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Auf dem Weg in das Reich der Blitze

Hyuuga Mari

Chuunin
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Oh, was sollte das denn bitte werden? Es war wirklich schwer, diesen Mann, der da am Wegesrand stand und mit seinen Händen herumfuchtelte, wirklich ernst zu nehmen. Während Hei sich voll reinhängte, die von dem Mann gezeigte Dramatik aufzugreifen und zu erwidern, verhielt sich die Hyuuga im Hintergrund relativ still. Hinter der Sonnenbrille konnte man eine Veränderung ihres Ausdrucks ohnehin kaum erkennen und zu viel auftragen wollte sie auch nicht. Sie mussten ja auch noch als Gruppe glaubhaft rüberkommen und Mari fand, da reichte es aus, wenn Hei die Dramatik aufnahm. Aber dennoch beeindruckend, wie der Suna-Nin mitspielen konnte - damit würde sie ihn später mit Sicherheit ein wenig aufziehen. Immerhin wählte die Chuunin ihre Position ganz bewusst: Ein wenig schräg hinter dem Suna-Nin, so, dass der Mann kaum an ihr vorbeisehen konnte und sie während seines Gespräches ein wenig mustern und damit natürlich auch auf den kristallenen Anhänger, der um ihren Hals baumelte und im Sonnenlicht glänzte, aufmerksam werden konnte. Okay, damit wäre der erste Schritt doch getan, oder? Kana, Hei und auch Mari folgten dem Fremden, verließen den Pfad und fanden sich recht schnell irgendwo in dem Wald wieder. Erste Frage, die Mari sofort hatte: Warum waren die beiden überhaupt abseits des eigentlichen Pfades unterwegs gewesen? Hm. Mari hatte immer noch nicht gesprochen, sondern ließ Hei die Erstbegutachtung der am Boden liegenden Blondine übernehmen. Ob die nun wirklich einen Sonnenstich hatte, sollte mal dahingestellt bleiben.

„Oh. J-ja.“ Mari schien überrascht, als Hei sie ansprach und darum bat, dass sie sich um die Frau kümmern sollte. Beiläufig wanderte ihre Hand an den Anhänger, drehte ihn kurz zwischen den Fingern – so, als wäre es eine nervöse Angewohnheit von ihr – ließ dann allerdings schnell wieder von der Kette ab und trat mehr oder minder entschlossen an die Frau heran. „Ihr Arme...“ Die Braunhaarige ließ ihre Stimme einerseits ruhig klingen, mischte aber auch ein wenig gespielte Nervosität unter. Die Frau sollte ruhig glauben, dass man auf sie hereinfiel, sich in Sicherheit wiegen. Mari kniete sich neben die Dame und beugte sich direkt über sie und schien sie zu begutachten – dass der Anhänger dabei direkt über dem Sichtfeld der Blondine baumelte, war natürlich reiner Zufall. „Hier, trinkt etwas.“ Mari reichte der Frau eine Wasserflasche, die zwar nur sehr zaghaft und mit einem lauten, viel zu übertriebenen Stöhnen ergriffen wurde... aber immerhin wurde sie ergriffen. Und das, obwohl die Augen doch mit einem Tuch verdeckt waren... nein, natürlich nicht auffällig. Ohne groß zu warten, stützte die Braunhaarige die Blondine von hinten, sodass Kopf und Oberkörper erhöht gelagert wurden. Das Tuch rutschte dabei von ihrem Kopf und für einen kurzen Augenblick schien die Frau wie erstarrt von der plötzlichen Bewegung. Mari fühlte derweil die Stirn, konnte aber – wie erwartet – keine erhöhte Temperatur feststellen. Eigentlich war es sogar angenehm kühl... „Kein Fieber, ein Glück, stellte die Kunoichi fest, atmete beruhigt aus und lächelte die Dame von der Seite her an. Der Anhänger baumelte schön in ihrer Nähe. „Auch Euer Körper weist keine Rötungen auf. Und ein Glück, Ihr scheint Euch nicht übergeben zu haben. Vermutlich hat Euer Kreislauf nur ein paar Probleme mit der Hitze, das wird gleich wieder gehen.“ Sie lächelte beruhigend, wollte sich nun wieder von der Blondine lösen (ehrlich, es hatte genug Gelegenheit gegeben, um den Anhänger zu bemerken), doch plötzlich umklammerte die Dame den Arm der Hyuuga mit überraschender Kraft. Und ebenso einer überraschenden Schnelligkeit für jemanden, der eben noch stöhnend auf dem Boden gelegen hatte. „Nur der Kreislauf? Aber... es geht mir so unheimlich schlecht! Ich... ich glaube nicht, dass ich es alleine...“ Mari legte den Kopf etwas schief, aber die Mundwinkel blieben wacker hochgehalten. Ein Glück, dass Ihr nicht alleine...“ Aber weiter kam die junge Frau nicht. Nicht, weil die Blondine ihr widersprach oder zusammenbrach, um ihr Elend nochmal eindrücklich zur Schau zu stellen. Sondern weil ein markerschütternder, männlicher Schrei den Kopf sowohl von Mari, als auch der blonden Fremden hochschellen ließ. Die Augen der Hyuuga weiteten sich, als sie Kana erblickte, die den fremden Mann im nächsten Moment umwarf, am Kragen packte und die Faust anhob. Was genau vorher geschehen war, wusste Mari nicht. Musste sie aber auch nicht, um zu wissen, dass hier gerade etwas gehörig aus dem Ruder lief.

Und für den Bruchteil einer Sekunde sah Mari nicht die Isayama, sondern sich selbst, damals mit vierzehn Jahren. Sie erinnerte sich an Clint, den Cowboy, an das Kunai, das sie ihm an die Kehle gehalten hatte... und die überstürzte Flucht, die ihr Team daraufhin hatte antreten müssen. Die Erinnerungen prasselten auf die 20-Jährige nieder, nur war es nicht sie selbst, die dort mit erhobener Faust über dem Mann stand, ihn am Kragen packte und drohte, einen Zivilisten zu verletzen. Sondern es war... „Kana!“ Die Stimme der Hyuuga klang deutlich, laut und vor allen Dingen keine Widerworte duldend. Kein Lächeln in der Stimme, wie die Isayama es vielleicht sonst von ihr gewohnt war. Auch kein Schock, keine Panik, sondern eher der eindringliche Befehl, sich sofort am Riemen zu reißen. Damals hätte es zumindest Mari vielleicht geholfen, wenn jemand sie schnell zurückgepfiffen hätte. Doch damals... war sie selbst Teamleiterin gewesen und ihre beiden Kollegen genauso neu wie sie im Geschäft. Heute war es anders und Mari hoffte, mit dem Nachdruck in ihrer Stimme zu der Jüngeren durchdringen zu können. Und wenn nicht vollständig, dann zumindest solange, dass Hei sie von dem Mann wegzerren konnte, bevor sie etwas tat, was sie nachher bereuen würde. Mari sprach da aus Erfahrung...
 

Tatsumaki Hei

Chuunin
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[ Mission: Meister der Diebe, #6 ]

Eigentlich lief doch alles ganz wunderbar. Hei war ganz zufrieden - Mari kümmerte sich aufopferungsvoll um das eine Opfer der Hitze, während der Typ zwar ein wenig anhänglich wirkte, aber auf den Suna-Nin schien es jetzt nicht gerade so zu wirken, als wäre eine Gefahr im Verzug. Ihm gefiel, wie offensichtlich Mari mit ihrem Anhänger spielte, und außerdem war es ja gerade der Plan gewesen, dass das Trio sich nicht allzu schnell offenbarte. Das hier war eine einzige Farce, da war er sich sicher. So wie Mari sprach, so wie das mit dem 'Glück' betonte - nein, der Frau ging es gut. Auch wenn sie natürlich weiter rumjammerte. Wer auch jammerte, war der Kerl, der sich mittlerweile doch ein wenig mehr an Kana herangeklammert hatte - das war Hei kurz gar nicht so richtig aufgefallen. Sein Blick huschte zu seiner jüngeren Teamkameradin und war für einen Moment nicht ganz sicher, ob er eingreifen sollte. Ihre Worte wirkten... fast ein wenig panisch. ​

Und plötzlich ging alles ganz schnell. Kana keilte aus, der Mann fiepte schmerzerfüllt und humpelte ein wenig zurück, warf ihn in einer fließenden Bewegung zu Boden und holte weit aus. Mari war nicht die Einzige, die sich kurz an eine bestimmte Situation zurückerinnerte, aber Hei hatte gerade gar keine Zeit sich von Erinnerungen ablenken zu lassen. Ihm schoß allerdings schon durch den Kopf, wie sehr Mari es damals bereut hatte, die Kontrolle verloren zu haben - und er wollte nicht, dass Kana sich mit denselben Problemen herumschlagen musste. Zumindest nicht damit, einen Zivilisten ernsthaft verletzt zu haben. Die erhobene Faust hingegen wirkte auf ihn schon in der ehrlichen Absicht erhoben, zuzuschlagen. Das war keine Drohnung, oder? Hei hatte noch nicht einmal geschafft, einen Muskel zu bewegen, da tönte eine Stimme durch die Luft. Hei selbst spürte, wie der Befehl in dieser Stimme ihn zum Stocken brachte, aber er riss sich zusammen. Er wusste, wieso Mari so schnell und so intensiv reagierte. Er konnte sich kaum erinnern, selbst einmal eine derartige Ansage bekommen zu haben, aber es schien zu wirken. Kana stockte in ihrer Bewegung und schien sich für einen Moment zu besinnen. Hei trat einen Schritt zu ihr, fand seine eigene Souveränität ein wenig wieder. Er hätte wohl noch eingreifen können, aber möglicherweise erst nach einem ersten Schlag. Ganz sicher war er sich nicht. Kam auch darauf an, welche Kräfte und welche Fähigkeiten alles so in Kanas Körper steckten. Sanft umgriff er das Handgelenk seiner Teamkameradin und zog sie - natürlich nur, wenn sie sich nicht wehrte, zurück auf ihre Füße und ein Stück weg von dem Mann, der ihr eindeutig zu nahe gerückt war. Hei warf einen Blick in das Gesicht der Isayama, sah dort Wut und Ekel. Sie schien ehrlich mit sich selbst zu kämpfen, und er legte ihr kurz beruhigend eine Hand auf die Schulter. Ein Blick in ihre Augen, um ihr (hoffentlich) eine gewisse Sicherheit oder einen Halt zu vermitteln.​

Dann trat er zu dem Mann, der ein wenig zurückgekrabbelt war und mit seichter Empörung im Blick sein Schauspiel aufrecht erhalten wollte - und es auch ganz gut schaffte, fand Hei. "W-w-w-was sollte denn das? Wieso geht dieses Kind denn plötzlich auf mich los?! Da-das gehört sich ja wohl nicht! Ich verlange eine Entschuldigung! Eine Entschädigung!" Hei kniete sich neben den Mann auf den Boden, sah ihm mit seinen blauen Augen direkt in die des aufdringlichen Fremden. "Ein Glück, dass meine Bekannte hier noch schnell eingegriffen hat! Ihr müsst wissen, diese junge Dame hier reagiert äußerst allergisch darauf, wenn man ihr zu nah kommt, das wollt Ihr wirklich nicht erleben!" Seine sanfte Stimme war ein wenig anders als zuvor - mehr so, dass man darin den Nachdruck hörte. Und vielleicht einen Hauch Drohung. "Ich denke, wir haben heute alle ein wenig etwas gelernt. Ihr habt gelernt, dass man auf so eine Tour Wasser mitnehmen sollte und dass man fremden Menschen, die einem helfen wollen nicht zu nahe kommt, wenn sie das nicht wollen. Eure Frau hat gelernt, einen Hut zu tragen. Wir lassen euch ein wenig Wasser da, dann müssen wir dringend weiter." Hei lächelte den Mann leicht an, und legte auch ihm die Hand auf die Schulter. Doch der Druck, den der Tatsumaki dort ausübte, war so stark, dass der Mann ein wenig wegzog. "W-Wartet, meine Frau...", fing er dann noch einmal an, sich aufzubäumen, wurde aber unterbrochen. "Schon gut, schon gut!" Die auf dem Boden liegende Blondine rappelte sich langsam auf, saß nun zumindest auf dem Boden. "Mir gehts... schon wieder besser. Danke, Fremde! Ihr habt mich vor dem sicheren Ende bewahrt!" Sie sah Mari mit großen Augen an, lächelte und fasste noch einmal nach den Händen der Hyuuga. Ihr Blick blieb einen Moment lang deutlich fokussiert auf den Anhänger, dann sah sie nach oben. "Wenn ihr eine Flasche Wasser entbehren könntet..." Sie ließ die Hände von Mari los, und auch die Körperspannung des Mannes erschlaffte ein wenig. Hei nickte, bedeutete Mari, die angebrochene Wasserflasche stehen zu lassen und richtete sich wieder zur vollen Größe auf. "Wie wunderbar, dass es euch beiden gut geht", sagte er und klatschte zufrieden in die Hände. "Kommt, Kameraden, weiter im Takt - wir haben noch einen langen Weg bis zum Reich der Blitze vor uns!"

"Gute Arbeit", wisperte er seinen Kolleginnen zu, als sie wieder auf der Straße ankamen. "Den Köder haben sie sicher geschluckt. Was denkst du, Mari? Ist dir etwas aufgefallen bei der Frau? Sie schien mir äußerst fit zu sein..." Sein Blick ging kurz zu seiner Freundin, dann entschied er sich trotzdem, noch einmal zu Kana zu schauen. "Was war da los? Ist er dir zu nahe gekommen?" Hei hatte es ja wirklich nicht richtig gesehen - Kana hatte wie immer ein wenig abseits gestanden. Erst als es den Aufruhr gegeben hatte, hatte er sofort hingesehen. Der junge Mann machte es seiner noch viel jüngeren Kollegin nicht zum Vorwurf: Er selbst war ja durchaus mal Ziel bestimmter Belästigung geworden und hatte mehr als einmal kurz davor gestanden, die Beherrschung zu verlieren. Kana würde wohl schon nochmal darüber nachdenken (müssen), was da geschehen war - und dann wäre es vermutlich sinnvoll, wenn sie darüber sprach. Wäre jetzt die Einschätzung des Suna-nins gewesen, aber andererseits steckte er halt auch nicht in der Haut der Isayama. Dennoch hatte sie beinahe die "Verkleidung" auffliegen lassen - wenngleich ein Faustschlag natürlich noch nicht verdeutlichte, dass jemand ein Ninja war. "So oder so: Wir gehen schnurstracks weiter. Die werden sich jetzt überlegen ob sie was von uns haben wollen und hoffentlich zu dem Schluss kommen, dass Maris Anhänger es wert ist. Am Ende des Tages sollten wir in diesem Grenzdörfchen ankommen. Ich hoffe, dass wir dort bereits auf unsere Diebe treffen."
 
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Isayama Kana

Genin
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Kana sah nichts als Rot in ihrer Hand, das sie fest im Griff hielt und aufgrund des schweren Gewichts nach und nach gen Boden sackte, je länger sie mit dem Vorhaben wartete. Das Rauschen in ihren Ohren nahm zu und der Sog in den Abgrund stärker. Wenn sie nicht bald reagierte, würde der Wahnsinn die Oberhand gewinnen, die intensive Farbe musste beseitigt werden. Doch die Zeit, um noch weiter mit der freien Hand auszuholen und den Wahnsinn zu beenden, sollte das Mädchen nicht haben, denn eine scharfe Stimme, die ihren Namen trug, zerteilte das Rot und ließ keine weitere Bewegung zu. "Was?", blaffte es genervt, weil das Vorhaben nicht in die Tat umgesetzt werden konnte, riss dann den Kopf in die Richtung, aus der ihr Name kam und erkannte aus dem schwindenden roten Dunst, Mari. Warum wirkte die Hyuuga so betont ernst? Als Kana schließlich merkte, dass der 'Sog' aufhörte und feststellen musste, dass das 'Gewicht' am 'Abgrund' lag und das 'Rot' ein großer Mann war, keuchte sie entsetzt auf. Die Genin war wie erstarrt, unfähig, die Finger zu lösen und die Haltung aufzugeben. Seine Furcht in den Augen übertrug sich auf Kana, er war wahrscheinlich genauso gelähmt wie sie selbst und nicht imstande, etwas zu tun. Ein hilfloses, gegenseitiges Anstarren. Und dann legte sich etwas Warmes um ihr zitterndes Handgelenk und übte sanften Druck aus, sodass sie endlich von dem Mann ablassen und Distanz erlangen konnte. Hei konnte bestimmt das Entsetzen in ihren Augen erkennen, als er ihren Blick fand. Nach wenigen Momenten wandte sie sich schweigend und vor allem beschämt und irritiert von dem Chuunin ab, tat alles Mögliche dafür, um Maris Blick gar nicht erst zu begegnen. Kana zog sich an den äußersten Rand des Geschehens zurück, schloss trotz der Hitze die Jacke und bedeckte Kopf und die Hälfte des Gesichts mit der großen Kapuze. Auch der Fremde am Boden schien aufzutauen, allerdings blieb er nicht ruhig und pöbelte empört, verlangte lauthals eine Entschuldigung. Dass er es immer noch wagen konnte, so ein unverschämtes Verhalten an den Tag zu legen, unfassbar. Kana reagierte nicht, ärgerte sich jedoch umso mehr über ihr eigenes Handeln. Es war völlig umsonst, unangebracht hin oder her. Das Mädchen errichtete eine imaginäre Mauer um sich und verschränkte zur Verdeutlichung die Arme vor der Brust. Am liebsten hätte sie die Wasserflasche, die Hei bei dem Pärchen zurückließ, ins Jenseits befördert, sobald das verbale Tauziehen vorbei war und das Team aufbrach.

Gute Arbeit, meinte der Tatsumaki das wirklich ernst? Kana gab ein freudloses Schnauben von sich mit einer Prise Belustigung. Nein, sie war nicht amüsiert, aber die Aussage klang doch sehr lächerlich in ihren Ohren. Als hätte sie die Mission eben nicht gefährdet, als wäre gar nichts passiert, plapperte der Chuunin vor sich her. Was war mit dem wohlverdienten Tadel? Auch der blieb zunächst aus. Kana wollte nicht antworten, wieso sollte sie das unprofessionelle Verhalten auch noch rechtfertigen? "Er ..." Begann die Isayama dann doch, überlegte eine Weile, weil sie nicht kindisch wirken wollte und die Befangenheit Stimme und Worte abwürgten. Die Sehnsucht nach einem Bad und das nachhallende Gefühl der Übergriffigkeit abwaschen zu wollen, stieg enorm. "Er hat mich an Stellen berührt, für die man die besondere Erlaubnis braucht." Sie zog die Kapuze noch weiter ins Gesicht, scheiß auf die Hitze. "Ich dachte, er suchte Trost, aber er kam stetig näher und ließ auch nach der Bitte nicht von mir ab, stattdessen wurde er mutiger." Wieder dachte Kana nach und schüttelte schließlich den Kopf. "Im Nachhinein glaube ich, dass er bloß nach was Wertvollem gesucht hat. Deswegen sind wir ja überhaupt hier." Ein scheuer Blick lugte unter der Kapuze zum Tatsumaki hoch, Mari wagte sie weiterhin nicht anzusehen. Irgendwie fürchtete die Genin bei der Hyuuga unten durch zu sein, weil sie härter reagierte als Hei. Auch wenn sie bloß ihren Namen ausrief - der ungewohnt scharfe Klang ihrer Stimme machte es. Wie bescheuert Kana doch war, und dennoch war das ein schreckliches Erlebnis, das sie nicht noch einmal mitmachen würde. Niemanden erst an sich heranlassen, guter Plan. Ob man sie nun nach Hause schickte? Scheinbar nicht. Wieder zurückfallenlassen und schweigen, den Blick auf den Boden gerichtet.

...
Und irgendwo in der Nähe, eins mit den Büschen. "Hast du den gesehen?", wisperte es aufgeregt, als die Drei die Zwei auf dem Feld verließen und weiterzogen. "Natürlich, ich habe gutfunktionierende Augen im Kopf, du Dödel!", zischte es zurück und ein dumpfes Geräusch, das vielleicht an hohles Holz erinnerte, ertönte. "Hey, aua!", ein lautes Rascheln der Blätter, das Wanderer alarmiert an wilde Tiere denken lassen könnte. "Was denn, der Typ war halt echt hübsch!", angespannte Stille durchzog die Lichtung, ehe erneut hohles Holz, diesmal lauter die Ruhe unterbrach. "Reiß dich zusammen, sonst entdecken uns noch die beiden unfähigen Trottel ... Ja, ist er, aber ich meine den fetten Klunker von der jungen Frau eben." "Ach so, ja, der war aber auch nicht zu übersehen. So wie die Unfähigkeit von dem da. Wenn der mich so gierig betatscht hätte ...!" "Jetzt konzentriere dich doch mal, Hiroki! Wenn wir an dieses Schmuckstück kommen, wären all unsere Sorgen auf einen Schlag vorbei! Und ich wiederhole, ich meine den Klunker." Wieder Rascheln, allerdings so zaghaft wie ein Vogel auf Futtersuche. "Ja, da hast du wahrscheinlich recht, aber ... Wie sollen wir den dreien so nahetreten, Tetsuko? Allein das Mädchen scheint jetzt alle Sinne beisammenzuhaben." "Aaaach, uns wird schon was einfallen. Bei der Hitze machen die bestimmt noch mal Pause und schlafen müssen die auch irgendwann." "Also kopflos wie immer." "Hat bisher ja auch immer geklappt!" "Jaja ..." "Jaja dich selbst!"
...
 
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Hyuuga Mari

Chuunin
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„Das freut mich.“ Mari lächelte die noch immer auf dem Boden sitzende Blondine an, doch das Lächeln erreichte nicht ihre Augen – wie gut, dass diese hinter der Sonnenbrille ohnehin nicht zu erkennen waren. Die Hyuuga hing noch immer den Geschehnissen von gerade eben nach, allerdings wollte sie sich deshalb nicht von dem eigentlichen Auftrag ablenken lassen. Sie sah nicht noch einmal zu der Isayama, um die sich Hei bereits gekümmert hatte, sondern ging ihrer eigentlichen Aufgabe nach. Die Frau verdeutlichte, dass es ihr besserging und bat um eine Flasche Wasser. Na, das sollte das geringste Problem sein. Die Hyuuga nickte, fischte eine weitere Flasche hervor und drückte sie der Dame mit Nachdruck in die Hände. Danach erhob sich die Braunhaarige wieder, drehte sich zu ihren Teammitgliedern um, doch auf den ersten Blick konnte Mari nur Hei entdecken. Erst beim zweiten Blick fand sie Kana, die abseits der Gruppe stand und die Kapuze tief in ihr Gesicht gezogen hatte, damit man möglichst wenig davon erkennen konnte. Mari strich sich eine Strähne ihrer braunen Haare zurück hinters Ohr und seufzte stumm, als sie den Blick von der Genin wieder abwandte. Irgendwie wusste sie nicht so recht, was sie sagen oder tun sollte. Einerseits konnte Mari sich vorstellen, wie die Isayama sich fühlte und doch war sie nicht endgültig sicher, ob es wirklich die gleiche Art Gefühle waren, die sie selbst damals gehabt hatte. Vielleicht lehnte sich die Hyuuga auch viel zu weit auf dem Fenster, wenn sie glaubte, die Jüngere so einfach einschätzen zu können? Abgesehen davon wusste Mari nicht, was sie selbst damals eigentlich hätte hören wollen, damit es ihr bessergegangen wäre. Sie befürchtete, dass alles die Situation nur noch unangenehmer machen würde. Ja, in diesem Moment kam einfach durch, dass Mari vielleicht älter als Kana war, aber deshalb trotzdem nicht als weise bezeichnet werden konnte. Sie war noch nie gut darin gewesen, andere Leute aufzubauen oder ein besonderes Feingefühl an den Tag zu legen. Hei war da deutlich besser als Mari, wie ihr gerade wieder bewusst wurde. Und das, obwohl sich die Braunhaarige schon so viel Mühe gegeben hatte, sich dahingehend weiterzuentwickeln.

So war es auch nicht die Hyuuga, die das Gespräch wiederaufnahm, als das Team seinen Weg ins Grenzgebiet fortführte. Für Kana könnte es so wirken, als ob Mari tatsächlich zornig auf sie war. Dabei war es viel mehr Unsicherheit als Zorn, die Mari davon abhielten, mit Kana zu sprechen oder einen direkten Blickkontakt aufzubauen. Und so blieb die Situation ungeklärt und jeder dachte sich seinen eigenen Teil dazu – war das nicht wunderbar? Aber so ungewohnt war es für die Kunoichi gar nicht, der eher stille Part im Team zu sein. Immerhin hatte die Braunhaarige diesen Part oft genug meisterhaft erfüllt – damals, als sie noch als neue Genin ihre ersten Aufträge erfüllt hatte. Sie sprach, wenn man es von ihr verlangte. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Vielleicht hatte der Aussetzer Kanas Mari zu sehr an ihren eigenen Fehltritt von einst erinnert, ohne dass es der 20-Jährigen so richtig bewusst war. Und so verfiel die Chuunin in alte Verhaltensmuster. „Hm. Ihr ging es gut. Das war nicht mehr als ein schlechtes Schauspiel“, antwortete sie ihrem Freund und Teamleiter auf dessen Frage, nachdem sie den Blick zu ihm gewandt hatte. „Aber so sehr, wie sie auf mein Dekolleté gestarrt hat, ist ihr der Anhänger mit Sicherheit aufgefallen. Und ihrem Blick nach zu urteilen, hat er ihr gefallen“, fasste die junge Frau dann schulterzuckend zusammen. Also lief doch alles nach Plan, oder? Naja, fast. Der Tatsumaki sprach danach mit Kana und fragte nach, was eben geschehen war. Nur ganz kurz erlaubte sich Mari, zu der jüngeren Kollegin zu blicken. Doch je länger die Isayama sprach, desto schwieriger war es für die Hyuuga, den Blick aufrechtzuerhalten – weshalb sie schließlich überlegend wieder nach vorne sah. Wie passend, dass Kana ihrem Blick ohnehin auswich. Sollte sie etwas sagen? Hier, mitten in der Mission? Mari war sich nicht sicher, was sie dachte, fühlte oder sagen wollte. Früher wäre ihre Antwort klar gewesen: Man hatte sich als Ninja nicht so anzustellen. Die Mission musste immer zum Erfolg geführt werden und auf keinen Fall durfte ein Auftrag wegen persönlicher Befindlichkeiten gefährdet werden. Der Mund der Hyuuga öffnete sich einen Spalt breit. Aber – war es auch das, was die 20-Jährige jetzt noch dachte? Was sie Kana mitgeben wollte? Oder war die Antwort nicht doch viel tiefgehender als das? Und so schloss sich der Mund Maris wieder, bevor irgendein Ton über die Lippen gekommen war. Der arme Hei, wie er irgendwie in der Mitte stand. Und vermutlich merkte, dass es Kana nicht gut ging – offensichtlich – und Mari ebenso in Gedanken versunken war – vielleicht nicht ganz so offensichtlich, für ihn aber sicherlich erkennbar. Sie kannten sich immerhin schon viele Jahre.

„Ist es das?“ Ja, scheinbar schon. Mari musterte ein hölzernes Gebäude am Wegesrand, das recht morsch aussah. Ob das einem kräftigen Sturm überhaupt noch standhielt? Und dann wanderte ihr Blick weiter die Straße entlang, an dessen rechten und linken Seite noch mehr dieser alten, etwas verkommenen Gebäude standen. Mari war sich nicht sicher, ob sie diese paar zusammengewürfelten Häuser wirklich als Dorf bezeichnet hätte. Doch das Nicken von Hei verdeutlichte, dass das hier das Dörfchen im Grenzgebiet sein musste, das sie hatten erreichen wollen. Das hier war also die letzte Ortschaft im Feuerreich, wenn man der Hauptstraße folgte. Danach würden sie im Reich des heißen Wassers ankommen. Da wollten sie aber ja gar nicht hin. „Wenig los.“ Nein, keine Menschen waren auf der Straße zu entdecken. Doch wenn man den Blick weiterschweifen ließ, konnte man in der Ferne Felder erkennen und Menschen, die darauf arbeiteten. Bei dieser sengenden Hitze... das Leben eines Bauern war kein Zuckerschlecken. Die Kunoichi stemmte eine Hand in die Hüfte, sah dann fragend zum Tatsumaki, denn so recht wusste sie nicht, wohin sie nun gehen sollten, um Informationen zu sammeln. Das Dörfchen war so klein, wenn sie einfach so weitergingen, waren sie schneller hindurch, als ein Dieb kommen konnte, um den Anhänger zu stehlen. Doch dann drang plötzlich Musik an ihre Ohren. Musik? Die Hyuuga hob die rechte Augenbraue an, sah die Straße entlang. Dort hinten saß ein junger Mann am Straßenrand auf dem staubigen Boden, der Mari bis eben noch gar nicht aufgefallen war. Sein Blick war gesenkt und in seinen Händen hielt er eine ... Gitarre. Aus der Ferne hörte die Hyuuga nur leise den melodischen Klang der Gitarrensaiten, zusammen mit einer tiefen, rauen Männerstimme, die sang. Den genauen Wortlaut verstand die junge Frau allerdings nicht. Dieses gesamte Bild hatte schon etwas sehr Ansprechendes. Musste einen das misstrauisch machen?
 

Tatsumaki Hei

Chuunin
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[ Mission: Meister der Diebe, #7 ]

Oh ja, es war gute Arbeit gewesen. Tatsächlich. Schlecht wäre es gewesen, hätten sie nicht einmal den Anhänger einigermaßen präsentieren können - so aber war es natürlich ein wenig unglücklich, aber keinesfalls 'alles verloren'. Mari war erstaunlich still dafür, dass ihr das ja doch irgendwie bekannt vorkommen musste. Hei selbst hatte sich auch schon das eine oder andere geleistet in seiner Karriere - irgendwie hatte der Tatsumaki vermutet, sie würde jetzt etwas für die junge Genin in ihrem Team haben, was sie aufmuntern würde. Schien nicht so - im Gegenteil. Seine Freundin schien gedankenverloren. Das war in der aktuellen Situation ein wenig unglücklich, denn so fühlte sich Hei ein wenig verloren - zwischen einem Mädchen, was die Kaputze ins Gesicht gezogen hatte, und einer Frau, die nicht wirklich sprechen wollte. Tja... es war eine leichte Zwickmühle, aber Hei wäre nicht Hei, wenn er nicht versucht hätte, darüber zu sprechen. Kana war jung und unerfahren und er empfand es nicht als sinnvoll, sie komplett alleine zu lassen mit diesen Gedanken, die sie unweigerlich haben musste. Immerhin schien der Köder gut angekommen zu sein. Insofern gab es jetzt nicht viel mehr zu tun, als sich in der Zwischenzeit ein wenig um die Isayama zu kümmern, die sich komplett in sich selbst zurückgezogen hatte. Oh man. Das war schwieriger als gedacht. So viel zu 'nur eine D-Rang'. Der Wüstensohn hatte erwartet, dass es kaum ein größeres Problem geben würde - es war Ironie des Schicksals, dass etwas Zwischenmenschliches wohl die größte Herausforderung werden würde.​

Kana schien erst nicht wirklich auf seine Frage antworten zu wollen. Es war ein Angebot gewesen - andere hätten sie wohl einfach unangespitzt in den Boden gerammt für ihr Verhalten. Ninja ging es um Missionserfüllung. Ob Shinobi oder Kunoichi, es ging vorrangig nicht um das eigene Wohl - auch nicht unbedingt das moralische. Man lernte früh, dass man sich mal schmutzig machen musste. Es gab allerdings Grenzen, die immer wieder ausgetestet wurden - und Kana war jetzt anscheinend sehr früh auf eine dieser Grenzen gestoßen. Hei wusste selbst nicht so recht, was er davon halten sollte. Er wusste, dass erwachsene Kunoichi durchaus auch mal auf Missionen geschickt werden konnten, bei denen es körperlicher zuging - ebenso wie Shinobi, natürlich. Doch Personen in Positionen von Macht waren eher Männer, insofern war die Waage wohl nicht ganz ausgeglichen. Er persönlich konnte sich nicht vorstellen, so etwas einmal durchzuziehen. Und Hei wurde übel bei dem Gedanken, jemand würde auch nur auf die Idee kommen Mari für so etwas auszuwählen. Unwirsch verscheuchte er den Gedanken. Solche Missionen waren delikat und mit Einverständnis der jeweiligen Kollegen verbunden. Dies hier nicht. Insofern war es fair, einen gewissen Strich zu ziehen. Als Kana endlich sprach, bestätigte sich seine Vermutung. Zumindest so halb. Er war davon ausgegangen, dass dieser Mann nichts körperliches gewollt hatte - wäre ja auch irre gewesen. Es war sicherlich eine Art gewesen, sie nach Wertgegenständen abzusuchen. "Du fragst dich wahrscheinlich warum ich nicht sage, dass du dich gefälligst zusammenreißen sollst und die Mission über deinen persönlichen Gefühlen steht?" Ein leises Lachen ertönte von Hei, aber es war ein sehr gemäßigter Ton. Keine übermäßige Fröhlichkeit oder so. "So wie du redest kommt es mir so vor, als würdest du dir selbst mehr Vorwürfe machen als ich - macht irgendwie keinen Sinn, noch einen drauf zu setzen." Der Tatsumaki grinste schief, fing den Blick des Mädchens auf. "Tu' mir nur bitte einen Gefallen und setz' die Kapuze ab, Kana. Es sieht lächerlich aus, bei dieser Hitze. Und außerdem kippst du uns noch aus den Latschen." So viel Ehrlichkeit musste sein. Er entschied sich weiterhin offen zu bleiben und Kana nicht im Regen stehen zu lassen. Vielleicht fand sie es gut - vielleicht ging er ihr auf den Sack. Beides war okay für ihn, er suchte in ihr nicht zwingend einen Freund. Wohl aber wollte er für seine junge Kollegin da sein. "Das hast du sicher schon tausendmal gehört, aber die Kunst ist es, aus solchen Fehlern zu lernen. Einer der besten Gründe, warum man genauso viele kleine Aufträge erledigen sollte, wie man große Missionen angeht. Je mehr Fehler du bei Missionen wie dieser machst, desto besser - so geschehen sie dir nicht, wenn es darauf ankommt." Er warf einen Blick zu Mari, die immer noch stumm war. Seufz. Es war wirklich nicht einfach so! Kana und Mari hatten schon mehr Verbindungspunkte gehabt als er, warum war er jetzt derjenige der diese Worte sprechen musste!? "Nichtsdestotrotz ist der Erfolg jeder Mission wichtig. Das weißt du aber genauso gut wie ich. Schäm' dich also nicht für deine Reaktion. Sowohl Mari als auch ich haben uns schon Aussetzer geleistet. Gehört dazu. Weißt du...", fuhr er fort, wirkte kurz ein wenig nachdenklich und grinste dann. "... dafür sind ja deine Kollegen da. Äußerst unwahrscheinlich, dass drei Leute auf einmal aussetzen. Mari hat mich mal davon abgehalten, das Haus einer Auftraggeberin niederzubrennen." Es war die Wahrheit, so komisch das klang. Hei würde nicht weiter ins Detail gehen, es war lange her und äußerst unangenehm gewesen. Außerdem war er krank auf den Auftrag aufgebrochen: Auch eine schlechte Idee. "Insofern: Konzentriere dich auf den Rest des Auftrags. Grübeln kannst du später noch. Du gefährdest in einer Mission alle anderen, wenn du nicht fokussiert bist. Und wenn noch einmal etwas ist, mach dir keine Sorgen - dafür sind ich und Mari ja da. Genauso verlassen wir uns auf dich. Und... begnüg' dich nächstes Mal mit einem Tritt gegen das Schienbein, 'kay?" Ein Schmunzeln, dann nickte er weiter den Weg hinab. Das Zeichen, weiterzugehen. Er hoffte, Kana empfand seine Worte nicht als zu übergriffig. Aber ihr musste klar werden, dass in einer Mission die Gruppe funktionieren musste. Der Ansatz, dass persönliche Befindlichkeiten nichts zählten, hatte Hei noch nie verfolgt. Kompromiss- und Hilfsbereitschaft umso mehr. Andererseits konnte man auch ganz deutlich merken, dass Hei keine offenen Konflikte einfach so... lassen konnte. 'Es gut sein lassen' war in seinem Sprachschatz nicht vorhanden. Er musste darüber reden. Kein Drumherum.​

"Sieht so aus", antwortete der Wüstensohn, der seine langen Haare gerade erneut zu einem Zopf gebändigt hatte, dessen Ende noch einmal oben im Haarband hing und so eine Art Ring auf seinem Rücken bildete. Tatsächlich meinte sich Hei zu erinnern, dass sie hier einmal mit der Kutsche durchgefahren waren. Nur... durchgefahren eben. Der Kutscher, der sie nach Toshi no Kokka gebracht hatte, hatte kaum ein Wort über diese etwas kläglich anmutende Häuseransammlung verloren. Das Einzige, an das Hei sich erinnerte, war ein Satz gewesen, den der Mann damals als Erklärung gegeben hatte. "Ein guter Ort für ein Dorf, aber nicht mit den Leuten hier... sie sind nicht alle kriminell, aber keiner hier kann es sich leisten, zu gehen. Das sollte eigentlich alles sagen." Hei vermutete, dass mit 'guter Ort' der Platz an sich gemeint war. Der Grenzübergang zum Reich des Wassers war nicht weit entfernt. An sich wäre es hier - alleine schön für den Warenumschlag im Feuerreich - gar nicht übel, das Dorf ein wenig mehr zu befestigen. Hei konnte sich nichtmal daran erinnern, ob es überhaupt einen Namen gehabt hatte. Und - das kam wohl dazu - der Bürgerkrieg in Toshi no Kokka hatte tatsächlich Auswirkungen auf dieses Dorf hier gehabt. Laut des Kutschers waren früher genug Menschen und Waren hier durchgekommen, um zumindest ein Gasthaus gut über Wasser halten zu können und ein paar komplementäre Geschäfte am Leben zu erhalten. Heute sah es nicht mehr so aus, als würde sich das Örtchen noch erholen können. So empfand Hei das. "Erinnerst du dich an den Kutscher?" Sein Blick ging zu Mari. "Wenn der Handel wieder aufblüht, könnte hier mehr Leben hineinkommen", mutmaßte er leise, wurde dann aber abgelenkt. Musik?​

Ein Junge saß auf dem Boden neben der Straße, auf der Schwelle dazu, ein Mann zu werden - aber gleichzeitig noch sehr weit davon entfernt. Vielleicht war er fünfzehn, sechszehn Jahre alt - seine Stimme klang allerdings etwas älter. Die Saiten schienen korrekt gestimmt zu sein, wenn er das richtig hörte - aber Hei war absolut kein Experte, was Musik anging. So sehr er es mochte, wenn er sie hörte - da hörte es dann auch auf bei ihm. Nie die Zeit oder das Geld gehabt, sich damit zu befassen. Der Junge aber strich über die Saiten der Gitarre als wäre er mit ihr in der Hand geboren worden, und der Wüstensohn wunderte sich ein wenig darüber wie sauber und wertig das Instrument aussah. Die Worte des Jungen waren nicht ganz deutlich zu verstehen, wohl aber hörte man dass es kein trauriges Lied war. Es klang mehr so, als würde er eine gewisse Hoffnung herbeibeschwören, und die schwingenden Saiten zauberten eine ganz andere Atmosphäre in die Luft als es das Örtchen je selbst gekonnt hatte. Hei war beeindruckt davon, welche Präsenz der Junge ausstrahlte - aber das lag möglicherweise auch am Kontrast mit dem Rest der Umgebung. Da er gerade sonst nur einige blasse Gesichter wahrnahm, entschied sich der Tatsumaki, auf den Musiker zuzutreten. Dieser hob den Kopf an, als die Gruppe näherkam. Seine braunen Augen wiesen goldene Sprenkler auf, der Schmutz auf seinem Gesicht konnte seine recht feinen Gesichtszüge kaum verdecken. Alles in Allem wirkte er ein wenig Fehl am Platze, aber als der Junge aufhörte zu spielen, spürte Hei irgendwie, dass ohne sein Lied der Ort trostloser wirkte als zuvor. Hmm. "Guten Abend." Heis Stimme war zwar auch dunkel, hatte aber lange nicht die Rauheit wie dieser Gitarrenspieler. Fast fühlte sich der Tatsumaki ein wenig deklassiert... "Oh, einen guten Abend - der Herr, die Damen", sagte der Junge und grinste, zeigte tatsächlich recht gepflegte Zähne. Sein brauner Haarschopf, die zu einem nur kleinen Zopf zusammengebundenen Haare und die Strähnen, die ein wenig wild sein Gesicht einrahmten machten das Bild wohl noch ein wenig perfekter. Der Blick des Jungen huschte von Hei zu Mari, bleib dort einen Moment stehen, er musterte die Sonnenbrille , legte den Kopf ein wenig schief - stellte er sie modisch in Frage oder fragte er sich nur, was das genau war? Dem Anhänger schenkte er kurze Aufmerksamkeit und ein etwas überraschtes Blinzeln folgte, dann schaute er weiter zwischen den Tatsumaki und die Hyuuga, sah dort die dunkle Gestalt von Kana, die sich noch immer etwas zurückhielt. Ein wenig kniff der Junge die Augen zusammen, eindeutig neugierig, strich dann noch einmal über die Saiten der Gitarre. "Was führt euch hierher, Reisende?", summte er und sah zu Hei. "Habt ihr vielleicht ein paar Ryou für einen armen Musiker? Zwanzig Ryou für ein Stück Brot wäre mir schon Recht", folgte die Frage und Hei war fast ein wenig erleichtert. Der Tatsumaki räusperte sich leicht. "Das Doppelte ist drin, wenn du uns das Gasthaus hier zeigst - wir sind müde von der langen Reise und haben morgen noch einen weiten Weg vor uns." Der Junge hüpfte auf, schien sich nicht groß um seinen Platz zu kümmern. Gut, es würde ihn wohl niemand wegnehmen. "Das lass' ich mir/nicht zweimal sagen/kommt mir hinterher/und nicht verzagen!", summte der Junge, zupfte noch im Gehen an seiner Gitarre. Hei sah keinen Beutel an ihm, keinen Rucksack oder ähnliches. Er musste hier wohnen, oder naja... leben. ​

Das Gasthaus wäre nicht schwer zu finden gewesen. Doch die Dämmerung setzte langsam ein, und das lose Ensemble an Häusern war eben ein wenig schwer auseinanderzuhalten. Das größte, am meisten im Schuss wirkende Haus entpuppte sich als der "Eherne Grenzgänger". Es schien nicht viel los zu sein - das wunderte Hei gar nicht. Der Junge öffnete die Tür, verneigte sich spitzbübisch und deutete hinein. Hei tappte in das Gebäude, welches von Innen höhstens ein wenig... ungenutzt wirkte. Nicht unbedingt dreckig oder verstaubt, aber viel los war wirklich nicht. "Alter Mann, du hast Besuch!", rief der Junge, stakste dann zu einer winzigen Tribüne in einer Ecke des rechteckigen Wirtsraumes, der im Moment nur durch die Fenster beleuchtet wurde. Kein Feuer, was vielleicht auch ein wenig viel gewesen wäre. Aber durch die dicken Holzbalken, aus denen das Haus gemacht war, schien es zumindest hier unten angenehm kühl zu sein - wohl solange die Türen geschlossen blieben. Der Junge ließ sich auf der Kante der Tribüne nieder und begann wieder damit, einige sanfte Akkorde anzuschlagen. Hei sah sich um und hörte dann eine Stimme. Aus dem Raum hinter der Theke, so schien es, ertönte ein raues Lachen. "Mach dich nicht zum Narren, Junge, es kommt niemand hier vorbei - und wenn, dann bleibt er sicher auch nicht hi-" Das Wort blieb ihm wohl im Halse stecken, als er die Kundschaft sah. "Oh. Äh...", machte er und zeigte sich jetzt erst richtig. Haare hatte er nur noch als Kranz auf dem Kopf. Irgendwie wirkte das Gesicht des Wirtes so, als wäre er mal dick gewesen, aber die Zeiten schienen nicht gut zu sein - seine Kleidung war viel zu weit für ihn, Hei konnte nur tippen dass es daran lag, dass er nicht genug zu essen hatte. "Und doch würden wir gerne für eine Nacht hierbleiben", sagte Hei und lachte leicht auf. Es sollte freundlich wirken, hoffte er. "Mari, kümmerst du dich um das Zimmer? Und vielleicht können wir ja noch ein Getränk im Schankraum zu uns nehmen..." Er warf ihr einen Blick zu und blinzelte leicht. Auch der Wirt sollte den Anhänger sehen - Hei war sich sicher, dass dieser Mann Informationen liefert, wenn er nur ein wenig Geld dafür bekam. Dann warf er einen Blick zu Kana, die immer noch in seinem Windschatten stand. "Kana", murmelte er. "Falls du dich in der Lage fühlst... versuch doch einmal mit dem Jungen zu reden. Er sieht sicher einiges, wenn er dort den ganzen Tag sitzt und spielt. Versuch' herauszufinden, was in diesem Örtchen los ist, 'kay?" Einerseits war es eine kleine Prüfung. Andererseits glaubte Hei wirklich, dass sie als Mädchen mehr aus dem Jungen herausbekommen konnte als er als älterer Mann. Und er wollte jetzt auch nicht mit Geldscheinen um sich schmeißen. "Gib ihm das hier, und frag' ihn", ergänzte der Tatsumaki und drückte dem Mädchen fünfzig Ryou in die Hand. Für sie war das kaum Geld. Für diese Menschen hier aber anscheinend genug, um sie ein wenig aufzulockern. ​
 
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Isayama Kana

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Aus der Irritation seitens des Sortiments an Eigenschaften, die Hei an den Tag legte, flüchtete Kana sich in die Sicherheit der Resignation. Er lachte, hielt gleichzeitig einen Vortrag, beleidigte sie zwischendurch, wirkte dann verständnisvoll und wechselte wieder zum Vortrag, dann wieder hierhin und dorthin und zur Heiterkeit. Kana war das alles zu viel auf einmal, denn viele Fehler begann sie in ihrem kurzen Leben tatsächlich noch nicht allzu viele. Sie wuchs frei und behütet auf, durfte sich so entfalten, wie es ihr beliebte. Vielleicht war das der Fehler schlechthin. Da Kana gerne alleine Zeit verbrachte, hatte sie teilweise große Schwierigkeiten, mit anderen Menschen zu kommunizieren, und sie dadurch bisher kaum auf verschiedene Persönlichkeiten stieß. Sie wusste, dass sie sich in der Umarmung des Mannes falsch verhielt und deshalb eine Strafe verdiente. Sie wusste allerdings auch, dass sie sich nicht alles gefallen lassen musste, Kunoichi hin oder her. Ob die beiden erfahrenen Chuunin einfach schon so sehr abgestumpft waren? Kana war schließlich erst 13 Jahre alt und noch ein junges Mädchen, trotz der Ausbildung zum Shinobi. Druck oder besondere Erwartungen kannte die Isayama außerhalb der Akademie nicht wirklich. Erfahrung hatte sie kaum. Das eigene Wohl konnte sie nicht einfach so ablegen, wie verlangt. Kana war nicht so sicher, worauf der Tatsumaki letztendlich hinaus wollte. Schön und gut, dass er und Mari auch mal aufgehalten werden mussten, aber ... War das auch richtig? Was, wenn die Menschen nichts anderes als gewaltsame Belehrung verdient hätten? Wie im Trance zog Kana die Kapuze langsam vom Kopf und öffnete den Reißverschluss, die Miene nichtssagend und weiterhin starr auf den Boden gerichtet. "'kay.", gab die Genin monoton wieder, während das Trio dem Ziel immer näher kam. Und Mari? Nun ... Gerade von ihr hätte das Mädchen mehr als Schweigen erwartet.
...
Das karge, leere Dorf glich Kanas Innerem, irgendwie war sie erleichtert über diesen trostlosen Anblick. Einen lebendigen Ort mit Tumult konnte sie momentan überhaupt nicht brauchen, das wäre das Sahnehäubchen auf der Misere. Die Genin tat es dem Tatsumaki gleich und richtete den hohen Zopf, der durch den Aussetzer zuvor verrutschte und durch die Kapuze platt gedrückt war. Blicke waren ihr mittlerweile gleichgültig, sie war ohnehin nicht wirklich anwesend und tat nur noch das Nötigste. Kurzerhand entschied Kana, das Halstuch abzunehmen und sogar die Jacke ohne Zögern fest um die Hüfte zu binden, sodass die Dunkelheit wich und das weiße ärmellose Hemd offenbarte. Ein Seufzen vor noch mehr Erleichterung. Leise Musik und Gesang schlich durch die leere Straße, die dazu verleitete, nach der Quelle Ausschau zu halten, die Melodie klang zu diesem Ort passend unpassend. Kana juckte dieser beschwingte Sound, der aufmunternd und anregend tönte, gar nicht. Sie war nicht in Stimmung. Als die beiden Älteren auf den Jungen zutraten, folgte die Jüngere mit Abstand und betrachtete den Fremden auf dem Boden nur semi interessiert, die starre Maske weiterhin tragend. Zur Zeit fühlte die Isayama nicht viel, sie war wie betäubt und gleichzeitig dankbar darüber. Ansonsten würde sie sich nur noch durch den Tag quälen, mit Leuten, die sie nicht verstand, aber so war das erträglich. Jedenfalls sah das Mädchen in dem Jungen ebenfalls eine Täuschung, wie konnte er so gesund und gut gelaunt wirken, wenn er doch angeblich arm war? Allerdings war seine Stimmfarbe angenehm, selbst wenn er normal sprach, schien er weiterhin zu singen. Auf dem Weg zum Gasthaus achtete Kana ein bisschen mehr auf die karge Umgebung mit baufälligen Häusern. Würde ihr Vater das Elend sehen, wäre er bereits mit Reparaturen beschäftigt - als Dachdecker und allgemeiner Handwerker könnte er so was nicht dulden. Und ihre Mutter könnte stattdessen keine bessere Inspiration für die nächsten Bilder zum Malen finden, war sie doch eher von der melancholischen Sorte. Außerdem nahm Kana auch die wenigen Menschen, die hier und da vorbeihuschten, verstohlen ins Visier, jeder einzelne wirkte in ihren Augen auf seine Art irgendwie verdächtigt, aber auch vorsichtig. An diesem Ort war so ein Verhalten jedoch nicht seltsam, oder? Zusätzlichen waren die drei Shinobi Fremde. Im Gasthaus fiel Kana als aller Erstes die angenehme Temperatur auf, die jedoch nur bei geschlossener Tür anhielt. Sie machte Anstalten, sich genauer umzusehen, wurde nach dem kurzen Austausch zwischen den Anwesenden aber gleich von Hei aufgehalten, indem er ihr diskret die nächste Anweisung gab. Kana stöhnte innerlich, ließ sich aber nichts anmerken, nahm die Ryou unbeobachtet aus seiner Hand und steckt sie schnell ein. "Sicher."

Hm. Das Mädchen trat auf die Tribüne und ließ sich schweigend in die Nähe von dem Jungen nieder, einige Augenblicke sah sie ihm einfach nur beim Spielen zu. Als er eine Kunstpause einlegte, tat Kana so als stünde sie kurz vor dem Einschlafen. Das Schauspiel fiel ihr nicht schwer, denn sie war ja schon länger müde. Sollte der junge Mann doch das Gespräch anfangen, ihre Zunge wog schwer. "Wenn du müde bist, solltest du dich auf dein Zimmer begeben.", hörte sie ihn grinsen während er auf der Gitarre weiter klimperte. Kana blinzelte überrascht, sah dann zu ihren Kollegen herüber und schnitt eine ablehnende Grimasse, die gar nicht mal wirklich gelogen war. Sie hatte ehrlich gesagt keine Lust, mit Menschen ein Zimmer teilen zu müssen, die ihr nicht geheuer waren. Der Sänger lachte bei ihrem Anblick herzlich auf und rutschte näher an Kana heran, um leiser sprechen zu können. Er musterte sie für einen Moment und schien nun ein bisschen ernster. "Du wirkst verloren.", meinte er ohne weiteren Kontext und traf mit der Vermutung genau ins Schwarze. "Und du wirkst gar nicht so bedürftig.", gab die Genin wie aus der Pistole geschossen wieder. Er schmunzelte. "Warum seid ihr hier? Ich meine, es gibt nichts zu sehen in diesem Dorf." Moment mal, eigentlich sollte Kana ihm die Fragen stellen. Aber sie musste ihm irgendwas liefern, oder? Die Frage war nur verständlich, es gab tatsächlich nichts Spannendes zu sehen. "Meine nervigen Geschwister und ich sind bloß auf Durchreise. Wir erkunden ein wenig die Welt. Warum bist du hier?" Hoffentlich war der Titel glaubwürdig, immerhin trugen Hei, Mari und Kana eine ähnliche Haarfarbe. Der Fremde hielt inne und überlegte kurz. "Ich bin hier aufgewachsen und möchte dem Dorf wieder Leben einhauchen.", er zupfte seine leeren Innentaschen aus dem Gewand. "Außerdem habe ich nicht die nötigen Mittel, um abzuhauen." Hm. Verständlich. Die Isayama würde wahrscheinlich ein paar Wochen ohne Geld in der Wildnis überleben, aber auch nur, weil sie solch einen Fall auf der Akademie beigebracht bekam. Der Musiker hatte anscheinend keine Ausbildung in diese Richtung genossen und war in diesem Dorf somit gefangen, weil ers einfach nicht besser wusste. Irgendwie tat er ihr leid. "Hm. Wie überleben die anderen Menschen hier so? Die scheinen Fremden eher aus dem Weg zu gehen.", fragte Kana ehrlich neugierig, da ihr das Dorf ziemlich langweilig vorkam. Konnte man hier überhaupt auf ehrlicher Art und Weise Geld verdienen, wenn man das wollte? Die Genin nestelte in der eigenen Tasche und fuhr über die harte Rundung der Ryou. "Ich bin mir ehrlich gesagt nicht so sicher, wie meine Nachbarn überleben. Mal sind sie einige Tage hier und tun nicht viel, und mal sind sie einige Tage unterwegs und kommen mit zufriedenen Gesichtern zurück." Aha. Kana stieß an ihre Smalltalk-Grenzen und schwieg.
 

Hyuuga Mari

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"Ein guter Ort für ein Dorf, aber nicht für die Leute hier."

Mari erinnerte sich an die Aussage des Kutschers, der sie damals nach Toshi no Kokka gebracht hatte, ihr allerdings wenig Bedeutung beigemessen. Es war eine Station von vielen auf dem Weg ins das Reich des heißen Wassers gewesen. Dass sie hier und heute nochmal herkommen würde, um gezielt an diesem Ort einen Auftrag zu erledigen, hätte sie damals nicht gedacht. Und auch jetzt fühlte sich die Hyuuga noch ein wenig fehl am Platze, während ihre hellen Augen versteckt hinter der Sonnenbrille die morschen Häuser und leeren Straßen musterten. Hei nahm das Gespräch mit dem ungewöhnlichen Jungen auf, der am Straßenrand saß und seine Akkorde zupfte. Und das, obwohl niemand außer ihnen hier war, um diese Akkorde zu hören – er hatte die Aufmerksamkeit bewusst auf sich lenken wollen, oder? Mari überließ lieber dem Tatsumaki die Gesprächsführung, er bekam das auch ganz gut ohne sie hin. Hei führte das Gespräch fort und die Aussicht auf ein paar Ryou ließ den braunhaarigen Musiker überraschend kooperativ werden. Er sprang auf und bat prompt an, den Ninja den Weg zum nächsten Gasthaus zu zeigen. Mari nickte und wollte losgehen, bevor ihr Blick jedoch auf Kana fiel. Die Jüngere folgte brav dem Tatsumaki und dem Musiker, doch sie wirkte ... abwesend. Es war kein Vergleich zu der Isayama, die sie damals beim Auftrag mit dem Raikagen kennengelernt hatte. Das war... nicht gut. Und Mari beschlich plötzlich das Gefühl, dass sie nicht ganz unschuldig daran war. Es blieb ihr keine Gelegenheit, um weiter darüber nachzudenken oder Kana gar anzusprechen. Mal abgesehen davon, dass die Hyuuga sowieso nicht gewusst hätte, was sie hätte sagen sollen. Daher folgte sie dem restlichen Team und musterte die Jüngste nur beiläufig im Gehen.

Der Eherne Grenzgänger – wie das Schild an der Außenseite verriet – entpuppte sich als ein schlichtes, kaum auffälliges Gasthaus. Mari hatte erwartet, eine Baracke zu betreten, passend zum restlichen Dorf. Die Wirklichkeit sah allerdings anders aus: Wenig los, simple Möbel, aber doch wirkte das Innere des Gasthauses relativ gepflegt. Es war eine angenehme Überraschung, denn auch, wenn die Hyuuga sich für den Auftrag darauf eingelassen hätte, so wollte sie doch ungern in einem verdreckten Zimmer übernachten. Nur kurz sah die Kunoichi dem braunhaarigen Gitarrenspieler nach, der sie hergeführt hatte, bevor sie sich wieder auf den älteren Gastwirt konzentrierte. Sie wollte sich gerade daran machen, der Bitte des Suna-Nin nachzukommen, als sie gerade so eben noch den kurzen Gesprächsverlauf zwischen Kana und Hei mitbekam. Obwohl, Gespräch war vollkommen übertrieben. Die Isayama schnappte sich fast kommentarlos die Ryou, die der Teamleiter ihr hinhielt, ohne auch nur einmal genau hinzusehen. Und auch einen direkten Blickkontakt mit Hei schien das Mädchen zu vermeiden. Während die Jüngste bereits zum Gitarrenspieler trottete, um ihre Aufgabe zu erfüllen, blieb Mari noch einen kleinen Moment bei Hei stehen. „Ich glaube, das könnte uns noch größere Probleme bereiten“, murmelte sie wenig begeistert, deutete mit dem Kinn in Kanas Rücken und hob dann skeptisch eine Augenbraue an. Mari wusste, dass sie den Moment zuvor verpasst hatte, um etwas zu der 13-Jährigen zu sagen. Und jetzt, hier im Gasthaus, war es auch nicht richtig. „Ich... überleg mir was.“ Es war der jungen Frau viel zu schnell über die Lippen gekommen. Ja, was wollte sie sich denn überlegen? Sie hatte keine Ahnung. Mari war Profi darin, Leute am Kragen zu packen und sie anzuschnauzen – Rai konnte davon ein Liedchen singen. Aber Rai war eine ganz andere Person als Kana, vor allen Dingen älter. Da es merkwürdig aussehen würde, noch länger an Heis Seite zu verweilen, endeten die Ausführungen der Kunoichi an dieser Stelle, sie wandte sich vom Tatsumaki ab und steuerte stattdessen auf den alten Gastwirt zu. „Was er gesagt hat“, nahm sie also den zuvor mit dem Gastwirt begonnen Gesprächsfaden wieder auf und deutete mit dem Daumen über die Schulter zurück. Sie lächelte freundlich wie immer – einstudiert eben. Der alte Herr hob beide Hände und lachte leise. Mari bemerkte sofort, dass auch der Gastwirt auf ihr Dekolleté blickte. Sie war sich allerdings nicht sicher, ob es wirklich dem Anhänger geschuldet war... „Entschuldigt meinen Auftritt eben. Wir... haben nicht viel Besuch, wisst Ihr? Aber natürlich könnt Ihr eine Nacht hierbleiben.“ Mari nickte und legte den Kopf ein wenig schief, als der Gastwirt bereits ein kleines Büchlein hervorholte, Staub vom Deckel pustete und es dann aufschlug. Wie sich herausstellte, kostete es wirklich wenig, hier zu übernachten – das konnte die Hyuuga auch gut aus der eigenen Tasche bezahlen. Am Ende der Verhandlungen wanderten zwei Schlüssel über den Tresen zu der Braunhaarigen. „Zwei Zimmer, jeweils mit zwei Betten. Die Zimmer liegen direkt nebeneinander, aber so können die Damen unter sich bleiben“, kommentierte er und erwiderte das freundliche Lächeln der Hyuuga. Ah... ja. Mari nickte erneut, bedankte sich beiläufig und griff nach den Schlüsseln. „Wir haben einen ziemlich langen Fußmarsch hinter uns“, führte Mari dann weiter aus, nachdem das Thema Zimmer abgeschlossen war. Sie schmunzelte gequält. „Bei der Hitze nicht angenehm. Hättet ihr noch etwas Wasser für uns?“ Natürlich hatte er das. Der Gastwirt deutete auf einen der freien Plätze – okay, alle Tische hier waren frei – und bat um Geduld, damit er Gläser und Getränke holen konnte.

Mari drehte sich auf dem Absatz um, wollte gerade zurück zu den Teamkollegen gehen, als sie Kana bei dem jungen Gitarristen entdeckte. Moment, erst jetzt wurde der Chuunin bewusst, dass das zarte Geräusch der Gitarre verstummt war. Warum schwiegen die sich denn so an? Die Isayama sagte kein Wort mehr und der braunhaarige Junge schien auch nicht so recht zu wissen, was er mit dem Mädchen anfangen sollte. Mari konnte es sich nicht länger ansehen und entschied sich, Kana aber auch den Gitarristen aus der unangenehmen Situation zu befreien. Sie trat von hinten näher, verschränkte die Arme hinter dem Rücken und blieb einfach direkt neben der Isayama stehen. Nur kurz sah sie zu ihr, um ihren Gesichtsausdruck zu deuten. Der... wirkte allerdings nicht besonders belebt. Sie sah zu dem Gitarristen und plötzlich lächelte Mari wieder und neigte den Kopf etwas. „Eure Gitarrenspiel ist wirklich gut“, lobte sie, ohne eine wirkliche Ahnung von Musik zu haben. War aber auch nicht wichtig, um diesem Jungen ein Kompliment zu machen und die angespannte Situation, in der sie sich befunden hatten, vielleicht etwas zu lockern. „Könntet Ihr uns noch ein kleines Lied spielen, während wir etwas trinken? Es würde mich freuen.“ Oh. Auch der Junge sah sofort auf den kristallenen Anhänger, den Mari um den Hals trug. Interessant. Naja, vielleicht lag es auch nur daran, dass die Leute hier so arm waren und sie daher besonders auf möglichen Reichtum achteten. Und die Möglichkeit, dass jemand sie gut bezahlte. Mari wollte die Gelegenheit nutzen. „Oh, natürlich sollt Ihr dafür nicht leer ausgehen. Nicht, dass Ihr mich falsch versteht! Für ein gutes Lied bezahle ich auch gerne ein paar Ryou.“ Es schien zu wirken. Sofort packte der Junge seine Gitarre fester. „Es ist mir eine Ehre, werte Dame“, er zog einen imaginären Hut herunter, grinste die Ältere verwegen an und konzentrierte sich dann wieder auf seine Musik, die wenige Augenblicke später den Raum erfüllte. Mari sah zu Kana und spürte sofort wieder, dass sie nicht so recht wusste, wie sie mit der Isayama umgehen sollte. So deutete sie also auf den Tisch, an den der Gastwirt bereits die Getränke bereitstellte. „Die Ryou kannst du ihm auch später noch als Bezahlung geben.“ Sie wartete die Reaktion von Kana ab, bevor sie sich selbst zum Tisch begab. Vielleicht, um ein bisschen mehr darüber zu erfahren, wie dieses Mädchen eigentlich tickte. Und in der Hoffnung, dass sie irgendwann einen Ansatz fand, um mit der Isayama ins Gespräch zu kommen. Oh man – Mari war wirklich nicht gut in so etwas. Manchmal wünschte sie sich, einfach wieder vierzehn Jahre alt und eine frische Genin zu sein. Da hätte niemand von ihr verlangt, die Rolle der Erwachsenen zu übernehmen.
 
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Tatsumaki Hei

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[ Mission: Meister der Diebe, #8 ]

Tja... irgendwie war Hei ein wenig mit seinem Latein am Ende. Vielleicht musste er sich einfach nur wieder ein wenig anders verhalten - vielleicht hatte er zu viel gewollt und damit das Gegenteil erreicht? Der Tatsumaki runzelte leicht die Stirn, von Kanas Verhalten deutlich irritiert. So hatte bisher noch nie jemand darauf reagiert, dass er versucht hatte einen Kompromiss für die vergangene Situation zu finden, mit der alle leben konnten. Er hatte keinen Schimmer, was in der Isayama vorging, nur, dass sie die Scheuklappen dicht machte und abschloss. Das war überhaupt nicht gut. Nicht nur, dass es ihn persönlich traf weil sie seine Worte offenbar grenzwertig dumm gefunden hatte - anders konnte er das nicht interpretieren - sondern sie gefährdete damit noch eine leicht und sicher geglaubte Mission. Wie sollte man mit jemandem arbeiten, der wie ein bockiges Kind dicht machte und sich allem verschloss? Selbst wenn seine Worte nicht angemessen gewesen wären - er hatte zumindest erwartet, dass Kana das dann äußerte. So aber hatte er keine Ahnung, was sie überhaupt erwartete. Wie ärgerlich. Hei war definitiv ein wenig verstimmt ob der Entwicklung in dieser Mission. Mari traf keine Schuld, ein wenig Rückendeckung hatte er sich allerdings doch gewünscht. Und Kana hatte an sich keinen schlimmen Fehler begangen, verhielt sich aber irgendwie so. Der Tatsumaki atmete angestrengt aus als Kana ihm das Geld aus der Hand pflückte und losging. Man. War er einfach so ein furchtbarer Missionsleiter? Der Wüstensohn kam nicht dazu, den Gedanken weiter zu vertiefen, spürte aber - und das war äußerst ungewohnt für ihn - einen gewissen Ärger in seinem Bauch, der sich aufstaute. Erfahrung hin oder her. Das hier war kein Kindergarten. Hei hielt sich aber zurück, auch weil er der logisch veranlagte Mensch war, der er nun einmal war. In seiner bisherigen Karriere waren die Ninja meistens anders veranlagt gewesen: Die meisten hatten ihr eigenes Wohl der Mission eher untergeordnet. Vielleicht war es einfach eine Frage der Shinobi-Generation. Er wusste es nicht. Und das frustrierte ihn mehr, als er zugeben mochte. ​

"Hm", brummte er zustimmend auf die Anmerkung von Mari und seufzte leise. Nicht, dass er die Mission dadurch wirklich in Gefahr sah, aber... er konnte es sich auch nicht leisten, einen Jungshinobi zu vergraulen. Kana hatte Anlagen, wirkte aufgeweckt und zugewandt, zumindest bisher. Diese Wankelmütigkeit aber empfand Hei als... schwierig. Erst bei ihren weiteren Worten warf er seiner Freundin einen Blick zu. Was überlegen? Sie wollte sich was überlegen? "Dann hoff' ich mal, dass du mehr Ideen hast als ich..." Wenn er ganz ehrlich war: Da schlugen zwei Herzen in seiner Brust. Einerseits war er dankbar. Er und Mari hatten bisher immer ganz gut ihre Schwächen gegenseitig ausgeglichen. Andererseits fühlte er sich nur noch unzulänglicher, wenn sie selbst das hier für ihn regeln musste. Der Chunin strich die ein paar schwarze Strähnen aus der Stirn. Tja, es hätte auch alles so einfach sein können, oder? ​

In der Folge versuchte Hei, ein halbes Ohr bei Maris Gespräch zu haben und ein halbes Ohr bei Kanas Austausch. Klappte ganz okay, vor allen Dingen weil bei beiden nicht unbedingt krasse Neuigkeiten herauskamen. Bei Kana fiel es ihm unwahrscheinlich schwer, das Gespräch überhaupt zu hören, weshalb nur Wortfetzen zu ihm durchdrangen. Kana sprach immerhin. Das war doch etwas. Sie wirkte weder irgendwie entschlossen noch versuchte sie offenbar groß, Informationen zu gewinnen, da das Gespräch sehr schnell versiegte. Der Tatsumaki seufzte innerlich leise und warf einen Blick zu Mari hinüber, die währenddessen dem Gastwirt zeigte, dass sie eine Wertsache dabei hatte. Und nebenbei Zimmer und ein Getränk klar machte. Der junge Mann war tatsächlich dankbar darüber, dass sie das gemacht hatte. Ihm fiel auf, dass er selbst in dieser Mission bisher eher weniger beigesteuert hatte. Vielleicht sah er das alles ein wenig zu eng. Es würde sich schon fügen. So unwahrscheinlich schwer es ihm fiel, Kana nicht noch einmal in ein Gespräch zu verwickeln - aber er schaffte es trotzdem irgendwie. Auch, weil er sich einfach seinen eigenen Gedanken widmete, die wie immer in seinem Kopf wüteten wie ein Wirbelsturm. Das hatte sich in der gesamten Zeit kaum gebessert. Nur in einigen Situationen war Hei wirklich gedankenlos. Meistens waren es zu viele Stränge, die er versuchen musste zusammenzuführen. ​

Mari gesellte sich einen Moment zu Kana, Hei zog es vor sich direkt in Richtung des Tisches mit den Getränken zu begeben. Der Tag war plötzlich so viel anstrengender geworden als noch zuvor. Mari schien es ebenso zu gehen, wenn er den Gesichtsausdruck der Hyuuga korrekt deutete. Natürlich war es einfacher, mit bekannten Gesichtern und vertrauten Mustern umzugehen. Aber irgendwie wollte Hei auch nicht akzeptieren, dass es unmöglich sein sollte mit einer ein paar Jahre jüngeren Kunoichi zu reden. Irgendwie musste man doch zu Kana durchdringen können. ​

"Tetsuko! Hiroki! Ihr Flachpfeifen, ihr habt euch aber auch eine ganze Menge Zeit gelassen. Also, was habt ihr entdeckt? Ich hoffe, es wird nicht wieder so ein beuteloser Tag... man, ich brauche mal wieder ein wenig Ryou. Der Überfall letztens hat sich nicht gelohnt... obwohl der Heini so reich ausgesehen hat, diese Münze hat sich als Reinfall entpuppt..." Ein älterer Mann saß auf einem umgefallenen Baumstumpf und sah zu seinen beiden Kindern herunter - Hiroki und Tetsuko, die Nachwuchsdiebe. Weniger im Kopf als er sich gewünscht hätte, dafür sehr geschickte Diebe. Leise und unauffällig, und außerdem mit einem Talent für Schauspiel. Manchmal übertrieben sie es zwar noch, aber naja - man konnte ja nicht alles haben. "Vater, du wirst's nicht glauben!" Umezawa runzelte die Stirn, als seine Tochter ihn angrinste. "Was?", fragte Umezawa nach und trank einen Schluck aus seinem Weinschlauch. Er hatte nicht mehr genug Wein, um es noch länger auszuhalten, nichts zu tun. Es musste definitiv mal wieder ein kleiner Überfall gestartet werden - sie hatten kaum Proviant mehr, der Wein ging zur Neige, und wirklich zu Geld machen konnte man hier auch nichts. Es kamen so wenig Leute vorbei in letzter Zeit. "Wir haben 'n hüsbchen Kerl, eine Frau und ein Mädchen beobachtet, wie sie zwei Reisenden geholfen haben. Die Frau hatte einen Anhänger an, der...", fing Hiroki an, wurde aber von Tetsuko unterbrochen. "Der Klunger war so groß. SO GROß!", deutete sie mit ihrer Faust an - vielleicht etwas übertrieben. "Glitzerte in der Sonne wie ein Stern. Sah nicht aus wie 'n Diamant, aber damit könnten wir ein wenig über die Runden kommen. Sah auch so aus als könne man den verticken - nicht so wie diese dämliche Münze, die keiner haben will." Hiroki rümpfte die Nase. "Also ein Diamanet war zumindest dieser Typ...", fing er an und bekam einen Klaps an den Hinterkopf. "Konzentration, Trottel, wir müssen diesen Anhänger schnappen! Wir brauchen Kohle, danach kannst du dich um den anderen Kram kümmern." Umezawa runzelte die Stirn und ließ sich von dem Baumstamm gleiten. "Das klingt nach guter Beute. Wohin sind sie gegangen?" "Zum Dorf an der Grenze, zumindest in die Richtung. Waren leicht zu verfolgen, die hatten keine Ahnung", gab Tetsuko an und hob ihre Nase ein wenig in den Himmel. Hiroki lachte. "Pff, die sind unter der Hitze ja fast kollabiert. Haste die Kleine gesehen? Hat geschwitzt wie 'n Hund. Die hat doch gar nix mehr mitgekriegt." Umezawa grinste leicht und warf sich seinen Beutel über die Schulter. "Ich schau' mich um, ihr sichert die Umgebung ab. Wenn sie in's Dorf sind, sind sie sicher im Grenzgänger. Nichts leichter als in der Spelunke ein paar Typen auszurauben. Vielleicht hat Kaito ja was gesehen."

Hei trank einen Schluck aus seinem großen Glas, welches nur noch bis zur Hälfte mit Wasser gefüllt war. Es klangen leise Klänge von Gitarrenspiel durch die Luft, aber Hei hatte das Gefühl, dass der Junge einfach spielte - und viel mehr daran interessiert war, zu beobachten. Definitiv behielt der Musiker die Dreiergruppe im Auge, andererseits gab es ja auch nicht so viel mehr zu sehen. Das 'Dorf' war definitiv nicht belebt genug, dass sich der Schankraum hier bis zum Bersten füllen würde. Bisher waren aber tatsächlich noch ein, zwei Männer hineingekommen und hatten sich mit jeweils einem Bier an einzelne Tische verkrümelt, hatten kaum etwas gesagt - und auch kaum Augen für die Fremden, wenn Hei das richtig einschätzte. Sie sahen so aus, als würden sie viel draußen sein, aber für mehr reichte die Einschätzung nicht. Keine bestimmten Werkzeuge oder Insignien, keine bestimmten Kleidungsstücke an denen man eine Profession hätte erkennen können. "Hab' gehört, dass wir zwei Zimmer haben", meinte Hei leise und lehnte sich ein wenig nach vorne. "Wenn, dann wird man wohl bei euch ins Zimmer kommen. Ihr müsstet mir ein Zeichen geben, sobald derjenige weg ist. Klopf dreimal gegen die Wand, sollte wohl reichen..." Er wollte nicht vorschlagen, dass er und Mari in einem Zimmer übernachten könnten. Es wäre sicher seltsam gekommen und hätte Nachfragen produziert. Er sah in sein Glas und das war so ziemlich das erste Mal in seinem Leben, dass er sich irgendwie wünschte, es wäre Alkohol darin. Vielleicht hätte das es ja leichter gemacht. "Hat er irgendwas interessantes gesagt?", fragte er die Isayama dann und machte eine kaum sichtbare Bewegung mit dem Kopf in Richtung des Gitarrenspielers. ​

Umezawa hatte einen strammen Schritt. Als er an die Ansammlung von Häusern herankam, war von den drei Reisenden keine Spur - von Kaito, dem Cousin seiner Kinder, aber auch nichts. Naja, war ja auch nicht so wild. Der Kerl wusste schon, wie er durchkam, auch wenn seine Methoden andere waren als seine. Umezawa hielt viel darauf, ein guter Dieb zu sein. Es war eine Arbeit, die Fähigkeiten verlangte, die er nun einmal mitbrachte. Klar, er hätte sein Leben lang auf den Feldern arbeiten und sich den Rücken kaputt machen können, aber... wenn ein Diebstahl ausreichte, drei Wochen lang sorglos leben zu können, dann war das doch ein guter Tausch für ein wenig Risiko, oder? Der Dieb, dessen kegelförmiger Strohhut auf seinem Kopf sein bereits angegrautes Haar verbarg, sah Licht im Grenzgänger. Immerhin, irgendjemand war also da. Notfalls würde er sich einfach beim Gastwirt anschreiben lassen und mehr Wein konsumieren. Die weite, graue Kleidung des Diebes verbarg einen athletischen, wenn auch gealterten Körper, der auf Strohsandalen ging. Alles in allem wirkte er unscheinbar, so unscheinbar ein allein reisender, älterer Mann eben war. Als er die Tür zum Grenzgänger öffnete sah er als erstes zwei der Trottel, die in diesem Dorf noch versuchten, ihr Geld auf ehrliche Weise zu verdienen. Sie taten ihm Leid, aber er konnte sich eben nicht um alle Menschen auf dieser Welt kümmern. Dann fiel sein Blick auf die Fremden - die so eindeutig nicht von hier waren, dass Umezawa beinahe geschmunzelt hätte. Dieses Mädchen mit der Narbe und den Kleidungsstücken, die zum Teil sehr grell gefärbt waren. Dieser Typ, der - wie Umezawa beiläufig bemerkte - zwar nicht hässlich war, aber bestimmt noch nie als 'Diamant' bezeichnet worden war. Ungewöhnliches Äußeres, aber das einzige wirklich ungewöhnliche an ihm war seine Haarlänge. Tja, die Jugend von heute wusste auch nicht mehr, was gut war... und dann war da noch eine junge Frau, die selbst hier in dem doch eher schummrigen Gasthaus eine Sonnenbrille trug. So etwas konnten doch echt nur Städter sein. Und dann hatte sie noch nichtmal ordentliche Ti- ohh. Jetzt wusste Umezawa, was seine Bälger entdeckt hatten. Oh ja, das war doch etwas schönes - ein Schmuckstück, was teuer genug aussah um verkauft zu werden - und nicht teuer genug, um mit großem Aufwand wiederbeschafft werden würde. Es tröstete ihn ein wenig darüber hinweg, dass diese Frau sonst nicht viel zu bieten hatte. Naja, seine Bedürfnisse waren allerdings wohl eher von jahrelanger Erfahrung mit üppigen Prostituierten geprägt, was wollte ein Püppchen aus der Stadt da schon gegensetzen? Umezawa blickte beiläufig weiter und sah dann den Musiker, der grade ein hübsches Liedchen dudelte. Seine Stirn runzelte sich ein wenig, aber dann zuckte er mit den Schultern. Sollte der Junge doch tun, was er wollte. So würde er definitiv nichts ändern. Der Dieb ging zur Theke und klatschte ein paar Ryou auf den Tisch. "Bring' mir 'n billigen Wein und ein Stück Brot... ich bin erschöpft", sagte er dem Wirt und schob ihm einen kleinen Zettel hin. Der Wein kam, das Brot kam, der Zettel kam zurück - das eine verschwand unauffällig in seiner Tasche, das andere blieb in seinen Händen, als er sich an einen Tisch ganz in der Nähe der Fremden setzte. Was diese wohl so zu bereden hatten? ​
 

Isayama Kana

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Ratlosigkeit war gar keine Beschreibung für das was Kana gegenüber Mari empfand, tat sie doch tatsächlich unbekümmert und sprach mit dem Musiker, als wäre überhaupt nichts gewesen. Natürlich war ihr klar, dass die drei inmitten einer Mission waren und den Schein wahren mussten, aber das die Ältere ohne mit der Wimper zu zucken, so begeistert tun konnte, fand Kana wirklich bedenklich. Mit dem redete sie aber mit ihr nicht? Pah. Sie wollte ihn am liebsten würgen, als er erneut zu einer hoffnungsvollen Melodie ansetzte und die Hyuuga mit einem bösen Blick strafen, aber sie blieb brav sitzen und verzog keine Miene. Außerdem ärgerte es Kana, dass man ihr das Gespräch nicht zutraute, oder weshalb sonst mischte sich die Chuunin einfach ein? War ja nicht so, dass irgendwas Interessantes dabei herauskam. Als ob sie bloß die Musik genießen wollte, jaja! Irgendwie gingen der Isayama momentan alle auf die Nerven, sie war schließlich nicht auf den Kopf gefallen, wenn der Typ sich weiter unterhalten wollte, hätte er ja weiter labern können oder nicht? Vielleicht hatten die beiden Kollegen Angst, sie würde erneut in Blutrausch verfallen? Allerdings wollte sie nur noch ins Bett, sich unter eine Decke verkriechen und nichts mehr sehen und hören. Hoffentlich war der Tag bald vorbei. Anpassen und Mund halten war da mit Sicherheit eine gute Idee. Insgesamt war die aller erste Mission deutlich menschlicher, obwohl Sakaida Mai ebenso den Rang des Chuunin innehatte, das Herz und die Zunge dennoch an den richtigen Stellen trug. Sie hätte bestimmt nicht so abgebrüht reagiert. Ihr Magen drehte sich um, als Mari auf den Tisch mit erfrischenden Getränken deutete, an dem Hei bereits Platz nahm. Und wieso zum Teufel sollte sie dem Störenfried die Ryou noch geben, wenn die Kollegin schon zahlte? Hatte er doch gar nicht verdient. Wäre das außerdem nicht zu auffällig, wenn er plötzlich im Geldregen steckte? Nein, Kana würde Hei die Ryou wieder geben, diese Entscheidung erschien ihr deutlich sinnvoller. Oder? Möglicherweise war das Mädchen auch so aufgewühlt, dass es gerade nicht von richtig und falsch unterscheiden konnte. Möglicherweise war es ja gar nicht so betäubt wie angenommen, möglicherweise überschrieb ständig ein Gefühl das andere, sodass es sich bloß wie Leere bemerkbar machte. Himmel, war das alles verwirrend. Jedenfalls war ein ruhiger Ort zum Erholen nötig, aber der schien noch in weiter Ferne. Bevor Kana auf Mari reagierte, schloss sie drei Sekunden die Augen um die restlichen Nerven aus den Ecken zu sammeln, setzte ein leicht friedliches Gesicht auf und lächelte die Hyuuga zaghaft an. Keine Reaktion zu zeigen wäre angesichts der Situation seltsam, immerhin befanden sie sich in unmittelbarer Nähe des Musikers. "Geh ruhig schon vor, Onee-san. Ich mach mich schnell frisch." Die Isayama zeigte auf ein Schild zu den Toiletten, erhob sich und deutete eine Verbeugung gen des Jungen, ehe sie auch schon verschwand.

Kana war entsetzt, nachdem sie die Hände wusch, Wasser ins Gesicht klatschte und einen Blick in den dürftigen Spiegel vor sich wagte. Oh je, lebte sie überhaupt noch? Huh. Als sie schließlich die Schwelle zum Wirtsraum erreichte, hielt sie kurz inne und schaffte sich einen neuen Überblick, indem sie hinkniete und die vermeintlich offenen Stiefel neu schnürte. Zwei Männer fanden getrennt einen Platz an Tischen und schienen unbeteiligt. Sagte der Wirt zuvor nicht, dass das Gasthaus normalerweise keine oder kaum Besucher hatte? Komischer Zufall? Hm ... Die Genin tat unbekümmert, richtete sich auf und schlenderte extra betont müde zu den beiden Chuunin. Auf dem Weg gähnte sie hinter vorgehaltener Hand und streckte die Arme ausgiebig. Kana ließ sich wieder plumpsend auf die Sitzgelegenheit nieder und rieb fest über die Augen. "Entschuldigt die Wartezeit, ich brauchte einen kleinen Muntermacher in Form einer kleinen Dusche, sonst wäre ich hier auf der Stelle eingeschlafen!", brachte sie locker lachend hervor und hoffte, dass sie zumindest den Fremden gegenüber glaubwürdig wirkte. Dann lächelte sie kurz den Kollegen zu und schnappte sich ein frisches Glas Wasser, das gleich an die Lippen gesetzt wurde. Kana schluckte langsam und bedächtig, ließ sich nichts anmerken, während Hei leise das Wort übernahm. Mit einem kaum merklichen Nicken hatte sie seinen kleinen, aber wichtigen Auftrag zur Kenntnis genommen. Natürlich war auch der Tatsumaki misstrauisch, was die beiden Neuankömmlinge betraf. Das Ganze würde wohl noch ziemlich spannend werden. "Nein, nicht wirklich. Angeblich sind vereinzelte Bewohner mal einige Tage unterwegs und kommen entweder mit zufriedenen Gesichtern zurück, oder mit bedrückten.", meinte sie genauso leise und strich wie beiläufig ein paar Haarsträhnen über das rechte Ohr und hielt dann das kühle Glas an die Wange. Ob das Mädchen immer wieder hierher zurückkehren würde, in die Trostlosigkeit? Sie konnte sich so ein Leben nicht vorstellen. Und damit das Getuschel nicht doch noch auffällig wurde: "Boah, das müsst ihr unbedingt auch machen! Der kalte Schock tut so gut!", fügte sie etwas lauter und wie eine unbekümmerte Dreizehnjährige hinzu.
 

Hyuuga Mari

Chuunin
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Onee-san? Aha, okay. Das hatte die Hyuuga so genau noch nicht gewusst, aber dann konnte sie sich zumindest darauf einstellen, welche Rolle sie gerade spielen sollte - eben die der älteren Schwester. Mari sah der Isayama hinterher, als sie in Richtung der Toiletten verschwand und sich damit aus der Situation rettete. Kana hatte natürlich Recht: Sie mussten sich vor dem Musiker ein wenig zusammenzureißen, damit dieser nicht merkte, dass etwas nicht stimmte. Tatsächlich beruhigte es die Hyuuga ungemein, dass die 13-Jährige das weiterhin im Blick behielt und sich entsprechend verhielt. So ganz sicher, dass alles rund laufen würde, war sich Mari zwar immer noch nicht, aber für den Moment war es schon in Ordnung. Sie hatte die Hoffnung, dass sich vielleicht alles einrenken würde, ohne groß darüber sprechen zu müssen. Mari war sich darüber vielleicht selbst nicht richtig bewusst, aber sie hoffte darauf, da sie dadurch in ihrer Komfortzone bleiben konnte. Die junge Frau musterte noch einmal den Musiker, der sein Gitarrenspiel wieder angestimmt hatte, setzte ein kleines Lächeln auf und drehte sich dann auf dem Absatz um, um Hei am Tisch Gesellschaft zu leisten. Beim Tatsumaki angekommen, klärte sie kurz darüber auf, wohin Kana verschwunden war und nahm sich dann selbst ein Getränk. Mari hatte wirklich Durst und genoss daher den Moment, als sich die kühle Flüssigkeit seinen Weg ihre Kehle hinab bahnte. Es machte den Kopf klarer.

Bis die Isayama zur Truppe zurückkam, hatten Mari und Hei größtenteils über Belanglosigkeiten gesprochen. Ihre Aufmerksamkeit galt mehr den Personen, die vereinzelt in das Gasthaus kamen und sich nach einer kurzen Bestellung an freie Plätze im Raum setzten. Aufgrund der Situation war ihr natürlich jeder irgendwie suspekt, aber die Hyuuga konnte nicht sagen, dass sich die Leute generell auffällig verhielten. Eindeutig lenkten die Ninja Aufmerksamkeit auf sich und Mari glaubte auch, dass der glitzernde Anhänger um ihren Hals bemerkt wurde – doch so schnell, wie sie den Blick auf die Ninja gelenkt hatten, sahen die Leute auch schon wieder hinab in ihr Getränk. Hm. Mari wandte sich um, als schließlich Kana zu ihnen zurückkam. Das Mädchen ließ sich auf einen der freien Stühle plumpsen, lachte locker und lächelte in die Runde. Kana... lachte locker? Hätte die Hyuuga nicht gewusst, dass sie gerade beobachtet wurden, hätte sie glatt die Augenbraue angehoben. So allerdings nahm Mari ganz glücklich das Spiel auf, als sie die Hände ineinander verschränkte, das Kinn darauf platzierte, schelmisch lächelnd zu der Isayama sah und zum Teil wahre Gedanken passend zur Situation verpackte. „Das glaube ich dir, du sahst wirklich nicht gut aus. Aber nach dem langen Weg bei dieser Hitze auch nicht verwunderlich.“ Als Hei ansprach, dass sie mit einem Klopfen aufmerksam machen sollten, falls die Diebe in der Nacht den Anhänger stahlen, nickte auch die Hyuuga kurz. Sie verstand, warum Hei das Einzelzimmer nehmen wollte – heute Abend wollte Mari wirklich nicht auch noch ein Gespräch über ihren Beziehungsstatus führen. Abgesehen davon, dass sie ja scheinbar als Geschwister hier waren, wenn sie die Isayama vorhin richtig verstanden hatte. Als Kana zusammenfasste, was sie von dem Gitarrenspieler hatte in Erfahrung bringen können, trank Mari ihr Glas leer. Es waren nicht viele Informationen die ziemlich viel Interpretationen zuließen – also keine besonders gute Ausbeute. „Oh, ich verzichte auf den kalten Schock.“ Mari winkte lächelnd ab. Sie wechselte einen unauffälligen Blick mit Hei, dann mit der Isayama und gähnte unter vorgehaltener Hand. „Aber müde bin ich schon. Um ehrlich zu sein, würde ich gerne schlafengehen. Ich brauche immerhin meinen Schönheitsschlaf.“ Okay, das war vielleicht ein bisschen viel, oder? Aber mit ihrer Sonnenbrille auf der Nase fand Mari auf Anhieb die Rolle der älteren, vielleicht auch etwas hochnäsigen Schwester, die auf ihr Aussehen besonders viel Wert legte, irgendwie am passendsten. Wichtig war ja auch nur, dass die Leute, die es interessierte, mitbekommen konnten, dass die Hyuuga sich schlafenlegen wollte und müde genug war, dass man von einem tiefen Schlaf ausgehen konnte. Sie schob das Glas in die Mitte des Tisches, stand auf und sah mit einem Seitenblick zu Kana. „Kommst du mit, Kana?“ Normalerweise hätte sie die Isayama nicht so einfach beim Vornamen genannt, als ältere Schwester war das aber wohl angemessener. Danach sah sie zu Hei. „Wir sehen uns dann morgen.“ Sie bezahlte ein paar Ryou an den Musiker, der sein Spiel nicht unterbrach und verließ danach aus dem Schankraum.

Das Zimmer, das sich die beiden Kunoichi teilten, war simpel eingerichtet. Tatsächlich gab es eine Art Vorraum mit Kleiderhaken, hölzerner Flurkommode und einem kleinen Schrank. Dahinter erstreckte sich ein schmaler Raum mit zwei Betten, die rechts und links an der Wand standen. Ein kleines Tischchen nahe dem Fenster, zwei Stühle, eine Tischlampe. Es war auf das Nötigste beschränkt, was die Hyuuga aber nicht überraschte – hier verweilte wohl niemand besonders lange. Nachdem die Chuunin sich im angrenzenden, kleinen Badezimmer frischgemacht hatte, legte sie die Kette auf dem Tisch nahe dem Fenster ab, fast schon als Einladung für Diebe. Da die Diebe aber wohl kaum vorbeikommen würden, solange noch Licht brannte, hatten Kana und die Hyuuga nicht lange gewartet, sondern alle Lichter gelöscht und sich jeweils in eines der Betten gelegt. Die Isayama lag auf der Seite, die an Heis Zimmer grenzte – sollte es also wirklich zu einem Einbruch kommen, sollte es nicht schwer sein, ein Signal an den Tatsumaki zu geben. Auch wenn ihre Augen sich mit der Zeit an die Dunkelheit gewöhnten und Mari glaubte, die Umrisse der Möbelstücke wieder erahnen zu können, kroch mit der Zeit doch eine gewisse Müdigkeit in ihre Knochen. Es war nicht der erste Auftrag, in dem die Hyuuga über einen längeren Zeitraum wachbleiben musste, aber auch sie war nur ein Mensch und hatte eine anstrengende Reise hinter sich. Es war diesem Umstand geschuldet, wohl aber auch der gewissen Sicherheit, die einem diese Dunkelheit bot, dass die Hyuuga sich dazu hinreißen ließ, den Mund zu öffnen und ihre gedämpfte Stimme erklingen zu lassen. „Wenn das so weitergeht, schlagen wir uns nachher ganz umsonst die Nacht um die Ohren.“ Sie seufzte stumm, sah zur Seite weg. Sie lagen hier schon eine Weile herum, war Kana vielleicht schon eingeschlafen? „Ich bin echt nicht gut in so etwas...“ Worin genau? Das ließ die 20-Jährige gerade offen und durch die Dunkelheit konnte Kana ihr Gesicht natürlich auch nicht sehen. Es gab viele Fragezeichen, über die sich Mari den Kopf zerbrach. Sie dachte über Dinge nach, interpretierte und versuchte, zu einem Schluss zu kommen. Einfach, weil sie so möglichst mir ihren Gedanken alleine blieb und sich keine Blöße gab. Andererseits ... brachte es sie auch nicht weiter. Mari erinnerte sich an die vielen Konflikte mit Teamkollegen, die sie schon gehabt hatte, weil sie darauf gepocht hatte, dass man sich in seinem Team bedingungslos vertrauen können musste. Aber das funktionierte nicht, wenn man sich nicht kannte und sich im stillen Kämmerlein den Kopf darüber zerbrach, was die andere Person eigentlich für ein Mensch war, anstatt zu sprechen und sich kennenzulernen. Sollten irgendwelche Geräusche ertönen, würde Mari natürlich innehalten. Aber solange die Kunoichi unter sich waren... „Um ehrlich zu sein, neige ich dazu, mir viel mehr meine eigenen Gedanken zu machen, anstatt einfach mit den Leuten zu sprechen. Das ist mit der Zeit ein bisschen besser geworden, aber manchmal ertappe ich mich dann doch wieder, wie ich in alte Muster verfalle.“ Das Thema kam für die jüngere Kollegin jetzt sicherlich aus heiterem Himmel. Ah – Mari fühlte sich gar nicht gut. Sie hatte einerseits das Gefühl, das Richtige zu tun, aber sie mochte es nicht, über eigene Unzulänglichkeiten zu sprechen. Das war nicht gerade das, was ihr von ihrer Familie beigebracht worden war. „So wie vorhin. Jedenfalls hätte ich mich zusammenreißen und was sagen können, wenn ich dich schon harsch zurückpfeife. Sorry dafür.“ Mari verstummte einen Moment. Sie erinnerte sich daran, dass Kana das letzte Mal ein wenig überfordert gewirkt hatte, als sie sich bei ihr entschuldigt hatte und das Gespräch recht schnell beendet worden war. Vermutlich fühlte sich Kana mindestens genauso unwohl mit dieser Situation wie Mari selbst... Aber wenn sie nicht fragte, konnten sie auch nicht weiterkommen, oder? „Ich würde tatsächlich gerne mehr von dir wissen, Isayama-san. Warum bist du eigentlich eine Kunoichi geworden? Und welche Ziele verfolgst du damit?“ Es war natürlich nur ein kleiner Schritt, aber irgendwo musste man ja ansetzen, wenn man jemanden kennenlernen wollte, oder? Bisher hörte sie noch keine Geräusche, die sich dem Zimmer näherten, keine Taschenlampe, die durch das Fenster hereinschien oder ähnliches. Ob das noch kam?
 

Isayama Kana

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Damit die Müdigkeit nicht doch noch die Überhand gewann, schlug Kana ein Bein über das andere und ließ den Fuß wippen. Das steife Lächeln brachte so langsam aber sicher leichte Krämpfe in die Wangen, saß jedoch so fest im Gesicht, dass das Mädchen kaum damit aufhören konnte. Vielleicht war das ein Akt der Trägheit, nach dem Spruch 'Nach müde kommt doof', denn zu jedem Thema durfte man natürlich keine Belustigung, Zustimmung oder Ähnliches zeigen. Seltsamerweise bahnte sich sogar ein ausgewachsenes Lachen an, das nur schwer zu unterdrücken war. So prustete sie also, senkte den Kopf und versuchte, wirklich still zu bleiben, während die Schultern ein verräterisches Beben offenbarten. Oh Mann, wurde Kana etwa doch wahnsinnig? Normalerweise war die Ruhe zu bewahren echt kein Ding für sie, aber Himmel, das war heute echt schwer. Tief durchatmen, ein Schluck Wasser trinken. Jetzt war ihr wieder zu warm und der Körper vermutlich mit kleinen, roten Flecken übersät. ... Unbeholfen rutschte die Jüngste auf dem Stuhl herum, als die Hyuuga sie einfach so beim Vornamen nannte. Nicht weil's unbedingt unangenehm war, sondern ungewohnt, wenn man nicht mindestens eine Freundschaft pflegte. Wahrscheinlich hatte Kana noch eine eher altmodische Erziehung genossen. Allerdings war sie an dieser Bezeichnung selbst schuld, und es störte sie auch nicht mehr so sehr wie vor einiger Zeit, hatte sie doch schon Erfahrung damit machen müssen. Oh. Die Ältere hatte außerdem zum zweiten Mal ihren Vornamen ausgesprochen, wurde ihr plötzlich bewusst. Und das ziemlich laut und deutlich. Nämlich dann, als die Isayama nichts mehr als Rot sah. Schade, eigentlich, oder? "Jap.", antwortete sie auf Maris Frage, stellte das inzwischen leere Glas ab, das durch ihre Hände mittlerweile erwärmt war, und stand vom Stuhl auf, den sie geräuschvoll nach hinten über den Boden drückte. "Gute Nacht, Onii-san!", meinte Kana beinahe überschwänglich an Hei gerichtet, schenkte ihm ein für ihre Verhältnisse breites Grinsen und hob zum Abschied eine Hand.

Tatsächlich hatte die junge Genin ein anderes Bild des Zimmers im Kopf - ein kleines, vollgestopftes Zimmer mit spärlichen Möbeln, die schon auseinanderfielen, wenn man die bloß ansah oder anpustete. Außerdem dachte sie irgendwie an feuchte Wände und Schimmel, abblätternde Tapete und seltsamen Flecken überall. Wie Kana auf so eine Vorstellung kam, wusste sie nicht, war der Wirtsraum doch gar nicht in so üblen Zustand. In Wirklichkeit machte das Zimmer für das geringe Budget einen ordentlichen Eindruck, fand sie. Mehr brauchte sie sowieso nicht. Nachdem Mari das Bett am Fenster in Beschlag nahm und im Bad verschwand, ließ Kana ihren trägen Körper in der Länge auf das Bett an der Wand fallen und drohte sofort einzuschlafen. Doch Mari kehrte bereits nach kurzer Zeit zurück und Kana schreckte auf, erhob sich dann mühsam und schlenderte ihrerseits ins Bad. Danach schmiss sie Handschuhe und Jacke unachtsam auf irgendeinen Stuhl und kickte die Stiefel auf den Boden, die Kana gar nicht schnell genug loswerden konnte, als sie dann auch schon wieder im Bett lag. Ohne Umschweife wurde das Licht gelöscht und Stille trat ein. Durfte sie nun wirklich schlafen, oder nicht? Wachbleiben würde unter diesen Umständen sehr, sehr schwer werden. Vielleicht doch nicht, spürte sie etwa eine störrische Matratzenfeder im Rücken? Seufz. Gerade als Kana eine zufriedenstellende Position fand und beinahe wegdämmerte, sagte die Hyuuga plötzlich was und die Isayama zuckte zusammen. Verdammt, redete Mari etwa im Schlaf? Oh, bitte nicht, nein, nein, nein ... Kana brauchte absolute Stille zum Einschlafen, das konnte doch nicht wahr sein! Das war auch einer der Gründe, weshalb sie niemals die Erfahrung einer Pyjama-Party machen wollte. Hätte sie noch ein Kissen, würde sie es nach der Hyuuga werfen, scheiß auf Ärger! Energisch drehte sie zu Mari in der Hoffnung, sie damit zu wecken. Und dann klopfte sie das Kissen zurecht und schüttelte die Decke aus. Aber ihre Nachbarin sprach weiter und der Inhalt schien gar nicht zusammenhanglos, also gab die Genin Ruhe und hörte einfach mal zu ... Und fühlte sich mit jedem Wort unbehaglicher. Nein, Mari war tatsächlich wach und sprach nun doch das unangenehme Ereignis an. Einerseits fühlte sich Kana seltsam bedrückt, andererseits freute es sie, dass die Ältere doch darüber sprach. Schließlich seufzte sie und dachte einige Momente über ihre Frage nach. Dass Mari ebenso Probleme mit gewissen Interaktionen mit anderen haben könnte, bedachte sie bisher überhaupt nicht, nur weil die Hyuuga offiziell erwachsen war, musste sie noch lange nicht wie eine reagieren. Hatte so was mit dem Erwachsensein zu tun, oder lag das an der Persönlichkeit? Mann, Menschen waren so kompliziert. Einige Zeit des Monologs war vergangen, ob Mari noch wach war? "Ich möchte vor allem Ungerechtigkeiten die Stirn bieten und nicht alles schlucken müssen. Ich möchte andere Menschen davor schützen und ihnen zeigen, wie man sich verteidigen kann. Der Mann vorhin ..." Eine sich sammelnde Pause. "... Hat eine Grenze überschritten, die ich nicht einfach über mich ergehen lassen konnte. Mag sein, dass es für euch keine große Sache war, aber für mich war es die Hölle. Ich weiß, ich bin auf Mission, kann mein persönliches Empfinden aber nicht einfach so beiseiteschieben. Shinobi sind Söldner und keine Helden, das ist mir bewusst. Meine Würde will ich dennoch behalten, zeigt das nicht bloß Menschlichkeit? Wäre es nicht seltsam gewesen, wenn ich stocksteif dastand und ihn ohne Gegenwehr grapschen ließ? Das macht für mich keinen Sinn, Hyuuga-san." Und damit schwieg Kana.
 

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Nachdem Mari ihre Frage gestellt hatte, kehrte Stille ein. Ein wenig hatten sich die Augen der Hyuuga an die Dunkelheit gewöhnt, sodass sie nach ein paar Sekunden zum Bett der Isayama hinüber spähte, doch leider konnte Mari nichts erkennen. Der Körper der Jüngeren rührte sich nicht, sodass die junge Frau allmählich davon ausging, dass Kana eingeschlafen war. Oh, bitte nicht. Nicht auch noch das. Klar, die Reise war anstrengend gewesen, aber ein wenig mehr Professionalität hatte die Hyuuga von einer ausgebildeten Kunoichi doch erwartet. Beim Job mit dem Raikagen hatte Kana einen ganz anderen Eindruck bei Mari hinterlassen: Ruhig, ziemlich unsicher, aber nicht unüberlegt. Vor allen Dingen verlässlich hatte die Isayama damals gewirkt. Nun aber, nach den Ereignissen des Tages und bei der Vermutung, dass das Mädchen schlief, bröckelte dieses Bild immer mehr. Mari fragte sich, ob sie eine so schlechte Menschenkenntnis hatte... und kam zu dem Schluss, dass das nicht einmal unwahrscheinlich war. Menschenkenntnis war wirklich nicht ihre Stärke. Hätte die 20-Jährige nicht ohnehin aufmerksam auf Geräusche gelauscht – für den Fall, dass Diebe auftauchten – wäre sie vermutlich bei den unerwarteten Worten Kanas schlimm zusammengezuckt. So allerdings blinzelte Mari in der Dunkelheit und fühlte sich einen Moment schlecht, da sie der 13-Jährigen ernsthaft zugetraut hatte, mitten in der Mission eingeschlafen zu sein und jetzt eines Besseren belehrt wurde. Die Hyuuga hätte am liebsten laut geseufzt und auf Pause gedrückt, um sich mal ordentlich zu sammeln. Leider war das nicht möglich, sodass die Zeit einfach weiterlief.

Okay, Kana ging tatsächlich sofort auf die Geschehnisse des Tages ein – eine Sache, die Mari so gar nicht erwartet hatte. Sie sah durch die Dunkelheit gen Zimmerdecke, schloss die Augen und dachte darüber nach. Ungerechtigkeit die Stirn bieten. Nicht alles schlucken müssen. Menschen davor schützen und ihnen zeigen, dass man sich verteidigen kann. Hm. Die Beweggründe von Menschen, Ninja zu werden, waren wirklich divers. Mari dachte an sich selbst, dachte daran, was Kumiko auf die Frage geantwortet hatte, als sie ihre erste Mission gemeinsam bestritten hatten. Merkwürdigerweise erinnerte sich Mari in diesem Augenblick auch an Rin, die kleine Schwester von Joudan. Die Chuunin wollte nicht über die Beweggründe urteilen und fühlte sich in diesem Moment auch nicht bereit, um Ratschläge zu verteilen. Die einzige Möglichkeit, die Mari für sich selbst sah, war von ihren eigenen Erfahrungen dahingehend zu berichten. Was sie daraus machte, sollte Kana selbst entscheiden. „Ich habe in der Akademie ziemlich viele Leute vermöbelt, von denen ich mich ungerecht behandelt gefühlt habe", gestand die Braunhaarige in die Dunkelheit. An die meisten Gesichter konnte sich Mari nicht einmal mehr erinnern. Aber in der Regel hatte es damit zu tun gehabt, dass man schlecht über ihre Familie oder sie gesprochen hatte. Das war damals ein absolutes Unding für die stolze Hyuuga-Tochter gewesen, weshalb sie es nie einfach so auf sich hatte sitzenlassen können. „Als ich Genin geworden bin, hat sich das nicht geändert. Wenn ich mich ungerecht behandelt gefühlt habe, habe ich demjenigen gezeigt, dass man sich mit mir nicht anlegen sollte. Ich habe mich damit auch im Recht gefühlt, immerhin war nicht ich es, die den Ärger begonnen hatte und auch ich wollte immerhin nicht mehr als meine Würde behalten und nicht einfach alles über mich ergehen lassen.“ Sie zuckte mit den Schultern, wenngleich Kana das in der Dunkelheit gar nicht sehen konnte. Einen Moment pausierte die Hyuuga, horchte einerseits, ob sich Geräusche näherten, andererseits, um zu überlegen, wie sie fortfahren sollte. Ihre Stimme war schließlich ziemlich nüchtern, als sie sich entschieden hatte: „Das ging gut, bis ich auf einer Mission beinahe jemanden umgebracht hätte, der mich auf dem falschen Fuß erwischt hatte. Ich war ziemlich schockiert, denn mit der Zeit als Ninja habe ich einfach nicht so recht mitbekommen, wie meine Fähigkeiten sich immer mehr von denen eines normalen Zivilisten unterschieden. Und dass ein Schlag, der meinen Mitschülerinnen und Mitschülern damals vielleicht nicht mehr als eine blutige Nase verpasst hätte, einem Zivilisten mittlerweile die Knochen brechen konnte. Und das war nur eine von vielen Möglichkeiten, die ich plötzlich hatte, um mich gegen Ungerechtigkeiten mir gegenüber zu wehren.“ Mari konnte sich noch gut an den Schock erinnern, den sie damals empfunden hatte und hatte für einen Augenblick das Gefühl, er würde der Schock an diesem Abend erneut in ihre Knochen kriechen. Natürlich war das nur Einbildung, weshalb Mari das Gefühl ziemlich schnell wieder verdrängte. „Mir wurde damals klar, dass ich durch meine Ausbildung als Kunoichi nicht nur stärker wurde, sondern auch immer mehr darauf achten musste, wie ich diese Fähigkeiten denn einsetzte. Dass ich Verantwortung dafür übernehmen wollte, sie nur gegen Menschen zu richten, wenn es die Situation absolut erfordert. Wenn ich andere Menschen dadurch zum Beispiel rette oder zur Selbstverteidigung, wenn ich selbst mit gleicher Härte angegriffen werde.“ Die Braunhaarige seufzte leise, atmete dann tief durch. Es fühlte sich merkwürdig an, einer Kollegin so viele Eindrücke von ihrem Inneren zu geben. Abgesehen von Hei gab es niemanden, den Mari in diesem Ausmaß an ihrer Gedankenwelt teilhaben ließ. Es war nur dem Schutze der Dunkelheit geschuldet, dass die junge Frau so offen sprechen konnte. Als sie nochmal über ihre Worte nachdachte, wurde Mari erneut klar, dass sie sich sehr verändert hatte: Früher hätte Mari Gelegenheiten stets genutzt, um zu zeigen, welche tollen Fähigkeiten sie hatte und wie stark sie mittlerweile war. Das hatte sich mit den Jahren sehr gewandelt, sodass niemand - außer vielleicht Hei - wusste, was Mari tatsächlich konnte, sollte es eine Extremsituation wirklich von ihr verlangen. „Mir ist damals auch klargeworden, dass es gar nicht meine Würde war, die ich mit meinem Verhalten schützen wollte. In Wirklichkeit war es mein Stolz, der mich dazu bewog, so zu handeln, wie ich es früher getan habe. Ich fand Respektlosigkeit unerträglich, fühlte mich dadurch verletzt und wollte mich dafür rächen. Das hatte viel mehr mit meinem Stolz als mit Würde zu tun. Würde verbinde ich mittlerweile damit, dass ich mir darüber bewusst bin, dass ich mich verletzt fühle, es akzeptiere, aber mein Handeln davon nicht bestimmen zu lassen. Und mich vielleicht besser zu verhalten, als mein Gegenüber es getan hat.“ Sie stoppte. „Oder, um es einfach auszudrücken: Es ganz bewusst beim Tritt gegen das Schienbein zu belassen und danach...“ Plötzlich brach die Hyuuga ab, horchte auf. Tatsächlich konnte man einige Sekunden später von draußen Licht flackern sehen. Waren das vielleicht die Diebe? Mari flüsterte nur noch, als sie ihr Gesicht in Richtung der Isayama drehte und einen Finger an die Lippen legte: „Wir bekommen Besuch. Psst.“
 
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