Die große Bibliothek

Dieses Thema im Forum "Plattform 5" wurde erstellt von Sumiya Saki, 2. Okt. 2019.

  1. Sumiya Saki

    Sumiya Saki Genin

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    Eine ungewöhnliche Lehrstunde
    Sumiya Saki und Meteki Pakura – Off

    Mit einem trockenen Husten schob Saki den dicken Wälzer in dem großen roten Ledereinband wieder in das Regal. Der Staub, der ihr schon beim Aufschlagen des Buches entgegengestoßen war, sprach davon, dass hier lange niemand Interesse dran gehabt hatte. Lag wahrscheinlich daran, dass die medizinischen Prozeduren darin heutzutage nicht mehr angewendet wurden, da bessere Ausrüstung zur Verfügung stand. Den meisten jedenfalls, denn Sakis Ausrüstung in den Slums ließ Wünsche offen, so einige, daher hatte sie sich in die Bibliothek begeben, um eventuelle, alternative Behandlungsmethoden zu erlernen, die sie auch ohne hochtechnisierte Ausrüstung durchführen könnte. Bisher jedoch ohne großen Erfolg, Prozeduren mit Sterblichkeitsraten im 90 Prozentbereich, wenn man heutzutage nur bei wirklich groben Fehlern noch Komplikationen bekommen würde, waren nicht gerade ideal. Dann könnte Saki auch gleich mit einer rostigen Säge Amputationen durchführen. Der Nachmittag in der Bibliothek hatte daher wenig Erfreuliches gebracht, aber was hatte Saki erwartet? Ein Wunderverfahren, das jetzt niemand verwendete? Sicherlich nicht.

    Ein wenig von ihrer nicht vorhandenen Ausbeute enttäuscht, ließ sich Saki auf einen Stuhl fallen, der mit einigen anderen um einen rechteckigen Tisch in der Mitte zwischen den Regalen angeordnet worden ist. Durch ein nahes Fenster fiel das leicht orangene Licht der abendlichen Sonne auf den Tisch und tauchte den ganzen Gang in sein orangenes Leuchten. Es würde zwar noch einige Stunden dauern, bis es wirklich absolute Nacht wäre, aber die ersten Anzeichen des Abends waren zu sehen. Abgesehen von dem knistern einzelner Seiten, die umgeblättert wurden oder dem Klackern der Tastaturen der zwei gerade benutzten Computer der Bibliothek war nichts zu hören. Die Ruhe hatte echt etwas Schönes, das man in den Slums selten vernehmen konnte. Irgendetwas oder irgendjemand machte immer Lärm. Fast wäre Saki versucht sich für ein Nickerchen in eine der weniger besuchten Ecken zurück zu ziehen, aber sie ließ es bleiben. Dafür war sie einfach zu oft geschnappt worden und jetzt als Kunoichi Soragakures konnte es dadurch nur noch mehr Probleme geben. Außerdem konnte sie die Kräuteroma nicht allzu lange alleine lassen, ihr Husten hatte sich wieder verschlimmert und Saki hatte der sturen alten Frau Bettruhe verordnet. Etwas, dass sie sicherlich nicht einhalten würde. Auch wenn sie es nie zugeben würde, sie waren sich sehr ähnlich, besonders was ihre Sturheit anging.

    Um die Zeit wenigstens etwas sinnvoll zu nutzen, noch würde sie nämlich nicht nach Hause gehen, zog Saki ein Buch aus dem Regal, das sich mit der Verarbeitung von Kräutern für Medizin, aber auch Gifte befasste. Sicherlich nicht die interessanteste Lektüre, aber wenn es ihr bei der Arbeit half, sowohl im Kräuterladen, als auch den Slums, war es wenigstens keine verschenkte Zeit. Nur im Hintergrund hörte sie das Geräusch der Haupteingangstür schließen. Jemand neues hatte die Bibliothek betreten oder diese verlassen.
     
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  2. Meteki Pakura

    Meteki Pakura Genin

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    „Vierundvierzig Fingerzeichen… vierundvierzig! Wie soll man das Jutsu denn sinnvoll in einem Kampf anwenden, wenn…“ Schon eine ganze Weile suchte Pakura nach einer Möglichkeit, ihre Jutsu sinnvoll und effizient zu nutzen. Aber bei manchen Techniken war dies einfach unglaublich schwer. Das größte Problem stellte in dieser Hinsicht aktuell definitiv das Suiton: Suiryuudan no Jutsu dar, welches mit seiner schier endlosen Kette von Siegelketten unglaublich lange brauchte, bis es mal abgefeuert werden konnte. „Ich muss zugeben, dass ich keine Jutsus kenne, die in der Hinsicht vergleichbar wären.“ sagte Xatu und fügte hinzu: „Ein oder zweimal wurde das Jutsu in meiner Gegenwart eingesetzt und diese Ninja haben ihre Fingerzeichen dermaßen schnell geformt, dass ich mit meinen Augen keine Chance hatte, diese zu erkennen. Vielleicht wäre das auch für dich eine Idee.“ Der ältere Yuudari wusste natürlich ganz genau, wo die Fähigkeiten und Möglichkeiten seines aktuellen Schützlings lagen. Nachdenklich nippte die Meteki an ihrem Kaffee und dachte über den Vorschlag ihres Meisters nach. „Stimmt schon… wenn ich die Geschwindigkeit meiner Fingerzeichen erhöhe ist es vollkommen irrelevant, wie viele ich formen muss.“ Schließlich wechselte der Ausdruck in ihren Augen von nachdenklich zu entschlossen. Manchmal brauchte es einfach nur einen kleinen Anstoß, um ein unüberwindbares Hindernis zu überwinden. „Kennst Du jemanden, den ich nach Tipps fragen kann?“ Der Siebenundfünfzigjährige dachte einen Moment nach und antwortete mit einem leichten Lächeln auf den Lippen: „Also die letzte Person, die mich damit überrascht hat, war deine Mutter. Der Andere war ein Ninja aus … Kumogakure. Aber der wird dir sicher nicht mehr damit helfen können.“ Nun ein wenig enttäuscht blickte das Mädchen auf ihre fast leere Tasse hinab. „Mutter ist aber auf Mission und das dauert gerne mal mehrere Wochen… ich werde wohl in der Bibliothek vorbeischauen müssen. Vielleicht gibt es da Ratgeber oder so.“

    Gesagt getan. Pakura zahlte ihre Rechnung mitsamt eines vertretbaren Trinkgeldes und verabschiedete sich mit Umarmung von ihrem Sensei. Immerhin gehörte Xatu schon quasi zu ihrer Familie, als Großvater ihrer festen Freundin.

    „Verzeihung, ich suche ein Buch darüber, wie ich mich in der Anwendung meiner Fingerzeichen verbessern kann.“ flüsterte das Mädchen zur rüstigen Dame am Schalter der Bibliothek. Diese schaute sie aber nur fragend an und antwortete entschuldigend: „Wie bitte, mein Kind? Du suchst ein Buch darüber, wie man Ginger-Eichen wendet? Davon habe ich noch nie gehört. Was für ein Genre soll das denn sein?“ So ging das noch einige Male weiter, bis die Dame irgendwann leicht errötet antwortete: „Du brauchst nicht so zu brüllen. So nennt ihr jungen Dinger das heutzutage? Andere Seite der Bibliothek, drittes Regal von rechts das oberste Fach. Da gibt es einige Bücher, die dir helfen können. Aber bitte sei leise.“ Genervt und vielleicht ein wenig irritiert bedankte sich die Meteki und ging zu besagtem Regal herüber. Es schien sich um eine Ansammlung sehr alter Bücher zu handeln. Eine dicke Staubschicht lag auf jedem Einzelnen von ihnen und von dem Autor hatte sie auch noch nie gehört. „Icha Icha Paradise… Icha Icha Violence… Icha Icha Tactics… alle von Jiraiya…“ Einen kurzen Blick warf das Mädchen in das Buch und lief kurzerhand knallrot an, mit weit aufgerissenen Augen. „Spinnt die Alte?“