und mit Essen und Trinken versorgt – schließlich waren sie ja keine Unmenschen! Das würde ihnen sicher einen Vorsprung geben. Dafür müssten sie aber jetzt aufbrechen. Es war die Entscheidung von Takeo, Rai würde sich dieser fügen. Einige Kraftreserven konnte er sicher noch für ein paar Kilometer aufbringen. Was war wohl der nächste Schritt?
     
  6. Dokúiki Takeo

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    Sie hatten kaum Schlaf bekommen, doch hier mit diesem Dieb zu rasten war wahrscheinlich auch nicht die beste Idee. „Wir wissen nicht, ob er alleine unterwegs war, deswegen sollten wir wenigstens ein paar Kilometer zwischen uns und ihn bringen, bevor wir wieder rasten. Wir sind noch nicht weit ab vom Weg, deshalb würde ich vorschlagen, dass wir ihn dort fesseln. Es ist zwar nicht die meist bereiste Straße, jedoch wird früher oder später jemand vorbei kommen und ihn finden. Verhungern wird er in der Zeit schon nicht, immerhin hatte er gerade erst einen Happen von meinem vitalisierenden Eintopf.“ Takeo grinste. Gesagt, getan. Bereits wenige Minuten später war das Lager abgebrochen und der Dieb sicher an einem Baum fixiert, sodass der Weg ins Reich der Blitze fortgesetzt werden konnte.
    Als der Dieb außer Sichtweite war, wandte sich Takeo noch einmal an Rai. „Wir sollten jedoch noch eine Pause riskieren, denn wenn wir den nächsten Tag ohne Schlaf reisen, werden wir die nächste Überraschung vielleicht nicht mehr so leicht bemerken.“ Tatsächlich verlief die nächtliche Reise überraschend ereignislos, wenn man an den letzten Tag zurück dachte, und Takeo beschloss, bereits nach vier Stunden die besagte Pause einzulegen. Drei Stunden Powernapping mussten jedoch reichen, denn die Wahrscheinlichkeit, dass ihnen noch jemand auf den Fersen war, war groß. Im Laufe des Tages stellte sich jedoch heraus, dass diese Sorge vielleicht völlig unberechtigt war, denn als die Sonne im Zenit stand, hatte es noch keine neuen Überraschungen gegeben.
    „Ich hätte nicht gedacht, dass wir heute so gut voran kommen, wenn ich ehrlich bin. Ich dachte, dieser Schurke wäre nur der erste von vielen gewesen.“ Er kratzte sich am Kopf und lachte. „Vielleicht war ich da etwas übervorsichtig, denn wenn der Inhalt dieses kleinen Briefchens so wichtig wäre, dann hätten die Lords ihn wohl nicht ein paar Genins anvertraut.“

    Diese Ninja waren einfach zu gütig. Umezawa dachte bereits, sein letztes Stündchen hätte geschlagen und der strahlende Stern am Himmel der Diebe würde heute erlöschen, doch sie ließen ihn einfach gefesselt zurück. Seine treu ergebenen Handlanger würden sicher bald kommen, und eine Stunde Rückstand war schnell aufgeholt, wenn man so schnell war wie Umezawa. Also... Wo waren seine Begleiter?
    Geschlagene zwei Stunden wartete er an diesem Baum fest gekettet. Wozu hatte er Unterstürzung mitgebracht, wenn diese ihn einfach im Stich lies? „Hallo Papa! Was ist denn mit dir passiert?“ Umezawa schaute sich hastig um. „Wo wart ihr die ganze Zeit?! Ihr solltet doch aufpassen für den Fall der Fälle. DAS ist der Fall der Fälle. Los. Bindet mich los. Wir haben noch viel Arbeit vor uns.“ Wenigstens ging es jetzt ganz schnell. Seine Tochter Tetsuko und sein Sohn Hiroki waren gute Diebe für ihr Alter, aber manchmal hatte er das Gefühl, dass diese Fähigkeiten auf Kosten ihrer geistigen Kraft gegangen waren. Doch jetzt war nicht die Zeit, sie zurecht zu weisen. Sie musste Fallen vorbereiten und um jeden Preis diesen Brief an sich bringen, damit Umezawa sich endlich mal einen Urlaub gönnen konnte! „Und wie machen wir es, Vater?“ Umezawa lachte. „Wir machen die Spezialnummer. Habt ihr die Verkleidungen dabei?“ Es freute ihn, das Funkeln in den Augen seiner Kinder zu sehen. Die Spezialnummer war immer noch das beste, was sie in ihrem Repertoire hatten.
     
  7. Takeshi Rai

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    „Alles klar, dann machen wir das.“, ließ Rai verlauten. Der Plan lautete also wie folgt: Nach ein paar weiteren Kilometern würden die beiden wieder zur Ruh kommen und eine weitere Pause einlegen. Das klang in den Ohren von Rai ziemlich gut, denn auch er hatte da so ein leises Gefühl, dass der Dieb hier nicht der einzige sein würde. Wenn man sich in die Lage eines tückischen Auftraggebers versetzen würde, dann würde man nicht nur einen Typen auf die zu stehlende Ware ansetzen – vor allem nicht so einen dummen. Dann kam aber wieder die Frage auf, was so besonders an diesem Brief war. Hoffentlich würden sie das am Ende dieser Mission herausfinden, weil irgendwie war Rai da schon etwas neugierig. War es ein einfacher Brief eines Freundes oder war es ein Auftrag zum Mord? Letzteres wäre sogar clever gewesen, denn niemand würde dies vermuten, so war es eine offizielle Mission. Auch wenn es ein Auftakt für etwas Böses war, die beiden mussten das Ding sicher zum Zielort bringen. Dabei stieg auch schon wieder die Vorfreude in ihm auf, endlich wieder in seiner Heimat zu sein. Lange war es her und endlich fand er wieder seinen Weg zurück. Wer weiß, vielleicht würde er eine Weile dort bleiben und seine alten Freunde besuchen. Ein kleines Mitbringsel für seine Eltern wäre auch nicht so verkehrt. Irgendwas sollte sich dann schon ergeben.

    Wie dem auch sei, nach einigen Stunden und einigen Kilometern hinter den beiden, legten sie wieder eine Pause ein. Diese bestand aus drei Stunden an Schlaf und einem kleinen Snack. Gut ausgeruht konnte man den momentanen Zustand von Rai nicht nennen, da passte wohl eher halbwegs ausgeruht. Immer wieder erwischte Rai sich beim Gähnen und er meinte auch etwas unvorsichtiger zu sein. Nach so einer holprigen Nacht war das allerdings auch zu erwarten. Nach einem schier ereignislosen Tag wogen die beiden sich in Sicherheit. Auch Rai meinte, dass sie wohl eher nichts mehr zu befürchten hatten. „Ich muss ehrlich sagen, dass ich zuerst deiner Meinung war. Aber nach diesem Angriff und dem versuchten Diebstahl von gestern… da hab ich nochmal etwas darüber nachgedacht.“ Rai gähnte kurz und blickte gen Himmel. Die Sonne prallte erbarmungslos auf die beiden herunter. Nichtsdestotrotz war es ein schöner Tag. „Wieso sollte man so einen Brief stehlen wollen? Unser Auftrag lautet ja, dass wir diesen Brief an einen Freund im Reich der Blitze überbringen sollen. Der Brief kann doch nicht so wichtig sein, dass man ihn gleich stehlen wollte.“ Er legte eine kurze Pause ein, denn grade arbeitete sein Hirn nicht auf Hochtouren. „Außer er enthält vertrauliche Informationen über irgendwas. Dann sollte diese Mission aber unter einem anderen Rang ausgestellt werden… Naja, vielleicht darfst du den Rang der Mission ja erhöhen.“ Rai blickte Takeo an und begann zu lachen. Dieser Fall würde wohl eher unwahrscheinlich sein – wäre aber in Betracht zu ziehen. Egal, auch in den nächsten paar Stunden ereignete sich nicht viel. Hier und da passierten ein paar Wildtiere den Gehweg und man konnte ein paar Reisende begrüßen. Wahrscheinlich war heute mit keinen Zwischenfällen mehr zu rechnen… oder vielleicht doch?