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Dieses Thema im Forum "Shirogakure" wurde erstellt von Michiyo Kumiko, 26. März 2012.

  1. Yamasaru Souta

    Yamasaru Souta Active Member

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    Natürlich erfreute es Souta nicht, dass ein kleiner Junge bedroht wurde und er eingreifen musste. Schlimme Sachen geschahen täglich, das musste sich jeder Held zwangsläufig eingestehen, konnte man nicht einfach verdrängen. Doch genau dafür waren Menschen wie er da. Ihre Aufgabe war es, das Gute auf der Welt Oberhand nehmen zu lassen, sich selbst schlussendlich überflüssig zu machen. Um auf dem richtigen Weg zu bleiben, dieses Ziel eisern zu verfolgen, brauchte man Willenskraft, Motivation und musste vollkommen von seinem Handeln überzeugt sein. Und genau das war Souta. Motiviert war er darüber hinaus alle Mal. Nicht wegen dem, was geschah, sondern deshalb, weil er etwas verändern konnte! Mit unglaublichem Tempo eilte er auf die Beteiligten zu, positionierte sich so, dass er vor dem Opfer stand - darauf achtend, ihn mit seinem riesigen Rucksack nicht zu erschlagen -, mit seinem Körper einem der vermeintlichen Bösewichte zugerichtet. Kurz blickte er zurück, sah das kleine, verängstigte Kind, die Furcht in seinen Augen. Der Shinobi fand es traurig, dass es Menschen gab, die einfach auf einen kleinen Jungen losgingen, doch er lächelte. Er nahm seine Hand, legte sie auf die Schulter des Bestohlenen und strahlte ihn an. Seine Augen schlugen einen großen Bogen. "Keine Sorge, Kleiner! Du hast deine Tasche gleich wieder!", versuchte er ihn zu motivieren,"Dir wird nichts passieren, ich beschütze dich!" Mit einem gestammelten "D-danke..."reagierte der Junge. Überraschung, nahezu Verwunderung lagen in seiner Stimme. Damit, dass ihm jemand helfen würde, hatte er wohl nicht gerechnet. Warum das so war? Das hätte Souta auch nicht gewusst, wenn ihm die besondere Betonung aufgefallen wäre. Stattdessen wandte er sich wieder einem der Älteren zu. Seine Brauen verengten sich, das Lächeln schwand langsam, wich aufeinander gepressten, von Wut zeugenden Lippen. Sein Gesicht drückte Entschlossenheit aus. Er nahm beide Hände hoch, noch immer von seiner schweren Tasche behindert, ging in Kampfstellung. Die Knöchel presste er aufeinander - es war die Affenfaust, die er bildete. Im Kampf hatte sie sich bewährt, und der Shinobi war eindeutig bereit, zu kämpfen. Bis er an etwas erinnert wurde. "Was bist du, Souta? Ein Held oder nur ein Schläger?" Er blickte auf seine Schulter. Wenn er mit Shugo sprach, dann sah er ihn zumindest an. "Du hast Recht!", antwortete er. Es sah absurd aus, wenn ein kleiner, blonder Junge in Mitten von fünf Menschen mit einem Kleidungsstück sprach, aber... nein, das war es auch. Doch durch den Einwurf des Mantels wurde ihm gerade klar, dass es seine Pflicht war, sich sicher zu sein. Zu erfahren, ob er auch das richtige tat. So nahm er seine Hände wieder runter und blickte sich um. Besonders die Person, der er zugewendet war, stach heraus. Der Junge schien etwas älter als Souta selbst zu sein,war dafür jedoch viel größer als... war auffällig groß. Er hatte auffällige, lange braune Haare. Wie man so etwas nannte, wusste der Shinobi nicht, ihm fehlte schlichtweg der Wortschatz, um es zu beschreiben. Manche hielten ihn allein durch seinen Haarschnitt wohl für einen zwielichtigen Genossen, doch auf Souta schindete es eher Eindruck. "Coole Frisur..", flüsterte er eher zu sich selbst, als mit seinem Gegenüber zu reden. Doch da fiel ihm auf, dass der Unbekannte gerade in der Tasche kramte, sich erdreistete, vor seinen Augen mögliches Diebesgut zu durchsuchen. "Halt!", mit dem Finger zeigte er er ihm ins Gesicht. "Hör auf damit und erklär mir, was hier los ist! Wenn du und die anderen unschuldig sind, passiert euch nichts!" Mutig oder dumm?
     
  2. Okamura Kano

    Okamura Kano New Member

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    Mit einem leichten Kopfschütteln durchwühlte Kano die Tasche des kleinen Jungen. Der Genin war kein Bösewicht. Sein drei Freunde genauso wenig. Und doch standen sie um den winzigen Fratzke im Kreis herum, hatten ihm sein Hab und Gut entrissen und durchsuchten es. Geld, Pausenbrot?
    „Bist du sicher, dass er das Zeug da rein gesteckt hat?“
    „Ja, bin ich! Da bin ich mir ganz sicher!“, erwiderte Shen und Kano schleuderte ihm einfach die Tasche entgegen. Sollte er doch suchen, wenn er sich so sicher war! Dann geschah allerdings etwas, das Kano so in der Form nicht auf dem Zettel hatte. Mit hochgezogener Augenbraue und deutlich sichtbarer Verwirrung im Gesicht, begutachtete er den kleinen Blondschopf, der sich da heldenmäßig in die Mitte des Kreises warf um... was genau zu tun? Den Jungen zu beschützen? Kano verstand nicht so richtig, bis Souta den Mund aufmachte – der klappte Kano dann in dem Moment auch beinahe herunter.
    „Alter, meint der das ernst?“
    „Denke schon.“
    „Vermutlich.“
    „Die Jugend von Heute...“
    „Halt die Klappe, Amira.“
    Dann begab sich dieser Blondschopf sogar noch in Kampfstellung! Hatte Kano irgend etwas verpasst oder war die Welt heute vollkommen verrückt geworden? Es wäre ja eigentlich witzig gewesen, aber die Ernsthaftigkeit auf Soutas Gesicht sorgte dafür, dass Kano nicht sofort in Lachen ausbrach. Dass er den viel kleineren Kerl allerdings nicht so wirklich ernst nahm oder ihn gar als Bedrohung ansah, das war offensichtlich.
    „Was genau wir-“
    „Du hast Recht!“
    Kano blinzelte. Er hatte keinen blassen Schimmer, was da vor seinen Augen abging. Quatschte der Typ mit der Luft neben ihm?
    „Mit wem redet der?“
    „Ob der aus der Klapse abgehauen ist?“
    Und dann gab es sogar noch ein Kompliment ob der Frisur. Ja was war denn los bei dem Jungen? Vom merkwürdigen Heldenverschnitt über den aggressiven, irren Jungspund hin zum Fan? Kano verstand nur Bahnhof, kam jedoch nicht dazu, irgendwie zu antworten. Souta schien ganz eindeutig zu wissen, was er wollte. Gerechtigkeit. Antworten. Wer um alles in der Welt sagte, dass er die verdient hatte?
    „Dann passiert uns nichts? Alter, ist das dein ernst, Kumpel?“, fragte Amira ungläubig und auch Kano musste sich ein Prusten verkneifen. Der Typ hatte sie doch nicht mehr alle. An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass Kano eigentlich kein aggressiver junger Mann war. Er provozierte keine Kämpfe, beleidigte keine fremden Menschen und versuchte stets höflich mit seinem Umfeld umzugehen. Gleichzeitig aber schreckte er vor Konfrontationen nicht zurück, vor allem nicht, wenn er in seiner Peer Group unterwegs war. Er sah sich selbst als Alpha-Tier und wenn ein Alpha-Tier blöd von der Seite angemacht wurde, schreckte es nicht zurück sondern stand seinen Mann. Aus diesem Grund würde Kano diesem aufmüpfigen, kleinen Typen auch noch nicht ganz höflich erklären, dass der arme, arme Junge den Supermarkt um die Ecke beklaut hatte. Nein, das wäre viel zu einfach und langweilig.
    „Hm. Wenn du so böse und bedrohlich mit dem Finger auf mich zeigst, bekomme ich es schon mit der Angst zu tun. Da sage ich dir besser, was hier los ist. Ja... was ist hier eigentlich los?“, fragte Kano gespielt und schaute seine Freunde an.
    „Ah, mir ist es wieder eingefallen!“, scherzte er. „Wir hatten suuuper großen Hunger und wollten schauen, ob er etwas Geld oder ein Pausenbrot hat. Oder?“
    „Nein, das war gestern. Den hier wollten wir nackt an eine Fahnenstange hängen.“
    „Was? Ich dachte, dass wir dem Pimpf alle Knochen brechen und ihn dem Kage über den Zaun werfen?“
    „Wir wollen ihn ausweiden und mit toten Babykatzen füllen!“, klinkte sich Anetsu ein und ein bedrücktes Schweigen fiel über die Gruppe.
    „Ernsthaft, Anetsu? Du schießt aber auch echt jedes Mal den Vogel ab.“
    Kano schüttelte nur den Kopf, widmete sich dann aber wieder der blonden Gestalt vor seiner Nase. Genau genommen ging er so weit auf den Jungen zu, bis dieser nur noch zugreifen musste um Kano direkt am Kragen zu packen.
    „Der Pimpf, den du hier so lächerlich versuchst zu verteidigen, hat was gestohlen. Das geht dich aber einen feuchten Dreck an. Du bist weder in der Position, uns zu drohen, noch hast das Recht, Antworten zu verlangen. Deshalb: Verschwinde, Kleiner.“
    Mal ganz ehrlich, wie sonst sollte man auf so einen grenzdebilen Vollidioten reagieren? Der musste doch in irgend einer merkwürdigen Traumwelt leben und Kano war eben nicht der geduldigste Mensch auf diesem Planeten.
     
  3. Yamasaru Souta

    Yamasaru Souta Active Member

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    Der Genin wollte aufklären, herausfinden, was geschehen war. Nur so konnte er die richtige Entscheidung treffen, wusste er, wie er reagieren sollte. Mit der Aussage, dass Souta kein Schläger war, hatte Shugo schließlich Recht. Sinnlose Gewalt war nichts, mit dem er zu tun haben wollte, mit dem er sich preiste. Er konnte sich unter Kontrolle halten, sah es als seine Pflicht an, um so auf dem Weg zu bleiben, den er zu bestreiten wünschte. Doch desto länger er den anderen zuhörte, sich von ihnen provozieren und auslachen ließ, desto schwerer wurde es. Dass sie ihn nicht ernst nahmen, war eine Sache. Damit hatte der Shinobi Erfahrung, davon ließ er sich nicht mehr ganz so schnell wie früher aus der Verfassung bringen. Es ärgerte ihn, die verzogene Miene, die sich in seinem Gesicht formte, unterstrich dies deutlich. Aber ihn dann auch noch zu beleidigen, ging eindeutig zu weit. "Psychiatrie...?", wiederholte er mit den Zähnen knirschend, ungläubig in die Augen des Jungen blickend, der diesen Satz geäußert hatte. Souta verstand nicht, wie man darauf kam, dass er verrückt wäre, sah sein Verhalten als vollkommen normal an. Dass man ihn als einen Irren bezeichnete, leuchtete ihm einfach nicht ein. Die Wortwahl an sich war ihm jedoch egal, lediglich die Absicht dahinter war es, die ihn aufregte. Denn wenn jemand verrückt war, war das seiner Meinung nach nicht schlimm. Solchen Leuten musste man einfach helfen statt sie zu verspotten. Mit ähnlicher Naivität betrachtete er Kanos Rechtfertigung. Fast hätte er geglaubt, was dieser sagte. Dass er hungrig war und deshalb einfach in der Tasche eines anderen nachsah, konnte Souta gut verstehen, tat er doch oft das gleiche. Mit einem nachdenklichen "Oh" quittierte er das Geschehen. Doch als er sich die Situation vor Augen führte, verzog sich sein Gesicht erneut. Ein Junge würde doch nicht einfach zitternd nach Hilfe suchen, wenn ihm keine Gefahr drohte. Und Vertrauen erweckten die respektlosen Jugendlichen schon gar nicht, log ihm deren scheinbarer Anführer auch noch eiskalt ins Gesicht. Für letzteren war es lediglich ein offensichtlicher Scherz, Souta jedoch erkannte Scherze erst, wenn es ausgeschlossen war, dass etwas ernst gemeint sein könnte.

    Brisant wurde es dann schließlich, als sich die Kollegen des Jugendlichen einmischten. Der erste Kommentar ließ sein Gesicht erröten, ihn wütend schnaufen. Der zweite sorgte dann schließlich dafür, dass sich die Hand des Genin langsam wieder verkrampfte, er dabei war, erneut eine Faust zu bilden, er einfach drauf los schlagen wollte. "Was wird das, Souta?", mahnte ihn sein Mantel. Er wusste, dass sich etwas anbahnte, der Blondschopf immer stärkere Probleme damit haben würde, dem aufrechten Pfad zu folgen und nicht vom Wege abzukommen. Doch das war ihm langsam egal. Als sich dann schließlich der dritte meldete, er davon sprach, einen Menschen auszuweiden, ihn mit den Körpern toter Katzenbabys zu füllen, konnte sich der junge Yamasaru nicht mehr zügeln. "Was hast du gesagt, du krankes Schwein?!?" Er meinte es ernst, vollkommen, nahm dabei kein einziges Blatt vor den Mund. "Darüber macht man nicht mal Scherze!", schrie er Anetsu an, war dabei laut und deutlich, hob bedrohlich die Fäuste, um diesem Bastard Manieren beizubringen - so und nicht anders dachte er es in diesem Moment. "Beruhig dich, das darfst du nicht tun! Das bist nicht du." Shugo hatte Recht. Dass er vollkommen aus der Haut fuhr, hieß nicht, dass er eigentlich so war. Doch unzählige Faktoren spielten hier zusammen, die ihm langsam immer stärker den Verstand vernebelten, es ihm gerade einfach nicht ermöglichten, sich so heldenhaft zu benehmen, wie er es eigentlich wollte. Noch war er nunmal kein richtiger Held, sondern jemand, der versuchte, einer zu werden. Ein ganz normaler Mensch mit Fehlern. Als Kano dann schließlich auf ihn zukam, wenige Zentimeter vor dem Blondschopf stehen blieb und diesen ein weiteres mal anlog, wie es schien - Vertrauen hatte Souta nämlich keines mehr in ihn -, machte er es nicht besser. "Verschwinde, Kleiner", war der Satz, der das Fass dann schließlich vollkommen zum überlaufen brachte. Das Wort allein hätte nur für einen süßen Ausrutscher gereicht, so viel auf einmal jedoch ließ ihn immer roter werden, fast schon schäumen. "Ihr beraubt ein kleines Kind", begann er, sich langsam seinen Rucksack abstreifend, ",zeigt keine Scham und benehmt euch ohne jeden Respekt", er fiel zu Boden, wirbelte eine große Wolke aus Staub auf. Erzeuge ein lautes, dumpfes Geräusch, das vom hohen Gewicht der Tasche zeugte. "Wagt es dann sogar, mich anzulügen und zu beleidigen", langsam striff er sich den Mantel ab, legte ihn dann schließlich auf den Boden, sodass er von dem, was folgen würde, nicht betroffen war. "Und dann seht ihr Mord auch noch als etwas ganz normales an, macht einen scheiß Witz darüber, während Kinder und Gefährten ein Leben lang trauern und mit dem Tod ihrer Verwandten auskommen müssen?!?" Hörte man ganz genau hin und deutete man die Signale in seiner Mimik, erkannte man, dass seine Aussage nicht aus der Luft gegriffen, sondern durch eigene Erfahrungen entstanden war. "Und dann beleidigt ihr mich nochmal?!?" Sein rechtes Bein verlagerte sich nach hinten, das linke blieb vorne, verankert im Boden, ihm Halt bietend. Er starrte Kano direkt in die Augen. "Du begibst dich auf einen gefährlichen Pfad! Lass dich nicht einfach von deinen Gefühlen kontrollieren, das endet böse." Shugo hatte Recht, das wusste Souta. Die Worte, die der Mantel von sich gab, waren schließlich dem Genin selbst entsprungen, manifestierten einfach nur sein Unterbewusstsein, weshalb es vollkommen egal war, wo das Kleidungsstück nun lag. Aber dass er Recht hatte.. war Souta egal. Mit einem Eiltempo schoss seine Faust auf das Gesicht des Jugendlichen zu. Er wollte ihm einfach nur weh tun...
     
  4. Okamura Kano

    Okamura Kano New Member

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    *Was geht denn bei dem ab?*, fragte sich Kano vollkommen ernsthaft und musterte Souta latent verwirrt. Im Kopf des groß gewachsenen Genin machte das einfach alles keinen Sinn. Erst hüpfte dieser Typ in die Mitte, bedrohte vier Genin seines eigenen Dorfes und rastete dann aus, wenn man ihn etwas aufzog? Irgendwas stimmte mit dem Typen doch nicht! Kano dachte kurz daran, dass Souta wohl irgendwelche eigenen Erlebnisse verarbeitete und deshalb so auf Ärger getrimmt war – Todesfall in der Familie? Spielte keine Rolle. Anetsu war ein Idiot, daran konnte man nichts ändern. Dass Souta allerdings so eine kurze Leine in Sachen Geduld hatte, war dann schon erstaunlich. Wo war die Selbstbeherrschung? Gut, davon hatte Kano selbst auch kaum welche.
    Als der blonde Genin dann seine Aufmerksamkeit wieder auf K richtete, seufzte dieser bereits im Vorfeld.
    „Oh boy...“
    Während Souta zu Boden ging und sich auf einen Kampf vorbereitete – die merkwürdige Stellung seiner Gliedmaßen zeigte zum Einen, dass er wohl Kampferfahrung hatte und auf keine herkömmliche Art und Weise kämpfte – konnte Kano aber nicht anders, als seine eigenen Worte dem Typen an den Kopf zu werfen.
    „Was glaubst du eigentlich, wer du bist?! Du bedrohst uns und rastest sofort aus – wirfst uns Respektlosigkeit vor, während du sie anscheinend erfunden hast. Heuchlerisches Arschloch.“ Man konnte in Kanos Stimme hören, dass er selbst langsam ziemlich wütend wurde. Kleine Falten bildeten sich um seine Nase, er ließ seinen Nacken knacken und seine Hände formten sich zu Fäusten. Solch unglaubliche Dummheit wie sie ihm gerade in Form von Souta vors Auge trat, regte ihn schlichtweg auf. Leuten etwas vorzuwerfen, was man selbst nicht einhielt... das war Scheinheiligkeit vom Feinsten.
    Als Souta also bereit für einen Angriff war, senkte Kano ein wenig den Kopf und funkelte den den Genin angriffslustig an.
    „Komm her, du Wichser.“, knurrte er und bevor wir jetzt weiter in die eigentlichen Kampfhandlungen eindringen, müssen wir einen kurzen Exkurs machen. Um nämlich zu verstehen, wie und warum Kano kämpfte, musste man sich die Trainingsmethoden des Okamura Clans ansehen. Normalerweise bestand Taijutsu in verschiedenen Stilen aus den gleichen Prinzipien. Vermeide Treffer, indem du ausweichst oder blockst, lande einen eigenen Treffer. Natürlich gab es die unterschiedlichsten Herangehensweisen – manche setzten auf pure Kraft, andere auf unvorhersehbare Bewegungen und dann gab es auch solche, welche die eigene Kraft in fließenden Bewegungen umleiteten.
    Der Okamura Clan war da anders. Trainingsmethode Nummer Eins: Krafttraining. Viel davon. Sehr. Viel. Davon. Nummer Zwei: Abhärtung. Ob man nun gegen Holz- oder Steinwände einprügelte war egal, doch die Knochen eines Okamura mussten hart wie Stahl werden und jeder Belastung Stand halten. So zumindest lautete das Ziel des Ganzen. Nummer Drei: Sich schlagen lassen. So richtig. Dabei stellte sich ein Okamura mit ausgebreiteten Armen hin und seine Clanmitglieder schlugen ihm gezielt und wiederholt in Magen, Nieren, Rippen oder direkt ins Gesicht. Für einen Okamura musste Schmerz zum Alltag werden – er durfte im Angesicht einer herannahenden Faust nicht zucken, nicht blinzeln. Er musste Lächeln und seine Möglichkeit wahrnehmen – ohne zu zögern!
    Aus diesem Grund wich Kano nicht aus. Er machte nicht einmal den Versuch, den Treffer irgendwie zu negieren oder abzuschwächen. Er würde ihn direkt mit dem Gesicht abblocken – wie es sich gehörte. Seine rechte Faust würde allerdings gleichzeitig im Gesicht Soutas einschlagen wie eine Bombe. Der Junge war deutlich kleiner und hatte eine geringere Reichweite – alles Faktoren, die Kano favorisierten.
    Als Soutas Faust als herannahte, drehte K seinen Kopf ein wenig um den Schlag mit dem Wangenknochen aufzunehmen, drehte seinen Oberkörper ein wenig um mehr Wucht in seinen Schlag legen zu können und ließ diesen direkt auf Soutas nerviges Gesicht zuschießen. Tûsu to Me nannte sich diese Technik.
    Dieser Kampf war jetzt schon sehr emotional – beide Seiten waren aufgebracht und wütend. Kano hatte damit kein Problem, ging er doch prinzipiell in jedem Kampf davon aus, dass er mehr einstecken und stärker austeilen konnte als sein Gegner.
    Kanos Freunde sollten sich raushalten. Sie wussten, dass K seine Kämpfe alleine in Angriff nahm und sie sich nicht einmischen sollten – also taten sie es auch nicht.
     
  5. Yamasaru Souta

    Yamasaru Souta Active Member

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    Kano hatte Recht. Gewissermaßen war Souta scheinheilig, wenn es den Respekt betraf. Er selbst benahm sich respektvoll, das jedoch nur, wenn es ihm die anderen gleich taten. Also verlangte er etwas im Austausch dafür. Geben und Nehmen, ein einfaches Prinzip. War jemand unfreundlich zu ihm - Souta sah das Verhalten der Jugendlichen bereits als Extrembeispiel an, was seinen naiven Moralvorstellungen gleichermaßen wie der Tatsache, dass er sie für lügende Verbrecher hielt, zu verschulden war -, kam entsprechendes zurück. Sich seinem Gegner jedoch erklären? Dafür blieb in einem Schlagabtausch keine Zeit. Dass sein Widersacher nicht versuchte, dem Angriff auszuweichen oder ihn zumindest abzuwehren, erstaunte Souta. Er hatte dem Jungen Kampferfahrung zugesprochen, von dieser zeigte er zu dem Zeitpunkt jedoch noch keine. Erst als die Kraft, die der Blondschopf in seine Faust gelegt hatte, langsam nachließ, merkte er, wie stark er sich verschätzte. Souta hatte seine Attacke nicht etwa selbst abgebrochen, daran würde er in einem Zustand solcher Wut nicht einmal denken. Stattdessen war es die Faust seines Gegners, die in sein eigenes Gesicht schoss.
    Der Genin konnte Kanos Wange lediglich streifen, als er selbst nach hinten geschleudert und von den Beinen gefegt wurde. Er war schnell, der braunhaarige jedoch einfach zu groß. Darüber hinaus auch noch stärker als der Jüngere. Der Angriff hatte Soutas Lippe aufgeschlagen, Blut von ihr herunter fließen lassen. Es brannte, doch noch befand er sich im Flug, konnte er sich nicht darum kümmern. Seine Hände mussten das Gewicht verlagern, schließlich den Boden berühren, sein Körper hingegen die richtige Position einnehmen. Eine Rückwärtsrolle war das richtige, um den Sturz abzudämpfen, direkt weitermachen zu können. Unterkriegen ließ er sich nämlich nicht so leicht. Doch er hatte einen Fehler gemacht, seine Umgebung nicht gut genug eingeschätzt. So fiel er auf den Rucksack, welchen er gerade abgeworfen hatte, verlor dadurch kostbare Zeit. Natürlich wurde er stärker abgefedert, als wenn er auf den harten Boden geknallt wäre, doch ein nahtloses, schnelles Übergehen in eine weitere Aktion war nicht mehr möglich, somit eine wichtige Komponente seines Kampfstils ausgeschaltet. Sein Kopf schmerzte und seine Orientierung hatte durch den Schlag gelitten, dennoch richtete er sich selbstbewusst wieder auf, seinem Gegner in die Augen blickend. Mit dem Arm wischte er sich das Blut aus dem Gesicht. Zwar würde das Brennen noch eine Weile anhalten, doch wenigstens der unangenehme Geschmack des Blutes nicht auf seinen Lippen verweilen. Er blickte sich um, sah hinter ihm den kleinen Jungen stehen, daneben noch immer die Freunde Kanos. Sie mischten sich nicht ein, das erkannte er, schienen dem Unschuldigen nichts zu tun, zumindest solange der Kampf nicht vorrüber war. Er war nicht in Gefahr, was Souta ungemein beruhigte. Sich wieder dem Anführer der Gruppe zuwendend, erinnerte er sich an die Frage, die dieser kurz zuvor gestellt hatte. "Ich bin Souta!", verkündete er stolz. Der Ausdruck in seinem Gesicht begann sich langsam zu ändern. "Und ich bin hier, um die Unschuldigen vor Leuten wie euch zu beschützen!" Es war fast schon Freude, die man in seinem bissigen Lächeln erkennen konnte. Natürlich wusste er, dass er es mit Kriminellen zu tun hatte. Doch der Gedanke, jemanden zu verteidigen und gleichzeitig noch einen guten Kampf geliefert zu bekommen - denn danach sah es aus - gefiel ihm. Sympathisiert hatte er mit seinem Gegner deshalb noch lange nicht. Das stellte er unter Beweis, als er seine eigene Geschwindigkeit ausnutze, um sich vom Rucksack abzudrücken und das Kyōryoku na Chōyaku einzusetzen. Ein hoher Sprung über den Widersacher - dessen Größe machte aufgrund der Sprungkraft, mit der der Angriff ausgeführt wurde, keinen Unterschied -, woraufhin ein starker Tritt mit beiden Beinen ins Gesicht folgen würde. Mit dem Körper würde er als zusätzliches Gewicht notfalls nachhelfen, um seinen Gegner zu Boden zu drücken, so oder so aber abspringen, um sich etwas Platz für den weiteren Konflikt zu verschaffen. Souta war sich eines Treffers sicher, doch ob diese Sicherheit begründet war, würde sich zeigen.
     
  6. Okamura Kano

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    Für einen Taijutsuka war es ein schönes Gefühl, einen Treffer zu landen. Mit der Zeit entwickelte man auch ein Gespür dafür, wie schwer man den Gegner getroffen hatte, was für Verletzungen der eigene Schlag nach sich zog und ob vielleicht auch etwas gebrochen war. Kano spürte die Mischung aus Kiefer, Lippen und Zähnen auf seiner Faust und wusste, dass Souta Schmerzen haben würde. Doch selbst Anetsu hätte er damit vermutlich nicht ausknocken können – dass ein geübter Nahkämpfer wie Souta sich das Blut einfach nur abwischte, war also zu erwarten.
    Das leichte Brennen auf seiner eigenen Wange ignorierte er einfach – nicht einmal richtig erwischt worden war er. Kano konnte nur wütend den Kopf schütteln. Unschuldige Menschen vor Leuten wie ihm beschützen? Was dachte Souta? Dass die Gruppe der vier Genin hier tatsächlich jeden Tag kleinen Schülern auflauerte und sie ausnahm? Entweder fehlte ihm tatsächlich jede Spur von Humor, er war rotzedoof oder suchte nur eine Ausrede um sich prügeln zu können. Kano war das alles recht. Er würde mit Souta den Boden aufwischen.
    Wütend, wie er auf den ignoranten, kleinen Mistkerl war, griff Kano sogar auf eine Technik zurück, die er normalerweise nicht in einfachen Trainingskämpfen benutzte. Die Verletzungsgefahr war zu groß für seinen Partner – doch das war ihm im Moment ziemlich egal. Souta war nicht sein Partner und wenn er ihm Schmerzen oder Verletzungen zufügen würde, war es eben so. Er hatte drei Zeugen neben sich, die bezeugen konnten, dass der blonde Genin das Ganze gestartet hatte.
    Kano leitete Chakra in seine rechte Hand, genauer gesagt in seine Fingerknochen. Er besaß nämlich die einzigartige Fähigkeit, seine eigenen Knochen als Waffen benutzen zu können. Genau das tat er nun. Aus seiner Faust traten vier weiße Spitzen heraus, die bis zu einer Länge von zwei Zentimetern wuchsen. Der Vorgang verlief schnell und unauffällig, würde jedoch seine Wirkung noch entfalten. In wenigen Sekunden sogar, denn Souta setzte zu einem erneuten Angriff an. Kano rechnete damit, wieder frontal attackiert zu werden, doch stattdessen katapultierte sich der kleine Genin regelrecht in die Luft.
    „Was ne Sprungkraft!“, entwich es Anetsu, doch Kano hörte ihn nicht. Souta stieg höher und höher und als er seine Beine zur Vorbereitung eines kräftigen Dropkicks anzog, wartete Kano noch einen winzigen Moment und riss dann seine Faust seitlich empor. Soutas Beine fuhren aus der Luft herab – direkt auf Kanos Stirn. Der gewaltige Ruck zuckte durch Ks Körper und sein Kopf wurde nach hinten gerissen – doch damit hatte er gerechnet. Das war eine der ersten Lektionen, die ein Okamura im Kampf lernen musste. Wenn man getroffen wurde, tat es nicht nur weh, sondern man verlor für eine kurze Zeit die Kontrolle über einen kleinen Bereich des eigenen Körpers – manchmal auch über den gesamten. Es erforderte viele Jahre des Trainings, in so einer Situation trotzdem noch seinen eigenen Angriff mit voller Wucht durchziehen zu können – und das tat Kano auch. Während sein Denkzentrum also regelrecht nach hinten gerissen wurde, krachte seine Faust gegen den Fußknöchel Soutas und schob die Beine des jungen Genin einfach zur Seite weg. Mit einem masochistischen Grinsen quittierte Kano das Gefühl der aufeinander treffenden Knochen. Mit etwas Glück hatte er dem Typen gerade den Knöchel gesplittert – wahrscheinlicher war zwar eine oberflächliche Verletzung wie eine offene Wunde oder eine Verstauchung, doch es gab immer einen gewissen Glücks-Faktor.
    Der Boden kam näher und Kano war wenigstens noch geistesgegenwärtig genug um den Kopf ein wenig zur Brust zu ziehen und den Oberkörper zu drehen, damit er nicht mit Hinterkopf und Wirbelsäule auf den harten Steinboden krachte. Trotzdem: Es tat weh. Kano war nicht der Gelenkigste und wog eine ganze Menge – es war also in etwa so, als würde man eine riesige Statue umwerfen. Sie krachte schwerfällig auf den Boden.
    Mit brummendem Kopf und schmerzendem Rücken richtete sich Kano aber so schnell wie möglich wieder auf, indem er sich einfach mit seinen Händen vom Boden abstieß. Genau das hatte er trainiert. Genau das nahm er in Kauf. Auge um Auge. Zahn um Zahn. Seine hellgrünen Augen fixierten den blonden Genin und er streckte Souta seine beiden Fäuste entgegen. Mit dem Nakkuru Suru sorgte er dafür, dass der knöcherne Schlagring auch aus seiner linken Hand heraustrat.
    „Noroi no Hone.“, erklärte Kano. „Meine Knochen sind hart wie Stahl.“ Lüge. Irgendwann vielleicht mal. „Du kannst mich mit deinen Angriffen nicht verletzen.“ Ebenso Lüge. Es würde Souta vielleicht schwerer fallen als bei anderen Gegnern, doch unmöglich war das ganz und gar nicht. „Während ich dir jeden einzelnen Knochen in deinem Körper brechen kann.“ Das zumindest stimmte, sollte die Situation es zulassen. Doch das war nicht der Grund, weshalb Kano angefangen hatte, etwas zu sagen. Er hatte Souta weh getan. Die Lippe des Genin blutete und sein Knöchel dürfte ebenfalls gewaltige Probleme machen. Jetzt wollte Kano vor allem eines: Dass sich der blonde Junge schlecht fühlte. Deshalb blickte Kano den kleinen Pimpf an, dessen Tasche sich immer noch in Anetsus Händen befand. Amira schaute ein wenig vorwurfsvoll. Der wusste nämlich genau, dass Kanos Knochen eine Waffe waren, mit der man nicht spaßen sollte.
    „Du! Entweder sagst du deinem ach so tollen Retter die Wahrheit-“ Nun richtete Kano den Blick wieder auf Souta. „oder ich stampfe ihn hier und jetzt in Grund und Boden.“
    Würde der Kleine die Wahrheit sagen? Seinen Diebstahl aufklären? Wenn ja, wie würde sich Souta dann fühlen? So oder so: Kano war bereit für was auch immer als nächstes geschehen würde.
     
  7. Yamasaru Souta

    Yamasaru Souta Active Member

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    Der Dropkick war ein voller Treffer, der Gegenangriff jedoch auch nicht zu unterschätzen. Kano hatte genug Kraft in seinen Schlag gesetzt, um Souta die Beine vollkommen wegzureißen, ihm für einen kurzen Moment das Gleichgewicht zu nehmen und zu Boden zu werfen. Doch der blonde Genin wäre kein Yamasaru, wenn er dafür nicht die richtige Antwort parat hätte. Beim letzten Mal war das Glück nicht auf seiner Seite, jetzt hingegen konnte er sich erfolgreich abrollen, einen schmerzhaften Aufprall auf dem Stein verhindern und sich aufrichten.. Ehe er ein starkes Stechen in seinem Fuß vernahm, sich kaum richtig halten konnte. Er blickte nach unten, sah, was geschehen war. Dass an Kanos Angriff etwas komisch war, hatte er gespürt, der Treffer fühlte sich nicht an, wie er es eigentlich sollte. Inzwischen hatte der Taijutsuka schon genug eingesteckt und an Erfahrung gesammelt, um das zu wissen. Aus seinem Fuß trat Blut, ein unangenehmes Brennen, dem der Lippe nicht besonders unähnlich, breitete sich aus. Die Lederstiefel hatten ihn gerade vor ernsthaften Konsequenzen gerettet, den Stich zumindest so stark abgeschwächt, dass er nur noch schmerzhaft war. Der Preis dafür? Deren Zerstörung. Sie waren unbrauchbar und nicht mehr nützlich, durchlöchert und boten keinen Schutz mehr. Doch das richtige Problem war ein anderes. Der Stich - es musste einer gewesen sein, auch wenn Souta nicht wusste, woher er kam - trug keine Schuld am Unvermögen des Shinobis, seine Kampfstellung richtig einzuhalten. Kanos Schlag war stark und gut gezielt, hatte den Fuß des Genins so hart getroffen, dass er ihn verstauchte. Von nun an konnte er nicht mehr so hoch springen, waren Manöver, die auf dem linken Bein basierten, eingeschränkt.
    Während Kano endlich seine Waffe zeigte, war Souta gerade damit beschäftigt, sich des Stiefels zu entledigen. Der eine hatte seinen Dienst getan, musste entfernt werden, da das Leder ab und zu die Wunde berührte, höllisch auf ihr brannte. Den anderen zog er nicht aus, das war nicht nötig. Höhenunterschied zwischen seinen Beinen? Fehlanzeige, das eine würde so oder so nicht effektiv nutzen, nur selten sollte es den Boden berühren. Er war ein Yamasaru, und als solcher konnte er auch mit einem Bein wunderbar die Balance halten und kämpfen, das wollte er jetzt unter Beweis stellen. Mit einem Blick zu seinem Widersacher fiel ihm dann schließlich auf, was genau die Schnitte verursacht hatte, die seinen Fuß in Rot hüllten. "Noro no Hone?", wiederholte Souta. Das sagte ihm nichts. Umso erstaunter war er, als er schließlich vollkommen verstand, was aus der Hand seines Gegners gewachsen war."Knochen?...", der Blondschopf war leicht zu beeindrucken, das stellte er selbst in den undenkbarsten Momenten unter Beweis. "Wow! Kann ich das auch?", fragte er, ehe er sich wieder ins Gedächtnis rief, dass er es mit einem gefährlichen Bösewicht zu tun hatte. Doch erstaunlich waren seine Knochen schon. Sie waren nicht nur scharf, sondern besaßen tatsächlich die Härte von Stahl, waren vollkommen unzerstörbar, wie Kano behauptete. Souta war geneigt, dieser Aussage Glauben zu schenken, etwas, wofür ihn sein Großvater wohl von einer Klippe geworfen hätte. Als erfahrener Taijutsuka hätte er die Signale deuten müssen, die eine andere Sprache sprachen. Der großgewachsene Jugendliche hatte sein Gesicht gedreht, um den Schlag abzufangen, sich selbst zur Seite gerollt, als er zu Boden knallen drohte. Keine Taten eines Unverwundbaren, das wussten Kleinkinder. Er hingegen glaubte, dass die Aussage wahr war. Fast. "Dann muss ich mir halt mehr Mühe geben!", antwortete er enthusiastisch lächelnd. Ein unzerstörbarer Gegner? Was gab es besseres, an dem man reifen konnte?
    Gerade wollte er sich wieder in Kampfstellung begeben, als erster angreifen, um zu beweisen, dass er den Stil seines Gegners noch immer nicht verstanden hatte, als sich dieser an den kleinen Jungen wandte. „Du! Entweder sagst du deinem ach so tollen Retter die Wahrheit, oder ich stampfe ihn hier und jetzt in Grund und Boden.“ Die Aussage verunsicherte Souta. Es war nicht die Angst vor einem sich viel zu stark überschätzenden Gegner, sondern davor, möglicherweise doch Unrechtes getan zu haben. "Könnte es sein, dass der Junge wirklich ein Ladendieb war?" "Nein, hast du nicht gehört, was sie gesagt haben?" Selbstgespräche mit einem Kleidungsstück, erneut durften die anderen dieses Schauspiel betrachten. "Und wenn das wirklich nur Scherze waren?" "Sie haben sich wie Kriminelle verhalten und benommen..." "Möglicherweise sind sie einfach ein wenig respektlos und warst du es, der sie provoziert hat." "Nein, habe ich nicht!", stritt er diese Aussage ab, während er langsam zu glauben begann, was Shugo ihm sagte. Der kleine Junge war still, konnte die Zeit dazu nutzen, sich eine passende Antwort auf Kanos Frage zu überlegen. Nachdem er die Verwirrtheit über die mögliche Geistesgestörtheit Soutas abgelegt hatte. "Außerdem spricht es doch für sie, dass ihr Anführer einfach so scharfe Waffen nutzt und ein anderer kaltblütig Witze über Mord macht." Zwei Seiten prallten aufeinander. Die, die ihre Unschuld und die, die ihre Schuld zu beweisen versuchte. "Gute Menschen verhalten sich nicht so, Shugo.", nannte er nun endlich den Namen seines Begleiters, die ganze Zeit auf den Mantel blickend. Die Unsicherheit konnte man ihm inzwischen im Gesicht ansehen. "Du hast sie vorschnell verurteilt. Wenn du ein Held sein willst, dann urteile gerecht. Nicht aus deinem Bauchgefühl heraus" Ein Versuch, herauszufinden, ob er sich irrte. Nicht mehr. Nicht, dass er sich noch von Kano und seinen Freunden anlügen ließe. Oder log etwa der kleine Junge? Woher sollte Souta das wissen, prallten doch beide Seiten aufeinander und gab es für nichts Beweise. Seine Augen wanderten zum Jungen, dessen Tasche im Besitz Anetsus war. "Hast du wirklich geklaut?" Inzwischen musste er sich eine Antwort überlegt haben, vielleicht sogar eine Geschichte, um alles zu rechtfertigen, oder er sagte einfach nur, dass Kano Unrecht hatte. Trugschluss.. Eine Kurzschlussreaktion folgte.. und der Junge versuchte, aus dem Kreis auszubrechen, um zu fliehen...
     
  8. Okamura Kano

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    Kano stand nur mit offenem Mund da und schüttelte den Kopf. So jemand wurde in den Dienst Shirogakures gestellt? Ein Kerl, der mit... seinem Mantel quatschte? Der Genin fragte sich an der Stelle, wie Shirogakure sich jemals in einem Krieg hatte behaupten können, wenn Typen wie der da die Frontlinie bildeten. Wobei, vielleicht gab er ja ganz gutes Kanonenfutter ab. Dass er aber nicht einmal ein Kekkei Genkai erkannte, wenn er es vor der Nase hatte, ließ Kano sogar daran zweifeln.
    „Shen!“, sagte Kano und der sich davon stehlende Junge wurde einfach von besagtem Shen am Kraken gepackt.
    „Nicht so schnell, Freundchen.“ Zärtlich war etwas anderes. Ob Souta deswegen wieder austicken würde? Ein großer, böser Typ hatte schließlich gerade die Kleidung eines armen, unschuldigen Ladendiebes zerknittert! GNAAAARGH! Mut und Kraft der Gerechtigkeit möge diesen Bösewicht strafen!
    „Anetsu, gib den Rucksack her. Du findest doch nichtmal deine eigenen Füße, wenn es drauf ankommt.“, sagte Amira und riss seinem Kumpel das gute Stück einfach aus den Händen. Er wühlte ein wenig herum und zog dann, mit einem vorwurfsvollen Blick auf Anetsu, vier neue CDs heraus. Dann ging er zu dem kleinen Jungen und hielt sie ihm unter die Nase.
    „D-D-d-d-d-d-d-d-d-d-d-d-d-d-...“, begann der Kleine zu wimmern, aber Amira klopfte ihm einfach nur mit den CDs auf den Kopf.
    „D-d-d-d-d-d-d-du verschwindest jetzt, sonst schleifen wir dich zur Polizei und sorgen dafür, dass du dein Leben hinter Gittern verbringst!“, scherzte der Schlagzeuger und grinste bespaßt, als sich der kleine Junge mit seinem Rucksack sofort aus dem Staub machte – allerdings nicht, ohne sich vorher noch wenig einzunässen.
    „Tadaaa.“, schaltete sich Kano nun wieder ein und schaute Souta ein wenig mitleidig an. Es war allerdings Amira, der sich jetzt Gehör verschaffte.
    „Jetzt zu dir, du Vollidiot.“, begann er und deutete auf den blonden Genin. „Du stresst uns an, mischt dich in fremde Angelegenheiten ein, bedrohst uns und greifst dann tatsächlich auch noch K an? Ist dir klar, dass du vier Genin deines eigenen Dorfes gerade als Kriminelle hinstellen wolltest? Oder hat dir das dein toller Mantel geflüstert, Baka?“, fuhr Amira Souta an. Es war Anetsu, der dümmlich grinste und seinen Kumpel sogar anfeuerte. Kano hielt sich raus, aus seiner Mimik wurde allerdings deutlich, dass er die Meinung seines besten Freundes teilte.
    „Ich hab echt die Schnauze voll von so verrückten Lackaffen wie dir! Du hast keine Ahnung, was du machst, bist vollkommen durchgeknallt und so Typen wie du sollen unser Dorf beschützen? Du bist echt ne Schande für Shirogakure. Ich würde es ja echt gern sehen, wie Kano dir deinen Arsch jetzt vollkommen aufreißt, aber im Gegensatz zu dir greifen wir keine Kameraden ohne Grund an!“
    „Du hast jetzt die Chance, einfach wegzulaufen. An deiner Stelle würde ich sie nutzen, Kleiner.“, ergänzte Kano und ließ seinen Nacken mal wieder spielerisch knacken. Ob Souta nach diesen harten Worten Amiras doch noch einmal in den Angriff übergehen wollte? Wer wusste schon, was so ein verrückter Kopf anstellen würde? Es war eine Frage des Stolzes. Der Ehre. Doch hatte Souta davon überhaupt noch welche? Denn auch wenn das Gesagte überzogen und bösartig formuliert war, eine Spur Wahrheit lag darin vergraben.
     
  9. Yamasaru Souta

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    Soutas Gesicht verharrte regungslos. Es war nicht mehr Wut, die sich in seinen Augen spiegelte. Es war Verachtung. Eine Emotion, die ihm nicht hätte fremder sein können, sich in diesem Moment jedoch vollkommen richtig anfühlte. Amira, nein, die ganze Gruppe hatte nichts anderes verdient. Ja, der Junge war ein Dieb, das sah der Blondschopf ein, dennoch rechtfertigte dies keine der Handlungen, die von den Jugendlichen begangen wurde. Schon gar nicht das, was der Schlagzeuger sich erlaubte, in den Mund zu nehmen. "Ihr wollt Shinobi sein?" Das konnte er nicht glauben. "Shinobi schubsen kein kleines Kind herum, ärgern es nicht, nur weil sie Spaß daran haben." Vorwürfe würden folgen, viele. "Er hat etwas geklaut, das heißt aber nicht, dass man dafür sorgen muss, dass er sich verstört in die Hosen pisst!" Natürlich tat der Kleine Unrechtes, hatte gelogen und somit das Vertrauen des Genins missbraucht. Gewissermaßen konnte er dieses Verhalten jedoch nachvollziehen, handelte es sich doch schließlich nur um einen 7-jährigen. "Ihr habt ihn traumatisiert, statt ihm zu helfen sich zu bessern. Das ist armselig." Freundliche Worte konnten sie nicht mehr erwarten. Ob sie offiziell den Shinobi-Titel trugen, war ihm egal, für ihn waren sie nur noch Abschaum. "Und wisst ihr, was richtige Shinobi ebenfalls nicht tun? Sie machen keine Witze darüber, wie sie andere kaltblütig und bestialisch ausweiden... während es eigentlich ihre Aufgabe ist, die Einwohner dieses Dorfes mit ihrem Leben zu verteidigen! Ich werde mich immer schützend vor die Schwachen stellen, ihr hingegen lungert herum und schikaniert sie!" Er blickte Amira tief in die Augen, schüttelte den Kopf. Aus Wut wurde Verachtung, aus dieser schließlich richtiger Hass. "Ihr könntet niemals meine Kameraden sein!" Langsam bewegten sich seine Beine, der freie Fuß nur langsam auf dem Boden aufsetzend. Weder war er gebrochen, noch das Gelenk herausgekugelt. Wenn er wollte, konnte er sich bewegen, nur nicht schnell. Auf dem Weg zu seinem Rucksack - Souta wusste genau, was er nun wollte - setzte er seine Stellungnahme fort. "Ich habe mich geirrt, als ich euch verdächtigt habe", begann er zwar, hatte jedoch keinesfalls vor, nun um Verzeihung zu bitten. Sein Satz schlug in eine andere Richtung aus. "und hätte mich sogar entschuldigt. Wir hätten das alles friedlich lösen können... Doch schon mit euren ersten Worten habt ihr gezeigt, dass ihr daran nicht interessiert, ihr wirklich nur ein Haufen ehemaliger Schulhof-Tyrannen seid. Was ihr wollt, ist Ärger." Soutas Hand wanderte zum Reißverschluss, ihn langsam öffnend und den Inhalt des großen Rucksacks freigebend. Er war mit vielen Sachen gefüllt, der Großteil davon unnütz und nicht zu gebrauchen. Doch als die Finger langsam das harte Holz umschlossen, einen festen Griff um dieses bildeten, hatte er gefunden, was er suchte. Es war ein langer, roter Stock, den der Genin aus der Tasche zog. Ein Bo, mit dieser Waffe kannte er sich aus. Ein paar Schritte ging er nach hinten, nicht, um etwa wegzurennen, sondern um alle Vier im Blick zu haben. Der eine Arm glitt zum unteren Ende, der andere war etwas weiter als mittig angesiedelt. Ähnlich sah es bei den Beinen aus, von denen das noch brauchbare weit vorne und das eingeschränkte hinten stand. Es war ein Moment der absoluten Klarheit, einer der wenigen, in denen Souta verstand. Er würde sich nicht von seiner Wut, sondern seiner Erfahrung leiten lassen. Kano anzugreifen brachte nichts, der Blondschopf würde auf einen Angriff warten, eventuell ausweichen oder zuerst zuschlagen. Sich, wie es ihm gelehrt wurde, nicht treffen lassen. Seine höhere Geschwindigkeit und Genauigkeit mussten endlich zum Einsatz kommen... "Wenn ihr eure Chance, wegzulaufen, nicht nutzen wollt, könnt ihr ihn alle jetzt haben!"
     
  10. Okamura Kano

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    Die Dynamik der hier anwesenden Gruppe war an den meisten Tagen ziemlich klar. Kano führte die Truppe an, Amira agierte als second-in-command, Shen war der solide Kumpel und Anetsu wurde hinterhergezogen. Fakt war allerdings auch, dass Kano eher der handelnde Typ Mensch war. Er war laut, selbstbewusst, stand für sich und seine Freunde ein und war in dieser Hinsicht sehr direkt. Amira war da etwas anders. Er war der Kerl, der in der Akademie ständig Bestnoten schrieb ohne zu lernen, mehr wusste, als man es ihm zutraute und allgemein viel mehr nachdachte als es den Anschein hatte. Das war auch der Grund, weshalb Kano nicht einmal versuchte, seinen besten Freund zurückzuhalten, wenn der mal in einen Redeschwall kam – das passierte nämlich nicht so oft.
    K wollte Souta gerade einfach nur so richtig schön ins Gesicht schlagen. Die Nase brechen oder so etwas. Nichts allzu ernstes, aber schön schmerzhaftes. Amira jedoch war deutlich mehr an der Person dahinter interessiert.
    „Sorry, K, aber ich will wissen, ob der Idiot zur Einsicht fähig ist.“, erklärte er und machte zwei Schritte auf Souta zu. Der hatte inzwischen einen großen, roten Kampfstab aus seiner Tasche gezogen und machte sich trotz Knöchel-Verletzung bereit, gegen vier Genin anzutreten.
    *Eins muss man ihm lassen: Der Typ hat Eier.*, dachte Kano. Dummheit gemischt mit einer gehörigen Prise Mut hatte oft diese Folge. Was Amira nun vor hatte, waren Erklärungen. Über seine eigenen Handlungen und die Soutas – denn, wie bereits erwähnt, bemerkte der Kerl einfach viel zu viel.
    „So, jetzt hör mal zu, Freundchen. Du springst von einer Schlussfolgerung zur Nächsten und jede Einzelne davon ist falsch. Weißt du warum wir den Jungen herumgeschubst haben? Weil er seinen Rucksack nicht hergeben wollte. Das hatte nichts mit Spaß zu tun, sondern damit, dass wir Genin dieses Dorfes sind und es unsere Aufgabe ist, für Gerechtigkeit zu sorgen. Wir machen das eben ohne Fäuste.“, fuhr Amira fort. Trotz der Erklärungen war seine Tonlage latent aggressiv und seine Körperhaltung deutete Kampfhandlungen an. „Genauso hast du keine Ahnung, warum ich den Jungen zum Weinen gebracht habe, nicht? Weil es mir Spaß gemacht hat? Sorry, aber wie bescheuert bist du denn?! Das nennt sich Konditionierung, du Depp! Jetzt hat er solche Angst vor Diebstahl und den Folgen, dass er vermutlich nie wieder etwas klauen wird. Und jetzt kommt die Höhe: Du machst uns für Anetsus Witze verantwortlich, nur weil du jemanden verloren hast? Zugegeben, er weiß die meiste Zeit nicht, was er sagen soll und was besser nicht, aber man kann sich trotzdem auf ihn verlassen, komme was da wolle! Während du dich schützend vor die Schwachen stellst, auch wenn sie es sind, die Unrecht getan haben. Wo ist deine Integrität?!“, bellte Amira dem blonden Genin entgegen und schien endlich am Ende seiner Rede angekommen zu sein. Zeit für Kano, sich Souta etwas weiter zu nähern. Er rechnete fest damit, dass dieser Kampf nicht gelaufen war, sondern dass Souta jetzt gleich gemeinsam der Arsch aufgerissen wurde. Fakt war allerdings, dass K einen hochgradig passiven Kampfstil beherrschte, der darauf aufbaute, attackiert zu werden. Wenn der Gegner einfach nur mit einem Stock in der Hand herum stand, war diese Taktik aber ziemlich ausgehebelt.
    „Sei doch mal ehrlich zu dir selber, Mann! Wir suchen keinen Ärger, sondern du. Willst irgendwie deine Prinzipien verteidigen oder so etwas und nimmst es dafür sogar in Kauf, gegen vier Genin zu kämpfen – das ist bescheuert! Wir haben dir jetzt zwei Mal gesagt, dass du einfach gehen sollst. Du warst im Unrecht und bist wegen den falschen Gründen an die Decke gegangen. Wir schrecken ganz bestimmt nicht vor einem Kampf zurück, deshalb: Letzte Chance. Du hast nen Fehler gemacht, sieh ihn ein und verschwinde einfach.“
    Während Kano seine letzten Worte sagte, begann Amira ganz langsam, einige Fingerzeichen zu formen und Shen griff seinerseits nach einem am Straßenrand liegenden Besen. Der ältere Genin war selbst ziemlich geübt im Stockkampf, aber Kano hatte irgendwie das Gefühl, dass dieser merkwürdige, blonde Junge ihm dahingehend doch etwas überlegen sein könnte. Nicht, dass es bei dieser Konstellation relevant wäre...
     
  11. Yamasaru Souta

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    War Souta einsichtig oder eher uneinsichtig? Diese Frage zu beantworten, fiel ihm schwer. Ja, einerseits vertrat er die Auffassung, dass man auf einer Meinung nicht beharren sollte, wenn sie falsch war. Das ergab schließlich keinen Sinn. Doch andererseits war er vollstens davon überzeugt, dass er selbst im Recht lag , ihn selbst keine Schuld an der ganzen Situation traf. Dass seine Gegenüber ähnliche Gedanken hatten, war ersichtlich. Amira versuchte, dem blonden Genin seinen Standpunkt klarzumachen. Das ähnelte aber nicht etwa dem Versuch, ihm zur Einsicht zu überreden, sondern viel mehr dem, ihn dazu zu zwingen. Der gleiche, aggressive Unterton, den der sprachgewandtere der beiden schon zuvor gezeigt hatte, klang in seiner Stimme mit. Und das bemerkte Souta natürlich, ließ ihn die Einigungsversuche, die seiner Meinung nach gar keine waren, abschmettern. Für ihn war die Sache längst klar, stießen beide Seiten einfach nur aufeinander, während sie ihren eigenen Standpunkt vertreten wollten. So konnte man sich auch schon denken, dass er mit der Aussage seines Gegners wenig anfangen konnte. Das lag nicht daran, dass er einige der Wörter nicht verstand, der Kontext erschloss sich ihm irgendwie schon, sondern begründete sich aus seiner Erfahrung. Was Amira ihm erzählte, passte überhaupt nicht mit Soutas Erlebtem zusammen. "Nur weil du Fachwörter benutzt, hast du nicht gleich Recht. Der Junge wird Angst davor haben, wieder zu klauen. Aber nicht, weil er eingesehen hat, dass es falsch ist, sondern aus Angst vor Leuten wie euch."
    Er verurteilte sie dafür, dass sie diese Entscheidung getroffen hatten, war nicht damit einverstanden, dass sich jemand so verhielt. Im selben Moment fragte er sich jedoch, ob ihm das Recht dazu überhaupt zustand, er als jemand, der ganz klar für Akzeptanz und dafür war, dass man jeden Menschen so respektierte, wie er war, einfach Wasser predigen und Wein trinken durfte. Schnell schloss er mit diesem Gedanken jedoch ab. Er akzeptierte alles, solange niemand anderem damit geschadet wurde. Um zu erkennen, dass hier aber schon einfachste Toleranz zu viel war, musste er nicht lange überlegen.
    "Er hat sich wegen euch in die Hosen gemacht! Glaubt ihr, das würde ihm auf Dauer nicht schaden?!?", erneut schmiss er mit Vorwürfen um sich. Eine Einigung konnte so niemals zu Stande kommen. Jeder beharrte auf seiner eigenen Meinung, hielt andere Sichtweisen für vollkommen zwecklos. Und gewissermaßen hatte auch jeder Recht. Keiner konnte in den Kopf des anderen blicken, verstehen, warum derjenige so handelte. "Ich hätte versucht, ihn zu verstehen und ihn zu einem aufrichtigen Menschen gemacht!", argumentierte er. In dem Punkt hatte Souta eine äußerst naive Sicht der Dinge, die in seiner Wortwahl perfekt zur Geltung kam. Man konnte nicht einfach jeden zu einem aufrichtigen Menschen machen - mal abgesehen davon, dass ein solcher nur eine kindliche Wunschvorstellung war -, doch woher sollte der Blondschopf das auch wissen, hatte er bei Kindern doch bisher vollsten Erfolg. "Ich spreche aus Erfahrung, die ich im Umgang mit echten Menschen gesammelt habe, du nur irgendeinem Sachtext hinterher, ohne jemals wirklich erlebt zu haben, wie sich deine Taten auf andere auswirken!" Er hatte eine klare Stellung, in der er sich auch nicht beirren ließ. "So oder so rechtfertigt aber nichts, einen kleinen Jungen so scheiße zu behandeln, wie ihr es getan habt! Ich habe einen Fehler gemacht, als ich mich nicht unter Kontrolle hatte. Aber ihr hattet euch unter Kontrolle und habt trotzdem so etwas abgezogen! Es ist vollkommen richtig von mir, ihn verteidigen zu wollen! Denn wenn ihr glaubt, dass er größeres Unrecht als ihr getan hat, liegt ihr falsch!" Schwafeln konnte er viel, wenn es um seine eigenen Prinzipien ging. Doch er konnte genauso sehr für sie einstehen. Eine Diskussion brachte nichts, die Argumente wurde lediglich wiederholt, die Situation eskalierte. "Von mir aus könntet ihr hundert Genin sein, das schüchtert mich nicht ein!" Straftechnisch hatten die vier nichts verwerfliches gemacht, umso schlimmer war ihr Handeln jedoch auf menschlicher Ebene, so dachte Souta. Dieses mal hielt er sich unter Kontrolle, angreifen durfte er sie eigentlich nicht, würde er dann doch wieder eher einem Schläger als einem Beschützer ähneln. Sich aber verteidigen? Das musste er. Gradwanderung zwischen Recht und Unrecht oder Biegung zu seinen Gunsten? Seinem Kämpfergen, so nannten es manche Verwandte scherzelnd, war das egal. Er überblickte das Kampfgeschehen, schenkte besonders Amira hohe Aufmerksamkeit. "Na los, mach weiter, oder traust du dich nicht?" Sollte er doch einen riesigen Tornado entfesseln, Souta würde nicht zurückschrecken!
     
  12. Okamura Kano

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    „Die Sache ist d-“
    „Lass gut sein. Der Typ ist genau so taub wie bekloppt.“, knurrte Kano seinen Freund an. Er hatte inzwischen echt die Schnauze voll von besserwissenden Idioten, die de facto nur Schwachsinn laberten, aber dennoch so davon überzeugt waren, dass es krachte.
    Kano ließ seine Knochen knacken und marschierte dann auf Souta zu. Richtig gelesen: Er marschierte. Er rannte nicht, spielte nicht den Bullen mit rotem Tuch sondern ging ganz langsam auf seinen Gegner zu. Shen hatte erkannt, was sein Kumpel da machte und tat es ihm gleich – genau wie nun auch Amira. Nur Anetsu blieb hinten stehen und brauchte eine Weile, bis er begriff.
    Der Bassist war von den Vier mit Abstand das schwächste Glied. Im Taijutsu brach er unglaublich schnell zusammen, Ninjutsu konnte er auch keines zusammenbringen und was Genjutsu anging, so beherrschte er genau ein einziges. Dies würde also ein Kampf von drei gegen einen werden. Nicht mehr, nicht weniger. Nun, abgesehen von der Eröffnung. Anetsu war nämlich unbegabt und etwas langsam im Kopf, aber er war eine treue Seele. Er wusste, dass er zu einem gewissen Teil an dieser Situation verantwortlich war und wollte deshalb seinen Teil dazu besteuern, diese wieder zu bereinigen. Er formte einige Fingerzeichen und benutzte dann die einzige Kunst, die er kannte.
    Für Souta drehte sich in diesem Moment die Welt auf den Kopf. Oben war unten, unten war oben. Das war's dann aber auch schon.
    „Jetzt!“, brüllte Kano und auf sein Kommando preschte Shen nach vorne, seinen Stab (den besigen Teil hatte er einfach mal abgebrochen), Amira schloss seine Fingerzeichenkette und warf Souta einen grellen Blitz entgegen. Kano hingegen spielte die Rolle des Empfängers. Er würde abwarten, wie Souta auf diese beiden Angriffe reagierte und besaß eigentlich nur ein Ziel: Den kleinen, blonden Genin zu fassen kriegen. Dabei spielte es keine Rolle, ob er nur den Stab in die Finger bekam oder den Genin selbst. Er musste nur einmal zugreifen und dann wäre es für Souta gelaufen.
    Mit einem grimmigen Grinsen beschleunigte K. Und, hey, wenn er nicht greifen konnte, gab's eben so richtig schön auf die Omme. Auch gut.
     
  13. Yamasaru Souta

    Yamasaru Souta Active Member

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    Endlich. So klärte man seine Angelegenheiten, nicht mit ausschweifenden Diskussionen. Soutas Stand war noch immer fest, sein Blick, jetzt wo es endlich wieder ernst wurde, entschlossen. Gerade hatte er einen Kampf von Mann zu Mann gekämpft. Jetzt waren es vier Gegner, was es erheblich schwerer machen würde. Doch wie könnte man ein Held sein, wenn man nicht einmal seine eigenen Überzeugungen zu vertreten vermochte? Der erste Schlag traf überraschend, ziemlich sogar. Er hatte mit Amiras Jutsu gerechnet, nicht jedoch damit, dass ihm Anetsu zuvorkam. In diesem Moment verdrehte sich die Welt. Der Himmel war nach unten gewandert, der Boden hingegen nach oben. Trotzdem, und das hätte eigentlich geschehen müssen, fiel er nicht. Das Geschehen in seinem Inneren als Verwirrung zu bezeichnen, wäre maßlos untertrieben gewesen. Er verstand nicht, was vor, nein, mit seinen Augen geschah. Auch wenn es ihm schwer fiel, war er dazu in der Lage, sein Gleichgewicht zu halten. Den nächsten Zug konnte man als Glück bezeichnen, wenngleich eine gewisse Menge Erfahrung und besonders sein Reflex ihr bestes taten, um ihn zu unterstützten. Grelles Licht begann ihn zu blenden, kam immer näher auf ihn zu und drohte ihn zu verletzen, ehe er in letzter Sekunde mit einer schnellen Rolle auswich, so der Bedrohung entkam. Wieso er Glück hatte? Eben weil er nichts sehen konnte, sein gestörter Sinn den Körper nicht behindern konnte.
    Gerade rechtzeitig richtete er sich dann aus dem Schwung auf, um den nächsten Angriff auf sich zukommen zu sehen. Es war Shen, der einen langen Besen, das Ende dabei abgebrochen, in den Händen hielt und ihn auf Souta schwang. Dieser presste seinen Stab waagerecht nach vorne, um so zu blocken. Das war nicht der beste Weg, in Anbetracht seiner derzeitigen Behinderung jedoch das einfachste. Dadurch konnte er ein wenig an Zeit gewinnen, welche er nutzte, um sich weiter hinten zu positionieren.
    Es war ein kleiner Sprung, den der Shinobi schon oft getätigt hatte. Doch nie zuvor mit einem verletzten Knöchel. Entsprechend fühlte sich das Aufkommen an. In vielen Situationen fiel eine einfache Verstauchung nicht mal auf. Presste man beide Füße jedoch in den Boden, waren die Schmerzen kaum zu ignorieren. Das aber musste er. In einem Kampf mit gleichwertigen Gegnern, dazu noch mit mehreren, konnte er nicht einfach seine Gegenüber zum Warten überreden, sich Salbe um den Fuß schmieren und sie einziehen lassen. Er musste seinen Blick nach oben wenden, dem Geschehen entgegen, um nicht überrascht zu werden. Gerade rechtzeitig, war Kano schließlich nur noch wenige Meter entfernt. Der junge Blondschopf probierte etwas, das ihm erst vor kurzem in Fleisch und Blut übergegangen war. Er hatte eine Vermutung darüber, wie sein Gegner bei dieser Aktion reagieren würde und lag mit dieser richtig. Erst eine Finte, bei der Kano die Waffe zu greifen versuchte, ehe der Stab schnell wieder zurückgezogen wurde. Soutas Geschwindigkeitsvorteil erlaubte ihm, wenige Sekunden vor seinem Gegenüber zum nächsten Angriff anzusetzen. Ein schneller, kraftvoller Stoß gegen die bereits verletzte Stirn, genau das richtige, um ihn nach hinten zu werfen und sich um die anderen zu kümmern.
    In der Theorie ging das einwandfrei, in der Praxis jedoch nicht. Oben war Unten, Unten war Oben. Und so traf er nicht den Kopf, sondern den leeren, nur mit Luft gefüllten Raum zwischen seinen Beinen. Den Angriff hatte er vollkommen versaut. Mit der Beeinträchtigung kam er noch lange nicht so gut klar, wie er es gehofft hatte. Die Rolle als Ausweg für jede Gefahr? Nicht kreativ, aber dafür effektiv. Wieder Entfernung gewinnen, den Kopf klarmachen, sich auf die Welt, die sich verdreht hatte, einstellen. Undzwar schnell!
     
  14. Okamura Kano

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    Man konnte über Soutas Charakter wirklich sagen was man wollte. Held, Idiot, eine Mischung davon? Fakt war, dass er ein flinker, kleiner Bursche war. Sozusagen das krasse Gegenteil eines Bergs wie Kano, der am liebsten da stand und einfach nur verheerenden Schaden anrichtete. Souta hingegen vermied es, sich treffen zu lassen und suchte sich seine Angriffe lieber sorgfältig heraus. Ihm blieb wohl auch kaum etwas anderes übrig, in Anbetracht der Umstände.
    Kano fluchte ein wenig innerlich, als er auf die stumpfe Finte hereingefallen war. Konnte Souta also doch ein wenig nachdenken – schade. Während also der Kampfstab kurz vor Kanos Fingern weggezogen wurde und Shen sich für einen erneuten Angriff sammelte, sah sich K mit einem erneuten Angriff konfrontiert. Einem sehr... merkwürdigen Angriff.
    *Wieso zum Teufel... ?!*, schoss es dem Genin durch den Kopf, als der rote Kampfstab kurz zwischen seinen Knien auftauchte und dann auch schnell wieder zurückgezogen wurde. Kano kam in dem Moment nicht darauf, dass Anetsu sein Genjutsu angewandt hatte – in seinen Augen kämpften sie gerade zu dritt.
    Kano war allerdings nicht der Einzige, der in seinem Kampfstil vielleicht etwas vorhersehbar war. Besonders, wenn man einen intelligenten Gegner wie Amira hatte. Souta hatte zuvor schon gezeigt, dass er Angriffen gerne mit einer Rolle nach hinten auswich und so Abstand zwischen sich und seine Kontrahenten brachte.
    So wie Souta zuvor mit seiner Finte ein kleines Glücksspiel eingegangen war, machte es nun auch Amira, indem er einen Blitz genau an die Stelle schickte, an der Souta etwa wieder rauskommen sollte.
    Es war eben doch etwas anderes, wenn man sich mit multiplen Gefahren auseinandersetzen musste. Vor allem, wenn Shen nun wieder ankam. Der probierte übrigens gar nicht erst, durch Raffinesse zu trumpfen, sondern schwang seinen Besen mit viel Kraft einmal wagerecht über den Boden. So würde Souta entweder nach oben oder nach unten ausweichen müssen – ein einfaches Blocken wäre beim herannahenden Brecher (aka Kano) vielleicht keine so gute Idee. Oben allerdings auch nicht, denn Amira vertraute schon wieder auf seine Einschätzungen. Souta war ein Springer. Daher schickte er einen weiteren kleinen Blitzball genau dort hin: Über Shens Stab.
    So sah sich Souta vielen Gefahren gleichzeitig gegenüber und würde schon tief in die Trickkiste greifen müssen um da heil wieder rauszukommen.
     
  15. Yamasaru Souta

    Yamasaru Souta Active Member

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    Er hatte es sich auf dem Dach eines kleineren Gebäudes gemütlich gemacht, beobachtete. Das Geschehen interessierte ihn, sonst würde er seine Zeit doch nicht mit einer solch sinnlosen Tätigkeit verschwenden. Aber eingreifen? Nein, das würde er nicht. Auch der Grund des Kampfes war ihm egal. Wichtig war lediglich der Ausgang.
    Zurück zum Geschehen: Kano gegenüber war die Rolle ein Erfolg, einen Gegenangriff seinerseits konnte er damit erfolgreich abwenden. Doch Souta kämpfte nicht nur gegen einen, sondern insgesamt vier Gegner. Einer abgewendeten Gefahr folgte also lediglich eine weitere. Amira formte erneut Fingerzeichen und nutzte das gleiche Jutsu wie zuvor, zielte auf den Punkt, an dem der Blondschopf aufkommen würde. Ein äußerst intelligenter Angriff. Und er hätte getroffen, wäre sein Widersacher kein Yamasaru. Als solcher nutzte dieser nämlich keine der Rollen, die in anderen Stilen gelehrt wurden, sondern wendigere und durch Zuhilfenahme der Hände auch schnellere. Das alleine hätte ihn nicht gerettet, wäre da nicht der Fakt, dass man aus ihr flüssig in andere Manöver übergehen konnte. So versuchte er aus der Bewegung heraus mit einem Sprung an Höhe zu gewinnen, somit über den Blitz zu gelangen. Ein kleiner Tanz, vielleicht auch eine inszenierte Vorstellung, könnte man meinen. Die Aktion wäre ihm auch geglückt, hätte ein entscheidender Faktor nicht sein Veto eingelegt. Verletzungen verschwanden nicht einfach, nur weil man ein paar Sekunden verstreichen ließ. Der Knöchel war verstaucht, behinderte den Sprung also dementsprechend. Mit schmerzverrtem Gesicht, erneut drückte sich der verletzte Fuß hart vom Boden ab, stieg er empor und gewann genug Höhe, um Oberkörper samt einem Bein aus der Schussbahn zu lenken. Das andere jedoch schmerzte in diesem Moment zu sehr, um es nach oben zu manövrieren. Souta war geschickt und besaß eine gute Koordination. Doch an die erfahrener Shinobi reichte sie einfach nicht heran; einem kleinen Jungen, der nicht einmal seine erste Mission absolviert hatte, waren nunmal Grenzen auferlegt. So traf der Blitz den Fuß samt dem unteren Drittel des Schienbeins, hatte jedoch Auswirkungen, die den gesamten Körper des Genin betrafen. In diesem Moment war er orientierungslos und unfähig, seine Bewegungen zu kontrollieren. Er stürzte nach hinten, schlug wie Kano zuvor mit dem Rücken hart auf dem Beton auf.
    Der alte Mann schüttelte den Kopf. Soutas Leistung war miserabel, fast schon armselig, so dachte er. Er bemerkte die Verletzung des Goldlöckchen, konnte sie an dessen Haltung ausmachen. Für so etwas hatte er immer ein gutes Auge. Als Ausrede ließ er das jedoch keinesfalls gelten.
    Kurzzeitig wurde dem Genin schwarz vor Augen, während der Schwung dafür sorgte, dass er sich am Boden liegend leicht einrollte. Auch wenn sich sein Körper danach sehnte, konnte er dort jedoch nicht lange bleiben. Er musste aufstehen, kämpfen, weitermachen! Langsam richtete er sich wieder auf, kam er zu einem akzeptablen Stand, wenngleich er leicht zu taumeln begann. Er achtete nicht wirklich auf seine Umgebung, atmete laut ein und aus, fast hechelte er sogar und schwitzte. Die ganze Zeit über hatte er akrobatische Kunsteinlagen vollführt, wie sollte es auch anders sein? Seine Ausdauer war gut, unbegrenzt jedoch noch lange nicht. Erst im letzten Moment realisierte er, dass Shen auf ihn zustürmte, einen horizontalen Hieb mit seinem Besen ausführte. Aus dem Augenwinkel sah er Amira erneut Fingerzeichen formen, das jedoch beeindruckte Souta nicht. Er war ein Springer, in der Tat, das hatte der mentale Kopf der Bande gut erkannt. Aber kein so schlechter, wie dieser dachte. Er hatte Erfahrung, wusste, dass er lediglich mit dem gesamten Körper über die Waffe kommen musste. Ein gerader Sprung nach oben wäre sein Untergang gewesen, stattdessen jedoch nahm er die Beine weit hoch, seiner Gelenkigkeit sei dank, damit sein Kopf auf ähnlicher Höhe wie der seines Gegners gelangte. In diesem Moment war Shen schutzlos, gerade noch im Angriff. Und genau das musste der Blondschopf zu seinem Vorteil nutzen. Er könnte ihn mit einem Angriff ungefährlich machen, zwar nicht ausschalten, aber die Bedrohung, die von ihm ausging, erheblich verringern. Seinen eigenen Stab hielt er fest im Griff, schmetterte ihn mit voller Wucht gegen die Wange seines Gegners. Mit diesem Volltreffer raubte er ihm das Gleichgewicht, gleichzeitig löste sich der Besen aus dessen Hand. Souta sah bereits Kano auf sich zukommen, tat das einzige, zu dem ihm noch Zeit blieb und trat die Waffe mehrere dutzend Meter mit der Hacke hinter sich weg, sodass Shen schon rennen müsste, um wieder an sie zu gelangen. Um dem anstürmenden Gegner auszuweichen, fehlte dem Genin nun schlichtweg die Ausdauer. So atmete er tief ein, verhielt sich selbstbewusst und mutig. Er schloss die Augen nicht, sondern blickte dem Jungen ins Gesicht, als dieser ihm einen starken Hieb gegen die Wange verpasste.
    Ein fester Stand, tiefes Einatmen und eine Anspannung der Muskeln. Die Abhärtung des Körpers. Eine akzeptable Wahl, mit der der alte Mann einverstanden war.
    Es war kein Vergleich zum letzten Mal. Bei diesem hatte Souta selbst angegriffen und wurde in seiner Bewegung gestoppt, zu Fall gebracht. Jetzt aber bohrten sich seine Füße in den Boden, dem Schmerz durfte er kein Gehör schenken, spannten sich seine Muskeln bis aufs äußerste an und hatte er genügend Sauerstoff getankt. Sein Nacken verspannte sich leicht, doch er nahm es wie ein Mann. Er fiel nicht nach hinten, fackelte nicht lange und ging sofort zum Gegenangriff über. Einstecken und austeilen, das Prinzip kannte nicht nur Kano. Ihm sollte das gleiche wie Shen widerfahren. Souta schmetterte auch ihm den Stab mit voller Wucht ins Gesicht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 3. Okt. 2013
  16. Okamura Kano

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    *Das kann doch nicht angehen!*, schoss es Kano durch den Kopf, als er Shens und Amiras Angriffe einfach so an Souta vorbeisausen sah. Wenn man selbst kräftig und direkt war, konnte so ein auf Geschicklichkeit versierter Gegner durchaus nerven. Das war übrigens genau das richtige Wort: Nerven. Kano wollte dem Typen endlich so richtig schön seine Faust ins Gesicht drücken! Und was für ein Glück er kurz darauf haben sollte...
    Souta war schnell und geschickt. Er hatte sich gegen zwei Angriffe verteidigt und es dabei sogar geschafft, Shen aus dem Konzept zu bringen. Der hielt sich nämlich wütend die Waffe und sah sich nach seinem Besen um. Das war, den Umständen entsprechend, eine verdammt gute Leistung. Das Problem war allerdings, dass er zwei etwas schwächeren Attacken entgangen war, nur um von der stärksten getroffen zu werden. Kano war der kräftigste der drei Jungs und mit seinen Knochenfäusten konnte er einiges an Schaden anrichten. Man stelle sich also Kanos Verwunderung vor, als sein Gegner nicht einfach bewusstlos wegkippte.
    Der Genin spürte regelrecht, wie sich Soutas gesamter Körper gegen den Schlag wehren musste, wie sich Muskeln versteiften und der Junge alles dafür gab, nicht aus den Schuhen kippen. In diesem kleinen Moment hatte Kano tatsächlich eine winzige Spur Respekt für den Blonden. Er war hart im Nehmen. Es war nicht einfach, Kanos Angriff einfach einzustecken. Die spitzen Knochen, die aus den Fäusten des großen Genin heraus lugten, richteten nämlich heftigen Schaden an. Zwar brachen sie nicht direkt Soutas Gesichtsstruktur (Overkill, anyone?), dafür aber rissen sie regelrecht tiefe Furchen in die Haut des Genin. Blut spritzte durch die Gegend und morgen würde Soutas Wange nicht sonderlich schön aussehen.
    Und trotzdem schaffte es der kleine Wicht sogar noch, einen Gegenangriff zu starten. Was für ein nerviger, hartnäckiger Bursche! Kano sah den Stab herannahen, hätte aber nicht einmal ausweichen können, wenn ihm das irgendwie wichtig gewesen wäre. Alles, was er tat, war, seinen Kopf ein wenig abzusenken, damit er den Schlag nicht mit weichen Teilen wie Mund oder Nase abfangen musste. Ihm war klar, was das bedeutete. Kopfschmerzen. Eine dicke Beule. Je nachdem wie kräftig Souta war, vielleicht sogar eine kleine Platzwunde. Angenehm würde es definitiv nicht werden.
    Wie es jedoch in Kanos Kampfstil übrig war, betrachtete er diese kommenden Wunden als Gelegenheit. Er konnte zwar nicht seine gesamte Kraft in einen weiteren Schlag legen – das würde viel zu lange dauern! – dafür aber griff er auf eine kurze, schnelle Gerade zurück, die nur ein Ziel hatte: Soutas Nase. Man brauchte nicht viel Kraft um so ein Riechorgan zu brechen. Viele kleine, weiche Knochen machten die Arbeit da sehr einfach – vor allem in Verbindung mit Kanos knöchernem Schlagring.
    Der wahre Knockout, der kam übrigens nicht in der Gestalt von Kano. Der würde nur Schmerzen verursachen. Nein, Shen war der entscheidende Part an dieser Stelle, denn auf seinen ach so tollen Besen hatte er nun einfach verzichtet. Sein Plan? Der war simpel und effektiv. Zornig nahte er im Rücken von Souta heran und würde diesem mit aller Wucht seinen Fuß so richtig schön von hinten in die Eier ömmeln.
     
  17. Yamasaru Souta

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    Endlich! Endlich ein Treffer, und dann auch noch direkt in sein Gesicht! Der Stab schmetterte Kanos Kopf hart entgegen und drückte diesen weit zur Seite, hinterließ auf ihm ein Zeichen des Erfolgs. Eine Platzwunde bildete sich, während der braunhaarige Genin kurz taumelte. Souta hätte zu einem weiteren Angriff angesetzt, wäre sein Stab durch die unglaubliche Wucht, die er in seinen Schlag gesetzt hatte, nicht dafür verantwortlich gewesen, dass ihm dieser nun vollkommen aus den Händen flog. Er landete viele Meter weit entfernt auf dem Asphalt, vollkommen aus der Reichweite, in der der kleine Blondschopf agieren konnte, entfernt. Seine Waffe war verloren, das hielt ihn jedoch nicht davon ab, weiterzukämpfen. Sein Gegner erlitt erstmals in diesem Kampf eine echte Wunde. Und auch wenn Soutas Verletzungen, die aufgerissene Wange stach noch stärker als der blutüberströmte Fuß hervor, weitaus zahlreicher waren, motivierte ihn das doch ungemein. Er konnte kurz verschnaufen, Ausdauer tanken, ehe Kano zu einem weiteren Angriff ansetzte. "Na los, machen wir weiter!", protzte er grinsend. Souta würde ewig weitermachen, wenn es sein müsste! Er duckte sich unter dem Schlag seines Gegners hindurch, sah ihn kommen, bevor sein Gegner überhaupt zu ihm ansetzte. Er war berechenbar, was vollkommen ausgenutzt wurde. Nachdem der Shinobi dem Angriff ausgewichen war, setzte er direkt zum Gegenschlag an. Ein weiterer Schlag ins Gesicht, nicht etwa auf die Platzwunde, das wäre unfair gewesen, stattdessen war das Kinn der perfekte Aufschlagpunkt. Kämpfen war etwas unglaublich tolles. Man konnte sich selbst herausfordern, immer wieder an Höchstleistungen bringen, zeigen, was man konnte, mit anderen messen. Tatsächlich lernte man jemandem immer am besten in einem Kampf kennen. Manche Handlungen waren irreführend, Worten konnte man nicht immer vertrauen, selbst die eigenen Gedanken trogen einen manchmal. Doch wenn Fleisch auf Fleisch, Knochen auf Knochen und Faust auf Faust traf, wusste man, wer der andere, wer man selbst war. Das Wort, mit dem man einen Kampf am besten beschreiben konnte, warSCHEISSE!!!!

    Ginrei hob die Hand, reflexartig, ließ sie die Innenfläche gegen seine Stirn klatschen. Gleichzeitig schüttelte er den Kopf. Das war peinlich, armselig. Nicht nur von Shen, sondern auch von Souta selbst. Nur ein Idiot hätte so etwas zugelassen!

    Ihm stockte der Atem. Jedes Wort, das er nun herausgebraucht hätte, hätte in seiner Tonlage selbst sechsjährige Opernsängerinnen übertroffen. Ein Tritt, direkt zwischen die Beine, in die Privatssphäre, das Allerheiligste des Mannes. Sofort zuckte er in sich ein, unterbrach er seinen Angriff, brach er auf dem Boden zusammen. Still blieb er dort liegen, sich mit den Händen zwischen die Beine fassend. Was auch immer das bezwecken sollte, es war vergeblich. Langsam, wirklich langsam brachte sein Mundwerk etwas hervor. "Ver-..dammter...", sagte er kratzig und gebrochen, "W-...ichser!" Ein einst so stolzer Krieger, nun wimmernd und mit dem Bewusstsein rangelnd vor seinen Gegnern liegend, auf dem Boden, den sie mit ihren dreckigen Schuhen beschmutzten, auf den sie spuckten. Das war erniedrigend, selbst für ihn.

    Vorbei. Aus und vorbei. Das war es. Souta hatte vollkommen versagt, verloren. Den alten Mann interessierten die Umstände nicht, in einem Kampf musste man auf alles vorbereitet sein. Er hatte seinem Gegner den Rücken zugewendet und das war der Preis dafür. Wer sich gegen eine Gruppe behauptete, musste auch jedes Mitglied dieser im Auge behalten. Sich blind auf einen zu fixieren, weil man eine Chance roch, war einem Idioten, aber keinem Yamasaru vorbehalten. Doch im Moment war Souta eher ersteres. Ginrei sprang von seinem Dach, kam neben dem langen, roten Kampfstab auf. Der dumme Gartenzwerg hatte ihn zu seinem zwölften Geburstag erhalten. Ein Jahr lang hartes Training und dennoch war er noch so schlecht, kein Wunder also, dass es der Jounin bereute, ihm zu akademischen Zwecken das Taijutsu-Training nur nach den Hausaufgaben zu erlauben. Inzwischen hätte er viel weiter sein, mit den vier Genin den Boden aufwischen müssen. Die Wut, die er empfand, zeigte sich in einem leicht verächtlichen Blick. Der alte Mann stellte sich vor das Bo, platzierte mit einer schnellen Bewegung seinen Fuß unter diesem - man konnte es als hochrotieren bezeichen -, hob ihn dann auf diesen an. Ein geschickte, genaue Bewegung, die sein Enkel erst noch lernen müsste. Danach verlieh er ihm Schub, ließ ihn nach oben fliegen und fing ihn mit der Hand auf, wo er zwischen seinen Fingern zur Ruhe kam. Daraufhin stolzierte er, die Arme samt Stab hinter dem Rücken verschränkend, auf den am Boden liegenden Genin zu. Kano, Anetsu und Amira - keinem von ihnen würdigte er auch nur eines Blickes. Shen hingegen zeigte er lediglich mit seinen Augen, was er von ihm hielt. Natürlich musste man immer auf alles vorbereitet sein, aber ein Tritt zwischen die Beine und dann auch in einem Kampf unter... Verbündeten(?), das war äußerst unangebracht. Mal ganz davon abgesehen, dass es schlechtes Ansehen mit sich brachte, ebenso Verachtung, wie Ginrei subtil demonstrierte.

    Als der Genin bemerkte, wer sich da näherte, leicht konnte er den Kopf heben, kam das Adrenalin erneut in ihm hoch. "Verschwinde, alter Mann!", rief er wütend. Er hasste seinen Großvater nicht, beschimpfte ihn nicht, um ihn zu beleidigen. Nein, er wusste einfach, was dieser vorhatte und das konnte er nicht zulassen. "Ich kann noch kämpfen!" Ginrei hatte ihn bereits als Verlierer deklariert, wollte ihn mitnehmen und zu Hause abladen, ihm eventuell noch Verbandszeug gegen den Kopf werfen, mit dem er seine Wunden umwickeln konnte. Doch so nicht mit Souta, nein! Langsam hob er die Arme, winkelte er die Ellenbogen an, platzierte er die Hände auf dem Asphalt. Er zog sich hoch, auch die Knie folgten, bis er schließlich auf allen Vieren war, kläglich versuchte, nach oben zu kommen, was ihm aufgrund der erlittenen Schmerzen nicht vergönnt war. Er hatte keine Chance mehr, das wusste jeder normal denkende Mensch. Aber aufgeben? Nein, niemals! Nicht, solange er noch atmete! Es gab keinen Grund, einen Kampf zu beenden, solange man noch bei Bewusstsein war! "Siehst du?!?", schrie er Ginrei an.

    Die Hacke der hölzernen Sandale landete auf Soutas Kopf, drückte ihn schmerzhaft wieder nach unten. "Schwachsinn. Du liegst am Boden wie ein Hund.", entgegnete er grimmig. Der alte Mann griff sich das Bein des Jungen, packte es fest und warf ihn an diesem hoch, ließ ihn in der Luft wirbeln und schließlich auf seiner Schulter landen. Der Junge strampelte leicht, wie ein kleines Kind, wollte sich befreien. Doch dafür war der Griff, in dem er sich befand, zu fest. So ging Ginrei schließlich dort hin, wo sich der Schuh befand, hob ihn hoch, dann schließlich den roten Mantel und kam schlussendlich am großen Rucksack an. Er verstaute alles in diesem, wollte sich gerade bereit machen, als sich das Goldlöckchen erneut meldete. Souta blickte nach hinten, den Jungen entgegen. "Wartet nur auf eure Revanche, dann mach ich euch fertig!", rief er ihnen entgegen, blickte dann in das Gesicht des Mannes, der ihn da trug. "Und du bist gleich danach dran, Opa!" Nerviger Junge... Ein schneller Schlag in den Nacken und sein Bewusstsein hatte sich verabschiedet. Nun schnallte er sich noch den Rucksack um, ehe er im Bruchteil einer Sekunde verschwunden war. Kein Fingerzeichen, kein Warten, nicht einmal Chakra. Pure, antrainierte Geschwindigkeit.
     
  18. Takeshi Rai

    Takeshi Rai Genin

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    Job: Eine Rundführung, bitte!

    Ein neuer Tag, ein neuer Job. Heute war es endlich mal wieder an der Zeit für eine kleinere Aufgabe als Shinobi! Auch diese Aufgaben sollten in Ehre gehalten werden und zur vollsten Zufriedenheit abgeschlossen werden, oder nicht? Zumindest Rai sah das so. Und Shion wohl auch. Genau, richtig erfasst – die beiden waren wieder gemeinsam unterwegs! Die beiden Ninja aus Shirogakure kannten sich schon von damals mit den Piraten und so… Das musste doch die Zusammenarbeit während des Jobs erleichtern, oder nicht? Aber hey, heute gab es allerdings nicht viel was mit Zusammenarbeit zu tun hatte. Die Aufgabe der beiden Ninjutsuka bestand darin, einen Touristen aus Kumogakure – ein wirklich cooler Typ – im Dorf etwas rumzuführen. Die beiden mussten sich nur im Vorhinein ein paar Sehenswürdigkeiten überlegen, die sie gemeinsam mit dem Auftraggeber besuchen wollten. Und am Ende gab es dann eine finale Showeinlage – extra vom Auftraggeber gefordert – bei der die beiden ihre Ninjafähigkeiten unter Beweis stellen konnten. Hörte sich das nicht aufregend an? Der Takeshi ging vor der Abreise zum Treffpunkt nochmals seine Liste im Kopf durch: Die Akademie, die große Dorfverwaltung, der Onmyô Tempel und am Ende der große Wald in dem sich die Trainingsplätze befanden. Das klang doch nach einem annehmbaren Plan. Gespannt war er auch schon auf die Liste seiner Partnerin, denn die wusste er noch nicht. Und lange warten wollte er auch nicht mehr drauf, deshalb verabschiedete Rai sich von seinen Eltern schon um 13 Uhr. Voller Freude und Enthusiasmus, begab er sich auf den Weg zum vereinbarten Treffpunkt: das Dorfzentrum von Shirogakure.

    Dort angekommen, machte es sich der heute etwas luftiger bekleidete Shinobi auf einer Parkbank bequem. Bewusst ging er von zu Hause schon um 13 Uhr fort – die mit dem Auftraggeber vereinbarte Zeit lautete 14 Uhr – denn heute wollte er ein wenig die Bewohner des Dorfes beobachten. Nun, das klang jetzt vielleicht ein wenig gruselig, aber diese Aktion hatte auch seinen Grund: Der Tourist will Shiro sehen, dann bekommt er auch das echte Shiro, genauso wie es ist und nicht anders. Obwohl Rai schon lange in diesem Dorf lebte, kannte er das Verhalten der hier lebenden Menschen nicht so richtig – schon gar nicht von den Zivilisten. Aus diesem Grund wollte er diese Gelegenheit dazu nutzen, um sich ein Bild von den Einwohnern zu verschaffen. Das gelang ihm doch schon relativ gut. Die eben gesammelten Informationen, wurden noch schnell gespeichert und verarbeitet, als dann auch schon die jüngere Shion aus einem Gässchen angereist kam. Der Takeshi erhob sich von seiner Parkbank und ging auf seine heutige Partnerin freundlich zu: „Hey, wie geht’s dir? Bist du schon gespannt auf den heutigen Tag? Was hast du dir so für Sehenswürdigkeiten auf die Liste geschrieben?“
     
  19. Fujioka Shion

    Fujioka Shion Genin

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    Ein neuer Tag, ein neuer Job. Nachdem sie ihre erste Mission erfolgreich beendet hatte, hatte Shion sich wenig Zeit zur Erholung gegönnt und fleißig weiter trainiert. Nach relativ kurzer Zeit hatte sie sogar schon einen neuen Job angenommen, weswegen sie jetzt auf dem Weg war, um sich mit Takeshi Rai zu treffen. Ja, richtig gehört. Dieselbe Person, mit der die Schwarzhaarige auf ihrer letzten Mission unterwegs gewesen war. Trotz der Sache mit dem Alkohol, die sie immer noch nicht vergessen hatte, konnte Rai sich in den Augen der Fujioka letzten Endes doch als ein äußerst fähiger Teamleiter beweisen. Dadurch hatte die Fujioka großen Respekt für den Takeshi entwickelt, was dafür sorgte, dass sie sich guten Gemüts auf den Job vorbereiten konnte. Ihre Aufgabe war es, einen Touristen aus Kumogakure in Shiro herumzuführen und ihm die Sehenswürdigkeiten, sowie ihre Ninjafähigkeiten vorzuführen. Das Mädchen glaubte nicht, dass es irgendwelche Probleme geben sollte. Sie kannte sich relativ gut mit der Geschichte des Dorfes aus und auch, wenn sie nicht gerade eine theatralische Persönlichkeit besaß, war sie, soweit sie wusste, doch eine offizielle Kunoichi. Vor einer Herausforderung hatte Shion allerdings gestanden: Was sollte sie anziehen? Da sie Touristenführerin spielen sollte, schien ein klassischer Kimono angemessen, um die Kultur des Dorfes zu repräsentieren und einen angenehmen ästhetischen Eindruck auf den Auftraggeber zu machen, allerdings hatte dieser sich spezifisch Ninja engagiert, um ihn herumzuführen, was dann doch eher für Arbeitskleidung sprach. Zudem sollten die Beiden ja auch ein Paar ihrer Fähigkeiten präsentieren, wobei ein Kimono vielleicht hätte störend werden können.

    Die Entscheidung zu treffen nahm den gesamten Vormittag der Schwarzhaarigen ein, doch schließlich konnte sie sich darauf besinnen, einen Kimono anzuziehen. Die Fujioka war zu dem Schluss gekommen, dass die Showeinlage, die sie mit Rai zusammen vorführen sollte, nicht unbedingt allzu kompliziert sein musste, was es für sie rechtfertigte, voll auf Ästhetik zu gehen. Der Kimono, den die Fujioka trug, hatte ein angenehme waldgrüne Färbung mit roten Blumenmustern. Dazu trug sie einen traditionellen Haardutt und hatte sogar etwas mehr Make-Up als gewöhnlich aufgetragen. Trotzdem trug sie auch ihr Stirnband um den Hals, um dem Auftraggeber zu beweisen, dass sie auch wirklich eine Kunoichi war. Das Mädchen kam auf die Minute genau zur verabredeten Zeit im Dorfzentrum an, dem vereinbarten Treffpunkt, wo Rai schon auf sie gewartet zu haben schien. Shion verbeugte sich höflich wie üblich, als sie schon freundlich vom scheinbar gut gelaunten Takeshi begrüßt wurde, was sie sogleich erwiderte. "Guten Tag, Takeshi-san. Mir geht es gut, vielen Dank. Ich hoffe, dir ist es in letzter Zeit auch gut ergangen? Ich habe mich ausführlich auf den heutigen Tag vorbereitet und bin vertrauensvoll, dass der Job reibungslos ablaufen wird. Meine Vorschläge sind der Dorfplatz mitsamt Dorfverwaltung und Akademie, sowie die Trainingsplätze im Wald. Zudem kenne ich eine Aussichtsplattform, von der aus man das gesamte Shirogakure mitsamt Jôsei überblicken kann. Vielleicht bist du auch schon einmal dort gewesen? Ansonsten würde ich noch einen Abstecher zum Onmyô Tempel oder dem Theater von Jôsei vorschlagen. Auch wenn sie nicht direkt zu Shirogakure gehören, gehören sie doch zu den größten Touristenattraktionen in nächster Nähe. Was meinst du? Hast du noch Vorschläge?"
     
  20. Takeshi Rai

    Takeshi Rai Genin

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    Was fiel dem Takeshi sofort auf, als er seine heutige Begleiterin genauer musterte? Natürlich der wunderschöne Kimono! Rai besaß schon immer eine Zuneigung gegenüber Traditionen und somit auch gegenüber dieser klassisch traditionellen Kleidung. Der Junge war erstaunt darüber, wie schick sich die 14-Jährige doch machen konnte – das war ihm damals auf der Mission gar noch nicht aufgefallen. Dazu soll aber gesagt werden, dass damals etwas harschere Umstände herrschten. Nichtsdestotrotz, fand er dieses Gewand wohl eher unpassend für die heutige Aufgabe. Waren sie nicht Ninja und sollten auch dementsprechend gekleidet sein? Der Kumo-Nin trug aus diesem Grund seine Missionsbekleidung, die sich aus robuster Kleidung und seinen Ninja-Taschen zusammensetzte. Mit all seiner Ausrüstung sollte die spätere Showeinlage kein Problem sein. Aber gut, wenn die jüngere Kunoichi es riskieren will, dass dem Zuschauer etwaige tiefere Einblicke gewährt werden, wenn es zu etwas spektakuläreren Manövern kommt, dann soll es so sein. Deswegen unterließ der Takeshi eine Bemerkung gegenüber ihres Outfits und verglich gleich mal die Checkliste der beiden Touristenführer: „Nun, ich hab’s mir gut gehen lassen in der letzten Zeit. Pause vom Job gemacht, ab und zu trainiert… Das Übliche eben. Aber vergleichen wir jetzt mal unsere Listen. Ich sehe, dass sie sich beide in den meisten Punkten decken, bis auf die eine Aussichtsplattform und das Theater. An beiden Orten war ich tatsächlich noch nie, hab gar nicht gewusst, dass es die Plattform überhaupt gibt. Da hast du mich tatsächlich neugierig gemacht – gehen wir doch auch dort hin.“ Kurz hielt der junge Mann inne, um sich in Gedanken einen Plan zurechtzulegen. Was war denn wohl die bestmögliche Route? Auf jeden Fall sollte das Dorfzentrum, mitsamt der Akademie und den dazugehörigen Dingen, zuerst besucht werden, da sie ja schon da sind. Und der krönende Abschluss sollte auf jeden Fall die Showeinlage der beiden Ninja sein. Was kam jetzt dazwischen? Nun, man sollte hierbei bedenken, dass jede Attraktion einen gewissen Zeitraum in Anspruch nahm. Deswegen sollte man nicht allzu viel einplanen, denn am Ende geht sich alles hinten und vorne nicht aus. Aus diesem Grund entschied sich der Takeshi für folgenden Plan: „Also, mein Plan wäre jetzt, als erstes das Dorfzentrum abzuklappern, denn wir sind ja schließlich schon hier. Dann würde ich vorschlagen, dass wir die Aussichtsplattform besuchen und danach das Theater einplanen. Wenn es sich noch ausgeht, dann besuchen wir noch den Tempel, bevor wir zum krönenden Abschluss mit unseren beiden Fähigkeiten kommen. Das wäre mein Plan, außer der Tourist entscheidet sich dazu, alles komplett umzuwerfen. Aber das will ich jetzt nicht hoffen. Was hältst du davon?“ Gespannt wartete der Junge auf eine Antwort, wohl gehofft auf eine positive Resonanz. Dieser Plan war doch schließlich genial und richtig durchdacht, oder nicht?