Auf dem Weg in das Reich der Blitze

Dieses Thema im Forum "Feuerreich" wurde erstellt von Kiyama Mura, 27. Mai 2015.

  1. Takeshi Rai

    Takeshi Rai Genin

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    Es war gut, dass Takeo die Situation entschärfen konnte und sie aus diesem Schlamassel rausholte. Vielleicht lag dies aber auch eher an Rai, der mit seinem kleinen Ultimatum einen Eindruck hinterlassen hatte. Er bereute sein Handeln aber ganz und gar nicht. Wahrscheinlich wären sie niemals hier weggekommen. Nach diesem kleinen Debakel, machte sich der kleine Trupp wieder auf den Weg in das Reich der Blitze, die Heimat des Blauhaar. Auch bei Takeo schienen sich etwaige Zweifel an der Einfachheit der Mission aufzutun; so gab er seine Bedenken von sich, dass jemand etwas dagegen hatte, wenn dieser kleine Brief sein Ziel erreichen würde. Auch beim Takeshi schwirrten diese Gedanken schon zuvor in seinem Kopf herum. Wieso passierten genau diese zwei Zufälle auf ihrer Mission? Natürlich, sowas wie mit den Schildern kann schon mal passieren, denn die Kinder hier in der Gegend waren nicht gerade für deren Gehorsam bekannt. Und dann das mit dieser Frau im Wald… das konnte man als Pech einordnen. Wenn nochmal etwas dergleichen vorkommen würde, dann würde es Rai schon echt stutzig machen. Ein Abbruch der Mission kam allerdings nicht Frage – dann müssten sie eben schneller sein. Als würde gerade eine Gedankenübertragung stattfinden, hob der Missionsleiter das Tempo ein wenig an – richtig so. Trotz des erhöhten Tempo, Rai konnte das Tempo schon eine Zeit lang halten, führten die beiden ihre Unterhaltung von vorhin fort. Auf die Frage, warum Rai ein Ninja geworden war, antwortete er schnurstracks heraus: „Ganz einfach: Ich meinen eigenen Ninja-Weg gehen. Meine Eltern sind beide Shinobi und ziemlich stark. Ich will das auch, also stark sein. Ich möchte meine Freunde beschützen und den Menschen helfen. Klingt irgendwie richtig nach einem Klisché, oder nicht?“ Mit einem kleinen Lacher tat er das ganze ab, denn irgendwie war ihm das schon peinlich. Hatte man diese Geschichte nicht schon viel zu oft gehört? Tja, Rai hatte eine schöne Kindheit und er kann auch nicht auf irgendwelche dunklen Zeiten zurückblicken. Er war auch froh darüber, denn auch so hatte er sich gut entwickelt. Man braucht nicht unbedingt irgendwelche Schicksalsschläge, die einen prägen. Irgendwie hatte er nun das Gefühl seine Gedanken dem sympathischen Kerl mitzuteilen: „Weißt du, ich hatte eine schöne Kindheit. Nichts Dunkles oder so. Vielleicht ruht daher mein Ziel… Ich weiß es leider echt nicht. So wie ich keinen Plan hab, wieso ich dir das erzähle… Wahrscheinlich finde ich dich einfach sympathisch.“ Sie hatten ja viel Zeit zum Reden, denn es passierten grade keine Dinge mehr, die sie aufhalten könnten. Nach ein paar weiteren Minuten erzählte der Takeshi seinem Partner etwas mehr: „Du bist ganz anders als die zwei von meiner letzten Mission. Die Hyuuga und der Tatsumaki… zwei ganz starke Ninja. Ich mag die beiden, aber sie sind mir irgendwie zu… gehorsam? Vielleicht ist das nicht der richtige Ausdruck dafür, aber falls du sie doch kennst, dann weißt du ganz bestimmt was ich meine.“ Nach einer kleinen Pause fuhr er fort: „Wir bekamen den Auftrag einen Wissenschaftler zu beschützen, der sehr offensichtlich verrückt war und irgendwelche Zombies erschuf. Jedenfalls beharrten die zwei darauf den Typen zu beschützen, obwohl er eindeutig der Feind war. Lange Rede kurzer Sinn: Im Endeffekt besiegten wir diese Chimäre und den Wissenschaftler. Die beiden sind aber voll in Ordnung, ich mag sie trotzdem.“ Ein Lächeln schlich sich auf seine Lippen. In Erinnerungen zu schwelgen war einfach immer wieder toll. Hoffentlich sah er die beiden mal wieder. Und hoffentlich hatte sein Partner von diesem legendären Kampf gehört, denn da ging ganz schön die Post ab. Schon langsam dämmerte es und die Sonne ging unter. Da hatten sich die zwei aber ganz schön verplappert. „Hey, willst du mal ein Lager für die Nacht aufbauen oder noch ein wenig weitergehen? Mir ist beides recht.“
     
  2. Dokúiki Takeo

    Dokúiki Takeo Genin

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    Rais Antwort zauberte Takeo ein Lächeln aufs Gesicht. Er hatte Recht, denn dies war tatsächlich das Weltverbesserer-Klischee, das man einigen Ninjas zuschrieb, jedoch konnte auch er sich ganz und gar nicht davon freisprechen. „Schon, aber ist es wirklich ein so schlimmes Klischee? Ich finde, dass das ein gutes Motiv ist, um diesen Weg einzuschlagen. Wir treffen in unserem Beruf oft Entscheidungen, die sich auch auf andere auswirken, und ein solcher Hintergrund hilft dabei, dass wir diese richtig treffen.“ Er legte eine kurze Pause ein, denn diese Entscheidungen waren dadurch nicht immer die effizientesten. Ein gewisser Rotschopf hatte ihm das gezeigt, jedoch änderte dies für ihn nichts. „Das ist jedenfalls meine Meinung. Ich weiß, dass Viele das anders sehen. Ich bin mir sicher, dass dieses „Klischee“ deutlich mehr geschätzt würde, wenn die Zivilisten um die Vielfalt an Motiven in unserem Job wüssten.“
    Takeo merkte schnell, dass ihre Hintergründe gar nicht so verschieden waren, auch wenn sie sich trotzdem in verschiedene Richtungen entwickelt hatten. Er hoffte, dass dies nicht die letzte Mission mit Rai sein würde, denn die Sympathie beruhte auf Gegenseitigkeit. Die Arbeit mit ihm war angenehm, da sie oft den gleichen Lösungsansatz verfolgten, was schon mal eine gute Voraussetzung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit war.
    Interessiert lauschte er, wie sein Partner in Erinnerungen schwelgte. Er hatte nicht von den beiden Ninjas gehört, von denen er erzählte, aber diese Geschichte machte ihm wieder klar, wie verrückt die Welt doch war. Die Mission mit Mai war bisher das verrückteste gewesen, was er bisher erlebt hatte, doch schien in der Welt noch viel mehr im Argen zu liegen. „Nein, ich kenne die beiden nicht, aber ich würde mich freuen, sie mal kennenzulernen. Weißt du, es ist besser, an das Gute im Menschen zu glauben als umgekehrt. Wenn er der Gute gewesen wäre und ihr ihn trotzdem zur Strecke gebracht hättet, dann wäre das keine so schöne Erinnerung.“ Sein Blick ließ kurz ein wenig Niedergeschlagenheit durchblicken, bevor er wieder ein freundliches Grinsen aufsetzte. „Jetzt aber genug davon, denn immerhin ist die Welt durch euch wieder ein Stück sicherer geworden, und ihr habt einigen Leuten das Leben gerettet.“
    Rais Vorschlag ein Nachtlager aufzuschlagen, begrüßte er. Er wollte es ihm nicht unbedingt zeigen, aber er war mittlerweile schon ganz schön fertig. Außerdem lagen sie mittlerweile gut in der Zeit, sodass sie vielleicht schon morgen Abend die Grenze zum Reich der Blitze überqueren würden. Dann war es nur noch ein Katzensprung bis zu ihrem Zielort. Nach einer kurzen Suche am Rande des Weges war ein kleiner Felsvorsprung gefunden, unter dem sich ein wunderbares Lager für die Nacht errichten ließ. „Ich denke, hier lässt es sich relativ gut aushalten. Wir sind geschützt vor der Witterung und hier wächst alles für ein leckeres Abendessen. Ich hoffe, du hast nichts gegen Pilze?“

    Umezawa war ein ganzes Stück auf Abstand geblieben, denn er war kein Ninja und der Kampf lag ihm fern. Allerdings war er ein ziemlich kompetenter Dieb und sobald die beiden Shiro-Nins in die Welt der Träume verschwanden, würde er alles mitnehmen, was nicht niet und nagelfest war. Das beste daran war, dass er nicht nur die Ware an den Höchstbietenden verkaufen konnte, sondern auch noch extra dafür bezahlt wurde. Die nächsten Wochen konnte er sich mit diesem kleinen Obolus eine kleine Auszeit gönnen. Vielleicht würde es ja sogar für ein edles Bordell reichen? Er hatte langsam genug von den üblichen Absteigen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. Okt. 2018
  3. Takeshi Rai

    Takeshi Rai Genin

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    Die Entscheidung von Takeo nahm er begrüßend entgegen. Immerhin waren sie gut in der Zeit, denn sie hatten noch zwei Tage vor ihnen, in denen sie das kleine Briefchen abliefern müssen. Um nochmals alles zusammenzufassen, was bist jetzt alles passiert ist: Der kleine Trupp begann die Reise ins Reich der Blitze, ein paar Wegschilder wurden offensichtlich absichtlich falsch beschildert und eine sehr aufdringliche Dame beharrte auf ihre nichtexistierende Verletzung. Das alles mündete in einen ziemlich aufregenden Tag – ganz und gar nicht so wie es sich der Takeshi zuerst vorgestellt hatte. Jetzt nahm der Tag aber langsam ein Ende und die zwei suchten sich einen geeigneten Platz für ein Nachtlager. Dafür fanden sie einen kleinen Felsvorsprung, der für einen dezenten Schutz vor Witterungen sorgen würde. Während Takeo sich die Pilzsuche zur Aufgabe machte, durchsuchte Rai das naheliegende Dickicht nach Feuerholz ab. Diese Aufgabe stellte sich als sehr leicht heraus, denn hier lag sozusagen überall Holz herum, welches sich für ein Feuer eignete. Außerdem hatte es schon länger nicht geregnet, deshalb war das Holz trocken und es sollte ein Leichtes sein, dieses zum Brennen zu bringen. Während der Suche kamen ihm aber ein paar seltsame Geräusche unter. Manchmal hörte er wie Äste knackten oder auch Blätter raschelten, obwohl gar kein Wind vorhanden war. Der Takeshi tat dies aber ab und vermutete dahinter einfach nur ein paar Tiere. Mit einem großen Haufen an kleineren Ästen unter den Armen, machte er sich auf den Weg zurück in das Nachtlager.

    Das war aber knapp gewesen. Umezawa dachte schon, dass er jetzt aufgeflogen war – diese scheiß Hasen aber auch! Schon sein ganzes Leben hatte er Respekt vor diesen Tieren, da sie ihm ein wenig Angst machten. Das war aber allerdings das einzige, was dem harten Taschendieb den Schweiß über den Rücken trieb. Diese Ohren standen einfach in so einem ekligen Winkel vom Kopf ab… Er konnte gar nicht daran denken. Allerdings bemerkte er jetzt, dass dieser blauhaarige Typ sich wieder auf den Weg zurück in deren Lager machte. Den anderen hatte er jetzt schon eine Weile nicht gesehen. Wenn er wollte, dass das Ganze erfolgreich wird, dann durfte er BEIDE nicht aus den Augen verlieren! Bei der Verfolgung des Blauhaars blieb er weiterhin auf einem sicheren Abstand zurück. Als er sich vergewissert hatte, dass er sicher im Dickicht versteckt war, beschattete er weiterhin das Lager.

    Wieder zurück am Felsvorsprung, legte Rai einen Kreis aus Steinen auf, damit das Feuer dann nicht auf die beiden überspringen konnte. In der Mitte des Kreises platzierte er das zuvor gesammelte Holz. Dabei beachtete er keine bestimmte Konstellation – es sollte auch so brennen. Um den Haufen zum Brenne zu bringen, reicherte er seine Hand mit Raiton-Chakra an. Jetzt zuckten ein paar kleine Blitze über seine rechte Hand, die er jetzt auch über das Feuer legte. Nach einer halben Minute ungefähr, fing das Holz schlussendlich Feuer. Die Idee dahinter, zuerst war er sich nicht sicher, ob das überhaupt klappen würde, war folgende gewesen: Diese größere Menge an Chakra sollte so schnell in seiner Hand rotieren, dass sich Blitze um die Hand bilden. Diese sollten dann rein theoretisch heiß genug sein, um das Feuer zu entfachen. Gut, dass das funktioniert hatte – jetzt war er stolz auf sich selbst und seinen gewieften Verstand. Bis sein Kollege wieder zurückkommen würde, machte er es sich bequem und las in seinem Buch weiter; ein Krimi, der ziemlich interessant war. Waren das nicht alle?

    Interessant, interessant. Es war ihm vorher schon bekannt gewesen, dass diese zwei Typen Shinobi waren, aber nun konnte er sich auch wirklich etwas darunter vorstellen. Umezawa saß weiterhin in seinem kleinen Versteck und war erstaunt darüber, wie dieser blauhaarige Typ das Feuer entfachte. In ihm kamen Gefühle hoch, die Ehrfurcht und Respekt repräsentierten. Auf einen Kampf würde er sich mit diesen beiden sicher nicht einlassen, das war ihm auf jeden Fall klar. Sein Plan war, dass er die beiden in der nächsten Nacht einfach beklauen würde – eiskalt und ohne Reue. Nach ein paar Minuten, es waren sicher fünfzehn gewesen, kam auch schon der andere Typ zurück. Wann die beiden wohl endlich schlafen gingen?
     
  4. Dokúiki Takeo

    Dokúiki Takeo Genin

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    Mit Freuden stellte Takeo fest, dass Rai bereits das Feuer im Lager entfacht hatte. Die Umgebung hatte sich als ein Paradies für Kräuter und Pilze entpuppt, sogar eine leckere Wurzel konnte er finden. Einem schmackhaftem Eintopf stand nun also nichts mehr im Wege. Er legte seine Hände auf den Boden und ließ eine kleine Pfütze aus dem Boden quellen. Davon füllte er einen kleinen Teil in einen Topf und stellte ihn auf das Feuer, um das Wasser zum Kochen zu bringen. Mit dem restlichen Wasser wusch er die Kräuter, Pilze und die Wurzel, um sie dann mit einem Kunai zurechtzuschneiden. „Das wird ein Festmahl, Rai. Diese leckeren Zutaten findet man nicht überall.“ Nach und nach füllte er alles in den Topf, bis er zufrieden war, und ließ das Gemisch vor sich hin köcheln. „So. Jetzt müssen wir ein wenig warten. Darf ich fragen, was du da liest?“

    Umezawa hatte gehofft, dass die beiden sich sofort schlafen legen würden, nachdem das Feuer entzündet war, aber er hatte sich schon gedacht, dass er heute ein bisschen länger warten musste. Er musste zugeben, dass dieser Eintopf, der auf dem Feuer köchelte, sehr appetitlich aussah, und er hoffte, dass die beiden sich den Bauch nicht allzu voll schlugen, damit er sich nachher auch noch bedienen konnte. Warum sollte er die zwei Wochen in Dekadenz nicht sofort heute starten?

    Das Gespräch über Rais Abendlektüre und seine weiteren Hobbys füllte das Zeitfenster, welches der Eintopf brauchte, perfekt. Denn als Takeo sich über den Topf beugte, um nach dem Gebräu zu schauen, stieg ihm direkt ein himmlischer Geruch in die Nase. Er wusste, dass einige Kräuter gab, die den Verstand des Menschen mit ihrem Dampf in andere Sphären katapultieren konnten, doch für Takeo reichte schon der würzige Geruch des Abendessens, um ihn auf Wolke sieben zu heben. Er rührte ein letztes Mal mit dem Löffel um und beobachtete die Pilzstücke, die in der Brühe im Kreis tanzten. Er merkte, wie seine Gedanken im Begriff waren abzuschweifen, und hob den Blick wieder. „Wenn es um Essen geht, dann verliere ich mich manchmal ein bisschen.“ Er lachte. Dann nahm er sich ein Schälchen und füllte es mit einer großen Portion des Eintopfs. „Hier. Lass es dir schmecken. Wir haben morgen noch ein ganzes Stück vor uns.“

    Gierig beobachtete er, wie die Shinobi das Essen verzehrten. Leider hatte er nicht den Eindruck, dass heute noch etwas davon für ihn übrig blieb. Schade, aber dann mussten diemateriellen Besitztümer der beiden wohl ausreichen. Die Wärme des Tages hatte sich inzwischen verzogen und Umezawa beschloss, das Risiko einzugehen und sich noch ein wenig näher ans Lager zu wagen. So konnte er wenigstens ein kleines bisschen vom Feuer profitieren. Er befand ein wenig erhöht auf dem Felsvorsprung, was ihm einen guten Blick verschaffte, jedoch musste er jetzt sehr vorsichtig sein, dass - Doch was war das? Der Geruch des Abendessens stieg ihm genau in die Nase. Er strecke seinen Kopf ein wenig aus seinem Versteck, um den Geruch aufzusaugen. Dieser Eintopf roch noch besser, als er gedacht hatte. Ihm schien da heute wirklich etwas zu entgehen. Vielleicht würde ja doch etwas übrig bleiben? Er beugte sich nach vorne, um noch einmal einen Blick auf die Shinobi zu werfen und seine Hoffnungen zu vergrößern. Ein kleiner Schritt und ein Stein löste sich und fiel nach unten ins Lager der beiden. Instinktiv zog Umezawa sich zurück, denn er wusste, dass so etwas selten unbemerkt blieb. Das war leichtsinnig von ihm und dumm. Hoffentlich hatte das sein Vorhaben nicht gefährdet.
    Er wartete extra über eine Stunde, bis er sich wieder ans Lager wagte. Er hatte sich zu unrecht gesorgt, denn die beiden Ninja lagen in ihren Schlafsäcken eingemummelt im Lager. Nichtmal eine Nachtwache, ha! Er schlich sich wie ein Schatten ins Lager und steuerte zunächst zielstrebig auf die Mitte des Lagers zu. Ja, er hatte den Topf nicht vergessen. Ein kleiner Blick offenbarte die schmackhaften Reste. Einen kleinen Löffel konnte er sich gönnen.

    Er gab sich wirklich Mühe leise zu sein und vielleicht hätten Rai und Takeo ihn nicht bemerkt, wenn sie nicht bereits davon gewusst hätten, dass sie jemand beobachtete. Das kleine Steinchen, dass Takeo beim Essen auf den Kopf fiel, war eine Unvorsichtigkeit zu viel. Daraufhin bemerkte Rai, dass er beim Holz sammeln bereits viel Unruhe im Unterholz bemerkt hatte. Dies und die Ereignisse des vergangen Tages führten dazu, dass Takeo doch einmal kurz nachschaute, ob er Spuren fand, und tatsächlich hatte sich jemand im Umkreis des Lager herumgetrieben. Er hatte jedoch entschieden, von einer Verfolgung abzusehen. Rai und er waren bereit, sich auf ihn zu stürzen, jedoch hatte Takeo zunächst einen kleinen Hinterhalt gelegt und die Reste des Abendessens mit einer Dosis Sui vergiftet. Es war immer Angenehmer einem Kampf aus dem Weg zu gehen. Scheinbar war dieser Herumtreiber dumm genug, um bereits auf diese Einladung hereinzufallen. Ein Schluck und er würde die Tür zum Reich der Träume aufstoßen.
     
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  5. Takeshi Rai

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    Die beiden ließen den Abend gemütlich ausklingen; so schwärmte Rai von seinem Krimi, der von einem Mord an einem Jungen handelte. Die Beweise gegen den Angeklagten waren wasserdicht, so war es aber auch sein Alibi. Hatte er nun den Mord begangen oder nicht? Rai wusste nicht, ob Takeo sich für Romane interessierte, aber trotzdem wollte man ja nicht spoilern. Während die beiden quatschten, brodelte der Eintopf über der Feuerstelle dahin. Als dieser fertiggekocht war und der Takeshi einen Löffel davon aß, begannen seine Augen zu funkeln. Einen so guten Eintopf hatte er in seinem Leben noch nie gegessen! Er verschlang Portion nach Portion bis er nicht mehr konnte und sein Magen voll war – da war der Koch noch nicht mal mit seiner zweiten Portion fertig. Ausreichend gesättigt und befriedigt, rieb Rai sich seinen Bauch. „Das hast du wirklich gut hinbekommen – ich bin beeindruckt!“, lobte er den Koch. Nachdem er dies getan hatte, flog ein kleiner Stein schnurstracks auf den Kopf von Takeo. Sofort schnellten die Blicke hoch und die beiden waren sich jetzt ihrer Gedanken sicher: Jemand verfolgte sie. Die beiden verhielten sich weiterhin so, als hätten sie dies nicht bemerkt. Doch insgeheim trafen die beiden Vorkehrungen, die den Verfolger stoppen sollten. Die Reste des überaus guten Eintopfs wurden mit einer Tinktur vermischt, die, wie Takeo ihm zusicherte, den Verfolger außer Gefecht setzen, aber nicht töten würde. Nun würden sie sich in die Schlafsäcke legen und warten bis die Falle zuschnappt.

    Als Umezawa sich einen Löffel dieses köstlichen Gerichts gönnte, bemerkte er sofort, dass etwas faul war. Seine Feinschmeckerzunge, die schon so etliche Geschmäcker erkennen konnte, wusste genau, dass dieser Eintopf vergiftet wurde. Vor lauter Schreck über diese Tatsache, fiel er rücklinks zu Boden. Auf allen Vieren kroch er rückwärts, bis sein Rücken an einen Baum stieß und sein Kriechen ein Ende fand. Seine Gedanken wurden jetzt immer lückenhafter und seine Sicht immer verschwommener. Er fühlte sich benommen, hilflos gegenüber dem was kam. Nach wenigen Sekunden wurde es schwarz um seine Augen und der Körper des Diebes sackte regungslos zu Boden. Ab jetzt war Umezawa, der ach so vorsichtige Dieb, dem Traumland ausgesetzt…

    Der Plan ging auf und die beiden Shinobi entledigten sich ihrer Schlafsäcke. Jetzt betrachteten sie den Mann, den Verfolger, der ihnen anscheinend schon länger auf den Fersen war. Das Blauhaar hatte da so einige Ideen, wie sie weiter mit dem Typen verfahren sollten. Die Entscheidung wollte er aber dem offiziellen Missionskommando überlassen. „Also, was machen wir mit ihm?“ Ehrlich gesagt würde Rai den vermeintlichen Dieb hier zurücklassen. Gefesselt und mit Essen und Trinken versorgt – schließlich waren sie ja keine Unmenschen! Das würde ihnen sicher einen Vorsprung geben. Dafür müssten sie aber jetzt aufbrechen. Es war die Entscheidung von Takeo, Rai würde sich dieser fügen. Einige Kraftreserven konnte er sicher noch für ein paar Kilometer aufbringen. Was war wohl der nächste Schritt?
     
  6. Dokúiki Takeo

    Dokúiki Takeo Genin

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    Sie hatten kaum Schlaf bekommen, doch hier mit diesem Dieb zu rasten war wahrscheinlich auch nicht die beste Idee. „Wir wissen nicht, ob er alleine unterwegs war, deswegen sollten wir wenigstens ein paar Kilometer zwischen uns und ihn bringen, bevor wir wieder rasten. Wir sind noch nicht weit ab vom Weg, deshalb würde ich vorschlagen, dass wir ihn dort fesseln. Es ist zwar nicht die meist bereiste Straße, jedoch wird früher oder später jemand vorbei kommen und ihn finden. Verhungern wird er in der Zeit schon nicht, immerhin hatte er gerade erst einen Happen von meinem vitalisierenden Eintopf.“ Takeo grinste. Gesagt, getan. Bereits wenige Minuten später war das Lager abgebrochen und der Dieb sicher an einem Baum fixiert, sodass der Weg ins Reich der Blitze fortgesetzt werden konnte.
    Als der Dieb außer Sichtweite war, wandte sich Takeo noch einmal an Rai. „Wir sollten jedoch noch eine Pause riskieren, denn wenn wir den nächsten Tag ohne Schlaf reisen, werden wir die nächste Überraschung vielleicht nicht mehr so leicht bemerken.“ Tatsächlich verlief die nächtliche Reise überraschend ereignislos, wenn man an den letzten Tag zurück dachte, und Takeo beschloss, bereits nach vier Stunden die besagte Pause einzulegen. Drei Stunden Powernapping mussten jedoch reichen, denn die Wahrscheinlichkeit, dass ihnen noch jemand auf den Fersen war, war groß. Im Laufe des Tages stellte sich jedoch heraus, dass diese Sorge vielleicht völlig unberechtigt war, denn als die Sonne im Zenit stand, hatte es noch keine neuen Überraschungen gegeben.
    „Ich hätte nicht gedacht, dass wir heute so gut voran kommen, wenn ich ehrlich bin. Ich dachte, dieser Schurke wäre nur der erste von vielen gewesen.“ Er kratzte sich am Kopf und lachte. „Vielleicht war ich da etwas übervorsichtig, denn wenn der Inhalt dieses kleinen Briefchens so wichtig wäre, dann hätten die Lords ihn wohl nicht ein paar Genins anvertraut.“

    Diese Ninja waren einfach zu gütig. Umezawa dachte bereits, sein letztes Stündchen hätte geschlagen und der strahlende Stern am Himmel der Diebe würde heute erlöschen, doch sie ließen ihn einfach gefesselt zurück. Seine treu ergebenen Handlanger würden sicher bald kommen, und eine Stunde Rückstand war schnell aufgeholt, wenn man so schnell war wie Umezawa. Also... Wo waren seine Begleiter?
    Geschlagene zwei Stunden wartete er an diesem Baum fest gekettet. Wozu hatte er Unterstürzung mitgebracht, wenn diese ihn einfach im Stich lies? „Hallo Papa! Was ist denn mit dir passiert?“ Umezawa schaute sich hastig um. „Wo wart ihr die ganze Zeit?! Ihr solltet doch aufpassen für den Fall der Fälle. DAS ist der Fall der Fälle. Los. Bindet mich los. Wir haben noch viel Arbeit vor uns.“ Wenigstens ging es jetzt ganz schnell. Seine Tochter Tetsuko und sein Sohn Hiroki waren gute Diebe für ihr Alter, aber manchmal hatte er das Gefühl, dass diese Fähigkeiten auf Kosten ihrer geistigen Kraft gegangen waren. Doch jetzt war nicht die Zeit, sie zurecht zu weisen. Sie musste Fallen vorbereiten und um jeden Preis diesen Brief an sich bringen, damit Umezawa sich endlich mal einen Urlaub gönnen konnte! „Und wie machen wir es, Vater?“ Umezawa lachte. „Wir machen die Spezialnummer. Habt ihr die Verkleidungen dabei?“ Es freute ihn, das Funkeln in den Augen seiner Kinder zu sehen. Die Spezialnummer war immer noch das beste, was sie in ihrem Repertoire hatten.
     
  7. Takeshi Rai

    Takeshi Rai Genin

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    „Alles klar, dann machen wir das.“, ließ Rai verlauten. Der Plan lautete also wie folgt: Nach ein paar weiteren Kilometern würden die beiden wieder zur Ruh kommen und eine weitere Pause einlegen. Das klang in den Ohren von Rai ziemlich gut, denn auch er hatte da so ein leises Gefühl, dass der Dieb hier nicht der einzige sein würde. Wenn man sich in die Lage eines tückischen Auftraggebers versetzen würde, dann würde man nicht nur einen Typen auf die zu stehlende Ware ansetzen – vor allem nicht so einen dummen. Dann kam aber wieder die Frage auf, was so besonders an diesem Brief war. Hoffentlich würden sie das am Ende dieser Mission herausfinden, weil irgendwie war Rai da schon etwas neugierig. War es ein einfacher Brief eines Freundes oder war es ein Auftrag zum Mord? Letzteres wäre sogar clever gewesen, denn niemand würde dies vermuten, so war es eine offizielle Mission. Auch wenn es ein Auftakt für etwas Böses war, die beiden mussten das Ding sicher zum Zielort bringen. Dabei stieg auch schon wieder die Vorfreude in ihm auf, endlich wieder in seiner Heimat zu sein. Lange war es her und endlich fand er wieder seinen Weg zurück. Wer weiß, vielleicht würde er eine Weile dort bleiben und seine alten Freunde besuchen. Ein kleines Mitbringsel für seine Eltern wäre auch nicht so verkehrt. Irgendwas sollte sich dann schon ergeben.

    Wie dem auch sei, nach einigen Stunden und einigen Kilometern hinter den beiden, legten sie wieder eine Pause ein. Diese bestand aus drei Stunden an Schlaf und einem kleinen Snack. Gut ausgeruht konnte man den momentanen Zustand von Rai nicht nennen, da passte wohl eher halbwegs ausgeruht. Immer wieder erwischte Rai sich beim Gähnen und er meinte auch etwas unvorsichtiger zu sein. Nach so einer holprigen Nacht war das allerdings auch zu erwarten. Nach einem schier ereignislosen Tag wogen die beiden sich in Sicherheit. Auch Rai meinte, dass sie wohl eher nichts mehr zu befürchten hatten. „Ich muss ehrlich sagen, dass ich zuerst deiner Meinung war. Aber nach diesem Angriff und dem versuchten Diebstahl von gestern… da hab ich nochmal etwas darüber nachgedacht.“ Rai gähnte kurz und blickte gen Himmel. Die Sonne prallte erbarmungslos auf die beiden herunter. Nichtsdestotrotz war es ein schöner Tag. „Wieso sollte man so einen Brief stehlen wollen? Unser Auftrag lautet ja, dass wir diesen Brief an einen Freund im Reich der Blitze überbringen sollen. Der Brief kann doch nicht so wichtig sein, dass man ihn gleich stehlen wollte.“ Er legte eine kurze Pause ein, denn grade arbeitete sein Hirn nicht auf Hochtouren. „Außer er enthält vertrauliche Informationen über irgendwas. Dann sollte diese Mission aber unter einem anderen Rang ausgestellt werden… Naja, vielleicht darfst du den Rang der Mission ja erhöhen.“ Rai blickte Takeo an und begann zu lachen. Dieser Fall würde wohl eher unwahrscheinlich sein – wäre aber in Betracht zu ziehen. Egal, auch in den nächsten paar Stunden ereignete sich nicht viel. Hier und da passierten ein paar Wildtiere den Gehweg und man konnte ein paar Reisende begrüßen. Wahrscheinlich war heute mit keinen Zwischenfällen mehr zu rechnen… oder vielleicht doch?
     
  8. Dokúiki Takeo

    Dokúiki Takeo Genin

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    „Damit hätte ich kein Problem. Immerhin steigt damit auch unsere Bezahlung.“ Fröhlich stimmte Takeo in Rais Lachen ein. „Wir sollten uns keine Gedanken darüber machen, was in dem Brief steckt. Bisher sind wir auf kein unüberwindbares Hindernis getroffen, und so wird es auch bleiben. Da bin ich mir sicher.“ Sicher hieß in diesem Fall, dass Takeo hoffte, dass der Tag keine großen Gefahren mit sich brachte, aber irgendwie hatte er das Gefühl, dass es als Missionsleitung seine Aufgabe war, die Ruhe zu bewahren. So war es jedenfalls in den Büchern. Es war nicht so, dass er wirklich beunruhigt war, aber ein ungutes Gefühl blieb doch, denn bis zu diesem Zeitpunkt waren sie schon an einigen skurrilen Ereignissen beteiligt gewesen.

    Tatsächlich waren seine Sorgen unbegründet. Was? Nein. Der Tag verlief natürlich nicht ereignislos, aber die Kuriositäten wurden jedenfalls nicht gefährlicher: Fehlende Brücken, Berge, wo eigentlich Wege sein sollten, und eine Schar an merkwürdigen Reisenden mit unglaublich zeitaufwendigen Problemen. Man konnte wirklich nicht leugnen, dass sich jemand reichlich Mühe gab, um ihnen das Leben schwer zu machen. Dabei konnten die beiden Shinobi ihre Berufsgruppe recht kompetent vertreten und erreichten mit leichter Verspätung bereits am Abend des zweiten Tages die Grenze zum Reich der Blitze. Das Wetter war inzwischen umgeschwungen und genauso traumhaft, wie Rai es beschrieben hatte: Regen, Regen und noch mehr Regen. Takeo hatte Rais Anmerkung zu Anfang als einen kleinen Scherz aufgefasst, doch jetzt wurde ihm klar, dass darin mehr Wahrheit steckte, als er angenommen hatte. „Wirklich bezaubernd in deiner Heimat.“ Takeo zog sich seinen Mantel noch etwas mehr ins Gesicht. „Auf dieser Mission haben sich wohl wirklich alle Mächte gegen uns verschworen. Ich hoffe, das Wetter ist hinter der Grenze wieder besser.“

    Umezawa war bereit. Sie waren pausenlos unterwegs gewesen, um sich an die Spitze zu setzen und ihren großen Auftritt vorzubereiten. Wirklich oft hatten sie das Ganze noch nicht durchgezogen, aber er war überzeugt von der Nummer. Er checkte noch einmal die Verkleidung seiner Handlanger a.k.a. Kinder und befand diese für perfekt. Immerhin hatte er die Teile in mühsamer Arbeit zusammengesucht und gefälscht. „Konzentration! Die beiden müssten innerhalb der nächsten Stunde hier vorbeikommen und alles muss perfekt laufen. Keine Fehler.“ Auch er zog sich jetzt die ANBU-Maske ins Gesicht, denn das Wichtigste für einen Schauspieler war gute Vorbereitung, und die fing bereits damit an, sich frühzeitig in seine Rolle zu finden. „Stillgestanden, Männer. Es ist uns zu Ohren gekommen, dass dieser Tage einige sehr gefährliche Shinobi unterwegs sind. Der Raikage hat uns persönlich ausgesandt, um die Grenzen hier sicher zu halten und alle Durchreisenden zu kontrollieren. Dabei sollten wir sehr gründlich vorgehen und immer darauf bedacht sein keinen Kampf anzuzetteln. Verstanden?“ Das war tatsächlich das größte Risiko an seinem Plan. Wenn sie in einen Kampf mit den beiden Ninja geraten würde, wäre es schwierig, sagen wir unmöglich, ihnen den Umschlag abzunehmen. Es musste also schnell geschehen und vor allem mussten sie sehr überzeugend sein. Showtime!
     
  9. Takeshi Rai

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    Tatsächlich schafften die beiden Shinobi es fast rechtzeitig an die Grenze zum Reich der Blitze. Mit etwaigen kleinen Hindernissen, wie verschwundene Brücken, immer wieder verdrehte Wegweiser und noch viele mehr, mussten die zwei sich nicht lange beschäftigen, denn immerhin war Rai der Ortskundige hier und er wusste wo es langging. Die leichte Verspätung rührte daher, dass er sich trotz allem auch ein wenig zurechtfinden musste. Aber noch immer stellte er sich die Frage, warum denn genau dieses absichtliche „Steine in den Weg legen“? Vielleicht sollte er früher oder später eine Antwort auf diese Frage bekommen, aber jetzt musste er sich vor dem immer stärker werdenden Regen schützen. Dazu legte er die Kapuze seines Allzweckmantels auf seinen Kopf und hob den linken Arm schützend vor das Gesicht. Der peitschende Regen konnte schon weh tun. Aber Rai war das ja irgendwo gewohnt, wie sah das denn bei seinem Begleiter aus? Naja, dieser versuchte sich mit Mühe und Not irgendwie vor dem Regen zu schützen. Ein paar hilfreiche Tipps von Rai, gaben auch ihm den nötigen Pepp, sodass er sich gut schützen konnte. Und die Hoffnungen, die Takeo hatte, musste Rai leider ein wenig eindämpfen: „Naja, je weiter wir ins Landesinnere kommen, desto weniger wird der Regen. Aber auch dort herrschen manchmal solche Stürme wie dieser hier. Allerdings gibt es auch Tage an denen es gar nicht regnet, ist immer so eine Laune der Natur – hoffen wir aufs Beste!“

    Je näher das Team der Grenze kam, desto näher rückte auch der Abschluss der Mission. War das nicht schön? Es ist immer wieder schön, wenn das Ziel genau vor deinen Augen ist und du es nur mehr greifen musst. Nicht mehr lange und die beiden würden endlich mit dieser nervigen Reise fertig sein. Rai konnte dann endlich wieder seine Großeltern besuchen und sich mit seinen Freunden treffen. Was Takeo in Kumogakure machen würde, das hatte er ihn noch gar nicht gefragt. Als der Regen ein wenig nachzulassen schien, wollte der Rai seinen Kameraden eben diese Frage stellen. Würden sich da nicht just in diesem Moment drei Menschen in den Weg stellen. Und schon wieder wurden die beiden aufgehalten, denn anscheinend wollten die drei etwas von den Shinobi. Als der Takeshi sie genauer zu mustern begann, konnte er feststellen, dass es sich hierbei womöglich um ANBU handeln müsste. Wahrscheinlich aus Kumo, denn was würden ANBU aus Shiro hier machen? Die ANBU-Masken verdeckten die Gesichter und die Mäntel die Körper. So konnte man nicht erkennen, wer die Typen jetzt waren – war ja auch der Sinn dahinter. Und siehe da, die Typen gaben sich wirklich als ANBUs aus. Rai warf einen Blick auf Takeo und dann wieder auf ANBU, wobei er eine Augenbraue hob. Hoffentlich verstand er, dass der Takeshi diese Situation ein wenig suspekt fand. „Wenn hier wirklich gefährliche Shinobi herumgeistern würden, dann hätte man uns bestimmt vorher informiert. Wieso sind die überhaupt gefährlich und was haben die getan?“ Als er das sagte, schreite er schon förmlich, weil der Regen mittlerweile wieder stärker geworden war. Na hoffentlich dauerte diese Konversation nicht noch länger an, denn die Zeit drängte.
     
  10. Dokúiki Takeo

    Dokúiki Takeo Genin

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    Als Rai seine Bedenken äußerte, trat einer der vermeintlichen ANBUs nach vorne. „Es tut uns Leid, aber wir sind nicht befugt diese streng geheimen Informationen mit jedem dahergelaufenen Ninja zu teilen.“ Takeos Blick ging zu Rai und es war nicht schwer zu erkennen, dass dieser die Situation nicht ganz so koscher fand, wie die ANBU sie zu verkaufen versuchten. An einem normalen Tag hätte Takeo eine Art Grenzkontrolle wahrscheinlich nicht wirklich in Frage gestellt, jedoch war heute – ganz zu schweigen von gestern – definitiv kein normaler Tag. Zum Glück hatten die vergangenen Ereignisse dafür gesorgt, dass Takeo die Sicherheitsvorkehrungen ein wenig angezogen hatte und Bedenke, dass diese Kontrolle die Mission gefährden würden, gab es keine. „Ich bewundere ihre Aufopferung sogar bei diesem Wetter.“ Takeo verbeugte sich und bedeutete Rai mit einem kleinen Zwinkern, dass er mitspielen sollte. „Wir werden selbstverständlich kooperieren, denn immerhin stehen wir auf derselben Seite. Wir profitieren alle von der Sicherheit des Landes.“ Als Takeo seinen Satz beendet hatte traten die beiden anderen ANBU sofort vor, um mit der Durchsuchung zu beginnen. Gerade als einer der beiden seine gierigen Hände nach Takeo ausstreckte öffnete dieser mit einem lauten klacken eine seiner Gifttaschen. Die Hände seines Gegenübers schreckten zurück und Takeo setzte ein freundliches lächeln auf. Wenn man einen hochrangigen Ninja verkörpern will, dann sollte man auch darauf bedacht sein, sich wie einer zu benehmen... „Sein Sie vorsichtig. Einige meiner Taschen enthalten gefährliche – teilweise tödliche – Giftstoffe. Wir wollen doch nicht, dass es morgen nicht mehr genug Personal für Grenzkontrollen gibt.“ Etwas zögerlich als gut für ihn wäre begann der ANBU mit seiner Durchsuchung. Wenig überraschend fand diese ein abruptes Ende als ein kleiner versiegelter Zettel aus Takeos Tasche entwendet wurde. Zeichen wurden ausgetauscht und die ANBU stellten sich wieder in Reih und Glied auf. „Vielen Dank für die Kooperation. Sie können ohne weitere Kontrollen passieren. Wir haben gerade eben die Mitteilung erhalten, dass die gesuchten Verbrecher an einer anderen Kontrolle geschnappt werden konnten.“ Mit überbordender Hektik verließen die eigentlichen Verbrecher den Standort.

    Jetzt nur schnell weg hier. Sie hatten die Nachricht, die ihr Auftraggeber wollte und sie mussten jetzt schnell eine ordentliche Distanz zwischen sich und die Ninja bringen, bevor diese den Diebstahl bemerkten. Wenige Stunden später war die Zeit reif für eine Pause, um die Verkleidungen abzulegen. Umezawa wog den Zettel sanft in seinen Händen. Dieser kleine Zettel war einigen Personen eine gewaltige Menge Geld wert. Was stand wohl dort drin? Das Siegel war ungebrochen, aber Umezawa könnte problemlos behaupten, dass die Ninja bereits einen Blick hineingeworfen hatten. Es würde schon keine Probleme geben. Vorsichtig öffnete er das Siegel und entfaltete den kleinen Zettel. Beim Anblick der Nachricht entglitten ihm alle Züge.
    Takeo lachte laut. „Ich muss sagen, dass die Idee mit der Ninjaverkleidung gar nicht so schlecht war. An einem anderen Tag hätte sie mich damit sicher gekriegt.“ Takeo saß auf einem Stein und schüttelte die richtige Nachricht aus seinem Stiefel. „Ich würde zu gern ihre Gesichter sehen, wenn sie die Nachricht öffnen. Sie werden sich schwarz ärgern.“ Er zupfte seinen Stiefel zurecht und erhob sich wieder. Es dauerte nicht mehr lang und sie waren am Ziel. Er hatte ein gutes Gefühl. Die größten Hindernisse mussten jetzt wohl überwunden sein und Takeo freute sich auf den Abschluss der Mission. Als sie die letzten Kilometer hinter sich brachten hatte er ein breites Grinsen auf dem Gesicht. Er dachte immernoch an das Gesicht der Verbrecher, wenn sie die Nachricht erblicken würden.

    Wir bewundern eure Mühe. Versucht es doch beim nächsten Mal erneut.

    Mit freundlichen Grüßen

    Die Shinobi, die sich nicht ganz so leicht ausrauben lassen
     
  11. Takeshi Rai

    Takeshi Rai Genin

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    Diese Aktion mit der vermeintlichen Verkleidung und die Grenzkontrollen… das alles kam dem Takeshi nicht ganz wasserdicht vor. Mal davon gesehen, dass es regnete. Für dieses kleine Gedankenspiel musste er sich einfach ins Fäustchen lachen. Wie dem auch sei, solche Grenzkontrollen gab es zu Rais Lebzeiten noch nie. Bis jetzt kam die Familie Takeshi immer ohne großes Wenn und Aber über die Grenze. Dies war auch ausschlaggebend für seinen Zweifel. Als sich Takeo dann auf einmal verbeugte, dachte Rai sich, dass der jetzt völlig am Rad drehen würde. Nachdem Rai aber das Zwinkern vernahm, verstand er sofort – er spielte mit. Nun verbeugte auch er sich, wenn auch übertrieben tief. Da es der Plan seines Mitstreiters war, überließ Rai ihm das Rampenlicht. Nicht, dass dieses Vorhaben noch in die Brüche ging. Stur lächeln und winken – daran hielt sich der Takeshi, obwohl er das Winken hierbei bewusst unterließ. Als die beiden Begleiter des vermeintlichen ANBU-Anführers mit der Durchsuchung der beiden Shinobi beginnen wollten, öffnete Takeo seine Gifttasche. Was hatte er jetzt schon wieder vor? Instinktiv ließ Rai seine rechte Hand zu seiner Kunaitasche gleiten, um sofort zur Stelle zu sein. Als er aber bemerkte und hörte, dass seine Absichten eher edler Herkunft waren, ließ Rai auch von seiner Tasche ab. Die darauffolgende Durchsuchung ließ er einfach über sich ergehen, obwohl der Typ – der Durchsucher – seine Hände wirklich überall hatte. Als dieser feststelle, dass an Rai nichts zu finden war, ließ er von ihm ab und trat wieder zurück in die Reihe. Wie es aber aussah, fand man bei Takeo einen Brief, genau diesen Brief, der der Grund war weshalb die beiden überhaupt hier waren. Und so schnell diese Typen den Brief auch gefunden hatten, so schnell waren sie auch wieder weg. Gerade als Rai zu Takeo wegen dem Brief etwas sagen wollte, lachte dieser laut auf. Ganz perplex hörte er ihm zu, um dann selbst laut zu lachen. „Diese Typen sind echt dumm. Zuerst dachte ich aber selbst, dass das der echte Brief war. Schon am Anfang kam mir die ganze Sache nicht gut vor, noch nie in meinem Leben gab es hier Grenzkontrollen. Nicht einmal Zollkontrollen gibt es hier.“ Rai konnte gar nicht aufhören mit dem Lachen. Und auch der Fakt, dass diese Mission endlich vorbei war, machte ihn umso glücklicher. Nach wenigen Kilometern hatten die beiden den Zielort erreicht – nun befanden sie sich in Kumogakure. Jetzt mussten die beiden nur noch die Zielperson finden. Dabei fand Rai aber noch die Zeit für ein paar kleine Worte: „Weißt du was, ich hab die letzten Tage genossen. Du bist echt ein fähiger Ninja und ich hoffe, dass wir uns schon bald wieder auf einer Mission begegnen. Und jetzt lass uns den Mist endlich zu Ende bringen.“
     
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  12. Dokúiki Takeo

    Dokúiki Takeo Genin

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    Rai und Takeo unterhielten sich noch eine Weile über den skurrilen Versuch ihre Mission zu erschweren. Als ihr Zielort in Sichtweite kam, nutzten sie die verbleibende Zeit, um sich an all die anderen merkwürdigen Geschehnisse auf dem Weg zu erinnern. Mittlerweile bestand kein Zweifel mehr daran, dass eine höhere Macht versucht hatte, ihr Vorhaben zu verhindern, weshalb Takeo umso erleichterter war, als sie die Tore von Kumogakure durchschritten. Jetzt mussten sie nur noch schnell die Zielperson finden und der ganze Spuk würde vorüber sein. Doch bevor sie loslegten, richtete Rai noch einige Worte an Takeo, die ihn sehr erfreuten. „Ich kann mich dem nur anschließen. Ich finde, dass wir sehr gut zusammengearbeitet haben und gegen eine Wiederholung hätte ich nichts einzuwenden… vielleicht mit ein paar weniger Hürden.“ Er lachte. „Naja, vielleicht können wir in Shiro auch mal zusammen etwas Essen gehen. Hürden gibt es auf Missionen wohl häufiger, denn sonst würde man uns nicht brauchen.“ Danach haderte Takeo nicht lang und schloss sich Rais Worten an.

    Wenig überraschend landeten sie in einem sehr wohlhabenden Viertel der Stadt. Takeo warf noch einen letzten Blick auf die Adresse und blieb dann stehen. „Das hier muss es sein.“ Die beiden fanden sich vor einem Anwesen wieder, das selbst für diesen Bereich des Dorfes sehr opulent aussah. Kaum einen Moment später öffnete sich bereits das Tor des Anwesens und zwei Herren traten ins Licht. Der ältere betrachtete die beiden Ninja mit kritischem Blick und zwirbelte seinen langen Ziegenbart. Der Kleidung nach zu urteilen war er der Besitzer des Anwesens und gleichzeitig die Zielperson. Der jüngere grinste fröhlich, während sie gemeinsam die Treppe zum Tor hinab schritten. „Ich danke Ihnen für ihre Gastfreundschaft in den letzten Tagen, Watanabe-sama“, sagte der Jüngere. „Jotaro hält viel von euch. Natürlich werden die Mitarbeiter meines guten Freundes immer einen Platz an meinem Hofe finden. Ich weiß jedoch nicht, ob es mir gefällt, dass der Hintergrund so ein lächerliches Spiel ist“, entgegnete der Ältere. „Jetzt wird es euch nicht mehr länger belasten. Mein Meister wird sich jedoch sehr freuen, dass er die Wette gegen seine Frau gewonnen hat.“ Für ein weiteres Gespräch war keine Zeit, denn die beiden hatten das Ende der Treppe erreicht und standen nun vor Rai und Takeo. Die beiden verbeugten sich höflich und Takeo ergriff das Wort. „Wir kommen aus dem Reich des Feuers, um eine Nachricht von Sato-sama zu überbringen.“ Er hatte zwar keinen Zweifel daran, dass seinem Gegenüber bewusst war, warum sie hier waren, jedoch konnte eine Gewisse Höflichkeit nicht schaden. Takeo holte die Nachricht aus seiner Tasche und reichte sie an Watanabe-sama. Dieser brach das Siegel und hatte die Nachricht bereits nach einigen Sekunden durchgelesen. „Er hat lange gebraucht, um sich diesen Zug zu überlegen. Ich bin mir sicher, dass ich schnell eine Antwort dafür finden werde.“ Langsam ging er zu einem Shogi-Spiel in seinem Vorgarten und verschob einen der Steine. „Wir spielen bereits seit Jahren an diesem einen Spiel. Mir ist nicht ganz klar warum er euch diesmal so hetzen musste, um seinen nächsten Spielzug zu überbringen. Seine Frau macht ihn noch ganz verrückt mit ihren Wetten.“ Takeo wechselte einen kurzen Blick mit Rai. Sie waren also tatsächlich nur kleine Spielfiguren im Spiel eines Lords gewesen auch wenn er nicht ganz durchschaute, worum es bei dieser Sache ging. „Ich danke euch jedenfalls. Jotaros Bote wird ebenfalls ins Reich des Feuers zurückreisen. Wenn ihr mögt, könnt ihr euch ihm anschließen.“ Takeo verabschiedete sich von dem Lord und tauschte sich mit Rai aus. Dieser wollte noch ein paar Tage im Reich der Blitze verbringen. Takeo hingegen nahm das Angebot des Boten an und machte sich zusammen mit ihm auf den Rückweg, um die Mission abzuschließen. Insgesamt eine sehr gelungene Sache und Takeo freute sich wirklich auf das Wiedersehen mit Rai in einer etwas entspannteren Atmosphäre.

    - Ende -​
     
    Takeshi Rai und Fujioka Shion gefällt das.